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FrittenFunk
FrittenFunk

33 plays · May 13, 2026

Transcript

Speaker: Willkommen hier beim Frittenfunk, oh ja!

Speaker: Die Ohren spitzen, es geht gleich los!

Speaker: Ganz ruhig, ganz locker, wir starten geschwind!

Speaker: Der Frittenfunk läuft, also sei jetzt gespannt!

Speaker: Hallöchen!

Speaker: Hallihallo und willkommen zurück beim Frittenfunk!

Speaker: Wir sind der Podcast, in dem wir einfach bei monatelang verschwinden und dann so tun, als wäre gar nichts gewesen.

Speaker: Als hätten wir nicht irgendwie ein halbes Staffelfinale hinter uns.

Speaker: Aber wir sind wieder da und wir hatten eine kleine Pause.

Speaker: Leute haben schon gedacht, wir hätten uns gestritten.

Speaker: Nee, wir haben nicht gestritten.

Speaker: Wir waren einfach nur emotional beschäftigt.

Speaker: Und ein bisschen romantisch fehlgeleitet.

Speaker: Ja.

Speaker: Da kommen wir gleich schon ins Eingemachte.

Speaker: Bevor wir aber anfangen...

Speaker: Wie immer.

Speaker: Maren, was war dein Mutmoment der Woche?

Speaker: Mein Mutmoment der Woche war, wir haben heute entschieden, dass wir es endlich schaffen, den Podcast wieder aufzunehmen.

Speaker: Und davor sind wir noch mit den Hunden raus.

Speaker: Und wie so oft wollte ich einen Kuchen aus der Konditorei, wo wir manchmal vorbeilaufen.

Speaker: Und wir sind mit beiden Hunden in die Konditorei rein.

Speaker: Das war krass.

Speaker: Ja, also für Maren ist das schon krass.

Speaker: Hunde sind in der Konditorei, das ist auch ein Café, erlaubt.

Speaker: Und man darf da auch mit dem Hund rein und sich ganz normal hinsetzen, frühstücken und so weiter.

Speaker: Aber für Maren ist das immer schwierig, weil sie grundsätzlich denkt, sie stört damit irgendjemanden oder das ist nicht in Ordnung und wir sind ja schließlich in Deutschland.

Speaker: Aber heute haben wir das geschafft.

Speaker: Krass.

Speaker: Was war dein Mutmoment der Woche?

Speaker: Mein Mutmoment war gestern.

Speaker: Ich war auf einem Date mit meinem Freund in einem Restaurant, in dem ich noch nie war.

Speaker: Und erstens mal habe ich was bestellt, das ich noch nie irgendwo bestellt hatte.

Speaker: Und wer mich kennt, weiß, ich bestelle immer dasselbe.

Speaker: Das war eigentlich auch eine richtige Maren-Bestellung.

Speaker: Ja, ich habe auch an dich gedacht und ich dachte so, nee, Maren würde den Burger bestellen.

Speaker: Ähm.

Speaker: Und nicht irgendwie safe gehen mit Schnitzel mit Pommes und Rahmsoße oder so.

Speaker: Und ich habe einen Burger bestellt mit Pommes, auf dem Kässpätzle und sowas waren.

Speaker: Also so richtig typisch für die Umgebung hier.

Speaker: Und ich bin grundsätzlich jemand, der sein Essen fast gar nicht, bis nur sehr wenig salzt.

Speaker: Und für mich ist Essen schnell zu salzig, aber das Essen war so unfassbar salzig, dass ich meine Pommes, meine geliebten Pommes, nicht zu Ende essen konnte.

Speaker: Und ich habe es der Bedienung gesagt, die gefragt hat, ob es in Ordnung war.

Speaker: Und ich habe selber lange im Service gearbeitet.

Speaker: Ich weiß, diese Frau kann natürlich auch nichts dafür und sowas passiert auch einfach mal.

Speaker: Aber ich habe es ganz lieb gesagt, weil ich dachte, nee, ich lüge jetzt nicht.

Speaker: Weil normalerweise kommt die Bedienung dann einfach an den Tisch und sagt, ja, war's gut.

Speaker: Und alle sagen einfach immer, ja.

Speaker: Und dieses Mal habe ich gesagt, nee, es war unfassbar salzig.

Speaker: Und darauf bin ich richtig stolz.

Speaker: Ich auch.

Speaker: Hast du gut gemacht.

Speaker: Also, Maren, zum Eingemachten, warum waren wir weg?

Speaker: Dafür, also, um euch erklären zu können, warum wir seit Anfang des Jahres einfach Funkstille hatten, wobei wir eigentlich nur kurz Pause machen wollten.

Speaker: Also und mit Funkstille nur im Podcast, nicht wir.

Speaker: Ja, oh mein Gott, ja, ja.

Speaker: Nicht, dass jemand auf falsche Gedanken kommt hier.

Speaker: Und dann ist einfach irgendwie Leben passiert.

Speaker: Ja.

Speaker: Wir haben halt eigentlich immer gedacht, komm, nächste Woche nehmen wir auf und dann ist jetzt auf einmal quasi wieder Sommer.

Speaker: Und plötzlich wohnt ein Kanadier bei dir.

Speaker: Oder plötzlich bist du wieder vergeben.

Speaker: Wir haben einfach beide komplett neue Kapitel angefangen, die einfach unsere komplette Aufmerksamkeit eingenommen haben.

Speaker: Aber Maren...

Speaker: Die Menschen wollen antworten.

Speaker: Ich lieb's im Mittelpunkt zu stehen.

Speaker: Du bist wieder in einer Beziehung.

Speaker: Ja.

Speaker: Wie ist das passiert?

Speaker: Also, es sind, ich glaub, du warst jetzt zweieinhalb Jahre oder so, Single ungefähr.

Speaker: Ja.

Speaker: Weil letztes Mal, als wir Podcast aufgenommen haben, warst du noch in der ich-brauch-niemanden-außer-meine-Ruhe-Phase.

Speaker: Ja, das stimmt auch.

Speaker: Das habe ich auch so gefühlt.

Speaker: Und ich habe das Dating Game eigentlich auch schon aufgegeben.

Speaker: Ich habe mal wieder, nicht zum ersten Mal, wie ihr raushören könnt, zu dir gesagt, ich werde die Apps löschen.

Speaker: Oder die App.

Speaker: Ich kann das alles nicht mehr.

Speaker: Ich habe das Gefühl, es gibt keine normalen Menschen mehr.

Speaker: Ich werde für immer allein bleiben.

Speaker: Kein Bock mehr auf Typen.

Speaker: Kein Lust mehr.

Speaker: Aber du hast gesagt, komm schon.

Speaker: Du hast auch nicht gedacht, dass du mich findest.

Speaker: Und das stimmt.

Speaker: Und jetzt sind wir verliebt seit vier Jahren?

Speaker: Mhm.

Speaker: Passt fünf.

Speaker: Passt fünf.

Speaker: Und hast mich überredet, die App doch noch draufzulassen.

Speaker: Und dann war da halt jemand, der auf einmal nett zu mir war und nicht komisch.

Speaker: Ja, so beginnen wir auch die allerbesten Liebesgeschichten.

Speaker: Ja, der war nett zu mir, nicht komisch.

Speaker: Ja, so einfach kann es manchmal sein.

Speaker: Da muss es einfach nur nicht komisch sein.

Speaker: Damit ist auch, doch ein bisschen komisch ist er schon, aber liebevoll komisch.

Speaker: Damit ist auch die Frage beantwortet, wie ihr euch kennengelernt habt.

Speaker: Leider nicht irgendwie im Supermarkt.

Speaker: Der Apfel ist runtergefallen und ihr habt beide danach gegriffen und die Hände haben sich berührt und ihr wusstet das und die Zeit stand still.

Speaker: Und leider habt ihr euch auch nicht irgendwie durch eine Zeitungsannonce kennengelernt, die ihr...

Speaker: geschalten hat.

Speaker: Mal abgesehen davon, dass er in einem anderen Landkreis wohnt.

Speaker: Und wir halt nicht Zeitung lesen, aber hey.

Speaker: Und auch wenn ich immer Witze darüber mache, dass du alt bist, ich glaube so alt, dass du eine Zeitungsannonce schalten würdest, bist du dann doch noch nicht.

Speaker: Aber genau.

Speaker: Weil wir die Privatsphäre von Marims Partner wären möchten, nennen wir ihn im Podcast einfach Tee.

Speaker: Und ich habe Tee schon kennengelernt.

Speaker: Und das ist ein unfassbar lieber Mann.

Speaker: Ein richtig, richtig toller.

Speaker: Und der passt auch mega gut zu Maren.

Speaker: Und wer mich kennt, weiß, dass ich sowas mal sag, ist... Was richtig Besonderes.

Speaker: Was Besonderes.

Speaker: Nur als ich sonst immer eher so...

Speaker: Also Maren war in den letzten zwei Jahren nicht nur auf einem Date und ich hatte, manchmal kann ich das gar nicht richtig beschreiben.

Speaker: Also das liegt nicht an einer bestimmten Sache, weil Maren jetzt auch nicht irgendwie

Speaker: Also, ja, ich sag jetzt einfach mal so Loser, wie in manchen Reality-TV-Shows daten würde.

Speaker: Wenn ich den Namen sag, dann werden wir safe gecancelt.

Speaker: Aber die waren an sich vielleicht alle nett, aber nett ist halt auch der kleine Bruder von Scheiße.

Speaker: Und manchmal war es auch einfach mein Bauch, der gesagt hat, nee.

Speaker: ich glaube, nee, irgendwie ist es das nicht.

Speaker: Und zu Recht hat Maren mich auch irgendwann gefragt, ja, glaubst du überhaupt, dass es irgendwie jemanden gibt, bei dem du wirklich so on board bist und auch sagst, ja, das ist der.

Speaker: Und

Speaker: Meiner Meinung nach ist Maren das allerbeste, was einem passieren kann im Leben.

Speaker: Es gibt niemanden, der mehr für einen tun würde, der mehr Frieden und Freude in sein Leben bringen könnte, wie Maren es tut.

Speaker: Und sie ist eine unfassbare Bereicherung für jeden Menschen, der sie kennt.

Speaker: Und...

Speaker: Ja, das muss schon ein krasser Typ sein, wenn ich sage, ja okay.

Speaker: Es gibt, wenn ich ehrlich bin, bestimmt in meinen Augen niemanden, wo ich sagen würde, ja, der verdient Maren.

Speaker: Weil ich einfach grundsätzlich denke, sie ist besser als alle anderen.

Speaker: Aber ich weiß, dass Tee sie richtig, richtig doll glücklich macht.

Speaker: Und so verliebt habe ich sie noch nie gesehen.

Speaker: Und er tut ihr einfach richtig gut.

Speaker: Und er gibt ihr ein gutes Gefühl und das ist einfach so viel wert, dass selbst mein Bauch sagt, ja, das ist richtig.

Speaker: Und die sind auch zusammen ein unfassbar süßes Pärchen.

Speaker: Ich möchte aber von dir wissen, was sind Tees Green Flags?

Speaker: Also ich würde sagen...

Speaker: dass er sehr fürsorglich ist und immer sehr darauf bedacht ist, dass es anderen oder im Speziellen auch mir gut geht.

Speaker: Was ich rausgefunden habe in der Datingzeit, was mir auch sehr wichtig ist, ist eine politische Einstellung.

Speaker: Ja.

Speaker: Da hat er die richtige aus meinen Augen.

Speaker: Ja.

Speaker: Das ist auch sehr wichtig.

Speaker: Ja.

Speaker: Ähm...

Speaker: Wir interessieren uns für ähnliche Sachen.

Speaker: Für Kunst zum Beispiel.

Speaker: Jetzt hast du mich aus dem Konzept gebracht.

Speaker: Entschuldigung.

Speaker: Ich habe ein bisschen verwirrt geguckt, weil das Interesse an Kunst, würde ich behaupten, ist...

Speaker: Anders.

Speaker: Ja.

Speaker: Also... Das ist richtig, aber... Aber, also, er interessiert sich eher für quasi fertige Kunst und Maren interessiert sich halt für Kunst machen.

Speaker: Ähm... Aber, ja.

Speaker: Ähm... Was mir zum Beispiel auffällt, ist, dass... Und ich finde, das bei einer chronisch Kranken zu treffen, ist super schwierig.

Speaker: Er ist...

Speaker: investet und versucht immer alles so zu gestalten, dass es für sie in Ordnung ist, also dass sie das mit ihrer Leistung, mit ihrer Energie machen kann, aber ohne irgendwie sie zu bemuttern.

Speaker: Also das ist einfach irgendwie ein...

Speaker: ein Verstehen wollen eher als irgendwie ein Bestimmen.

Speaker: Ja.

Speaker: So, das kannst du oder nee, das kannst du nicht, sondern es ist ein sehr fürsorgliches, wie gestalten wir den Tag, damit du auch eine richtig gute Zeit hast und wie können wir das so gestalten, dass, wenn wir uns was wünschen, dass wir das verwirklichen können.

Speaker: Ja, und das ist eigentlich auch immer, das sagt er auch ganz oft, äh,

Speaker: sodass er sich denkt, er weiß, dass ich Sachen schaffe und dass ich das auch alleine kann.

Speaker: Aber er sagt ganz oft, ich möchte aber halt, dass du die Kraft dann lieber für irgendwas Schönes aufwendest und die dafür übrig hast und nicht, dass nur weil du das kannst, dass du dann Zeug machst und dann halt für nichts Schönes mehr Kraft hast.

Speaker: Nur weil du dir selber beweisen willst, dass du das noch kannst.

Speaker: Und ich glaube, er macht es ihr leicht,

Speaker: Dinge abzugeben, dass es für sie okay ist, dass er Dinge für sie erledigt, damit sie ihre Ressourcen sparen kann.

Speaker: Und er ist ernsthaft an ihr interessiert und sie auch zu verstehen, also warum entscheidet sie Dinge so, wie sie sie entscheidet und...

Speaker: sind da vielleicht irgendwie Trigger, jetzt nicht unbedingt wegen der MS, aber einfach so von der Kindheit ist er, finde ich, einfach genau die richtige Mischung von er hört zu und ist aufmerksam, aber er ist auch wahrscheinlich meistens für die Gesprächsthemen verantwortlich.

Speaker: Ja.

Speaker: Wie halt alle, die mit mir Gespräche führen.

Speaker: Und ich finde eine ganz wichtige Sache, was ich eigentlich ganz schrecklich finde, dass man es heutzutage überhaupt erwähnen muss, aber er hat kein fragiles Ego.

Speaker: Also er ist nicht irgendwie so...

Speaker: Unsicher in seiner Männlichkeit oder sowas und fühlt sich immer gleich angegriffen, wenn irgendwie irgendwas gesagt wird über Männer generell.

Speaker: Ich glaube, er kann das einfach gut einordnen, dass es Männer gibt, die halt einfach scheiße sind.

Speaker: Ist sich aber bewusst, dass er dazu nicht gehört und ich glaube, er ist sich auch seiner Stellung im Patriarchat sehr bewusst.

Speaker: Und

Speaker: ist unter keinen Umständen irgendwie jemand, der behaupten würde, Frauen gehören in die Küche oder... Und er drängt sie auch zu nichts, was sie zum Beispiel nicht leisten kann.

Speaker: Und... Ja.

Speaker: Er ist genauso excited,

Speaker: über dich und mit dir Zeit zu verbringen und ich glaube, er merkt, was du für eine fantastische Person bist und das merkt man und ich glaube, das ist auch ein Grund, warum mein Bauch sagt, ja, das ist, also der hat es gecheckt, der sieht, was ich sehe.

Speaker: Ich schmelze.

Speaker: Weil ich mir sicher bin, dass Tee das auch hört, weiß ich nicht, ob wir Red Flags, ob es überhaupt Red Flags gibt.

Speaker: Okay.

Speaker: Mir ist gerade was Lustiges eingefallen.

Speaker: Wir haben, ähm,

Speaker: professionelle Fotos von uns machen lassen.

Speaker: Und die... Er ist ein paar Jahre älter.

Speaker: Aber also nicht erheblich.

Speaker: Und die Fotografin hat gesagt, du hast auch Jeans an, die schreien, ich bin über 30.

Speaker: Ist die Fotografin auch über 30?

Speaker: Ich glaube gerade so, ja.

Speaker: Und die?

Speaker: Oh je, das tut mir leid, das tut mir leid.

Speaker: Aber also er ist so deutlich über 30, dass man, also das ist noch nicht irgendwie so, oh.

Speaker: Und da ich ja noch jünger bin als Mann, ist das für mich, das ist einfach grandioses Futter für Jokes.

Speaker: Und das finde ich sehr sympathisch.

Speaker: Ja.

Speaker: Und wenn das die einzige Red Flag ist.

Speaker: Und er hat immer, also ich liebe, liebe, liebe, unnützes Wissen und Fun Facts.

Speaker: Und davon hat er auch viel.

Speaker: Und dafür interessiert er sich auch.

Speaker: Und mittlerweile habe ich sogar eine Notiz in meinem Handy, dass immer, wenn ich was Unnützes erfahre, durch ein Reel oder Fernsehshow oder was auch immer, oder wenn mir was einfällt, was ich selber weiß, dann schreibe ich das da rein und dann...

Speaker: Ich kann Maren ihm das erzählen und dann kriege ich auch immer regelmäßig Fun Facts.

Speaker: Sehr interessant.

Speaker: Und das ist genau meine Wellenlänge.

Speaker: Was würdest du sagen, ist in dieser Beziehung anders als in alten Beziehungen?

Speaker: Du warst ja auch schon sehr, sehr lange in einer Beziehung.

Speaker: Also deine letzte Beziehung war ja schon sehr lang.

Speaker: Mhm.

Speaker: Also mir fällt da einiges ein.

Speaker: Also ich würde erst mal sagen, ich bin anders.

Speaker: Ja, ja.

Speaker: Was würdest du sagen, ist an dir anders?

Speaker: Also wie würdest du dich anders beschreiben als vor, was ist dich, drei Jahren?

Speaker: Es gibt andere, naja, Ziele, weiß ich nicht, ob man das so sagen kann, aber es gibt...

Speaker: in meinem Leben andere Themen, wie vor, keine Ahnung, vor meiner letzten Beziehung habe ich gedatet.

Speaker: Das war 2016.

Speaker: Möglich.

Speaker: Ja.

Speaker: Da war, krass, das ist einfach zehn Jahre her.

Speaker: Da warst du 22.

Speaker: Ja, da war mein Leben irgendwie einfach noch anders.

Speaker: Da habe ich noch studiert,

Speaker: Ja, keine Ahnung, da war, ich weiß nicht.

Speaker: Ich glaube, da war es dir auch wichtiger, ins gesellschaftliche Bild zu passen.

Speaker: Ja, absolut.

Speaker: Ich glaube, da sind wir beide von betroffen.

Speaker: Jetzt nicht irgendwie unbedingt, weil unsere Familie uns dazu gedrängt hat oder so, aber weil wir einfach

Speaker: ich noch mehr als du, wir kommen so vom Dorf.

Speaker: Das ist irgendwie, das haben alle einfach so gemacht und dann hat man das einfach auch gemacht.

Speaker: Das ist halt so.

Speaker: Schulabschluss, dann Ausbildung oder Studium und dann suchst du halt einen Kerl, mit dem du dann zusammen bist und dann kaufst du irgendwann ein Haus oder eine Wohnung und dann kriegst du irgendwann Kinder und dann lebst du halt einfach so, bis du dir halt irgendwann mit Mitte 60 ein Van kaufst und dann durch Europa fährst.

Speaker: Und die, vielleicht hast du noch einen Schrebergarten oder so, den du dann noch unsicher machst und den neuesten Gossip austauschst.

Speaker: So über die Gartenzaunhecke.

Speaker: Hast du schon gehört, Erika!

Speaker: Ja.

Speaker: Ja, also das finde ich ist anders.

Speaker: Ich glaube, der Umgang mit mir selber ist anders.

Speaker: Und demnach auch mit anderen.

Speaker: Ich glaube, ich bin mir viel bewusster darüber, was ich von anderen Menschen erwarte.

Speaker: Deine politische Einstellung hat sich nicht verändert, aber eher gefestigt.

Speaker: Sehr gefestigt, ja.

Speaker: Und da gibt es kein großes Dranrücken.

Speaker: Nee, da gibt es auch null irgendwie Toleranzraum oder sowas.

Speaker: Dass man sagt, ja gut, aber manche Sachen, die Blausack sind, sind schon nicht so schlimm.

Speaker: Nee.

Speaker: Nee, halt's mal.

Speaker: Nee.

Speaker: Nein, nein.

Speaker: Also, was ist anders jetzt in der Beziehung als in der alten?

Speaker: Ich hab's Gefühl, es fühlt sich alles so viel lockerer an.

Speaker: Es ist kein... Es fühlt sich nicht nach Verpflichtungen an.

Speaker: Egal, worum es geht.

Speaker: Aber keine Ahnung, wenn man irgendwas gemeinsam macht, dann hat man eine Idee und wenn es an dem Tag nicht passt, dann ist es auch egal, aber irgendwas Schönes macht man schon.

Speaker: Und es ist auch nicht so, ja, wir haben das ab mal ausgemacht, jetzt wird es so gemacht.

Speaker: Da ist keiner sauer mit dem anderen.

Speaker: So, ach, aber ich habe mich jetzt so gefreut und ich habe das geplant und da gibt es kein schlechtes Gewissen, das eingeredet wird.

Speaker: Es wird irgendwie halt nur das gemacht, was sich gut anfühlt.

Speaker: Fertig.

Speaker: Ja.

Speaker: Glaub ich.

Speaker: Was hast du wahrgenommen, was ist anders?

Speaker: Du nimmst eh viel mehr wahr.

Speaker: Ja.

Speaker: Also mir fällt zum, also vor allem dieser gesellschaftliche Druck, das Bild von außen ist weniger wichtig.

Speaker: So, was denken die anderen, wenn wir dieses und jenes tun?

Speaker: Ist ganz anders.

Speaker: Ja.

Speaker: ich habe auch das Gefühl, dass du jetzt so richtig gesehen wirst.

Speaker: Also es wird, du wirst ernst genommen, du wirst gehört, du wirst gesehen und demnach wird gehandelt, sage ich jetzt einfach mal.

Speaker: Also es ist jetzt nicht, dass alles sich in der Beziehung um dich dreht, aber es wird halt einfach viel mehr darauf geachtet,

Speaker: wie es dir geht und was du kannst und ich hatte das Gefühl, dass es deinem vorherigen Partner eher unangenehm war, wenn du zum Beispiel Hilfsmittel benutzt hast zum Laufen oder so und

Speaker: Ich habe das Gefühl, Tee versteht jetzt viel mehr, dass du aber einfach, dass dir diese Hilfsmittel, wie sie schon sagen, helfen, einfach viel mehr Dinge zu unternehmen.

Speaker: Also wenn du zum Beispiel einen Rollstuhl dabei hast, dann kann man viel mehr mit dir unternehmen, wie wenn man in Anführungszeichen darauf angewiesen ist, dass du läufst.

Speaker: Man kann dann einfach viel weniger mit dir unternehmen und wenn das dir so viel mehr Dinge ermöglicht, dann warum nicht einfach den Rollstuhl mitnehmen?

Speaker: Ja, dann muss ihn halt einer aus dem Kofferraum heben und das war's und vielleicht muss man bei Bordsteinen aufpassen oder was auch immer, aber das sind für mich Dinge, die ich einfach nie verstanden habe.

Speaker: Und ich habe das Gefühl, du wirst viel mehr wertgeschätzt für das, was du in die Beziehung mitbringst.

Speaker: Da muss ich immer an diese Reels denken.

Speaker: Was bringst du mit an den Tisch?

Speaker: Und ich denke mir so, Maren ist der Tisch.

Speaker: So, Strudel, du musst einiges mitbringen, um da irgendwie was bereichern zu können.

Speaker: Weil ich der absoluten Überzeugung bin, und ich weiß, dass wir da beide so denken, wir brauchen keinen Mann.

Speaker: Also, und wer sich davon angegriffen fühlt, ist für uns schon der Falsche.

Speaker: Also, ich brauche keinen Mann, der mir vom obersten Regalbode irgendwas runterholt.

Speaker: Oder ich brauche keinen Mann, der mir Einkäufe nach oben trägt.

Speaker: Ich brauche keinen Mann, der mir die Miete zahlt.

Speaker: Ich brauche keinen Mann, der mich irgendwie, was weiß ich, beschützt oder was auch immer.

Speaker: Ich glaube, dass unsere Freundschaft uns da enorm weitergebracht hat, also da einfach wegzukommen und ein Mann oder ein Partner, ob das jetzt ein Mann oder eine Frau oder was auch immer ist, ist egal, der Partner ist eine Bereicherung und wenn er das nicht ist, dann

Speaker: Hat er nichts im Leben verloren.

Speaker: Dann ist das einfach... Also wenn du einen Platz in meinem Leben bekommst, in Anführungszeichen, dann, weil ich das möchte.

Speaker: Weil ich finde, dass du mein Leben bereicherst, aber ich brauche dich nicht.

Speaker: Und ich finde, dass das ein schöner Austausch ist von Energie bei den beiden.

Speaker: Also da ist einfach irgendwie...

Speaker: Das ist ein Geben und ein Nehmen, ohne dass irgendwie aufgewogen wird.

Speaker: Du hast so viel gemacht, ich habe so viel gemacht und was auch immer, da wird das einfach irgendwie... Jeder versucht quasi 100% in der Beziehung zu geben und das merkt man einfach.

Speaker: Und beide sind komplett invested in diese Beziehung, ohne dass sie jetzt irgendwie 24-7 aufeinander sitzen und nur noch Augen füreinander haben, sondern das ist einfach...

Speaker: Ich weiß nicht, es funktioniert einfach, es ist leicht.

Speaker: Von außen ist das einfach, man arbeitet als Team und jeder bekommt Raum für das, was ihm wichtig ist.

Speaker: Und ich finde, das war in deiner alten Beziehung auch nicht so, dass da mal drauf eingegangen wurde, was du möchtest.

Speaker: was dir wichtig ist und nicht nur von der Gesundheit, einfach grundsätzlich, dass man Interesse zeigt an deinen Interessen.

Speaker: Also, dass man sich, ich spreche, ich habe in der letzten Zeit mit Maren so viel mehr über Politik gesprochen, wie ich jemals in meinem Leben über Politik gesprochen habe, weil, und dafür verdrehen jetzt safe wieder irgendjemand die Augen, ich bin politisch nicht

Speaker: versiert.

Speaker: Ich weiß nicht.

Speaker: Also ich kenne mich politisch nicht gut aus.

Speaker: Ich weiß, was für eine politische Richtung ich bin.

Speaker: Und wenn ich was über die Politik weiß, dann weiß ich es von Maren.

Speaker: Und ihr ist das wichtig, also sprechen wir auch über das Thema.

Speaker: Und genau so, finde ich, sollte das halt auch in der Beziehung sein, dass man, dass ich ihr, wenn ihr irgendwas wichtig ist, dann höre ich ihr zu, egal ob mich das Thema interessiert oder nicht.

Speaker: Weil ihr das wichtig ist, ist mir das auch wichtig.

Speaker: dass auch ihre Interessen, ihre Sorgen, ihre Ängste, ihre Freude Platz hat.

Speaker: Und ich finde, jetzt ist das so, und früher hatte ich eher das Gefühl, dass du eine Rolle gespielt hast, um konform zu sein für deinen Freund, für was die Gesellschaft von dir erwartet hat, was das Umfeld von dir erwartet hat, und jetzt ist es eher so, ihr macht einfach euer Ding, so wie es sich richtig anfühlt.

Speaker: ob das jemand anderem passt oder nicht.

Speaker: Ja, ist auch egal.

Speaker: Die nächste Frage, oh mein Gott, ich lieb's.

Speaker: Welche Cringe-Sachen macht man direkt wieder, wenn man verliebt ist?

Speaker: Da fällt mir sofort was ein, was Maren macht, seit sie Tee hat.

Speaker: Ja, okay.

Speaker: Also so ganz standardmäßig natürlich Nachrichten lesen und ständig ins Handy grinsen.

Speaker: Ja, wie ein, ohne Witz, Leute, wie ein Honigkuchenpferd, hockt sie da und grinst sich einen ab, wenn er ihr eine Nachricht schreibt.

Speaker: Und kackegeil, was die Nachricht sagt, aber der hat eine Nachricht geschickt.

Speaker: Ja.

Speaker: Es ist so richtig, so wie man sich irgendwie so ein, so ein, so ein,

Speaker: so einen Teenager irgendwie vorstellt, der zum ersten Mal verliebt ist.

Speaker: Und genau diese Energy kriege ich.

Speaker: Dieses zum ersten Mal so richtig verschossen sein in jemanden.

Speaker: Und ich kann mich noch erinnern, da freut er sich bestimmt, wenn er das hört, da waren sie auch noch nicht offiziell zusammen und dann hat sie mir eine Nachricht geschrieben und dann war die Nachricht so, ich bin richtig verliebt.

Speaker: Oh ja, ich erinnere mich.

Speaker: Das hat sie mir noch nie geschrieben, noch nie.

Speaker: Also das ist echt, das ist so was Krasses, wenn dieser Mensch zulässt, dass sich Emotionen entwickeln.

Speaker: Das ist ganz vielen Leuten gar nicht bewusst, was das bei Maren bedeutet.

Speaker: Aber das ist einfach so Zucker.

Speaker: Es grinst ständig.

Speaker: Sie freut sich, wenn sie was unternehmen zusammen.

Speaker: Und es ist auch kackegal.

Speaker: Das muss nichts Aufregendes sein.

Speaker: Es sind keine krassen Dates.

Speaker: Oh, und wir sind ein Wochenende hier lang und dann sind wir zum Konzert.

Speaker: Wenn die einfach nur zusammen auf der Couch sitzen, dann ist sie einfach erfüllt und glücklich.

Speaker: Und sie können sich einfach unterhalten.

Speaker: Das ist einfach...

Speaker: Richtig schön.

Speaker: Also so wie so eine rosa-rote Brille einfach.

Speaker: Ja, doch.

Speaker: Und ich habe keine rosa-rote Brille für Tee, deswegen würden mir auch die Red Flags auffallen und es gibt sonst keine.

Speaker: Ich weiß, du würdest auch kein Blatt vor den Mund nehmen und sagen.

Speaker: Also wenn mir irgendwas auffallen würde, dann würde ich ihr das auch sagen.

Speaker: Also da ist aber bisher nichts.

Speaker: Und die Beziehung...

Speaker: Drei Monate sind sie jetzt zusammen.

Speaker: Ähm, in zwei Tagen.

Speaker: Und ähm, bisher ist mir nix aufgefallen.

Speaker: Ja.

Speaker: Außerdem, Leute, war er letztens im Urlaub und er hat mir was mitgebracht.

Speaker: I mean, excuse me, ja, da hat man mich ja gleich.

Speaker: Also.

Speaker: Wer sofort akzeptiert, dass ich genauso ins Leben gehöre oder dass ich quasi Teil dieser Beziehung bin, ohne Teil von der Beziehung zu sein, das ist prima.

Speaker: Wer das gleich gecheckt hat, ist mir schon mal sympathisch.

Speaker: Auf jeden Fall.

Speaker: Und Luna liebt ihn.

Speaker: Luna liebt ihn.

Speaker: Das ist so krass.

Speaker: Das ist auch wichtig.

Speaker: Und er liebt Luna auch.

Speaker: Ja.

Speaker: Also...

Speaker: Schon.

Speaker: Also, ich glaube, am Anfang war er noch so ein bisschen vorsichtig.

Speaker: Vorsichtig, ja genau.

Speaker: Und jetzt hatte vor zwei Wochen Luna Geburtstag und er kauft ihr einfach Geschenke.

Speaker: Also, aber jemand anders käme uns auch gar nicht ins Haus.

Speaker: Ja, das stimmt.

Speaker: Ja.

Speaker: Also, sie gehört einfach zu mir.

Speaker: Sie gehört einfach zur Familie dazu.

Speaker: Ja.

Speaker: Und

Speaker: es ist einfach easy.

Speaker: Also das ist einfach leicht und das ist das, was so schön ist, dass es nicht irgendwie von Anfang an irgendwelche Komplikationen gibt oder so, Gesprächsthemen oder irgendwelche Konflikte, die immer wieder auftreten.

Speaker: Ähm,

Speaker: Ich glaube, er ist da auch sehr emotional intelligent, dass ich sagen würde, wenn ein Konflikt aufkäme, dann würden die ganz sachlich darüber sprechen.

Speaker: Und ein Mensch, der niemals irgendwie laut werden würde, der würde nicht rumschreien oder...

Speaker: irgendwie großen Fass aufmachen, da wird, bevor das ein riesiges Ding wird, wird das einfach angesprochen und ich glaube, dass er dir auch ein so sicheres Gefühl gibt, dass du auch Dinge ansprechen kannst, wenn du irgendwie, wenn...

Speaker: Ja, wenn dir was auffallen würde, was dir nicht passt oder sowas, ich wüsste jetzt nicht, was es sein sollte, aber dann könnt, glaube ich, würdest du dich sicher fühlen, das anzusprechen, weil du nicht irgendwie Angst haben müsstest vor seiner Reaktion.

Speaker: Und ehrlicherweise muss man ja sagen, dass heutzutage, finde ich, fast die schlimmste Reaktion ist, keine zu bekommen.

Speaker: Also Desinteresse einfach oder dass jemand halt einfach dann sagt, ja,

Speaker: Schon auch.

Speaker: Ist mir egal, was du sagst.

Speaker: Ich nehme mein Leben und

Speaker: Ja, ansonsten fällt mir jetzt noch ein, was so, was zur Frage noch passt.

Speaker: So cringee Momente, keine Ahnung.

Speaker: Wir telefonieren jeden Tag mehrere Stunden.

Speaker: Das habe ich noch nie gemacht.

Speaker: Ja, also abgesehen von mit mir.

Speaker: Ja, mit dir.

Speaker: Ja.

Speaker: Aber also mit keinem Partner, mit dem ich in einer romantischen Beziehung war irgendwie.

Speaker: Also wir reden jeden Tag.

Speaker: Äh.

Speaker: Ja, wir verbringen gern und viel Zeit miteinander.

Speaker: Ja.

Speaker: Aber jetzt kommen wir mal zu deinem Thema.

Speaker: Dein Freund ist einfach nach Deutschland gezogen.

Speaker: Ja, das ist einfach irgendwie insane, wenn man das so ausspricht.

Speaker: Komm, sag den Satz, jeder will es hören.

Speaker: Mein Freund ist aus Kanada nach Deutschland gezogen.

Speaker: Das klingt irgendwie wie so ein Plot-Twist von irgendeinem... Von irgendeiner... So ein Fantasy-Roman.

Speaker: Ja, so ein Schmutzig-Roman.

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Oh je, nur mit ganz viel mehr Bürokratie und vielleicht ein bisschen weniger Romantik.

Speaker: Ja, erzähl doch einfach mal, wie ist dazu gekommen.

Speaker: Also ich meine, du kanntest ihn schon, wir haben schon über ihn geredet, als wir uns das letzte Mal gemeldet haben hier.

Speaker: Ja, wir haben so ein bisschen... Wir haben so ein... Also...

Speaker: Ich glaube, vor... Es war erst so nach unserer letzten Podcast-Folge, dass ich auch so auf Instagram und auf den sozialen Medien allgemein mehr thematisiert habe, dass ich wieder in einer Beziehung bin.

Speaker: Weil es für mich auch einfach viel aufzuarbeiten gab von meiner letzten Beziehung.

Speaker: Weil die einfach...

Speaker: Ohne Worte.

Speaker: Und ich bin sehr, sehr stolz auf mich und sehr glücklich, dass ich es da überhaupt rausgeschafft habe.

Speaker: Ich kann über ein Jahr später sagen, dass es für mich immer noch Dinge gibt, die ich aufarbeiten muss.

Speaker: Und die bestimmt auch meine jetzige Beziehung beeinflussen.

Speaker: Und es war eigentlich...

Speaker: Das war so Langeweile, scrollen, swipen und dann war er da.

Speaker: Und dann stand da einfach erst 5200 Kilometer weg und mein neugieriges Hirn war gleich so, die Geschichte muss ich hören.

Speaker: Ich lieb's einfach, Geschichten von Menschen zu hören, die irgendwie...

Speaker: halt was Besonderes zu erzählen haben, weil ich wusste, da muss ja irgendwie eine Geschichte dahinter sein.

Speaker: Dann haben wir angefangen zu schreiben und relativ schnell auch zu telefonieren und the rest is irgendwie history.

Speaker: Im September war ja dann zum ersten Mal

Speaker: in Deutschland drei Wochen und da war uns auch gleich bewusst, dass das einfach passt wie die Faust aufs Auge, genauso wie die Monate vorher, wo wir geschrieben und jeden Tag stundenlang telefoniert haben.

Speaker: Nächte lang, muss man sagen, wegen der Zeitverschiebung war mein Schlafrhythmus.

Speaker: Himmel war der am Arsch.

Speaker: Und ja, schon in der Zeit, als er dann hier war, zu Besuch,

Speaker: war uns klar, also entweder wir gehen jetzt auf die Vollen oder

Speaker: Wir lassen es irgendwie sein, weil sowas halbarschiges wollte ich irgendwie auch nicht.

Speaker: Und ganz wichtig dabei zu erwähnen ist, dass es schon sein Ziel war, nach Deutschland zu ziehen, bevor er mich kennengelernt hat.

Speaker: Also ich bin jetzt nicht der Grund, auch wenn das ein bisschen von der Romantik wegnimmt, ich bin nicht der Grund, warum er nach Deutschland gezogen ist.

Speaker: Ich bin vielleicht der Grund, warum er jetzt gerade nach Deutschland gezogen ist, aber an sich hat er das schon lange vor.

Speaker: Und

Speaker: Dann, sobald er wieder zurück in Kanada war, hat er angefangen, all seine Sachen zu verkaufen und den Umzug zu planen.

Speaker: Und am 20.

Speaker: Januar war es dann letztendlich soweit.

Speaker: Durch einen Schneesturm haben sich die Flüge dann auch noch ein bisschen...

Speaker: und er war letztendlich gefühlt irgendwie einen ganzen Tag unterwegs, bis ich ihn dann in Zürich abholen konnte.

Speaker: Das ist von uns aus der nächste Flughafen.

Speaker: Dann hat er ja schon mal ein weiteres Land auf seiner Liste.

Speaker: Was für ihn, glaube ich, eins der größten, ich weiß nicht, ob man das Kulturschock nennen kann oder...

Speaker: Der krasseste Unterschied mit, also dass einfach Europa so einfach ist, dass man da von Land zu Land geht und

Speaker: Er kam mit einer Tasche an.

Speaker: Also da waren quasi nur Klamotten drin und ein bisschen Badezimmerzeug.

Speaker: Und ist bei mir eingezogen.

Speaker: Und mittlerweile wohnt er seit vier Monaten bei mir.

Speaker: Schon krass.

Speaker: Ich hatte absolut keine Vorstellung, wie viel Bürokratie damit verbunden ist, wenn man in Deutschland leben und arbeiten möchte.

Speaker: Weil ich wusste, also wenn man...

Speaker: nach, von Kanada, weil Kanada gehört auch zum Schengengebiet.

Speaker: Also darf man ohne Visum drei Monate hier bleiben.

Speaker: Und in der Zeit muss man aber beim Arbeitsamt eine Arbeitserlaubnis beantragen.

Speaker: Wenn man die hat, dann muss man einen Antrag stellen, dass man länger hier bleiben darf und

Speaker: Das hat alles wahnsinnig vielen Nerven gekostet.

Speaker: Ich habe riesen Respekt vor Menschen, die das alles alleine regeln, ohne jemanden, der fließend Deutsch spricht.

Speaker: Das ist krass.

Speaker: Ohne jemanden, der mit einem zu den Amtsterminen geht.

Speaker: Ich muss aber sagen, wir hatten durchweg eigentlich positive Erfahrungen.

Speaker: Die Leute auf dem Amt für Ausländerwesen waren super lieb, haben schnell geantwortet immer, waren auch richtig nett und bemüht auch einfach irgendwie zu helfen und die nächsten Schritte zu erklären, weil ich muss schon sagen, auch nach massiver Recherche waren uns die einzelnen Schritte so nicht bewusst, weil das ist...

Speaker: schwierig, das zu recherchieren, was genau man da alles dann machen muss.

Speaker: Und ich glaube, die schlimmsten Kulturschocks hatte er schon im September, als er das erste Mal hier war.

Speaker: Und wir haben ja auch einfach, wir haben, glaube ich, 500 Stunden telefoniert in ein paar Monaten, bevor wir uns gesehen haben.

Speaker: Also er wusste schon ganz, ganz viel über Deutschland, bevor er hierher kam.

Speaker: Ja, ihr habt auch so Sachen gemacht, ihr wart am Telefon und habt dann quasi durchgeschaut, was kosten Sachen dort im Supermarkt, was kosten sie hier, also solche Sachen.

Speaker: Dabei haben wir zum Beispiel rausgefunden, wie unfassbar teuer Kanada ist als Land zum Leben und zum Einkaufen.

Speaker: Und...

Speaker: Dann haben wir ihn halt bei mir angemeldet.

Speaker: Also er lebt auch offiziell bei mir.

Speaker: Ich glaube, darüber sind die meisten am krassesten, am meisten schockiert, glaube ich, wenn ich sage, er ist quasi nach Deutschland gezogen und gleich bei mir eingezogen.

Speaker: Das hatte also erstmal den Hintergrund.

Speaker: Ich glaube,

Speaker: Ich bin bisher schon mit Menschen zusammengekommen, über die ich weniger wusste.

Speaker: Deutlich, deutlich weniger.

Speaker: Also schneller irgendwie.

Speaker: Und ich wusste über diesen Menschen so, so, so, so viel, dass ich keine Bedenken hatte, dass da irgendwie was bei schief gehen könnte.

Speaker: Und wenn, dann glaube ich, sind wir beide zivilisiert genug, um das auch regeln zu können.

Speaker: Wenn er jetzt in Deutschland leben würde und wir würden uns jetzt trennen, dann müsste er genauso eine andere Wohnung suchen.

Speaker: Es gibt...

Speaker: die es gab, weil ich schon, ich habe schon fließend Englisch gesprochen, als wir uns kennengelernt haben, also es gab sowas wie eine Sprachbarriere eigentlich bei uns nicht.

Speaker: Ich helfe ihm viel, viel, viel dabei und er ist auch bemüht, Deutsch zu sprechen, also er möchte auch Deutsch lernen, er arbeitet mittlerweile auch seit ein paar Monaten

Speaker: in einem Betrieb ganz in der Nähe und lernt fleißig Deutsch den Tag über.

Speaker: Natürlich im Dialekt von dem Ort, in dem wir leben.

Speaker: Was für ihn wahnsinnig schwierig ist.

Speaker: Die wichtigste Frage für meine Mama ist immer, ob er Heimweh hat.

Speaker: Und nein, er hat kein Heimweh.

Speaker: Dafür ist er einfach irgendwie nicht...

Speaker: der Typ also nicht im Sinne von irgendwie so emotional gebunden an irgendwas.

Speaker: Er wollte das ja auch.

Speaker: Also es ist ja jetzt nicht so, dass er irgendwie in eine Beziehung mit mir eingegangen ist und dann gemerkt hat, ah fuck, jetzt einer von uns muss jetzt umziehen, sonst können wir nicht zusammenbleiben und blablabla.

Speaker: Und ich glaube, wir...

Speaker: sind schon ein Paar, das Long Distance krass gefast-tracked hat.

Speaker: Also wir sind da einfach schnell, ich glaube, es gibt viele, viele Long Distance-Paare, die leben viel, viel länger in einer Fernbeziehung, bevor sie die Möglichkeit haben, gemeinsam irgendwie zu leben.

Speaker: Und es gibt bestimmt, am Anfang war das natürlich schlimmer, aber es gab ganz, ganz viele Schockmomente für ihn.

Speaker: dass man zum Beispiel in Deutschland auf der Straße Alkohol trinken darf.

Speaker: Wie billig hier alles ist, wie viel näher aneinander Dinge hier einfach sind, weil man sich auch überlegen muss, dass Deutschland einfach 28 Mal in Kanada reinpasst.

Speaker: Das sind einfach Weiten, die ich mir überhaupt nicht vorstellen kann.

Speaker: Und er kommt von der Ostküste und war quasi sein Leben lang umzingelt vom Atlantik.

Speaker: Deutlich gefährlicheren Tieren, als es hier gibt.

Speaker: Und konnte seinen Interessen in Kanada auch einfach nicht so nachgehen, weil das da einfach nicht so...

Speaker: Ja, da sind Dinge einfach viel, viel weiter auseinander, die Städte sind kleiner, da gibt es dieses Angebot von Freizeitaktivitäten einfach nicht so, wie es das hier gibt.

Speaker: Und...

Speaker: Ich finde es manchmal schade, aus meiner Sicht gesehen, wie gut man in Deutschland mit Englisch durchkommt.

Speaker: Ja.

Speaker: Es geht halt im Prinzip alles mit Deutsch.

Speaker: Also, du kommst... Mit Englisch kommt man hier überall.

Speaker: Also, das ist total easy.

Speaker: Überall an der Tankstelle einkaufen.

Speaker: Und...

Speaker: Selbst wenn er anfängt, Deutsch zu sprechen und jemand sofort hört, weil natürlich hat er einen Akzent und die Leute, mit denen er spricht, hören, okay, er kommt nicht von hier.

Speaker: Die Fragen, woher er kommt, sind dann total aufgeregt.

Speaker: So, oh mein Gott, du kommst aus Kanada.

Speaker: Und dann sprechen die sofort Englisch.

Speaker: Ja, das ist, glaube ich, manchmal ein bisschen schade, wenn man die Sprache lernen will.

Speaker: Weil, ja, das ist so...

Speaker: Strudix, ihr sollt nicht euer Englisch aufbessern mit ihm zusammen, sondern ihr sollt ihm Deutsch beibringen.

Speaker: Und also ich glaube, seine absoluten deutschen Lieblingsdinge sind alles, was mit Laugen zu tun hat.

Speaker: Laugenbrötchen, Laugenbrezel und so weiter.

Speaker: Paulaner Spezi.

Speaker: Verstehe ich.

Speaker: Und Apfeltaschen.

Speaker: Und Speck, geräucherter Speck.

Speaker: Das sind so die Dinge, wo er da, das ist ganz groß, ganz hoch im Kurs.

Speaker: Mhm.

Speaker: Ich kann mich auch noch an, das war glaube ich aber schon, als er zu Besuch war, da waren wir irgendwie zu dritt unterwegs im Auto und da haben wir die ganze Autofahrt lang Tiere gelernt.

Speaker: Es ist einfach so lustig.

Speaker: Ja, ich habe Tiergeräusche gemacht, aber nur, wenn er das deutsche Wort für ein Tier konnte, also wenn er mir auf Deutsch ein Tier nennen konnte, habe ich das Tiergeräusch nachgemacht.

Speaker: Und das hat für so viel Unterhaltung gesorgt, dass ihn das richtig motiviert hat, auch mehr Tiere zu lernen.

Speaker: Und es ist einfach wahnsinnig schwierig.

Speaker: Ich glaube, das kann man sich als jemand, der hier aufgewachsen ist, überhaupt nicht vorstellen, wie viel zur deutschen Sprache gehört.

Speaker: Also was da Grammatik, Vokabular, was da einfach alles mit rein spielt.

Speaker: Und

Speaker: Er hängt sich schon krass auch auf an, würde ich jetzt sagen... Na, er ist halt sehr bemüht, es auch richtig zu machen.

Speaker: Ja, er ist sehr perfektionistisch, was Sprache angeht und möchte dann immer gleich alles richtig sagen.

Speaker: Und ihm ist, glaube ich, nicht bewusst, wie... Also, dass er einfach auch, was heißt ich, Verben nicht konjugieren müsste, damit jemand versteht, was er sagen möchte.

Speaker: Und er ist an sich auch einfach ein sehr, sehr ruhiger Mensch.

Speaker: Also er ist vom Gemüt her sehr ähnlich zu Maren.

Speaker: Genauso wie ihr Freund mir sehr ähnlich ist, glaube ich.

Speaker: In manchen Sachen ja.

Speaker: Und...

Speaker: Er ist jetzt auch nicht so der Schwätzer irgendwie, dass er anfängt jetzt große Gespräche zu führen, weil er würde das auch auf Englisch nicht machen und ich glaube, das ist was, das es manchmal erschwert, die Sprache zu lernen, auch zusätzlich.

Speaker: Im Zuge von dem hier arbeiten und leben dürfen, muss man, das wusste ich zum Beispiel nicht, deswegen erzähle ich euch das, muss man einen Sprachkurs belegen.

Speaker: im Anschluss dessen man auch einen Sprachtest macht auf dem Niveau B1, dass jeder, der hier arbeitet und leben darf, quasi Minimum mit einem Niveau von B1 spricht und ich glaube,

Speaker: Wenn man das, also für die, die nicht wissen, was ein B1 bedeutet, ich wusste das bis vor einem halben Jahr auch nicht, ist das so, ich würde sagen, alle normalen, du kannst zum Arzt gehen und sagen, was ist, du kannst bei der Tankstelle im Supermarkt, du kannst normale Konversationen führen, vielleicht nicht mit unfassbarem,

Speaker: extravaganten Satzbauten oder so, aber man kann sich unterhalten, man versteht das meiste, was gesprochen wird und ich wusste, also mir war auch nicht so bewusst, dass vieles, was

Speaker: die Sprachniveaus voneinander trennt, ist quasi wie gehoben man sich ausdrückt, also mit was für... Verschachtelte Sätze.

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Welche gehobenen Wörter.

Speaker: Genau, die man halt eher im Sprachgebrauch, also in normalen Konversationen eher jetzt nicht so benutzen würde.

Speaker: Ähm...

Speaker: dass man, also dass dann der Unterschied von einem zum anderen Niveau zum Beispiel sein könnte, dass man nicht sagt, ich komme später, sondern ich verspäte mich.

Speaker: Also solche Geschichten

Speaker: Und es ist auf jeden Fall sein Ziel, ganz, ganz schnell, so schnell wie möglich fließend Deutsch zu sprechen.

Speaker: Ich bin sehr gespannt, ob das klappt.

Speaker: Ich glaube, ich habe mich noch nie in meinem Leben in zwölf Jahren Schule so viel mit meiner eigenen Sprache befasst wie im letzten Jahr.

Speaker: Also wir kennen uns jetzt fast ein Jahr.

Speaker: Also war auf jeden Fall ein wilder Ritt bisher.

Speaker: Ja.

Speaker: Das auf jeden Fall ist auch immer wieder spannend.

Speaker: Ich weiß nicht, vielleicht hat es der ein oder andere schon in deinen Storys gesehen.

Speaker: Deine ganze Wohnung ist auch belabelt mit Worten.

Speaker: Also, keine Ahnung.

Speaker: Auf dem Waschbecken steht Waschbecken.

Speaker: Auf der Tür steht die Tür.

Speaker: Immer mit Artikel und dann sogar noch mit Farben.

Speaker: Ja, ich habe verschiedene Farbsticker für die Artikel und dann hat alles in der Wohnung quasi einen farblichen Sticker je nach Artikel, weil es für die Artikel im Deutschen einfach nur wenig Regeln gibt und es halt einfach leider stupides Auswendiglernen ist.

Speaker: Muss man sagen.

Speaker: Ja.

Speaker: Aber eine Frage hätte ich zum Schluss noch.

Speaker: Was hat dich so am meisten überrascht seit dem Umzug?

Speaker: Gibt's irgendwas?

Speaker: Das hört sich jetzt, es wird jetzt richtig, richtig kitschig.

Speaker: Okay.

Speaker: Wie einfach Liebe sein kann.

Speaker: Ich hab bei diesen Menschen einfach das Gefühl, ich kann

Speaker: zu 100% ich selber sein.

Speaker: Und ich lerne mich gerade selber so richtig kennen, weil ich endlich in einem Umfeld bin, wo ich für nichts verurteilt werde, was Teil von mir und meiner Persönlichkeit ist.

Speaker: Ich darf einfach

Speaker: uneingeschränkt ich selber sein und werde für das geliebt und genommen, was ich bin.

Speaker: Ich bekomme nicht das Gefühl vermittelt, dass irgendwas an mir noch nicht richtig ist oder dass ich quasi ein Mensch bin mit viel Potenzial, aber im Moment quasi halt noch nicht.

Speaker: Und das ist einfach ein schönes Gefühl, dass...

Speaker: man einfach zusammen... Hieroschlotzt das Mikrofon.

Speaker: Dass eine Beziehung einfach gleich verteilt ist.

Speaker: dass jeder seinen Beitrag leistet, ohne dass man irgendwie, dass ich irgendwie ständig bitten muss, so, das muss noch gemacht werden oder so.

Speaker: Und ja, ich hatte irgendwie, ich hatte nie Bedenken, dass es funktioniert.

Speaker: Das ist das, was mich am allermeisten überrascht und was mir auch ein bisschen Angst macht, dass ich keine Angst habe.

Speaker: Also, dass irgendwie...

Speaker: Es funktioniert einfach, ich weiß gar nicht, es ist einfach, es ist leicht, es gibt keine Konflikte, es gibt kein, kein dauerndes irgendwie Streiten oder so.

Speaker: Es gibt noch viel, an dem wir arbeiten müssen, aber... Ah ja, Hiro hat entschieden, wir haben lang genug aufgenommen, er putzt jetzt Noras Gesicht.

Speaker: Es ist einfach ein ganz klares, wenn irgendwas noch nicht so ist, wie wir es gerne hätten, dann ist er gewillt, daran zu arbeiten und arbeitet auch tatsächlich dran.

Speaker: Also er ist nicht einer der Männer, der sagt, ja, ja, ich verändere es und dann passiert einfach nichts, sondern einfach zu sehen, wie krass er sich im letzten Jahr verändert hat, ist für mich schon...

Speaker: unglaublich zu sehen und ja, gibt mir irgendwie auch einfach Hoffnung, dass genauso wie ich es mir für Maren wünsche, dass es diese eine Person für mich gibt und dass ich mir sicher bin, dass er diese eine Person ist.

Speaker: Auch wenn

Speaker: gefühlt dann alle erst mal gesagt haben, ja, findest du nicht jemanden näher?

Speaker: Ja, ganz offensichtlich nicht.

Speaker: Ja, ist so.

Speaker: Wenn es anders geklappt hätte, dann hätte ich vielleicht nicht mir gerade den mit so viel Entfernung rausgesucht.

Speaker: Und ich glaube, man hat einfach auch nochmal eine andere Wertschätzung füreinander, wenn man sowas durchgemacht hat.

Speaker: Also eine Beziehung über...

Speaker: über einen kompletten Ozean.

Speaker: Und da gibt es einfach auch so viel Lore, das ich mit euch teilen kann, werde, könnte.

Speaker: Also ihr könnt auf jeden Fall gespannt sein, was in nächster Zeit so kommen wird.

Speaker

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