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#41 - Wenn Regulationstools schaden, statt helfen - das musst du als Coach wissen

The Embodied Coach
The Embodied Coach

57 plays · Aug 20, 2026

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Speaker: Ich war vor ein paar Tagen bei Instagram und habe ein Nervensystem-Tool gesehen und dann ist mir aufgefallen, wie viele Nervensystem-Tools eigentlich inzwischen bei Social Media und auch generell in der ganzen Coaching-Welt immer wieder vermarktet und auch angeboten werden.

Speaker: Und wir sprechen heute darüber, wann Regulationstechniken wirklich helfen können und wann du mit bestimmten Regulationstools bei deiner Klientin mehr Schaden anrichtest,

Speaker: als das häufig so in der allgemeinen Coaching-Welt so beigebracht wird.

Speaker: Bleib also unbedingt dran, weil das Nervensystem zu verstehen und zu verstehen, welche Regulation wirklich zu welchem Zeitpunkt dienlich ist und wann wir das Nervensystem damit sogar noch zusätzlich überfordern, ist eines der Hauptbausteine im Coaching.

Speaker: Du willst ein erfolgreicher Coach sein, der seine Klienten durch echte Durchbrüche und nachhaltige Transformationen führt?

Speaker: Dann bist du genau richtig hier.

Speaker: Ich bin Natascha, seit über zehn Jahren erfolgreicher Coach mit eigenem Coaching-Business und über 500 begleiteten Menschen.

Speaker: Und ich bin Lena.

Speaker: Seit über sieben Jahren begleite ich Menschen als Coach durch tiefgreifende Prozesse hin zu nachhaltigen Veränderungen.

Speaker: In diesem Podcast sprechen wir darüber, wie traumasensibles, körperzentriertes und nachhaltig wirksames Coaching wirklich funktioniert.

Speaker: Kein oberflächliches Tools-Gehabe, kein Druck.

Speaker: sondern Nervensystemwissen, Embodiment und eine Haltung, die den Themen deiner Klientin wirklich gerecht wird.

Speaker: Der Embodied Coach ist für Frauen wie dich.

Speaker: Mit großem Verantwortungsgefühl, mit einer Sehnsucht nach Tiefe und mit dem Wunsch, einen Unterschied in der Coachingbranche zu machen.

Speaker: Hier bekommst du fundiertes Wissen, Insights aus unserem Coaching-Alltag und echte Inspiration für deinen Weg als Coach.

Speaker: Weil du spürst, es geht nicht um höher, schneller, weiter, sondern um echt, verbunden und tiefgreifend.

Speaker: Abonniere jetzt diesen Podcast und begleite uns auf dieser Reise.

Speaker: Zurück zum Körper, zurück zu dir und zu dem Coaching, das du dir selbst gewünscht hättest.

Speaker: Also wie ich schon gesagt habe, ist erstmal wichtig zu erwähnen, dass Nervensystemregulation sehr wesentlich ist, gerade auch wenn wir mit Menschen arbeiten, denen es nicht gut geht, die sich ständig angespannt fühlen, die große Herausforderungen haben, den Alltag zu meistern.

Speaker: Aber es ist eben genauso wahr, dass wir darauf achten müssen, welche Regulationstechniken, welche, ich nenne es mal Regulationsmodi, also ob etwas eher zum Beispiel aktivierend ist oder ob

Speaker: in der Technik eher beruhigend und entspannend wirkt, an welchen Zuständen das wirklich dienlich ist und wann nicht.

Speaker: Und ich habe gerade eben zu Natascha gesagt,

Speaker: dass ich das selber in meiner eigenen Zeit mit den Angstzuständen sehr, sehr gut erleben konnte, dass bestimmte Regulationstechniken, die mir auch am Anfang beigebracht wurden, meine Panikzustände sogar noch verstärkt haben und überhaupt nicht reguliert haben.

Speaker: Und ich weiß noch genau, es gab einen Moment, es war so die...

Speaker: erste Zeit, nach der ich mit der Therapie gestartet habe, wo ich dann bestimmte Techniken beigebracht bekommen habe zur Entspannung, wo ich die Atmung konzentrieren sollte, wo ich über Tapping-Ressourcen steigern sollte.

Speaker: Und habe mir diese Techniken natürlich dann auch gemerkt, weil ich wollte ja unbedingt in dem Moment, wo die Panik aufsteigt, das dann auch regulieren können.

Speaker: Und als dann die Panikattacke kam,

Speaker: Fing ich dann an mit dem Tappen.

Speaker: Ich habe ganz schnell auf die Schlüsselbeine getappt, habe versucht, tief zu atmen.

Speaker: Das ging sowieso schon mal gar nicht.

Speaker: Also Atmung war das, was bei Panikattacken bei mir sowieso so in der Disbalance war, dass die Atmung überhaupt bewusst wahrzunehmen war.

Speaker: ... noch mehr Panik ausgelöst hat in mir, weil ich dann mitbekommen habe, wie wenig Luft ich bekommen habe.

Speaker: Also allein das hat mich schon zusätzlich gestresst.

Speaker: Und das mit dem Tapping hat ebenfalls, weil es auch gar nicht funktioniert hat in dem Moment...... und weil ich mich dafür rückhinsetzen sollte oder hinlegen sollte...

Speaker: einfach nur zum Gegenteil geführt, nämlich dass ich immer gestresster wurde, mein Körper immer mehr Erregung aufgebaut hat und ich am Ende einfach so überwältigt war, dass all diese Techniken gar nicht mehr funktioniert haben.

Speaker: Und in der letzten Podcast-Folge habe ich ja schon mal was dazu gesagt, weshalb es überhaupt dazu kommen kann, dass in dem Moment Techniken nicht greifen.

Speaker: Das ist allgemeingültig, also dass wenn bestimmte

Speaker: Überlastungszustände da sind und das System in eine Art Reset gehen muss, dann greifen generell bestimmte Techniken nicht mehr.

Speaker: Aber heute betrachten wir das nochmal ein bisschen differenzierter, weil in diesem Moment wurde für mich, und das habe ich erst rückblickend verstanden, erst verständlich, warum in bestimmten Situationen gewisse Regulationstechniken nicht mehr greifen oder zumindest nicht zum Zustand passen, der in dem Moment da ist.

Speaker: Wenn wir uns Panik angucken, dann bedeutet das, dass ein bestimmter Teil im Nervensystem besonders aktiviert ist oder auch wenn andere Stresszustände da sind.

Speaker: Und das ist der sympathische Teil des Nervensystems, also des automatischen Nervensystems, autonomen Nervensystems.

Speaker: Also das, was automatisch unbewusst passiert, was wir nicht bewusst steuern können.

Speaker: Also eine Panikattacke steuert niemand bewusst, dass der Körper so reagiert, sondern es passiert einfach nichts.

Speaker: Und der sympathische Zustand ist auch ein sehr dienlicher Zustand im Alltag, weil wenn der nicht unter besonderen Stresseinflüssen steht und wir uns in Sicherheit befinden, dann setzt der Handlungsbereitschaft voraus, eine gewisse Wachheit, Energiezufuhr, Lebendigkeit und auch ein Leichtigkeitsgefühl.

Speaker: Also wir brauchen den schon.

Speaker: Nur wenn der unter Stress gerät, also wenn bestimmte Gefahrensignale im Außen oder Innen auf uns einwirken und der in Stresszustände gerät,

Speaker: Dann geht es eben damit einher, dass viel Stresshormone ausgeschüttet werden, dass alle Ressourcen mobilisiert werden, um uns auf den schlimmsten Fall vorzubereiten, nämlich zu fliehen oder zu kämpfen.

Speaker: Die Herzfrequenz steigt, die Muskeln werden anders durchblutet, weil wir eben dann uns bereit machen zum Kampf oder zum Fliehen, die Atemfrequenz.

Speaker: erhöht sich und wir haben einfach das Gefühl, also wir brauchen einfach, wir bauen mehr Energie auf, die wird mehr mobilisiert, was in so einem konkreten Gefahrenzustand auch dienlich wäre.

Speaker: Nur in so einem Moment, wie jetzt zum Beispiel bei einer Panikattacke und das ist nur eine, es ist nur ein Bild, das heißt, es kann sich auch auf andere Symptomatiken übertragen lassen,

Speaker: ist in dem Moment eine extreme Energiezufuhr da.

Speaker: Und wenn wir dann anfangen, mit sehr entspannenden Tools zu agieren, wie zum Beispiel mit der Aussage, setz dich dann hin, beobachte einfach die aufsteigenden Angstgefühle, atme tief durch und so weiter, dann verpassen wir in dem Moment in gewisser Weise die Anforderungen,

Speaker: also die Logik dahinter, die eigentlich dieser Nervensystemzustand oder die Mobilisierung dieser Energie eigentlich mit sich bringt.

Speaker: Und ich habe diese Metapher schon mal genutzt, aber ich finde sie ganz gut.

Speaker: Also wenn wir uns vorstellen...

Speaker: dass wir jetzt gerade in einer Gefahrensituation wären.

Speaker: Wir gehen nachts durch den Wald oder durch den Park und plötzlich hören wir hinter uns schneller werdende Schritte.

Speaker: Wir schauen uns um und kriegen mit, dass uns jemand verfolgt.

Speaker: Die Absicht ist ja erstmal egal, kann am Ende ja trotzdem gut ausgehen, aber erstmal werden wir mit all diesen sympathischen Reaktionen überflutet.

Speaker: Stresshormone werden freigesetzt, Energie wird mobilisiert.

Speaker: Das heißt, wir werden vorbereitet zu fliehen und zu kämpfen.

Speaker: Ähnlich wie eben auch im Alltag, wenn wir dann bestimmte Übererregungszustände erleben.

Speaker: Und wie undienlich bestimmte Regulationstechniken dann für diesen konkreten Zustand sind, wird dadurch klar, wenn wir uns vorstellen, dass wir wie so einen Coach an unserer Seite hätten.

Speaker: Wir werden verfolgt und der beginnt dann uns zu sagen, okay, entspann dich erstmal, setz dich ganz in Ruhe hin, beobachte einfach, was innerlich passiert und welche Emotionen und welche Angstzustände auftauchen und

Speaker: Und dann beginnst du ganz entspannt zu tappen, innerlich rückwärts zu zählen und beobachtest einfach, bis das Gefühl vorbeigeht.

Speaker: Das ist absurd und irrational und das wäre im realen Alltag auch gefährlich tatsächlich, wenn reale Gefahr besteht.

Speaker: Das bedeutet, in so einer Situation können diese Techniken zu noch mehr Stress führen, weil innerlich wird das System sagen, Alter, hast du sie nicht mehr alle, wir sind gerade wirklich in Gefahr und jetzt soll ich mich hier entspannen und atmen und runterkommen und zählen, dafür habe ich keine Zeit, es geht hier wirklich um Leben und Tod.

Speaker: Und unser Nervensystem unterscheidet dabei nicht, ob wir real gerade bedroht sind oder ob wir einen Trigger im Außen haben oder ein aufsteigendes Gefühl oder eine alte Verletzung, die unbewusst aktiviert wurde und dementsprechend genau die gleichen Überlebensmechanismen auslöst, wie bei einer objektiv beobachtbaren Bedrohung.

Speaker: Und deswegen als kurzes Beispiel, ein bisschen ausgeführt direkt mit Nervensystemhintergrund, sprechen wir heute darüber, welche Nervensystemzustände sind,

Speaker: welche Formen der Regulation brauchen und mit welchen Tools wir dann je nach Situation mehr Stress und dadurch auch langfristig mehr Überforderung und vielleicht sogar auch Schaden zufügen, weil eben irgendwann auch das Gefühl entsteht von, bei mir bringt das alles nichts, weil ich habe trotzdem Panik oder ich habe trotzdem einen Esstrang oder ich bin trotzdem noch eifersüchtig.

Speaker: Genau darum soll es heute gehen und ich würde mal jetzt an dich abgeben, Natascha.

Speaker: Vielleicht möchtest du auch was noch zu den anderen Nervensystemzuständen sagen.

Speaker: oder auch deine Sichtweise darauf.

Speaker: Ich vergleiche nochmal darauf ein, was wir noch für Nervensystemzustände haben oder beachten müssen, wenn wir Tools einsetzen.

Speaker: Aber erstmal so zu meiner Meinung zu dem Thema.

Speaker: Ich bin da ganz bei dir.

Speaker: Wir sehen das an, natürlich spielt uns das der Algorithmus natürlich auch extrem aus bei Instagram.

Speaker: Instagram.

Speaker: Aber es ist natürlich auch egal, auch wenn ich mit unseren Klienten spreche oder mit Interessenten spreche, gefühlt spricht die ganze Welt, zumindest die, die ihre Themen irgendwie bearbeiten wollen, übers Nervensystem und über Nervensystem-Tools.

Speaker: Und es ist, also eine Beobachtung, die ich mache, ist, dass

Speaker: die Tools häufig aus dem alten Muster, sich selbst optimieren zu wollen, herausgenutzt werden.

Speaker: Zur Leistungsoptimierung, damit man wieder funktioniert, damit ein unangenehmes Gefühl endlich weggeht.

Speaker: Also nicht, um dem Raum zu geben, was da unterliegt, sondern vielmehr, um das wegzuklopfen oder wegzuatmen.

Speaker: Und dass ganz häufig Nervensystemregulationstools einfach an der falschen Stelle, also im falschen Moment,

Speaker: zum falschen Nervsystemzustand eingesetzt werden oder auch mit der falschen inneren Haltung.

Speaker: Wenn ich selbst als Coach ein Thema mit Leistung, Perfektionismus funktionieren müssen habe,

Speaker: dann wird mir das sehr wahrscheinlich, Gesetz der Resonanz, bei meinen Klienten relativ häufig auch begegnen.

Speaker: Wir werden sehr viel mit Menschen arbeiten, die ähnliche Themen haben wie wir, nur dass wir vielleicht ein paar Schritte weiter sind oder hoffentlich ein bisschen bewusster über diese Thematiken sind.

Speaker: Und wir laufen Gefahr als Coaches den Klienten,

Speaker: Einfach nur das zu geben, was ihr Muster braucht, damit es sich fortführen kann.

Speaker: Wenn wir nicht erkennen, ab wann wir uns selbst als Coach, aber auch unsere Klienten einfach nur weiter mit irgendwelchen Tools beschäftigen und ablenken von dem, was darunter liegt und dem, was eigentlich wirklich Raum braucht.

Speaker: Denn

Speaker: wie ich es eben schon gesagt habe oder was Lena eben auch schon beschrieben hat bei ihrer Situation.

Speaker: Ich möchte mal ein konkretes Beispiel machen aus der Coaching-Praxis mit einer Klientin bei uns, die eben auch schon zu uns kam mit einigem Amphorwissen, auch rund um das Nervensystem.

Speaker: Sie kannte schon Nervensystem-Regulationstools, Tapping, EFT, Atmung und so weiter.

Speaker: Und

Speaker: hat das auch schon öfter benutzt und sagte, das führt dann, wenn sie es benutzt, auch dazu, dass das Gefühl dann weggeht, also dieses enge Gefühl auf der Brust zum Beispiel, dass sie kurz Entlastung erfährt.

Speaker: Aber trotzdem hat sie halt jeden Tag Essattacken und kommt mittags nach Hause und nach der Arbeit und hängt dann die ganze Zeit am Handy und stopft sich mit Süßigkeiten voll und kann dann auch gar nicht mehr auf die Tools drauf zugreifen, weil sie dann da festhängt.

Speaker: Und da ist natürlich dann die Verzweiflung groß, ja?

Speaker: Also was kann ich denn noch tun, damit das weggeht?

Speaker: Was kann ich denn noch tun, um das endlich zu lösen?

Speaker: Und wir sitzen natürlich als Coach auf der anderen Seite und möchten das natürlich auch gerne für unsere Klientin lösen oder mit unserer Klientin lösen.

Speaker: Und das löst natürlich bei uns auch ein ungutes Gefühl aus, ja?

Speaker: Wenn wir merken, okay,

Speaker: Tools, die jetzt eigentlich Entlastung bringen sollten, die führen eigentlich nicht wirklich dazu, dass sich das Thema löst und wir drehen uns die ganze Zeit irgendwie im Kreis.

Speaker: Dann neigen wir als Coaches vielleicht auch dazu, noch weitere Tools zu lernen oder noch ein neues Tool aus dem Hut zu zaubern und zu sagen, so, dann probieren wir doch jetzt einfach mal das aus und dann entsteht bei uns Tool-Hopping, bei der Klientin ein Tool-Hopping und wir hüpfen so von einem Ding zum nächsten.

Speaker: in der Hoffnung, dass endlich irgendwas greift und diese Thematik sich endlich löst.

Speaker: Und das beobachte ich gerade, wir sind ja als Coaches auch nur Menschen und dementsprechend nehme ich mal den ganzen Begriff bei allen Menschen, die sich mit dieser Thematik viel beschäftigen, ob auf Coachee-Seite oder auf Coach-Seite, dass ich viel zu sehr auf...

Speaker: irgendwelche Tools konzentriert wird, die etwas, die ein Ziel erreichen sollen, wo es wieder ums Funktionieren geht, statt darauf wirklich einen Raum zu kreieren, in dem erstmal das sein darf, was eigentlich gerade wirklich da ist.

Speaker: Und Regulation passiert nicht, indem wir klopfen oder atmen oder schütteln, sondern Regulation macht das Nervensystem, wenn wir durch das Schütteln, durch das Klopfen, durch das Atmen oder, wenn es gerade passt und zugelassen werden kann, auch einfach nur durch das ruhig da liegen und an die Decke starren, Raum geben.

Speaker: Also wir müssen dem Nervensystem Raum geben.

Speaker: Und es gibt Möglichkeiten, den präfrontalen Kortex, also den Teil unseres Gehirns, der denkt, der plant, der strukturiert, der Impulse unterdrückt, auch Emotionen und Themen unterdrückt, den runter zu regulieren durch bestimmte Tools.

Speaker: Aber nur, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt und auch durch die richtige innere Haltung eingesetzt wird.

Speaker: Das heißt also,

Speaker: eine raumgebende Haltung statt eine... Also ich weiß nicht, ob ich es falsch verstanden habe oder ob es ein Missverständnis daran gab, dass wir den präfrontalen Kortex runterregulieren, hochregulieren, oder?

Speaker: Also dass die Ressourcen wieder freigesetzt werden für kognitive Planung, für auch den Zugriff auf rationales Denken und nicht mehr nur die emotionale Ausschüttung.

Speaker: Oder sprechen wir gerade von was anderem?

Speaker: Nee, wir sprechen davon, dass die Impulskontrolle runterreguliert werden muss.

Speaker: Okay, ja, verstehe.

Speaker: Also die Impulskontrolle, und die sitzt ja tendenziell im Präfantallenkontrolle.

Speaker: Also der Punkt ist ja, nehmen wir mal so eine Situation.

Speaker: Die Klienten, die zu uns kommen, die sind eigentlich dauerhaft im Kopf.

Speaker: Die überlegen sich dauerhaft, was muss ich jetzt essen?

Speaker: Wie viel muss ich jetzt essen?

Speaker: Habe ich jetzt genug gegessen?

Speaker: Oh, was muss ich jetzt machen, damit ich heute Mittag nicht wieder in der Essattacke lande?

Speaker: Was muss ich jetzt tun, damit meine Hand nicht gleich wieder in der Keksdose landet?

Speaker: Das heißt, der präfrontale Kortex ist maximal aktiv und die Klienten haben keinen Zugang zu den emotionalen Impulsen, die darunter liegen, also zu dem psychischen System.

Speaker: Das führt über den Tag hinweg zu so viel Druck, dass das irgendwann natürlich kippt.

Speaker: Das heißt, irgendwann...

Speaker: verändert sich die Durchblutung im Gehirn, das limbische System, da wo Emotionen, Emotionsregulation, emotionale Themen, unterbewusste Dinge stattfinden, der fährt plötzlich hoch, weil die Amygdala, also unser Stressnetzwerk, sagt, oh mein Gott, hier war den ganzen Tag so viel Stress, ich werde hier eigentlich angegriffen, Hilfe, Hilfe, Hilfe, ich bin unsicher und dann

Speaker: dreht sich das.

Speaker: Dann ist der präfrontale Cortex weniger reguliert.

Speaker: Und wir können die Impulse, die wir den ganzen Tag versucht haben zu kontrollieren, durch Denken, Planen, Strukturieren, Pläne machen, Ernährungspläne einhalten oder keine Ahnung was, nicht mehr kontrollieren.

Speaker: Und Regulationstools helfen auf zweierlei Arten.

Speaker: wenn wir sie richtig einsetzen.

Speaker: Wir können auf der einen Seite Regulationstools nutzen, um den präfrontalen Kortex runter zu regulieren, also dem Raum zu geben, was im unterbewussten, im lymbischen System auf Emotionsebene stattfindet.

Speaker: Weil, damit sich mein Nervensystem regulieren kann, braucht es die höhere Durchblutung im lymbischen System und die

Speaker: dass der Teil des präfrontalen Kortex, der die Impulskontrolle hat, der gegen schiebt, runter reguliert wird.

Speaker: Das heißt, nur wenn ich mich regulieren will, wenn ich Themen lösen will, muss ich den Zustand im Gehirn so verändern,

Speaker: dass Themen, die ungelöst sind, emotionaler Stau, der ungelöst ist, der nicht abfließen konnte, nach oben kommen kann.

Speaker: Das heißt, das ist eine raumgebende Haltung.

Speaker: Also ich reguliere den präfrontalen Kortex runter, um dem, was im limbischen System ist, Raum zu geben, damit die Emotionen sozusagen aufsteigen können und ich die Emotionen fühlen kann,

Speaker: und die Emotionen abfließen kann und dadurch wieder Ruhe in meinem Olympischen System, in meiner Amygdala einkehren kann.

Speaker: Ich nutze diese Dinge zum Beispiel auch, um

Speaker: Konflikte, Erfahrungen, alte Geschichten, die nicht verarbeitet wurden, die wie so festhängen im limbischen System und vielleicht auch bei der Amygdala, dass die durchrutschen können.

Speaker: Also dass sie sich verarbeiten können, dass sie wie durchgeschoben werden, durchrutschen können.

Speaker: Und dafür helfen Regulationstools und verschiedene Methoden, die wir auch als Coaches nutzen, um mit den Klienten an ihren Themen zu arbeiten.

Speaker: Aber

Speaker: Diese Funktionsweise, die kennen schon viele gar nicht und gleichzeitig muss ich wissen, in welchem Zustand ist denn die Klientin oder der Klient oder auch die Betroffene, die das anwenden will, muss wissen, in welchem Zustand bin ich gerade und was wirkt hier.

Speaker: Denn, und deswegen gab es jetzt eine Rückfrage wahrscheinlich, es gibt ja auch noch den anderen Zustand, in dem, da sagt man dann eben, Angst schaltet den Verstand aus.

Speaker: Also wenn die Amygdala also so überdreht und das limbische System so überdreht, dass dein Trifonkala-Kortex schläft,

Speaker: sozusagen keine Impulskontrolle mehr hat, keine Kontrolle mehr hat.

Speaker: Das sind dann die Situationen, wo wir zum Beispiel in einer Essattacke landen und nur noch so eine leise Stimme aus dem präfrontalen Cortex

Speaker: so sagt, so nein, sollten wir das vielleicht essen.

Speaker: Und ein inneres Monster hochkommt und sagt, nein, ich brauche jetzt diese Tafel Schokolade.

Speaker: Und da spricht dann sozusagen die Amygdala.

Speaker: Und das sind dann aber die Situationen, wo sich Menschen halt maximal fremdgesteuert fühlen.

Speaker: Wo sie das Gefühl haben, keine Kontrolle mehr über ihr Verhalten zu haben.

Speaker: Wo sie...

Speaker: in Panikattacken rutschen, wo sie in Essattacken rutschen.

Speaker: Sämtliche Situationen, in denen wir sozusagen nur noch reflexhaft reagieren oder unser Körper plötzlich komische Sachen macht, wie Zittern oder Hyperventilieren, das ist dann der Zustand, in dem wir natürlich

Speaker: dass andersrum die Balance wieder herstellt.

Speaker: Also indem wir, wo wir das limbische System sozusagen einfangen müssen, die Amygdala einfangen müssen und damit wir wieder klar denken können.

Speaker: Da sieht man, beide Bereiche sind super wichtig und das Problem entsteht immer dann, wenn die nicht mehr richtig gut miteinander kommunizieren und die Balance zwischen diesen beiden Bereichen nicht da ist.

Speaker: Und

Speaker: Die meiste Zeit sind wir im Alltag halt maximal im Kopf und in der Impulskontrolle.

Speaker: Und das ist aber genau die Grundursache dafür, warum es dann die Momente gibt, wo sich dieser unterdrückte Teil in uns sozusagen aufbäumt und dann das Gehirn durchdreht.

Speaker: Das sind auch die Zustände, in denen Kinder Wutanfälle haben.

Speaker: Wenn das lympische System krass durchblutet ist und im Gehirn ist total Alarm,

Speaker: Ja, den musst du dann nichts erklären.

Speaker: Die Logik kommt da nicht durch.

Speaker: Die haben noch nicht gelernt, diese beiden Gehirnbereiche sozusagen miteinander reguliert zu bedienen.

Speaker: Ja, und der präfrontale Kortex ist bei Kindern ja auch in dem Alter noch gar nicht ausgeprägt.

Speaker: Das kommt ja noch dazu.

Speaker: Eben.

Speaker: Der entwickelt sich so bis zum siebten Lebensjahr noch.

Speaker: Und bei ganz kleinen Kindern ist das eben alles noch in der Entwicklungsphase.

Speaker: Das ist auch der Grund, warum.

Speaker: Es ist auch ganz spannend, wenn man sich so mit Gehirnwellen beschäftigt,

Speaker: Kinder bis zum siebten Lebensjahr etwa sind dauerhaft im Täterwellenzustand.

Speaker: Das heißt, die sind eigentlich dauerhaft in so einer Art Trance-Zustand, dem Zustand, den man auch erreicht, wenn man psychedelische Substanzen nimmt.

Speaker: Da geht alles direkt ins Unterbewusstsein.

Speaker: Die haben keinen Filter und bei Erwachsenen sind die später optimalerweise im Alpha-Bereich, im Hauptbereich.

Speaker: hauptsächlich im Alltag.

Speaker: Das ist so entspannte Aufmerksamkeit.

Speaker: Aber leider sehen wir, dass die meisten eher im Beta-Bereich sind.

Speaker: Also dieser Stresszustand, also negativer oder unangenehmer Alarm.

Speaker: Und hier merkt man schon, wenn man das nicht versteht und man nutzt jetzt

Speaker: Regulationstools, inflationär, man hat keine Ahnung über die Mechanismen im Gehirn und man hat auch keine Ahnung über die verschiedenen Nervensystemzustände, Fight or Flight oder Freeze oder auch Fawning, da sprechen wir gleich nochmal drüber, dann setzt man Tools zur falschen Zeit ein, zum einen, und zum anderen...

Speaker: nicht in dem Rahmen, wo es wirklich helfen würde.

Speaker: Ich mache mal ein Beispiel.

Speaker: Wenn dein Nervensystem und dein Körper, wenn du total daran gewöhnt bist, über Jahre oder sogar Jahrzehnte schief zu stehen, dann hast du eine Fehlhaltung entwickelt und jetzt kommt jemand, du gehst zum Osteopathen oder zum Masseur oder es kommt einfach jemand, der stellt dich mal gerade hin.

Speaker: dann wird dir das, wenn du gerade stehst, vorkommen, als würdest du schief stehen.

Speaker: Weil sich dein gesamtes Nervensystem daran gewöhnt hat, dass du schief stehst.

Speaker: Das ist eine körperliche Fehlhaltung.

Speaker: Es gibt auch emotionale Fehlhaltung.

Speaker: Also wenn ich mein Leben lang gelernt habe, immer alles auf Selbstoptimierung auszulegen, wenn ich gelernt habe, dass ich nur wertvoll bin, wenn ich funktioniere auf eine gewisse Art und Weise,

Speaker: dass Erschöpfung ein Signal von Versagen ist, dass sich Ausruhen, Faulheit ist und unerwünscht ist, dann entwickle ich eine Fehlhaltung Richtung dauerhaftem Funktionsmodus.

Speaker: Und es wird mir völlig ungewohnt und schief vorkommen, wenn ich mir erlaube, jetzt mal mich auszuruhen oder mal nicht zu leisten.

Speaker: Und deswegen ist es für Menschen...

Speaker: häufig ganz schwierig nachzuvollziehen, welche innere Haltung muss ich denn überhaupt einnehmen, damit das wirken kann.

Speaker: Denn wenn ich mir jetzt also vorstelle, ich gehe mit meiner schiefen Körperhaltung ins Fitnessstudio und mache schief eine Kniebeuge.

Speaker: Und ich mache das immer wieder, dann werde ich mir damit meine Bandscheiben kaputt machen und meine Gelenke kaputt machen.

Speaker: Und da ist nicht die Übung an sich dran schuld, weil Kniebeugen sind super Übung, sondern die Haltung, die ich dabei habe.

Speaker: Und dann brauche ich manchmal jemanden von außen, der mir sagt, Moment mal, machen wir mal das Gewicht ein bisschen runter.

Speaker: Und jetzt machen wir erst mal gerade.

Speaker: Weil das Körperfeedback häufig fehlt, dass das, wie ich es gerade mache, eine Schieflage hat.

Speaker: Und so ist es eben auch bei der Anwendung von Regulationstools.

Speaker: Wenn ich Regulationstools aus einer Haltung, einer Schiefhaltung heraus schreibe,

Speaker: nutze, um mich selbst zu optimieren, um Emotionen wegzuklopfen, wegzuatmen, weil ich die nicht haben will, dann werde ich mir damit tendenziell eher Schaden zufügen.

Speaker: Obwohl das Tool an sich super sein kann.

Speaker: Noch dramatischer wird's, wenn mir das ein Coach empfiehlt und der das nicht checkt.

Speaker: Also der nicht checkt, dass

Speaker: ich als Klientin gerade gar nicht in der inneren Haltung bin, dass mir dieses Tool helfen kann, weil er vielleicht selber gar nicht in der inneren Haltung ist.

Speaker: Da wird es schwierig.

Speaker: Ich muss also als Coach auch mir mal die Frage stellen, mit welcher Intention setze ich denn dieses Tool bei meiner Klientin gerade ein?

Speaker: Um ihr Problem schnell wegzumachen oder um dem Raum zu geben, was da ist und das zu nähern und zu versorgen, was unversorgt geblieben ist?

Speaker: Ich würde sagen, erstens das und zweitens aber auch die fehlende Resonanzfähigkeit, sage ich mal, weil manchmal empfehlen Coaches und Therapeuten auch Techniken, die ihrem Nervensystemzustand entsprechend sind und gar nicht dem der Klientin.

Speaker: Das heißt, die Intention mag dann vielleicht sogar, ich sage mal,

Speaker: was heißt die Richtige, aber die sein, dass das Raum bekommen darf und dass da Entspannung stattfinden darf und so weiter.

Speaker: Aber wenn ich nicht mitbekomme, in welchem Zustand ist denn eigentlich gerade meine Klientin und einfach nur danach empfehle, in welchem Zustand bin ich gerade, dann ist es so, als würde jemand mit, ich nenne es mal jemandem, der jetzt Gluten einigermaßen verträgt, empfiehlt dann der anderen Person, die Gluten unverträglich ist,

Speaker: und wundert sich, warum die dann immer Bauchschmerzen hat, weil eben der fehlende Transfer da ist von okay, die ist gerade an einem anderen Punkt und da gibt es einen anderen Zustand, der da gerade abgefangen werden muss.

Speaker: Und ich würde sagen,

Speaker: Das, was du gerade eben erzählt hast mit präfrontalem Cortex und Amygdala, ist einfach sehr relevant auch zu wissen, in welchen Momenten nutze ich jetzt welche Dynamik.

Speaker: Also gerade zu Beginn einer Coaching-Einheit oder wenn wir dann in tiefere Schichten führen wollen, ist es halt sehr hilfreich, so zu regulieren.

Speaker: dass der präfrontale Kortex eben runterfährt, also dass wir aus der Kognition raus begleiten, sodass der Zugang zu unbewussteren Schichten, zu emotionaleren Schichten überhaupt erst freigelegt wird.

Speaker: Und auf der anderen Seite dann aber, wenn, dann

Speaker: also wenn dann dadurch ein Zugriff auf alte Verletzungen, auf alte Emotionsausbrüche, die zurückgehalten wurden, auf alte Stressaspekte oder eben auch Traumata getroffen werden, da dann wiederum die Regulation zu nutzen, um die überaktivierte Emotionalität, die damals eben so durchs System geschossen ist, dass sie nicht reguliert werden konnte, da dann wieder so runter zu regulieren, dass dann wieder ein

Speaker: richtiger, nenne ich es mal, Zugriff auf das rationale Denken stattfindet.

Speaker: Weil die meisten haben zwar das Gefühl, und das sagen sie auch immer wieder, den ganzen Tag im Kopf zu sein, aber wenn man sich dann anschaut, was sie so für Symptome erzählen, dann sind sie in gewisser Weise trotzdem permanent in einer Aktivierung der Amygdala, weil die sind ja dann nicht...

Speaker: Also die leisten zwar die ganze Zeit und funktionieren ständig, das ist dann das alte Muster und das wirkt dann nach außen erstmal, oh, die ist so kontrolliert und gar nicht emotional und so resilient und ja auch so logisch und so lösungsorientiert.

Speaker: Aber darunter liegt halt eine ständige Aktivierung der Amygdala, die das Gefühl hat, oh Gott, wenn ich nämlich jetzt einmal aufhöre, eine Lösung zu haben, zu planen,

Speaker: Wenn ich einen Fehler mache, dann bricht hier alles zusammen.

Speaker: Also manchmal täuscht das eben auch, weil ein Verhalten dann rational wirkt oder sehr stabil und kontrolliert, eigentlich aber geleitet wird von einer ständigen Aktivierung der Amygdala, die die ganze Zeit Alarmsignale sendet von, wenn du jetzt nur einen Schritt langsamer machst,

Speaker: Wenn du jetzt nur einen kurzen Moment entspannst, dann bricht hier alles über dir zusammen.

Speaker: In der Ausbildung haben wir jetzt in der zweiten Ausbildungsrunde, hatte ich das nämlich letzte Woche noch mit einer, ja, ich nenne es jetzt mal Klientin, aber sie ist halt Auszubildende, aber in dem Moment habe ich sie gecoacht in dem Raum.

Speaker: Und...

Speaker: Bei ihr war eben auch das Thema, die Sorge nochmal in Burnout zu kommen und auch das Gefühl, nie ganz zur Ruhe zu kommen und so weiter.

Speaker: Und dann kam nämlich auch so ein Bild auf, so ein Gefühl von ständigem Getriebensein wie verfolgt und wie so eine innere Stimme, die sagt, wenn ich nur langsamer werde, wenn ich versage, wenn ich aufhöre, so hektisch zu sein, dann passiert was Schlimmes.

Speaker: Also es gab ein Bild von Gefangenwerden und so weiter.

Speaker: wirklich existenziell.

Speaker: Und wenn wir jetzt rein aus dieser leistungsbezogenen Brille darauf schauen, würde man von außen sagen, super, die ist erfolgreich, die hat echt scheinbar viel Energie, weil die macht das, das, das und das parallel und hat trotzdem auch noch Zeit für Freizeit, sehr rational, kann gute Entscheidungen treffen und so weiter.

Speaker: Aber darunter liegt halt ein maximales Stressmuster.

Speaker: Und diese Fehlinterpretation von, was dann auch viele in ihrem Alltag sagen, ja, aber du warst doch vorher, das war doch immer alles gut, du warst doch so stabil und wenn das jemand schafft, dann ja wohl du, auch so eine gute Aussage, dann übersehen wir einfach, was da auch für ein Leidensdruck drunter liegt und häufig wird uns das erst richtig bewusst,

Speaker: wie sehr unsere Amygdala feuert, wenn sie nicht mehr sozialverträglich ist.

Speaker: Das heißt, wenn sie dann zu Symptomen führt, zu Erschöpfung, zu Panik, zu Depression, zu was auch immer.

Speaker: In gewisser Weise ist das nichts anderes von der Dynamik darunter, als jemand, der die ganze Zeit in so einem Workaholic-Modus drin hängt oder im People-Pleasing oder Sonstiges.

Speaker: Alles davon sind Abwehrstrategien und Überlebensmechanismen

Speaker: Nur die einen entdecken wir häufig erst deutlich später als solche, weil sie einfach gesellschaftlich und für uns vor unserem gelernten Selbstbewertungsmuster deutlich positiver bewertet werden.

Speaker: Aber der Stress ist eben der gleiche.

Speaker: Und das kommt nämlich dann auch noch dazu, das sind noch zwei Sachen.

Speaker: Die eine ist, dass sich in so einem Regulationszustand im Coaching-Prozess immer auch die Frage stellt,

Speaker: wer kann gerade die Emotion halten oder nicht aushalten?

Speaker: Bei mir ist es aufgefallen, in den Übungsgruppen, die wir dann in der Ausbildung ja auch haben und wo wir uns dann bestimmte Coaching-Einheiten anschauen und auch so eine Supervision machen, dass wenn Emotion dann aufreicht,

Speaker: bei den Klienten, dass dann sehr schnell Regulationstools genutzt wurden.

Speaker: Und es ist total hilfreich, die zu kennen und auch anleiten zu können.

Speaker: Aber sie können eben auch den Anschein erwecken von, oh Gott, da kommen jetzt keine Tränen.

Speaker: Okay, dann atme mal und tap mal sofort.

Speaker: Nicht jede Emotion ist so aktiviert, dass sie sofort eine starke Regulation braucht.

Speaker: Es ist auch in Ordnung und das ist genau das, was viele ja eben nicht gelernt haben, dass die Emotionen da sein dürfen.

Speaker: dass ich jetzt trauern darf, dass jetzt Tränen kommen, dass ich jetzt wütend bin, dass mein Körper gerade reagiert, dass er gerade zittert, dass es gerade starke nachträgliche Körperreaktionen gibt, die nie abgeflossen sind und dass ich die Erfahrung mache, dass diese emotionale Aktivierung auf der einen Seite da sein darf,

Speaker: und ich trotzdem sicher bin und im Zweifelsfall, bevor es mich wieder überflutet, dann Techniken habe, die mich regulieren.

Speaker: Ansonsten helfen wir dabei, dass möglichst schnell die Emotionen, die eh schon nie gefühlt werden durften, möglichst schnell wieder weggehen, damit wir als Coaches bloß nicht in die Situation kommen, dass wir vielleicht überfordert sind und das Gefühl haben, ach du Scheiße, was haben wir denn jetzt da losgebrochen?

Speaker: Deswegen ist es auch so entscheidend, dass wir

Speaker: selber mit unseren Emotionen, mit unseren unbewussten Themen, mit unseren Schattenseiten, mit unserer Regulationskapazität arbeiten, damit wir das

Speaker: im Coaching-Prozess dann eben auch halten können, weil ansonsten wird Regulation und die Tools zu einer Kontaktunterbrechung.

Speaker: Dann wird das schnell dazwischen geschoben.

Speaker: Und es ist auch keine Regulation dann.

Speaker: Genau, also Regulationstechnik.

Speaker: Es ist schon eine Technik in dem Sinne.

Speaker: Also dann wird halt das Teppen genutzt, was ja schon ein Regulationstool erstmal ist.

Speaker: Aber ich gebe dir recht, es führt dann eben nicht zu Regulationen.

Speaker: Um die Emotion abzubrechen.

Speaker: Es ist eigentlich gebraucht oder vielleicht sogar kann man schon sagen, missbraucht das Tool.

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Um die Emotion abzubrechen, damit man sie als Coach nicht aushalten muss und damit man sie als Klient oder Betroffener nicht aushalten muss.

Speaker: Und das ist das Blödeste, was passieren kann, dass man eine Emotion abbricht.

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Es fließt dann halt nicht durch den Kanal, sondern es wird dann quasi wieder unterbrochen.

Speaker: Das heißt, der Gefühlsstau wurde sichtbar und hätte eigentlich die Chance abzufließen, aber es wird dann schnell wieder ein Deckel draufgelegt und es unterbricht eben auch Kontakt, wenn ich ständig mit Techniken arbeite.

Speaker: Also dann schiebe ich hier noch eine Technik ein und hier noch einen Prozess und hier noch eine Struktur und hier noch eine Technik und das kann halt...

Speaker: Also eine Struktur und einen Rahmen zu haben oder eine Idee, was durchläuft die Klientin im Coaching-Prozess und welche, ich nenne es mal so, Stufen sind auch wichtig, damit es nicht in so einem intuitiven Chaos, sage ich mal, versinkt, ist total hilfreich.

Speaker: Aber es braucht dann den Schritt auch wieder daraus und sich selbst als Resonanzkörper, als Regulationspartner anzubieten, weil die Regulationstools auch im Alltag

Speaker: werden häufig ja auch schon nur stellvertretend für die fehlende Regulation im Kontakt genutzt.

Speaker: Also da, wo eigentlich mal Co-Regulation mit einer anderen Person, zum Beispiel mit der Mutter wirksam und wichtig gewesen wäre, dass das Nervensystem lernt, wenn emotionale Zustände aufkommen,

Speaker: Bin ich trotzdem sicher und gehalten und die gehen wieder vorbei.

Speaker: Die Verletzung, die darin stattgefunden hat und dieser Mangel an Regulation durch ein anderes Nervensystem, was eben entspannter ist als meins und signalisiert, es ist alles gut und es wird vorbeigehen und es darf genauso sein, wie es gerade ist.

Speaker: wird dann quasi stellvertretend durch diese Regulationstechniken in der Selbstregulation genutzt.

Speaker: Und wenn ich dann aber in einen Coaching-Kontakt oder Therapiekontakt komme, wo ich das tollste Regulationsmittel eigentlich selber bin als Coach und diese Erfahrung ermöglichen kann, von selbst wenn was aufsteigt, dann bist du hier sicher und ich kann das halten,

Speaker: bis du lernst, dich selber daran halten zu können, wird in dem Moment in gewisser Weise entzogen, wenn ich in jedem emotionalen Moment und auch in jedes Berührtsein von mir selbst als Coach, wenn mich zum Beispiel ein Thema berührt, sofort eine Technik reinschiebe.

Speaker: Entweder ich selber sofort am Tappen bin, wenn meine Träne aufsteigt und ich merke, wow, das berührt mich gerade wirklich, wenn sie mit ihrem inneren Kind, nenne ich es mal, in Kontakt ist und

Speaker: Man spürt, dass sie gerade wirklich verbunden sind oder dass es wirklich das erste Mal ein Gefühl gibt von

Speaker: jetzt gerade mag ich mich das erste Mal, was ja mega rührend ist, wenn ich das sofort wegtappen muss bei mir oder bei der Klientin, dann unterbreche ich in gewisser Weise das größte Schatzstück, sage ich mal, was in so einem Coaching- oder Therapieraum überhaupt entstehen kann.

Speaker: Und dann kann selbst die Technik zum richtigen Nervensystemzustand passen und dann habe ich vielleicht sogar eine tolle Technik passend zum Zustand und zu dem, was ich regulieren soll,

Speaker: Und es dient trotzdem nicht der nachhaltigen Veränderung, weil ich den Kontakt als Regulationsmittel entziehe und eine Technik dazwischen schiebe.

Speaker: Ich hoffe, es ist verständlich, wie ich das meine.

Speaker: Ja, absolut.

Speaker: Also, das macht total Sinn.

Speaker: Deswegen, ich würde es gerne mal so ein bisschen sortieren, dass man dem gut folgen kann.

Speaker: Also, wir haben jetzt einmal über das Gehirn gesprochen und über die verschiedenen Ebenen, die da aktiviert sein können.

Speaker: Das müssen wir als Coach einmal erkennen,

Speaker: Und das muss ich auch als Klientin oder Betroffene wissen, wenn ich Regulationstools einsetze.

Speaker: Dann haben wir über das Thema wirklich Raum halten, statt mit einer Technik zu kommen gesprochen.

Speaker: Also manchmal braucht es einfach keine Technik, da braucht es einfach nur jemand, der da ist.

Speaker: Einfach nur da ist und zuhört, das ist Regulation genug.

Speaker: Und zum anderen, Lena hat vorhin schon über einen Nervensystemzustand besonders gesprochen.

Speaker: Das ist der Fight-or-Flight-Zustand.

Speaker: Wenn wir kämpfen oder flüchten wollen.

Speaker: Und es gibt eben noch andere.

Speaker: Es gibt den Freeze-Zustand.

Speaker: Das ist so der evolutionäre...

Speaker: primitivste Anteil in uns, der Todstellreflex, kennt man auch vielleicht von Insekten oder Reptilien oder so, kommt ja auch dann aus dem Reptilien-Gehirn, das ist sehr instinktiv.

Speaker: Das heißt, wir haben keine Möglichkeit zu flüchten, wir haben keine Möglichkeit zu kämpfen, wir müssen uns verstecken.

Speaker: In dem Zustand sind wir dann häufig auch erschöpft und müde und fühlen uns hilflos und ohnmächtig und speichern viel Energie ein.

Speaker: Das heißt, die Stoffwechsellage verschiebt sich, auch wenn wir eine Weile da drin sind, hinzu.

Speaker: Der Körper gibt dann auch zum Beispiel kein Körperfett mehr her oder lagert vermehrt ein.

Speaker: Essattacken, vermehrtes Aufnehmen von hochkalorischen Lebensmitteln.

Speaker: Das sind so Symptome, die sich zeigen können.

Speaker: Dann gibt es noch Phawning, also dass wir uns unterwerfen,

Speaker: Es ist so eine Zwischenstufe, also wir sind innerlich wie eingefroren.

Speaker: Äußerlich sind wir aber in der Aktivität, also wir versuchen uns in Sicherheit zu bringen, indem wir es anderen recht machen, indem wir uns unterwerfen, indem wir People pleasen.

Speaker: Und das ist eben auch ein extremer Stresszustand, wo nach außen hin für andere häufig alles gut wirkt, aber innerlich sind wir total verletzt.

Speaker: im Stress und in so einer gefühlten Lebensgefahr auch.

Speaker: Und nicht jedes Tool wirkt bei jedem Zustand.

Speaker: Also wenn ich zum Beispiel überaktiviert bin im Fight-or-Flight-Modus, dann hilft es halt nicht, wenn ich mich mit Meditieren versuche, zur Ruhe zu bringen.

Speaker: Lena hat das vorhin so schön beschrieben mit, stell dir vor, du rennst durch den Wald,

Speaker: und flüchtest vor jemandem und dann sagt dir jemand, jetzt setz dich erstmal hin und atem mal eine Runde ruhig.

Speaker: Das wird nicht funktionieren.

Speaker: Da muss man das Nervensystem im aktiven Zustand abholen.

Speaker: Wenn wir jemanden haben, der vermehrt im Freeze festhängt, ja,

Speaker: für den wäre das maximale Überforderung, wenn wir den jetzt hier durchs Zimmer schreien lassen oder in ein Kissen schreien lassen oder da müssen wir erstmal aus seiner Ecke rausholen, da wo er sich gerade versteckt hat und da muss ich vielleicht erstmal umschauen und merken, ah ja, okay, es ist doch alles in Ordnung und ich kann mich auch wieder zeigen und ich kann auch wieder lauter werden, ohne dass ich jetzt hier gleich gefressen werde.

Speaker: Und das muss ich sehen, das muss ich als Betroffene wissen, wenn ich Tools anwende und

Speaker: Und ich muss es auch als Coach vor allem sehen, wenn ich Menschen dabei begleite.

Speaker: Das heißt, einfach mal ins Blaue hinein bei Klienten Tools anzuwenden, die man irgendwie bei YouTube in einem Somatik-Yoga-Video aufgeschnappt hat oder keine Ahnung was, ohne das Hintergrundwissen um die Nervensystemzustände, die Zustände des Gehirns zu haben,

Speaker: ist schwierig, ja, das ist nicht besonders verantwortungsvoll.

Speaker: Und Nervensystem-Regulationstools so bei Social Media, sag ich mal, in die Welt raus zu schmeißen, ohne dazu zu sagen, dass das Begrenzungen hat und das ein bisschen zu rahmen, ist auch

Speaker: verantwortungslos.

Speaker: Und verstehe mich da nicht falsch, auch wir geben Freebies raus, wo Regulationstools drin sind, auch wir haben schon Masterclasses gemacht, wo wir mit dem Körper und Emotionen gearbeitet haben, aber wir rahmen das.

Speaker: Da ist immer ein Disclaimer dabei, da ist immer eine Information dabei und es ist nicht einfach, Lena, du hast es so schön geschrieben, ein Video, wo dann sagt, wenn du erschöpft bist, dann mach das.

Speaker: sondern da ist dann schon einfach auch ein bisschen mehr Kontext mit dabei.

Speaker: Und das ist halt eben ganz wichtig, dass wir da verantwortungsvoll mit umgehen, denn das, was ich gerade im Moment beobachte, ist zum einen, dass wir so eine Art Selbstmedikation sehen,

Speaker: Man versucht einfach verzweifelt eine Lösung für sein Problem zu finden und dann hüpft man von einem Tool zum nächsten und macht das und das und das und das und hofft, dass das irgendwie wirkt.

Speaker: Selbstmedikation meine ich, weil ich möchte gerne mal den Transfer dazu machen.

Speaker: Niemand würde einfach in die Apotheke gehen und sich

Speaker: zehn verschiedene Medikamente geben lassen und dem Apotheker sagen, ja, geben Sie mir einfach mal alles mit, ich probiere mal aus, was für mich am besten funktioniert.

Speaker: Also niemand, der noch ganz klar bei Verstand ist, würde das machen.

Speaker: Deswegen gibt es auch Apotheker hinter der Theke.

Speaker: Im ersten Fall sagen, nee, das machen wir lieber mal nicht.

Speaker: Genau, weil wir Schaden mit sowas anrichten.

Speaker: Und es ist so dramatisch, weil...

Speaker: Bei, ich sag mal, Ernährung, bei Diäten, bei auch jetzt Nervensystemsachen, da machen wir das.

Speaker: Weil uns einfach gar nicht bewusst ist, was das für Konsequenzen haben kann.

Speaker: Im blödesten Fall kann es uns wirklich weiter krank machen.

Speaker: Im neutralen Fall entlastet es vielleicht kurz, hilft aber nicht langfristig weiter.

Speaker: Ja, und im besten Fall haben wir mal einen Glückstreffer und die Entlastung, die dadurch entsteht, die hält vielleicht auch ein bisschen mehr an oder wir haben ein Tool gefunden, was uns im Alltag, in Akutsituationen hilft, da ein bisschen besser durchzukommen.

Speaker: Aber es ist letztendlich nicht die Lösung, um wirklich das, was darunter liegt, umzusetzen.

Speaker: zu versorgen.

Speaker: Und dieses Bild möchte ich nochmal aufmachen, denn das macht es, glaube ich, ganz klar.

Speaker: Ich hatte das letztens in einer Session mit einer Klientin, die hatte ich vorhin schon mal kurz erwähnt, einige mittlerweile Frauen bei uns im Raum, die schon kommen mit dem Vorwissen rund um Nervensystemregulation und EFT und Tapping und so weiter.

Speaker: Oder Breathwork.

Speaker: Und

Speaker: Wir hatten die Situation in der Session, dass eine Frau eben teilte, dass diese Sachen sie entlasten, wenn sie die denn dann mal macht, aber dass halt das Essverhalten trotzdem nicht besser wird.

Speaker: Und dass sie schon ganz verzweifelt ist, weil wenn jetzt die Gefühle hochkommen, dann macht sie ja schon, tappt sie, dann atmet sie und dann wird es auch kurz besser, aber das kommt dann kurze Zeit danach direkt wieder.

Speaker: Und wir sind dann in der Session mal etwas tiefer getaucht,

Speaker: Es ging konkret um eine Situation nach der Arbeit, wenn sie nach Hause kommt und sie merkt, da ist so ein Druck auf der Brust und dann lenkt sie sich ab, indem sie ins Handy guckt und indem sie anfängt zu essen.

Speaker: Und man muss verstehen, sie guckt in dem Moment ja ins Handy und fängt an zu essen, weil sie das betäubt, dieses Gefühl.

Speaker: Weil sie nicht die Ressourcen hat, das wirklich zu halten, das wirklich zu fühlen, das zu regulieren.

Speaker: Der Teil in ihr, der sich da meldet, der wird maximal stark betäubt, unterdrückt und hat gar keine Möglichkeit, zu einer Lösung zu finden.

Speaker: Dann sind wir in den Körper mal eingetaucht, haben mit dem Körper gearbeitet, mit dem Nervensystem und

Speaker: Wir haben Kontakt zu dem Teil aufgenommen in ihr, der sich da meldet, wenn sie diese Enge auf der Brust hat und diesen Kloß im Hals und anfängt zu essen und sich irgendwie mit dem Handy abzulenken.

Speaker: Und wo wir rauskamen oder was dann rauskam war, dass da eben ein kleines Mädchen in ihr lebt, die völlig überfordert ist, ganz, ganz viel Leistungsdruck hat und gelernt hat, dass sie sich selbst

Speaker: die ganze Zeit anpassen und unterdrücken muss, um sich der Versorgung, der Liebe, der Zuwendung ihrer Mitmenschen, ihrer Bezugspersonen sicher zu sein.

Speaker: Das heißt, dieser Teil in ihr hat gelernt, in Angst zu leben.

Speaker: Der hat gelernt, immer zu funktionieren, sich nie entspannen zu dürfen und alle seine Bedürfnisse und sich selbst eigentlich zurückzuhalten.

Speaker: Und dieser Teil hat Angst und er meldet sich mit Angst, mit Druck auf der Brust und mit einem enge Gefühl im Hals.

Speaker: Und dann haben wir dieses Bild mal aufgebaut, damit ihr klar wurde, was da sich für eine innere Dynamik abspielt.

Speaker: Und ich möchte dir dieses Bild als Zuhörerin auch einmal mitgeben.

Speaker: Wenn wir uns bewusst machen, dass sie in dem Moment, wo dieser Teil in ihr sich meldet,

Speaker: der Angst hat und der überfordert ist und der nicht weiß, was er machen soll.

Speaker: Wenn sie auf diesen Teil reagiert mit, oh Gott, das ist so unangenehm, dich zu fühlen, ich tappe jetzt mal und ich atme jetzt mal und ich mache jetzt mal dies und das und ich mache sogar jetzt ein Coaching, mein Gott, ich gucke es mir doch jetzt sogar an, warum gehst du denn nicht weg, warum verschwindest du denn nicht?

Speaker: Ja, ja.

Speaker: dann wird ziemlich schnell klar, dass das nicht das ist, was der Teil in ihr eigentlich wirklich braucht.

Speaker: Also wir würden diesem kleinen Mädchen bei uns hier im Raum, das Angst hat überfordert, es nicht helfen, indem wir schütteln, klopfen, tappen und sagen, ich mache das jetzt alles, damit du endlich verschwindest und damit dieses Gefühl, also du, ergo, endlich ruhig bist, endlich still bist.

Speaker: Das heißt...

Speaker: Das heißt, dass die Haltung, in der sie die Tools anwendet und die Haltung, in der, also die Situation, in der die Tools angewendet sind, ihr nicht helfen können.

Speaker: Ja, weil das ist ja genau die Erfahrung, die die

Speaker: Klientin in dem Moment macht, sie tappt und atmet, dann ist dieser Teil in ihr kurz still und nach zehn Minuten geht es wieder los, weil es nicht wirklich eine Lösung gibt.

Speaker: Und deswegen müssen wir schauen, dass wir als Coaches diese Dynamiken, diese inneren Dynamiken erkennen und den Klienten helfen, eine andere innere Haltung und einen anderen Zugang zu dem Teil in sich zu finden, damit sich diese innere Dynamik auflösen kann.

Speaker: Weil was passiert, wenn wir den Klienten in dem Moment dann einfach nur das nächste Tool an die Hand geben?

Speaker: Wir führen das Muster einfach nur fort und helfen ihnen noch dabei.

Speaker: Ja, ist echt ein perfektes Beispiel, um halt klar zu sehen, dass manchmal dieses Regulieren auch bei der Verdrängung oder bei der Vermeidung hilft.

Speaker: Und dass es eben je nach Haltung eher dazu führt, dass wir es als Sicherheitsnetz anbieten, dass diese Selbstbegegnung stattfinden kann.

Speaker: Und in diesen Situationen, wo es dann eben emotional besonders intensiv wird,

Speaker: einfach eine Regulation stattfinden kann, sodass gleichzeitig erlebt wird, ich kann das fühlen und ich bin darin trotzdem sicher.

Speaker: Und alles andere ist halt in gewisser Weise eine Weiterführung des Musters und auch eine Vermeidung.

Speaker: Und das ist auch eines der Hauptprobleme, die ich in vielen Ausbildungen sehe, dass diese Teile eben gar nicht so viel Raum bekommen.

Speaker: Also man kriegt dann ganz viele Tools beigebracht, die man nutzen kann,

Speaker: die dann auch für bestimmte Situationen super sind oder in bestimmten Nischen besonders super sind, aber die halt nicht dieses tiefere Wissen rund um Stoffwechsel, Hormonsystem, Nervensystem, Gehirnzustände und so weiter mit einbeziehen, was ja alles zusammenfließt, wie bei so einem Spinnennetz, wo diese ganzen einzelnen Fäden zusammen zu einem Netz gesponnen werden und

Speaker: Wenn wir dieses Wissen eben nicht haben und nicht verinnerlichen und auch nicht selbst verkörpern, dann kann es eben dazu führen, dass wir der Klientin im besten Fall, in Anführungsstrichen, bei der Verdrängung weiterhelfen und im schlechtesten Fall wirklich noch mehr Nervensystemreaktionen auslösen, die unangenehm sind, weil es eben am Thema vorbei geht und weil es eben am Nervensystemzustand vorbei geht.

Speaker: Ja, und es ist ja auch kurz, wenn ich dich unterbrechen darf, die Wissensthematik.

Speaker: Es ist ja auch eine Frage der eigenen Verkörperung und eine Frage von, wie gut kann ich Emotionen halten oder wie stark bin ich auch selber noch emotionsvermeidend.

Speaker: Und dann sind das völlig unbewusste Mechanismen.

Speaker: Also ich vermeide, wenn ich irgendwo eine Angst in mir habe, im Kontakt zu,

Speaker: zu sein, wirklich im Kontakt zu sein, auch mit Emotionen, mit einer Person, die emotional ist, dann werde ich unbewusst das vermeiden.

Speaker: Das ist keine bewusste Vermeidung.

Speaker: Und deswegen, ich meine, wir alle vermeiden unbewusst.

Speaker: Lena vermeidet unbewusst oder auch manchmal bewusst.

Speaker: Ich vermeide unbewusst und manchmal auch bewusst.

Speaker: Das ist

Speaker: Wir sind Menschen und es geht nicht darum, dass wir das wirklich zur Perfektion können müssen, aber uns muss das bewusst sein, dass es diese Dynamiken und Mechanismen gibt und wir müssen gewillt sein.

Speaker: auch Ausbildungsräume zu besuchen, die uns nicht nur mit dem Wissen füttern, sondern die uns auch die Nervensystemfähigkeit geben oder den Rahmen geben, in dem wir die Nervensystemfähigkeit entwickeln können, wirklich transformative Räume halten zu können.

Speaker: Und das passiert nicht einfach nur, indem wir diese Dinge besser verstehen.

Speaker: Es braucht dann auch die eigenen emotionalen Erfahrungen als Coach, innerhalb einer Ausbildung an gewisse Stellen getaucht zu sein und das vom Nervensystem her gut und sicher meistern zu können.

Speaker: Ja, ich stimme zu.

Speaker: Meine Mutter würde wahrscheinlich sagen, es ist halt kein Zuckerschlecken und es ist auch so.

Speaker: Manchmal ist zu coachen auch eine bittere Pille, sage ich mal, wenn wir wirklich

Speaker: Entwicklung verkörpern wollen.

Speaker: Also wenn wir nicht nur einen schönen, gemütlichen Coaching-Raum uns vorstellen und die Klientin freut sich schon ganz doll dahin zu kommen, weil es ist immer so schön und danach geht es ihr dann für einen Moment besser, sondern wenn man sich wirklich auf diesen Weg begibt, dann wird einem erstmal klar, also einerseits, was für eine sinnvolle Arbeit wir tun, andererseits, wie viel Veränderung möglich ist, aber auch,

Speaker: dass das auch in Anführungsstrichen ein harter Job ist in dem Sinne, dass wir nur so gut das anwenden und begleiten können, wie wir uns eben selber halten können.

Speaker: Das heißt, wenn wir stehen bleiben und vermeiden, dann werden wir in Prozessen vermeiden, dann werden wir immer wieder die Erfahrung machen, dass sich Dinge im Kreis drehen, also dass wir auch da stehen bleiben, weil dieser Raum,

Speaker: maßgeblich davon profitiert oder davon geführt wird, an welchem Zustand wir eigentlich gerade sind und mit welchen Themen wir uns beschäftigt haben und was wir gelöst haben und wo wir immer wieder hängen und innerliche Kreise ziehen.

Speaker: Also gewisserweise wird dann

Speaker: der Coaching-Raum und auch die Erfahrungen der Klientin und auch der Prozess, den man mit der Klientin durchläuft, zum Spiegel des eigenen Nervensystems und der eigenen Geschichte.

Speaker: Und das kann natürlich in manchen Situationen sehr unangenehm sein, aber es gibt eben auch Wege, die daraus begleiten.

Speaker: Ja, und ich meine, das ist...

Speaker: Das hält sich ja die Waage bzw.

Speaker: der positive Impact und die schönen Erfahrungen und auch die, also ich weiß nicht, wie häufig ich schon in Coaching-Sessions gesessen habe und mir einfach gedacht habe,

Speaker: Also, es geht hier ab.

Speaker: Ja, voll.

Speaker: Ich würde es am liebsten mit der ganzen Welt teilen, weil das ist so faszinierend.

Speaker: Und das ist so toll und auch wiederum eine unfassbare Erleichterung zu spüren.

Speaker: Es gibt Lösungen für Situationen, von denen Menschen oder man selber vielleicht auch geglaubt hat, dass es die nicht gibt.

Speaker: Dass das nicht möglich ist.

Speaker: Und das ist so, so schön.

Speaker: Deswegen lohnt sich das allemal da auch, ich sag mal, es hat ja alles Schatten- und Lichtseiten.

Speaker: Ich sag mal, die Schattenseiten und die schweren Seiten davon in Kauf zu nehmen und jeder kann das ja auch so ein bisschen steuern, in welchem Ausmaß und bei welchen Themen man da begleitet.

Speaker: Ich persönlich muss sagen,

Speaker: kann nur meinen Hut davor ziehen, wirklich auch als Therapeut mit ganz, ganz schweren auch Krankheiten und Störungsbildern zu arbeiten.

Speaker: Das übersteigt, würde ich einfach jetzt mal ganz klar sagen, meine Kapazität und auch das, was ich halten möchte.

Speaker: Deswegen, nicht jeder muss ja die allerschwersten und schlimmsten Sachen machen,

Speaker: machen und halten und das ist auch vollkommen in Ordnung.

Speaker: Aber ich finde, es gibt so ein Mindestmaß, ein Mindestmaß an Berufsethos, den wir als Coach haben sollten und für mich ist das Mindestmaß, echte Lösungen anzubieten und nicht die ganze Zeit Symptome zu managen.

Speaker: Das ist für mich ein Mindestmaß und wo ich dann, für welche Personen und für welche Themen ich dann Lösungen anbiete, das ist mir ja dann überlassen.

Speaker: Ich muss ja nicht den schwersten Missbrauchsfällen eine Lösung anbieten wollen.

Speaker: Das ist vollkommen in Ordnung und gleichzeitig, wie gesagt, gibt es für mich so ein Minimum an Berufsethos und das ist,

Speaker: A, ich bin bereit, mich weiterzuentwickeln, mir meine eigenen Themen anzuschauen.

Speaker: Mach es mir im Übrigen dadurch als Coach auch deutlich leichter, weil, wie Lena eben schon sagte, wenn die Prozesse deiner Klienten immer wieder blockieren und deine Coaching-Arbeit zu einem Kraftakt wird, weil du die Leute nur mit Drücken und Schieben in Bewegung bekommst, wenn überhaupt, weil da ständig irgendwie deine Themen und Blindspots mit reinschwappen,

Speaker: dann ist es viel leichter, sich die eigenen Themen anzugucken, als den ganzen Tag eine Arbeit zu machen, die einen total erschöpft, weil es da Blockaden gibt, die man nicht sieht.

Speaker: Ja, genau, jetzt habe ich den Faden verloren.

Speaker: Aber das ist das Mindestmaß und das haben wir uns auch hier als Ziel gesetzt.

Speaker: A, mit diesem Podcast, wie mit der Community hintendran und A,

Speaker: auch mit der Ausbildung.

Speaker: Wir möchten einfach Menschen, die das so lieben und die die Werte so haben, wie wir, unser Wissen weitergeben und hoffentlich den Coaching-Markt dadurch auch zum Positiven verändern, weil es einfach eine viel bessere Qualität am Coaching-Markt gibt mit Menschen, die auf einer ganz anderen Ebene helfen können als das, was wir bisher in der ganzen Persönlichkeitsentwicklungsbranche so sehen und

Speaker: wenn du da einen Ausbildungsraum suchst, in dem du das lernen kannst, sowohl das Wissen als auch die Verkörperung, als auch die Selbsterfahrung und die Nervensystemkapazität aufzubauen, solche Räume auch wirklich zu halten, dann ist die Psychosoma-Nutrition-Coach-Ausbildung natürlich perfekt für dich, weil da schauen wir uns natürlich einmal wissenstechnisch alles an, du bekommst das ganze Wissen rund um den Hormonhaushalt und den Stoffwechsel, wie die verschiedenen

Speaker: Organsysteme, Nervensysteme und so weiter miteinander interagieren.

Speaker: Du bekommst das Wissen, was wir hier heute auch angesprochen haben, um die Funktionen im Gehirn, was passiert da eigentlich, die verschiedenen Nervensystemzustände.

Speaker: Was hat Menschen geprägt?

Speaker: Was führt dazu, dass der Mensch jetzt vor dir sitzt mit diesen Herausforderungen?

Speaker: Auf welchen Ebenen darfst du ansetzen?

Speaker: Was brauchst du auch für einen klaren, sicheren Prozess, der sicher ist, traumasensibel ist?

Speaker: Die zwölfmonatige Ausbildung ist da echt der perfekte Raum für dich, weil du auf all den Ebenen, die notwendig sind, wirklich ausgebildet wirst,

Speaker: Menschen begleiten zu können.

Speaker: Deswegen herzliche Einladung dazu.

Speaker: Es geht bei uns bald wieder los mit der nächsten Runde.

Speaker: beziehungsweise wir haben jetzt unseren Kalender schon offen für Vorgespräche.

Speaker: Du kannst dir also gerne einfach mal einen kostenlosen Connection Call vereinbaren.

Speaker: Dann sprechen wir mal persönlich, wo du stehst, was du vielleicht bisher gemacht hast.

Speaker: Vielleicht coachst du schon, vielleicht bist du komplett Quereinsteiger und dich interessiert ist.

Speaker: Du möchtest es vielleicht auch erstmal nur für dich lernen und dann später als Coach.

Speaker: eventuell anwenden.

Speaker: Alles passt und ist möglich.

Speaker: Du musst keine Vorerfahrungen haben.

Speaker: Lass uns da einfach mal sprechen.

Speaker: Du findest den Link unten in den Shownotes.

Speaker: Und ansonsten kannst du dich natürlich auch gerne auf die Warteliste eintragen.

Speaker: Dann schicken wir dir noch weitere Infos zur Ausbildung und zu unserer Arbeitsweise.

Speaker: Ja, ich schließe mich an.

Speaker: Es lohnt sich auf jeden Fall.

Speaker: Es lohnt sich.

Speaker: Ja, zumindest mal mit uns zu sprechen.

Speaker: Das ist sehr schön, wir freuen uns.

Speaker: Wir haben jetzt schon die ersten Plätze vergeben für die nächste Ausbildungsrunde.

Speaker: Da sind wir echt happy und sind immer ganz, ganz tolle Menschen in den Ausbildungsräumen in den letzten Runden gewesen und auch in der nächsten Runde schon.

Speaker: Also,

Speaker: Wir sind schon happy und freuen uns, wenn wir einfach mal miteinander sprechen.

Speaker: Gut.

Speaker: Sehr gut.

Speaker: Dann würde ich sagen, esse ich jetzt gleich mal was.

Speaker: Ja, danke.

Speaker: Verabschiedet.

Speaker: Nächste Podcast-Folge.

Speaker: Bis dann.

Speaker: Ciao.

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