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#40 - Wenn Regulation nicht mehr hilft und was dein Nervensystem dann wirklich braucht.

The Embodied Coach
The Embodied Coach

66 plays · Aug 13, 2026

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Speaker: Manchmal konfrontiert uns das Leben mit Situationen, in denen all die Regulationstechniken, die wir jemals gelernt haben, plötzlich irgendwie nicht mehr funktionieren. Egal ob wir atmen oder schütteln oder andere Dinge tun, irgendwie bleibt unser Körper trotzdem im Alarmzustand. Der Körper reagiert, das Nervensystem ist im absoluten Alarmzustand und irgendwie haben wir das Gefühl, dass alles, was wir jemals zur Regulation genutzt haben und zur Entspannung genutzt haben, nicht mehr funktioniert.

Speaker: Ich spreche heute darüber, weshalb das in bestimmten Situationen so sein kann, was in den Situationen helfen kann und warum die Regulationstechniken nicht plötzlich nicht mehr funktionieren, sondern einfach das Nervensystem so überflutet ist, dass es in dem Moment nicht mehr greift.

Speaker: Du willst ein erfolgreicher Coach sein, der seine Klienten durch echte Durchbrüche und nachhaltige Transformation führt? Dann bist du genau richtig hier.

Speaker: Ich bin Natascha, seit über 10 Jahren erfolgreicher Coach mit eigenem Coaching Business und über 500 begleiteten Menschen.

Speaker: Und ich bin Lena. Seit über sieben Jahren begleite ich Menschen als Coach durch tiefgreifende Prozesse hin zu nachhaltigen Veränderungen. In diesem Podcast sprechen wir darüber, wie traumasensibles, körperzentriertes und nachhaltig wirksames Coaching wirklich funktioniert. Kein oberflächliches Toolsgehabe, kein Druck, sondern Nervensystemwissen, Embodiment.

Speaker: Und eine Haltung, die den Themen deiner Klientin wirklich gerecht wird. Der Embodied Coach ist für Frauen wie dich. Mit großem Verantwortungsgefühl, mit einer Sehnsucht nach Tiefe und mit dem Wunsch, einen Unterschied in der Coaching -Branche zu machen.

Speaker: Hier bekommst du fundiertes Wissen, Insights aus unserem Coaching -Alltag und echte Inspiration für deinen Weg als Coach.

Speaker: Weil du spürst, es geht nicht um höher, schneller, weiter, sondern um echt, verbunden und tiefgreifend. Abonniere jetzt diesen Podcast und begleite uns auf dieser Reise. Zurück zum Körper, zurück zu dir und zu dem Coaching, das du dir selbst gewünscht hättest.

Speaker: Bis zum nächsten Mal.

Speaker: Hallo und herzlich willkommen. Es ist eine ganz besondere Situation, denn Natascha ist krank und deswegen werde ich heute diese Podcast -Folge alleine aufnehmen.

Speaker: Ich habe überlegt, ob wir sie ausfallen lassen, aber ich habe vor ein, zwei Tagen, ich weiß gerade nicht mehr genau wann, es war eine Nachricht von einer unserer Auszubildenden bekommen.

Speaker: Die schrieb, dass es ihr gerade nicht so gut geht und dass irgendwie alle Regulationstechniken, die sie so angewendet hat, die sie auch bei uns unter anderem gelernt hat, irgendwie keine Wirkung erzielen. Sie hat geatmet, sie hat sich ausgeklopft, sie hat sogar gebrüllt, also ist in den stimmlichen und in den körperlichen Ausdruck gegangen. Und trotzdem war das Nervensystem und der Körper weiterhin auf.

Speaker: Dauermodus in Alarmzustand

Speaker: Und...

Speaker: Diese Situation kennst du vielleicht, also jede Klientin, die...

Speaker: mit der ich mal auch nach einer langen Reise gesprochen habe.

Speaker: hat

Speaker: von ähnlichen Erfahrungen erzählt, dass auch wenn sie immer mehr in Regulationstechniken

Speaker: investiert habe, beziehungsweise immer mehr verschiedene Möglichkeiten kannte, sich zu regulieren, irgendwie immer mal wieder Situationen waren, wo das alles doch nicht funktioniert hat. Wo beispielsweise Estrang doch mal aufgekommen ist, wo eine Panikattacke doch noch mal durchgeschlagen ist, ohne dass sie wirklich gut regulierbar war, wo bestimmte Wutausbrüche stattgefunden haben und so weiter. Und auch ich kenne diese Situation. Ich habe ja schon mal erzählt, dass ich eine Angstgeschichte hinter mir habe mit Panikattacken.

Speaker: Und so sehe ich mich auch im Alltag inzwischen gut.

Speaker: orientieren kann und ganz normal an Dingen teilnehmen kann und mir bestimmte Dinge viel leichter fallen als zu Beginn.

Speaker: Habe ich trotzdem immer wieder mal Situationen, wo mein Körper einfach reagiert.

Speaker: Und ich dann diese Techniken anwende, die ich auch erlernt habe und manchmal so merke,

Speaker: Nee, also heute funktioniert es irgendwie nicht und der Körper reagiert trotzdem.

Speaker: Und...

Speaker: Weshalb wir darüber sprechen, ist, dass es häufig zu einer einerseits großen Ohnmacht führt, also zu dem Gefühl von, oh Gott, jetzt ist selbst das, was ich mir er...

Speaker: arbeitet habe zur Regulation nicht mehr wirksam. Also was kann ich denn dann tun? Bin ich dem jetzt...

Speaker: eigentlich immer ausgeliefert und auf der anderen Seite ein starkes Gefühl von Scheitern, Versagt zu haben. Also dass trotz dessen, was man alles rein investiert hat, sich zu entwickeln und sich zu regulieren und Themen zu lösen, irgendwie trotzdem der Körper manchmal noch reagiert, wie er möchte.

Speaker: Aufwenden!

Speaker: Ja.

Speaker: es eigentlich keinen objektiven Grund dafür gibt.

Speaker: Und wir schauen einmal darauf, weshalb das überhaupt passiert. Also was führt dazu, dass das Nervensystem so stark reagiert, trotz aller tollen Techniken, die es so auf dem Coaching -Markt und auch im Social Media -Bereich so gibt, die uns jeden Tag so...

Speaker: vorgeführt werden.

Speaker: Und was in der Situation trotzdem helfen kann, auch wenn die Regulationstechniken in dem Moment eben nicht so wirksam sind wie in manch anderen Situationen.

Speaker: Vielen Dank.

Speaker: Wenn das Nervensystem so überflutet ist wie in diesen Situationen, dann...

Speaker: hilft,

Speaker: jegliche Form von Atmung und anderen Eingriffen in Anführungsstrichen nicht mehr so weiter wie in einem relativ entspannten Nervensystemzustand. Das heißt, wir müssen unterscheiden zwischen einem Nervensystem, das zwar ein wenig angespannt ist, als eine Art Dauerspannung, darunter aber ressourcenreich ist und auch stabil.

Speaker: und einem Nervensystem, was in einem Zustand ist, der sich anfühlt, als wäre gerade eine existenzielle Bedrohung vorhanden, auch wenn sie objektiv nicht besteht.

Speaker: Vielen Dank.

Speaker: Und wenn dieser Nervensystemzustand erreicht ist, dann bringen Dinge wie Atmung, innerlich zählen und so weiter wenig weiter. Weil wir müssen uns vorstellen, unser Nervensystem signalisiert, dass wir in einer absoluten gefährdenden, lebensbedrohlichen Situation gerade sind. Und unser Nervensystem ist nur darauf ausgelegt, irgendwie zu überlegen.

Speaker: zu überleben.

Speaker: Das bedeutet, es wird alle möglichen Ressourcen und alle möglichen Kapazitäten hochfahren

Speaker: um dieser Reaktion, die uns in einem wirklichen Ernstfall helfen würde, auszuführen. Und das fühlt sich für uns natürlich in dem Moment extrem überflutend und unangemessen an, weil es keine reale lebensbedrohliche Situation gibt.

Speaker: Wenn wir uns das aber vorstellen, wir wären in der freien Wildbahn oder wirklich in einer lebensbedrohlichen Situation, dann würden wir...

Speaker: In einer wirklich, wirklich extremen Gefährdung.

Speaker: Nicht anfangen, entspannt zu atmen.

Speaker: innerlich rückwärts zu zählen.

Speaker: uns an positive Affirmationen oder Sätze zu erinnern, sondern wir würden alle Reaktionen hochfahren, die uns helfen würden, zu kämpfen.

Speaker: zu fliehen und irgendwie lebendig aus der Situation rauszukommen.

Speaker: Und in diesen Situationen befindet sich unser Nervensystem manchmal und zwar auch in Situationen, in denen wir, wenn wir von draußen drauf schauen, denken, hä?

Speaker: Hat doch gar keinen Grund dafür. Vom Einschlafen, vom Essen.

Speaker: bevor man auf einen Geburtstag fährt oder wo auch immer.

Speaker: Wenn man alleine zu Hause ist. Also ganz viele Situationen, die wir objektiv sagen würden, ja gut, aber es ist ja gar nicht gefährlich, erlebt unser Nervensystem dann trotzdem so.

Speaker: Gehe.

Speaker: Und das ist vor allen Dingen dann häufig der Fall, wenn sich vorher über einen längeren Zeitraum schon sehr, sehr starke Stressepisoden abgespielt haben und im Körper sehr stark festgesetzt haben und dementsprechend das Nervensystem schon in einem ständig aktivierten...

Speaker: Dauerstresszustand ist.

Speaker: Und wenn dann bestimmt manchmal auch kleine...

Speaker: Einschläge kommen oder bestimmte Situationen, die wir sonst gut meistern könnten, dann überflutet das ganze Nervensystem mit lauter Stresshormonen.

Speaker: Mit einer absoluten Alarmreaktion, sodass dann nachhaltig oder nachträglich, in Anführungsstrichen, das noch ausgedrückt wird und das zu Ende geführt wird, was vorher in diesen langen Stressepisoden nicht zum Ausdruck gekommen ist.

Speaker: Es ist dann in gewisser Weise so, als würde sich ein langer Wasserstau, der noch irgendwie durch so einen Damm gedämmt wurde.

Speaker: plötzlich Bahn brechen und dann den Damm komplett sprengen und dieses ganze Wasser, was sich schon so lange angestaut hat, würde da einfach durchschießen.

Speaker: Und so fühlt sich diese Situation im Nervensystem dann häufig ja auch an, also wie überflutend, überreizt, komplett überfordernd, überwältigend. Also es hat einen sehr, sehr, sehr großen, machtvollen, energiereichen Ausdruck.

Speaker: der sich eben daraus zusammensetzt, dass das Nervensystem sich dann wie ein Vulkan kurzfristig entlädt, weil einfach zuvor viel zu viel angestaut wurde.

Speaker: Tschüss.

Speaker: Das ist eben die eine Möglichkeit, also dass sich sehr lange angestauter Stress in diesen Momenten entlädt und dementsprechend aufgrund dieser starken Intensität nicht mehr regulierbar ist.

Speaker: durch die Regulationstechniken.

Speaker: Es kann aber natürlich auch durch sehr akute einschlägige Erfahrungen sein, also beispielsweise

Speaker: Eine Trennung, die unerwartet kommt. Eine Kündigung, die einen vor existenzielle Themen stellt. Ein Schicksalsschlag oder ein Unfall. Eine schwere Diagnose oder von mir aus auch eine leichte Diagnose, die aber trotzdem zum Beispiel Krankheitsangst triggert.

Speaker: Oder andere herausfordernde Situationen, die dann auch sehr subjektiv Ängste oder Ohnmachtsgefühle auslösen. Auch das können Situationen sein, wo die Kapazitäten unseres Nervensystems auf einmal so geflutet werden, dass wir sie nicht mehr entspannt regulieren können.

Speaker: Und diese Situationen gehören eben auch zum Leben dazu, so blöd sich das anhört und so unangenehm es im Erleben ist. Aber wir sind eben keine Maschinen.

Speaker: Wir sind nicht...

Speaker: dazu veranlagt, dass wir uns Regulationstechniken einprogrammieren und dann funktionieren die einfach jedes Mal nach dem gleichen Schema, sondern unser Körper ist ein lebendiger Organismus, der sich auf bestimmte Situationen einstellt, der sich an bestimmte Gegebenheiten anpasst und der auch in bestimmten Situationen unterschiedlich reagiert, auch abhängig von den Rahmenbedingungen, die da sind.

Speaker: Wie ressourcenreich bin ich grundsätzlich? Habe ich gerade schon vor zwei Wochen irgendwie einen fetten Streit mit einer Freundin gehabt und seitdem geht es mir nicht gut und jetzt kriege ich auch noch die Kündigung.

Speaker: Oder habe ich gerade, keine Ahnung.

Speaker: um mal ein extremes anderes Beispiel zu nennen, im Lotto gewonnen oder ein Haus verkauft und habe da jetzt erstmal so viel finanziellen Puffer, dass die Kündigung mich erstmal nicht existenz...

Speaker: existenziell umwirft. Habe ich genug Menschen, soziale Kontakte in meinem Umfeld, die mich gerade unterstützen oder führe ich gerade Beziehungen, die mir es eher schwer machen, dass ich mich wirklich mal entspannen kann und zur Ruhe kommen kann.

Speaker: Also auch solche Einflussfaktoren haben einen großen Einfluss darauf, wie wir bestimmte Situationen verarbeiten können.

Speaker: Auch Hitze oder Kälte.

Speaker: Schlafqualität und so weiter sind teilweise sehr unterschätzte Einflüsse, genauso wie Ernährung, die das Nervensystem entweder mit Ressourcen füttert oder eben...

Speaker: auch Energie zieht und je mehr Energie verbraucht wird, desto weniger Kapazität ist eben auch da, um dann einstellige Erfahrungen gut zu regulieren.

Speaker: zu verarbeiten und dementsprechend kann es in diesen Momenten dann eben zu dieser Überflutung im Nervensystem kommen.

Speaker: Und...

Speaker: Diese Zustände, das ist schon mal direkt die positive Nachricht, die

Speaker: bleiben nicht dauerhaft. Eine so starke Entladung kostet den Körper, kostet das Nervensystem maximale Ressourcen und deswegen kann der Körper das gar nicht über einen so langen Zeitraum aufrechterhalten. Das ist in diesen Momenten für mich wirklich mit die lösendste und die erleichterndste

Speaker: Wissensgrundlage, dass ich weiß, dieser Zustand wird vorbeigehen. Der kann nicht langfristig aufrechterhalten bleiben. Herzrasen kann nicht aufrechterhalten bleiben.

Speaker: Vielen Dank.

Speaker: erhalten werden.

Speaker: Dieses ständige Zittern kann nicht aufrechterhalten werden, Atemnot nicht, die Übelkeit, die dann teilweise damit einhergeht und so weiter. Also die körperlichen Reaktionen, auch die emotionalen Reaktionen, die werden für einen kurzen Moment in einer Extremintensität zum Ausdruck gebracht und werden danach wiederum...

Speaker: Also klingen danach wieder ab.

Speaker: Und klar, dieser Zustand kann immer wieder kommen, wenn es danach keine wirkliche Regulation und keine Lösung gibt.

Speaker: Diese Extremsituation und dieser kurze Ausbruchsmoment ist erstmal temporär und vorübergehend.

Speaker: Und man kann sich das in gewisser Weise ein bisschen so vorstellen.

Speaker: Wenn wir uns dieses Bild anschauen mit dieser Entladung des Nervensystems, wie bei einem kochenden...

Speaker: Also wenn wir Wasser auf der Herdplatte stehen haben, im Topf,

Speaker: Und das auf der höchsten...

Speaker: auf der höchsten Stufe.

Speaker: dann fängt das Wasser irgendwann erstmal leicht an zu kochen.

Speaker: Das wäre jetzt...

Speaker: in der Metapher so zu verstehen wie der Dauerstress im Nervensystem.

Speaker: Wenn wir jetzt an dieser Stelle

Speaker: das Wasser bzw. die Hitze runterdrehen.

Speaker: Vielen Dank.

Speaker: Oder im Nervensystem jetzt anfangen, Regulationstechniken anzuwenden.

Speaker: dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Wasser nach diesem leichten Kochen wieder in einen entspannteren, ruhigeren Zustand kommt, sehr hoch.

Speaker: Das heißt, die Hitze ist noch nicht so hoch, dass das Wasser überkocht. Es gibt das leichte Köcheln, aber durch das Regulieren der Hitze

Speaker: wird das Wasser wieder ruhiger, entspannter, wenn man so möchte.

Speaker: Beim Nervensystem das Gleiche.

Speaker: Der Anspannungszustand im Nervensystem wird rechtzeitig durch Regulation, also durch Runterdrehen der Hitze, auf einen Zustand gebracht, auf ein Level gebracht, wo es noch regulierbar ist, wo es also nicht überkochen muss.

Speaker: Wenn wir uns aber vorstellen, wir haben das Wasser auf der Herdplatte, wir haben das auf Stufe 9 stehen.

Speaker: Haben vergessen, dass es draufsteht. Gehen kurz ins Nebenzimmer, hören plötzlich dieses Zzzz.

Speaker: auf der Herdplatte, weil Wasser schon auf die Herdplatte überläuft, rennen schnell dahin und das Wasser läuft über, dann können wir die Hitze runterdrehen und das wird langfristig auch dazu führen, dass das Wasser nicht weiter überkocht. Aber in dem Moment, wo das Wasser bis am Überkochen ist, wird es erstmal abfließen.

Speaker: Und im Zweifelsfall verbrennen wir uns auch noch die Pfoten, wenn wir dann...

Speaker: auch noch am Ofen rumspielen wollen.

Speaker: Das bedeutet, in dem Moment ist es zu spät. Der Überfluss ist schon...

Speaker: Im Gange, also hat schon stattgefunden. Das bedeutet, wir können höchstens noch Schadensbegrenzungen machen, aber...

Speaker: Wir können diesen Ausbruch nicht mehr stoppen.

Speaker: Und im Nervensystem ist das in bestimmten Situationen ähnlich.

Speaker: Ich habe gerade schon gesagt, in welchen Momenten das besonders aufkommen kann, aber wenn wir auch hier die Metapher wählen, also der Dauerstress wurde in dem Falle nicht rechtzeitig durch Regulation oder durch andere Hilfestellungen runterreguliert, sondern bleibt auf dem Peak und spannt sich so gesehen immer weiter an, also intensiviert sich immer mehr, bleibt über einen längeren Zeitraum bestehen in einer ständigen Anspannung, auf die auch dann der Körper reagiert.

Speaker: Mit weiterer Anspannung, mit weiteren Stresshormonen und so weiter. Und irgendwann ist es wie dieses überkochende Wasser, kocht einfach all das, was sich so lange im Nervensystem gespeichert hat, über.

Speaker: Tschüss.

Speaker: Und wenn das...

Speaker: im vollen Gange ist, dann helfen die Regulationstechniken genauso wie das Runterdrehen der Hitze am Ofen.

Speaker: Oder im Herd.

Speaker: Das bedeutet, es ist nicht

Speaker: Es ist nicht komplett wirkungslos und es ist auch immer noch sinnvoll, es weiter zu übergehen und gleichzeitig hat es eben nicht den Effekt, wie es den gehabt hätte, wenn es zu einem früheren Zeitpunkt präventiv stattgefunden hätte.

Speaker: Ja.

Speaker: Das heißt, wenn wir

Speaker: in diesem Moment versuchen, uns zu regulieren, dann intervenieren wir in einen Zustand, den wir nicht regulieren können für einen kurzen Moment.

Speaker: Trotzdem würde ich empfehlen, wenn die Kapazitäten dafür noch da sind, insbesondere was Atmung und körperlichen Ausdruck angeht, es trotzdem zu tun.

Speaker: weil es dem Nervensystem dennoch...

Speaker: eher unterstützende Signale sendet, als wenn wir dann noch mit mehr Spannung und Stress reagieren.

Speaker: Das heißt, es ist genauso wie beim Runterdrehen der Hitze, würden wir jetzt auch nicht sagen, ah nee, wenn das Wasser schon überkocht, dann lasst die Hitze ruhig hochgedreht, sondern wir würden sie trotzdem runterdrehen, damit, wenn das einmal übergekocht ist, sich das danach wieder entspannt und nicht immer weiter am Kochen bleibt. Und genauso machen wir es beim Nervensystem auch. Also wir erkennen, okay,

Speaker: Diesen Ausbruch kann ich gerade nicht mehr stoppen, aber damit er sich schnellstmöglich wieder reguliert, sende ich dem Nervensystem gerade sicherheitsspendende Signale.

Speaker: Das heißt, es ist trotzdem Sinnvolles anzuwenden.

Speaker: Und die Regulationstechniken wirken auch nach wie vor auch in Zukunft weiter, aber eben nicht in so einer akuten Situation.

Speaker: in der das Nervensystem so am Überkochen ist.

Speaker: Vielen Dank.

Speaker: Dann braucht das Nervensystem, wenn man so möchte, erstmal ein Reset und es braucht Erholung, weil das ist ein sehr, sehr anstrengender Zustand auch für den Körper.

Speaker: kann über diesen Reset danach erst wieder zugänglich werden für eben Informationen, wie beispielsweise auch Regulationstechniken oder bestimmte beruhigende Gedanken, einfach aus dem Grund, dass es dann wieder aufnahmefähig ist, weil es wieder Kapazitäten zur Verfügung hat, was währenddessen eben nicht.

Speaker: vorhanden ist und auch nicht funktioniert

Speaker: Und...

Speaker: Bei sowas denke ich mir manchmal, weil ich sage mal, ich sehe es einerseits natürlich aus der Perspektive als Coach und als Wissensvermittlerin, als Ausbilderin und so weiter. Und auf der anderen Seite bin ich eben auch ein Mensch mit genau diesen Erfahrungen und weiß, wie herausfordernd sich das anfühlt.

Speaker: Und ich erinnere mich dann oft daran, dass wir eben keine...

Speaker: Computer sind und habe dann, während ich darüber so nachgedacht habe, gedacht, okay, aber selbst bei Computer und bei Maschinen kennen wir diesen...

Speaker: Zustand.

Speaker: Also...

Speaker: Wir kennen es beim Computer, dass wenn wir auf Enter drücken, die Eingabe oder der Befehl eingegeben wird und eine Reaktion kommt oder eben, dass je nachdem, wenn wir in einem Schreibprogramm sind, dann in die nächste Zeile gerutscht wird oder auch andere Tastenkombinationen und manchmal

Speaker: funktioniert es trotzdem nicht. Wir drücken die ganze Zeit auf Enter und alles funktioniert nicht. Es gibt nicht mal eine Error -Meldung, sondern irgendwie funktioniert es einfach nicht. Das System hat sich aufgehangen. Die Enter -Taste, die wir schon eine Million Mal gedrückt haben und die eine Million Mal das gemacht hat, was sie sollte, funktioniert plötzlich nicht mehr.

Speaker: Und genauso ist es beim Nervensystem auch. Also die Regulationstechniken und das, was damit ans Nervensystem an Informationen gesendet wird, bleibt weiterhin richtig und bleibt auch weiterhin umsetzbar. Aber wie bei dieser Enter -Taste funktioniert es dann in bestimmten Situationen nicht, wenn sich das System wie aufgehangen hat.

Speaker: Und genauso wie es beim PC manchmal einfach nur hilft, den PC neu zu starten, mal vom Strom zu nehmen, wieder einzustecken, neu zu starten, man sich so nachher denkt, hä, checkt kein Mensch, warum das jetzt wieder funktioniert.

Speaker: Oder warum es funktioniert jetzt, wo jemand anderes den gleichen Knopf drückt und bei mir hat es jetzt die ganze Zeit nicht funktioniert. So ist es eben beim Nervensystem.

Speaker: auch.

Speaker: Das bedeutet, manchmal braucht es diesen Reset, manchmal war es einfach über lange Zeit zu viel, zu viele Tabs, in Anführungsstrichen, um in der Computermetapher zu bleiben, im Hintergrund geöffnet, zu viele Reize, die verarbeitet werden sollten, aber die Kapazität eben nicht da war, zu viele emotionale Herausforderungen, die in dem Moment eben nicht...

Speaker: Und vor allen Dingen auch, was vielen auch gerade, wenn sie dann in ihrer eigenen Entwicklungsreise sind, begegnet, vor allen Dingen auch, wenn innerlich einfach sehr, sehr viele Themen in Gang gebracht werden, die wir teilweise gar nicht bewusst mitbekommen, die für unser Unbewusstes und für unser Nervensystem aber trotzdem Höchstarbeit bedeuten, dann kann es eben passieren, dass das System irgendwann wie ein Error geht und für einen kurzen Moment einfach

Speaker: wie durchknallt.

Speaker: und die Ressourcen, die es sonst so hat.

Speaker: nicht mehr hat.

Speaker: Und vielleicht ist das, was ich jetzt sage, was in diesen Situationen hilft, nicht so befriedigend und befriedigt vor allen Dingen nicht das Kontrollbedürfnis, was wir häufig haben, denn diese Situationen sind eine Erfahrung von absoluter Kontrolllosigkeit, Ohnmacht.

Speaker: Überwältigung, also auch häufig eben Erfahrungen.

Speaker: die wir schon in Kindheitstagen in unangenehmen Situationen gemacht haben oder auch in anderen Situationen unseres Lebens.

Speaker: Und dementsprechend ist das vielleicht nicht der tröstendste Gedanke, aber ich finde, es ist wichtig, sich auch das klarzumachen.

Speaker: Vielen Dank.

Speaker: In manchen Situationen, die das Leben uns so schickt und die wir als überwältigend erleben,

Speaker: Vielen Dank.

Speaker: hilft in gewisser Weise einfach nur durchzuhalten.

Speaker: und die Gewissheit zu haben, dass es vorbei gehen wird.

Speaker: Ich habe das schon mal, glaube ich, in einer Podcast -Folge gesagt.

Speaker: Wenn ich eine Panikattacke hatte oder auch ab und zu gelegentlich immer nochmal so ein Panikanfluss kommt.

Speaker: Und nichts hilft.

Speaker: dann habe ich keine andere Wahl als einfach auszuhalten und zu hoffen, dass es möglichst bald wieder vorbei geht.

Speaker: Ja.

Speaker: Und das Schöne ist, dass ich auf ganz viele Situationen zurück...

Speaker: gucken kann.

Speaker: Auch immer mehr in diesen Momenten, wo ich weiß, ja das stimmt, es wird auch wieder vorbeigehen, es wird auch wieder anders sein.

Speaker: Und es wird auch, obwohl ich gerade denke, das wird nie wieder gut, wahrscheinlich morgen schon wieder anders sein.

Speaker: Und diese Erfahrung gemacht zu haben mit ganz vielen Situationen in unserem Leben ist eine wirkliche Ressource in diesen Situationen oder auch längeren Phasen, wo wir glauben, dass es nie wieder gut werden kann.

Speaker: Tschüss.

Speaker: Und deswegen ist das Mantra, was ich mir tatsächlich währenddessen sage, auch während ich tief atme und mein Körper trotzdem einfach reagiert.

Speaker: Es immer wieder zu wiederholen.

Speaker: Es geht vorbei.

Speaker: Es geht vorbei, es geht wirklich vorbei.

Speaker: Dass das Unbewusste immer wieder diese Information bekommt und nicht auch noch ständig damit beschäftigt ist, die Angst jetzt noch...

Speaker: zu verarbeiten als neue Information.

Speaker: die dann auf so ein komplett überreiztes Nervensystem kommt, dass das eben nie wieder anders sein wird.

Speaker: Und...

Speaker: Ja, das ist für mich ein tatsächlich sehr wertvoller Punkt. Ich habe mir das auch mal überlegt aufzusprechen. Das kannst du auch überlegen, falls eben Situationen sind, wo es dir einfach auch sehr schwer fällt, dann selbst in den Selbstkontakt zu gehen, könnte man sich es einfach vorspielen. Was mir auch sehr gut hilft, ist eine Art Frequenztherapie. Das bedeutet, ich mache dann manchmal Neo Wake an, also YouTube und dann N -E -O -W -A -K -E.

Speaker: Vielen Dank.

Speaker: Das ist eine Frequenzkomposition, die auf unterschiedlichste Symptomatiken abzielt, hinterlegt mit Entspannungsmusik. Ich gebe dann meistens so etwas ein wie Nervensystem regulieren oder Angstzustände lindern oder was auch immer und lasse das dann im Hintergrund laufen, weil diese Frequenzen eben auch direkt mit unseren Zellen interagieren. Also möglichst etwas in den Momenten, für den du...

Speaker: wenig Zugriff auf dein rationales Denken brauchst, weil das ist sowieso ausgeschaltet in diesen Momenten, in denen du möglichst wenig Energie brauchst, um diese Regulation umzusetzen, weil auch die ist in diesen Momenten nicht wirklich vorhanden. Das bedeutet, es geht erstmal darum,

Speaker: gewisser Weise, wenn man so möchte, eine gute Schadensbegrenzung zu schaffen und dann anschließend, wenn das Nervensystem wieder in einen entspannteren Zustand zurückgegangen ist, dann wieder...

Speaker: in

Speaker: regelmäßige Regulation zu gehen.

Speaker: Immer wieder zu schauen, was braucht mein Körper gerade, was braucht meine Psyche gerade, was brauche ich emotional gerade, sodass gerade die Tage danach nicht direkt wieder genutzt werden, um sich mit Dauerstress vollzuklatschen, sondern

Speaker: in gewisser Weise dann auch wirklich

Speaker: die Achtsamkeit

Speaker: da drauf zu lenken und zu sehen, okay, dass es mir so ging, wie es mir ging, ist die Folge aus ganz vielen Entscheidungen und auch übergangenen Regulationen und übergangenen Emotionen der Zeit davor, in der ich das noch ganz gut kompensiert habe.

Speaker: aber eben in diesen Momenten nicht mehr.

Speaker: Also...

Speaker: Deswegen nochmal zusammengefasst. Es wird heute eine kürzere Folge, weil wenn ich mit Natascha hier bin, dann reden wir immer sehr, sehr lange.

Speaker: Aber ich wollte dieses Thema trotzdem nicht unangesprochen lassen. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass wir darüber nochmal zusammen eine Podcast -Folge machen, aber vielleicht so als kleiner...

Speaker: Ja, akuter Anstoß.

Speaker: nochmal zusammengefasst.

Speaker: Manchmal gibt es eben Situationen und Themen und Herausforderungen, die uns alles abverlangen, wo unser Nervensystem einfach nicht mehr die Kapazität hat, sich selbst zu regulieren, sich selbst in einem Zustand zu halten, wo er Sicherheit erlebt, wo er Stabilität irgendwie noch ermöglichen kann, sondern einfach wie ein überkochender Wassertopf ist, wo all das, was sich zuvor gespeichert und erhitzt hat, erstmal abgeflossen oder abfließen muss, bis wir dann...

Speaker: danach in einen Zustand zurückkommen, in dem wir mit unserem Nervensystem wieder interagieren können und auch Regulation wieder möglich ist.

Speaker: Und für diese Momente hilft es tatsächlich manchmal einfach nur, sich klarzumachen, dass dieser Zustand nur...

Speaker: temporär ist genau temporär und nicht dauerhaft ist

Speaker: Und dass die Regulationstechniken weiter wirken werden und auch währenddessen wirken, aber in dem Moment einfach deutlich weniger Andockfläche an das Nervensystem haben als in einem anderen Zustand.

Speaker: weil es die Kapazität nicht hat, diese Informationen zu speichern.

Speaker: Und...

Speaker: Genau, ich würde sagen, bevor ich jetzt lange weiterquatsche und irgendein cooles Ende finde...

Speaker: Wünsche ich dir noch einen schönen Tag, schön, dass du bis hierhin zugehört hast und ich freue mich schon auf die nächste Podcast -Folge, wenn ich dann wieder mit Natascha hier zusammensitze.

Speaker: Mach's gut.

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