Zencastr
00:00:00
00:00:01
Speed1x
Format
Share
Embed
Report

Neujahrsvorsätze – warum ist der Winter vielleicht der falsche Zeitpunkt für Neuanfänge?

🎧 Folge 5: Neujahrsvorsätze – warum ist der Winter vielleicht der falsche Zeitpunkt für Neuanfänge? Der Jahreswechsel gilt als Zeit für Neuanfänge. Aber warum fühlen sich Vorsätze gerade im Winter oft schwer an? Warum fehlt Energie genau dann, wenn alles neu werden soll? Und was passiert, wenn wir versuchen, Veränderung gegen unseren eigenen Rhythmus durchzusetzen? Diesen Fragen gehen Dr. Dennis und Pelle in dieser Folge nach und schauen darauf, was sich verändert, wenn wir uns erlauben, innezuhalten, anstatt sofort loszulegen. 🔗 Links zur Folge: * Buchtipp aus der Folge: “Achtsamkeit mitten im Leben” von Dr. Britta Hölzel * Mehr zur SMART-Methode: https://www.aok.de/pk/magazin/wohlbefinden/selbstbewusstsein/so-funktioniert-die-smart-methode-fuer-neue-ziele/ * Website des Gezeiten Haus: www.gezeitenhaus.de [https://www.gezeitenhaus.de/] 💌 Schreib uns deine Gedanken zur Folge und Themenwünsche als Mail an: podcast@gezeitenhaus.de 📲 Folge uns auf Instagram: @gezeitenhaus [https://www.instagram.com/gezeitenhaus/] und Facebook [https://www.facebook.com/GezeitenhausKlinik/] 👉 Abonniere unseren Podcast, um keine Folge zu verpassen!

Transcript

Speaker: Und ich glaube, dass ein Großteil der Vorsätze, die Menschen sich gefasst haben, nicht funktionieren, weil sie zur falschen Jahreszeit gefasst werden, um den Jahreswechsel.

Speaker: Denn sie finden statt im Winter.

Speaker: Und der Winter steht natürlich im Naturkreislauf für Stillstand, für Tod, für Rückzug, für nach innen ziehen, zusammenziehen und nicht für Entfaltung.

Speaker: Herzlich Willkommen zum Podcast Alles nur Psyche mit Dr. Dennis und Pelle, der Podcast zu Psychosomatik und Psychotherapie.

Speaker: Hallo und herzlich Willkommen zur neuesten Folge unseres Podcasts Alles nur Psyche.

Speaker: Ich freue mich sehr, wieder mit dir die Köpfe zusammenzustecken, lieber Pelle, und möchte dich erstmal ganz herzlich begrüßen.

Speaker: Hi Dennis, ich freue mich auch heute das erste Mal in diesem Jahr wieder mit dir hier zusammen zu sitzen.

Speaker: Pelle, worum soll es heute gehen?

Speaker: Um Neujahrsabsätze.

Speaker: Neujahrsabsätze, okay, das muss ich mir erklären.

Speaker: Ja, es gibt in zig Podcasts dieser Welt das Thema Jahresvorsätze.

Speaker: Gerade am Ende des Jahres hat es das gegeben.

Speaker: Du hast es mir vor der Folge gesagt, wie viele dieser Vorsätze häufig schon, also was man strukturell messen kann, analytisch, schon wieder nicht eingehalten werden.

Speaker: Und das sieht man in Fitness-Apps.

Speaker: Das sieht man wahrscheinlich auch bei den Anmeldungen im Fitnessstudio.

Speaker: Auch da habe ich das mal gehört, dass die drastisch,

Speaker: Genau, hatte ich dir im Vorgespräch gesagt und war selber überrascht über die Prozentzahl.

Speaker: Also man geht davon aus, dass so Mitte Januar bereits 80 Prozent von Menschen, die sich jetzt in einem Fitnessstudio angemeldet haben oder bei so einer Fitness-App mit dem Ziel, jetzt regelmäßiger Sport zu machen, dass 80 Prozent dieses Ziel Mitte Januar schon nicht mehr erreicht haben.

Speaker: Also das ist krass.

Speaker: Da reden wir von zwei, drei Wochen.

Speaker: Ähm,

Speaker: Das finde ich erstaunlich und ich finde das ein gutes Thema, dass wir darüber sprechen und das Wort Neujahrsabsätze hatten wir ja so ein bisschen auch als Spaßwort genommen und vielleicht auch mal so einen Gewohnheitsbruch auch im

Speaker: mitzugeben, weil es natürlich jetzt ohne Ende Podcasts aus verschiedenen Richtungen gibt, wo Neujahrsvorsätze diskutiert werden, was sicherlich auch gut ist und informativ ist.

Speaker: Und gleichzeitig können wir ja mal ein bisschen schauen, was vielleicht auch aus der psychosomatischen, psychotherapeutischen Sicht vielleicht eben auch noch so Ideen wären, wie man damit umgehen kann.

Speaker: und vielleicht auch eigene Erfahrungen noch mal ein bisschen berichten.

Speaker: Was wäre denn, also eigene Erfahrungen berichten würde bedeuten, wir sagen vielleicht selber mal, was man sich so vorgenommen hat.

Speaker: Da fange ich nämlich einfach mal mit an.

Speaker: Ich habe mir ganz klar, bei mir ist das kein Vornehmen oder kein Vorsatz in dem Sinne, sondern ich

Speaker: habe das dann wirklich für das ganze Jahr, würde ich eher sagen, als Überschrift, dass ich mir sowas wie eine Buchüberschrift überlege, was ist denn mein Projekt, was über allem steht in diesem Jahr und das ist tatsächlich bei mir Ordnung und Aufräumen im Bereich,

Speaker: Finanzen, Finanzamt, Steuern und so, das ist einfach lang liegen geblieben, das kann ich so sagen.

Speaker: Da war ich mit anderen beschäftigt und das muss ich jetzt wirklich mal richtig aufkehren und das bedeutet für mich, der Sache eine Priorität zu geben, auch wenn ich sie nicht so gerne machen möchte, wie ich sollte.

Speaker: Und eher auch ins Müssen verfallen wollen würde, aber ich möchte wollen.

Speaker: Ich möchte das wollen oder ich will das möchten, wie auch immer.

Speaker: Das ist mein Vorsatz, mich da wirklich ganz gezielt hinzusetzen und zu sagen, heute ist wieder der Tag, wo ich mich darum kümmere und heute wieder und so.

Speaker: Mhm.

Speaker: finde ich sehr sinnvoll.

Speaker: Es gibt ja jetzt viel Literatur oder Informationen, die viele von den Zuhörern sicherlich auch schon kennen.

Speaker: Und da können wir ja vielleicht schon mal so ein bisschen einsteigen.

Speaker: Du hast ja sozusagen für dich schon so ein Ziel.

Speaker: Kann man das ein Ziel nennen?

Speaker: Du möchtest da Ordnung schaffen.

Speaker: Ist das ein Ziel für dich?

Speaker: Ja.

Speaker: Ja, und da wissen wir ja so ein bisschen auch aus der Forschung oder der Wissenschaft, dass es ja so unterschiedliche Zielstrukturen gibt, so Annäherungsziele und Vermeidungsziele.

Speaker: Das sind vielleicht so Begriffe, die ja sehr geläufig sind.

Speaker: Dieses Ziel, was du jetzt formuliert hast, du hast ja gesagt, ich würde es gerne wollen sozusagen oder mögen wollen, obwohl das natürlich

Speaker: Ich glaube, alle kennen Steuererklärungen einmal im Jahr oder was auch immer.

Speaker: Das sind ja so die Sachen, wo man denkt, gut, wenn man da vielleicht was zurückbekommt von der Steuer.

Speaker: Davon kann ich nicht ausgehen.

Speaker: Genau, aber genau.

Speaker: Also was für ein Ziel wäre es denn eigentlich dann für dich?

Speaker: Wäre es eher so ein Annäherungsziel oder ein Vermeidungsziel?

Speaker: Erklär mir das nochmal mit dem Annäherungs- und dem Vermeidungsziel, bitte.

Speaker: Wenn man zum Beispiel sagen würde, ich möchte nicht mehr rauchen, wäre das sozusagen ein Vermeidungsziel.

Speaker: Also ich möchte nicht mehr rauchen.

Speaker: Und dann ist natürlich jede Party, wo man dann doch irgendwie rückfällig wird und eine Kippe raucht, mit sehr viel Frust verbunden.

Speaker: Und dann wäre es ja sinnvoll, und das ist eigentlich auch so die aktuelle Empfehlung, so ein Vermeidungsziel vielleicht umzukehren und in ein Annäherungsziel umzuformulieren, nämlich mit so einer magischen Frage, sondern?

Speaker: Ich möchte nicht mehr rauchen, sondern... Und da geht es mehr über Annäherungsstilen, geht es mehr um die wirklich dahinterliegende Motivation oder vielleicht auch Lust.

Speaker: Also ich möchte... Ich möchte beim Sport...

Speaker: Oder wenn ich mit dem Sport anfange, nicht immer so komisch abhusten am Anfang.

Speaker: Das ist irgendwie auch eklig.

Speaker: Und ich werde aber auch fitter.

Speaker: Und ich weiß, wenn ich mal... Das erzählen mir natürlich auch viele Ex-Raucher, wenn die dann auf einmal wieder angefangen haben, Sport zu machen, merken die, krass, das ist schon ein Unterschied.

Speaker: Von der Lunge, von der Kapazität her und so.

Speaker: Und dann wäre das ja etwas, oh, diesen Zustand wieder so zurückzubekommen, da hätte ich eigentlich wieder Lust drauf.

Speaker: Dann wäre das ein Annäherungsziel.

Speaker: Oder ich möchte auf Dauer...

Speaker: Man kann das ja noch weiterspinnen.

Speaker: Ich möchte auf Dauer für meine Kinder nicht später mit irgendwelchen Gefäßerkrankungen rumlaufen.

Speaker: Ich möchte eigentlich so lange wie möglich fit sein, am meisten ganz viel von denen mitbekommen.

Speaker: Also man kann das ja...

Speaker: motivational mal auch so ein bisschen weiter oder zu Ende ist, glaube ich, ein schwieriger Anspruch, aber zumindest mal so motivational beleuchten, was hinter Sachen sozusagen steht.

Speaker: Und wenn es sowas wie ist, ich möchte da Ordnung schaffen, Übersicht bekommen, wieder so ein Kontrollgefühl haben, Selbstwirksamkeit.

Speaker: Ich würde es einfacher machen.

Speaker: Ich gehe mal auf die emotionale Ebene.

Speaker: Ich möchte nicht mehr in Angst kommen,

Speaker: Leben, dass das Finanzamt mir so hinterher läuft und sondern ich möchte wieder ruhig schlafen können.

Speaker: gut und ruhig schlafen können, mich selber darum kümmern lernen, damit ich, also es ist eine Art der Selbstfürsorge, die ich da lernen möchte, Selbstfürsorge für diese Nacharbeit von getaner Arbeit und dass das einfach ein Schritt der Arbeit noch ist, der mich ruhig schlafen lässt.

Speaker: Das wäre das Annäherungsziel.

Speaker: Trifft es das?

Speaker: Ja, ist schon eine Motivation.

Speaker: Man kann sich das immer genauer angucken, wenn man wieder ruhiger schläft und entspannter ist.

Speaker: Dann ist man vielleicht auch am Tag.

Speaker: Wir sind ja auch in der geschäftigsten Zeit unseres Lebens, zwischen 40 und Anfang 50, mit Kindern, mit Job, Selbstständigkeiten usw.,

Speaker: Da ist ja sowieso total viel Stress, aber dann hat man dafür trotzdem auch Kapazitäten, das ist auch ein wichtiger Punkt.

Speaker: Und ja, total wichtig.

Speaker: Magst du auch eins teilen?

Speaker: Einen Vorsatz oder Teil eines Vorsatzes vielleicht, was du dir vorgenommen hast?

Speaker: Ja, kann ich gerne machen.

Speaker: Und zwar, ich würde gerne einen Vorsatz, der sich eigentlich seit dem letzten Sommer bei mir aufgetan hat, fortführen.

Speaker: Und zwar habe ich im Sommer...

Speaker: im Rahmen von einem Urlaub eine Ernährungsberatung gemacht.

Speaker: Und jetzt, weißt du ja auch, also ich dachte eigentlich, ich kenne mich da ganz gut mit aus.

Speaker: Aber was ich da gemacht habe, war eine individuelle, hormonbasierte Beleuchtung meines körperlichen Zustands.

Speaker: Und dann hat mir jemand, der sich da sehr gut mit auskannte, gesagt, naja, pass mal auf,

Speaker: Deine Ernährungsweise, so wie die bis jetzt ist, unterstützt eigentlich zum Beispiel, dass du mal immer wieder so Energieverlustphasen im Laufe des Tages hast.

Speaker: Obwohl du Power hast, aber das kommt schon auch von der Ernährung.

Speaker: Und das macht eben was Hormonelles und so weiter, hat das sehr ausgeführt.

Speaker: Und habe dann tatsächlich seit dem Sommer angefangen, die Ernährung auch umzustellen.

Speaker: Hab das erstmal ausprobiert.

Speaker: Ich habe das natürlich auch, was ja auch sinnvoll ist, das auch mit sozialer Unterstützung zu machen.

Speaker: Ich habe das auch meiner Frau besprochen, die hat ja auch diese Beratung gemacht und es gab auch ein paar Überschneidungen, aber es gab auch ein paar Abweichungen.

Speaker: Und seitdem mache ich das wirklich...

Speaker: bis auf Wochenends mal, schon so, dass ich mich morgens zum Beispiel Paleo ernähre, also wirklich nur Eiweiß und gute Fette, mittags, wenn es irgendwie geht auch.

Speaker: Und abends hat er gesagt, sollst du dir zwei Drittel deiner Kohlenhydrate zuführen.

Speaker: Und weil das wiederum eine super Auswirkung auch auf die Melatonin-Produktion hat, die wiederum fürs Schlafen essentiell ist.

Speaker: Bei den Langketting-Kohlenhydraten.

Speaker: Genau, bei den Langketting-Kohlenhydraten.

Speaker: Und ich habe das gemacht und ich habe seitdem wirklich deutlich mehr Energie tagsüber.

Speaker: Es ging mir gar nicht um Gewichtsreduktion, aber trotzdem gibt es auch positive körperliche Veränderungen.

Speaker: Und ich finde das wirklich einen sehr guten Schritt.

Speaker: Plus, das würde ich auch gerne fortführen.

Speaker: Also das ist, glaube ich, das, was man heutzutage als Micro-Habits macht.

Speaker: Wirklich kleine Schritte definieren und daraus Routinen sozusagen zu etablieren.

Speaker: Wenn ich morgens aufstehe, das Erste, was ich mache, zwei Gläser Wasser trinken.

Speaker: Mhm.

Speaker: Und später erst mit Kaffee in den Tag starten.

Speaker: Ich bin auch ein totaler Kaffeegenussmensch.

Speaker: Aber das wirklich nochmal später zu machen, bekommt mir total gut.

Speaker: Und das sind so kleine Sachen, die ich fortführen möchte.

Speaker: Und ich habe mir vorgenommen, wenn es irgendwie möglich ist, jeden Tag, ob jetzt formell oder informell, zu meditieren.

Speaker: Und das habe ich bis jetzt...

Speaker: Bis jetzt habe ich das eingehalten.

Speaker: Das hast du tatsächlich im Sommer alles gemacht?

Speaker: Seit dem Sommer.

Speaker: Das hat mir sozusagen nochmal ein bisschen die Augen geöffnet.

Speaker: Und ich glaube, das ist vielleicht auch schon so eine erste Erkenntnis, die ich einfach mal mitgeben möchte, sich in Materie auch so ein bisschen individuell reinzufuchsen.

Speaker: Wie passt das zu einem wirklich?

Speaker: Wie passt das ins Leben?

Speaker: Auch vielleicht auch mit der Umgebung, in der man lebt, mit der Familie und so weiter.

Speaker: Das mal so zu besprechen, ist, glaube ich, extrem wichtig.

Speaker: Und da dann auch vielleicht Unterstützung zu bekommen.

Speaker: Und das...

Speaker: Das würde ich gerne fortführen, weil es mir einfach echt gut tut.

Speaker: Ich fühle mich da fitter und wacher und habe nicht mehr so diese, ich meine, du kennst das ja auch, wir arbeiten beide in der Psychosomatik.

Speaker: Was bekommt man von Patienten zum Ende der Behandlung oder zu Weihnachten geschenkt?

Speaker: Schokolade ohne Ende, also Kohlenhydrate, Kohlenhydrate.

Speaker: Also liebe Zuhörerinnen da draußen, nicht, dass Sie meinen Kollegen jetzt hier missverstehen.

Speaker: Stoppen Sie auf keinen Fall die Schokoladengeschenke oder Zufuhr.

Speaker: Also nicht wegen mir.

Speaker: Bei Herrn Schmitz gerne, beim Dr. Dennis, aber bei mir bitte weiter Schokolade.

Speaker: Ich bin völlig deiner Meinung.

Speaker: Was ich total spannend finde, Dennis, ist, dass du

Speaker: im Sommer, die diese Vorsätze gegeben hast und im Sommer auch in der Lage warst, sie so lange durchzuziehen.

Speaker: Und ich glaube tatsächlich, dass ein Großteil der Vorsätze, die Menschen sich, vielleicht auch du da draußen, gefasst haben, nicht funktionieren, weil sie zur falschen Jahreszeit gefasst werden, um den Jahreswechsel.

Speaker: Denn sie finden statt im Winter.

Speaker: Und der Winter steht natürlich im Naturkreislauf für Stillstand vor.

Speaker: Für Tod, für Rückzug, für nach innen ziehen, zusammenziehen und nicht für Entfaltung.

Speaker: Und der Jahreswechsel...

Speaker: Der ist eigentlich erst festgelegt worden von tatsächlich Julius Cäsar.

Speaker: Und zwar ist das ja der Julianische Kalender gewesen.

Speaker: Und der hat halt aus bestimmten Gründen wegen Amtszeiten, Steuern, Militär und so weiter, 46 vor Christus, den Julianischen Kalender angelegt und wollte Ordnung in das chaotische römische Kalendersystem bringen.

Speaker: Und dann wurde der 1.

Speaker: Januar der offizielle Jahresbeginn.

Speaker: Das ist auch so geblieben bis zum gregorianischen Kalender, wo das Ganze nochmal korrigiert wurde, weil der julianische Kalender elf Minuten zu lang war.

Speaker: Und dieser Umschlag vom Jahr, von einem Jahr ins nächste, wird von vielen Menschen aus psychologischer Sicht schon für falsch empfunden.

Speaker: Weil sie eigentlich sagen, Moment, der Winter ist doch noch mittendrin.

Speaker: Hört irgendwann im Februar, März auch meteorologisch auf.

Speaker: Und dann ist eigentlich der Jahresbeginn, wo es Frühjahr, wo diese Frühlingsgefühle auch kommen und hochkommen.

Speaker: Und wo ich auch jetzt empfehlen will, wir sind mit unserem Podcast noch nicht zu spät.

Speaker: Denn es ist nie zu spät, sich auch nochmal was vorzunehmen.

Speaker: Auch jetzt noch zu sagen, hey, wieso mache ich mir meinen Vorsatz nicht weiter?

Speaker: für die nächsten Wochen, Monate, für das Frühjahrfest oder für den Sommer, wo du ja gemerkt hast, da ist richtig Wärme drin.

Speaker: Und da werden natürlich auch solche Ziele viel freudiger verfolgt und haben dann vielleicht auch die Chance zu reifen und zu einer Routine zu werden innerhalb eines ganzen Sommers, wo man dann sagt, okay, jetzt habe ich jetzt durchgezogen, jetzt steht Weihnachten vor der Tür, die Fresserei geht los, aber vielleicht habe ich es nach sechs Monaten mich da auch ein bisschen zu mäßigen.

Speaker: Mir ging es genauso.

Speaker: Ich habe mir auch im Sommer meine Ernährung umgestellt und habe das im Winter durchziehen können.

Speaker: Mit Abstrichen.

Speaker: Mit Milde mit mir selber auch.

Speaker: Ich konnte Milde mit mir sagen, das ist ein Unterschied, ob ich mich jetzt mit Schokolade voll esse und dann sage, ja, jetzt ist auch egal.

Speaker: Oder ob ich sage, nein, ich mache das jetzt.

Speaker: Nach dem Raclette sogar noch das Tannenbaum-Eis von Bofrost.

Speaker: Ich weiß nicht, ob du das kennst.

Speaker: Und das war trotzdem in Ordnung.

Speaker: In vielen Kulturen wird tatsächlich auch noch das Neujahr dann gefeiert.

Speaker: Also viele agrarische Kulturen, römisches Urjahr oder der persische Novruz, das sind alles Kulturen, wo die Neujahrsfeste im März, April sind.

Speaker: Auch das chinesische Neujahr fängt später an, da kommen wir noch zu.

Speaker: Und mich würde tatsächlich auch in der Zukunft noch die TCM-Meinung zum Jahreswechsel interessieren.

Speaker: Wichtig nur, dass man einfach weiß, wenn sich das falsch anfühlt, in der Zeit so eine

Speaker: oder wenn man sich unter Druck fühlt, ich muss doch jetzt das nächste Jahr mal anders leben.

Speaker: Es ist vielleicht nicht die beste psychologische Ausgangslage.

Speaker: Psychische Ausgangslage.

Speaker: Ein wichtiger Punkt.

Speaker: Also quasi so seinen eigenen Kalender, inneren Kalender entwickeln.

Speaker: Und zu schauen, wann passt das für einen.

Speaker: Und vielleicht auch ein bisschen mehr nochmal mit den

Speaker: Ja, mit dem natürlichen Zyklen zu gehen, das finde ich einen total wichtigen Punkt.

Speaker: Also wenn im Frühjahr die Knospen sprühen, der Boden ist weich, also es ist wieder aufnahmefähig für neues Leben, also es können...

Speaker: Dinge wieder neu sprießen und das passt ja eigentlich auch viel besser.

Speaker: Das ist wieder heller draußen, die Tage sind wieder ein bisschen länger und man hat nicht um 17 Uhr schon das Gefühl, okay, jetzt kann ich auch gleich in zwei Stunden ins Bett gehen.

Speaker: Es sei denn, dann macht sich das passendes Licht zu Hause.

Speaker: Aber das sind ja auch alles so Faktoren, die dazu führen, dass man

Speaker: dass man dann schon sehr träge ist.

Speaker: Und warum sollte man da so ein, das hat ja auch was mit Stress zu tun, Sachen umzustellen, darauf zu achten.

Speaker: Es sind ja nicht wenige große Säugetiere, die jetzt Winterschlaf machen, die sich wirklich komplett zurückziehen und sagen, okay, ich habe mir einen Ranzen angefressen und von dem zähle ich jetzt und

Speaker: Wir sind ja noch auch verwandt mit vielen dieser Tiere.

Speaker: Hast du dir, als du diese Ernährungsumstellung gemacht hast, hast du da zu dem Zeitpunkt eine bewusste Struktur oder das Ziel irgendwie schriftlich verankert oder mit dir selber ausgemacht?

Speaker: Oder war die Motivation so groß, dass du es gar nicht brauchtest, dir da so eine Struktur geben zu?

Speaker: Doch schon.

Speaker: Also ich habe es natürlich erstmal, wie gesagt, zu Hause besprochen, dass es auch in den Tag reinpasst.

Speaker: Ich habe angefangen, Dinge vorzubereiten.

Speaker: Zum Beispiel, ich mache jetzt ganz viel Omelettes morgens, aber auch mit frischem Gemüse, was ich dann aber am Abend vorher vorbereite, weil das morgens uns mit Kindern fertig machen und so weiter einfach zeitlich nicht passt.

Speaker: Also ich habe wirklich mir auch schon konkrete Räume zur Vorbereitung gesucht.

Speaker: Und habe mir dann auch, also ich will es jetzt auch nicht so ganz nur so machen, so am Wochenende esse ich auch morgens mal Brötchen natürlich, weil ich auch sehr gerne mag.

Speaker: Das heißt aber, ich habe mir jetzt auch nicht vorgenommen, ich muss es jetzt jeden Tag so machen, sondern aber in der Woche, gerade so in der Arbeitswoche, merke ich, das ist ein riesen Unterschied.

Speaker: geht es mir wirklich energetisch viel besser.

Speaker: Und ich fand, was ja auch immer ein großes Thema ist, dass so eine Vorgabe auch realistisch ist.

Speaker: Es kann auch mal sein, wenn morgens irgendwie doch zeitlich irgendwas schiefläuft, dass es dann auch nicht passiert.

Speaker: Das hattest du ja eben schon angedeutet.

Speaker: Dann gehe ich da jetzt nicht so hart mit mir ins Gericht und verurteile mich und sage, Mist, habe ich das nicht gemacht und bin total gefrustet, sondern

Speaker: Da finde ich diesen Gedanken eigentlich auch gut, eher mit Selbstmitgefühl auf sich einzugehen und zu sagen, da gab es jetzt gerade auch einen Kontext zu.

Speaker: Du hast dir das zwar vorgenommen, aber da gab es jetzt gerade einen guten Grund, warum es vielleicht gerade mal nicht geklappt hat.

Speaker: Es ist aber auch jetzt kein Beinbruch, einfach ein

Speaker: Guck einfach morgen, wenn es dir gut tut, guck, dass du es morgen weitermachst.

Speaker: Also dass man da auch so ein bisschen genetiger mit sich auch ist.

Speaker: Ja, finde ich wichtig, dass es noch nicht mal eine Scheiterkultur ist, sondern dass es überhaupt noch nicht in die Kategorie Scheitern fällt, wenn Ausnahmen die Regel präsentieren.

Speaker: Bilden.

Speaker: Heute ist der Ausnahmetag.

Speaker: Fertig, nächsten Tag geht es weiter mit der Regel.

Speaker: Und dennoch gibt es natürlich, vielleicht kennen das die ZuhörerInnen da draußen auch schon, natürlich gibt es Möglichkeiten, das Ganze trotzdem so ein bisschen zu strukturieren.

Speaker: Wenn ich jetzt merke, ich bin immer wieder bei Vorsätzen oder Zielen, komme ich gar nicht erst ins Beginnen oder bei mir bricht es immer schon nach ein paar Tagen ab, dann kann man das Ganze mal so ein bisschen aufdröseln mit der SMART-Regeln.

Speaker: Also smart wie das Englische schlau oder gewieft, würde ich jetzt so übersetzen.

Speaker: Und zwar steht das, die Smart-Regel steht für eine, ja, eine Methoden- oder ein Motivations-, oder ein Strukturierungswerkzeug, würde ich es nennen.

Speaker: Und zwar steht das S für spezifisch.

Speaker: Das heißt, das Ziel muss wirklich klar und eindeutig sein.

Speaker: Wenn ich

Speaker: ein rein emotionales Ziel vielleicht habe oder eins, was aus dem Mangel entsteht, ich will fitter werden, weil ich mich so unfit fühle, dann wird daraus natürlich keine Tat.

Speaker: Wenn ich mich einfach nur fitter, wenn ich fitter werden will.

Speaker: Wenn ich mir aber jetzt wirklich das konkrete Ziel setze und sage, ich gehe jetzt 3 mal 30 Minuten die Woche laufen, dann habe ich das schon spezifiziert und das Gehirn braucht eben diese Konkretion, sonst bleibt alles diffus.

Speaker: Und mit diesem S, mit diesem Spezifischen, habe ich überhaupt erstmal eine Idee, was ich überhaupt da tun möchte.

Speaker: Das M von Smart steht für messbar und das ist das Kriterium, ob ich es dann auch wirklich getan habe und zwar in dem Fall einfach, wenn ich sage, ich gehe 3x30 Minuten die Woche laufen, dann kann ich natürlich messen.

Speaker: Ja, habe ich getan.

Speaker: Ich kann sogar diese Milde, von der wir gesprochen haben, für mich nutzen, dass ich sage, wenn ich nur zweimal 30 Minuten laufen war, ist völlig in Ordnung, weil ich ja nächste Woche dann viermal laufe und das wieder aufhole, zum Beispiel, wenn ich da mehr Motivation habe.

Speaker: Damit kann ich dann eigentlich auch ganz gut arbeiten mit der Messbarkeit.

Speaker: Das Ganze muss A, attraktiv sein.

Speaker: Das ist ein wichtiger Punkt.

Speaker: Oder zumindest akzeptiert.

Speaker: Auch das kann akzeptiert sein.

Speaker: Und zwar, dass ich mir überhaupt überlege, warum ist das denn für mich überhaupt ein Ziel?

Speaker: Mache ich das, weil man das halt so macht mit dem Joggen gehen?

Speaker: Oder will ich laufen, weil ich weiß vom...

Speaker: Danach-Ergebnis fühle ich mich jedes Mal freier.

Speaker: Ich fühle mich zwar jetzt nicht so, aber wie ich vorhin sagte, ich möchte eigentlich sorgenfreier sein.

Speaker: Dann ist das natürlich ein akzeptiertes und attraktives Ziel.

Speaker: Wenn mir das wirklich was bringt, abseits vom Laufen selbst.

Speaker: Das Laufen selbst ist natürlich irgendwann der Weg, wo man sagt, okay, das kriegt selbst Zweck.

Speaker: Aber erstmal dient es natürlich einem höheren Ziel, und zwar, dass ich mich wieder freier fühle oder mich befreien kann.

Speaker: Und das ist das Attraktive oder Akzeptierte daran.

Speaker: Und das kratzt auch so die Motivation an, dass man sagt, okay, das motiviert mich wirklich.

Speaker: Ansonsten bin ich mit Motivation und Disziplin ein bisschen vorsichtig.

Speaker: Das vierte wäre das Realistische, das R. Und das muss eben gerade, wie wir schon auch oft mal sprechen, wir sind beide Familienväter, hast du eben gesagt, ist das denn realistisch, wenn ich dreimal 30 Minuten laufen gehe oder wenn ich mir noch größere Ziele dreimal 60 Minuten laufen gehe?

Speaker: Ist das wirklich machbar?

Speaker: Ist das wirklich realistisch?

Speaker: Oder muss ich da Abstriche machen und mit einem kleineren Ziel beginnen, weil es einfach...

Speaker: schon zum Scheitern verurteilt ist, wenn der Realismus fehlt.

Speaker: Und das schützt einen halt vor Selbstüberforderung.

Speaker: Das Ganze muss terminiert sein.

Speaker: Damit ist nicht das Spezifische gemeint, wie diese 3x30 Minuten, sondern von wann fängt es an und wann hört es auf.

Speaker: Wenn es nie aufhört,

Speaker: würde ich es mir dennoch aufteilen in kleine Zwischenziele.

Speaker: Man sagt, dreimal 30 Minuten bis März.

Speaker: Oder wir fangen lieber im Frühjahr an bis Sommer.

Speaker: Und dann vielleicht dreimal 45 Minuten, weil der Umfangsteigern immer die beste Progression ist.

Speaker: Diese Smart-Regel, die kann helfen, die kann auch dir da draußen helfen, wenn du wirklich eben um so diffuse Ziele gehst,

Speaker: herumeierst, wenn du wirklich nicht richtig einlochen kannst, sage ich mal beim Golf, wenn du irgendwie immer daneben, dann hilft dir das wirklich, das spezifisch und messbar attraktiv realistisch zu terminieren und dann ist das eine Möglichkeit.

Speaker: Dennoch

Speaker: bin ich immer ein bisschen vorsichtig, was das Motivieren und das Disziplinieren angeht.

Speaker: Viele Menschen...

Speaker: Das beobachte ich so.

Speaker: Du hast es ja auch gesagt, Vermeidungsziele möchten Unangenehmes vermeiden und setzen sich deshalb Ziele, um eine unangenehme Situation nicht mehr aushalten zu müssen.

Speaker: Könnte zum Beispiel sein.

Speaker: Und dann ist man vielleicht sogar eine Weile, aus irgendeinem Grund, weil man sich ja noch an Silvester mit seinem Kupel die Kante gibt und sagt, okay, ab morgen geht es und so weiter.

Speaker: Man ist vielleicht motiviert, aber Motivation ist sehr, sehr schnell aktiv.

Speaker: Am Schwanken.

Speaker: Und dann kann man vielleicht sagen, Disziplin ist wichtiger, weil es muss nicht immer Spaß machen, aber auch Disziplin endet, wenn das Ziel nicht näher rückt oder wenn vielleicht nicht ganz klar ist, für wen mache ich das eigentlich hier.

Speaker: Das finde ich einen sehr, sehr wichtigen Aspekt.

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Und wenn ich eine Brücke schlagen darf zu den, ja eigentlich auch den letzten beiden Folgen, die wir schon aufgenommen haben, falls ihr die noch nicht gehört habt, dann hört da gerne nochmal rein.

Speaker: Da gibt es ja einen ganz wichtigen Aspekt, der jetzt gerade, finde ich, jetzt auch bei diesem Thema ja super dazu passt, nämlich Motivation.

Speaker: Das ist ja so ein Überbegriff,

Speaker: Und wenn man aber denkt, du musst mal mehr laufen gehen und dann wirst du, weiß ich nicht, fitter, schlanker, dann wäre es ja trotzdem nochmal wichtig zu gucken, ob das eigentlich wirklich mein eigener Wunsch ist.

Speaker: Also ist Laufen eigentlich mein Ding oder ist das mir eigentlich herangetragen worden und muss ich jetzt irgendwie doch eher die Erwartungen von anderen auch erfüllen?

Speaker: Das ist ja ein ganz wichtiger Punkt.

Speaker: Und ich gucke ja auch viele, weiß nicht, bei Social Media und so gucke ich mir natürlich auch viele Sportsachen an und die sind natürlich super gemacht, diese Motivational Training Videos, wo man auch so denkt, puh,

Speaker: Klar möchte man so aussehen und so fit sein, aber ist es denn eigentlich das, was man eigentlich wirklich gerade möchte oder läuft man sozusagen dann einem Ziel hinterher, was wieder, wie war denn das Weihnachtsthema?

Speaker: Muss ich dann die Erwartungen zu Weihnachten sozusagen erfüllen, weil das alle an mich herantragen oder kann man einfach auch sagen, meine Erwartung wäre aber an der Stelle eine ganz andere?

Speaker: Und dann auch zu gucken, ist es die Sportart, ist es der richtige Zeitpunkt, was weiß ich.

Speaker: Also das sind ja auch Fragen, die man sich da stellen kann.

Speaker: Definitiv.

Speaker: Wenn du gerade von diesen, ich weiß jetzt nicht, wie viele von den Zuhörern sich auskennen mit Werbung, die einem irgendwie das Blaue vom Himmel verspricht, dann

Speaker: Das gibt es ja eigentlich für jedes Genre, sage ich mal.

Speaker: Das muss ja nicht der Sport sein, das kann ja auch für Beauty oder irgendwas sein, für den Hauskauf oder keine Ahnung was.

Speaker: Bei mir fällt auf, bei diesen Videos gibt es immer ein ganz, ganz schnelles Erkennungsmerkmal, wo man weiß, es ist scheiße.

Speaker: Wirklich.

Speaker: Willst du es verraten?

Speaker: Ja, ich verrate es.

Speaker: Alle von diesen Videos oder von diesen Methoden versprechen eine Abkürzung.

Speaker: Guter Punkt.

Speaker: Und das ist eine Sache, wo ich sofort hellhörig werde, weil ehrlich gesagt, und das will ich auch gar kein Blatt vom Mund nehmen, wenn man sich in irgendeiner Form aus einem Muster befreien muss, dann muss man sich meistens leider den Arsch aufreißen.

Speaker: Das ist einfach so.

Speaker: Und es gibt da keine Abkürzung.

Speaker: Ja, Tai Chi Walking.

Speaker: Du musst einfach nur noch gehen und dich dabei entspannen und auf einmal wachsen die Muskeln.

Speaker: Nein, das ist eine Abkürzung.

Speaker: Das glaube ich nicht.

Speaker: Ich glaube das nicht, wenn mir Abkürzungen versprochen werden, sondern wenn mir jemand sagt, pass auf, ich helfe dir, aber das wird der Weg durch die Hölle.

Speaker: Ja, dann würde ich sagen, okay, scheiße, will ich nicht, aber das hört sich so an, als würdest du der Richtige sein, der mich da durchbringt.

Speaker: So, das ist das Entscheidende.

Speaker: Dann weiß ich, wenn jemand sagt, ey, es wird nicht leicht, aber ich helfe dir, ich war da schon drin und ich helfe dir da raus.

Speaker: So, das ist immer wieder der Punkt, wo ich merke, das ist der Unterschied zwischen einer schnellen Nummer und die Leute wollen Abkürzungen, ja, und wundern sich, dass sie immer wieder in der gleichen Sackgasse landen, so.

Speaker: wenn man sich die Hände nicht schmutzig machen will, wenn man sich nicht anstrengen will.

Speaker: Um bei dem Punkt, ob das wirklich was mit mir zu tun hat, zu bleiben, für mich ist das der wichtigste Punkt für alle Vorsätze, ist die Identität.

Speaker: Nicht die Motivation, nicht die Disziplin, die ich brauche, sondern kann ich mich überhaupt damit identifizieren und dienen meine Vorsätze meiner Identität oder versuche ich mir eine Identität zu erarbeiten?

Speaker: Und wenn ich das merke, ich will eine Identität haben, dann bin ich auf dem falschen Dampfer.

Speaker: Ich habe mal von Sadhguru, das ist ein indischer Yoga-Lehrer, der sehr viel Bekanntheit besitzt, medial, auch nicht kritiklos, aber er sagt sehr viele lustige Sachen auch, muss man sagen.

Speaker: Und er hat mal gesagt, sein, tun, haben, nicht umgekehrt.

Speaker: Erstmal muss ich das für mich machen und für mich verkörpern,

Speaker: und jemand sein, dann kommt automatisch aus dem Sein, kommt das Tun, jeder Handgriff wird aus einer Identität erfolgen und dann irgendwann kommt etwas vielleicht auf mich zurück.

Speaker: Und wir haben das häufig im Westen, muss man da vielleicht auch anderswo, aber man sagt immer im Westen, das wäre das irgendwie was Negatives, aber wir haben es häufig umgekehrt, ich will irgendwas haben, was muss ich dafür tun und wer werde ich vielleicht dadurch?

Speaker: Aber es ist

Speaker: eigentlich erstmal Selbstarbeit, mit sich selbst klarkommen.

Speaker: Und das finde ich auch ganz wichtig, dass es häufig bei den Vorsätzen, wenn man Motivation und Disziplin braucht, da geht es häufig um Selbstoptimierung, um Regulation und auch über die Smart-Regel auch klar messbar werden, kontrollierbar sein.

Speaker: Ich finde, das ist ein sehr kunstloser Weg.

Speaker: wenn ich in der Kunst, wenn ich Dinge erstmal mit meiner Emotionalität verarbeite, da werden wir vielleicht auch noch zu kommen in den nächsten Folgen, mal mit einer Gestaltungstherapeutin, was kann ich eigentlich ausdrücken und so weiter.

Speaker: Vielleicht werden dann Ziele aus meinem Herzen mehr sichtbar als aus meiner Kognition, die ja häufig fremd beeinflusst ist, wie du schon sagst, wo Menschen mir irgendwas gesagt haben und so.

Speaker: Mir ist es ehrlich gesagt ein bisschen zu kunstlos, nur mit einem

Speaker: Vorsatz und einem rationalen Ziel, mich dann auch so selber in so eine Maschine der Kontroll- und Regulationsmechanismen zu begeben.

Speaker: Weiß nicht, wie du das siehst.

Speaker: Ja, sehe ich sehr ähnlich.

Speaker: Und ich musste gerade nochmal an ein Buch denken, was da super zu passt.

Speaker: Und zwar Achtsamkeit mitten im Leben von der Dr. Britta Hölzel, was ich wirklich auch sehr empfehlen kann.

Speaker: Und da wurde das Thema, also die Definition Achtsamkeit ist glaube ich ja bekannt.

Speaker: Aber wie dieser Begriff doch mittlerweile auch eigentlich ja sehr inflationär benutzt wird,

Speaker: Und die Kehrseite dessen, und deswegen, ich glaube, das passt auch zu der Kehrseite von gewissen Vorsätzen oder von dem Aspekt, den du gerade genannt hast, wenn es

Speaker: die nächste Selbstoptimierungsfalle oder der nächste Selbstoptimierungszwang wird, dem man hinterherläuft und der einen wiederum stresst.

Speaker: Jetzt beim Beispiel Achtsamkeit soll es ja genau darum eigentlich nicht gehen.

Speaker: Wenn John Kabat-Zinn sagt, das kennst du auch noch aus unserer gemeinsamen Arbeit,

Speaker: gehen Sie mal in sich, nehmen Sie mal wahr, was gerade da ist und es gibt erstmal nichts zu tun, noch nicht mal zu entspannen, dann ist das natürlich für den Westler, der dann in so einen Mindful-Based Stress-Reduction-Kurs geht und sagt, ich muss jetzt entspannen.

Speaker: Dann sitzt er da und dann sagt so ein schlauer Mensch, der das schon durchschaut hat, sagt dann, es gibt erstmal nichts zu tun, noch nicht mal zu entspannen.

Speaker: Und dann fängt nämlich da oben im Kopf genau das an, dass man denkt, äh, Moment, eigentlich war meine Vorstellung, ich komme jetzt hier hin und bin dann total entspannt.

Speaker: Warum sagt der jetzt, ich muss jetzt noch nicht mal entspannen?

Speaker: Also wirklich so in diesem Moment zu bleiben, das mal wirklich nicht zu bewerten und dann mal zu gucken, was...

Speaker: Wie ist das eigentlich, wenn man mit sich gerade da auch im Kontakt ist und sich mal ein bisschen abgrenzt von diesen ganzen Sachen, die so von außen auf einen einprasseln und sozusagen einen extern motivieren, da immer wieder mal in die Differenzierung zu gehen, sich da Räume zu schaffen und zu reflektieren.

Speaker: möchte ich das eigentlich oder möchte ich das eigentlich nicht, dann kann ich es auch sein lassen.

Speaker: Dann brauche ich jetzt nicht anzufangen, mir nach der Smart-Regel da irgendwelche Pläne zu machen, wenn ich am Ende des Tages gar nicht so das Gefühl habe, dass das gerade so wirklich passend für mich ist.

Speaker: Ja, kann ich dir total zustimmen?

Speaker: Würde das Ganze sprachlich nochmal eine Nuance erweitern von möchte ich das eigentlich zu bin ich das eigentlich?

Speaker: Bin ich, genau.

Speaker: Wenn ich sage, ich habe mit dem Rauchen aufgehört, dann kann ich mir ganz schön viele Angriffspunkte setzen lassen oder selber setzen.

Speaker: Wenn ich aber sage, ich bin Nichtraucher oder sie sagen, du hast doch mal geraucht, aber jetzt bin ich Nichtraucher.

Speaker: Das hat sehr, sehr viel Kraft zu sagen.

Speaker: Dann muss ich mich nicht mehr fragen, möchte ich das, wenn ich weiß, ich bin das jetzt.

Speaker: Und das ist so die Einladung, die ich gerne nach draußen schicken würde,

Speaker: Wenn du momentan mit einem Ziel unterwegs bist, wo du gar nicht so richtig, wo du immer wieder am Hadern bist, frag dich doch mal, bin ich das denn gerade, was ich da tue?

Speaker: Oder möchte ich das Sein statt haben?

Speaker: Und dann kommt natürlich, dass ich mich hinterfragen muss, mache ich das Ganze mit den Vorsätzen und den Zielen gerade aus dem sozialen Vergleich heraus?

Speaker: Oder mache ich es aus Schuldgefühlen, Angst, nicht gut genug zu sein.

Speaker: Oder eben auch einfach wegen dieses Jahreswechseldrucks.

Speaker: Und dann kann das Ganze auch manchmal abfallen.

Speaker: Und das kann total gut sein, sich diesem Vorsatz nicht hinzugeben, dem Ziel nicht hinzugeben, sondern das einfach fallen zu lassen.

Speaker: Und auch das kann ein Vorsatz sein.

Speaker: Oder ein Absatz.

Speaker: Ich mache da einen Absatz drunter.

Speaker: Mhm.

Speaker: Und mach mal eine Leerzeile, um mal in der Bildsprache auch zu bleiben.

Speaker: Und dann schreibe ich wieder weiter, wenn es geht.

Speaker: Absolut.

Speaker: Nimm dir doch mal gerade einen Moment Zeit und wenn du nicht gerade Auto fährst oder

Speaker: mitten im Gespräch mit jemandem bist, dann schließ doch mal deine Augen und stell dir vor, du stehst am Fuß eines Berges.

Speaker: Es ist kein spektakulärer Berg, kein Gipfel mit Fahne, ein Berg, der einfach da ist.

Speaker: Du weißt nicht, ob du ihn heute besteigen willst.

Speaker: Du weißt nur, er ist vor dir.

Speaker: Nimm einen Moment wahr,

Speaker: wie du dich fühlst, wenn du ihn anschaust.

Speaker: Neugier, Druck, Erschöpfung.

Speaker: Oder dieses leise, ich sollte... Schau jetzt genauer hin.

Speaker: Dieser Berg ist kein fremdes Ziel.

Speaker: Er steht für das, was du dir...

Speaker: gerade vorgenommen hattest.

Speaker: Ein Vorsatz.

Speaker: Ein Plan.

Speaker: Ein Ab jetzt mache ich.

Speaker: Und bevor du losgehst, stell dir eine einfache Frage.

Speaker: Warum will ich da eigentlich hoch?

Speaker: Nicht die vernünftige Antwort.

Speaker: Nicht die

Speaker: die man erzählen kann, die ehrliche.

Speaker: Vielleicht merkst du, du willst hoch, weil andere sagen, dass man da hoch sollte.

Speaker: Vielleicht, weil du glaubst, oben wirst du endlich richtig.

Speaker: Oder weil du Angst hast, unten nicht zu genügen.

Speaker: Lass diese Gründe da sein.

Speaker: Du musst sie nicht wegschieben.

Speaker: Jetzt stell dir vor,

Speaker: Du setzt den ersten Schritt.

Speaker: Spür deinen Körper, deinen Atem, deine Energie.

Speaker: Und frag dich beim Gehen, gehe ich aus mir heraus oder gehe ich gegen mich?

Speaker: Mit jedem Schritt darfst du langsamer werden,

Speaker: Du musst nicht beweisen, dass du es schaffst.

Speaker: Du darfst stehen bleiben.

Speaker: Und jetzt eine zweite Frage.

Speaker: Wenn ich oben ankomme, wer glaube ich dann zu sein?

Speaker: Nicht, was habe ich erreicht, sondern wer bin ich dann?

Speaker: Vielleicht taucht ein Bild auf, vielleicht auch nur ein Gefühl.

Speaker: Und dann frag dich ganz leise, bin ich das schon?

Speaker: Oder versuche ich gerade, mich selbst zu überholen?

Speaker: Stell dir jetzt vor, du drehst dich um, du schaust den Berg hinunter, du siehst den Weg, den du schon gegangen bist in deinem Leben, alles, was du warst, alles, was du geglaubt hast, werden zu müssen.

Speaker: Und vielleicht merkst du,

Speaker: Du bist schon jemand, nicht erst oben.

Speaker: Jetzt kommt die wichtigste Stelle.

Speaker: Du darfst dir erlauben, den Berg nicht weiterzugehen.

Speaker: Oder weiterzugehen.

Speaker: Aber anders.

Speaker: Mit einem anderen Tempo oder einem anderen Ziel.

Speaker: Oder einfach mit der Klarheit.

Speaker: Ich gehe...

Speaker: weil es mir entspricht, nicht weil ich mich korrigieren muss.

Speaker: Und bevor du diese Innenschau verlässt, nimm dir eine letzte Frage mit.

Speaker: Dient das, was ich mir vornehme, meiner Identität?

Speaker: Oder soll es sie erst erschaffen?

Speaker: Du musst die Frage nicht beantworten.

Speaker: Es reicht, sie mitzunehmen.

Speaker: Lieber Pelle, es war mir eine Ehre, die erste Folge des neuen Jahres mit dir zu begehen.

Speaker: Ich fand das einen sehr inspirierenden Austausch und wünsche dir, wünsche uns allen einen guten Einstieg ins neue Jahr und wir bedanken uns bei den Zuhörern für den

Speaker: Support für die Treue.

Speaker: Hinterlasst gerne Anregungen, Fragen, Themen, die ihr mit uns mal besprechen und diskutieren wollt oder die wir für euch diskutieren können in den sozialen Medien und wir freuen uns auf die nächste Folge mit euch.

Speaker: Bis ganz bald.

Speaker: Bis ganz bald.

Speaker: Tschüss.

Speaker: Tschüss.

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Recommended