Transcript
Speaker: Langfristigkeit ist wahnsinnig wichtig und wird in vielem von diesem, was läuft mir heute rein, was mache ich heute in meiner Me-Time, komplett ignoriert.
Speaker: Ich glaube, dass viele Leute, die mehr über ihre Werte nachdenken würden, dann häufiger sagen würden, okay, ich stehe jetzt auf.
Speaker: Und wenn man wenig darüber nachdenkt, denkt man, ich habe jetzt keinen Bock, ich bleibe es fliegen.
Speaker: Was kostet es mich kurzfristig und was bringt es mir langfristig, ist da ja noch viel relevanter.
Speaker: Ich meine, wenn es um die Arbeitskraft von der ganzen Person geht, diese
Speaker: Diese zweimal eine halbe Stunde muss man sich einfach nehmen.
Speaker: Da kann man so viel Benefit von haben.
Speaker: Gute Führung zeigt sich nicht im Organigramm, sondern im Miteinander, Tag für Tag.
Speaker: Studien zeigen, wenn MitarbeiterInnen sich gesehen und wertgeschätzt fühlen, steigt die Produktivität um bis zu 20 Prozent.
Speaker: Doch wie gelingt das inmitten von Druck, Dynamik und Dauerstress?
Speaker: In Führen mit Herz und Verstand spreche ich mit Menschen, die Verantwortung anders leben.
Speaker: Du bekommst praxisnahe Werkzeuge für eine menschen- und sinnorientierte Führung.
Speaker: Und echte Geschichten von Führungspersönlichkeiten, bei denen innere Haltung den Unterschied macht.
Speaker: Ich bin Norm Ulbrich, schön, dass du da bist.
Speaker: Heute darf ich euch einen ganz besonderen und wunderbaren Gast ankündigen.
Speaker: Sie kommt aus der klinischen Psychologie und Psychotherapie, hat viele Jahre an Universität und Uniklinik in Freiburg gearbeitet und verbindet bis heute wissenschaftliche Forschung mit der Frage, was Menschen tatsächlich hilft, wenn Angst, alte Muster und starke Gefühle ihr Handeln bestimmen.
Speaker: Seit 2013 arbeitet sie bei Gaia, ist dort leitende Psychotherapeutin in Hamburg,
Speaker: Sie arbeitet an digitalen therapeutischen Angeboten und schreibt Bücher, in denen sie psychologische Erkenntnisse verständlich und manchmal bewusst unbequem in den Alltag übersetzt.
Speaker: Aufgewachsen ist sie in Kulmbach, heute lebt sie in Hamburg, einer Stadt, die schon seit ihrer Jugend ihr Sehnsuchtsort war.
Speaker: Mit ihrem Spiegel-Bestseller Leben geht nur vorwärts stellt sie eine Frage, die mich für Führung sehr beschäftigt.
Speaker: Wann hilft uns Selbstreflexion wirklich weiter und wann wird aus Verstehen irgendwann Selbstbeschäftigung?
Speaker: Was mir dabei besonders auffällt, sie lädt nicht dazu ein, Gefühle klein zu reden, sondern dazu ihnen nicht automatisch die Führung zu überlassen.
Speaker: Angst auszuhalten und wieder ins Handeln zu kommen.
Speaker: Und damit sage ich herzlich willkommen im Podcast.
Speaker: Ich freue mich riesig, dass du heute hier bist.
Speaker: Dr. Gitta Jakob.
Speaker: Hallo, ich freue mich auch sehr, dass ich da bin.
Speaker: Du hast Sonne mitgebracht.
Speaker: Wir sind gar nicht so weit auseinander.
Speaker: Du sitzt in Hamburg, ich in Lüneburg.
Speaker: Gitta, ich habe mich voll gefreut, weil wir diese Themen, über die ich heute mit dir sprechen möchte oder wo ich dich einladen möchte, die ein bisschen zu beleuchten, die habe ich schon mit vielen Führungskräften aus ihrer
Speaker: Alltagsperspektive beleuchtet und umso spannender finde ich jetzt deine sozusagen Profiperspektive als Psychologin und bin gespannt, ob du auch für uns hier heute ein paar unbequeme Antworten auf unsere Fragen hast und
Speaker: Also ich glaube nicht, dass wir ins Streiten kommen werden.
Speaker: Das ist ja kein Streit-Podcast bei mir.
Speaker: Aber vielleicht gibst du mir auch mir was zum Nachdenken mit.
Speaker: Das fände ich schön.
Speaker: Schauen wir mal.
Speaker: Hoffe ich.
Speaker: Hoffe ich doch.
Speaker: Ich bin gespannt auf deine Fragen.
Speaker: Gitta, du sagst, geh dahin, wo die Angst ist.
Speaker: Und ich mag diesen Gedanken, weil ich den tatsächlich auch so ein bisschen versuche, für mich zu leben.
Speaker: Also beispielsweise, ich habe Höhenangst.
Speaker: Also ich kann auf eine Leiter hochgehen, aber wenn die ein bisschen höher ist, dann wird es schon hakelig.
Speaker: Und ich habe trotzdem meinem besten Freund eine Alpenüberquerung geschenkt.
Speaker: Okay.
Speaker: Das ist eine massierte Exposition, würde ich sagen.
Speaker: Ja, da gab es einige Momente, wo ich wirklich Angst hatte.
Speaker: Oder mein Sohn, der mag Hochsaergärten und meine Frau sagt, ich gehe da nicht mit ihm hin, also bleib nur ich und dann gehe ich mit ihm in den Hochsaergarten und...
Speaker: Also mag das nicht, aber ich tue es dann.
Speaker: Und da gibt es noch ein paar andere Beispiele.
Speaker: Und was ich da für mich so reflektieren kann, die Angst ist ja nicht plötzlich weg.
Speaker: Es ist nicht so, dass ich dann da bei 3000 Metern drüber gewackelt bin und dann habe ich so gedacht, hups, jetzt ist sie weg.
Speaker: Aber irgendwas hat es doch verändert.
Speaker: Ich kann es nicht genau beschreiben.
Speaker: Für mich ist so die Frage, was lernt mein Gehirn eigentlich, wenn ich dann trotzdem gehe?
Speaker: Ich weiß, ich habe Höhenangst und ich sage, ich mache das jetzt trotzdem.
Speaker: Im Wesentlichen lernt dein Gehirn, dass das, was du befürchtet hast, an katastrophalen Konsequenzen nicht passiert.
Speaker: Es gibt zum Thema Angst im Laufe der Jahre in der Psychologie, Psychotherapie verschiedene Theorienbildungen und wahrscheinlich, es ist ja ein komplexes Geschehen, Angst ist eines der größten Gefühle, was wir haben.
Speaker: Da wird jetzt keine simple Theorie alles erklären.
Speaker: Aber im Wesentlichen ist es ja so, dass man Dinge vermeidet aus Angst, weil man irgendwelche Konsequenzen befürchtet.
Speaker: Das kann implizit sein.
Speaker: Du wirst jetzt nicht dauernd über Hochzeilgärten nachdenken, aber würdest du die Angst genau befragen, die du dafür hast, dann würde sie wahrscheinlich sagen, die
Speaker: Da können wir runterfallen, da kann irgendwas kaputt gehen, du verletzt dich schlimm oder bei Höhen, du fällst runter, irgendwas Katastrophales passiert, am Schluss bist du tot oder schwer verletzt oder so.
Speaker: Und wenn du dich dem dann aussetzt, lernst dein Gehirn im Wesentlichen, dass das nicht passiert ist und also dass es deswegen gar nicht so tragisch ist.
Speaker: Und es gibt noch ein...
Speaker: umgekehrtes Phänomen, nämlich dass Vermeidung sich extrem selbst verstärkt.
Speaker: Also wenn du
Speaker: Das sind jetzt ja so ein bisschen Luxusthemen, ob du in den Hochseilgarten gehst oder nicht.
Speaker: Das wird sich jetzt in deinem Leben wenig zeigen.
Speaker: Aber gerade im Bereich Arbeit und Führung und Aufgabenerledigung und Alltag und so, da geht es ja ziemlich häufig um soziale Themen.
Speaker: Also in letzter Zeit, jetzt gerade seit Corona ja immer mehr, werden soziale Ängste immer größer, dass Menschen Angst haben vor bestimmten sozialen Situationen, sozialen Konfrontationen, weil sie...
Speaker: eben da befürchten zu scheitern, abgelehnt zu werden oder was auch immer.
Speaker: Und da ist es so, dass wenn ich nicht in die Angst reingehe, dann wird halt die Vermeidung immer stärker.
Speaker: Also Vermeidung ist wie so ein Sog und die Komfortzone wird im Prinzip immer kleiner.
Speaker: Das heißt, ich lerne zum einen, wenn ich mich dem aussetze, ach, ist ja doch nicht so schlimm, aber ich setze auch dem...
Speaker: der irgendwie defaultmäßigen Setting des Geistes, dass wenn ich vor was Angst habe, dass ich mich dann davor drücke, einfach aktiv was entgegen.
Speaker: Okay.
Speaker: Das heißt, im Grunde wäre es angeraten, das hast du ja recht, mir fallen bestimmt gleich noch ein paar berufliche Themen ein, wo das ähnlich ist.
Speaker: Aber im Grunde jetzt für mich erstmal, mir hilft das sozusagen,
Speaker: Also zum einen vielleicht diese Angst, vielleicht gar nicht zu überwinden, aber damit irgendwie umzugehen, dass sie mich nicht beherrscht, sondern ich auf die Leiter steigen kann, weil ich in eine Glühlampe wechseln muss.
Speaker: Das wäre ja eine Einschränkung.
Speaker: Nicht über die Alpen zu wandern ist ein Luxus, aber vielleicht die Glühlampe zu wechseln wäre ein Problem, wenn ich da jemanden holen müsste.
Speaker: Genau, oder wenn du nichts zur Arbeit hast, wo du...
Speaker: idealerweise mit dem Fahrrad fährst du, aber da ist eine hohe Brücke und über die traust du dich nicht drüber zu fahren und deswegen fährst du einen langen Weg oder so.
Speaker: Also im Alltag kann es, Höhenangst ist nicht so alltagsrelevant, aber kann passieren, ne?
Speaker: Genau, und wenn man das so überträgt, dann könnte das ja, keine Ahnung, das Kritikgespräch sein.
Speaker: Exakt.
Speaker: Die Ansage, die ich vielleicht als Führungskraft machen muss oder ein negatives Gespräch, wo ich weiß, okay, das ist jetzt eine Kündigung oder whatever.
Speaker: Exakt, das sind Themen, vor denen Menschen häufig Angst haben, weil sie...
Speaker: weil sie Angst haben, dass sie dann nicht mehr geliebt werden im weitesten Sinne.
Speaker: Ich meine, das ist ja für uns alle irgendwie das Wichtigste überhaupt, dass wir zu einer Gruppe gehören, dass wir irgendwo dazugehören, dass wir geliebt werden.
Speaker: Ich meine jetzt im ganz allgemeinen Sinn, nicht, dass jeder Mitarbeiter mich vielleicht lieben muss, aber so ganz allgemein, wenn man es auf ein höheres Level bringt.
Speaker: Und...
Speaker: Natürlich ist es irgendwie nicht geliebt, dann katastrophal.
Speaker: Und wenn ich aber aus Angst davor, dass jemand dann womöglich ärgerlich ist oder schlechte Stimmung im Team macht oder womöglich sogar kündigt oder was auch immer, mich nicht traue, negative Rückmeldung zu geben,
Speaker: dann kann ich natürlich meine Ziele viel schlechter erreichen.
Speaker: Ich meine, es mag Situationen geben, wo ich die negative Rückmeldung gebe und dann passiert tatsächlich was Befürchtetes, was jemand zum Beispiel kündigt oder so.
Speaker: Das werde ich mir aber in jedem Fall ja vorher gut überlegt haben und womöglich ist es dann in der Gesamtkonstellation sogar eine Reaktion,
Speaker: die irgendwie auch okay ist, weil wenn der sich nicht ändert in seinem Verhalten, ist er vielleicht eh kein Mitarbeiter, den ich gerne noch sehr lange hätte.
Speaker: Also oftmals sind ja die Ausgänge auch komplex und es geht nicht nur darum, dass das Befürchtete nicht eintritt, also dass du nicht stirbst, wenn du auf die Leiter steigst, sondern auch, dass ich es bewältigen kann, dass ich es schaffe, so ein Gespräch zu führen, dass ich mich danach vielleicht schlecht fühle, aber jetzt nicht ewig lang, sondern nur eine Stunde.
Speaker: Und dass sich womöglich im Idealfall die Beziehung zu einem Mitarbeiter sogar verbessert, weil das dem ganz gut getan hat, mal eine klare Ansage zu bekommen.
Speaker: Jetzt leben wir ja, ich glaube, dass du das in mindestens einem Buch auch beschrieben hast.
Speaker: Jetzt leben wir ja irgendwie in Zeiten, wo wir sehr, soll ich sagen, so gesellschaftlich auch eher im Individualismus angesiedelt sind.
Speaker: Also es geht sehr stark um mich.
Speaker: Und da ist ja so eine Haltung irgendwie...
Speaker: Also eher, wenn man das als Kontinuum beschreibt, auf jeden Fall irgendwie auf der anderen Seite davon.
Speaker: Also auf der einen Seite geht es um mich und ich mache das, was mir gut tut und ich grenze mich ab.
Speaker: Das halte ich irgendwie auch für korrekt.
Speaker: Aber auf der anderen Seite heißt das natürlich, also das, was ich gerade gesagt habe, ist ja, da schenke ich meinem Freund etwas und ich weiß, ihm wird das gefallen.
Speaker: Ich will ihm eine Freude machen.
Speaker: Und
Speaker: Also da gehe ich sozusagen ja bewusst in etwas, was jetzt für mich nicht nur geil ist.
Speaker: Vielleicht ist das Kritikgespräch ja genauso.
Speaker: Also ich weiß, dass das für die Organisation gut ist, hier jetzt mal sozusagen auf den Tisch zu hauen.
Speaker: Aber für mich ist es nicht gut.
Speaker: Jetzt mache ich das trotzdem oder lasse ich es?
Speaker: Das ist ein super, super interessantes Thema.
Speaker: Ich würde das gar nicht...
Speaker: Auf Angst, also wenn man jetzt schaut, was der emotionale Bezug, würde ich sagen, das ist gar nicht nur bei Angst relevant, sondern das ist ein ganz grundsätzliches Thema.
Speaker: Vielleicht haben wir darüber gesprochen im Vorgespräch, Naumann, weil ich mein aktuelles Buch gerade zu dem Thema schreibe, mehr Ja sagen und sich weniger abgrenzen.
Speaker: Da ist die total interessante Frage, die man sich wirklich nicht oft genug stellen kann oder deutlich machen kann, das, was ich tue, wovon ist das getrieben und was sind die kurzfristigen und was sind die langfristigen Konsequenzen?
Speaker: Und es ist kurzfristig, es gibt ganz vieles, was kurzfristig äußerst unangenehm ist.
Speaker: Ich habe zum Beispiel vorhin bei der Finanzamt angerufen.
Speaker: Ich habe nicht kapiert, ob die Abbuchung, die die gemacht haben, ob das jetzt mal eine Steuerrückzahlung war oder irgendwas anderes, weil das so einen komischen Betreff hatte.
Speaker: Natürlich hasse ich es, beim Finanzamt anzurufen, aber...
Speaker: Gut, das Ergebnis war gut.
Speaker: Es war nämlich die Steuerrückzahl.
Speaker: Aber auch mit jemandem ein kritisches Gespräch zu führen, ist äußerst unangenehm.
Speaker: Wenn einem so ein Gespräch bevorsteht, das betrifft ja nicht nur Führungskräfte, sondern auch andere Menschen, das schlägt einem ein bisschen auf den Magen.
Speaker: Das macht man nicht gerne, da ist man froh, wenn es vorbei ist.
Speaker: Auch manchmal ja sowas wie für einen Urlaub zu packen, kann ja auch total nervig sein.
Speaker: Oder
Speaker: mich um irgendeine Aufgabe zu kümmern, die neu ist, die ich erstmal vielleicht nicht verstehe, mit einem Kollegen zu sprechen, den ich nicht so wahnsinnig gerne mag, wo ich aber in irgendeiner Form kooperieren muss oder so.
Speaker: Das ist kurzfristig alles sehr unangenehm, aber langfristig zahlt es sich halt total aus, ja.
Speaker: Also nicht nur für dich jetzt in dem Fall, wenn du über die Alpen wanderst mit deinem Freund, sondern ich würde mal wetten, dass es der Freundschaft auch extrem gut getan hat und dass ihr euch heute näher seid als vorher.
Speaker: Tut mir gut zu wissen, wie das jetzt ist mit meinen Steuern und meinen Finanzen.
Speaker: Und es ist wichtig, sich mit dem Kollegen ins Benehmen zu setzen, den man schwierig findet, wenn es einfach klar ist, ich muss mit dem zusammenarbeiten.
Speaker: Und es ist eben auch wichtig, vielleicht mal einen Mitarbeiter zu kündigen, weil ich denke, die
Speaker: die macht so eine schlechte Stimmung im Team und performt überhaupt nicht.
Speaker: Diesen schlechtes Beispiel für die anderen.
Speaker: Ich will auch ein Exempel setzen, dass die anderen sehen zum Beispiel, schlechte Performance wird nicht belohnt, aber gute Performance wird belohnt oder so.
Speaker: Das alles sind kurzfristig unangenehme Dinge, die sich langfristig aber auszahlen.
Speaker: Und deswegen ist es einfach wichtig, sie zu machen.
Speaker: Und es kann Angst sein, wo man da hingehen muss.
Speaker: Das kann aber auch einfach...
Speaker: Unbequemlichkeit sein, Bocklosigkeit.
Speaker: Ich habe in dem Sinne keine Angst beim Finanzamt anzurufen, aber ich habe einfach gar keinen Bock.
Speaker: Okay.
Speaker: Und ich habe gerade überlegt, jetzt wird meine Frage durchgerutscht.
Speaker: Wie kann ich denn das üben?
Speaker: Vielleicht fällt mir die Frage dann wieder ein, wenn ich ein paar Worte zu sage.
Speaker: Ich erlebe das zum Beispiel als Feedback manchmal von Führungskräften, dass die sagen,
Speaker: immer weniger, also Geschäftsführer zum Beispiel, die sagen immer weniger wollen Verantwortung übernehmen.
Speaker: Das ist ja dann auch so ein Vermeidungsverhalten.
Speaker: So, jetzt bin ich als Führungskraft, das ist klar, ich muss Verantwortung übernehmen und das will ich dann nicht.
Speaker: Also subjektiv, ob das wirklich so ist bei jungen Leuten, das weiß ich nicht.
Speaker: Doch, doch, ich habe mir gerade für dieses Buch, an dem ich eben gerade sitze, dazu die Studien angeschaut und das ist tatsächlich...
Speaker: Das ist was, was ja viele Führungskräfte oder Geschäftsführer so berichten, dass sie immer weniger Leute finden, die Teamleitung zum Beispiel übernehmen wollen.
Speaker: Und dazu gibt es tatsächlich Umfragen.
Speaker: Und die Begründung ist in der Regel Me-Time, Work-Life-Balance.
Speaker: Und die Zahlen sind tatsächlich sehr, sehr gestiegen.
Speaker: Also das ist genau dieser Individualismus, den du ansprichst.
Speaker: Ich halte das für gesellschaftlich ein riesengroßes Problem.
Speaker: Das Ding ist natürlich, du kannst es niemandem reinwirken.
Speaker: Also letztendlich muss jeder Mensch...
Speaker: der zum Beispiel gefragt wird, ob er oder sie Teamleitung werden will, muss natürlich für sich selbst zum Beispiel das Ziel haben, mehr Verantwortung zu übernehmen, weil sie weiß, dass es was ist, was das Leben reicher macht.
Speaker: Und Commitment ist letztendlich das, was glücklich macht und die Gesellschaft am Laufen hält.
Speaker: Du kannst es nicht als Geschäftsführer deinen Führungskräften in dem Sinne irgendwie beibringen oder sie beauftragen, das zu üben.
Speaker: Wenn ich jetzt aber für mich selbst, aus der Perspektive von der Person, die vielleicht mal irgendwann gefragt wird, ob sie Teamleitung machen will oder einfach so für mich selbst.
Speaker: Das Üben will ich persönlich.
Speaker: Ich finde es immer total sinnvoll, sich der eigenen Werte immer wieder bewusst zu sein, auch alltägliche Entscheidungen zu treffen anhand der Frage, was ist mir eigentlich wichtig.
Speaker: Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen psycho, das geht bei mir in der Regel nicht.
Speaker: Superschnell, weil ich für mich weiß, mir ist es wichtig, gute Beziehungen zu pflegen.
Speaker: Natürlich zu meinen Söhnen zum Beispiel, die stehen immer an erster Stelle.
Speaker: Also wenn irgendwas wäre, wo ein Sohn von mir Zeit braucht, dann skippe ich dafür alles andere.
Speaker: Aber auch sonst, Beziehungen sind mir wichtig und verlässlich zu sein als...
Speaker: Als Person, die sich auch mal um unangenehme Aufgaben kümmert, ist mir wichtig, ohne dass ich jetzt aber jemand sein will, der Dödel für jeden spielt.
Speaker: Und sich das immer mal wieder klarzumachen, hilft einfach.
Speaker: Gestern zum Beispiel, wir haben in der Nachbarschaft hier gerade ein Thema, wo ich mit ein paar Nachbarinnen...
Speaker: gerade immer wieder beratschlage, wie wir damit umgehen.
Speaker: Und gestern war Sonntag und ich hatte eigentlich einen mega gemütlichen Sonntag.
Speaker: Ich finde das großartig.
Speaker: Und dann schrieb mir eine, mit der ich jetzt mal was besprechen muss.
Speaker: Ich sitze gerade faul rum.
Speaker: Mir wird es gut passen.
Speaker: Hast du gerade Zeit?
Speaker: Und ich dachte so, ich habe echt keinen Bock.
Speaker: Aber ich weiß, dass es wichtig ist und dass es richtig ist und bin rüber.
Speaker: Und tatsächlich, das Gute ist ja,
Speaker: wenn du das tust, das wird in aller Regel oder ganz häufig wird es ja unmittelbar belohnt.
Speaker: Also es war richtig nett, mit der dann auch eine Stunde zu quatschen, auch über das Thema, auch über alles mögliche andere.
Speaker: Ich gehe heim und bin beschwingt und fühle mich fein und wo ich sonst halt irgendwie ein bisschen rumgedämmert hätte und gedaddelt.
Speaker: Also ich finde, sich klar machen, was sind meine Werte und
Speaker: Was ich in der Arbeit an diesem Buch auch wirklich beeindruckend finde, ist, wie wichtig Langfristigkeit ist.
Speaker: Also dieses, was wir ja häufig machen, wie du sagtest, diese aktuelle Abgrenzen, alle optimieren sich, alle schauen auf sich und so.
Speaker: Da geht es sehr, sehr viel um kurzfristigen,
Speaker: was passt mir heute in den Kram, was fühlt sich heute gut an, ist jetzt dieses Tinder-Match gleich sozusagen das Richtige oder sehe ich da jetzt nebendran noch ein anderes, besseres oder so.
Speaker: Und tatsächlich fühlen sich viele Dinge, die wirklich wichtig sind, halt erst gut an, wenn du sie lange machst.
Speaker: Du weißt ja auch erst, ob jemand das richtige Tinder-Match ist, wenn du ihn halt, ich weiß nicht, 20 Stunden mit ihm verbracht hast oder so, vorher halt nicht, also...
Speaker: Langfristigkeit ist wahnsinnig wichtig und wird in vielem von diesem, was läuft mir heute rein, was mache ich heute in meiner Me-Time, komplett ignoriert.
Speaker: Finde ich spannend, würde ich nochmal nachhaken, weil ich entwickle mit Organisationen auch so Leitbilder.
Speaker: Und im Grunde von den zwei Sachen, die du gerade angesprochen hast, machen wir die oder ich versuche die da.
Speaker: Das eine ist das Thema Langfristigkeit in der Vision.
Speaker: Also wie sieht die Organisation in zehn Jahren aus, um so einen Orientierungspunkt da hinten zu haben.
Speaker: Und der hilft mir,
Speaker: Also zwar nicht an der Kreuzung, die übermorgen da ist, da muss ich dann entscheiden, links oder rechts, aber ich kann sozusagen gucken, behalte ich so die grobe Richtung noch bei.
Speaker: Das ist so die Idee.
Speaker: Und Werte ist der zweite Teil aus meiner Sicht von einem guten Leitbild, wo ich mir Gedanken mache, wofür...
Speaker: Also wie behandeln wir uns eigentlich in der Organisation?
Speaker: Dann ist das der Rahmen und in dem muss ich mich irgendwie bewegen.
Speaker: Und was mir da auffällt ist, weiß nicht, ob du da auch irgendwie Erfahrungen hast oder es da Studien gibt, aber was mir auffällt ist, dass im Grunde die meisten Menschen, mit denen ich da zusammensitze, also das sind dann oft...
Speaker: sehr heterogene, interdisziplinäre Gruppen aus der Organisation.
Speaker: Von der Geschäftsführung bis zum Auszubildenden oder der Auszubildenden.
Speaker: Und ganz wenige von denen haben sich vor dem Workshop
Speaker: jemals mit Werten beschäftigt.
Speaker: Also den Begriff kennt natürlich jeder und da sagt auch jeder irgendwie, ich sag mal, so ein paar Worthülsen.
Speaker: Aber für dich ist es ja, so habe ich es verstanden, ist ja etwas Handlungsleitendes.
Speaker: Absolut, ja.
Speaker: Wo du kurz gegencheckst.
Speaker: Und das erlebe ich gar nicht, so mit den Menschen, mit denen ich dann in einem Werteworkshop sitze.
Speaker: Interessant.
Speaker: Also irgendwie wundert es mich, weil es für mich natürlich so super relevant ist in meinem Alltag.
Speaker: Aber du hast natürlich recht, also eine Psychotherapie ist Wertearbeit auch eine sehr beliebte Angelegenheit.
Speaker: Und das hat natürlich auch damit zu tun, dass es da oft was zu holen gibt, weil sich Leute darüber noch gar nicht...
Speaker: ausreichend Gedanken gemacht zu haben.
Speaker: Genau, ich hatte nämlich letztens einen Werteworkshop und da haben wir das Thema Ehrlichkeit, ging es da irgendwie drum.
Speaker: Und das ist ja so, also viele Werte, würde ich sagen, sind ja so positiv aufgeladen, dass also jeder im Raum sagt, ja, ja, das ist mir wichtig.
Speaker: Ja, ja, klar.
Speaker: Also fällt mir gar nichts anderes ein.
Speaker: Ob das mutig sein ist, Fehler zugeben, Wertschätzung, ehrlich sein, zuverlässig.
Speaker: Da habe ich nie erlebt, dass jemand sagt, nee, nee, da mache ich nicht mit.
Speaker: Das sind ja auch einfach positiv konnotierte Eigenschaften irgendwie.
Speaker: Also das ist ja horoskopmäßig.
Speaker: Okay, aber was wären dann Werte, die, also wenn du sagst, du hast, also ich weiß nicht, ob du die teilen möchtest, aber du hast ja handlungsleitende Werte, was wäre das für dich, was dir im Alltag dann wirklich hilft?
Speaker: Ja, also generell finde ich in dieser ganzen Diskussion, da gehen immer so ein bisschen Ebenen durcheinander, was ich überhaupt nicht schlimm finde.
Speaker: Also ich bin nicht so, ich liebe es nicht, Theorien super fein auszuarbeiten, weil ich denke, da können dann meistens die meisten Menschen nichts mit anfangen, sondern oft ist es dann das, was wir erleben und was wir wollen, doch relativ flach und ob das jetzt Werte heißt oder Ziele oder irgendwie nochmal was anderes, ist nicht so wichtig.
Speaker: Aber ja,
Speaker: Ich meine, es ist sicherlich sowas wie, wenn man ein guter Mensch ist, dass man dann ehrlich ist und zuverlässig und anständig und nicht lügt und einigermaßen freundlich so.
Speaker: Und ich würde sagen, ein guter Mensch sein ist definitiv ein Wert von mir.
Speaker: Auch ganz eigennützig, weil wenn ich freundlich bin, sind andere auch mehr freundlich zu mir, als wenn ich das nicht bin.
Speaker: Oder wenn ich klar und ehrlich rüberkomme, kann ich viel besser jemandem
Speaker: den ich unanständig finde, damit konfrontieren, als wenn ich selbst vielleicht ein bisschen cheesy bin.
Speaker: Für mich, was ich mit Werten jetzt meine, ist zu sagen, was sind die Dinge im Leben, auf die es mir wirklich ankommt, in die ich Zeit, Energie, Geld, Engagement investieren möchte.
Speaker: Und das ist ehrlicherweise, sind es oft Low-Brainer, sind für viele Menschen das Gleiche.
Speaker: Also Beziehungen zu anderen Menschen
Speaker: steht bei den allermeisten ganz weit oben.
Speaker: Und dann gibt es natürlich eher sowas wie, ich möchte es auch irgendwie gemütlich und angenehm haben.
Speaker: Vielleicht hätte ich jetzt eher als Wert, ich möchte neue Dinge lernen und Neues erleben und Neues erfahren, weil ich das einfach spannend und bereichernd finde und auch für das Thema Beziehungen mit anderen Menschen hilfreich, weil man das ja auch oft mit anderen zusammen macht.
Speaker: Du könntest jetzt aber auch sagen, mein Wert ist zum Beispiel, Gemeinschaft ganz stark zu unterstützen oder in einem religiösen Kontext bestimmte Art von Religion gut zu leben oder...
Speaker: Natur- und Umweltschutz besonders hochzustellen und mich daran zu orientieren.
Speaker: Und je nachdem, worum es dann eher geht.
Speaker: Also bei mir wäre halt so, okay, irgendjemand klingelt an, hast du gerade Zeit für irgendwas Soziales?
Speaker: Da würde ich immer sagen, yes, es sei denn, ich habe jetzt wirklich keine Zeit.
Speaker: Also wenn es darum geht im Vergleich zu, ich liege faul auf dem Sofa rum,
Speaker: Ich muss jetzt eingestehen, das Thema Klimaschutz, Umweltschutz und so weiter, finde ich super wichtig, ist jetzt aber nichts, was bei mir jetzt total hoch rankt auf dem Wertekanon heißt, wenn die Frage wäre,
Speaker: kümmerst du dich jetzt darum, dass irgendwas weiterverbreitet, irgendeine Kampagne weiterverbreitet wird, die was Bestimmtes unterschreibt, dann würde ich wahrscheinlich eher sagen, nö, dann priorisiere ich was anderes.
Speaker: Also das meine ich mit Werten.
Speaker: Und da gibt es Dinge wie Beziehungen zu anderen Menschen, wo kaum jemand sagen würde, ist mir nicht wichtig.
Speaker: Und dann gibt es aber schon auch Dinge, wo es sich differenziert.
Speaker: Sicherlich ist mir, ich schreibe ja viele Bücher, mir ist auch wichtig, bestimmte
Speaker: Erkenntnisse der Psychologie, insbesondere genau um diese Themen, über die wir gerade reden, zu verbreiten.
Speaker: Das ist mir auch wirklich ein Herzensanliegen.
Speaker: Also ich freue mich natürlich auch, wenn ich was verdiene und wenn irgendjemand mein Buch kauft und meinen Namen kennt oder so.
Speaker: Aber da habe ich auch eine... Deswegen würde ich bei so einer Anfrage wieder bei deinem Podcast immer zusagen.
Speaker: Ich denke, ja, das kann ja... Irgendjemand hört es vielleicht was über diese Themen, der sonst nichts darüber gehört hätte.
Speaker: Während...
Speaker: keine Ahnung, eine Anfrage, wo jemand gerne mit mir über was reden möchte, was mich vielleicht vor 15 Jahren interessiert hat, aber jetzt nicht mehr so, würde ich eher ablehnen, weil ich einfach mit meiner Zeit aushalten muss.
Speaker: Ja, okay.
Speaker: Also ich glaube, inhaltlich wahrscheinlich sind wir gar nicht so weit auseinander, weil das Beispiel, was ich im Kopf hatte, war Ehrlichkeit.
Speaker: Und dann habe ich, also ich habe meine wichtigsten Werte, meine zwei wichtigsten Werte sind Familie und Wertschätzung.
Speaker: Aber Ehrlichkeit genau ist jetzt sowas, wo ich sagen würde,
Speaker: Ein Teil von Wertschätzung auch irgendwie, oder?
Speaker: Genau.
Speaker: Und auf jeden Fall bin ich da irgendwann mal drauf gekommen und das Beispiel habe ich dann gebracht und habe einige Leute da zum Nachdenken gebracht und habe gesagt, was macht ihr denn, wenn ihr aus dem Supermarkt rauskommt und ihr packt euren Einkaufsinsauto und ihr seht dann, der Wasserkasten, der unten drin stand, ist nicht abgerechnet worden.
Speaker: Weil Ehrlichkeit, in meinem Verständnis, hieße jetzt,
Speaker: Ich rolle zurück und sage, hier ist ein Wasserkasten, den habt ihr nicht abgerechnet.
Speaker: Ich würde es wahrscheinlich machen, tatsächlich.
Speaker: Also für mich ist Ehrlichkeit auch ein super wichtiger Wert.
Speaker: Der Wasserkasten ist natürlich gleichzeitig der Aufwand, der kostet vielleicht nur 5 Euro, der Aufwand, da zurückzufallen.
Speaker: Mein Parkticket läuft ab, aber wenn es jetzt eine Bierkiste wäre, die 20 Euro kostet.
Speaker: Ja, und gleichzeitig natürlich die Verlockung.
Speaker: Hat ja niemand gemerkt, ich habe es auch nicht gemerkt, das ist mir jetzt sozusagen passiert.
Speaker: Hm.
Speaker: Ja, und was würdest du machen?
Speaker: Im Grunde, also vielleicht gibt es da auch gar nicht, also auch da, vielleicht gibt es da nur die eine richtige Antwort, nämlich die individuelle.
Speaker: Weil für mich wäre das total klar, dass ich zurückschieben würde.
Speaker: Obwohl Ehrlichkeit mir gar nicht so wichtig ist, aber das wäre dann so mein Verständnis irgendwie.
Speaker: Weil irgendwer leidet ja darunter.
Speaker: Du hast es ja geklaut im Prinzip, ja.
Speaker: Genau.
Speaker: Und was ich aber spannend fand, und darauf wollte ich eigentlich hinaus,
Speaker: Da saßen Menschen drin, die haben vorher gesagt, natürlich bin ich ehrlich, das ist mir total wichtig.
Speaker: Aber die haben über diese Frage an der Stelle noch gar nicht nachgedacht.
Speaker: Also was ist denn das jetzt eigentlich?
Speaker: Also es war klar, Ehrlichkeit ist wichtig.
Speaker: Aber was bedeutet das denn in letzter Konsequenz, ehrlich zu sein?
Speaker: Also Notlügen.
Speaker: Ja, aber das meinte ich jetzt auch vorhin.
Speaker: Ich glaube auch, dass wir nicht weit auseinander sind.
Speaker: Aber das meinte ich vorhin mit diesem...
Speaker: Das sind auch so Horoskopzuschreibungen.
Speaker: Also wer würde denn von sich bitte schön sagen, ich finde es okay, wenn ich unehrlich und unzuverlässig bin.
Speaker: Das wird auch keiner sagen.
Speaker: Und im Zweifel würde jemand sagen, ja, in meiner Bubble ist es aber, wenn es jetzt um dieses ganze Thema Commitment auch geht, im Privatbereich berichten es ja ganz viele Menschen, dass
Speaker: dass es sie, wenn es von anderen kommt, nervt, aber sie selbst machen es häufig so, machen wir am Samstagabend was, ja, ich weiß noch nicht, wie ich dann drauf bin, ich muss mal gucken, ob ich Mietheim brauche.
Speaker: Ich merkte mich vorher nochmal, also so Unverbindlichkeit in privaten Verabredungen ist ja total häufig geworden, viel häufiger als früher, sicherlich auch, weil es so wahnsinnig einfach geworden ist.
Speaker: Ich meine, als ich ein Kind war, da gab es ein Telefon mit einer Wählscheibe und
Speaker: jedes Telefonat hat was gekostet.
Speaker: Ich hätte voll eins aufs Dach gekriegt, wenn ich jetzt mit jedem hätte zehnmal telefonieren müssen, ob man es gemacht hat oder nicht.
Speaker: Ich glaube nicht, dass irgendjemand von den Leuten, die das exzessiv betreiben, von sich sagen, sie sind unzuverlässig und sie sind zum Beispiel auch noch gerne, weil es ihr Wert ist, lieber MeTime zu machen, als zuverlässig zu sein, weil man das einfach nicht tut.
Speaker: Also es gibt bestimmte Zuschreibungen, die gibt sich jeder, die
Speaker: Und das sind eben sozial positiv erwünschte Eigenschaften.
Speaker: Da gibt es ja diesen Bahnum-Effekt.
Speaker: Ich glaube, der kommt in allen meinen Büchern vor, weil der wirklich recht faszinierend ist.
Speaker: Das war mal eine Untersuchung, wo jemand Studierenden, die Untersuchungen werden ja immer Psychologiestudierenden gemacht, weil die das im Rahmen ihres Studiums an solchen Untersuchungen teilnehmen müssen,
Speaker: Da wurden Aussagen getätigt und man sollte sagen, wie sehr es auf einen zutrifft.
Speaker: Und es wurde einem suggeriert, die seien speziell individuell für einen ausgewählt worden.
Speaker: Der Witz war, das war es nicht.
Speaker: Alle haben die gleichen Aussagen gekriegt.
Speaker: Und dann gab es ein Zustimmungsquote für 85 Prozent oder so.
Speaker: Und da gibt es halt Aussagen, denen stimmt einfach jeder zu.
Speaker: ich bin sehr zuverlässig, aber manchmal fällt es mir auch schwer.
Speaker: Oder ich sehe, ich nehme mir selbst Fehler schwerer als anderen oder so.
Speaker: Das erlebt jeder Mensch so.
Speaker: Und irgendwie klingt es auch gut und richtig.
Speaker: Und das hat dann wenig Aussagekraft.
Speaker: Also deswegen finde ich es schon ganz gut, über Werte auch so nachzudenken, dass sie eben handlungsleitend sind.
Speaker: Dass sie mir helfen bei der Entscheidung, wenn die WhatsApp von meiner Nachbarin kommt, stehe ich jetzt vom Sofa auf oder bleibe ich liegen?
Speaker: Ich glaube, dass viele Leute, die mehr über ihre Werte nachdenken würden, dann häufiger sagen würden, okay, ich stehe jetzt auf.
Speaker: Und wenn man wenig drüber nachdenkt, denkt man, ich habe jetzt keinen Pocket-Flots fliegen.
Speaker: Weil dieses kurz-langfristige dann eine Rolle spielt.
Speaker: Genau.
Speaker: Das ist eigentlich der Punkt, worauf ich hinaus wollte, glaube ich, so jetzt im Gespräch, wenn ich drüber nachdenke.
Speaker: Weil
Speaker: Im Grunde brauche ich ja irgendeine Art von Auseinandersetzung damit.
Speaker: Also entweder in mir oder zwischen uns, wenn wir zusammenarbeiten.
Speaker: Und das ist im Grunde das, was ich in diesen Werteworkshops dann auch mache.
Speaker: Wir definieren dann, was ist denn Ehrlichkeit und was ist Ehrlichkeit nicht.
Speaker: Also von mir aus.
Speaker: Dann könntest du dann sagen, okay, also der Wasserkasten ist es nicht, aber ab Bierkasten.
Speaker: Also ab 20 Euro müsste ich dann umdrehen und alles drunter kann ich da bleiben.
Speaker: Ist jetzt ein bisschen sehr plakativ, aber das kann ich ja übertragen auf die Firma.
Speaker: Was heißt jetzt zuverlässig?
Speaker: Wann darf ich einen Termin absagen?
Speaker: Ich meine, macht ja ein Hotel auch.
Speaker: bis 18 Uhr ist erlaubt und danach kostet es halt.
Speaker: Das ist ja auch eine Art von Commitment, die ich eingehe.
Speaker: Das Gespräch habe ich witzigerweise heute früh oder gestern Abend gerade mit meinem Sohn geführt, weil der gestern Abend, wir sind spät zurückgekommen, halb elf erst und dann hat der irgendwie seinem
Speaker: Ich habe einen Bekannten geschrieben, mit dem er heute zur Schule fahren wollte.
Speaker: Es regnet, er würde doch nicht fahren.
Speaker: Und dann sage ich, das finde ich voll blöd, weil der liest das ja nicht mehr um halb elf.
Speaker: Also 14 ist mein Sohn, der freut dann auch.
Speaker: Der liest das ja morgen früh um sieben oder was.
Speaker: Und dann muss der sich ja umorganisieren.
Speaker: Und dann irgendwie so zur Schule zu kommen, also finde ich zu spät.
Speaker: Und das konnte ich ihm meine Perspektive nicht so gut erklären offensichtlich.
Speaker: Das würde ich aber genau in diese...
Speaker: kurzfristig, unbequem, langfristig, nachhaltig und gut für die Beziehungsthematik passen.
Speaker: Genau.
Speaker: Und im Grunde, mir hat das, wann habe ich das mal gelesen, von Henning Beck, dem Neurowissenschaftler, von dem habe ich das mal gelesen, dass der sagt, dass unser Hirn, würde mich jetzt deine Perspektive oder deine Kenntnisse darüber interessieren, der sagte so sinngemäß, das habe ich mir so gemerkt, dass das Hirn im Grunde
Speaker: also eher auf den kurzfristigen Benefit fokussiert und nicht auf diese Langfristigkeit.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Also Organismen generell.
Speaker: Es gibt dann dafür immer evolutionäre Begründungen, die auch ganz gut klingen.
Speaker: Wobei das natürlich auch irgendwie der Witz von evolutionären Begründungen ist, dass sie immer auf das angewendet werden, was offensichtlich ist.
Speaker: Und dann klingen sie schon allein deswegen überzeugend, weil das Phänomen existiert, was sie erklären.
Speaker: Aber ganz generell sind Organismen sozusagen...
Speaker: Fressen, Atmen, Sex, Schlafen sind so ungefähr die Dinge, die man halt erstmal fürs Überleben braucht.
Speaker: Und deswegen ist gewissermaßen das, was darauf einzahlt, das, was ein Organismus jetzt mal komplett biologisch gesehen belohnt, das ist
Speaker: das findest du überall irgendwie Mäuse und Zucker und Tauben und Futterperlen und was weiß ich, das funktioniert.
Speaker: Gleichzeitig ist Menschsein natürlich extrem, extrem viel mehr als das.
Speaker: Aber um das zu erreichen, das findest du ja auch in diesen ganzen theoretischen Ansätzen, so Zielpyramiden oder Motivationspyramide, Maslow's Pyramide zum Beispiel, kennt glaube ich jeder, ganz unten steht irgendwie schlafen und nicht frieren und nicht umgebracht werden und dann steht da irgendwie
Speaker: weiß nicht, gut essen und dann steht er in die Gemeinschaft und oben kommt dann sowas wie Selbstverwirklichung oder so.
Speaker: Ich glaube, ich glaube, genau.
Speaker: Und diese höheren Ziele, je mehr man von den niedrigen zu den höheren Zielen geht, umso
Speaker: Mehr geht es halt mal ganz platt und völlig übersimplifiziert gesprochen.
Speaker: Ich sage es mal vom Stammhirn oder von der Amygdala zum Großhirn.
Speaker: Und das kann man gut selbst beobachten bei so simplen Sachen wie, esse ich jetzt die Schokolade oder lass ich es bleiben?
Speaker: Oder wenn du nikotinabhängig bist, rauchen und rauchen aufhören oder Alkohol trinken oder nicht trinken.
Speaker: Also alles, was so, das sind ja alles,
Speaker: Dinge, die unsere, die quasi die Lustzentren im Gehirn, die zuständig sind für dieses erstmal Schlafen, Essen, Sex sozusagen, besonders stimulieren.
Speaker: Das ist natürlich mächtig.
Speaker: Also man braucht Willenskraft und deswegen ist es auch gut, wenn man sich klar macht, warum man die aufbringt, um kurzfristig beim Finanzamt anzurufen, heute früh doch noch beim Kumpel vorbeizufahren, die Zigarette nicht zu rauchen, was auch immer.
Speaker: Und wie
Speaker: Also im Grunde, das sind ja jetzt ja viele Bestandteile.
Speaker: Wir haben über das Thema Komfortzone, haben wir im Vorgespräch glaube ich schon mal gesprochen.
Speaker: Da hatte ich dir erzählt, dass ich da mit Führungskräften tatsächlich oft drüber spreche.
Speaker: So dieses
Speaker: dass ich glaube, dass es auch eine Aufgabe von Führung ist, also Mitarbeitende immer mal wieder rauszustupsen.
Speaker: So nenne ich das quasi aus der Komfortzone.
Speaker: Und sie nicht zu überfordern, aber sie trotzdem zu fordern.
Speaker: Und das ist ja im Grunde ein Stück weit das, was du gerade angesprochen hast.
Speaker: Absolut.
Speaker: Immer wieder zu gucken, das ist jetzt vielleicht unbequem, aber zahlt ein irgendwie auf das langfristige Ziel.
Speaker: Die Vision würde ich jetzt in meinem Leitbildkontext sagen und da vielleicht auch mal, wie nennt man das manchmal, eine extra Meile zu gehen.
Speaker: Die ist jetzt unbequem, aber langfristig irgendwie macht sie irgendwas.
Speaker: Was wären da so Tipps, worauf darf ich achten?
Speaker: Weil ich vermute mal, das Thema ist natürlich unterschiedlich, ob ich das jetzt im privaten Kontext mache oder im beruflichen, klar.
Speaker: Aber die Hintergründe, also was passiert in meinem Hirn, das wird ja ähnlich oder gleich sein.
Speaker: Ich glaube schon.
Speaker: Ich bin ja keine Führungskräftetrainerin oder Führungsexpertin oder so, aber ich finde das auch extrem wichtig und zwar in zweierlei Hinsicht oder in dreierlei Hinsicht.
Speaker: Zum einen idealerweise, es stimuliere ich natürlich den Mitarbeiter, sich weiterzuentwickeln und sagen wir, theoretisch ist er mir in zwei Jahren dafür dankbar oder so.
Speaker: Das wäre natürlich ein Träumchen, aber es ist nicht unbedingt mein erstes Ziel als Arbeitgeber.
Speaker: Was ich da aber natürlich auch habe als Ziel, ist, dass sich der Mitarbeiter mindestens in die Richtung entwickelt, in der ich ihn oder sie mehr brauchen kann.
Speaker: Und was natürlich auch spannend ist, geht die Person dieses Stupsen mit oder verweigert sie sich dem?
Speaker: Weil das ist ja auch eine extrem wichtige Information, garantiert für mich als Führungskraft zu wissen, auf diese Mitarbeiterin kann ich nicht bauen, wenn es zum Beispiel jetzt um
Speaker: irgendwelche Transformationen geht und so weiter.
Speaker: Und das kann ja wiederum eine wichtige Information auch sein, um dann zu überlegen, was mache ich mit ihr stattdessen?
Speaker: Also kann ich sie überhaupt behalten, wenn ja, für was?
Speaker: Genau, ich glaube, in der Praxis ist das das Thema.
Speaker: Also es gibt die, die sozusagen sagen, oh ja, geil, freue ich mich drauf.
Speaker: Also du hast das ja eben auch gesagt, bei deinen Werten ist irgendwie neue Dinge entdecken, so ist irgendwie wichtig.
Speaker: Also da gäbe es ja eine große Chance, dass
Speaker: wenn dir jetzt jemand irgendwas Neues zeigen würde, dass du nicht sofort sagst, oh, nee, das kann ich ja nicht.
Speaker: Sondern sagst, das ist ja, weiß ich jetzt noch nicht, was ich dazu sagen kann, aber das probiere ich mal aus.
Speaker: Absolut, genau.
Speaker: Das wäre ja der Nährboden.
Speaker: Und ich glaube, dass
Speaker: Also was ich eher von den Führungskräften, mit denen ich arbeite, höre, ist sozusagen eher das andere Ende des Kontinuums.
Speaker: Also da steht jemand und verrammelt quasi, stellen wir uns mal vor, die Komfortzone wie so ein Haus.
Speaker: Da ist cozy und es ist ganz schön da drin und draußen regnet es oder es ist kalt.
Speaker: Und die verrammeln halt die Tür von innen.
Speaker: Und die Fenster, alle Rollläden sind runter, bloß nicht raus.
Speaker: Und die Führungskraft sagt, ja, wir müssen jetzt aber KI, Automatisierung, schlankere Prozesse, neue Produkte, whatever.
Speaker: Und dann sage ich, nee, mache ich nicht.
Speaker: Ja, also ich weiß nicht, ob es, sag mal,
Speaker: Generell ist es immer wieder so, dass ich als Psychologin gefragt werde, wie kann ich eine völlig verfahren, verkackte Situation so auflösen, dass alte Sonnenschein ist.
Speaker: Und meine Antwort ist dann immer, vergiss es, es geht nicht.
Speaker: Also auf dem Arbeitsplatz genauso so.
Speaker: So nach dem Motto, ich will mich von meinem Partner trennen, er ist noch fürchterlich verliebt in mich, wie sage ich ihm so, dass er damit einverstanden ist?
Speaker: Geht nicht.
Speaker: Also das finde ich ganz wichtig, sich klarzumachen, was geht und was nicht.
Speaker: Und dann finde ich, sollte das, was man fordert, vernünftig sein und erklärbar sein.
Speaker: Also, dass ich einfach wirklich sehr gut begründen kann, warum ich jetzt möchte, dass da das Fenster aufgemacht wird, dass ich mich nicht in irgendwas verhacke.
Speaker: Manchmal ist es ja so, man ärgert sich über jemanden und dann fängt man an, über seinen Stil oder seine Erfolgehensweise rumzustreiten bei irgendeinem Thema, was eigentlich gar nicht so relevant ist.
Speaker: Ich weiß nicht, ob du weißt, was ich meine.
Speaker: Das finde ich äußerst unglücklich, sowohl in privaten Beziehungen als auch in Therapien mit Patienten, als auch im Arbeitsalltag.
Speaker: Man sollte dann ein Thema nehmen, was wirklich relevant ist, wo man es gut erklären kann.
Speaker: Und dann finde ich schon einfach eine Deutlichkeit und eine Klarheit zu sagen, das steht jetzt an.
Speaker: Deine Haltung ist keine Option.
Speaker: Wir können gerne darüber sprechen, was für dich besonders schwierig ist und wie wir es für dich leichter machen können.
Speaker: Und vielleicht habe ich jetzt auch
Speaker: fünf Sachen rübergeworfen, aber das war einfach zu viel.
Speaker: Lass uns mit zwei anfangen und du kannst dir eine davon vielleicht auch selbst aussuchen, aber da geht es jetzt hin.
Speaker: Also so eine Mischung aus gut erklären, klare Anlässe nehmen, die
Speaker: an denen es nichts rumzudeuteln gibt.
Speaker: So nach dem Motto, das könnte man jetzt aber auch so machen.
Speaker: Nein, ich brauche dann schon was, wo ich es wirklich gut erklären kann, wo es auch gar außer Frage steht, dass es stimmt, was ich sage sozusagen.
Speaker: Und dann aber auch Klarheit und durchaus eine gewisse Härte.
Speaker: Dazu gehört natürlich, dass ich auch einen Plan B haben muss.
Speaker: Und wenn ich jetzt natürlich in einem System arbeite, wo...
Speaker: Keine Ahnung.
Speaker: Ich stelle mir vor, sowas vollkommen Beamtenmäßiges, wo dann die typische Reaktion von so einem Mitarbeiter ist, dass er sich jetzt erstmal vier Wochen krankschreiben lässt und das kann ich gar nicht brauchen.
Speaker: Dann sind es Systemvariablen, die habe ich zu akzeptieren.
Speaker: Dann sind wir wieder bei Punkt eins.
Speaker: Wenn da halt alles so gebaut ist, dass ich sowieso nichts zu sagen habe,
Speaker: Dann ist es auch so.
Speaker: Dann braucht aber auch niemand zu mir als Coach oder Psychologin oder Führungskräfteberater zu kommen.
Speaker: Dann geht es halt nicht.
Speaker: Also wir haben das in der Supervision häufig, dass dann jemand sagt, sie möchte ein eher schwieriger Patient und ich sage, du musst mit dem A, B, C besprechen.
Speaker: Und dann sagt sie, das geht aber nicht, weil es Privatpatient und der beschwert sich dann beim Chef.
Speaker: Und dann sagt der Chef, so dürfen Sie nicht mit dem reden.
Speaker: Dann sage ich, ja gut.
Speaker: Also dann frag mich nicht,
Speaker: dann geht es halt nicht, weil es genauso ist, wie es ist.
Speaker: Aber dann, ganz ehrlich, dann brauchst du mich auch nicht damit zu behältigen.
Speaker: Das Problem ist dann halt nicht veränderbar.
Speaker: Das ist in dem Sinne nicht veränderbar.
Speaker: Und wenn du dann sagst, ich verdiene so gutes Geld, ich will da bleiben, absolut Welle, da habe ich kein Problem mit.
Speaker: Aber dann brauchen wir keine Supervision mehr machen.
Speaker: Und wenn du sagst, so willst du nicht arbeiten,
Speaker: dann geht es halt auf dem Job nicht.
Speaker: Das ist so ein bisschen dieses, das nutze ich auch manchmal in so Einzeltrainings, so dieses Love it, Leave it or Change it.
Speaker: Also was kann ich verändern?
Speaker: Dann wäre die Frage vielleicht auch mit externer Unterstützung, wie kann ich das verändern?
Speaker: Aber wenn ich das nicht verändern kann, dann ist das halt nicht die Lösung.
Speaker: Genau, und wenn du jetzt in einem Betrieb sitzt, wo aus irgendeinem Grunde systemisch es total okay ist,
Speaker: dass sich dein Mitarbeiter verbarrikadiert, die die Fenster zumacht und die Türen und sagt, das mache ich nicht.
Speaker: Und der hat die Macht, das zu tun.
Speaker: Einfach ist da faktisch so, warum auch immer.
Speaker: Also Beamte und Krankschreibung oder so.
Speaker: dann sind natürlich deine Möglichkeiten darauf beschränkt.
Speaker: Es gibt nicht das Wundermittel, mit dem du, und das hast du nicht als Coach und als Trainer und Berater, und ich habe es genauso wenig als Psychotherapeutin, den Knopf, den du drückst, dass jemand auf einmal beschwingt.
Speaker: Alles gemacht, wie es jemand anders gerne hätte.
Speaker: Den Klopf thematisiere ich auch manchmal.
Speaker: Für mich ist der so rot am Oberabend und dann sage ich hier, wer den erwartet, den erzähle ich direkt zu Beginn, weil den gibt es halt nicht.
Speaker: Aber im Grunde, was ich raushöre, das würde ich dir nochmal mitgeben an der Stelle und vielleicht hast du da noch eine Idee zu.
Speaker: Also wir klammern das
Speaker: die systemischen oder strukturellen Themen klammern wir mal aus an der Stelle.
Speaker: Also klar, ich habe auch ein paar Kunden, wo das so ist, da kannst du dann, das ist nicht veränderbar.
Speaker: Genau.
Speaker: Jetzt gibt es aber eine Menge, würde ich sagen, also die meisten meiner Kunden, da ist das nicht so.
Speaker: Da kann ich Dinge verändern, vielleicht nicht immer zu 100 Prozent, aber viel.
Speaker: Absolut, ja.
Speaker: Und dann habe ich eher den, für den das unbequem ist.
Speaker: Also der hat dann Höhenangst und sagt, nee, gehe ich halt nicht mit über die Alpen.
Speaker: Ja.
Speaker: in das Thema, was die halt haben.
Speaker: KI, kenne ich mich gar nicht mit aus, habe ich auch gar keine Lust drauf, weiß ich auch gar nicht, was uns das bringen soll.
Speaker: Dann kommen noch Sorgen und Ängste dazu, machen die dann meine Arbeit, das sagen ja alle.
Speaker: Und dann sage ich, ach nö, da beschäftige ich mich nicht.
Speaker: Wie, also was sollte ich tun, so aus psychologischer Sicht, aus deiner Sicht, was würde mir helfen, die jetzt trotzdem aus ihrem Haus zu kriegen?
Speaker: Also was ich dann so formuliere und das passt zu dem, was du sagst, dass ich einer Führungskraft sage, diskutier doch nicht mit denen über das Ob, sondern nur über das Wie.
Speaker: Das meine ich mit der Klarheit und der Härte.
Speaker: Also ich muss für mich klar haben, wo es hingeht und dass ich das will und dass ich auch die Rolle derjenigen habe, die es entscheiden muss und die es bestimmen muss.
Speaker: Das ist die Klarheit und das ist die Härte.
Speaker: Und dann finde ich es wichtig ist,
Speaker: gut zu erklären.
Speaker: Und da kann auch mal ein bisschen Angst machen dazugehören.
Speaker: Die Konkurrenz macht das jetzt so und so.
Speaker: Chatbots auf Webseiten sind so und so verbreitet.
Speaker: Wir haben im Support, was weiß ich, 80 Prozent die Rückmeldung, wo ist euer Chatbot?
Speaker: Das muss jetzt laufen.
Speaker: So mit dem Ticketsystem, wo alle Kunden sieben Tage warten.
Speaker: Damit sind wir bald weg vom Fenster.
Speaker: Das wäre für mich so die Erklärung.
Speaker: Und dann, wie gesagt, nimm
Speaker: Solche Anlässe, vielleicht ist das im Führungskräftekontext trivial und spielt gar keine Rolle, aber im privaten Kontext oder im Psychotherapiekontext kenne ich das halt ziemlich, dass es so Situationen gibt, wo sich ein Therapeut über einen Patienten aufricht oder eine Frau über ihren Mann typischerweise.
Speaker: Und dann irgendwann sagt sie so, schon so affektgeladen, also jetzt spreche ich das mal irgendwann an, was mich da immer nervt.
Speaker: Und dann kommt irgendeine
Speaker: Also der Klassiker wäre jetzt in der Psychotherapie, ein narzisstischer Patient kotzt immer groß rum, sitzt da mit breiten Beinen und macht super dicke Sprüche, nervt die Therapeutin, die traut sich nicht, was zu sagen.
Speaker: Irgendwann sagt sie, ich spreche es an.
Speaker: Und dann kommt er das nächste Mal und da steht ein Blümchen auf dem Tisch und dann sagt er sowas wie,
Speaker: das ist ja ein hübsches Blümchen und es hat vielleicht so einen Hauch von Herablassung, ist aber eigentlich jetzt echt keine inadäquate Bemerkung.
Speaker: Von so ziemlich jedem anderen wird sie nichts auffallen.
Speaker: Und weil du eh schon in Rage bist, denkst du, jetzt kommt er schon wieder in diesem Tonfall und fängst dann an dieser Bemerkung, anstatt einfach zu warten, bis der dann sagt...
Speaker: habt ihr das in eurem Studio auch vielleicht schon mal was drüber gehört oder so?
Speaker: Ja, sozusagen eine narzisstische Bemerkung macht, in der du gut zeigen kannst, was dich stört, hängst du dich dann an so einer Sache auf, die schon auch ein bisschen was von dem Problem enthält, aber halt nicht in aller Klarheit.
Speaker: Ja.
Speaker: Und ich weiß, spielt es im Kontext von Führung überhaupt eine Rolle?
Speaker: Ja, klar.
Speaker: Das kenne ich aus Privatbeziehungen und eben auch aus Therapien sehr, dass man dann, man sollte besser nicht warten, bis man sich so ärgert, dass einem alles, was die andere Person macht, vorkommt, als jetzt verbarrikadiert sie sich wieder, sondern ich sollte es möglichst früh ansprechen, vielleicht läuft es am Ende darauf hinaus, weil dieses Problem kriegt man in erster Linie dann, wenn man es zu lange schluckt und zu lange defensiv bleibt und nichts macht und dann platzt
Speaker: die eigene Mission oder der eigene Ärger an irgendeiner Stelle raus, wo man sagen muss, da wären jetzt wirklich vorher schon 20 bessere Gelegenheiten gewesen.
Speaker: Und man macht sich selbst unglaubwürdig, dass man nicht die 20 guten genutzt hat, sondern jetzt ausgerechnet die 21 schlechte, nur weil es die dann waren, die gerade übernicht kamen.
Speaker: Aber wenn man es praktisch will, lange Rede, kurzer Sinn.
Speaker: So früh wie möglich, so klar wie möglich.
Speaker: Ich glaube, im Job-Kontext, vielleicht noch stärker als im privaten Kontext, ist dieses Thema Zeit eine Rolle.
Speaker: Ich habe keine Zeit als Führungskraft und es gibt immer weniger Kontaktpunkte zu den Mitarbeitenden.
Speaker: Es gibt Remote-Arbeit, die sind viel unterwegs, ich bin in Meetings.
Speaker: Es gibt dann ja gar nicht so viele Momente, wo wir zusammen sind.
Speaker: Aber da ist es nicht wieder langsinnig.
Speaker: Und da sollte ich dann ja im Grunde eigentlich meinen Mund halten und mit mir selbst so weit klarkommen, dass ich sage, okay, dieses Thema muss ich beim nächsten Mal ansprechen, weil es gibt jetzt hier schon fünf Beispiele dafür.
Speaker: Genau, aber dann mach lieber einen Termin und schreib die fünf Beispiele auf und sag, da muss man mal drüber reden.
Speaker: Oder, und, oder, denk über dich selbst nach und mach es beim nächsten Mal besser.
Speaker: Weil das ist ja das allerwichtigste Learning für so eine Kollegin, die ich dann supervidiere, so eine psychotherapeutische Kollegin wäre ja, dass ich ihr sage, das nächste Mal bitte nicht so lange warten, bis dir der Ärger bis zum Hals steht, sondern frühzeitig und klar ansprechen.
Speaker: Und dann ist es auch viel einfacher.
Speaker: Und zum Thema Zeit, klar fehlt einem die Zeit.
Speaker: Und das ist natürlich ein riesiges Thema.
Speaker: Und das ist natürlich so im Arbeitsalltag, wo man auch, wo dauernd was nachkommt.
Speaker: Und schon wieder sind zehn Mails im...
Speaker: wenn ich mal Mittagspause gemacht habe und so weiter, muss man sich erst recht aufraffen.
Speaker: Aber diese Rechnung, was kostet es mich kurzfristig und was bringt es mir langfristig, ist da ja noch viel relevanter.
Speaker: Ich meine, wenn es um die Arbeitskraft von der ganzen Person geht, diese zweimal eine halbe Stunde muss man sich einfach nehmen.
Speaker: Da kann man so viel Benefit von haben.
Speaker: Aber klar, es ist natürlich besonders schwer vom Ablauf und all den Anforderungen her, die man parallel hat.
Speaker: Genau, das ist so die Wahrnehmung, die ich habe, dass die, also gerade wenn ich so Führungskräfteentwicklung mache, dass die Führungskräfte das alles schon, also verstehen, aber dann der operative Alltag halt doch,
Speaker: also nicht wichtiger, aber dringlicher, würde ich sagen, ist.
Speaker: Kurzfristig, so wie du es beschreibst.
Speaker: Und ich wüsste dann zwar, okay, ich müsste mit dem eigentlich mal reden, aber schaffe ich halt nicht.
Speaker: Ich finde, da kann es dann auch helfen.
Speaker: Man macht einfach den Termin und zwingt sich dazu selbst in die Dringlichkeit.
Speaker: Wenn ich dann sehe, oh scheiße, mache ich morgens meinen Kalender auf und sehe, scheiße, um 11 habe ich diesen Termin.
Speaker: dann muss ich mir halt in Gottes Namen dann die Zeit nehmen, die fünf Mails zusammenzusuchen, über die ich reden will.
Speaker: Dann habe ich mich sozusagen ein bisschen selbst überlistet, habe es auf die Dringlichkeitsliste geschoben, indem ich einen Termin gemacht habe.
Speaker: Auch da nicht, weil ich das Gefühl habe, jetzt können wir mal in Ruhe darüber reden, sondern einfach, weil ich weiß, es muss sein.
Speaker: Es muss sein, ja.
Speaker: Gut, da ist dann die Frage, über die wir vorhin schon mal gesprochen haben, dieses ich gehe dem Unangenehmen quasi eher aus dem Weg.
Speaker: Es wirkt da ja auch.
Speaker: Total.
Speaker: Also da würde ich halt den Termin, ich hätte sogar noch, wie soll ich sagen, nachvollziehbar klingende Erklärungen oder Ausreden, wie man es betrachtet, wenn ich sage, nee, habe ich ja gar keine Zeit für.
Speaker: Also wann soll ich das machen?
Speaker: Aber es bleibt halt dann so, wie es ist.
Speaker: Es bleibt so, wie es ist.
Speaker: Und die Frage ist natürlich immer, was ist die langfristige Konsequenz?
Speaker: Was ist die langfristige Konsequenz, wenn ich...
Speaker: Aufgabe A, B, C, D und E aufschiebe, die ich heute eigentlich auf dem Tisch habe, versus wenn ich mit dem rede.
Speaker: Und wenn ich ernsthaft der Meinung bin, dass ich, wenn ich mit der Person rede, ich sag mal, eine volle Arbeitskraft deutlich effektiver nutzen kann, dann ist das ziemlich wahrscheinlich das langfristig
Speaker: sozusagen ertragreichere.
Speaker: Dann sollte ich den Rest zurückstellen.
Speaker: Also ruhig diese Frage nach den Konsequenzen noch stärker sozusagen.
Speaker: Also könnte ja so eine Art Prüfwerkzeug für mich sein.
Speaker: Das ist doch immer diese Geschichte.
Speaker: Ihr habt doch dieses dringend und wichtig und so weiter.
Speaker: Ja, genau, dieses Eisenhower-Prinzip.
Speaker: Genau, diese Vierfelder-Matrix.
Speaker: Das wäre ja was...
Speaker: Es wäre ja oft was Typisches, was nicht dringend ist, aber wichtig.
Speaker: Und dass das eine Herausforderung ist, das im Alltag einzubauen, ist ja bekannt.
Speaker: Ja, ich habe so einen Führungsgrundsatz, der passt auch zu, Störungen haben Vorrang.
Speaker: Und weil du das vorhin auch sagst, bei Konflikten versuche ich das manchmal auch so darzustellen, also auch aus meiner eigenen Biografie.
Speaker: Also ich habe eine Scheidung hinter mir und da ist sozusagen das, was du vorhin kurz beschrieben hast, das hat da auch stattgefunden.
Speaker: Also wir haben uns nie über die Themen unterhalten, die uns gestört haben.
Speaker: Ich vergleiche das immer mit so einem Rucksack, den jeder auf hat, wo die alltäglichen Konfliktchen reinfallen.
Speaker: Der Augenroller, der Satz oder der Nachsatz.
Speaker: Die Dinge, die passieren, wenn Menschen miteinander in Beziehung sind.
Speaker: Aber keiner redet darüber, weil wir dem aus dem Weg gehen wollen, weil wir keine Zeit haben.
Speaker: Dann wandert das hinten rein.
Speaker: Und irgendwann ist er halt voll.
Speaker: Und meine damalige Frau, die hat ihn dann halt abgesetzt, den Rucksack.
Speaker: Der Rucksack war halt unsere Beziehung.
Speaker: Und das ist so meine Erkenntnis daraus.
Speaker: Ich habe dann hinterher für mich so überlegt, was hätten wir denn anders machen können?
Speaker: Und ja.
Speaker: Und da wir ein paar Jahre später ein zweites Mal geheiratet haben, haben wir uns die Frage dann auch ganz praktisch gestellt, was machen wir denn anders in unserer zweiten Ehe.
Speaker: Und das ist zum Beispiel ein Punkt, dass wir Dinge, die uns stören, nicht mehr aufschieben oder gar nicht sagen, sondern sozusagen direkt, also möglichst direkt ansprechen, in dem Moment, wo sie stattfinden.
Speaker: Und dann entweder klären oder sagen,
Speaker: oder halt einen Umgang damit finden, wenn sie nicht klärbar sind.
Speaker: Und das könnte ich ja auch im Business-Kontext im Grunde etablieren.
Speaker: Das könnte ich ja aufbauen mit meinem Team.
Speaker: So kann man das sicherlich auch sehen.
Speaker: Und das Thema kurzfristig-langfristig ist da sicher auch wirksam.
Speaker: Wobei sicherlich die Schwerpunkte jetzt in der Beziehung hast du ja andere Variablen, die gut laufen sollten.
Speaker: Da ist es dir zum Beispiel wichtig, dass deine
Speaker: Wenn eine Frau mit dir glücklich ist und mit dir zusammenbleiben möchte, das ist dir bei einem Mitarbeiter in einem gewissen Maß natürlich auch wichtig, aber jetzt sicherlich nicht so sehr.
Speaker: Also wenn ich jetzt weiß, eine Mitarbeiterin hat bei mir insgesamt schon echt einen guten Job und es wäre mir nicht wichtig, dass die rund um die Uhr happy ist.
Speaker: Das wäre mir jetzt bei einem Partner wichtig.
Speaker: Das ist mal deutlich wichtiger zum Beispiel.
Speaker: Also sowas wie die Machtverteilung, das hat jetzt so zu laufen oder so, das sind ja schon ein paar andere Faktoren als in einer privaten Beziehung am Werk.
Speaker: Aber das dauernde Aufschieben von kurzfristigen Problemchen, weil es unangenehm ist, das kurzfristig anzusprechen, ist sicher in beiden Fällen schädlich.
Speaker: So, und das ist so der Gedanke.
Speaker: Also vielleicht noch zwei Fragen, weil ich das immer wieder erlebe.
Speaker: Ich habe viele Podcast-Gäste, auch Führungskräfte, die dann...
Speaker: die dann sozusagen ganz oder auch im Alltag, würde ich sagen, in meinen Trainings- und Begleiteprozessen, die ich habe, immer wieder Führungskräfte, die auf dieser Skala, auf diesem Kontinuum, da gibt es halt welche, die
Speaker: Die sind sehr auf dem einen Ende und sind quasi sehr vielleicht mitfühlend oder sehr empathisch oder vielleicht auch wollen gemocht werden, sehr harmoniebedürftig.
Speaker: Und dann gibt es sozusagen die auf der anderen Seite, die im Grunde sagen, ich muss hier nicht gemocht werden und mit harter Hand, so könnte man das sagen, durchregieren.
Speaker: Jetzt gibt es ja nicht entweder oder, sondern irgendwie so einen Platz dazwischen.
Speaker: Kann ich den irgendwie herausfinden?
Speaker: Also wie viel ist zu viel weich, wie viel ist zu viel hart?
Speaker: Wie viel ist zu viel weich, wie viel ist zu viel hart?
Speaker: Wie kann man den Platz herausfinden?
Speaker: Vielleicht als Einladung, ich gebe dir nochmal ein anderes Beispiel, das wäre meine zweite Frage gewesen.
Speaker: Ich glaube ja, dass das
Speaker: das ist jetzt eine böse Formulierung, aber ich glaube, dass Zuckerbrot und Peitsche extrem gut funktioniert.
Speaker: Es ist nicht so, dass es einen Punkt gibt und wenn du Gespräche führst, dann lächelst du entweder nie oder du lächelst dauernd und der Punkt ist dir in der Mitte.
Speaker: Sondern ich glaube, dass wenn du
Speaker: viel, also ich sage jetzt wieder Liebe, so als Metapher für Zuwendung und so weiter.
Speaker: Wenn du viel Liebe ausstrahlst und viel Liebe gibst, dass du dann auch viel fordern kannst und umgekehrt auch.
Speaker: Deswegen Zuckerbrot und Peitsche klingt so böse und manipulativ, aber jetzt im therapeutischen Kontext würde ich vielleicht sagen, ich baue Beziehungskredit auf.
Speaker: Das heißt, meine Empfehlung wäre sozusagen positive
Speaker: Alles Positive drin zu nutzen, was ich irgendwie nutzen kann.
Speaker: Also jemanden für alles zu loben, wofür ich ihn loben kann.
Speaker: Fröhlich anzustrahlen, wann ich mal eine Gelegenheit habe, ihn fröhlich anzustrahlen.
Speaker: Also positive Beziehungen aufzubauen und auf der Basis kann ich mir dann auch erlauben, was zu fordern und hart zu sein.
Speaker: Für mich ist es absolut nicht ein Kontinuum mit einem Punkt in der Mitte, sondern es sind zwei Kontinuer und je mehr ich von dem Warmen realisieren kann, desto mehr kann ich mir von dem Kalten leisten.
Speaker: Und Zuckerbrot und Feitsche wäre sicherlich ein Klassiker, das zu formulieren.
Speaker: Das glaube ich nicht.
Speaker: Warum sage ich dir?
Speaker: Ich glaube, also in meinem Kopf auf jeden Fall, und ich glaube bei den meisten...
Speaker: Führungskräften, die ich kenne, wird das auch so belegt sein.
Speaker: Oder wird das auch so sein, da ist Zuckerbrot und Peitsche hat was stark Transaktionales.
Speaker: Also das Zuckerbrot ist dann, keine Ahnung, die Kohle, der Boni und so weiter.
Speaker: Ich habe es jetzt komplett, ich weiß schon, deswegen habe ich auch gemeint, das klingt böse, aber du kannst das auch bezogen auf deine Beziehungsarbeit sehen.
Speaker: Du kannst auch sagen, ich mache positive Beziehungsarbeit und das ist sozusagen das Süße.
Speaker: Und ich mache fordernde Beziehungsarbeit und das ist sozusagen das Druckmachende.
Speaker: Und das verstehe ich total.
Speaker: Das würde auch zu meinem Weltbild sozusagen passen.
Speaker: Du hast das auch gesagt.
Speaker: Ich habe manchmal so eine...
Speaker: So ein Bild, was ich aufmale, wo ich die Führungskräfte frage, wie positiv erlebt ihr eigentlich eure Mitarbeitenden?
Speaker: Also ich frage dann, wie viel gute Arbeit machen die?
Speaker: So, acht Stunden Tag.
Speaker: Und wie viel davon ist gut?
Speaker: Also alles richtig, so wie es sein muss.
Speaker: Und dann sagen die irgendwie, also ich weiß nicht, manche sagen 70 Prozent.
Speaker: Die meisten sagen irgendwie 80, 90, 95.
Speaker: Manche sagen 98 Prozent.
Speaker: Okay, also ganz viel gut.
Speaker: Ganz wenig schlecht.
Speaker: Wie oft reden wir über das Gute?
Speaker: Im Grunde nie.
Speaker: Also nur, wenn es herausragend gut ist.
Speaker: Und wie oft reden wir über das Negative?
Speaker: Immer.
Speaker: Fehler muss ich ansprechen, daraus können wir lernen und so weiter.
Speaker: Genau.
Speaker: Und insofern wäre jetzt mein Vorschlag halt nicht, sei einfach gut.
Speaker: Entweder zu dem, der hart ist, ein bisschen freundlicher oder zu dem, der weich ist, ein bisschen härter, sondern rede viel mehr über das Gute und dann kannst du auch mehr über das Negative reden und dann kannst du auch mehr fordern und dann wirst du auch, ich meine, wenn man sich an die Lehrer erinnert, die man geliebt hat oder die man toll fand, dann waren das selten die schwachen Häschen, die alles noch durchgehen lassen, sondern in der Regel eher die, die Kante gezeigt haben, aber irgendwie auch ein Herz für die Schüler hatten.
Speaker: Und so, glaube ich, muss man das.
Speaker: Genau, und du hattest vorhin an einem anderen Punkt gesagt, da ging es ja auch um Klarheit, also auch irgendwie, dass ich so, also bleiben wir mal bei deiner Interpretation von Zuckerbrot und Peitsche, dass es vielleicht für mich auch irgendwie nachvollziehbar ist, also dass ich verstehe sozusagen, warum kriege ich jetzt...
Speaker: Warum kriege ich jetzt die Peitsche und warum kriege ich jetzt das Zukunft?
Speaker: Genau, das meine ich aber mit erklären und gute Gelegenheiten suchen und nicht irgendwo ausrasten, wo mein Gegenüber durchaus zurecht denkt, was hat es denn jetzt?
Speaker: Ja, okay, verstehe ich.
Speaker: So, mit Blick auf die Zeit, ich hätte noch ganz viele Fragen, aber die Stunde haben wir schon gerissen.
Speaker: Ich glaube auch.
Speaker: Vielleicht können wir noch mal bei den nächsten 70 Folgen noch mal uns zu den einzelnen Punkten unterhalten, die ich so mit mir ausdehnte.
Speaker: Und aus dem Führungsjahr.
Speaker: Vielleicht sind es auch die gleichen.
Speaker: Das werden wir dann sehen.
Speaker: Eine letzte Frage habe ich noch.
Speaker: Und die würde ich dir genauso stellen wie allen anderen Podcast-Gästinnen, die ich so habe.
Speaker: Welche Pressemeldung würdest du gerne von dir oder vielleicht von einem oder über eines deiner Bücher oder über das Thema, über die Themen, die wir gerade gesprochen haben, in den nächsten zwölf Monaten lesen wollen?
Speaker: Ja, also sowas wie das...
Speaker: womit du eingestiegen bist, dahin gehen, wo die Angst ist, die Komfortzone verlassen ist gut und vor allem dieses Thema,
Speaker: so wichtig ist langfristiges Commitment und langfristiges Denken auch für das einzelne Lebensglück.
Speaker: Das sind aber einfach die Themen, die mich auch gerade sehr beschäftigen.
Speaker: Aber dazu.
Speaker: Gut, das heißt, also dein nächstes Buch, wenn das ein Bestseller wird, dann lese ich ja davon und dann geht es ja genau um das Thema.
Speaker: Wann kommt das raus?
Speaker: Definitiv.
Speaker: Irgendwann kommt es früher.
Speaker: Okay, schön.
Speaker: Ich halte die Augen offen.
Speaker: Gitta, ich danke dir für deine Zeit, für deine spannenden Perspektiven, für die Hintergründe und danke, dass du da warst.
Speaker: Gerne, gerne.
Speaker: Ciao.
Speaker: Tschüss.
Speaker: Das war eine neue Folge von Führen mit Herz und Verstand.
Speaker: Toll, dass du dabei warst und dir die Zeit genommen hast.
Speaker: Wenn es dir gefallen hat, hinterlass mir doch bitte direkt jetzt eine positive Bewertung.
Speaker: Ich wünsche dir eine tolle Zeit und gutes Gelegen bei dem, was auf dich wartet.






