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#39 - Oft ist Coaching auch nur eine Pille und keine echte Lösung

S1 E38 · The Embodied Coach
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31 Plays8 days ago

Wenn deine Klientin keine Lust auf Bewegung hat, emotional isst oder immer wieder in alte Muster zurückfällt, braucht sie nicht einfach das nächste Tool.

In dieser Folge erfährst du, warum Nervensystemregulation zwar entlasten kann, echte Veränderung aber erst entsteht, wenn du als Coach tiefer gehst und was deine eigene Verkörperung damit zu tun hat.

Deine Klientin kennt Atemübungen, Embodiment und Nervensystem-Tools und trotzdem kehrt der innere Druck zurück. Vielleicht isst sie emotional, verliert sich in Netflix, Shopping oder ungesunden Beziehungen. Nicht, weil sie zu wenig Disziplin hat, sondern weil die eigentliche Quelle ihres Schmerzes noch immer aktiv ist.

Wenn deine Klientin emotional isst oder sich ständig regulieren muss, dann reicht es nicht, ihr nur eine neue Strategie zu geben. Nervensystem-Tools können in akuten Momenten eine wertvolle Brücke sein. Doch nachhaltiges traumasensibles Coaching beginnt dort, wo du nicht nur das Symptom beruhigst, sondern verstehst, was das Nervensystem immer wieder aus dem Gleichgewicht bringt.

Natascha und Lena sprechen darüber, warum Embodiment Coaching und somatisches Coaching mehr sein müssen als Atmen, Schütteln oder Klopfen. Du erfährst, weshalb echte Verkörperung, Selbsterfahrung und die Fähigkeit, starke Emotionen zu halten, zentrale Bestandteile einer fundierten Coaching Ausbildung sind.

Wir beleuchten außerdem, wie Ernährung & Coaching, Coaching bei emotionalem Essverhalten und das Nervensystem regulieren zusammenhängen. Du erfährst, weshalb eine traumasensible Coaching Ausbildung für Frauen nicht nur Methoden vermitteln darf und warum traumasensibles Coaching für Coaches und Therapeutinnenauch die eigenen blinden Flecken einbeziehen muss.

Wenn du dein Coaching Business authentisch und nachhaltig aufbauen willst, führt kein Weg an Verkörperung vorbei – nicht an weiteren Zertifikaten, sondern an echter Tiefe.

Wenn du spürst, dass du nicht einfach nur oberflächlich Symptome coachen, sondern wirklich zu nachhaltigen Durchbrüchen begleiten willst: Trag dich jetzt auf die Warteliste für die Psychosoma Nutrition Coach Ausbildung ein. Für ein Coaching, das Tiefe hat. Und dich wirklich trägt: 👉🏻 Zur Warteliste & Webseite

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Transcript

Kritik an oberflächlichen Coaching-Tools

00:00:00
Speaker
Die meisten Coaches bekommen gar nicht mit, dass die Menschen so begleiten, wie Ärzte es tun, wenn sie einem Patienten bei jedem Symptom einfach Ibuprofen oder Antibiotikum verschreiben.
00:00:09
Speaker
Und das meine ich gar nicht anklagend.
00:00:11
Speaker
Und trotzdem ist uns aufgefallen, dass in der Coaching-Szene die ganze Zeit Nervensystem-Tools
00:00:17
Speaker
Emotionsregulationstools usw.
00:00:19
Speaker
verkauft werden als ganzheitliche Lösung, als tiefgreifende Transformation.
00:00:23
Speaker
Und wir beäugen das sehr, sehr kritisch, denn wir möchten Menschen dahin begleiten, dass sie nicht ständig an sich herum regulieren, an sich herum arbeiten müssen.
00:00:37
Speaker
Du willst ein erfolgreicher Coach sein, der seine Klienten durch echte Durchbrüche und nachhaltige Transformationen führt?
00:00:43
Speaker
Dann bist du genau richtig

Vorstellung von Natascha und Lena als erfahrene Coaches

00:00:45
Speaker
hier.
00:00:45
Speaker
Ich bin Natascha, seit über zehn Jahren erfolgreicher Coach mit eigenem Coaching-Business und über 500 begleiteten Menschen.
00:00:52
Speaker
Und ich bin Lena.
00:00:53
Speaker
Seit über sieben Jahren begleite ich Menschen als Coach durch tiefgreifende Prozesse hin zu nachhaltigen Veränderungen.
00:00:59
Speaker
In diesem Podcast sprechen wir darüber, wie traumasensibles, körperzentriertes und nachhaltig wirksames Coaching wirklich funktioniert.
00:01:05
Speaker
Kein oberflächliches Tools-Gehabe, kein Druck,
00:01:08
Speaker
sondern Nervensystemwissen, Embodiment und eine Haltung, die den Themen deiner Klientin wirklich gerecht

Podcast für verantwortungsvolle Frauen im Coaching

00:01:13
Speaker
wird.
00:01:13
Speaker
Der Embodied Coach ist für Frauen wie dich.
00:01:16
Speaker
Mit großem Verantwortungsgefühl, mit einer Sehnsucht nach Tiefe und mit dem Wunsch, einen Unterschied in der Coachingbranche zu machen.
00:01:22
Speaker
Hier bekommst du fundiertes Wissen, Insights aus unserem Coaching-Alltag und echte Inspiration für deinen Weg als Coach.
00:01:30
Speaker
Weil du spürst, es geht nicht um höher, schneller, weiter, sondern um echt, verbunden und tiefgreifend.
00:01:36
Speaker
Abonniere jetzt diesen Podcast und begleite uns auf dieser Reise.
00:01:40
Speaker
Zurück zum Körper, zurück zu dir und zu dem Coaching, das du dir selbst gewünscht hättest.

Problematik der Überregulation und stabile Baselines

00:01:51
Speaker
Ich meine, wir haben es ja jetzt auch bei Channess Woman gesehen, das mit dem Post, wo wir jetzt auch die Tools rausgeschickt haben, was das einfach für eine unglaubliche Menge an Menschen angesprochen hat.
00:02:02
Speaker
Und deswegen, wir haben gar nicht grundsätzlich was dagegen.
00:02:05
Speaker
Uns ist aber wichtig, einen Blick darauf zu werfen, dass es eben nicht nur darum gehen kann,
00:02:10
Speaker
dass wir ständig irgendwelche Nervensystemregulationen umsetzen müssen, ständig irgendwelche Ernährungslisten brauchen, um Gesundheit zu erhalten und so weiter, sondern was es wirklich braucht, dass wir eben nicht ständig uns regulieren müssen, dass wir nicht ständig in Disbalancen sind, wo wir auf alles Mögliche achten müssen und ganz viele Tools und Übungen brauchen, sondern was es braucht, dass es eigentlich eher die Ausnahme ist für Akutsituationen, um sich dann zu regulieren, aber die grundsätzliche Basis erst mal herzustellen,
00:02:38
Speaker
entspannt ist, eher gesund ist, in Anführungsstrichen in einem sicheren Nervensystemzustand.

Emotionale Bewältigungsmechanismen und Nervensystem

00:02:45
Speaker
Ja, das ist ganz wichtig, denn ich sehe das ja auch bei uns im Coaching mit unseren Frauen zum Thema emotionalem Essen.
00:02:52
Speaker
Ich war ja selber auch lange betroffen und ich sage mal, solche Bewältigungsstrategien, zu denen greifen wir ja vor allen Dingen, wenn wir irgendwie ein überreiztes Nervensystem haben und wir nicht mehr wissen,
00:03:05
Speaker
Oder unser Nervensystem einfach sich nicht anders zu helfen weiß und wir dann irgendwie die Spannung abbauen müssen, indem wir uns mit Netflix betäuben, indem wir uns mit Essen betäuben, indem wir uns mit Alkohol betäuben, indem wir irgendwie mit Shopping, obwohl wir eigentlich wissen, das brauchen wir jetzt eigentlich nicht wirklich oder man spannen uns auch ein.
00:03:24
Speaker
Wir brauchen das ja, um diese Leere zu füllen, weil wir das Gefühl nicht aushalten können.
00:03:30
Speaker
Und das heißt...

Wichtigkeit der Ursachenforschung im Coaching

00:03:32
Speaker
Wir haben das ganz häufig auch am Telefon, das hat Jan die Tage auch erzählt, dass Betroffene sich dann melden und sagen, ich hätte gerne irgendwie einen Tipp, ein Tool, eine Idee, wie ich in dem Moment das unterbrechen kann, wie ich in dem Moment mich davon abhalten kann, nicht emotional zu essen und diesem Essdruck nachzugeben.
00:03:58
Speaker
Bei anderen Bewältigungsstrategien zum Beispiel dann nicht...
00:04:02
Speaker
dem nachzugehen, jetzt doch noch ein Glas mehr zu trinken oder nicht dem nachzugehen, jetzt doch wieder den Einkaufswagen voll zu machen oder auch dem nicht nachzugehen, dem Mann wieder zu schreiben, mit dem man eigentlich eine nicht so gute Beziehung gerade führt und wo man sehr missbräuchlich behandelt wird.
00:04:22
Speaker
Das sind ja alles irgendwo auch Bewältigungsstrategien.
00:04:26
Speaker
Da konsumieren wir Essen, wir konsumieren Alkohol, wir konsumieren manchmal auch Menschen.
00:04:33
Speaker
Damit wir dem nicht mehr nachgehen müssen und das sind ja auch die Gründe, weshalb Menschen zu Coaching kommen müssen wir natürlich lernen, unsere Nervensysteme irgendwo zu regulieren.
00:04:46
Speaker
Und da können solche Tools auch wertvoll sein, wie Lena schon sagt, in Akutsituationen.
00:04:52
Speaker
Kann das helfen, diesem Impuls vielleicht doch nochmal von der Schippe zu springen?

Ansätze zur Ursachenbekämpfung im Coaching

00:05:00
Speaker
Unser Ziel in unserer Arbeit, und so sehen wir Coaching auch, ist eigentlich...
00:05:05
Speaker
Menschen dahin zu bringen, dass sie erst gar nicht mehr in diese druckvolle Situation kommen.
00:05:11
Speaker
Und das können Nervensystem-Tools nicht erreichen.
00:05:19
Speaker
Und wir können lernen, die einzusetzen, zum Beispiel für Situationen, wo man merkt, okay, heute bin ich total angespannt oder es gab eine Situation und jetzt weiß ich, dieses Ausschütteln, Auszittern, vielleicht auch rausschreien oder so, hilft das besser zu verarbeiten.
00:05:35
Speaker
Dafür ist das super.
00:05:38
Speaker
Aber ich bin ganz ehrlich, ich esse ja jetzt seit Jahren nicht mehr emotional und ich muss mich nicht mit irgendwelchen Tools regulieren.
00:05:46
Speaker
Ich mache es einfach nicht mehr.
00:05:49
Speaker
Das heißt nicht, dass ich nie Bewältigungsstrategien habe, aber die sind nicht in der Ausprägung, dass sie langfristig in
00:05:55
Speaker
irgendeine Richtung für mich ungesund werden oder dass ich da gar nicht mehr reingreifen kann und ich in so einer Art Sucht lande.
00:06:05
Speaker
Und das ist eben der Unterschied, wo wir differenzieren müssen.
00:06:10
Speaker
Es kann nicht sein, dass wir das ist vielleicht die gesündere Variante dass wir emotionales Essen dann mit Schütteln, Klopfen und Atmen ersetzen.
00:06:21
Speaker
Optimalzustand wäre ja und das ist ja auch der Wunsch, den zumindest unsere Klienten haben, wenn sie zu uns kommen.
00:06:27
Speaker
Ich weiß nicht, wie es anderen Coaches da draußen geht, aber eigentlich ist ja der tiefer liegende Wunsch, das nicht mehr darüber nachdenken zu müssen, sondern dass das einfach automatisch funktioniert.
00:06:39
Speaker
Und dafür brauchen wir halt nochmal auch einen anderen Ansatz.
00:06:43
Speaker
Da können wir nicht ohne Ende Regulationstools rausschicken.
00:06:49
Speaker
rausgeben und auch einfach, ich sage mal, regelmäßig innerhalb von Coachings mit unseren Klienten Ernährungspläne zu schreiben, Check-ups zu machen, Regulations-Sessions zu machen, Co-Regulation zu machen, entlastet innerhalb des Coachings-Prozesses.
00:07:09
Speaker
Und ja, das kann auch zu einer Regeneration und einem Reset im Nervensystem führen, aber das wird halt, wenn wir dann nicht tiefer gehen,
00:07:20
Speaker
dazu führen, dass das Coaching nicht nachhaltig zur Veränderung führen kann.
00:07:25
Speaker
Und dann muss man sich halt die Frage stellen, was man als Coach machen möchte.
00:07:29
Speaker
Und auch als Klienten muss man sich die Frage stellen, was möchte ich, was erwarte ich mir von einem Coaching?
00:07:35
Speaker
Möchte ich, dass das Coaching, dass die Person, die mit mir ins Coaching geht, wirklich auch in der Lage ist, mir zu helfen,
00:07:44
Speaker
in mein Nervensystem neue Regulationsmechanismen zu integrieren, die wirklich fest da sitzen, ohne dass ich da ständig dran denken muss?
00:07:55
Speaker
Oder möchte ich einfach, dass jetzt jemand mal mit mir eine Regulation macht und ein bisschen entlastet sein, aber nach dem Coaching halt wieder zurückfallen?
00:08:03
Speaker
Also ich denke, die Antwort ist eigentlich klar.
00:08:06
Speaker
Für Coaches ist es ja eigentlich auch so, also ich glaube, jeder
00:08:10
Speaker
Jeder Coach da draußen, der Menschen wirklich nachhaltig helfen will, macht die Arbeit ja auch aus so einem höheren oder auch tieferen Sinn heraus.
00:08:20
Speaker
Das heißt, niemand möchte einfach eine Arbeit machen, wo er merkt, ah ja, cool, die Ergebnisse sind innerhalb des Coachings super und danach fallen die Leute wieder zurück.
00:08:33
Speaker
Und damit, ganz kurz noch, damit will ich nicht sagen, dass
00:08:38
Speaker
sich bestimmte Muster immer mal wieder im Leben zeigen.
00:08:41
Speaker
Die Frage ist immer nur, das tut es auch bei unseren Klienten, die Frage ist immer nur, wie doll kommt das dann zurück?
00:08:47
Speaker
Ist ein Bewusstsein dafür da?
00:08:49
Speaker
Ist die Möglichkeit da, das wahrzunehmen und da reinzugreifen und zu sagen, ich gehe dem jetzt nicht nach, sondern ich weiß mir anders zu helfen?
00:08:57
Speaker
Das sind normale Entwicklungszyklen, dass immer mal wieder was zurückkommt.
00:09:01
Speaker
Aber es geht um dieses Grundsätzlich, da hat sich echt was gelöst.
00:09:05
Speaker
Und ich glaube, dafür geht jeder Coach los.
00:09:08
Speaker
Und deswegen müssen wir eben schauen, wo wir uns Coaches mit Tools ablenken, statt wirklich in der Tiefe auch etwas in Lösungen zu bringen.

Unterschied zwischen Symptombekämpfung und nachhaltiger Veränderung

00:09:18
Speaker
Ja, und ich glaube, das ist eben häufig auch der Fallstrick in Anführungsstrichen, dass viele Klienten erstmal danach fragen, nach Tipps und Tools und Übungen und Ansätzen, die erstmal eine Akutlinderung herbeiführen können, weil der Leidensstruck eben so hoch ist und weil viele...
00:09:37
Speaker
gar nicht mehr daran glauben, dass es möglich ist, einen anderen Zustand als grundsätzliche, man nennt es ja Baseline oder Grundlage, sage ich mal, in sich zu spüren und deswegen schon das höchste Ziel in Anführungsstrichen ist, zumindest Ideen zu haben, was kann ich dann stattdessen tun, um mich in diesem Moment zu regulieren.
00:09:57
Speaker
Und wenn wir als Coaches dann keine Idee dazu haben,
00:10:04
Speaker
dass es einen viel tieferen Ansatz gibt an der Wurzel in gewisser Weise und was wir auch tun können, um das zu erreichen, dann bedienen wir zwar den Wunsch, den geäußerten Wunsch der Klienten,
00:10:20
Speaker
Aber nur, weil wir nicht verstanden haben, dass dahinter ein ganz anderer Wunsch ist, den die Person sich selber überhaupt gar nicht mehr erlaubt oder gar nicht mehr zugänglich ist, weil viele Personen einfach auch schon so unfassbar viel versucht haben, um das zu lösen.
00:10:34
Speaker
Und weil es sich nicht gelöst hat, weil es eben häufig nicht an der Wurzel gelöst wurde, ist dann die Idee, okay, dann brauche ich jetzt zumindest was, was mir in dem Moment hilft.
00:10:44
Speaker
Und so sehe ich auch diese Emotionsregulationstechniken oder Ausdrucksübungen oder Nervensystemarbeiten und Breathwork und so weiter, mit denen wir ja durchaus auch sehr viel arbeiten.
00:10:55
Speaker
Aber für mich ist das eher eine Brücke oder auch man könnte es Krücke nennen,
00:11:00
Speaker
Weil wir müssen ja verstehen, dass wenn die Personen ins Coaching kommen, eine gewisse Disbalance da haben.
00:11:05
Speaker
Ganz egal, mit welchem Thema wir arbeiten.
00:11:07
Speaker
Das heißt, sie haben einen Leidensdruck, die haben eine emotionale Instabilität, sage ich mal, je nachdem wie intensiv.
00:11:13
Speaker
Aber auf jeden Fall geht es ihnen nicht so gut, dass sie gerade...
00:11:17
Speaker
nicht lieber am See liegen zum Beispiel als sich mit dem Thema zu beschäftigen.
00:11:21
Speaker
Das heißt, sie kommen in einer gewissen Disbalance und sie haben gleichzeitig Bewältigungsstrategien durch Prägungen, durch Entwicklungen usw.
00:11:29
Speaker
gelernt, die ihnen in diesen Momenten scheinbar Abhilfe schaffen, wie beispielsweise emotionales Essen, Netflix, Beziehungen konsumieren, Handy und was weiß ich nicht was alles.
00:11:41
Speaker
Und die erstmal Erleichterung schaffen und danach zu mehr Instabilität führen.
00:11:46
Speaker
Also quasi wie ein sich immer wieder wiederholender Teufelskreis.
00:11:51
Speaker
Und wenn wir jetzt ins Coaching gehen und an der Wurzel ansetzen, dann berühren wir natürlich immer auch die schmerzlichen Verletzungen, die dazu geführt haben, dass wir die Bewältigungsstrategien überhaupt erst unbewusst nutzen.
00:12:04
Speaker
Und an dieser Stelle...
00:12:07
Speaker
Muss nicht, aber an dieser Stelle wäre es hilfreich, eine Idee reinzugeben, die hilft, diesen Teufelskreis in Akutsituationen erstmal zu unterbrechen und zu überbrücken.
00:12:18
Speaker
Das heißt, statt dann zum Handy zu greifen, statt zum Essen zu greifen, statt zu bedanken,
00:12:22
Speaker
Beziehungen zugreifen, die mir nicht gut tun, habe ich dann erstmal eine Idee, okay, wenn ich an den Schmerzpunkt komme, bewusst oder unbewusst, kann ich jetzt eher atmen, kann ich mich jetzt ausschütteln, kann ich Embodiment machen, kann ich Ausdruck machen über die Stimme beispielsweise.
00:12:39
Speaker
Und darüber lernt das Nervensystem schon mal im Coaching, aber dann auch eben zu Hause, ah, okay, es scheint also tatsächlich andere Wege zu geben, um mich zu regulieren.

Tiefere Verbindung zu Problemen statt nur Regulierung

00:12:50
Speaker
Und das ist erstmal ein ganz, ganz wichtiger und auch sehr erleichternder und sehr zuversichtsschenkender Wandel, sage ich mal.
00:12:57
Speaker
Eine sehr, sehr wichtige Veränderung, weil es natürlich sehr unangenehm ist, wenn durch die Arbeit mit den tiefer liegenden, schmerzlichen Erfahrungen, sage ich mal,
00:13:07
Speaker
Wenn da keine neue Idee für Regulation ist, greifen wir natürlich umso stärker zu den nicht so funktionalen Bewältigungsstrategien.
00:13:14
Speaker
Das heißt, dafür ist das total super und auch für ganz natürliche Phasen im Leben, wo das Leben einfach mal sehr herausfordernd ist, auch mal unsere Ressourcen übersteigt, ist es toll, das zu können und zu wissen, was kann ich dann tun, wie kann ich mir Abhilfe verschaffen.
00:13:29
Speaker
Wenn wir da aber stehen bleiben, dann hat sich im Prinzip die eine Abwehrstrategie durch eine funktionalere auch Abwehrstrategie ersetzt.
00:13:39
Speaker
Wir haben aber den Teufelskreis nicht beendet.
00:13:42
Speaker
Der läuft weiter.
00:13:44
Speaker
Das ist eben die Ebene, die, ich nenne es mal wirklich ganzheitliches Coaching, das an der Ursache ansetzen möchte, dann eine Ebene tiefer, auf eine Schicht tiefer, sage ich mal, gehen muss, um zu gucken, wo ist eigentlich der Motor oder die Quelle, dass dieser Teufelskreis eigentlich die ganze Zeit läuft.
00:14:03
Speaker
Weshalb ist ein Nervensystem denn eigentlich chronisch in der Disregulation?
00:14:07
Speaker
Weshalb kann sich ein Körper und Verspannungen und so weiter denn nicht entspannen und erholen, selbst wenn ich im Urlaub bin oder eigentlich gar nicht so viel Zeitdruck habe?
00:14:17
Speaker
Weshalb habe ich denn ständig das Gefühl, zu etwas greifen zu müssen, weil ich etwas anderes nicht fühlen möchte?
00:14:24
Speaker
Und das ist der entscheidende Punkt, an dem es anzusetzen gilt, weil erst dann haben wir im Prinzip eine Beruhigung auf einer Ebene, die eigentlich zum Schmerz führt.
00:14:34
Speaker
Und dann können diese Tools immer noch total hilfreich sein und toll sein, aber wir brauchen sie nicht mehr ständig.
00:14:40
Speaker
Wir müssen nicht mehr jeden Tag ein Bodyment machen und jeden Morgen und jeden Abend eine Visualisierung und eine Atemsession und am besten noch Ausdruck und so weiter.
00:14:49
Speaker
Weil die Quelle, die die ganze Zeit wie dieses, ich nenne es mal,
00:14:52
Speaker
Stellen wir uns vor, wir hätten wie eine Quelle, die sprudelt die ganze Zeit und ich kann natürlich jetzt mit einem Aufwandbecken die ganze Zeit das Wasser da wegkippen und das macht deutlich mehr Sinn, als es mit einem kleinen Teelöffel zu machen.
00:15:06
Speaker
So ein Teelöffel wäre jetzt zum Beispiel emotionales Essen oder die weniger funktionaleren Strategien.
00:15:11
Speaker
Die Nervensystemarbeit wäre zum Beispiel eine große Wanne, mit der ich deutlich mehr Wasser funktionaler wegschaffen kann, ohne so viel Energieaufwand.
00:15:20
Speaker
aber keiner hat doch Lust, sein Leben zu verbringen, an einer Quelle stehen, mit einer riesen Schüssel und die ganze Zeit Wasser wegzuschaufeln.
00:15:27
Speaker
Also wäre es ja hilfreich zu gucken, okay, was bringt diese Quelle die ganze Zeit zum Sprudeln und was können wir tun, dass sich das beruhigt, sodass wir gar nicht die ganze Zeit mit dieser scheiß Wanne da rumstehen müssen.
00:15:40
Speaker
Und so kann man es eben auf die emotionalen Themen, auf die Psyche auch übertragen, dass wir schauen wollen, wo liegt denn die Quelle, die
00:15:49
Speaker
dieses ständigen Teufelskreis, wo ist dieser Schmerz ursprünglich mal entstanden, welche Emotionen durften mal nicht gefühlt werden, sodass es eben gar nicht mehr die ganzen Techniken braucht, mit denen wir auch den ganzen Tag füllen könnten.
00:16:02
Speaker
Es gibt so viele Tools, wir könnten 24 Stunden nichts anderes tun, als irgendwelche Nervensystem-Tools auszuprobieren.
00:16:07
Speaker
Und das ist ja auch die Erfahrung, die viele dann machen, die dann sagen, ja okay, jetzt schüttle ich mich schon, jetzt atme ich schon, jetzt versuche ich die Gefühle wirklich auch mehr zuzulassen,
00:16:18
Speaker
Aber das ist ein ganz schönes Bild mit dieser Quelle und da sprudelt die ganze Zeit das Wasser raus und jetzt muss man sich mal überlegen,
00:16:30
Speaker
Wir haben irgendwann angefangen, das Wasser zum Problem zu machen.
00:16:35
Speaker
Nehmen wir jetzt mal an, das Wasser steht stellvertretend für das emotionale Essen oder auch stellvertretend für ein dysreguliertes Nervensystem oder stellvertretend für ungefühlte Emotionen.
00:16:48
Speaker
Dann haben wir
00:16:51
Speaker
gelernt, dass Wasser, also MS-Verhalten, Disregulation, Emotionen als das Problem zu sehen, das wir abwehren müssen oder das wir lösen müssen.
00:17:03
Speaker
Und wir sind da wunderbar abgelenkt davon, dass es eigentlich eine Quelle dafür gibt, dass das Nervensystem desreguliert ist, dass wir emotional essen oder andere Bewältigungsstrategien fahren.
00:17:16
Speaker
Oder auch für die Emotionen gibt es ja eine Quelle.
00:17:22
Speaker
Man ist jetzt schon so weit, dass man so langsam dahin kommt durch die ganze Aufklärung und durch den ganzen Content, den es jetzt zu Nervensystemen gibt, dahin zu gehen, okay, der Fokus verschiebt sich jetzt von, ich habe eigentlich gar kein Problem mit meinem Essverhalten, ich habe eigentlich gar kein Problem mit Shopping, ich habe eigentlich kein Problem mit keine Ahnung was, sondern
00:17:44
Speaker
Ich habe eigentlich ein Problem mit einem desregulierten Nervensystem.
00:17:48
Speaker
Das sind so mehrere Schichten.
00:17:50
Speaker
Also ganz oben ist halt diese Schicht, okay, die Bewältigungsstrategie.
00:17:54
Speaker
Wo Menschen glauben, ja, ich habe ein Gewichtsproblem, Essverhaltensproblem, Shoppingproblem und so weiter.
00:18:01
Speaker
Jetzt kommen wir langsam dahin, dass sich das Ganze so ein bisschen verschiebt in die nächsttiefere Schicht.
00:18:07
Speaker
Dass Menschen anfangen zu erkennen, okay, unter diesem Essverhalten, unter diesem Stressverhalten, unter all den Bewältigungsstrategien liegt also ein dysreguliertes Nervensystem.
00:18:18
Speaker
Aber das ist nur die nächste tiefe Geschichte.
00:18:22
Speaker
Jetzt muss man aber noch tiefer gehen.
00:18:24
Speaker
Man muss sich die Frage stellen, was liegt denn unter dem desregulierten Nervensystem?
00:18:30
Speaker
Also was desreguliert denn die ganze Zeit das Nervensystem?
00:18:33
Speaker
In einem anderen Bild gesprochen.
00:18:36
Speaker
Du kannst dauernd Brände löschen.
00:18:39
Speaker
Und das wird super anstrengend sein und du wirst es irgendwie hinbekommen, weil da gibt es Feuerlöcher und alles Mögliche.
00:18:45
Speaker
Du kannst dir aber auch die Frage stellen, was verursacht denn dauerhaft die Brände?

Erkennung von Ursachen emotionaler und Verhaltensprobleme

00:18:53
Speaker
Das heißt, ich muss also noch eine Schicht tiefer gehen.
00:18:56
Speaker
Und das ist am Ende des Tages die Aufgabe von uns Coaches oder auch Therapeuten, weil natürlich in einem
00:19:04
Speaker
Als Betroffener kann man das häufig nicht erkennen, weil sich da einfach das Muster dazwischen schiebt.
00:19:11
Speaker
Also man muss einfach verstehen, dass wir ja irgendwann mal, wenn wir zu dieser Quelle zurückkommen, die ursächlich für unsere Herausforderung ist,
00:19:19
Speaker
die konnten wir ja nicht bewältigen.
00:19:22
Speaker
Das war emotional zu aufwühlend.
00:19:24
Speaker
Wir hatten in dem Alter, in dem wir das vielleicht integriert haben, wo das entstanden ist, die Bewältigungsstrategien, die Ressourcen dafür gar nicht, das zu regulieren, damit gesund umzugehen.
00:19:40
Speaker
Vielleicht ist das ja sogar auch noch nicht mal ein Thema, was wir selbst in unserem Leben erlebt haben, sondern das ist in uns reingeflossen durch Oma, Opa, Mama, Papa, also irgendwelche ungelösten Konflikte und Traumata in der Armenlinie.
00:19:55
Speaker
Und die fließen dann manchmal schon im Mutterleib in uns hinein, weil die Mutter in dauerhaften Stresszuständen ist oder oder.
00:20:07
Speaker
Das ist manchmal in unser System geflossen, da konnten wir noch gar nicht aktiv darüber nachdenken, was wir da gerade fühlen oder welche Erfahrungen da gerade stattfinden.
00:20:20
Speaker
Das bedeutet, es ist im Körpergedächtnis gespeichert.

Balance zwischen maskulinen und femininen Energien im Coaching

00:20:23
Speaker
Und da müssen wir eigentlich am Ende des Tages hin, also in diese tieferen Schichten.
00:20:34
Speaker
Dieses Muster haben wir uns aber gebaut, weil wir nicht anders damit umgehen konnten.
00:20:38
Speaker
Und als betroffene Person, die da ein Thema hat, ein Muster hat, was sie lösen will, ist es teilweise fast gar nicht möglich, dahin zu blicken, weil sich das ja mit Absicht oder unbewusst mit Absicht so gebaut hat, dass sie gar nicht sehen kann und nicht mehr spüren kann, was da eigentlich darunter liegt.
00:21:00
Speaker
Das ist ja so Genius, wie unsere Psyche funktioniert.
00:21:05
Speaker
Ich hatte das letztens mit einer Metapher, das ist so, wie wenn du einen Schlüssel versteckst und den selbst nicht mehr findest, weil du so geniale Verstecke hast.
00:21:14
Speaker
Und so genial ist unsere Psyche eben auch.
00:21:22
Speaker
können wir natürlich Nervensystemregulationstools rausgeben, wie wir das die Tage jetzt auch gemacht haben.
00:21:26
Speaker
Wir müssen aber trotzdem weiterhin darüber aufklären, dass das alleine nicht die Lösung ist, auch wenn das viele Leute nicht hören wollen, weil sie dann denken, naja, die will mir ja nur was verkaufen und tralala.
00:21:37
Speaker
Das sind dann die Abwehrmechanismen, die dürfen wir bei den Menschen lassen.
00:21:42
Speaker
Weil ich persönlich, also für mich gab es damals nichts Schlimmeres als das Gefühl zu haben, ich mache hier und mache hier und mache hier und mache hier.
00:21:52
Speaker
Ich mache ja jetzt schon hier schon in Therapie.
00:21:54
Speaker
Ich habe ja jetzt schon dies.
00:21:56
Speaker
Und trotzdem löst es sich nicht.
00:21:58
Speaker
Und dann tut es gut, wenn jemand diesen Beisatz,
00:22:02
Speaker
Nur beiläufig erwähnt, wenn du damit nicht weiterkommst, dann liegt das nicht an dir, sondern dann liegt es an der Begrenzung dieser Tools oder dieser Methode.
00:22:13
Speaker
Und es gibt halt einfach einen Punkt, an dem man alleine nicht mehr weiterkommt, weil man
00:22:23
Speaker
weil man in einen Beziehungsraum gehen muss.
00:22:25
Speaker
Weil man sich ja auch selber vermeidet.
00:22:28
Speaker
Man vermeidet sich selbst.
00:22:31
Speaker
Richtig.
00:22:31
Speaker
Und dann können wir und dürfen wir auch davon weggehen,
00:22:39
Speaker
Das eine ist eine sehr maskuline, und das hat nichts mit Männern zu tun, sondern einfach mit der Young-Energie, also eine sehr maskuline Energie, wenn es darum geht, für Probleme Lösungen zu finden.
00:22:53
Speaker
Mit Strukturen, mit Plänen, mit Strategien.
00:22:56
Speaker
Und Strukturen und Pläne und Strategien stehen immer für sich.
00:22:59
Speaker
Also so ein Ernährungsplan zum Beispiel, der steht immer für sich.
00:23:03
Speaker
Der stellt aber nicht in Frage, in welcher Beziehung die Person, die diesen Ernährungsplan praktiziert, zu anderen Dingen steht.
00:23:13
Speaker
Da geht es nur darum, da ist der Plan, halte dich dran.
00:23:17
Speaker
Aber der Lebenskontext, das Stresslevel, die emotionalen Themen, die darunter liegen, die im Alltag immer wieder aktiviert werden, diesen Beziehungskontext, diese Wechselwirkung erfasst so einen Ernährungsplan gar nicht.
00:23:34
Speaker
Genauso auch so eine, weiß ich nicht, hatte ich jetzt die Tage, ja, meine Garmin, die sagt mir, ich habe einen Verbrauch von so und so viel.
00:23:42
Speaker
Ja, das sind Formeln.
00:23:43
Speaker
Ja, maskuline Energie, das sind Formeln.
00:23:46
Speaker
Genauso wie auch, du machst jetzt jeden Tag zehn Minuten die und die und die Nervensystemregulationsübung.
00:23:51
Speaker
Das sind erstmal alles Strategien.
00:23:54
Speaker
Und wenn wir die nicht eingebettet bekommen oder verbunden bekommen mit der femininen Energie, also
00:24:00
Speaker
diesem Fluss der Emotionen, dem Kontext zu erkennen, wie steht das in Beziehung, wie steht die Person in Beziehung, was machen eigentlich diese ganzen Beziehungsfelder mit der Person und wie reagiert die darauf?
00:24:17
Speaker
Das ist ja das, was wir auch in unserer Coachausbildung beibringen, wo wir selbst Menschen mit langjähriger Erfahrung im Therapie- und Coachingbereich haben, die sagen, ich habe das so noch nie gesehen.
00:24:30
Speaker
weil wir in den Formalausbildungen und auch in den meisten Coaching-Ausbildungen sehr, also entweder es wird sehr strategisch
00:24:40
Speaker
drangegangen, also maskuline Energie, oder es wird die maskuline Energie voll ausgeblendet.
00:24:45
Speaker
Nein, wir können das alles intuitiv.
00:24:48
Speaker
Aber dann fehlt die maskuline Energie als Rahmung und es fehlt die feminine Energie für das vernetzte Denken, wie alles in Beziehung miteinander steht und auch den Flow darin.
00:25:03
Speaker
Und das ist dann das, wo wir sehen, dass Menschen ganz mechanisch auch Nervensystemregulationstools abarbeiten, weil die Übung macht man jetzt genau so und so und so.
00:25:13
Speaker
Und dann muss man sich da und da und daran halten.
00:25:16
Speaker
Und ich mache das, um zu.
00:25:19
Speaker
Also ich mache das, um mein Wutgefühl wegzubekommen, um mein Engelgefühl wegzubekommen.
00:25:25
Speaker
Das ist eine sehr geradlinige Energie und Denkweise.
00:25:28
Speaker
Und wir müssen anfangen, wenn wir das Thema lösen wollen, diese Denkweise zu lösen.
00:25:33
Speaker
Weil es nicht darum geht, etwas zu leisten.
00:25:36
Speaker
Es geht darum, einen Raum zu schaffen, in dem wir dem Körper und dem Nervensystem uns als Menschen die Möglichkeit geben, wieder in uns hineinzusinken.
00:25:48
Speaker
Und das erst einmal wahrzunehmen und dann auch zu regulieren und zu lösen, was in uns lebt.
00:25:57
Speaker
ohne Probleme an die Quelle des Ganzen.
00:26:00
Speaker
Und das ist in meinen Augen ein ganz, ganz großes Thema, weil wir halt nicht dazu erzogen werden, also A, es ist eine Vermeidungsstrategie, die kollektiv ist, B, wird es weiter aufrechterhalten, weil wir auch nicht so erzogen werden, so zu denken.
00:26:15
Speaker
Wir sehen das Essverhalten als das Problem und wir fangen an, gegen das Essverhalten zu kämpfen.
00:26:22
Speaker
um es wegzumachen oder andere Bewältigungsstrategien.
00:26:26
Speaker
Wir nehmen das mal als Stellvertreter für alle anderen Bewältigungsstrategien auch.
00:26:31
Speaker
Und das sieht man ja auch in der klassischen Therapie, so Verhaltenstherapie, ist ganz häufig, okay, Wunschzustand gesund, Istzustand krank.
00:26:40
Speaker
Und jetzt müssen wir alles dafür tun, dass die Person wieder funktioniert.
00:26:45
Speaker
Und das ist diese sehr maskuline Denkweise.
00:26:51
Speaker
Bloß ein Gesundheitssystem, was völlig überlastet ist, wo die Therapeuten eigentlich auch nur funktionieren und einen Termin nach dem anderen abarbeiten, dann noch vorarbeiten, dokumentieren und so weiter, nacharbeiten und dokumentieren, weil die Krankenkassen das so

Selbstbewusstsein der Coaches und emotionale Vermeidung

00:27:07
Speaker
brauchen.
00:27:07
Speaker
Das heißt, es gibt dann nicht mehr diesen Raum für diese feminine Energie und das ist Teil des Problems.
00:27:15
Speaker
Weil die feminine Energie geht halt nicht gegen, die fließt mit.
00:27:19
Speaker
Und das haben wir verlernt und das ist der Grund für ganz, ganz viele Themen, die dann nicht gelöst werden können, weil wir gegen das Thema, gegen das vermeintliche Problem gehen.
00:27:32
Speaker
Aber es ist gar nicht das Problem.
00:27:34
Speaker
Wir haben es irgendwann zum Problem gemacht.
00:27:36
Speaker
Das Essverhalten ist nicht das Problem.
00:27:38
Speaker
Das haben wir zum Problem gemacht.
00:27:41
Speaker
Genauso wie auch die toxische Beziehung nicht das Problem ist.
00:27:44
Speaker
Das haben wir zum Problem gemacht, um uns von was anderem abzulenken.
00:27:50
Speaker
Ja, und es ist vor allen Dingen auch immer der Kampf gegen was.
00:27:54
Speaker
Und Kampf kostet immer sehr viel.
00:27:57
Speaker
Also egal, es kostet Energie, es kostet emotionales Gleichgewicht.
00:28:02
Speaker
Wenn wir dann auch noch uns selber als Gegner haben, kann es ja nur Zweifel in dem Fall geben.
00:28:08
Speaker
Und Kampf wegen E-Bersucht.
00:28:11
Speaker
Ja, genau.
00:28:12
Speaker
Aber ich sage mal, wenn ich jetzt jemand anderes kämpfe, habe ich im Zweifel noch den Vorteil, sage ich mal, dass ich stärker sein könnte.
00:28:18
Speaker
Das wird zwar auch Wunden in mir hinterlassen und ich stecke auch ein paar Schläge ein, vielleicht ein schlechtes Gewissen und so.
00:28:23
Speaker
Aber wenn ich dann auch noch mein eigener Gegner bin, dann ist es im Prinzip beides in einer Fläche.
00:28:28
Speaker
Und ich glaube, dass ein ganz großes Problem in diesem ganzen Bereich ist, sowohl aus Klientenperspektive als auch aus Coachperspektive, Therapeutenperspektive, dass wir versuchen, das, was eigentlich das Problem ist, mit den gleichen Mitteln zu bekämpfen, wie du schon gesagt hast.
00:28:48
Speaker
Das ist ein bisschen so...
00:28:51
Speaker
Die Menschen stehen unter einem enormen Anspruch, sich selbst zu kontrollieren, die eigenen Emotionen zu kontrollieren, den Körper zu kontrollieren und so weiter, haben Symptome, die sie darauf nicht zurückführen, aber die ganz häufig eben darauf zurückzuführen sind, dass sie sich permanent die ganze Zeit zurückhalten, zusammenreißen und kontrollieren und disziplinieren, gehen dann in Begleitung und im schlechtesten Fall gehen sowohl Klient als auch Therapeut und Coach davon aus, dass sie sich
00:29:20
Speaker
Okay, dann brauchen wir nur noch mehr Kontrolle.
00:29:23
Speaker
Dann gibt es einen neuen Plan, dann gibt es einen neuen Funktionsrahmen, dann gibt es eine neue Tracking-App, dann gibt es eine neue Uhr, die dir sagt, wie du geschlafen hast.
00:29:29
Speaker
Du musst gar nicht mehr selber nachfühlen, habe ich gut geschlafen, fühle ich mich gerade mit meinem Herzschlag verbunden oder nicht.
00:29:37
Speaker
Das muss ich gar nicht mehr selber erfühlen, weil das kann alles was anderes für mich übernehmen.
00:29:42
Speaker
Alles, was kontrolliert und gerahmt ist, da haben wir eben wieder die Überbetonung dieser maskulinenergie.
00:29:47
Speaker
Und wir versuchen das Gleiche mit Gleichem zu
00:29:51
Speaker
Das bedeutet, ich möchte ein Feuer löschen und statt dass ich gucke, was könnte ein Feuer löschen, gebe ich noch mehr Feuer rein.
00:29:57
Speaker
Das würde niemand machen, weil man weiß, das ist Quatsch, weil es entzündet noch mehr Brände.
00:30:02
Speaker
Aber so gehen wir häufig in Therapie und in Coaching mit diesen Themen um, weil wir auf einer bestimmten Ebene auch als Coaches und Therapeuten gar nicht so selten selbst eine Emotionsvermeidung haben.
00:30:14
Speaker
Das sind häufig sehr emotionsvermeidende Räume.
00:30:16
Speaker
Wir sehen es ja auch gerade mit unseren Auszubildenden.
00:30:18
Speaker
Ich hatte vorletzte oder letzte Woche ja dann den Mittwochscall und da haben wir dann Supervision gemacht zu Fallklienten, die die gerade als Testklienten begleiten.
00:30:30
Speaker
Und dann ging es um das Thema Wut und dass der Klient so emotionsvermeidend ist, was das Thema Wut angeht.
00:30:36
Speaker
Und egal, was sie macht, irgendwie sagt er immer, nee, ich bin jetzt schon gar nicht mehr wütend und so weiter.
00:30:40
Speaker
Also quasi der Klassiker.
00:30:42
Speaker
Und dann habe ich ihr gesagt, okay, im Zweifel, gerade wenn der live kommt, dann machst du es einfach vor.
00:30:48
Speaker
Dass der eine Fläche bekommt, wo er sehen kann, ah, das geht und wo er erstaunt ist, dass das aus so einem, ich nenne es mal Frauenkörper rauskommt.
00:30:58
Speaker
Weil es macht einen Unterschied, ob, sage ich mal,
00:31:01
Speaker
in Anführungsstrichen, eine kleine, süßlich aussehende Frau, eine solche Kraft freisetzt, die ja häufig uns auch abtrainiert wird, oder eben nicht.
00:31:10
Speaker
Und dann hat sie gesagt, nee, also das kann ich nicht.
00:31:14
Speaker
Dann würde ich im Erdboden versinken, das könnte ich nicht.
00:31:18
Speaker
Aber wie soll es dann der Klient trainieren?
00:31:20
Speaker
Genau.
00:31:20
Speaker
In dem Moment.
00:31:21
Speaker
Und das hat sie auch total gut annehmen können.
00:31:24
Speaker
Und gleichzeitig ist es aber häufig das, was da drunter fließt.
00:31:27
Speaker
Der Kärz checkt das ab.
00:31:30
Speaker
Genau.
00:31:31
Speaker
Unbewusst checkt der ab.
00:31:32
Speaker
Du schämst dich doch selbst für die Wut.
00:31:35
Speaker
Warum soll ich mich denn jetzt hier entblößen?
00:31:37
Speaker
Wenn du ja selbst ein Schamthema hast.
00:31:40
Speaker
Unbewusst.
00:31:40
Speaker
Unten drunter.
00:31:41
Speaker
Total unbewusst.
00:31:42
Speaker
Aber das mal übersetzt.
00:31:44
Speaker
Absolut.
00:31:47
Speaker
Macht ja auch total Sinn.
00:31:48
Speaker
Also würde ich auch nicht machen.
00:31:49
Speaker
Ich würde mir dann auch denken, okay, erstens kann die Person scheinbar selber nicht ausdrücken und zweitens im Zweifel auch nicht halten.
00:31:54
Speaker
Was passiert denn, wenn ich es dann ausdrücke?
00:31:56
Speaker
Und das macht es eben dann zu unbewussten Emotionsvermeidungsräumen, wo häufig das, was eigentlich
00:32:03
Speaker
eine Lösung reingeben würde, ohne dass man es weiß, unbewusst verhindert wird und zwar von beiden, weil wir als Therapeuten und Coaches genauso wie auch Ärzte selbstverständlich mit den gleichen Themen in Kontakt sind.
00:32:15
Speaker
Wir sind auch mit Ängsten in Kontakt, wir sind auch geprägt, wir sind auch sozialisiert, wir haben auch bestimmte Vorerfahrungen mit bestimmten Emotionen.
00:32:23
Speaker
Ärzte haben auch Angst vor dem Sterben, haben auch Angst vor Krankheit, haben auch schwere Verluste hinter sich und so weiter.
00:32:29
Speaker
Wir sind halt Menschen.
00:32:30
Speaker
Und je unbewusster wir darin noch sind, desto größer wird eben das Potenzial, ohne dass man es mitbekommt, das zu vermeiden, was Lösungen bringen könnte.
00:32:41
Speaker
Und dann arbeiten wir lieber mit noch mehr Kontrolle, mit noch mehr Plänen, weil, und da kommt jetzt dann auch der andere Teil mit rein,
00:32:49
Speaker
Weil wir selbst als Coaches häufig auch Angst haben, die Kontrolle zu verlieren.
00:32:55
Speaker
Was passiert denn, wenn eine Klientin mit dem Ursprungsschmerz wieder in Kontakt kommt?
00:32:59
Speaker
Was ist denn, wenn da was hochkommt, was vielleicht therapeutisch behandelt werden muss, in Anführungsstrichen langfristig gesehen?
00:33:08
Speaker
Was passiert denn, wenn da eine Emotion fließt und ich weiß in dem Moment erstmal nicht, was kann ich jetzt gerade tun?
00:33:13
Speaker
Das heißt, was passiert denn in mir, wenn das Maskuline, das Gerahmte, das Strukturelle, das Kontrollierte mich gerade auch nicht mehr schützen kann, weil meine Prozessverläufe eben nicht mehr auf jeden Einzelnen gleich anpassbar sind, sondern ich auch darauf vertrauen muss, das im Kontakt und im Gefühl umsetzen zu können.
00:33:33
Speaker
Und das ist häufig das, was auch viele Therapeuten und Coaches dann vermeiden und auch am Anfang viele Frauen, die wir begleitet haben und ich kenne das von mir selber auch, mit meiner größten Angst war, dass ich dachte, okay, was ist denn, wenn ich dann jemanden retraumatisiere oder was ist denn, wenn da ein Thema hochkommt oder was Missbräuchliches oder so, wo ich nicht zu ausgebildet bin, das zu begleiten.
00:33:56
Speaker
Also habe ich mich eher an den Sachen entlanggehangelt, die erstmal Sicherheit gegeben haben, die aber eben auch immer schön vermieden haben, dass es mal auf eine tiefere Ebene gehen kann, die wirklich auch mal herausfordert, wie gehe ich jetzt gerade damit um.
00:34:09
Speaker
Und da ist es ganz, ganz wichtig natürlich dann auch zu wissen, was mache ich in dem Moment und deswegen...

Authentizität und persönliche Herausforderungen im Coaching

00:34:14
Speaker
Also da braucht es dann eben auch wieder eine Rahmenung, aber eine anpassbare Rahmenung, die auf das Thema eingehen kann, die auf die Emotionen eingehen kann, die auf die Beziehung eingehen kann, die jetzt gerade da ist.
00:34:26
Speaker
Und das ist so gesehen das Zusammenfügen dieser beiden Energien, die es braucht, um wirklich ganzheitlich eine Lösung reinzubekommen.
00:34:34
Speaker
Weil häufig ist die feminine Seite gerade im Weiblichen sowieso schon sehr geblockt.
00:34:40
Speaker
Und dann blocken wir sie in gewisser Weise noch mehr.
00:34:42
Speaker
Die wird noch mehr zur Seite geschoben.
00:34:45
Speaker
Und dementsprechend werden häufig auch die Symptome langfristig mehr, weil dieser Teil, der löst sich ja nicht einfach auf, sondern der ruft ja schon länger danach, mal wieder in Sichtbarkeit zu gelangen.
00:34:55
Speaker
Das heißt, manchmal helfen wir der Klientin mehr bei der Vermeidung als bei der Lösung, und zwar ohne es zu wissen.
00:35:02
Speaker
Und das macht dann so einen Prozess für beide frustrierend, weil das ist halt einfach...
00:35:06
Speaker
Selten die Absicht, dass sich Themen nicht wirklich lösen, dass es dann für einen kurzen Moment deutlich besser wird und zwei Wochen später ist das Thema genau gleich wieder da.
00:35:14
Speaker
Es ist kein angenehmes Gefühl, sich zu fragen, was denkt die Klientin denn jetzt eigentlich über meine Begleitung, kann ich das gut genug und warum löst sich das denn nicht, hätte ich vielleicht doch was anderes lernen sollen und so weiter.
00:35:25
Speaker
Und häufig ist es gar nicht so eine große Wissenschaft in Anführungsstrichen, sondern ein ganz großer Teil ist neben dem zu wissen, dass es tiefere Ursachen gibt.
00:35:36
Speaker
Im zweiten Schritt zu wissen, okay, wie kann ich die Person denn dahin führen, dass wir an der Quelle, sage ich mal, arbeiten.
00:35:44
Speaker
Und auf der anderen Seite ein super oft unterschätzter Faktor, ich selbst im Kontakt mit meinem Nervensystem, mit meinem Körper, mit meinen Emotionen, mit meiner Kontaktfähigkeit, mit der Fähigkeit, das auszuhalten.
00:35:58
Speaker
Auch mal einen stillen Moment auszuhalten, wo ich nicht sofort schalte und weiß, was mache ich jetzt als nächstes.
00:36:04
Speaker
in ein Coaching reinzugehen und eine Grundidee zu haben, was könnten wir heute machen und das alles wieder über Bord zu werfen, weil sich was ganz anderes auftut und sich darin trotzdem sicher zu fühlen, weil wir die Grundlagen von Psyche, Körperlichkeit und emotionalen Prozessen
00:36:20
Speaker
haben.
00:36:22
Speaker
Und das Schöne daran ist ja, dass das ja möglich ist.
00:36:25
Speaker
Es ist möglich, diese Ebenen zusammenzubringen, nur es wird halt in vielen, gerade akademischen Ausbildungen, staatlichen Ausbildungen, gar nicht vermittelt, weil es einfach eigentlich eher von der Person selbst ferngehalten wird.
00:36:39
Speaker
In der normalen Coaching-Ausbildung nicht.
00:36:42
Speaker
Da hast du einen besseren Blick, weil ich halt Glück hatte, sage ich mal.
00:36:47
Speaker
Aber ich sage mal so, die
00:36:49
Speaker
die klassischen Coaching-Ausbildungen sind, was die Verkörperungsebene angeht, weil das ist so auch das zeitintensivste und anstrengendste auch für die Coaches, nicht so gut gerüstet.
00:37:07
Speaker
Mit Verkörperung meine ich nicht, dass wir selbst auch, immer wenn wir desreguliert sind, unsere Nervensystemtools anwenden.
00:37:15
Speaker
Sondern ich meine mit Verkörperung wirklich auch, dass ich nicht mehr zusammenzucke, wenn da mal jemand laut mit einer Emotion rauskommt.
00:37:26
Speaker
Und das ist nichts, was ich unterdrücken kann, sondern das muss integriert sein.
00:37:33
Speaker
Das heißt, ich kann mir das jetzt vornehmen, dann zucke ich halt nicht mehr zusammen und dann sitze ich halt so da und sage, ja, ja, ja, ist schon okay, dann machst du es raus.
00:37:40
Speaker
Aber das ist nicht das, was ich meine.
00:37:43
Speaker
Ich meine, ich sitze ruhig und locker da, wenn jemand wirklich mal mit der Wut um die Ecke kommt, die da in ihm lebt.
00:37:54
Speaker
Da meine ich nicht, dass wir jemanden da katharsismäßig ohne Ende reindrücken, sodass er dann am Ende noch desregulierter da sitzt.
00:38:04
Speaker
Auch das ist meiner Meinung nach eine Methode und ein Ergebnis von Menschen, die
00:38:11
Speaker
eben nicht in der Verkörperung sind, die Leute da enorm reindrücken und dann desreguliert damit zurücklassen, die eben auch noch nicht zu Ende prozessiert haben, wie mit so einer Emotion innerlich wirklich umgegangen werden muss, damit das hilft, statt dass man da einfach nur in die Emotion reinpresst.
00:38:29
Speaker
Und dann stehen die Leute da und haben jetzt halt mal
00:38:32
Speaker
geschrien, wie in vielen Breathwork und Retreats aktuell, und können das aber überhaupt gar nicht verdauen oder verarbeiten, weil das nicht zu Ende gebracht wird, weil das Endziel war, einfach nur in die Emotion rein.
00:38:51
Speaker
Also das meine ich damit auch nicht, aber das ist halt wirklich der Punkt.
00:38:55
Speaker
Dieser Verkörperungsprozess bedarf
00:39:01
Speaker
dass wir uns als Coaches, und ich meine, wir sind Menschen auf irgendeiner Ebene, vermeiden wir auch gewisse Themen bei uns selbst.
00:39:08
Speaker
Das ist normal.
00:39:10
Speaker
Aber ich...
00:39:13
Speaker
Ich muss aus ihrer Selbstvermeidung raus.
00:39:15
Speaker
Das heißt also, unsere Coaching-Ausbildung ist natürlich auch ein Raum, in dem wir die Coaches auch durch ihre eigenen Prozesse oder mit ihren eigenen Themen wirklich in Kontakt bringen.
00:39:27
Speaker
Und damit meine ich nicht nur rational, dass sie ihre
00:39:31
Speaker
ihre Themen selbst durchrationalisiert und analysiert haben, sondern auch emotional.
00:39:37
Speaker
Weil nur mit dem Kontakt und der Erfahrung im Kontakt mit diesen Emotionszuständen kann sich wirklich tief in mir integrieren, dass das sicher ist.
00:39:47
Speaker
Und dann kommt wirklich kein Schreckmoment mehr, wenn mein Gegenüber wirklich mal was rauslässt.
00:39:55
Speaker
Zumal man auch sagen muss, wie Lena das eben schön beschrieben hat, sie lassen es halt auch häufig erst raus und zu, wenn deren Nervensystem unterbewusst gecheckt hat, die kann das auch halten.
00:40:08
Speaker
Vorher blockt dann häufig der Coaching oder auch der Therapieprozess schon ab.
00:40:12
Speaker
Das sind dann die Themen,
00:40:15
Speaker
man sich dann immer weiter im Kreis dreht.
00:40:19
Speaker
Und da hat den Spruch, hattest du einmal gesagt, Unbewusstes erkennt Unbewusstes fehlerlos.
00:40:27
Speaker
Da können wir auf der Ebene nichts mehr faken und nichts mehr schummeln.
00:40:32
Speaker
Und müssen wir auch nicht.
00:40:35
Speaker
Ich meine, man kann ja auch ganz bewusst sagen, ich bin halt der Coach für entlastende Arbeit.
00:40:41
Speaker
Ich bin halt der Coach für, es ist okay, wenn die danach wieder in ihre Wuster fallen.
00:40:46
Speaker
Muss ja jeder für sich selbst beantworten, wie er als Coach wirken möchte.
00:40:51
Speaker
Hat ja auch jeder eine andere Aufgabe.
00:40:54
Speaker
Die großen Coaches oder Influencer haben vielleicht eher die Aufgabe, eine Brücke zu bauen, einen Zugang zu schaffen zu dem Thema generell.
00:41:04
Speaker
Die haben dann vielleicht nicht die Aufgabe in dieser Welt, den Leuten dann wirklich auch bei der tiefen Lösung dafür zu helfen.
00:41:11
Speaker
Müsste man dann vielleicht einfach nur kommunizieren.
00:41:13
Speaker
Du kannst mit mir bis zu einem gewissen Punkt und dann such dir jemanden, der da nochmal anders mit dir arbeitet.
00:41:20
Speaker
Das ist ja auch vollkommen in Ordnung.
00:41:22
Speaker
Aber wenn ich wirklich den Anspruch habe, besser zu werden als Coach, wenn ich Coachsein verkörpern möchte, wenn ich Transformation verkörpern möchte, will ich ja Transformation auch irgendwo verkaufen.
00:41:33
Speaker
Ich möchte ja, dass andere Menschen auch transformieren, sich verändern können zu dem Zustand, in dem sie sich wirklich glücklich und gesund fühlen.
00:41:43
Speaker
dann kann ich mich halt nicht selbst vermeiden.
00:41:45
Speaker
Und dann kann ich auch nicht stellvertretend, um meine Themen nicht anzugucken zu müssen, die ganze Zeit an anderen Leuten rumdoktoren.
00:41:54
Speaker
Also das ist halt dann dieser Retterkomplex und den haben wir.
00:41:58
Speaker
Ist auch gar nicht schlimm, weil das total unbewusst ist.
00:42:00
Speaker
Den haben wir häufig auch bei uns in den Ausbildungsräumen, wo wir merken, okay, da sind immer Anteile dabei, die bei sich nicht hingucken wollen, dass
00:42:11
Speaker
Probleme aber trotzdem lösen wollen und das halt dann statt bei sich zu lösen versuchen bei anderen zu lösen.
00:42:17
Speaker
Sie können es ja auch bei anderen lösen wollen, aber zuerst mal müssen sie schon auch bei sich hinschauen wollen.
00:42:24
Speaker
Sonst bist du, wenn du diesen Willen nicht hast, das heißt nicht, dass du das noch nicht machst, aber wenn du den Willen nicht hast, das so zu praktizieren als Berufsethos, dann bist du kein
00:42:40
Speaker
guter Coach.
00:42:41
Speaker
Und dann wirst du auch kein guter Coach.
00:42:43
Speaker
Und dann solltest du vielleicht auch kein Coach werden.
00:42:46
Speaker
Also das habe ich eine ganz klare Haltung zu.
00:42:50
Speaker
Ja, ich bin da ganz bei dir und ich glaube auch, dass es für die Coach-Seite einfach auch sehr, sehr anstrengend wird, weil diese ständige Selbstvermeidung, Emotionsvermeidung kostet natürlich sau viel Energie.
00:43:04
Speaker
Du brennst aus.
00:43:06
Speaker
Genau, weil irgendwie... Du wirst da ausbrennen, ja.
00:43:08
Speaker
Du sitzt ja in jedem Coaching und hoffst insgeheim unbewusst, dass bestimmte Themen einfach unberührt bleiben.
00:43:16
Speaker
Und so geht es dann im Prinzip beiden gleich.
00:43:19
Speaker
Beide tanzen in gewisser Weise wie auf Eierschalen und hoffen, dass jetzt keiner auf die Idee kommt, zum Beispiel an das Thema Wut ranzugehen, an das Thema tiefere Verletzungen ranzugehen.
00:43:32
Speaker
Und somit kann man sich eben auch in der Vermeidung
00:43:36
Speaker
gegenseitig bestärken, sage ich mal.
00:43:38
Speaker
Und man darf gleichzeitig sehen, dass es auch ein Entwicklungsprozess ist, dass es auch hier kein Ausschalter ist und plötzlich bin ich weniger emotionsvermeidend.
00:43:48
Speaker
Ich weiß noch, wie das bei mir war.
00:43:49
Speaker
Also angefangen mit Coaching habe ich auch, da habe ich bestimmte Emotionen und Themen unbewusst sowas von vermieden, auch bei mir selber.
00:43:56
Speaker
Das ist normal, glaube ich, am Anfang.
00:43:59
Speaker
Ja, genau, das meine ich.
00:44:00
Speaker
Also ich glaube auch, dass das total normal ist.
00:44:02
Speaker
Und dann weiß ich ja noch, dass ich dann die Ausbildung da in Hamburg machen wollte.
00:44:06
Speaker
Und dann habe ich erfahren, dass die da mit Ausdruck arbeiten.
00:44:09
Speaker
Und dann habe ich erst mal gesagt, dann überlege ich mir, ob ich diese Ausbildung machen möchte.
00:44:13
Speaker
Weil ich kann mir nicht vorstellen, vor Menschen zu brüllen und in den Ausdruck zu gehen.
00:44:18
Speaker
Das war für mich echt ein riesengroßes Problem.
00:44:21
Speaker
Und dann bin ich da eben zu meiner Therapeutin, Coachin, wie auch immer gegangen, die die Ausbildung bei ihm ja auch vor einigen Jahren gemacht hat.
00:44:30
Speaker
Und es war eine so krasse Erfahrung zu merken, wie geblockt das in mir war.
00:44:35
Speaker
Und ich hätte das niemals mit einem Klienten gemacht.
00:44:38
Speaker
Wie auch?
00:44:39
Speaker
Ich wollte das nicht.
00:44:40
Speaker
Ich wollte das nicht selber vormachen.
00:44:42
Speaker
Das wäre meine größte Sorge bei dem Thema gewesen.
00:44:44
Speaker
Und...
00:44:46
Speaker
Erst durch die eigenen Prozesse konnte sich das lösen, aber das war bei Scott nicht immer angenehm und auch nicht einfach.
00:44:52
Speaker
Und je mehr sich das in mir gelöst hat, desto mehr konnte ich einen ganz anderen Zugang dazu entwickeln.
00:44:57
Speaker
Und so ist das ja genauso auch bei anderen Themen.
00:45:00
Speaker
Wenn Personen sich auf Themen spezialisieren, die sie selber dann...
00:45:07
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in sich tragen, zum Beispiel immer ungesunde Beziehungsmuster und dann möchten sie Menschen in gesündere Beziehungen begleiten oder ein großes Problem, Grenzen zu setzen und dann arbeiten sie mit im Coaching damit, dass Frauen mehr Grenzen setzen oder auch Männer oder auch emotionales Essen und dann arbeiten sie mit ganz vielen Menschen, die das auch haben.
00:45:28
Speaker
Die Idee dahinter ist nachvollziehbar, weil uns die Themen vor allen Dingen natürlich anziehen,
00:45:33
Speaker
die wir in uns selber auch auf eine Art tragen und es deswegen überhaupt so eine Art Anziehungspole geben kann.
00:45:39
Speaker
Aber diese Pole müssen in uns selber so integriert und verarbeitet sein, damit wir jemand anderes nicht unbewusst stellvertretend unsere Themen heilen lassen wollen.
00:45:50
Speaker
Wir erklären dann jemandem, wie sie Grenzen setzen sollen und dass das ganz wichtig ist und dass man eine toxische Beziehung beendet.
00:45:56
Speaker
Und kriegen das aber selber nicht hin.
00:45:58
Speaker
Und das ist sowohl für den Klienten scheiße, weil der unbewusst natürlich mitkriegt, die fürchten das selber total.
00:46:06
Speaker
Und für den Kultus ist es auch blöd, wenn die Klientin dann irgendwann sagt, ja, ich habe es jetzt übrigens geschafft und vielen Dank und so weiter.
00:46:12
Speaker
Und du sitzt da selber und merkst, warum kriege ich das denn eigentlich nicht hin und ich werde jedes Mal getriggert damit.
00:46:18
Speaker
Ja, total.
00:46:21
Speaker
Also das ständig regulieren zu müssen, auch dieses Gefühl, dann nicht authentisch zu sein und so weiter.
00:46:29
Speaker
Und bitte, ich will das auch nochmal sagen, ich begleite ja heute auch Frauen mit emotionalen Essensthemen und hatte das Thema selbst.
00:46:38
Speaker
Das ist nicht das Problem.
00:46:41
Speaker
Aber zu Zeiten, als das bei mir akut war und ich das so noch praktiziert habe,
00:46:47
Speaker
habe ich halt normale Ernährungsberatung gemacht.
00:46:51
Speaker
Ernährungspläne, Lebensmittellisten, der Klassiker, wie man halt am Anfang erst mal als Ernährungsberater arbeitet.
00:47:01
Speaker
Und ich habe mich da rein entwickelt.
00:47:04
Speaker
Und so kann man sich rein entwickeln, wenn man den Wunsch hat, Menschen damit irgendwann zu begleiten, wenn man selber weiß, wie das ist, wie man darin gelitten hat, dann ist das fein.
00:47:16
Speaker
Aber
00:47:18
Speaker
Ich finde es teilweise gefährlich, wenn man selber mitten in einer posttraumatischen Belastungsstörung ist und jetzt Menschen begleiten will, die traumatische Erfahrungen gemacht haben.
00:47:30
Speaker
Das gehört sowieso in die Traumatherapie, mal abgesehen davon.
00:47:35
Speaker
Solche Sachen sind halt einfach, oder was ich auch ganz viel sehe, so ich war mal in einer Beziehung mit einem Narzissten und jetzt kläre ich über Narzissten auf und jetzt coache ich Frauen, die auch immer in einer Beziehung zu Narzissten sind.
00:47:50
Speaker
Und da schwingt dann häufig aber auch so ein ungelöster Männerhass noch die ganze Zeit mit rein.

Autonomie und Selbstverbindung der Klienten fördern

00:47:57
Speaker
Und da sieht man dann, okay, das Thema ist halt für die Person noch gar nicht gelöst.
00:48:04
Speaker
Oder auch Bindungsängstler.
00:48:06
Speaker
Ja, da wird dann auf Bindungsängstler geschossen, was das für schlimme Menschen oder für schlimme Männer sind.
00:48:13
Speaker
Und dann denke ich mir halt so, jo, du hast irgendwie anscheinend das Thema für dich noch nicht gelöst, weil
00:48:20
Speaker
In dem Bindungsängstler sitzt halt auch ein verletztes Kind, was erstmal Verständnis braucht und Sicherheit braucht, damit es diese Vermeidungstendenzen auch auflösen kann.
00:48:31
Speaker
Und da hilft es halt nichts, wie mit einem Zeigefinger, mit einem Ermahnenden, wie so eine Mutter oder so, dann da zu stehen und zu sagen, ja, aber du, du, du, weißt du, was du mit dem Verhalten anrichtest.
00:48:43
Speaker
Ja.
00:48:44
Speaker
Dann sieht man einfach, das ist nicht gelöst, das Thema für die betreffende Person.
00:48:49
Speaker
Und die sollte das dann vielleicht auch nicht begleiten oder zum Thema machen, erst mal, bis sie das für sich selber aufgearbeitet hat.
00:48:57
Speaker
Oder ich sage mal klassisch im Business-Coaching.
00:49:00
Speaker
Also ich bringe dich jetzt zum Millionen-Business und habe halt selber keins.
00:49:03
Speaker
Da kann man ein bisschen besser greifen.
00:49:06
Speaker
Natürlich darfst du Business-Beratung machen, aber dann vielleicht halt einfach nicht fürs Millionen-Business, sondern...
00:49:12
Speaker
für ein Business, was ein bisschen kleiner spielt, bevor du das so selber erstmal dahin kommst.
00:49:17
Speaker
Ja, es ist halt eine große Selbsttäuschung, die einfach nicht zu Glück führen kann, für beide nicht.
00:49:23
Speaker
Ich würde gerne eine Sache kurz sagen, die mir gerade so spontan kam, als du das mit dem Bindungsängstler gesagt hast, weil ich glaube, dass das
00:49:30
Speaker
bei diesem Thema Kontrolle auch eine ganz große Verknüpfung hat, die, glaube ich, oft nicht so bekannt ist oder uns nicht so bewusst ist.
00:49:40
Speaker
Weil es ist ja eine Wertungsfrage.
00:49:43
Speaker
Es gibt in dieser Bindungsstil-Diskussion, nenne ich es mal, oder Thematik ja eine ganz starke Bewertung, dass Bindungsängstler, also die, ich nenne es mal, überkompensierten Unabhängigen,
00:50:00
Speaker
deutlich schädlicher sind als beispielsweise die ängstlich Klammernden, die Verlustängstler.
00:50:09
Speaker
Und das ist ja in gewisser Weise eine schon sehr, sehr starke Wertung, denn es wird sich ja selten gefragt, was hinterlässt das in einem Menschen, wenn das Gegenüber ständig in der Abhängigkeit, ständig in der Bedürftigkeit, ständig im Klammern ist.
00:50:24
Speaker
Wenn man Vermeider fragen würde, dann würde man einen ähnlich großen Leidensdruck damit erleben, aufgrund frühkindlicher Erfahrungen, wie wenn wir ängstlich-klammernde Fragen, wie es für sie ist, ständig durch vermeidende Tendenzen alleingelassen zu werden.
00:50:37
Speaker
Das heißt, der Schmerz, je nachdem, wen wir fragen, ist gleich, auch wenn es im Erleben unterschiedlich wahrgenommen wird, weil die Vermeider häufig ja deutlich mehr abgespalten oder emotionsvermeidend sind als die Bindungsvermeidung.
00:50:52
Speaker
die Verlustängstlichen, also die Ängstlichkeiten an den Bildungsstilen.
00:50:55
Speaker
Und so ist es häufig eben auch in der Coaching-Arbeit, dass wir, glaube ich, unbewusst eine ganz, ganz große Prägung darauf haben, wirklich in der tieferen Schicht, nicht das, was uns heute so vermittelt wird mit, wir wollen alle selbstständig und unabhängig sein, sondern wir haben, glaube ich, eine größere
00:51:13
Speaker
eine kollektive Thematik damit, dass die meisten von uns in der Entwicklungsphase, wo es um Trennung, um Abschied, um Selbstständigkeit geht, nie wirklich gegangen sind.
00:51:24
Speaker
Das heißt, wir sind zwar Erwachsener geworden und wir können auch unser eigenes Leben einigermaßen führen, aber innerlich sind sowohl viele Männer als auch viele Frauen noch kindlich gebunden geblieben.
00:51:35
Speaker
und sind nie wirklich erwachsen und selbstständig und unabhängig geworden.
00:51:40
Speaker
Das heißt, sie haben ein ganz, ganz großes Sicherheitsgefühl dadurch, von außen Kontrolle, Strukturen, Regeln, Vorgaben vorgegeben zu bekommen.
00:51:49
Speaker
Und sobald das wegbricht, fallen sie in gewisser Weise in eine große gähnende Lehre von, okay, wer bin ich dann jetzt, was mache ich dann jetzt und was aus mir heraus kann mir dann Sicherheit schenken, weil dieser Prozess häufig unbewusst nie abgeschlossen wurde.
00:52:03
Speaker
Und so erleben wir das ja auch häufig, wenn wir dann nach Tipps, nach Regulationstechniken und so weiter gefragt werden, nach Plänen gefragt werden und wir sagen, das ist gerade nicht die Lösung.
00:52:13
Speaker
Du kriegst von uns eine Übersicht, was du machen kannst.
00:52:16
Speaker
Du kriegst von uns auch Informationsmaterialien.
00:52:19
Speaker
Aber der eigentliche Prozess, der geht über Kontrolle hinaus, der geht in eine ganz andere Schicht.
00:52:24
Speaker
Und das ist häufig der Bereich, der dann zu Angst führt.
00:52:28
Speaker
Zu Gott, dann weiß ich aber doch gar nicht, was kommt.
00:52:30
Speaker
Und ja, aber womit arbeiten wir denn dann?
00:52:32
Speaker
Oder ja, irgendwie habe ich das Gefühl, ich komme dann ja gar nicht weiter, weil dann weiß ich ja gar nicht, was ich jetzt als nächsten Schritt tun soll.
00:52:38
Speaker
Und darin zeigt sich das eben ganz, ganz häufig, dass es eine Vermeidung oder auch eine Negativbewertung davon gibt, wirklich erwachsen
00:52:48
Speaker
eigenständig, eigenverantwortlich zu sein.
00:52:51
Speaker
Und das wird dann überkompensiert mit diesem ganzen, ich brauche niemanden und ich mache alles alleine und ich bin abhängig von niemandem.
00:53:00
Speaker
Und wenn man dann aber näher reinschaut, dann stimmt das nicht.
00:53:03
Speaker
Es gibt dann halt eine Abhängigkeitsverschiebung auf zum Beispiel Essen, Zigaretten,
00:53:07
Speaker
Netflix, Social Media oder was auch immer.
00:53:10
Speaker
Also es ist dann von Menschen unabhängiger geworden, wird aber auf einer anderen Ebene ausagiert.
00:53:16
Speaker
Das heißt, wir dürfen Menschen wieder darin unterstützen, an eigentlich diesem Entwicklungspunkt, der mit dem dritten, vierten Lebensjahr eigentlich beginnen würde oder abgeschlossen würde,
00:53:27
Speaker
aus der Symbiose, aus der wirklichen Abhängigkeit heraus in ein eigenständiges Ich, das sich selber mitbekommt, das sich selber fühlen kann, das den eigenen Körper wahrnehmen kann, das eine eigene Meinung entwickeln kann, das eine eigene Grenze entwickeln kann, darin nachträglich zu begleiten, sodass die Person aus sich heraus sich selbst mitbekommt, den eigenen Körper mitbekommen kann,
00:53:51
Speaker
auch eigene Sättigungs-Hungersignale und so weiter mitbekommen kann und daraus dann eine Handlung ableiten kann, wie zum Beispiel eine Grenzsetzung ist, ein Nein sagen, eine Trennung oder was auch immer.
00:54:03
Speaker
Und das passiert eben häufig nicht.
00:54:05
Speaker
Und das wird über Pläne und über Strukturen und über das ständige Konsumieren eines Coaches oder eines Therapeuten, wird das einfach vermieden aus guten emotionalen Gründen, die aber nicht zu einer Lösung führen können.

Langfristiges Wachstum und Unabhängigkeit der Klienten

00:54:19
Speaker
Und wenn wir das im Coaching-Prozess übergehen, in Anführungsstrichen, dann machen wir die Klienten auf eine unbewusste Art und Weise abhängig von uns, von unseren Tools, von bestimmten Apps, die dann Regulationsangebote haben und so weiter.
00:54:36
Speaker
Und dann ist es am Ende nicht wirklich was anderes, als wären wir im medizinischen Bereich und würden für jedes Symptom der Ibuprofen verschrieben haben, sage ich mal.
00:54:47
Speaker
Und wenn wir dann merken, okay, Ibu hat vielleicht doch einige Nebenwirkungen, dann nehme ich jetzt halt ein weniger nebenwirkungsvolles Medikament und verschreibe das was bei allem.
00:54:56
Speaker
Aber die Ursache des Schmerzes ist halt nicht behandelt.
00:55:00
Speaker
Genau, die Ursache ist nicht behandelt worden.
00:55:02
Speaker
Und dann haben wir auch da irgendwann eine Abhängigkeit.
00:55:05
Speaker
Das ist im Gesundheitssystem oder im medizinischen System, sage ich mal, weil mit Gesundheit hat das ja auch in vielen Bereichen nicht so viel zu tun, ist es dann auch nichts anderes mehr.
00:55:14
Speaker
Also damals war die Lösung für alles Diät oder Medikamente oder was auch immer.
00:55:20
Speaker
Jetzt ist die neue Lösung Nervensystemarbeit und Ernährung.
00:55:24
Speaker
Embodiment und Breastwork und sowas zu machen und weil trotzdem die Erfahrung bei ganz vielen eben ist, dass es nichts nachhaltig richtig löst, auch wenn es durchaus das Leben einfacher machen kann.
00:55:34
Speaker
Also es ist deutlich angenehmer, weil das Nervensystem zumindest akut Entspannungszustände erreichen kann oder so.
00:55:41
Speaker
zumindest mal eine funktionale Regulation erlebt, die wirklich auch Spannung lösen kann.
00:55:46
Speaker
Ich möchte das gar nicht so schlecht reden.
00:55:48
Speaker
Nur gleichzeitig, es führt nicht zu einer nachhaltigen Lösung.
00:55:52
Speaker
Und das sieht man ja eben auch an den immer weiter steigenden Symptomatiken, psychischen Erkrankungen.
00:55:58
Speaker
Auch daran, dass jetzt gerade zum Beispiel die Abnehmenspritze oder die Abnehmfille eine so große Beliebtheit hat.
00:56:05
Speaker
Das bedeutet, dass
00:56:06
Speaker
dass das Thema durch alles, was davor versucht wurde, scheinbar nicht gelöst wurde.
00:56:11
Speaker
Und das ist einfach eine wirklich starke Leitspirale, wo ich auch uns Coaches oder Therapeuten ein bisschen auch in der Verantwortung sehe.
00:56:22
Speaker
Nicht im Sinne von, ich muss jedes Thema für den anderen lösen.
00:56:26
Speaker
Aber den Menschen immer wieder darin zu bestärken, ohne es zu wollen, in der eigenen Abhängigkeitsspirale und der eigenen Selbstvermeidungsspirale,
00:56:36
Speaker
verfehlt dann echt das Ziel und hat dann auch zur Konsequenz, dass vieles im Coaching-Bereich als deutlich, deutlich weniger professionell abgetan wird, als es auch sein kann.
00:56:46
Speaker
Es gibt so viele inzwischen auch Reality-Stars und große Influencer, die dann irgendein Thema spannend finden und dazu dann Coach werden.
00:56:56
Speaker
Selber gar nicht im Ansatz gelöst, aber es ist dann einfach eine gute Einnahmequelle.
00:57:01
Speaker
Es werden ein paar Impulse rausgegeben.
00:57:03
Speaker
Das kann dann als Coaching ja auch betitelt werden, ist ja rechtlich in Ordnung.
00:57:06
Speaker
Aber es lenkt einfach davon ab, was für eine tiefgreifende Veränderungsarbeit wirklich als Potenzial dahinter liegt.
00:57:15
Speaker
Und das leider muss man dann auf der anderen Seite auch wieder sagen,
00:57:19
Speaker
wenn wir jetzt von diesen klassischen Qualifikationsanalysebögen bewertet würden, würde man wahrscheinlich auch sagen, dass wir nicht gut coachen.
00:57:29
Speaker
Oder dass wir nicht professionell coachen.
00:57:31
Speaker
Das ist ja dann der andere Punkt.
00:57:34
Speaker
Wir müssen eigentlich eine andere Kategorisierung finden.
00:57:39
Speaker
Woran bewerte ich, ob mich eine Person gut begleiten kann?
00:57:42
Speaker
Für mich habe ich einfach herausgefunden, für mich ist eines der Hauptfaktoren, neben dem Wissen,
00:57:47
Speaker
was auch wichtig ist und dass jemand eine Ahnung hat.
00:57:50
Speaker
Aber ich möchte von jemandem begleitet werden, bei dem ich spüre, dass der selber genauso tief gegangen ist, wie er mich jetzt führen möchte.
00:57:58
Speaker
Und so ist es auch mein Anspruch an mich, dass ich nachvollziehen möchte, wie sich das anfühlt, einen Widerstand zu haben, Wut auszudrücken beispielsweise oder an eine schmerzliche Verletzung zu gehen oder eine Beziehung zu beenden.
00:58:13
Speaker
Ich muss nicht alles auch erlebt haben, was die Klientin oder der Klient erlebt.
00:58:17
Speaker
Aber ich brauche ein Gefühl dazu, wie sich das anfühlt, sich darin verloren zu fühlen, Widerstände zu haben, zu merken, wo titscht das System immer wieder weg, ohne dass man es vielleicht bewusst mitbekommt.
00:58:30
Speaker
Und wie fühlt es sich aber auch an, wenn ich durch den Prozess durchgegangen bin und danach wirklich spüre,
00:58:36
Speaker
Es hat sich jetzt nachhaltig was gelöst, auch wenn ich trotzdem noch nicht themenlos bin und wahrscheinlich auch nie sein werde.
00:58:44
Speaker
Und dann kann ich mich als Coach auch viel mehr entspannen, weil ich weiß, was soll mir denn passieren?
00:58:49
Speaker
Ich weiß ja, wie es sich anfühlt und ich weiß im Zweifel auch, was ich tun kann.
00:58:53
Speaker
Und deswegen ist es bei uns ja diese starke Kombination aus Selbsterfahrungsräumen.
00:58:57
Speaker
aber eben auch aus professionellem Wissen, aus Prozessverläufen, die dann eben auch die Rahmung schaffen und gleichzeitig aber auch eben der Erfahrung, wie fühle ich mich eigentlich, wer bin ich eigentlich als Coach, bin ich wirklich schon Coach oder versuche ich einer zu sein und versuche es wie so eine Art,
00:59:17
Speaker
ich nenne es mal, Kostüm dann anzuziehen, weil ich es noch gar nicht ganz sein kann, weil ich es selber noch vermeide.
00:59:23
Speaker
Und dann können wir wirklich zu, ich nenne es mal, Gesundheitsbegleitern werden auf emotionaler und auch auf körperlicher Ebene, weil wir eben an der Wurzel des Themas arbeiten.

Ganzheitliches Coaching für tiefgreifende Transformation

00:59:35
Speaker
Ja, und nicht nur Gesundheitsbegleitern, sondern wirklich so das Thema, große Thema obendrüber.
00:59:43
Speaker
Also zumindest für mich häufig, ich möchte Menschen in so eine echte Selbstermächtigung und Selbstbestimmung und Freiheit führen.
00:59:52
Speaker
Ja, das sind dann die unterschiedlichen Bedürfnisse.
00:59:53
Speaker
Genau, das sind die unterschiedlichen Bedürfnisse, die darin liegen.
00:59:57
Speaker
Aber das ist so dieses, also...
01:00:00
Speaker
sich in diesem sowieso kranken, überlasteten, überforderten System, egal wo wir hingucken, da gut durchnavigieren zu können.
01:00:14
Speaker
Und auch wenn man sich jetzt die ganze KI-Bewegung anguckt, wir müssen echt bei uns sein.
01:00:21
Speaker
Wir müssen wirklich bei uns sein, wenn wir das schaffen wollen, sozusagen in diesem immer
01:00:29
Speaker
kränkeren System, das immer mehr Druck aufbaut, mit all den Falschinformationen von Deepfakes über Fake News.
01:00:38
Speaker
Wir müssen bei uns sein.
01:00:39
Speaker
Ich muss ein Gefühl für mich haben, um wirklich spüren zu können, dass es eine Wahrheit ist, die ich annehmen kann und möchte, dass es nicht eine Wahrheit ist, dass ich mich nicht selbst verliere in diesem ganzen Kladderadatsch.
01:00:52
Speaker
Weil das wird ja noch mehr.
01:00:54
Speaker
Die meisten Menschen sind sowieso schon völlig von sich weggeführt und auch
01:00:57
Speaker
Total selbst entfremdet.
01:01:00
Speaker
Und jetzt strömen noch mehr Informationen auf uns ein, die dann teilweise auch noch gefakt werden von KIs und so weiter.
01:01:07
Speaker
Jetzt wird es im Gesundheitssystem noch schwieriger, da überhaupt gut behandelt zu werden.
01:01:14
Speaker
Das ist ja sowieso schon die ganze Zeit schwierig.
01:01:15
Speaker
Ich frage mich, wie schwierig es noch werden soll.
01:01:18
Speaker
Also wie überlastet die Ärzte noch sein sollen und die Krankenhäuser und keine Ahnung was.
01:01:23
Speaker
Das heißt, Gesundheit...
01:01:27
Speaker
ein Gefühl für sich selbst, die Fähigkeit sich selbst helfen zu können, die Möglichkeiten wirklich in die Schöpferkopf zu kommen und innerhalb der Lücken dieses Systems etwas Gutes für sich zu schaffen, eine gute Resilienz zu haben auf der einen Seite, aber eben auch nicht in dieser Resilienz zu verhärten, sondern auch zu erkennen, ab wann ist das nicht mehr Resilienz, ab wann ist das Selbstaufgabe, also ab wann unterdrücke ich mich so sehr in zum Beispiel einen Job,
01:01:57
Speaker
dass das eine gesunde Abwehrreaktion ist, ein Burnout zu bekommen, weil es einfach eine ungesunde Struktur ist, in der ich versuche, resilient zu bleiben.
01:02:06
Speaker
Dafür brauche ich ein Gefühl für mich.
01:02:08
Speaker
Ich muss in meinem Körper sein.
01:02:09
Speaker
Das ist nie, nie, nie wichtiger gewesen.
01:02:12
Speaker
Und es wird noch wichtiger werden.
01:02:15
Speaker
Und das ist, wie gesagt, das Ziel, was wir hier haben, dass wir Coaches raus in die Welt bringen, die diese Räume schaffen, in denen das eben möglich wird, optimalerweise bevor Menschen krank werden, bevor sie wirklich richtig pathologisch auch Süchte entwickeln und so weiter.
01:02:32
Speaker
Weil der Leidensdruck ist ja vorher schon groß genug.
01:02:34
Speaker
Es ist ja nicht umsonst so, dass Menschen
01:02:37
Speaker
zu Ärzten rennen, denen es nicht gut geht und die keine Diagnosen bekommen, weil sie im klassischen Sinne nicht krank sind.
01:02:43
Speaker
Aber ihnen geht es halt trotzdem nicht gut.
01:02:45
Speaker
Und dafür sind wir als Coaches da.
01:02:47
Speaker
Und die Menschen, die werden aber irgendwann krank sein.

Gedanken zur Regulierung in der Coaching-Branche

01:02:50
Speaker
Die werden irgendwann auch noch reinschwappen in dieses sowieso schon völlig überlastete Gesundheitssystem.
01:02:56
Speaker
Deswegen, es wird so gebraucht und Coaches werden so gebraucht und es wird das Coaching auch
01:03:05
Speaker
Also es kann nicht sein, dass man nach einer Regulation des Coaching-Marktes ruft, um dann den Coaching-Markt und die Coaches so zu reglementieren, wie man das aktuell mit Ärzten und Therapeuten im Gesundheitssystem macht.
01:03:16
Speaker
Weil dann ist die Chance, die Coaching hat, auf eine andere Art und Weise zu helfen, fatal.
01:03:22
Speaker
Es ist schon gut und wichtig und auch eine Chance, dass wir gerade die Möglichkeit haben, es anders zu machen, weil es auf der einen Seite nicht zu stark reglementiert ist.
01:03:36
Speaker
Es hat natürlich seine Schattenseiten, weil dadurch sind da draußen auch viele Coaches, die vielleicht wirklich nicht mal beabsichtigt Schaden anzusehen.
01:03:47
Speaker
Anrichten.
01:03:47
Speaker
Anrichten, ja.
01:03:49
Speaker
Und deswegen ist ja unsere Antwort auch die Psychosoma Nutrition Coach Ausbildung.
01:03:54
Speaker
Ich kann nicht über Dinge nachdenken, die mir nicht bewusst sind, das ist klar.

Integration von persönlicher Bewusstheit und formaler Ausbildung im Coaching

01:03:57
Speaker
Ich kann auch Dinge nicht wahrnehmen, für die ich gerade die Wahrnehmungsspanne überhaupt nicht habe.
01:04:03
Speaker
Pro Sekunde, habe ich irgendwie gelesen, gab es in der Studie, nehmen wir ungefähr 10 Millionen Sinnesreize auf.
01:04:08
Speaker
Ja, so.
01:04:10
Speaker
Da muss man sich überlegen, wie viel Leben, wie viel Erfahrung, wie viel Wahrnehmungsraum eigentlich an uns vorbeigeht.
01:04:18
Speaker
Und dann ist noch der individuelle Filter drauf, der uns gewisse Dinge nicht spüren lassen und sehen lassen will.
01:04:24
Speaker
Und wir als Coaches haben die Möglichkeit, mit den Menschen zu arbeiten, dass sich dieser Filter verändert, dass sie sich anders wahrnehmen, dass von diesen zehn Millionen Sehneseindrücken die wichtigen Eindrücke, die gespürt werden müssen, um etwas verändern zu können, ankommen.
01:04:40
Speaker
Und dafür braucht es einen Raum mit einer Person, die diesen Raum auch halten kann, die das nicht nur hier verstanden hat, sondern auch im Körper.
01:04:52
Speaker
Und dafür stehen wir und wir freuen uns natürlich über jeden, der Teil dieser Bewegung wird und Teil dieser wachsenden Gemeinschaft hier von Menschen, die sagen,
01:05:06
Speaker
Ich sehe das Potenzial, ich sehe auch die Schattenseiten, ich spüre einfach, dass das etwas ist, was mich zieht und ich möchte das gerne lernen, ich möchte das wirklich verkörpern lernen und möchte da einfach auch eine Gegenbewegung starten und dieses Potenzial von Coaching raus in die Welt bringen.
01:05:30
Speaker
Ja, das ist ein guter Abschlusswort, würde ich sagen.
01:05:33
Speaker
Wir freuen uns natürlich sehr über eure Feedbacks, über eure Fragen, eure Themenwünsche zu Podcasts oder Lives.
01:05:39
Speaker
Und wenn ihr mehr erfahren möchtet, im November startet die nächste Ausbildungsrunde.
01:05:45
Speaker
Könnt ihr gerne über den Link in unserer Bio einfach gehen oder hier einfach PNC, also PNC, kommentieren.
01:05:53
Speaker
Und dann schicken wir euch alle weiteren Infos und könnt ihr euch auf die Barterliste setzen für die nächste Ausbildungsrunde.
01:06:00
Speaker
Wir führen dann auch Vorgespräche, also gerne einfach dann auch mal so einen Connection Call mit uns buchen, dass wir gemeinsam herausfinden können, wo du gerade stehst, ob du ganz am Anfang stehst, noch gar nie eine Coachausbildung gemacht hast oder ob du schon super viele Zertifikate gesammelt hast, dass wir einfach gucken können, wo stehst du gerade und ist das gerade das Richtige für dich, wie können wir dich unterstützen, nicht nur ein guter Coach zu werden, sondern daraus dann wirklich auch ein tragfähiges Business zu machen, dass dich dann auch...
01:06:29
Speaker
nähren kann.
01:06:31
Speaker
Nur wenn man ein guter Coach ist, ist man noch kein guter Unternehmer.
01:06:36
Speaker
Das heißt, den Part decken wir auch mit ab.
01:06:39
Speaker
Also trau dich darüber, einfach mal mit uns zu sprechen.
01:06:42
Speaker
Du findest die Links unten in den Show Notes, wenn du den Podcast anhörst.
01:06:45
Speaker
Oder dann in unserer Bio auf Instagram.
01:06:51
Speaker
Gut, darf ich sagen?
01:06:52
Speaker
Vielen Dank.
01:06:53
Speaker
Tschüss.
01:06:53
Speaker
Bis zum nächsten Mal.
01:06:54
Speaker
Tschau.