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Emotionen verstehen, fühlen & nutzen – Wie wir wieder Zugang zu uns selbst finden. - Teil 1

Jan's entspannt! Der entspannte Podcast.
In dieser inspirierenden Folge von Jan's entspannt! spricht Jan mit Schauspielerin, Coachin und Podcasterin Sylke Verheyen über eines der kraftvollsten, aber oft unterschätzten Themen: unsere Emotionen. Gemeinsam tauchen sie tief in die Welt der Gefühle ein – von den psychologischen Grundlagen über den Unterschied zwischen Gefühlen und Emotionen bis hin zu den Herausforderungen, unsere Emotionen im Alltag bewusst wahrzunehmen und zu steuern. Sylke gibt spannende Einblicke in ihr Schauspielhandwerk, erklärt Methoden wie Method Acting, Stanislavski und Michael Tschechow und zeigt, wie wir Techniken aus dem Schauspiel für Präsentationen, Keynotes und unseren Alltag nutzen können. Ein großes Thema der Folge: Wie beeinflussen digitale Dauerbeschallung, Social Media und unser Alltag unsere Fähigkeit, Emotionen wahrzunehmen und auszuleben? Du bekommst ganz praktische Übungen und Denkanstöße, um wieder mehr bei dir selbst anzukommen, achtsamer zu sein und Emotionen gezielt positiv zu nutzen. Am Ende der Folge in Teil 2 wird’s noch persönlich: Im neuen Format „Von A bis...“ lernst du Sylke auf eine sehr sympathische und ehrliche Art kennen. 👉 Mehr zu Sylke Verheyen: Website: www.sylkeverheyen.de [http://www.sylkeverheyen.de/] Podcast: Lebenskynstler – Mindstyle Audio Magazin (auf allen gängigen Streaming- und Podcastplattformen verfügbar).

Transcript

Speaker: Was ich spannend finde und wo man mal reinschauen kann, ist, um jetzt mal Gefühl und Emotionen voneinander ein bisschen zu trennen, einfach mal vom Gespür her.

Speaker: Ein Gefühl ist viel allgemeiner und zeigt nicht unbedingt so eine körperliche Reaktion.

Speaker: Also man könnte zum Beispiel sagen, ich liebe meinen Sohn, aber er bringt mich auf die Palme.

Speaker: Also ich kann wübsch auf meinen Sohn sein, obwohl ich den total liebe.

Speaker: Was da das Wichtigste ist, wenn man das bei sich beobachtet, so ich habe eine Blockade.

Speaker: Das ist so ein Dead End.

Speaker: Ja, okay, ich hab eine Blockade, gut.

Speaker: Aber was man dann machen kann, ist, dass man sich fragt, wie mache ich denn diese Blockade?

Speaker: Also wie mache ich die Blockade?

Speaker: Führt nicht die moderne Gesellschaft der Schreibpflichttätigkeit dazu, dass es alle etwas zu schlecht fühlen?

Speaker: Ich war jetzt sehr groß gelastet.

Speaker: Ich glaube, das ist auch meine philosophischen Gedanken dazu.

Speaker: Soll ich das einfach raushauen, was ich denke?

Speaker: Ich glaube, dass es uns einfach daran mangelt, dass wir Zeiten haben, in denen wir einfach nur sind.

Speaker: Dass unsere Handys einfach was sind, wo wir noch überhaupt nicht umgehen können.

Speaker: Und ich bin ja auch ein Lord of the Rings Fan.

Speaker: und Herr der Ringe.

Speaker: Wird der eine oder andere kennen wahrscheinlich.

Speaker: Und es gab ja Viggo Mortensen, der den Aragon gespielt hat, also dann den späteren König.

Speaker: Und Viggo Mortensen hat halt

Speaker: Er hat dann Method-Acting durchgeführt.

Speaker: Das heißt, er hat seine Kutte, seine Robe, sein Schwert halt 24% getragen, weil er in der Rolle des Aragons bleiben wollte.

Speaker: Also tendenziell, wenn wir Menschen ja so Gewohnheitstiere sind und uns ja sehr sicher fühlen eigentlich in unseren Strukturen und sobald wir aus den Strukturen rausgehen halt Unsicherheit, also Unsicherheit fühlen oder ja, wir haben ja dann ein Gefühl, was uns nicht wohlfühlen lässt.

Speaker: Ja.

Speaker: Der Tipp für Vorträge sowieso ist, Pausen.

Speaker: So richtig gute Redner, Rednerinnen, die lassen halt die Leute auch erstmal mitdenken.

Speaker: Also wenn ich jetzt ein Bild platzieren will, zum Beispiel so, als wir nach Lengris gezogen sind.

Speaker: So, jetzt habe ich zwei Sachen gemacht.

Speaker: So, hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge des Podcasts Ganz entspannt und heute habe ich die Silke verheihen.

Speaker: Ich hoffe, es hat richtig ausgesprochen, Silke, als Gästin am Start.

Speaker: Hallo, Silke.

Speaker: Hallo, danke, dass ich hier sein darf.

Speaker: Ich freue mich, dass du da bist.

Speaker: Das hatten wir ja schon im Dezember kurz besprochen, eigentlich, dass wir diese Idee hatten.

Speaker: Dann bin ich nach Neuseeland abgedampft und dann hast du dich Gott sei Dank darauf wieder gemeldet.

Speaker: Und dann sagt er, okay, das machen wir.

Speaker: Ja, ja.

Speaker: Nelsens.

Speaker: Ja, auch eine coole Erfahrung übrigens für mich, mich nochmal zu melden.

Speaker: Ja, richtig genau.

Speaker: Ich bin da manchmal ein bisschen nachlässig.

Speaker: Nein, das meinte ich nicht als Vorwurf.

Speaker: Es war gemeint, als für mich ist es eine Überwindung, mich nochmal zu melden.

Speaker: Ich steige mal direkt ein, weil ich dann wirklich so ein bisschen denke, vielleicht wäre es ja auch nervig vielleicht.

Speaker: Ich meine, keine Antwort ist ja auch eine Antwort.

Speaker: Vielleicht hat er ja doch keinen Bock auf das Thema.

Speaker: Wenn ich es einmal gesagt habe, dann meine ich es auch so, aber es ist dann wirklich nach so vier Wochen Urlaub und dann wiederkehren und dann warst du einfach so, ja okay, da muss ein Podcast noch aufmachen und da und dann noch das noch und dann mit Außendienst und dann kommt alles zusammen und deswegen war ich Gott froh, dass du dich wieder gemeldet hast.

Speaker: Ich muss auch ganz kurz sagen, jetzt übersteuerst du ein bisschen vom Mikrofon gerade eben.

Speaker: Ein ganz, ganz bisschen.

Speaker: Machst du da leiser.

Speaker: Das hat gerade gepasst.

Speaker: Jetzt passt es.

Speaker: Super.

Speaker: Meine Lache ist einfach zu laut, glaube ich.

Speaker: Silke, wir haben uns das Thema Emotionen rausgesucht.

Speaker: Im Prinzip kamst du mit dem Thema auf mich zu und ich fand es so schön, weil es ja in die ganze Reihe bei mir reinpasst.

Speaker: Und

Speaker: Wir haben erst mal gesagt, wir machen diese Vorstellung jetzt nicht so groß.

Speaker: Aber ich will zumindest mal meinen Zuhörern eine Vorstellung davon geben, wie vielseitig und vielfältig du bist.

Speaker: Also, Instrumente kannst du, Gitarre, Ukulele, Klavier, Sport, Bodentouren, Klettern, Rollschuh fahren, Wandern.

Speaker: Du bist Sprecherin, Sängerin, Schauspielerin, machst Musical, Synchronsprecherin und hast, das habe ich online recherchiert, als besondere Fähigkeit die Barkeeper-Trickstimme angegeben.

Speaker: Was hat es denn mit der Barkeeper-Trickstimme auf sich gelegt?

Speaker: Also ganz offengestanden, glaube ich, waren das so Häkchen, die man abhaken, also ganz unspektakulär, Jan.

Speaker: Häkchen, die man anhaken sollte bei so einer Plattform, was man so kann oder was man denkt, was man so hergibt.

Speaker: Und auch nochmal dazu, ja,

Speaker: Das kann ich alles irgendwie, aber es sind auch einfach nur Skills, die ich bei einem Dreh oder irgendwie halt könnte.

Speaker: Das eine besser und das andere weniger.

Speaker: Gut, das hört sich jetzt vielleicht nach mehr an, als es dann eigentlich am Ende irgendwie ist.

Speaker: Also das macht man als Schauspieler natürlich, weil Wittmann hat abgefragt.

Speaker: Ja, ja.

Speaker: was man halt so anbieten könnte alles, um das mal abzudaten.

Speaker: Das kann man ja auch mal selber bei sich hinterfragen.

Speaker: Was ich wirklich viel und gut mache, ist Yoga und Trailrunning, also hier am Berg und Ukulele.

Speaker: Ja, und ich habe viel synchronisiert, das ist aber schon etwas her.

Speaker: Also um das einfach mal so ein bisschen in die Realität mal zurück, vielleicht müsste ich das auch mal einfach ergänzen, aber ja, das sind alles Sachen, die ich mal gemacht habe in meinen jahrelangen

Speaker: Erfahrungen so.

Speaker: Ja, aber das ist mega.

Speaker: Das ist mega.

Speaker: Also weil ja, wenn wir das Thema Emotionen ja haben, du in so vielen Tätigkeiten oder auch in deiner Ausbildung, da kann man sagen, du bist als Schauspielerin ausgebildet worden oder du warst auf der Schauspielschule, da spielen ja Emotionen eine zentrale Rolle.

Speaker: Weil man ja als, also darum geht es ja heute mittlerweile auch bei allen, nicht nur Filmen oder im Theater, sondern es geht ja auch in Ermerbung, es geht auch bei Social Media um Emotionen.

Speaker: Wie kann ich eine Emotion rüberbringen, damit die Leute das entweder auch selber fühlen, spüren oder davon beeinflusst werden, um irgendeine Handlung dann auszuüben.

Speaker: Ja.

Speaker: Und das ist ja bei dir ein zentraler Bestandteil gewesen und wahrscheinlich immer noch.

Speaker: Ja.

Speaker: Ich habe mir kurz überlegt, soll man in Emotionen reinsteigen mit Begriffsabgrenzung?

Speaker: Ich finde es schwierig.

Speaker: Wir wissen, es gibt Basis-Emotionen.

Speaker: Ich habe jetzt mal sieben aufgeschrieben.

Speaker: Das ist nach einem psychologischen amerikanischen Forscher.

Speaker: Paul Eggman.

Speaker: Paul Eggman war es, genau.

Speaker: Freude, Ekel, Überraschung, Wut, Angst, Trauer und Verachtung.

Speaker: Ja.

Speaker: Und spannend fand ich in der Definition von Emotionen, dass eine Emotion, die nicht reines Gefühl ist, sondern eben auch eine Emotion, das Gefühl, das man fühlt, umfasst, dann eine physiologische Reaktion, aber auch eine Verhaltensweise.

Speaker: Das heißt, die Emotion, die ich zeige, muss aber auch nicht unbedingt dementsprechend, was ich gerade fühle.

Speaker: Ja, es ist super komplex.

Speaker: Ja.

Speaker: Darf ich kurz was dazu sagen?

Speaker: Aber klar, gerne noch.

Speaker: Was ich spannend finde und wo man mal reinschauen kann, ist, um jetzt mal Gefühl und Emotionen voneinander ein bisschen zu trennen, einfach mal vom Gespür her, ein Gefühl ist viel allgemeiner und zeigt nicht unbedingt so eine körperliche Reaktion.

Speaker: Also man könnte zum Beispiel sagen, ich liebe meinen Sohn, aber er bringt mich auf die Palme.

Speaker: Also ich kann wütend auf meinen Sohn sein, obwohl ich den total liebe.

Speaker: Das heißt, eine Emotion ist immer das, was so plötzlich auftritt und was einen da auch schon mal ein bisschen überwältigen kann und körperliche Reaktionen zeigt, wie du ja auch schon schön gesagt hast, um das einfach vielleicht mal, wie wir das meinen, vielleicht mal irgendwie klarzumachen.

Speaker: Also Emotion ist im Prinzip das, was man sieht.

Speaker: Ja, sieht, spürt vielleicht sogar.

Speaker: Richtig, genau.

Speaker: Über Energiefelder oder die Stimmung.

Speaker: Man kann ja auch eine Stimmung fühlen, wenn man einen Raum betritt, in dem offensichtlich Menschen vielleicht sich nicht ganz so grün sind.

Speaker: Ja, das kann einfach jeder Mensch.

Speaker: Da haben wir irgendwie Antennen eingebaut.

Speaker: Da wissen wir schon immer, das stimmt irgendwie nicht.

Speaker: Oder jemand sagt was und man spürt, da hängt was anderes drunter.

Speaker: Das ist überhaupt nicht das, was der Mensch gerade sagt.

Speaker: Also das weiß man eigentlich vom Gespür her.

Speaker: Aber man denkt dann immer so, ja, aber...

Speaker: Person XY hat jetzt das und das gesagt.

Speaker: Also das ist halt schon unser Bauchgefühl und unser Gespür ist da eigentlich ganz schön weise.

Speaker: Also das verstehen wir gut, diese Sprache der Emotionen.

Speaker: Die können wir lesen und fühlen.

Speaker: Das Bauchgefühl ist so wichtig.

Speaker: Das ist ja wirklich ein Bauchgefühl.

Speaker: Auch da wieder haben wir es ja drin.

Speaker: Also ganz selten, dass es wirklich mal teucht.

Speaker: Ja, das stimmt.

Speaker: Also meistens schon sehr, sehr gut im Erkennen von Stimmungen oder Intentionen, kann man ja sagen.

Speaker: Ich bin gerade auf dem Suche nach einem Sprichwort.

Speaker: Ich habe im letzten Podcast nach vielen Metaphern geschaut.

Speaker: Mir fällt bestimmt noch eins ein im Podcast.

Speaker: Ja.

Speaker: Jetzt sag mal, ganz kurz zum Thema auch, deine Schauspielausbildung und auch da

Speaker: Versuchen wir näher auch ein Stück weit zu überlegen, wie können denn Menschen das auch im Alltag nutzen, für sich vielleicht, diverse Methoden, die man so lernt.

Speaker: Ich stelle mir das manchmal schwierig vor, dass man als Schauspielerin im Theater sich in eine Emotion reinversetzen muss, in deren Gefühlslage man gerade nicht ich ist zum Beispiel.

Speaker: Man sieht ja oft in Filmen, die Schauspieler fangen an zu weinen und sie können es offensichtlich sehr überzeugen, obwohl sie vielleicht gerade nicht, sie drehen ja gerade ein Stück, es ist ja nichts Trauriges passiert.

Speaker: Aber gibt es in der Schauspielausbildung oder Theaterausbildung, welche Methoden gibt es denn da, dass man sagen kann, okay, ich kann mich in einen emotionalen Zustand einfach reinversetzen und das auch überzeugend spielen?

Speaker: Es gibt halt ganz unterschiedliche Methoden, die man im Grunde alle einmal lernt.

Speaker: auf der Schauspielschule.

Speaker: Oder es ist eine Schauspielschule, die sich sehr auf die Fahne schreibt, mit einer Methode intensiver zu arbeiten jetzt zum Beispiel.

Speaker: Das ist ja auch möglich.

Speaker: Aber da Menschen sehr unterschiedlich ticken, so von ihrer Herangehensweise und von der Art, wie sie halt funktionieren, gibt es halt verschiedenes Handwerkzeugs.

Speaker: Das probiert man aus.

Speaker: So ganz große

Speaker: Techniken sind die Stanislavski-Methode zum Beispiel oder sein Schüler Lee Strasberg hat das weiterentwickelt und sogenanntes Method Acting.

Speaker: Ja.

Speaker: Da hattest du ja auch nachgefragt, das kennt vielleicht der ein oder andere vielleicht vom Begriff.

Speaker: Ich persönlich mag den Michael Tschechow super gerne, der arbeitet sehr körperlich.

Speaker: Und dann gibt es noch neuere Techniken wie die Chubuk-Technik, die ist gerade in Hollywood super beliebt.

Speaker: Und da geht es aber um Arbeit mit Traumata, also dass mit den eigenen Traumata halt gearbeitet wird.

Speaker: Also es ist super spannend, was für Herangehensweisen man hat.

Speaker: Und im Grunde kann alles funktionieren.

Speaker: Es kommt ein bisschen auch auf den Spieler an oder die Spielerin.

Speaker: Und ich glaube, das Wichtigste ist, dass man sich lernt, kennenzulernen und merkt, wie man halt funktioniert.

Speaker: Und das ist, glaube ich, so das Schwierigste, weil dann doch viele Dozenten davon überzeugt sind, dass sie das Beste beibringen.

Speaker: Und so als junger Mensch, wenn man jetzt so direkt nach dem Abi auf die Schauspielschule geht,

Speaker: ist man halt noch voll verunsichert, glaube ich, mit ein paar Ausnahmen vielleicht.

Speaker: Aber man hört natürlich gerne auch auf das, was halt so die älteren Leute einem so sagen und wie die einen bewerten und so.

Speaker: Aber in letzter Konsequenz geht es ja, wie du so schön erwähnt hast, um die Glaubwürdigkeit und wie stelle ich die her in dem Moment und dass das zuverlässig funktioniert.

Speaker: Kann ja nicht sein, dass ich in dem einen Take heule und in dem nächsten kommt nichts mehr.

Speaker: Richtig, genau, klar.

Speaker: Ja?

Speaker: Was machst du dann, ne?

Speaker: Ja.

Speaker: Ja, und da kann man viel erarbeiten, natürlich.

Speaker: Was sind so deine, also wenn du jetzt so ein Spielst, was ist so deine bevorzugte Methode?

Speaker: Ich arbeite viel, wenn ich bewusst arbeite mit einer Methode, mit Michael Tschechow, aber ich mixe auch einfach ganz bunt kreativ Sachen rein, dass ich manchmal auch einfach irgendwie das Gefühl habe, das geht mir jetzt auf die Nerven, ich brauche jetzt was anderes und dann mache ich eine Musik an und überlege mir, welche Musik hört die Figur vielleicht und raste halt so einmal aus.

Speaker: Also ich überlege mir dann halt bunt

Speaker: wie die so sein könnte und probiere halt rum.

Speaker: Wenn ich die Zeit habe, ist das Luxus.

Speaker: Aber ein Tipp, den ich jedem geben kann, ist, wenn man nur Text gelernt hat und nur versucht zu verstehen, was in der Szene verhandelt wird und sich dann ausdenkt, wie das emotional laufen könnte vom Denken her, dann verkrampft man relativ schnell.

Speaker: Man kann sich den Text auch nicht gut merken, weil halt nichts drunter liegt.

Speaker: Drunterliegend meine ich den sogenannten Subtext.

Speaker: Das heißt, das ist das, was eigentlich nicht gesagt wird.

Speaker: Die Emotion zum Beispiel.

Speaker: Und die muss nicht immer logisch sein.

Speaker: Und ich mache immer eine Übung in meinen Kursen.

Speaker: Also ich gebe ja auch ab und zu Improvisation und Schauspielgrundlagen.

Speaker: Also regelmäßig gebe ich da Kurse.

Speaker: Und was ich immer mache, ist, dass ich gerade in den Anfängen irgendeinen blöden Satz mir nehme.

Speaker: Also der muss wirklich kein Schwachsinn sein.

Speaker: Oh, siehst du die Blume, die da steht?

Speaker: Und dann ist die Antwort so, von dir vielleicht, was könntest du sagen?

Speaker: Schön.

Speaker: Schön, ja?

Speaker: Ja.

Speaker: Wenn man jetzt mal, hast du Bock auf ein Experiment?

Speaker: Super gerne, immer.

Speaker: Okay.

Speaker: Jetzt, gut, man geht da eigentlich körperlicher rein.

Speaker: Also jetzt bei Wut würde man zum Beispiel wirklich aufstehen und irgendwo mal irgendwo draufhauen, so, einmal richtig ausrasten und dann versuchen, dieses im Körper zu behalten, das Gefühl, und dann so das reinlegen.

Speaker: Siehst du die Blume, die da steht?

Speaker: Ah, okay.

Speaker: Das heißt... Dann würdest du sagen, in der gleichen Emotion...

Speaker: Aber wenn ich jetzt in der gleichen Emotion bin, oder wenn ich mich da rein... Du würdest auch in die Wut reingehen, ja, genau.

Speaker: Warte mal, ich probiere das mal kurz aus, wenn es jetzt aufgezeichnet ist.

Speaker: Arrrr, dammit!

Speaker: Arrrr!

Speaker: Jetzt peinlich, aber gut.

Speaker: So.

Speaker: Siehst du die Blume, die da steht?

Speaker: Die scheiße Blume, die da steht.

Speaker: Verdammt!

Speaker: Verdammt!

Speaker: Okay.

Speaker: Aber ich, ja, ich...

Speaker: Wir hatten ja im Vorgespräch schon mal gesagt, ich habe ja auch so einen Rosationskurs mal gemacht.

Speaker: Und das, was du da machst, das fällt mir schon teilweise schwierig.

Speaker: Also weil eher dann im Kopf dann so eine Blockade ist noch, weil du musst dich ja schon voll drauf einlassen.

Speaker: Ja, voll.

Speaker: Also jetzt gerade die Situation mit Kamera, gut, ich weiß halt irgendwie, es ist halt schon, es macht Spaß.

Speaker: Also bleibe ich in der Emission irgendwie erstmal drin, okay, ich muss aber lachen, ja.

Speaker: Ja, ist voll okay.

Speaker: Weißt du, du hast die Macht, du kannst alles schneiden.

Speaker: Ja, richtig.

Speaker: Es bleibt drin.

Speaker: Da kann mich jeder mal sehen, wie ich versuche, Hulk zu spielen.

Speaker: Darf ich kurz was reinfragen, was jeder dann mal einfach für sich machen kann?

Speaker: Das ist aber jetzt aus dem Mentalcoaching.

Speaker: Das ist eine, also ich habe NLP-Coaching gelernt, also das ist vielleicht dem einen oder anderen Begriff.

Speaker: Was da das Wichtigste ist, wenn man das bei sich beobachtet, so ich habe eine Blockade, das ist so ein Dead End, so ja okay, ich habe eine Blockade, gut.

Speaker: Aber was man dann machen kann, ist, dass man sich fragt, wie mache ich denn diese Blockade?

Speaker: Also wie mache ich die Blockade?

Speaker: Also wie entsteht die in deinem, ist die körperlich spürbar?

Speaker: Hast du einen Satz im Kopf?

Speaker: Hast du irgendwie ein Audio?

Speaker: Also irgendwas so, ja, klappt eh nicht bei mir oder hat ja noch nie funktioniert, bla bla, bin eh nicht gut genug?

Speaker: Oder ist es eher, dass dein Körper anfängt zu verkrampfen und wo genau?

Speaker: Also da geht es wirklich darum, wie machst du das?

Speaker: Also ich glaube, du kannst mir an einem Beispiel vor dem Impro-Kurs ja mal mitteilen, das ist jetzt eine Offenbarung, du könntest es vielleicht mancher nachvollziehen, aber

Speaker: Ich habe das Gefühl, immer, wenn dann so verschiedene Spiele gemacht worden sind, verschiedene Szenen oder Modelle vorgegeben worden sind, die man hätte spielen können, zur Zweite, in der Gruppe, dann ist erst mal natürlich das Unbekannte da, also was passiert dann da?

Speaker: Natürlich ist auch dann eine gewisse, okay, ich spiele das vor Leuten und die bewerten mich und ach, die anderen können das ja eh viel besser, also lasse ich die erst mal vor.

Speaker: Also das ist eher so der...

Speaker: der Gedankenprozess.

Speaker: Wenn ich da mal drin bin, wenn ich mich darauf einlasse, dann läuft das alles ganz gut.

Speaker: Aber das zu machen, ist die Schwierigkeit.

Speaker: Ja, das ist, glaube ich, ganz normal, dass du das hast.

Speaker: Also, ich habe da jetzt ja keine Probleme zu teilen, weil ich glaube, es geht vielen so, auch im Vergleich mit anderen zu sagen, ja, eine andere kann es besser, mach du zuerst.

Speaker: Ja, voll.

Speaker: Also es ist ja auch bei mir, ich mache schon länger Schauspiel und Improvisation ist schon auch eine Herausforderung, weil du einfach auf die Bühne gehst und um jetzt mal zu klären, was Improvisation ist, du gehst auf die Bühne und es ist nichts.

Speaker: Richtig.

Speaker: Und Leute schauen dich an und dann sollst du was machen.

Speaker: Ja.

Speaker: Und du denkst dir, Alter.

Speaker: Und das Problem ist da oft der zeitliche Faktor, dass die Leute sich nicht die Zeit lassen, dass was entsteht.

Speaker: Und dass sie das, was entsteht, dann halt runter bewerten.

Speaker: Und dann passiert oft, wenn man zu zweit auf der Bühne ist, gerade bei Anfängern, dass die sich retten in ein sinnloses Gequatsche.

Speaker: Ja, kenn ich.

Speaker: Also so, na und du hier lange nicht gesehen, ja und hast du schon gehört, bla bla.

Speaker: Ja genau.

Speaker: Und was halt total, was jeder Mensch kann, ist Fantasie.

Speaker: Also jeder Mensch hat das, also jedes Kind hat das im Grunde, ist halt bei jedem anders.

Speaker: Und wenn man sich die Zeit lässt, obwohl Leute einem zuschauen, dann kommt irgendwas, dass einem irgendwas ins Auge sticht oder man denkt, oh da ist ja eine Blume.

Speaker: Ja.

Speaker: Und dann fängt man aber an, damit zu spielen.

Speaker: Also ein guter Begriff ist auch, um das mal zu differenzieren, also ich finde das deutsche Wort Schauspielen eigentlich gar nicht so gut wie das englische Wort Acting.

Speaker: Ja.

Speaker: Weil da hast du mehr die Handlung drin, weil eigentlich sollte man dann erstmal sich auf Handlungen konzentrieren und nicht so sehr auf das, was man sagt, sondern so auf, was kommt mir denn?

Speaker: Aber ja, ich könnte jetzt immer ewig darüber quatschen.

Speaker: Ja, aber ich finde es spannend.

Speaker: Ich glaube,

Speaker: So, wenn ich kurz da nochmal reinklatsche und meine Weitere mache.

Speaker: Ich fand bei Improvisationen immer sehr schön zu sehen.

Speaker: Also das habe ich auch dann, ich glaube, irgendwer, ich habe dann nämlich nach dem Kurs auch mal einen Vortrag zu dem Thema gesehen, ein Kino von einem Improvisationskünstler.

Speaker: Und da ging es um das Thema, ich muss mich auf einen anderen einlassen und dann Ja sagen.

Speaker: Ich darf nicht Nein sagen zu dem, was der macht.

Speaker: Das heißt, ich muss immer schauen,

Speaker: Was macht der andere?

Speaker: Und ich darf nicht mein eigenes Skript laufen lassen und das verhagelt dir ja komplett die ganze Szenerie.

Speaker: Also der eine hat eine Idee, der andere sagt, darüber habe ich keinen Bock und dann läuft der ins Leere und der ins Leere und dann passiert gar nichts.

Speaker: Und ich habe manchmal das Gefühl,

Speaker: dass es ja aber auch in manchen normalen Gesprächen mit Menschen so ist.

Speaker: Also, dass du sagst, du sprichst mit jemandem, offensichtlich wartet der drauf, bis er wieder am Zug ist und dann seine Story weitererzählt.

Speaker: Also, dass Leute gar nicht im Dialog sind, sondern einfach beide in einem Monolog sind, jeweils mit sich selber.

Speaker: Ja, das ist sau witzig.

Speaker: Also, witzig ist es vielleicht eigentlich eher nicht, es ist schon ein bisschen traurig, aber...

Speaker: Es hat natürlich eine Komik, wenn man das jetzt sich auf der Bühne vorstellt, kann es sehr witzig sogar werden.

Speaker: Aber dafür gibt es auch eine Übung, die heißt Zug um Zug oder man kann es sich visuell auch vorstellen.

Speaker: Stell dir vor, du hast einen Ball in der Hand und sagst was oder tust was und dann gibst du aber den Ball ab an deinen Partner und du darfst dann nichts machen.

Speaker: Ja, ja.

Speaker: Dann ist der Partner dran.

Speaker: Und dann gibst du es halt wieder zurück.

Speaker: Dann geht es hin und her.

Speaker: Und es ist ja auch ganz natürlich, dass wenn du dann mal eine Idee hast für eine Szene, die sich ja sicher anfühlt, weil dann hast du ja einen Plan.

Speaker: Richtig.

Speaker: Dann weißt du ja, wohin die Szene gehen soll.

Speaker: Dann bist du ja nicht mehr unsicher.

Speaker: dass man das dann schwer wieder abgeben kann, wenn mein Mitspielpartner oder meine Partnerin dann was ganz anderes spielt.

Speaker: Das kann halt voll einen auch echt sauer machen.

Speaker: Also da sind wir wieder bei Emotionen.

Speaker: Ich glaube gar nicht, wie erwachsene Menschen bei Impro-Kursen, wenn man das intensiv gestaltet, ausrasten.

Speaker: Weil man denen dann, also ich bin eine etwas strenge Trainerin, wenn ich beobachte, dass jemand viel im Pro-Erfahrung auch hat, aber halt nie trainiert wurde.

Speaker: Und ich merke, okay, diese Person ist halt eigentlich immer Spielführer.

Speaker: Es gibt Personen, die neigen dazu, sich dran zu hängen.

Speaker: Und es gibt Personen, die führen eher die Szene gerne an.

Speaker: Und wenn du denen dann sagst, so, das machst du jetzt mal nicht,

Speaker: weg damit.

Speaker: Oder ich habe gesehen, dass du dir was überlegt hast, als du auf die Bühne gegangen bist.

Speaker: Nee, habe ich nicht.

Speaker: Doch, das sieht man halt, wenn du schon weißt, was du machen wirst.

Speaker: Dann hast du einfach schon, du gehst dann anders auf die Bühne.

Speaker: Und das lässt du jetzt mal weg.

Speaker: Das machst du jetzt halt mal nicht.

Speaker: Und dann kommen natürlich wirklich Emotionen bei den Leuten, weil dieser Zustand, ich bin da alleine auf der Bühne oder zu zweit, ich werde vielleicht bewertet und Leute schauen mir dabei zu, ich könnte scheitern.

Speaker: Das macht total was mit uns.

Speaker: Also sehr sensibel, das Thema.

Speaker: Selbstkontrolle abgeben, gell?

Speaker: Ich glaube, das ist ganz viel, sagen, okay,

Speaker: Ich gebe mich jetzt dem hier und jetzt hin, weil das ist ja beim Impro oder generell im Leben ja eigentlich wichtig.

Speaker: Improvisation ist ja ein Stück weit ja auch eine Metapher für das eigentlich alltägliche Leben, wenn man es so will.

Speaker: Wir reden ja darüber, dass es halt einen Kurs gibt und es gibt Theaterstücke, die man besuchen kann und man schaut zu.

Speaker: Aber im Prinzip ist Impro eine Metapher fürs Leben, weil jeder Tag ist Impro, wenn man so will.

Speaker: Ja, du kannst ja mal dich ganz anders anziehen und in einem anderen Tempo alles machen.

Speaker: Also einer meiner Schüler zum Beispiel, ich habe auf dem Boden gelegen, ich würde sowas ja mich nicht trauen, offengestanden.

Speaker: Oder beziehungsweise unter dem Kontext, dass ich das privat mache, sehr wahrscheinlich nicht.

Speaker: Der ist einfach an die Kasse gegangen,

Speaker: Und wollte gucken, wie die Leute auf ihn reagieren und die Kassiererin, wenn er alles ganz langsam aufs Band legt.

Speaker: Und dann noch richtig in so eine Richtung dreht.

Speaker: Und das mit jedem Teil aus dem ganzen Wagen macht.

Speaker: Und hat mir das dann erzählt.

Speaker: Und ich war so, oh Gott, ich habe wahnsinnig auf die Welt losgelassen.

Speaker: Ja.

Speaker: Also vermute, die Reaktion wird entweder erst mal Verwirrung, Unverständnis und am Ende sehr viel Wut gewesen sein von den Leuten, die hinter ihm an Bann fahren wahrscheinlich.

Speaker: Vielleicht, aber das Ding ist, du wirst auch ein anderes Leben erleben, wenn du dich anders anziehst, fängt schon bei den Klamotten an, und irgendwie ein bisschen was anders machst von deiner Körperlichkeit und so, dir werden komplett andere Reaktionen entgegen.

Speaker: Also du bist nicht mehr in deinem gewohnten Feld.

Speaker: Du wirst sicherlich, ich zum Beispiel so als sportlich und eher rockige Person manchmal auch, weißt du, bin halt eher lockerer, werde vielleicht, vielleicht negativ bewertet von eher so Businessleuten, ne?

Speaker: Weiß ich jetzt nicht.

Speaker: Denk mir jetzt was aus.

Speaker: Aber das könnte sein, dass ich mich ja auch ganz wohl damit fühle.

Speaker: Weil vielleicht will ich ja auch eher alternativeren Leuten gefallen oder so schon aussenden.

Speaker: So, hey, ich bin voll auf deiner Wellenlänge.

Speaker: Das machen wir ja viel.

Speaker: Auch steuern wollen, wem wollen wir gefallen und wem nicht.

Speaker: Ist auch ein spannendes Thema.

Speaker: Aber...

Speaker: Wenn man das mal komplett umkrempelt und ich mir zum Beispiel einen schicken Anzug anziehe, Stöckelschuhe und bla bla bla, also mir vielleicht ein richtig teures Auto leihe und da mal halt einen Tag mit verbringe, ich werde wirklich sehr wahrscheinlich innerlich ausrasten, weil ich nicht klarkomme damit.

Speaker: Also wer mich dann wie anspricht, wie dann die Alternativen auf mich reagieren, vielleicht erfahre ich dann so eine Abwertung von Leuten, denen ich eigentlich gefallen will.

Speaker: Das ist auch alles Schauspiel.

Speaker: Es gibt ja auch Lehrer, die so arbeiten.

Speaker: Ja.

Speaker: Geht das schon dann in den Bereich des Method Acting über?

Speaker: Ja, das geht in den Bereich, genau.

Speaker: Also für alle, die nicht wissen, was Method Acting ist, was weißt du denn darüber?

Speaker: Ich habe eine Story dazu.

Speaker: Ah, okay.

Speaker: Weil ich war ja in Neuseeland offensichtlich.

Speaker: Und ich bin ja auch ein Lord of the Rings Fan.

Speaker: Und Herr der Ringe.

Speaker: Wird der eine oder andere kennen wahrscheinlich.

Speaker: Und es gab ja Viggo Mortensen, der den Aragon gespielt hat, also dann den späteren König.

Speaker: Und Viggo Mortensen hat halt...

Speaker: er hat dann Method-Acting durchgeführt.

Speaker: Das heißt, er hat seine Kutte, seine Robo, sein Schwert halt 24-7 getragen, weil er in der Rolle des Aragorn bleiben wollte.

Speaker: Und er ist halt dummerweise auch dann außerhalb des Filmstudios in Wellington halt so auf die Straße rumgelaufen, was dann wiederum die Anwohner in Wellington dazu veranlasst hat, die Polizei zu rufen und gesagt hat, da läuft ein Bekloppt da rum mit einem Schwert und schreit halt rum.

Speaker: Und dann haben halt die Polizisten

Speaker: beim Filmstudio bei Peter Jackson angerufen, der sagt, nee, nee, ist unser Hauptdarsteller, passt schon.

Speaker: Und das ist eigentlich die Story dahinter, hinter dem Method Acting, die ich jetzt so gehört habe.

Speaker: Da fallen aber natürlich auch dann drunter, wie, wer weiß noch, wer Method Acting betreibt, hier Heath Ledger natürlich, mit Joker, der dann wahrscheinlich auch dadurch mehr abgerutscht ist, vielleicht auch das Thema, der... Die Rolle ist schon heftig, ne?

Speaker: Also das ist dann so eine Story, die ich erst gehört habe.

Speaker: Also irgendwie diese Personifizierung des Charakters, aber auch in seinem Alltag.

Speaker: Würde ich das mal so amateurhaft beschreiben.

Speaker: Das ist nicht amateurhaft.

Speaker: Also das trifft doch den Nagel auf den Kopf.

Speaker: Man kann es halt sehr extrem betreiben.

Speaker: Ich weiß nicht, ob es Leute gibt, die dann bei einer Rolle eines Drogenabhängigen anfangen würden, Drogen zu nehmen, keine Ahnung.

Speaker: Das ist aber genau das Prinzip eigentlich.

Speaker: Du versuchst das halt dann wirklich zu leben, damit du dann halt nicht diesen Bruch herstellen musst und da rein und wieder raus musst und so.

Speaker: Aber wie gesagt, es ist auch ein bisschen Typfrage und Geschmackssache.

Speaker: Aber es ist spannend, auch da wieder im Alltag zu übertragen, weil was du ja beschrieben hast, ist auch

Speaker: Kleider machen Leute.

Speaker: Also das ist ja ein Sprichwort, was alt ist, aber es ist halt aktuell.

Speaker: Viggo Mortensen als Normalo wird keinen auf die Idee bringen, die Polizei zu rufen, dass jemand Beklopptes da steht.

Speaker: Aber Viggo Mortensen in seiner Kutte, mit dem Schwert, ja.

Speaker: Genau wie bei dir.

Speaker: Also sagst du, okay, wenn ich jetzt einen Anzug anziehe oder einen Hosenanzug, habe ich eine andere Wirkung, wenn ich auch dann meinen Mercedes S11 fahre, als wenn ich halt meine Rockklamotten anhabe und vielleicht auch meine Harley-Sitze zum Beispiel.

Speaker: Ja, klar.

Speaker: Das aber ja auch ein Stück weit auf den Alltag übertragen ist.

Speaker: Also auch die Frage vielleicht hier an dich, sollte ich mich in diversen Settings anpassen?

Speaker: Also weil ich habe eine Wirkung mit meinen Klamotten.

Speaker: Ich erinnere mich dran, ich hatte mit zwei Fitness-Kollegen von Trinity, die beiden, Alex Ostdeutsch und Tim Horst, die halt immer Anzug tragen auf jedem Event.

Speaker: Also moderner, cooler und zu den beiden passt es.

Speaker: Bei mir ist es so, ich fühle mich halt dann nicht wohl.

Speaker: Ich bin dann eher so, okay, T-Shirt, vielleicht Hemd, Jeans und Sneakers.

Speaker: Aber ich habe halt eine andere Wirkung auf dann vielleicht die

Speaker: halt möglichen Kunden oder Ausbildungsbetriebe, über die ich berate, als die beiden.

Speaker: Also sollte man sich anpassen oder sollte man gucken, okay, wie viel von meiner Persönlichkeit lasse ich weg oder raus?

Speaker: Ja, das ist eine ganz individuelle, aber auch schwierige Frage, oder?

Speaker: Die kann man ja mal rausgeben, wenn ihr gerade zuhört, finde ich.

Speaker: Wie empfindet man das eigentlich?

Speaker: Ja,

Speaker: Also wenn ich auf ein Konzert gehe zum Beispiel, habe ich andere Klamotten an, als wenn ich auf einen Spielplatz gehe.

Speaker: Und ich fühle mich auch etwas weird, wenn ich mit meinen Konzertklamotten, ich gehe manchmal auf Black-Metal-Konzerte, wohlgemerkt.

Speaker: Also wenn ich dann mit meinem dreijährigen Sohn auf den Spielplatz gehe und im Black-Metal-Outfit oder so, keine Ahnung, rockig, also das ist ja absolut nicht spielplatztauglich für mich, ist ja auch nicht möglich.

Speaker: Aber ja, also man kann sich auch einfach mal fragen, inwieweit ist es für mich okay, dass ich so verschiedene Rollen lebe, Rollen, und mich auch dementsprechend kostümiere und auch fragen, was will ich denn damit erzielen eigentlich und wo mache ich was vielleicht nicht, obwohl ich es cool finde, weil ich mich nicht traue.

Speaker: Kann man auch überlegen.

Speaker: Ich finde, das ist auch wieder ein Thema, da kann man wieder abdriften.

Speaker: Spielt alles da rein, auch an die Emotionen.

Speaker: Wenn man selber nicht gut genug fühlt, sondern ich habe was an, was mir normalerweise vielleicht nicht anziehen würde, dann ändere ich ja mein inneres Gefühl und dann wird es auch schwierig, eine passende Emotion gegenüber dem anderen zu zeigen.

Speaker: Ja,

Speaker: Ja, also jein, man könnte das ja auch ganz anders erleben.

Speaker: Ich glaube, tendenziell, wenn wir Menschen ja so Gewohnheitstiere sind und uns ja sehr sicher fühlen eigentlich in unseren Strukturen,

Speaker: Und sobald wir aus den Strukturen rausgehen, halt Unsicherheit fühlen, oder ja, wir haben ja dann ein Gefühl, was uns nicht wohlfühlen lässt.

Speaker: Und das ist jetzt vielleicht noch keine Emotion, aber ich glaube, dass eine Emotion schneller entsteht, wenn wir uns schon tendenziell nicht wohlfühlen.

Speaker: Und dass wir eigentlich dafür sorgen müssten, uns wohlzufühlen.

Speaker: Und dann das Bestmögliche tun sollten, um uns schon mal grundsätzlich wohlzufühlen und uns vielleicht dann zu fragen, wieso fühle ich mich eigentlich nicht wohl?

Speaker: Und dann wieder die Frage nicht, wieso und warum und weshalb und das kommt aus der Kindheit und blablabla und ich nur dem, sondern halt wirklich so, wie mache ich denn dieses Unwohlsein und was passiert da eigentlich in mir?

Speaker: Und dann kann man ja gucken, ob man dahin möchte überhaupt.

Speaker: Will ich mich denn dann mit wohlfühlen überhaupt oder will ich es nicht?

Speaker: ist auch eine Frage, die man sich stellen kann.

Speaker: Und das ist dann schon mal wieder so ein Weg.

Speaker: Auch da hast du eigentlich wieder gedacht, immer ausprobieren.

Speaker: Ja, voll.

Speaker: Also da ist eh die Regel, wenn du jetzt nochmal bei der Emotion ankommst mit dem Weinen am Set oder der Trauer, sagst du, warum weiht man eigentlich?

Speaker: Weinen kann man natürlich aus verschiedenen Emotionen heraus.

Speaker: Ich kann vor Wut weinen, ich kann vor Freude weinen, ich kann vor Trauer weinen.

Speaker: Also weinen ist ja auch was, was jetzt gar nicht unbedingt festgelegt ist auf eine Emotion.

Speaker: Aber wenn ich jetzt quasi die Erfahrung noch nicht gemacht habe, dass mein Körper das kann,

Speaker: wie sollte ich dann davon ausgehen, dass ich das abrufen kann, wenn ich das gerade will?

Speaker: Ja, stimmt.

Speaker: Dann bin ich doch völlig in einem anderen Muster drin.

Speaker: Dann denke ich mir doch, oh Gott, jetzt muss ich hier weinen und wie soll das überhaupt gehen?

Speaker: Und wie soll denn dann irgendwas gehen?

Speaker: Also dann geht da eh nichts mehr.

Speaker: Also erst mal muss man ja eh einen sicheren Probenraum kreieren, in dem man das überhaupt mal übt.

Speaker: Ja.

Speaker: Ich finde es spannend.

Speaker: Ich bin immer gerade das zum Übertrag zu schaffen auf so Alltagssituationen.

Speaker: Das kann ja auch sein, ich bin jetzt gerade gedanklich bei meinen Keynodes natürlich.

Speaker: Ich meine, bei Keynodes bist du ja auch, wenn du eine kurze Präsentation hast, willst du die Emotionen, also das, was du ja sagst, auch rüberbringen.

Speaker: Deswegen...

Speaker: Ich glaube, laufen ja so, also wenn Speaker mit Händen in der Tasche und nur so mal eintönig, reißt dir niemanden vom Sitz, sondern da geht es ja auch darum, das vorher halt zu probieren, was will ich denn auch damit überhaupt aussagen und dann dementsprechend zu überlegen, okay, wie muss ich mich denn präsentieren?

Speaker: Mit welcher Stimmlage?

Speaker: Stimmlage, welchem Ausdruck?

Speaker: Ja.

Speaker: Auch da wieder ausprobieren.

Speaker: Geht nicht anders.

Speaker: Oder halt wahrscheinlich vor...

Speaker: möglichen Kundengesprächen, wenn man draußen ist oder egal, was man für eine Tätigkeit hat.

Speaker: Oder?

Speaker: Ich muss immer gucken, okay, was will ich damit bezwecken und ich muss es auch vorher ein Stück weit mal trainiert haben?

Speaker: Ja.

Speaker: Also, wenn man sowas trainieren möchte, mal angenommen, man will einen Vortrag machen und auch eine Emotion rüberbringen und man will quasi bewusst die Emotion steuern, die man rüberbringen möchte.

Speaker: Was ja dann ein

Speaker: Wiederum, wenn man sich die Emotionen vorher überlegt, ist man natürlich, man steuert dann die Emotionen.

Speaker: Also man lässt sich dann nicht überraschen von der Geschichte, die man vielleicht erzählt oder von dem, ich sage mal die Frage, was ist aber meine Aussage in der Keynote?

Speaker: Ist das was Persönliches?

Speaker: Geht es um ein allgemeines Thema?

Speaker: Zum Beispiel bei mir ist es ja so, Emotionen, sowohl kenne ich das persönlich, ich arbeite damit viel, aber ich gebe es ja auch weiter an die Leute und habe auch irgendwie

Speaker: so ein Mehrwert dahinter, wenn man Emotionen einfach bewusster wieder wahrnimmt, ein Bewusstsein dahin lenkt, sich spürt und so.

Speaker: Also da ist immer die Frage, erst mal die Frage, warum will ich überhaupt eine Keynote sprechen?

Speaker: Will ich die Anerkennung?

Speaker: Also habe ich irgendwie das Gefühl, das ist echt spannend zu wissen, was ist eigentlich deine Motivation, vor vielen Leuten zu sprechen?

Speaker: Oder geht es mir um eine Sache?

Speaker: Und jetzt aber mal wieder zum Thema Emotionen üben zurückzukommen, ähm,

Speaker: dann würde ich halt wirklich schauen, als erstes mal über den Körper zu gehen.

Speaker: Eigentlich ist der Körper wirklich sehr schlau.

Speaker: Also der Körper hat alles gespeichert.

Speaker: Der Körper kann das.

Speaker: Und wenn ich jetzt zum Beispiel mal wirklich, jeder weiß ja eigentlich, wie Freude sich äußert.

Speaker: Wenn ich da mal wirklich reingehe und so juhu und durch die Wohnung springe und ha ha ha, wie cool.

Speaker: Und vielleicht komme ich mir erst mal total dumm vor.

Speaker: Vielleicht kommt so ein innerer Dialog, na super, was denken die Nachbarn?

Speaker: Jetzt springe ich hier wie so eine Bekloppte durch die Bude.

Speaker: Auch normal und vielleicht auch berechtigt.

Speaker: Aber irgendwann ab einem gewissen Punkt komme ich ja da voll rein.

Speaker: Und wenn ich dann mal mir den Text vornehme oder irgendwie, was ich sagen will, dann mal versuche, da ein bisschen mal reinzugehen und schaue einfach, ob die Emotion eigentlich passt.

Speaker: Dann kann ich damit schon mal rumspielen.

Speaker: es ist natürlich so, dass ich dann versuche zu steuern, wie die Leute emotional reagieren sollen.

Speaker: Also wenn das mein Ziel ist, ist mein Tipp eigentlich eher, da zwar voll drin zu sein, wie so ein Rest von so einer Schwingung, das soll jetzt nicht so abgedroschen klingen, aber so, wenn ich mal einmal weiß, wie Freude sich angefühlt hat und ich vielleicht auch Bilder habe, die mich

Speaker: die einfach mega sind für mich, die Bilder einfach stehen zu lassen.

Speaker: Also wirklich der Tipp für Vorträge sowieso ist, Pausen.

Speaker: So richtig gute Redner, Rednerinnen, die lassen halt die Leute auch erstmal mitdenken.

Speaker: Also, wenn ich jetzt ein Bild platzieren will, zum Beispiel so, als wir nach Lengris gezogen sind, haben wir uns hier die Wohnung angeschaut und es war...

Speaker: Total verregnet.

Speaker: Die Berge, die hingen einfach so in den Wolken drin.

Speaker: Und wir haben dann einen Kaffee getrunken und saßen da am Bahnhof.

Speaker: Und irgendwie war das einfach so das Gefühl von, ja, wir sind jetzt einfach hier zu Hause.

Speaker: So, jetzt habe ich zwei Sachen gemacht.

Speaker: Ich habe mir Zeit gelassen, die Bilder wieder zurückzukommen, zu mir.

Speaker: Ich habe mir eigentlich gar nicht so Gedanken gemacht, was ich sagen will, also den Text.

Speaker: Ich habe die Bilder erstmal kommen lassen, mir die angeguckt, das Gefühl dann eigentlich kommen lassen, wie ich mich da gefühlt habe.

Speaker: Und habe aber auch Pausen gehabt.

Speaker: Dadurch konntest du die Bilder dir bauen.

Speaker: Das waren jetzt vielleicht gar nicht die gleichen Bilder, die ich hatte.

Speaker: Aber spannend.

Speaker: Aber der Zuschauer, die Zuschauerin kann dann richtig mitfiebern.

Speaker: Also so, ah ja, cool, oder weißt du, was macht das mit dir?

Speaker: Vielleicht kennst du ja was Ähnliches.

Speaker: Und das ist das, was viele halt überhaupt nicht machen, weil die sich eigentlich so unwohl fühlen dann, wenn sie angeschaut werden, dass sie irgendwie auch froh sind, wenn der Text vorüber ist.

Speaker: Also irgendwie so denken, oh Gott, hoffe ich, ich bin jetzt gleich mal vorbei, ne?

Speaker: Und dann, eigentlich nimmt man sich dann auch die Freude daran weg, dass das Spaß machen kann.

Speaker: Auch wenn man aufgeregt ist, aber es kann auch einfach so sein, dass man das genießen kann.

Speaker: Und dann kommen aber die Emotionen und alles, was dazu gehört, ganz von alleine.

Speaker: Also die folgen dann.

Speaker: Das ist spannend.

Speaker: Also jetzt, ich wusste ja vorher, was du jetzt machst, natürlich mit den Pausen und Bildern, aber es ist krass doch, wie stark bildhaft man arbeitet.

Speaker: Das war jetzt für mich auch echt ein richtiges Nugget, zu überlegen, okay, wie kannst du in deinen Keynotes, auch wenn du ein Thema hast, was jetzt kann auch trocken sein, aber du kannst ein trockenes Thema trotzdem ja in eine schöne bildhafte Story übertragen.

Speaker: Ja.

Speaker: Das fand ich spannend.

Speaker: Ich glaube, jeder, der mal irgendwo einen Vortrag angehört hat, der sehr wissenschaftlich war, mit vielen Charts und vielen Zahlen und viel schwieriger Sprache, nennen wir es mal so, der weiß, wovon wir gerade sprechen.

Speaker: Echt cooler Tipp.

Speaker: Das ist mega.

Speaker: Vor allem, weil es ja dann mit den Bildern auch Gefühle, Emotionen beim Publikum hervorruft.

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Also Assoziationen, kann man ja sagen.

Speaker: Ja.

Speaker: Ja, und das ist halt wirklich viel, es ist einfach die Zeit und da kann man sich immer wirklich so vorstellen, dass man wie eine Dia-Show sich baut, die man einfach erstmal stehen lässt.

Speaker: Das heißt, wenn man die Dias eigentlich noch gar nicht weiß, nicht selber nicht klar hat, dann ist man eigentlich nicht gut vorbereitet.

Speaker: Wenn man versucht, einen Text auswendig zu lernen und Gott, hoffentlich merke ich mir das, das will ich auch noch alles sagen, so funktioniert eigentlich unser Gehirn gar nicht so gut.

Speaker: Also ich kann mir lieber wirklich wie eine Diashow bauen im Kopf, die ja dann wie so ein Film wird.

Speaker: Und dann können vielleicht mal die Worte variieren.

Speaker: Man kann sich natürlich Überschriften auch bauen, wenn man unbedingt das klar haben will.

Speaker: Und dann weiß man, okay, jetzt war ich bei Überschrift A, jetzt habe ich das DIA dazu gebaut und dann gehe ich da rüber und dann hangelt man sich da über die Bilder lang.

Speaker: Dann wirst du auch nicht komplett lost sein und nicht mehr wissen, wo du bist.

Speaker: Ich muss nachfragen, also machst du das, wenn du dich auf eine Rolle vorbereitest?

Speaker: Das heißt, du hast ein Manuskript, also ein Drehbuch,

Speaker: Lernst du das auswendig oder gehst du so vor?

Speaker: Dann, okay, du machst dir die Bilder, damit du im Zweifel, falls du mal eine Stelle vergisst, dann entsprechend reagieren kannst.

Speaker: Ja, da gibt es halt nochmal feine Unterschiede, ob man jetzt Theater spielt oder dreht.

Speaker: Das ist nochmal zwei unterschiedliche Herangehensweisen.

Speaker: Wenn ich jetzt zum Beispiel drehen würde, wo ich mich besser vorbereiten muss, weil halt nicht so viel Zeit, da wird halt nicht geprobt, nicht wirklich.

Speaker: Und da muss ich es aber abrufen, dann würde ich mich da schon so auch vorbereiten.

Speaker: Also da würde ich schon...

Speaker: mir die Szene zwar durchlesen, aber dann würde ich total viel kreativ werden.

Speaker: Dann würde ich irgendwie echt in die Szene reinsteigen, aber auch hinterfragen, also so wirklich kreativ werden.

Speaker: Also nicht verkopft sein erst mal.

Speaker: Ich würde dann erst mal versuchen, was wird da eigentlich verhandelt?

Speaker: Was ist das für eine Person?

Speaker: Ich versuche halt wirklich, eine Stimmung zu erzeugen, weil alles, was weggeht von dem, ich muss Text lernen, ist total gut.

Speaker: Weil ich muss Text lernen, ist halt richtig schwierig.

Speaker: Dann kann man nämlich leichter den Text lernen.

Speaker: Wenn ich jetzt irgendwie weiß, was ich will von der Person zum Beispiel und noch so ein paar Sachen für mich entschieden habe, die die Rolle angehen, wie zum Beispiel, was für eine Musik hört die Rolle?

Speaker: Es kann easy sein.

Speaker: Also was für eine Klamotten könnte die annehmen?

Speaker: Was für ein Zimmer wohnt die?

Speaker: Wie sieht die Wohnung aus?

Speaker: Je sicherer ich irgendwie Entscheidungen treffe für die Welt der Figur, desto mehr entsteht die Welt für mich.

Speaker: Und deshalb entscheide ich dann auch umso sicherer,

Speaker: in welcher Tonalität ich das spiele, also sprechen werde.

Speaker: Und da ist Tonalität, also wie das klingen soll, auch was, manche arbeiten da sehr technisch und proben das, dass sie dann die Worte hin und her schieben und gucken, welches Wort betone ich und was macht dann Sinn.

Speaker: Das ist dann sehr rational.

Speaker: Ich persönlich bevorzuge naturalistische Herangehensweise und schaue einfach, was will ich?

Speaker: Und dann will ich das einfach und dann betone ich das schon richtig.

Speaker: Okay, ja.

Speaker: Verstehst du?

Speaker: Ja, ja.

Speaker: Und so würde ich mich dann auf eine Szene vorbereiten.

Speaker: Dann ist der Text auch relativ schnell drin.

Speaker: Da habe ich halt viel mehr Arbeit damit zugebracht, andere Arbeit zu machen, die aber auch viel mehr Spaß macht.

Speaker: Aber dann lerne ich natürlich schon auch noch den Text, weil man muss ja auch eine Wiederholbarkeit herstellen und irgendwas, worauf Verlass ist.

Speaker: Ja, klar.

Speaker: Aber so könnte man das angehen.

Speaker: Ich glaube, die meisten Leute, die bereiten sich einfach schlecht vor.

Speaker: Nicht im Sinne von Zeit, aber im Sinne von zu kompliziert.

Speaker: Also dann machen die alles verkopft, weißt du so, dann überlegen die sich, ja, was will ich denn eigentlich von der, und dann wird es so kompliziert irgendwann.

Speaker: Irgendwann wissen wir dann gar nichts mehr, und dann fängt man auch noch an, der Text komisch anzufühlen und so, boah, wie unglaubwürdig, das hört sich einfach, soll ich denn das sprechen?

Speaker: Und dann kommt man immer mehr in so eine Schraube rein, wo man sich immer mehr verunsichert,

Speaker: Und dann eigentlich immer mehr das Persönliche sich in den Vordergrund drängt von, ich bin einfach nicht gut genug.

Speaker: Ich kann das einfach nicht.

Speaker: Ich kann nicht spielen.

Speaker: Wie soll denn das funktionieren?

Speaker: In zwei Tagen muss ich beim Dreh sein und dann muss ich das und das spielen.

Speaker: Das kann ich einfach nicht.

Speaker: Ich sag das ab.

Speaker: Oder wie auch immer man halt funktioniert.

Speaker: Und das ist ja was, wo man eigentlich eher reinkommt.

Speaker: Am Anfang weiß man immer nicht, was soll das?

Speaker: Ich hab keine Ahnung, was ich da spielen soll.

Speaker: Und dann denkt man auch immer, alle anderen Rollen sind viel leichter zu spielen als meine.

Speaker: Ja.

Speaker: Ja, und da ist so ein richtiger Drama vielleicht sogar drin, weil man denkt, was soll das?

Speaker: Aber ich empfehle wirklich, kreativ zu werden.

Speaker: Also wie so ein Kind.

Speaker: Neugierig zu sein.

Speaker: Was ist das für eine Rolle?

Speaker: Was ist die gerne?

Speaker: Was ist die Lieblingsfarbe?

Speaker: Weißt du, dass man da halt wirklich erst mal kommen lässt, was kommt, und dann nicht bewertet, ob man das jetzt spielen kann oder nicht.

Speaker: Ja, spannend.

Speaker: Also ich bin mega, mega cool Nuggets vor allem, das kann man halt wirklich so schon für sich nehmen, egal bei was.

Speaker: Ich meine, du machst das im Schauspiel, aber das kann ja jeder ein Stück weit machen, auch auf Situationen einzustellen.

Speaker: Das ist ja übertragbar auf den Alltag.

Speaker: Ich habe das bei den Kino, wo es früher gemacht wurde, oder bei Vorträgen, dass ich immer sehr, sehr

Speaker: Das, was viele früher in der Schule gemacht haben.

Speaker: Die haben halt einen PC gesetzt und ihren Vortrag runtergetippt und dann war das Blatt Papier, auf dem er vorne gestanden hat und dann hat man abgelesen.

Speaker: Und oh je, wenn man mal einen Versprecher hatte, oh mein Gott, dann war man sofort rot und aufgeregt.

Speaker: Und

Speaker: mittlerweile, das habe ich aber über Jahre erst mal ein Stück weiter erarbeitet, dass ich sage, okay, ich habe halt irgendwie ein Bild in der Keynote, irgendwie eine Folie, aber ich habe keine Karten mehr.

Speaker: Ich habe keine Vortragskarten mehr oder Moderationskarten mehr, weil das muss dann drin sein.

Speaker: Und wenn ich dann, manchmal vergesse ich Sachen, die ich sagen wollte, dann ist das aber kein Problem, weil das Publikum, weiß ja nicht, das sagen wollte, dann gehe ich aber weiter.

Speaker: Dann kann auch ein Heckler kommen, was mir passiert.

Speaker: bei einer Veranstaltung im November, sitzt er halt da drin und aus der ersten Reihe kommt dann ein Heckler und einfach gerätst halt rein.

Speaker: Und dann sagt man, ja, okay, hätte ich wahrscheinlich irgendeinen Plan gehabt, dann wäre ich da aus dem Konzept gekommen, aber sowas halt, wir sprechen nach dem Vortrag, wir machen weiter.

Speaker: Und ich glaube einfach, das spiegelt das ganz gut wieder, was du sagst eben.

Speaker: A, Zeit lassen natürlich, aber auch sich ein Bild machen von dem, was man, wo man hin möchte, was die Kernaussage und dann wird alles ein bisschen einfacher, finde ich.

Speaker: Und man ist frei, seine Gedanken rauszulassen und auch das zu darzustellen dann, weil man ist halt nicht so ängstlich und weiß, okay, egal was kommt, es geht weiter.

Speaker: Ich bin in meinem Ablauf drin, es passt alles.

Speaker: Ich hatte vorher, und das ist aber ja schon auch wieder zehn Minuten her tatsächlich, die Haltung, also Körperhaltung, kann ja auch ein Gefühl, eine Emotion ändern.

Speaker: Wenn du sagst, okay, ich laufe durch die Wohnung und mache halt, ich bin freudig und dann habe ich irgendwann das Gefühl, ich bin glücklich oder ich freue mich.

Speaker: Und ich hatte sofort das Bild im Kopf, wie wir alle, nicht alle, aber viele, 90 Prozent der Bevölkerung wahrscheinlich, der arbeitenden Bevölkerung, vor dem PC am Schreibtisch sitzen.

Speaker: Und immer in so einer leicht unterdrückten Haltung, ja, alles verkürzt, ich mache einen Buckel.

Speaker: die man ja auch dann sehr gerne mit in den Alltag reinnimmt.

Speaker: Und ich habe das Gefühl, und das sagen ja auch viele Bücher oder Coaches, mach dich mal groß, mach deinen Brustkorb auf und du fühlst dich auf jeden Fall selbstsicherer.

Speaker: Führt nicht die moderne Gesellschaft der Schreibtischtätigkeit dazu, dass wir uns alle etwas zu schlecht fühlen?

Speaker: Puh, also... Ich war jetzt sehr groß gedacht, aber...

Speaker: Ich haue einfach mal meine philosophischen Gedanken dazu raus.

Speaker: Soll ich da einfach raushauen, was ich so denke?

Speaker: Ich glaube, dass es uns einfach daran mangelt, dass wir Zeiten haben, in denen wir einfach nur sind.

Speaker: dass unsere Handys einfach was sind, wo wir noch überhaupt nicht mit umgehen können.

Speaker: Also wenn wir jetzt mal das Wort Energie durch Aufmerksamkeit austauschen, also allen Leuten, denen Energie zu esoterisch klingt, vielleicht macht Aufmerksamkeit da ein bisschen mehr Sinn.

Speaker: Dann kann man einfach mal schauen, wo ist meine Aufmerksamkeit eigentlich wann und wie.

Speaker: Und ehrlich gesagt, wenn man sich unsere Welt anschaut,

Speaker: ist doch immer, sobald unsere Aufmerksamkeit mal von was weg ist, wo wir gerade sein müssen, ist sie meistens schon wieder auf dem Handy.

Speaker: Dann gucken wir da mal schnell alles durch.

Speaker: Und es gibt wenig so Momente, wo das mal weg ist.

Speaker: Und die Handyhaltung ist übrigens auch so eine Haltung, die so besonders toll ist.

Speaker: Also ich habe noch niemanden gesehen, der so ganz natürlich auf seinem Handy rumklickt und das so hochhält und so aufgerichtet sitzt.

Speaker: Und ich glaube nicht, dass es zu was Gutem führen kann.

Speaker: Nee.

Speaker: Also ich glaube auch, dass wir alles, was dahin geht, dass wir den Körper benutzen, unsere Sinne trainieren, Wahrnehmungsübungen machen, auch wenn es eine Meditation ist, aber auch einfach wahrzunehmen, was steht da eigentlich neben mir.

Speaker: Ich sage dir, frag mal irgendwen,

Speaker: Was hast du auf deiner Zugfahrt von A nach Z eigentlich alles wahrgenommen?

Speaker: Die meisten werden darauf antworten, ich habe eigentlich auf mein Handy geguckt.

Speaker: die können dir gar nicht mehr sagen, was für Leute sind ein- und ausgestiegen, was war das für eine Altersstelle, wie habe ich da irgendwas gesehen, was mich begeistert hat oder irgendwas wahrgenommen.

Speaker: Und ich glaube, dass das uns noch mehr um die Ohren fliegen wird.

Speaker: Aber ich bin da positiv.

Speaker: Ich hoffe, dass sich da auch dann einfach durch die Unzufriedenheit, die das macht, dann auch was ändert.

Speaker: Ich denke schon.

Speaker: Ja.

Speaker: letztens irgendwo auf Instagram gelesen oder selber schon recherchiert, dass immer mehr Millennials und Gen-Zilla dazu übergehen, sich Dump-Phones zu kaufen.

Speaker: Ja.

Speaker: Also das klassische Nokia, ich glaube 5310 gibt es ja wieder oder 3210.

Speaker: Ich bin mir auch immer überlegen, ob ich das nicht mal holen soll, kaufen soll, um einfach dann mal, wenn ich unterwegs bin, das Dump-Phone dabei zu haben.

Speaker: Dann kann mir maximal jemand anrufen oder eine SMS schreiben.

Speaker: Ja, ist halt interessant, was das vielleicht auch mit einem macht.

Speaker: Aber es gibt eine Studie, wo habe ich es denn jetzt wieder gehört?

Speaker: Ich glaube, beim Huberman Lab.

Speaker: Das ist ein Podcast, den ich manchmal höre.

Speaker: Hörst du vielleicht auch?

Speaker: Das guckt gut, Andrew Huberman, ja.

Speaker: Es gibt so eine Studie, wo einfach irgendwie Gehirntätigkeiten oder Lernbereitschaft vom Gehirn gemessen wurde.

Speaker: Und die haben Folgendes gemacht.

Speaker: Die haben einmal das Telefon nach oben liegend, also mit dem Display nach oben, dass du mitbekommst, wenn Nachrichten reinkommen, einfach nur dahin gelegt und gemessen, dann umgedreht, also dass man es nicht sieht.

Speaker: Dann irgendwo in eine Tasche neben den Stuhl und dann halt in einen anderen Raum.

Speaker: Also weit weg, dass man nichts machen kann.

Speaker: Und das ist schon heftig, was das nachweislich mit unserer Lernfähigkeit macht.

Speaker: Und Lernfähigkeit hat, glaube ich, auch einen ähnlichen Zustand.

Speaker: Weiß ich jetzt nicht so genau, aber für Kreativität sind das bestimmt ähnliche Zustände, die wir bräuchten.

Speaker: Und ich finde das schon bedenklich.

Speaker: Und mir persönlich fällt es auch schwer, zum Beispiel höre ich immer abends mit meinem Mann im Bett Hörbuch, also wir haben dann jeder einen Stecker, weil wir haben ein kleines Kind, das schläft noch bei uns.

Speaker: Und irgendwann werden wir dann wahnsinnig müde und ich meistens, meistens stehe dann nochmal auf und bringe das Telefon raus.

Speaker: Ja.

Speaker: Aus dem Schlafzimmer raus, ne?

Speaker: Weil ich einfach merke, das macht was mit mir.

Speaker: Wenn ich das dann morgens in die Hand nehme als erstes, um es wieder rauszutragen, dann gucke ich drauf.

Speaker: Und dann mache ich den Flugmodus weg oder irgendwas.

Speaker: Und dann, oh, das ist ja doch eine Nachricht.

Speaker: Dann schwupp, habe ich mir als erstes morgens irgendeine Nachricht angeguckt.

Speaker: Also sorry.

Speaker: Und das ist was, wo ich mir denke, kein Wunder, oder?

Speaker: Dass alle Leute so ein bisschen durchknallen.

Speaker: Ich meine, bei Emotionen geht es ja auch darum, wir explodieren ja nicht einfach nur so, ne?

Speaker: Also wenn man explodieren meint, gehe ich jetzt mal von den eher negativ betrachteten Emotionen aus.

Speaker: Aber ich merke das gar nicht mehr, glaube ich.

Speaker: Also man merkt das nicht mehr, wie sich da was aufbaut, weil man das gar nicht mehr mitkriegt.

Speaker: Und auf einmal rastet man irgendwie aus, ne?

Speaker: Und ich glaube, wenn man da mehr Ruhephasen hätte, wo man nicht in so einem Stressmodus und in so einem Äh-Modus ist, würde man das vielleicht schon spüren.

Speaker: So irgendwie, ich weiß auch nicht.

Speaker: Ich bin so, ah.

Speaker: Also da würde man vielleicht merken, irgendwas ist heute richtig so und ich weiß nicht.

Speaker: Ja, und dann geht man da so drüber, geht dann an sein Handy, abends trifft man sich vielleicht noch am Stammtisch und besäuft sich, noch schön Alkohol draufkippen macht.

Speaker: Auch Emotionen richtig gut.

Speaker: Ja, richtig.

Speaker: Habe ich auch lange gemacht.

Speaker: Ich habe ganz lange meine Emotionen in Alkohol ertränkt.

Speaker: So als Mitte-20-Jährige.

Speaker: Boah, da war ich echt unausgeglichen.

Speaker: Aber das lag ja auch daran, dass ich viele Mechanismen hatte, die einfach, ich bin immer drüber weggegangen, über die Emotionen, die da eigentlich sind.

Speaker: Ja klar, man ist ja mit Alkohol betäuben.

Speaker: Das ist ja so der Leumund oder der Volksmund, der das so sagt.

Speaker: Ich finde es spannend, jetzt auch, was du sagst, dieses Thema der digitalen Beschallung, diese Smartphone-Addiction.

Speaker: Er hat es zu dem Thema, ich glaube, im Oktober so eine Dreierreihe gemacht.

Speaker: Übrigens, die Schuhe habe ich da auch zitiert.

Speaker: Das war witzig, weil wirklich, das war richtig krass, was es mit unserer Lernfähigkeit macht oder generell mit Aufmerksamkeit.

Speaker: Ich meine, da, wo es hingehen sollte, im Prinzip geht es halt nicht hin.

Speaker: Und ich könnte mir vorstellen, dass viele das auch so schon selber erlebt haben.

Speaker: So nach einem Tag, meistens bist du am PC, du arbeitest da und dann gehst du ja oft im Homeoffice vom PC auf die Couch und hast das Handy oder machst Fernseher an.

Speaker: Das heißt, im Prinzip bist du ja ständig abgedenkt.

Speaker: Das heißt, du beschäftigst dich ja nicht mehr mit dir selber, sondern immer mit einem Bildschirm.

Speaker: Und ich glaube, das

Speaker: Energielevel dadurch am Ende natürlich komplett durch ist, dass man auch gar nicht mehr die Kraft hat zu fühlen, unter anderem.

Speaker: Also sich betäubt auch natürlich mit den sozialen Medien oder mit Inhalten.

Speaker: Und ich habe mir die Frage aufgeschrieben, fühlen wir heute

Speaker: Weniger als früher?

Speaker: Also war das früher besser?

Speaker: Hatte man früher mehr Zugang zu seinen Emotionen, zu seinen Gefühlen, was einen beschäftigt?

Speaker: Und das war Teil 1 der Folge.

Speaker: Emotionen sind wichtig, wie wir mit unserer Gefühlswelt umgehen und alte Muster ablegen.

Speaker: Mit Silke Verheyen.

Speaker: In der nächsten Woche geht es in Teil 2 um Werkzeuge und Wege zur emotionalen Klarheit.

Speaker: Darunter, wie man seinen Körper als Kompass nutzt, über alltagstaugliche Tools zur Emotionsregulation und wie wir vom Reagieren zum Gestalten kommen.

Speaker: Außerdem spiele ich mit Silke das Spiel A bis Silke, bei dem wir ganz, ganz viele persönliche Einblicke und ganz viele

Speaker: interessante Nuggets von Silke zu hören bekommen.

Speaker: Vielen Dank fürs Zuhören.

Speaker: Vergesst nicht, dem Podcast zu folgen, wenn ihr darüber informiert werden möchtet, wenn die nächste Folge online geht.

Speaker: Und ich sage vielen Dank und bis nächste Woche.

Speaker: Bye, bye.

Speaker

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