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Neujahrsvorsätze – warum ist der Winter vielleicht der falsche Zeitpunkt für Neuanfänge?

Alles nur Psyche? Der Podcast zu Psychosomatik & Psychotherapie mit Dr. Dennis und Pelle
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116 Plays1 month ago

🎧 Folge 5: Neujahrsvorsätze – warum ist der Winter vielleicht der falsche Zeitpunkt für Neuanfänge?

Der Jahreswechsel gilt als Zeit für Neuanfänge. Aber warum fühlen sich Vorsätze gerade im Winter oft schwer an? Warum fehlt Energie genau dann, wenn alles neu werden soll? Und was passiert, wenn wir versuchen, Veränderung gegen unseren eigenen Rhythmus durchzusetzen? Diesen Fragen gehen Dr. Dennis und Pelle in dieser Folge nach und schauen darauf, was sich verändert, wenn wir uns erlauben, innezuhalten, anstatt sofort loszulegen.

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Transcript

Warum scheitern Vorsätze häufig?

00:00:00
Speaker
Und ich glaube, dass ein Großteil der Vorsätze, die Menschen sich gefasst haben, nicht funktionieren, weil sie zur falschen Jahreszeit gefasst werden, um den Jahreswechsel.
00:00:10
Speaker
Denn sie finden statt im Winter.
00:00:13
Speaker
Und der Winter steht natürlich im Naturkreislauf für Stillstand, für Tod, für Rückzug, für nach innen ziehen, zusammenziehen und nicht für Entfaltung.

Einführung des Podcasts 'Alles nur Psyche'

00:00:28
Speaker
Herzlich Willkommen zum Podcast Alles nur Psyche mit Dr. Dennis und Pelle, der Podcast zu Psychosomatik und Psychotherapie.
00:00:38
Speaker
Hallo und herzlich Willkommen zur neuesten Folge unseres Podcasts Alles nur Psyche.
00:00:45
Speaker
Ich freue mich sehr, wieder mit dir die Köpfe zusammenzustecken, lieber Pelle, und möchte dich erstmal ganz herzlich begrüßen.
00:00:53
Speaker
Hi Dennis, ich freue mich auch heute das erste Mal in diesem Jahr wieder mit dir hier zusammen zu sitzen.

Die hohe Abbruchrate von Neujahrsvorsätzen

00:01:00
Speaker
Pelle, worum soll es heute gehen?
00:01:03
Speaker
Um Neujahrsabsätze.
00:01:07
Speaker
Neujahrsabsätze, okay, das muss ich mir erklären.
00:01:11
Speaker
Ja, es gibt in zig Podcasts dieser Welt das Thema Jahresvorsätze.
00:01:18
Speaker
Gerade am Ende des Jahres hat es das gegeben.
00:01:22
Speaker
Du hast es mir vor der Folge gesagt, wie viele dieser Vorsätze häufig schon, also was man strukturell messen kann, analytisch, schon wieder nicht eingehalten werden.
00:01:34
Speaker
Und das sieht man in Fitness-Apps.
00:01:36
Speaker
Das sieht man wahrscheinlich auch bei den Anmeldungen im Fitnessstudio.
00:01:38
Speaker
Auch da habe ich das mal gehört, dass die drastisch,
00:01:57
Speaker
Genau, hatte ich dir im Vorgespräch gesagt und war selber überrascht über die Prozentzahl.
00:02:02
Speaker
Also man geht davon aus, dass so Mitte Januar bereits 80 Prozent von Menschen, die sich jetzt in einem Fitnessstudio angemeldet haben oder bei so einer Fitness-App mit dem Ziel, jetzt regelmäßiger Sport zu machen, dass 80 Prozent dieses Ziel Mitte Januar schon nicht mehr erreicht haben.
00:02:19
Speaker
Also

Psychosomatische Ansätze zu Vorsätzen

00:02:20
Speaker
das ist krass.
00:02:21
Speaker
Da reden wir von zwei, drei Wochen.
00:02:25
Speaker
Ähm,
00:02:26
Speaker
Das finde ich erstaunlich und ich finde das ein gutes Thema, dass wir darüber sprechen und das Wort Neujahrsabsätze hatten wir ja so ein bisschen auch als Spaßwort genommen und vielleicht auch mal so einen Gewohnheitsbruch auch im
00:02:41
Speaker
mitzugeben, weil es natürlich jetzt ohne Ende Podcasts aus verschiedenen Richtungen gibt, wo Neujahrsvorsätze diskutiert werden, was sicherlich auch gut ist und informativ ist.
00:02:54
Speaker
Und gleichzeitig können wir ja mal ein bisschen schauen, was vielleicht auch aus der psychosomatischen, psychotherapeutischen Sicht vielleicht eben auch noch so Ideen wären, wie man damit umgehen kann.
00:03:07
Speaker
und vielleicht auch eigene Erfahrungen noch mal ein bisschen berichten.
00:03:14
Speaker
Was wäre denn, also eigene Erfahrungen berichten würde bedeuten, wir sagen vielleicht selber mal, was man sich so vorgenommen hat.
00:03:22
Speaker
Da fange ich nämlich einfach mal mit an.
00:03:24
Speaker
Ich habe mir ganz klar, bei mir ist das kein Vornehmen oder kein Vorsatz in dem Sinne, sondern ich
00:03:32
Speaker
habe das dann wirklich für das ganze Jahr, würde ich eher sagen, als Überschrift, dass ich mir sowas wie eine Buchüberschrift überlege, was ist denn mein Projekt, was über allem steht in diesem Jahr und das ist tatsächlich bei mir Ordnung und Aufräumen im Bereich,
00:03:52
Speaker
Finanzen, Finanzamt, Steuern und so, das ist einfach lang liegen geblieben, das kann ich so sagen.
00:03:59
Speaker
Da war ich mit anderen beschäftigt und das muss ich jetzt wirklich mal richtig aufkehren und das bedeutet für mich, der Sache eine Priorität zu geben, auch wenn ich sie nicht so gerne machen möchte, wie ich sollte.
00:04:15
Speaker
Und eher auch ins Müssen verfallen wollen würde, aber ich möchte wollen.
00:04:20
Speaker
Ich möchte das wollen oder ich will das möchten, wie auch immer.

Zieltypen: Annäherung vs. Vermeidung

00:04:24
Speaker
Das ist mein Vorsatz, mich da wirklich ganz gezielt hinzusetzen und zu sagen, heute ist wieder der Tag, wo ich mich darum kümmere und heute wieder und so.
00:04:32
Speaker
Mhm.
00:04:36
Speaker
finde ich sehr sinnvoll.
00:04:38
Speaker
Es gibt ja jetzt viel Literatur oder Informationen, die viele von den Zuhörern sicherlich auch schon kennen.
00:04:46
Speaker
Und da können wir ja vielleicht schon mal so ein bisschen einsteigen.
00:04:48
Speaker
Du hast ja sozusagen für dich schon so ein Ziel.
00:04:52
Speaker
Kann man das ein Ziel nennen?
00:04:54
Speaker
Du möchtest da Ordnung schaffen.
00:04:55
Speaker
Ist das ein Ziel für dich?
00:04:56
Speaker
Ja.
00:04:58
Speaker
Ja, und da wissen wir ja so ein bisschen auch aus der Forschung oder der Wissenschaft, dass es ja so unterschiedliche Zielstrukturen gibt, so Annäherungsziele und Vermeidungsziele.
00:05:10
Speaker
Das sind vielleicht so Begriffe, die ja sehr geläufig sind.
00:05:17
Speaker
Dieses Ziel, was du jetzt formuliert hast, du hast ja gesagt, ich würde es gerne wollen sozusagen oder mögen wollen, obwohl das natürlich
00:05:25
Speaker
Ich glaube, alle kennen Steuererklärungen einmal im Jahr oder was auch immer.
00:05:29
Speaker
Das sind ja so die Sachen, wo man denkt, gut, wenn man da vielleicht was zurückbekommt von der Steuer.
00:05:36
Speaker
Davon kann ich nicht ausgehen.
00:05:38
Speaker
Genau, aber genau.
00:05:40
Speaker
Also was für ein Ziel wäre es denn eigentlich dann für dich?
00:05:42
Speaker
Wäre es eher so ein Annäherungsziel oder ein Vermeidungsziel?
00:05:46
Speaker
Erklär mir das nochmal mit dem Annäherungs- und dem Vermeidungsziel, bitte.
00:05:51
Speaker
Wenn man zum Beispiel sagen würde, ich möchte nicht mehr rauchen, wäre das sozusagen ein Vermeidungsziel.
00:05:58
Speaker
Also ich möchte nicht mehr rauchen.
00:06:02
Speaker
Und dann ist natürlich jede Party, wo man dann doch irgendwie rückfällig wird und eine Kippe raucht, mit sehr viel Frust verbunden.
00:06:08
Speaker
Und dann wäre es ja sinnvoll, und das ist eigentlich auch so die aktuelle Empfehlung, so ein Vermeidungsziel vielleicht umzukehren und in ein Annäherungsziel umzuformulieren, nämlich mit so einer magischen Frage, sondern?
00:06:25
Speaker
Ich möchte nicht mehr rauchen, sondern... Und da geht es mehr über Annäherungsstilen, geht es mehr um die wirklich dahinterliegende Motivation oder vielleicht auch Lust.
00:06:35
Speaker
Also ich möchte... Ich möchte beim Sport...
00:06:40
Speaker
Oder wenn ich mit dem Sport anfange, nicht immer so komisch abhusten am Anfang.

Persönliche Ziele formulieren

00:06:44
Speaker
Das ist irgendwie auch eklig.
00:06:45
Speaker
Und ich werde aber auch fitter.
00:06:46
Speaker
Und ich weiß, wenn ich mal... Das erzählen mir natürlich auch viele Ex-Raucher, wenn die dann auf einmal wieder angefangen haben, Sport zu machen, merken die, krass, das ist schon ein Unterschied.
00:06:58
Speaker
Von der Lunge, von der Kapazität her und so.
00:07:01
Speaker
Und dann wäre das ja etwas, oh, diesen Zustand wieder so zurückzubekommen, da hätte ich eigentlich wieder Lust drauf.
00:07:06
Speaker
Dann wäre das ein Annäherungsziel.
00:07:09
Speaker
Oder ich möchte auf Dauer...
00:07:10
Speaker
Man kann das ja noch weiterspinnen.
00:07:12
Speaker
Ich möchte auf Dauer für meine Kinder nicht später mit irgendwelchen Gefäßerkrankungen rumlaufen.
00:07:17
Speaker
Ich möchte eigentlich so lange wie möglich fit sein, am meisten ganz viel von denen mitbekommen.
00:07:22
Speaker
Also man kann das ja...
00:07:24
Speaker
motivational mal auch so ein bisschen weiter oder zu Ende ist, glaube ich, ein schwieriger Anspruch, aber zumindest mal so motivational beleuchten, was hinter Sachen sozusagen steht.
00:07:36
Speaker
Und wenn es sowas wie ist, ich möchte da Ordnung schaffen, Übersicht bekommen, wieder so ein Kontrollgefühl haben, Selbstwirksamkeit.
00:07:43
Speaker
Ich würde es einfacher machen.
00:07:44
Speaker
Ich gehe mal auf die emotionale Ebene.
00:07:49
Speaker
Ich möchte nicht mehr in Angst kommen,
00:07:52
Speaker
Leben, dass das Finanzamt mir so hinterher läuft und sondern ich möchte wieder ruhig schlafen können.
00:08:02
Speaker
gut und ruhig schlafen können, mich selber darum kümmern lernen, damit ich, also es ist eine Art der Selbstfürsorge, die ich da lernen möchte, Selbstfürsorge für diese Nacharbeit von getaner Arbeit und dass das einfach ein Schritt der Arbeit noch ist, der mich ruhig schlafen lässt.
00:08:19
Speaker
Das wäre das Annäherungsziel.
00:08:23
Speaker
Trifft es das?
00:08:24
Speaker
Ja, ist schon eine Motivation.
00:08:29
Speaker
Man kann sich das immer genauer angucken, wenn man wieder ruhiger schläft und entspannter ist.
00:08:36
Speaker
Dann ist man vielleicht auch am Tag.
00:08:38
Speaker
Wir sind ja auch in der geschäftigsten Zeit unseres Lebens, zwischen 40 und Anfang 50, mit Kindern, mit Job, Selbstständigkeiten usw.,
00:08:53
Speaker
Da ist ja sowieso total viel Stress, aber dann hat man dafür trotzdem auch Kapazitäten, das ist auch ein wichtiger Punkt.
00:09:01
Speaker
Und ja, total wichtig.
00:09:04
Speaker
Magst du auch eins teilen?
00:09:06
Speaker
Einen Vorsatz oder Teil eines Vorsatzes vielleicht, was du dir vorgenommen hast?
00:09:10
Speaker
Ja, kann ich gerne machen.
00:09:11
Speaker
Und zwar, ich würde gerne einen Vorsatz, der sich eigentlich seit dem letzten Sommer bei mir aufgetan hat, fortführen.
00:09:23
Speaker
Und zwar habe ich im Sommer...
00:09:28
Speaker
im Rahmen von einem Urlaub eine Ernährungsberatung gemacht.
00:09:31
Speaker
Und jetzt, weißt du ja auch, also ich dachte eigentlich, ich kenne mich da ganz gut mit aus.
00:09:37
Speaker
Aber was ich da gemacht habe, war eine individuelle, hormonbasierte Beleuchtung meines körperlichen Zustands.
00:09:47
Speaker
Und dann hat mir jemand, der sich da sehr gut mit auskannte, gesagt, naja, pass mal auf,
00:09:52
Speaker
Deine Ernährungsweise, so wie die bis jetzt ist, unterstützt eigentlich zum Beispiel, dass du mal immer wieder so Energieverlustphasen im Laufe des Tages hast.
00:10:04
Speaker
Obwohl du Power hast, aber das kommt schon auch von der Ernährung.
00:10:08
Speaker
Und das macht eben was Hormonelles und so weiter, hat das sehr ausgeführt.
00:10:13
Speaker
Und habe dann tatsächlich seit dem Sommer angefangen, die Ernährung auch umzustellen.
00:10:18
Speaker
Hab das erstmal ausprobiert.
00:10:20
Speaker
Ich habe das natürlich auch, was ja auch sinnvoll ist, das auch mit sozialer Unterstützung zu machen.
00:10:27
Speaker
Ich habe das auch meiner Frau besprochen, die hat ja auch diese Beratung gemacht und es gab auch ein paar Überschneidungen, aber es gab auch ein paar Abweichungen.
00:10:34
Speaker
Und seitdem mache ich das wirklich...
00:10:37
Speaker
bis auf Wochenends mal, schon so, dass ich mich morgens zum Beispiel Paleo ernähre, also wirklich nur Eiweiß und gute Fette, mittags, wenn es irgendwie geht auch.
00:10:48
Speaker
Und abends hat er gesagt, sollst du dir

Warum ist der Winter ungünstig für Vorsätze?

00:10:50
Speaker
zwei Drittel deiner Kohlenhydrate zuführen.
00:10:52
Speaker
Und weil das wiederum eine super Auswirkung auch auf die Melatonin-Produktion hat, die wiederum fürs Schlafen essentiell ist.
00:10:59
Speaker
Bei den Langketting-Kohlenhydraten.
00:11:00
Speaker
Genau, bei den Langketting-Kohlenhydraten.
00:11:03
Speaker
Und ich habe das gemacht und ich habe seitdem wirklich deutlich mehr Energie tagsüber.
00:11:09
Speaker
Es ging mir gar nicht um Gewichtsreduktion, aber trotzdem gibt es auch positive körperliche Veränderungen.
00:11:15
Speaker
Und ich finde das wirklich einen sehr guten Schritt.
00:11:19
Speaker
Plus, das würde ich auch gerne fortführen.
00:11:22
Speaker
Also das ist, glaube ich, das, was man heutzutage als Micro-Habits macht.
00:11:26
Speaker
Wirklich kleine Schritte definieren und daraus Routinen sozusagen zu etablieren.
00:11:31
Speaker
Wenn ich morgens aufstehe, das Erste, was ich mache, zwei Gläser Wasser trinken.
00:11:35
Speaker
Mhm.
00:11:37
Speaker
Und später erst mit Kaffee in den Tag starten.
00:11:41
Speaker
Ich bin auch ein totaler Kaffeegenussmensch.
00:11:44
Speaker
Aber das wirklich nochmal später zu machen, bekommt mir total gut.
00:11:50
Speaker
Und das sind so kleine Sachen, die ich fortführen möchte.
00:11:56
Speaker
Und ich habe mir vorgenommen, wenn es irgendwie möglich ist, jeden Tag, ob jetzt formell oder informell, zu meditieren.
00:12:04
Speaker
Und das habe ich bis jetzt...
00:12:07
Speaker
Bis jetzt habe ich das eingehalten.
00:12:08
Speaker
Das hast du tatsächlich im Sommer alles gemacht?
00:12:12
Speaker
Seit dem Sommer.
00:12:13
Speaker
Das hat mir sozusagen nochmal ein bisschen die Augen geöffnet.
00:12:16
Speaker
Und ich glaube, das ist vielleicht auch schon so eine erste Erkenntnis, die ich einfach mal mitgeben möchte, sich in Materie auch so ein bisschen individuell reinzufuchsen.
00:12:27
Speaker
Wie passt das zu einem wirklich?
00:12:28
Speaker
Wie passt das ins Leben?
00:12:30
Speaker
Auch vielleicht auch mit der Umgebung, in der man lebt, mit der Familie und so weiter.
00:12:34
Speaker
Das mal so zu besprechen, ist, glaube ich, extrem wichtig.
00:12:37
Speaker
Und da dann auch vielleicht Unterstützung zu bekommen.
00:12:41
Speaker
Und das...
00:12:42
Speaker
Das würde ich gerne fortführen, weil es mir einfach echt gut tut.
00:12:45
Speaker
Ich fühle mich da fitter und wacher und habe nicht mehr so diese, ich meine, du kennst das ja auch, wir arbeiten beide in der Psychosomatik.
00:12:56
Speaker
Was bekommt man von Patienten zum Ende der Behandlung oder zu Weihnachten geschenkt?
00:13:02
Speaker
Schokolade ohne Ende, also Kohlenhydrate, Kohlenhydrate.
00:13:07
Speaker
Also liebe Zuhörerinnen da draußen, nicht, dass Sie meinen Kollegen jetzt hier missverstehen.
00:13:13
Speaker
Stoppen Sie auf keinen Fall die Schokoladengeschenke oder Zufuhr.
00:13:19
Speaker
Also nicht wegen mir.
00:13:22
Speaker
Bei Herrn Schmitz gerne, beim Dr. Dennis, aber bei mir bitte weiter Schokolade.
00:13:27
Speaker
Ich bin völlig deiner Meinung.
00:13:28
Speaker
Was ich total spannend finde, Dennis, ist, dass du
00:13:31
Speaker
im Sommer, die diese Vorsätze gegeben hast und im Sommer auch in der Lage warst, sie so lange durchzuziehen.
00:13:39
Speaker
Und ich glaube tatsächlich, dass ein Großteil der Vorsätze, die Menschen sich, vielleicht auch du da draußen, gefasst haben, nicht funktionieren, weil sie zur falschen Jahreszeit gefasst werden, um den Jahreswechsel.
00:13:52
Speaker
Denn sie finden statt im Winter.
00:13:54
Speaker
Und der Winter steht natürlich im Naturkreislauf für Stillstand vor.
00:14:00
Speaker
Für Tod, für Rückzug, für nach innen ziehen, zusammenziehen und nicht für Entfaltung.
00:14:08
Speaker
Und der Jahreswechsel...
00:14:11
Speaker
Der ist eigentlich erst festgelegt worden von tatsächlich Julius Cäsar.
00:14:16
Speaker
Und zwar ist das ja der Julianische Kalender gewesen.
00:14:19
Speaker
Und der hat halt aus bestimmten Gründen wegen Amtszeiten, Steuern, Militär und so weiter, 46 vor Christus, den Julianischen Kalender angelegt und wollte Ordnung in das chaotische römische Kalendersystem bringen.
00:14:32
Speaker
Und dann wurde der 1.
00:14:33
Speaker
Januar der offizielle Jahresbeginn.
00:14:36
Speaker
Das ist auch so geblieben

Geschichte des Neujahrsdatums

00:14:37
Speaker
bis zum gregorianischen Kalender, wo das Ganze nochmal korrigiert wurde, weil der julianische Kalender elf Minuten zu lang war.
00:14:45
Speaker
Und dieser Umschlag vom Jahr, von einem Jahr ins nächste, wird von vielen Menschen aus psychologischer Sicht schon für falsch empfunden.
00:14:53
Speaker
Weil sie eigentlich sagen, Moment, der Winter ist doch noch mittendrin.
00:14:57
Speaker
Hört irgendwann im Februar, März auch meteorologisch auf.
00:15:00
Speaker
Und dann ist eigentlich der Jahresbeginn, wo es Frühjahr, wo diese Frühlingsgefühle auch kommen und hochkommen.
00:15:07
Speaker
Und wo ich auch jetzt empfehlen will, wir sind mit unserem Podcast noch nicht zu spät.
00:15:12
Speaker
Denn es ist nie zu spät, sich auch nochmal was vorzunehmen.
00:15:14
Speaker
Auch jetzt noch zu sagen, hey, wieso mache ich mir meinen Vorsatz nicht weiter?
00:15:20
Speaker
für die nächsten Wochen, Monate, für das Frühjahrfest oder für den Sommer, wo du ja gemerkt hast, da ist richtig Wärme drin.
00:15:30
Speaker
Und da werden natürlich auch solche Ziele viel freudiger verfolgt und haben dann vielleicht auch die Chance zu reifen und zu einer Routine zu werden innerhalb eines ganzen Sommers, wo man dann sagt, okay, jetzt habe ich jetzt durchgezogen, jetzt steht Weihnachten vor der Tür, die Fresserei geht los, aber vielleicht habe ich es nach sechs Monaten mich da auch ein bisschen zu mäßigen.
00:15:51
Speaker
Mir ging es genauso.
00:15:53
Speaker
Ich habe mir auch im Sommer meine Ernährung umgestellt und habe das im Winter durchziehen können.
00:15:59
Speaker
Mit Abstrichen.
00:16:01
Speaker
Mit Milde mit mir selber auch.
00:16:03
Speaker
Ich konnte Milde mit mir sagen, das ist ein Unterschied, ob ich mich jetzt mit Schokolade voll esse und dann sage, ja, jetzt ist auch egal.
00:16:10
Speaker
Oder ob ich sage, nein, ich mache das jetzt.
00:16:12
Speaker
Nach dem Raclette sogar noch das Tannenbaum-Eis von Bofrost.
00:16:16
Speaker
Ich weiß nicht, ob du das kennst.
00:16:18
Speaker
Und das war trotzdem in Ordnung.
00:16:23
Speaker
In vielen Kulturen wird tatsächlich auch noch das Neujahr dann gefeiert.
00:16:27
Speaker
Also viele agrarische Kulturen, römisches Urjahr oder der persische Novruz, das sind alles Kulturen, wo die Neujahrsfeste im März, April sind.
00:16:37
Speaker
Auch das chinesische Neujahr fängt später an, da kommen wir noch zu.
00:16:40
Speaker
Und mich würde tatsächlich auch in der Zukunft noch die TCM-Meinung zum Jahreswechsel interessieren.
00:16:46
Speaker
Wichtig nur, dass man einfach weiß, wenn sich das falsch anfühlt, in der Zeit so eine
00:16:52
Speaker
oder wenn man sich unter Druck fühlt, ich muss doch jetzt das nächste Jahr mal anders leben.
00:16:56
Speaker
Es ist vielleicht nicht die beste psychologische Ausgangslage.
00:17:02
Speaker
Psychische Ausgangslage.
00:17:04
Speaker
Ein wichtiger Punkt.
00:17:05
Speaker
Also quasi so seinen eigenen Kalender, inneren Kalender entwickeln.
00:17:12
Speaker
Und zu schauen, wann passt das für einen.
00:17:13
Speaker
Und vielleicht auch ein bisschen mehr nochmal mit den
00:17:17
Speaker
Ja, mit dem natürlichen Zyklen zu gehen, das finde ich einen total wichtigen Punkt.
00:17:21
Speaker
Also wenn im Frühjahr die Knospen sprühen, der Boden ist weich, also es ist wieder aufnahmefähig für neues Leben, also es können...
00:17:33
Speaker
Dinge wieder neu sprießen und das passt ja eigentlich auch viel besser.
00:17:37
Speaker
Das ist wieder heller draußen, die Tage sind wieder ein bisschen länger und man hat nicht um 17 Uhr schon das Gefühl, okay, jetzt kann ich auch gleich in zwei Stunden ins Bett gehen.
00:17:47
Speaker
Es sei denn, dann macht sich das passendes Licht zu Hause.
00:17:51
Speaker
Aber das sind ja auch alles so Faktoren, die dazu führen, dass man
00:17:55
Speaker
dass man dann schon sehr träge ist.
00:17:58
Speaker
Und warum sollte man da so ein, das hat ja auch was mit Stress zu tun, Sachen umzustellen, darauf zu achten.
00:18:09
Speaker
Es sind ja nicht wenige große Säugetiere, die jetzt Winterschlaf machen, die sich wirklich komplett zurückziehen und sagen, okay, ich habe mir einen Ranzen angefressen und von dem zähle ich jetzt und
00:18:22
Speaker
Wir sind ja noch auch verwandt mit vielen dieser Tiere.
00:18:27
Speaker
Hast du dir, als du diese Ernährungsumstellung gemacht hast, hast du da zu dem Zeitpunkt eine bewusste Struktur oder das Ziel irgendwie schriftlich verankert oder mit dir selber ausgemacht?
00:18:37
Speaker
Oder war die Motivation so groß, dass du es gar nicht brauchtest, dir da so eine Struktur geben zu?
00:18:47
Speaker
Doch schon.
00:18:48
Speaker
Also ich habe es natürlich erstmal, wie gesagt, zu Hause besprochen, dass es auch in den Tag reinpasst.
00:18:55
Speaker
Ich habe angefangen, Dinge vorzubereiten.
00:18:58
Speaker
Zum Beispiel, ich mache jetzt ganz viel Omelettes morgens, aber auch mit frischem Gemüse, was ich dann aber am Abend vorher vorbereite, weil das morgens uns mit Kindern fertig machen und so weiter einfach zeitlich nicht passt.
00:19:10
Speaker
Also ich habe wirklich mir auch schon konkrete Räume zur Vorbereitung gesucht.
00:19:16
Speaker
Und habe mir dann auch, also ich will es jetzt auch nicht so ganz nur so machen, so am Wochenende esse ich auch morgens mal Brötchen natürlich, weil ich auch sehr gerne mag.
00:19:31
Speaker
Das heißt aber, ich habe mir jetzt auch nicht vorgenommen, ich muss es jetzt jeden Tag so machen, sondern aber in der Woche, gerade so in der Arbeitswoche, merke ich, das ist ein riesen Unterschied.
00:19:41
Speaker
geht es mir wirklich energetisch viel besser.
00:19:45
Speaker
Und ich fand, was ja auch immer ein großes Thema ist, dass so eine Vorgabe auch realistisch ist.
00:19:54
Speaker
Es kann auch mal sein, wenn morgens irgendwie doch zeitlich irgendwas schiefläuft, dass es dann auch nicht passiert.
00:20:00
Speaker
Das hattest du ja eben schon angedeutet.
00:20:02
Speaker
Dann gehe ich da jetzt nicht so hart mit mir ins Gericht und verurteile mich und sage, Mist, habe ich das nicht gemacht und bin total gefrustet, sondern
00:20:10
Speaker
Da finde ich diesen Gedanken eigentlich auch gut, eher mit Selbstmitgefühl auf sich einzugehen und zu sagen, da gab es jetzt gerade auch einen Kontext zu.

SMART-Regel und Zielerreichung

00:20:23
Speaker
Du hast dir das zwar vorgenommen, aber da gab es jetzt gerade einen guten Grund, warum es vielleicht gerade mal nicht geklappt hat.
00:20:30
Speaker
Es ist aber auch jetzt kein Beinbruch, einfach ein
00:20:33
Speaker
Guck einfach morgen, wenn es dir gut tut, guck, dass du es morgen weitermachst.
00:20:38
Speaker
Also dass man da auch so ein bisschen genetiger mit sich auch ist.
00:20:42
Speaker
Ja, finde ich wichtig, dass es noch nicht mal eine Scheiterkultur ist, sondern dass es überhaupt noch nicht in die Kategorie Scheitern fällt, wenn Ausnahmen die Regel präsentieren.
00:20:56
Speaker
Bilden.
00:20:58
Speaker
Heute ist der Ausnahmetag.
00:21:00
Speaker
Fertig, nächsten Tag geht es weiter mit der Regel.
00:21:03
Speaker
Und dennoch gibt es natürlich, vielleicht kennen das die ZuhörerInnen da draußen auch schon, natürlich gibt es Möglichkeiten, das Ganze trotzdem so ein bisschen zu strukturieren.
00:21:12
Speaker
Wenn ich jetzt merke, ich bin immer wieder bei Vorsätzen oder Zielen, komme ich gar nicht erst ins Beginnen oder bei mir bricht es immer schon nach ein paar Tagen ab, dann kann man das Ganze mal so ein bisschen aufdröseln mit der SMART-Regeln.
00:21:27
Speaker
Also smart wie das Englische schlau oder gewieft, würde ich jetzt so übersetzen.
00:21:34
Speaker
Und zwar steht das, die Smart-Regel steht für eine, ja, eine Methoden- oder ein Motivations-, oder ein Strukturierungswerkzeug, würde ich es nennen.
00:21:44
Speaker
Und zwar steht das S für spezifisch.
00:21:48
Speaker
Das heißt, das Ziel muss wirklich klar und eindeutig sein.
00:21:53
Speaker
Wenn ich
00:21:54
Speaker
ein rein emotionales Ziel vielleicht habe oder eins, was aus dem Mangel entsteht, ich will fitter werden, weil ich mich so unfit fühle, dann wird daraus natürlich keine Tat.
00:22:04
Speaker
Wenn ich mich einfach nur fitter, wenn ich fitter werden will.
00:22:07
Speaker
Wenn ich mir aber jetzt wirklich das konkrete Ziel setze und sage, ich gehe jetzt 3 mal 30 Minuten die Woche laufen, dann habe ich das schon spezifiziert und das Gehirn braucht eben diese Konkretion, sonst bleibt alles diffus.
00:22:21
Speaker
Und mit diesem S, mit diesem Spezifischen, habe ich überhaupt erstmal eine Idee, was ich überhaupt da tun möchte.
00:22:27
Speaker
Das M von Smart steht für messbar und das ist das Kriterium, ob ich es dann auch wirklich getan habe und zwar in dem Fall einfach, wenn ich sage, ich gehe 3x30 Minuten die Woche laufen, dann kann ich natürlich messen.
00:22:39
Speaker
Ja, habe ich getan.
00:22:41
Speaker
Ich kann sogar diese Milde, von der wir gesprochen haben, für mich nutzen, dass ich sage, wenn ich nur zweimal 30 Minuten laufen war, ist völlig in Ordnung, weil ich ja nächste Woche dann viermal laufe und das wieder aufhole, zum Beispiel, wenn ich da mehr Motivation habe.
00:22:54
Speaker
Damit kann ich dann eigentlich auch ganz gut arbeiten mit der Messbarkeit.
00:22:59
Speaker
Das Ganze muss A, attraktiv sein.
00:23:03
Speaker
Das ist ein wichtiger Punkt.
00:23:07
Speaker
Oder zumindest akzeptiert.
00:23:10
Speaker
Auch das kann akzeptiert sein.
00:23:12
Speaker
Und zwar, dass ich mir überhaupt überlege, warum ist das denn für mich überhaupt ein Ziel?
00:23:18
Speaker
Mache ich das, weil man das halt so macht mit dem Joggen gehen?
00:23:22
Speaker
Oder will ich laufen, weil ich weiß vom...
00:23:26
Speaker
Danach-Ergebnis fühle ich mich jedes Mal freier.
00:23:28
Speaker
Ich fühle mich zwar jetzt nicht so, aber wie ich vorhin sagte, ich möchte eigentlich sorgenfreier sein.
00:23:34
Speaker
Dann ist das natürlich ein akzeptiertes und attraktives Ziel.
00:23:37
Speaker
Wenn mir das wirklich was bringt, abseits vom Laufen selbst.
00:23:42
Speaker
Das Laufen selbst ist natürlich irgendwann der Weg, wo man sagt, okay, das kriegt selbst Zweck.
00:23:47
Speaker
Aber erstmal dient es natürlich einem höheren Ziel, und zwar, dass ich mich wieder freier fühle oder mich befreien kann.
00:23:54
Speaker
Und das ist das Attraktive oder Akzeptierte daran.
00:23:56
Speaker
Und das kratzt auch so die Motivation an, dass man sagt, okay, das motiviert mich wirklich.
00:24:01
Speaker
Ansonsten bin ich mit Motivation und Disziplin ein bisschen vorsichtig.
00:24:06
Speaker
Das vierte wäre das Realistische, das R. Und das muss eben gerade, wie wir schon auch oft mal sprechen, wir sind beide Familienväter, hast du eben gesagt, ist das denn realistisch, wenn ich dreimal 30 Minuten laufen gehe oder wenn ich mir noch größere Ziele dreimal 60 Minuten laufen gehe?
00:24:22
Speaker
Ist das wirklich machbar?
00:24:24
Speaker
Ist das wirklich realistisch?
00:24:25
Speaker
Oder muss ich da Abstriche machen und mit einem kleineren Ziel beginnen, weil es einfach...
00:24:31
Speaker
schon zum Scheitern verurteilt ist, wenn der Realismus fehlt.
00:24:35
Speaker
Und das schützt einen halt vor Selbstüberforderung.
00:24:39
Speaker
Das Ganze muss terminiert sein.
00:24:42
Speaker
Damit ist nicht das Spezifische gemeint, wie diese 3x30 Minuten, sondern von wann fängt es an und wann hört es auf.
00:24:51
Speaker
Wenn es nie aufhört,
00:24:52
Speaker
würde ich es mir dennoch aufteilen in kleine Zwischenziele.
00:24:55
Speaker
Man sagt, dreimal 30 Minuten bis März.
00:24:59
Speaker
Oder wir fangen lieber im Frühjahr an bis Sommer.
00:25:02
Speaker
Und dann vielleicht dreimal 45 Minuten, weil der Umfangsteigern immer die beste Progression ist.
00:25:12
Speaker
Diese Smart-Regel, die kann helfen, die kann auch dir da draußen helfen, wenn du wirklich eben um so diffuse Ziele gehst,
00:25:20
Speaker
herumeierst, wenn du wirklich nicht richtig einlochen kannst, sage ich mal beim Golf, wenn du irgendwie immer daneben, dann hilft dir das wirklich, das spezifisch und messbar attraktiv realistisch zu terminieren und dann ist das eine Möglichkeit.

Herausforderungen bei Motivation und Disziplin

00:25:39
Speaker
Dennoch
00:25:41
Speaker
bin ich immer ein bisschen vorsichtig, was das Motivieren und das Disziplinieren angeht.
00:25:48
Speaker
Viele Menschen...
00:25:51
Speaker
Das beobachte ich so.
00:25:52
Speaker
Du hast es ja auch gesagt, Vermeidungsziele möchten Unangenehmes vermeiden und setzen sich deshalb Ziele, um eine unangenehme Situation nicht mehr aushalten zu müssen.
00:26:02
Speaker
Könnte zum Beispiel sein.
00:26:04
Speaker
Und dann ist man vielleicht sogar eine Weile, aus irgendeinem Grund, weil man sich ja noch an Silvester mit seinem Kupel die Kante gibt und sagt, okay, ab morgen geht es und so weiter.
00:26:14
Speaker
Man ist vielleicht motiviert, aber Motivation ist sehr, sehr schnell aktiv.
00:26:20
Speaker
Am Schwanken.
00:26:22
Speaker
Und dann kann man vielleicht sagen, Disziplin ist wichtiger, weil es muss nicht immer Spaß machen, aber auch Disziplin endet, wenn das Ziel nicht näher rückt oder wenn vielleicht nicht ganz klar ist, für wen mache ich das eigentlich hier.
00:26:39
Speaker
Das finde ich einen sehr, sehr wichtigen Aspekt.
00:26:42
Speaker
Ja, genau.
00:26:44
Speaker
Und wenn ich eine Brücke schlagen darf zu den, ja eigentlich auch den letzten beiden Folgen, die wir schon aufgenommen haben, falls ihr die noch nicht gehört habt, dann hört da gerne nochmal rein.
00:26:57
Speaker
Da gibt es ja einen ganz wichtigen Aspekt, der jetzt gerade, finde ich, jetzt auch bei diesem Thema ja super dazu passt, nämlich Motivation.
00:27:05
Speaker
Das ist ja so ein Überbegriff,
00:27:08
Speaker
Und wenn man aber denkt, du musst mal mehr laufen gehen und dann wirst du, weiß ich nicht, fitter, schlanker, dann wäre es ja trotzdem nochmal wichtig zu gucken, ob das eigentlich wirklich mein eigener Wunsch ist.
00:27:23
Speaker
Also ist Laufen eigentlich mein Ding oder ist das mir eigentlich herangetragen worden und muss ich jetzt irgendwie doch eher die Erwartungen von anderen auch erfüllen?
00:27:33
Speaker
Das ist ja ein ganz wichtiger Punkt.
00:27:36
Speaker
Und ich gucke ja auch viele, weiß nicht, bei Social Media und so gucke ich mir natürlich auch viele Sportsachen an und die sind natürlich super gemacht, diese Motivational Training Videos, wo man auch so denkt, puh,
00:27:52
Speaker
Klar möchte man so aussehen und so fit sein, aber ist es denn eigentlich das, was man eigentlich wirklich gerade möchte oder läuft man sozusagen dann einem Ziel hinterher, was wieder, wie war denn das Weihnachtsthema?
00:28:06
Speaker
Muss ich dann die Erwartungen zu Weihnachten sozusagen erfüllen, weil das alle an mich herantragen oder kann man einfach auch sagen, meine Erwartung wäre aber an der Stelle eine ganz andere?
00:28:16
Speaker
Und dann auch zu gucken, ist es die Sportart, ist es der richtige Zeitpunkt, was weiß ich.
00:28:24
Speaker
Also das sind ja auch Fragen, die man sich da stellen kann.
00:28:29
Speaker
Definitiv.
00:28:30
Speaker
Wenn du gerade von diesen, ich weiß jetzt nicht, wie viele von den Zuhörern sich auskennen mit Werbung, die einem irgendwie das Blaue vom Himmel verspricht, dann
00:28:43
Speaker
Das gibt es ja eigentlich für jedes Genre,

Veränderung und Identität

00:28:46
Speaker
sage ich mal.
00:28:46
Speaker
Das muss ja nicht der Sport sein, das kann ja auch für Beauty oder irgendwas sein, für den Hauskauf oder keine Ahnung was.
00:28:53
Speaker
Bei mir fällt auf, bei diesen Videos gibt es immer ein ganz, ganz schnelles Erkennungsmerkmal, wo man weiß, es ist scheiße.
00:29:02
Speaker
Wirklich.
00:29:03
Speaker
Willst du es verraten?
00:29:04
Speaker
Ja, ich verrate es.
00:29:07
Speaker
Alle von diesen Videos oder von diesen Methoden versprechen eine Abkürzung.
00:29:13
Speaker
Guter Punkt.
00:29:14
Speaker
Und das ist eine Sache, wo ich sofort hellhörig werde, weil ehrlich gesagt, und das will ich auch gar kein Blatt vom Mund nehmen, wenn man sich in irgendeiner Form aus einem Muster befreien muss, dann muss man sich meistens leider den Arsch aufreißen.
00:29:32
Speaker
Das ist einfach so.
00:29:33
Speaker
Und es gibt da keine Abkürzung.
00:29:35
Speaker
Ja, Tai Chi Walking.
00:29:37
Speaker
Du musst einfach nur noch gehen und dich dabei entspannen und auf einmal wachsen die Muskeln.
00:29:40
Speaker
Nein, das ist eine Abkürzung.
00:29:41
Speaker
Das glaube ich nicht.
00:29:43
Speaker
Ich glaube das nicht, wenn mir Abkürzungen versprochen werden, sondern wenn mir jemand sagt, pass auf, ich helfe dir, aber das wird der Weg durch die Hölle.
00:29:54
Speaker
Ja, dann würde ich sagen, okay, scheiße, will ich nicht, aber das hört sich so an, als würdest du der Richtige sein, der mich da durchbringt.
00:30:00
Speaker
So, das ist das Entscheidende.
00:30:02
Speaker
Dann weiß ich, wenn jemand sagt, ey, es wird nicht leicht, aber ich helfe dir, ich war da schon drin und ich helfe dir da raus.
00:30:08
Speaker
So, das ist immer wieder der Punkt, wo ich merke, das ist der Unterschied zwischen einer schnellen Nummer und die Leute wollen Abkürzungen, ja, und wundern sich, dass sie immer wieder in der gleichen Sackgasse landen, so.
00:30:21
Speaker
wenn man sich die Hände nicht schmutzig machen will, wenn man sich nicht anstrengen will.
00:30:26
Speaker
Um bei dem Punkt, ob das wirklich was mit mir zu tun hat, zu bleiben, für mich ist das der wichtigste Punkt für alle Vorsätze, ist die Identität.
00:30:35
Speaker
Nicht die Motivation, nicht die Disziplin, die ich brauche, sondern kann ich mich überhaupt damit identifizieren und dienen meine Vorsätze meiner Identität oder versuche ich mir eine Identität zu erarbeiten?
00:30:50
Speaker
Und wenn ich das merke, ich will eine Identität haben, dann bin ich auf dem falschen Dampfer.
00:30:57
Speaker
Ich habe mal von Sadhguru, das ist ein indischer Yoga-Lehrer, der sehr viel Bekanntheit besitzt, medial, auch nicht kritiklos, aber er sagt sehr viele lustige Sachen auch, muss man sagen.
00:31:08
Speaker
Und er hat mal gesagt, sein, tun, haben, nicht umgekehrt.
00:31:15
Speaker
Erstmal muss ich das für mich machen und für mich verkörpern,
00:31:19
Speaker
und jemand sein, dann kommt automatisch aus dem Sein, kommt das Tun, jeder Handgriff wird aus einer Identität erfolgen und dann irgendwann kommt etwas vielleicht auf mich zurück.
00:31:35
Speaker
Und wir haben das häufig im Westen, muss man da vielleicht auch anderswo, aber man sagt immer im Westen, das wäre das irgendwie was Negatives, aber wir haben es häufig umgekehrt, ich will irgendwas haben, was muss ich dafür tun und wer werde ich vielleicht dadurch?
00:31:48
Speaker
Aber es ist
00:31:49
Speaker
eigentlich erstmal Selbstarbeit, mit sich selbst klarkommen.
00:31:58
Speaker
Und das finde ich auch ganz wichtig, dass es häufig bei den Vorsätzen, wenn man Motivation und Disziplin braucht, da geht es häufig um Selbstoptimierung, um Regulation und auch über die Smart-Regel auch klar messbar werden, kontrollierbar sein.
00:32:14
Speaker
Ich finde, das ist ein sehr kunstloser Weg.
00:32:20
Speaker
wenn ich in der Kunst, wenn ich Dinge erstmal mit meiner Emotionalität verarbeite, da werden wir vielleicht auch noch zu kommen in den nächsten Folgen, mal mit einer Gestaltungstherapeutin, was kann ich eigentlich ausdrücken und so weiter.
00:32:33
Speaker
Vielleicht werden dann Ziele aus meinem Herzen mehr sichtbar als aus meiner Kognition, die ja häufig fremd beeinflusst ist, wie du schon sagst, wo Menschen mir irgendwas gesagt haben und so.
00:32:45
Speaker
Mir ist es ehrlich gesagt ein bisschen zu kunstlos, nur mit einem
00:32:49
Speaker
Vorsatz und einem rationalen Ziel, mich dann auch so selber in so eine Maschine der Kontroll- und Regulationsmechanismen zu begeben.

Achtsamkeit und Selbstsein

00:33:00
Speaker
Weiß nicht, wie du das siehst.
00:33:03
Speaker
Ja, sehe ich sehr ähnlich.
00:33:05
Speaker
Und ich musste gerade nochmal an ein Buch denken, was da super zu passt.
00:33:10
Speaker
Und zwar Achtsamkeit mitten im Leben von der Dr. Britta Hölzel, was ich wirklich auch sehr empfehlen kann.
00:33:17
Speaker
Und da wurde das Thema, also die Definition Achtsamkeit ist glaube ich ja bekannt.
00:33:23
Speaker
Aber wie dieser Begriff doch mittlerweile auch eigentlich ja sehr inflationär benutzt wird,
00:33:32
Speaker
Und die Kehrseite dessen, und deswegen, ich glaube, das passt auch zu der Kehrseite von gewissen Vorsätzen oder von dem Aspekt, den du gerade genannt hast, wenn es
00:33:41
Speaker
die nächste Selbstoptimierungsfalle oder der nächste Selbstoptimierungszwang wird, dem man hinterherläuft und der einen wiederum stresst.
00:33:52
Speaker
Jetzt beim Beispiel Achtsamkeit soll es ja genau darum eigentlich nicht gehen.
00:33:57
Speaker
Wenn John Kabat-Zinn sagt, das kennst du auch noch aus unserer gemeinsamen Arbeit,
00:34:03
Speaker
gehen Sie mal in sich, nehmen Sie mal wahr, was gerade da ist und es gibt erstmal nichts zu tun, noch nicht mal zu entspannen, dann ist das natürlich für den Westler, der dann in so einen Mindful-Based Stress-Reduction-Kurs geht und sagt, ich muss jetzt entspannen.
00:34:23
Speaker
Dann sitzt er da und dann sagt so ein schlauer Mensch, der das schon durchschaut hat, sagt dann, es gibt erstmal nichts zu tun, noch nicht mal zu entspannen.
00:34:32
Speaker
Und dann fängt nämlich da oben im Kopf genau das an, dass man denkt, äh, Moment, eigentlich war meine Vorstellung, ich komme jetzt hier hin und bin dann total entspannt.
00:34:40
Speaker
Warum sagt der jetzt, ich muss jetzt noch nicht mal entspannen?
00:34:43
Speaker
Also wirklich so in diesem Moment zu bleiben, das mal wirklich nicht zu bewerten und dann mal zu gucken, was...
00:34:49
Speaker
Wie ist das eigentlich, wenn man mit sich gerade da auch im Kontakt ist und sich mal ein bisschen abgrenzt von diesen ganzen Sachen, die so von außen auf einen einprasseln und sozusagen einen extern motivieren, da immer wieder mal in die Differenzierung zu gehen, sich da Räume zu schaffen und zu reflektieren.
00:35:10
Speaker
möchte ich das eigentlich oder möchte ich das eigentlich nicht, dann kann ich es auch sein lassen.
00:35:14
Speaker
Dann brauche ich jetzt nicht anzufangen, mir nach der Smart-Regel da irgendwelche Pläne zu machen, wenn ich am Ende des Tages gar nicht so das Gefühl habe, dass das gerade so wirklich passend für mich ist.
00:35:27
Speaker
Ja, kann ich dir total zustimmen?
00:35:29
Speaker
Würde das Ganze sprachlich nochmal eine Nuance erweitern von möchte ich das eigentlich zu bin ich das eigentlich?
00:35:38
Speaker
Bin ich, genau.
00:35:40
Speaker
Wenn ich sage, ich habe mit dem Rauchen aufgehört, dann kann ich mir ganz schön viele Angriffspunkte setzen lassen oder selber setzen.
00:35:50
Speaker
Wenn ich aber sage, ich bin Nichtraucher oder sie sagen, du hast doch mal geraucht, aber jetzt bin ich Nichtraucher.
00:35:55
Speaker
Das hat sehr, sehr viel Kraft zu sagen.
00:35:58
Speaker
Dann muss ich mich nicht mehr fragen, möchte ich das, wenn ich weiß, ich bin das jetzt.
00:36:04
Speaker
Und das ist so die Einladung, die ich gerne nach draußen schicken würde,
00:36:07
Speaker
Wenn du momentan mit einem Ziel unterwegs bist, wo du gar nicht so richtig, wo du immer wieder am Hadern bist, frag dich doch mal, bin ich das denn gerade, was

Ursprung von Vorsätzen hinterfragen

00:36:20
Speaker
ich da tue?
00:36:20
Speaker
Oder möchte ich das Sein statt haben?
00:36:25
Speaker
Und dann kommt natürlich, dass ich mich hinterfragen muss, mache ich das Ganze mit den Vorsätzen und den Zielen gerade aus dem sozialen Vergleich heraus?
00:36:36
Speaker
Oder mache ich es aus Schuldgefühlen, Angst, nicht gut genug zu sein.
00:36:41
Speaker
Oder eben auch einfach wegen dieses Jahreswechseldrucks.
00:36:43
Speaker
Und dann kann das Ganze auch manchmal abfallen.
00:36:46
Speaker
Und das kann total gut sein, sich diesem Vorsatz nicht hinzugeben, dem Ziel nicht hinzugeben, sondern das einfach fallen zu lassen.
00:36:54
Speaker
Und auch das kann ein Vorsatz sein.

Meditation über Ziele und Motivation

00:36:59
Speaker
Oder ein Absatz.
00:37:02
Speaker
Ich mache da einen Absatz drunter.
00:37:03
Speaker
Mhm.
00:37:05
Speaker
Und mach mal eine Leerzeile, um mal in der Bildsprache auch zu bleiben.
00:37:11
Speaker
Und dann schreibe ich wieder weiter, wenn es geht.
00:37:25
Speaker
Absolut.
00:37:28
Speaker
Nimm dir doch mal gerade einen Moment Zeit und wenn du nicht gerade Auto fährst oder
00:37:35
Speaker
mitten im Gespräch mit jemandem bist, dann schließ doch mal deine Augen und stell dir vor, du stehst am Fuß eines Berges.
00:37:43
Speaker
Es ist kein spektakulärer Berg, kein Gipfel mit Fahne, ein Berg, der einfach da ist.
00:37:52
Speaker
Du weißt nicht, ob du ihn heute besteigen willst.
00:37:55
Speaker
Du weißt nur, er ist vor dir.
00:38:00
Speaker
Nimm einen Moment wahr,
00:38:02
Speaker
wie du dich fühlst, wenn du ihn anschaust.
00:38:06
Speaker
Neugier, Druck, Erschöpfung.
00:38:13
Speaker
Oder dieses leise, ich sollte... Schau jetzt genauer hin.
00:38:25
Speaker
Dieser Berg ist kein fremdes Ziel.
00:38:29
Speaker
Er steht für das, was du dir...
00:38:32
Speaker
gerade vorgenommen hattest.
00:38:34
Speaker
Ein Vorsatz.
00:38:36
Speaker
Ein Plan.
00:38:38
Speaker
Ein Ab jetzt mache ich.
00:38:46
Speaker
Und bevor du losgehst, stell dir eine einfache Frage.
00:38:52
Speaker
Warum will ich da eigentlich hoch?
00:38:57
Speaker
Nicht die vernünftige Antwort.
00:38:59
Speaker
Nicht die
00:39:00
Speaker
die man erzählen kann, die ehrliche.
00:39:04
Speaker
Vielleicht merkst du, du willst hoch, weil andere sagen, dass man da hoch sollte.
00:39:10
Speaker
Vielleicht, weil du glaubst, oben wirst du endlich richtig.
00:39:16
Speaker
Oder weil du Angst hast, unten nicht zu genügen.
00:39:21
Speaker
Lass diese Gründe da sein.
00:39:24
Speaker
Du musst sie nicht wegschieben.
00:39:27
Speaker
Jetzt stell dir vor,
00:39:29
Speaker
Du setzt den ersten Schritt.
00:39:34
Speaker
Spür deinen Körper, deinen Atem, deine Energie.
00:39:45
Speaker
Und frag dich beim Gehen, gehe ich aus mir heraus oder gehe ich gegen mich?
00:39:55
Speaker
Mit jedem Schritt darfst du langsamer werden,
00:39:59
Speaker
Du musst nicht beweisen, dass du es schaffst.
00:40:02
Speaker
Du darfst stehen bleiben.
00:40:08
Speaker
Und jetzt eine zweite Frage.
00:40:12
Speaker
Wenn ich oben ankomme, wer glaube ich dann zu sein?
00:40:18
Speaker
Nicht, was habe ich erreicht, sondern wer bin ich dann?
00:40:24
Speaker
Vielleicht taucht ein Bild auf, vielleicht auch nur ein Gefühl.
00:40:30
Speaker
Und dann frag dich ganz leise, bin ich das schon?
00:40:36
Speaker
Oder versuche ich gerade, mich selbst zu überholen?
00:40:40
Speaker
Stell dir jetzt vor, du drehst dich um, du schaust den Berg hinunter, du siehst den Weg, den du schon gegangen bist in deinem Leben, alles, was du warst, alles, was du geglaubt hast, werden zu müssen.

Abschluss und Einladung zum Feedback

00:40:56
Speaker
Und vielleicht merkst du,
00:40:59
Speaker
Du bist schon jemand, nicht erst oben.
00:41:04
Speaker
Jetzt kommt die wichtigste Stelle.
00:41:08
Speaker
Du darfst dir erlauben, den Berg nicht weiterzugehen.
00:41:14
Speaker
Oder weiterzugehen.
00:41:16
Speaker
Aber anders.
00:41:18
Speaker
Mit einem anderen Tempo oder einem anderen Ziel.
00:41:22
Speaker
Oder einfach mit der Klarheit.
00:41:26
Speaker
Ich gehe...
00:41:28
Speaker
weil es mir entspricht, nicht weil ich mich korrigieren muss.
00:41:35
Speaker
Und bevor du diese Innenschau verlässt, nimm dir eine letzte Frage mit.
00:41:40
Speaker
Dient das, was ich mir vornehme, meiner Identität?
00:41:47
Speaker
Oder soll es sie erst erschaffen?
00:41:52
Speaker
Du musst die Frage nicht beantworten.
00:41:55
Speaker
Es reicht, sie mitzunehmen.
00:42:02
Speaker
Lieber Pelle, es war mir eine Ehre, die erste Folge des neuen Jahres mit dir zu begehen.
00:42:08
Speaker
Ich fand das einen sehr inspirierenden Austausch und wünsche dir, wünsche uns allen einen guten Einstieg ins neue Jahr und wir bedanken uns bei den Zuhörern für den
00:42:22
Speaker
Support für die Treue.
00:42:23
Speaker
Hinterlasst gerne Anregungen, Fragen, Themen, die ihr mit uns mal besprechen und diskutieren wollt oder die wir für euch diskutieren können in den sozialen Medien und wir freuen uns auf die nächste Folge mit euch.
00:42:40
Speaker
Bis ganz bald.
00:42:41
Speaker
Bis ganz bald.
00:42:42
Speaker
Tschüss.
00:42:42
Speaker
Tschüss.