Emotionen beim Geschenkempfang unterdrücken
00:00:01
Speaker
In dem Moment, wo ich beschenkt werde, schalte ich meine eigentlichen Gefühle ab und konzentriere mich darauf, dass ich den Schenker glücklich mache.
00:00:10
Speaker
Dass ich die Erwartungen erfülle, die der andere an mich hat, wenn er mir ein Geschenk überreicht.
00:00:14
Speaker
Ich habe mich berührt gefühlt.
00:00:15
Speaker
Da sind wir beim Geist der Weihnacht.
00:00:17
Speaker
Du hast dich hier gezeigt, was du lange nicht gemacht hast.
00:00:20
Speaker
Auch mit deinem Gefühl jetzt, mit der Trauer.
00:00:22
Speaker
Und dafür bin ich dir persönlich ganz dankbar.
00:00:24
Speaker
Und das ist für mich immer das wertvollste Geschenk.
Einführung in den Podcast 'Alles nur Psyche'
00:00:28
Speaker
Herzlich Willkommen zum Podcast Alles nur Psyche mit Dr. Dennis und Pelle, der Podcast zu Psychosomatik und Psychotherapie.
00:00:38
Speaker
Hallo und herzlich Willkommen zur neuen Folge von unserem Podcast.
00:00:43
Speaker
Ich möchte zuerst natürlich meinen Buddy, den Pelle begrüßen.
00:00:50
Speaker
Schön, dich zu sehen und zu hören.
Stress und Verpflichtungen in der Weihnachtszeit
00:00:56
Speaker
Mir geht es gerade ganz gut.
00:00:58
Speaker
Also ich habe viel um die Ohren, wie jeder vermutlich um diese Jahreszeit.
00:01:04
Speaker
Da ich ja auch in so einer Patchwork-Family bin, ist da einfach einiges an Besorgungen zu machen, aber auch einiges, wo man sich immer wieder fragt, warum ist vor Weihnachten, ja?
00:01:14
Speaker
Warum sind da auch noch so viel Schul- und Kita-Veranstaltungen, die noch nicht mal unbedingt mit Weihnachten zu tun haben, sondern Elternsprechtagen?
00:01:20
Speaker
Also es ist unglaublich, was sich da kumuliert am Ende des Jahres.
00:01:23
Speaker
Das müsste man vor, also das dürfte man nicht mit ins nächste Jahr nehmen.
00:01:27
Speaker
Von daher, mir geht es gut, aber es ist gerade viel.
00:01:31
Speaker
Ja, geht mir ähnlich.
00:01:32
Speaker
Also genau das, wenn ich mir meinen Kalender auf dem Telefon aufmache, denke ich, oh Gott, jeden Tag irgendeine Veranstaltung oder jeden zweiten Tag
00:01:43
Speaker
Und da finde ich auch echt wichtig, dass man zwischendurch einfach auch mal den Gang rausnehmen kann und ein bisschen bei sich bleiben kann, weil die Vorweihnachtszeit soll ja eigentlich auch eine besinnliche Zeit sein.
00:01:54
Speaker
Aber ich glaube, wir sind schon direkt beim Thema.
Geschenkneurosen und persönliche Erfahrungen
00:01:59
Speaker
Ja, das ist ja auch ein Termin, den wir gerade haben.
00:02:02
Speaker
Auch das gehört natürlich irgendwo reingeschoben, weil wir natürlich, man sieht es ja vielleicht am Titel der Folge, uns auch um das Weihnachtsthema hier drehen wollen.
00:02:13
Speaker
Was heißt nämlich, wie heißt das, die Folge des Themas?
00:02:17
Speaker
Ja, Geschenkneurosen.
00:02:22
Speaker
Ist dir das bekannt?
00:02:27
Speaker
Also leitenderweise?
00:02:30
Speaker
Ich kann es mir zusammensetzen.
00:02:32
Speaker
Also ich glaube, es wäre gut, wenn wir natürlich gleich unsere Gäste mal fragen, was sie damit verbindet.
00:02:38
Speaker
Aber die Frage war jetzt erstmal an mich.
00:02:40
Speaker
Ich musste sofort daran denken, dass ich, als ich noch jünger war, häufig Geschenke bekommen habe, die
00:02:51
Speaker
die ich eigentlich gar nicht haben wollte und das dann aber rückgemeldet habe und dann aber trotzdem im nächsten Jahr das nochmal bekommen habe, aber in einer anderen Farbe.
00:03:00
Speaker
Also bei mir waren das tatsächlich Rollkragenpullover.
00:03:03
Speaker
Also ich bin ein Mensch, dem ist sowieso relativ schnell warm.
00:03:06
Speaker
Also ich glaube, ich habe eine ganz gute
00:03:10
Speaker
Ich habe dann ständig Rollkragenpullover über Jahre bekommen.
00:03:13
Speaker
Ich hatte die, als ich später mal meinen Kleiderschrank ausgemistete habe, habe ich dann mal gezählt.
00:03:19
Speaker
Ich glaube, das waren am Ende dann irgendwie neun Rollkragenpullover in allen Farben, die es gibt.
00:03:24
Speaker
Ich hatte keinen einzigen davon an.
00:03:27
Speaker
Wirklich, ich hatte keinen einzigen.
00:03:29
Speaker
Ich habe es mal ausprobiert, ab Hitz gestaucht haben.
00:03:32
Speaker
Also auch Schals und so.
00:03:33
Speaker
Schals ist ja wieder was anderes.
00:03:34
Speaker
Den kann man ja noch erweiten und so.
00:03:36
Speaker
Aber das ist mir das Erste, was mir sofort durch den Kopf gegangen war.
00:03:41
Speaker
Beim Thema Geschenknerhose.
00:03:43
Speaker
Also beim Annehmen von Geschenken.
00:03:46
Speaker
Wie alt warst du da in der Rollkragenzeit?
00:03:48
Speaker
Also in dieses Rollkragen-Gate.
00:03:51
Speaker
Ich würde sagen, 8, 9 bis...
00:03:53
Speaker
14 so, würde ich mal schätzen.
00:03:55
Speaker
War das schon so, dass du da Druck gefühlt hast, das Geschenk abzulehnen?
00:03:58
Speaker
Oder ist man da noch so im Ego, dass man sagt, ich mag das nicht, so ein Mist.
00:04:02
Speaker
Oder hast du schon gedacht, oh scheiße, ich müsste es ja eigentlich anziehen und...
00:04:07
Speaker
Genau, der Konflikt war schon da.
00:04:10
Speaker
Also eine Nurose ist ja auch häufig etwas, was noch im Unbewussten umgelöst schlummert.
00:04:16
Speaker
Also mir war das schon relativ schnell klar, einfach durch meine Körperreaktion, dass das für mich nichts ist.
00:04:21
Speaker
Und ich habe das auch gesagt, das ist mir zu warm.
00:04:23
Speaker
Also wir können das bitte nicht mehr noch mehr schenken, brauche ich jetzt wirklich nicht.
00:04:27
Speaker
Dann lieber ein schönes Hemd oder irgendwas anderes, aber was vor allem oben jetzt den Hals irgendwie
Umgang mit ungewollten Geschenken
00:04:33
Speaker
Und insofern bin ich da schon auch sozusagen ein bisschen in den Konflikt gegangen mit den schenkenden Personen, aber das hatte tatsächlich keine Resonanz.
00:04:42
Speaker
Insofern war es auch sehr frustrierend.
00:04:45
Speaker
Aber ich habe es dann einfach so gelöst, dass ich es dann einfach in den Schrank gelegt habe und es einfach nie angezogen habe.
00:04:51
Speaker
Bis du rausgewachsen warst.
00:04:54
Speaker
Bis ich rausgewachsen war, genau.
00:04:56
Speaker
Das war so ein bisschen meine Erinnerung zum Thema Geschenk.
00:05:00
Speaker
Geschenke oder Neurose.
00:05:05
Speaker
Wie ist es bei dir?
00:05:06
Speaker
Also ich habe auch, glaube ich, Geschenkneurosen, aber ich habe mich damit mit den eigenen Neurosen, also ich habe eher Schwierigkeiten, das Richtige zu finden auch, aber ich habe das nicht an Weihnachten in dem Sinn, das kann ich jetzt nicht sagen, sondern eher, wenn ich ad hoc irgendwo eingeladen bin und nicht weiß, was derjenige braucht, will, kann, möchte, dass ich dann, dass ich
00:05:26
Speaker
dass ich dann denke, das hat irgendwas mit meiner Persönlichkeit zu tun, was ich ihm da überreiche und dass das was über mich aussagt, mehr als über die Sache selbst.
00:05:34
Speaker
Das kenne ich schon.
00:05:37
Speaker
Das Beschenkte, wie du es genannt hast, das kenne ich aber schon und zwar wirklich mein Trauma war, ich wollte einen Kopfhörer haben für meinen damaligen Walkman, da war der Kopfhörer kaputt gegangen, ich war zehn vielleicht, vielleicht war es neun auch.
00:05:49
Speaker
Und das war noch richtig der klassische Sony-Walkman.
00:05:52
Speaker
Ich wollte einen neuen Kopfhörer haben und wollte was richtig Cooles.
00:05:54
Speaker
Und dann hatte ich unter dem Weihnachtsbaum, als ich es auspackte, einen plüschfarbenen, gelben Ohrenwärmer mit eingebautem Kopfhörer, aber nur Mono auf einer Seite.
00:06:04
Speaker
Und ich bin wirklich heulend.
00:06:06
Speaker
Das ist so eine Scheiße.
00:06:08
Speaker
Also tut mir leid an meine Mutter, wenn sie das jetzt hören sollte, dass du da jetzt irgendwie das abkriegst.
00:06:14
Speaker
Aber das ist einfach No-Go gewesen.
00:06:17
Speaker
also so neongelb beinahe und ich irgendwie in einer vorpubertären Phase, wie soll ich denn damit rumlaufen, mit so einem gelben Ohrenwärmer als Kopfhörer.
00:06:26
Speaker
Uncooler ging es gar nicht und das war wirklich, wo ich dachte, boah, es geht gar nicht, das konnte ich nicht annehmen.
00:06:33
Speaker
Ich habe den gehasst und ich habe ihn aber dann immer wieder angezogen und ich dachte, vielleicht liebe ich ihn irgendwann doch.
00:06:38
Speaker
Also ich habe schon gemerkt, dass es ja irgendwie mit Liebe gedacht war und dann habe ich mich immer wieder darüber aufgeregt, immer wieder geopfert,
00:06:45
Speaker
dass ich Mono auf einem Ohr höre und das fand ich ätzend.
00:06:49
Speaker
Also ganz, ganz schlimmes Geschenk.
00:06:53
Speaker
Und gleichzeitig, jetzt habe ich ja auch Kinder, so wie du, merke ich so, dass wenn ich der Schenkende bin, dass das eine ganz schöne, glückselige Komponente auch hat.
00:07:05
Speaker
Aber da können wir vielleicht jetzt unsere Gäste an der
Geschenkangst und persönliche Geschichten
00:07:08
Speaker
Stelle mal reinholen.
00:07:09
Speaker
Also erstmal finde ich es total klasse, dass so früh bei einem neu gestarteten Podcast sich schon jemand bereit erklärt,
00:07:18
Speaker
aus der Hörerschaft zu uns zu kommen.
00:07:19
Speaker
Insofern erstmal vielen, vielen Dank für den Mut.
00:07:22
Speaker
Und dann würde ich einfach mal fragen, wie sollen wir es denn halten mit der Ansprache?
00:07:32
Speaker
Ja, hallo Dennis, hallo Pelle.
00:07:35
Speaker
Ja, wie ihr hört, ich duze euch ja auch schon und da würde ich auch gerne bei bleiben.
00:07:39
Speaker
Das finde ich macht es einfach ein bisschen lockerer und ja, ich bin ein bisschen nervös.
00:07:44
Speaker
Also man spricht ja nicht alle Tage so über seine kleinen Geheimnisse, die man so mit sich trägt und jetzt gerade zur Weihnachtszeit das Thema nochmal aufzumachen.
00:07:54
Speaker
Das fand ich schon sehr spannend, was ihr beide für griffige Beispiele gebracht habt.
00:07:59
Speaker
Ich musste mich schon ein bisschen mit dem Schmunzeln zurückhalten, weil ich erkenne mich da sehr gut drin wieder, wobei ich auch direkt gemerkt habe, dass ihr angefangen habt zu erzählen und ich versuche immer ganz, also mich in die Situation so rein zu versetzen und merke eigentlich schon seit heute Morgen,
00:08:20
Speaker
Ich bin aufgeregt.
00:08:21
Speaker
Ich habe kalte Hände, mein Herz pocht und wir sitzen jetzt hier und fangen an, über das Thema zu sprechen.
00:08:27
Speaker
Und so die inneren Bilder, die ich jetzt so gerade auch habe, ihr erzählt.
00:08:31
Speaker
Und ich werde gleich ein paar Einblicke geben.
00:08:35
Speaker
Das macht mich schon ein bisschen unruhig.
00:08:37
Speaker
Und ich glaube, so eure Anekdoten, nenne ich das mal, die waren so ganz, ganz nett.
00:08:43
Speaker
Und man kann darüber schmunzeln.
00:08:44
Speaker
Ich glaube, so eine Erfahrung macht wahrscheinlich jeder mal als Kind.
00:08:49
Speaker
Ich habe das so innerlich gerade mal so auf die Schnelle mit meinen Erfahrungen irgendwie versucht übereinzukriegen.
00:08:54
Speaker
Ich glaube, bei mir war es doch tatsächlich noch eine Nummer krasser.
00:08:58
Speaker
Also das geht ein bisschen weiter als nur die reine Enttäuschung, sondern ja doch, da steckt doch sehr viel tief.
00:09:09
Speaker
genau, darüber würde ich heute gerne mit euch sprechen, weil ich glaube, das könnte für viele Zuhörer draußen interessant sein, jetzt gerade vor der Weihnachtszeit einmal zu überlegen, oh Gott, was schenke ich denn?
00:09:20
Speaker
Wie kommen meine Geschenke an?
00:09:22
Speaker
Mache ich mir zu jedem jetzt Gedanken und dann aber auch die andere Seite beschenkt zu werden und das ist das Thema, was ich mitbringe.
00:09:30
Speaker
Ich lasse die Katze direkt aus dem Sack.
00:09:32
Speaker
Ich habe Angst vor Geschenken.
00:09:35
Speaker
Danke für deine Offenheit.
00:09:38
Speaker
Was würdest du denn sagen, was ist denn so der, das ist natürlich die Vorweihnachtszeit, was würdest du dir denn so wünschen von dem Gespräch heute?
00:09:50
Speaker
Ich glaube, für mich ist es interessant, es für mich einfach mal so runterzureden und das vielleicht irgendwie ein bisschen aufzuschlüsseln.
00:09:56
Speaker
Und mich würde interessieren auch, Dennis, was du aus Facharzt-Sicht dazu sagst, was da für eigentliche Themen hinterstecken.
00:10:04
Speaker
Ich bin da so ein bisschen in die Reflexion gegangen schon die ganze Zeit, weil mir selber ist es erst klar seit einem Ereignis dieses Jahres, wie tief diese Angst doch vor Geschenken bei mir sitzt.
00:10:16
Speaker
Ja, ich bin interessiert daran, wie ihr das so wahrnehmt und ob ihr mir Themen mitgeben könnt, die ich vielleicht zu Hause mal ein bisschen durchdenke oder schon eine erste Übung, dass ich mich einfach in so Situationen, die ja einfach kommen, man wird ja beschenkt.
00:10:32
Speaker
Also selbst wenn man sagt, ich möchte keine Geschenke, ich habe die Erfahrung gemacht, die Leute tun sich ganz schwer damit, das zu verstehen und nichts zu schenken, weil das Gegenüber sich dann wiederum so komisch fühlt.
00:10:45
Speaker
Und ich glaube, es liegt einfach an mir
00:10:46
Speaker
mich da besser aufzustellen.
00:10:49
Speaker
Also was ich ganz wichtig finde, danke erstmal Bea, was ich ganz wichtig finde, du hast ja gerade gesagt, du hast kalte Hände und du hast das Herz klopft und so weiter und der Rahmen hier bei so einem Podcast, der ist ja ein bisschen ungewohnt und anders, das kann natürlich vom Rahmen kommen, das kann aber schon was mit deinem Thema zu tun haben natürlich, diese körperliche Reaktion, die du gerade
00:11:13
Speaker
Und der Rahmen hier ist ja deshalb besonders, weil wir eigentlich gerade uns zu dritt unterhalten.
00:11:19
Speaker
Eigentlich ein ganz safer Raum.
00:11:21
Speaker
Gleichzeitig in der Zukunft, nicht live, aber in der Zukunft, wir irgendwie gehört werden von viel, viel mehr Leuten als uns dreien.
00:11:29
Speaker
Und deshalb wäre für mich
Sichere Umgebungen für sensible Themen schaffen
00:11:31
Speaker
wichtig zu wissen, was brauchst du, um da jetzt so mal ganz frei drüber zu reden, als wären wir nur zu dritt und was sind vielleicht absolute No-Gos, die wir generell nicht fragen sollten, wo du sagst, ey, bitte geht nicht in dieses Thema rein.
00:11:49
Speaker
Das ist für mich immer eine schwierige Frage, was brauche ich denn jetzt in vielen Situationen?
00:11:55
Speaker
Also ich habe mir eben einfach überlegt, ihr wart schon so offen und habt so ein bisschen eure Perspektive dargestellt, von euch was erzählt und ich glaube, du Pelle meintest auch irgendwie, oh Gott, sorry Mama, als du das jetzt hörst mit den gelben Kopfhörern, da mache ich mich selber einfach ein bisschen frei und ja, ich glaube,
00:12:13
Speaker
Wenn ich einmal drin bin und erzähle, dann komme ich schon in eine gute Richtung.
00:12:17
Speaker
Und wenn bei mir irgendein Thema aufploppt, wo ich vielleicht jetzt doch merke, oh, das geht mir ein bisschen zu weit, dann würde ich euch vielleicht einfach kurz ein Signal geben.
00:12:30
Speaker
Die Inhalte dieser Folge können dich möglicherweise triggern.
00:12:34
Speaker
Wenn du merkst, dass das Thema dich besonders auffühlt, hast du immer die Möglichkeit, die Folge zu pausieren oder auszuschalten.
00:12:43
Speaker
Also ich kann mir das ja jetzt noch gar nicht vorstellen, so richtig.
00:12:46
Speaker
Was könnte jetzt so, also ich kann es mir, ich habe vielleicht eine Idee, aber ich kann mir natürlich nicht vorstellen, ohne Beispiel, warum hat man Angst vor Geschenken?
00:12:56
Speaker
Warum hast du Angst vor Geschenken?
00:12:58
Speaker
Wenn du das jemandem im Aufzug erzählen würdest in kürzester Zeit, warum kann man Angst vor Geschenken haben, bevor du ein Beispiel lieferst, was könnte da passieren?
00:13:10
Speaker
Ich kann nicht ehrlich sein.
00:13:11
Speaker
Also ich bin irgendwie in dem Moment, wo ich beschenkt werde, schalte ich meine eigentlichen Gefühle ab und konzentriere mich darauf, dass ich den Schenker glücklich mache, dass ich die Erwartungen erfülle, die der andere an mich hat, wenn er mir ein Geschenk überreicht.
00:13:28
Speaker
Das bezieht sich jetzt nicht nur auf Weihnachten, sondern auch auf Geburtstage und alle möglichen Geschenksituationen.
00:13:35
Speaker
Vielleicht ein Beispiel von meinem Geburtstag, wenn ich denn dann mal meinen Geburtstag feiere, weil da bin ich glaube ich auch schon lange in einem Muster drin, dass ich das eigentlich eher vermeide, weil mich das unglaublich stresst und zwar nicht erst in der Situation, sondern schon tatsächlich Tage vorher.
00:13:52
Speaker
Also ich fange an mir Gedanken zu machen, okay, wen lade ich ein?
00:13:56
Speaker
Bei wem ist die Chance groß, dass ich mich super unwohl fühle, dass ich
00:14:02
Speaker
heimlich berührt bin, meinen schenken, bei wem kann ich das ganz gut, wo weiß ich im Bekannten- und Freundeskreis, ja, der macht das locker, der erwartet da jetzt gar nicht so eine große Rückmeldung und ich merke, ich kriege kalte Füße, also am Tag des Geburtstages, wenn ich mich dann, wie gesagt, mal überwunden habe, komm, ich lade mal ein paar Leute ein, ich habe kalte Füße, auch jetzt Dennis gerade
00:14:29
Speaker
maximal angespannt.
00:14:30
Speaker
Ich kann mich auch auf den Tag selber eigentlich nicht wirklich freuen.
00:14:34
Speaker
Ich mache mir Gedanken darüber, okay, wer kommt, wie sieht das aus?
00:14:37
Speaker
Die Tür klingelt, die Leute, ich begrüße die.
00:14:40
Speaker
Der Blick fällt natürlich direkt auf die Hände oder die Körbe, wo Geschenke drin sind und ich merke eine pure Ablehnung.
00:14:46
Speaker
Am liebsten würde ich diese Geschenke einfach direkt ausblenden und möchte gar nicht beschenkt werden, weil ich diese Situation der Geschenkübergabe auch
00:14:56
Speaker
Also damit fängt es eigentlich schon an.
00:14:58
Speaker
Es ist immer so eine peinliche Berührtheit des Schenkenden mir gegenüber.
00:15:02
Speaker
So, ja, guck mal, wir haben ja hier auch was mitgebracht und möchtest du das denn mal aufmachen?
00:15:08
Speaker
Und ich merke genau in dem Moment,
00:15:11
Speaker
Diese krasse Erwartungshaltung eigentlich des Gegenübers und dass ich diese Erwartungen jetzt erfüllen muss, egal was in diesem Päckchen drin ist.
00:15:20
Speaker
Und mir ist es auch völlig egal, was da drin ist.
00:15:23
Speaker
Also ich kann, das spielt für mich gar keine Rolle, selbst wenn ich das jetzt aufmache und da ist was richtig Geiles drin, ne?
00:15:31
Speaker
selbst dann könnte ich mich nicht locker machen und mich richtig aufrichtig freuen, weil ich ganz genau am Scannen bin, wie guckt der andere, wie ist der Blick und was erwartet der, wie muss ich den anderen denn jetzt glücklich machen und gucke ich richtig, gebe ich mich richtig, also es ist eine enttäuschende Situation für mich selber auch, weil ich mich, obwohl es meine Familie ist, obwohl es meine Freunde sind, in dem Moment,
00:16:00
Speaker
Das ist natürlich was, was mich auch im Nachgang echt extrem belastet.
00:16:05
Speaker
Also es ist oft vorgekommen, dass ich nach dem Geburtstag echt richtig im Arsch war mit Krankheitssymptomen.
00:16:15
Speaker
Einfach in dem Moment fällt der ganze Stress vor mir ab, dass ich diese Situation endlich abgehakt habe und eigentlich der ganze Geburtstag darüber überschattet wurde, dass ich mich total verkrampft habe wegen diesen Geschenken.
00:16:28
Speaker
Wow, Dennis, krass, oder?
00:16:31
Speaker
Das, was du beschreibst, was ich ja gerade schon benannt, das Gefühl Angst, das ist ja das, was du körperlich auch erlebst.
00:16:39
Speaker
Du zentralisierst, das heißt, dein Sympathikotonus, der ist extrem hoch, angstbedingt, die Amygdala und so Kirschkern große,
00:16:49
Speaker
Parik angelegte Strukturen, so im Mittelhirnbereich, die feuern ordentlich, die sagen, da kommt eine Situation auf mich Tage vorher, hast du gesagt und auch die Reaktion danach, das ist ja dann wirklich ein großes Zeitfenster rund um solche Aktionen, solche Treffen.
00:17:05
Speaker
Dein Körper wird dann überschwemmt von diesen Neurotransmittern, Adrenalin, Neuadrenalin, dein Cortisolhaushalt wird sicherlich ordentlich hochgefahren.
00:17:15
Speaker
Du bist super gestresst und das ist das, was du ja jetzt bei dem Thema oder beim Ansprechen hier auch schon erlebst.
00:17:21
Speaker
Kalte Füße, kalte Hände.
00:17:23
Speaker
Anspannung, ich fühle mich total starr, ich habe daran heute Morgen gedacht, dass ich darüber spreche und verkrampfe innerlich, also das wie so eine Art Freezing, also so ein inneres Erstarrtsein oder am besten eigentlich vielleicht einfach weglaufen vor solchen Veranstaltungen.
00:17:41
Speaker
Ja, der Instinkt ist da, gab es auch in der Vergangenheit.
00:17:44
Speaker
Ich versuche mich immer zu überwinden und irgendwie die Situation schon auch kommen zu lassen, weil ich möchte mir auch gerne mal beschenkt werden, dass ich mich freue.
00:17:54
Speaker
Und irgendwie geht es nicht.
00:17:57
Speaker
Und ich versuche mich der Situation zu stellen, aber es gab auch schon Geburtstage, meine Geburtstage, die ich abgesagt habe.
00:18:04
Speaker
weil ich morgens schon völlig fertig weint mit meinem Mann darüber gesprochen habe, ich kriege das nicht hin.
00:18:11
Speaker
So, das überfordert mich einfach.
Peinliche Berührtheit und kulturelle Erwartungen
00:18:13
Speaker
Vielleicht darf ich dazu fragen, ich habe so rausgehört, peinliche Berührtheit eben, das ist bei mir so hängen geblieben, das peinliche Berührtheit kommt und dann hatte ich den Eindruck, dass es hier um Kontakt geht.
00:18:26
Speaker
Das ist eine Kontaktaufnahme von den anderen Personen und den Kontakt, den willst du gar nicht, über diese Art von Geschenk.
00:18:32
Speaker
Du sagst ja, es berührt mich, aber peinlich, also es ist ein Schamgefühl, da hinterbei Peinlichkeit und irgendwie ist das ja eine Kontaktaufnahme, die du nicht willst und ich kenne das überhaupt nicht in dem Maße, wie du es beschreibst, ich kenne es aber auf einer anderen Ebene, zum Beispiel, ich mag nicht tanzen, das ist mir auch unheimlich peinlich.
00:18:50
Speaker
Und ich habe dann Situationen gemieden, wo ich manchmal dachte, es wäre leichter, auf eine Hochzeit welchen Gips hätte, dahin zu gehen, damit ich das gar nicht erst machen müsste.
00:18:59
Speaker
Und dann habe ich aber irgendwann den Moment gehabt, da habe ich gedacht...
00:19:02
Speaker
Moment, das Krasse daran, erwachsen zu werden, ist ja, dass ich gar nicht mehr mit dieser kindlichen Angst, ich muss tanzen, dahin gehen muss, sondern ich kann das bis zum Ende durchziehen und sagen, ich tanze nicht.
00:19:13
Speaker
Und wenn dann jemand sagt, dann ist das so.
00:19:16
Speaker
Aber für mich war das so befreiend zu verstehen, Moment, ich muss ja gar nicht mehr, weil ich bin ja nicht mehr klein.
00:19:23
Speaker
Da kannte ich zumindest das Gefühl dieser peinlichen Berührtheit, dieses, boah, ich will das nicht, weil ich mache da alles falsch und ich habe da kein Know-how und keine Grenzen.
00:19:32
Speaker
Und da habe ich dann einfach gedacht, nee, Moment, ich muss das ja gar nicht mehr machen.
00:19:38
Speaker
Ist das bei dir ähnlich, dass du das Gefühl hast, wenn du sagen, wenn du allen klar machen würdest, ich will nie mehr beschenkt werden, damit ich mein Leben in Ruhe weiterleben kann.
00:19:48
Speaker
Wenn ich diese Entscheidung treffen würde, wäre die so stark, dass die andere verletzt?
00:19:53
Speaker
Vielleicht ein bisschen aus.
00:19:55
Speaker
Ich bin nicht gut da drin, meine Gefühle durchzusetzen anderen gegenüber.
00:20:01
Speaker
Also ich habe in der Vergangenheit schon versucht, also es fängt ja eigentlich schon viel früher an.
00:20:07
Speaker
Es geht ja Wochen vorher schon vor solchen Ereignissen los, dass die Leute fragen, was wünschst du dir, was hättest du gerne?
00:20:13
Speaker
Womit kann ich dir eine Freude machen?
00:20:14
Speaker
Ja, also da fängt es bei mir ja schon an, dass ich ja innerlich mir gar nichts ausdenken will, weil ich nicht beschenkt werden möchte.
00:20:21
Speaker
Das heißt, da an dem Punkt bin ich schon maximal genervt, wenn diese Rückfragen kommen.
00:20:25
Speaker
So, und dann bin ich irgendwann mal so leicht, habe ich mal den Gehversuch gemacht und gesagt, hör mal du, ich wünsche mir gar nichts.
00:20:32
Speaker
So, ich freue mich einfach, wenn ihr kommt und ich möchte nicht beschenkt werden.
00:20:37
Speaker
ich habe alles, was ich brauche und ich müsste mir jetzt auch wirklich irgendwie was aus den Rippen ziehen, damit ihr mir ein Geschenk gebt.
00:20:45
Speaker
Also ich habe versucht in der Vergangenheit, das ein bisschen zu unterbinden, aber meine Erfahrung war leider, es gibt viele Leute, die interessiert das überhaupt nicht.
00:20:55
Speaker
Die sind in ihrem kulturellen Ding so drin, die möchten schenken und sie möchten sich auch beim Schenken gut fühlen.
00:21:01
Speaker
Und das ist vielleicht auch so ein Punkt, ich bin...
00:21:06
Speaker
diesem altruistischen Gedanken beim Schenken sehr skeptisch gegenüber.
00:21:09
Speaker
Ich weiß, man schenkt oder meine Vorstellung ist, niemand schenkt einfach selbstlos.
00:21:15
Speaker
Die Leute erwarten etwas.
00:21:17
Speaker
Und das ist die Erfahrung, die ich in meiner Kindheit halt leider sehr, sehr oft gemacht habe, dass ich zum einen nicht gelernt habe, meine Bedürfnisse und Gefühle auszudrücken, ohne
00:21:28
Speaker
ein schlechtes Gewissen zu haben, wie fühlt sich jetzt der andere.
00:21:31
Speaker
Also das per se fällt mir schon mal sehr, sehr schwer.
00:21:33
Speaker
Ich nehme mich lieber zurück mit meinen Gefühlen und lasse es dann halt eben passieren.
00:21:37
Speaker
Und ja, es gab tatsächlich einen
00:21:42
Speaker
ein Ereignis, was mir zu dem Thema mit der Angst immer wieder in den Kopf kommt bei dem Thema.
Emotionale Vernachlässigung und ihre Auswirkungen
00:21:49
Speaker
Vielleicht zum Hintergrund, ich bin sehr kühl aufgewachsen, bei uns im Haushalt war wenig Liebe.
00:21:57
Speaker
Meine Eltern waren auch noch sehr jung, muss ich vielleicht dazu auch sagen.
00:21:59
Speaker
Die wussten es nicht so richtig, wie es geht.
00:22:02
Speaker
Und ich lief so nebenbei, sagen wir mal so.
00:22:06
Speaker
Und meine Mutter war sehr an meinem Vater orientiert, beziehungsweise an meinem Stiefvater.
00:22:11
Speaker
Und ich war eher so Beiwerk.
00:22:14
Speaker
Ich war das nervende kleine Kind, was nervt, was viel alleine bleiben sollte, sich selbst regulieren sollte.
00:22:22
Speaker
Also meine eigene Meinung hat auch gar nicht gezielt.
00:22:25
Speaker
Im Gegenteil, ich habe sehr früh gemerkt, dass ich meine Meinung und das, was ich jetzt will, sei es Hunger, sei es auf Toilette gehen, dass das, was meine Eltern fühlen, immer vorgeht und ich dafür da bin, meine Eltern glücklich zu machen.
00:22:40
Speaker
Meine Kindheit war ein großer Spießgruppenlauf und deswegen war eigentlich mein Geburtstag oder Feiertage wie Weihnachten, da habe ich ultra drauf hingefiebert, weil ich wusste,
00:22:51
Speaker
An den Tagen, da kann ich ganz, ganz sicher sein, dass das schöne Tage werden, weil da gibt es keinen Streit, da sind meine Eltern auf einmal total nett und es lag immer viel Hoffnung in diesen Tagen, dass ich einfach mal einen schönen Tag ohne Streit, ohne Anschuldigung, ohne physischen und psychischen Missbrauch erleben konnte.
00:23:12
Speaker
Und bis zum neunten Lebensjahr waren diese Tage eigentlich immer so ein kleiner Anker für mich im Jahr.
00:23:19
Speaker
Das Highlight sozusagen des Jahres.
00:23:22
Speaker
Ich wusste, da sind meine Eltern gut, die kümmern sich um mich.
00:23:26
Speaker
Also all das, was ich eigentlich so im Alltag nicht erlebe, sondern eher so das ausgegrenzte Einzelkind, was ich selbst beschäftigen muss.
00:23:34
Speaker
Die Mutter hat Kopfschmerzen, will in Ruhe gelassen haben, der Vater kommt von einem anstrengenden Kind.
00:23:38
Speaker
Tag nach Hause und kann mit mir nicht umgehen, weil er Kleinkinder eigentlich gar nicht ertragen kann mit ihrer Quirligkeit, das musste alles unterbunden werden.
00:23:50
Speaker
Ich würde mal gerade den Dennis fragen, also ich merke bei mir, füllen sich gerade meine unteren Augen, die werden so ein bisschen die drücken.
00:24:24
Speaker
Nimm doch die Bär meinen Arm, so kann ich jetzt gerade nicht.
00:24:27
Speaker
Ich sitze am anderen Ende der Welt.
00:24:31
Speaker
Ich weiß nicht, wie geht es dir denn?
00:24:32
Speaker
Das ist irgendwie tiefer, als man dachte, dass man bei dem Thema denkt.
00:24:38
Speaker
Genau, geht mir ähnlich.
00:24:40
Speaker
Ich habe auch ein Mitgefühl, ich finde es sehr traurig, was du da gerade erzählst.
00:24:47
Speaker
Und bin da auch wirklich...
00:24:53
Speaker
auch empört, dass du so wenig Liebe, Wohlwollen und Rahmen bekommen hast, was aber ein Kind natürlich braucht, um gut zu gedeihen.
00:25:05
Speaker
Also es sind ja sogar die basalen Bedürfnisse, Essen, auch Toilette gehen, sind sogar frustriert worden.
00:25:12
Speaker
Also das ist ja...
00:25:15
Speaker
Das ist ja wirklich eine massive Störung von außen durch dein Umfeld, für das du erstmal gar nichts kannst.
00:25:23
Speaker
Ich fand es gerade interessant, dass du dich entschuldigt hast sofort für das Gefühl, was du bei uns auslöst.
00:25:28
Speaker
Und das würde ich gerne einfach auch aufgreifen.
00:25:32
Speaker
Das ist wirklich...
00:25:34
Speaker
Mitgefühl und Anteilnahme und nicht eine Emotion jetzt bei mir oder was Pelle auch hat gesagt, weil ich gut mitgehen kann, dass wir dir jetzt gerade sagen, sorry, du bist schon wieder zu viel, im Gegenteil, sondern eher, ich finde das, glaube ich, total wichtig, dass du es ansprechen kannst, dass du dem mal Luft machen kannst und dass du hier wahrscheinlich so einen Vertrauensrahmen erstmal so spürst, sonst wärst du ja wahrscheinlich nicht hier hingekommen.
00:26:01
Speaker
das mal auszusprechen.
00:26:02
Speaker
Und dann vielleicht ja auch eine Rückmeldung zu bekommen, die auch mal anders ist.
00:26:06
Speaker
Nicht, weil wir uns das jetzt einfach nur so wünschen, dass du jetzt eine andere Rückmeldung bekommst, sondern weil ich das wirklich so erlebe.
00:26:12
Speaker
Ich bin wirklich empört und es tut mir total leid, dass du das erfahren musstest.
00:26:18
Speaker
Und ich verstehe jetzt gerade sofort eigentlich besser, und das ist ja fast ein bisschen paradox, das Highlight deines Jahres war Weihnachten,
00:26:28
Speaker
wo du Geschenke bekommst.
00:26:30
Speaker
Und die Eltern, aber eigentlich geht es ja darum, dass die Eltern dann mal dir den Raum geben konnten und mal ein bisschen wärmer vielleicht waren.
00:26:41
Speaker
Habe ich das richtig verstanden?
00:26:43
Speaker
Also es ging mir weniger darum, wow, geil, jetzt gibt es Geschenke, sondern es war wirklich eher dieses, okay, die Atmosphäre ist entspannt und
00:26:53
Speaker
mich in der Familie, ich kann mich mal normal wie ein Kind fühlen, das eine Mutter und einen Vater hat, die sich normal mit mir beschäftigen an diesem Tag.
00:27:02
Speaker
Ja, und das finde ich extrem traurig.
00:27:04
Speaker
Das sollte ja im besten Fall
00:27:08
Speaker
Immer wieder oder das ganze Leben eigentlich sein, dass man so einen guten Support bekommt.
00:27:14
Speaker
Du bist wahrscheinlich ein ganz normales lebendiges Kind gewesen.
00:27:19
Speaker
Und selbst das wurde ja, Kamera zumindest so rüber, wurde ja fast schon sanktioniert.
00:27:26
Speaker
Mach das selber mit dir aus, du nervst.
00:27:30
Speaker
Das ist zu viel oder ich habe Kopfschmerzen.
00:27:34
Speaker
Das ist eine massive Bindungsschädigung, die du da erfahren hast, würde ich jetzt mal so einstufen.
00:27:40
Speaker
Was ist das für eine verlässliche Beziehung, wenn man nur einmal im Jahr sich als Kind so zeigen kann, wie man vielleicht ist?
00:27:46
Speaker
Boah krass, jetzt wo
Einfluss unerfüllter Bedürfnisse auf Ängste
00:27:48
Speaker
Also ich würde sagen, dass das ja wirklich kein warmes, wohlwollendes Umfeld war, wo ein Kind auch mal so sein kann, wie es ist.
00:27:55
Speaker
Jeder bringt so sein eigenes Temperament mit, dass man sagen kann, ja die ist lebendig und die ist aber auch gut so.
00:28:01
Speaker
Du bist immer weggeschickt, vorher reguliert das selber, du bist zu viel oder du nervst oder Kinder grundsätzlich nerven.
00:28:07
Speaker
Und ich glaube, das Problem dabei ist, dass man gerade, wenn man klein ist, nicht andere Vergleiche hat.
00:28:15
Speaker
Deswegen sagen wir ja auch primäre Bezugsperson, das ist die erste Erfahrung, die wir machen als Mensch, wo es auch hängen bleibt, wie wir uns selber als Mensch erleben und fühlen.
00:28:25
Speaker
Und ich finde, das passt super zu dem, wenn du sagst, heute, du bist jetzt erwachsen, du bist selbstständig, du hast eine Beziehung, du hast aber trotzdem immer noch dieses innere Armageddon,
00:28:35
Speaker
mit dieses Gefühl, dieses unangenehme Peinlichsein, zu viel Aufmerksamkeit, wie ist sie überhaupt gemeint, wie soll ich darauf reagieren, also dieses wirklich so klassisch unsicheres Bindungsverhalten, das ploppt dann genau, das kristallisiert sich meiner Meinung nach in diesem Schenken auch als Erwachsene, ne.
00:28:56
Speaker
Der Gedanke auch, dass du wusstest, wann es kommt, aber du wusstest ja relativ genau, wann es wieder geht.
00:29:02
Speaker
Du konntest auch machen, du wusstest, aber es hat ein Ende.
00:29:06
Speaker
Also da ist ja jedes Geschenk, wird ja zur Gefahr.
00:29:08
Speaker
Ich öffne mich und ich weiß, es hört wieder auf, die Zuwendung.
00:29:12
Speaker
Und das ist ja was Besonderes.
00:29:14
Speaker
Das ist ja nicht nur eine Unsicherheit.
00:29:17
Speaker
sondern ein ziemlich sicherer Entzug gewesen wäre.
00:29:19
Speaker
Du wusstest, nach Weihnachten ist das auch wieder vorbei.
00:29:20
Speaker
Ja, ich kann mich auch daran erinnern, dass ich nach Weihnachten so eine richtige Trauerphase hatte.
00:29:27
Speaker
Oder auch meinen Geburtstag.
00:29:28
Speaker
Also gut, dass das Thema für mich doch so eine Belastung ist und da viele Unterthemen hinterstecken, das weiß ich.
00:29:35
Speaker
Eigentlich ist mir das erst so richtig klar geworden seit diesem Jahr.
00:29:39
Speaker
Aber ich weiß auch, als ich in der Pubertät war oder im jungen Erwachsenenalter, dass ich lange Zeit auch noch mal Freude hatte, meinen Geburtstag und mich auch richtig zu feiern und auch
00:29:52
Speaker
Teil auch beschenkt zu werden, also es war nicht immer so massiv, wie das heutzutage ist, aber dass immer gegen Abend an meinem Geburtstag, wenn die Leute weggegangen sind oder am nächsten Tag ich richtig traurig war, dass der Tag vorbei ist, so tief, mit so einer tiefen Melancholie und ach je Gott, jetzt musst du wieder ein Jahr warten, was ja völlig merkwürdig ist, also es gibt ja, ich erlebe ja jetzt auch schöne andere Tage und bin ja abgekoppelt von diesem Familienthema früher, aber
00:30:22
Speaker
Ja, also, ja, ich habe auch danach irgendwie getrauert.
Unterschiedliche Erlebnisse mit Geschenken
00:30:26
Speaker
Für die ZuhörerInnen da draußen, die Frage ist jetzt, wie kann man das jetzt nutzen, diese Folge?
00:30:34
Speaker
Ich habe jetzt gerade so die Idee, dass man erstmal einfach weiß, dass nicht nur, weil es einem selber vielleicht Freude macht, beschenkt zu werden oder auch Geschenke zu machen, heißt es, dass das dem anderen genauso geht.
00:30:44
Speaker
Also das wird ja hier gerade ziemlich deutlich, dass in jedem Menschen wahrscheinlich eine ganz, ganz lange Geschichte ist,
00:30:51
Speaker
von Geschenken und Geschenktwerden ist.
00:30:54
Speaker
Und dass das schon ein sensibles Feld ist, in dem wir uns da bewegen, was man oft gar nicht so wahrnimmt.
00:31:01
Speaker
Bea, du hattest eben mir angedeutet, dass es vielleicht so ein wirklich prägendes oder das prägendste Ereignis vielleicht gab, was es nochmal so ein bisschen zementiert hat,
00:31:14
Speaker
Wäre das okay für dich, wenn du die Situation mal erzählst, aber auch ein bisschen darauf achtest natürlich, dass es für dich so einen guten, gut regulierbaren Rahmen irgendwie ist?
00:31:25
Speaker
Das kann ich gerne tun.
00:31:28
Speaker
Also, wie gesagt, ich konnte mich eigentlich immer relativ lange Zeit darauf verlassen, dass die Geburtstage und die Feiertage eigentlich so meine Highlights sind.
00:31:37
Speaker
Und an meinem neunten Geburtstag
00:31:42
Speaker
konnte ich mich eben nicht mehr darauf verlassen.
00:31:44
Speaker
Da merkte ich schon morgens irgendwie die Stimmung zu Hause, die ist nicht so, wie ich mir das eigentlich erwartet habe.
00:31:50
Speaker
Meine Mutter war total genervt, mein Vater hat irgendwie rumgeschrien, ich habe irgendeinen, naja, angeblichen Mist gebaut und das passte irgendwie so überhaupt nicht zu diesem Geburtstagsfeeling.
00:32:00
Speaker
Und ich merkte morgens schon irgendwie, war irgendwie...
00:32:04
Speaker
weiß ich nicht, also habe ich mir jetzt irgendwie alles anders vorgestellt.
00:32:08
Speaker
Mein Vater ist dann arbeiten gegangen und normalerweise war es immer so, dass meine Mutter mir dann einen schönen Geschenketisch gemacht hat und ich morgens halt schön zusammen gefrühstückt und es gab so die ersten schönen Geschenke und das war an diesem Tag nicht so.
00:32:24
Speaker
Und ich habe mich jetzt auch nicht getraut zu fragen, hey Mama, wie sieht es denn aus?
00:32:29
Speaker
Man kriegt denn meine Geschenke?
00:32:31
Speaker
Ich guckte immer mit einem halben Auge auf die Uhr um 12 Uhr ein, wo nichts passierte.
00:32:37
Speaker
Die Stimmung war schlecht wie irgendwie, gefühlt jeden Tag.
00:32:41
Speaker
Irgendwann sagte meine Mutter von sich aus, ja, wir warten heute mal, bis der Papa von der Arbeit zurück ist.
00:32:47
Speaker
Und okay, dachte ich mir, dann machen wir das so, der wird dann mit den Geschenken kommen.
00:32:52
Speaker
Und ich hatte im April Geburtstag und es war Schnee, es lag Schnee draußen.
00:33:00
Speaker
Und bei mir war es generell so, ich bin sehr viel nach draußen geschickt worden und sollte dann halt draußen irgendwie mich beschäftigen und alleine spielen.
00:33:09
Speaker
Mein Vater kam nach der Arbeit und meine Mutter sagte schon, ja, kannst du ja mal nach unten gehen, wenn Papa kommt.
00:33:15
Speaker
Ich, ganz freudiger Erwartung, sollte eh draußen spielen.
00:33:20
Speaker
Mein Vater stieg aus und gab mir ein Basketball.
00:33:25
Speaker
Er gab mir Basketball.
00:33:27
Speaker
Ich habe mich weder für Basketball interessiert, noch hatten wir im Basketball Platz.
00:33:31
Speaker
Ich hatte auch keine Freunde, die sich jetzt für Basketball interessiert hatten.
00:33:34
Speaker
Und er war noch nicht mal eingepackt.
00:33:37
Speaker
Das war eigentlich auch noch so.
00:33:38
Speaker
Ich dachte, okay, das ist jetzt mein Geschenk im Basketball.
00:33:41
Speaker
Und ich habe so seinen Blick gespürt, dass er sich total gefreut hat, mit diesem Ball da jetzt zu überreichen.
00:33:48
Speaker
Und ich merkte aber auch direkt,
00:33:51
Speaker
so ein Automatismus in mir, okay, ich kann jetzt nicht meine Enttäuschung zeigen, weil dann enttäusche ich ihn und ich weiß, was passiert, wenn ich ihn enttäusche.
00:34:00
Speaker
Und dann sagte er aber noch was zu mir und meinte, ja, jetzt stell dich mal hier hin, mach mal deine Hände auf.
00:34:08
Speaker
Also ich sollte meine Hände so falten halt, als wenn ich was empfange und ja, ich sollte meine Augen zumachen und
00:34:17
Speaker
Es passierte nichts, ich hatte meine Augen zu.
00:34:19
Speaker
Und dann sagte er, ja, und jetzt mach die Augen auf.
00:34:22
Speaker
Und ich sah, wie er seine Hände über meinen Händen hatte und so imaginär was in meine Hände legt.
00:34:28
Speaker
Und da war aber nichts drin.
00:34:30
Speaker
Und ich dachte mir, okay, was soll das jetzt bedeuten?
00:34:32
Speaker
Und er sagte, ja, Beatrice, das sind deine Klarinettenunterrichtsstunden.
00:34:38
Speaker
Du darfst jetzt zum Klarinettenunterricht gehen, weil das hatte ich dir wahrscheinlich Tage vorher mal so erzählt.
00:34:45
Speaker
Erst war ich enttäuscht, es lag nichts in den Händen.
00:34:47
Speaker
Und es war einfach sowas wie, ich wusste irgendwie, das wird nie zutreffen.
00:34:52
Speaker
der hat kein Geschenk für mich.
00:34:53
Speaker
Die haben entweder meinen Geburtstag vergessen oder hatten keine Ideen oder es war einfach pure Enttäuschung und ich musste mich in dem Moment
00:35:04
Speaker
war tief enttäuscht, hätte eigentlich gerne direkt losgeheult und musste das unterbinden.
00:35:09
Speaker
Und ich glaube, das war für mich ein ganz prägender Moment, der bis heute einfach noch anhält, diese Blicke, dieser All Eyes on Me, wie reagiert das Kind, freut es sich, es muss sich freuen, dieser innere Druck des Gegenübers, diese Erwartung an mich und in dem Moment,
00:35:33
Speaker
Ich kann mich weder freuen noch bin ich sauer über schlechte Geschenke, sondern es ist einfach
00:35:38
Speaker
Schauspielerei in dem Moment.
00:35:41
Speaker
Es ärgert mich in dem Moment auch, wo ich das jetzt so sage, weil eigentlich finde ich es peinlich, zugeben zu müssen, dass ich Schauspielere, weil Ehrlichkeit ist eigentlich ein großer Grundwert von mir.
00:35:52
Speaker
Aber es fällt mir wirklich in den meisten Fällen ganz, ganz schwer ehrlich zu sein.
00:35:58
Speaker
Das funktioniert bei einer kleinen Handvoll von engen Leuten bei mir.
00:36:03
Speaker
Jetzt bist du es gerade im Podcast für 200, 300 Hörer.
00:36:08
Speaker
Also wie gesagt, es gab noch ein anderes großes Ereignis dieses Jahr.
Teilen von Verletzlichkeiten und Authentizität
00:36:12
Speaker
Also das war einfach der absolute Super-GAU an Unannehmlichkeiten, der mir das auch nochmal ganz klar gezeigt hat.
00:36:21
Speaker
Und danach habe ich angefangen, mal ganz langsam mit ganz engen Freunden, wo ich wusste, die haben auch ganz merkwürdige Dinge am Laufen, die nicht jeder nachvollziehen kann und habe mich da mal so ein bisschen gelöst.
00:36:32
Speaker
Und da haben mir doch ganz viele gesagt, so ja doch,
00:36:39
Speaker
Meine Halbschwester sagte sogar, ja, Bär, das kenne ich, mir ist das auch total unangenehm.
00:36:45
Speaker
Ich mag das eigentlich nicht.
00:36:46
Speaker
Am liebsten, sagte sie, würde sie die Geschenke bei sich lassen und erst ganz heimlich in Ruhe aufmachen, wenn keiner guckt.
00:36:54
Speaker
Das würde sie sich eigentlich immer wünschen, aber das ist natürlich auch, ja, wie kommt das an?
00:36:59
Speaker
Das geht einfach nicht.
00:37:00
Speaker
Die Leute möchten das ja auch sehen, wie man es aufmacht und so.
00:37:05
Speaker
Ja, also ich glaube, so alleine, wie ich da immer irgendwie denke, mit alleine zu sein, bin ich wahrscheinlich gar nicht.
00:37:13
Speaker
Ich würde gerne zwei Aspekte ergänzen, wenn du erlaubst.
00:37:18
Speaker
Einmal hast du gesagt, dann ärgere ich mich darüber, wenn ich dann so bin.
00:37:24
Speaker
Da würde ich vielleicht gerne mal so...
00:37:26
Speaker
ein bisschen einladen, mal zu gucken, wo der Ärger wirklich hingehört.
00:37:30
Speaker
Also als Kind ist man per se ja erstmal abhängig.
00:37:33
Speaker
Du hast beschrieben, das ganze Jahr über hast du gar keine Zuwendung, gar keine Liebe so erfahren.
00:37:37
Speaker
Also bist du wirklich emotional irgendwo ja wirklich vernachlässigt groß geworden.
00:37:41
Speaker
Also sogar noch mit Frustration der ganz basalen Grundbedürfnisse, wie ich eben schon mal gesagt hatte.
00:37:47
Speaker
Aber was macht dann ein Kind?
00:37:49
Speaker
Und ich glaube, das darfst du dir vielleicht jetzt
00:37:54
Speaker
Man geht natürlich an eine gewisse Überanpassung.
00:37:59
Speaker
Du hast ja gesagt, dann muss ich ja trotzdem so tun oder schauspielern, dass ich mich irgendwie dann noch freue, um nicht noch mehr Liebesentzug zu riskieren.
00:38:09
Speaker
Also wenn du dann noch mal sagst, boah, jetzt bin ich aber richtig sauer, da hattest du vorher wahrscheinlich sowieso keine
00:38:15
Speaker
Ermutigung und Validierung, dass diese Gefühle überhaupt sein dürfen, also dass du auch mal mit konträren Gefühlen aufwarten darfst.
00:38:23
Speaker
Das ist ja auch schon aberzogen worden, aber in dem Augenblick ja noch weniger, weil das ja dein Highlight war und als dann so eine noch eine deutliche Enttäuschung im neunten Lebensjahr, wie du es geschrieben hast, gekommen ist.
00:38:35
Speaker
Also ich kann es erstmal total nachvollziehen, dass du da nicht explodiert bist, sondern weil du ja wahrscheinlich auch wusstest, okay, wenn ich das jetzt auch noch mache, dann kriege ich ja vielleicht noch weniger von dem sowieso schon viel zu wenigen.
00:38:50
Speaker
Und, aber das finde ich das Spannende, das wäre so der zweite Aspekt, du machst es heute innerlich immer noch so.
00:38:57
Speaker
Ich mache es genauso.
00:38:58
Speaker
Das ist genauso wie die innere Neunjährige, die dann anspringt, wenn du ein Geschenk bekommst.
00:39:04
Speaker
Und ich glaube, das würdest du auch so sehen.
00:39:06
Speaker
Und ich glaube, das ist erstmal wichtig zu verstehen, dass diese kindliche Verletzung noch gar nicht so richtig aufgearbeitet ist und deswegen auch immer noch so wirkt.
00:39:19
Speaker
Du bist ja eine sehr reflektierte, wirkst auch selbstbewusst, wenn du hier so sitzt und du bist mutig, du erzählst das hier.
00:39:25
Speaker
Also das finde ich total super.
00:39:27
Speaker
Und ich glaube, innerlich fühlst du dich dann trotzdem wie die Neunjährige, auch heute, wenn jemand am Geschenk kommt.
00:39:34
Speaker
Soll ich mich da verbiegen?
00:39:36
Speaker
Soll ich dann Danke sagen?
00:39:37
Speaker
Soll ich nicht Danke sagen?
00:39:38
Speaker
Mir ist das peinlich.
00:39:40
Speaker
Und eigentlich peinlich oder die Personen, die sich eigentlich schämen sollte, sind die Personen, die dieses Gefühl gegeben haben als Kind.
00:39:49
Speaker
Also ich finde der Ärger oder die, da sollten sich andere Leute für schämen anstatt du.
00:39:55
Speaker
Ich weiß nicht, ob das mal so ein Perspektivwechsel wäre für dich.
00:40:01
Speaker
Wo gehört was hin?
00:40:03
Speaker
Ja, ich glaube, ich habe die Situation, die Gefühle in dieser Schenk-Situation immer irgendwie komplett bei mir gesehen.
00:40:10
Speaker
Also auch das Gefühl, was das Gegenüber dann bekommt, dafür bin ich abhängig.
00:40:16
Speaker
Und ich weiß ja kognitiv, dem ist ja nicht so.
00:40:20
Speaker
Auch wenn das Gegenüber jetzt enttäuscht ist, weil ich mich eben nicht freue oder nicht das so zeigen kann, ist es ja eigentlich sein Gefühl.
00:40:26
Speaker
Und kognitiv weiß ich das, aber es springt so automatisch an.
00:40:31
Speaker
Genau, und das kann ich vielleicht auch noch mal kurz ergänzen, dass du es vielleicht einmal gehört hast, und das wissen wir eben auch aus der Bildungsforschung, dass wenn Kinder nicht in dem, wie sie sind, differenziert, wohlwollend, unterstützend groß werden und dann eben auch trotzdem natürlich auch fürsorgliche Grenzen bekommen, das ist ja nochmal was anderes als das, was du da bekommen hast,
00:40:58
Speaker
neigen Kinder dazu, die Schuld immer bei sich zu suchen.
00:41:01
Speaker
Ich habe jetzt noch einen Keimesatz gehört, dass irgendjemand mal zu dir gekommen ist.
00:41:05
Speaker
Irgendwann habe ich noch mal drüber nachgedacht.
00:41:06
Speaker
Ich glaube, wir haben echt ein bisschen Mist gemacht in unserer Kindheit.
00:41:10
Speaker
Und wir haben uns dir gegenüber eigentlich als Eltern nicht so gut verhalten, beziehungsweise wir haben da eigentlich sogar streckweise so versagt.
00:41:18
Speaker
Das tut mir total leid.
00:41:19
Speaker
Nee, das war nicht der Fall.
00:41:20
Speaker
Deswegen, du suchst die Schuld und die Verantwortung liegt die ganze Zeit bei dir.
00:41:25
Speaker
Und das ist aber auch leider eine typisch kindliche Reaktion, weil du ja erstmal abhängig bist und in der Phase der Abhängigkeit die Beziehung im Rahmen dieser Möglichkeiten noch zu schützen versuchst.
00:41:39
Speaker
Und dann die Schuld sozusagen erstmal bei dir suchst, weil du abhängig bist.
00:41:43
Speaker
Du kannst nicht sagen mit neun, alles klar, das Weihnachtsfest oder dieser Geburtstag, der ist so beschissen, das war es jetzt.
00:41:53
Speaker
Suchen wir jetzt andere Eltern.
00:41:55
Speaker
Das ist gerade was du sagst.
00:41:58
Speaker
Wer ist sichtlich berührend.
00:42:01
Speaker
Das ist was in der Ausnahme.
00:42:04
Speaker
wenn du das sagst, ich höre das und denke mir, ja, du hast recht mit dieser Perspektive und ich glaube, da ist viel einfach noch nicht wirklich bearbeitet.
00:42:16
Speaker
Und was ich ganz toll finde, wenn das Gespräch, was wir jetzt hier zu dritt führen, dazu führt, dass du da ein Bewusstsein für bekommst und vielleicht schon mal so eine Idee hast, oh, ein Perspektivwechsel würde mir eigentlich
00:42:30
Speaker
helfen, da in Zukunft irgendwann mal mit anders umzugehen, dann ist das, finde ich, schon sehr viel gewonnen.
00:42:37
Speaker
Und da berührt mich deine emotionale Reaktion, weil du dich jetzt gerade auch mit Traurigkeit hier zeigen kannst.
00:42:43
Speaker
Und ich finde, die ist absolut berechtigt.
00:42:45
Speaker
Das ist wirklich, ich könnte alles verstehen.
00:42:47
Speaker
Enttäuschung, Wut, Trauer, wahrscheinlich Gefühle, die eben früher auch nicht so erwünscht waren.
00:42:52
Speaker
Aber das finde ich total wichtig und finde das sehr authentisch,
00:42:59
Speaker
Neben der Berechtigung der Gefühle, die Dennis gerade benannt hat, wo ja drinsteht, du hast das Recht dazu, du hast aber auch das vor allem mitgeteilt, uns, und da steckt das Wort teilen drin.
00:43:12
Speaker
Und ich finde es ganz wichtig, dass man sich auch, um mal jetzt vielleicht den Bogen zu Weihnachten zu schlagen, für alle da draußen, dass es, soweit ich weiß, beim Schenken immer auch ums Teilen geht.
00:43:24
Speaker
Und nicht darum, dass ich etwas kaufe, um es dann zu schenken, sondern eigentlich, Sankt Martin zum Beispiel, ist ja gerade erst her, teilt jemand seinen Mantel mit dem armen Bettler.
00:43:35
Speaker
Also er macht aus etwas, was schon da ist, mehr, indem er es...
00:43:40
Speaker
Und das hast du ja mit uns gemacht.
00:43:41
Speaker
Du hast uns belastet in deinem Sinne, dass du uns vielleicht Last auf die Schultern gelegt hast.
00:43:46
Speaker
Ich habe mich aber dadurch beschenkt gefühlt.
00:43:49
Speaker
Ich habe das Gefühl gehabt, die teilt gerade etwas mit mir, was für sie eine Last ist, aber für mich hat sich das gar nicht so schwer angefühlt, aber ich habe mich berührt gefühlt und ich finde, da sind wir beim Geist der Weihnacht, dass wir...
00:44:02
Speaker
du hast dich hier gezeigt, was du lange nicht gemacht hast, auch mit deinem Gefühl jetzt, mit der Trauer, die jetzt vielleicht nachkommt.
00:44:08
Speaker
Und dafür bin ich dir persönlich ganz dankbar und das ist für mich immer das wertvollste Geschenk.
00:44:12
Speaker
Danke und danke für dein Feedback.
00:44:16
Speaker
Das berührt mich jetzt auch schon wieder, dass meine Geschichte jemanden berührt.
00:44:21
Speaker
Ich muss auch sagen, ich merke gerade, der Kloß löst sich irgendwie so ein bisschen.
00:44:26
Speaker
Das können die Hörerinnen jetzt gerade nicht sehen, aber wo zeigst du gerade hin?
00:44:32
Speaker
Ja, irgendwie, meine Hände liegen so ein bisschen auf meinem Bauch.
00:44:34
Speaker
Ich neige sonst immer dazu, mich komplett zu verschließen, aber ich merke gerade, mein Bauch wird irgendwie ein bisschen leichter.
00:44:41
Speaker
Du hättest ja gerade mit beiden Händen, also am Unterbauch?
00:44:47
Speaker
Ja, genau, am Unterbauch.
00:44:48
Speaker
Ich weiß nicht, ich kam jetzt gerade so automatisch.
00:44:52
Speaker
Ich kann mir vorstellen, dass wir jetzt ganz viele Menschen da draußen, die uns zuhören, dass die
00:44:58
Speaker
sich auch am Sessel festkrallen oder sonst irgendwie eigene Themen hochkommen.
00:45:03
Speaker
Also wenn du da draußen jetzt gerade irgendwas hast, wo du merkst, oh Gott, das kenne ich oder oh, das hatte ich gar nicht auf dem Schirm.
00:45:11
Speaker
Das kann sein, dass das bei dir auch was auslöst.
00:45:13
Speaker
Und Dennis, hast du vielleicht eine Übung parat, die unsere Zuhörer und Zuhörerinnen und Bea mitmachen können.
00:45:21
Speaker
Innenschau, dein Zwischenstopp bei dir selbst.
Bewältigungsübungen für Geschenkangst
00:45:27
Speaker
Das Gewahrsein, das Bewusstwerden von dem, was wir gerade heute jetzt hier in dem Gespräch gemacht haben, ist der erste Schritt.
00:45:35
Speaker
Weil eine Neurose ist ja häufig, das hatte ich ja am Anfang so ein bisschen erwähnt, ist ja häufig sowas Unbewusstes, Ungelöstes.
00:45:42
Speaker
Und wir sind, glaube ich, schon heute einfach durch den Austausch darüber ein bisschen mehr in ein Bewusstsein gekommen.
00:45:48
Speaker
Auch das kann schon ein bisschen die Haltung vielleicht auch schon ändern.
00:45:52
Speaker
Und ich glaube trotzdem sind natürlich viele Verletzungen, die noch aufzuarbeiten sind.
00:45:56
Speaker
Jetzt nur ganz konkret, wenn man, darf ich dich fragen, Bia, wie belastend wäre denn jetzt so die Situation in Heiligabend für dich?
00:46:09
Speaker
Da kommt jemand mit einem Geschenk.
00:46:11
Speaker
Auf einer Skala von 0 bis 10.
00:46:13
Speaker
0 ist so gar keine Belastung, 10 ist so maximal.
00:46:20
Speaker
Je nach eigener Tagesform.
00:46:24
Speaker
Das kann auch locker eine 10 sein.
00:46:26
Speaker
Wirst du bereit, eine kleine Übung mitzumachen?
00:46:29
Speaker
Ja, ich bin gespannt.
00:46:31
Speaker
Wenn du dir zwei Fähigkeiten aussuchen dürftest, um damit mit dieser schwierigen Situation, die haben wir jetzt verstanden, da sind ganz viele Beziehungsschädigungen im Hintergrund, ursächlich für diese Neurose, wie du das nennst.
00:46:46
Speaker
Welche beiden Fähigkeiten bräuchtest du, um damit anders umzugehen in Zukunft?
00:46:51
Speaker
Oder jetzt bei diesem Weihnachtsfest?
00:46:54
Speaker
Also der erste Gedanke ist irgendwie so eine Fähigkeit, wie sich unsichtbar machen.
00:47:00
Speaker
Wobei das wahrscheinlich jetzt nicht genau das ist, was hinter der Frage steckt.
00:47:05
Speaker
Was wäre der Kern dann vom Unsichtbarsein?
00:47:09
Speaker
Dass ich nicht bewertet werde.
00:47:11
Speaker
Dass ich bei dem Geschenke auspacken nicht bewertet werde.
00:47:18
Speaker
Vielleicht einmal so.
00:47:21
Speaker
Ja, aber, nee, eigentlich Vertrauen in den Schenker.
00:47:26
Speaker
Dass der Schenker mich nicht beurteilt.
00:47:28
Speaker
Und sicher werden wäre so ein bisschen das, was du ja schon häufig sowieso, glaube ich, gemacht hast.
00:47:33
Speaker
Verdrängung eigentlich eher.
00:47:34
Speaker
Am besten die Situation vermeiden, wenn gar nicht da, dann passiert das auch nicht.
00:47:38
Speaker
Aber wenn du sagst, okay, ich bin jetzt in der Situation, ich vertraue in was?
00:47:42
Speaker
Also das ist die andere Person, grundsätzlich eigentlich gut mit dir meint oder?
00:47:48
Speaker
Ja, dass derjenige nichts erwartet.
00:47:51
Speaker
Mehr kommt gerade nicht.
00:47:53
Speaker
Wie ist es mit Gelassenheit?
00:47:57
Speaker
Also dass wir ein bisschen gelassen da in die Situation sind?
00:48:02
Speaker
Eher eine gewisse neutrale Haltung, dem gegenüber ein bisschen mehr Abstand zu diesem Geschenk und demjenigen, der jetzt am Tisch sitzt mit mir.
00:48:13
Speaker
Dass du es nicht so persönlich da nimmst?
00:48:17
Speaker
Welche von diesen beiden Fähigkeiten macht das noch mehr emotionale Resonanz gerade?
00:48:22
Speaker
Wenn wir nämlich mit der anfangen.
00:48:26
Speaker
Abstand, also die Fähigkeit zu differenzieren, das ist ein Geschenk und grundsätzlich ist das vielleicht, weiß ich aber, wie der Mensch zu mir steht, egal wie ich darauf reagiere, sowas in dem Sinne?
00:48:36
Speaker
Ja, die Vorstellung ist eigentlich, ja, die ist gut.
00:48:39
Speaker
Also du dich besser so abgrenzen kannst dann auch von den Erwartungshaltungen.
00:48:45
Speaker
Ja genau, weniger Erwartungshaltung, zu spüren körperlich halt auch.
00:48:49
Speaker
Also es wäre die Fähigkeit, dass du dich da besser von abgrenzen könntest, ne?
00:48:55
Speaker
Ja, eigentlich ist es das.
00:48:56
Speaker
Dann fangen wir damit an.
00:48:58
Speaker
Und das andere wäre, hattest du gesagt, das Vertrauen in die Intention des anderen oder das Vertrauen in dich selber, dass du eigentlich gut bei dir bleiben kannst, egal was kommt.
00:49:10
Speaker
Ja, ich würde schon gerne eigentlich auch dem Schenker vertrauen, dass er es auch wirklich als Schenkung meint.
00:49:14
Speaker
Finde ich bei der Vorgeschichte, die du hast, finde ich das super, ehrlich gesagt.
00:49:18
Speaker
Also es zeigt auch, dass es offensichtlich solche Beziehungen gibt.
00:49:22
Speaker
Dann fangen wir mit dem Thema Abgrenzen an.
00:49:25
Speaker
In den letzten Wochen, Monaten, Jahren, gab es da mal eine Situation, wo du schon mal etwas von dieser Fähigkeit, sich gut abzugrenzen hattest?
Wachstum und persönliche Grenzen reflektieren
00:49:34
Speaker
Ja, ich weiß jetzt nicht, ob es vielleicht so ein gutes Beispiel ist an der Wurstheke vom Rewe.
00:49:40
Speaker
Also klassische Situation vordrängeln, wo ich gesagt habe, nee, das lasse ich jetzt nicht über mich ergehen, sondern ich positioniere mich jetzt auch mal und sage auch mal, Entschuldigung, ich stand hier vor Ihnen, das haben Sie auch klar gesehen.
00:49:53
Speaker
Bist für dein Recht eingestanden, ne?
00:50:00
Speaker
Kannst du das vielleicht noch mal kurz innerlich in dir hervorrufen, das Bild, wo du das so gemacht hast, wo du so mutig warst, dich da abzugrenzen?
00:50:10
Speaker
Es trauen sich auch viele Menschen vielleicht eher nicht und sagen, ich mach jetzt mal besser hier keinen Fass auf, aber das hast du ja sehr gut für dich eingestanden.
00:50:17
Speaker
Ja, ich war auch stolz danach.
00:50:20
Speaker
Okay, wo spürst du das gerade in deinem Körper?
00:50:24
Speaker
Also ich habe gerade so gemerkt, dass ich mich auf dem Stuhl ein bisschen gerade rücke.
00:50:28
Speaker
Okay, du bist aufrichtiger von der Körperhaltung?
00:50:31
Speaker
Die Haltung, super.
00:50:32
Speaker
Okay, passt ja auch super.
00:50:34
Speaker
Dann würde ich dich bitten, mal mit dieser Szene, oder so mutig war es, und mit diesem Körpergefühl, Aufrichtigkeit, immer so beides übereinander zu legen, innerlich in dir.
00:50:44
Speaker
Und dann vielleicht, ich zeig dir das mal ganz kurz, die beiden Hände überkreuzt sozusagen auf beide Schulterblätter zu legen und nur mal in der Situation zu bleiben und mal in diesem Tempo 1, 2, 3, 4, 5, so 15 bis 20 Mal das nochmal so ein bisschen zu stimulieren und körperlich zu verankern.
00:51:08
Speaker
Und einfach mal wahrnehmen, was passiert.
00:51:12
Speaker
Und einmal kurz ausblenden, genau, tief ein- und ausatmen, machst du sehr gut.
00:51:16
Speaker
Wie ist das denn jetzt von dem Körpergefühl?
00:51:18
Speaker
Hat sich das nochmal ein bisschen verstärkt?
00:51:21
Speaker
Oder ist das so geblieben?
00:51:23
Speaker
Ist was anderes aufgetaucht?
00:51:27
Speaker
Es hatte was Beruhigendes.
00:51:29
Speaker
Es ist ruhiger geworden in dir.
00:51:31
Speaker
Ja, dieses Tippeln hat mich irgendwie ein bisschen lockerer gemacht.
00:51:39
Speaker
und habe so getippt und bin so tippend irgendwie weitergegangen und dachte mir, es war so ein kurzer Impuls, ja lass den doch da stehen.
00:51:46
Speaker
Du bist ja auch noch da.
00:51:47
Speaker
Dann würde ich dich bitten, das nochmal zu machen.
00:51:49
Speaker
Also aufgrund der Zeit, die sich hier so begrenzt ist, kann man das natürlich dann auch nochmal weiterführen.
00:51:55
Speaker
Aber vielleicht machst du es noch einmal, gehst nochmal in diese Szene rein, in nochmal das Körpergefühl wahren, du bist aufrichtiger und stimulierst das nochmal.
00:52:04
Speaker
So im Tempo 1, 2, 3, 4, 5.
00:52:09
Speaker
So bis 15, 20 Mal.
00:52:16
Speaker
Ich weiß nicht, ich muss irgendwie lachen.
00:52:18
Speaker
Die Hörer hören es auch, aber wir sehen es auch.
00:52:24
Speaker
Es ist so eine gewisse Art von Humor.
00:52:26
Speaker
Es ist so eine kleine Situation irgendwie nur mit dieser Theke, aber
00:52:31
Speaker
ein bisschen glücklich oder Freude?
00:52:36
Speaker
Dann mach mal kurz innerlich davon ein inneres Foto sozusagen von diesem Zustand, den du jetzt gerade hast.
00:52:43
Speaker
Den brauchen wir gleich nochmal.
00:52:46
Speaker
Dann würde ich jetzt mal zu der zweiten Fähigkeit wechseln.
00:52:48
Speaker
Vertrauen in andere Menschen, dass die das auch gut mit dir meinen.
00:52:54
Speaker
Gab es da so in den letzten Wochen oder Monaten Situationen, wo du sagen würdest, das erinnert mich eigentlich, also
00:53:01
Speaker
Da habe ich eigentlich schon bei allem Scheiß, den ich erlebt habe zu Hause, habe ich eigentlich doch noch Vertrauen auch in andere Menschen, dass die es gut mit mir meinen.
00:53:09
Speaker
Gibt es da irgendeine Beziehungserfahrung, irgendeine Situation, wo wir sagen, wo es ja.
00:53:15
Speaker
Ja, es war eine Streitsituation zwischen zwei sehr guten Freundinnen.
00:53:20
Speaker
Und wie sind das, wir haben das alles durchgesprochen, diese
00:53:28
Speaker
genauso zu uns gefunden wie vorher.
00:53:31
Speaker
Das war eine gute Erfahrung, auf diese Freundschaft zu vertrauen, dass auch nach dem Streit, der echt unangenehm war, für alle Beteiligten, man trotzdem die Freundschaft weitermachen kann.
00:53:46
Speaker
Dass das auch aushält, meine Beziehung.
00:53:50
Speaker
Vielleicht kannst du da auch mal so ein Bild gerade suchen, was das so am besten repräsentiert.
00:53:55
Speaker
Und mal schauen, was das auf der körperlichen Ebene gerade für eine Resonanz macht.
00:54:00
Speaker
Was für ein Körpergefühl hast du denn gerade?
00:54:04
Speaker
Ja, ich kann es jetzt im Körper nicht so gut orten, aber mit mir kommt direkt irgendwie so ein Leichtigkeitsgedanke, sage ich jetzt mal.
00:54:13
Speaker
Also ein Leichtigkeitsgedanke, okay.
00:54:17
Speaker
Dann würde ich dich auch bitten, das vielleicht nochmal so zu stimulieren.
00:54:23
Speaker
Wir nennen das Butterfly Hugs und verkreuzt die Daumen übereinander und macht dann sozusagen auf beiden Schulterblättern oder an dem Brustbereich, was einem angenehmer ist.
00:54:33
Speaker
Geht mal nochmal in das Bild rein und in das Gefühl, Leichtigkeitsgedanke hast du gesagt und dann würde ich dich da auch bitten, das nochmal so bilateral zu stimulieren.
00:54:51
Speaker
Und nochmal ausblenden, nochmal tief in den Bauch ein- und ausatmen.
00:55:00
Speaker
Gut, ich muss schon bleiben.
00:55:02
Speaker
Also da scheinen irgendwie Glückshormone, Serotonin, Topamin, was soll aber ausgestüttet zu werden?
00:55:09
Speaker
Wenn du jetzt mal diese beiden, mach davon auch nochmal ein inneres Bild kurz.
00:55:14
Speaker
Beziehung ist verlässlich gewesen, wir können weitermachen und dieses Leichtigkeitsgefühl.
00:55:20
Speaker
Ich habe da vorne nochmal ein Foto.
00:55:22
Speaker
Jetzt würde ich dich bitten, beide Fähigkeiten, also die, die wir da vorgesprochen haben, und diese mal übereinander zu legen.
00:55:31
Speaker
Wie fühlt sich das jetzt gerade an, wenn du das mal so zusammenlegst, übereinanderlegst in dir?
00:55:37
Speaker
Irgendwie umgewohnt, neu, also
00:55:43
Speaker
Und wenn du jetzt von dieser Art, das ist sozusagen das vorläufige Ende von so einer Übung, wenn du jetzt mal von dieser Position, der du jetzt gerade bist, von den Bildern her, von dem Körpergefühl her, nochmal auf diese Situation Weihnachten, Geschenke draufschaust, wie belastend fühlt sich das denn jetzt für dich an?
00:56:01
Speaker
Auf einer Skala von 0 bis 10.
00:56:07
Speaker
Ich würde mal vorsichtig auf ein 7 runtergehen.
00:56:10
Speaker
Okay, also ein bisschen weniger geworden.
00:56:11
Speaker
Ich bin auch ein bisschen skeptisch.
00:56:13
Speaker
Genau, ein bisschen skeptisch.
00:56:15
Speaker
Aber die Belastung, wenn man vielleicht nochmal Fähigkeiten, die auch in anderen Bereichen aufgetaucht sind, nochmal aktivieren würde, wäre vielleicht hilfreich, das jetzt auch in der nächsten Zeit immer mal wieder zu machen.
00:56:27
Speaker
Auch wenn der Gedanke kommt, Weihnachten steht vor der Tür, Geschenke stehen vor der Tür.
00:56:31
Speaker
Und dann natürlich, das hast du aber eigentlich ja auch schon angefangen,
00:56:34
Speaker
in eine offene Kommunikation mit deinen lieben Menschen zu gehen.
00:56:40
Speaker
Dass das für dich ein wichtiges Thema ist.
00:56:41
Speaker
Du hast nochmal verstanden, was da vielleicht auch, du musst nicht ins Detail gehen, aber was da so hinter steht, aber dass du das gerne respektiert hättest, dass du dann vielleicht gerade kein Geschenk oder wenn wie ein Geschenk haben möchtest, also dass du dir da vielleicht auch nochmal so Gedanken zu machst.
Wunsch nach innerer Sicherheit bei Erwartungen
00:56:57
Speaker
Dass du mitgestaltest, ne?
00:57:05
Speaker
Lieber Dennis, vielen Dank für diese wunderbare Übung.
00:57:08
Speaker
Und bei mir kam gerade noch in Gedanken deine Superkraft, die du gerne hättest.
00:57:14
Speaker
Da habe ich so daraus gehört, vielleicht ist es auch einfach, generell wünschst du dir Sicherheit in dir selbst.
00:57:21
Speaker
Also dieser Mix aus Neutralität, Gelassenheit, Abstand, Distanz, da habe ich einfach gehört, da fehlt ja Sicherheit in dem Moment.
00:57:30
Speaker
Und ich habe das Gefühl, Dennis hat dir gerade eine wunderbare Möglichkeit gegeben, deine Sicherheit ein bisschen zu erhöhen, die du in Situationen hast, wo du plötzlich einfrierst und dich unsicher fühlst.
00:57:39
Speaker
Und das gilt natürlich auch für alle ZuhörerInnen da draußen.
00:57:43
Speaker
Das ist eine wunderbare Möglichkeit, Sicherheit wiederherzustellen, die uns ja häufig verloren geht.
00:57:49
Speaker
Und mit diesem Gefühl von Sicherheit und Wohlwollen und auch Teilen möchten wir euch
00:57:59
Speaker
tatsächlich für dieses Jahr in die Feiertage entlassen, liebe Zuhörerinnen da draußen.
00:58:04
Speaker
Es war mir ein Fest, euch beiden zuzuschauen, Dennis und Bea.
00:58:08
Speaker
Und euch beiden einen schönen Tag noch und euch da draußen auch einen schönen Tag.
00:58:15
Speaker
Macht es gut, bis ganz bald.