Zencastr
00:00:00
00:00:01
Speed1x
Format▸
Share
Embed
Report

#44 - Die größte Gefahr im Coaching ist nicht, dass starke Emotionen hochkommen, sondern dass du sie als Coach nicht halten kannst.

The Embodied Coach
The Embodied Coach

23 plays · Sep 25, 2026

Transcript

Speaker: Also mir gingen Sessions und Coaching-Sessions mit meinen Klienten auch schon der Arsch auf Grundeis und ich dachte mir auch schon an manchen Situationen, shit, was mache ich jetzt mit ihr?

Speaker: Und deswegen sprechen wir heute in dieser Podcast-Folge darüber, wie du darauf reagierst, wenn du in Coaching-Sessions vielleicht überfordert bist mit den Emotionen deiner Klienten oder auch mit dem Thema, was sie teilen, wenn du vielleicht auch

Speaker: an deine moralischen Grenzen kommst und merkst, da wird zum Beispiel mit dir geteilt, dass der Partner betrogen wurde oder dass sie vergewaltigt wurde und du dich da vielleicht auch in einer Situation befindest, wo du unsicher wirst, wie weit kann ich jetzt in dem Moment mitgehen,

Speaker: der Klientin gehen, wo überschreite ich meine Grenzen und wie gehe ich als Coach in dem Moment mit meiner Unsicherheit um, sodass der Raum trotzdem noch sicher und traumasensibel ist und zu einem erfolgreichen Ergebnis führt.

Speaker: Du willst ein erfolgreicher Coach sein, der seine Klienten durch echte Durchbrüche und nachhaltige Transformationen führt?

Speaker: Dann bist du genau richtig hier.

Speaker: Ich bin Natascha, seit über zehn Jahren erfolgreicher Coach mit eigenem Coaching-Business und über 500 begleiteten Menschen.

Speaker: Und ich bin Lena.

Speaker: Seit über sieben Jahren begleite ich Menschen als Coach durch tiefgreifende Prozesse hin zu nachhaltigen Veränderungen.

Speaker: In diesem Podcast sprechen wir darüber, wie traumasensibles, körperzentriertes und nachhaltig wirksames Coaching wirklich funktioniert.

Speaker: Kein oberflächliches Tools-Gehabe, kein Druck, sondern Nervensystemwissen, Embodiment und eine Haltung, die den Themen deiner Klientin wirklich gerecht wird.

Speaker: Der Embodied Coach ist für Frauen wie dich.

Speaker: Mit großem Verantwortungsgefühl, mit einer Sehnsucht nach Tiefe und mit dem Wunsch, einen Unterschied in der Coaching-Branche zu machen.

Speaker: Hier bekommst du fundiertes Wissen, Insights aus unserem Coaching-Alltag und echte Inspiration für deinen Weg als Coach.

Speaker: Weil du spürst, es geht nicht um höher, schneller, weiter, sondern um echt, verbunden und tiefgreifend.

Speaker: Abonniere jetzt diesen Podcast und begleite uns auf dieser Reise.

Speaker: Zurück zum Körper, zurück zu dir und zu dem Coaching, das du dir selbst gewünscht hättest.

Speaker: Weil die wenigsten Coaches setzen sich hin und sagen, ey, es ist ein echtes Problem für mich.

Speaker: Also keiner geht in die Öffentlichkeit und sagt, ich weiß in Coaching-Sessions häufig nicht, was ich machen soll.

Speaker: Oder ich bin total überfordert mit den Emotionen oder den Themen, weil...

Speaker: Da kickt dann doch das Ego an der einen oder anderen Stelle vielleicht und man hat so einen gewissen perfektionistischen Anspruch und möchte nach außen hin natürlich auf eine gewisse Art und Weise wahrgenommen werden.

Speaker: Und deswegen findet man aber auch relativ wenig darüber, oder es begegnet mir relativ wenig darüber, warum Coaches häufig so schnell erschöpft sind und wo einfach auch wirklich die Blindspots von Coaches oder auch Ausbildungsanbietern liegen.

Speaker: die dazu führen, dass Coaching auch einen gewissen Ruf entwickelt hat, nämlich dass es nicht professionell ist, dass es nicht sicher ist, dass viele Menschen sehr negative Erfahrungen mit Coaching machen und wir wollen uns angucken, wo wir das verbessern können, denn das ist nicht so kompliziert, aber wir können nicht über Dinge nachdenken, die uns nicht bewusst sind und deswegen wollen wir hier ein Bewusstsein dafür schaffen,

Speaker: Und dann, ja, auch wenn ich eine kleine Hexe bin, ist es trotzdem kein Hexenwerk.

Speaker: Man kann wirklich sehr gut lernen, was es braucht.

Speaker: Und es ist nicht so kompliziert, aber es ist halt neu und es ist ein anderer Blickwinkel.

Speaker: Ja, ja.

Speaker: Also ich würde sagen, dass je mehr Sicherheit ich im Innen kriege, desto weniger werde ich überfordert von dem, was mir begegnet.

Speaker: Und ich glaube, da ist es einmal wichtig, vielleicht gehe ich mir einmal darauf ein, was sind so klassische Momente im Coaching, weil meine Erfahrung ist, dass man das erst merkt, wenn man es erlebt.

Speaker: Also man kann ganz viele Ausbildungen machen und dann ist man in der Situation und denkt sich, krass, das habe ich noch nicht erlebt und ich habe gerade...

Speaker: echt Muffensausen und meine Sicherheit ist gerade noch drei Prozent höher als meine Unsicherheit und das reicht hoffentlich und ich glaube, diese Momente und auch, wie wir dann darauf reagieren, wenn es nicht mehr nur rein hypothetisch ist, das ist, glaube ich, etwas, was

Speaker: viele Coaches dann in ihrem Alltag erleben oder sehr fürchten.

Speaker: Also auch das hören wir ja regelmäßig, dass es häufig auch ein Grund ist, überhaupt gar nicht wirklich loszugehen, weil so eine Sorge davor besteht, was passiert, wenn ich nicht mehr weiß, was ich tun soll, was ist, wenn ich meine Klientin retraumatisiere und was ist, wenn mir was begegnet, wo ich entweder rechtlich oder auch emotional an meine Grenzen stoße und

Speaker: An sich ist das auch ein sehr verantwortungsvoller Grundgedanke, weil es ist ja tatsächlich so.

Speaker: Ich dachte am Anfang immer, im Coaching begegnen uns halt so entspanntere, leichtere Themen, weil häufig die Symptome an der Oberfläche sich erstmal leichter und entspannter anfühlen als zum Beispiel in therapeutischen Prozessen.

Speaker: Aber wenn man dann so in die Geschichten reinschaut und auch in die vergangenen Jahre der Begleitung durch beispielsweise Ernährungsberatung oder auch andere Begleitungsformen, dann ist man manchmal wirklich echt geschockt, würde ich fast sagen.

Speaker: was einem so für Themen begegnen.

Speaker: Und je unsicherer wir in dem Moment in uns selber sind, desto mehr erleben wir das als überwältigend und desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir danach entweder aufhören, total erschöpft sind, weil wir jedes Mal denken, oh mein Gott, hoffentlich kommen wir hier lebend raus.

Speaker: Oder, dass wir in dieses alte Muster zurückgehen, alles im Muschulative doch wieder wegzudrücken, damit wir nicht diese Situation wieder erleben.

Speaker: Und dadurch nehmen wir uns natürlich ganz viele Möglichkeiten, ganz viel Potenzial und Chancen.

Speaker: Und ich habe zum Beispiel, also es ist gerade das naheliegendste Praxisbeispiel, weil es letzte Woche war.

Speaker: Ich hatte letzte Woche Freitag ein Live-Coaching.

Speaker: Und ich würde sagen, es ist inzwischen so, dass ich

Speaker: weil fast jedem Thema relativ entspannt darauf reagieren kann.

Speaker: Aber in dem Moment hatte die Person eine akute Panikattacke schon in dem Moment, wo die Person reinkam.

Speaker: Und ich konnte das erstmal nicht zuordnen, weil ich wusste jetzt nicht, ist das gerade körperlich oder was ist gerade los.

Speaker: Und das war so ein Moment, wo ich kurz so dachte, obwohl ich diese Erfahrung ja auch selber kenne, aus persönlicher Erfahrung,

Speaker: wo ich echt danach gemerkt habe, wie geschwitzt ich bin und wie heiß mir ist und wie entspannt ich dann, also wie das alles danach abgefallen ist, erst da habe ich gemerkt, krass, das hat mich gerade richtig gefordert, weil ich nicht genau wusste, ähm,

Speaker: in diesem akuten Moment, wo das ganz im Raum ist, was braucht es gerade?

Speaker: Und diese Fähigkeit, die entwickeln wir halt durch die Erfahrung, dass wir merken, was funktioniert in dem Moment und hätte ich nur meine fünf verschiedenen Ansätze gehabt, mit denen ich hätte arbeiten können, dann wäre das, glaube ich, nicht gut ausgegangen.

Speaker: Weil in dem Moment war quasi komplett Shutdown.

Speaker: Und

Speaker: Das war so eine Situation, die mich damals vor allem selber fordert hätte.

Speaker: Diesmal habe ich auch gemerkt, sie hat mich gefordert, aber halt nicht mehr überfordert.

Speaker: Dann natürlich alles rund um Thema Missbrauch in Geschichte und auch in Beziehungen und so weiter.

Speaker: Das sind auch Themen, die uns häufig begegnen, auch gerade, wenn wir mit Frauen arbeiten.

Speaker: Aber ich habe auch lange mit Männern gearbeitet und da gerade dieses Thema, die Kinder werden als Machtinstrument,

Speaker: instrumentalisiert in Bezug auf finanzielle Themen.

Speaker: Also solche großen existenziellen Themen, würde ich sagen, die ganz, ganz häufig vorkommen, Mutter- und Vatererfahrungen, wo man sich so denkt, krass, dass das so eine Psyche irgendwie gemeistert hat, damit klarzukommen.

Speaker: Das sind alles so Situationen, wo es so ans Existenzielle geht, wo die Wahrscheinlichkeit am höchsten wird, dass wir selbst in so eine

Speaker: Gegenreaktionen, sage ich mal, komm.

Speaker: Hast du Themen, wo du sagst, das ist für mich am herausforderndsten gewesen oder auch vielleicht heute noch?

Speaker: Also da gibt es viele, also wirklich viele, viele Erfahrungen, die auf unterschiedlichen Ebenen stattfinden.

Speaker: Und ich würde das gerne mal so ein bisschen auftröseln.

Speaker: Ich gehe gleich auf konkrete Erfahrungen ein, die ich im Coaching-Prozess gemacht habe.

Speaker: Ich möchte aber kurz einmal den körperlichen Mechanismus von Stress nochmal erklären, weil das, glaube ich, ganz wichtig ist, um zu verstehen,

Speaker: wo wir in dem Moment als Instrument gut gestimmt sein können oder schlecht gestimmt sein können.

Speaker: Der Punkt ist, wenn

Speaker: Ich denke, den meisten werden die Spiegelneuronen was sagen.

Speaker: Also Kinder lernen ja viel über die Spiegelneuronen.

Speaker: Wir merken unsere Spiegelneuronen vor allem dann, wenn wir zum Beispiel einen Film gucken oder in Reels gucken und da lacht jemand und wir sitzen plötzlich auch lachend vor dem Handy oder vor dem Bildschirm.

Speaker: Das heißt, unser Nervensystem beginnt, das Gegenüber zu spiegeln.

Speaker: Und tendenziell das instabilere Nervensystem oder das Nervensystem, was eben

Speaker: vielleicht auch sich unsicherer fühlt, kippt eher in die Richtung des stabileren Nervensystems.

Speaker: So synchronisieren sich die Nervensysteme.

Speaker: Deswegen ist ja so ein Coaching-Prozess auch deshalb so wundervoll, weil das Nervensystem des Gegenübers sich mit dem von einem stabilen

Speaker: Menschen, Coach, Therapeuten, wie auch immer, synchronisieren kann.

Speaker: Dafür muss aber natürlich das Nervensystem der Person, die den Raum hält, stabiler sein als das Nervensystem der Person, die gehalten wird.

Speaker: Weil sonst kippt sie halt relativ schnell, auch in diese Panik zum Beispiel.

Speaker: Also wäre dein Nervensystem in dem Moment instabiler gewesen als das deiner Klientin, wärst du mit in die Panik reingesprungen.

Speaker: Und das kennt man ja auch in so Massenpanikphänomenen oder so.

Speaker: Das heißt, unsere Nervensysteme synchronisieren sich und wenn jetzt eine Klientin vor mir sitzt und die geht,

Speaker: Zum Beispiel in ein Thema rein, das sie extrem krass emotional beschäftigt.

Speaker: Sie kann mir etwas erzählen, was vielleicht ganz schlimm für sie gewesen ist.

Speaker: Zum Beispiel, aus dem Nichts hat mein Vater mich mitten auf dem Parkplatz verprügelt und alle anderen standen nur um mich herum und niemand hat was gemacht.

Speaker: Das kann sie erzählen und alleine dieses Bild löst ja auch in mir etwas aus und bringt auch bei mir Emotionen in Bewegungen, die in dem Moment aber keinen Raum und Ausdruck bekommen können, weil ich Raum halte für die Person, für die ich gerade Raum halte.

Speaker: Das heißt, ich muss die so ein Stück weit innerlich regulieren können oder ich nenne es mal parken, um sie später nochmal für mich in den Prozess zu nehmen.

Speaker: Und in dem Moment, wo ich die halt zurückdränge und zurückhalten muss, entsteht natürlich aber bei mir eine Form von Anspannung.

Speaker: Weil ich kann es ja nicht ausdrücken, also muss ich es erstmal zurückhalten.

Speaker: Das heißt, diese Anspannung kann zu Stress führen.

Speaker: Und je mehr ich

Speaker: getriggert bin und aktiviert bin in meinen eigenen Themen, desto mehr muss ich zurückhalten und desto gestresster bin ich.

Speaker: Und dann kann das irgendwann mein Toleranzfenster überschreiten und dann fühle ich eine maximale Überforderung in der Coaching-Session, weil in mir so viel aktiviert wird, dass ich vielleicht selber noch gar nicht in den Prozess genommen habe, dass mein System dann irgendwann kippt und dann ist der Raum nicht mehr stabil und dann ist der Raum auch nicht mehr traumasensibel, weil

Speaker: Wenn ich den Raum nicht halten kann in dem Moment, dann macht meine Klientin eine Negativerfahrung mit der Emotion, die bei ihr hochkommt.

Speaker: Zum Beispiel die Erfahrung, wenn ich das dann mal zeige, dann kann man mich wieder nicht halten.

Speaker: Und das ist ja häufig die Ursprungserfahrung, warum sich zum Beispiel Menschen so etwas wie emotionales Essen bauen.

Speaker: Wenn ich als Kind gelernt habe, ich werde eh nicht gehalten, ich muss eh alles mit mir selber ausmachen,

Speaker: und jetzt in einem Coaching-Prozess bin, wo ich lernen soll, mich gesund zu regulieren und in eine Co-Regulation gehe und ich mache wieder die Erfahrung, dass mein Gegenüber das nicht halten kann, dann bestätigt das das Muster eigentlich nur noch, statt dass es halt wirklich zu einer Lösung kommt.

Speaker: Und diesen Mechanismus und diese Dynamiken müssen wir erst mal verstehen.

Speaker: Und das zeigt eben auch, weshalb es A so wichtig ist,

Speaker: gewisse Mechanismen zu kennen und zu verstehen, b gut ausgebildet zu sein und vor allem sich auch von Menschen ausbilden zu lassen, die eben nicht nur die theoretische Erfahrung haben, sondern auch die praktische Erfahrung und die auch, wie zum Beispiel bei uns in der Psychosomalytrition-Coach-Ausbildung, einfach

Speaker: einen Ausbildungsraum schaffen, in dem wir auch gewisse emotionale Zustände erleben können und nicht nur theoretisch durchspielen.

Speaker: Und das kann vielseitig sein, was wir da erleben.

Speaker: Also wir können an unsere Grenzen kommen, einfach weil die, sag mal,

Speaker: Gewalt und Ausprägung der Emotionen bei meinem Gegenüber einfach so groß ist, dass mich das selber erschreckt.

Speaker: Also nehmen wir an, da kommt so eine richtig krasse Wut hoch und so eine Aggression auch hoch und du hast selber ein Riesenthema mit Wut, dann wird es in dir geblieben.

Speaker: ein Stresssignal oder vielleicht sogar ein Angstsignal auslösen.

Speaker: Oder wenn da einer anfängt bitterlich zu weinen und zu schlurzen und du selbst sitzt da und denkst dir so, oh mein Gott, muss ich da jetzt irgendwas tun?

Speaker: Das wird jetzt aber irgendwie ein bisschen doll.

Speaker: Kann sie das noch aushalten?

Speaker: Das sind so Erfahrungen, die uns überfordern können.

Speaker: Und was uns natürlich auch überfordern kann, ist, wenn etwas geteilt wird, was völlig gegen unsere Moralvorstellungen geht.

Speaker: Also das kennt vielleicht jeder mal, hat schon mal die Situation erlebt, also wir sehen das ja in der politischen Landschaft gerade auch extrem.

Speaker: Also nehmen wir mal an, du bist in der Coaching-Session und

Speaker: Da sitzt jemand vor dir und der teilt halt mit dir, ich spiele halt mit dem Gedanken, meinen Mann zu betrügen.

Speaker: Kannst du dein Thema in dem Moment rauslassen?

Speaker: Ja, und zwar in beide Richtungen.

Speaker: Oder in die Solidarität zu mir, zum Partner.

Speaker: Oh Gott, um den Misswillen, die will ihren Mann betrügen.

Speaker: Also das geht ja gar nicht, der arme Mann, wenn man selber vielleicht auch bedrogen wurde.

Speaker: Ja, oder in die andere Richtung.

Speaker: Oder in die andere Richtung.

Speaker: Zeigen die Frauen, den Männer machen die eh schon seit Jahren durch.

Speaker: Habe ich auch schon erlebt tatsächlich.

Speaker: Und das heißt, in dem Moment kommt natürlich in mir, mein Wertesystem geht an.

Speaker: Das heißt, bei mir kommen auch Emotionen in Wallung.

Speaker: Und dann sind wir wieder bei dem Mechanismus, den ich eben beschrieben habe.

Speaker: Dann muss ich das erst mal zurückhalten.

Speaker: Und ich brauche ein...

Speaker: ein psychodynamisches Verständnis dafür, wie kommt es überhaupt zu solchen Fantasien?

Speaker: Weil es hat ja einen Grund, warum die Person daran denkt, den Partner zu betrügen.

Speaker: Es hat im Übrigen auch einen Grund, warum da sind wir in einem Bereich, wo es

Speaker: für viele sehr, sehr schwierig wird, ruhig zu bleiben.

Speaker: Es gibt auch einen Grund dafür, warum es Menschen gibt und Körper gibt, die zum Beispiel einfach sexuell enregt auf Kinder reagieren.

Speaker: Nicht, dass das in Ordnung wäre, aber es gibt eine Ursache dafür.

Speaker: Wo sollen denn diese ganzen Menschen zur Therapie gehen, wenn es keine Therapeuten gibt, die wertfrei in dem Moment mit den Leuten an den Ursachen für dieses Verhalten oder dieses Gedankengut arbeiten können, damit sich das löst und ändert.

Speaker: Da sind wir völlig in so einer Trucks.

Speaker: Und man kann sich natürlich auch aussuchen, in welchem Bereich man mit Menschen arbeitet.

Speaker: Wir als Coaches tendenziell sowieso nicht in diesem pathologischen Bereich, aber uns werden halt eben Dinge begegnen.

Speaker: Jetzt zu konkreten Beispielen im Alltag.

Speaker: Also ich hatte natürlich ganz am Anfang meiner Ernährungsberatungpraxis natürlich immer häufiger, ich hatte ja eine gewisse Awareness zum Beispiel für emotionales Essen.

Speaker: Ich habe natürlich dann auch schon angefangen, mit meinen Klienten darüber zu sprechen, was eigentlich zu dem Essverhalten führt.

Speaker: Und da kam ich zum Beispiel immer wieder an meine Grenzen, weil dann eben so Themen aufkamen wie, ja, meine Mutter hat schon als Kind immer gesagt, wenn ich dick werde, dann wird mich kein Mann mehr lieben, dann werde ich genauso verlassen, wie mein Vater meine Mutter verlassen hat oder...

Speaker: Was auch immer.

Speaker: Und dass da das innere Kind eine Rolle spielt, wusste ich.

Speaker: Und dann war ich aber so an dem Punkt, okay, was mache ich jetzt damit?

Speaker: Weil da liegt ja eigentlich die Ursache und nicht beim Ernährungsplan.

Speaker: Und es kann gut tun, darüber zu reden.

Speaker: Aber dann saßen die manchmal vor mir und haben angefangen zu weinen.

Speaker: Oder ich weiß, einmal ist eine sogar kurz aufgestanden und ist einfach gegangen.

Speaker: Da musste sich draußen eine Zigarette anzünden und kam danach wieder und hat gesagt so,

Speaker: Jetzt geht es wieder.

Speaker: Und ich sagte dann so, okay, was ist hier jetzt gerade passiert, was habe ich gemacht?

Speaker: Und dieser Pain hat natürlich dazu geführt, dass ich dann auch gesagt habe, okay, ich muss mich in diesem Bereich einfach nochmal weiterbilden, weil ich kann nicht die Finger davon lassen, weil ich merke, da liegt eigentlich die Lösung des Problems, aber ich habe auch die Kompetenz noch nicht, dahingehend zu arbeiten.

Speaker: Also

Speaker: musste ich das natürlich lernen.

Speaker: Das heißt, es hat natürlich eine Erschütterung auch in meinem System gebraucht, zu erkennen, oh, weiß ich nicht.

Speaker: Oder dann hatte ich meine erste Situation, wo ich dann auch schon mit Emotionen gearbeitet habe, wo eine Frau eben nicht nur die Wut mal gespürt hat, ich gemerkt habe, sie kriegt einen roten Kopf und rote Ohren und sagt, ich bin wütend und wir haben das mal sie spüren lassen, sondern es war auch tatsächlich bei einem

Speaker: Bei einem Day-Retreat, einem Offline-Event, das wir gegeben haben, wo auf einmal wir standen im Kreis, wir haben uns alle an den Händen gehalten, haben so ein bisschen eine Atmung gemacht und so.

Speaker: Und auf einmal scherte sie aus dem Kreis aus, stellte sich in eine Ecke und fing an wirklich zu schreien, lass mich in Ruhe.

Speaker: bin ich halt zu ihr hin und musste gleichzeitig den Raum beruhigen.

Speaker: Weil da waren dann Frauen, wo du gesehen hast, die sind auch erschüttert von diesem Emotionsausdruck und gleichzeitig brauchte die Frau halt und da in dem Moment selbst ruhig zu bleiben.

Speaker: Ich habe das gut gemanagt bekommen, aber da habe ich auch gemerkt, oh wow, was passiert jetzt?

Speaker: Oder dann...

Speaker: dass dann plötzlich mehrere Frauen im Raum angefangen haben, wirklich lauter zu werden.

Speaker: Das war spannend.

Speaker: Was ich auch sehr, sehr spannend fand, war, ich hatte selbst in einem Coaching-Prozess mit meiner Mentorin eine Session, wo ich auch in den Wutausdruck gegangen bin und wir mit den Themen Aggression und Urwunden gearbeitet haben.

Speaker: Und ich irgendwann angefangen habe, Galle zu spucken.

Speaker: Was ich faszinierend fand, weil ich hatte vorher gefrühstückt und mein Frühstück blieb drin, aber die Galle kam raus.

Speaker: Und in meinem Kopf ging erst mal so an, oh Gott, was passiert jetzt hier?

Speaker: Aber gleichzeitig war durch meine Vorarbeit der Teil in mir so stark und sicher, dass der sagen konnte, es ist alles gut, lass das einfach mal passieren, der Körper weiß schon, was er da macht.

Speaker: Und spannenderweise danach...

Speaker: hatte ich auch die ersten Erfahrungen damit, dass meine Klienten manchmal angefangen haben zu spucken.

Speaker: Wo ich dann auch dachte, okay krass, dadurch, dass ich das bei mir halten konnte, hat sich der Raum dafür geöffnet, dass ich das bei anderen halten konnte.

Speaker: Und dadurch war natürlich der Release und der Prozess für mein Gegenüber halt sicherer und tiefgreifender, einfach bei

Speaker: weil sie das zulassen konnten in dem Moment, weil das Unterbewusstsein des Gegenübers einfach mit abgecheckt hat, die kann das halten, die ist an diese Stelle auch schon mal getaucht.

Speaker: Da hatte ich mal eine Situation, da hat in einer Session eine Klientin angefangen hat, plötzlich zu schleimen.

Speaker: Also da kam ganz viel Schleim aus dem Mund, aus der Nase und das hat irgendwie gefühlt einfach nicht aufgehört.

Speaker: Und da dann ruhig zu bleiben, der Körper weiß, was er da tut und es ist alles fein, solange sie sich sicher gehalten fühlt.

Speaker: Und dafür ist halt ausschlaggebend, dass ich sicher bin in dem Moment.

Speaker: Solche körperlichen Reaktionen sind ganz spannend.

Speaker: Ich hatte mal eine Session, da hat der Körper der Klientin ein Symptom nach dem anderen gezeigt.

Speaker: Das sagst du jetzt schon.

Speaker: Das ist schon ein anderes.

Speaker: Jedes Mal, wenn wir einfach an den Kernthemen kamen, statt zu fühlen kamen, dann kamen, jetzt juckt es oder jetzt kriege ich Hunger oder jetzt muss ich mal schnell pipi.

Speaker: Und dann irgendwann...

Speaker: Einfach weil ich ruhig geblieben bin, konnte dann das System sich drauf, also hat gemerkt, ich komme aus der Nummer 5, na gut, dann gehe ich halt da rein.

Speaker: Solche Sachen.

Speaker: Aber – und wir arbeiten mit Menschen, deswegen ist es wichtig, dass wir traumasensibel arbeiten – uns wird auch Trauma begegnen in der Arbeit mit Menschen.

Speaker: Selbst wenn wir keine Traumatherapie machen, wenn Menschen sich sicher in der Beziehung und im Raum mit uns fühlen, dann wird es auch dazu führen, dass sie anfangen, uns Dinge anzuvertrauen, über die sie vielleicht noch nie gesprochen haben.

Speaker: Und da zu wissen, wie kann ich das halten, ohne meine Kompetenz zu überschreiten und doch in so eine Art traumatherapeutischen Kontext zu rutschen, obwohl ich dafür gar nicht befugt oder auch ausgebildet bin.

Speaker: ohne aber gleichzeitig das einfach abzubrechen und zu sagen, oh nee, nee, nee, da dürfen wir nicht drüber reden, das gehört in die Traumatherapie, was ja wieder eigentlich eine retraumatisierende Erfahrung ist, weil jetzt fühlt man sich schon so sicher und möchte das teilen und trifft wieder auf ein überforderndes Gegenüber.

Speaker: Und da habe ich halt auch schon Sachen gehört und

Speaker: Also ich höre dich gerade, jetzt höre ich dich wieder.

Speaker: Von Situationen, wo sie als Kind missbraucht wurde, dass der Mutter erzählt hat und die Mutter gesagt hat, du erzählst Quatsch, du willst nur Aufmerksamkeit, über Situationen, wo der Vater

Speaker: nachts immer wieder ins Zimmer gegangen ist und die Mutter das wusste und geduldet hat.

Speaker: Also alle möglichen verschiedenen Situationen.

Speaker: Ich habe auch schon, nicht im Coaching-Kontext,

Speaker: im echten Leben sozusagen auch schon mit Menschen gesprochen, die eben eine pädophile Leigung haben, das aber nicht ausleben und da eben händeringend nach Unterstützung suchen, weil sie da einfach Schwierigkeiten haben, sich dann auch mit zu öffnen, ohne direkt

Speaker: bewertet zu werden und gleichzeitig das aber gerne lösen wollen.

Speaker: Und das sind dann eben so diese moralischen Themen, die ich meine, die dann einfach bei uns angestoßen werden können.

Speaker: Und da gibt es eben zwei Ebenen oder zwei Rollen, die ich innerlich einnehmen kann.

Speaker: Also ich kann diesen

Speaker: kann diesen privaten Hut aufsetzen, der sagt, ich habe bestimmte moralische Wertvorstellungen und gewisse Dinge, die gehen einfach gar nicht.

Speaker: Und ich habe halt diesen professionellen Hut, wo ich in dem Moment, wo eine Klientin weint vor mir sitzt und sagt,

Speaker: Sie hat schon in der letzten Beziehung ihren Mann oder ihren Partner betrogen und jetzt kommt sie in dieser Beziehung wieder an die Situation, dass diese Gedanken und diese Fantasien laut werden.

Speaker: Und sie hat jetzt vielleicht sogar konkret jemanden in ihrem Leben, zu dem sie sich hingezogen fühlt und da dann eben nicht

Speaker: so in die Gegenwehr zu gehen, sondern einfach ruhig zu bleiben und mit ihr herauszufinden, was sich beziehungsdynamisch immer wieder ab spielt, dass sie diese Ausstiegsgedanken hat.

Speaker: Und das sind eben diese zwei Ebenen.

Speaker: Einmal das Wissen darum, das nicht einfach selbst mit einer eigenen Projektion zu belegen oder irgendwie zu dämonisieren.

Speaker: diese psychodynamischen Sachen dahinter, was führt eigentlich überhaupt dazu, dass jemand so handelt oder denkt?

Speaker: Und natürlich die eigene Regulationsfähigkeit in dem Moment.

Speaker: Da nicht mit reinzuspringen, sich da nicht reinzusteigern.

Speaker: Ich hatte schon Klienten, die haben mir erzählt, mein Partner teilt mir das Geld ein.

Speaker: Ich habe keine eigenen finanziellen Mittel.

Speaker: Aus meiner persönlichen und privaten Geschichte, wenn ich mir die Dynamik zwischen meinen Eltern angucke.

Speaker: Finden Sie bestimmt super.

Speaker: Das finde ich super.

Speaker: Da könnte ich zeigen, das geht ja gar nicht, was er da macht und das ist richtig scheiße von dem und du hast total recht.

Speaker: Und dann würde ich auch voll emotional werden.

Speaker: Und da ist halt die Frage, hilft ihr das in dem Moment wirklich oder verschärft es vielleicht sogar das Problem nur noch, weil die Dynamik dadurch sich noch mehr aufbauscht, statt dass es halt zu einer Lösung kommt.

Speaker: Ja, und vor allen Dingen, und das ist, glaube ich, das, was mit der Zeit immer zugänglicher wird, je mehr man damit arbeitet, wenn wir rauszoomen,

Speaker: dann ist auch in einer Beziehung sind immer zwei beteiligt.

Speaker: Das bedeutet, der eine ist der, der die finanziellen Mittel ganz strikt einteilt und wie Taschengeld auszahlt und die andere Person ist die, die das mitmacht und in dieser Kollision, also in dieser Beziehungsdynamik drin ist und sich das unbewusst auch so mitgebaut hat.

Speaker: Und genau das Gleiche ist bei Betrug auch ein Thema.

Speaker: Darüber haben wir letzte Woche auch in der

Speaker: in einer unserer Praxissessions von der Ausbildung gesprochen, wo du im Urlaub warst, dass das Thema Unstreue ganz häufig auch neben häufig Bindungs- und Distanzthemen, die da reinkommen, also bevor du mir zu nah kommst, versaue ich das lieber wieder, das kann mit rein spielen, aber häufig auch schon die Erfahrung gemacht wurde, dass der andere einen schon viel früher verlassen hat.

Speaker: ohne gegangen zu sein.

Speaker: Also ganz häufig die Erfahrung, egal wie oft ich das anspreche und egal wie oft ich sage, ich fühle mich übersehen und ich fühle mich nicht mehr begehrt und meine Bedürfnisse mitgeteilt, egal von welcher Perspektive.

Speaker: Also auch da, wenn wir anfangen, unsere Brille von unserer eigenen Vorstellung, weil manche würden sagen, ja, ist doch kein Problem.

Speaker: Also

Speaker: wenn wir das offene Konzept uns angucken oder Polyamorie oder was auch immer, da ist das vielleicht sogar sowieso nochmal eine ganz andere Betrachtungsweise.

Speaker: Das heißt, wenn wir versuchen, möglichst unsere Brille auszuziehen von dem, was wir glauben, was richtig und gut ist und das wirklich auf so eine psychodynamische Ebene rauszoomen, zu verstehen, was passiert da gerade eigentlich wirklich und welche Dynamiken spielen sich da ab,

Speaker: dann fällt es uns eh schon viel leichter, lösungsorientiert zu bleiben.

Speaker: Und ein Punkt, den du eben gesagt hast, möchte ich auch noch einmal drauf eingehen.

Speaker: Es ist, finde ich, auch ein Qualitätsmerkmal, dass man auf etwas, was emotional für die Klientin oder den Klienten aufgeladen ist,

Speaker: auch mitreagiert.

Speaker: Also dass die Person mitbekommt, der ernste Lage und das, was das in mir auslöst, das kriegt die andere Person mit.

Speaker: Mir sitzt da jetzt kein Eisblock oder ein Stein gegenüber, der das alles psychoanalytisch aufschreibt und mich anguckt, als hätte ich gerade meinen

Speaker: mein Abendessenrezept dem Vorgelesenen, sondern dass die Person mitbekommt, die andere Person kriegt mit, was das für mich bedeutet, die wird dadurch berührt, das löst in der auch was aus und sie kann es trotzdem halten, also sie ist in Kontakt mit mir

Speaker: Und sie ist gleichzeitig sicher darin.

Speaker: Und das ist ja eigentlich, finde ich, die größte Kunst, diese Balance halten zu können, damit wir nicht einerseits in so etwas Kaltes, Distanziertes, Professionelles von, ah nee, das kannst du mir zwar erzählen, aber das löst in mir nichts aus, weil ich bin professionell und distanziert und du bist ja meine Klientin, dass es nicht da reinrutscht.

Speaker: Und auf der anderen Seite aber auch eben nicht eine emotionale Überaktivierung.

Speaker: Sie sagt, oh mein Gott, das ist so schrecklich.

Speaker: Also wie hast du das überlebt?

Speaker: Und da weiß ich jetzt gerade auch gar nicht, was ich zu sagen soll.

Speaker: Wie kann man als Eltern so sein?

Speaker: Das ist ebenfalls nicht hilfreich, weil beides ist emotional nicht in der Waage, sondern das eine ist emotional überaktiviert und das andere ist emotional quasi wie dissoziiert.

Speaker: Also ich kriege eigentlich quasi gar nichts mehr mit.

Speaker: Und die Mitte dazwischen ist eigentlich der schmale Grad, der ganz entscheidend ist.

Speaker: Und da kommen wir eben wieder zu dem, was du gesagt hast, das Wissen alleine, das beruhigt erstmal.

Speaker: Also zu wissen, was sind eigentlich die einzelnen Schritte, Wissen über Psychodynamik zu haben, über Bindungsmuster, über vielleicht auch Traumaformen und so weiter, das entspannt schon mal erstmal.

Speaker: Weil über das Wissen können wir Dinge zuordnen, wir können Dinge analysieren, wir können Dinge verstehen.

Speaker: Und das lässt uns auf eine Art erstmal das Gefühl von Kontrolle haben.

Speaker: Und das wiederum gibt erstmal Sicherheit und das ist auch hilfreich.

Speaker: Also anders als wir setzen uns einfach zusammen und wir reden über deine Traumata und ich habe gar keine Ahnung, was ich tun kann, wenn da was aufkommt.

Speaker: Und dann kommt aber die Ebene dazu.

Speaker: Wir sitzen in einer realen Situation mit einer realen Person, wo uns ein reales Thema begegnet, was vielleicht aufgrund unserer eigenen Geschichte längst verdrängt ist.

Speaker: Oder wir aufgrund unserer Geschichte gar nicht uns vorstellen können, dass sowas auf diese Art existiert.

Speaker: Und plötzlich sitzen wir dieses Thema mit einer realen Person gegenüber.

Speaker: Und dann ist alles Wissen für einen Moment erstmal ausgeschaltet in dem Moment.

Speaker: Und da kommen wir zu dem, was du eben zum Stress erzählt hast.

Speaker: Wenn mein System in dem Moment zu stark emotional reagiert, also alle Stresshormone hochfahren, mein Nervensystem in eine absolute Anspannung und...

Speaker: auch in so eine Art Entweder-Über- oder Unterreaktion gerät, dann bin ich in dem Moment in einem Gehirnbereich, der rein emotional und stressgesteuert ist.

Speaker: In diesem Bereich des limbischen Systems, der Amygdala, also quasi des Emotionszentrums, das was auch abwärts.

Speaker: ruft, ist gerade Gefahr, ist gerade eine Reaktion erforderlich.

Speaker: Und wenn das hochfährt, dann ist der Zugang zum präfrontalen Kortex, also zu dem Bereich, der dieses ganze Wissen mal gespeichert hat, runtergefahren.

Speaker: Deswegen sagt man auch, dass Angst dumm macht oder dass wir in Erregungssituationen, wo wir einfach extrem...

Speaker: geschockt sind von etwas oder überwältigt oder mit etwas gar nicht gerechnet haben, häufig zu Entscheidungen greifen, wo man so denkt, die hätte ich niemals getroffen in einem anderen Moment.

Speaker: Und wenn diese Situation in einem Coaching-Prozess eben einsetzt,

Speaker: dann hat unser ganzes Wissen in dem Moment keine Relevanz mehr, weil wir nicht mehr darauf zugreifen können.

Speaker: Und in dem Moment sitzt in Anführungsstrichen die nackte Wahrheit vor einem.

Speaker: Ist mein Nervensystem reguliert genug?

Speaker: Habe ich genug emotionale Fähigkeiten und Kapazitäten entwickelt und wichtig genug genommen, um das gerade halten zu können, auch wenn mir das Wissen gerade abhanden kommt?

Speaker: Jetzt sind nur du und ich, wir beide im Kontakt, wir beide in der Frage, können wir das gemeinsam halten und ich ein bisschen mehr als du?

Speaker: Und in den Momenten wird es dann wirklich spannend, weil das stellt uns dann häufig deutlich mehr auf den Prüfstand als die Klientin mit ihrem Thema, was sie mitgebracht hat.

Speaker: Also wir prüfen dann häufig, finden wir das gut oder schlecht?

Speaker: Ist das moralisch in unserer Vorstellung oder nicht?

Speaker: Oder das, was da passiert ist, ist das moralisch in unserer Vorstellung oder nicht?

Speaker: Das sind alles Schutzstrategien.

Speaker: Weil in dem Moment sind wir nicht selber auf dem Prüfstand, ob wir uns selbst, ob wir unsere Emotionen und das, was gerade im Raum aktiv ist, halten können.

Speaker: Indem wir es dann schnell wegschieben, liegt die Verantwortung auf eine Art nicht mehr bei uns.

Speaker: Und diese emotionale Kapazität ist einerseits deswegen wichtig, um dann diesen Retraumatisierungsprozess auf jeden Fall zu verhindern.

Speaker: Es ist wichtig dafür, dass die Klientin eine neue, positive Erfahrung macht und merkt, ich kann mich damit zeigen und es ist trotzdem sicher.

Speaker: Es ist wichtig dafür, dass du als Coach danach nicht komplett ausgebrannt bist, weil ständig alles auf Alarm ist und du die ganze Zeit so in Regulationsnöten bist, dass du danach am liebsten erst mal drei Tage Urlaub machen würdest, weil dein ganzes System sagt, boah,

Speaker: Das hat mich so umgehauen, ich kann gar nicht mehr.

Speaker: Und viertens, und das finde ich auch noch ein wichtiger Punkt, das ist auch deswegen wichtig, weil gerade Tiefsitzende schon lange sehr tief gespeicherte emotionale Prozesse, die vielleicht schon über Jahrzehnte zurückgehalten werden und alle möglichen Abwehrstrategien von Körperspannung, von emotionalem Essen, von Ablenkungstendenzen, von toxischen Beziehungen, also von allem, was uns so auf der Symptomebene begegnen kann,

Speaker: Wenn wir an diesen Punkt kommen, dann ist es sehr häufig so, dass es intensiv wird.

Speaker: Dass uns die Emotionen deswegen mitreißen können, so wie Emotionen, die echt sind, uns in Anführungsstrichen.

Speaker: einfach wie so eine Huckepack-Funktion, sage ich mal, haben.

Speaker: Wir nehmen uns quasi mit und lassen uns auf dieser Welle reiten.

Speaker: Und das kann positiv sein, wenn zum Beispiel Menschen ganz doll lachen und wir lachen einfach mit, weil dieses echte Lachen uns ansteckt.

Speaker: Aber es kann sich auch sehr unangenehm anfühlen, wenn eine echte Trauer, ein echter Schmerz, ein echter Verlustschmerz, so eine echte

Speaker: spürbarer Schmerzschrei oder sowas durch den Raum geht, dann löst das was in uns aus, weil wir in dem Moment mitbekommen, wow,

Speaker: Das ist wirklich echt und da löst sich gerade wirklich was.

Speaker: Und diese Emotionen stecken uns automatisch an.

Speaker: Die lösen was in uns aus.

Speaker: Genauso wie bei einem Baby, was ganz doll kreicht und schreit.

Speaker: Das löst was in uns aus.

Speaker: Oder wenn ein Tier sich verletzt hat und ganz doll schreit, das löst was in uns aus.

Speaker: Oder eine Person, die von einem schweren Verlust erzählt.

Speaker: Und wir kriegen mit, das sind nicht einfach nur oberflächliche Tränen, sondern

Speaker: der Sitzensystem und das ist wirklich bis ins Markt erschüttert, das macht was mit uns und das darf es auch.

Speaker: Nur in den Momenten ist es wichtig, dass wir diese emotionale Kapazität haben, sodass wir nicht entweder die Klientin schnell dazu verleiten, das schnell wieder wegzudrücken, weil wir es nicht aushalten können oder uns selbst so mitreißen lassen, dass es dann in die Dynamik kippt, dass sie komplett überfordert ist, weil sie das vielleicht noch nie so gefühlt hat.

Speaker: weil sie hat ja ganz viele Muster entwickelt, um das nicht mehr wahrnehmen zu müssen.

Speaker: Und wir sitzen da genauso überfordert und ihr Nervensystem scannt die ganze Zeit.

Speaker: Bin ich sicher?

Speaker: Ist das hier ein sicherer Raum?

Speaker: Ist das ein regulierter Raum?

Speaker: Ist das gerade zu viel oder nicht?

Speaker: Das prüft das Nervensystem unbewusst die ganze Zeit.

Speaker: Und wenn die Antwort des Nervensystems des Coaches darauf ist, ja, es ist zu viel, ja, ich weiß auch nicht, was wir damit anfangen sollen, bitte halt das zurück, das ist gefährlich, ich weiß auch nicht mehr, ob der Raum hier sicher ist und ob deine Reaktionen körperlich noch sicher sind oder ob du gleich, keine Ahnung, kollabierst, dann ist es wie so ein Spiraleffekt,

Speaker: von der andere, ach du Scheiße, das ist wirklich nicht sicher und dann geht noch mehr Stress hoch.

Speaker: Der andere denkt, oh Gott, die Aktivierung wird noch schlimmer und so hat man quasi eine immer weiter spulende Stressspirale, bis dann irgendwann beide Nervensysteme quasi wie in so eine Art Crash-Out gehen und dann ist es irgendwann ab, nicht abreagiert, aber dann ist es irgendwann wie so ein Ende dieser Dynamik, aber nicht, weil sich was gelöst hat, sondern weil irgendwann einfach die Kapazität und die Energie raus ist, das auszuhalten und genauso kann es auch in eine positive Spirale gehen,

Speaker: wenn das Nervensystem mit mir scannt, bin ich gerade sicher, ist der Raum sicher, kann die mich halten und das andere Nervensystem sendet zurück, das berührt mich und ja, ich kann dich halten und es ist gut, dass es gerade Raum findet, ohne dass ich das kognitiv denke und aussprechen muss, kriegt das übrigens das Nervensystem mit.

Speaker: Dann

Speaker: kann es genau in die andere Ruckepackbewegung gehen, in Anführungsstrichen.

Speaker: Dann kriegt das Nervensystem mit, wow, es konnte sich lösen und es ist sicher und deswegen kann sich das nachhaltig integrieren.

Speaker: Und das ist das, was wir im Coaching eben erreichen wollen.

Speaker: Ja, und das, was auf unserer Seite als Coaches einfach an der Verantwortung liegt, ist, dass wir zum einen die Wissensebene, also damit meine ich zum Beispiel das Wissen darum,

Speaker: zum Beispiel psychodynamisch, das Wissen darum, welche körperlichen Prozesse, Stoffwechselprozesse muss ich auffangen, damit auch das alles verarbeitet werden kann.

Speaker: Ein ordentlicher Anamneseprozess, also einfach auch wirklich zu wissen,

Speaker: wo steht die Klientin, wenn die zu mir kommt?

Speaker: Und nicht, ich stelle mal ein paar Fragen darüber, was für ein Problem sie gerade hat und seit wann das besteht, sondern wir wissen ja alle, die Fragen sind ausschlaggebend, die wir stellen und da wirklich einfach zu wissen,

Speaker: Welche Fragen muss ich stellen?

Speaker: Wir haben einen Anamnese-Prozess vor unseren Coaching-Prozessen, der um die drei Stunden in Anspruch nimmt.

Speaker: Das ist weniger die Zeit, die die Krienten haben, um diese ganzen Formulare auszufüllen.

Speaker: Das ist schon ein Prozess, bei dem wir immer wieder das Feedback bekommen.

Speaker: Also so hat mich noch nie ein Arzt angeguckt.

Speaker: Also hätte ich nicht erwartet, dass es überhaupt in einem Coaching-Prozess stattfindet.

Speaker: Und dann eben auch lesen zu können, die Daten auswerten zu können, die uns die Klienten geben, um einfach gute Rückschlüsse darauf

Speaker: ziehen zu können, wo muss ich das System, den Körper, die Klientin erstmal stabilisieren, wo muss ich Stärken das reingeben, vielleicht auch Schwächen das rausnehmen, um überhaupt einen sicheren Raum dafür zu haben, in einen tieferen, auch emotionalen Prozess zu gehen.

Speaker: Das heißt, die Antwort darauf, wie wir uns in so einem Prozess sicherer fühlen können und wie wir auch überfordernde Situationen

Speaker: auch gut handeln können, wenn sie auftauchen und vor allen Dingen aber auch preventiv dafür sorgen, dass sie eben nicht mehr so häufig auftauchen, ist wirklich diese Kombination aus dem Wissen, welche Fragen muss ich stellen und welche Ebenen muss ich beachten.

Speaker: Auf der rationalen Ebene, welches Wissen muss ich haben über bestimmte Dynamiken und dann aber auch die

Speaker: Handwerksfähigkeit.

Speaker: Du kannst etwas in der Theorie studieren, gehst du ins Studium, lernst jahrelang rational über all diese Dinge.

Speaker: Du kannst auch Techniken und Tools verstehen und lernen, wie man die anwendet.

Speaker: Also Schritt 1, Schritt 2, Schritt 3, Schritt 4.

Speaker: Das ist alles erstmal rational.

Speaker: Und ich sage mal, einen guten Handwerker

Speaker: merkt man, dass ich ein bisschen aus dem Handwerk auch komme ursprünglich.

Speaker: Ein Experte in dem Bereich macht aus, dass er nicht nur die theoretische Erfahrung hat, beziehungsweise das theoretische Wissen hat, sondern

Speaker: auch ein Gefühl für das Material, mit dem er arbeitet.

Speaker: Sei es Holz, sei es Haare, sei es Stein, sei es Emotion.

Speaker: Und ein Gefühl auch für, ich sag mal, die Dinge, die wir nicht anfassen können.

Speaker: Also eben die ganze energetische Ebene, das Nervensystem, die Emotionen, die dort in Bewegung kommen.

Speaker: Das heißt, diese Ebenen,

Speaker: geben mir am Ende so eine große Sicherheit, dass ich halt nicht mehr da sitze und mir nur einen Gedanken darüber mache, ob in der Session irgendwas

Speaker: hochkommen könnte, was mich überfordert.

Speaker: Und das heißt nicht, dass wir nicht auch herausfordernde Prozesse erleben, heute noch, weil ich meine, ich weiß, dass ich nichts weiß, je mehr ich weiß, desto mehr weiß ich, was ich nicht weiß.

Speaker: Also wir sind da auch noch lange nicht am Ende unseres Weges, weil wir eben festgestellt haben, es gibt nichts, was es nicht gibt.

Speaker: Ich bin mal gespannt, was ich in zehn Jahren für Geschichten erlebt und gehört habe.

Speaker: Aber, ja, jetzt habe ich den Faden verloren.

Speaker: Also, das ist einfach wichtig, um nicht mehr in dieser Überforderung zu sein.

Speaker: Und wenn diese Angst da ist,

Speaker: überfordert zu sein, in den Sessions auch immer wieder Situationen auftauchen, wo wir überfordert sind, wo wir uns im Kreis drehen mit der Klientin oder dem Klienten, wo wir nicht mehr weiter wissen, wo wir irgendwie merken, das ist eine Unsicherheit, wenn wir selber erschöpft sind nach Coaching-Sessions.

Speaker: dann ist das ein ganz klares Signal, dass da irgendwo bei diesem Handwerkszeug noch etwas fehlt.

Speaker: Mit diesem Gefühl kommen ja auch viele zu uns in die Ausbildung, dass sie sagen, ich habe schon so, so, so viel gelernt, aber ich habe immer das Gefühl, da fehlt noch was.

Speaker: Deswegen ist es vielleicht ganz wichtig, vielleicht möchtest du ein bisschen was auch zu dem Workshop erzählen, den wir deswegen planen jetzt Ende Oktober, um euch da einfach nochmal ein bisschen besser abzuholen.

Speaker: Genau, wir haben am 22.10., 19.30 Uhr, glaube ich, ne?

Speaker: Ja, 19.30 Uhr haben wir ein Workshop konzipiert zum Thema Beyond Symptoms.

Speaker: Das bedeutet, wir schauen darauf, welche Ebenen müssen eigentlich abgedeckt sein und wie kann man die auch konkret in einen Coaching-Prozess einbauen, sodass wir wirklich nachhaltig, ganzheitlich und traumasensibel begleiten können.

Speaker: Also wir schauen darauf, welche Ebenen spielen zusammen,

Speaker: Wir spielen körperliche und emotionale und psychische Themen zusammen und lassen das auch, weil wir eben Erfahrung wichtig finden, direkt körperlich erfahrbar machen, was eine Klientin eigentlich erlebt, wenn sie mit diesen Worten kommt, die uns immer wieder begegnen werden.

Speaker: Ich habe schon so viel gemacht, ich weiß auch eigentlich, was ich tun sollte und trotzdem setze ich es nicht um.

Speaker: Das ist häufig so der größte Stich ins Herz auch als Coach, weil

Speaker: Naja, wir wollen ja natürlich für die Klientin, dass sie es umsetzen kann, dass es ihr besser geht und wir sprechen darüber, was es da an dieser Stelle wirklich braucht und welche Lücke da dann in dem Moment noch ist und was es braucht, um die zu schließen.

Speaker: Möchtest du noch was ergänzen?

Speaker: Eigentlich nur, dass...

Speaker: Das, was wir da teilen, ist einfach die Erfahrung aus den letzten, bei mir über zehn Jahre, bei dir auch fünf bis sieben Jahre.

Speaker: Insgesamt fließen da einfach 17 Jahre Erfahrung als Coach rein mit

Speaker: zusammengenommen über 900 Klienten, 1000 Stunden.

Speaker: Das heißt, du profitierst da von einer Erfahrung und vor allem von einem seit Jahren erprobten und sichtbar wirksamen Prozess, den wir da mit dir teilen.

Speaker: Das heißt, wir empfehlen dir einfach sehr, da dabei zu sein, wenn du wirklich als echter Experte oder echte Expertin dich positionieren willst in dieser

Speaker: Bubble, ja, in jedem Coaching-Markt, der einfach voll ist, aber nicht unbedingt voll mit Qualität.

Speaker: Und wir freuen uns über jeden, jede Einzelne, die und der mit uns diese Mission vorantreiben möchte, wirklich Coaching zu machen, was tiefgreifende Veränderungen ermöglicht, die Qualität am Coaching-Markt zu verbessern und ja, für sich selber einfach auch eine Arbeit zu machen, die ihn mit Sinn erfüllt,

Speaker: Und ja, da freuen wir uns also sehr, wenn du am 22. mit dabei sein möchtest, wenn du den Podcast über Podcasts hörst, dann findest du den Link dazu unten in den Shownotes.

Speaker: Wenn du dir hier die Aufzeichnung anschaust vom Live, dann kannst du gerne einfach unten in die Kommentare Symptom schreiben.

Speaker: Kommentieren.

Speaker: Und dann schicken wir dir den Link und dann kannst du dich anmelden am 22.

Speaker: Dann dabei sein.

Speaker: Da freuen wir uns also sehr.

Speaker: Und damit würde ich sagen, ja, war es das für heute.

Speaker: Genau.

Speaker: Gut.

Speaker: Schönen Tag, würde ich sagen.

Speaker: Bis zum nächsten Mal.

Speaker: Ciao.

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Recommended