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#17 Lovestories and Friendship

FrittenFunk
FrittenFunk

62 plays · May 29, 2026

Transcript

Speaker: Willkommen hier beim Frittenfunk, oh ja!

Speaker: Oh yeah!

Speaker: Die Ohren spitzen, es geht gleich los!

Speaker: Na klar!

Speaker: Ganz ruhig, ganz locker, wir starten geschwind!

Speaker: Der Frittenfunk läuft, also sei jetzt gespannt!

Speaker: Hallöchen!

Speaker: Hallihallo!

Speaker: Herzlich willkommen zu Frittenfunk!

Speaker: Ich kann dich überhaupt gar nicht fassen, das ist einfach schon wieder Woche 2 und es gibt einfach eine neue Podcast-Folge!

Speaker: Ich glaube, es waren zwei Wochen, aber ja.

Speaker: Auf jeden Fall, welcome back.

Speaker: Wie ihr vielleicht beim letzten Mal bemerkt habt, waren wir irgendwie nicht ganz fertig mit Reden, aber irgendwie schon.

Speaker: Ja, Hiro hat entschieden, die Podcast-Folge ist zu Ende.

Speaker: Gab es ein bisschen ein abruptes Ende, deswegen machen wir gleich einfach weiter, aber zuerst wollen wir mal noch den Mut-Moment der Woche mit euch teilen.

Speaker: dein Mutmoment.

Speaker: Also, mein Mutmoment der Woche.

Speaker: Ich habe letzte Woche realisiert, dass ich Hilfe brauche.

Speaker: Und ich hasse, nach Hilfe zu fragen.

Speaker: Ich hasse es, Hilfe zu brauchen.

Speaker: Aber mit einem ADHS-Hirn ist Hilfe manchmal einfach

Speaker: mich zu umgeben.

Speaker: Und dann habe ich mich getraut und habe auf Instagram in meiner Story gefragt, ob es Girlies oder Boys da draußen gibt, die im Alltag ähnliche Struggles haben wie ich.

Speaker: Und in dem Fall ging es um Body Doubling und Shadowing und jetzt habe ich eine kleine, aber richtig feine Gruppe von Girlies, mit denen ich mich jetzt mehrmals die Woche zum Coworken treffe.

Speaker: in der Zeit, wie er dann einfach, also jeder so macht, was bei ihm gerade so anfällt, dem man eigentlich aus dem Weg geht.

Speaker: Und ja, das hilft uns allen ein bisschen weg vom Prokrastinieren zu kommen und den Schritt gegangen zu sein, darauf bin ich sehr stolz.

Speaker: Was ist dein Mutmoment?

Speaker: Ich war so mutig und habe

Speaker: Als ich zur Physio gefahren bin, entschieden, dass ich noch einen Flyer mitnehme für den Kunsthandwerkermarkt, wo ich im Juli bin.

Speaker: Und habe dann tatsächlich gefragt, obwohl ich dann nicht mal wirklich Physio hatte, habe ich gefragt, ob ich den Flyer dort auslegen kann.

Speaker: Und jetzt lebt er da.

Speaker: Das war mein Mutmoment.

Speaker: Das ist sehr gut.

Speaker: Das ist ein großer Schritt.

Speaker: Ja.

Speaker: Also Leute, falls ihr im Juli noch nichts zu tun habt, Maren ist auf einem Kunsthandwerkermarkt.

Speaker: 4. und 5.

Speaker: Juli im Kurgarten in Villingen.

Speaker: Genau.

Speaker: Falls ihr noch Weihnachtsgeschenke braucht oder so.

Speaker: Falls ihr früh dran sein wollt für Weihnachtsgeschenke, kommt vorbei.

Speaker: Genau.

Speaker: Ja.

Speaker: Was möchtest du heute besprechen, Maren?

Speaker: Ich finde, wir haben viel zu abrupt geendet, weil die Hunde unruhig waren und eigentlich hast du noch erzählt, was dann deinem Freund so schätzt und ich wollte eigentlich auch noch Sachen fragen, weil ich bin mir sicher, jeder will wissen, wie ist das Ganze passiert.

Speaker: Also ja, okay, ein bisschen davon wissen alle schon, aber so...

Speaker: Wie?

Speaker: Und er war dann auf einmal plötzlich hier.

Speaker: Wie kam es dazu?

Speaker: Was ist dazwischen noch alles passiert?

Speaker: Und jetzt ist er einfach hier?

Speaker: Wie?

Speaker: Hä?

Speaker: Vermisst er nicht seine Family?

Speaker: Oder ich weiß es nicht.

Speaker: Erzähl uns mal ein bisschen was.

Speaker: Ja, also ich glaube, ich habe letztes Mal erzählt, wie wir uns kennengelernt haben.

Speaker: Ich glaube auch.

Speaker: Ähm...

Speaker: Und ich weiß gar nicht, was es bestimmt gibt, da ganz, ganz viel davon zu erzählen.

Speaker: Das war so ein, ich relativ bald, nachdem wir angefangen haben zu schreiben, das ist jetzt, das jährt sich jetzt bald.

Speaker: Schreiben.

Speaker: Ja, okay.

Speaker: Also, wir haben angefangen, miteinander zu schreiben am 14.

Speaker: Juni letzten Jahres.

Speaker: Und drei Tage später haben wir zum ersten Mal miteinander telefoniert und waren elf Stunden am Telefon.

Speaker: Und ich glaube, von da an haben wir eigentlich jeden Tag miteinander telefoniert.

Speaker: Auch so pipapo elf Stunden gefühlt.

Speaker: Ja, auch so pipapo elf Stunden und meistens in der Nacht, weil...

Speaker: es halt zu seinem Wohnort in Kanada fünf Stunden Zeitunterschied gibt.

Speaker: Und... Ja, also mein Schlafrhythmus war...

Speaker: Verbesserungswürdig.

Speaker: Du hast schon mal gesagt, nee, das ist richtig easy.

Speaker: Das ist gar kein Problem.

Speaker: Also es war auch kein Problem.

Speaker: Aber also so, wenn man so, wie soll den Schlafrhythmus eigentlich aussehen?

Speaker: Mein Schlafrhythmus war halt ein bisschen verschoben, weil ich halt selten vor drei Uhr, drei, vier Uhr ins Bett gegangen bin und dann habe ich halt von da an einfach geschlafen.

Speaker: Hiro war anfangs ein bisschen verwirrt, weil er noch einige nächtliche Spaziergänge bekommen hat.

Speaker: Ja, es war auch kurz nachdem wir uns kennengelernt haben, war ich mit Maren im Urlaub bei ihren Großeltern.

Speaker: Und auch da habe ich die Nacht dann im Badezimmer verbracht und habe telefoniert.

Speaker: Bis die Sonne aufgegangen ist.

Speaker: Bis die Sonne aufgegangen ist.

Speaker: Aber ich glaube, das war nichts, was Maren sonderlich überrascht hat.

Speaker: Also ich glaube...

Speaker: Ich habe schon fragwürdige Entscheidungen in meinem Leben getroffen.

Speaker: Kann man so sagen.

Speaker: Und uns war relativ schnell klar, dass wir uns sehen möchten, dass wir uns besuchen möchten.

Speaker: Und da er ja sowieso von Anfang an nach Deutschland ziehen wollte, haben wir dann halt angefangen zu planen, dass er zu Besuch hierher kommt.

Speaker: Und... Weil es ist ja schon gut, bevor man wohin zieht, wenn man es zumindest mal gesehen hat.

Speaker: Weil er war vorher noch nie in Deutschland.

Speaker: Und ja, also... Dann im September, ich glaube, das habe ich letztes Mal auch gesagt, im September war er dann drei Wochen hier.

Speaker: Und...

Speaker: Dann waren alle gleich schon so, oh mein Gott, und dann schläft der gleich, dann übernachtet er bei dir oder nimmt er sich ein Hotel oder was?

Speaker: Dann ist er einfach bei dir und was, wenn ihr euch überhaupt gar nicht versteht?

Speaker: So Leute, also ich glaube, ich habe zu dem Zeitpunkt mit diesem Mensch um die 300 Stunden telefoniert und ich glaube, es sind schon Babys entstanden.

Speaker: Früher.

Speaker: als dass das Pärchen so viel miteinander gesprochen hat.

Speaker: Also ich war mir sehr, sehr sicher, dass wir uns auch im realen Leben gut verstehen werden.

Speaker: Und so war es dann auch.

Speaker: Die Sorge war eigentlich größer, dass ihr euch nicht riechen könnt.

Speaker: Das ist korrekt.

Speaker: Ich glaube, wir hatten beide Sorge, dass der andere nicht mag, wie wir riechen.

Speaker: Ich glaube, er hat zwar keine offizielle Diagnose, aber neurodivergentisch ganz definitiv.

Speaker: Aber Spoiler Alert, ist alles fein.

Speaker: Er riecht gut, ich rieche gut.

Speaker: Also annehmbar, ich meine es gibt auch Tage, da rieche ich eher wie ein Reh, das gerade auf der Straße angefahren wurde.

Speaker: Oder das vor drei Wochen auf der Straße angefahren wurde.

Speaker: Aber so, sonst war alles in Ordnung.

Speaker: Ich habe ihn in Frankfurt am Flughafen abgeholt.

Speaker: Ich habe ein Plakat gebastelt.

Speaker: Ich war so aufgeregt, dass ich blaue Lippen hatte, als er mich in Frankfurt gesehen hat, weil ich einfach kaum noch geatmet habe.

Speaker: Ich war so unfassbar aufgeregt.

Speaker: Aber es ist alles gut gelaufen.

Speaker: Und...

Speaker: Ja, ich glaube, innerhalb der ersten paar Tage war uns auch bewusst gleich, dass das halt bleibt.

Speaker: Wir waren da noch kein offizielles Paar, weil ihm das ganz, ganz wichtig war, dass er mich persönlich fragen kann.

Speaker: Und Abflughafen war jetzt nicht so die beste Gelegenheit abführen.

Speaker: Nee, weil er einfach, er war überzeugt, ich fall einfach in Ohnmacht, wenn ich jetzt, wenn die eh schon, die hat schon blaue Lippen vor mir einfach nur da stehen und versuchen zu atmen, dann ist es jetzt keine gute Idee, wenn wir da noch eine Portion draufsetzen.

Speaker: Und dann haben wir eigentlich schon in der Zeit, in der er zu Besuch hier war, angefangen,

Speaker: mehr oder weniger seinen Umzug zu planen.

Speaker: Und als er dann zurück nach Kanada ist, am 15.

Speaker: Oktober, hat er angefangen, sein Zeug zu verkaufen.

Speaker: Und...

Speaker: Ja, hat sich so mit allem auseinandergesetzt, mit was man sich halt so auseinandersetzen muss, wenn man erstens nach Deutschland zieht oder sein Land verlässt.

Speaker: Und es stand am 20.

Speaker: Januar mit einer Tasche,

Speaker: Halt, stopp, das ging viel zu viel.

Speaker: Hat aber, er hat niemandem was erzählt.

Speaker: Also seiner Familie hat er es nicht erzählt.

Speaker: Ja.

Speaker: Wir müssen da noch vieles nur nochmal einklitschen.

Speaker: Also, ich weiß nicht, ob ihr das wisst, aber um in Kanada einen Reisepass zu kriegen, erzähl mal die Geschichte.

Speaker: Was muss man da machen?

Speaker: Also, es ist einfacher, wenn man eine Erneuerung vom Reisepass möchte, aber wenn man zum ersten Mal einen Reisepass beantragt, er muss den Gott sei Dank erneuern, muss man Zeugen beantworten.

Speaker: angeben.

Speaker: Also ich glaube schon, dass man auch seine Geburtsurkunde braucht, aber die Geburtsurkunde ist da so groß wie halt irgendwie so ein Mini-Fetzen-Papier.

Speaker: Nicht so, dass es bei uns nicht anders wäre, aber gut.

Speaker: Ja, aber das ist so groß.

Speaker: Ja, in Deutschland ist es zumindest ein Riecht.

Speaker: Ja, aber es ist quasi so groß wie ein Personalausweis.

Speaker: Ja, also es ist wirklich winzig.

Speaker: Und bei einem Reisepass muss man Zeugen angeben, die quasi dafür...

Speaker: also die, mit denen das Amt dann spricht, um zu beweisen, dass man existiert.

Speaker: Also eine Geburtsurkunde reicht da nicht, da gibt man Menschen an, die man, da gibt es, ich weiß nicht, wie viele Jahre genau, aber man muss die seit einer bestimmten Zeit kennen, die dürfen nicht zur Familie gehören.

Speaker: Also wenn du keine Freunde hast, kannst du nicht aus Kanada raus.

Speaker: Naja, also ich hoffe, dass du da vielleicht Kollegen oder Nachbarn oder es ist kack egal, wen man da angibt.

Speaker: Ich meine, wenn du immer bei der gleichen Frau deine Brötchen am Morgen holst, dann kannst du auch die angeben.

Speaker: Aber ich weiß auch nicht, ob das jedes Mal so ist, dass die dann kontaktiert werden.

Speaker: Aber dafür müssen diese Personen angegeben werden.

Speaker: Ja.

Speaker: damit die halt ja bezeugen, dass diese Person existiert.

Speaker: Ich finde das absolut crazy.

Speaker: Und eigentlich würde ich sagen, ging das dann.

Speaker: Aber schnell, oder?

Speaker: Also rückblickend ging das schnell.

Speaker: Es hat sich währenddessen angefühlt, als wäre es eine absolute Ewigkeit.

Speaker: Weil...

Speaker: ich sich dann, weiß ich nicht, weil ich halt wollte, dass er so schnell wie möglich hierher kommt und dann hat es aber alles immer, hat sich das dann noch in die Länge gezogen und dann kostet es viel Geld und dann kostet der Flug viel Geld und dann ist halt, hat Kanada halt auch einfach nur ein super kurzes Tourismusfenster,

Speaker: von Juni bis August.

Speaker: Und da sind natürlich die Flüge dann auch am teuersten.

Speaker: Und es hat sich währenddessen angefühlt wie eine Ewigkeit, dass ich auf diesen Menschen warten muss.

Speaker: Und ich kann auch überhaupt nicht fassen, dass er jetzt auch einfach schon seit vier Monaten in Deutschland lebt.

Speaker: Das hat sich vor einem Jahr noch so weit weg angefühlt, dass

Speaker: Das ist manchmal für mich noch überhaupt gar nicht greifbar.

Speaker: Ja.

Speaker: Und jetzt ist er einfach hier.

Speaker: Hat einen Job.

Speaker: Arbeitet hier.

Speaker: Ja.

Speaker: Lebt hier.

Speaker: Lebt hier.

Speaker: verdient hier Geld.

Speaker: Das ist absolut crazy.

Speaker: Das ist so verrückt einfach.

Speaker: Und es war natürlich, das ist jetzt auch der Schnelldurchlaufen, das hört sich alles so an, als wäre das alles super easy gewesen.

Speaker: Und es gab definitiv ganz, ganz viele schwere Zeiten, Stunden, Wochen in dieser Zeit.

Speaker: Weil

Speaker: Trotz seinem Wunsch nach Deutschland auszuwandern, war es für ihn schwer, diese endgültige Entscheidung zu treffen.

Speaker: Und... Also einfach, ich weiß gar nicht... Ja, halt so...

Speaker: Ich glaube, das Endgültige war krass und einfach Angst vor der Veränderung, was ich absolut nachvollziehen kann.

Speaker: Es war zwar auch mal vor der Diagnose mein Wunsch auszuwandern und ja, in meinem Kopf, ich meine, ich war ja auch schon mal ein Jahr in einem anderen Land, aber

Speaker: Ich kann nachvollziehen, dass es für andere Menschen ein ganz, ganz großer Schritt ist.

Speaker: Vor allem, wenn man alles, was man besitzt, verkauft und quasi nichts hinterlässt und alles sein Hab und Gut, was noch da ist, in der Tasche mit sich rumträgt.

Speaker: Ja, das ist eh krass.

Speaker: Also ich finde, wie er hier angekommen ist, mit wie wenig ich habe auch irgendwie gedacht, er hat mehr Gepäck dabei.

Speaker: Ja, irgendwie, dann kam er da mit seiner Duffelbag, mit Klamotten und viele Klamotten hat er aber auch aussortiert.

Speaker: Und natürlich gibt es auch noch Dinge, die dort sind, die auch noch hierher kommen.

Speaker: wenn wir im August hinfliegen.

Speaker: Aber das ist nicht mal annähernd so viel, wie man sich das vielleicht denken würde.

Speaker: Und auch so das Auto zu verkaufen war ein großer Schritt.

Speaker: Der hatte zwar keinen TÜV mehr und er konnte mit dem Auto sowieso nicht mehr fahren oder durfte nicht mehr fahren.

Speaker: Aber ich glaube, da ist einfach auch so viel Sicherheit und Freiheit mit dem Auto verbunden.

Speaker: Ich glaube, das kennen wir alle, wenn unser Auto für ein paar Tage in die Werkstatt muss, fühlt man sich irgendwie komplett verloren.

Speaker: Also zumindest, wenn man so krass auf dem Land wohnt wie wir.

Speaker: Also nee, so krass leben wir nicht auf dem Land.

Speaker: Aber ohne Auto ist schon schwierig.

Speaker: Ja, Öffis hier ist halt nicht ganz so einfach, wie wenn man jetzt mitten in Köln wohnt oder so.

Speaker: Und da gibt es keine Busse oder Züge.

Speaker: Also nur wenig.

Speaker: Und dann hat er halt angefangen, da überall hinzulaufen.

Speaker: Und ja, im Dezember, könnt ihr euch vorstellen, ist in Kanada jetzt auch nicht so geiles Wetter.

Speaker: Bissle kalt vielleicht.

Speaker: Bissle kühl.

Speaker: Bissle kühl.

Speaker: Und er hat einen Hund, für den er eine

Speaker: einen neuen Wohnort, sag ich jetzt mal, ein neues Zuhause suchen musste, weil er die nicht mit hierher bringen konnte.

Speaker: Und das waren einfach solche großen Veränderungen, die für ihn schwer waren.

Speaker: Und auch die erste Zeit hier

Speaker: natürlich verständlicherweise wahnsinnig überfordernd und einfach

Speaker: du kennst niemanden, du sprichst die Sprache nicht oder nicht gut genug, um das zu verstehen, was du gerne verstehen möchtest, weil der Anspruch an sich selber, den man hat, ist sowieso immer noch mal größer.

Speaker: Und er ist sehr perfektionistisch, was Sprache angeht.

Speaker: Das heißt, er möchte den Satz in seinem Kopf eigentlich schon perfekt gedacht haben, bevor er anfängt, ihn auszusprechen.

Speaker: Und ich glaube,

Speaker: Ihr wisst alle, dass das richtige Geschlecht von einem Nomen ist egal.

Speaker: Also ob wir jetzt der, die das benutzen, ist im Deutschen irrelevant, um den Satz an sich zu verstehen.

Speaker: Außer es geht um Wörter wie Korn oder so, wo das oder der Korn die komplette Bedeutung des Satzes verändert.

Speaker: Aber um sowas geht es auch nicht.

Speaker: Und er ist an sich auch kein exzentrischer Mensch.

Speaker: Also er fängt jetzt auf der Straße nicht einfach an, mit Menschen zu sprechen.

Speaker: Oder ist an sich auch kein...

Speaker: glaube, das ist mit Maren und meinem Papa der einzige Mensch, den ich kenne, der in seinem kompletten Leben noch nie ein Mitteilungsbedürfnis verspürt hat.

Speaker: Also, der hat noch nie irgendwas erlebt, wo er dachte, boah, das muss ich jetzt irgendjemandem erzählen.

Speaker: Und dann ist halt einfach so, dann sagt er halt einfach nichts und

Speaker: Zu Recht, ich verstehe, wenn man ihn nicht kennt, meine Mama zum Beispiel hat mich auch schon gefragt, ja, über was redet ihr denn überhaupt, weil sie sich immer total Sorgen macht, dass er einfach nur, er sitzt einfach nur da oder wenn wir spazieren sind, dann läuft er halt einfach mit und er versteht sehr, sehr viel von dem, was wir sprechen, aber beteiligt sich nicht oft an Gesprächen einfach so.

Speaker: Die Sprache wäre dazu aber egal.

Speaker: Also wenn wir uns auf Englisch unterhalten würden, dann würde er genauso wenig zum Gespräch beitragen, weil er das einfach nicht ist, wenn man aber ein richtiges Gespräch mit ihm führt.

Speaker: Also es ist jetzt auch nicht so, dass ich unsere ersten elf Stunden alleine gelabert habe.

Speaker: Das war jetzt nicht so wie bei Maren in der Reha, dass ich drei Wochen einfach nur geredet habe und Maren hat einfach nur gelächelt und genickt.

Speaker: Also, weil... Das ist nochmal ein ganz anderer...

Speaker: wie wenn man Zeit miteinander verbringt.

Speaker: Ich finde, wenn man am Telefon ist, dann ist das immer so, dann muss immer irgendein Gesprächsthema da sein.

Speaker: Natürlich haben wir nach ein paar Wochen auch angefangen, irgendwie einfach Zeug nebeneinander herzumachen.

Speaker: Wir haben beide zum Beispiel gemalt und haben mal kurz nicht miteinander gesprochen, aber den Großteil der Zeit haben wir immer geredet.

Speaker: Und selbst mir ist das auch so anstrengend, da permanent für Gesprächsstoff zu sorgen.

Speaker: Und natürlich war er super interessiert an ganz, an allem, was mit Deutschland zu tun hat.

Speaker: Und dann haben wir natürlich viel, viel, viel Zeit damit verbracht, über solche, über ganz banale Dinge zu sprechen, die in Deutschland halt so und so sind.

Speaker: Und ich lache auch immer noch, wenn er seiner Familie irgendwie Zeug in unserer Wohnung zeigt, das für mich so normal ist,

Speaker: Das ist aber halt in anderen Ländern nicht normalisch, wie dick unsere Wände sind.

Speaker: Dass wir alle Fenster haben, die man kippen kann und nicht nach oben schiebt oder überhaupt öffnen kann.

Speaker: Dass Schuhe vor der Wohnungstür stehen.

Speaker: weil die nicht geklaut werden.

Speaker: Dass man, dass es, also zumindest in unserem Landkreis, gibt es keinen Wohnort, wo es nicht irgendwie sicher wäre, dein Auto draußen irgendwo abzustellen, also abgeschlossen, weil man nicht Angst haben muss, dass irgendjemand in das Auto einbricht, wegen 50 Cent, die in der Mittelkonsole glitzern.

Speaker: Ähm.

Speaker: Ähm.

Speaker: Ähm.

Speaker: Ja, ich meine, wir trinken immer, also ich trink Sprudelwasser.

Speaker: Das ist halt gar kein Thing.

Speaker: Die ganze Brotkultur natürlich, die in Deutschland herrscht.

Speaker: Er ist ein riesen, riesen Fan von allem, was mit Wurst und Fleisch zu tun hat.

Speaker: Speck, ganz groß, ganz hoch im Kurs.

Speaker: Ähm...

Speaker: In Kanada ist es so wie in Amerika, dass wenn man Dinge einkauft, dass die Steuern da noch nicht drauf sind, sondern die erst an der Kasse drauf gerechnet werden.

Speaker: Also bei uns ist es überall so, dass wenn wir etwas in den Einkaufswagen legen, dann bezahlen wir genauso viel, wie auf dem Preisschild steht.

Speaker: Das ist da nirgends so.

Speaker: In unseren Einkaufsläden kann man Alkohol kaufen.

Speaker: Und es gibt nicht separate Alkoholläden, Liquor Stores, wo es dann aber halt dann nichts anderes gibt wie Alkohol.

Speaker: Und bei uns darf man mit einem Bier auf offener Straße rumlaufen und das Bier trinken, ohne dass man eine braune Papiertüte drum herumwickeln muss.

Speaker: Und das darf niemand sehen.

Speaker: Also insgesamt schleben hier sehr viel günstiger als in Kanada.

Speaker: Das habt ihr auch oft gemacht am Anfang, so Preisverglichen von Sachen.

Speaker: Genau, ich habe zum Beispiel meinen Einkauf fotografiert und ihn schätzen lassen, wie viel das gekostet hat.

Speaker: Oder habe mithilfe von KI gekostet.

Speaker: alles eingetippt, was ich gekauft habe und Äquivalente in einem Laden dort gesucht und dann verglichen, wie viel ein Einkauf dort kosten würde und also halt im Vergleich zu hier.

Speaker: Habe dadurch auch rausgefunden, dass Deutschland eines der günstigsten Lebensmittel Länder ist, die es gibt.

Speaker: Das fand ich sehr interessant.

Speaker: Also anscheinend ist es bei uns super günstig einzukaufen im Vergleich zu anderen Ländern.

Speaker: Natürlich das ganze Thema Arbeitssicherheit, aber ich glaube das ist bei jedem, in jedem Land schlechter als hier.

Speaker: Also dass wir, in Deutschland geht es halt viel um Arbeitnehmerschutz.

Speaker: der hat in seinem ganzen Leben noch nie einen Arbeitsvertrag unterschrieben, weil es da sowas halt einfach nicht gibt.

Speaker: Da rufst du halt an und sagst, ja, was kannst du?

Speaker: Und dann sagst du, was du kannst.

Speaker: Und dann sagst du, ja, kannst du morgens um sieben da sein?

Speaker: Und dann bist du halt morgens um sieben da.

Speaker: Und wenn du halt nicht arbeitest, gibt es halt kein Geld.

Speaker: Und er hat schon ganz lange eine Faszination,

Speaker: mit der deutschen Sprache an sich und findet Deutschland ganz toll.

Speaker: Weiß ich jetzt nicht.

Speaker: Woher das kommt, glaube ich, kann er selber nicht mal richtig sagen.

Speaker: Und ich glaube, selbst wenn man hier aufgewachsen ist und die deutsche Sprache fließend spricht, kann man sich vorstellen, wie unfassbar hart das für jemanden ist, der

Speaker: die Sprache nicht kann, das halt alles lernen zu müssen.

Speaker: Was ich im letzten Jahr über meine eigene Sprache gelernt habe, einfach nur, weil ich sie ihm beigebracht habe, ist immens.

Speaker: Angefangen mit einfach nur Grammatik an sich, bis hin zu, dass Englisch eine Mittelzungen-Sprache ist und Deutsch, glaube ich, eine Vorderzungen-Sprache oder sowas.

Speaker: Also, dass man im Englischen hauptsächlich den mittleren Teil der Zunge benutzt, um zu sprechen und im Deutschen entweder vorne oder hinten.

Speaker: I don't remember.

Speaker: Und dass es deswegen für viele so schwer ist, deutsche Wörter auszusprechen, weil sie mit ihrem Mund halt laute formen müssen, die sie halt noch nie vorher sagen mussten.

Speaker: Und es ist auch einfach, es ist auch ein Traum, einfach ihnen beim Deutschen zu sprechen zuzuhören.

Speaker: Es ist so Zucker, weil das klingt einfach alles immer viel weicher, weil gerade dieses harte Schafes zum Beispiel und selbst, also ich finde Hausfülle,

Speaker: Das Wort Haus hat auch ein hartes oder ein scharfes S am Ende.

Speaker: Und daraus wird dann halt Haus mit einem weichen S. Das macht es viel sympathischer, finde ich, als wenn ein Deutscher spricht.

Speaker: Sagen ja auch immer alle, dass Deutsch so eine aggressive Sprache ist oder nicht so hart.

Speaker: Aber mein Ziel ist es, weil wir...

Speaker: im August auf eine, auf einer Hochzeit eingeladen sind von seinem Cousin und wir dafür nach Kanada... Mein Ziel ist es, weil wir im August auf eine Hochzeit eingeladen sind in Kanada, dass er bis dahin auf jeden Fall so gut Deutsch spricht, dass das unsere Geheimsprache wird.

Speaker: Das ist... Ambitioniertes Ziel.

Speaker: Ist so...

Speaker: Naja, kriegt ihr bestimmt hin.

Speaker: Glaube ich auch.

Speaker: Jede Menge.

Speaker: Gibt es irgendwas, was sich seit der letzten Folge verändert hat?

Speaker: In den letzten zwei Wochen?

Speaker: Um mal nicht noch mehr alles platt zu treten, was so zur Kennenlerngeschichte gehört?

Speaker: Zwischen uns beiden oder zwischen die und mir?

Speaker: Ja.

Speaker: Nee.

Speaker: Hat sich zwischen uns was verändert?

Speaker: Nee.

Speaker: Okay.

Speaker: Das wäre auch komisch gewesen.

Speaker: Findest du, hat sich zwischen uns was verändert, seit wir beide in einer Beziehung sind?

Speaker: Weiß ich nicht.

Speaker: Eigentlich nicht, nee.

Speaker: Hattest du Angst davor, dass sich was verändert?

Speaker: Ja.

Speaker: Inwiefern?

Speaker: dass wir uns halt weniger sehen, keine Ahnung.

Speaker: Und da gibt, es gibt ja auch so Unterschiede.

Speaker: Es gibt, äh, wie soll man das sagen?

Speaker: Es gibt Partner, die sind völlig fein damit, wenn einer davon auch Sachen alleine macht.

Speaker: Ich meine, das ist natürlich alles auch super schwierig, weil er kann ja nicht mal einfach, also es ist ja so weit weg, dass er auch nicht einfach sagen kann, na gut, dann gehe ich halt heute mit meinen Freunden raus, wenn du dich heute mit Maren triffst.

Speaker: Nee, das geht halt nicht.

Speaker: Aber, ähm,

Speaker: Zum einen glaube ich, es stört ihn nicht, wenn wir was machen und zum anderen stört es ihn auch nicht, wenn wir einfach zu dritt was machen.

Speaker: Nee.

Speaker: Und mich auch nicht.

Speaker: Oder zu viert.

Speaker: Oder zu viert, ja.

Speaker: Oder zu sechst.

Speaker: Mit den Kids.

Speaker: Ja, ich glaube.

Speaker: Er ist halt auch kein Mensch, der jetzt irgendwie groß... Er redet eh nicht viel.

Speaker: Er redet erstens eh nicht viel.

Speaker: Und was jetzt wäre gar nicht dabei.

Speaker: Auch in Kanada hat er jetzt nicht... Also hat er sich jetzt auch nicht ständig mit Freunden getroffen.

Speaker: Also wenn dann eher jemand, der Onlinespiele spielt oder...

Speaker: Er ist ein richtig heftiger Nerd und bemalt kleine Plastikfiguren, um damit dann ins Spiel zu spielen.

Speaker: Das macht er zum Beispiel hauptsächlich alleine und das macht ihm auch Spaß und das erdet ihn.

Speaker: Dadurch, dass wir uns ja sowieso...

Speaker: Du und ich, wir treffen uns hauptsächlich so unterm Tag.

Speaker: Und ich bin halt auch abends müde.

Speaker: Und du telefonierst abends mit Tee.

Speaker: Und so ist das halt dann, also ich habe jetzt nicht das Gefühl, dass ich weniger von Maren bekomme, seit sie in der Beziehung ist.

Speaker: Ich bin halt manchmal am Wochenende nicht da, aber...

Speaker: Aber wir haben auch davor sonst nicht... Ja, eben, ich wollte gerade sagen.

Speaker: Also selbst auch als...

Speaker: Als du Tee noch nicht hattest und Morgan noch nicht hier gewohnt hat, haben wir auch nicht jedes Wochenende permanent was miteinander gemacht.

Speaker: Also das, ich finde, das hat jetzt nicht unbedingt was mit der, mit dem Fakt zu tun, dass wir beide in einer Beziehung sind.

Speaker: Ich glaube, es ist aber auch ein Unterschied.

Speaker: Ich glaube, jeder Typ, der uns kennenlernt, weiß auch, wie eng wir miteinander sind.

Speaker: Es hört sich komisch an zu sagen, wie viel Zeit diese Freundschaft in Anspruch nimmt.

Speaker: Weil es ist nicht, dass wir Ansprüche auf so viel Zeit miteinander haben.

Speaker: Es ist für mich eher so heftig, dass ich jemanden gefunden habe,

Speaker: mit dem ich so viel Zeit überhaupt verbringen möchte.

Speaker: Also, dass ich irgendwie, dass wir uns, wir könnten uns jeden Tag sehen und es wäre irgendwie nie, dass mal einer von uns das Gefühl hätte, okay, ich spreche jetzt mal nicht für uns beide, ich hätte nie das Gefühl, boah, nee, jetzt muss ich die heute schon wieder sehen.

Speaker: Oder, über was reden wir denn jetzt heute?

Speaker: Ja.

Speaker: Und es gab auch davor immer in unserer Freundschaftsphasen, es gab schon Zeiten, da haben wir uns wirklich jeden, jeden Tag gesehen, aber es gab auch davor Zeiten, da haben wir uns, keine Ahnung, ja halt so, wie es halt reingepasst hat.

Speaker: Es ist ja auch nicht so, dass wir dann keinen Bock aufeinander haben.

Speaker: Oder dann geht es halt gesundheitlich nicht oder wir achten zum Beispiel darauf, wenn einer von uns krank ist und auf eine Art und Weise krank, also

Speaker: dass wir uns selber umeinander kümmern können.

Speaker: Also wenn Maren sich noch um sich selber kümmern kann, dann kommt sie nicht her in der Zeit, in der sie krank ist.

Speaker: Aber zum Beispiel als ich vor fast zwei Jahren mit einer Pneumonie zu Hause lag, war Maren trotzdem da und hat sich um mich gekümmert, weil ich es halt alleine auch nicht mehr konnte.

Speaker: Und dann ist es auch egal, aber wir versuchen unser, das Immunsystem vom anderen so weit zu schützen, wie es geht.

Speaker: Und dann kann es halt sein, dass wir uns eine Woche nicht sehen, weil wir halt krank sind.

Speaker: Das heißt aber nicht, dass wir keinen Kontakt miteinander haben, weil dann telefonieren wir halt stundenlang jeden Tag.

Speaker: Es war einfach schon immer so, das liegt nicht an den Männern.

Speaker: Ich habe mir eine Frage aufgeschrieben, wo ich auf deine Antwort sehr gespannt bin.

Speaker: Was würdest du sagen, sind die größten Unterschiede zwischen euch als Paar und uns als Paar?

Speaker: Keine Ahnung.

Speaker: Das ist alles anders.

Speaker: Aber ich finde, ich habe mir nämlich da auch Gedanken darüber gemacht und ich finde, es ist irgendwie alles anders und irgendwie ist auch so viel nicht anders.

Speaker: Weil es gibt in beider Beziehung jemanden, der, ich sag mal, den Großteil der Gespräche trägt.

Speaker: In meiner Beziehung bin das ich, in Marens Beziehung ist das T. Ich finde es nicht.

Speaker: Ähm...

Speaker: Und es, also, es, wir haben, wir, wir, wir haben beide einen Hund, die, ähm, der Hund wurde vom Partner jeweils als den eigenen angenommen, finde ich.

Speaker: Ähm.

Speaker: Gut, ich meine, klar, mal so offensichtliche Dinge wie der, die Interessen sind unterschiedlich.

Speaker: Ja, okay.

Speaker: Unteraltersunterschied.

Speaker: In deiner Beziehung bist du jünger, in meiner Beziehung bin ich älter.

Speaker: Aber ich meine eher so...

Speaker: es gibt Paare, die hängen 24-7 aufeinander und sind auch dann so unfassbar touchy, wenn sie beieinander sind, egal ob da jetzt noch andere Leute dabei sind oder nicht.

Speaker: Und ich würde sagen, das sind wir beide nicht.

Speaker: Ähm...

Speaker: wir können uns sehr gut mit anderen Menschen treffen, ohne dass wir den anderen Menschen ein komisches Gefühl geben.

Speaker: Also ich hätte jetzt auch kein Problem damit, mit Tee und dir alleine was zu unternehmen.

Speaker: Genauso wenig, wie es für mich ein Problem wäre, wenn du mit Morgan und mir irgendwas unternehmen würdest.

Speaker: Also da gibt es kein drittes Rad am Wagen.

Speaker: Ich habe sogar manchmal eher das Gefühl, dass...

Speaker: unsere Partner das dritte Rad am Wagen sind.

Speaker: Wir waren halt zuerst da.

Speaker: Was?

Speaker: Ich möchte das sagen.

Speaker: Und ich finde, es ist auch ganz wichtig, dass

Speaker: wir beide keine Partner haben, die auf sowas irgendwie, ich will jetzt nicht sagen eifersüchtig, aber die das auch akzeptieren für das, was es ist.

Speaker: Also, wenn ich zum Beispiel sage, ich liebe in meinem Leben niemanden mehr als Mara oder sie war meine erste große Liebe oder

Speaker: es kennt mich niemand besser als Maren, ja, dann ist das halt einfach Fakt.

Speaker: Also das ist jetzt nicht so, eigentlich liebe ich Maren und meinen Freund überhaupt nicht und der ist nur da, wie auch immer, zur Bespaßung oder so.

Speaker: Ich wünsche wirklich jedem, dass sie in ihrem Leben mal so eine Freundschaft erleben wie unsere.

Speaker: Und ich finde es wichtig, dass der Partner dann nicht anfängt, eifersüchtig zu sein, hat man auch schon, auf die beste Freundin.

Speaker: Weil das ist einfach so, das ist für mich so hohl.

Speaker: Glaub mir, in der Zeit, wo wir Single waren, beide.

Speaker: und gesehen haben, was es da alles so auf dem Markt gibt, haben wir uns so oft gefragt, ob es nicht einfacher wäre, wenn wir einfach zusammen wären.

Speaker: Aber das ist halt keine Entscheidung.

Speaker: Ja, das kann man sich halt leider nicht...

Speaker: Sexualität ist halt leider keine Entscheidung.

Speaker: Da haben wir es halt wieder Leute.

Speaker: Es ist und bleibt halt einfach eine Freundschaft oder eine Chosen Family oder wie auch immer Seelenverwandtschaft, wie auch immer man sich das nennen möchte.

Speaker: Aber die Gefühle sind trotzdem anders wie für einen romantischen Partner.

Speaker: Ich glaube, Romantik gibt es in beider unserer Beziehungen eher Medium.

Speaker: Ja.

Speaker: Also in unseren nicht so viel.

Speaker: Da muss ich erst wieder zurückdenken.

Speaker: Wir waren zusammen auf dem Konzert von Gregor Hägele.

Speaker: Also Maren und ich?

Speaker: Ja.

Speaker: Und da gab es so ein paar Momente, wo es dann hieß, ja, und jetzt schaut euch mal euren Nachbarn an und wenn ihr mit ihm da seid, dann nehmt ihr ihn in den Arm und wir waren immer so, das ist zu viel.

Speaker: Also nicht, weil ich mag ihn nicht in den Arm nehmen, wir nehmen uns oft in den Arm, aber es war also unfassbar heiß an dem Tag.

Speaker: Und also, wenn wir, wenn wir

Speaker: so eine Welle von Affection und Zuneigung spüren dem anderen gegenüber, dann strecken wir meistens den Zeigefinger aus und dann berühren wir so den Zeigefinger.

Speaker: So ein bisschen wie mehrjährigen Frau, Mann und Blaubarschbube vereint mit ihrem Ring.

Speaker: Aber also ich

Speaker: Und ich glaube, es gibt trotzdem viele Momente, wo Menschen, die uns vielleicht auf der Straße treffen, denken, dass wir ein Paar sind.

Speaker: Safe gab es auch auf dem Konzert Menschen, die gedacht haben, wir sind ein Paar.

Speaker: Und es könnte uns nicht weniger jucken.

Speaker: Weil es wäre auch nicht schlimm.

Speaker: Aber es ist halt einfach, das stimmt halt nicht.

Speaker: Wir sind halt einfach nur befreundet.

Speaker: Und

Speaker: Ich kann auch nicht sagen, ich bespreche mit meiner besten Freundin Dinge, die ich mit meinem Freund nicht bespreche und andersrum.

Speaker: Es gibt tatsächlich in meinem Leben absolut rein gar nichts, was ich mit Maren nicht bespreche.

Speaker: Fertig.

Speaker: Punkt.

Speaker: Also es, und es ist auch nicht, oh, hat das und das gemacht?

Speaker: Also so, es ist auch nicht irgendwie lästern über Partner oder über andere Freunde, aber einfach, egal was in meinem Leben passiert, wenn mir ein Furz krumm sitzt, dann weiß Maren davon.

Speaker: Weil, so ist es einfach.

Speaker: Und da muss ich mir nie, da gibt es auch keine Tabuthemen so, ähm,

Speaker: Was weiß ich, das ist irgendwie... Ach, wenn ich... Ich habe was Falsches gegessen.

Speaker: Scheiß mir die Seele aus dem Leib.

Speaker: Dann denke ich mir nicht, oh, das kann ich Maren nicht erzählen.

Speaker: Ich bin noch so, dass... Also so viel Anstand habe ich, dass ich ihr nicht vom Klo anrufe.

Speaker: Sag Maren, es ist gerade... Es explodiert gerade.

Speaker: weiß, was los ist.

Speaker: Das ist Tatsache.

Speaker: Und es geht auch nicht darum, dass wir dann irgendwie intime, peinliche Details aus unseren Beziehungen teilen, wo jetzt Tee vielleicht denken müsste, oh, Nora, was ist das jetzt?

Speaker: Ich weiß gar nicht, das ist halt einfach so ein

Speaker: Ich weiß halt, Pride.

Speaker: Aber das meiste ist so, also es geht ja bei den Sachen nicht darum, dass sich meine Meinung täglich überändert oder sowas.

Speaker: Das ist auch das Positive dran.

Speaker: Ich finde, das spricht auch für die jeweilige Beziehung und für unsere Freundschaft.

Speaker: Weil keiner von uns ist in der Beziehung so, dass er sagen würde, ich muss dir jetzt irgendwas erzählen, aber du darfst das eigentlich gar nicht wissen.

Speaker: Ja, weil es ist halt so ein... Ich finde, es ist eher so ein, wir vertrauen uns alle untereinander.

Speaker: Und die Dinge, die wir halt besprechen, also da ist es für alle okay quasi, wenn ich das...

Speaker: wenn ich das auch weiß.

Speaker: Aber wir haben da auch nie einen Hehl draus gemacht.

Speaker: Also so von Anfang von deiner Beziehung und meiner stand fest, egal was passiert, wir erzählen uns gegenseitig davon.

Speaker: Da gab es nie ein, aber du durftest das Nora gar nicht erzählen.

Speaker: Hä, warum?

Speaker: Was soll ich denn mit der Information anfangen?

Speaker: Also, was denkst du denn, was passiert, wenn ich das weiß, wir sind doch keine 13 mehr?

Speaker: Dass ich das noch jemand anderem erzähle, oder?

Speaker: Wir wissen alle, es hört in uns aus, also mit unserem Kreis hört es auf, von den Leuten, die Bescheid wissen.

Speaker: Und es ist auch nicht, dass dann T zu Besuch kommt und sagt, du weißt, was du gemacht hast.

Speaker: Also, das ist sowas Kindesches.

Speaker: Ich hoffe, dass das einfach auch mit unserem Alter zu tun hat, dass wir sowas nicht machen.

Speaker: Ich hoffe, dass Leute in unserem Alter sich sowas nicht mehr geben.

Speaker: Keine Ahnung.

Speaker: Ich überlege auch die ganze Zeit.

Speaker: Aber ich habe das Gefühl, es sind ja nie so irgendwie......irgendwelche spicy News, die man dann irgendwie...

Speaker: rumerzählen will oder so.

Speaker: Keine Ahnung, es ist ja auch nicht so, dass wir irgendwie über den ganzen Tag über, was weiß ich, völlig pikante Details aus unserem Sexleben reden oder so, was weiß denn ich, darum geht es doch gar nicht.

Speaker: Das ist meistens gar nicht das Thema.

Speaker: Oder was heißt meistens, das ist eigentlich nie das Thema.

Speaker: Also könnte ich mit Maren teilen, aber man erzählt ja auch nur Sachen,

Speaker: weiß ich nicht, die man will oder, also auch wenn es um alles geht, aber trotzdem, du sagst ja auch nicht, mein Tag war so, also morgens um sieben sind wir aufgestanden, dann bin ich hier, erst mal habe ich meinen Fuß gegen die Türkante gehauen, dann versuchst du gerade so zu tun, als würden wir so nicht leben.

Speaker: Ja.

Speaker: Ah, tun wir nicht.

Speaker: Okay.

Speaker: Gut, also meine erste Amtshandlung jeden Morgen ist eigentlich Maren anzurufen.

Speaker: Ja, aber... Und ich habe halt auch schon richtig viel erlebt, bis du mich anrufst.

Speaker: Und ich erzähle dir das nicht immer alles.

Speaker: Also okay, viele und vor allem Sachen, die mich belastet haben.

Speaker: Aber glaubst du, ich weiß noch, was in den fünf Stunden schon alles passiert ist?

Speaker: Okay, es liegt vielleicht eher daran, weil ich die Hälfte nicht mehr weiß.

Speaker: Ja.

Speaker: Ja.

Speaker: Aber ich habe am Wochenende wieder gedacht, es freut mich, dass ihr wieder Random Facts ausgetauscht habt.

Speaker: Also so indirekt halt wie Flüsterpost über mich, aber doch, da freue ich mich immer drüber.

Speaker: Haben wir?

Speaker: Hä, klar.

Speaker: Von dem Blob und von der... Achso, ja, stimmt, stimmt, stimmt.

Speaker: Also, wir haben, also Fun Facts, nicht jetzt irgendwie über, wir haben nicht über Maren geredet, sondern Tee hat was entdeckt, was er super interessant fand und wollte es mir erzählen.

Speaker: Das hat aber überhaupt nichts mit Beziehungen, nichts mit gar nichts, sondern es ist absolut irrelevant.

Speaker: Das ist, hat sich unserer Neurodivergenz geschuldet, dass wir so etwas interessant finden.

Speaker: Und dann können wir, also wir wissen glaube ich beide, dass sich der andere über sowas begeistern kann und deswegen teilen wir sowas, weil mein Partner interessiert sowas nicht und Maren ist sowas eher, also kann sich bei sowas halt auch nicht so begeistern, wie ich das zum Beispiel könnte.

Speaker: Ich bin ja selber fasziniert, dass du noch weißt, worum es ging.

Speaker: Ich finde, ja.

Speaker: überraschend.

Speaker: Und T, weil ich weiß, du hörst dir das an, Maren hat mir davon erzählt, im Zuge, als sie mir gesagt hat, dass ich mir die YouTube-Videos angucken muss.

Speaker: Und überraschenderweise konnte sie mir noch richtig viel sagen aus dem YouTube-Video.

Speaker: Also ich finde, das ist... Ich habe aufgepasst.

Speaker: Ja, okay.

Speaker: Vielleicht auch einfach nur, weil...

Speaker: wie können sich Menschen mit sowas beschäftigen?

Speaker: Und ich glaube, ich hoffe, dass das nicht absolut ganz arg weird klingt, wenn ich das sage, aber ich glaube, unsere Partner haben jeweils die Persönlichkeit von uns.

Speaker: Also mein Partner ist von der Persönlichkeit eher wie Maren als wie ich und ihr Partner ist von der Persönlichkeit eher wie ich.

Speaker: Ich glaube, das macht auch viel in unserer Beziehung ähnlich.

Speaker: Nur halt verkehrt rum.

Speaker: Ja.

Speaker: Das ist doch eigentlich auch ein ganz gutes...

Speaker: Resümee?

Speaker: Oder wolltest du noch was sagen?

Speaker: Ich habe noch eine loaded question für dich.

Speaker: Oh.

Speaker: Okay.

Speaker: Hau raus.

Speaker: Wie hat sich deine Vorstellung von Liebe in den letzten Jahren verändert?

Speaker: Und zweiter Teil von...

Speaker: der Frage.

Speaker: Glaubst du, unsere Freundschaft hat zu der Veränderung beigetragen, falls es eine Veränderung gab?

Speaker: Ja und ja.

Speaker: Das wäre jetzt auch die klassische Maren-Antwort.

Speaker: Ja, fertig.

Speaker: Ja, definitiv.

Speaker: Ich finde, ich habe in unserer Freundschaft gelernt, dass

Speaker: Ich wollte gerade sagen, dass es nicht immer Kompromisse geben muss.

Speaker: Aber das ist, glaube ich, auch nicht richtig.

Speaker: Aber es fühlt sich einfach nicht so an, sondern wir finden irgendeinen Weg.

Speaker: Also egal für was.

Speaker: Und manchmal gibt es vielleicht Sachen, auf die der eine mehr oder weniger Bock hat, aber dann kann man auch, also ohne...

Speaker: sich irgendwie selber einen Zacken aus der Krone zu brechen, sagen, hey, komm, wir machen das heute, ich weiß, du hast schon Bock drauf.

Speaker: Irgendwie so, in die Richtung.

Speaker: Ich weiß nicht so recht, wie ich das beschreiben soll.

Speaker: Ich weiß, was du meinst.

Speaker: Ich glaube, der große Unterschied ist, dass du dich mittlerweile in Beziehungen befindest und damit meine ich nicht nur romantische Beziehungen, in der du...

Speaker: genauso wichtiger Part bist wie der andere.

Speaker: Also es geht nicht ums Kompromisse eingehen, sondern dass auch deine Erfahrung, dein Mut, deine Gefühlswelt

Speaker: von Belang ist.

Speaker: Also dass einfach auch mal darauf geachtet wird, was du möchtest, weil ich glaube, du gehst dein ganzes Leben schon Kompromisse ein, damit es anderen besser geht, damit andere genau das bekommen, was sie möchten.

Speaker: Und jetzt lernst du, wie es sich anfühlt, wenn andere Leute das mal für dich machen, weil du das wert bist, dass man das für dich macht.

Speaker: Und das sind nicht immer wahnsinnig extravagante Dinge.

Speaker: Das sind einfach manchmal kleine Dinge, die man halt für den Partner macht, die eigentlich, also in unserer Wahrnehmung selbstverständlich sein sollten, es aber leider nicht immer sind.

Speaker: Und ich glaube, das ist ein...

Speaker: Was ich auch ganz krass finde, was sich verändert hat, ist so, dass man sich gegenseitig, also es spielt schon auch irgendwie damit rein, dass man sich gegenseitig supportet, aber wenn einer einen Wunsch hat, dann supportet man sich einfach und dann ist es nicht so,

Speaker: Man wird nicht belächelt für irgendeine Idee oder für irgendeinen Wunsch, den man hat.

Speaker: Und dann wird gesagt, ja, mach du mal dein Ding und schauen wir mal, was raus wird.

Speaker: Wird eh nichts oder so.

Speaker: Sondern ist aktiver Support.

Speaker: Wie kann ich dich dabei unterstützen?

Speaker: Wie kriegen wir das hin, damit du deinen Traum lebst?

Speaker: Ja.

Speaker: Ja, mir ist gerade eben noch was eingefallen, was ich schon wieder vergessen habe.

Speaker: Gut.

Speaker: Ah,

Speaker: Was ich ganz krass gelernt habe, dank unserer Freundschaft, ist, dass Liebe nicht verdient werden muss.

Speaker: Und mein Therapeut hat letztens zu mir gesagt, dass Liebe immer mit Bedingungen kommt.

Speaker: Also die einzige bedingungslose Liebe, die man eigentlich erfährt, ist die der Familie.

Speaker: nur die Liebe von einem Elternteil, dass man dafür nichts tun muss.

Speaker: Aber ich würde behaupten, gelernt habe ich das eigentlich erst mit unserer Freundschaft, dass ich nichts dafür tun muss,

Speaker: um Liebe zu verdienen und Zuneigung zu verdienen, dass ich nicht irgendwie, ich muss dir keine Geschenke machen, ich muss nicht dieses und jenes machen, das kommt einfach, weil ich das möchte, aber weil ich Liebe bekomme, möchte ich das machen.

Speaker: Und dann ist das ein Austausch von was auch immer, Liebe, Zuneigung, Support, was auch immer.

Speaker: Und ja, das sind

Speaker: Das sind wie stille Bedingungen für uns beide, aber weil wir sie ja bekommen, bekommen wir auch die Liebe.

Speaker: Und es ist ganz egal, wie schlecht es mir geht, meine mentalen Struggles, meine physischen Struggles, nichts davon ist ein Grund, mich nicht zu lieben.

Speaker: Aber das weiß ich erst durch dich.

Speaker: Ich muss mich nicht verändern,

Speaker: um es zu verdienen, geliebt zu werden.

Speaker: Ja.

Speaker: Und du auch nicht.

Speaker: Genauso.

Speaker: Weil ich lieb dich genauso wie du bist.

Speaker: Und ich lieb dich genauso wie du bist.

Speaker: Das ist jetzt so ein Moment, wo sich andere Leute vielleicht in die Arme fallen würden und...

Speaker: Da ich selbst, ich habe gerade schwitzige Hände, weil es einfach mal wieder 25 Grad draußen hat, deswegen lassen wir das mit dem Händebrühen jetzt auch.

Speaker: Das reicht auch so.

Speaker: Letzte Woche haben wir nämlich auch nicht mal unsere Date-Idee, unsere Freundschafts-Date-Idee, das wir ja eigentlich auch immer machen, mit euch geteilt.

Speaker: Aber ich habe es nicht vergessen, was es war.

Speaker: Deswegen bin ich total aufgeregt, das mit euch zu teilen.

Speaker: Geht mit euren Freunden entstreichlich zu.

Speaker: Ich habe gerade meinen Bleistift auf den Block fallen lassen.

Speaker: Leute, ich liebe Streichelzoos, ich liebe Tiere über alles.

Speaker: Und ja, man kann sich jetzt darüber streiten, ob Zoos an sich überhaupt gut sind.

Speaker: Bei uns gibt es einen Streichelzoo, wo man

Speaker: wo die Tiere draußen leben und die, also um die wird sich top gekümmert, die sind, die haben genau das, was sie da zum Leben brauchen und da kann man so Futter für die halt, ja, vorbeilaufen und Futter für die kaufen und das macht

Speaker: mit Freunden richtig Spaß.

Speaker: Die Hunde lieben es da.

Speaker: Und falls ihr sowas in der Nähe habt, das nicht irgendwie voll mit Tierausbeutung ist oder sowas, dann finde ich, ist das eine Top-Idee für ein Freundschafts-Date.

Speaker: Und in dem Sinne, bis zum nächsten Mal.

Speaker: Wir freuen uns auf euch.

Speaker: Ciao.

Speaker: Gruß und Kuss.

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

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