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Speaker: Dies ist der zweite Teil des Podcasts Equinvet News zur hyperinsulinämischen Hufrehe.
Speaker: Wir beschäftigen uns zunächst mit der Therapie der akuten hyperinsulinämischen Hufrehe und der Therapie der Insulindisregulation.
Speaker: Wir gehen genauer auf die SGLT2-Inhibitoren ein und besprechen am Ende drei Studien zu genau diesem Thema, die in den Jahren 2024 und 2025 veröffentlicht worden sind.
Speaker: Okay, jetzt haben wir unsere Hufrehe diagnostiziert und eine Endokrinopathie.
Speaker: Und jetzt wollen wir behandeln.
Speaker: Die Therapie umfasst drei Säulen, also Schmerzmittel und Entzündungshemmer, biomechanische Unterstützung des Hufes und natürlich die Ursache behandeln.
Speaker: Und wir gehen auch auf die Kryotherapie ein.
Speaker: Ich beginne immer erst mal, dass das Pferd in die Box kommt und jegliche Bewegung verboten ist.
Speaker: So viele Späne wie möglich eingestreut werden, damit das Pferd, meistens ja ein Pony, wie auf so einem Moosteppich läuft.
Speaker: Und ich stelle die Pferde eigentlich schon in der Regel sechs Wochen in die Box.
Speaker: Also auf jeden Fall versuche ich den Besitzern, das so nahe zu bringen, dass sie nicht zu früh anfangen, mit diesem akuten Rehepferd spazieren zu gehen.
Speaker: Weil meiner Erfahrung nach...
Speaker: ist es echt schlecht, wenn die zu früh anfangen, mit denen zu laufen.
Speaker: Ich kann da überhaupt keine Studien zitieren.
Speaker: Wie gesagt, meiner Erfahrung nach brauchen die meisten sechs Wochen.
Speaker: Bei mir ist es in die Boxstellen ja auch ein bisschen ein größeres Problem bei den Offenstellen.
Speaker: Das ist ja bei dir jetzt nicht so wirklich das Problem.
Speaker: Du kannst die ja dann einfach in deine Klinikbox packen und dann stehen die da.
Speaker: Genau, bei uns geht das ganz automatisch.
Speaker: Ja.
Speaker: Nein, das geht nicht, Frau Doktor.
Speaker: Ja, ist ein bisschen schwierig manchmal.
Speaker: Wie sieht denn dein Management dann neben Bestellen das Pferd in die Box aus?
Speaker: Genau, Boxenruhe total wichtig.
Speaker: Finde ich, machst du sehr gut, dass du das so konsequent hältst.
Speaker: Bei uns erhalten die Hofrehe Pferde dann noch ein NSID.
Speaker: Meistens nehmen wir Phenylbutazone und die bekommen eine flache Unterstützung im hinteren Strahlbereich.
Speaker: Das fertigen wir mit so einem Knet-Silikon an.
Speaker: Das ist jetzt kein klassisches Hochstellen.
Speaker: Wir halten diese Keile also relativ flach.
Speaker: Es ist eher so eine Unterstützung.
Speaker: Was bei uns noch ein wichtiger oder eine der wichtigsten Therapiesäulen ist, ist die Kryotherapie.
Speaker: Das ist was, das ist aber wirklich aufwendig und ich denke daher leider der Klinik vorenthalten.
Speaker: Es gab experimentelle Studien mit entzündungsbedingten Hufrehen und da wurde nachgewiesen, dass die Kryotherapie, wenn sie vor dem Auslösen der Rehe begonnen wird, tatsächlich in der Lage ist, die Symptome und auch die Schäden der Lamellen signifikant zu verringern.
Speaker: Selbst wenn sie erst mit Beginn der klinischen Symptomatik begonnen wird, auch dann reduziert sie den Schweregrad.
Speaker: Das Problem ist, sie muss wirklich kontinuierlich erfolgen und zwar eigentlich bis mindestens 48 Stunden nach Beginn der Symptome.
Speaker: Wenn wir das machen, diese Kryotherapie, dann sieht das so aus.
Speaker: Wir nehmen einfach leere Infusionsbeutel, davon gibt es in der Klinik zuhauf,
Speaker: Die schneiden wir auf und da stellen wir die Hufe rein.
Speaker: In die Beutel kommt dann selbst hergestelltes Crushed-Eis und je nach Außentemperatur muss man das Eis alle ein bis zwei Stunden nachfüllen.
Speaker: Das ist also echt aufwendig.
Speaker: Unsere Tierarzthelfer stöhnen immer, je mehr Rehe und Pferde in der Klinik stehen.
Speaker: Wie würdest du das draußen machen?
Speaker: Machst du das überhaupt?
Speaker: Also wir müssen das ja unsere Besitzer machen, das ist echt schwierig, diese 48 Stunden zu halten.
Speaker: Also ich hatte eine Kundin, die hat aus so Plastiktischdecken Boots gebaut und dann war es dann so weit oben und ich habe bis jetzt mir noch kein Boot gekauft für diese Pferde.
Speaker: Also es ist wirklich schwierig.
Speaker: Also bei mir kommen die dann eben für Stunden mal rein oder ich mache einen Verband hoch und die gießen immer nach.
Speaker: Aber es ist sicher nie so ideal, wie es sein soll, dass die Pferde wirklich in diesem Eiswasser stehen.
Speaker: Das kriege ich leider in der Praxis echt schwierig hin.
Speaker: Das ist wirklich schwierig.
Speaker: Und es ist ja auch schwierig, wenn es erst kalt ist und dann warm wird.
Speaker: Das hat ja auch Effekte, negative im schlimmsten Fall.
Speaker: Und deshalb würde ich es dann, glaube ich, auch eher weglassen, wenn man es nicht gewährleisten kann.
Speaker: Ja, also ich gebe den dann ja auch für Nybutazon, sowohl für die Analgesie als auch als Entzündungshemmer.
Speaker: Und dazu ist gezeigt worden, dass der nicht selektive Cox-Hemmer, also wie Flonixin oder Fenybutazon, analgetisch besser wirkt als die selektiven Cox-2-Hemmer.
Speaker: Und die Vermutung ist, dass die
Speaker: diese Medikamente eine inhibitorische Wirkung auf die zentralen sensorischen Nerven haben und daher besser analgetisch wirken,
Speaker: Und ein spannender Studien-Fakt zu Phenobutation ist, die haben Phenobutation über neun Tage verabreicht, intravenös, Dosis von vier Milligramm pro Kilogramm.
Speaker: Und die verringerte die postprandiale Insulinreaktion.
Speaker: Das ist jetzt nur ein Hinweis, dass die Gabe von Phenobutation eventuell das Ergebnis des oralen Zuckertests verfälschen könnte.
Speaker: Da müsste man ein bisschen aufpassen.
Speaker: Ich versuche natürlich auch eine Unterstützung der Sohle und den Strahl mit zum Tragen zu bringen.
Speaker: Ich verwende entweder Gips in Kombination mit Kars, also Celona-Gipsbinden, die modelliere ich dann so, dass die Strahlfurchen ausgefüllt werden.
Speaker: Der Strahl wird mit der Gipsbinde bedeckt, sodass also so eine Platte entsteht und vor der Strahlspitze alles schwebt.
Speaker: Und das fixiere ich dann mit einem Kars und
Speaker: Und der bleibt dann meistens sechs Wochen wirklich drauf.
Speaker: Es sei denn, ich denke, die Zehe ist sehr lang und der Schmied muss vorher kommen, die Zehe zu kürzen.
Speaker: Weil ich finde, dass das dann auch das Rehepferd komfortabler macht.
Speaker: Total.
Speaker: Wenn das Pferd auf der gesamten Sohlenfläche empfindlich ist oder...
Speaker: auf die Karsbinde, die wird sehr hart, nicht gut reagiert, dann nehme ich das weiche Luwax-Polster.
Speaker: Es gibt ein Hufreh-Polster von Luwax.
Speaker: Auch wieder Strahlspitze freilassen, also alles vor der Strahlspitze freilassen.
Speaker: Und da kommt dann auch nochmal ein Kars dazu.
Speaker: Ich stelle die nicht mehr hoch.
Speaker: Also ich mache das Plan und sage halt, okay, ich will alles zum Tragen bringen und den Tragrand zum Schweben bringen.
Speaker: Ich versuche sogar den Lateralen zu
Speaker: Tragkranz zum Schweben zu bringen, nicht nur die Dorsale-Wand.
Speaker: Jetzt stellen wir beide nicht so richtig hoch, bis gar nicht.
Speaker: Diese Trachtenerhöhung, ja, nein.
Speaker: Hast du dazu Studien gefunden?
Speaker: Also da habe ich jetzt echt gesucht.
Speaker: So, die Studien dazu haben erstmal ganz uneinheitliches Studiendesign und ganz unterschiedliche Ergebnisse.
Speaker: Und ich würde euch jetzt einfach nur die Ergebnisse richten und jeder muss für sich selber entscheiden, ob er jetzt die Trachte erhöht oder nicht, weil ich finde, da gibt es keine eindeutige Empfehlung.
Speaker: Also in einer Untersuchung war die Abrollphase verkürzt.
Speaker: Allerdings muss man sagen, in dieser Untersuchung war der ganze Hof eingegibst.
Speaker: Es war also nicht nur eine Trachtenerhöhung, wenn man sich die Bilder anschaut.
Speaker: In einer anderen wurde eine Zunahme der Kraft im Trachtenbereich und eine Abnahme im Hufspitzenbereich erzielt.
Speaker: Also das, was wir möchten.
Speaker: Eine weitere auch Verlagerung des Kraftzentrums nach Palma, aber gleichzeitig eine Steigerung der Krafteinwirkung auf die laterale Hufwand um 34 Prozent.
Speaker: Dann ist eine Studie gewesen,
Speaker: Da haben die Pferde im Beginn der Hufrehe untersucht und haben Kunststoffeisen angebracht, ohne Trachtenerhöhung, wo der Strahl dann in Volllast ging, also diese herzförmigen Eisen.
Speaker: Und da wurde das Bewegungsmuster der Pferde deutlich besser.
Speaker: Und dann gab es eine Studie mit einem biomechanischen Finite-Elemente-Modell.
Speaker: Bei dieser erzielte die Erhöhung des palmaren Winkels eine Steigerung der Krafteinwirkung auf die dorsalen Lamellen.
Speaker: Also das, was wir überhaupt nicht wollen.
Speaker: So, das waren die Ergebnisse, die ich gefunden habe.
Speaker: Man muss wissen, dass wenn man die Trachte erhöht,
Speaker: der Druck im Hufgelenk signifikant zunimmt.
Speaker: Die oberflächliche Beugesehne vermehrt belastet wird und eventuell auch der Fesselträger.
Speaker: Der wichtigste Punkt ist immer, das Pferd sollte auf keinen Fall schlechter laufen, nachdem wir einen Gips angelegt haben oder auch das Polster, sondern möglichst besser.
Speaker: So, jetzt...
Speaker: haben wir das alles gemacht.
Speaker: Wir haben Schmerzmittel gegeben, eventuell Kryotherapie.
Speaker: Und wir haben auch biomechanische Unterstützung gemacht.
Speaker: Jetzt sind die aber immer noch schmerzhaft.
Speaker: Caro, was ist dann euer nächster Schritt?
Speaker: Unser nächster Schritt ist dann eine Variante des multimodalen Therapie-Schemas.
Speaker: Da kommt der Patient bei uns an eine Dauertropfinfusion mit Lidokain, Ketamin und Butophanol.
Speaker: Zusätzlich zu dem NSAID.
Speaker: Ist jetzt natürlich wieder Klinikbedingung.
Speaker: Da ist das möglich.
Speaker: Was machst du?
Speaker: Du kannst ja keinen Dauertropf-Infusion am Stall machen.
Speaker: Nee, das mache ich nicht.
Speaker: Also zuerst einmal, es bringt nichts, die Dosierung der eingesetzten NSADs einfach zu erhöhen.
Speaker: Da im Hinblick auf die Analgesie von Phenylbutazon oder Flonixin ab einer bestimmten Dosis ein Plateau erreicht wird.
Speaker: Also bei einer Dosierung von 4,4 Milligramm pro Kilogramm Phenylbutazon im Vergleich zu 8 Milligramm pro Kilogramm wurde keine Verbesserung der Analgesie erzielt und auch bei der Verdopplung der Dosis von Flonixin wurde auch keine verbesserte Analgesie beobachtet.
Speaker: Somit verwende ich in diesen Fällen zusätzlich Acetaminophen, also Paracetamol, in einer Dosis von 30 mg pro kg oral.
Speaker: Und das zweimal täglich.
Speaker: Da muss man die Humantabletten verwenden und ich kann schon einen Tipp geben, also wenn die in die Apotheke gehen und so viel Paracetamol haben wollen, sagen die Apotheker auch was, also schreibt gleich ein Rezept, weil sonst kriegen die nicht so viele Tabletten.
Speaker: In einer Studie wurden diese über 21 Tage verabreicht und es zeigten sich keine Nebenwirkungen.
Speaker: Jetzt wissen wir ja alle, es gibt ja noch weitere Behandlungsansätze, wie zum Beispiel der Adalas, Heparin oder Aspirin-Gabe.
Speaker: Verwendet ihr irgendetwas davon?
Speaker: Nein, davon wirklich gar nichts.
Speaker: Wir haben bei der hyperinsulinämischen Hufrehe gar keine Trommelbildung.
Speaker: Daher gibt der Einsatz von Heparin oder RASS einfach keinen Sinn.
Speaker: Und für den Adalas gibt es keine Evidenz.
Speaker: Ich sag mal, wenn man mal googelt und nach Adalas guckt, findet man viele spannende Dinge.
Speaker: Es gibt zum Beispiel an der Uni Heidelberg, die hat mal eine Ausstellung zum Thema Adalas.
Speaker: Es gibt auch eine Studie zur Wirkung von Adalas bei EMS-Patienten von der Berliner Charité.
Speaker: Und es gibt natürlich zahlreiche Heilpraktikerseiten, die die Blutreinigung postulieren.
Speaker: Aber für unsere Seite gibt es keine Evidenz und wir machen keine der genannten Dinge.
Speaker: wenn von mir wieder der Adalas gefordert wird.
Speaker: Es gibt interessanterweise schon eine Studie zur Wirkung von Heparin auf Hufrehe.
Speaker: Die haben die Hufrehe durch Oligofruktose ausgelöst, also eher die entzündungsbedingte Hufrehe.
Speaker: Gleichzeitig haben die Pferde niedrigmolekulares Heparin erhalten.
Speaker: Es war eine Kontrollpferde dabei,
Speaker: Und die haben das nicht erhalten, die Heparin.
Speaker: Und es zeigte sich kein Unterschied der Lahmheit zwischen den Gruppen.
Speaker: Ja, die haben jetzt keine histopathologischen Untersuchungen gemacht bei den Pferden.
Speaker: Aber immerhin die eine Gruppe behandelt mit Heparin, die andere nicht.
Speaker: Und es ergab keinen Unterschied des Lahmheitsgrades der Rehe.
Speaker: Ja, und noch dazu kommt ja, dass man eben das niedrig- oder niedermolekulare Heparin nehmen sollte.
Speaker: Und das ist auch gar nicht so günstig.
Speaker: Ich habe das früher auch verwendet, praktisch, wenn ich wusste, der hat irgendwie 10 Kilo Gerste gefressen, dann habe ich das auch verwendet, aber nach den Ergebnissen brauchen wir das glaube ich nicht.
Speaker: Da ist die Kryotherapie viel wichtiger.
Speaker: Auf jeden Fall.
Speaker: Jo, okay.
Speaker: Bevor wir jetzt zur Therapie der Insulindysregulation übergehen, gibt es wieder eine kleine Zusammenfassung.
Speaker: Bei einem akuten Rehschub wird auf jeden Fall energetisch und antiflogistisch mit Phenylbutazon oder Flonixin therapiert.
Speaker: Falls diese Analgesie nicht ausreicht, kann man in der Außenpraxis gut auf Acetaminophen zurückgreifen, also Paracetabol.
Speaker: Und in der Klinik kann man noch auf analgetische Infusionstherapie zurückgreifen.
Speaker: Zum Beispiel mit Ketamin, Lidocain, Butophanol.
Speaker: Es gibt auch Protokolle mit Morphin, wenn man das zur Verfügung stehen hat.
Speaker: Und die Kryotherapie ist extrem sinnvoll, muss allerdings bis auf Höhe des Fesselkorbs erfolgen und damit es überhaupt was bringt, über mindestens 48 Stunden durchgehend gemacht werden.
Speaker: Eine biomechanische Unterstützung ist wichtig, mit oder ohne Trachtenhochstellung, Zuhilfenahme des Hufschmiedes ist immer sinnvoll bei einer Hufrehe.
Speaker: Und man sollte gucken, dass man die Sohle zum Tragen kriegt, einschließlich des Strahls und die Zehe sollte immer schweben.
Speaker: Die Boxenruhe, die du schon genannt hast, versteht sich von selbst, würde ich jetzt mal sagen.
Speaker: Und die Dauer der Boxenruhe und der ganzen Therapie hängt einfach wirklich vom Krankheitsverlauf ab.
Speaker: Jetzt kommen wir zur Behandlung der Endokrinopathie.
Speaker: Wir gehen jetzt ganz kurz nur auf die Behandlung von PPID ein.
Speaker: Wir sind uns ja alle einig, diese Pferde erhalten Pergolit und die Dosis langsam schrittweise bis zum erwünschten Wert erhöhen.
Speaker: Für diejenigen, die noch nicht so lange in der Praxis unterwegs sind, weil so oft, fand ich es, tritt es nicht auf, manchmal können die Pferde deutlich schwitzen durch Pergolit
Speaker: Oder sogar ein ataktisches Bewegungsbild zeigen.
Speaker: Und dann wird die Dosis erstmal reduziert.
Speaker: Wenn über die Behandlung von Insulindysregulation gesprochen wird, muss natürlich auf die Fütterung eingegangen werden.
Speaker: Da wir akut erkrankte Pferde haben, spielt Bewegung jetzt erstmal keine Rolle.
Speaker: Also auf die gehen wir nicht ein, auf das Management ein.
Speaker: Ja, ich stelle euch einmal unseren Beispielpatienten vor.
Speaker: Es handelt sich um eine adipöse Fjordstute im Alter von zwölf Jahren mit mittelgradiger akuter Rehersymptomatik.
Speaker: Jetzt ist meine Frage, wie möchtest du gerne die Fütterung gestalten?
Speaker: Und wir gehen jetzt mal davon aus, dass die Besitzerin einfach alles tut, was du sagst.
Speaker: Du kannst es optimieren.
Speaker: Das ist ja super, das ist ja wie im Schlafen.
Speaker: Okay, also beim akuten Schub einer, wenn wir jetzt davon ausgehen, hyperinsulinämischen Hufre, wird natürlich erstmal jegliches Kraftfutter abgesetzt und das Pferd von der Weide genommen.
Speaker: Das ist, glaube ich, allen klar.
Speaker: Mein zweiter Schritt ist, du hast ja gesagt, ich darf machen, was ich möchte, da möchte ich gerne, dass die gefütterte Heumenge gewogen wird, um mal so eine erste Vorstellung zu bekommen, wie viel Heu dieses Pferd eigentlich jetzt erhält.
Speaker: Was ist denn für dich die angestrebte Heumenge in so einem Fall?
Speaker: Ja, deshalb wiegen.
Speaker: Also es kommt immer darauf an, wie viel hat denn diese Stute überhaupt erhalten, um so auszusehen.
Speaker: Weil sind wir ehrlich, bei einer Fjordstute viel Kraftfutter wird die nicht bekommen haben.
Speaker: So, und wenn die jetzt über 1,5 Kilogramm Heu pro Kilogramm Körpermasse erhalten hat, also das, was wir eigentlich möchten, aber wenn sie durchführen,
Speaker: Dann würde ich die Ration erstmal auf diese 1,5 Kilogramm Heu pro 100 Kilogramm Körpermasse begrenzen.
Speaker: So, falls sie schon in Anführungsstrichen nur 1,5 Kilogramm Heu pro 100 Kilogramm Körpermasse erhält...
Speaker: wäre dann eine Begrenzung auf 1,2 Kilogramm pro Kilogramm Körpermasse empfohlen, weil unsere Fjordstute ist ja jetzt auch adipös, soll also wirklich abnehmen.
Speaker: So, ich kann ja immer noch machen, was ich möchte, oder?
Speaker: Jetzt hätte ich gern eine Heuanalyse.
Speaker: Da wir wissen, Heu hat auch nicht strukturelle Kohlenhydrate und diese sollen ja in so geringem Maß wie möglich gefüttert werden.
Speaker: Und der angestrebte Wert in diesem Heu liegt eigentlich immer aber für Pferde mit Hufrehe oder der Prädisposition für Hufrehe bei unter 10%.
Speaker: Wo kriege ich so eine Information denn her, wie viel von diesen nicht trockteren Kohlenhydraten in meinem Heu sind?
Speaker: Und gibt es Angaben, wie hoch dieser Wert in Deutschland durchschnittlich ist, dass ich es vielleicht dann gar nicht erst analysieren lassen muss?
Speaker: Ich weiß nicht, ob es so einfach ist.
Speaker: Also du kannst auf jeden Fall die Analysen der LUFA einsehen.
Speaker: Und diese zeigen, dass seit dem Jahr 2022 Heu im Durchschnitt über 10% wasserlösliche Kohlenhydrate enthält.
Speaker: Und da ist auch eine echte Spanne.
Speaker: Deshalb wäre die Analyse nicht ganz unwichtig.
Speaker: Und somit wissen wir, okay, auch im Heu könnte der Wert höher sein als 10%, also das, was wir nicht wollen.
Speaker: Und jetzt besteht die Möglichkeit, diesen Prozentsatz zu
Speaker: durch das Wässern von Heu zu senken.
Speaker: Okay, und wenn das Heu jetzt gewässert wird, wie lange mache ich das?
Speaker: Und um wie viel Prozent kann ich überhaupt den Gehalt von diesen nicht strukturellen Kohlenhydraten reduzieren?
Speaker: Ja, also das hängt einmal von der Wassertemperatur ab, die du wählst, und auch von der Außentemperatur ab.
Speaker: Und in einer Studie, die fand ich ganz schön, wurde nachgewiesen, dass bei einer Außentemperatur von 8 Grad Celsius und einer Stunde im Wasser die Reduzierung bei 12 Prozent lag und bei drei Stunden aber nur bei 15 Prozent, also nur drei Prozent mehr.
Speaker: Und im Sommer bei einer Außentemperatur von 16 Grad, das ist ein bisschen strange im Sommer, es war aber eine englische Studie, war die Reduzierung innerhalb von einer Stunde 30 Prozent.
Speaker: Die drei Stunden im Wasser brachten da keine deutlich höhere Reduzierung.
Speaker: In einer anderen Untersuchung lag das vor über 16 Stunden im Winter bei 8 Grad Celsius im Wasser.
Speaker: Und da war eine Reduzierung um 28 erzielt worden und im Sommer bei 16 Grad Celsius, glaube ich wieder England, um 46 Prozent.
Speaker: Okay, wenn wir länger bei höheren Außentemperaturen einweichen, sinken die Werte also deutlicher.
Speaker: Jetzt haben wir natürlich hier im Sommer nicht 16, sondern vielleicht 25 bis 35 Grad.
Speaker: Wie sieht es denn dann mit der bakteriellen Belastung des Heu aus?
Speaker: Ja, es ist glaube ich wirklich der Knackpunkt an dem Ganzen.
Speaker: Also die Veränderung des bakteriellen Profils ist sehr stark vom Heu abhängig.
Speaker: Man kann das nicht ganz pauschalisieren, aber es wurde schon ein fünffacher Anstieg der CFU-Programm, also der koloniebildenden Einheitenprogramm, innerhalb von einer halben Stunde beschrieben.
Speaker: Somit wäre jetzt das Einweichen von einer Stunde einfach ein Kompromiss.
Speaker: Ja, wäre ich dabei.
Speaker: Okay, die Araufutteraufnahme, die wird ja deutlich reduziert.
Speaker: Das heißt ja auch unsere Fresszeiten.
Speaker: Kann man da so ein bisschen mit Stroh gegenwirken, uns das erleichtern?
Speaker: Wie viel Stroh darf so ein Fett fressen, Anja?
Speaker: Ja, also das ist eine einfache Antwort.
Speaker: Also 0,4 Kilogramm Stroh pro 100 Kilogramm Körpermasse kann man dazunehmen.
Speaker: Und wir reden ja immer von Fresspausen, die sollen so kurz wie möglich gehalten werden.
Speaker: Und bei mir, also es sind so zwei Tricks, auch wenn das jetzt für die Orthopädie des Halses nicht so toll ist.
Speaker: Zwei Heunetze ineinander ärgert die Pferde extrem und dann fressen die wirklich langsamer.
Speaker: Und was echt funktioniert ist, wenn man die Möglichkeit hat, das Heunetz mit Heu gefüllt von der Decke hängen zu lassen.
Speaker: Dann haben die auch echt was zu tun, weil das ist wirklich schwieriger, da das Heu rauszukriegen.
Speaker: Dann dauert es auch länger.
Speaker: Also das verlängert die Fresszeiten schon etwas, dass sie ein bisschen länger brauchen, das Heu wegzufressen.
Speaker: Okay, Heunetz von der Decke würde ich orthopädisch wirklich sehr bedenklich ansehen, aber... Ja, das glaube ich.
Speaker: Für und wieder.
Speaker: Das ist diskutabel, würde ich sagen.
Speaker: Ja, mögen die Öksebeten nicht so.
Speaker: Nee, auf gar keinen Fall.
Speaker: Würde ich mich fast auch nicht trauen.
Speaker: Okay, zurück zu den Fakten.
Speaker: Wir wissen ja, dass bei einer Reinheufütterung die Wahrscheinlichkeit groß ist, einfach zu wenig Eiweiß ins Pferd zu bekommen.
Speaker: Und die Eiweißwerte im Heu werden ja auch von Jahr zu Jahr geringer aufgrund der Umweltbedingungen.
Speaker: Das heißt, wir müssen eine Eiweißzulage geben.
Speaker: Was empfiehlst du da?
Speaker: Was sollte man nehmen?
Speaker: Also klar kann man jetzt irgendwie ein kommerzielles Eiweißprodukt kaufen lassen.
Speaker: Preiswerter ist natürlich 10 bis 20 Gramm Bierhefe pro 100 Kilogramm Pferd.
Speaker: Vorteil da ist, dass der Stärkegehalt in der Bierhefe gering ist.
Speaker: Also ich würde jetzt Bierhefe bei meinen Kunden empfehlen.
Speaker: Ja, Bierhefe finde ich auch gut, empfehle ich auch.
Speaker: Okay, also wir haben jetzt unsere dicke, hübsche Fjordstute mit 500 Kilogramm Körpergewicht.
Speaker: Die erhält 6 bis 7,5 Kilo Heu.
Speaker: Das Heu wird über eine Stunde gewässert und sie kriegt noch zwei Kilo Stroh zum Knabbern und 50 bis 100 Gramm Bierhefe.
Speaker: Ist das richtig so, der Futterplan?
Speaker: Habe ich noch irgendwas vergessen?
Speaker: Ja, also ich würde noch ein vitaminisiertes Mineralfutter empfehlen.
Speaker: Also das würde noch dazukommen und dann finde ich, das ist eine runde Geschichte.
Speaker: In zweierlei Hinsicht.
Speaker: Okay, wir kommen zurück zur Fjordstute.
Speaker: Meine Fjordstute wurde jetzt trotz Futterumstellung, trotz Rehegipsen, trotz Schmerztherapie zwar etwas besser, aber einfach nicht gut.
Speaker: Und es traten auch immer wieder akute Schübe, sprich neue Verschlechterungen auf von der Hufrehe.
Speaker: Daraufhin habe ich dann den basalen ACTH-Wert und auch den basalen Insulinwert bestimmt.
Speaker: Und ich muss sagen, beides war unauffällig.
Speaker: Die Stute blieb aber schmerzhaft, hatte geringeradig Pulsation, die Zange war positiv, sie hatte Wendeschmerz.
Speaker: Also wir kommen zu den Funktionstests.
Speaker: Ich habe einen THRH-Stimulationstest gemacht und auch einen oralen Zuckertest.
Speaker: Und beide waren auffällig.
Speaker: Also habe ich erst mal mit Pergolid-Gabe begonnen.
Speaker: Jetzt war die Frage, ob man die Insulindysregulation auch medikamentös behandeln kann.
Speaker: Und um die Insulinkonzentration im Blut zu senken, wurde bei Pferden angelehnt an die Humanmedizin Metformin verabreicht.
Speaker: Dieses Metformin hat allerdings beim Pferd überhaupt keine gute Bioverfügbarkeit.
Speaker: Und die Ergebnisse im Hinblick auf die Wirkung auf das Insulin sind auch widersprüchlich.
Speaker: Ja, und jetzt haben wir ja noch, also es gibt ja Levothyroxin, das war auch im Gespräch.
Speaker: Das wird eigentlich zur Gewichtsreduzierung verwendet, aber es war dann auch mal die Frage aufgekommen, ob es den Insulinstoffwechsel beeinflussen kann, also bei diesen Pferden positiv dann.
Speaker: Und eine Gewichtsreduzierung wurde bei einer Dosis von 48 Milligramm bei einem 500 Kilogramm schweren Pferd in einem Versuch erzielt.
Speaker: Und zwar allerdings nach 16 Wochen 49 Kilo.
Speaker: Und in dieser Studie wurde auch die Insulinsensitivität verbessert.
Speaker: Jetzt muss man sagen, andere Studien beschreiben alle eine Gewichtsreduzierung.
Speaker: Also sind sie sich einig, aber im Hinblick auf die Beeinflussung des Insulinstoffwechsels sind die Ergebnisse schon widersprüchlich.
Speaker: Das ist nicht so einheitlich.
Speaker: Jetzt hatte ich einen Patienten, der eigentlich wenig Heu erhalten sollte, weil zu dick ist.
Speaker: In diesem Fall fing aber der kleine Moppel immer wieder an zu koliken.
Speaker: Und dann war halt die Überlegung, okay, können wir den Diäten lassen oder also eine Gewichtsreduktion über Levothyroxin erzielen?
Speaker: Und dann habe ich mal ausgerechnet, wie viel das kosten würde.
Speaker: Und also eine Woche Therapie läge bei 330 Euro und die mindestens benötigten drei Monate bei 3.900 Euro.
Speaker: Und du ahnst schon, wie es kommt.
Speaker: Also da hat die Besitzerin dann Abstand von genommen und hat gesagt, nee, das ist ja zu teuer, der bleibt ja zu dick.
Speaker: Den kriegen wir nicht schlanker.
Speaker: Aber dafür hat er keine Kollegen mehr.
Speaker: Kann man auch irgendwo verstehen.
Speaker: Ja.
Speaker: Ja.
Speaker: Gut, dann würde ich sagen, gehen wir jetzt zu den aktuellen Therapiemöglichkeiten über, die zur Senkung des Insulinwertes beitragen.
Speaker: Das heißt, wir kommen jetzt zu den sogenannten SGLT2-Inhibitoren.
Speaker: Anja, wie funktionieren die?
Speaker: Ja, also die kommen ja ursprünglich aus der Humanmedizin, da aus der Diabetes-Therapie.
Speaker: Und die SGLT2-Inhibitoren steigern die Glucose-Ausscheidung über den Urin.
Speaker: Und das ist ein bisschen spannend, weil Pferde mit Insulindysregulation gar keine Hyperglykämie aufweisen.
Speaker: Also sie zeigen die gar nicht.
Speaker: Aber diese Inhibitoren regulieren schon die Insulinkonzentration bei Pferden im Blut.
Speaker: Zu dieser Wirkstoffgruppe existieren bisher Fallserien, eine pharmakokinetische Studie und eine Untersuchung zur Wirkung auf postprandiale Insulinreaktionen, aber keine Studien zum langzeitigen Einsatz.
Speaker: Und welche Wirkungen wurden da noch beschrieben, außer jetzt die Reduzierung der Insulinkonzentration im Blut?
Speaker: Also zunächst einmal in den Fallserien wurden die SGLT2-Inhibitoren bei Pferden mit Hufrehe eingesetzt, welche zuvor über Futterveränderungen, da wurde auch Metformin versucht und auch Levothyroxin oder eben in Fällen von PPID Pergolit eingesetzt.
Speaker: Und diese Pferde zeigten keine Verbesserung der Hufrehe-Symptomatik und dann wurde sich entschieden, diese Inhibitoren zu verwenden.
Speaker: Gleichzeitig zeigten diese Pferde auch eine Hyperinsulinämie, das muss man auch noch dazu sagen.
Speaker: Und durch die Inhibitoren wurde eine Verringerung der Insulinkonzentration im Blut erzielt, wie schon gesagt.
Speaker: Dann auch ein Verlust von Fettpolstern und eine Verringerung des Body Condition Scores.
Speaker: Eine Gewichtsabnahme war sehr individuell, also sie wurde nicht bei allen Pferden erreicht und in zwei Fallserien.
Speaker: Mit Hufrehe-Symptomatik verbesserte sich diese deutlich und verschwand auch zum Teil ganz innerhalb von einer 30-tägigen Therapie.
Speaker: Dann wurde in einer weiteren Studie bei Ponys Velagliflozin eingesetzt.
Speaker: Und zwar erhielten diese Ponys mit Insulindysregulation hohe Kohlenhydratmenge über 18 Tage.
Speaker: Ein Teil der Ponys erhielt eben Velagliflozin und die anderen Ponys nicht.
Speaker: Und die Ponys, welche das Velaglyphozin erhalten hatten, entwickelten keine Resymptomatik im Gegensatz zu den Kontrollpferden ohne Therapie.
Speaker: Okay, das ist spannend.
Speaker: Also entsprechend dieser Untersuchung senken die SGLT2-Inhibitoren die Insulinkonzentrationen also schnell.
Speaker: Es besteht auch die Möglichkeit, dass die Fettpolster weniger werden und ganz wichtig auch, dass die Hufrehe-Symptomatik besser wird.
Speaker: Gibt es denn auch Nebenwirkungen?
Speaker: Bestimmt, Anja, oder?
Speaker: Ja, und wir müssen auch zusätzlich betonen, diese Medikamente sind schon über Wochen angewendet worden, aber natürlich jetzt nicht über Jahre.
Speaker: Und auch nicht bei so vielen Patienten.
Speaker: Das muss man einfach mal voranstellen, wenn wir über Nebenwirkungen sprechen.
Speaker: Die festgestellten Nebenwirkungen sind vor allem die Hypertriglyceridermie.
Speaker: Die war am ausgeprägtensten in den ersten 14 Tagen, also vor allem in der zweiten Behandlungswoche.
Speaker: Bei vielen Pferden regulierte sich diese Pferde.
Speaker: Selten trat eine klinische Symptomatik passend zu diesen Blutwerten auf, also Lethargie, reduzierte Futteraufnahme.
Speaker: Das wurde noch nicht festgestellt.
Speaker: Daneben auch Erhöhungen der GLDH-Aktivität, aber auch ohne klinische Symptomatik.
Speaker: Jetzt ist zu beachten, dass
Speaker: dass wir auch Pferde mit Insulindesregulation haben, die zu dünn sind.
Speaker: Also die haben wir ja auch im Patientengut.
Speaker: Und man muss wissen, wenn dieses Medikament eingesetzt wird, dass über den Urin eine Glucosemenge von 0,8 Kilogramm pro Tag verloren geht.
Speaker: Das ist annähernd die Menge von Glucose, die ein Pferd über Tag verwendet.
Speaker: übers Heu aufnimmt.
Speaker: Das ist schon nicht wenig.
Speaker: Also bei den Patienten sehr aufpassen mit der Medikation.
Speaker: Was ich mir theoretisch auch vorstellen könnte, dass die durch diese Glucosorie, die ja dann auch zu einer Poliorie führt, zwangsläufig auch einen Volumenverlust
Speaker: Wenn auch nicht scheinbar klinisch relevant, aber einen Volumenverlust kriegen, der dann vielleicht ein Risiko für die Niere darstellt.
Speaker: Gerade wenn wir gleichzeitig NSAIDs verabreichen, was ja fast immer der Fall ist.
Speaker: Also würde ich auf jeden Fall zu diesen regelmäßigen Kontrollen neben GLDH auch Kreatinin kontrollieren.
Speaker: Ja, also somit ist schon wichtig, vor Beginn der Therapie die Triglyceride zu kontrollieren, die Konzentrationen, Kreatininwert, die Aktivitäten der GGT und der GLDH.
Speaker: Und falls man sich für eine längerfristige Therapie entscheidet, das auch in regelmäßigen Abständen mal kontrollieren.
Speaker: Und gibt es überhaupt in Deutschland SGLT2-Inhibitoren, die wir hier...
Speaker: verfügbar haben, wo es auch Ergebnisse zugibt, was die Anwendung beim Pferd betrifft?
Speaker: Also bisher wurden ja Fallserien zu Canagliflozin, Velagliflozin und Ertogliflozin veröffentlicht.
Speaker: Von diesen ist Canagliflozin in Deutschland gar nicht lieferbar.
Speaker: Das Velagliflozin ist für Katzen in Deutschland zugelassen.
Speaker: Und das Ertogliflozin, das sind Tabletten für Menschen, die sind in Deutschland erhältlich.
Speaker: Und teuer oder bezahlbar?
Speaker: Ich erzähle es jetzt einfach.
Speaker: Also wenn wir das Katzenprodukt verwenden würden, was wir ja arzneimittelrechtlich machen müssen,
Speaker: würde bei Velagliflozin mit der entsprechenden Dosis einen 500 Kilo für 10 Milliliter des Produkts mit 15 Milligramm pro Milliliter erhalten müssen.
Speaker: Bei einem Listenpreis, also das ist der Preis für uns, von 138 Euro für drei Tage.
Speaker: Also es würde 138 Euro Listenpreis für drei Tage sein.
Speaker: Das lasse ich jetzt einfach mal so da stehen.
Speaker: So, in der Tablettenform, in der Humanmedizin, da gibt es 15 bzw.
Speaker: 15 Milligramm Tabletten in einer 98er Tablettenpackung, welche 128 Euro kostet.
Speaker: So, und bei der Dosis von 0,05 Milligramm pro Kilogramm Körpermasse, also 25 Milligramm pro Tag, wären die Kosten 6 Euro, wenn ich mich nicht verrechnet habe.
Speaker: Das bleibt jetzt so stehen.
Speaker: Alles klar, nehmen wir so hin.
Speaker: Nehmen wir sie hin.
Speaker: Verwendest du die SGLT2-Nipeton schon, Anja?
Speaker: Ja, also ich mache das schon.
Speaker: Ich habe im akuten Rehschub, wenn die Diät nicht funktioniert hat oder die Insulinwerte sehr, sehr hoch sind, dann verwende ich das.
Speaker: Ich versuche...
Speaker: schon mich wieder auszuschleichen, um zu schauen, ob ich die Therapie beenden kann, wenn halt die Diät lange genug da war und die Pferde gut abgenommen haben.
Speaker: Ich sage es ganz ehrlich, ich habe beides schon erlebt, ich konnte schon absetzen, aber ich habe auch schon versucht auszuschleichen und der
Speaker: Insulinwert schoss wieder hoch.
Speaker: Dann habe ich zwei Pferde, die immer wieder einen Hufrehe-Schub entwickelten.
Speaker: Beide mit PPID, beide jetzt mit einer Insulindysregulation.
Speaker: Die stehen im Moment noch unter Dauertherapie ohne erneuten Schub.
Speaker: Ich sage aber auch, bei meinen Pferden stiegen die Triglyceride nicht so stark an.
Speaker: Und da ist im Moment noch alles gut.
Speaker: Und ich glaube, die sind jetzt ein halbes Jahr in Therapie.
Speaker: Okay, fasse ich noch einmal zusammen.
Speaker: Zusammenfassung macht Spaß, finde ich.
Speaker: Also, SGLT2-Inhibitoren steigern die Glucoseausscheidung über den Urin.
Speaker: Nachfolgend senken sie somit die Insulinkonzentration im Blut.
Speaker: Gleichzeitig können sie auch das Gewicht und den Body Condition Score reduzieren und sie wirken sich positiv auf die Heilung der Hufrehe aus.
Speaker: Allerdings, jetzt kommt das große Aber, es fehlen noch Informationen zu Langzeitfolgen und es gibt auch keine Studien mit großen Populationen.
Speaker: Was auch ganz wichtig ist, vor und 14 Tage nach der Therapie Triglyceride zu kontrollieren.
Speaker: Und im weiteren Verlauf auch immer wieder regelmäßig Blut abnehmen und eben die Triglyceride, genauso wie Creatine und GLDH, auch am Anfang mit testen.
Speaker: Und die Besitzer sollten darauf aufmerksam gemacht werden, dass wenn Symptome einer Hypertriglyceridemie, also Lethargie, verringerte Futteraufnahme, wenn die auftreten, dass die sofort anrufen, Bescheid sagen und dass man es dann absetzt.
Speaker: Also wahrscheinlich hilft es uns ungemein bei der Rehe.
Speaker: Also ich habe den Eindruck schon, aber ein bisschen aufpassen müssen wir schon bei der Therapie mit dem Medikament.
Speaker: Aber hat Potenzial.
Speaker: Da kommt noch was, glaube ich.
Speaker: Definitiv.
Speaker: Vielleicht ist ja auch alles gut bei den Langzeitstudien dann und wir können es wirklich regelmäßig geben.
Speaker: Wir werden es sehen.
Speaker: Wir haben wie immer aktuelle Studien zu diesem Thema uns genauer angeschaut und einmal zu den Auswirkungen der Erd-Toglifluzine-Gabe auf die postprandiale Insulinreaktion von Sundra et al.
Speaker: aus dem Jahr 2024 veröffentlicht im Equal Veterinary Education.
Speaker: Und mit Aufnehmen tun wir Ergebnisse ihrer Fallserie zu 51 Pferden, die mit Ertoglyphozin behandelt worden waren.
Speaker: Dann gehen wir ein auf eine doppelt verblindete, randomisierte, placebo-kontrollierte Untersuchung zu Velaglyphozin aus dem Jahr 2025, veröffentlicht im Journal of Veterinary Internal Medicine.
Speaker: Und zu guter Letzt zur Auswirkung der Pergolit-Gabe auf die Insulindösregulation von Gallinelli et al.
Speaker: aus dem Jahr 2025 veröffentlicht im Equine Veterinary Journal.
Speaker: Ja, wollen wir mit der Ertugliflozin-Studie einfach beginnen?
Speaker: Ja, gerne.
Speaker: Also, Sundar et al.
Speaker: hat im Jahr 2023 eine Fallserie zur Therapie mit Ertugliflozin veröffentlicht.
Speaker: Und mit der Fallserie würde ich ganz gerne beginnen.
Speaker: Wie viele Pferde wurden da behandelt mit dem Ertuglefluzin und warum überhaupt?
Speaker: Also es wurden 51 Pferde behandelt.
Speaker: Diese hatten Hufberehe-bedingte Lahmheit und eine basale Hyperinsulinermie.
Speaker: Und zwar trotz mindestens sechs Wochen Diät und Managementoptimierung.
Speaker: Bevor Ertoglifluzin verabreicht wurde, erfolgte eine klinische Untersuchung, Einteilung der Symptome entsprechend des Obelgrad.
Speaker: Das Gewicht wurde mit einem Maßband geschätzt und Nacken, Bauch und Brustumfang gemessen und Blutproben genommen.
Speaker: Und welche Parameter haben die aus den Blutproben dann analysiert?
Speaker: Ja, die, die wir schon genannt haben.
Speaker: Also Insulin, Triglyceride, Leberenzyme und Kreatinin.
Speaker: Das alles vor Beginn der Therapie und nach 30 Tagen.
Speaker: Eine Untergruppe wurde bis zu 240 Tagen weiterverfolgt und es wurde auch der Glucoseverdemorie bestimmt.
Speaker: Und gab es Ergebnisse?
Speaker: Ja, der mediane Isulinwert fiel von über 300 auf 43 Mikroeinheiten pro Milliliter.
Speaker: Doch bei acht Pferden verblieb die Insulinkonzentration erhöht.
Speaker: Die Autoren vermuten, dass bei diesen Tieren der SGLT1-Rezeptor hochgereguliert war.
Speaker: Wir geben ja SGLT2-Inhibitoren.
Speaker: Und wenn der SGLT1-Rezeptor hochreguliert ist, kann so die Glucosereabsorption in der Niere kompensiert werden.
Speaker: Und daher vermuten die das nicht bei allen Pferden.
Speaker: Der Insulinwert so gut abfiel, wie sie da wollten.
Speaker: Und was hat die Lahmheit gezeigt?
Speaker: Gab es da Veränderungen?
Speaker: Ja, sehr beeindruckend.
Speaker: Der mediane Obelgrad sank von 10 auf 1.
Speaker: Die Besitzer beobachteten eine Verbesserung nach schon sieben Tagen.
Speaker: Und bei Pferden, die Phenylbutation erhalten hatten, konnte dieses nach sieben bis 14 Tagen abgesetzt werden.
Speaker: Auch das Gewicht und die Werte der morphometrischen Messungen sanken.
Speaker: Allerdings war das sehr individuell.
Speaker: Also zum Beispiel die Gewichtsreduktion variierte zwischen zwei Kilo und 72 Kilo.
Speaker: Zwei Kilo kann auch ein Äpfelhaufen sein.
Speaker: Ja, das ist nicht so ganz so viel.
Speaker: Okay, trat eine Nebenwirkung auf?
Speaker: Klinisch nicht wirklich.
Speaker: Bei zehn Pferden wurde eine Polyurie bzw.
Speaker: Polydipsie beobachtet, aber ohne Anzeichen eines zu hohen Volumenverlusts.
Speaker: Kurzfristig wurde ein Anstieg der GGT-Aktivität bei 11 Pferden an Tag 30 festgestellt.
Speaker: Diese sank im weiteren Verlauf unabhängig, ob mit oder ohne Ertoglyphlozin-Gabe.
Speaker: Die Creatinin-Werte blieben alle in der Norm.
Speaker: Wie erwartet, stiegen bei 88% der Pferde die Triglyceride an.
Speaker: Und bei Nachkontrollen an Tag 60 wurde dies immer noch bei 62% der Pferde festgestellt.
Speaker: Aber klinische Symptome entsprechend einer Hypertriglyceridermie wurden nicht beobachtet.
Speaker: Das klingt dann ja in der Summe eigentlich erstmal richtig gut.
Speaker: Aber es gibt bestimmt ein Aber, oder?
Speaker: Na klar, gibt es immer.
Speaker: Also keine Kontrollgruppe, retrospektiv, heterogene Tiere, teils Pergolit, teils Phenylbutazone, Komedikation.
Speaker: Also kann jetzt ohne Kontrollgruppe natürlich nicht sicher gesagt werden, ob die Pferde nicht sowieso über die Zeit besser geworden wären.
Speaker: Das ist auf jeden Fall ein großes Aber, würde ich sagen.
Speaker: Trotzdem spannende Ergebnisse.
Speaker: Und jetzt die zweite Studie.
Speaker: Da sollten ja die Auswirkungen von Ertogliflozin auf die postprandiale Insulinreaktion überprüft werden.
Speaker: Wie war die?
Speaker: Ja genau, also wir wissen ja jetzt, Ertogliflozin hat bei diesen 51 Pferden die Insulinwerte reduziert und die Klinik verbessert.
Speaker: Jetzt stellte sich die Frage, wie schnell wirkt Ertogliflozin denn?
Speaker: Und so wurde überprüft, inwieweit sich die postprandiale Insulinreaktion nach Zuckergabe durch diesen SGLT2-Inhibitor verändert.
Speaker: Wie war die Studie aufgebaut?
Speaker: Die Studienpopulation umfasste zehn Pferde mit vorberichtlich Hufrehe und Insulindysregulation, diagnostiziert über unseren oralen Zuckertest mit dem CARO Light Syrup.
Speaker: Daraufhin wurde Ertogliflozin in einer Dosis von 0,05 mg pro kg oral einmal täglich vormittags verabreicht.
Speaker: Am vierten Therapietag wurde der orale Zuckertest wiederholt und neben Insulin, Glucose auch die Konzentration von Triglycerin, Creatinin und die Aktivitäten von GGT und GLDH bestimmt.
Speaker: Und was kam dabei raus?
Speaker: Also wir hatten zu allen drei Zeitpunkten des oralen Zuckertest.
Speaker: Wir nehmen ja...
Speaker: Die haben drei Proben genommen.
Speaker: Bei allen drei Zeitpunkten konnte eine signifikante Reduzierung der Insulinkonzentration festgestellt werden nach dieser viertägigen Therapie.
Speaker: Der nüchtern Insulinwert fiel von medial 22 auf unter 5.
Speaker: Der T60-Wert halbierte sich ungefähr und der T90-Wert auch.
Speaker: Vor Behandlung hatten fünf der zehn Pferde ein erhöhtes basales Insulin, also einen erhöhten basalen Insulinwert.
Speaker: Nach vier Tagen konnte das bei keinem Pferd mehr nachvollzogen werden.
Speaker: Aber diese postbraniale Reaktion, die normalisierte sich nicht bei allen Pferden, oder?
Speaker: Ja, richtig.
Speaker: Also zum Zeitpunkt 60 und 90 Minuten nach Zuckergabe wiesen schon noch sechs Pferde immer noch eine zu starke Insulinreaktion auf.
Speaker: Und was war mit der Larmheit in dieser Studie?
Speaker: Da war jetzt kein signifikanter Effekt nach vier Tagen.
Speaker: Aber das wäre jetzt auch sehr schnell und bei diesem Krankheitsbild nicht wirklich zu erwarten, dass das so schnell geht.
Speaker: Auf jeden Fall.
Speaker: Was mich noch interessiert, definitiv die Triglyceride.
Speaker: Wie waren die nach vier Tagen?
Speaker: Ja, auch die.
Speaker: Anstieg bereits nach vier Tagen nachweisbar.
Speaker: Bei fünf Pferden stieg die Konzentration oberhalb des Normwertes.
Speaker: Also wieder hoch, ja.
Speaker: Gibt es eine Erklärung für diesen frühen Triglyceridanstieg?
Speaker: Wir kommen jetzt schon wieder mit Nerdywissen.
Speaker: Also die plausibelste Erklärung ist so.
Speaker: Der Insulinwert fällt ab.
Speaker: Dann wird kompensatorisch Glucagon sezerniert aus den Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse.
Speaker: Und Glucagon stimuliert die Lipolyse und die Fettsäure-Mobilisierung.
Speaker: Ergebnis, Triglyceride steigen an.
Speaker: Witzig ist, beim Menschen ist es genau umgekehrt.
Speaker: Da sinken die Triglyceride unter SGLT2-Hemmung.
Speaker: Aber die haben ja auch eine Hyperglykämie, was die Pferde nicht haben.
Speaker: Also da ist schon ein Unterschied zwischen Mensch und Pferd.
Speaker: Auf jeden Fall.
Speaker: Und Leberparameter, Creatinin, gab es da auch Veränderungen?
Speaker: Ja, GLDH stieg bei einem Pferd an und der GGT-Wert auch.
Speaker: Das war schon signifikant zwischen dem Tag 0 und dem Tag 4, wurde festgestellt.
Speaker: Und was nimmst du mit für die Praxis, Anja?
Speaker: Also schon, wie wir gesagt haben, Ertoglyphazin ist in der Lage, die basale Insulinkonzentration zu verringern und auch die postprandiale Insulinreaktion allerdings nicht bei allen Pferden.
Speaker: Wenn wir jetzt die beiden Studien zusammenfassen, ist Ertogliflozin eine Therapiealternative zur Senkung der Insulinwerte und auch für die Senkung der Insulinreaktion nach Zuckergabe?
Speaker: Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, dass die Hufrehe-Symptome bei Pferden, bei welchen schon alles vorher ausprobiert wurde, besser werden oder ganz verschwinden.
Speaker: In beiden Studien stiegen die Konzentration der Triglyceride sehr schnell und in manchen Fällen deutlich, allerdings verrückterweise immer ohne entsprechende Klinik bis jetzt.
Speaker: Was fehlt uns denn jetzt noch für wirklich eine fundierte Empfehlung?
Speaker: Okay, also, da haben wir noch einiges.
Speaker: Wieder keine randomisierte, kontrollierte Studie, geringe Pferdeanzahl, keine pharmakokinetischen Daten bisher.
Speaker: Also, wie lange wirkt dieser Wirkstoff eigentlich?
Speaker: Wie lange ist der aktiv?
Speaker: Keine Langzeitergebnisse.
Speaker: Aber für mich bleibt es in manchen Fällen mit rezidivierender Hufrehe und in den akuten Fällen, welche man wirklich in den Griff kriegt, mit Insulindysregulation definitiv eine Therapiealternative.
Speaker: Würde ich zustimmen, auf jeden Fall.
Speaker: Du hast jetzt noch eine Studie zu Velaglyphlozin herausgesucht.
Speaker: Was war bei dieser Studie die Intention?
Speaker: Wodach haben die geguckt?
Speaker: Velagliflozin, mein Gott, das Wort, das erhole ich jetzt echt oft, ist auch ein SGLT2-Inhibitor, wie wir wissen, der bei Pferden mit Insulindesregulation den Insulinspiegel senkt.
Speaker: Das ist schon untersucht worden.
Speaker: Und gab es dazu auch schon Vorarbeiten beim Pferd?
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Also die Studie haben wir schon erwähnt.
Speaker: Velaglifozin verringerte eben bei Pferden mit Insulindysregulation die postprandiale Insulinreaktion und in einer placebo-kontrollierten Studie entwickelten Ponys unter Therapie im Gegensatz zu den Kontrollpferden.
Speaker: Ohne Therapie keine Hufrehe nach Aufnahme hoher Mengen von Kohlenhydraten.
Speaker: Und jetzt sollte ein doppelt verblindeter, randomisierter, placebo-kontrollierter Versuch durchgeführt werden.
Speaker: Das klingt schon mal vielversprechend.
Speaker: Wie genau sah dann dieses Studiendesign aus?
Speaker: Okay, also 40 Wochen, zwei Phasen.
Speaker: Wie gesagt, eine Doppelblindstudie, Placebo kontrolliert.
Speaker: In der Phase 1, 20 Wochen, bekamen Pferde der Gruppe A Velagliflozin in einer Dosierung 0,3 Milligramm pro Tag einmal täglich und die Gruppe B das Placebo.
Speaker: Phase 2, alle Pferde, Velagliflozin.
Speaker: Insgesamt waren es 37 Pferde mit bestätigter Insulindysregulation per oralem Zuckertest.
Speaker: Diese Pferde wiesen nicht nur veränderte Blutergebnisse auch, sondern auch klinische Symptome wie regionale bzw.
Speaker: generalisierte Adipositas und vorberichtlich Hufrehe.
Speaker: Die wurden regelmäßig untersucht in dem Studienzeitraum und es wurden dann auch regelmäßig Blutproben genommen, klinisch untersucht, Beurteilung der Lahmheit erfolgte, das Body Condition Score und auch der Fetcam Score.
Speaker: Und neben den Insulinwerten wurde regelmäßig Glucose, Triglycerine, Creatinin, Aktivitäten der SDAH, der GLDH und der GGT bestimmt.
Speaker: Also eine richtig schön ausführliche Studie.
Speaker: Was kam denn da jetzt bei raus?
Speaker: Hat Velaglyphlozin die Insulinspiegel gesenkt?
Speaker: Ja, sehr deutlich.
Speaker: Also der mediane Insulinwert lag vor Beginn der Medikamentengabe bei durchschnittlich 191 Mikroeinheiten pro Milliliter.
Speaker: Und in der Phase 1 lag der mediane Ruheinsulinwert in der Behandlungsgruppe bei 71 und in der Placebogruppe bei 157.
Speaker: Das war dann ein signifikanter Unterschied.
Speaker: Und die Placebogruppe wurde ja dann in der zweiten Phase auch auf Velagliflozin umgestellt.
Speaker: Und dann sank bei diesen Tieren auch der Insulinwert deutlich auf 50 Mikrointernationale Einheiten pro Milliliter.
Speaker: Und hat sich beim Body Condition Score was verändert?
Speaker: Hätte sich meine Fjordstute gefreut?
Speaker: Ja, hätte sie.
Speaker: Also, jetzt nicht riesig, aber der Body Condition Score sank Median um einen Punkt stärker als in der Placebo-Gruppe.
Speaker: Die Autoren gehen davon aus, dass das auf den Energieverlusten über die Glucosorie bedingt war.
Speaker: Der Kampffett-Score unterschied sich nicht aufgrund der Therapie, also da änderte sich nichts.
Speaker: Und was war mit der Larmheit?
Speaker: Wurde die besser?
Speaker: Ja.
Speaker: Ja, bei den beiden Gruppen.
Speaker: Also das war nicht unterschiedlich.
Speaker: Kein signifikanter Unterschied zwischen der Behandlungsgruppe und der Placebogruppe, aber generell verbessert.
Speaker: Okay, und was war mit den Nebenwirkungen?
Speaker: Da brauchst du so ein bisschen drauf.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Ja, das ist der kritische Punkt.
Speaker: Also fast alle Pferde zeigten einen raschen Triglyceridanstieg kurz nach Behandlungsstunden.
Speaker: Der Peak lag in Woche 2.
Speaker: Acht Pferde überschritten die Grenze von 1000 mg pro Deziliter und wurden aus der Studie genommen.
Speaker: Das Gute nach Absätzen normalisierten sich die Werte innerhalb von ein bis drei Wochen.
Speaker: Und ich weiß, das ist für dich als Klinikerin echt unfassbar.
Speaker: Klinische Anzeichen einer Hyperlipidemie, also wie Inherpetenz und Appetit, wurde bei keinem Pferd beobachtet.
Speaker: Ja, das ist echt spannend.
Speaker: Finde ich verrückt.
Speaker: Klinisch dumme Hypertriglyceridemie mit Werten von 1000 Milligramm pro Deziliter.
Speaker: Das ist echt hoch.
Speaker: Ja, also wenn ich ein Fett damit hätte, würde ich panisch werden.
Speaker: Ich auch.
Speaker: 100 Prozent.
Speaker: Ja, und die haben nichts gezeigt.
Speaker: Also es ist schon faszinierend.
Speaker: Ist spannend.
Speaker: Was waren jetzt denn hier die Hauptlimitationen?
Speaker: Hier gibt es doch schon auch welche, oder?
Speaker: Du fragst da immer nach.
Speaker: Also die Pferde waren im Heimatstall, also keine Standardisierung im Hinblick auf Fütterung und Bewegung und es war keine Crossover-Studie.
Speaker: Und es wurden nur die Basalinsulinkonzentrationen untersucht und keine weiteren Parameter der Insulindisregulation bestimmt.
Speaker: Okay, gut, wir können festhalten, gute Wirkung auf die Insulinkonzentration, eine knackige Hypothrilezeridemie, welche auf jeden Fall ernst genommen werden sollte, auch wenn die asymptomatisch ist, aber 1000 Milligramm pro Deziliter.
Speaker: Ja, das bleibt dabei, da bin ich echt gespannt, was da rauskommt.
Speaker: Also wie das weitergeht, dass wir diesen Wert haben, weil ich denke, dass wir dieses Medikament ganz sicher vermehrt ansetzen werden.
Speaker: Okay Caro, jetzt bist du dran.
Speaker: Du hast dir eine Studie zur Pergolitwirkung auf die Insulindysregulation bei Pferden alleinig mit PPID und bei Pferden mit PPID und Insulindysregulation genauer angeschaut.
Speaker: Genau, wir gehen jetzt einmal kurz weg von den SGLT2-Diode.
Speaker: bei Galinelli et al.
Speaker: Da wurde untersucht, ob Pergolit, also unser alltägliches PPID-Medikament, ob das auch die Insulindysregulation verbessert.
Speaker: Ja, wir diagnostizieren diese beiden Erkrankungen, also PPID und Insulindysregulation, ja oft und auch gerne in Kombination.
Speaker: Und das ist ja klar, kann Pergolit die Insulindysregulation verbessern?
Speaker: Und wie war das Studiendesign bei der Studie?
Speaker: Also bei der Studie handelte es sich um eine randomisierte Crossover-Studie.
Speaker: Es waren 16 Pferde und Ponys, die wurden in zwei Gruppen aufgeteilt.
Speaker: Einmal gab es die Gruppe PPID plus Insulindysregulation und eine Gruppe, die nur eine Insulindysregulation aufwies, ohne an PPID erkrankt zu sein.
Speaker: Und alle Tiere bekamen entweder vier Wochen Pergolit, zwei Mikrogramm pro Kilogramm einmal täglich oder gar nichts.
Speaker: Und in dieser Phase dazwischen gab es vier Wochen Washout.
Speaker: Dann wurden zwei Tests gemacht.
Speaker: Einmal der C-Git für die Gewebensinsulinresistenz und auch noch der sogenannte Standard-Mahlzeiten-Test.
Speaker: So wird er benannt mit einer stärkereichen Fütterung für diese postbraniale Insulinantwort.
Speaker: Hm, okay.
Speaker: Und wurden die Ergebnisse des C-Gits, also der Test für die Insulinsensitivität durch Pergolid verändert?
Speaker: Kurze Antwort für den C-Git, nein.
Speaker: Pergolid hatte keinen Effekt auf die Gewebsinsulinresistenz und das auch in keiner der Beingruppen.
Speaker: Und beim Mahlzeitentest, war da was unterschiedlich zwischen den Gruppen?
Speaker: Da wird es jetzt interessant.
Speaker: In der PPID-Plus-Insulin-Dysregulation-Gruppe hatte Pergoli die postpraniale Insulinantwort sogar signifikant gesenkt.
Speaker: Bei der Gruppe mit den Fähren, die nur eine Insulin-Dysregulation hatten, gab es allerdings keinen Effekt.
Speaker: Okay, also der dritte Effekt nur auf, wenn PPID und Insulin-Dysregulation vorliegt.
Speaker: Haben die Autoren einen Erklärungsansatz dafür gegeben?
Speaker: Ja, es gibt ein paar plausible Erklärungen, die in der Diskussion aufgeführt wurden.
Speaker: Erstens, es gibt tatsächlich die zwei Rezeptoren auf den Äquen-Pankreas-Zellen.
Speaker: Das haben Gallinelli et al.
Speaker: selbst in einer Vorbeit von 2024 gezeigt.
Speaker: Zweiter Punkt war, bei PPID produziert die Pars Intermedia massenhaft PUMC-Peptide, die wiederum ihrerseits die Insulinsekretion stimulieren können.
Speaker: Pergolit bremst diese Hypersekretion.
Speaker: Und der dritte Punkt war, dass es Hinweise gibt aus anderen Spezies, dass es einen sogenannten Antikretineffekt vom Dopamin, also eine Hemmung der inkretinvermittelnden Insulinantwort gibt.
Speaker: Sehr schön.
Speaker: Drei Mechanismen, alle plausibel, keine bewiesen.
Speaker: Willkommen in der Pferdemedizin.
Speaker: Jetzt kann ich mal nach den Limitationen fragen.
Speaker: Limitation?
Speaker: Die üblichen Verdächtigen.
Speaker: Kleine Tierzahl, heterogene Gruppe und nur vier Wochen Behandlung und auch nur während einer Saison.
Speaker: Also Anja, was Schlussfolgern wir aus diesen Studien?
Speaker: Also wir haben jetzt alle Funktionstests gemacht.
Speaker: Wir wissen, das Pferd hat PPID und Insulindesregulation und Hufrehe.
Speaker: Dann therapieren wir die akute Hufrehe einschließlich Diät und ich würde Pergolid geben.
Speaker: Wenn sich das klinische Bild nicht kontinuierlich bessert oder schlechter wird, wäre mein nächster Schritt,
Speaker: weil wir haben ja jetzt erfahren, dass Pergolid die Insulindysregulation beeinflusst unsere Werte und verbessert, dann würde ich eben mal schauen mit einem erneuten oralen Zuckertest, wie stark ist denn die Insulindysregulation noch und wenn die Klinik wirklich es erforderlich macht, würde ich wirklich den Einsatz von SGLT2-Inhibitoren überdenken.
Speaker: Okay.
Speaker: Und verwenden wahrscheinlich.
Speaker: Das andere Szenario ist mein Pferd mit akuter Hufrehe, Insulindysregulation und Adipositas.
Speaker: Hier haben wir auch alle Funktionstests gemacht, die uns eben das gezeigt haben.
Speaker: Hier therapiere ich erstmal die akute Hofrehe einschließlich einer strengen Diät.
Speaker: Wenn dann diese Maßnahmen innerhalb von vier bis sechs Wochen keine Besserung erzielen oder sogar eine Verschlechterung, dann würde auch ich nach Kontrolle von Leberwerten, Creatinin und Triglyceriden den Einsatz von den SGLT2-Nibitoren überlegen.
Speaker: Ja, würde ich drüber nachdenken.
Speaker: Okay, alle zum gleichen Schluss gekommen.
Speaker: Okay, wir haben jetzt echt sehr ausführlich über die Hyperinsulinermännische Hufrehe gesprochen und sind am Ende angekommen.
Speaker: Das war bestimmt wieder unfassbar lang.
Speaker: Ich hoffe, es war euch allen nicht zu lang, aber es ist einfach ein sehr großes Thema und wir haben viele Informationen zusammengetragen, die wir meinten wirklich wichtig sind.
Speaker: Und ich muss mich bei Caro bedanken.
Speaker: Es ist immer eine Freude, mit dir einen Podcast zu machen.
Speaker: Es ist einfach toll.
Speaker: So toll.
Speaker: Das freut mich richtig, Anja.
Speaker: Ich finde es auch mega cool.
Speaker: Es war jetzt das zweite Mal.
Speaker: Fühlt sich aber schon an, als hätten wir es mehr als zweimal gemacht zusammen.
Speaker: Zum Abschluss, zum Durchatmen und Lachen, immer die Rubrik, es läuft nicht immer alles rund.
Speaker: Und heute wieder mit Anja.
Speaker: Also okay, die Geschichte läuft nicht so ganz rund, ist ja immer bei mir.
Speaker: Da war ich noch angestellt, da war ich gar nicht selbstständig und hatte Dienst und bin mit meinem Auto durch die Gegend gefahren, musste tanken.
Speaker: Diesel, und was mache ich?
Speaker: Tanke.
Speaker: Super, mein Diesel.
Speaker: Und der einzige Glückspunkt war, dass ich weiß, okay, das geht nicht.
Speaker: Und dann, naja, so Tierärztin, man kann ja irgendwie alles regeln.
Speaker: Dann habe ich also versucht, mit der Nasenschlundsonde dieses Benzin da wieder rauszusaugen.
Speaker: Also Leute, das geht echt nicht.
Speaker: Die Sonne ist auch im Eimer.
Speaker: Also ADAC angerufen, Praxisfahrt beendet, Kollegin Bescheid gegeben zu sagen, ich könnte heute nicht mehr Praxis fahren, ich müsste jetzt erstmal das Benzin aus meinem Diesel rauskriegen.
Speaker: Ist wahrscheinlich jeden Mal passiert, aber ich glaube, wir Tiertze, dass wir dann die Sonde nehmen und versuchen, dieses Benzin daraus zu suppeln, ist vielleicht nicht, ist dann schon speziell.
Speaker: Das ist ja speziell.
Speaker: Könnte man mal drüber nachdenken.
Speaker: Es geht auch nicht.
Speaker: Es funktioniert wirklich überhaupt nicht.
Speaker: Und die Sonde ist so eklig.
Speaker: Die benutzt du nie wieder.
Speaker: Ja, das war meine Rubrik.
Speaker: Es läuft gut.
Speaker: Nicht immer so rund, wie man das gerne möchte.
Speaker: Und in dem Chaos greift man manchmal an der Zapfsäule falsch.
Speaker: Das passiert mir allerdings jetzt auch nie wieder.
Speaker: Das glaube ich.
Speaker: Ja, dann, Caro.
Speaker: Sehr schön, Anja.
Speaker: Ich würde sagen, bis zum nächsten Mal.
Speaker: Bis zum nächsten Mal.
Speaker: Tschüss.

