Transcript
Speaker: Die meisten Ernährungscoaches sind Ernährungscoaches geworden, weil sie Menschen helfen wollten.
Speaker: Häufig, weil sie entweder selbst mit emotionalen Essensthemen zu tun hatten oder mit Gewichtsproblemen oder einfach, weil sie das Thema Ernährung super spannend finden und anderen Menschen dabei helfen wollen.
Speaker: Leider ist es aber häufig so, dass im Coaching immer wieder bestimmte Prozesse durchlaufen werden, die unbewusst stattfinden, die am Ende genau das bezwecken, was wir eigentlich verhindern wollen.
Speaker: Und zwar das emotionale Essen noch zu verstärken und vor allen Dingen nicht zu lösen.
Speaker: Deswegen sprechen wir heute darüber, welche Prozesse im Coaching leider manchmal das Essverhalten noch zusätzlich belasten und was es wirklich braucht, damit emotionales Essen sich nachhaltig lösen kann.
Speaker: Du willst ein erfolgreicher Coach sein, der seine Klienten durch echte Durchbrüche und nachhaltige Transformationen führt?
Speaker: Dann bist du genau richtig hier.
Speaker: Ich bin Natascha, seit über zehn Jahren erfolgreicher Coach mit eigenem Coaching-Business und über 500 begleiteten Menschen.
Speaker: Und ich bin Lena.
Speaker: Seit über sieben Jahren begleite ich Menschen als Coach durch tiefgreifende Prozesse hin zu nachhaltigen Veränderungen.
Speaker: In diesem Podcast sprechen wir darüber, wie traumasensibles, körperzentriertes und nachhaltig wirksames Coaching wirklich funktioniert.
Speaker: Kein oberflächliches Tools-Gehabe, kein Druck, sondern Nervensystemwissen, Embodiment und eine Haltung, die den Themen deiner Klientin wirklich gerecht wird.
Speaker: Der Embodied Coach ist für Frauen wie dich.
Speaker: Mit großem Verantwortungsgefühl, mit einer Sehnsucht nach Tiefe und mit dem Wunsch, einen Unterschied in der Coaching-Branche zu machen.
Speaker: Hier bekommst du fundiertes Wissen, Insights aus unserem Coaching-Alltag und echte Inspiration für deinen Weg als Coach.
Speaker: Weil du spürst, es geht nicht um höher, schneller, weiter, sondern um echt, verbunden und tiefgreifend.
Speaker: Abonniere jetzt diesen Podcast und begleite uns auf dieser Reise.
Speaker: Zurück zum Körper, zurück zu dir und zu dem Coaching, das du dir selbst gewünscht hättest.
Speaker: Ja, also ich habe es ja gerade schon gesagt, dass die meisten, auch die bei uns in der Ausbildung sind, die aus dem Ernährungscoaching-Bereich kommen, das natürlich am Anfang nicht begonnen haben, um emotionales Essen zu verstärken oder um Menschen Schaden zuzufügen, in Anführungsstrichen.
Speaker: Aber leider ist es eben eine häufige Erfahrung von den Frauen, die wir begleiten, das Coaching oder auch Therapie, die sich auch
Speaker: schwerpunktmäßig auf Ernährung spezialisiert haben, eben nicht so hilfreich ist oder sogar das Ursprungsthema noch verstärken.
Speaker: Und vielleicht möchtest du mal ein paar Sätze dazu sagen, weil du hast ja angefangen, in diesem Bereich mit Ernährungscoaching zu arbeiten.
Speaker: Und kannst vielleicht aus deiner Erfahrung so ein bisschen berichten, was war damals deine Motivation, was war auch deine, ich sag mal, Überzeugung, als du damit begonnen hast und wie hat sich das dann mehr entwickelt, dass du gemerkt hast, okay, damit sollte ich vielleicht nicht aufhören in der Behandlung, sondern da übersehe ich vielleicht auch ein paar Ebenen, die relevant sind.
Speaker: Ja, das ist gewachsen, würde ich sagen.
Speaker: Ein bisschen nur.
Speaker: Also, was man so ein bisschen verstehen darf, ist wahrscheinlich nochmal so ein bisschen meine Hintergrundgeschichte.
Speaker: Ich habe ja selbst viele Jahre an emotionalem Essen und dann auch Essstörungen und ständigen Abnehmversuchen gelitten.
Speaker: Und ich habe mich ganz ursprünglich als Ernährungsberaterin und Personal Trainerin weitergebildet, erstmal weil ich mir selber helfen wollte.
Speaker: Weil ich dachte, wenn ich das nur besser verstehe, dann kriege ich das schon irgendwie gelöst.
Speaker: Das ist ja das, was wir und auch unsere Klienten eigentlich alle in unserer Geschichte erstmal haben, dass wir versuchen, das Problem übers Verstehen zu lösen.
Speaker: Und ich habe halt selbst sozusagen ein bisschen den Vorteil aus dieser Geschichte gehabt, dass ich irgendwann verstanden habe, also nur weil man das versteht, löst sich das noch nicht.
Speaker: Das habe ich auch teuer bezahlt mit ganz vielen Lebensjahren und auch ganz vielen verschiedenen Ausbildungen und ich würde sagen, ich habe...
Speaker: fast 50.000 Euro über die Jahre hinweg ausgegeben, um eine Lösung für mein Problem zu finden.
Speaker: Von Ernährungscoachs engagieren, über Selbstausbildung machen, über Hormoncoaching, über verschiedene Therapien, auch private Ansätze und Coachings und Ärzte und so weiter.
Speaker: Dadurch habe ich halt immer mehr verstanden, dass das alles immer nur einzelne Puzzleteile waren und hatte diese Geschichte natürlich schon im Hinterkopf und im Hintergrund und konnte dementsprechend auch sehr schnell die Warnsignale sehen, als ich mit Klienten gearbeitet habe, dass da mehr dahinter steckt, als dass da nur Ernährungswissen fehlt.
Speaker: Weil so wie wir in der klassischen Ernährungsausbildungsbranche oder in dem Bereich als Ernährungsberater oder wenn wir auch Krankenkassen zugelassen für Ernährungsberatung anbieten und Menschen arbeiten, die zu uns kommen, weil sie eben ein Gewichtsthema haben oder weil sie eben Schwierigkeiten haben, sich so zu ernähren, wie es ihnen guttun würde,
Speaker: dann gehen wir erstmal davon aus, dass die es einfach nur nicht gut genug wissen.
Speaker: Dass die überfordert sind von all den Meinungen und Mythen und das Wissen nicht haben, wie sie sich ernähren möchten.
Speaker: Und Ernährungsberatung basiert ja vor allen Dingen darauf, dass man mit denen die Ernährungspyramide durchgeht, dass man eben schaut...
Speaker: dass man die darüber aufklärt, wo die Wissenslücken sind und dass man denen gegebenenfalls, wenn sie die innere Orientierung nicht haben, was ihnen jetzt gut tut, einen Ernährungsplan schreibt, an den sie sich halten können, damit sie an ihr Ziel kommen.
Speaker: So, der Punkt, der dabei übersehen wird, es gibt keinerlei psychologische Ausbildung in den klassischen Ernährungsberatungsausbildungen.
Speaker: Generell in den ganzen Health Coach Ausbildungen gibt es vielleicht mal maximal ein bisschen ein
Speaker: Ding zum Thema Stressmanagement.
Speaker: Also gerade wenn wir mit Hormoncoaching oder Healthcoaching arbeiten, spielt natürlich Stressmanagement und bessere Tagesplanung und vielleicht Meditation oder Atmung auch noch eine gewisse Rolle.
Speaker: Aber man hört schon, es geht ganz, ganz viel auf der Verhaltensebene.
Speaker: Aber die psychologische Komponente wird dabei mehr oder weniger ausgeklammert.
Speaker: Und jetzt kann man es sich da relativ einfach machen und sagen, naja, alles, was psychologisch ist, gehört in Therapie.
Speaker: Da könnten wir auch nochmal eine gesonderte Podcast-Folge zu machen, warum das gerade bei dem Thema eben nicht der Fall ist, dass das nur mit Therapie gut lösbar ist.
Speaker: Aber da hat man dann so ein bisschen als Ernährungscoach erst mal das Gefühl, man überschreitet hier seinen Fachbereich oder auch seinen Kompetenzbereich.
Speaker: Und diese Linie möchte man nicht übertreten.
Speaker: Ich bin der Meinung, wir müssen sie übertreten.
Speaker: Nicht, weil wir plötzlich therapieren müssen und weil wir Therapeuten sind, sondern weil wir eine Verantwortung dafür haben, unsere eigenen blinden Flecken zu vertreten.
Speaker: sichtbar zu machen und zu erkennen, wo wir unsere Klienten nicht ausreichend beraten, weil wir selbst da blinde Flecken haben.
Speaker: Und wenn ich jemanden vor mir sitzen habe, der mit Gewichtsthemen kämpft und das vielleicht schon seit seiner Kindheit oder mit dem Essverhalten oder oder,
Speaker: dann hat der nicht nur ein Wissensproblem und ihm fehlt irgendwie das Wissen über gesunde Ernährung.
Speaker: Das kann man im Übrigen heute alles auch wunderbar mit GPT machen.
Speaker: Ich glaube sowieso, dass Ernährungsberater irgendwann mehr oder weniger arbeitslos werden, weil ich kann mir auch von GPT super guten Ernährungsplan schreiben lassen.
Speaker: Ja, so.
Speaker: Was KI nicht kann, ist die zwischenmenschliche Komponente und die traumasensible Komponente aufzufangen, Menschen dabei zu unterstützen, zu verstehen und nicht nur zu verstehen, sondern auch zu versorgen und zu verändern.
Speaker: was dieses Verhalten aufrecht erhält.
Speaker: Und da hört es bei klassischer Ernährungsberatung halt leider einfach auf.
Speaker: Und deswegen muss ich sagen, also es hört sich ein bisschen hart an, aber ich sage es jetzt so, wie ich es denke, das macht die klassische Ernährungsberatung leider ein bisschen überflüssig.
Speaker: Weil wir haben keine Menschen mehr, denen es an Wissen mangelt.
Speaker: Wenn, dann können die sich mit KI beschäftigen und sich da das Wissen ziehen.
Speaker: Und dann haben wir Ernährungsberater, die die Hände einfach nur mit den Schultern zucken, die Hände hochnehmen, weil sie...
Speaker: dann ab einem gewissen Bereich nicht mehr weiter beraten können, weil jetzt mit einem Ernährungsberatung, also da gehen die Ressourcen aus und die Tools und auch die Fähigkeiten aus.
Speaker: Und wir müssen einfach davon ausgehen, dass der Großteil, der überhaupt eine Ernährungsberatung braucht,
Speaker: einfach auch ein psychologisches Thema hat.
Speaker: Das Essverhalten wird psychologisch gesteuert.
Speaker: Essverhalten ist vor allen Dingen durch Emotionen und Impulse und den Zustand des Nervensystems gesteuert.
Speaker: Dafür muss ich Wissen über psychodynamische Hintergründe haben, Zusammenhänge im Körper,
Speaker: wie sich Trauma aufs Nervensystem, aufs Hormonsystem und aufs Essverhalten auswirkt, wie Bindungserfahrung und Entwicklungserfahrung sich aufs Essverhalten auswirkt.
Speaker: Und deswegen habe ich angefangen, mich damals ziemlich schnell weiterzubilden, weil mir eigentlich dann auch, wie gesagt, durch meine eigene Geschichte klar war, wenn du Menschen dabei begleiten möchtest,
Speaker: dann an ihr Ziel zu kommen, dann kannst du das nicht nur, indem du mit Ernährung anfängst.
Speaker: Und ich habe natürlich eine Zeit lang auch als Ernährungsberaterin und Personal Trainerin gearbeitet und habe da auch ein paar Menschen mit begleitet und war da aber immer sehr unzufrieden mit, weil ich natürlich beobachten konnte, dass die
Speaker: Erfolge hatten, wenn ich so quasi neben ihnen stand, ja, weil durch diese, dass sie sich da vor mir rechtfertigen müssen, dass sie das Gefühl haben, sie müssen sich da jetzt an den Plan halten, sonst bin ich enttäuscht, ja, also ich als kaum enttäuscht von ihnen bin, wenn sie sich da jetzt nicht dran halten.
Speaker: Und dann hat man so eine, so eine, ähm,
Speaker: man kriegt die Leute in Bewegung durch diese Schuld- und Schammechanismen.
Speaker: Und dann kommen die sicherlich auch an ihr Ziel.
Speaker: Aber, naja, man könnte da sagen, in dem Fall kommt mir mein Perfektionismus und mein sehr, sehr hoher Leistungsanspruch zugute.
Speaker: Denn
Speaker: Ich möchte nicht, dass Menschen abhängig von mir sind.
Speaker: Das empfinde ich auch als eine Belastung, wenn jemand nicht abhängig von mir ist.
Speaker: Und B, möchte ich auch nicht, dass Menschen einfach immer wieder zurückfallen, weil ich ja selbst auch das erfahren habe und weiß, wie schlimm das ist.
Speaker: Und wie einen das fertig machen kann.
Speaker: Und ich bin, und da bin ich mir sicher, wie alle anderen auch, die hier zuhören, die schon losgegangen sind oder noch losgehen wollen für eine Coaching-Arbeit und ihre Mission.
Speaker: Ich bin ja dafür losgegangen, um Menschen wirklich zu helfen und nicht, um sie in einer Situation zu halten, in der sie irgendwie so abhängig sind und sich da trotzdem nicht rausentwickeln können.
Speaker: Und
Speaker: Das Schlimmste wäre für mich, eine Arbeit zu machen, die vielleicht auch aus Versehen das Muster der Klienten noch verstärkt.
Speaker: Und dafür müssen wir aber ein paar Dinge bewusst sein oder auch überhaupt erst mal bewusst werden, weil manchmal merken wir das ja auch gar nicht, weil wir aus unserem eigenen Muster heraus...
Speaker: Weil ich selbst zum Beispiel gelernt habe, ich kann es immer nur über Druck und Disziplin lösen und, und, und.
Speaker: Dann auch ein Coaching-Angebot erschaffen, einen Raum erschaffen oder auch eine Art und Weise in der Dynamik mit unseren Klienten, die das Muster noch verstärkt, obwohl wir das eigentlich nie wollten.
Speaker: Und ja, genau, das war eigentlich so mein Weg dahin.
Speaker: Ja, also ich bin da 100% bei dir, weil ich sage auch mal, also diese Muster, die sich in dem Essverhalten zeigen, die ja sowieso schon psychodynamische Grundlagen haben, die sind ja auch manchmal sehr versteckt, sage ich mal.
Speaker: Also zum Beispiel, ich hatte eine Klientin auch jetzt bei Janice Wum, die dann erzählt hat, ja, also
Speaker: Ich will dann, also ich esse dann immer mehr, ich will immer mehr und eigentlich bin ich schon satt, eigentlich habe ich gar keinen Hunger mehr und eigentlich würde ich am liebsten aufhören, aber ich kann irgendwie einfach nicht.
Speaker: Und das war so die Ursprungs-, also die Beschreibung ihres Essverhaltens.
Speaker: Und ich glaube dann, also haben wir ja erstmal was dazu gemacht, aber worauf ich jetzt hinaus möchte, zwei Wochen später war sie dann in der Choregulation wieder.
Speaker: Und dann war sie halt unzufrieden mit dem, was sie in diesen zwei Wochen alles geschafft hat.
Speaker: Sie hätte eigentlich mal Videos gucken wollen.
Speaker: Und dann erzählte sie in gewisser Weise das Gleiche wieder, nur dass sie diesmal überhaupt nicht...
Speaker: von ihrem Essverhalten gesprochen hat.
Speaker: Also sie erzählte dann, dass sie immer mehr tun möchte, dass sie immer mehr auf der Arbeit, im Privatleben, mit dem Programm und so weiter, dass sie da eigentlich viel mehr schaffen wollen würde, obwohl sie eigentlich längst die Schnauze voll hat und am liebsten einfach aufhören würde.
Speaker: Aber sie kann nicht.
Speaker: Sie muss einfach immer weitermachen, weil sie das Gefühl hat, sonst zu versagen.
Speaker: Und in gewisser Weise ist es genau die gleiche Geschichte, die sie über das Essen erzählt hat, dass sie immer weiter, dass sie immer weiter isst, obwohl sie eigentlich längst satt ist, obwohl sie eigentlich nicht möchte, aber sie kann nicht aufhören.
Speaker: Genau das gleiche Muster.
Speaker: Und da zeigt sich dann, und das ist ja ganz subtil, also das ist ja in gewisser Weise, sagt sie ja nicht, ah, und das erinnert mich auch an mein Essverhalten, weil da ist das dann auch so, sondern sie erzählt das, als wäre das ein komplett anderes Thema,
Speaker: Ist es aber nicht.
Speaker: Es ist halt genau das gleiche Muster, was sich auch im Essverhalten zeigt.
Speaker: Und wenn wir dann nur bei Ernährung und Essverhalten ansetzen, dann setzen wir an der Symptomebene an, die nichts mit dem Ursprung dessen zu tun hat, dass sich das auf Ernährungsebene zeigt.
Speaker: Und das ist ja auch mega frustrierend.
Speaker: Also sowohl für die Klienten ist das mega frustrierend, wenn es nicht klappt, aber auch,
Speaker: Und als Coach oder als Ernährungsberater ist das ja mega frustrierend, wenn man mit der Absicht da sitzt, der Person zu helfen, immer wieder auch an dieses Gefühl kommen von, ja, irgendwie habe ich ja sogar das Gefühl, dass da noch was anderes hinterliegt, dass es über das Ernährungsthema hinausgeht, dass da vielleicht etwas drunter liegt, was vielleicht auch familiären Hintergrund hat.
Speaker: Aber ich habe einfach keine Ahnung.
Speaker: Wie gehe ich denn dann da rein, ohne meine Grenzen zu überschreiten, ohne meinen Kompetenzbereich zu überschreiten, ohne zu retraumatisieren?
Speaker: Also halte ich mich lieber davon fern und dadurch verstärke ich aber ja in der Klientin trotzdem das Gefühl,
Speaker: dass sie es einfach nicht schafft, weil sie kriegt ja nur mit, ich mache nicht, was ich soll oder ich halte mich sogar an dem Plan, aber irgendwie ändert sich trotzdem nichts oder mir geht es trotzdem nicht besser, obwohl ich vielleicht ein Kilo abgenommen habe.
Speaker: Und sobald ich ein Kilo abgenommen habe, kriege ich Panikattacken, dass ich vielleicht wieder zunehme und was dann passiert.
Speaker: Also diese Ebene wird ja in diesem klassischen Ernährungsberaterkontext gar nicht erfolgen.
Speaker: Das ist sowieso schon klar, dass da etwas zu diesem Ganzheitlichen da draufschauen und lösen fehlt.
Speaker: Aber ich spreche auch über Ernährungscoaching, was schon emotional ansetzt, also wo schon verstanden wurde, dass mit emotionalem Essverhalten eben auch Emotionen mit einbezogen werden müssen und dass da eben eine starke Disregulation drunter liegt.
Speaker: Und auch da wiederholen sich aber eben diese Themen, die
Speaker: das Essverhalten oder das Symptom noch verschlimmern können.
Speaker: Und das ist eben einerseits, dass wenn wir bestimmte Pläne oder auch bestimmte Ideen vorgeben oder Techniken vorgeben, die hilfreich sein können zur Regulation,
Speaker: dass die beispielsweise überhaupt gar nicht an den Nervensystemzustand angepasst sind.
Speaker: Das heißt, die Klientin bekommt dann neue Regulationstechniken oder eben vorher neue Ernährungspläne, die erstmal für einen kurzen Moment zu einer Erleichterung führen, weil das System denkt, Gott sei Dank, jetzt weiß ich, was ich zu tun habe.
Speaker: Jetzt bin ich zumindest nicht mehr ganz überfordert und nicht mehr komplett überwältigt mit all den Möglichkeiten, die ich so hätte.
Speaker: sondern es gibt in gewisser Weise endlich eine Lösung in Anführungsstrichen.
Speaker: Aber für ein Nervensystem, was eh schon überlastet ist, ist das keine Lösungsidee, sondern es ist in gewisser Weise eine neue Anforderung, die ich lösen muss, für die ich die Kapazitäten aber gar nicht habe.
Speaker: Das heißt, dann habe ich noch vier verschiedene Regulationstechniken, die ich morgens, mittags, abends machen soll, damit der Esstrang bloß überhaupt nicht so stark aufkommt.
Speaker: Und dann merke ich vielleicht sogar, krass, mein Esstrang kommt wirklich nicht.
Speaker: Aber ich habe dafür vier neue To-Dos in einem sowieso schon komplett überfüllten Arbeitstag oder Alltag, der mir überhaupt erst abverlangt, dass ich keine Ressourcen dafür habe, mich anders zu regulieren als zu essen.
Speaker: Also in gewisser Weise löse ich dann
Speaker: die To-Dos zu Ernährung mit To-Dos zu Regulation und habe in gewisser Weise einfach nur das Bild oder die Ebene verändert, aber nicht das Muster darunter.
Speaker: Und das ist eben ein ganz häufiges Risiko, wenn es um das Thema, ich arbeite auch mit Emotionen geht, nämlich einerseits, dass es eben primär um Regulation geht.
Speaker: Und zweitens, dass dadurch wieder die Erfahrung gemacht wird, wenn meine Emotionen aufkommen, dann reguliere ich sie besser weg.
Speaker: Dann sollten sie besser nicht da sein.
Speaker: Also sobald du dann traurig bist, atme.
Speaker: Sobald du wütend bist, geh sofort in den Ausdruck.
Speaker: Also auch hier wird die aufsteigende Emotion zwar in gewisser Weise etwas funktionaler begleitet, als durch Essverhalten wegzudämpfen, aber auch hier ist die Erfahrung, wenn Emotionen kommen, müssen die wegreguliert werden.
Speaker: Vorher war dann Essen das Regulationstool, jetzt ist es eine Atemsession oder die Schmetterlingsumarmung oder was auch immer.
Speaker: Das heißt, viele Regulationstools, die auf Emotionsebene ansetzen, werden dann in Anführungsstrichen unbewusst für das Gleiche benutzt.
Speaker: Und werden nicht als Stabilisatoren für den Alltag gewählt, wenn wir an der Ursprungswunde ansetzen und dann eben zusätzlich noch das eine oder andere Regulationstool dazugeben, damit sich das im Alltag eben weiter integrieren kann.
Speaker: Sondern dann wird statt an der Ursache anzusetzen, einfach ein Regulationstool hingeschoben, was im besten Fall angewandt wird.
Speaker: Im schlechtesten Fall fehlen auch hier die Kapazitäten dafür.
Speaker: Das heißt, Ernährungsplan wurde nicht umgesetzt, Regulationsplan wird nicht umgesetzt.
Speaker: Das heißt, ich mache wieder die Erfahrung, ich kriege es nicht hin, ich bin eine Versagerin.
Speaker: Der Coach wird irgendwann auch genervt, weil man sich so denkt, hey, ich mache doch schon alles und klarer kann es doch nicht sein.
Speaker: Da steht die Uhrzeit, da steht, was du genau machen musst, da steht die Dosierung, da steht genau noch, welche Rezepte man dafür machen kann und du machst es trotzdem nicht.
Speaker: Oder da steht doch ganz genau, wie viel Uhr du diese Regulationstechnik machen sollst, wie sie funktioniert, du hast sogar eine geführte Meditation bekommen, was ist so schwer sie umzusetzen.
Speaker: Weil eben die Thematik, die da drunter liegt, die das verhindert, dass es zu einer Lösung kommt, gar nicht angeschaut wird.
Speaker: Und in dem Moment verschlimmert sich, in Anführungsstrichen, das Ursprungsmuster.
Speaker: Der Stress wird größer, Scham- und Schuldgefühle werden stärker, die Ohnmacht, die Verzweiflung wird größer, weil jetzt hilft ja noch nicht mal auf der emotionalen Ebene anzusetzen, obwohl mir doch jeder gesagt hat, dass das ein emotionales Thema ist und kein Ernährungsthema.
Speaker: Und so habe ich in gewisser Weise das Gleiche wiederholt, was...
Speaker: klassisches Ernährungscoaching eben auch tut, nur dass wir es jetzt auf Emotionsebene gemacht haben.
Speaker: Und das ist dann langfristig wirklich eine Spirale, die
Speaker: die diese Verzweiflung und auch diese Nocebus, also diesen Glauben daran, dass es einfach nicht mehr funktionieren kann, dass ich die eine Person bin, bei der sich Körpergewicht und so weiter nicht mehr regulieren kann, immer weiter festigt und dementsprechend die Stressspiralen immer mehr verstärken und das Nervensystem immer mehr in Disbalance bringen und dadurch dann in letzter Konsequenz auch das unangenehme oder belastende Essverhalten noch zusätzlich verstärken.
Speaker: Oder wie siehst du das?
Speaker: Ja, absolut.
Speaker: Vor allen Dingen, weil halt beim Ernährungscoaching, so wie auch bei uns in der Gesellschaft, eine Fehlannahme einfach noch weiterhin vorherrscht.
Speaker: Und zwar, dass man glaubt, dass Menschen...
Speaker: fehlerhaft auf die Welt kommen und äußere Vorgaben brauchen, um einen zutiefst körperlichen Prozess zu kontrollieren, nämlich den Impuls, etwas zu essen.
Speaker: Also es wird davon ausgegangen, dass wir als Menschen so fehlerhaft auf die Welt kommen, dass wir selbst anscheinend keine ausreichende Intuition und Verbindung zu unserem Körper haben, um zu spüren, was wir brauchen und
Speaker: zu spüren, wann wir es brauchen und vor allem auch regulieren zu können, wie viel wir davon brauchen.
Speaker: Also es wird einfach davon ausgegangen, dass Menschen einfach nur einen Wissensmangel haben, den man ausgleichen muss und dass man den Menschen helfen muss, ihre Impulse zu kontrollieren, indem man ihnen einen Plan gibt.
Speaker: Und das ist so dieses klassische Top-Down-Denken.
Speaker: Also ich weiß es besser als du,
Speaker: das sehen wir ja auch in der Schule und überall, dieses, ich sage dir jetzt, wie das Leben und der Hase läuft, ich gebe dir hier gewisse Vorgaben und die stecke ich jetzt von oben, top down, in dich rein und die musst du jetzt einfach schlucken und dich da dran halten und fertig.
Speaker: Und was das nicht mitbedenkt ist, dass wir einfach in einer Gesellschaft leben, in der Menschen so weit weg von ihrem Körper geführt werden und von ihrer
Speaker: Intuition und von ihren Emotionen, es wäre theoretisch alles da, um ein gesundes, reguliertes Essverhalten zu haben, was nicht dauernd auf Regeln und Kontrolle von außen angewiesen ist.
Speaker: Es wäre alles da.
Speaker: Wir müssten nur helfen, den Leuten das auszureifen, weil sie es nie entwickeln konnten, beziehungsweise weil sie so konditioniert und erzogen wurden, dass sie davon weggeführt wurden.
Speaker: Das wäre bottom-up.
Speaker: Also von unten aus dem Körper hoch kommen die Signale und eigentlich weiß der Körper genau, was er gerade braucht, aber die Signale sind häufig so verdreht,
Speaker: weil Menschen einfach sehr lange schon davon weggeführt wurden.
Speaker: Und wir müssen uns die Frage stellen, wie möchten wir arbeiten und was möchten wir erreichen?
Speaker: Ist es uns egal, ob wir Menschen in Abhängigkeit und Kontrollmechanismen halten, dann arbeiten wir top down.
Speaker: Ich sage dir, was gesunde Ernährung ist.
Speaker: Ich sage dir, was du essen sollst, wann du es essen sollst, wie viel du essen sollst.
Speaker: und halt dich einfach an den Plan, dann kommst du ans Ziel und fertig.
Speaker: Das ist top-down.
Speaker: Und das kann funktionieren, aber, und je nachdem, wie man Erfolg bemisst, könnte man damit auch Erfolg haben, indem die Person abnimmt, es ihr sogar vielleicht auch besser geht, weil sie besser mit Nährstoffen versorgt ist, bis der Tag kommt, an dem sie das nicht mehr aufrechterhalten kann, weil das nicht aus ihr selbst herauskommt, also bottom-up, sondern von außen top-down.
Speaker: So,
Speaker: Möchte ich die Person dazu befähigen, egal wie das Leben spielt, wenn sie emotionale, stressige Phasen erreicht, trotzdem in der Lage zu sein, dass aus ihrem Körper heraus gesunde, regulierte Impulse kommen, was das Essen angeht, muss ich bottom-up arbeiten.
Speaker: Das heißt, ich muss die Klientin wieder dahin führen,
Speaker: wo die Körpersignale gesund aus ihr Selbst herauskommen, dass sie darüber gar nicht nachdenken muss, dass sie das nicht kontrollieren muss, sondern dass der Körper bestimmte Automatismen entwickelt, so wie er jetzt auch vielleicht das emotionale Essen als Automatismus bei Stress hat, dass sie andere Automatismen bei Stress entwickelt.
Speaker: Weil der Punkt ist der, also wir kennen das auch aus der Therapie,
Speaker: Wenn ich jetzt mit einem Alkoholkranken arbeite, dann kann ich dem halt versuchen, alternative Verhaltensmethoden beizubringen und den Alkohol einfach partout zu vermeiden.
Speaker: Der wird den Alkohol nicht brauchen, um zu überleben.
Speaker: Der wird das vielleicht vermeiden können.
Speaker: Das ist schon schwer genug.
Speaker: Aber wenn ich jetzt mit jemandem arbeite, der zum Beispiel unter emotionalem Essen leidet und immer wieder zu viel isst,
Speaker: dann kann der sein, ich sage mal in Anführungszeichen, Suchtmittel nicht vermeiden.
Speaker: Der ist mehrmals am Tag immer wieder damit konfrontiert.
Speaker: Und er wird jedes Mal mehrmals am Tag wieder getriggert mit der Entscheidung, höre ich jetzt auf zu essen oder esse ich weiter?
Speaker: Und das ist aber eigentlich kein Mechanismus, der im Kopf stattfindet.
Speaker: Ich muss mir diese Frage eigentlich überhaupt nicht stellen, muss ich jetzt weiter essen oder muss ich aufhören, war das schon zu viel?
Speaker: Ich nehme mal ein Beispiel.
Speaker: Ich war die Tage mit meinem Bruder im Kino und wir haben uns eine Tüte Popcorn, jeder eine Tüte Popcorn geholt.
Speaker: Früher hätte ich so eine Gier gehabt, weil das war ja was, was verboten war und was auch nicht auf dem Plan stand und was nicht in die Kalorien gepasst hätte oder oder, dass ich die Tüte wahrscheinlich leer gegessen hätte mit der dauerhaften
Speaker: Gedankenspirale im Kopf.
Speaker: Wie viele Kalorien habe ich da jetzt zu mir genommen?
Speaker: Ist es vielleicht besser, jetzt aufzuhören, aber trotzdem den Druck immer weiter zu essen?
Speaker: Weil das ist ja auch genau diese Ambivalenz, dieser Druck, der dann, also Druck erzeugt Gegendruck.
Speaker: Ich muss aufhören zu essen, aber dieser Verzichtshunger ist noch nicht befriedigt, also esse ich immer weiter.
Speaker: Ich habe mir nicht vorgenommen, die Tüte Popcorn leer zu essen oder irgendwas.
Speaker: Ich saß dann da, wir haben den Kinofilm geguckt und irgendwann, und ich habe es nicht mal bewusst wahrgenommen, habe ich die Tüte einfach zur Seite gestellt.
Speaker: Der Platz neben mir war leer.
Speaker: So, und nachdem der Kinofilm zu Ende war, nehme ich diese Tüte und ich habe einfach, ohne zu gucken, ohne drüber nachzudenken, wie viel ich jetzt da tatsächlich gegessen habe, nach der Hälfte aufgehört.
Speaker: So, die war halb voll, ich habe sie dann letztendlich auch weggeschmissen.
Speaker: Den Rest, ja, und da wäre ja früher der Kopf, und nee, das kann man ja nicht machen und so weiter, und da hast du ja jetzt Geld für ausgegeben.
Speaker: Ja, genau, stopfst du es noch rein, hast Geld dafür ausgegeben, dass du dann deine Sucht noch verstärkst, ja.
Speaker: Also da schmeiße ich doch lieber die halbe Tüte Popcorn weg, als meinem Körper jetzt noch etwas reinzustopfen, was der partout überhaupt nicht wollte.
Speaker: Aber diese Impulskontrolle oder diese Regulation, kann man ja besser sagen, es ist eine Regulation, die da stattfindet, die konnte ich früher gar nicht.
Speaker: Die musste ich erst entwickeln, weil ich damit was anderes befriedigt habe.
Speaker: Ich habe das Popcorn nicht gegessen, weil ich Bock auf Popcorn hatte, sondern ich habe das Popcorn gegessen, weil ich Bock auf Popcorn hatte und das Popcorn etwas Emotionales füllen musste, was leer war.
Speaker: Aber das ging nicht ums Popcorn.
Speaker: Und da ist auch der Unterschied zwischen Suchtpotenzial oder einem regulierten Essen von was Süßem.
Speaker: Das heißt, Zucker an sich macht nicht einfach süchtig.
Speaker: Der Zucker plus der Zustand, in dem die Person isst und die Intuition, die hinter dem Essen steckt, die macht dieses Verhalten aus.
Speaker: Und sowas löse ich nicht, indem ich die Person vollstopfe mit, darfst du so und so viel Kalorien am Tag essen oder...
Speaker: Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung solltest du nur maximal so und so viel Gramm Zucker am Tag essen oder keine Ahnung was.
Speaker: Das hilft der nicht wirklich, weil die wird dann, wie ich da im Kino sitzen, nur nicht entspannt die Tüte wegstellen können, weil das ursächliche Thema dahinter nicht gelöst wurde, nicht angeschaut wurde.
Speaker: Und sie wird nur da sitzen und statt den Film gucken, wird sie im Kopf hoch und runter rechnen,
Speaker: Oder noch überlegen, wie verklickere ich jetzt meinem Ernährungscoach, dass ich gestern im Kino eine Tüte Popcorn weggegessen habe.
Speaker: Also das heißt, ich bringe die Person überhaupt nicht in den Zustand, in den sie eigentlich kommen will, dass sie einfach normal essen kann, ohne die ganze Zeit darüber nachzudenken und trotzdem keinen Kontrollverlust erleidet.
Speaker: Ja, und vor allen Dingen auch diesen Rechtfertigungsdruck, den du gerade angesprochen hast, den ja auch ganz, ganz viele haben, wenn sie mit Coaches oder Therapeuten oder sowas an diesem Thema arbeiten und dabei unbewusst immer wieder auch das familiäre Muster halt wiederholen.
Speaker: Also dieses Rechtfertigen vor den eigenen Eltern, die mit kritischen Augen auf das Ernährungsverhalten geschaut haben,
Speaker: wie viel die Person isst, was das Kind isst, ob das zu ihrem Alter passt und so weiter.
Speaker: Also auch da wiederholt sich das ja dann, wenn ich im Kino sitze und denke, oh, was erzähle ich denn dann jetzt meinem Ernährungsberater oder meinem Ernährungscoach, wieso ich jetzt diese Tüte Popcorn gegessen habe.
Speaker: Da ist ja eine total kindliche Erkrankung.
Speaker: Rechtfertigungsdynamik drin und auch diese Abhängigkeit, die sagt, weil der weiß ja besser, was gut für mich ist.
Speaker: Also das ist das Gegenteil von ich wachse in mich selber rein, ich wachse in mein Körpergefühl zurück, sondern es ist halt ein Abdelegieren von der Verantwortung und auch von der eigenen Körperempfindung,
Speaker: Und ich gebe dir recht, dass viele diese Körperempfindungen überhaupt gar nicht mehr wahrnehmen, weil sie eben das schon sehr früh abtrainiert bekommen haben und auch vielleicht durch die Diätkultur und so weiter wirklich auch die Zellen und den Stoffwechsel so lange vermitteln.
Speaker: beeinflusst haben, dass diese körperlichen Signale wirklich in gewisser Weise gestört sind.
Speaker: Aber das Ziel kann ja nicht sein, diesen Zustand dann einfach darüber auszugleichen, dass jemand anders dann sagt, was dann für diesen Zustand, für das Gewicht, für das Alter und so weiter gerade wahrscheinlich am passendsten ist, wenn man sich irgendwelche
Speaker: Ärzteberichte anguckt, sondern das Zurückführen dazu, dass es wieder das Normalste der Welt wird, Nahrung zu sich zu nehmen, den Essvorgang zu beenden, die Körpersignale wahrzunehmen, ohne sich ständig darauf fokussieren zu müssen, dass dieser Zustand langfristig wieder erreicht werden kann.
Speaker: Und das braucht eben auch seine Zeit.
Speaker: Also es ist nicht mit vier Einheiten durch oder mit fünf oder sechs oder sieben, sondern es ist auch ein Prozess,
Speaker: der über einen längeren Zeitraum überhaupt erst wieder erlernt werden muss.
Speaker: Dann kommt noch dazu, dass da ja auch die Ängste, also die emotionalen Ängste mit dazukommen, wenn die Kalorien wieder auf das Maß angehoben werden, was der Körper gerade braucht und nicht auf das, was uns irgendwann mal in Bezug auf Kaloriendefizit erzählt wurde.
Speaker: Dann kommen die klassischen Ängste von, oh Gott, wenn ich jetzt aber so viel esse, das ist ja jetzt das Doppelte von dem, was ich gerade esse und nehme ja trotzdem nicht ab.
Speaker: Was ist, wenn ich dann noch mehr zunehme und was ist, wenn die wirklich dann erst mal als Reaktion auf die ganzen Stoffwechselthematiken vorher für einen Moment zunehmen?
Speaker: Also wer fängt diesen ganzen emotionalen Prozess ab, der rund um das Thema Ernährung, Essen geht?
Speaker: Essen aufhören und so weiter stattfindet, das liegt in gewisser Weise ja alles nicht im Aufgabenbereich von Ernährungsberatern oder Coaches, sondern das wäre gut, wenn das so wäre, aber es ist einfach aktuell nicht das, was wir antreffen.
Speaker: Und das muss eigentlich jeder Person, die mit diesem Thema arbeitet, das müsste in Fleisch und Blut übergehen, weil Essen,
Speaker: ist in sich schon ein Regulationsmittel, alleine dadurch, dass wir Säuglinge sind, also dass wir Säugetiere sind, alleine als Säugling ist die Nahrungsaufnahme der Muttermilch und auch die Süße, die da drin ist, eine Regulation für ein kleines Wesen.
Speaker: Das bedeutet, selbst wenn in der Familie keine emotionalen Themen rund um Essen bestehen würden,
Speaker: ist trotzdem Essen von klein auf ein Regulationsmittel für ein kleines Wesen und dementsprechend auch biologisch gesehen ein Regulationsmittel.
Speaker: Und wenn daraufhin dann auch noch emotionale Prägungen rund um dieses Thema kommen,
Speaker: Gewichtsthemen bei den Eltern sind.
Speaker: Ambivalente Signale in Bezug auf Ernährung.
Speaker: Der eine sagt, du müsstest mal mehr essen.
Speaker: Der andere sagt, nee, dann nimmt das Kind doch zu.
Speaker: Oder ich habe doch gekocht, also isst noch was.
Speaker: Und der andere sagt, ja, aber wenn sie doch satt ist, dann soll sie doch jetzt auch aufhören zu essen.
Speaker: Also die Ambivalenz, die da drin ist,
Speaker: Dann die sozialen, gesellschaftlichen Prägungen, die rund um das Körperbild und auch um die sozialen Vergleiche immer mehr aufgebaut wird.
Speaker: Das kommt dann alles noch obendrauf hinzu.
Speaker: Aber der Ursprung dafür, dass Essen möglicherweise später zu einer Regulationstechnik geht,
Speaker: auch fehlverwendet wird, in Anführungsstrichen, ist allein biologisch schon sehr, sehr hoch und auch bindungsdynamisch, weil Essen eben auch ein Bindungsmittel ist über die Ernährung oder die Nahrungsaufnahme durch das Stillen beispielsweise.
Speaker: Das heißt, es ist auf der einen Seite die permanente Verfügbarkeit, die wir überall haben, auch in der Werbung und so weiter, in den Supermärkten, die ja auch massenweise...
Speaker: gefüllt sind mit allem möglichen Kram.
Speaker: Und auch Konditionierung aufrechterhalten.
Speaker: Man sieht ja immer wieder die Verknüpfung zwischen dem emotionalen Zustand und dem Essen gerade Süßigkeiten.
Speaker: Absolut.
Speaker: Wir haben so eine Gruppe, wo wir Podcast-Ideen und so weiter sammeln.
Speaker: Jeder, wenn ich jetzt einen Satz beginne, kann den zu Ende führen.
Speaker: Wenn ich jetzt sage, Haribo macht Kinder froh,
Speaker: dann ist sofort in jedem Kopf, zumindest wenn man diese Werbung mal gesehen hat, ist sofort das Ende dieses Satzes.
Speaker: Das heißt, wir sind auch tiefenpsychologisch quasi wie hypnotisch darauf gekonditioniert, dass beispielsweise Freude an Haribo geknüpft ist.
Speaker: Oder die Kinderschokoladenwerbung, wo dann dieses große, tolle, volle Milchglas mit der Schokolade, Liebe seines Lebens, wird Schokolade an Liebe und Wärme geknüpft.
Speaker: Oder Merci an Merci, dass es dich gibt.
Speaker: Also alles extrem emotional aufgeladen.
Speaker: Und darüber, also das dockt nicht bei jedem in diesem Maß an, wenn diese Vorprägungen dazu nicht stattgefunden haben.
Speaker: Aber wenn sie stattgefunden haben, dann ist das alles verstärkend
Speaker: um dieses Muster aufrechtzuerhalten.
Speaker: Und wenn wir dann von der Person verlangen, unbewusst oder auch bewusst, dass sie sich einfach an einen Plan hält oder einfach reguliert, statt dann zu diesen so tiefst biologisch und auch psychologisch verankerten Prozessen zu greifen, dann ist das in gewisser Weise...
Speaker: Ja, wie soll ich das sagen?
Speaker: Absurd ist das eine, aber auch wirklich schädlich für die betroffene Person, weil sie einfach immer wieder die Erfahrung macht, ich bin einfach eine Vollversagerin, ich kriege es einfach nicht hin, das kann doch nicht so schwer sein, andere schaffen das doch auch, XY hat jetzt mit dem Programm so und so viel Kilo abgenommen, was ist denn falsch mit mir, was ist falsch mit meinem Körper, es kann doch nicht sein und wir als
Speaker: ich nenne es mal Ernährungsberater oder Coaches, die dieses tiefere Wissen und die Psychodynamiken dazu einfach auch nirgendwo gelernt haben, sitzen da und denken uns das Gleiche.
Speaker: Das kann doch nicht sein.
Speaker: Warum kriegt sie das denn nicht hin?
Speaker: Das kann doch nicht so schwer sein.
Speaker: Wir versuchen schon, das Mitgefühl aufrecht zu erhalten, aber es gibt eben auch den Teil, der sich so denkt, ey, warum klappt das denn nicht?
Speaker: Jetzt hat sie doch schon...
Speaker: Jetzt hat sie doch schon einen Plan, jetzt hat sie doch schon Techniken und Alternativen von mir vorgeschlagen bekommen.
Speaker: Irgendwo bin ich dann auch mit meinem Latein am Ende.
Speaker: Keine Ahnung.
Speaker: Dann muss sie sich halt wen anders suchen, der dann nochmal auf einer anderen therapeutischen Ebene guckt.
Speaker: Dann gehen sie in die Verhaltenstherapie.
Speaker: Und dann zieht sich das einfach wie ein Rattenschwanz immer weiter und am Ende haben wir einfach ein Therapieverfahren, was nicht das abgefangen hat, was es halt eigentlich gebraucht hätte.
Speaker: Es wirkt alles unfassbar kompliziert und wie ein niemals lösbares Problem, obwohl es das nicht sein müsste.
Speaker: Und am Ende haben wir eine betroffene Person, wo sich das Thema nicht gelöst hat, wo sich die Scham- und Schuldgefühle und die Ängste noch mehr verstärkt haben,
Speaker: wo im Zweifel das emotionale Essen als Reaktion darauf noch stärker geworden ist und die verzweifelt da sitzt und das Gefühl hat, für mich wird sich das niemals lösen.
Speaker: Und damit sind wir an einem Punkt, den keine Person, weder die Person, die Therapeutin wurde, noch die Person, die Ernährungsberater wurde, noch die Person, die in irgendeiner anderen Weise Embodiment oder Körpercoach oder was auch immer wurde, jemals mit seiner Klientin erreichen wollte.
Speaker: Das ist ja nicht die Absicht dahinter.
Speaker: Aber es kann eben das Endresultat sein,
Speaker: Wenn Ganzheitlichkeit als Begriff quasi wie so, als wäre es im Sale rausgeworfen wird, Sonderaktion, alles ist ganzheitlich, aber es ist halt nicht ganzheitlich, wenn nicht die unterschiedlichen Ebenen angerührt werden, gelöst werden und die Psychodynamik und auch die Nervensystemdynamik dahinter einfach in keinster Weise wirklich,
Speaker: mit den Zellbedürfnissen, also auch mit der Ernährungsebene zusammengebracht wird, dann kann es einfach langfristig nicht funktionieren.
Speaker: Dann wird der Körper nicht in diesen Zustand zurückgebracht, wo das passieren kann, was du gerade eben beschrieben hast in der Kinosituation, wo es einfach nicht mal ein Nachdenken darüber gibt, sondern wo es einfach ganz natürlicherweise vom Körper in einem gesunden, gut versorgten Zustand ganz automatisch funktionieren kann.
Speaker: Ja, und wenn einem das bewusst ist, wir haben da auch im Vorhinein drüber gesprochen, ähm,
Speaker: Also ich unterstelle jetzt einfach mal, dass die meisten Coaches, zumindest alle, die hier zuhören, wirklich eine gute, gute Absicht haben mit ihrer Arbeit.
Speaker: Deswegen kann das, was wir hier sagen, wirklich triggern, weil unter anderem ist eine kleine Coach-Krankheit, die alle Coaches so ein bisschen mit sich haben, dass sie es besser wissen wollen als andere und häufig ja auch irgendwie tun, aber halt eben auch blinde Flecken haben,
Speaker: Und sich da einzugestehen, dass es da vielleicht noch ein paar Lücken gibt, die aufzufüllen sind, um wirklich gute Arbeit zu machen.
Speaker: Und sich einzugestehen, dass die Arbeit, die man bisher gemacht hat, vielleicht noch nicht die Qualität hat, die man selber als eigenen Anspruch hat.
Speaker: Und das kostet Ressourcen, weil das löst Scham aus, das löst Angst aus, das löst das Gefühl, nicht gut genug zu sein aus.
Speaker: Und auch das Gefühl, keine Daseinsberechtigung als Coach zu haben.
Speaker: Und deswegen bitte, wenn du das Gefühl hast, dass es das gerade tut, dann atme mal tief durch.
Speaker: Ja, und mach dir bewusst, dass du ein guter Mensch bist mit einer Vision und einer Mission und dass du nicht fehlerfrei sein musst, dass du gleichzeitig aber eine unglaublich große Verantwortung trägst, wenn du diese Arbeit machst und dir auch die unbequemen Seiten anschauen musst, nämlich da, wo deine Grenzen sind und wo du vielleicht auch aus Unwissenheit und weil dir gewisse Dinge nicht bewusst waren, auch Menschen
Speaker: nicht so unterstützt hast, wie du es ursprünglich eigentlich wolltest.
Speaker: Das lässt sich im Übrigen auch alles ändern.
Speaker: Aber erstmal müssen wir uns das eingestehen.
Speaker: Und ich muss sagen, da geht mir echt schon ein bisschen das Adrenalin nach oben.
Speaker: Wenn ich einfach lese, was heute alles, Lena hat es ja eben schon genannt,
Speaker: inflationär als ganzheitliches Coaching bezeichnet wird.
Speaker: Das muss aufhören, weil ich meine, ich kenne einige Coachings von innen einfach durch die Sachen, die Klienten auch da erzählen.
Speaker: Also erstens, wir sind alle nur Menschen und auch Coaches sind keine Maschinen.
Speaker: Es geht auch nicht darum, als Coach perfekt zu sein,
Speaker: Und gleichzeitig habe ich da ein großes Dilemma mit Coaches, die wirklich auch super, super viele Menschen, tausende Menschen schon vielleicht begleitet haben, die ihr Angebot als ganzheitlich bezeichnen, es aber faktisch nicht ganzheitlich ist.
Speaker: Und Ganzheitlichkeit ist eins der mit am meisten missbrauchtesten Worte in der Coaching-Branche und die meisten Coaches, die es benutzen, merken noch nicht mal, dass sie es nicht ganzheitlich machen, weil es ihnen gar nicht klar ist und weil sie da blinde Flecken haben.
Speaker: Aber ein Abnehmcoaching, was adressiert, wir sind ganzheitlich, wir gucken uns Bewegung, Ernährung und Mindset an, ist nicht ganzheitlich.
Speaker: Es ist nicht ganzheitlich, mit Mindset zu arbeiten.
Speaker: Da gucke ich mir ein paar Glaubenssätze an und fülle wieder nur den Kopf mit Informationen.
Speaker: Aber es ist nicht ganzheitlich.
Speaker: Da ist die Psyche, die Psychodynamik, die ursächlichen Zusammenhänge, die sind überhaupt nicht mit inbegriffen.
Speaker: Ja, genauso wenig ist es nicht ganzheitlich, wenn ich mit meinen Klienten einfach ein bisschen über das innere Kind spreche, denen ein Workbook dazu gebe, Q&A-Sessions dazu mache und dann halt einfach irgendwie schaue, dass ich die darüber aufkläre und dass sie ein bisschen Emotionsregulation lernen und vielleicht da Tools an die Hand geben.
Speaker: Das ist nicht ganzheitlich.
Speaker: Da fehlt der ganze körperliche Bereich.
Speaker: Da fehlt die Verbindung zwischen Stoffwechsel, Nervensystem und Psyche.
Speaker: Da fehlt, dass mal jemand drüber guckt, auch individuell anhand einer Anamnese, dass man mal schaut, was hat sich durch die Geschichte auch körperlich vielleicht in Schieflage gebracht.
Speaker: In welchem Zustand ist der Stoffwechsel, muss der irgendwie unterstützt werden.
Speaker: Das heißt, wir haben gerade kaum wirklich ganzheitliche Angebote am Markt und das wollen wir ja auch ändern.
Speaker: Der nächste Begriff, ich weiß schon, was kommt.
Speaker: Soll ich raten?
Speaker: Ja.
Speaker: Ich rate, dass du sagst, der nächste Begriff ist traumasensibel.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Der nächste Begriff, der in den nächsten Jahren sowas von inflationär ausgelutscht und marketingtechnisch eingesetzt werden wird, ist traumasensibel.
Speaker: Es ist ein traumasensibles Coaching.
Speaker: Und Coaches bezeichnen sich als traumasensibel, weil sie traumainformiert arbeiten.
Speaker: Das heißt also, sie haben schon mal von Trauma gehört.
Speaker: Sie wissen auch, wie ein Trauma vielleicht entsteht, wie ein Trauma aussieht und vielleicht auch so ein bisschen, ja,
Speaker: Ab wann sie jemanden zum Traumatherapeuten schicken müssen, ja, aber das ist nicht traumasensibel.
Speaker: Das alleine ist nicht traumasensibel.
Speaker: Und ich beobachte das so häufig im Moment, dass Leute...
Speaker: die völlig unqualifiziert sind, die selber vielleicht ein großes Interesse an Trauma haben, Menschen mit Körperarbeit begleiten wollen, die traumatisiert sind.
Speaker: Und ich spreche hier nicht von den Bindungs- und Entwicklungstrauma, die wir alle so ein bisschen haben, sondern von Menschen, die wirklich irgendwie Gewalt erfahren haben oder einfach wirklich posttraumatische Belastungsstörungen haben.
Speaker: In dem Moment
Speaker: versucht man dann häufig das eigene Thema am Klienten zu lösen und merkt es noch nicht mal.
Speaker: Und das sind so Dinge, deswegen wir müssen auch darüber sprechen, was bedeutet Traumasensibel wirklich?
Speaker: Ich weiß gar nicht, haben wir dazu nicht auch schon eine Podcast-Folge gemacht?
Speaker: Ich glaube, zweite oder dritte oder so.
Speaker: Super, dann bitte das einmal anhören und dann müssen wir darüber sprechen, was bedeutet Ganzheitlich wirklich.
Speaker: Ja, weil ich meine, wir können es nur so gut machen, wie wir uns auch bewusst sind.
Speaker: Ja, das ist das eine.
Speaker: Deswegen sage ich jetzt einfach mal, ich glaube ja immer an das Gute im Menschen zu allererst mal.
Speaker: Ja, zwar nur kurz, aber.
Speaker: Zwar nur kurz, aber.
Speaker: denke ich ja schon irgendwo, dass das nicht mit Absicht passiert.
Speaker: Und gleichzeitig wünsche ich mir einfach da eine bessere Awareness und einfach auch ein größeres, in größere Selbstverantwortung hier einfach zu schauen, sich selbst immer wieder zu hinterfragen.
Speaker: Das machen wir auch.
Speaker: Wir holen immer Feedback von unseren Klienten ein und
Speaker: Das ist auch, ich würde mal sagen, zu 95 Prozent positiv.
Speaker: Und dann gibt es so das ein oder andere Feedback, wo wir einfach auch sehr wohlwollend das Feedback bekommen, weil alle unsere Klienten sehen, wie viel Mühe wir uns geben und wie groß, also wie verantwortungsbewusst wir mit allem umgehen, wo wir dann das ein oder andere vielleicht noch verbessern können.
Speaker: Und da setzen wir uns immer hier zusammen und gucken, woran liegt es?
Speaker: Ist es was, wo wir einen Blindenfleck haben?
Speaker: Ist es einfach auch dem Prozess geschuldet, dass sie sich dabei so gefühlt hat?
Speaker: Oder ist es nur Dynamik?
Speaker: Und wir gucken uns das immer wirklich genau an und stellen uns verschiedenste Fragen aus verschiedenen Perspektiven.
Speaker: um unserer Verantwortung wirklich nachzukommen, einen Raum zu bauen, der sich auch immer weiter entwickelt.
Speaker: Das entwickelt sich immer weiter.
Speaker: Ich bin der festen Überzeugung, dass wir in fünf Jahren das nicht so machen, wie wir es heute machen.
Speaker: Und das darf auch wachsen und das darf sich entwickeln.
Speaker: Das ist nicht der Punkt.
Speaker: Der Punkt ist nur, ja, wir haben hier, wir sehen als unseren Auftrag, darüber aufzuklären, weil wir eben auch schon gewisse Dinge durchgespielt haben und mir es regelmäßig einfach den Magen zuzieht und auch das Herz schwer macht, wenn ich sehe, dass
Speaker: Menschen ganz negative Erfahrungen mit Coaching gemacht haben, uns der Coach vielleicht noch nicht mal schlecht gemeint hat, aber es einfach nicht gesehen hat und das kann unter Umständen einfach auch dazu führen, dass Menschen so enttäuscht sind, dass
Speaker: Wenn sie so eine Angst haben, nochmal in sich zu investieren, dass das am Ende dazu führt, dass sie in Situationen verweilen, in denen sie einfach leiden.
Speaker: Und das muss nicht sein und das soll auch nicht sein.
Speaker: Und ja, ich hoffe, dass wir hier mit dem Podcast und auch mit der Ausbildung einfach da etwas Licht in Schatten bringen und für eine andere Qualität sorgen können.
Speaker: Ja, ich finde auch, dass mit der Verantwortung ist, also
Speaker: Einerseits klar, da müssen wir auch nicht drüber reden, auch Klienten haben ihre Verantwortung und nur weil jemand etwas kritisiert oder in bestimmte Themen zurückfällt, heißt das nicht, dass der Coach durch das, was er begleitet hat, zwangsläufig Fehler gemacht hat oder seine Verantwortung nicht vernünftig getragen hat.
Speaker: Also auch da sitzen sich ja zwei Menschen gegenüber.
Speaker: Der eine ist verantwortlich für sich und der andere ist verantwortlich für sich.
Speaker: Auf der anderen Seite, und da sehe ich das ähnlich wie,
Speaker: Ja.
Speaker: Nur, und das ist halt der Punkt, wo dann der Verantwortungsteil mit reinkommt, sobald ich mich entscheide, mit dem, was ich kann und tue und bin, andere Menschen zu begleiten,
Speaker: keine Ahnung, ich werde zum Beispiel Mutter oder ich kümmere mich um ein Tier oder ich arbeite als Pädagogin oder Lehrer oder werde eben auch Coach, entscheide ich mich dafür, dass ich auch für jemand anderes Verantwortung übernehme.
Speaker: Nicht im Sinne von, die ist jetzt so abhängig von mir bei Kindern nochmal anders, aber
Speaker: Die Klientin ist so abhängig von mir, dass ich jetzt alles für die lösen muss.
Speaker: Das ganz sicher nicht.
Speaker: Du musst die auch nicht retten.
Speaker: Aber in dem Moment bist du Experte in diesem Bereich und es kommt eine Person zu dir, die in diesem Bereich im besten Fall weniger weiß und weniger Erfahrung hat als du.
Speaker: Und wo du das verkörpern kannst, was langfristig diese Person für sich auch erreichen möchte.
Speaker: Und dafür ist es wichtig, dass wir nicht einfach nur Methoden anhäufen und dadurch das Gefühl entwickeln, wir werden immer ganzheitlicher, weil wir haben uns jetzt in allen möglichen Bereichen fortgebildet, auch in denen, die wir jetzt angesprochen haben.
Speaker: Also dann habe ich mich doch schon zu Stoffwechsel, Hormonsystemen.
Speaker: Ernährung, Psychodynamik, Mutter-Vater-Wunde, Bindungsthemen, Trauma-Sensible-Begleitung, Embodiment, Atem-Sessions, Yoga und was weiß ich nicht, was alles weitergebildet, was bei vielen ja das Portfolio ist, was wir auch sehen, wenn die in unseren Erstgesprächen zur Ausbildung sitzen.
Speaker: Es ist gar nicht so selten, dass es jetzt nicht
Speaker: so aufhört, dass einer macht Ernährungsberatung und denkt dann 20 Jahre, ah, das ist jetzt wirklich das Ganzheitlichste überhaupt, sondern es gibt ja sogar das ständige Weiterbilden und das Weiterentwickeln.
Speaker: Und jetzt ist aber der entscheidende Punkt, und das ist etwas, was für mich, wenn ich davon spreche, dass ich ganzheitlich als...
Speaker: missbrauchtes Wort sehe, eigentlich nie höre und fast nie als eigene Ebene mit berücksichtigt wird, ist die Person, die der Person, mit der sie arbeitet, gegenüber sitzt.
Speaker: Also das, wo es meistens eh schon aufhört, ist dann der Kopf und dann geht es halt nicht ins Nervensystem und ins Verhalten.
Speaker: Das ist der Punkt, der zumindest den meisten noch irgendwie klar ist, dass das dann halt nicht ganzheitlich sein kann.
Speaker: Aber was ich eigentlich noch nie gehört habe, wenn jemand davon spricht, dass etwas nicht ganzheitlich ist, da geht es meistens nur um Themen oder Bereiche, die ins Coaching mit einbezogen werden müssen thematisch, an Fachwissen und an Methodiken, aber kaum jemand spricht über den Coach oder den Therapeuten,
Speaker: der mit das Hauptwerkzeug für das Coaching ist.
Speaker: Weil diese ganzen Themen, die wir durch diese Ansätze begleiten, sind häufig Bindungsthemen oder fehlende Regulationserfahrungen, die in der Kindheit eben nicht gemacht wurden.
Speaker: Das heißt, das sind Kontakt- und Beziehungsthemen, die wir in diesen Themen, die uns heute gegenüber sitzen, eben wieder erleben.
Speaker: Egal ob Ernährung, keine Grenzen setzen, Emotionen schnell wegmachen wollen, Jobthemen, Konsumthemen, Selbstwertthemen, das sind ja alles nur Symptomatiken oder thematische Symptomatiken, die aber nichts mit dem Ursprung an sich erstmal zu tun haben.
Speaker: Das bedeutet, das, was wir als Thema uns gegenüber sitzen haben, wenn eine Person davon erzählt, ist erstmal ein Beziehungs- und ein Kontaktthema und es hat sich dann eben diese
Speaker: diese Symptomatik in Anführungsstrichen umbewusst gebaut.
Speaker: Das ist dann beim einen zum Beispiel das Essverhalten und beim anderen das fehlende Grenzen setzen oder immer das Gefühl, nicht genug zu haben oder so eine gewisse Gier oder was auch immer.
Speaker: Es ist egal, welches Thema sich uns zeigt.
Speaker: Es ist
Speaker: in den aller, aller, allermeisten Fällen ein Kontakt- und Bindungsthema, selbst dann, wenn es auf körperlicher Ebene sichtbar wird.
Speaker: Denn auch dann müssen wir uns die Frage stellen, wo zieht denn das Nervensystem oder wo zieht es dem Körper so viele Ressourcen und Kapazitäten, dass er das Immunsystem nicht mehr aufrechterhalten kann und so weiter.
Speaker: Und das heißt, ein ganz, ganz, ganz, ganz zentraler Punkt in der Gleichung, für mich ehrlich gesagt mit der wichtigste, klar, es braucht auch das Fachwissen, aber das ist für mich mit der wichtigste Punkt, ist die Person, die mir als Coach oder Berater oder Therapeut oder Arzt oder was auch immer gegenüber sitzt.
Speaker: Ich kann auch mit einer Freundin über ein Thema sprechen und die gibt mir dann 20 Regulationstechniken.
Speaker: Wenn ich aber nicht das Gefühl habe, dass die mich gerade wirklich sieht, versteht und die Themen mitbekommt, die da drunter liegen, dann fühle ich mich danach überhaupt nicht verbundener und mit mir verbundener und regulierter als davor.
Speaker: Dann habe ich halt weitere Möglichkeiten erhalten, wie ich es alleine lösen kann.
Speaker: Das heißt, wir gehen in dem Moment auch die Verantwortung ein, dass wir als Kontaktperson eine neue Erfahrung ermöglichen.
Speaker: Und da zählt Fachwissen und auf den unterschiedlichen Ebenen ansetzen zu können, auf jeden Fall dazu, weil es erstmal die Erleichterung reinbringt,
Speaker: dass die Klientin merkt, ah, okay, es konnte sich bis jetzt vielleicht noch gar nicht lösen, weil die Ebenen überhaupt nicht so zusammengeführt wurden, wie es das gebraucht hätte.
Speaker: Aber es ist vor allen Dingen auch der Kontakt zu der Person, die mir zuhört, die mich versteht, von der ich das Gefühl habe, sie versteht die tieferen Zusammenhänge, die ich eben nicht erkenne.
Speaker: Das heißt, ich werde dadurch entlastet, dass ich merke, ah, ich bin ja gar nicht irre, sondern es hat scheinbar auch eine Logik, dass mein Verhalten, was ich als unlogisch empfinde, gerade da ist.
Speaker: Und diesen Punkt, das selbst zu verkörpern, die eigenen Themen anzuschauen,
Speaker: selbst in die Tiefe zu tauchen, in die ich dann meine Klientin nachher führen möchte, ist ebenfalls ein ganz, ganz großer Teil, der auf jeden Fall gegeben sein muss, wenn wir von ganzheitlichem Coaching sprechen.
Speaker: Dass ich selber, das hat mein Ausführungsleiter immer gesagt, dass ich selber meinen Arsch mal in Coaching oder Therapie bewege.
Speaker: Dass ich selber mal nachspüre, wo komme ich mit eigenen Themen in Kontakt.
Speaker: Das hast du gerade eben so schön gesagt.
Speaker: Dass man dann als Coach irgendwann das Gefühl hat oder
Speaker: Ganz viel machen möchte, um nicht das Gefühl zu haben, scheiße, jetzt habe ich schon so viel gemacht und es klappt doch nicht.
Speaker: Sich zu schämen, dass man an seine eigenen Grenzen kommt, die Sorge zu haben, dass man jemand anderem geschadet hat, die Schuldgefühle.
Speaker: Das ist genau das, was unsere Klienten auch erleben.
Speaker: Und das ist erstmal menschlich, aber wenn wir das nicht mitbekommen, dann versuchen wir über unseren Klienten und dass es bei dem besser wird, unsere eigenen Minderwertigkeits- und Schuldgefühle zu kompensieren.
Speaker: Und dann können wir auch 27.000 genialer Ansätze und Psychodynamiken verstanden haben und Bücher gelesen haben und Coachings gegeben und selber gemacht haben.
Speaker: Wenn wir diese Themen selber nicht lösen und auch Kontaktthemen nicht lösen,
Speaker: Auch dann ist ein Coaching und eine Begleitung in meiner Wahrnehmung nicht vollkommen ganzheitlich.
Speaker: Es lässt dann einfach eine ganz zentrale Ebene, nämlich die Kontakt- und Beziehungsebene, raus.
Speaker: Und deswegen braucht es, um wirklich ganzheitlich zu arbeiten, finde ich, ein Zusammenfügen der unterschiedlichsten, ich nenne es mal Körperebenen, also der Körperstoffwechsel, Hormonsystem und so weiter, alles was so rund um Körper, was so um das Thema Körper kreist,
Speaker: Nervensystem, Prägung,
Speaker: Psyche und so weiter, also alles, was so um dieses Thema kreist, aber eben dann auch der Kontakt zum Therapeuten oder zum Coach und die Erfahrung, die ich da mache, die anders ist im besten Fall, als die, die ich eben kindlich gemacht habe, die überhaupt erst mit dazu geführt hat, dass ich heute an diesem Punkt sitze, wo ich heute sitze.
Speaker: Und das war mir einmal noch mal wichtig mit reinzugeben, dass auch das mit dazu gehört, wenn wir an einem ganzheitlichen Coaching-Ansatz
Speaker: Was eben nicht um einen Ansatz geht, sondern eben auch um Beziehung.
Speaker: Ja.
Speaker: Absolut.
Speaker: Und das ist unter anderem einfach auch der schwerste Teil.
Speaker: Auf jeden Fall.
Speaker: Deswegen würde ich halt gerne einfach auch übersprungen.
Speaker: Ja, oder kompensiert mit ganz vielen Ansätzen.
Speaker: Genau, weil also am Ende Wissen können wir relativ schnell aufnehmen.
Speaker: Das ist relativ schnell im Kopf, wenn es uns einer gut erklärt, dann kriegen wir das ganz gut.
Speaker: Das ist so der einfachste Teil davon.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Dann fühlt es für mich sich wie der schwerste Teil an, aber es ist einfach für uns alle der schwerste Teil, weil wir auch gewisserweise auch konventioniert sind.
Speaker: Also so und das ist halt einfach so ein bisschen der Punkt, wo ich dann manchmal auch sage,
Speaker: dann ist es auch manchmal gut, dass gewisse Menschen nicht erfolgreich mit ihrem Coaching-Angebot sind, weil sie diese Arbeit nicht machen.
Speaker: Ja, so.
Speaker: Weil Menschen werden auch in Zukunft, gerade weil die Aufklärung immer größer wird und weil auch die Negativerfahrungen mit Coaching gemacht werden, feinere Antennen entwickeln dafür, was sie wollen, was sie nicht wollen und ob die Person wirklich die richtige ist, um sie zu begleiten.
Speaker: Das heißt, die emotionale Intelligenz der Menschen steigt und damit muss auch, damit wir als Coaches überhaupt, ich sag mal, gewählt werden, müssen wir uns dahingehend auch weiterentwickeln.
Speaker: Und wer das negiert, wer darüber hinweggeht, weil er eben die Ressourcen nicht aufwenden kann oder will,
Speaker: Transformation wirklich zu verkörpern, der wird auch Schwierigkeiten haben, am Ende Transformation zu verkaufen.
Speaker: Ja, und da ist dann manchmal vielleicht auch wirklich die persönliche Blockade der Grund, warum es dann eben nicht zum Erfolg damit kommt.
Speaker: Und das Business kann da ein wundervoller Spiegel sein dafür, welche Themen man bei sich selber da vielleicht einfach nochmal anschauen darf.
Speaker: Und
Speaker: Und dementsprechend, ja, die ganz, ganz große Einladung, wenn du wirklich darin ausgebildet werden willst, nicht nur das Wissen, die Wissenslücken zu füllen, die vielleicht gerade auch da sind, sondern wirklich auch durch diese emotionalen Prozesse zu gehen, das Nervensystem kapazitätsmäßig und von deiner persönlichen Entwicklung abzulegen.
Speaker: auch so halten zu können, dann bist du sehr, sehr herzlich eingeladen, dir einfach mal mit uns einen kostenlosen Connection Call zu buchen.
Speaker: Du findest den Link unten in den Shownotes.
Speaker: Dann können wir einfach mal sprechen, wo du gerade stehst, ob du gerade vielleicht noch gar keine Coaching-Ausbildung gemacht hast oder eben auch schon viele, aber dir eben einfach der integrative, ganzheitliche Prozess fehlt, der wirklich ganzheitliche Prozess fehlt.
Speaker: Und du merkst, dass du da einfach noch gewisse Lücken hast, vielleicht auch als Ernährungscoach zum Beispiel arbeitest oder auch als Nervensystemcoach und da fehlt es immer irgendwie.
Speaker: Ja, trau dich, vereinbar dir mit uns ein Gespräch.
Speaker: Wir freuen uns riesig, mit dir persönlich zu sprechen und zu schauen, ob die Ausbildung und die nächste Runde da der richtige Ort für dich ist.
Speaker: Sehr schön.
Speaker: Klick einfach unten auf den Link und dann sehen wir uns ganz bald persönlich.
Speaker: Bis dann.
Speaker: Bis zur nächsten Folge.
Speaker: Ciao.
Speaker: Ciao.


