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Sport für die Psyche – wann hilft Bewegung und wann reicht sie alleine nicht aus?

🎧 Folge 10: Sport für die Psyche – wann hilft Bewegung und wann reicht sie alleine nicht aus? „Sport ist meine Therapie“ – diesen Satz haben viele Menschen schon einmal gesagt oder gehört. Doch reicht Bewegung allein aus, um psychische Belastungen dauerhaft zu verändern? In dieser Folge sprechen Dr. Dennis und Pelle darüber, warum Sport nachweislich Stress reduzieren, die Stimmung verbessern und das Gefühl von Selbstwirksamkeit stärken kann. Gleichzeitig schauen sie auf die Frage, weshalb manche Menschen trotz intensivem Training immer wieder in dieselben Krisen geraten. Wann hilft Bewegung dabei, sich selbst näherzukommen – und wann wird sie vielleicht sogar zur Flucht vor den eigenen Gefühlen? 🔗 Links zur Folge: * Buch “Bewegung liegt in deiner DNA” von Katy Bowman: https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1073260049 💌 Schreib uns deine Gedanken zur Folge und Themenwünsche als Mail an: podcast@gezeitenhaus.de 📲 Folge uns auf Instagram: @gezeitenhaus [https://www.instagram.com/gezeitenhaus/] und Facebook [https://www.facebook.com/GezeitenhausKlinik/] 👉 Abonniere unseren Podcast, um keine Folge zu verpassen!

Transcript

Speaker: Dieser Reset, den man im Prinzip macht, im Prinzip wird beim Gehen, beim Joggen, aber auch bei anderen Sportarten der Stress, das zentrale Nervensystem, in die Werkseinstellungen zurückgesetzt.

Speaker: Die können helfen, dich aus einem Loch herauszuziehen, aber es macht trotzdem Sinn zu schauen, warum man in das Loch immer wieder reinfällt.

Speaker: Dafür ist Therapie geeignet.

Speaker: Herzlich Willkommen zum Podcast Alles nur Psyche mit Dr. Dennis und Pelle, der Podcast zu Psychosomatik und Psychotherapie.

Speaker: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von dem Podcast Alles nur Psyche.

Speaker: Folge Nummer 10 schon.

Speaker: Ich freue mich sehr, dich begrüßen zu können, lieber Pelle.

Speaker: Freut mich auch.

Speaker: Schön, dass du wieder da bist.

Speaker: Wir haben heute ein ganz spannendes Thema mitgebracht und zwar Sport und die Auswirkungen auf die Psyche.

Speaker: Kann das helfen?

Speaker: In welchem Rahmen kann das helfen?

Speaker: Das würde ich gerne heute mit dir beleuchten.

Speaker: Und du bist ja sozusagen in doppelter Hinsicht ein Experte, auch ein Experte, weil du den Bereich Sport mit gewissen Lizenzen ja auch schon abgedeckt hast.

Speaker: Vielleicht kannst du das gleich nochmal so ein bisschen erzählen.

Speaker: Und gleichzeitig natürlich jetzt auch schon sehr lange in einem psychosomatischen Kontext arbeitest.

Speaker: Und wir haben natürlich auch im privaten Bereich unsere Erfahrungen mit Sport, Bewegung, Kampfkunst

Speaker: Und ich freue mich sehr auf den Austausch mit dir.

Speaker: Da freue ich mich auch total drüber.

Speaker: Die Idee war ja so ein bisschen, dass du das sicherlich häufiger hörst, ich selber auch, dass Leute sagen, ja Sport ist meine Therapie.

Speaker: Ich höre das eher so im privaten Umfeld oder so, wo Menschen vielleicht sogar noch gar keine Therapieerfahrung haben.

Speaker: Und da haben wir uns halt gefragt, ist denn Sporttherapie oder kann das ausreichen,

Speaker: Und da wollen wir mal vielleicht zusammen so ein paar Gründe erörtern, zusammen erarbeiten, warum Sport psychisch helfen kann und warum es vielleicht aber eben auch nicht reicht.

Speaker: Wann hast du angefangen mit Sport, wenn ich dich fragen darf?

Speaker: Also was ist so deine erste sportliche Erinnerung, wo du sagst, da habe ich bewusst mit Sport angefangen?

Speaker: Ich habe bewusst mit Tischtennisspielen tatsächlich angefangen.

Speaker: Echt?

Speaker: Mit zwölf, dreizehn, ja.

Speaker: Wir hatten bei uns im Garten eine Tischtennisplatte.

Speaker: Mein Vater war schon jahrelang irgendwie im Tennis unterwegs, hat aber auch sehr lange auch selber Tischtennis gespielt.

Speaker: Mein Bruder hat dann auch immer da mitgespielt und da war ich noch wirklich sehr, sehr klein.

Speaker: Dann war es gar nicht elf, dann war es, glaube ich, noch davor.

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Auf jeden Fall war ich noch nicht so groß, dass ich wirklich über die Platte gucken konnte und

Speaker: Und bin dann natürlich immer größer geworden und irgendwann habe ich dann gemerkt, dass ich das gerne auf Vereinsebene weiterentwickeln möchte und bin dann in einen Tischlandsverein gegangen, wo ich dann zweimal die Woche gespielt habe.

Speaker: Und das war eigentlich meine erste richtige Vereinssporterfahrung.

Speaker: Tischtennis, spannend.

Speaker: Also eine Ballspielsportart.

Speaker: Bei mir ist es ähnlich tatsächlich, aber ich habe nicht gewusst, dass wir uns da ähneln, denn ich habe mit Badminton angefangen mit circa elf, zwölf, also eigentlich weiterführende Schule.

Speaker: So eine Grundschule noch nicht, da war natürlich Fußball auf dem Bolzplatz oder auf dem Schulhof typisch, mit dem Softball hat man dann spielen dürfen.

Speaker: Aber Vereinssport war Badminton von 11 bis 16, glaube ich.

Speaker: Und das war eben auch eine Ballspielsportart, womit wir auch schon zu einer Begrifflichkeit kommen können und zwar Sport.

Speaker: Wenn Menschen hören Sport, tut sich da ein Bild auf, was das eigentlich ist.

Speaker: Und ungeachtet von offiziellen Definitionen machen wir vielleicht selber mal kurz eine Unterscheidung.

Speaker: Ich würde unterscheiden zwischen Sport, der wettkampfmäßig betrieben wird, das ist auch eigentlich die Definition, also dass es messbar wird und, und du hast es nämlich gerade gesagt, du hast ja nicht gesagt, ich habe Tischtennis gesportet.

Speaker: sondern Tichternis gespielt.

Speaker: Das ist ein weiterer Begriff, der wichtig ist für den Sport.

Speaker: Spiel, Wettkampf und oder Bewegung an sich.

Speaker: Diese drei Überbegriffe finde ich wichtig.

Speaker: Man kann Sport wettkampfmäßig betreiben, man kann Sport spielerisch betreiben und man kann Sport einfach als Bewegung betreiben.

Speaker: Und alle Definitionen wird man finden und alles ist auch

Speaker: Richtig, und man wird auch noch mehr finden.

Speaker: Aber ich finde, wenn wir uns in dem Bereich bewegen, denn da haben wir so ein bisschen das, was vielleicht der erste Punkt ist, warum Sport helfen kann, therapeutisch helfen kann, hast du gerade genannt, das Spielen.

Speaker: Denn das Spielen holt einen in den Körper, aus dem Kopf raus, denn in dem Moment, wo ich spiele,

Speaker: Und mich in der Sache so hingebe, vielleicht sogar geht es da auch schon ein bisschen um Wettkampf beim Spielen, weil man sich ja misst, aber man hat vor allen Dingen sehr viel Emotion dabei, also man geht sogar über die körperlichen Grenzen manchmal rüber, dass man sagt, den Ball kriege ich noch, obwohl man eigentlich viel zu weit weg scheint, also Sport holt Menschen aus dem Grübeln raus.

Speaker: aus Gedankenkreisen raus, weil ich kann nicht im Kopf bleiben, wenn ich mich auf den nächsten Ball konzentriere, den ich haben möchte und aus sowas Dissoziativem, also wenn ich so ein bisschen aus mir rausgehe, das muss ja nicht immer eine große Dissoziation sein, sondern es können ja auch so Absencen sein, in denen man ist oder so und dass man da hinein ins Spüren kommt, finde ich, ist der wichtigste Punkt vielleicht überhaupt aus dem Kopf in den Körper und da macht Sport absolut Sinn für mich, weiß nicht, wie du das siehst,

Speaker: Das sehe ich genauso.

Speaker: Und ich würde gerne noch das Wort, es gibt ja auch das Wort Affektsportarten.

Speaker: Die sind ja besonders verletzungs- und risikoanfällig in dem Sinne, dass man natürlich dann vielleicht, Beispiel, man hat vielleicht eine Knieverletzung gehabt.

Speaker: Und macht dann Geräte Physiotherapie, was ja grundsätzlich auch Bewegung mit einem Ziel ist und vielleicht eben auch messbar wird.

Speaker: Okay, so nach und nach kann ich dann, was ich in der Beinpresse so und so viel Kilo machen und mein Knie wird immer stabiler.

Speaker: Bei einer Affektsportart, wie zum Beispiel Badminton und der Stennis, ich habe ja auch lange Basketball gespielt, wenn man das mit Leidenschaft und eben auch mit diesem Wettbewerbsgeist macht, kommt ja noch eine andere Komponente dazu, das gehört auch zum Spiel, nämlich, dass man dann auf einmal merkt, oh, den Ball muss ich auch noch kriegen.

Speaker: Und ein bisschen auch sofort vergisst, ich habe eigentlich eine Knieverletzung und folgt dann mehr dem Gefühl.

Speaker: Also ich glaube, das ist auch, würde ich gerne nochmal so als Begriff mit einführen, weil das auch noch eine Unterscheidung vielleicht zu so ganz strukturiertem, klassischem Krafttraining ist und dass es solche Sportarten eben auch gibt, ne?

Speaker: Genau, die hätte ich jetzt in diesen Spielbereich reingebracht, weil Affekte hat man natürlich auch, wenn man die Ziellinie beim Halbmarathon durchquert.

Speaker: Aber ich weiß genau, was du meinst.

Speaker: Es sind eben diese emotional hochgeladenen teilweise Spiele und das kennen wir alle.

Speaker: Also Fußball ist der Sport in Deutschland überhaupt, den Menschen vor dem Fernseher schauen, weil so viel Affekt drin ist, weil so viele Affekte ausgelöst werden.

Speaker: Da gehen ganze Existenzen ab.

Speaker: gehen in diesen Sport rein, dass man so anhaftet, dass man seine Gefühlswelt abhängig macht vom Erfolg einer Mannschaft und so weiter.

Speaker: Also das ist ja extrem affektgeladen.

Speaker: Wenn man sich vorstellt, wenn man das als Zuschauer schon hat, wie das den Spielern erst gehen muss.

Speaker: die da involviert sind.

Speaker: Und das ist eben ganz anders.

Speaker: Du hast gerade ja Krafttraining genannt.

Speaker: Ich bin ja persönlich im Ausdauertraining oder im Laufen beheimatet.

Speaker: Also das mache ich jetzt, seit ich 28 bin.

Speaker: Und das sind jetzt dann im Moment 24 Jahre lang eigentlich ohne Unterbrechung.

Speaker: Ich bin dafür überhaupt nicht talentiert.

Speaker: Also ich habe nicht das Gefühl, dass es mir leicht fällt, laufen zu gehen.

Speaker: Ich muss mich da immer motivierend dran halten,

Speaker: dabei bleiben, habe nicht das Gefühl, dass ich eine besonders gute Ausdauer habe, aber ich habe immer schon gemerkt, das wäre vielleicht der wichtige zweite Punkt, den ich nennen würde, dass mich dieser Rhythmus, diese rhythmischen Bewegungen, das kann Spazieren sein, das tut mir sogar fast noch besser, hat aber weniger Kalorienverbrauch und Joggen sind einfach rhythmische Bewegungen und dieses Laufen und Gehen in Einklang mit der Atmung, diesen Atemrhythmus auch reinzubringen,

Speaker: können nachweislich das Nervensystem regulieren, nachregulieren, so im Sinne einer regulativen Stressbewältigung.

Speaker: Da habe ich von Anfang an unwissentlich von profitiert.

Speaker: Ich habe gemerkt, irgendwas tut mir daran gut und deshalb habe ich es gemacht.

Speaker: Ich glaube, du kennst die Effekte ja auch.

Speaker: Insbesondere vom moderaten Laufen.

Speaker: Genau, gelaufen bin ich auch, aber bin jetzt tatsächlich da ein bisschen auf wegen, ja schon wegen körperlicher Beschwerden und vielleicht ist es auch gar nicht so meine Sportart von meiner Statur her, von meiner Muskulatur her.

Speaker: Ich kann zwei Stunden Basketball spielen und habe dann nicht so Kniebeschwerden, wie wenn ich jetzt eine halbe Stunde joggen gehe.

Speaker: Also ich glaube, das war eben, vielleicht nochmal ganz kurz zurück zum Thema Affektsportart, das ist dann nicht das gleiche repetitive Muster wie beim Laufen, was sich wiederholt, sondern da sind ja auch viele immer wieder neu abweichende Bewegungsimpulse und die tun mir persönlich jetzt zum Beispiel viel besser, als wenn ich immer nur das Gleiche mache.

Speaker: Also das ist auch noch so ein anderer Bewegungsradius.

Speaker: Das ist vielleicht auch für denjenigen da draußen ganz wichtig, das zu hören, dass es wirklich nicht wichtig ist, sich der vorgenommenen Sportart zu widmen, sondern dass man wirklich schauen kann, Sport soll wichtig sein, aber warum macht es mir keinen Spaß?

Speaker: Und es ist vielleicht einfach noch nicht das, was du brauchst.

Speaker: Vielleicht musst du da, wie Dennis sagt, einfach noch das Richtige finden und vielleicht sind es eher die wechselnden Bewegungen.

Speaker: Ich habe das ganz oft auch im Therapiekontext, dass ich dann gefragt werde, welche Sportart würden Sie mir denn empfehlen?

Speaker: Und das ist natürlich eine schwierige Frage.

Speaker: Also ich habe dann vielleicht eine Idee, aber ich bin dann sehr vorsichtig, da was vorzugeben und ich lade genau dann auch dazu ein, probieren Sie Sachen aus.

Speaker: Was haben Sie in der Vergangenheit gemacht?

Speaker: Und viele sagen dann, ich habe früher irgendwie ganz viel, weiß nicht, bin ich gerudert?

Speaker: Ja, Rudern ist eine exzellente Kraft-Ausdauer-Übung, ne?

Speaker: Aber das, was du gesagt hast, finde ich so wichtig.

Speaker: Manche Sachen waren vielleicht früher mal passend und dann denkt man, ja, dann mache ich das wieder und merkt aber motivational, ich brauche jetzt irgendwie, finde ich das langweilig.

Speaker: Ja, dann ist es doch ein guter Impuls, den Sie ernst nehmen können und überprüfen Sie das doch nochmal.

Speaker: Vielleicht war das damals zu der Zeit die passende Bewegungsart und merken Sie jetzt, brauchen Sie das vielleicht gar nicht mehr und dann suchen Sie sich was anderes.

Speaker: Wir beide haben ja auch viel Kampfkunsterfahrung.

Speaker: Ich habe viele Sachen ja auch ausprobiert.

Speaker: Ich hätte irgendwann von einem Großmeister den Satz gehört und den fand ich irgendwie super.

Speaker: Die richtige Kampfkunst wird dich finden.

Speaker: Und dann wirst du das merken.

Speaker: Du merkst das in deiner Seele, in deinem Körper, dass du dann da angekommen bist und dass das dann der richtige Ansatz ist.

Speaker: Das fand ich irgendwie eine ganz wichtige Weichenstellung.

Speaker: Ja, da lade ich einfach wirklich zu ein, das nochmal so zu überprüfen.

Speaker: Was ist dann noch passend oder ist es nicht mehr so passend?

Speaker: Und dann geht es vielleicht auch wieder um Loslassen und dann, ah Mensch, ärgere ich mich jetzt aber, ich würde das gerne wieder machen, weil das hat mir doch mal so gut getan.

Speaker: Und vielleicht gibt es aber auch gute körperliche Gründe, die sagen, oh, passt jetzt gerade gar nicht mehr so gut zu mir.

Speaker: Ja.

Speaker: Ja, loslassen und auch akzeptieren.

Speaker: Man kann nicht alle Fäden, die lose aus der Vergangenheit irgendwo hängen, kann man nicht anknüpfen an dem Faden, wie er aufgehört hat, sondern man muss eigentlich schauen, wann habe ich denn mit diesem Faden begonnen damals?

Speaker: Wie ging es mir damit?

Speaker: Also ganz langsam meistens begonnen, mit ganz wenig Erfahrung.

Speaker: Kann ich da nochmal anknüpfen und wenn das auch nicht funktioniert, dann ist dieser Faden einfach...

Speaker: bleibt der lose und das ist auch in Ordnung.

Speaker: So, dann macht man dann Haken hinter den Knoten rein oder so und geht dann dahin.

Speaker: Trotzdem will ich nochmal zum Rhythmus zurück.

Speaker: Du sagst ja, laufen ist körperlich schwierig, so geht es in die Hüfte oder in den Fuß oder wo auch immer.

Speaker: Wie ist denn mit dem Gehen?

Speaker: Hast du da?

Speaker: Ich bin ein absoluter Spaziergänger.

Speaker: Also in dem Dorf, wo wir wohnen oder auch an Orten, wo wir vorher gewohnt haben.

Speaker: Also wir wissen immer, was in der Nachbarschaft passiert, weil wir wirklich diejenigen sind, also meine Frau und ich, häufig auch mit den Kindern, die wirklich die Spaziergänger sind.

Speaker: Das ist wirklich super.

Speaker: Also wir machen das, wenn es geht,

Speaker: Wirklich jeden Tag, manchmal geht es nicht, aber ich finde das total gut.

Speaker: Das ist für mich dann auch keine körperliche Belastung, sondern wie so ein Low-Intensity-Intervall-Anteil, dass ich danach wirklich auch nochmal ein bisschen runtergefahren bin, ausgeglichener bin, mich wohler fühle.

Speaker: Wir sind ja schon auch in Berufen unterwegs, wo wir extrem viel sitzen.

Speaker: Ich muss ja noch zur Arbeit fahren und dann sitze ich auch wieder im Auto, fahre wieder zurück, sodass Bewegung im Alltag schon häufig auch ein bisschen zu kurz kommt.

Speaker: Und dann abends wirklich auch nochmal ein bisschen vielleicht auch den Stress etwas abzubauen, vielleicht aber auch im Gespräch und dann in diesem Wechsel links, rechts, links, rechts, links, rechts.

Speaker: Das ist ja auch wichtig.

Speaker: spannend, was da auch so passieren kann, dass man Sachen auch nochmal so nachklingen lassen kann, nachverarbeiten kann und das finde ich total wichtig, also mache ich sehr, sehr gerne.

Speaker: Wie ist es bei dir?

Speaker: Ich liebe Spazierengehen, Spazierengehen ist sogar beim Laufen, wenn ich joggen gehe, ist das sogar, ich sage immer, meine Schokolade, wenn ich gerade irgendwie merke, ich brauche irgendwie was, was mich noch tiefer entspannt, dann gehe ich ein bisschen, das fühlt sich an, als würde ich dann gerade ein Stück Schokolade essen, dieses Gehen, also so viel Dopamin wird da freigesetzt und

Speaker: Und dann gehe ich wieder ins Laufen über.

Speaker: Ich habe das beim Laufen durchaus auch.

Speaker: Aber wenn ich gerade nicht so trainiert bin, dann ist einfach diese lohnende Pause, sagt man ja auch, fühle ich dann richtig.

Speaker: Du hast es gerade gesagt.

Speaker: Also wir haben gesagt, einmal kommt man aus dem Kopf raus, dann zweitens der Rhythmus reguliert.

Speaker: Und tatsächlich die Stressachse wird beeinflusst.

Speaker: Das Stresssystem wird beeinflusst.

Speaker: Man kommt in das sogenannte Default Mode Network.

Speaker: Das ist dieser Reset, den man im Prinzip macht.

Speaker: Im Prinzip wird beim Gehen, beim Joggen,

Speaker: aber auch bei anderen Sportarten der Stress, das zentrale Nervensystem, in die Werkseinstellungen zurückgesetzt.

Speaker: Dass man wie so ein Reset macht und sagt, okay, ich kann jetzt wieder neu aufspielen.

Speaker: Und das kann genau dann, wenn man sich in so Spiralen befindet und selbst aus der Spirale kann man fast nicht in die Bewegung kommen.

Speaker: Aber wenn man es irgendwie schafft, dass einen jemand rausholt oder eine Instanz, die man gegründet hat, die sagt, ich muss aber jetzt oder wie auch immer,

Speaker: dass die einen dann rausholt aus dieser Spirale eben durch dieses Default Mode Network oder in das Default Mode Network, dass man dann in diese Reset reinkommt.

Speaker: Und da eben die bekannten Endokannabinoide, Endorphine freigesetzt werden, die letztendlich für eine bessere Stimmung sorgen.

Speaker: Ein weiter therapeutischer Punkt ist einfach das Training der Selbstwirksamkeit, dass man merkt,

Speaker: ich bin nicht komplett auf mein Umfeld angewiesen, ich kann etwas tun, ich kann eben rausgehen und ich kann dadurch meine Stimmung selbstwirksam beeinflussen, weil irgendwann speichert ja das Gehirn das ab, Moment, mir geht es schlecht, ich weiß, wenn ich das tue, geht es mir danach besser, ich prüfe das, ich mache es und merke, ja, hat wieder gestimmt.

Speaker: Dann gibt es so positive Feedback-Schleifen.

Speaker: Ich weiß nicht, ob du das auch erlebst, dass du merkst,

Speaker: dass das auch in späteren Situationen, dass man sich nicht so ausgeliefert fühlt, wenn man einfach weiß, ich bin generell ein selbstwirksamer Mensch.

Speaker: Was mir da sofort als ein klinisches Beispiel dazu einfällt, sind so schwer depressive Patienten, die in der Visite oder in der Praxis dann sagen, wie soll ich denn morgens aus dem Bett rauskommen?

Speaker: Ich schaffe das nicht.

Speaker: Ich schaffe das nicht.

Speaker: Ich habe überhaupt keinen Antrieb.

Speaker: Ich habe so einen Morgentief.

Speaker: Also die Stimmung ist schlechter, das heißt Morgentief.

Speaker: morgens ist so echt nochmal alles viel, viel grauer und mein Körper, der fühlt sich dann an wie so Beton oder keine Ahnung, was soll ich denn da machen?

Speaker: Und das finde ich, das Wort Selbstwirksamkeit, das klingt ja sehr verhaltstherapeutisch, aber es ist wirklich so.

Speaker: Meine Idee wäre, wir können das auch mal üben und Sie üben das dann auch zu Hause.

Speaker: Auf welcher Bettseite steigen Sie denn aus?

Speaker: Rechts.

Speaker: Okay.

Speaker: Dann drehen Sie sich jetzt mal in Ihrer Vorstellung einmal auf die rechte Seite und

Speaker: Dann drücken Sie sich mal den rechten Arm sozusagen hoch und dass Sie mal ins Sitzen kommen.

Speaker: Sind Sie noch bei mir?

Speaker: Ja, ich bin noch bei Ihnen.

Speaker: So, jetzt setzen Sie mal Ihr rechtes Bein aus dem Bett raus, dann das linke Bein.

Speaker: Ja, okay, ich bin dabei.

Speaker: Okay, und jetzt gucken Sie mal, dass Sie ein bisschen nach vorne mit dem Oberkörper kommen und dann Ihre Knie durchdrücken und aufstehen.

Speaker: Und dann machen die das auch in der Imagination, dann üben die das und dann so, ja, okay, das ist es.

Speaker: Okay, ich glaube, ich kann doch auch aufstehen, also in die Bewegung kommen.

Speaker: Und das klingt jetzt erstmal so ganz einfach, aber es ist genau das, ein Schritt nach dem anderen.

Speaker: Sie haben schon ein Bein rausbekommen heute Morgen, super.

Speaker: Nächstes Mal gucken Sie, dass Sie das zweite Bein auch noch rausbekommen.

Speaker: Und dann stehen Sie auf.

Speaker: Und dann, das kann man wirklich den Menschen genauso auch üben.

Speaker: Also könnte man sagen, es ist ein Mangel an Visualisation bei Depressionen da, dass die Visionen fehlen, wie es sein könnte oder ist das zu viel Umkehrschluss?

Speaker: Man kann die Vorstellungskraft sehr hilfreich nutzen, weil ich glaube, dass jedem Patienten, wenn der sagt, ich komme morgens gar nicht aus dem Bett, das fühlt sich alles so schwer an, mein Körper wiegt drei Tonnen und eigentlich wiege ich 72 Kilo, das kann ja irgendwie nicht stimmen, aber ich merke,

Speaker: Und dann sage ich, ja, okay.

Speaker: Und dann versuchen wir es erstmal in der Vorstellung.

Speaker: Und trotzdem nimmt man mit der Vorstellung, mit der Imaginationsfähigkeit in den Körper ja schon auch mit in der Vorstellung.

Speaker: Und dann kann man, dann fällt es auch leichter, das in der Realität auch umzusetzen.

Speaker: Also sozusagen da auch wieder neue...

Speaker: Nervenverbindungen zu knüpfen, weil viele, die dann wirklich über Monate oder Wochen sich zurückgezogen haben oder tagsüber fast nur noch im Bett gelegen haben, für die ist das der neue Normalzustand und gleichzeitig leiden die auch voll darunter, weil die sagen, ich komme da gar nicht mehr raus.

Speaker: Und dann kann man auch über eine Vorstellung das erstmal machen und begleiten oder eben bei vollstationären Behandlungen ist das ja auch so auf einer Depressionsfachstation, auf der ich mal gearbeitet habe,

Speaker: Als Assistenzarzt, dann war das so, okay, wir haben drei Pflegekräfte, aber wir haben irgendwie 14 Zimmer.

Speaker: Der Assistenzarzt muss mit morgens helfen, die Leute aus dem Bett rauszuholen.

Speaker: Das ist der erste Schritt in den Tag.

Speaker: Und wenn die dann schon stehen und dann kommt der Kreislauf in Gang und dann gehen die vielleicht mal duschen.

Speaker: dann ist das ein ganz anderer, das sind ja ganz viele Bewegungsmuster, die plötzlich dann aktiviert werden.

Speaker: Dann macht das auch was mit der Stimmung, weil dann gibt man der Depression, dem Schwermut, der Antriebsarmut, Minderung bis hin zur Hemmung nicht so den Raum.

Speaker: Also ja, man kämpft auch einen dagegen an.

Speaker: Und das kann man imaginär erst mal machen, aber man kann es auch genauso nutzen und sagen, okay, was wäre denn das Ziel?

Speaker: Ja, okay, Sie würden danach vielleicht ein schönes Frühstück haben.

Speaker: Das wäre gut, das Frühstück ist aber im Aufenthaltsraum, da müssen sie erstmal hinkommen.

Speaker: Das heißt, der Sport, den du jetzt erstmal imaginär hast, die Mindestanforderung für Sport kann für manche sein, nicht mehr zu liegen, sagen wir jetzt einfach mal.

Speaker: Also aus der liegenden Position rauszukommen, aus der maximal stabilen, gehaltenen Position, das ist ja auch was.

Speaker: Wenn ich liege, maximal gehalten, maximale Körperauflage, es ist ja auch toll.

Speaker: Also ich liebe es ja auch zu liegen, ist ja auch was Wunderbares, aber so kann ich natürlich nicht mein Leben komplett verbringen.

Speaker: Kann ich schon, aber es dann führt zu Schwierigkeiten.

Speaker: Es bringt halt Struktur in den Alltag, wie du gerade sagst.

Speaker: Dann gehen sie zum Essen und so weiter.

Speaker: Also Sport bringt Strukturen rein, denn gerade bei Depressionen gehen starke Strukturen verloren und das kann ich neben der Selbstwirksamkeit, die ich da erfahre, einfach auslösen.

Speaker: erstmal etwas Strukturierendes reinbringen, denn das ist einfach etwas, was unser Gehirn braucht.

Speaker: Das brauchen alle Lebewesen, dass sie bestimmte Routinen haben, die sich wiederholen, um dem Nervensystem Sicherheit zu suggerieren.

Speaker: Denn Sicherheit ist immer das, was uns fehlt, wenn es uns schlecht geht.

Speaker: Das soziale Sicherheit, ob das gesundheitliche Sicherheit ist, aber Sicherheit ist immer förderlich für die Entwicklung.

Speaker: Absolut, ja.

Speaker: Natürlich komme ich auch mehr in Naturkontakt und die Menschen sagen, ich liebe die Natur, ja dann geh doch rein und mach deinen Sport draußen.

Speaker: Nichts gegen Fitnessstudios, gibt es auch ganz viele Punkte, die dafür sprechen, also...

Speaker: Natürlich jetzt nicht gedrungen, irgendwie draußen Sport zu machen.

Speaker: Auch Fitnessstudios machen Sinn für die anderen Punkte alleine, also auch für die Struktur, auch für die Selbstwirksamkeit.

Speaker: Aber natürlich ist draußen Bewegung nochmal der Vorteil, dass man mit Wald, Licht und Wetter in Berührung kommt, dass das regulierend wirkt.

Speaker: Und bessere Luft in der Regie, ne?

Speaker: Bessere Luft, genau.

Speaker: Keine gefilterte Luft und ja.

Speaker: Das passt ja vielleicht auch ganz gut dazu.

Speaker: Du bist ja ein Mensch, der auch viel in Laufgruppen unterwegs ist oder unsere Sportarten jetzt, Alkido, Kung Fu machen wir auch in Gruppen.

Speaker: Wenn jemand irgendwie draußen merkt, Bewegung weiß ich irgendwie, habe ich jetzt schon auch mehrfach gehört, also kognitiv, ist das ja vielen klar, dass es eigentlich gut ist, das zu tun, für alles Mögliche, für Durchblutung, umgekehrt.

Speaker: Kalorienabbau und so weiter.

Speaker: Zu anderen Faktoren kommen wir jetzt gleich mal, wenn wir vielleicht über den Kraftsport sprechen.

Speaker: Das ist vielleicht auch sehr wichtig, warum das auch nochmal eine besondere Bedeutung hat.

Speaker: Verabredungen zu machen, kann für viele wirklich eine sehr unterstützende Funktion haben, dass man sagt, okay,

Speaker: Also gerade jetzt bei Depressiven oder auch bei Angstpatienten ist ja häufig ein Rückzugsverhalten aus verschiedensten Gründen ein Riesenthema, dass man dann vielleicht Verabredungen trifft, dass man wieder auch sozial in die Interaktion kommt.

Speaker: Und auch vielleicht ein bisschen den inneren Schweinehund darüber oder die Symptomatik dann auch besser überwinden kann, wenn man so kritisiert.

Speaker: Das Gefühl hat, wenn ich dann da bin, geht es mir eigentlich dann doch irgendwie auch besser.

Speaker: Dieses Verpflichtungsgefühl, soziales Verpflichtungsgefühl und gleichzeitig aber auch, schön, dass du da bist.

Speaker: Letztes Mal haben wir auch gut zusammen trainiert oder wir sind gut gelaufen und so weiter.

Speaker: Das finde ich wirklich eine nicht zu unterschätzende Komponente.

Speaker: Dieses soziale Eingebundensein-Gefühl, wenn es für den Grad der Erkrankung oder des Menschen ist,

Speaker: und seiner Befindlichkeiten gerade passend ist, finde ich das wirklich auch eine sehr schöne, positiv verstärkende Komponente.

Speaker: Absolut.

Speaker: Ich habe das gerade so gesehen, wie du sagtest, Leute können sich das gar nicht vorstellen.

Speaker: Vielleicht viele Menschen haben auch einfach den kompletten Kontakt, nicht den kompletten, aber einen großen Kontakt zu ihrem Körper verloren.

Speaker: Also die spüren sich ja kaum noch.

Speaker: Und da ist Sport oder aber auch einfach Bewegung häufig die Initialzündung, um wieder zu merken, Moment,

Speaker: Ich habe mich irgendwie die ganze Zeit mit meinem Kopf verwechselt.

Speaker: Der Kopf und das Gehirn ist nachweislich erst entstanden durch Bewegung.

Speaker: Lebensformen, die sich nicht bewegen, brauchen kein Gehirn.

Speaker: Bäume, Pflanzen haben kein Gehirn, weil sie keine Eigenbewegung haben.

Speaker: Die ersten bewegten Tiere haben ein Nervensystem entwickelt, um Bewegung möglich zu machen.

Speaker: Dann haben sich nach und nach die weiteren Hirnrinden gebildet und um komplexere Aufgaben, die uns in der Bewegung begegnen, in der Interaktion mit Grenzen, mehr Möglichkeiten zu geben und bis hin eben zu intellektuellen Aufgaben und so weiter.

Speaker: Aber das Gehirn sind nicht wir, sondern das Gehirn ist ein Teil des Körpers weiterhin und soll eigentlich genau der Bewegung unterstützen.

Speaker: Und viele Menschen haben sich in ihrem Kopf irgendwo verfangen.

Speaker: Also vielleicht kennst du das da draußen, wenn du das jetzt gerade hörst.

Speaker: Da kann tatsächlich, ich bin da ja ein großer Freund von, barfuß gehen, nur diese eine Sache, einmal kurz eine unangenehme Sache machen und zwar barfuß über Kieselboden zum Mülleimer oder irgendwie sowas gehen und merken, das piekst alles.

Speaker: Ja, aber in dem Moment bist du wieder im Fuß, also so weit wie möglich weg vom Kopf.

Speaker: in deinem Körper, im Fuß und da merkst du vielleicht, oh, ich bin ja gar nicht nur der da oben oder die da oben und das kann Sport, kann dich komplett in deinen ganzen Körper zurückbringen.

Speaker: Also gerade das, was du machst, denn es ist Kung Fu, aber auch Tai Chi und all diese Sachen, auch das Qi Gong, was ja bei uns im Haus auch angeboten wird, sorgt dafür, dass ich wieder um

Speaker: meine Gelenkstellungen Bescheid weiß.

Speaker: Das nennt sich Propriozeption.

Speaker: Das sind Rezeptoren, die wir in den Muskelspindeln haben, in den Golgi-Sehnen-Apparaten der Sehnen, die genau wissen, wie sind meine Hände gerade gestellt, wie sind meine Ellbogen gerade gestellt.

Speaker: Das kann ich durchgehend wahrnehmen, aber ich verliere, wenn ich mich nur im Kopf befinde, den Kontakt dazu.

Speaker: Deshalb sind diese Sportarten, die sich um Feinmotorik kümmern und um Grobmotorik,

Speaker: Und die das so vereinen für viele, so eine Möglichkeit wieder in den Körper zu kommen und komplett darin aufzugehen.

Speaker: Und dann kann ich auch merken, mein Kopf redet zwar die ganze Zeit, aber der steuert nicht alles.

Speaker: Also nicht das bewusste Denken meine ich natürlich.

Speaker: Natürlich steuert das Gehirn.

Speaker: Absolut, ja.

Speaker: Ja, und das ist ein wichtiger Punkt.

Speaker: Also da könnte ich ja vielleicht so ein bisschen anschließen.

Speaker: Bewegung.

Speaker: Und ich glaube, das ist natürlich immer wichtig, welche Bewegung ist zu welchem Zeitpunkt passend.

Speaker: Es gibt ja jetzt mal ganz klar auch Empfehlungen, zum Beispiel ab 30, das wissen vielleicht auch viele nicht, setzt einen ganz normal, also ein physiologischer Muskelschwund im Körper ein.

Speaker: Das nennt man Sarkopenie.

Speaker: Da muss man gar nichts für machen, das kommt von alleine.

Speaker: Was man allerdings machen kann, also ich glaube, das ist immer ein Prozent, glaube ich, Muskulatur pro Jahr, wenn man nicht sozusagen dagegen wirkt, die sich abbaut, ohne dass man irgendwie was verändert hat.

Speaker: Und die alle wissenschaftlichen Studien, ich meine, wir sind ja hier in der Nähe von Köln, wir haben ja die größte Sportuni Deutschlands vor der Tür.

Speaker: Es gibt ja auch diverse Sportwissenschaftler, die da auch Podcasts zu machen, also

Speaker: Kann ich gerne zu einladen, sich da auch mal reinzuhören.

Speaker: Ich kann aber auch schon ein bisschen die Ergebnisse jetzt mal vorstellen, so wie ich sie verstanden habe, dass so zweimal zum Beispiel in der Woche moderates bis mittelschweres Krafttraining extrem wichtig für den Körper sind.

Speaker: Und zwar für so viele verschiedene Sachen.

Speaker: Einmal Durchblutung, Knochenstabilität.

Speaker: Wenn wir dem Körper Lasten zukommen lassen, bekommt der Knochen einen Anreiz, stabil zu bleiben.

Speaker: Das heißt, alles, was so Richtung Osteoporose geht, wenn wir nur noch sitzen, wenig Lasten dem Körper zumuten, verhindern wir durch Bewegung, durch Krafttraining, dass solche Zustände später passieren.

Speaker: Bewegung an sich hat so gerade eben auch was Wichtiges gesagt, Propriozeption.

Speaker: Alles, was so Richtung 60, 65 plus oder vielleicht vorher auch schon durch neurologische Erkrankungen eingeschränkt für die Langlebigkeit ja mittlerweile mit das Entscheidendste ist, ist das Verhindern von Stürzen.

Speaker: Also dass man wirklich eine gute Koordination, eine gute Ansteuerung von den Beinmuskeln vor allen Dingen ja auch in dem Falle hat, dass man später nicht stürzt, weil das natürlich häufig so der Schritt in eine dauerhafte Immobilität ist.

Speaker: Da gibt es auch wirklich klare Studien zu.

Speaker: Und was das Krafttraining angeht, das fand ich wirklich sehr spannend. 2007

Speaker: hat eine dänische Wissenschaftlerin, glaube ich, etwas ganz Revolutionäres entdeckt, nämlich, dass durch Kraftsport bis zu 3000 verschiedene Myokine aus der Muskulatur freigesetzt werden, die dann den ganzen Körper geschwemmt werden, die Entzündungsfaktoren reduzieren.

Speaker: Da gibt es ja auch ganz viele Anhalte für, dass wenig Bewegung, schlechte Ernährung,

Speaker: auch mit so unterschwelligen Entzündungsprozessen zu tun hat.

Speaker: Viele Menschen haben Gelenkbeschwerden im Alter.

Speaker: Und indem man eben Kraftsport macht, diese Myokine ausschüttet, diese Interleukine ausschüttet, die entzündungshemmende Wirkung haben, tut man seinem Körper und seinem Immunsystem ja letztlich seiner Knochendichte, der Stoffwechsel, Aktivität, Verdauung, Durchblutung und die Gelenkschmiere wird gut verwendet.

Speaker: beeinflusst durch die Bewegung der Gelenke, die versteifen dann nicht so, tut man was extrem Gutes.

Speaker: Und ich finde, das ist vielleicht einfach nochmal wichtig, das einmal so zu hören, dass es auch wissenschaftlich sozusagen eine gute Grundlage dafür gibt, warum man das machen sollte.

Speaker: Wobei du ja jetzt gerade insbesondere die, man würde das ja hier wieder trennen im Westen, die körperlichen Vorteile vom Kraftsport genannt hast.

Speaker: Und die erzeugen natürlich, wenn ich mich in einem besser aufgestellten Körper befinde, also in einer besseren Knochendichte, kann man sich ja vorstellen, wenn meine Knochendichter sind und meine Muskulatur, also der ganze Halteapparat mich besser hält, dass ich mich dann auch psychisch besser gehalten fühle.

Speaker: Und jeder kennt den Spruch,

Speaker: ein gesunder Geist sitzt in einem gesunden Körper.

Speaker: Das ist tatsächlich so, dass dieses selber wieder das Gefühl haben, ich kann mich wieder besser bewegen, besser spüren, erzeugt am Ende Hoffnung.

Speaker: Und wenn ich mich in einer hoffnungslosen Situation befinde, weil ich sage, all diese ganzen Konflikte, all das, was um mich herum psychisch passiert, macht mich hoffnungslos, dann kann

Speaker: tatsächlich der Weg über den Körper, zumindest über diese Selbstwirksamkeit, über alles, was wir jetzt gesprochen haben, wieder Hoffnung erzeugen, die sich dann wie ein Spillover-Effekt, sagt man, die dann wie so zwei Sektgläser, wenn eins voll ist, dann kann ich das so langsam, wenn ich die zur Seite kippe, läuft das über und dann habe ich auch in meinem mentalen Empfinden wieder Hoffnung irgendwann, wenn der Körper wieder Hoffnung hat.

Speaker: dann führt es eben zum Stressabbau.

Speaker: Also wir haben zehn Gründe auf jeden Fall gefunden für den Sport und warum der Therapeut nicht helfen kann.

Speaker: Und trotzdem, man könnte ja sagen, ey, warum dann Therapie?

Speaker: Jetzt haben die Bella und Dennis gesagt, Sport reicht ja aus, um alles Mögliche wieder ins Lot zu bringen.

Speaker: Und trotzdem gibt es vielleicht Gründe, warum das nicht reicht.

Speaker: Weil wenn ich mich in einem Trauma befinde oder Depressionen habe, dann ist das vielleicht nicht nur der Bewegungsmangel, der dahin geführt hat, sondern vielleicht ein Ereignis.

Speaker: Irgendwann in meiner Vergangenheit.

Speaker: Und vielleicht kennst du da Beispiele aus deiner Arbeit, wo vielleicht die Ursache, das wäre so das Erste, die da unangetastet bleibt, wo du dich erinnern kannst.

Speaker: Gab es mal Menschen, wo du sagst, okay, der macht schon Sport oder der ist schon sehr sportlich, aber der dreht sich trotzdem weiter im Kreis?

Speaker: Ja, da gibt es ganz viele Menschen.

Speaker: Jetzt haben wir natürlich gerade eben, da kann man jetzt mal ein bisschen eingreifen, ist es natürlich schon sinnvoll, dass diese Stresshormone kann man ja, haben wir ja gerade gesagt, kann man auch teilweise abbauen.

Speaker: In der Regel reicht das aber eben auch nicht komplett natürlich aus.

Speaker: Aber bei einer Traumabehandlung würde man zum Beispiel ja auch sehr gucken, was gibt es so für innere Überzeugungen, was gibt es so für negative Kognitionen, wo möchte man in Zukunft zum Beispiel arbeiten,

Speaker: positiv dran denken, wie stimmig fühlt sich das gerade an und holt dann aber auch bei der Benennung einer Belastung den Körper ja auch mit rein und sagt, wo spüren Sie diese Belastung gerade in Ihrem Körper?

Speaker: Also man geht genau auf diese ganzen Ebenen auch ein und ein Beispiel jetzt mit EMDR, wir hatten den Arne Hofmann ja,

Speaker: Schon im Podcast würde man eben durch eine zweiseitige Hirnstimulation, Augenbewegungen oder Taps oder Auditiv, würde man eben diese Verarbeitung wieder ankurbeln.

Speaker: Und da ist der Körper auch wirklich immens wichtig, dass man den auch berücksichtigt.

Speaker: Und ich war jetzt letztens auf einer sehr schönen Weiterbildung, da ging es auch um Behandlung von komplex Traumatisierten und die Dozentin sagte,

Speaker: Sie würde das so sehen, dass ein Kanal, nennt man das dann, also eine Episode, die jetzt gerade gedanklich aufgerufen wurde und bearbeitet wird zum Beispiel durch EMDR, es dann zum Ende kommt, wenn der Körper auch ruhig ist.

Speaker: Mhm.

Speaker: Also nicht, wenn man sagt, ja, ist gerade angenehm oder neutral, sondern bis der Körper wirklich ruhig ist.

Speaker: Sport kann das alleine sicherlich nicht machen, aber es ist trotzdem eine gute Ergänzung, Stress abzubauen, vielleicht auch wirklich ein bisschen besser schlafen zu können und vielleicht ja auch über mehr Selbstsicherheit eben auch andere Hirnareale nochmal zu aktivieren, die in diesem komplexen Zusammenspiel natürlich auch ein Gegengewicht

Speaker: gegen die traumaassoziierten Hirnanteile sein können.

Speaker: Ich habe das jetzt gerade ein bisschen so verstanden, dass die Frage war ja so, ob man die Ursachen trotzdem beheben muss.

Speaker: Und ich habe jetzt gerade so ein bisschen verstanden, ja, der Sport mit all den Dingen, die wir beschrieben haben, der hilft.

Speaker: Aber das ist im Prinzip so, als würde man eine, wenn die Angst zum Beispiel durch diesen Mechanismus in der Amygdala, wenn jetzt da immer wieder

Speaker: wie so ein Feuer, immer wieder angeht, dann lösche ich und dann lösche ich und dann lösche ich, aber es geht immer wieder an, weil die Ursache nicht behoben ist.

Speaker: Und da kann eben EMDR-Therapie und oder andere Traumatherapieverfahren oder Gesprächstherapie, was auch immer man jetzt macht und sich ausgesucht hat, was funktioniert, helfen, dass man nicht die ganze Zeit nur noch am Löschen ist, sondern auch viel Spaß an der Bewegung hat.

Speaker: Natürlich kann Sport da helfen.

Speaker: Sport kann auch Vermeidung sein.

Speaker: Weil das habe ich tatsächlich oft erlebt, auch bei uns in der Klinik, dass Menschen kommen mit einem ganz hohen Sportpensum.

Speaker: Wenngleich ich nicht unterschreibe, dass alle Menschen, die joggen oder laufen, vor etwas weglaufen, sondern viele laufen zu etwas hin und machen das eben aus den genannten positiven Gründen.

Speaker: Aber es gibt die Menschen, die auch wirklich vor ihren Gefühlen weglaufen oder das komplett über den Körper ausmachen.

Speaker: Und das Pensum, was die dann an den Tag legen, ist brutal oft.

Speaker: Ich würde da auch mal gucken.

Speaker: Es gibt ja auch einen Bereich, wo gesundheitsgefährdendes Verhalten durch Sport beginnt.

Speaker: Also wenn man dann irgendwie merkt, man geht ständig ins Übertraining, man hat ständig eine übermäßige, vielleicht zu dem Zeitpunkt, wo der Körper gerade ist,

Speaker: noch nicht adaptierte muskuläre Bänder, Faszien, Durchblutungslage, dann kann man seinen Körper ja auch wirklich damit komplett auch zerstören.

Speaker: Also es kann auch so dysfunktionale Dinge auf so einer sportlichen Ebene landen.

Speaker: Also gerade wenn man vielleicht nur so ganz alleine mit sich dann immer unterwegs ist.

Speaker: Also da ist vielleicht ja auch ein Trainingsbuddy, der sagt, wir können auch mal ein bisschen weniger machen.

Speaker: Das ist gerade ein bisschen too much.

Speaker: Es gibt ja auch nicht wenig Beispiele, wo Menschen aus Drogensucht große sportliche Erfolge feiern.

Speaker: Und also die Ultramarathon-Szene oder diese ganzen Ironman-Geschichten, da sind durchaus immer wieder mal Menschen da, die sagten, das war mein Ausweg aus der Sucht.

Speaker: Und man sagt, naja.

Speaker: ist nicht so ganz geglückt.

Speaker: Zumindest, also natürlich ist es besser irgendwie, ja, weiß ich nicht.

Speaker: Das, was du gerade beschreibst, wäre ja eine Suchtverschiebung.

Speaker: Also dass man sozusagen von einer Stoffgebundenen hin zu einer vielleicht nicht Stoffgebundenen oder schlimmsten Fall macht man dann Sport und fängt noch mit Anabolika oder sonst irgendwas an oder übertreibt es mit Nahrungsergänzungsmitteln.

Speaker: Genau, also ein klassisches Beispiel wäre vielleicht,

Speaker: Damit möchte ich jetzt nicht jeden, der das macht, da unter Generalverdacht stellen, aber Menschen, die jetzt sehr exzessiv Leistungssport machen und dann plötzlich durch eine Verletzung rauskommen, häufig geht ja dann erst eine Tür auf, wo dann klar wurde, okay, das, was vielleicht davor praktiziert wurde, war Vermeidung und zwar von einem in sich rein spüren, beschäftigen mit inneren belastenden Themen und

Speaker: Und dann wird man quasi ein bisschen gezwungen durch eine Verletzung, das kennen wir, beide aus verschiedensten Kontexten, dass wir dann Menschen beobachten, die dann merken, oh Mann, was ist denn jetzt eigentlich los?

Speaker: Und dann dieser Ausgleich, dieser vielleicht zu dem Zeitpunkt auch wirklich übermäßige Ausgleich.

Speaker: Also aktionistische Verdrängung von diesen inneren Themen dann plötzlich wegfällt.

Speaker: Also das ist ein Punkt, wie gesagt, ich bin ein großer Freund, immer so ein bisschen zu gucken, was gesundheitsfördernde Bewegungen zu machen.

Speaker: Also nicht zu viel, nicht zu wenig, also dass man immer so ein bisschen guckt, auch gerade wo steht man, wie ist die Lebenssituation,

Speaker: Es ist ja so, dass man den Sport häufig betreibt, in der Gruppe vielleicht, aber häufig einzeln und selbst wenn man ihn in der Gruppe macht, dann macht das jeder so ein bisschen für sich und man partizipiert beim Sport, beide von der gleichen Erfahrung und mag das, aber

Speaker: Gegenüber oder reflektierend ist es jetzt nicht unbedingt und das ist natürlich etwas, was es in der Therapie schon gibt, wo man jemanden hat, der einen spiegelt und wo vielleicht auch nicht so angenehme Teile angeguckt werden.

Speaker: Also beim Sport meistens, wenn man in einer Mannschaft ist oder zusammenläuft, geht es ja in eine Richtung und nicht konfrontativ.

Speaker: Und würdest du sagen, das ist ein Punkt, der ganz klar für die Therapie spricht, diese Reflexion und die Möglichkeit, dass derjenige sich im Therapeuten reflektieren kann?

Speaker: Definitiv.

Speaker: Und in der Sportebene würde ich auch sagen, wenn man sich mit etwas ganz Neuem beschäftigt, sollte man sich einen guten Trainer und auch einen guten Coach suchen und auch in der Therapie.

Speaker: wenn man merkt, das ist ja schon echt mal ein sehr großer, wichtiger Schritt, den ich immer auch wirklich am Anfang sehr würdige.

Speaker: Wenn jemand schon den Hörer in die Hand genommen hat und gesagt hat, ich brauche Hilfe, dann ist das ja schon wirklich ein super erster Schritt der Reflexion.

Speaker: Und bei der Bewegung ist es ja letztlich auch so.

Speaker: Und in der Therapie finde ich das absolut wichtig, dass man eben auch

Speaker: eine neutrale Person im Außen als Spiegel, vielleicht aber auch manchmal so ein bisschen als, also wenn es eine gute Vertrauensbasis gibt, auch mal auch konfrontierend, empathisch konfrontierend erleben kann.

Speaker: Ich sage, ich glaube, eigentlich hatten Sie ja gesagt, Sie wollten das jetzt nicht mehr machen, das haben Sie ja doch nochmal gemacht.

Speaker: Fände ich gut, wir hatten da eine Vereinbarung getroffen und okay, aber was wäre jetzt eine Alternative?

Speaker: Dass es da auch eine Regulation im Außen gibt, klar, das ist so der Kern von Therapien.

Speaker: Und ich denke, das ist auch im Bewegungsbereich extrem wichtig.

Speaker: Also es unterstützt, dass Menschen mit sich selbst oder mit anderen wieder in Beziehung kommen und gehen, deutlich mehr als es der Sport alleine täte.

Speaker: Absolut.

Speaker: Du hast vorhin schon mal das Wort dysfunktional genannt und es gibt ja dysfunktionale Muster in uns Menschen, also dysfunktional in der Hinsicht, dass sie, also vielleicht kannst du das Wort dysfunktional einfach mal ganz kurz laienhaft beschreiben.

Speaker: Was heißt denn dysfunktional, wenn man jetzt nicht vom Fach ist?

Speaker: Also das funktionale Muster für mich sind Verhaltensweisen, aber auch innere Erlebensweisen, innere Bewertungen, Gedanken, Beziehungsmuster, die am Ende den Selbstwert, die Gesundheit schädigen.

Speaker: Da gibt es verschiedenste Wege hin, also häufig sind es

Speaker: unbewusste, integrierte, schädigende Erfahrungen, die man selber mal gemacht hat und die man dann sozusagen mit sich selber ein Stück weit weiterführt.

Speaker: Das ist ja auch häufig in der Therapie ein erster Schritt, das erstmal so bewusst zu machen, dass das ein Modus ist, den man vielleicht verinnerlicht hat, den bewusst zu machen und dann zu gucken, okay, wollen Sie das eigentlich so weitermachen?

Speaker: Weil das werden sozusagen die Kosten, die dieses dysfunktionale Verhalten dann hat.

Speaker: Wenn jemand sagt, er möchte das beibehalten, dann ist es so.

Speaker: Aber die meisten sagen natürlich, nein, ich leide ja auch darunter.

Speaker: Und dann zu schauen, was gibt es da so für Alternativen.

Speaker: Also wenn ich jetzt mal das so ganz laienhaft sagen wollen würde, wenn ich mein Leben lang gehört habe als Kind, boah, hör doch mal auf, dauernd rumzusingen, du hast eh eine furchtbare Stimme, dann mach das etwas mit mir.

Speaker: Und das wäre ein dysfunktionales Muster, wenn ich irgendwann mich nicht mehr traue, den Mund aufzumachen, mich selbst abwerte für meine eigene Stimme und so weiter, weil ich das übernommen habe.

Speaker: Ist das so korrekt zum Beispiel?

Speaker: Und natürlich kann das im Sport auch so sein.

Speaker: wenn ich als Kind gehört habe, Mann, du fette Sau und so weiter.

Speaker: Und ich bin längst

Speaker: der hagere Marathonläufer, aber mein Selbstbild ist immer noch von Selbsthass und Selbstablehnung geprägt, dann kann der Sport schädlich sein, weil er gar nicht aufdeckt oder diese dysfunktionalen Muster nicht behandelt sind und sich so gern verstärken können, weil mein Selbstbild immer noch bleibt und dann ist Sport alleine nicht genug, weil diese dysfunktionalen Muster bleiben.

Speaker: Genau, mir kommt so ein Bild, ich trainiere mich kaputt.

Speaker: Ganz oft.

Speaker: Das ist auch durch Funktionen.

Speaker: Und am nächsten Tag sind die Menschen ja noch mehr im Eimer, weil das ist natürlich auch was mit dem, also Sport, je nachdem, was man macht, ist natürlich auch häufig erstmal ein Reiz und ein Stressor für den Körper.

Speaker: Deswegen auch da immer wirklich nochmal so zu gucken, ist es dann gerade in der schweren Depression, das starke Krafttraining würde ich jetzt eher nicht denken, sondern dass man dann wirklich vielleicht mit Shikung und Yoga,

Speaker: Also wo so verschiedene Etappen drin sind, Bewegung, Dehnung, Meditation und daher auch dieses Wohlwollen.

Speaker: Schön, dass du heute dir die Zeit genommen hast für dich.

Speaker: Ich bedanke mich bei dir für dein entgegengebrachtes Vertrauen.

Speaker: Also das sind ja so Sätze, die ja

Speaker: Das ist ja kein Zufall, dass das gerade so einen Zulauf hat in dieser Welt.

Speaker: Also A, weil es wirklich super ist und B, weil es natürlich da auch ein Bedürfnis nachgibt.

Speaker: Genau nach dem.

Speaker: Entschleunigung, sich gut um den Körper kümmern, wenn man dann eine gute...

Speaker: gute Lehrer, Lehrerin hat gesagt, das ist noch zu früh, stresse dich mal nicht, du musst jetzt noch nicht hier die, was weiß ich, sonst wie Taube schon gut können, mach erstmal so, dass du nicht über die Schmerzgrenzen hinausgehst und der Rest kommt von alleine.

Speaker: Also dieses, dann kommt man auch aus diesem Dysfunktional, jetzt biege ich mich da mal so zurecht, bis es irgendwo reißt, aber dann habe ich ja vielleicht beim nächsten Mal gerade mehr,

Speaker: Das wäre dysfunktional.

Speaker: Und da wirklich in das Wohlholz zu kommen.

Speaker: Du hast gesagt, jetzt blicke ich mich mal so sehr, bis es bricht oder bis es reißt.

Speaker: Denn das ist ja die Definition von Stress, kommt ja aus der Werkstoffverarbeitung.

Speaker: Stress war aus der Werkstoffverarbeitung.

Speaker: Also to stress a material war ein Material, so lange den Stresstest unterziehen, bis es reißt und wurde dann übernommen in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts.

Speaker: in den psychischen Bereich erstmalig, um dann zu sagen, die Psyche funktioniert auch so wie so eine Zerreißprobe, wenn ich daran nur, und dadurch kann natürlich Sport so Drucksysteme total verstärken, dass es eben dafür sorgt, dass ich sage, ey krass, wann gehe ich eigentlich kaputt?

Speaker: Vor allen Dingen, wenn ich kaputt gehe, dann habe ich was geleistet, dann habe ich den Stress überwunden und das führt ja ganz häufig dazu, dass sich der Druck nur noch mehr verstärkt und damit automatisch der Stress steigt durch den Sport, anstatt zu sinken.

Speaker: Also ich muss mich natürlich bei der Bewegung auch mal herausfordern, aber Herausforderung ist was anderes, als mich dauernd zu stressen und sobald ich eine Hürde geschafft habe, die Hürde weiter oben anzusetzen.

Speaker: Das erlebe ich zu 50 Prozent immer noch bei allen Menschen, die Sport machen, erlebe ich das so, dass es um diese Messungen geht, dass es um dieses Erreichen von höher, schneller, weiter und dass da wirklich Drucksysteme bedient werden, die außerhalb der eigenen Person liegen, die irgendwo...

Speaker: in der familiären Erziehung, in dem Gesamtbild, was wir auch alle als Gesellschaft reproduzieren, höher, schneller, weiter, sich kaputt machen.

Speaker: Irgendwie, ich habe mich heute voll zerstört beim Sport.

Speaker: Ja, ich leiste etwas, indem ich mein System komplett unter Stress setze.

Speaker: Und das ist therapeutisch überhaupt nicht sinnvoll.

Speaker: Und da macht Sport auch keinen Sinn mehr, sondern da ist tatsächlich besser zu sagen, was wäre denn mal mit qualitativen Bewegungen statt mit quantitativen.

Speaker: Da kann es sogar mal Sinn machen, doch im Bett liegen zu bleiben und zu sagen, was ist, wenn ich nur meine Hand bewege und mir die mal genauer anschaue, wie die Finger funktionieren und so.

Speaker: Mach es dir für einen Moment bequem.

Speaker: Du musst jetzt gerade nichts leisten.

Speaker: Nimm einfach wahr, wie du gerade hier sitzt oder liegst.

Speaker: Richte deine Aufmerksamkeit zunächst auf deine Hände.

Speaker: Balle beide Hände langsam zu Fäusten, nicht maximal fest, sondern deutlich spürbar.

Speaker: Halte die Spannung für einen Moment.

Speaker: Spüre die Kraft in deinen Händen, Unterarm und vielleicht bis in die Schultern hinein.

Speaker: Und dann wieder lösen.

Speaker: Loslassen.

Speaker: Entspannen.

Speaker: Lass die Finger weich werden.

Speaker: Spüre nach.

Speaker: Vielleicht bemerkst du einen Unterschied zwischen Anspannung und Entspannung.

Speaker: Vielleicht auch nicht.

Speaker: Beides ist völlig in Ordnung.

Speaker: Nun wandert deine Aufmerksamkeit zu deinen Schultern.

Speaker: Ziehe beide Schultern langsam nach oben Richtung Ohren.

Speaker: Halte die Spannung.

Speaker: Nimm wahr, wie sich Nacken und Schultern anfühlen.

Speaker: 3, 2, 1 und loslassen.

Speaker: Nachspüren.

Speaker: Entspannen.

Speaker: Die Schultern sinken lassen.

Speaker: Vielleicht ein kleines Stückchen tiefer, als sie eben noch waren.

Speaker: Spüre einen Moment in deinen Körper hinein.

Speaker: Wie fühlt sich dein Nacken an?

Speaker: Wie fühlen sich deine Arme an?

Speaker: Und wie fühlt sich deine Stimmung gerade jetzt an?

Speaker: Oft sind es nicht die großen Veränderungen, die einen Unterschied machen.

Speaker: Manchmal reicht ein kleiner Moment der Bewegung, ein bewusster Atemzug oder eine kurze Pause wie diese.

Speaker: Nimm dieses Gefühl noch einen Augenblick mit.

Speaker: Und wenn du wieder bereit bist, kehre mit deiner Aufmerksamkeit wieder zurück in diesen Moment und in den nächsten.

Speaker: Zurück zum Sport.

Speaker: Nicht jeder kann Sport machen.

Speaker: Gerade so Krisen zeigen, dass Sport alleine nicht die Lösung war.

Speaker: Also Menschen haben die ganze Zeit sich bewegt und geraten trotzdem voll in die Krise.

Speaker: Gibt es Menschen, wo du sagen würdest, die sollten gar keinen Sport machen?

Speaker: Also gibt es da irgendjemanden?

Speaker: Oder würdest du sagen, es ist immer unterstützend?

Speaker: Nee, also ich denke, wenn jemand zum Beispiel massiv erschöpft ist, also wenn er wirklich eigentlich schon gar keine Energie mehr hat,

Speaker: dann würde ich nicht sagen, machen Sie keinen Sport, sondern dann würde ich sagen, wenn Sie sich bewegen, dann wäre es gut, eine Bewegung zu wählen, die nicht den körperlichen Stress noch mehr verstärkt und noch mehr Erschöpfung, sondern eher was Näheres zum Beispiel hat, wenn das irgendwie geht.

Speaker: Oder auch kürzere Einheiten.

Speaker: Oder nicht, ich muss dann zwei Stunden ins Fitnessstudio pumpen gehen versus Lebensstil,

Speaker: gehen Sie fünf Minuten spazieren, vormittags, nachmittags.

Speaker: Oder wenn Sie sagen, Yoga ist so ein bisschen Ihr Ding, dann gucken Sie, ob das etwas ist.

Speaker: Welche Form von Yoga soll das eher sportlicheres Yoga sein?

Speaker: Soll es eher Yin-Yoga sein, wenn Sie dann diese Ruhe aushalten können?

Speaker: Also dann würde ich da so ein bisschen auch schauen, dass es eher so etwas Näherendes, Aufbauendes auch hat.

Speaker: Und Qigong finde ich zum Beispiel auch eine super Sache.

Speaker: Oder Tai Chi, also diese dann eher so ruhigere Sachen, wo man...

Speaker: Jetzt nicht so wie bei einer Affex-Sportart irgendwie immer wieder reagieren muss, das macht der andere gerade und dann vielleicht doch der alte Wettbewerbsgeist wieder hochkommt, sondern eher sowas gut reguliertes.

Speaker: moderates Tempo und dann da erstmal wieder so ein bisschen innerlich die Energien überhaupt aufbauen zu können.

Speaker: Das fände ich, glaube ich, gut.

Speaker: Was würdest du denn sagen dazu, zu der Frage?

Speaker: Ich glaube schon, dass Bewegung das ist, was Menschen überhaupt erst therapiefähig macht.

Speaker: Ich glaube, wenn gar keine Bewegung da ist, wenn gar keine körperliche Aktivierung da ist, dann ist die Therapiefähigkeit auch deutlich eingeschränkt, weil einfach man sich mit Instanzen nur noch unterhält, die da im Gehirn laufen.

Speaker: Und also als Therapeut, also ich bin ja kein Therapeut, aber so stelle ich es mir vor, dass man sich im Prinzip nur noch durch ein Mauerwerk schlägt,

Speaker: aus Über-Ichs und Instanzen beschäftigen muss und Angstabwehrreaktionen und so weiter, dass man kaum an den Kern drankommen kann.

Speaker: Und da kann einfach Bewegung, das kann ein Minimalbenzium an Bewegung sein, aber das bringt erst wieder überhaupt das Gehirn in einen Modus, wo man wieder mit der Person auch in Kontakt treten kann.

Speaker: Das würde ich jetzt schon so für mich plakativ so denken.

Speaker: Okay, ich glaube, ich habe jetzt das sehr auf den Sport bezogen, aber da bin ich absolut bei dir.

Speaker: Und da fällt mir jetzt eigentlich auch ein gutes Beispiel aus unseren Körpertherapien ein.

Speaker: Wenn ein depressiver Patient, der sich sehr schämend Schuldgefühle in sich trägt, die ganze Zeit nur auf den Boden guckt, bekommt er auch das andere Leben gar nicht mehr so mit.

Speaker: Oder die Zuwendungen, die dann kommen.

Speaker: Das ist auch eine Bewegung, die wir wirklich dann auch mit denen besprechen.

Speaker: Nehmen Sie doch mal den Kopf hoch und schauen Sie sich doch mal um.

Speaker: Und schauen Sie doch mal in die Augen von den anderen.

Speaker: Oder wenn Sie was erzählen, wenn das geht, da müssen wir keine Grenzen einreißen, wo man noch nicht weiß, wofür die stehen.

Speaker: Das ist auch zu respektieren.

Speaker: Aber das ist auch schon eine Bewegung.

Speaker: Und zwar den Kopf hochzunehmen, mal zu gucken.

Speaker: Das wäre jetzt so das Minimalste.

Speaker: Das andere war eher eine Antwort eben auf Sport.

Speaker: die ich, glaube ich, gegeben habe, aber das fände ich total gut.

Speaker: Und mir fällt jetzt gerade vielleicht auch so Richtung Ende unserer Folge nochmal das Buch von der Katie Bowman ein, Bewegung ist in unserer DNA, was ich sehr empfehlenswert finde.

Speaker: überhaupt erst mal wieder sich neu auszurichten, bevor man überhaupt jetzt Sport macht, sondern erst mal so gucken, wo steht eigentlich alles bei mir, ist das eigentlich gut ausgerichtet, das wäre ja auch total sinnvoll für jeden.

Speaker: Also ich habe das gemacht und war wirklich verblüfft und ich würde schon sagen, dass ich mich eigentlich

Speaker: als gut, mit einem guten Körper gut viel einschätzen würde und trotzdem waren da sehr hilfreiche Sachen drin.

Speaker: Ich habe es noch nicht gelesen, aber das ist ein guter Tipp nochmal.

Speaker: Sehr bekannte auch in der Sportwelt, sehr bekannte Autorin, die sehr gefeiert wird.

Speaker: Thema Barfußlauf.

Speaker: Ja, absolut.

Speaker: Also zum Ende der Sendung, du da draußen, gib uns doch gerne mal Rückmeldungen über die E-Mail-Adresse in den Shownotes, wenn dir Fragen oder Anregungen zur Folge gekommen sind.

Speaker: Und vielleicht so als Quintessenz für die Folge heute, also wenn du Bewegung machst, ist das wunderbar.

Speaker: Und Laufen, Sport, Arten, die können helfen, dich aus einem Loch herauszuziehen, zweifelsohne, aber es macht trotzdem auch Sinn zu schauen, warum man in das Loch immer wieder reinfällt.

Speaker: Und was die Ursachen und die Gründe sind.

Speaker: Und dafür ist Therapie geeignet.

Speaker: In jeglicher, in all seinen Formen.

Speaker: Und ja, es war schön mit dir zu sprechen, Dennis, über ein Thema, was uns beide total am Herzen liegt.

Speaker: Oder es ist über zwei Themen, Therapie und Sport zu reden.

Speaker: Wir hoffen, ihr da draußen konntet etwas mitnehmen und wünschen euch einen schönen Tag.

Speaker: Bis ganz bald zur nächsten Folge.

Speaker: Macht's gut.

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