Transcript
Speaker: Vielen Ernährungsberatern wird inzwischen immer klarer, dass sie rein mit Ernährungsplänen, mit Diätplänen oder mit bestimmten Lebensmittelverzichten ihren Klientinnen überhaupt nicht helfen können, wenn es um das Thema emotionales Essen geht.
Speaker: Inzwischen wird immer mehr Bewusstsein dafür deutlich, dass Nervensystemregulation und Emotionsarbeit mindestens genauso wichtig ist wie die richtige Ernährung, wenn es um die Lösung dieses Thema geht.
Speaker: Wir sprechen aber heute darüber, weshalb wir auch hier aufpassen müssen und Emotionscoaching alleine beantworten,
Speaker: auch wenn es mit Ernährung gekoppelt ist, eben nicht hilft.
Speaker: Also warum reiner emotionaler Ausdruck ebenfalls nicht dazu führen wird, dass emotionales Essen sich langfristig löst.
Speaker: Wir schauen aber darauf, was es wirklich braucht, welche Dinge wie zusammengefügt werden sollten, dass es wirklich nachhaltig zu einer Veränderung kommt.
Speaker: Also bleibt unbedingt dran.
Speaker: Du willst ein erfolgreicher Coach sein, der seine Klienten durch echte Durchbrüche und nachhaltige Transformationen führt?
Speaker: Dann bist du genau richtig hier.
Speaker: Ich bin Natascha, seit über zehn Jahren erfolgreicher Coach mit eigenem Coaching-Business und über 500 begleiteten Menschen.
Speaker: Und ich bin Lena.
Speaker: Seit über sieben Jahren begleite ich Menschen als Coach durch tiefgreifende Prozesse hin zu nachhaltigen Veränderungen.
Speaker: In diesem Podcast sprechen wir darüber, wie traumasensibles, körperzentriertes und nachhaltig wirksames Coaching wirklich funktioniert.
Speaker: Kein oberflächliches Tools-Gehabe, kein Druck, sondern Nervensystemwissen, Embodiment und eine Haltung, die den Themen deiner Klientin wirklich gerecht wird.
Speaker: Der Embodied Coach ist für Frauen wie dich.
Speaker: Mit großem Verantwortungsgefühl, mit einer Sehnsucht nach Tiefe und mit dem Wunsch, einen Unterschied in der Coaching-Branche zu machen.
Speaker: Hier bekommst du fundiertes Wissen, Insights aus unserem Coaching-Alltag und echte Inspiration für deinen Weg als Coach.
Speaker: Weil du spürst, es geht nicht um höher, schneller, weiter, sondern um echt, verbunden und tiefgreifend.
Speaker: Abonniere jetzt diesen Podcast und begleite uns auf dieser Reise.
Speaker: Zurück zum Körper, zurück zu dir und zu dem Coaching, das du dir selbst gewünscht hättest.
Speaker: Hallo und herzlich Willkommen zu dieser neuen Podcast-Folge.
Speaker: Heute mit mir ganz alleine zu einem wichtigen und auch sehr spannenden Thema, wie ich finde.
Speaker: Solltest du zwischendurch Klopfgeräusche hören oder anderes, dann sind das die Nachbarn, die gerade am Renovieren sind.
Speaker: Da das schon die ganze Woche geht, habe ich gedacht, ich mache jetzt diese Aufnahme trotzdem.
Speaker: Wir versuchen es aber möglichst auszuschneiden.
Speaker: Wir sprechen heute über etwas, das gerade im Bereich Ernährungscoaching, Ernährungsberatung immer mehr Bewusstsein bekommt, was auch sehr, sehr gut ist, nämlich, dass Ernährungsberatung, Ernährungspläne
Speaker: alles rund um das Ernährungswissen alleine nicht hilft, wenn Menschen nachhaltig ein emotionales Essverhalten lösen wollen und zu einem normalen, gesunden Essverhalten zurückkehren wollen und darüber auch zu einem Körpergewicht, das sie sich gerne anschauen lässt, das sie sich gerne berühren lässt, indem sie sich wieder zu Hause fühlen und nicht wie in einem fremden Körper, den sie am liebsten ständig loswerden wollen.
Speaker: Und der positive Aspekt an dieser Geschichte oder an dieser Entwicklung ist,
Speaker: dass ganz, ganz lange Zeit einfach dieser Trugschluss oder der Irrglaube herrscht, dass Ernährung alleine der Hauptfaktor ist, wenn es um das Thema Abnehmen oder Körpergefühl oder Heißhunger geht und dass da ganz, ganz viele Begleitungen stattgefunden haben von Frauen, die mit diesem Thema zu kämpfen hatten.
Speaker: die im Endeffekt vielleicht kurze Zeit zu Gewichtsabnahmen geführt haben und dann dadurch auch zu einem erstmal besseren Selbstbewusstsein.
Speaker: Langfristig aber zu Jojo-Effekten oder zu anderen Schäden, weil beispielsweise durch das Kaloriendefizit die Zellen überhaupt nicht ausreichend versorgt waren.
Speaker: Teilweise die Kalorienzufuhr auf einen Wert runtergeschraubt wurde, der eher zu einem Kind passen würde als zu einer erwachsenen Frau.
Speaker: Also die Zellen verfolgen
Speaker: gerade bei einem sehr schweren Körper, überhaupt nicht abdecken konnte und dementsprechend den Zellstress und den Stoffwechselstress und auch das Hormonsystem immer weiter in Disbalancen gebracht hat.
Speaker: Und dementsprechend sind wir erstmal total froh darüber, dass es immer mehr das Bewusstsein dafür gibt, dass emotionales Essen eben nicht nur
Speaker: ein Thema des Essverhaltens ist und der Ernährung und des fehlenden Ernährungswissens, sondern dass da noch ganz viele andere Faktoren mit reinspielen.
Speaker: Und
Speaker: Das hat sich einerseits eben dadurch ergeben, dass man immer mehr aus der Ernährungswissenschaft weiß, aber gleichzeitig auch darüber, wie Darm und Psyche zusammenhängen, darüber, welchen Einfluss das Nervensystem hat, darüber, dass emotionales Essen eben primär emotional gesteuert ist, also dass da emotionale Faktoren ganz wichtig sind.
Speaker: Und darüber wird dieses Thema gerade ganz grundsätzlich, auch wenn wir auf Social Media gucken, wir müssen da mal ein bisschen aufpassen, weil wir nicht genau sagen können, ob das einfach an unserem Algorithmus liegt oder wenn man sich mit diesem Thema beschäftigt, egal ob als Ernährungsberater, Ernährungscoach oder eben auch als betroffene Person, einfach immer mehr auch zu diesem Thema ausgespielt wird mit Nervensystemregulationstools, die man anwenden kann, sobald der S drankommt.
Speaker: mit Atemübungen, die einen durch diese Essdrangswelle, sage ich mal, begleiten sollen.
Speaker: Und ganz viele Frauen, die wir begleiten mit Jane is Wum, melden uns zurück, dass sie einerseits super erleichtert und auch dankbar waren, als sie gemerkt haben, dass dieses Thema Raum bekommen hat und da auch mehr Bewusstsein für geschaffen wurde, dass es eben nicht nur ihre fehlende Disziplin ist oder dass sie nicht einfach nur einen gestörten Körper hatten, der nicht mehr abnehmen kann oder dass
Speaker: sie nicht einfach jetzt für immer daran gebunden sind, irgendwann die Abnehmenspritze zu nehmen oder irgendwelche Diätpillen oder irgendwelche Diätpläne einzuhalten, die wieder Eis essen dürfen und so weiter, sondern dass immer mehr klar wird und auch öffentlich dafür Bewusstsein geschaffen wurde, dass da wirklich ein realer Leidensdruck drunter liegt, der mit deutlich mehr Themen zusammenhängt.
Speaker: Und auf der anderen Seite haben wir aber auch immer wieder die Rückmeldungen bekommen und auch selber in den Prozessen beobachtet, dass die reine Regulation und das reine Mitgehen mit den Emotionen eben auch nur eine kurzfristige Erleichterung schafft, aber eben nicht den Essdrang an sich und das emotionale Essverhalten an sich löst, sondern höchstens, was für viele schon ein großer Zugewinn ist,
Speaker: höchstens in dem Moment, wo der Esstrang aufkommt, der leichter regulierbar ist und nicht jedes Mal dann eben zu einer Fressattacke oder zu Schokolade oder zu anderen Essverhaltensweisen gegriffen wurde.
Speaker: Und wie gesagt, das ist schon für viele ein enorm großer Zugewinn, auch für den Körper, der wird dadurch entlastet, das Nervensystem wird entlastet.
Speaker: Es ist schon deutlich näher an der eigentlichen Ursache, als dann dieser Essattacke zu verfallen.
Speaker: Und trotzdem kann es nicht unser Ziel sein, wenn wir Menschen mit unserem Essverhalten begleiten, dass sie einfach einen Haufen an Tools entwickeln, der ihnen in diesem Moment hilft, wenn Essattacken oder Essdränge aufkommen.
Speaker: Viel wichtiger wäre, dass wir schauen, was braucht es denn wirklich,
Speaker: dass diese Essdränge gar nicht erst aufkommen.
Speaker: Dass es ganz normal ist, dass der Körper ein Hungersignal sendet, ein Sättigungssignal sendet,
Speaker: dass es ganz normal ist, sich gut zu versorgen mit Dingen, die einem guttun, dass es ganz normal ist, im Urlaub auch mal ein Eis oder eine Pizza oder was auch immer zu essen und dass es ganz normal ist, dass der Körper das auch gut verstoffwechselt und abbauen kann, wenn eine gewisse Grundvoraussetzung auf zellulärer oder auf emotionaler Ebene vorhanden ist.
Speaker: Und das ist das Ziel, was wir auch mit dieser Ausbildung verfolgen, dass wir Coaches ausbilden, die auch schon im Bereich Ernährungsberatung super aufgestellt sind oder vielleicht auch ganz neu in diesem Feld sind,
Speaker: die aber nicht mehr einfach mit Regulation und auch nicht mehr mit Diätplänen und einfach mit Ernährungsplänen
Speaker: dieses Verhalten verändern wollen, sondern die verstanden haben, dass es da noch eine Ebene tiefer gibt und darunter eben noch eine Ebene tiefer.
Speaker: Und über die sprechen wir heute.
Speaker: Weil jetzt könnte der Drugschluss entstehen, zu glauben, okay, wenn emotionales Essverhalten sich nicht dadurch löst, dass wir am Essverhalten etwas verändern, mal ganz davon abgesehen, dass das super viele Frauen gar nicht hinbekommen.
Speaker: Die haben dann zwar Diätpläne und Ernährungspläne, halten sich aber nicht daran, was häufig sehr frustrierend ist für die,
Speaker: Menschen, die sie begleiten und das alles fein zusammengestellt haben und so weiter, könnte man jetzt denken, okay, wenn diese Ebene nicht ausreicht, dann gucken wir vielleicht auf die andere Ebene, die ja auch schon in der Wortherkunft drin ist, nämlich auf den emotionalen Bereich.
Speaker: Also schauen wir, welche Emotionen werden beispielsweise über das Essverhalten getröstet, runtergeschluckt, stellvertretend ausgedrückt.
Speaker: Also wozu führt dieses Essverhalten auf emotionaler Ebene?
Speaker: Beispielsweise etwas, was ganz, ganz häufig eben eine emotionale Grundlage ist, ist, dass über das Essen sich Momente der Ruhe, der Pause gegönnt werden.
Speaker: Dass wenn den ganzen Tag Grenzen aufstehen,
Speaker: und Wut runtergeschluckt wurde abends eben über die Fressattacke, das in sich reingestopft wird, also das Runterschlucken, alles Runterschlucken, in sich reinstopfen.
Speaker: Ich meine, wir kennen es ja auch aus der Alltagssprache, da ist die ganze Dynamik ja schon drin.
Speaker: Viele berichten auch davon, dass sie, wenn sie sich einsam oder alleine fühlen, wenn sie traurig sind, dass sie dann zum Beispiel zu Schokolade oder zu anderen Lebensmitteln greifen.
Speaker: die ihn für einen kurzen Moment so ein Gefühl von Trost oder von Sicherheit oder von Zugehörigkeit geben.
Speaker: Für manche ist es auch so eine stille Rebellion, wo das Essverhalten so etwas sagen würde wie, das ist jetzt mein Moment, das kannst du mir nicht auch noch nehmen.
Speaker: Das bedeutet, wir sehen, dass da ganz, ganz viele verschiedene emotionale Regungen drunter sind und
Speaker: Eine oder beziehungsweise zwei ganz häufige Emotionen, die damit verbunden sind, sind Scham und Schuld.
Speaker: Das bedeutet, auch hier gibt es diesen emotionalen Kreislauf von schon bereits vorhandenen Scham- und Schuldgefühle, führen überhaupt zu diesem, ich nenne es mal, destruktiven Verhalten, zu diesem Essverhalten, das einem selbst schadet.
Speaker: Und darüber, dass man das gemacht hat, verstärken sich die ursprünglichen Scham- und Schuldgefühle umso mehr.
Speaker: Das bedeutet, wenn wir auf der emotionalen Ebene ansetzen, sind wir dem ganzen Thema schon deutlich, deutlich näher gekommen, weil unser Verhalten ganz grundsätzlich, egal ob wir auf Entscheidungen schauen, auf Jobentscheidungen, auf Beziehungsverhalten, auf Kommunikation, auf Essverhalten, all das ist emotional gesteuert.
Speaker: In den aller, aller, allerwenigsten Fällen handeln wir wirklich rational.
Speaker: Das heißt, in den meisten Fällen ist auch der rationale Zugriff da, der mit entscheidet und der abwägt und so weiter.
Speaker: Aber in letzter Konsequenz entscheiden wir emotional.
Speaker: Das sehen wir auch bei Kaufentscheidungen und so weiter.
Speaker: Das bedeutet, dass wenn wir auf der emotionalen Ebene ansetzen,
Speaker: dann sind wir in dem ganzen Thema schon deutlich näher, als wenn wir nur auf Verhaltensebene schauen und versuchen über den Verstand und über das Verstehen von Mikro- und Makronährstoffen und von Zucker und was weiß ich nicht was und dann darauf festgelegte Pläne irgendwie versuchen, am Verhalten rumzudoktern, was eigentlich rein emotional gesteuert ist.
Speaker: Wenn wir jetzt aber die Person so begleiten, dass wir auf die emotionale Ebene schauen und eben herausfinden, welche Emotionen durch das Essverhalten kompensiert oder runtergeschluckt oder reguliert werden sollen,
Speaker: dann sind wir dem Thema zwar schon wieder einen Schritt näher gekommen, gleichzeitig sind wir damit aber immer noch nicht an der Ursache.
Speaker: Das heißt, wir können dann besprechen und auch emotional begleiten und durch zum Beispiel Tools regulieren, was dann aufkommt, zum Beispiel das Traurigkeitsgefühl oder das Einsamkeitsgefühl abends alleine auf dem Sofa sitzend,
Speaker: die Wutgefühle darüber, dass man wieder unbezahlte Überstunden gemacht hat und auch noch einen dummen Spruch von der Chefin kassiert hat und wieder die Gehaltserhöhung nicht bekommen hat und sich darüber abends so aufregt, dass man die ganze Wut in sich reinfrisst und in Form von eben zum Beispiel Süßigkeiten runterschluckt, dass ein schwerer Verlust, der zu viel Trauer führt, dann über Schokolade oder andere Lebensmittel gedämpft oder reguliert werden soll,
Speaker: All das ist erstmal hilfreich zu wissen und wenn wir das regulieren, dann hilft das der Klientin zumindest in dem Moment schon mal, ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, was emotional eigentlich zu diesem Verhalten führt.
Speaker: Jetzt sind aber nicht nur das Essverhalten, also die Essmuster, sondern auch die Emotionen, die zu dem Essmuster führen, nur die Symptome und gar nicht die Ursache.
Speaker: Das bedeutet, wenn wir jetzt bei den Emotionen als Ursache ansetzen würden, dann verfehlen wir die eigentliche Ursache, weil viel interessanter wäre dann ja wieder eine Ebene tiefer zu gehen und sich zu fragen, okay...
Speaker: Woher kennt die Klientin dieses Gefühl der Einsamkeit des Alleinseins und wann in ihrem Leben, meistens in der Kindheitsprägung eben, war das Alleinsein mal so gefährlich oder mal so bedrohlich, dass das auch heute noch in Ruhephasen mit dieser Intensität an die Oberfläche kommt, dass dann zu dem emotionalen Essverhalten gegriffen wird?
Speaker: Also weshalb kann eine Person einen Moment der Stille oder der Entspannung nicht aushalten?
Speaker: Weshalb kann eine Person keine Pausen machen und gönnt sich dann erst abends in Form von Essverhalten diese kurze Belohnung für einen anstrengenden, funktionierenden, effizienten Tag?
Speaker: Also was führt überhaupt dazu, dass die Person sich den ganzen Tag dumme Sprüche drücken lässt, Überstunden macht, jedes Nein runterschluckt und am Ende total wütend auf dem Sofa sitzt, weil sie sich nicht getraut hat, mit der Chefin zu sprechen?
Speaker: Das sind die Themen und die Fragen, die wir uns eigentlich stellen sollten, wenn wir langfristig das emotionale Essverhalten lösen wollen.
Speaker: Denn dann lösen wir einerseits die Ursache für die Emotionen,
Speaker: die wiederum die nächste Ursache für das Essverhalten sind.
Speaker: Das heißt, wir arbeiten uns quasi Schicht für Schicht runter.
Speaker: Wir schauen am Anfang auf die Symptomebene.
Speaker: Also, welches Essverhalten zeigt die Person?
Speaker: Zu welchen Zeiten ist sie?
Speaker: Was ist sie?
Speaker: Wann hat das vielleicht angefangen?
Speaker: Ist das schon ein übergreifendes Thema, was vielleicht auch schon andere Personen innerhalb der Familiengeschichte hatten?
Speaker: Ist das schon in Kindheitstagen ein Thema gewesen?
Speaker: Ist das eher später aufgekommen, beispielsweise nach einer Trennung oder nach einer Krankheit oder nach einer Schwangerschaft?
Speaker: Welche Emotionen sind damit verbunden mit dem Körpergewicht?
Speaker: Welche Introjekte, also welche übernommenen Stimmen, Glaubenssätze, Überzeugungen sind?
Speaker: sind im System, also der Klientin.
Speaker: Welche Diät-Geschichte liegt bereits vor?
Speaker: Also wir sind immer wieder geschockt, wie viele Frauen, die wir heute begleiten, schon in jüngsten Jahren in Diät-Kliniken oder Programme geschickt werden.
Speaker: Da war ich am Anfang komplett fassungslos, dass es sowas gibt.
Speaker: Aber auch das ist natürlich interessant.
Speaker: Einerseits
Speaker: um eben auch den Zustand des Stoffwechsels zu analysieren, aber auch des Hormonsystems, der Zellnahrung und so weiter.
Speaker: Das sind die Themen, die man definitiv auf körperlicher, physiologischer Ebene klären muss und deswegen
Speaker: ist Ernährung auch definitiv ein wichtiger Faktor und genauso auch das Wissen um körperliche Prozesse, die damit verbunden sind, wie Blutzuckerkurve und so weiter.
Speaker: Auf der anderen Seite aber eben auch, welche Emotionen sind damit verbunden mit dem Essverhalten, aber auch, welche Emotionen führen am häufigsten dazu, dass das Essen als emotionaler Ersatz oder als emotionale Kompensation genutzt wird.
Speaker: Das ist dann die zweite Ebene, die zweite Schicht, in die wir runtergehen.
Speaker: Mal ganz davon abgesehen, dass Emotionen natürlich ebenfalls einen Einfluss auf die physiologische, also körperliche Ebene haben.
Speaker: Also auch hier gibt es wechselseitige Prozesse.
Speaker: Also beispielsweise, wenn ein starker Eisenmangel oder Vitamin-D-Mangel oder andere Mängel vorliegen, dann kannst du die nicht einfach wegcoachen darüber, dass du viel mit Trauer und Wut und so weiter arbeitest und hoffst, dass darüber wieder Energie ins System kommt, sondern dann brauchen die Zellen einfach eine andere Versorgung und ein Zufuhr an den Nährstoffen, die eben aktuell fehlen.
Speaker: Das heißt, das ist die physiologische Ebene, die abgedeckt werden muss,
Speaker: Weil wenn der Körper in einem großen Mangelzustand ist, dann ist er auch eben in einem gewissen Alarmzustand und in einem Alarmzustand ist er für emotionale Prozesse, die lösend sind, noch weniger zugänglich.
Speaker: Das heißt, die physiologische Ebene muss auf jeden Fall schon mal abgedeckt sein.
Speaker: Jetzt ist es aber so, dass die physiologische Ebene nicht nur die emotionale Komponente beeinflusst, sondern auch andersrum.
Speaker: Das heißt beispielsweise...
Speaker: wenn wir stark angespannt sind oder wenn wir Wutgefühle lange unterdrücken oder auch wenn wir Angstzustände haben, die jetzt nicht unbedingt in einem Panikzustand sein müssen, aber so eine ständige Anspannung oder Ängste uns sozial zu blamieren oder so, dann werden ständig Stresshormone freigesetzt, wie Noradrenalin, Cortisol und so weiter, die das Immunsystem sehr stark runterfahren.
Speaker: die das Nervensystem in einen Alarmmodus bringen.
Speaker: Das bedeutet, dass wenn unser Nervensystem dadurch im Alarmmodus feststeckt, dann verbraucht unser Körper super viel Energie, super viel Sauerstoff.
Speaker: Das heißt, auch unsere Zellen werden schlechter durchblutet.
Speaker: Das heißt, Mikronährstoffe und generell das, was die Zellen brauchen, kann nicht mehr so gut aufgenommen werden.
Speaker: Das heißt, die Flüssigkeiten, die ansonsten Stoffe transportieren können, nicht mehr so gut abfließen.
Speaker: Also auch hier bestimmt unser emotionaler Zustand, wie gut wir auch aufnehmen.
Speaker: körperlich aufgestellt sind.
Speaker: Das ist also ein wechselseitiger Beeinflussungsprozess.
Speaker: Beides könnte man aber sagen, liegt noch an der Symptomoberfläche.
Speaker: Das heißt, das eine ist die Symptomoberfläche des Körpers und das andere ist die Symptomoberfläche der Emotion.
Speaker: Das heißt, wir sehen einerseits auf emotionaler Ebene ein Symptom und einerseits auf körperlicher Ebene ein Symptom.
Speaker: Beides hängt natürlich zusammen.
Speaker: Wir beschreiben es ja auch als emotionales Essverhalten.
Speaker: Das sind beides Ausdrücke der Symptombeschreibung.
Speaker: Wir möchten aber jetzt dazu, also wir möchten, wenn wir Menschen begleiten und auch wenn wir jetzt Menschen ausbilden, die Menschen begleiten, dass wir eben nicht auf dieser Symptomebene rumdoktern.
Speaker: Lange Zeit wurde eben nur auf der körperlichen Ebene rumgedoktert über Ernährung, über Mikronährstoffe, über Nahrungsergänzungsmittel und so weiter.
Speaker: inzwischen teilweise über die Abnehmenspritze und andere Medikamentionen.
Speaker: Medikation, so heißt es, glaube ich.
Speaker: Und auf der anderen Seite aber auch nicht, dass Menschen ständig sowohl als Coaches und Berater als auch als Betroffene dann ständig in die Emotionsregulation müssen und ständig irgendwelche neuen Regulationstechniken sich aneignen müssen, um die Symptomebene auf der emotionalen Ebene runter zu regulieren.
Speaker: Beides ist langfristig nicht nachhaltig, kostet sauviel Energie und schafft definitiv kein leichteres Leben und auch häufig eben keine nachhaltige Gewichtsabnahme, die nicht durch die nächste große Stressphase oder Krise wieder komplett ins Gegenteil ausgelöst wird.
Speaker: Also wenn dann plötzlich Regulation nicht mehr gut funktioniert,
Speaker: Weil beispielsweise gerade die Ressourcen fehlen, dann geht es wieder ins Gegenteil oder andersrum.
Speaker: Wenn der Körper einfach immer weiter in einen Mangelzustand versetzt wird, auch über Diäten und Kaloriendefizite und so weiter, dann ist eben auch da irgendwann der Jojo-Effekt und der Gegenpol-Effekt aufgelöst.
Speaker: umso größer und das möchten wir verhindern, das möchten wir für die Qualität, die im Ernährungscoaching-Markt liegt, ändern, aber natürlich vor allen Dingen für die Betroffenen und auch für die Coaches, die wir ja auch gerade ausbilden und die immer wieder betonen, wie frustrierend es ist,
Speaker: Sie sind häufig Ernährungsberater und Coaches geworden, weil sie Menschen helfen wollten, weil sie selber wissen, was für ein Riesendschungel dieses Thema ist, weil sie selber jahrelang mit ihrem Essverhalten oder mit ihrem Körper gekämpft haben.
Speaker: Und es ist einfach super frustrierend und auch niederschmetternd, dann zu erleben, dass man alles tut, teilweise keine Ahnung wie viele Ausbildungen, Zertifikate und Studien gesammelt hat, also Studienabschlüsse gesammelt hat, um das zu machen und am Ende löst sich doch nichts.
Speaker: Das liegt daran, dass wir eben eine Ebene tiefer gehen müssen.
Speaker: Das heißt, wir stellen uns neben den Fragen, die ich eben angeführt habe, die eigentlich entscheidendste Frage, was hat das System, das Nervensystem, aber auch das Körpersystem mal so erschüttert, dass es heute auf körperlicher und emotionaler Ebene genau diese Symptome zeigt.
Speaker: Welche Prägungen, welche Erfahrungen mit dem eigenen Körper und mit Essen haben
Speaker: hat das kindliche System der Klientin gesammelt, dass es irgendwann früh gelernt hat, dass diese Emotionen, dass dieser Körperzustand, dass zum Beispiel Stress, Wut, Trauer, Einsamkeit, ganz zwangsläufig gekoppelt ist mit Nahrungsaufnahme, also mit Essen aufnehmen, mit Süßigkeiten und so weiter.
Speaker: Und wenn wir da wirklich hinschauen,
Speaker: dann ist es immer wieder sehr bewegend, berührend und auch beeindruckend, wie kreativ unsere Psyche ist.
Speaker: auf bestimmte Erfahrungen hinweist, aber auch, was für ein Überlebenskünstler unsere Psyche und unser Körper sind, wenn wir manchmal mitbekommen, was Kinder in frühesten Jahren so erleben.
Speaker: Und gerade das Thema Ernährung, Körpergewicht ist einfach insbesondere in der aktuellen Zeit, wo wir auch Schönheitsideale haben, die erstens sehr künstlich angehaucht sind, die zweitens
Speaker: meiner Meinung nach teilweise viel zu kindlich angehaucht sind und drittens einfach auch, also das ist meine Einschätzung, teilweise Körperwahrnehmungsstörungen auf eine besondere Art und Weise fördern, wenn beispielsweise offensichtlich
Speaker: essgestörte, magersüchtige Körper als das neue Schönheitsideal dargestellt werden.
Speaker: Oder wenn in der Gegenbewegung extrem übergewichtige Körper, die eben auch gesundheitliche Schäden anzeigen und auch langfristig nach sich führen können, ebenfalls als Ideal angesehen werden.
Speaker: Dadurch wird das natürlich zusätzlich noch verstärkt, aber die allerersten Erfahrungen, das ist auch unsere Erfahrung mit den Frauen, die wir begleitet haben,
Speaker: ist vor allen Dingen die erste weibliche Bezugsperson, die unser Körperbild als Frau extrem prägt und das ist eben die Mutter.
Speaker: Und häufig, je nachdem wie alt die Person ist, die wir begleiten, auch noch die Großmutter, weil es eben damals üblich war, dass da deutlich mehr übergenerational oder generationsübergreifende Nähe eben stattgefunden hat, zum Beispiel über gemeinsames Wohnen, Arbeiten und so weiter.
Speaker: Das heißt, in ganz viele ist schon früh die Information reingeflossen, dass nur schlanke Frauen attraktiv sind oder dass das Kind jetzt mal aufpassen muss mit dem Essen oder im Gegenteil, dass in das Kind alles Mögliche reingestopft wurde und die Großeltern vermitteln.
Speaker: die eben früh mit Mangel, auch mit Armut und so weiter groß geworden sind, dieses Gefühl des Mangels weitergeben, in dem sie Kindern dann Nachschlag geben, obwohl die eigentlich schon längst satt sind und das auch ein schlechtes Gewissen koppeln, wenn das Kind sagt, ich will nicht mehr und es dann heißt, auch schmeckt es dir nicht oder jetzt habe ich extra zwei Stunden in der Küche gestanden und so weiter.
Speaker: Also es gibt ganz, ganz viele kindliche Prägungen, die dazu führen.
Speaker: Genauso ein anderes Beispiel, wenn das Kind schreit und eigentlich gerade Nähe braucht und dann kriegt es den Schnuller in den Mund gesteckt oder einen Lolli, wenn es auf die Straße gefallen ist und sich das Knie aufgeschürft hat und damit es aufhört zu weinen, kriegt es schnell einen Lolli oder ein Eis.
Speaker: Dann koppelt das System bestimmte emotionale Zustände an das Essen.
Speaker: Und wenn dann später diese emotionalen Zustände wieder aufkommen durch ganz normale Alltagstrigger, dann ist es wie so eine blitzschnelle Verknüpfung im Gehirn und im Nervensystem.
Speaker: A, Trauer, okay, was habe ich gelernt?
Speaker: Schokolade hilft, also greife ich zu Schokolade.
Speaker: Das ist kein rationaler Prozess.
Speaker: Und klar können wir dann schon mal da ansetzen, dass die Trauer, wenn sie aufkommt, reguliert wird, aber damit geben wir dem System auch die Information, dass die Trauer am besten schnell wieder wegreguliert werden muss.
Speaker: Und das ist gar nicht notwendig, es ist ja vollkommen in Ordnung, mal traurig, mal wütend, mal fröhlich.
Speaker: mal enthusiastisch, mal niedergeschlagen und so weiter zu sein.
Speaker: Aber für viele ist das erstmal der scheinbar sicherere Weg, weil die Regulation zumindest kreativer erscheint, als direkt zum Kühlschrank zu laufen.
Speaker: Aber unser Ziel ist eben nicht, dass Menschen sich ständig, jeden Tag, Minute für Minute regulieren müssen, damit sie dann nicht zum Kühlschrank laufen oder nicht irgendwie in ihre Snacktasche packen, wenn sie auf der Arbeit sind und das kaum ertragen können, sondern dass sie langfristig in einen Zustand kommen, in dem sie diese Regulation gar nicht brauchen, weil sie in einem regulierten Zustand sind.
Speaker: Und dafür braucht es eben das Ansetzen an den tieferen kindlichen Wunden, an den Verknüpfungen, die mit Essen und Emotionen über ganz viele Jahrzehnte häufig, je nachdem wie alt die Person ist, die wir begleiten, sich einfach immer mehr verknüpft und verbunden hat.
Speaker: Und da Ansetzen, wo dieses Thema ursprünglich entstanden ist.
Speaker: Und das ist eben in den ersten prägendsten Lebensjahren, häufig in den allerersten zwei bis drei Lebensjahren,
Speaker: sind so die Grundbausteine zu diesem Thema gelegt.
Speaker: Und da müssen wir einfach hinschauen, damit sich das emotionale Essverhalten der Klientin langfristig wieder in einen gesunden Zustand entwickeln kann, da dann nachhaltig auch zu einem wirklichen Gefühl zu sich, den eigenen Emotionen und dem eigenen Körper führen kann und von dort dann auch dazu, dass der Körper Gewicht abnehmen kann, dass der Körper eben nicht ständig in Stress ist,
Speaker: dass er mit dem versorgt wird, was er braucht und nicht mit dem, was uns die Diätindustrie eintrichtert, was so ein Körper dann zu sich nehmen darf, wenn er zu viel Gewicht trägt.
Speaker: Im Gegenteil, wir wollen schauen, dass die Zellen versorgt sind, dass der Körper bekommt, was er braucht, dass emotional das Selbstregulationsreportoir, sage ich mal, aufgestockt werden kann und dass aber grundsätzlich das Nervensystem durch die Begleitung in einen Zustand versetzt wird,
Speaker: dass es diese ganzen Techniken langfristig wirklich nur noch im Ausnahmezustand braucht und dass nicht das neue Normal ist, dass damals alle mit Ernährungsplänen rumgelaufen sind und heute alle mit einer Riesenliste an Regulationstechniken, sollte dann doch wieder emotional etwas zu stark triggern.
Speaker: Genau.
Speaker: Ich glaube, ich bin jetzt auf alles eingegangen, was mir wichtig war zu sagen und sollten dazu Fragen sein oder Ideen, Themenvorschläge, Themenwünsche, dann sehr, sehr gerne schreiben.
Speaker: Bald wird Natascha auch wieder dabei sein.
Speaker: Die hat heute frei.
Speaker: Das bedeutet heute...
Speaker: Ja, hoffe ich, konntest du trotzdem auch aus meinen Ausführungen was mitnehmen.
Speaker: Und wir werden bald einen Workshop machen, wo wir genau darauf eingehen, was ich heute gesagt habe.
Speaker: Wir werden darauf eingehen, was braucht es in der Begleitung wirklich, wie sieht das in der Praxis aus und wie kannst du bei unserer Ausbildung genau diese Fähigkeiten aneignen, die du brauchst, um nicht nur an der Symptomoberfläche anzusetzen, sondern wirklich an der Wurzel des Problems und somit dabei begleiten, emotionales Essen langfristig wirklich zu lösen.
Speaker: Wenn dich das interessiert, dann klick gerne auf den Link in den Shownotes.
Speaker: Folge uns auch gerne auf Instagram, auch das ist verlinkt in den Shownotes.
Speaker: Und dann freuen wir uns sehr, von dir zu hören, dich vielleicht dann auch live bei unserem Workshop kennenzulernen.
Speaker: Und wenn du uns Themenwünsche per Instagram oder auch an unsere E-Mail-Adresse schickst.
Speaker: Mach's gut!


