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Ganzheitliche Frauengesundheit - warum werden weibliche Beschwerden noch immer zu oft übersehen?

🎧 Folge 11: Ganzheitliche Frauengesundheit - warum werden weibliche Beschwerden noch immer zu oft übersehen? Gesundheitliche Beschwerden von Frauen werden häufig später erkannt oder nicht ernst genommen. Gemeinsam mit der Gynäkologin und Psychosomatikerin Dr. med. Sarah Wemme sprechen Dr. Dennis und Pelle über Versorgungslücken in der Frauengesundheit und darüber, weshalb körperliche und psychische Gesundheit untrennbar zusammengehören. Außerdem geht es um Mental Load, hormonelle Veränderungen und die Frage, wie Frauen lernen können, die Signale ihres Körpers besser zu verstehen und für sich selbst einzustehen. 🔗 Links zur Folge: * Ganzheitliche Frauengesundheit im Gezeiten Haus Bonn: https://www.gezeitenhaus.de/behandlungsfelder/spezifische-angebote-fuer-erwachsene/frauengesundheit/ * Gynäkologische Psychosomatik der Uniklinik Bonn: https://www.gynaekologische-psychosomatik.de/ 💌 Schreib uns deine Gedanken zur Folge und Themenwünsche als Mail an: podcast@gezeitenhaus.de 📲 Folge uns auf Instagram: @gezeitenhaus [https://www.instagram.com/gezeitenhaus/] und Facebook [https://www.facebook.com/GezeitenhausKlinik/] 👉 Abonniere unseren Podcast, um keine Folge zu verpassen!

Transcript

Speaker: Bislang so schambesetzte Themen wie eine Fehlgeburt, Endometriose, Wechseljahre, das sind so Themen, die einfach auch so ein bisschen aus dieser schambehafteten Ecke rauskommen.

Speaker: Und es wird endlich spürbarer, dass da in den letzten Jahren, Jahrzehnten ganz viel versäumt wurde, was die Gesundheit von Frauen angeht.

Speaker: Herzlich Willkommen zum Podcast Alles nur Psyche mit Dr. Dennis und Pelle, der Podcast zu Psychosomatik und Psychotherapie.

Speaker: Folge 11 des Alles-Nur-Psycho-Podcasts.

Speaker: Heute sprechen wir nicht über ein Spezialthema, sondern über etwas, das die Hälfte der Bevölkerung direkt betrifft und trotzdem oft übersehen wird.

Speaker: Mit mir, neben mir, mein Freund und Kollege Dr. Dennis und heute mit einer Gästin und zwar der Frau Dr. Sarah Wemme, die ist

Speaker: Gynäkologin, hat einen Facharzt für Geburtshilfe und für Psychosomatik.

Speaker: Da freuen wir uns total, dass wir dich heute hier begrüßen dürfen und dich natürlich auch, Dennis.

Speaker: Herzlich willkommen.

Speaker: Ich habe dich ja jetzt gerade kurz angeteast mit den vielleicht fachlichen Dingen wie Fachärztin eben für Gynäkologie und Geburtshilfe, aber das ist sicherlich nicht alles, was du über dich erzählen könntest, was dein Leben so

Speaker: von Anfang bis Ende bisher gebracht hat.

Speaker: Was wäre denn, wenn man so einen kurzen fünf Punkte Lebenslauf von dir hören würde, was wäre denn das, was du am ehesten preisgeben möchtest?

Speaker: Wenn man ganz vorne anfängt, ich bin geborene Berlinerin.

Speaker: Ich bin Gynäkologin mit Leib und Seele, kann ich wirklich sagen.

Speaker: Also ich finde das einen ganz wunderschönen Beruf, so Frauen auf ihrem Lebensweg zu begleiten, in unterschiedlichen Lebensphasen.

Speaker: Und im Nachhinein würde ich sagen, vielleicht so eine sehr glückliche Fügung hat mich dann in die Psychosomatik gebracht.

Speaker: Es gehört zu der Facharztausbildung, die habe ich in Bonn an der Uniklinik gemacht, die psychosomatische Grundversorgung mit dazu.

Speaker: Und das fand ich so spannend, diesen ganz anderen Teil der Medizin, der ja im klinischen Alltag oft viel zu kurz kommt, da so reinzuschnuppern, davon mehr zu erfahren.

Speaker: Und dann habe ich noch die Facharztausbildung für Psychosomatik gemacht.

Speaker: Und bin total glücklich, jetzt die ganzheitliche Medizin zu praktizieren.

Speaker: Das habe ich mir eigentlich auch immer so gewünscht, den Menschen ganzheitlich zu sehen.

Speaker: Genau, was uns noch wichtig ist, ich habe zwei Töchter.

Speaker: Das war direkt heute Morgen schon mal spannend, der Start in den Tag.

Speaker: Kommen wir gleich vielleicht auch nochmal auf Mental Load zu sprechen.

Speaker: Wir sind direkt mit Magen-Darm-Infekt in den Tag gestartet.

Speaker: Auch das gehört zu meinem Leben dazu.

Speaker: Was war denn so die erste Erfahrung mit der Psychosomatik?

Speaker: Du hast dann diese Grundversorgung gemacht.

Speaker: Was würdest du sagen, das war das erste Schlüsselerlebnis, wo du gesagt hast, das ist spannend, da möchte ich mich noch weiter mit beschäftigen.

Speaker: Also wir hatten in Bonn an der Uniklinik das große Glück, auch da eine psychosomatik, gynäkologische Psychosomatik im Haus zu haben.

Speaker: Und das fand ich schon immer total faszinierend, was da sozusagen nochmal für Aspekte, gesundheitliche Aspekte zum Tragen kam.

Speaker: Eine Frau, die zur fünften Bauchspiegelung kam mit chronischen Unterbauchschmerzen.

Speaker: In der OP ist wieder nichts gefunden worden und dann

Speaker: die Gespräche durch die Kollegen aus der Psychosomatik, wo eben die Lebensbelastung, biografische Belastung sichtbar wurde und man so einen Anpack hatte einfach.

Speaker: Genau, und mich selber haben einfach viele Erfahrungen auch im Kreißsaal geprägt, mit schwierigen Geburtsverläufen, Frauen, die danach völlig durch den Wind waren, vielleicht das Baby nicht richtig annehmen konnten, Richtung postpartale Depressionen.

Speaker: Also da habe ich immer schon gemerkt, gerade

Speaker: Ich glaube wahrscheinlich in allen Fachbereichen, aber gerade in der Frauenheilkunde scheint das ein wichtiger Aspekt zu sein.

Speaker: Ich würde gerne für die ZuhörerInnen mal ganz kurz so ein bisschen sagen, worum es heute gehen soll.

Speaker: Wir würden gerne mit dir als Expertin für dieses Gebiet ein bisschen sprechen, was ist gerade so der Stand der Dinge in der Frauengesundheit heute.

Speaker: Dann würden wir uns vielleicht auch mal mit dem weiblichen Körper im Gesundheitssystem auseinandersetzen,

Speaker: Dann die psychische Gesundheit von Frauen in dem Zusammenhang, hast du ein wichtiges Stichwort schon genannt, Mental Load, als einen Aspekt da mal ein bisschen reinzoomen.

Speaker: Und zum Ende hin wäre das natürlich eine schöne Sache, wenn wir mal so Richtung Ressourcen und Resilienz gucken können.

Speaker: Also was können Frauen selbst für ihre Gesundheit tun, was kann man Frauen auf diesem Weg mitgeben.

Speaker: Wir können ja mal starten mit der Frage, warum wird das eigentlich aktuell so intensiv diskutiert?

Speaker: Was denkst du, warum das gerade eigentlich so ein Thema ist?

Speaker: Ich denke, die Diskussion gibt es schon länger, aber sie wird endlich lauter.

Speaker: Es wird endlich spürbarer, dass da in den letzten Jahren, Jahrzehnten ganz viel versäumt wurde, was die Gesundheit von Frauen angeht.

Speaker: Die Medizin und die Forschung war sehr lange auf so den männlichen...

Speaker: Protostereotypenkörper ausgerichtet.

Speaker: Der weibliche Organismus ist komplexer mit zyklischen Verläufen, mit einer möglichen Schwangerschaft, weshalb viele Forschungen zu Medikamenten zum Beispiel gar nicht so möglich ist.

Speaker: Das rückt jetzt doch irgendwie mehr in den Mittelpunkt und wird spürbarer und auch sichtbarer.

Speaker: Es gibt ja viele prominente Schauspielerinnen, die inzwischen auch offen berichten über bislang so schambesetzte Themen wie eine Fehlgeburt, wie eine Endometriose, Wechseljahre.

Speaker: Also das sind so Themen, die einfach auch so ein bisschen aus dieser schambehafteten Ecke rauskommen.

Speaker: Vor zehn Jahren hat, glaube ich, noch niemand wirklich über seine Wechseljahresymptome gesprochen und das...

Speaker: Drückt mehr in den Fokus.

Speaker: Ich finde das ganz spannend, weil wir haben uns im Vorfeld natürlich unterhalten.

Speaker: Wir sitzen ja als zwei Männer jetzt mit dir zusammen oder auch beide mit Familie und beide auch mit Frauen.

Speaker: Wir haben zwar eben am Anfang gesagt, dass es natürlich ein Thema ist, was direkt die Hälfte der Bevölkerung betrifft, aber indirekt mindestens die andere Hälfte auch.

Speaker: Ich finde es halt ganz spannend, das Thema auch für Männer interessant und wichtig zu machen, damit sie verstehen, dass das etwas ist, wo nur alle gemeinsam arbeiten.

Speaker: Das Thema voranbringen können und dass es nicht etwas ist, was nur Frauen betrifft.

Speaker: Ich habe heute meine Frau gefragt extra.

Speaker: Ich habe gesagt, was darf ich denn fragen von dir, also nicht von ihr, sondern aus Frauensicht, was wäre so deine wichtigste Frage, die dich interessieren würde?

Speaker: Sie dachte direkt, dieser Burnout im Alltag.

Speaker: sagte sie direkt und spricht ja so ein bisschen das Thema Mental Load an.

Speaker: Sie sagte halt, sie musste auch heute zu Hause bleiben, unsere mittlere Tochter hat auch plötzlich gebrochen und dann hat sich alles geändert und sie meinte, seitdem sitzt sie seit zwei Stunden und macht dann die ganzen Termine endlich mal, weil sie jetzt krank ist.

Speaker: Also sie muss zu Hause bleiben, damit sie endlich ihren ganzen Maze-Bahn vor Ort muss, weil sie auch mittlerweile arbeiten musste, Teilzeit und so weiter.

Speaker: Nicht wie in früheren Modellen, wo das vielleicht nicht alles auf ihr gelegen hat oder hätte.

Speaker: Und da habe ich jetzt den Faden kurz verloren, wo ich hinwollte.

Speaker: Aber eben das Thema Mental Load, haben wir ja eben schon genannt, ist sicherlich eines der größten Themen, die in den Gruppen kommen.

Speaker: Und vielleicht auch manchmal so ein bisschen bei Männern so ein bisschen so eine...

Speaker: Schranke irgendwie da ist und so habe ich das Gefühl, ich selber bin täglich zu Hause mit den Kindern und meine Frau geht arbeiten und habe natürlich das Gefühl, dass ich selber auch ganz viel organisiere.

Speaker: Wenn ich aber sehe, wie viel und wie schnell sie das schafft, wenn sie in charge ist, wie jetzt, dann merke ich, wie viel da wirklich im Kopf ist.

Speaker: Und ich als Mann kann von mir sagen, ich kenne diesen Nothing Room, heißt der glaube ich, ich kenne den schon.

Speaker: Den kennst du vielleicht auch, weiß ich nicht, aber ich glaube wahrscheinlich eher nicht.

Speaker: So eine Nothing-Box, wo man sich zurückziehen kann, wo einfach nichts drin ist.

Speaker: Muss ich mir aktiv nehmen tatsächlich.

Speaker: Also mir gelingt das beim Sport ganz gut, aber da muss ich mir das wirklich aktiv erlauben.

Speaker: Das habe ich aber auch ein bisschen gelernt, dass das notwendig ist und dass das wichtig ist, weil...

Speaker: Dieser Mental Load, das ist ja nicht nur Stress, das ist ja so ein permanentes kognitives Hintergrund, rattern und rauschen.

Speaker: Wer muss zum Sport?

Speaker: Wer muss wann in die Schule?

Speaker: Wer muss wann abgeholt werden?

Speaker: Oh, jetzt ist das Kind krank.

Speaker: Wer kümmert sich um die Eltern?

Speaker: Wer macht die Einkäufe?

Speaker: Wer putzt zu Hause?

Speaker: Also ihr kennt das sicherlich auch, aber es ist doch dieses andauernde Mitdenken für andere Menschen.

Speaker: Du hast es gerade beschrieben, fand ich schön, dass du auch viel zu Hause übernimmst und trotzdem ist ja die Rollenaufteilung doch immer noch in vielen Fällen relativ klassisch.

Speaker: Das ist der eine Punkt.

Speaker: Und der andere Punkt ist, dass

Speaker: glaube ich, heutzutage vielleicht auch noch mal ein bisschen mehr erwartet wird gesellschaftlich.

Speaker: Die Frau sollte schon vielleicht auch dann wieder arbeiten, aber auch nicht zu viel.

Speaker: Soll gleichzeitig zu Hause eine fürsorgliche Mutter sein, eine gute Ehefrau.

Speaker: für die Familie, für die Freunde präsent sein, aber auch noch Sport machen dabei und gut aussehen.

Speaker: Das ist so das gesellschaftliche Bild, der gesellschaftliche Anspruch, der, glaube ich, heute viele Frauen auch sehr unter Druck setzt.

Speaker: Das ist auch das, was ich tatsächlich aus meinem klinischen Alltag eins zu eins berichten kann.

Speaker: Ich habe mich im Umfeld auch umgehört, beim anderen Geschlecht.

Speaker: Und das war genau das Gleiche.

Speaker: Mental Load, Rollenzuschreibungen, absolut.

Speaker: Wir haben also den Klassiker,

Speaker: Wir haben mittlerweile bei der Grundschule schon unsere Nummern für die Tage hinterlegt, wer dann angerufen werden soll.

Speaker: Es ist wirklich phänomenal, dass sie trotzdem immer zuerst mal eine Frau anrufen.

Speaker: Und dann sagt sie so, das kann doch wohl nicht wahr sein.

Speaker: Wir haben das doch schon mit denen kommuniziert.

Speaker: An gewissen Tagen bin ich von der räumlichen Nähe viel näher dran und könnte dann jemanden abholen oder Praxis.

Speaker: Dann sage ich, halte ich die Termine ab.

Speaker: Das geht dann flexibel.

Speaker: Das ist vom Klinikbetrieb manchmal ein bisschen schwieriger.

Speaker: Deswegen haben wir uns das vorher schon so überlegt.

Speaker: Aber es ist wirklich auch ein bisschen wie so ein Widerstand, der quasi da ist.

Speaker: Also auch in den lange bewährten Strukturen, sage ich mal.

Speaker: Jetzt haben wir ja gerade schon so ein bisschen, du hast ja eben schon ein bisschen angefangen zu erzählen, du kommst ja aus einer Versorgungslandschaft, universitär, also wo würdest du denn so ein bisschen sagen, aus deiner Sicht, wo die größten Versorgungslücken eigentlich gerade so bestehen in der Frauengesundheit und dann können wir ein bisschen gucken, wo die Reise hingehen könnte oder es waren Erfahrungen bis jetzt, ne, also

Speaker: Also für mich ist die zentrale Lücke tatsächlich, dass Beschwerden von Frauen entweder körperlich, gynäkologisch behandelt werden oder eben psychisch, psychosomatisch und dass manche Frauen einfach so ein bisschen zwischen die Versorgung, zwischen den Lücken rutschen, sage ich mal.

Speaker: Ich habe eben den Zyklus angesprochen.

Speaker: Wenn wir gestresst sind, verändert sich bei Frauen der Zyklus.

Speaker: Dann geht die Frau mit Zyklusbeschwerden, mit Zyklusunregelmäßigkeiten zum Gynäkologen, zur Gynäkologin und die schaut, was ist denn da los.

Speaker: Und gesagt bleibt auch aufgrund der häufig kurzen, engen Taktung in der gynäkologischen Praxis ja dann, was ist eigentlich zu Hause los?

Speaker: Was ist denn, ne?

Speaker: Und dann kommt gar nichts zur Sprache.

Speaker: Ich bin dauernd gestresst, ich stehe unter Dauerbeschuss.

Speaker: Das ist für mich eine große zentrale Lücke, wo, glaube ich, noch Optimierungsbedarf besteht.

Speaker: Und dann gibt es gynäkologische Erkrankungsbilder, ich sage mal so etwas wie PMDS, Prämenstruelle Dysphorische Störung.

Speaker: Das PMS, das kennen wir fast alle, dass man in der Zeit vor der Periode so ein bisschen schlechter drauf ist, aber das gibt es wirklich auch in einer extremeren Form.

Speaker: Das ist vielen gar nicht so bewusst, dass es das gibt, dass man das behandeln kann, dass das behandlungsbedürftig ist.

Speaker: Endometriose, gerade in aller Munde.

Speaker: Da vergehen im Schnitt sieben Jahre bis zur Diagnosestellung.

Speaker: Das muss man sich mal vorstellen, sieben Jahre, jeden Monat massive Schmerzen, nicht arbeitsfähig, nicht schulfähig, Übelkeit, Kreislaufkollaps.

Speaker: Und es ist aber trotzdem eine große Latenz.

Speaker: Vielleicht darf ich da noch an der Stelle nachfragen für alle, die jetzt, vielleicht auch die Männer, die zuhören.

Speaker: Vielleicht kannst du kurz mal sagen, was ist in der Endometriose ganz leihenhaft erklärt?

Speaker: Eine Endometriose ist eine Ansiedlung von Gebärmutter-Schleimhaut-ähnlichem Gewebe.

Speaker: Das kann überall im Körper vorkommen tatsächlich, am häufigsten im Bereich der Eierstöcke oder auch in der Gebärmutterwand.

Speaker: Es kann sich am Bauchfell ansiedeln, es kann sich am Zwerchfell ansiedeln, es kann sich in Narbengewebe ansiedeln.

Speaker: Also in der Gynäkologie wird es auch so ein bisschen das Chamäleon der Gynäkologie beschrieben, weil es dann zwar diese zyklischen Beschwerden macht, also immer wenn die Schleimhaut abblutet im monatlichen Rhythmus, melden sich diese anderen Läsionen durch Schmerzen.

Speaker: Durch den Durchfall, durch Schmerzen beim Wasserlassen auch.

Speaker: Aber eben, es kann auch sehr chameleonhaft, atypisch in dem Bereich der Narbe auftreten.

Speaker: Und kann den Kinderwünsch auch nochmal beeinflussen für viele Frauen, ne?

Speaker: Absolut, absolut.

Speaker: Ja, dankeschön.

Speaker: Es gibt ja, hast du ja gerade schon auch angedeutet, viele auch gesundheitliche Themen, Symptome und Erkrankungen, die dann auch bei Frauen so häufiger übersehen oder später erkannt werden.

Speaker: Welche Erfahrungen hast du da?

Speaker: Welche Erkrankungen sind das?

Speaker: Also Endometriose, sieben Jahre, ist natürlich wirklich...

Speaker: Das ist eine ganze Menge.

Speaker: Wenn man sich mal vorstellt, sieben Jahre unklar, selber mit sich unklar, das Medizinsystem doktiert irgendwie zwar rum, aber kommt gar nicht so richtig dahinter, um was es geht.

Speaker: Was würdest du sagen, was gibt es aus deinem Erfahrungswert für Erkrankungen, die auch häufig auch noch übersehen werden?

Speaker: Ganz dramatisch finde ich das im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen tatsächlich.

Speaker: Also Frauen haben mit einem Herzinfarkt andere Symptome, atypischere Symptome wie Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Kieferschmerzen und werden damit deutlich seltener

Speaker: oder später behandelt, was ja fatale Folgen haben kann.

Speaker: Aber auch zum Beispiel ADHS ist ja eine Erkrankung oder eine Variante.

Speaker: Das wird auch bei Frauen häufig erst im fortgeschrittenen Lebensalter entdeckt.

Speaker: Mädchen haben mit ADHS andere Symptome als die zappeligen, ich übertreibe jetzt mal ein bisschen, die zappeligen, unruhigen, unkonzentrierten Jungs.

Speaker: Das ist sowas, was eine Rolle spielt.

Speaker: Endometriose haben wir angesprochen.

Speaker: Ich finde die postpartale Depression, also die Depression, die nach einer Geburt auftreten kann, noch ein Punkt.

Speaker: Es gibt so ein, zwei Kontrolltermine nach der Geburt und dann sind die jungen Mütter ja meistens relativ auf sich gestellt und gar nicht mehr so eng angebunden an die frauenärztliche Versorgung.

Speaker: Und das ist auch so ein Punkt, wo meiner Meinung nach echt eine Unterversorgung da ist.

Speaker: Ich merke gerade bei mir so, ich finde das gerade ganz spannend, weil ich stelle mir das Feld, in dem du arbeitest, schwer vor, wenn es zum einen darum geht, dass man natürlich jetzt schaut, dass Männer und Frauen gleichberechtigt werden, irgendwann, zukünftig, was Bezahlung angeht und so weiter.

Speaker: Also wenn es darum geht, gleiche Rechte zu erzielen,

Speaker: zu bekommen und gleichzeitig körperlich doch auch anzuerkennen, dass es eben so starke Unterschiede gibt zwischen Männern und Frauen.

Speaker: Also ich kann mir vorstellen, dass das so ein schwieriger Lauf für dich als Mensch ist.

Speaker: da den Weg zu finden, zu sagen, nein, Männer und Frauen unterscheiden sich grundlegend in der Biologie und gleichzeitig das Thema Gleichberechtigung und so durchzubringen.

Speaker: Vielleicht kannst du mitgeben, was ich sage oder vielleicht verstehen, worauf ich hinaus will.

Speaker: Ich habe dich so verstanden, dass wir Frauen vielleicht in einigen Lebensbereichen so ein bisschen mehr zu tragen haben.

Speaker: Geht das so in die Richtung, dass...

Speaker: Ich kann es mir schwer vorstellen, wenn man sagt, es soll um Gleichberechtigung gehen und gleichzeitig die Unterschiede auch zu sagen, ich möchte nicht, du hast ja vorhin gesagt, die ganzen Medikamente, die an den männlichen Körper angepasst sind, darum zu sagen, wir sind aber anders.

Speaker: Ich kann mir vorstellen, dass es schwierig ist in Diskussionen, da Gleichberechtigung von der Andersartigkeit der Biologie zu unterscheiden.

Speaker: Das sehe ich gar nicht so problematisch.

Speaker: Also wenn wir uns jetzt zum Beispiel noch mal den Zyklus anschauen, da ist ja so vielleicht auch so eine klassische Annahme weniger leistungsfähig oder dann zickig oder hysterisch, bevor die Periode kommt oder du hast doch bestimmt jetzt deine Tage.

Speaker: Habe ich auch schon von vielen Patienten gehört, dass in einer Konferenz, wo sie mal laut geworden ist, dann gesagt wurde, ach,

Speaker: Du hast doch bestimmt nur deine Tage.

Speaker: Aber ich finde, dass der Zyklus zum Beispiel auch eine absolute Stärke ist.

Speaker: Also ich will da gar nicht so die Schwäche betonen, sondern das Gehirn verändert sich während des Zyklus.

Speaker: Finde ich extrem beeindruckend.

Speaker: Es gibt MRT-Studien dazu, wo wir sehen können, dass

Speaker: Vor allen Dingen die Amygdala, der Hippocampus, aber eigentlich das ganze Gehirn bis zum Kleinhirn sich verändert durch den Zyklus, durch die unterschiedlichen Hormonkonzentrationen.

Speaker: Und wir da uns das auch zunutze machen können, wir Frauen.

Speaker: Und auch sagen können, in der Phase bin ich besonders leistungsfähig, da führe ich ein Bewerbungsgespräch, da gehe ich im Fitnessstudio trainieren, weil ich weiß, da bin ich anabol unterwegs.

Speaker: Genau.

Speaker: Ich kann das auch immer sehen, gut zu sagen, bei meiner Frau.

Speaker: Ich merke, dann wird die ganz aktiv und dann ist da ganz viel Kreativität plötzlich da und ganz viel Aktionismus.

Speaker: Und wenn sie das gut selber fokussiert kriegt, dann ist das Wahnsinn, dass da an Leistungen möglich ist.

Speaker: Ich habe gerade so einen Gedanken und ich glaube, das ist gerade auch so ein bisschen hier aufgetaucht, genau dieses Männer versus Frauen.

Speaker: Hin zu, also Gleichberechtigung ist vielleicht das falsche Wort dann in dem Falle, sondern Akzeptanz der Andersartigkeit und wie, also was braucht dann ein weiblicher Körper im Vergleich zu einem männlichen Körper?

Speaker: Und wie kann man das sozusagen, du hast ja gerade ein schönes Beispiel gebracht, in den Lebensalltag, in den Berufsalltag integrieren?

Speaker: Das wäre doch eigentlich so ein bisschen der Ansatz.

Speaker: Ich kenne das nämlich auch von einer guten Bekannten, die Sportphysiotherapeutin ist, die hat ganz viel mit Kindern im Leistungsbereich Fußball gearbeitet.

Speaker: Und die haben dann tatsächlich genau das auch gemacht.

Speaker: Die haben dann geguckt, okay, wer hat wann welchen Zyklus, also welche Zyklushälfte.

Speaker: Und dann haben die genau das Training darauf abgestimmt, wie du, das ist ein super,

Speaker: Super Beispiel, wann machen die welche Trainingseinheiten?

Speaker: Oder wann melden die sich auf Turnieren an?

Speaker: Das ist ja so in der Männerwelt, wir haben mal WM, dann wird jetzt keiner irgendwie auf die Idee kommen, vielleicht in den nächsten zwei Wochen, wenn eine andere Zyklushälfte da ist, sind die, keine Ahnung, Deutschen irgendwie stärker.

Speaker: Und in den ersten zwei Wochen vielleicht oder in diesem Zeitfenster, wo prämenstruell irgendwie starke Veränderungen, die ja auch irgendwas mit Antrieb, Motivation, Stimmung und so weiter machen, nicht so.

Speaker: Das ist ein Riesenfeld.

Speaker: Es gab es ja tatsächlich jetzt vermehrt auch im Leistungssport, dass Frauen gesagt haben, schade, dass ich heute nicht meine ganze Power und meine ganze Leistung abrufen konnte.

Speaker: Ich habe gerade meine Bluthoch.

Speaker: Also da offenerer Umgang, weniger Scham besetzt, das hätte vor ein paar Jahren, glaube ich, noch niemand gesagt.

Speaker: Und da sind wir eigentlich fast schon in dem Teil, was macht das psychisch, also diese biologischen Unterschiede, was macht das psychisch mit der Gesundheit von Frauen?

Speaker: Und da hattest du ja eben schon im Eingang des Gesprächs über Mental Load, Mehrfachbelastung und so gesprochen.

Speaker: Vielleicht können wir uns da ja auch mal so ein bisschen so einfinden in dem Thema.

Speaker: Also es gibt zyklusabhängige Veränderungen, Leistungsfähigkeiten,

Speaker: Und dann gibt es aber auch das, was du eben so schön beschrieben hast, eigentlich so ein Grundrauschen.

Speaker: Wie würdest du das so einsortieren, einordnen?

Speaker: Ich denke, dass sowohl dieser biologische Faktor mit den hormonellen Veränderungen als auch der Stressfaktor, der Mental Load Faktor großen Einfluss haben auf unsere Gesundheit, auf unsere mentale Gesundheit auch.

Speaker: Und es bedingt sich auch gegenseitig.

Speaker: Ich habe das eben schon mal gesagt, wenn wir sehr gestresst sind, wir Frauen...

Speaker: dass sich der Zyklus verändert zum Beispiel.

Speaker: Dass wenn wir große Schwankungen haben, wie nach einer Geburt oder ganz klassisch in den Wechseljahren, da spielt der Zyklus verrückt, die Hormone schwanken extrem, da sind Frauen vulnerabler, empfindlicher für das Auftreten von depressiven Episoden, Angsterkrankungen.

Speaker: Viele Patientinnen sagen mir auch, ich erkenne mich gar nicht mehr wieder in den Wechseljahren.

Speaker: Ich bin auf einmal

Speaker: Ich bin dünnhäutiger, ich fange an zu weinen aus nichtigen Gründen.

Speaker: So kenne ich mich nicht.

Speaker: Und zu wissen, es gibt einen biologischen Faktor, der mit dafür verantwortlich ist, finde ich extrem entlastend und ermutige eigentlich die Frauen auch immer sehr, ihren Körper kennenzulernen.

Speaker: Das gilt ja für viele Bereiche, was es ja eben auch beim ADHS für Frauen ist.

Speaker: Ich bin da auch betroffen indirekt.

Speaker: Da habe ich auch nachgelesen und viele der Kinder, die mit ADHS hätten diagnostiziert werden können, das erst mit 40 plötzlich erfahren, die könnte etwas damit anfangen mit dieser plötzlichen Kategorie, wo man ja denkt, was habe ich davon?

Speaker: irgendwo einsortieren können oder sagen können, ah, das ist ja normal, dass ich so, oder auch eine Selbsthilfegruppe oder auch Menschen, denen es ähnlich gibt, zu treffen.

Speaker: Und da kann ich mir vorstellen, ist bei den Wechsellernen ähnlich, wenn man sagt, okay, bestimmte Dinge dürfen so sein, ich darf so fühlen, ich darf mich so

Speaker: körperlich so fühlen auch gerade, dass es, kann ich mir vorstellen, unheimlich hilfreich, da so eine Einordnung zu finden.

Speaker: Ich habe zum Thema Frauengesundheit noch eine Frage, die steht jetzt nicht in unserer Vorbereitung drin, aber ich hatte sie mir selber nochmal gestellt.

Speaker: Gesundheit ist ja ein Begriff, der bedeutet ja vielleicht für jeden was anderes, auch für jeden, der jetzt gerade zuhört.

Speaker: Gibt es eine nicht offizielle Definition, sondern eine Definition von dir, Sarah,

Speaker: wo du sagen könntest, das ist für dich als Haltung wichtig und vielleicht auch ein Tipp für alle Frauen da draußen.

Speaker: Was ist Gesundheit und wie kann man die fördern?

Speaker: Also was ist überhaupt Gesundheit?

Speaker: Vielleicht aus weiblicher Sicht für Frauen.

Speaker: Gibt es da irgendeine eigene Definition?

Speaker: Finde ich eine sehr spannende Frage.

Speaker: Naja, die WHO definiert ja Gesundheit als das Fehlen oder die Abwesenheit von Krankheit.

Speaker: Und es gibt vielleicht bei Frauen im Vergleich zu Männern mehr Phasen, wo ein Gefühl von Mangel ist an Gesundheit, sag ich mal.

Speaker: Wir sitzen jetzt heute hier bei 38 Grad am heißesten Tag des Jahres bisher.

Speaker: So fühlen sich Hitzewallungen an.

Speaker: Wir sitzen jetzt hier alle, schweißen das Gebade.

Speaker: Das ist ja für viele Frauen Realität.

Speaker: Jeden Tag im Meeting, in der Schule, vor der Klasse.

Speaker: Auf einmal läuft die Suppe hinten den Rücken runter.

Speaker: Und das ist einfach vielleicht nicht ein Gefühl von, ich fühle mich gerade gesund und ich fühle mich fit und leistungsstark.

Speaker: Und gleichzeitig ist es ein Stück weit physiologisch und normal.

Speaker: Und deshalb finde ich diese Frage extrem spannend und kann sie gar nicht so genau beantworten.

Speaker: Also ich finde es einfach sehr, sehr wichtig, dass Frauen informiert sind.

Speaker: Was ist in meinem Körper los?

Speaker: Und das hat häufig immer noch viel mit Scham zu tun.

Speaker: Viele Frauen sprechen aus Scham nicht darüber, mir geht es gerade nicht gut, ich bin in den Wechseljahren.

Speaker: Sie sprechen aus Scham nicht darüber, mir geht es nicht gut, ich habe meine Blutung.

Speaker: Sie sprechen aus Scham nicht eine Fehlgeburt an.

Speaker: sondern gehen wieder arbeiten und haben diese Belastung in sich.

Speaker: Und gleichzeitig gehört es zu unserem Frau-Sein, zu unserem weiblichen Leben dazu.

Speaker: Schwangerschaften, Geburten, ein unerfüllter Kinderwunsch.

Speaker: Da gibt es viele, viele Bereiche, ich könnte noch endlos weiter aufzählen, wo wir uns vielleicht belastet fühlen und es aber nicht zur Sprache kommt.

Speaker: Ich höre also, ein ganz großes Thema ist Zeit.

Speaker: mehr als vielleicht bei Männern, dass bestimmte Dinge einen Zeitraum haben, in dem sie stattfinden können und dann

Speaker: Wieder nicht mehr.

Speaker: Kinderwunsch muss in einem gewissen Rahmen laufen.

Speaker: Ich habe mal die Definition für mich eingespeichert von Gesundheit generell.

Speaker: Das ist eine Definition, aber wenn ein Mensch in der Lage ist, seine Ressourcen zu nutzen, auszuspielen und daran nicht gehindert wird und seine Grenzen akzeptiert und nicht übergangen werden, dann kann die Gesundheit entstehen.

Speaker: Ich kann mir vorstellen, dass das für Menschen,

Speaker: Frauen in ganz besonderem Maße gilt.

Speaker: Ob sie sich die selber einengen oder von außen eingeengt werden, aber wenn man seine Ressourcen, seine Power nutzen kann und die auferblühen darf und gleichzeitig Grenzen respektiert werden.

Speaker: Selbstfürsorge finde ich ein absolut wichtiges Stichwort.

Speaker: Auch da ist es ein bisschen in unserer

Speaker: ich sag mal vielleicht weiblichen Sozialisation nicht so vorgesehen.

Speaker: Frauen sind oder Mädchen sind früh geübt, nach anderen zu schauen.

Speaker: Selbstfürsorge wird dann mit Egoismus vielleicht verwechselt und das finde ich einen total wichtigen Punkt, den du ansprichst.

Speaker: Also auf sich zu achten, Grenzen einzuhalten, mal Nein sagen, sich Hilfe suchen,

Speaker: Hilfe annehmen.

Speaker: Das sind alles total wichtige Punkte.

Speaker: Ich hatte gestern meine Frauengesundheitsgruppe in der Klinik.

Speaker: Da war genau das Thema.

Speaker: Wo zeige ich mich mit meinen Belastungen?

Speaker: Wo mute ich mich zu mit meinen Belastungen?

Speaker: Wo darf ich gesehen werden damit?

Speaker: Das fällt vielen Frauen vielleicht einen Tick schwerer als Männern.

Speaker: Mir tauchen gerade zwei Begriffe auf, die ich gerne mal in den Raum stellen möchte.

Speaker: Einmal

Speaker: Das ist auch meine eigene Erfahrung.

Speaker: Obwohl ich Medizin studiert habe, finde ich, sind viele Themen auch gar nicht so geschlechterspezifisch uns beigebracht worden.

Speaker: Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber da muss ich ganz ehrlich sagen, da sind viele Sachen wirklich hinten runtergefallen.

Speaker: Wenn ich dann nochmal ganz weit zurückgehe in die Grundschulzeit, wie unsere sexuelle Aufklärung gelaufen ist, muss ich jetzt im Nachhinein, also das ist jetzt auch ein Thema bei uns, dass wir darüber sprechen,

Speaker: mache ich das auf jeden Fall ganz anders und auch viel mehr erklärend, wie ist der Körper aufgebaut, was bedeutet das.

Speaker: Damals war es, Sex bedeutet nur Fortpflanzung.

Speaker: Dieses Thema, was ist mit Lust, was ja jetzt gerade auch ein Riesenthema bei ganzen Spiegel-Bestsellern ist.

Speaker: Was ist überhaupt Lust, wie lebt man Sexualität, wie sprechen Mann und Frau überhaupt darüber.

Speaker: Oder auch anatomisch, das finde ich ja total spannend, dass viele...

Speaker: Frauen offen, also kann ich jetzt nicht selber beurteilen, aber habe ich gehört, sich selber noch gar nicht so gut auskennen mit sich selber.

Speaker: Vielleicht auch Männer, das gleiche, gar nicht so, ich habe da einen Penis und da sind die Hoden und das war es dann aber auch schon, was das überhaupt bedeutet, hormonell.

Speaker: Also das finde ich wirklich einen ganz wichtigen Punkt Aufklärung, so früh wie möglich.

Speaker: Und gerne auch unverschämt.

Speaker: Du hast ja gesagt, es gibt so viele schambesetzte Themen.

Speaker: Und damit rückt das natürlich auch immer in so eine Schmuddelecke oder in eine Ecke, wo nie drüber gesprochen wird.

Speaker: Und dann sind wir natürlich bei dem Thema Stigmatisierung oder das ist irgendwie komisch.

Speaker: Und den zweiten Punkt, der mir dann auch sofort auffiel, das hast du eben auch schon erwähnt, deswegen greife ich das nochmal auf.

Speaker: Wenn die Aufklärung nicht da ist und das als eine Normalität verstanden werden kann, dann passieren natürlich auch Entwertungen.

Speaker: Dieses, boah, die tickt ja nur rum, boah, sie hat bestimmt ihre Tage.

Speaker: Ja, vielleicht hat sie ihre Tage und dann ist es nicht entwertend, lass sie mal in Ruhe, sondern ich glaube, sie hat ihre Tage, vielleicht lassen wir sie heute mal ein bisschen in Ruhe.

Speaker: Aber nicht im Sinne von einer Entwertung.

Speaker: Vielleicht braucht sie heute besonders viel Unterstützung.

Speaker: Nicht hinterher tragen, sondern einfach machen.

Speaker: Nimm mir die Sachen ab in dem Moment.

Speaker: Oder keinen Vorwurf daraus zu generieren.

Speaker: Was ist denn jetzt los?

Speaker: Ich bin auch die ganze Zeit am Funktionieren.

Speaker: Aber es ist aber komisch, was du da machst.

Speaker: Finde ich total gut, dass du den Punkt auch mit der Aufklärung ansprichst.

Speaker: Das ist unsere Aufgabe vielleicht auch ist, unsere Söhne, also ich habe jetzt zwei Töchter, aber auch unsere Söhne zu erziehen.

Speaker: Und ein bisschen, was ist da alles so im weiblichen Körper los?

Speaker: Was passiert da?

Speaker: Nicht die Tamponsheim nicht im Bad zu verstecken, sondern was passiert da mit dem Körper?

Speaker: Und dass es eine Normalität wird, mit der zukünftige Generation vielleicht ein bisschen entspannter, besser informiert umgehen können.

Speaker: Was können Frauen deiner Meinung nach selber noch so für ihre Gesundheit tun oder mehr tun?

Speaker: Also wenn du da aus deiner Erfahrung, aus deiner eigenen Entwicklung da etwas empfehlen könntest, was wäre das?

Speaker: Ja, ich tue mich schwer jetzt sowas zu sagen wie, mach mehr Yoga.

Speaker: Also wir haben über Mental Load gesprochen, wir haben schon erwähnt, dass es wichtig ist, Grenzen zu setzen.

Speaker: Ich finde Prävention noch einen wichtigen Punkt.

Speaker: Also es gibt eine Reihe von Früherkennungsuntersuchungen.

Speaker: Brustkrebs ist ein wichtiges Thema, also da wäre mein Appell an alle Zuhörerinnen, die Vorsorge wahrzunehmen, sich um sich zu kümmern, das wirklich fest einzuplanen und eben nicht erst, wenn schon alle anderen, wenn die ganzen Kinderarzttermine durch sind, sondern das gehört dazu.

Speaker: Und dieses Kennenlernen des eigenen Körpers, das finde ich einfach eine

Speaker: Wunderbar verletzlich.

Speaker: Wenn ich weiß, was in mir passiert, dann kann ich das nutzen.

Speaker: Irgendwo habe ich mal gelesen, den Zyklus kann man auch als fünftes Vitalzeichen nutzen.

Speaker: Wir haben Blutdruck, wir haben Puls, wir haben Temperatur.

Speaker: Wenn wir wissen, was in uns passiert, das ist sehr bereichernd.

Speaker: Du arbeitest ja im Gezeitenhaus in Bonn und das Gezeitenhaus ist ja eine psychosomatische Klinik auch in Bonn mit dem besonderen Zusatz, dass es auch eine CCM-Klinik ist und du arbeitest da zusammen mit KollegInnen an dem Thema Frauengesundheit im Team und

Speaker: Welchen Stellenwert hat denn die TCM für dich persönlich eigentlich bekommen?

Speaker: Gibt es da etwas, wo du sagst, das interessiert mich und da ziehe ich was von für das Thema?

Speaker: Absolut.

Speaker: Aber auch schon längere Zeit, schon in meiner Facharztausbildung, haben unsere Hebammen im Kreißsaal viel Akupunktur gemacht und ich war jedes Mal baff, wie gut das funktioniert hat.

Speaker: Wenn die Plazenta sich nicht gelöst hat, kamen die Nadeln und es hat so oft funktioniert.

Speaker: Auch die Reproduktionsmedizin in der Uniklinik hatte schon eine TCM, da habe ich das auch schon kennengelernt, bei unerfülltem Kinderwunsch und das hat auch wirklich oft geholfen.

Speaker: Und ich schätze da die Meinung und auch das Praktizieren der TCM-Kollegen bei uns im Team extrem.

Speaker: Spannend.

Speaker: Ich hatte nämlich gerade so ein Bild, als wir darüber gesprochen haben, als du gesagt hast, oder du jetzt auch, Dennis, U1 bis U7 und so weiter und nicht an sich selber denken, an die eigene Vorsorge.

Speaker: Da habe ich gerade so ein Bild gehabt.

Speaker: Ich habe so ganz kurz im inneren Auge des Yin und Yang gesehen, wo wir ja den eher weiblichen und eher männlichen Energie dargestellt haben mit dem kleinen Punkt, der in dem jeweils anderen steckt auch.

Speaker: Und natürlich findet man dieses Symbol, diese Idee findet man natürlich in jedem Organismus, in dir, in mir, viel weibliche oder männliche Energie kann auch variieren, aber das weibliche, das Yin, gilt ja eher für das Substantielle, für das Nährende als Energie und ich habe dann gerade gedacht, ja wie soll etwas, was eigentlich, wenn es eher die Nährende Energie ist, wie wird denn dann die Nährende Energie genährt?

Speaker: Und da habe ich gerade einfach so ein Bild gehabt, wie

Speaker: Ja, wenn man immer nur gibt und gibt und gibt, wie kann man den dann bekommen, wenn man schon der Zapfsäule wird?

Speaker: Da weiß ich gar nicht so genau.

Speaker: Wie kann man da aus sich selbst heraus sagen, jetzt bin ich mal dran, wenn man...

Speaker: Also kann ich von mir tatsächlich berichten, also ich gebe mir aktiv die Erlaubnis dazu und ich merke jedes Mal, wie schwer es mir fällt, zu sagen, nee, ich gehe jetzt zum Sport, weil ich das brauche.

Speaker: Und es schwingt immer ein Stück weit schlechtes Gewissen mit.

Speaker: Und trotzdem ist es so wichtig.

Speaker: Also wir können nur...

Speaker: gut agieren, in welchem Kontext auch immer, auf der Arbeit, in der Familie, wenn wir selber einigermaßen im Gleichgewicht sind.

Speaker: Und ich schaffe das wirklich auch nicht immer.

Speaker: Das ist auch ein hoher Anspruch, aber sich aktiv die Erlaubnis zu geben und sich selber ernst zu nehmen, sich selber wichtig zu nehmen, finde ich da in dem Kontext

Speaker: Wie merkst du das und wie kann vielleicht auch jemand anderes das merken, jetzt ist genug, jetzt bin ich dran?

Speaker: Also gibt es ein Symptom oder ein Alarmsignal, wo du sagst, jetzt weiß ich.

Speaker: Oder vielleicht kannst du auch für allgemein sprechen.

Speaker: Was sind Alarmsignale, wo man sagt, jetzt musst du Energie zurück zu dir führen?

Speaker: Also ich verbringe gerne Zeit mit meinen Kindern, die sind klein und herausfordernd und Trotzphase als Stichwort.

Speaker: Und wenn ich merke, jetzt reibt es mich mehr auf, als dass ich die Zeit genießen kann zum Beispiel.

Speaker: Das ist ein Beispiel, wenn ich vermehrt Konflikte habe in der Partnerschaft, ist das ein Beispiel.

Speaker: Also auch da ist ja, vielleicht haben wir noch gar nicht drüber gesprochen, wir haben viel über Kinder gesprochen, aber es gibt ja auch eine Beziehung häufig, es gibt eine Partnerschaft, auch der Mann hat Bedürfnisse und ja, auch das gehört dazu.

Speaker: Wenn man merkt, man funktioniert gerade mehr, als dass man genießt oder erfüllt wird.

Speaker: Eher ein nur noch reagieren als agieren, bewusstes Agieren vielleicht.

Speaker: Aber ich habe auch rausgehört, wenn dann Konflikte kommen, das heißt, vielleicht merken Frauen das sogar besser.

Speaker: Ich merke das immer nicht so gut, wenn ich Konflikte habe, dass das auch in mir sein könnte, dieser Stress, der so steigt.

Speaker: Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber da komme ich erst später.

Speaker: Aber Mist, vielleicht bist du auch derjenige, der gerade einfach mal raus muss oder so.

Speaker: Wenn die Spannung steigt, dann ist es Zeit, die Notbremse zu ziehen.

Speaker: Egal in welchem Bereich.

Speaker: Da vielleicht auch nochmal ein Stichwort aus dem Klinikalltag.

Speaker: Da haben wir ganz bewusst viel Ruhe, viel Abstand.

Speaker: Und viele Frauen, also ich spreche jetzt für die Frauen, ich glaube vielen Männern geht es auch so, merken dann erst, was die ganze Zeit da war an Spannung und an Funktionieren, wenn das mal nachlässt und weniger wird.

Speaker: Und für viele fühlt sich das dann auch erstmal ganz unerwartet fremd.

Speaker: neu an, dass auch da wieder Raum für ist, für sich selber.

Speaker: Erschöpfen und Entspannung liegen erstaunlich nah beieinander, da merke ich immer, dass Menschen manchmal sagen, mir geht es nicht gut, ich bin nur erschöpft, vielleicht sind sie auch entspannt, vielleicht will ich auch entspannen.

Speaker: Sehen die ganz entspannt aus, merke ich dann manchmal.

Speaker: Dann denke ich, vielleicht liegt das sehr nah beieinander.

Speaker: Das weißt aber du besser.

Speaker: Die Erfahrung mache ich auch.

Speaker: Ich wollte gerade noch auf einen anderen Aspekt klingen, aber das fand ich spannend.

Speaker: Also Konflikt ist ja erstmal die Definition, dass zwei unterschiedliche Bedürfnisse aufeinander prallen, wo die Schnittmenge erstmal nicht so groß ist.

Speaker: Also manchmal schon ein Stück weit, aber es gibt eben auch Unterschiede.

Speaker: Und ich finde, auch das wäre ja erstmal eine Aufklärung wert, das erstmal so zu definieren.

Speaker: Also der Mann hat ja auch eine Prägung, vielleicht auch so internalisiert, ich muss irgendwie die Brötchen verdienen und ich muss immer stark sein.

Speaker: Die Frauen, ist wirklich pauschalisiert natürlich.

Speaker: Durch die feministische Entwicklung machen die Care-Arbeit aber irgendwie gefühlt immer noch sehr viel alleine weiter.

Speaker: Plus, jetzt muss ich mich aber auch noch beruflich behaupten und jetzt gibt es irgendwelche Frauenquoten und jetzt muss ich aber auch da nochmal meine Frau stehen, nicht den Mann stehen, sondern die Frau stehen.

Speaker: Und ich glaube, das ist erstmal total wichtig, sich den Raum zu nehmen.

Speaker: Wenn das irgendwie klappt, das ist auch nicht immer einfach, also manchmal auch gar nicht möglich.

Speaker: Und die Kehrseite von dem Funktionieren, weil wenn wir nur, also Funktionieren heißt ja, wir sind ins Außen orientiert und erfüllen die Bedürfnisse, die da so auftauchen.

Speaker: Kinder, bestes Beispiel.

Speaker: Und ist auch unsere Aufgabe.

Speaker: Aber einen Raum zu schaffen, wo wir nicht verlernen, was unsere Bedürfnisse eigentlich wirklich sind, weil sonst können wir die ja auch nicht formulieren.

Speaker: Hast du gerade ein schönes Beispiel gebracht?

Speaker: Ich weiß manchmal, vielleicht ein bisschen später als meine Frau eigentlich, was mein Bedürfnis ist.

Speaker: Das ist kein Zufall, glaube ich, sondern das ist auch der Ausdruck von zu viel funktionieren.

Speaker: Also sich da den Raum zu nehmen und wieder so ein bisschen mehr zu gucken, was brauche ich eigentlich gerade, ist gar nicht so einfach.

Speaker: Und dann noch am besten mit in der Partnerschaft drüber zu sprechen, was brauchst du gerade.

Speaker: Vielleicht kommt da auch, das weiß ich gerade gar nicht.

Speaker: Aber dann ist es so, ja okay, dann probieren wir mal aus und dann gucken wir mal.

Speaker: Und?

Speaker: Auch, weil wir alle so geprägt sind, wie wir sind und uns aber vielleicht draus entwickeln wollen, dem anderen auch das Zutrauen zu schenken, dass er das vielleicht auch mal anders macht.

Speaker: Vielleicht du da draußen, wenn du jetzt gerade gemerkt hast, Thema Spannung, Konflikte, da ist vielleicht bei mir auch ein bisschen Spannung im System, dann nimm dir doch mal kurz einen Augenblick Zeit und schau mal ganz nach innen an.

Speaker: Innen schau dein Zwischenstopp bei dir selbst.

Speaker: Nimm dir einen Moment Zeit und finde eine bequeme Position.

Speaker: Du kannst sitzen oder liegen.

Speaker: Schließe, wenn es sich gut anfühlt, deine Augen.

Speaker: Atme zunächst einfach so, wie es dein Körper gerade möchte.

Speaker: muss deinen Atem nicht verändern, er darf genauso sein, wie er jetzt ist.

Speaker: Vielleicht war dein Tag voller Gedanken, vielleicht gab es Entscheidungen, Erwartungen oder Menschen, die etwas von dir wollten.

Speaker: Für die nächsten Minuten musst du nichts organisieren, nichts lösen, nichts planen.

Speaker: Es gibt nur dich.

Speaker: Lenke deine Aufmerksamkeit nun zu deinen Füßen.

Speaker: Stell dir vor, sie stehen auf warmer, weicher Erde.

Speaker: Und die Erde trägt dich ohne Bedingungen, ohne dass du etwas dafür tun musst.

Speaker: Spüre deine Füße, deine Unterschenkel, deine Knie.

Speaker: Gibt es dort Spannung?

Speaker: dann gehe langsam weiter zu deinen Oberschenkeln und deinem Becken.

Speaker: Frage ich nicht, warum sich etwas verspannt anfühlt.

Speaker: Nimm es einfach wahr.

Speaker: Die Erde urteilt nicht, sie trägt.

Speaker: Nun wandert deine Aufmerksamkeit zum Bauch,

Speaker: Wir sitzen oft Gefühle, Anspannung und all die Dinge, die wir hinunterschlucken.

Speaker: Lege innerlich eine Hand auf deinen Bauch und beobachte, wie er sich mit jedem Atemzug hebt und wieder senkt.

Speaker: Vielleicht darf er auch heute einmal ganz weich werden

Speaker: Geh mit deiner Aufmerksamkeit weiter zu deiner Brust.

Speaker: Hier wohnt dein Atem.

Speaker: Stell dir vor, mit jedem Einatmen zieh deine frische Prise durch deinen Brustkorb.

Speaker: Wie ein sanfter Wind bewegt sie alles, was festgehalten wurde.

Speaker: Du musst nichts wegmachen.

Speaker: Der Wind bewegt einfach.

Speaker: Lass diese Luft weiter über deine Schultern fließen.

Speaker: Wie schwer fühlen die sich heute an?

Speaker: Und wie viel trägst du gerade?

Speaker: Mit jedem Ausatmen

Speaker: darf ein kleines Stück dieser Last von deinen Schultern leiten, ganz langsam.

Speaker: Nun wandere mit deiner Aufmerksamkeit durch deine Arme bis in die Hände.

Speaker: Vielleicht halten deine Hände jeden Tag unzählige Dinge fest.

Speaker: Für einen Moment dürfen sie einfach nur sein.

Speaker: ohne festzuhalten, ohne etwas erledigen zu müssen.

Speaker: Richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Hals, deinen Kiefer und dein Gesicht.

Speaker: Ist dort irgendwo Spannung?

Speaker: Lass deine Stirn weich werden.

Speaker: den Raum zwischen den Augenbrauen, die Wangen, die Lippen.

Speaker: Vielleicht öffnet sich sogar der Kiefer ein kleines Stück.

Speaker: Zum Schluss richte deine Aufmerksamkeit auf dein Herz.

Speaker: Stell dir dort eine kleine Flamme vor.

Speaker: keine große, ludernde Hitze, sondern ein ruhiges, warmes Feuer.

Speaker: Es steht für deine Kraft, nicht für Leistung, nicht für Perfektion, sondern für die Kraft, die immer da ist.

Speaker: Auch dann, wenn du müde bist, auch dann, wenn du gerade nicht funktionieren möchtest,

Speaker: Nimm nur deinen ganzen Körper wahr.

Speaker: Die Erde trägt dich, die Luft bewegt dich, das Feuer wärmt dich.

Speaker: Und vielleicht spürst du tief in dir auch das Wasser.

Speaker: Es fließt ruhig durch dich hindurch.

Speaker: Sie erinnert dich daran, dass nicht alles festgehalten werden muss.

Speaker: Manches darf weiterziehen.

Speaker: Atme noch einmal tief ein und langsam wieder aus.

Speaker: Nimm dieses Gefühl von Ruhe

Speaker: Mitte deinen heistlichen Tag.

Speaker: Du musst nicht alles gleichzeitig tragen.

Speaker: Für diesen Moment genügt es vollkommen.

Speaker: Einfach nur da zu sein.

Speaker: Also mir gefällt das richtig gut, dass wir uns hier so austauschen.

Speaker: Wo können sich denn Menschen hinwenden, wenn die sich durch diesen Podcast heute angesprochen fühlen?

Speaker: Was würdest du da empfehlen?

Speaker: Erstmal fände ich es begrüßenswert, wenn die Zuhörer und Zuhörerinnen erkennen, da ist was bei mir, wo ich mich vielleicht mehr darum kümmern müsste, mehr um mich sorgen müsste und dann, ja, ich habe es eben gesagt, wo ist die Zuständigkeit?

Speaker: Also bei Frauen ist es, ich finde,

Speaker: Ich vergleiche Gynäkologinnen und Gynäkologen oft auch so ein bisschen mit dem Hausarzt der Frauen.

Speaker: Also das ist häufig eine gute Anlaufstelle.

Speaker: Viele sind eben auch geschult in psychosomatischer Grundversorgung.

Speaker: Also das ist sicherlich gut, sich dahin zu wenden oder an den Hausarzt als primäre Anlaufstelle, je nach Symptom.

Speaker: Kann ich vielleicht kurz ergänzen?

Speaker: Wenn es irgendwie geht, unterschreiben Sie gerne Schweigepflichtentbindungen für die Kollegen gegenseitig, dass sie sich auch mal austauschen können.

Speaker: Das fällt nämlich ganz oft hinten runter.

Speaker: Ich merke das auch so in der Praxis, wo ich bin.

Speaker: Da kommen dann Menschen auch mit Themen, wo ich denke,

Speaker: Da kenne ich mich so im Detail nicht aus.

Speaker: Ist das okay, wenn ich mal mit ihrer Gynäkologin oder sonst wem telefoniere?

Speaker: Und dann kommen da ganz andere Sachen nochmal zum Vorschein.

Speaker: Also das ist ja das, was du ja auch gerade betont hast, diese interdisziplinäre Verzahnung, also dass man da vielleicht auch selber als mündiger...

Speaker: dass die mündige Patientin vielleicht auch nochmal ein Augenmerk drauf merkt, vielleicht sprechen Sie bitte mal mit meiner Gynäkologin, liebe Hausärztin oder andersherum oder mit dem Internisten oder was auch immer.

Speaker: Also, dass man da nochmal so ein bisschen vielleicht auch für sensibilisiert.

Speaker: Vielleicht kann ich das auch hier nennen, eine geschätzte Kollegin von mir arbeitet in der gynäkologischen Psychosomatik, also auch deutschlandweit Anlaufstelle für spezielle Fragen, Medikation, psychische Erkrankungen in der Schwangerschaft, Vulvodinie, jetzt haben wir wieder einen Fachbegriff, PMDS, also alles, was vielleicht so in der normalen gynäkologischen Praxis nicht so Raum findet.

Speaker: Ja, so zum Ende unserer Podcastaufzeichnung.

Speaker: Was würdest du denn gerne heute den Frauen noch mit auf den Weg geben?

Speaker: Gutes.

Speaker: Ich würde gerne den Frauen mit auf den Weg geben, dass sie sich ernst nehmen, dass sie zeigen und benennen, wenn Belastung da ist, wenn Symptome da sind, die aus Scham oft nicht zur Sprache kommen und dass das vollkommen okay ist.

Speaker: Super.

Speaker: Vielen, vielen Dank für deine Zeit.

Speaker: Es hat uns, ich spreche mal für uns, sehr viel Spaß gemacht, dich kennenzulernen und sich mit dir auszutauschen.

Speaker: Ja, vielen Dank für deine Zeit.

Speaker: Vielen, vielen Dank nochmal für die Einladung.

Speaker: Hat mir auch Spaß gemacht, mich auszutauschen mit euch.

Speaker: Alle Informationen über die Frau Dr. Sarah Wemme und aber auch die Arbeit, die sie mit den Kolleginnen im Gezeitenhaus macht und Anlaufstellen für deutschlandweit findet wir wie immer in den Shownotes.

Speaker: Und genau, vielen lieben Dank, Dennis.

Speaker: Danke dir.

Speaker: Danke, Sarah.

Speaker: Und einen guten Sommer weiterhin.

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