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Zwei neue Studien zu Einflussfaktoren auf die Insulinkonzentration im Blut und die Gehalte von nicht-strukturellen Kohlenhydraten im Weidegras image

Zwei neue Studien zu Einflussfaktoren auf die Insulinkonzentration im Blut und die Gehalte von nicht-strukturellen Kohlenhydraten im Weidegras

E9 · Equine Vet News
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247 Plays1 month ago

In dieser Folge von Equine Vet News diskutieren Dr. Anja Gabe und Dr. Caroline Wirth die Ergebnisse von zwei Studien, von welchen eine Untersuchung sich mit den unterschiedlichen Einflussfaktoren auf die Insulinkonzentration – Jahreszeit, Rasse, Alter und Geschlecht – beschäftigt: „The Seasonality of Serum Insulin Concentrations in Equids and the Association With Breed, Age, and Sex“ von Ana Lopes et al., veröffentlicht 2025 im Journal of Veterinary Internal Medicine.

Die zweite Untersuchung befasste sich mit saisonalen Variationen der nicht-strukturellen Kohlenhydrate (NSC) im Weidegras und deren metabolische Auswirkungen: „The Effect of Seasonal Changes in Non-Structural Carbohydrates in Pasture on the Metabolic Profile of Horses with Laminitis“ von Eva Mlyneková et al. veröffentlicht 2026 in Animals.

Auch besprechen Dr. Anja Gabe und Dr. Caroline Wirth den Ablauf einer durch Fruktane ausgelösten Hufrehe.

Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl Insulinkonzentrationen als auch NSC-Gehalte jahreszeitlichen Schwankungen unterliegen. Während Insulinwerte – auch bei Pferden mit Hufrehe – nicht signifikant durch die Variationen der nicht-strukturellen Kohlenhydraten verändert waren, zeigen vorberichtlich an Hufrehe erkrankte Pferde signifikante Veränderungen der Glukosekonzentration.

Quellen

Seasonality of Serum Insulin Concentrations in Equids and the Association With Breed, Age, and Sex von Ana Lopes et al (2025) Journal of Veterinary Internal Medicine https://doi.org/10.1111/jvim.70089

The Effect of Seasonal Changes in Non-Structural Carbohydrates in Pasture on the Metabolic Profile of Horses with Laminitis von Eva Mlyneková et al (2026) Animals https://doi.org/10.3390/ani16020267

Pasture Non-Structural Carbohydrates and Equine Laminitis. Vicky Longland et al. (2006) Proceedings of the Nutrition Society https://doi.org/10.1093/jn/136.7.2099S

Equine Laminitis: Induced by Oligofructose (Fructan) Overload Christopher Pollitt et al. (2006) Journal of Veterinary Internal Medicine https://doi.org/10.2746/042516406776866327

Fruktangehalt im Gras von Pferdeweiden während der Weidesaison 2002 Dahlhoff S, Dissertation Hannover 2003

Transcript

Einleitung zu Studien über equine Laminitis und Insulin

00:00:04
Speaker
In dieser Folge des Podcasts Equim-Vet-News möchten wir euch die Ergebnisse von zwei Studien noch einmal im Rahmen des Themenkomplexes Hufrehe vorstellen.
00:00:14
Speaker
Die eine Studie beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Einflussfaktoren auf die Insulinkonzentration
00:00:21
Speaker
Und die andere mit den Variationen der Kohlenhydratkonzentration, und zwar der nicht strukturellen Kohlenhydraten im Gras über die Weidesaison hinweg.
00:00:32
Speaker
In den letzten beiden Folgen haben wir ja schon sehr ausführlich über das Thema hyperinsulinische Hufrehe gesprochen.
00:00:39
Speaker
Heute wollen wir das Ganze etwas kürzer halten und uns nur auf zwei aktuelle Studien zu diesem Thema fokussieren.
00:00:46
Speaker
Eigentlich ähnlich wie im Journal Club.
00:00:49
Speaker
Genau, ich bin mal gespannt, ob wir das schaffen, uns kurz zu halten.

Vorstellung der Gäste: Dr. Anja Garbe und Dr. Caroline Wirth

00:00:53
Speaker
Und wir halten uns kurz, aber wir stellen uns jetzt auch kurz einmal vor.
00:00:58
Speaker
Ich bin Dr. Anja Garbe, Host dieses Podcasts, in welchem wir euch aktuelle Studienerkenntnisse kompakt und praxisnah vorstellen wollen.
00:01:07
Speaker
Und heute ist Dr. Caroline Wirth wieder dabei.
00:01:11
Speaker
Die ist Oberärztin aus der Pferdeklinik in Hochmoor und sie war ja schon bei drei Folgen dazugeschaltet.
00:01:18
Speaker
Und es ist immer wieder eine Freude und es macht unfassbaren Spaß, mit dir, Caro, über tiermedizinische Themen zu sprechen.
00:01:25
Speaker
Ja, schön.
00:01:26
Speaker
Ich freue mich wie immer, dabei zu sein und würde sagen, wir fangen mit der ersten Studie an.

Studie über Faktoren, die Insulinwerte beeinflussen

00:01:31
Speaker
Für die Diagnose der Insulindysregulation messen wir Insulin entweder als Basalenwert oder im Rahmen des oralen Zuckertests.
00:01:40
Speaker
Jetzt stellt sich hier natürlich die Frage nach Einflussfaktoren auf diese Insulinwerte.
00:01:44
Speaker
Und da haben Ana Lopez et al.
00:01:48
Speaker
im Jahr 2025 im Journal of Veterinary Internal Medicine einen Artikel veröffentlicht.
00:01:55
Speaker
Ja, vorherige Studien hatten schon einen saisonalen Einfluss auf die Insulinwerte nachgewiesen und auch rassebedingte Unterschiede gezeigt.
00:02:05
Speaker
Und aus der Humanmedizin ist bekannt, dass sogar geschlechtsbezogene Einflüsse bestehen.
00:02:10
Speaker
Genau.
00:02:11
Speaker
Allerdings muss man sagen, die Ergebnisse der schon veröffentlichten Studien waren ja nicht so richtig einheitlich und die Tierzahlen relativ klein.
00:02:20
Speaker
Da sollte jetzt in dieser Studie eine größere Probandenzahl mit einbezogen werden.
00:02:26
Speaker
Genau.
00:02:27
Speaker
Und in die Auswertung aufgenommen wurden Daten zu Jahreszeit, Rasse, Geschlecht und Alter und dann natürlich deren eventueller Einfluss auf die basale Insulinkonzentration bzw.
00:02:40
Speaker
die Insulinkonzentration nach der Gabe von Zucker.
00:02:44
Speaker
Also dort war das in der Regel der Karosirup, wie wir das schon kennen.
00:02:49
Speaker
Und sag mal, wie haben die diese größere Studienpopulation überhaupt zusammenbekommen?
00:02:56
Speaker
Die haben einfach beim Labor nachgefragt.
00:02:58
Speaker
Also es wurden retrospektiv Labordaten aus den Jahren 2012 bis 2023 ausgewertet und damit konnten 57.700 Datensätze gesichtet werden.
00:03:12
Speaker
Und dann in die endgültige Auswertung aufgenommen wurden dann die Datensätze, klar, bei denen entweder die basale Insulinkonzentration bestimmt worden war oder eben die Insulinkonzentration,
00:03:25
Speaker
60 beziehungsweise 90 Minuten nach der Gabe des Karosirups, also im Rahmen des Oralen Zuckertests.
00:03:32
Speaker
Welche Parameter haben die denn dann in Beziehung zu dem Insulinwert gesetzt?
00:03:37
Speaker
Die haben die Jahreszeit genommen, also Frühjahr, März bis Mai, Sommer, Juni bis August, dann der Herbst war September bis November und Winter, Dezember bis Februar und eben wie schon gesagt, Rasse, Geschlecht und Alter.
00:03:51
Speaker
So, und die ganze Zeit haben wir jetzt darüber gesprochen, wie viele Fälle kamen denn letztendlich zusammen?
00:03:57
Speaker
Ja, das sind schon viele Zahlen.
00:03:58
Speaker
Also für den basalen Insulinwert waren es 15.140 eingesandte Proben.
00:04:05
Speaker
Die Verteilung über das Jahr war relativ gleichmäßig.
00:04:09
Speaker
Es war ein bisschen vermehrt im Frühjahr und im Sommer.
00:04:13
Speaker
Da wurden ein bisschen mehr Proben eingesandt für diesen Wert als im Herbst und im Winter.
00:04:18
Speaker
Was wäre das denn dann für die einzelnen Jahreszeiten?
00:04:21
Speaker
Jetzt mal ganz schnell gerechnet von dir an, ja.
00:04:24
Speaker
Also ganz schnell Winter circa 3.000, auch im Herbst circa 3.000 und im Frühjahr und Sommer waren es 4.000 bis 5.000.
00:04:33
Speaker
Eingeschickte Proben.
00:04:34
Speaker
Das sind schon große Zahlen.
00:04:37
Speaker
Von der Rasseverteilung, wie sah das da aus?
00:04:40
Speaker
Die üblichen Verdächtigen?
00:04:41
Speaker
Ja, also es ist nicht verwunderlich.
00:04:43
Speaker
Shetland-Ponys, Welch-Ponys und Cops waren am häufigsten vertreten.
00:04:47
Speaker
Natürlich waren auch Warmblüter und Vollblüter dabei, aber eben seltener als die genannten Ponyrassen.
00:04:54
Speaker
Und ich nehme jetzt eine Antwort schon vorweg.
00:04:56
Speaker
Du fragst dich ja gleich nach dem Alter.
00:04:58
Speaker
Das lag im Median bei 16 Jahren.
00:05:01
Speaker
Okay, und wie viele Proben im Rahmen eines oralen Zuckertests wurden genommen?
00:05:07
Speaker
Ab dem Jahr 2017 wurde der durchgeführt und das waren ca.
00:05:11
Speaker
6000 Proben.
00:05:12
Speaker
Und auch hier wieder unsere Ponys, Cops, Shetland Ponys und Welch Ponys vermehrt vertreten.
00:05:19
Speaker
Gut, wieder hohe Zahlen.
00:05:20
Speaker
Und welche Einflussfaktoren haben die jetzt hier auf die basale Insulinkonzentration festgestellt?

Jahreszeitliche Schwankungen der Insulinwerte

00:05:27
Speaker
Also im Hinblick auf die Jahreszeit zeigt es sich, dass die basale Insulinkonzentration im Winter signifikant höher war als im Sommer, Frühjahr oder Herbst.
00:05:38
Speaker
Ein ähnliches Muster wurde auch bei den Werten nach Gabe des Karo-Sirups beobachtet.
00:05:42
Speaker
Also im Hinblick auf die Signifikanz.
00:05:45
Speaker
Hier waren die Werte im Herbst signifikant niedriger als im Frühjahr, Sommer oder Winter.
00:05:51
Speaker
Also wieder, nur eben nicht signifikant, tendenziell höhere Werte im Winter und Frühjahr im Vergleich zu Sommer oder Herbst.
00:06:00
Speaker
Die Tendenz geht halt dazu, dass Winter und Frühjahr die Werte höher sind, sowohl
00:06:05
Speaker
die Basalinsulinkonzentration als auch die Nachgabe des Karosirops.
00:06:11
Speaker
Hätte ich jetzt erstmal so nicht erwartet, wie erklären die Autoren diese Ergebnisse?
00:06:16
Speaker
Hättest du das gedacht?
00:06:18
Speaker
Ja, nee, und es ist auch echt spannend, wie viele unterschiedliche Mechanismen sie dann in die Diskussion aufgenommen haben.
00:06:27
Speaker
Manche sind einfacher zu verstehen und manche sind etwas komplizierter.
00:06:31
Speaker
Wir werden euch da jetzt so ein bisschen durchführen.
00:06:35
Speaker
welche Mechanismen das auslösen könnte.
00:06:42
Speaker
Machen wir es von einfach zu schwer, hoffe ich.
00:06:45
Speaker
Der erste Gedanke, der einem kommt, ist natürlich die Fütterung.
00:06:48
Speaker
Da hätte ich aber irgendwie einen größeren Einfluss über die Weide erwartet.
00:06:51
Speaker
Und im Winter fällt die Weide ja eigentlich weg.
00:06:54
Speaker
Aber da sind die Werte höher.
00:06:56
Speaker
Wie erklären die das?
00:06:57
Speaker
Ja.
00:06:57
Speaker
Ja, absolut.
00:06:58
Speaker
Also es ist erstmal sehr schade, die haben keine Daten zur Fütterung erfasst.
00:07:03
Speaker
Das ist natürlich zum einen dem retrospektiven Charakter der Studie geschuldet.
00:07:08
Speaker
Und wenn wir ehrlich sind, Fütterungsdaten von fast 22.000 Pferden zu erfassen, sprengt einfach den Rahmen so einer Studie.
00:07:19
Speaker
Und die einfachste Erklärung für die Autoren war, dass die Pferde im Winter mehr Kraftfutter erhalten, also energiereicheres Futter und dass dadurch die Werte im Winter höher sind.
00:07:31
Speaker
Okay, das wäre jetzt also die banale Erklärung über die Fütterung.
00:07:35
Speaker
Finde ich gut nachvollziehbar.
00:07:38
Speaker
Ja, jetzt kommt aber das Aber.
00:07:40
Speaker
Jetzt geht die Diskussion los.
00:07:42
Speaker
Für die Autoren war das nicht ganz erklärbar.
00:07:46
Speaker
Alleine jetzt müssen wir auch schon sagen, weil ja auch die Werte nach Gabe des Karosirups erhöht waren, die ja eigentlich fütterungsunabhängig sein sollten.
00:07:57
Speaker
Und sie diskutieren daher eine endogene saisonale Stoffwechselanpassung.
00:08:04
Speaker
Also wirklich eine physiologische Anpassung des Pferdes, so im Sinne einer Veränderung der peripheren Insulinsensitivität und der Reaktivität des Pankreas im Laufe des Jahres.
00:08:15
Speaker
Oder wie ist das gemeint?
00:08:17
Speaker
Ja genau, also im Sinne eines jahreszeitlichen Rhythmus.
00:08:21
Speaker
Die Hypothese ist dann, dass im Winter es anscheinend zu einer verminderten Insulinsensitivität kommt, also eine Art physiologische Insulinresistenz,
00:08:34
Speaker
mit gleichzeitig gesteigerter Insulinsegression.
00:08:38
Speaker
Das heißt also, das Pferd produziert mehr Insulin, weil die Gewebe weniger sensibel sind auf das Insulin?
00:08:45
Speaker
Ist das richtig?
00:08:46
Speaker
Das ist schon die Hypothese der Autoren.
00:08:48
Speaker
Und es ist evolutionsbiologisch auch nicht unsinnig.
00:08:52
Speaker
Also auf der einen Seite sollte Pferd
00:08:55
Speaker
Fett schnell aufgebaut werden im Winter, wenn Futter zur Verfügung steht.
00:09:01
Speaker
Weil es ja oft kein Futter zur Verfügung ist und wenn schon welches da ist, sollte möglichst schnell Fett aufgebaut werden.
00:09:07
Speaker
Also hohe Insulinwerte, wenn Futter zur Verfügung steht, sind sinnvoll.
00:09:12
Speaker
Auf der anderen Seite sollte natürlich das Fett schnell mobilisiert werden können, wenn kein Futter zur Verfügung steht oder wenig Fett.
00:09:22
Speaker
Und das wäre erklärbar durch die physiologische Insulinresistenz.
00:09:28
Speaker
Jetzt wissen wir, also vielleicht nicht wir alle, aber manche,
00:09:34
Speaker
dass eigentlich Insulin ja eine antilipolytische Wirkung hat.
00:09:39
Speaker
Und dann ist es ja unlogisch, warum das denn jetzt bei hohen Insulinwerten so wirkt.
00:09:44
Speaker
Und da sagen die Autoren, dass eine relative Insulinresistenz im Winter bestehen könnte und dadurch diese antilipolytische Wirkung von Insulin verringert ist.
00:09:56
Speaker
Und somit eine erleichterte Telepolyse vorhanden ist, also eine verbesserte Fettmobilisierung.
00:10:03
Speaker
Das ist deren Theorie hinter diesen erhöhten Werten.
00:10:08
Speaker
Also so eine Art Wintermodus des Stoffwechsels, so würde ich es jetzt mal beschreiben.
00:10:13
Speaker
Und geben die Ärzte auch eine Erklärung für die niedrigen Insulinkonzentrationen im Herbst?

Rassen- und Geschlechtsunterschiede bei Insulinwerten

00:10:18
Speaker
Sie vermuten, dass es sich da um eine höhere Insulinsensitivität handelt und eine Art Vorbereitung für den Winter.
00:10:26
Speaker
Jetzt waren ja nicht nur die basalen Werte erhöht, sondern auch die reaktive Insulinausschüttung.
00:10:33
Speaker
Nachgabe des Karosirups war verstärkt.
00:10:36
Speaker
Ja, das würde halt eher dafür sprechen, dass es nicht nur an der Fütterung lag, dass die Werte im Winter höher waren, sondern einfach an einer veränderten pankreatischen Antwort und einer veränderten Insulinsensitivität im Laufe des Jahres.
00:10:52
Speaker
Klingt verwirrend, aber sagt uns, glaube ich, einfach, dass die Interpretation der Werte schwieriger ist, als wir vielleicht bisher dachten.
00:11:05
Speaker
Ja, absolut.
00:11:06
Speaker
Also es scheint ja so, dass im Herbst die Insulinsensitivität höher ist, also anaboler Zustand eher.
00:11:14
Speaker
Und im Winter kippt es eher in Richtung höhere Insulinspiegel und geringere Sensitivität.
00:11:21
Speaker
Und dann stellt sich natürlich die Frage, ist das physiologisch?
00:11:30
Speaker
Okay, viele Theorien habe ich jetzt aber eigentlich verstanden, würde ich sagen.
00:11:35
Speaker
Jetzt wurde ja auch noch der Einfluss der Rasse und auch des Geschlechts auf diese Insulinkonzentration beurteilt.
00:11:41
Speaker
Was haben die da rausgefunden?
00:11:42
Speaker
Jetzt wird es etwas einfacher.
00:11:45
Speaker
Welch und Shetland Ponys, gefolgt von Cognemara Ponys, hatten die höchsten Werte, was ja jetzt nicht wirklich erstaunt.
00:11:52
Speaker
Da hat ja jeder von uns entsprechende Erfahrungswerte auch schon gesammelt.
00:11:58
Speaker
Voll würde ich dir zustimmen.
00:11:59
Speaker
Spontan fällt mir da ein, dass diese Rassen meistens etwas zu dick sind und insgesamt vielleicht auch weniger gearbeitet werden als so ein Vollblut oder Warmblut.
00:12:11
Speaker
Kommst du denn darauf?
00:12:12
Speaker
Das kann ich ja gar nicht nachvollziehen.
00:12:15
Speaker
Also die Autoren haben da jetzt nichts zu ergänzen, es ist ja auch deren Meinung.
00:12:20
Speaker
Okay, jetzt halten wir das fest.
00:12:23
Speaker
Und Alter und Geschlecht, danach haben die doch auch noch geguckt.
00:12:26
Speaker
Was gab es da für Zusammenhänge?
00:12:28
Speaker
Auch hier ist es jetzt einfacher als eben bei diesen jahreszeitlichen Einflüssen.
00:12:32
Speaker
Ältere Pferdewiesen höhere Insulinwerte auf und da fällt einem natürlich sofort die Dysfunktion der Pars intermedia, der Hypofyse ein.
00:12:40
Speaker
Und das ist ja dann relativ verständlich.
00:12:44
Speaker
Spannend ist, dass Stuten höhere Konzentrationen aufwiesen.
00:12:48
Speaker
Und wir reden hier auch von signifikant höheren Werten.
00:12:52
Speaker
Okay, das mit dem Alter finde ich einleuchtend.
00:12:56
Speaker
Das mit der Geschlechterverteilung weiß ich nicht.
00:13:00
Speaker
Wie ist das zu erklären?
00:13:02
Speaker
Das erklären die leider gar nicht.
00:13:05
Speaker
Ich habe manchmal ganz, ganz subjektiv den Eindruck, dass ich mehr Stuten behandle, welche Hufrehe haben.
00:13:15
Speaker
im Vergleich zu Wallachen und Hengsten.
00:13:18
Speaker
Aber das kann natürlich auch totaler Zufall sein.
00:13:20
Speaker
Ich habe das jetzt, also mein Patientenmaterial reicht nicht aus, um da eine große Studie rauszumachen.
00:13:25
Speaker
Wie sieht das denn bei euch aus?
00:13:28
Speaker
Ehrlich gesagt kann ich es dir gerade gar nicht genau sagen.
00:13:31
Speaker
Ich würde vom Gefühl, würde ich sagen, es ist gleichmäßig verteilt.
00:13:34
Speaker
Aber kann genauso gut sein, wenn ich mal die Daten auslese, danach gucke, dass dann vielleicht auch die Studien tendenziell mehr sind.
00:13:42
Speaker
Vom Gefühl kein Unterschied, aber...
00:13:45
Speaker
Ja, da kannst du ja mal eure Datenbank sichten.
00:13:48
Speaker
Da kannst du jetzt einmal da schauen, wie das bei euch aussieht.
00:13:51
Speaker
Also okay, zusammengefasst, die Studienergebnisse dieser Untersuchung zeigten, dass die Insulinkonzentrationen im Winter höher waren, bei den Basalinsulinkonzentrationen, tendenziell auch bei den Ergebnissen des oralen Zuckertests.
00:14:08
Speaker
Da waren signifikant die Werte im Herbst.
00:14:11
Speaker
niedriger und tendenziell eben im Winter und Frühjahr höher als im Herbst und Sommer.
00:14:17
Speaker
Ältere Pferde zeigten höhere Insulinkonzentrationen und Stuten ebenfalls und natürlich die Ponyrassen.
00:14:25
Speaker
Jetzt hat natürlich diese Studie, wie alle Untersuchungen, ihre Limitationen, obwohl die jetzt sehr große Fallzahlen hatten.
00:14:33
Speaker
Was hier der wichtigste Punkt ist, sind vielleicht die fehlenden Informationen zum Management und der Fütterung, insbesondere vor der Probenentnahme.
00:14:41
Speaker
Ich finde so bei Insulindysregulation ist eigentlich gerade das ein wichtiger Faktor.
00:14:46
Speaker
Du hast ja schon gesagt, welche Gründe da eine Rolle spielen, finde ich auch total nachvollziehbar.
00:14:51
Speaker
Für mich eigentlich jetzt am Ende die wichtigste Botschaft, dass wir festhalten, dass die Möglichkeit besteht, dass es physiologische jahreszeitliche Schwankungen von den Insulinwerten gibt.
00:15:03
Speaker
Ich habe mir andere Untersuchungen nochmal angeschaut im Hinblick auf diesen saisonalen Einfluss auf die Insulinkonzentration.
00:15:12
Speaker
Und da sind die Ergebnisse wirklich total unterschiedlich.
00:15:15
Speaker
Also einmal wurde gar kein Einfluss festgestellt.
00:15:19
Speaker
Das andere Mal bei Ponys waren die Werte im Herbst höher als im Frühjahr.
00:15:24
Speaker
Eine etwas ausführlichere Untersuchung aus 2022 hat Pferde einmal mit Insulindysregulation und einmal ohne Insulindysregulation erfasst in der Studie.
00:15:37
Speaker
Und da war es dann auch dazwischen nochmal unterschiedlich.
00:15:40
Speaker
Das heißt, Pferde ohne Insulindysregulation zeigten keinen Einfluss der Jahreszeit bei den basalen Werten.
00:15:47
Speaker
Die Werte nach dem Karosirup waren höher im Frühjahr im Vergleich zum Sommer.
00:15:54
Speaker
Und bei Pferden mit Insulindysregulation waren die Basalenwerte und diese T60-Werte, also 60 Minuten Nachgabe des Karosirups im Frühjahr höher als im Herbst und im Winter.
00:16:07
Speaker
Die T60-Werte im Winter waren höher als im Herbst.
00:16:09
Speaker
Also es ist...
00:16:11
Speaker
Zieht sich durch, es scheint wohl einen jahreszeitlichen Zusammenhang zu geben, aber wir kriegen die Jahreszeit noch nicht so ganz raus.
00:16:17
Speaker
Tendenziell würde ich auch jetzt eher sagen, im Winter, Winterfrühjahr scheinen die Werte etwas höher zu sein.
00:16:24
Speaker
Und in der Studie aus dem Jahr 2022 wurde auch geschaut, wie sich der Status der Insulindesregulation über das Jahr änderte.
00:16:34
Speaker
Und da war die Aussage allein über die basale Anzahl,
00:16:37
Speaker
Insulinkonzentration nicht sehr gut.
00:16:40
Speaker
Also da wechselte dann dieser Status immer.
00:16:42
Speaker
Dann war der mal positiv, mal negativ.
00:16:45
Speaker
Das war nicht bei dem oralen Zuckertest so.
00:16:49
Speaker
Also praktisch da wurden immer zu 94 Prozent auch die richtige Diagnose der Insulindysregulation das ganze Jahr übergestellt.
00:16:58
Speaker
Das war eine große Aussage und das würden wir natürlich auch mitgeben, dass unabhängig von saisonalen Veränderungen die Diagnose einer Insulindysregulation konsistenter gestellt werden kann über den oralen Zuckertest.
00:17:15
Speaker
Genau, gehe ich voll mit an.
00:17:16
Speaker
Ja, das ist ja, glaube ich, das, was auch schon in den vergangenen Folgen durchkam, dass es immer besser ist, einen Funktionstest zu machen.
00:17:24
Speaker
Und das bestätigt sich hier ja auf jeden Fall.
00:17:27
Speaker
Ja, genau.
00:17:27
Speaker
Also wir haben jetzt irgendwie aus dieser Untersuchung den Hinweis, im Winter könnten höhere Insulinwerte festzustellen sein, auch im Rahmen des Oralen Zuckertests.
00:17:37
Speaker
Die Frage wieder, ist es physiologisch?
00:17:39
Speaker
Müssen wir Werte im Winter anders interpretieren?
00:17:42
Speaker
Und die Rolle im Hinblick auf eine Entwicklung einer Hufrehe aufgrund dieser im Winter höheren Werte können wir jetzt gar nicht beantworten.
00:17:50
Speaker
Das war auch
00:17:52
Speaker
Nicht Inhalt dieser Untersuchung.
00:17:55
Speaker
Ist irgendwie oft so verrückt.
00:17:57
Speaker
Man liest eine Studie, erhofft sich viele Antworten und am Ende ergeben sich aus diesen Ergebnissen wieder tausend neue Fragestellungen und irgendwie eine große Unbekannte.
00:18:08
Speaker
Macht Forschung ja eigentlich spannend und es ist auch super, dass es Leute gibt, die an diesen Themen dranbleiben.
00:18:14
Speaker
Mich würde interessieren, wenn wir hier in zehn Jahren sitzen, was erzählen wir dann über hyperinsulinämische Hufrehe und den Insulinverlauf?
00:18:22
Speaker
Ja, spannend.
00:18:24
Speaker
Ja, ich bin voll bei dir.
00:18:26
Speaker
Manchmal denke ich, oh Gott, die Leute, die zuhören, denken ganz frustriert, ja, was mache ich denn jetzt mit den Ergebnissen?
00:18:32
Speaker
Und manchmal gibt es einfach nur Ergebnisse.
00:18:36
Speaker
Ja.
00:18:40
Speaker
Okay, das war jetzt eine Studie und eine ist einfach zu langweilig.
00:18:45
Speaker
Und es ist gerade in Animals etwas zu saisonalen Veränderungen von nicht strukturellen Kohlenhydraten im Weidegras veröffentlicht worden und deren Auswirkungen auf das metabolische Profil von Pferden ohne Hufrehe und mit vorberichtlich Hufrehe.

Saisonale Veränderungen in Kohlenhydraten von Weidegras

00:19:02
Speaker
Und ich habe gedacht, das passt zu dem Thema.
00:19:04
Speaker
Die Ergebnisse nehmen wir jetzt heute noch mit dazu.
00:19:07
Speaker
Ja, es passt ja.
00:19:08
Speaker
Die Weidesaison beginnt.
00:19:10
Speaker
Ist in vollem Gange, würde ich gerade sagen.
00:19:12
Speaker
Ja genau, wir wollen natürlich, dass die Pferde auf die Weide kommen.
00:19:15
Speaker
Zum einen wegen der Bewegung und zum anderen auch im Hinblick auf die Nährstoffaufnahme.
00:19:20
Speaker
Das natürliche Vitamin E im Gras wird besser aufgenommen, ist besser verfügbar als das aus den üblichen Kraft- und Mineralfuttern.
00:19:29
Speaker
Was ich auch noch ein Pro für die Weide finde, ist, dass einfach die Pferde ihr natürliches Verhalten ausleben können.
00:19:36
Speaker
Oder dass einfach denen am nächsten kommt.
00:19:39
Speaker
Gerade wenn sie in einer Gruppe sind, dann
00:19:41
Speaker
können sie auch ihr Sozialverhalten ausleben.
00:19:43
Speaker
Das finde ich einen sehr wichtigen Faktor, ehrlich gesagt.
00:19:47
Speaker
Muss man jetzt natürlich aber auch sagen, wenn wir ehrlich sind, wir lassen die Pferde mit Hufrehe eigentlich sehr, sehr ungern auf die Weide.
00:19:52
Speaker
Und wenn einer adipös ist, würde ich jetzt auch sagen, lieber nicht.
00:19:59
Speaker
Ja, genau.
00:20:00
Speaker
Und in manchen Köpfen von PferdebesitzerInnen spuckt es ja noch herum, dass Eiweiß-Hufre auslöst.
00:20:07
Speaker
Und wir sind uns aber wirklich alle, alle einig, dass der Hauptfaktor die wasserlöslichen Kohlenhydrate und Stärke ist, also zusammen die nicht strukturellen Kohlenhydrate.
00:20:19
Speaker
Und in dieser Studie von Mülnikova et al., 2026 veröffentlicht in Animals, sollten jetzt eben die saisonalen Veränderungen genau dieser Kohlenhydrate im Gras erfasst werden und gleichzeitig der Einfluss auf die Glucose- und Insulinkonzentrationen und auf das Körpergewicht
00:20:39
Speaker
Bei gesunden Pferden und aber auch bei solchen mit vorberichtlich Befunden entsprechend einer Hufrehe.
00:20:45
Speaker
Was haben die hier für Befunde herangezogen, um jetzt diese Hufrehe zu klassifizieren?
00:20:50
Speaker
Also zum einen war es die veränderte weiße Linie, dann wenn die Tiere Lahmheit zeigten oder gezeigt hatten und radiologisch Rotation oder Senkung des Hufbeins.
00:21:01
Speaker
Dann sag mir doch mal, wie der Studienaufbau hier war.
00:21:03
Speaker
Also im März erhielten die Pferde erstmal Heu ad Libitum und danach gingen sie auf die Koppel und standen von April bis Oktober auf der Weide ganztägig ohne jegliche Zufütterung.
00:21:17
Speaker
Und welche Proben haben die genommen?
00:21:18
Speaker
Was haben die analysiert in der Studie?
00:21:20
Speaker
Also die haben zum einen Blutproben genommen und zwar im Herbst.
00:21:23
Speaker
Quatsch, nicht im Herbst.
00:21:25
Speaker
Ich bin noch so aus diesem Insulinherbst drin.
00:21:28
Speaker
Also die Blutproben wurden genommen im März und im Mai, Juli und Oktober und zweimal morgens.
00:21:35
Speaker
Und dann eben die Grasproben und zwar an Stellen der Weide, wo es sichtlich abgegrast worden war.
00:21:41
Speaker
Und bestimmt wurde der Gehalt der wasserlöslichen Kohlenhydroate und von Stärke bei den Grasproben logisch.
00:21:48
Speaker
Und dann die Konzentrationen von Glucose, Insulin und Fructosaminen in den Blutproben.
00:21:56
Speaker
Super, dann können wir jetzt schon mit den Ergebnissen loslegen.
00:21:59
Speaker
Sag mir mal, was bei dem Gras rauskam, das interessiert mich wirklich.
00:22:03
Speaker
Ja, also die Konzentration der wasserlösischen Kohlenhydrate waren im Mai am höchsten, da lagen die bei 127 Gramm pro Kilogramm und das nahm dann bis Oktober kontinuierlich ab und im Oktober waren die Werte dann bei 58 Gramm pro Kilogramm Trockensubstanz.
00:22:20
Speaker
Im Gegensatz dazu war die Stärke im Mai nahezu nicht vorhanden.
00:22:26
Speaker
Der Wert stieg dann im Juli auf ca.
00:22:28
Speaker
26 g pro kg Trockensubstanz deutlich an, blieb im Oktober fast auf ähnlichen Niveau, lag da bei 24 g pro kg Trockensubstanz.
00:22:43
Speaker
Okay, das sind ja jetzt erstmal nur Zahlen.
00:22:46
Speaker
Es gibt ja eine Empfehlung der maximalen Stärkeaufnahme bei einem Hufrehe-gefährdeten Pferd.
00:22:52
Speaker
Wenn man jetzt diese Zahlen nimmt, könnte die überschritten werden?
00:22:56
Speaker
Du hast ja Fragen.
00:22:57
Speaker
Also das muss gerechnet werden.
00:22:58
Speaker
Ich gebe jetzt mal an, das ist...
00:23:00
Speaker
mit Vorsicht zu genießen, weil die Pferde ja nicht auf einmal das aufnehmen, sondern über den ganzen Tag grasen.
00:23:08
Speaker
Und die empfohlene Stärkemenge bei einem Hufrehe gefährdeten Pferd liegt bei 0,5 bis 1 Gramm Stärke pro Kilogramm Pferd pro Mahlzeit.
00:23:21
Speaker
Und da ist natürlich unser Faktor, den wir überhaupt nicht beurteilen können.
00:23:25
Speaker
Wenn man jetzt davon ausgeht, bei drei Mahlzeiten pro Tag wären das 1,5 bis 3 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag.
00:23:34
Speaker
Bei Risikofärden sollte man dann bei 1 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag bleiben.
00:23:40
Speaker
Okay Anja, und wie rechne ich jetzt die Stärkeaufnahme pro Tag bei den Pferden auf der Weide aus?
00:23:45
Speaker
Ja, das muss man leider echt ein bisschen schätzen.
00:23:47
Speaker
Also die prozentuale Trockensubstanzaufnahme eines Pferdes liegt zwischen zwei bis drei Prozent vom Körpergewicht, aber auch zum Teil bei 5,2 Prozent des Körpergewichts.
00:24:00
Speaker
Das bedeutet, wenn wir ein 500-Kilogramm-Pferd haben, da wäre jetzt unsere dicke Fjordstute, ihr erinnert euch, aus der letzten Folge auch mit dabei, wäre das eine Aufnahme zwischen 10 bis 26 Kilogramm Trockensubstanz pro Tag.
00:24:16
Speaker
Du merkst schon, wo die Schwierigkeit kommt.
00:24:19
Speaker
Total.
00:24:20
Speaker
Also meine Stute lag auf jeden Fall in der höheren Klasse.
00:24:26
Speaker
So, und wie geht es jetzt weiter?
00:24:28
Speaker
Ja, okay, also jetzt nehmen wir den Monat mit Juli mit den hohen Stärkegehalten.
00:24:31
Speaker
Und das würde bedeuten, dass bei der niedrigen Aufnahme wären es 10 Kilo Trockensubstanz.
00:24:38
Speaker
Mit dem Stärkewert beim 500 Kilo Pferd wäre es bei 0,5 Gramm pro Kilogramm Pferd.
00:24:45
Speaker
Also alles fein.
00:24:47
Speaker
Wenn wir jetzt unsere kleine Fressmaschine haben,
00:24:51
Speaker
die dann 26 Kilo aufnehmen, dann wären es 1,3 Gramm Stärke pro Kilogramm Körpergewicht.
00:24:58
Speaker
Aber wie gesagt, pro Tag, nicht pro Mahlzeit.
00:25:01
Speaker
Und die Angabe ist immer pro Mahlzeit.
00:25:04
Speaker
Okay, also bei unseren Fressmaschinen wird es knapp.
00:25:07
Speaker
Jetzt gibt es ja im Konsensusstatement zu EMS noch die Angabe, dass diese nicht strukturellen Kohlenhydrate im Raufutter unter 10 Prozent liegen sollten.
00:25:15
Speaker
Also nicht strukturelle Kohlenhydrate, sprich wasserlösliche Kohlenhydrate und Stärke, die werden hier zusammengefasst.
00:25:22
Speaker
Kannst du jetzt damit nochmal einmal bitte rechnen, Anja?
00:25:25
Speaker
Na klar, rechnen ist ja echt meine Lieblingsbeschäftigung, war schon in der Schule, super hier.
00:25:29
Speaker
Wobei das ist echt einfach.
00:25:31
Speaker
Also im Mai lag diese Prozentzahl bei 12,7, im Juli bei 11,7 und im Oktober bei 8,2.
00:25:38
Speaker
Also da wäre eben bis Juli der Wert immer zu hoch.
00:25:42
Speaker
Ich würde dann erklären, warum im Mai bei normalem Weidegang die Hofrehe-Patienten anrufen.
00:25:48
Speaker
Und wir stellen hier aber auch fest, im Juli ist der Weidegang auch nicht ganz risikofrei.
00:25:53
Speaker
Hängt natürlich auch ein bisschen davon ab, wie viel Gras da noch auf der Weide ist.
00:25:55
Speaker
Ja, genau.
00:25:56
Speaker
Genau.
00:26:02
Speaker
Existieren eigentlich entsprechende aktuell veröffentlichte Zahlen aus Deutschland zu diesen nicht strukturellen Kohlenhydraten?
00:26:09
Speaker
Ja, ich habe mir die Zahlen aus der Lufa Nord mal rausgenommen.
00:26:13
Speaker
Und da war jetzt im Jahr 2025 der mittlere Wert bei 18,3 Prozent Gesamtzucker.
00:26:19
Speaker
Mit Spannweiten zwischen 6,6 Prozent bis 28,7 Prozent.
00:26:24
Speaker
In den Jahren davor war das auch, also die Werte lagen so zwischen 14 und 17 Prozent.
00:26:32
Speaker
Durch die trockenen Jahre und viel Sonne steigen die Zuckerwerte im Gras und Achtung natürlich auch im Heu.
00:26:39
Speaker
Das wissen wir ja eigentlich schon.
00:26:42
Speaker
Ja und warum das so ist, können wir sicherlich die Botanik und die Biochemie fragen, oder?
00:26:47
Speaker
Ja, auf zu den Grundlagen, genau.
00:26:50
Speaker
Also bei der Photosynthese, vielleicht wissen wir das alle noch, werden Einfachzucker gebildet.
00:26:55
Speaker
Wenn die jetzt nicht benötigt werden, zum Beispiel weil die Pflanze nicht mehr wächst, werden Speicherkohlenhydrate gebildet, zum Beispiel Fructan.
00:27:03
Speaker
Das bildet mit den Einfachzucker und den Stärken die Kennzahl nicht strukturelle Kohlenhydrate.
00:27:09
Speaker
Somit viel Sonne, viel Photosynthese, viel Zucker, wenig Regen, wenig Wachstum,
00:27:17
Speaker
Viel Speicherkohlenhydrate.
00:27:19
Speaker
Und daher wird viel Zucker in der Pflanze eingespeichert.
00:27:23
Speaker
Das ist ein kleiner Nebeneffekt oder Fun-Fact.
00:27:26
Speaker
Unsere Grassorten können unlimitiert Fructane speichern und das vor allem in den Stängeln.
00:27:33
Speaker
Super.
00:27:34
Speaker
Und Fruktane.
00:27:37
Speaker
Bei den Fruktanen, da klingelt bei mir was.
00:27:39
Speaker
Und da wurde doch mit Gabe per Nasenschlundsonde von diesen Fruktanen Hufrehe experimentell ausgelöst, richtig?
00:27:49
Speaker
Ja, genau.
00:27:50
Speaker
Allerdings, und das ist jetzt allerdings, allerdings keine hyperinsulinämische Hufrehe.
00:27:55
Speaker
Es handelt sich hier um ein experimentelles Modell, um das Oligofruktosemodell der Hufrehe.
00:28:02
Speaker
Und das bildet primär eine Entzündungs- bzw.
00:28:05
Speaker
Sepsis-assoziierte Hufrehe ab und nicht die hyperinsulinämische.
00:28:10
Speaker
Also die Hufrehe, die entsteht, wenn ein Pferd jetzt zum Beispiel zu viel Gers oder Hafer frisst und dadurch zu viel fermentierbare Kohlenhydrate in den Dickdarm gelangt.
00:28:19
Speaker
Ja, genau.
00:28:19
Speaker
Und diese Kohlenhydrate werden dann schnell durch Bakterien fermentiert.
00:28:24
Speaker
Das ist vor allem Lactobacillus und Streptokokken.
00:28:27
Speaker
Diese bilden dann Laktat und so sinkt der pH-Wert im Dickdarm.
00:28:33
Speaker
Auftreten tut dieser Effekt so circa 12 bis 24 Stunden nach Aufnahme von zu vielen fermentierbaren Kohlenhydraten.
00:28:43
Speaker
Also wenn zum Beispiel ein Kalbblut ausbricht aus der Box, in die Futterkammer gelangt und dann mal so kurz 10 Kilo Gerste frisst.
00:28:54
Speaker
Super, das klingt irgendwie nach einem Erfahrungsbericht.
00:28:58
Speaker
Ich kann dir sagen.
00:29:01
Speaker
Okay, also wir sind beim niedrigen pH-Wert.
00:29:05
Speaker
Den mögen die Gramm-negativen Bakterien nicht.
00:29:07
Speaker
Dadurch sterben sie ab.
00:29:09
Speaker
Und dabei entstehen unsere berühmt-berüchtigten Endotoxine.
00:29:12
Speaker
Diese werden dann resorbiert und voilà, schon haben wir sie, unsere systemische Entzündungsreaktion.
00:29:18
Speaker
Und die löst letztendlich bei Entzündungsmediatoren die Schäden an den Hungflamellen aus.
00:29:24
Speaker
Ja, genau.
00:29:24
Speaker
Und wann können wir da mit den ersten Hufrehe-Symptomen rechnen nach so einer Fressorgie?
00:29:30
Speaker
Also manchmal hat man das, dass so 12 bis 24 Stunden danach ein Temperaturanstieg feststellbar ist.
00:29:38
Speaker
Die Hufrehe-Symptomatik mit Pulsation und vielleicht auch Klammgang, die tritt so nach 20 bis 30 Stunden auf.
00:29:45
Speaker
Und in der Regel hat man dann nach 48 Stunden wirklich eine Larmheit und eine klare Schmerzreaktion.
00:29:56
Speaker
So Anja, jetzt sag mir mal, was ist eigentlich dran an diesem Mythos, zu viel Fruktan auf der Weile und das Pferd bekommt eine Hufrehe?

Fructanaufnahme und Risiko von Laminitis

00:30:03
Speaker
Ist das mengenmäßig überhaupt realistisch?
00:30:06
Speaker
Ja, das ist ein spannender Punkt.
00:30:09
Speaker
Das ist wie gesagt auch jetzt ganz schwierig auszurechnen.
00:30:11
Speaker
Wir müssen jetzt sagen, dass die Rehe, die in diesen Studien ausgelöst worden ist, es war eine einmalige Eingabe über die Nasen-Stund-Sonde.
00:30:18
Speaker
Und zwar mit einer Menge von 7,5 Gramm Fruktan pro Kilogramm Körpergewicht.
00:30:25
Speaker
Und da ist natürlich, das stimmt jetzt die Frage, können die Pferde das eigentlich so schnell auf der Weide fressen?
00:30:34
Speaker
Und bei einem 500-Kilo-Pferd wären das 3,75 Kilogramm Fructan auf einmal.
00:30:41
Speaker
Und jetzt schauen wir uns mal an, ob das überhaupt geht.
00:30:45
Speaker
Genau, weil das ist ja eigentlich das, was uns klinisch letztendlich interessiert.
00:30:49
Speaker
Ja, es sind aber die höchsten Werte.
00:30:50
Speaker
Also 5,2 Prozent des Körpergewichts wird als Trockensubstanz aufgenommen.
00:30:56
Speaker
Und den höchsten Fructanwert, das war in Deutschland, in einer Doktorarbeit wurden 81 Gramm pro Kilogramm Trockensubstanz im September festgestellt.
00:31:07
Speaker
Und das wäre 1 bis maximal 2,1 Kilogramm Fructan pro Tag.
00:31:14
Speaker
Das ist dann deutlich weniger als diese experimentelle Dosis.
00:31:17
Speaker
Ja genau, also das entspricht zwei bis vier Gramm pro Kilogramm Körpergewicht und damit bleibt man klar unter der klassischen Induktionsdosis.
00:31:26
Speaker
Heißt dann für uns ja aber auch, dass die Fructanaufnahme auf der Weide alleine die Form dieser Hufrehe gar nicht auslösen kann, oder?
00:31:34
Speaker
Ja, ich würde das jetzt auch so formulieren.
00:31:36
Speaker
Also zumindest nicht über diesen Mechanismus der massiven Dickdarmüberladung mit fermentierbaren Kohlenhydraten, so wie wir das aus dem Oligofructose-Modell kennen.
00:31:48
Speaker
Und trotzdem sehen wir ja Hufrehe-Fälle, genau nachdem die Pferde Weidegang hatten.
00:31:55
Speaker
Ja, wir wissen ja, dass eine hyperinsulinische Hufrehe bei Ponys durch Weidegang ausgelöst worden ist in einer Untersuchung.
00:32:04
Speaker
Sie sind über Wochen auf die Weide gelassen und haben dort eine deutlich höhere Energieaufnahme erhalten, als sie eigentlich für den Erhaltungsbedarf brauchten.
00:32:15
Speaker
Das heißt, die haben zugenommen und dann, das haben wir in einem Podcast beschrieben, nach sechs bis acht Wochen haben die erste
00:32:22
Speaker
Reh-Symptome gezeigt.
00:32:24
Speaker
Und natürlich spielen die Fructane auch eine Rolle als Bestandteile der nicht strukturellen Kohlenhydrate, aber die umfassen halt auch die Einfachzucker und die Stärke.
00:32:35
Speaker
Ich glaube, wir alle haben ja diese Gespräche mit den Besitzern, die meistens gut informiert sind.
00:32:41
Speaker
Wenn so ein neuer Trend rauskommt, zum Beispiel, dass man den Fruktangehalt bestimmt, beziehungsweise der Fruktangehalt zu bestimmten Zeiten höher ist.
00:32:51
Speaker
Jetzt wissen wir ja aber, dass, wie du gerade sagst, Fruktan nicht allein, sondern die nicht strukturellen Kohlenhydrate insgesamt ausschlaggebend sind.
00:33:00
Speaker
Ist das bei diesen denn auch so?
00:33:03
Speaker
Gibt es auch hier zeitliche Schwankungen in der Menge?
00:33:08
Speaker
Den jahreszeitlichen Zusammenhang haben wir ja schon erwähnt, also die hohen Werte im Mai.
00:33:13
Speaker
Das wurde auch bei den Fructanen bestätigt.
00:33:16
Speaker
Da waren die Werte auch Mai bis Juni höher, aber Achtung, auch im September.
00:33:20
Speaker
Und Longland hat einen sehr schönen Übersichtsartikel veröffentlicht über diese nicht strukturellen Kohlenhydratgehalte im Weidegras.
00:33:29
Speaker
Und er erwähnt, dass die Werte von morgens bis zum Nachmittag ansteigen, also die Maximalwerte eher nachmittags vorzufinden sind.
00:33:38
Speaker
Dann wird erwähnt, dass Faktoren, die das Wachstum des

Einfluss von Umweltfaktoren auf Kohlenhydratgehalt im Gras

00:33:42
Speaker
Grases steigern würden, also zum Beispiel Stickstoffdünger, würden die Werte eher senken und auf Schattenweiden, wenig Sonne, wenig Photosynthese, eher weniger nicht strukturelle Kohlenhydrate im Gras vorhanden sind.
00:33:57
Speaker
Jetzt ist natürlich mit dem Stickstoffdünger, wie du sagst, mehr Wachstum, eigentlich weniger nicht strukturelle Kohlenhydrate.
00:34:03
Speaker
Aber muss man ja auch sagen, man hat folgend mehr Gras und eine höhere Gesamtaufnahme beim Pferd, was dann wiederum schlecht ist.
00:34:11
Speaker
Mhm.
00:34:12
Speaker
Ganz schön komplex mit dem Gras und seinen Zuckern.
00:34:15
Speaker
Am einfachsten wäre es natürlich, man sagt einfach, Hufrehe, Pferde, gar nicht auf die Weide.
00:34:20
Speaker
Ja, also im Mai ist ja sowieso keine Diskussion für uns.
00:34:23
Speaker
Jetzt sind aber im September sehr hohe Fructanwerte auch nachgewiesen worden.
00:34:27
Speaker
In unserer Studie im Juli die hohen Stärkekonzentrationen.
00:34:32
Speaker
Also zusammengefasst ist Weide wirklich kein sicherer Weg.
00:34:36
Speaker
Und es gibt zu jeder Zeit irgendeinen Faktor, der die Aufnahme dieser nicht strukturellen Kohlenhydrate so beeinflussen kann, dass es für ein Hofrehefährt echt unsicher wird.
00:34:49
Speaker
Um jetzt mal so ein bisschen eine Leitlinie an die Hand zu geben, gibt es ein paar einfache, ich weiß, Grundsätze für den Weidegang, an denen man sich zumindest ein bisschen orientieren kann.
00:35:01
Speaker
Kannst du da einmal ein paar Grundsätze nennen?
00:35:04
Speaker
ja vielleicht machen wir das beim Pferd, was noch keine Rehe hat, sondern einfach nur zu dick ist.
00:35:08
Speaker
Also es geht ja dann immer um das Verhindern der hohen Aufnahme von nicht strukturellen Kohlenhydraten.
00:35:14
Speaker
Also wer weitet Zeit am Morgen, theoretisch
00:35:18
Speaker
Dann auf Schattenweiden, nicht auf Weiden mit hoher Lichtintensität.
00:35:23
Speaker
Und bei den frisch Geschnittenen ist es jetzt auch schon wieder spannend, weil ja die Stängelbasen hohe Fructanwerte enthalten.
00:35:30
Speaker
Es ist wirklich schwierig, da irgendeine Richtlinie hinzugeben.
00:35:34
Speaker
Das ist so das, was aus der Literatur rausgenommen werden kann.
00:35:42
Speaker
Okay, das war jetzt unser kleiner Ausflug zu den Fruktangehalten auf der Weide und zur entzündungsbedingten Hufrehe.
00:35:49
Speaker
In der Veröffentlichung, die wir ja hier konkret besprechen, wurde nicht nur das Gras analysiert, sondern auch die Insulin- und Glucosekonzentration der Pferde.
00:35:58
Speaker
Wie haben diese denn in der Studie auf die unterschiedlichen Gehälter an nicht strukturellen Kohlenhydraten im Gras reagiert?
00:36:06
Speaker
Das war echt spannend.
00:36:08
Speaker
Obwohl der Gehalt der wasserlösischen Kohlenhydrate zwischen 58 Gramm und 127 Gramm variierte und die Stärkekonzentration zwischen 0,1 und 26 Gramm
00:36:21
Speaker
stieg der Insulinwert der Kontrollpferde nicht signifikant an.
00:36:26
Speaker
Der lag während der Weidezeit zwischen 2,65 und 2,68 Mikroeinheiten pro Milliliter.
00:36:33
Speaker
Das ist spannend.
00:36:35
Speaker
Würde ich jetzt bei den Rehepferden anders erwarten.
00:36:37
Speaker
Wie sah das da aus?
00:36:38
Speaker
Da war auch keine signifikante Veränderung.
00:36:41
Speaker
Die Zahlen variierten zwischen 2,88 und 3,18 Mikroeinheiten pro Milliliter.
00:36:49
Speaker
Also auch keine signifikante Veränderung.
00:36:52
Speaker
durch die Veränderung im Gras.
00:36:54
Speaker
Ja, verrückt irgendwie, ne?
00:36:56
Speaker
Und die Glucosekonzentration, was haben die da irgendeinen Unterschied gebracht?
00:37:00
Speaker
Ja, da zeigten sich signifikante Unterschiede.
00:37:03
Speaker
Und zwar waren die Werte bei den Hufrehe-Pferden erstmal signifikant höher als bei den Kontrollpferden, und zwar im Mai und Oktober.
00:37:11
Speaker
Und gruppenunabhängig waren die höchsten Glucose-Werte im Juli nachzuweisen.
00:37:17
Speaker
Da war der Wert der Stärke ja sehr hoch, das
00:37:21
Speaker
ist die Erklärung der Autoren dafür.
00:37:24
Speaker
Klingt ein bisschen nach einer subtilen metabolischen Dysregulation bei diesen Hufrehefähren, was ja auch nicht verwunderlich wäre.
00:37:34
Speaker
Ja, aber die Werte lagen meist im Referenzbereich.
00:37:37
Speaker
Aber bei den Hufrehe-Pferden Konsistenz näher an der oberen Grenze.
00:37:41
Speaker
Wobei, jetzt muss man auch noch mal sagen, im Konsensusstatement zu EMS wird erwähnt, dass Glucose kein sinnvoller Parameter für die Diagnose einer Insulindesregulation ist.
00:37:53
Speaker
Also wir können das auf keinen Fall in die Richtung so interpretieren, aber eben, dass die Hufrehe-Pferde eher auf diese
00:38:00
Speaker
Nicht strukturellen Kohlenhydratvariationen reagieren als Kontrollpferde.
00:38:05
Speaker
Und das Körpergewicht, da würde ich doch auch eine Veränderung erwarten.
00:38:09
Speaker
Ja, das war aber gleich.
00:38:10
Speaker
Also die nahmen im Verlauf der Weidesaison zu.
00:38:13
Speaker
Das war nicht unterschiedlich zwischen den Gruppen.
00:38:15
Speaker
Da gab es keine signifikanten Unterschiede.
00:38:18
Speaker
Jetzt abschließend, was nehmen wir aus der Studie mit, Anja?

Zusammenfassung der Hauptbefunde und Bedeutung des Glukosetests

00:38:22
Speaker
Also der basale Insulinwert, auch bei vorberichtlich an Hufreha-erkrankten Pferden, muss sich nicht durch eine veränderte Aufnahme von nichtstrukturellen Kohlenhydraten ändern.
00:38:35
Speaker
Und das ergänzt natürlich die Aussage des ersten Teils, dass der orale Zuckertest diagnostisch wirklich wichtig ist, auch um ein Risiko abzusehen und der basale Insulinwert echt nur so am Rand des Problems kratzt.
00:38:52
Speaker
Eigentlich schade, dass dieser hier nicht durchgeführt wurde.
00:38:55
Speaker
Aber gut, paar Dinge nehmen wir ja mit.
00:38:58
Speaker
Was wir vielleicht aber auch noch erwähnen sollten, dass die hier eine ganz bestimmte Rasse genommen haben, nämlich die Huzulen.
00:39:05
Speaker
Und die Probandenzahl mit 15 Fähren pro Gruppe eher klein war.
00:39:09
Speaker
Das nur so im Hinterkopf behalten bei der Wertung der Ergebnisse.
00:39:15
Speaker
Ja.
00:39:16
Speaker
Okay, es war jetzt irre.
00:39:18
Speaker
Es waren ja nur zwei Studien, aber wir haben ganz schön viele Informationen jetzt doch in dem Podcast gehabt.
00:39:23
Speaker
Also nochmal eine letzte Zusammenfassung.
00:39:27
Speaker
Es scheint so zu sein, dass es jahreszeitliche Schwankungen der Insulinkonzentration im Blut vorhanden sind, die eventuell nicht über die Fütterung zu erklären sind.
00:39:37
Speaker
Der orale Zuckertest ist für die Diagnostik sinnvoller als die alleinige Bestimmung der basalen Insulinkonzentration.
00:39:46
Speaker
Erwartungsgemäß schwanken die Gehalte der nicht strukturellen Kohlenhydrate im Gras über das Jahr mit Maximalwerten im Mai.
00:39:56
Speaker
Die Insulinkonzentrationen müssen in Reaktion auf diese Veränderungen auch bei Hufreheferden nicht über den Normwert steigen.
00:40:05
Speaker
Und auch hier wieder der Rural-Zuckertest ist von besonderer diagnostischer Relevanz.
00:40:13
Speaker
Der Stärkegehalt im Gras war im Juli deutlich höher als im Mai und verursachte wahrscheinlich einen Anstieg der Glucosekonzentration, welcher ausgeprägter war bei den Hufrehepferden.
00:40:27
Speaker
Das war's, oder?
00:40:28
Speaker
Caro, möchtest du noch etwas ergänzen?
00:40:32
Speaker
Ich bin da eigentlich ganz zufrieden mit der Zusammenfassung.
00:40:37
Speaker
Ich würde sagen, jetzt kommen wir noch mal zu einer neuen Chaosgeschichte von dir, oder?

Humorvolle Anekdote eines Zuhörers

00:40:42
Speaker
Was lief nicht rund?
00:40:43
Speaker
Ja, gerne.
00:40:44
Speaker
Diesmal nicht von mir.
00:40:45
Speaker
Also ich wurde von einer Podcast-Hörerin, eine nette, liebe Kollegin von mir angerufen, hat gesagt, sie hat jetzt eine ganz tolle Geschichte.
00:40:53
Speaker
Notdienst, Kolika, sie konnte mit ihrem Auto nicht bis zum Pferd fahren.
00:40:58
Speaker
Also hat alle Kolik-Sachen einschließlich Sonde mit zum Pferd genommen.
00:41:04
Speaker
Das Pferd war extrem stark kolikend und sie hat es eigentlich sofort in die Klinik geschickt.
00:41:11
Speaker
Und als sie ihre Sachen zusammenräumt, sind die schon losgefahren.
00:41:15
Speaker
Das Pferd war schon auf dem Hänger und die waren losgekommen.
00:41:18
Speaker
Und das war in einer Hofreite.
00:41:19
Speaker
Und dann möchte sie raus.
00:41:20
Speaker
Und dann hatten die die eingeschlossen.
00:41:22
Speaker
Beide Türen waren hinten.
00:41:24
Speaker
Vorne hinten waren die Türen.
00:41:26
Speaker
Dann hat sie versucht, diese Leute anzurufen.
00:41:28
Speaker
Und die sind nicht ans Telefon gegangen.
00:41:30
Speaker
Und sie stand jetzt mit Nasenstundsonde, Medikamenten in dieser Hofreite und kam nicht raus.
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Speaker
Also ist sie
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Speaker
über die niedrigste Mauer geklettert, die es da gab.
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Speaker
Der Nachbar, der guckte schon durch die Gardine.
00:41:44
Speaker
Sie hatte schon Angst, dass gleich die Polizei gerufen wird, weil sie da über die Mauer geklettert war.
00:41:48
Speaker
Und sie ist auch nicht sehr sanft gelandet mit ihrem ganzen Plörren, die sie dabei hatte.
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Speaker
Oh nein!
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Speaker
Und landete da unten, staffte zu ihrem Auto und ist etwas fluchend aus dieser Hofreite wieder weggefahren.
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Speaker
Also...
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Speaker
Ich habe mich noch nie einschließen lassen, aber das kann nicht wahr sein.
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Speaker
Herrlich.
00:42:08
Speaker
Unser Beruf hat es in sich.
00:42:10
Speaker
Ja, Caro.
00:42:16
Speaker
Ich sage, wir sind am Ende der achten Folge des Podcasts Ich mein Wett News angekommen.
00:42:20
Speaker
Wir hoffen, dass es euch gefallen hat und ihr das nächste Mal auch wieder reinhört.
00:42:26
Speaker
Die Quellenangaben sind wie immer unter den Shownotes zu finden.
00:42:29
Speaker
Und wenn ihr Anmerkungen habt oder Themenwünsche, schreibt mir gerne unter anjagabe-at-pferdepraxishofein.com.
00:42:37
Speaker
Und wie immer, wir wünschen euch kooperative Patienten und ruhige Nächte.
00:42:43
Speaker
Bis bald.
00:42:44
Speaker
Bis bald, Caro.
00:42:45
Speaker
Jo, bis dann, Anja.
00:42:46
Speaker
Bis dann, tschüss.