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Medikamentöse Therapie bei equinem Asthma image

Medikamentöse Therapie bei equinem Asthma

S1 E3 · Equine Vet News
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339 Plays7 months ago

In der dritten Folge von Equine VetNews sprechen Dr. Anja Gabe und Dr. Victoria Kratzmann über die medikamentösen Therapiemöglichkeiten beim equinen Asthma. Ausgangspunkt ist die Behandlung eines akuten Asthmaschubs mit Dyspnoe, gefolgt von einer Darstellung der unterschiedlichen Wirkmechanismen der eingesetzten Medikamente – darunter Glukokortikoide, Clenbuterol, Butylscopolamin, Dembrexin und die Hyperinfusionstherapie. Ein besonderer Fokus liegt auf der aktuellen Studie “The efficacy of N-acetylcysteine in decreasing airway inflammation and mucus accumulation in horses with 18 hours of head confinement” von Tavanaeimanesh et al. (2024, Journal of Veterinary Internal Medicine, https://doi.org/10.1111/jvim.16976), die den Einfluss von Acetylcystein auf Klinik, Mukus-Score und BALF-Zytologie unter simulierten Transportbedingungen untersuchte. Abschließend werden ergänzende therapeutische Ansätze mit Kräutern und Omega-3-Fettsäuren diskutiert. Diese Episode vermittelt praxisnahes, evidenzbasiertes Wissen für die gezielte Behandlung von Pferden mit Asthma – kompakt, aktuell und direkt anwendbar im Praxisalltag.

Liste der Dosierungen

Glukokortikoide: Zur Verbesserung der Klinik und der Lungenfunktion

  • Dexamethason:  0,04-0,1mg/kg - intravenös bei Dyspnoe
  • Prednisolon:  0,5-1mg/kg oral

        ° nach 10-14 Behandlungsdauer nicht abrupt absetzen

                 ° Dosis alle 3-4 Tage um die Hälfte reduzieren

  • Dexamethason 0,04 - 0.08 mg/kg  oral  

Bronchodilatatoren

  • Butylscopolamin 0,3mg/kg - intravenös bei Dyspnoe
  • Clenbuterol 0,8µg/kg oral 

              ° Achtung - Tachyphylaxie

              ° Bronchodilatation -  Steigerung der mukoziliären Clearance -  Entzündungshemmung

Mukolytika

  • Dembrexin 0,3mg/kg 2x tgl.
  • Acetylcystein 20mg/kg 2x tgl. oral  - Ev. entzündungshemmend

Quellen unter: https://pferdepraxishofheim.com/equine-vetnews/folge-3/

Transcript

Einführung in die Podcast-Themen

00:00:07
Speaker
Oh Mann, Vicky, Sie husten ja doch noch.
00:00:10
Speaker
Ja klar, wir waren ja auch noch nicht fertig, Anja, mit unserem Asthma-Thema.
00:00:14
Speaker
Stimmt.
00:00:15
Speaker
Und deshalb sprechen wir heute über systemische Therapie beim akuten Asthma-Schub.
00:00:20
Speaker
Wenn euch das interessiert, seid ihr hier genau richtig.
00:00:23
Speaker
Ihr hört den Podcast Equine Bad News.
00:00:25
Speaker
Mit diesem haben wir begonnen, da ja monatlich viele pferdemedizinische Studien veröffentlicht werden.
00:00:32
Speaker
Da kann ich mal kurz einhaken.
00:00:33
Speaker
Da danken wir erstmal allen, die jetzt so forschen, weil das echt mega ist, was alles einfach rauskommt.
00:00:38
Speaker
Und wir möchten euch allen, also StudentInnen, AnfangsassistentInnen, GemischtpraktikerInnen, ja, ich kenne da, aber das geht jetzt hier viel schneller so.
00:00:48
Speaker
Und natürlich auch erfahrene PferdetierärztInnen, kompakt und praxisnah über die aktuellen und relevanten Studien informieren.

Überblick über die Studien im Podcast

00:00:57
Speaker
Genau, und dafür suchen wir zu jeder Folge eine aktuelle Studie heraus.
00:01:01
Speaker
Und zu Beginn sprechen wir immer erst mal kurz über die Erkrankung selbst.
00:01:05
Speaker
Und weil wir hier wirklich jetzt nur ausschließlich studienbasierte Infos weiter an euch geben, lesen wir natürlich auch einige Artikel dazu, nicht nur einen.
00:01:15
Speaker
Ja, das war diesmal ein Ziel.
00:01:16
Speaker
Also für diese beiden Asthma-Folgen haben wir es, glaube ich, schon auf die 30 bis 40 Studien geschafft, die wir mindestens im Abstract gesichtet haben.
00:01:26
Speaker
Das war schon Arbeit.
00:01:27
Speaker
Und da wir noch einmal beim Thema Asthma sind, habe ich eine aktuelle Studie zur Therapie mit Acetylcystein herausgesucht.
00:01:35
Speaker
Die wurde 2024 veröffentlicht und zwar im Journal of Veterinary Internal Medicine.
00:01:42
Speaker
Bevor wir jetzt aber einsteigen, stellen wir uns kurz einmal vor.
00:01:46
Speaker
Ich bin Dr. Anja Gabe, Fachtierärztin für Pferde.

Vorstellung der Gastgeber

00:01:49
Speaker
Seit 25 Jahren in der Pferdepraxis unterwegs, habe auch einige Jahre in Kliniken gearbeitet und bin verantwortlich für den Inhalt des Kompendiums der Pferdeheilkunde.
00:02:00
Speaker
Und ich bin Dr. Vicky Kratzmann.
00:02:01
Speaker
Ich bin auch Tierärztin und schreibe seit 23 Kurzreviews für das Kompendium der Pferdeheilkunde und freue mich jetzt heute total wieder dabei zu sein, Anja, mit dir.
00:02:16
Speaker
Ja, dann fangen wir mal an.
00:02:17
Speaker
Vicky, magst du ganz kurz zusammenfassen, wie das mit dem Äquinen-Asthma eigentlich so war?
00:02:23
Speaker
Genau, also wir haben das ja in der letzten Folge gesprochen.

Was ist equines Asthma?

00:02:26
Speaker
Noch einmal kurz.
00:02:26
Speaker
Also Asthma ist eine chronische, nicht infektiöse Erkrankung der unteren Atemwege adulter Pferde.
00:02:32
Speaker
Die Schwere der Symptome variieren, sowohl klinisch als auch endoskopisch und auch zytologisch in der BLF.
00:02:38
Speaker
Und man kann es unterscheiden, je nach Zelltyp den Phänotyp unterscheiden.
00:02:43
Speaker
Klinisch sieht man Leistungseinbuße, Husten, Nasenausfluss und im hochgradigen Fall halt diese deutliche Dyspnö.
00:02:52
Speaker
Ich möchte zu der Klinik noch etwas ergänzen.
00:02:54
Speaker
Wir sprechen ja immer von einer nicht infektiösen Erkrankung und das impliziert für mich eigentlich kein Fieber.
00:03:02
Speaker
Die Pferde zeigen keine erhöhte Körperinnentemperatur.
00:03:06
Speaker
Ich hatte jetzt aber zwei Fälle, einen Tinker und einen Isländer, beide mit hochgradiger Dyspnoe und Fieber bis 39 beziehungsweise 40 Grad Celsius.
00:03:18
Speaker
Die Pferde sind klinisch untersucht worden und auch endoskopisch.
00:03:22
Speaker
Wir haben da erst mal nur ein Trachealsekret genommen, weil ich bei Pferden mit Fieber keine bronchoalveoläre Lavage durchführe.
00:03:29
Speaker
Das zytologische Ergebnis von diesem Sekret sprach für Asthma.
00:03:33
Speaker
Es waren keine Bakterien nachweisbar, sondern die klassischen Zellen.
00:03:38
Speaker
Nach dem Abklingen der Temperatur haben wir BAL-Proben genommen und das Bild war klassisch Äquines Asthma.
00:03:44
Speaker
Und jetzt habe ich, bevor wir diesen Podcast aufgenommen haben,
00:03:49
Speaker
Kolleginnen gefragt, ob ihnen das auch schon mal untergekommen ist.
00:03:53
Speaker
Und die berichteten Ähnliches und zwar auch bei akutem schweren Asthma-Schub, dass dort manchmal eine Temperaturerhöhung auftreten kann.

Medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten bei Asthma

00:04:04
Speaker
Spannend.
00:04:04
Speaker
Man muss halt sagen, dass das wissenschaftlich bislang nicht untersucht ist, beziehungsweise wir dazu jetzt nichts finden konnten.
00:04:12
Speaker
Das ist einmal wichtig.
00:04:13
Speaker
Ja, genau.
00:04:13
Speaker
Da war irgendwie gar nichts nachweisbar.
00:04:16
Speaker
Nee.
00:04:21
Speaker
Und damit sind wir jetzt auch schon mitten im Thema.
00:04:24
Speaker
Was verwendest du denn, Anja, bei einem hochakuten Asthmachub und Dyspnoe, wenn du schon weißt, dass das Pferd Asthma-Patient ist?
00:04:32
Speaker
Ja, wir wissen aus Studien von 2012 und 2014, dass Botyscopulamin in einer Dosierung von 0,3 mg pro kg intravenös eine ganz rasche Verbesserung der Dyspnoe erzielt und auch der Lungenfunktion.
00:04:47
Speaker
Schon innerhalb von wenigen Minuten tritt diese Besserung auf.
00:04:52
Speaker
Okay, und wie schnell wirkt das genau und wie lange hält es dann, wenn ich es gebe?
00:04:57
Speaker
Die Verbesserung kann schon nach zwei Minuten auftreten.
00:05:00
Speaker
Die maximale Wirkung ist so ungefähr nach zehn Minuten erreicht.
00:05:04
Speaker
Allerdings konnten in diesen Studien diese Wirkungen nach 60 bis 120 Minuten nicht mehr nachgewiesen werden.
00:05:13
Speaker
Okay.
00:05:13
Speaker
Und vor allem ist doch zugelassen jetzt auch nur das Kombipräparat mit Metamizol, oder?
00:05:18
Speaker
Ist das problematisch?
00:05:20
Speaker
Ja, das finde ich eine echt schwierige Frage.
00:05:22
Speaker
Also ich habe jetzt einmal gerechnet, also wenn wir ein Pferd mit 500 Kilogramm Körpergewicht behandeln möchten, dann müsste dieses 37,5 Milliliter dieses Kombipräparates intravenös erhalten.
00:05:35
Speaker
Okay.
00:05:36
Speaker
Die Metamizoldosis wäre dann noch im normalen Bereich.
00:05:40
Speaker
Also die wäre 20 bis 50 Milliliter.
00:05:42
Speaker
Also da wäre jetzt keine Überdosierung.
00:05:44
Speaker
Jetzt kommt natürlich ein Aber.
00:05:47
Speaker
Metamizol kann entsprechend der Fachinformation bei disponierten Pferden zu einem Bronchospasmus führen.
00:05:56
Speaker
Das wäre jetzt dann nicht das, was wir wollen.
00:05:58
Speaker
Das ist ein bisschen kontraproduktiv.
00:06:00
Speaker
Also müsste man jetzt das humanmedizinische Präparat nehmen als Option oder wie sieht es da aus?
00:06:05
Speaker
Ja, theoretisch geht das.
00:06:06
Speaker
Es wäre natürlich eine Umwidmung.
00:06:09
Speaker
Es existieren Ampullen mit 20 Milligramm.
00:06:12
Speaker
Also wäre dann entsprechend bei einem 500-Kilo-Pferd 7,5 Ampullen zu injizieren.
00:06:18
Speaker
Kostenpunkt geht auch, sind bei 5 Ampullen 13 Euro.
00:06:23
Speaker
Das muss man individuell abwägen.
00:06:25
Speaker
Ich hatte mit Metamizol in der Hinsicht noch keine Probleme, weder wenn ich es beim Fieberpferd verabreiche, noch beim Kolika, noch ich verwende das Medikament schon öfter bei einer Dyspöre.
00:06:38
Speaker
Die ist immer besser geworden und nicht schlechter.
00:06:41
Speaker
Habe ich auch noch nie erlebt, dass es nicht besser geworden ist damit.
00:06:45
Speaker
Aber so ist die Lage, wenn man das ganz genau nimmt.
00:06:49
Speaker
Wenn man auf Nummer sicher gehen will, wäre das humanmedizinische Präparat die Wahl.
00:06:56
Speaker
An dieser Stelle ein kurzer Hinweis.
00:06:58
Speaker
Die zuvor genannte Aussage ist so nicht ganz korrekt.
00:07:01
Speaker
Tatsächlich gibt es ein für das Pferd zugelassenes Präparat mit Butylskopolamin alleinig in einer Konzentration von 20 mg pro ml.
00:07:11
Speaker
Somit müsstet ihr 7,5 ml bei einem 500 kg Pferd bei einer Dyspe intravenös verabreichen.
00:07:23
Speaker
Und dann könnte man sonst noch Atropin verwenden, oder?

Glukokortikoide und ihre Wirkung

00:07:27
Speaker
Ja, das stimmt.
00:07:29
Speaker
2014 wurden diese Medikamente in einer Untersuchung miteinander verglichen.
00:07:33
Speaker
Beide verbesserten die Lungenfunktion deutlich.
00:07:36
Speaker
Atropin wirkte sogar länger, führte aber häufiger zu einer ausgeprägten Tachycardie.
00:07:43
Speaker
Das kennen wir von Butyscopulamin.
00:07:45
Speaker
Ja, schon, wenn wir das bei einem Kolika verwenden, wenn man danach dann das Herz abhört, man denkt, ups, jetzt ist die Herzfrequenz aber hochgegangen.
00:07:54
Speaker
Ich verwende aber, um nicht noch eine ausgeprägtere Tachycardie zu erzielen, lieber Butyscopulamin.
00:08:01
Speaker
Okay.
00:08:02
Speaker
Und dann würde man ja zusätzlich, denken wir, glaube ich, alle dran, natürlich Glykokortikoide verwenden.
00:08:08
Speaker
Im Zweifel Dexamethason.
00:08:10
Speaker
Das ist ja der Standard, oder?
00:08:11
Speaker
Ja.
00:08:12
Speaker
Ja, für mich schon, ja.
00:08:13
Speaker
Also es ist eine Dosierung von 0,1 Milligramm pro Kilogramm intravenös.
00:08:18
Speaker
Da wurde in Studien genau nachgewiesen, dass es eine deutliche Verbesserung der Atemwegsobstruktion erzielt, bereits innerhalb von zwei Stunden.
00:08:26
Speaker
Maximale Wirkung wäre nach vier Stunden und die Wirkdauer wäre bis 30 Stunden.
00:08:32
Speaker
Mhm.
00:08:33
Speaker
Und wenn man sich diese Wirkungen anschaut, gerade die Zeit, in der eine maximale Wirkung auftritt und in der keine Wirkung mehr da ist, ist es eigentlich die Kombi perfekt.
00:08:44
Speaker
Also zuerst wirkt dann das Botuloscopulamin und wenn dessen Wirkung endet, würde Dexamethason beginnen zu wirken.
00:08:53
Speaker
Okay, aber das ist ja dann trotzdem erstaunlich schnell, wenn man bedenkt, dass die Glykokotikide ja eigentlich über die Genexpression wirken.
00:09:02
Speaker
Ja, jetzt kommt Nerdy-Wissen.
00:09:03
Speaker
Also das war doch etwas spannend.
00:09:05
Speaker
Also Gluco-Corticoide reduzieren die Genexpression von proinflammatorischen Zytokinen und wirken somit anti-inflammatorisch.
00:09:13
Speaker
Und irgendwie ist ja klar, dass das länger dauert.
00:09:17
Speaker
Aber es gibt sogenannte nicht-genomische Wirkungen von Gluco-Corticoiden.
00:09:22
Speaker
Wie die wirken, das ist Biochemie pur, das lassen wir jetzt mal schön weg.
00:09:26
Speaker
Mhm.
00:09:27
Speaker
Das Endergebnis davon ist aber, dass die Kontraktilität der glatten Muskulatur in den unteren Atemwegen reduziert wird.
00:09:36
Speaker
Das heißt, Glucocorticoide wirken bronchodilatatorisch.
00:09:40
Speaker
Okay.
00:09:42
Speaker
Und wobei ich natürlich bei Bronchodilatation sofort daran denke und einem akuten Asthmachschub, Clenbuterol, was ist damit?
00:09:50
Speaker
Daran denken wir doch auch.
00:09:51
Speaker
Ja, genau.
00:09:52
Speaker
Ja, stimmt genau.
00:09:54
Speaker
Wenn man Glembuterol oral verabreicht, tritt die Wirkung so nach 15 bis 45 Minuten ein.
00:10:01
Speaker
Diese ist aber dosisabhängig.
00:10:04
Speaker
Wir verabreichen 0,8 Mikrogramm pro Kilogramm entsprechend der Fachinformation.
00:10:10
Speaker
In einer Untersuchung wurde aber gezeigt, dass bei dieser Dosierung nur bei 25 Prozent der Pferde mit Asthma eine Verbesserung auftrat.
00:10:19
Speaker
Da wurden viel höhere Dosierungen eingesetzt.
00:10:22
Speaker
Jetzt wissen wir aber alle, dass die Pferde mit Clembuterol Nebenwirkungen zeigen können, wie Schwitzen, Tachycardie und Unruhe.
00:10:29
Speaker
Ich hatte letztens ein Pferd, das ist so rastlos durch das Medikament geworden, das wurde dann echt abgesetzt.
00:10:35
Speaker
Habe ich auch schon erlebt.
00:10:37
Speaker
Und man muss halt auch bedenken, dass schon nach 14 Tagen, spätestens drei Wochen, sich halt eine Tachyphilaxie entwickelt.
00:10:46
Speaker
Ja, genau.
00:10:47
Speaker
Das liegt an der verminderten Rezeptordichte, dass die dann einfach weniger werden.
00:10:52
Speaker
Nicht ewig geben.
00:10:53
Speaker
Was man machen kann, also es lässt sich natürlich diese Rezeptordichte wiederherstellen.
00:10:57
Speaker
Entweder nach einer Pause von 30 Tagen oder auch wenn man Dexamethason fünf Tage lang IV gegeben hat, dann normalisierten sich diese Rezeptoren innerhalb von 24 Stunden.
00:11:08
Speaker
Das Interessante bei Clembuterol ist ja auch noch, dass es nicht nur bronchodilatatorisch wirkt.
00:11:14
Speaker
Ich glaube, einige wissen, dass es die mucoceliäre Clearance verbessert.
00:11:19
Speaker
Aber es wirkt in den unteren Atemwegen auch entzündungshemmend.
00:11:25
Speaker
Genau.
00:11:26
Speaker
Also bei Asthma-anfälligen Pferden, die mit Heustau provoziert wurden, sank halt unter Kleinbuterol die Zellzahl als auch die Zytokinexpression in der BAL und die Hyperreaktivität nahm ab.
00:11:38
Speaker
Also das ist schon spannend, ne?
00:11:41
Speaker
Das ist nicht nur die Brochodilatation, die man, glaube ich, immer so als erstes im Kopf hat.
00:11:50
Speaker
Jetzt sind wir ja schon bei Entzündungshemmung, dann lass uns doch einmal über Prednisolon reden.
00:11:55
Speaker
Ja, absolut.
00:11:56
Speaker
Also da gibt es ja ein orales Präparat.
00:11:59
Speaker
Wenn ein Milligramm pro Kilogramm Prednisolon oral verabreicht wird, dann verbessert sich im Vergleich zu 0,1 Milligramm pro Kilogramm Dexamethason intravenös.
00:12:13
Speaker
Ähnlich der Mukus-Score und die Klinik.
00:12:15
Speaker
Aber die Ergebnisse der BAL-Zytologie waren unter Dexamethason besser.
00:12:21
Speaker
Genau, man könnte das Dexamethason ja auch oral verabreichen, wenn man es unwidmet.
00:12:26
Speaker
Da wäre die Dosis 0,05 mg pro Kilogramm über sieben Tage.
00:12:31
Speaker
Und da zeigte sich in den Studien, dass es eine stärkere Wirkung hat als das Pretnisolon.
00:12:36
Speaker
Die Neutrophilie in der BALF verbesserte sich durch das Dexamethason.
00:12:40
Speaker
Allerdings normalisierte es sich nicht.
00:12:42
Speaker
Und das gelang wirklich nur durch die Antigenvermeidung.
00:12:46
Speaker
Ja, genau.
00:12:47
Speaker
Die hatten wir ja in der ersten Folge über Asthma genau beschrieben.
00:12:51
Speaker
Also die Antigenvermeidung kann schon innerhalb von drei Tagen die Lungenfunktion verbessern.

Hyperinfusionstherapie: Nutzen und Risiken

00:12:58
Speaker
Und auch das Atemwegsremodeling, haben wir auch in der vorherigen Folge darüber gesprochen,
00:13:04
Speaker
verbessert sich weder durch die intravenöse noch durch die orale Gabe von Glucocorticoiden.
00:13:10
Speaker
Einzig, wenn überhaupt, durch monatelange Inhalation von Flutikason oder, wichtig, durch die Antigenvermeidung.
00:13:17
Speaker
Ganz essentiell, genau.
00:13:20
Speaker
Und sag mal, wie sieht jetzt das Risiko mit der Hufrehe aus, wenn ich jetzt diese Medikamente gebe?
00:13:26
Speaker
Jordan et al.
00:13:28
Speaker
untersuchte 2015 das Risiko einer Hufrehe unter Prednisolon-Therapie.
00:13:34
Speaker
Und die Ergebnisse waren, dass bei 416 Pferden unter Prednisolon-Therapie oder welche Prednisolon erhalten hatten, 2,6 pro 100 Pferde eine Hufre jetzt entwickelten.
00:13:47
Speaker
In der unbehandelten Kontrollgruppe waren es 3,46 pro 100.
00:13:53
Speaker
Aber das Risiko steigt deutlich bei älteren Pferden.
00:13:57
Speaker
Das hängt wahrscheinlich am Cushing-Syndrom an.
00:14:00
Speaker
Pferden mit EMS oder wenn vorher schon eine Hufrehe aufgetreten war.
00:14:05
Speaker
Da ist das Risiko erhöht unter Prednisolon.
00:14:08
Speaker
Haben wir den ersten Block.
00:14:11
Speaker
Ich fasse zusammen.
00:14:12
Speaker
Im akuten Schub mit Dyspne erzielen wir eine Verbesserung der Atemwegsobstruktion schnell durch Butyoskopulamin und Dexamethason intravenös verabreicht.
00:14:23
Speaker
Klembuterol wirkt oral bronchodilatatorisch, entzündungshemmend,
00:14:30
Speaker
Und steigert die mucoseläre Clearance.
00:14:32
Speaker
Aber Achtung, wir haben eine Tachyphylaxie nach 14 bis 21 Tagen.
00:14:38
Speaker
Die orale Gabe von Pretnisolon mit einer Dosis von 1 mg pro kg verbessert Klinik- und Muko-Score.
00:14:46
Speaker
Dexamethason oral verabreicht, aber Achtung, es ist nicht zugelassen fürs Pferd, hat eine stärkere Wirkung.
00:14:52
Speaker
Die Antigenvermeidung verbessert innerhalb von drei Tagen die Lungenfunktion und ist die einzige Möglichkeit, die BALF-Neutrophilie zu normalisieren.
00:15:07
Speaker
Viele Pferdebesitzer wünschen sich ja eine Schleimlösung.
00:15:10
Speaker
Sie sehen den gelben Nasenausfluss und möchten, dass das Sekret aus der Lunge verschwindet.
00:15:16
Speaker
Und das ist ihnen sehr, sehr wichtig.
00:15:18
Speaker
Und manchmal fällt ja das Stichwort Hyperinfusionstherapie.
00:15:23
Speaker
Kannst du einmal kurz beschreiben, wie so eine Therapie abläuft?
00:15:27
Speaker
Genau, dazu habe ich auch eine Studie gefunden von Degen.
00:15:31
Speaker
Der verwendete 0,9-prozentige Kochsalzlösung mit 60 ml pro kg Körpergewicht.
00:15:38
Speaker
Das sind dann rund 30 l bei einem 500-Kilo-Pferd.
00:15:42
Speaker
Die Infusion lief dann für 3 Stunden mit 20 ml pro kg pro Stunde.
00:15:48
Speaker
Und meist sogar dann an 3 hintereinander folgenden Tagen.
00:15:52
Speaker
Und was war das Ziel dieser Therapie?
00:15:54
Speaker
Was soll das bewirken?
00:15:57
Speaker
Genau, also es sollte durch den Anstieg des Drucks in der Pulmonalarterie und gleichzeitig der Abfall des onkotischen Drucks Flüssigkeit in die Alveolen übertreten.
00:16:08
Speaker
Und dabei sollte dann das Zellbronchialsekret verdünnt werden und der Abtransport begünstigt werden.
00:16:16
Speaker
Hört sich ja logisch an.
00:16:17
Speaker
Aber die Kreislaufbelastung war ja schon hoch.
00:16:20
Speaker
Und daher hat man später auch die Gabe dieser Flüssigkeitsmengen über die Nasenschlundsonde getestet, nicht wahr?
00:16:28
Speaker
Genau, das hat Walden gemacht.
00:16:30
Speaker
Der gab 68 Milliliter pro Kilogramm Nazel über drei Tage.
00:16:34
Speaker
Und er macht das entweder intravenös über drei Stunden oder...
00:16:38
Speaker
Oder halt per Sonde innerhalb von einer Stunde.
00:16:40
Speaker
Der Effekt bei der Sondengabe war zwar etwas schwächer, aber eigentlich länger anhaltend und vor allem deutlich besser verträglich für die Pferde.
00:16:50
Speaker
Das waren ja mehrere Studien aus den 80ern.
00:16:55
Speaker
Wie waren die Ergebnisse da insgesamt auch im Hinblick auf den Studienaufbau?
00:17:01
Speaker
Ja, ehrlich gesagt, schwer zu interpretieren.
00:17:03
Speaker
Denn parallel zu dieser Hyperinfusionstherapie haben die Tiere immer Glykokortikoide oder Spasmolytika bekommen oder die Haltung wurde verändert.
00:17:13
Speaker
Das heißt, man konnte das schwer bewerten, ehrlich gesagt.
00:17:18
Speaker
Und gab es auch neuere Studien?
00:17:20
Speaker
Ja, also Veit zeigte 2004 nach Intragastralergabe signifikante Verbesserungen.
00:17:27
Speaker
Sie hatte weniger CSC-Kret in den Ergebnissen, bessere Blutgasanalyseergebnisse und weniger Neutrophile in der BAL.
00:17:37
Speaker
Ja, John et al.
00:17:37
Speaker
hat 2004 ja auch eine Studie durchgeführt zu dem Thema.
00:17:42
Speaker
Bei dieser wurden fünf Kontrollpferde und neun Pferde mit Asthma mit 30 Liter NHL-Lösung infundiert.
00:17:50
Speaker
Und die Lungenfunktion wurde bis zehn Tage nach der Infusion gemessen.
00:17:55
Speaker
Und was kam da dann raus?
00:17:59
Speaker
Die rasche Gabe von Kochsalzlösung hatte keine positiven Effekte auf die Lungenfunktion der erkrankten Pferde.
00:18:05
Speaker
Im Gegenteil, nach 180 Minuten war der pulmonale Atemwegswiderstand im Vergleich zum Ausgangswert signifikant erhöht.
00:18:15
Speaker
Okay, also das heißt, wenn man jetzt mal die bisherigen Ergebnisse zusammenfasst, erscheint der therapeutische Nutzen gegenüber dem Risiko von schweren Komplikationen einschleißig tatsächlich eines Todesfalls, da gibt es einen Fallbericht zu, ja ziemlich niedrig, oder?
00:18:31
Speaker
Ja, also Fai hat einen Übersichtsartikel über die Hyperinfusionstherapie veröffentlicht und kam zu einem ähnlichen Ergebnis.
00:18:40
Speaker
Sie hat die vorliegenden Untersuchungen, die es bis jetzt gab, alle ausgewertet und gefolgert, dass das Risiko dieser Therapie den Nutzen beim Asthma-Patienten bei weitem übersteigt.
00:18:56
Speaker
Ja.

Ergänzende Therapien: Dembrexin und Acetylcystein

00:18:58
Speaker
So, damit brauchen wir ja dann doch eine andere Therapiemöglichkeit für die Sekretolyse.
00:19:03
Speaker
Und wir verwenden ja öfter Dämbrexin.
00:19:06
Speaker
Was sagt die Studienlage denn dazu?
00:19:09
Speaker
Genau, also das reduziert den Mukoscore und die Viskosität.
00:19:13
Speaker
Teils auch die Hustenfrequenz und die Atemmechanik.
00:19:16
Speaker
Aber, wichtig, es hat keinen Effekt auf die BAL-Zytologie.
00:19:20
Speaker
Also es wirkt wirklich rein mukolytisch, nicht anti-inflammatorisch.
00:19:25
Speaker
Okay, also lösen wir Schleim, aber...
00:19:29
Speaker
Das war es dann eigentlich auch.
00:19:30
Speaker
Das war eigentlich eine Begleittherapie.
00:19:35
Speaker
Ja, okay.
00:19:36
Speaker
So, und jetzt aber zu deiner Acetylcysteinstudie.
00:19:39
Speaker
Was war denn da deren Ziel?
00:19:40
Speaker
Was wollten die rausfinden?
00:19:43
Speaker
Also es ist bekannt, dass bei Pferden durch längere Transporter, also sechs bis zwölf Stunden, mit Fixierung des Kopfes der Mukus in den unteren Atemwegen akkumuliert.
00:19:53
Speaker
Bakterien treten vermehrt auf und die Anzahl der Neutrophilen in den unteren Atemwegen steigt an.
00:20:00
Speaker
Letztendlich entwickelt sich daraus eventuell eine Pneumonie.
00:20:04
Speaker
Das kennen wir unter Shipping-Fever.
00:20:07
Speaker
Die Frage der Autoren war, ob Acetylcystein dem entgegenwirken kann, da wir ja wissen, dass durch Acetylcystein die Disulfidbrücken aufgebrochen werden und es mukolytisch wirkt.
00:20:20
Speaker
Okay, und wie war da der Versuchsaufbau?
00:20:22
Speaker
Wie haben die das gemacht?
00:20:23
Speaker
Also es handelte sich um eine prospektive, placebo-kontrollierte Crossover-Studie mit sechs gesunden Pferden, die waren circa fünf Jahre alt.
00:20:32
Speaker
Die waren zuvor klinisch untersucht worden und auch endoskopiert und galten als lungengesund.
00:20:39
Speaker
Zunächst
00:20:40
Speaker
wurden diese Pferde eingestallt, 18 Stunden ohne Fixierung des Kopfes.
00:20:45
Speaker
Danach wurde die Gruppe über 18 Stunden angebunden, und zwar der Kopf auf Level oberhalb des Widerriss, über 18 Stunden.
00:20:55
Speaker
Und entweder hatten sie Acetylcysteine erhalten in einer Dosierung von 15 Milligramm pro Kilogramm pro Tag.
00:21:03
Speaker
Das ist niedriger als das, was wir verwenden.
00:21:05
Speaker
Wir verwenden in der Regel zweimal täglich 20 Milligramm.
00:21:11
Speaker
Das Acetylcystein wurde drei Tage vor Beginn der Fixierung verabreicht, da fing das an, bis zwei Stunden vor Durchführung der BAL.
00:21:22
Speaker
Als Kontrolle wurden die Pferde fixiert, aber es erfolgte keine Therapie.
00:21:28
Speaker
Zwischen diesen Phasen, weil das wurde ja bei allen Pferden durchgeführt, war immer ein Monat Washout-Phase.
00:21:34
Speaker
Die Pferde sind klinisch untersucht worden und endoskopisch.
00:21:38
Speaker
Es wurde der MUCOS-Score beurteilt.
00:21:40
Speaker
Es wurde natürlich die BALF untersucht, also die Bronchioaviolea-Flüssigkeit.
00:21:45
Speaker
Zytologisch, es wurde ein Blutbild angefertigt und der Plasmafibronogenwert bestimmt.
00:21:51
Speaker
Und was sagen uns jetzt die Ergebnisse?
00:21:53
Speaker
Was kam da raus?
00:21:54
Speaker
Klinisch zeigten die Pferde keine Veränderung.
00:21:57
Speaker
Aber durch die Kopffixierung über diese lange Zeit war der Mukus-Score erhöht, die Gesamtzahl der Zellen erhöht, die Zellzahl der Makrophagen und der Lymphozyten und das war signifikant.
00:22:09
Speaker
Und der Anteil der neutrophilen Granulozyten stieg auf 54%.
00:22:14
Speaker
Das bedeutet, dass durch diese Fixierung des Kopfes eine Entzündung der unteren Atemwege ausgelöst wurde.
00:22:21
Speaker
Unter Acetylcystein war sowohl der Mukus-Score als auch der prozentuale Anteil der neutrophilen Granulozyten signifikant niedriger.
00:22:32
Speaker
Makrophagen und Lymphozyten blieben unverändert.
00:22:35
Speaker
Auch die Blutwerte, die veränderten sich gar nicht.
00:22:38
Speaker
Also das ist ja spannend.
00:22:39
Speaker
Das heißt, es wirkt mykolytisch und antiinflammatorisch.
00:22:43
Speaker
Ähnlich wie wir das aus Studien zur Endometri-Metritis oder aus der Muskulatur kennen, wo halt antioxidative Effekte beschrieben wurden, ne?
00:22:52
Speaker
Ja, genau.
00:22:53
Speaker
Jetzt ist es natürlich so, diese anti-inflammatorische Wirkung wurde jetzt nicht bei einem Pferd mit Asthma nachgewiesen.
00:22:59
Speaker
Das muss man schon dazu sagen, sondern bei Pferden, deren Fuchs den Kopf fixiert worden ist.
00:23:08
Speaker
Himmel.
00:23:13
Speaker
Ich fasse noch einmal zusammen.
00:23:16
Speaker
Hyperinfusionstherapie hat keinen wirklichen Nutzen bei Asthma und ein starkes Risiko von Nebenwirkungen und Komplikationen.
00:23:26
Speaker
Dembrexin wirkt in erster Linie mukolytisch, Acetylcystein wirkt mukolytisch und hat zusätzlich eine Wirkung auf die Neutrophilie der BALF nach langer Fixierung des Kopfes.
00:23:39
Speaker
Jetzt haben wir ja noch so ein paar Hustenpülverchen, die die Pferdebesitzer so gerne im Internet bestellen oder wer weiß Gott wo kaufen.
00:23:46
Speaker
Wie sieht das denn da so aus?
00:23:48
Speaker
Ja, umso schöner die Verpackung, umso lieber kauft man es, glaube ich.
00:23:53
Speaker
Genau, wir haben einfach immer wieder Besitzer oder viele Besitzer, die nach Kräutern fragen, die gerne halt Kräuter geben möchten.
00:24:00
Speaker
Was sagt die Literatur zu unseren Kräutern?
00:24:03
Speaker
Genau, also da ist die Datenlage einfach sehr dünn.
00:24:06
Speaker
Ja, also das Problem ist, es gibt ein paar Studien, da ist es aber leider so, dass es meistens ganz kleine Pilotstudien sind ohne Placebo.
00:24:15
Speaker
Was man sagen kann, ist, dass einige Kombinationen aus Thymian, Primian, Enzian, Sauerampfer, Holunder und Eisenkraut die Lungenfunktionsparameter tatsächlich etwas verbesserten, aber die Klinik und die BAL änderten sich selten signifikant.
00:24:29
Speaker
Also wenig Aussagekraft.
00:24:32
Speaker
Ja und Dosierung und Reinheit sind ja auch kaum standardisiert, oder?
00:24:37
Speaker
Genau, das ist ein Riesenproblem, dass man gar nicht weiß, woher eigentlich diese Kräuter kommen, wie die geerntet werden, was damit passiert und wir wissen halt auch viel zu wenig über die Wechselwirkung und da muss ich schon sagen, für mich, das muss man wirklich abwägen, will man das empfehlen.
00:24:53
Speaker
Ja, also unabhängig von diesen Studien empfehle ich Kräuter nicht wirklich, seit es eine Untersuchung gab, die Kräutermüslis untersucht haben.
00:25:04
Speaker
Und zwar, die haben Pyrolycidinalkaloide nachgewiesen in den Kräutermüslis.
00:25:10
Speaker
Und daher bin ich so unsicher und habe wirklich Sorge, dass wir wenig Wirkung haben und dann noch die Gefahr, dass wir Giftstoffe verabreichen.
00:25:21
Speaker
Und deshalb ist bei mir die Empfehlung, so böse es ist, Finger weg von den Kräutern.
00:25:26
Speaker
Ja, also ich möchte auch nicht die Verantwortung dafür tragen.
00:25:30
Speaker
Das muss man einfach sagen.
00:25:31
Speaker
Da ist mir das lieber mit etwas

Nahrungsergänzungsmittel: DHA vs. traditionelle Öle

00:25:33
Speaker
mehr Sicherheit.
00:25:33
Speaker
Können wir vielleicht noch was zu den Fettsäuren sagen?
00:25:35
Speaker
Die sind ja auch in aller Munde.
00:25:37
Speaker
Ja, da gab es jetzt auch nicht ohne Ende Studien.
00:25:40
Speaker
Also es ist eine größere mit 35 Pferden, die über drei Monate husten.
00:25:45
Speaker
Diese bekam entweder ein Placebo- oder Docasa-Hexaensäure.
00:25:49
Speaker
Ich nenne das jetzt nur noch DHA, bitte.
00:25:52
Speaker
In einer Dosierung von 5,1 bis 9,1 Milligramm pro Kilogramm.
00:25:57
Speaker
Die Lungenfunktion verbesserte sich im Vergleich zur Placebo-Gruppe und auch der neutrophile Anteil in der BAL sank.
00:26:04
Speaker
Das ist zwar nur eine Studie.
00:26:07
Speaker
Aber ganz ehrlich, wenn die Besitzer gerne was machen möchten, können sie gerne diese Fettsäuren füttern.
00:26:12
Speaker
Da sind dann keine Giftstoffe drin und als Zugabe gibt es noch glänzendes Fell.
00:26:18
Speaker
Auch nicht schlecht.
00:26:19
Speaker
Und das heißt aber, dass Leinöl nicht ausreicht?
00:26:23
Speaker
Leider nein.
00:26:23
Speaker
Leinöl enthält vor allem Alpha-Linolensäure und kein DHA.
00:26:30
Speaker
Aus dieser Fettsäure kann im Körper DHA gebildet werden.
00:26:35
Speaker
Allerdings ist diese Umwandlung sehr ineffektiv.
00:26:37
Speaker
Also braucht man schon...
00:26:40
Speaker
Spezielle Zusätze, meist auf Algen- oder Fischölbasis.
00:26:44
Speaker
Ich weiß, das mit dem Fischöl, das wird auch diskutiert.
00:26:47
Speaker
Dann nehmen wir die Algen.
00:26:49
Speaker
Und ihr könnt euch merken, in dieser Studie war eine positive Wirkung auf die unteren Atemwege bei einer Dosis von 1,5 Gramm DHA täglich.
00:27:05
Speaker
Gut, dann machen wir doch jetzt vielleicht nochmal eine kompakte Zusammenfassung, oder Anja?
00:27:09
Speaker
Ja, wir wechseln uns mal ab.

Zusammenfassung und persönliche Anekdoten

00:27:11
Speaker
Also akut hochgradiger Asthmachub.
00:27:14
Speaker
Da gebe ich Botyscopolamin und Dexamethason.
00:27:17
Speaker
Geringgradiges bis mittelgradiges Asthma ohne Dyspneu.
00:27:22
Speaker
Da gebe ich Clenbuterol gegebenenfalls noch mit Dembrexin.
00:27:25
Speaker
Hyperinfusionstherapie.
00:27:28
Speaker
Da sind ehrlich gesagt zu ausgeprähte Komplikationen möglich und der Nutzen ist halt sehr fraglich.
00:27:35
Speaker
Kräuter?
00:27:36
Speaker
Lassen wir auch bitte.
00:27:38
Speaker
DHA?
00:27:39
Speaker
Das ist als Ergänzung auf jeden Fall eine Option, schadet nicht und wenn wir von der einen Studie ausgehen, kann es sogar was bringen.
00:27:47
Speaker
Ja, genau.
00:27:51
Speaker
So, und bevor wir jetzt noch ein bisschen digital plaudern, Vicky, hast du noch eine schöne Abschlussgeschichte zur Atemwegsproblematik?
00:27:58
Speaker
Ja, also ich habe eine ganz super Geschichte, die mir selbst passiert ist zu einem inspiratorischen Atemproblem.
00:28:05
Speaker
Das betraf allerdings nicht ein Pferd, sondern meine andere Leidenschaft, meine kleinen Kinder.
00:28:09
Speaker
Und...
00:28:10
Speaker
Und ich habe ja nicht vor so langer Zeit ein Baby bekommen.
00:28:14
Speaker
Und dieses Baby war noch nicht mal eine Woche alt.
00:28:16
Speaker
Und ich hatte die geniale Idee, morgens früh die Kinder anzuziehen.
00:28:19
Speaker
Und wir lagen alle in einem Zimmer meiner Tochter.
00:28:22
Speaker
Und ich zog die Kinder an, das Baby in der Mitte.
00:28:25
Speaker
Und mein kleiner Sohn hatte eine kleine Perle, so eine Glitzerperle in der Hand.
00:28:30
Speaker
Und fummelte damit so ein bisschen rum.
00:28:32
Speaker
Und in dem Moment, wo ich ihn angucke, steckt er sich das Ding in die Nase.
00:28:36
Speaker
Ja.
00:28:37
Speaker
Und ich habe nur zu meinem Mann gesagt, also ich will bitte anziehen, er könnte gleich ins Krankenhaus fahren, weil ich weiß, man soll da nicht anfangen rumzubrokeln, auch wenn mir das als Tierärztin ja liegt.
00:28:46
Speaker
Aber ich saß ganz oben glitzern, es war keine Chance.
00:28:50
Speaker
Ich habe Gott sei Dank eine tolle Schwester, die dann meinte, die anrief und meinte, was mache ich jetzt?
00:28:55
Speaker
Ja, hol mal Pfeffer und halt ihm das unter die Nase, habe ich gemacht, passierte gar nichts.
00:29:00
Speaker
Also ich, okay, du musst ins Krankenhaus fahren zu meinem Mann, das wird hier nichts.
00:29:04
Speaker
In dem Moment fängt mein Sohn an zu niesen und diese Glitzerperle landete mitten auf dem Baby.
00:29:12
Speaker
Danach habe ich mich entschieden, dass ich einfach wieder ins Bett gehe und das Anziehen der Kinder doch vielleicht einfach noch mal meinem Mann überlasse, weil der Stress reichte mir.
00:29:20
Speaker
Also...
00:29:22
Speaker
Super, dann haben wir jetzt noch eine Empfehlung.
00:29:25
Speaker
Fremdkörperbeseitigung aus der Nase.
00:29:27
Speaker
Versucht es vielleicht mal mit Pfeffer.
00:29:29
Speaker
Vielleicht klappt es ja auch beim Pferd.
00:29:31
Speaker
Na dann, bis zum nächsten Mal.
00:29:33
Speaker
Das war schön, Anja.
00:29:41
Speaker
Das war die dritte Folge von Equine Vet News.
00:29:43
Speaker
Unter den Shownotes findet ihr einen Link zu den Quellen und Informationen zu den verschiedenen Dosierungen der Medikamente.
00:29:51
Speaker
Wir hoffen, dass es euch gefallen hat und freuen uns, wenn ihr auch in der nächsten Folge wieder reinhört.
00:29:57
Speaker
Anmerkungen oder Themenwünsche könnt ihr mir jederzeit unter podcast.pferdepraxishofheim.com schicken.
00:30:04
Speaker
Wir wünschen euch ruhige Nächte und kooperative Patienten.
00:30:08
Speaker
Bis bald.
00:30:10
Speaker
Musik