Transcript
Speaker: Was, wenn du längst verstanden hast, warum du emotional isst und es sich trotzdem nicht verändert?
Speaker: Mein heutiger Podcast-Gast, Jasmin, war genau an diesem Punkt.
Speaker: Sie hat viereinhalb Jahre Therapie gemacht, war extrem reflektiert, hat alles verstanden, hat ihre Zusammenhänge und Muster erkannt und irgendwann wusste sie wirklich ganz genau, warum sie so war, wie sie war.
Speaker: Und trotzdem treten sich ihre Gedanken die ganze Zeit weiter ins Essen, trotzdem
Speaker: hat sie sich einfach nicht wohl in ihrem Körper gefühlt und trotzdem hat sie irgendwie das Gefühl gehabt, irgendwas fehlt noch.
Speaker: Also hat sie es nochmal auf die Art und Weise versucht, wie es viele Frauen versuchen.
Speaker: Mehr Planung, mehr Struktur, sie hat sich vorgenommen, es durchzuziehen.
Speaker: Und genau das hat sie aber endgültig an den Punkt gebracht, an dem sie gemerkt hat, ich kann das so nicht mehr.
Speaker: In dieser Podcast-Folge sprechen wir darüber, was sich danach verändert hat, warum Verstehen manchmal noch keine Veränderung bedeutet, warum du deine Emotionen durchaus stark spüren kannst und sie trotzdem nicht wirklich aus deinem Körper fließen lassen kannst.
Speaker: Warum noch mehr Härte bei emotionalem Essen genau das falsche Mittel sein kann und was passieren kann, wenn du zum ersten Mal erfährst, wie es sich anfühlt, dich in dir selbst wirklich sicher zu fühlen.
Speaker: Jasmin nimmt uns sehr ehrlich mit in ihren Prozess.
Speaker: Bis hin zu einer Erfahrung auf unserem Chainless Woman Retreat, von der sie sagt, dass sie zu den überwältigendsten Erfahrungen ihres Lebens gehört.
Speaker: Und wir sprechen auch darüber, warum diese Veränderung heute nicht nur ihr Verständnis zu ihrem Körper und ihr Verhältnis zum Essen verbessert hat, sondern ihre Partnerschaft und die Beziehung zu ihren Kindern ebenfalls.
Speaker: Wenn du also das Gefühl kennst, ich habe doch schon so viel verstanden, warum verändert sich es nicht, dann hör unbedingt in diese Folge rein.
Speaker: Musik
Speaker: Herzlich willkommen zum Chainless Woman Podcast.
Speaker: Mein Name ist Natascha Wilms und seit über zehn Jahren begleite ich Frauen, die unter emotionalem Essen und ständigen Gewichtsthemen und Abnehmen versuchen leiden.
Speaker: Wenn du dauerhaft diesen Kreislauf, diesen Kampf gegen dich selbst und gegen dein Essverhalten verlassen möchtest, bist du genau wichtig hier.
Speaker: Denn in diesem Podcast schauen wir uns die Ursachen für diese Herausforderung an und wir schauen uns echte nachhaltige Lösungen an, damit du nicht immer und immer wieder von vorne anfangen musst.
Speaker: Hallo liebe Jasmin, ich freue mich sehr, dass du da bist.
Speaker: Hallo, ich freue mich auch sehr, dabei zu sein.
Speaker: Ja, schon zum zweiten Mal haben wir eben beide festgestellt, nicht wahr?
Speaker: Wir haben schon mal einen Podcast zusammen aufgenommen.
Speaker: Ja, und ich musste auch wirklich sehr schmunzeln, zurückzudenken, weil das ist ja jetzt sieben Jahre her, nee, sechs Jahre her,
Speaker: Und was wir beide für eine Entwicklung gemacht haben und wenn ich jetzt an diese Folge zurückdenke, ich müsste sie mir eigentlich mal wieder anhören, dann würde ich wahrscheinlich oder würden wir beide wahrscheinlich sehr darüber schmunzeln, was sich in dieser Zeit einfach rauskommt.
Speaker: unfassbares sowohl bei dir als bei mir auch getan hat.
Speaker: Ja, auf jeden Fall.
Speaker: Ja, also vielleicht damit alle, die zuhören, auch den Kontext verstehen.
Speaker: Vor Jahren habe ich mal mit Jasmin zusammengearbeitet und sie kam zu mir, da habe ich noch
Speaker: mit klassischer Ernährungsberatung und Personal Training gearbeitet und hatte da den Ansatz, eben Menschen dabei zu unterstützen, sich wohl an ihrem Körper zu fühlen, abzunehmen, ein gesünderes Essverhalten zu entwickeln, regelmäßiger Sport zu machen.
Speaker: Und da haben wir damals
Speaker: zusammengearbeitet, gell?
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Da hat uns das Schicksal schon das erste Mal zusammengeführt.
Speaker: Ja, sehr gut.
Speaker: Und dann hast du dich aber nochmal entschieden, nachdem du so beobachtet hast, was sich so bei mir verändert hat und wie ich arbeite, nochmal den Weg mit mir zu gehen.
Speaker: Magst du mal den Prozess beschreiben?
Speaker: Ja, sehr gerne.
Speaker: Also tatsächlich war es so,
Speaker: Ich habe, als wir sozusagen die erste Runde gemeinsam gedreht haben, habe ich für mich schon festgestellt, okay, da steckt definitiv bei meinem Essverhalten, bei meinem Körpergefühl, da steckt eine emotionale Komponente dahinter.
Speaker: Und das war sozusagen der kleine Türöffner für mich.
Speaker: Und ich habe mich dann auch entschieden, in eine Therapie zu gehen, was sehr, sehr gut war.
Speaker: Also ich möchte...
Speaker: Therapie gar nicht verteufeln, Therapie ist ein Tool, ist ein wichtiger Bestandteil und für mich auch eine wichtige Vorbereitung auf das Coaching sozusagen gewesen und habe dann eben viereinhalb Jahre Therapie gemacht, habe auch nochmal die Therapeutin gewechselt.
Speaker: Und habe aber immer wieder festgestellt, es ändert sich nichts.
Speaker: Und ich habe dann irgendwann so gedacht, naja, ich weiß jetzt, warum ich so bin, wie ich bin.
Speaker: Ich habe Dinge verstanden und trotzdem drehen sich den ganzen Tag meine Gedanken ums Essen.
Speaker: Ich sehe meinen Körper im Spiegel verzehrt.
Speaker: Ich fühle mich nicht wohl in meinem Körper.
Speaker: Ich habe Hassgefühle mir gegenüber.
Speaker: Also irgendwie, da fehlt einfach was.
Speaker: der springende Punkt oder den letzten Anstoß, den ich dann sozusagen nochmal gebraucht habe, wobei ich deinen Weg immer verfolgt habe und immer geguckt habe, ach, was macht die denn da so?
Speaker: Und das immer interessant fand.
Speaker: Und habe dann aber nochmal so ein
Speaker: so einen richtigen Dämpfer gebraucht, muss man wirklich so sagen.
Speaker: Das war 2024, da habe ich gedacht, naja, also ich habe jetzt so viele Programme durch und hat alles nichts gebracht, aber jetzt bin ich ja durch die Therapie schon weitergekommen, jetzt brauche ich nochmal, ich brauche jetzt glaube ich einfach nochmal Struktur in meinem Essverhalten und habe dann bei einer Bodybuilderin nochmal ein, ja,
Speaker: Programm, wie auch immer, ein Coaching gemacht und das war eine Bodybuilderin, die das halt natürlich gelebt hat.
Speaker: Ich bewerte das nicht und verurteile das nicht, aber dementsprechend hart ist die natürlich auch mit mir ins Gericht gegangen und es war für mich im Prinzip auf der einen Seite das Schlimmste, was ich mir antun konnte und auf der anderen Seite war es aber auch gut, weil
Speaker: Ich habe mit einer Freundin darüber gesprochen, die hat mich angeguckt und hat gesagt, Jasmin, bist du eigentlich bescheuert?
Speaker: Was machst du da?
Speaker: Das ist überhaupt nicht das, was du gerade brauchst.
Speaker: Im Gegenteil, das treibt dich nur noch mehr in diese Abwärtsspirale.
Speaker: Du rufst die am Montag an und du sagst ja, du hörst auf.
Speaker: Das war im Prinzip das, was ich innerlich schon gespürt habe und wusste.
Speaker: Aber ich habe noch mal von außen jemanden gebraucht, der mir das einfach sagt.
Speaker: Und das habe ich dann auch gemacht.
Speaker: Ich habe es beendet.
Speaker: Und danach war mein Leidensdruck aber einfach so unfassbar groß, dass ich dachte, okay, ich schreibe dich jetzt an.
Speaker: Ich weiß nicht mehr weiter.
Speaker: Ich kriege direkt Gänsehaut und ein bisschen Pübi in den Augen, wenn ich davon erzähle.
Speaker: Ich war wirklich, was das anbelangt, war ich wirklich am Boden und habe gedacht, das hört nie auf.
Speaker: Ich werde nie einen
Speaker: in Anführungszeichen, normales Leben führen können und ja, habe dann gedacht, gut, jetzt schreibe ich dich an.
Speaker: Jetzt oder nie.
Speaker: Und dann sind wir in Kontakt gekommen und dann hat es aber ja nochmal einen Moment gedauert, bis ich mich so ein bisschen gesammelt habe und
Speaker: Ja, dann hast du mich aber einfach im Telefonat so abgeholt mit deiner offenen, ehrlichen, authentischen Art und auch mit deiner auf mich zukommenden Art und nicht bedrängenden Art, sondern du warst einfach so offen und so liebevoll von Anfang an mir gegenüber, dass ich innerlich gespürt habe, das ist es.
Speaker: Das ist jetzt mein Weg.
Speaker: Oh mein Gott.
Speaker: In der Jugendschau könnte ich auch gleich anfangen zu wollen.
Speaker: Hilfe.
Speaker: Oh, ja.
Speaker: Das ist so schön und ich freue mich so für dich, dass sich das jetzt so entwickelt hat.
Speaker: Wir kommen gleich noch dazu.
Speaker: Aber
Speaker: Ach, puh.
Speaker: Ja.
Speaker: Aber das ist genau das, was es dann auch braucht in dem Moment.
Speaker: Also ich habe da ja auch mal drin gesteckt und wir sind diese Härte halt so gewohnt.
Speaker: Und da hast du einfach nochmal echt einen Ausflug in dein altes Muster gemacht.
Speaker: So bis der Härte, die du zu dir selber hattest, nochmal mit Härte begegnet.
Speaker: Und
Speaker: dann tendiert man halt auch zu Maßnahmen und Angeboten, die einen einfach nur noch mehr in die Kontrolle schieben, statt in die Freiheit, in die man eigentlich will, weil wir es nicht anders kennen.
Speaker: Wir haben häufig einfach keine Idee davon, wie ein anderer Weg aussehen kann.
Speaker: Und das ist ja auch der Grund, warum wir jetzt eine Coach-Ausbildung gegründet haben, weil wir halt einfach sehen, dass die Ernährungscoaches häufig ganz unbewusst, ich bin ziemlich sicher, dass sie helfen wollen, aber ganz unbewusst das Muster ihrer Klienten eigentlich noch verstärken, weil im Prinzip
Speaker: das Essverhalten durch die Gedankenkreisen und durch die Maßnahmen schon häufig seit der Kindheit ja in irgendeiner Form ständig kontrolliert wird und versucht wird, mit Disziplin das Ganze in den Griff zu kriegen.
Speaker: Und dann sucht man sich jemanden, der einem hilft, noch disziplinierter zu sein und noch härter zu sein, weil er dann neben einem steht.
Speaker: aber am Ende des Tages verhärtet das das Muster häufig nur noch mehr.
Speaker: Ja, kann ich nur bestätigen.
Speaker: Ja, und du hast aber so ein inneres Aufbäumen gehabt, also dass der Teil in dir, weil du hättest ja auch einfach mitgehen können, das machen ja erstmal viele auch, dass sie sagen, ja, ja, das hilft mir voll gut, das treibt mich auch an und ich kann dann auch durchziehen, aber der Teil in dir, der gesagt hat, nee, also, mh, mh,
Speaker: Die Zeiten sind vorbei.
Speaker: Der hat dann noch mal richtig Gas gegeben.
Speaker: Der hat sich noch mal richtig gestreut gegen den Prozess.
Speaker: Ja, also es war am Anfang schon so, dass ich das auch durchgezogen habe.
Speaker: Ich kriege auch bei dem Wort durchziehen, da stellen sich mir mittlerweile so die Nackenhaare hoch.
Speaker: Ich kann es nicht mehr hören, dieses Wort.
Speaker: Wahrscheinlich, weil ich es einfach zu oft aufhabe.
Speaker: in Bezug auf mich verwendet habe.
Speaker: Aber ich habe irgendwann wirklich gemerkt, also gerade Training, beim Training nicht, aber beim Essen, diese Mengen, die ich gegessen habe, also das, was ich mir da auch irgendwie einverleibt habe, ich habe auf einmal einen Ekel davor bekommen, also von dem, was in dem Plan drin stand.
Speaker: Und ich so dachte, nein, auch das
Speaker: kann nicht gesund und nicht mein Weg sein.
Speaker: Ja.
Speaker: Und dann war es irgendwann zu viel.
Speaker: Ja.
Speaker: Ja, und dann haben wir gesagt, okay, wir gehen den Weg zusammen.
Speaker: Und da kannst du uns mal mitnehmen, was da vielleicht auch
Speaker: Du hast ja gesagt, du hast zwischendrin auch Therapie gemacht und warst da auch lange.
Speaker: Ich bin da ganz bei dir.
Speaker: Das hat voll seine Daseinsberechtigung, um erstmal Stabilität reinzukriegen, gerade wenn man eben auch eher in einer Situation ist, die vielleicht auch Krankheitswert hat, sowas wie einer schweren Depression oder Ängsten oder so.
Speaker: Aber es interessiert mich natürlich sehr,
Speaker: was du für Aha-Momente hattest, als wir ins Coaching gestartet sind, wie es eigentlich anders ablaufen muss, damit es wirklich sich bewegen kann.
Speaker: Ja, also ich weiß gar nicht, wo ich da starten soll, ehrlich gesagt, weil sich bei mir
Speaker: Ich habe gestern Abend nochmal so drüber nachgedacht und habe gedacht, wow, wie viel sich bei mir bewegt hat.
Speaker: Also das Erste, was für mich ein unfassbarer Unterschied zur Therapie war und ist, dass
Speaker: ich in der Therapie immer im Kopf war.
Speaker: Also eine Therapie ist sehr, sehr viel oder zum größten Teil meiner Meinung nach findet die auf der kognitiven Ebene statt.
Speaker: Und das war auch das, was mir immer gefehlt hat.
Speaker: Ich bin nicht in die Emotionen reingekommen.
Speaker: Ich hatte keinen Zugang zu meinen Emotionen.
Speaker: Natürlich saß ich auch mal in einer Therapiesitzung und habe geweint.
Speaker: Aber wenn ich jetzt auch drüber nachdenke, wie ich jetzt
Speaker: seit letztem Jahr geweint habe, das war Pibifax dagegen.
Speaker: Und das war für mich oder ist für mich ein ganz essentieller Unterschied, weil der Schlüssel ist nicht oder nicht nur Dinge zu verstehen, Verhaltensweisen zu verstehen oder sich ein Wissen anzueignen, warum bin ich, wie ich bin, das ist mit Sicherheit auch ein Bestandteil, aber der löst nicht
Speaker: Die Thematik, die man in sich trägt oder die Thematik, die ich in mir getragen habe, die hat es einfach nicht gelöst.
Speaker: Und das war für mich einfach ein riesengroßes Learning, dass eben vieles auf einer nicht rationalen Ebene stattfindet und auch stattfinden darf.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Naja, das ist so die Erfahrung, die eigentlich alle teilen, weil du hast in der Therapie viel gesprochen und reflektiert und werden Zusammenhänge dargestellt und festgestellt und über alternative Verhaltensweisen gesprochen und natürlich
Speaker: kann man da auch mal weinen.
Speaker: Das darf da sein, aber es wird nicht weiter damit gearbeitet.
Speaker: In dem Moment, wo sich ja eigentlich gerade der Körper mit einer Emotion öffnet und da eigentlich eine Tür aufgeht und ich jetzt supergut mit den Körperempfindungen arbeiten können, die unter all den Gedanken kreisen und Mustern eigentlich drunter liegen,
Speaker: hört die Therapie auf.
Speaker: Also da lässt sie die Finger von.
Speaker: Und das verstehe ich natürlich auch, weil bei jemandem, der sowieso instabil ist, macht man nicht unbedingt, geht man so in die Tiefe.
Speaker: Ja, da muss man erst mal schauen, dass man das, was da schon an der Oberfläche ist, auch stabilisiert.
Speaker: Ja.
Speaker: Aber dann irgendwann muss eigentlich der Therapieraum das auch hergeben, dann da tiefer zu kommen.
Speaker: Und das passiert aber tatsächlich nicht.
Speaker: Also da kann man jetzt sagen, ist das die Aufgabe von Therapie, ja oder nein.
Speaker: Also ich glaube einfach, dass das Gesundheitssystem...
Speaker: vor allem darauf ausgerichtet ist, Menschen irgendwie so zu stabilisieren, dass sie weiter funktionieren können.
Speaker: Definitiv.
Speaker: Aber nicht unbedingt um, ja, so, ich muss mal hier das Fenster zumachen.
Speaker: So, jetzt bin ich wieder da.
Speaker: Aber nicht unbedingt, damit sie sich wirklich gut fühlen mit sich.
Speaker: Und das liegt ja auch schon im Wort.
Speaker: Sich mit sich gut fühlen ist auf Gefühlsebene.
Speaker: Nicht nur gut über sich denken, sondern ich brauche auch das Gefühl dazu.
Speaker: Und da muss ich halt durch die Tür gehen, die die Emotion mir sozusagen öffnet.
Speaker: Und genau, das machen wir dann.
Speaker: Genau, also ich nutze auch immer gerne eine Metapher, das ist eigentlich so meine Lieblingsmetapher in Bezug darauf, dass jeder so sein Haus hat und dass die Therapie erstmal das Bewusstsein dafür bei mir geschaffen hat, dass in dem Haus sich ein Keller befindet.
Speaker: Und die Therapie mir geholfen hat, die Treppe runterzugehen, das Licht anzuschalten schon mal und mir vielleicht auch schon mal den Schlüssel in die Hand gegeben hat.
Speaker: Aber die Therapie hat dann aufgehört, wo es darum ging, den Schlüssel ins Schloss zu stecken, ihn umzudrehen, die Tür aufzumachen und reinzugehen.
Speaker: Ja, das ist eine mega, mega gute Metapher.
Speaker: Weil das ist eben das...
Speaker: Viele stehen über Jahre und Jahrzehnte und manchmal ein ganzes Leben vor der Tür.
Speaker: Und es ist so unfassbar frustrierend, beschämend und man fühlt sich einfach schuldig, wenn man die Tür ja schon sieht, dass man nicht durchgehen kann und sich wirklich dann auch auf der anderen Seite ein anderes...
Speaker: Verhalten öffnet oder ein anderes Gefühl öffnet.
Speaker: Und da hakt es.
Speaker: Und das war auch immer das, wo ich gesagt habe, da ist ja noch mehr.
Speaker: Da ist ja noch mehr und da hängt ja noch ein ganzer Körper dran.
Speaker: Aber wir haben halt gelernt, total emotions- und damit auch körpervermeidend zu sein in unserer Kultur und Gesellschaft.
Speaker: Und alles, was mal so ein bisschen, wenn man sich so
Speaker: Urvölker anguckt, die sich in Trance getanzen haben, die schütteln und schreien.
Speaker: Da gucken wir als Westler von außen drauf und haben das fast schon dämonisiert.
Speaker: Also das ist ja wie Teufelsaustreibung oder keine Ahnung was.
Speaker: Und das ist ja jetzt so spannend, weil das ist natürlich nur eine Abwehrstrategie, also ein Widerstand, mal die Energie, die in einem ist, frei fließen zu lassen.
Speaker: Weil wenn man sich Kinder anguckt, machen die das natürlicherweise ja eigentlich auch.
Speaker: Die flippen ja auch mal aus und ziehen Grimassen und wackeln und schütteln und springen hin und her.
Speaker: Und dann irgendwann wird da so ein Verbot draufgelegt und dann kann der Körper sich natürlich nicht mehr ausdrücken und wir halten das alles in Spannung, als Spannung in uns.
Speaker: Ja, da musste ich auch direkt dran denken an Kinder, als du das gesagt hast.
Speaker: Ja, dann erzähl mal, wie war denn dann der Weg für dich?
Speaker: Hast du mit dem gerechnet, wie er sich dann gestaltet hat?
Speaker: Oder beschreib uns mal die Reise, die du da gemacht hast so ein bisschen.
Speaker: Ja, also man, oder ich muss, oder möchte dazu sagen, dass ich mich im Prinzip noch mitten im Prozess befinde und ich glaube, dass das
Speaker: auch noch andauern wird.
Speaker: Wie lange?
Speaker: Keine Ahnung.
Speaker: Vielleicht für den Rest meines Lebens.
Speaker: I don't know.
Speaker: Aber das ist auch okay und darum geht es mir auch gar nicht mehr.
Speaker: Und ich glaube, das war auch, also ich konnte mir am Anfang nicht so richtig was darunter vorstellen.
Speaker: Was kommt da jetzt auf mich zu?
Speaker: Und hatte schon irgendwie eine Erwartungshaltung an mich, die ich aber auch
Speaker: ablegen durfte, weil ich bin natürlich mit einem Paket reingegangen.
Speaker: Also ich hatte natürlich auch gewisse Ängste.
Speaker: Okay, ist das jetzt wieder was?
Speaker: Obwohl ich natürlich schon ein Vertrauen zu dir hatte, aber trotzdem war da immer noch so ein bisschen die Angst im Kopf.
Speaker: Ist das jetzt wieder etwas, was ich mache?
Speaker: Und es verschafft mir dann für ein paar Wochen mal Linderung und dann falle ich wieder in ein Loch zurück.
Speaker: Und auch Gedanken, was
Speaker: gerade im Thema auf die Co-Regulation.
Speaker: Was denken die anderen Frauen von mir, wenn die mich so sehen, wenn die mich so roh sehen, wenn die mich in meinen Emotionen sehen, in Emotionen, von denen ich dachte, ich kann sie selbst nicht halten und sie wahrscheinlich auch eine Zeit lang wirklich nicht halten konnte.
Speaker: Wie wirkt es nach außen?
Speaker: Und habe mir da schon auch Gedanken drüber gemacht und
Speaker: Diese Gedanken durften da sein, aber sie waren ab der ersten Co-Regulation auch direkt weg.
Speaker: Also ich weiß, ich war bei Lena in der ersten Co-Regulation und erst mal nur als stille Beobachterin und das war auch okay so.
Speaker: Und als ich dann das erste Mal selbst mit einem Thema reinkam, zu erfahren, wie liebevoll das
Speaker: ich gehalten werden darf und kann von außen, von den anderen Frauen, von dir, von Lena.
Speaker: Das war...
Speaker: kriege ich direkt wieder Gänsehaut.
Speaker: Das war das erste Mal so richtig in meinem Leben, dass ich mich so richtig sicher gefühlt habe.
Speaker: Also ich spreche jetzt nicht von, ich laufe irgendwie über eine Straße und fühle mich jetzt sicher oder nicht, sondern so eine tiefe Sicherheit.
Speaker: Und das war total schön zu erfahren und das hat sich mit der Zeit dann auch einfach sehr gefestigt, dass diese Gedanken dann auch gar nicht mehr da waren, dass ich mich auch mehr getraut habe, Raum einzunehmen.
Speaker: Das war auch was, ich habe
Speaker: nie viel Raum in meinem Leben eingenommen.
Speaker: Ich habe immer eher geguckt, dass ich anderen Menschen Raum gebe.
Speaker: Und das war auch eine total schöne Erfahrung zu sehen, nee, ich darf mit dem, wer ich bin und was ich bin und was ich mitbringe, Raum einnehmen.
Speaker: Das ist okay so.
Speaker: Und auch den Druck, den ich mir am Anfang gemacht habe, ich muss es jetzt hier in sechs Monaten durchziehen.
Speaker: Da sind wir wieder beim Thema durchziehen und beim Wort durchziehen.
Speaker: Und dann ist alles anders.
Speaker: Dann ist mein Leben komplett anders.
Speaker: Alles ist gelöst, alles ist wunderbar.
Speaker: Und jetzt kann ich darüber im Prinzip auch wieder nur lachen, weil...
Speaker: ist ja eine komplett unrealistische, also für mich zumindest, bei anderen, vielleicht klappt es bei anderen, bei mir ist es einfach komplett unrealistisch, eine unrealistische Erwartungshaltung mir selbst gegenüber gewesen, dass Dinge, die ich mir, ich werde hier so im Oktober 38, was ich mir mein ganzes Leben lang angeeignet habe, was mir widerfahren ist, dass das innerhalb von sechs Monaten sich einfach so in Luft auflöst, ist ja kein, ist ja nicht die Realität und mittlerweile ist aber, das war am Anfang so mein Fokus,
Speaker: Und der hat sich dann aber während dem Coaching auch einfach komplett verschoben.
Speaker: Es ging mir nicht mehr darum, das jetzt in der Schnelligkeit durchzuziehen, sondern es wurde immer mehr klar für mich, ich möchte das nachhaltig machen.
Speaker: Ich möchte, dass das, was ich mir jetzt schaffe, ein Fundament ist, was mich für den Rest meines Lebens tragen wird.
Speaker: Und da ist es nicht förderlich zu sagen, ich ziehe das jetzt in einem halben Jahr durch.
Speaker: Egal wie, egal ob auf Biegen und Brechen und nicht auf meinen,
Speaker: mein individuelles Leben aufzugucken, auf meine Lebensumstände, weil man muss dazu sagen, dass insbesondere das letzte Jahr war für mich, nicht nur für mich alleine, ein sehr krasses, veränderndes Jahr, sondern auch für meinen Mann und für uns als Familienkonstrukt und da ist nicht immer der Raum da, zu sagen, ich mache das jetzt so und so und
Speaker: In der Schnelligkeit und das braucht ja auch Integration und das durfte ich einfach lernen, dass ich auf mich höre, auf mein eigenes Tempo schaue und das ist einfach mir auch so gut geglückt, das darf ich jetzt nochmal erwähnen.
Speaker: Durch euch einfach, durch euch, durch die Frauen in dem Raum, ihr habt einen so sicheren Raum geschaffen, es ist immer eine liebevolle, ehrliche Unterstützung vorhanden.
Speaker: die ich so einfach auch noch nie erlebt habe.
Speaker: Und das ist so unfassbar toll.
Speaker: Ich habe das schon mehrfach gesagt und ich werde auch nicht müde, das ihr mehrfach oder euch mehrfach zu sagen, das, was ihr da geschaffen habt, das ist lebensverändernd.
Speaker: Das bereichert diese Welt und zwar wirklich nachhaltig.
Speaker: Ich kriege Gänsehaut.
Speaker: Das ist so schön.
Speaker: Das ist natürlich auch der tiefe Auftrag darin.
Speaker: Und das, was du beschreibst, das haben ja alle, die zu uns kommen und auch in den Raum kommen.
Speaker: Weil dieser innere Antreiber, mit mir ist etwas falsch und ich muss erst das und das und das und das verbessern an mir und lösen an mir.
Speaker: Das ist ja nicht nur das Gewicht, das ist nicht nur das Essverhalten, sondern das sind ja auch ganz andere Themen, wo wir dann nicht gut genug sind, nicht schnell genug sind, nicht perfekt genug sind, nicht fehlerfrei genug.
Speaker: Und dieser innere Antreibe, da zeigt sich natürlich erst mal.
Speaker: Und da kommt dann auch diese klassische Diätmentalität, die man halt auch gelernt hat, mit rein.
Speaker: So sind wir wieder bei dem Wort, ich ziehe jetzt mal ein paar Wochen oder Monate durch und dann bin ich
Speaker: an dem Punkt, an dem ich mir wünsche zu sein, dann habe ich den Körper, den ich möchte oder was auch immer meine Idee ist und dann habe ich die Illusion, ja, dann wird alles gut sein.
Speaker: Und so ist es auch mit den emotionalen Themen, diese Heilungswut oder diese Selbstoptimierungswahn, der gerade entsteht, auch in der Persönlichkeitsentwicklungsblase und nicht falsch verstehen, ich feiere nie, ich finde das toll, dass wir uns endlich trauen, uns gewisse unangenehme Themen anzuschauen und gleichzeitig gibt es dieses Fehlverständnis von ich kann mich erst gut fühlen, wenn...
Speaker: Und dann kannst du das für dich vervollständigen.
Speaker: Wenn ich die Kilozahl auf der Waage habe, wenn ich das Essverhalten habe, wenn ich, weiß ich nicht, die Millionen auf dem Konto habe, wenn ich das Haus habe, wenn ich die Kinder habe oder eben, wenn ich all meine Themen gelöst habe.
Speaker: Und das wird, also vieles davon wird real im Leben, manches davon nicht.
Speaker: Und
Speaker: Der Punkt ist, wir brauchen das nicht, um wirklich uns wohlzufühlen mit uns und anzukommen in uns, in unserem Körper.
Speaker: Und das Paradoxe dabei ist ja, in dem Moment, wo dieser Stress runterfährt, wo dieser Anteil nicht mehr die ganze Zeit versucht zu funktionieren, sondern sich mal erlaubt, einfach da zu sein, in dem Moment verbessert sich auch das Essverhalten und logischerweise fühlen wir uns dann auch anders im Körper.
Speaker: Wir können regenerieren, wir kriegen mehr Energie, wir fühlen uns wohler und dieses Gefühl, mit sich selbst richtig zu sein, stellt sich lange ein, bevor wir überhaupt vielleicht die Zahl auf der Waage erreicht haben oder, weiß ich nicht, ich habe auch meine Mutter- und Vaterthemen nicht komplett gelöst und deswegen esse ich trotzdem nicht mehr emotional heute.
Speaker: Also wir müssen auch nicht all unsere Lebensthemen komplett auflösen,
Speaker: Löschen können wir sie sowieso nicht.
Speaker: Sie dürfen halt anders integriert werden, aber wir müssen das gar nicht alles lösen, um Verhaltensweisen wie zum Beispiel emotionales Essen zu verändern oder sogar ganz aufgeben zu können.
Speaker: Das ist gar nicht notwendig.
Speaker: Es ist nur so weit weg.
Speaker: wenn man das Verhalten lösen will, daran zu arbeiten, bis es sich halt entspannt hat.
Speaker: Deswegen wird es aber trotzdem in irgendeiner Form noch da sein und den Frieden können wir auch so mit uns finden.
Speaker: Deswegen ist es auch vollkommen...
Speaker: Wichtig, dass du sagst, du bist noch im Prozess, weil ich bin auch noch im Prozess.
Speaker: Das ganze Leben ist ein Prozess und ich bin der festen Überzeugung, wenn wir nicht irgendwann den State der Erleuchtung erleben oder erreichen, und das wird in diesem Leben wahrscheinlich nicht mehr der Fall sein, dann geht dieser Prozess auch bis zum Lebensende.
Speaker: Ich glaube sogar, dass dieser Prozess das Leben ist.
Speaker: Und dass wir uns einfach erlauben dürfen, im Hier und Jetzt zu sein und zu vertrauen, dass wenn wir die Grundlage gelegt haben, die wir jetzt auch im Coaching gelegt haben, wenn wir Emotionen freier fließen lassen können, wenn wir mehr bei uns sein können, dass dann wirklich die Dinge sich auch Stück für Stück auflösen, an den richtigen Platz fallen und
Speaker: zur richtigen Zeit das dran ist, was halt dran ist, so wie es bei dir eben dann auch nochmal dran war, die zweite Runde mit mir zu drehen.
Speaker: Also du warst soweit, ich war soweit, du warst soweit.
Speaker: Es war innerlich auch breit dazu und da können wir halt in dem Moment, weil ich weiß, dass auch viele Frauen hier zuhören, die einfach, also alle, die zu uns kommen, haben einfach auch schon super, super viel gemacht.
Speaker: Niemand kann sich da eigentlich vorwerfen, dass er nicht vorher schon irgendwie Dinge versucht hat, um das zu lösen.
Speaker: Und wir können halt dann entweder in diese Opferhaltung fallen und das ist auch in Ordnung, wenn wir das mal für einen Moment machen, dass das einfach scheiße ist und sich unfair anfühlt, dass wir halt schon so viel versucht haben und immer noch an diesem Punkt stehen.
Speaker: Oder wir kriegen irgendwann den Shift hin zu sagen, ja, vielleicht war das jetzt alles einfach mal Vorbereitung.
Speaker: Und hat mich gerade erst mal an den Punkt gebracht, dass ich das zulassen kann.
Speaker: Bei diesem Prozess, den du erlebt hast, ja, da muss man schon auch das innere Ja zu haben.
Speaker: Ja.
Speaker: Nicht, dass man keine Ängste davor hat, wie du auch gesagt hast, die Bedenken, die Zweifel, die dann kommen, die sind ganz normal.
Speaker: Aber der Teil in dir, der da immer wieder sagt, nee, also das zieht mich, da will ich jetzt nochmal, der muss ja da sein.
Speaker: Ja, auf jeden Fall.
Speaker: Und ich glaube auch, dass das
Speaker: ganz individuell aussehen kann.
Speaker: Und wie du auch gesagt hast, da musste ich jetzt gerade auch so ein bisschen an das Retreat denken.
Speaker: Da würde ich vielleicht nachher nochmal drauf eingehen.
Speaker: Ja, sehr gerne.
Speaker: Um auch nochmal ein paar Punkte zu nennen, wie es mein Leben einfach auch verändert hat, dieses letzte Jahr und der Weg mit euch.
Speaker: ist einfach, dass ich ein Bewusstsein erlangt habe, von dem ich vorher nicht dachte, dass es überhaupt existiert und möglich ist.
Speaker: Nicht nur für mich selbst, nicht nur für meinen kleinen Mikrokosmos, sondern generell, was diese Welt und was die ganze Menschheit anbelangt.
Speaker: Und ich war schon immer jemand, der über den Tellerrand hinausgeguckt hat, aber trotzdem ist es jetzt einfach nochmal auf einer anderen Ebene und
Speaker: einfach auch zu lernen, dass ich, ich habe immer gedacht, das habe ich auch letztens, glaube ich, unter einem Post von euch kommentiert, ich habe immer gedacht, ich müsste noch disziplinierter und noch härter sein.
Speaker: Ich muss einfach, ich muss noch mehr machen.
Speaker: Das kennen mit Sicherheit ganz viele, die mit emotionalem Essen ein Thema haben.
Speaker: Du musst nur noch härter an dir arbeiten.
Speaker: Und ich jetzt einfach lernen durfte, dass genau das Gegenteil ich gebraucht habe, Mitgefühl mit mir, nicht noch mehr Selbsthass, sondern Mitgefühl mit mir selbst, Weichheit, zu lernen, dass es auch einen Unterschied zwischen Männern und Frauen gibt.
Speaker: Ich meine klar, das wissen wir alle, aber auch einen innerlichen körperlichen Unterschied gibt, dass
Speaker: dass das Bindegewebe von der Frau ja komplett anders aufgebaut ist und dementsprechend damit auch anders umgegangen werden darf als bei einem Mann.
Speaker: Und dass ich für mich einfach ein Gefühl bekommen durfte,
Speaker: dass ich mir vertrauen kann, das ist jetzt auch nicht immer da, aber das einfach mal zu erleben, dass ich mir und auch dem Leben vertrauen darf, das war ein Gefühl, das ist teilweise jetzt noch so überwältigend für mich, weil ich das alles vorher noch nie in dieser Gänze und Fülle gefühlt habe, dass ich mich als Gesamtes sehen kann, dass ich mich nicht mehr abspalte sozusagen, also dass ich meinen
Speaker: Körper nicht mehr von mir abspalte und sage, das ist mein Körper, sondern das ist, das bin ich.
Speaker: Ich bin.
Speaker: Ja, nicht das einfach zu trennen voneinander und lernen durfte, Gefühle wirklich zu fühlen, Gefühle auszudrücken erst mal.
Speaker: Das konnte ich überhaupt nicht mehr.
Speaker: Also ja, im Weinen war ich immer ganz gut, aber
Speaker: auch nicht so zu weinen, mal wie wirklich ein kleines Kind, ja.
Speaker: Also wirklich alles mal rauszulassen, das zu lernen durch euch, mal Wut auszudrücken.
Speaker: Wie lange ich Wut unterdrückt habe und immer mit Trauer, mit Tränen überspült habe, weil wir sind ja die braven Mädchen, die dürfen ja nicht wütend sein, ja.
Speaker: Und das dann einfach auszudrücken in einer gesunden Form, es anzunehmen, es zu regulieren auch mal intuitiv, dass ich jetzt einfach diese Erfahrung sammeln durfte,
Speaker: wie sowas ganz natürlich ablaufen kann.
Speaker: Also ich hatte letztens erst eine, ich hatte ein Telefonat in der Verwandtschaft gehabt, das hat mich sehr aufgebracht, das Telefonat.
Speaker: Ich war richtig wütend.
Speaker: Ich habe danach aufgelegt und ich war richtig am Beben.
Speaker: Ich habe richtig gezittert und das erst mal wahrzunehmen.
Speaker: Das habe ich früher überhaupt gar nicht wahrgenommen.
Speaker: Das ist einfach an mir vorbeigegangen.
Speaker: Und ich ganz intuitiv, ich bin erst mal hochgegangen, ich bin ins Schlafzimmer, ich habe erst mal auf das Kissen eingehauen.
Speaker: Ich habe ins Kissen reingeschrien und
Speaker: Hab dann geatmet.
Speaker: Hab kurz nachgefühlt.
Speaker: Ist noch was da?
Speaker: Nee, okay.
Speaker: Ja, ist noch was da?
Speaker: Nochmal geschrien.
Speaker: Wieder geatmet.
Speaker: Dann hab ich gemerkt, okay, und jetzt brauch ich irgendwas, was mich reguliert und was mich sozusagen in Anfangszeichen rausholt.
Speaker: Und dann bin ich spazieren gegangen.
Speaker: Dann hab ich noch geschrieben, während ich spazieren hab ich noch geschrieben, hab noch eine Nachricht verfasst, die ich nicht abgeschickt habe, aber einfach für mich, um es nochmal runterzuschreiben,
Speaker: Und bin nach Hause gekommen und ich war so stolz auf mich.
Speaker: Ich war so stolz auf mich, weil ich dachte, ey, guck mal, du kannst das.
Speaker: Das steckt in dir und das darf da sein.
Speaker: Und es dürfen auch Momente da sein, wo das nicht so ist.
Speaker: Das ist auch okay.
Speaker: Aber das einfach zu erleben, dass es funktionieren kann, etwas funktionieren kann, woran ich nicht mehr geglaubt habe, das ist so ein schönes Gefühl und dafür spüre ich so viel Dankbarkeit, also aufrichtige Dankbarkeit.
Speaker: Und
Speaker: Ja, du darfst mich auch gerne unterbrechen.
Speaker: Ich habe noch so viel, was ich eigentlich teilen möchte, könnte, wie auch immer.
Speaker: Ich höre dich nicht ab.
Speaker: Ja, also ich wollte dich unbedingt austreten lassen, weil, also ich finde es immer besonders schwierig, solche emotionalen Prozesse und das innere Erleben zu beschreiben, aber du hast das so wunderschön ausgedrückt, wie so dein Prozess da war und
Speaker: Ich glaube einfach, dass wir ganz häufig, also gerade wenn du auch sagst, ja, ich habe meine Gefühle nicht so richtig gefühlt oder ausgedrückt.
Speaker: Ich glaube, wenn man sagt, viele fühlen ja schon auch viel.
Speaker: Also es gibt Menschen, die nicht so viel fühlen.
Speaker: Und dann gibt es aber Menschen, die eigentlich super viel fühlen und denen das eigentlich viel zu viel ist.
Speaker: Und deswegen
Speaker: Wir haben manchmal mit Frauen Gespräche, die dann sagen, ja, aber ich fühle ja, ich fühle ja eigentlich viel zu viel, ja, so, deswegen esse ich ja und es ist dann so spannend zu hören, ne,
Speaker: dieser Unterschied zwischen, ja, du fühlst zwar, aber du hast das nicht ausgedrückt.
Speaker: Und dadurch fühlst du auch viel zu viel natürlich, weil das kann ja gar nicht abfließen.
Speaker: Du hältst es ja alles die ganze Zeit bei dir und das ist halt maximal überfordernd.
Speaker: Und dann drückst du es halt noch mehr weg oder unterdrückst es halt noch stärker.
Speaker: Also das heißt, du willst eigentlich, dass es aufhört, deswegen unterdrückst du es und das ist der Grund, weshalb es nicht aufhört, sondern einfach nur noch schlimmer wird.
Speaker: Ja.
Speaker: Und ich glaube, wir haben ja eben auch vor dem Podcast drüber gesprochen, man schaut dann so zurück und schmunzelt manchmal, wenn man so in dem Moment, wo man steckt, denkt so, jo, jetzt habe ich es gecheckt, jetzt habe ich alles verstanden und gelöst oder keine Ahnung.
Speaker: Und dann geht man mal irgendwie ein paar Jahre weiter oder auch so ein paar Monate in so einem Prozess weiter und guckt dann zurück und denkt sich so, jo, du hast zwar schon viel gesehen, aber
Speaker: Du kannst dir nicht vorstellen, was dann noch alles ist.
Speaker: Und wir nehmen häufig einfach überhaupt nicht wahr.
Speaker: Und das ist der Punkt, wo man dann ja auch als Betroffene, gerade mit dem emotionalen Essen, aber auch mit anderen Themen, da steht und denkt, ich finde den Fehler nicht.
Speaker: Was stimmt nicht mit mir?
Speaker: Und das ist einfach der Grund, weil wir es nicht sehen können.
Speaker: Wir können es nicht sehen, wir können es nicht fühlen, weil das emotionale Essen und auch andere Bewältigungsstrategien haben wir uns ja auch gebaut, um das nicht mehr fühlen zu müssen.
Speaker: Und dadurch, also eine Wunde, die ich nicht wahrnehmen kann, die kann ich auch nicht versorgen.
Speaker: Und das ist eben der Punkt, da müssen wir also erstmal überhaupt die Wahrnehmung öffnen.
Speaker: Das ist halt super, super schwierig, weil viele buddeln ihr Leben lang an einer Stelle nach einer Lösung, an der sie einfach keine finden werden.
Speaker: Weil sie blind drauflos buddeln, all ihre Kraft in diesen Kampf stecken und dann natürlich völlig, völlig frustriert sind, wenn sie dann irgendwann da
Speaker: dastehen und völlig erschöpft sind und feststellen, also das führt hier zu keiner Lösung, aber ich weiß auch nicht, was ich sonst noch machen soll.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Also für mich war auch noch eine Riesenerkenntnis und ich glaube, da haben wir generell so in der Menschheit ein Thema mit, dass Dinge nebeneinander stehen dürfen und dass mehrere Gefühle gleichzeitig da sein dürfen und auch
Speaker: realistischerweise sind.
Speaker: Das habe ich ganz lange nicht gewusst und nicht verstanden.
Speaker: Ich habe immer gedacht, also nicht, das war kein automatischer Ablauf gedanklich, sondern das war einfach so, ich darf nur eine Sache fühlen.
Speaker: Ich darf jetzt nur traurig über eine Situation sein oder ich darf nur wütend darüber sein.
Speaker: Vielleicht noch Trauer und Wut zusammen, aber für mehr ist da kein Spielraum.
Speaker: Und das
Speaker: war für mich auch eine super krasse Erkenntnis, und auch eine sehr verändernde Erkenntnis, dass mehrere Dinge da sein dürfen.
Speaker: Dass ich zum Beispiel mit meinen Eltern, die mich geprägt haben, ich mit denen mitfühlend sein darf, weil sie auch ihre Prägungen und ihren Scheiß erfahren haben im Leben.
Speaker: Aber ich muss deswegen mein Gefühl nicht schmälern.
Speaker: Es darf gleichzeitig da sein, dass Dinge passiert sind, die mir nicht gut getan haben und die nicht gut für mich waren, die scheiße waren, die mich traurig gemacht haben, die mich wütend gemacht haben oder es auch mich heute noch machen.
Speaker: Und das zu verstehen und das auch zu fühlen, dass alles da sein darf und seinen Raum haben darf, das war unfassbar befreiend für mich.
Speaker: sich nicht auch noch da entscheiden zu müssen, was nehme ich denn jetzt, was ist denn das angebrachtere Gefühl jetzt in dieser Situation, da bin ich ja wieder im Kopf, sondern einfach das da sein lassen zu dürfen, das einfach da ist und das sind eben Dinge, die gleichzeitig da sein dürfen, auch wenn das manchmal vielleicht rational keinen Sinn ergibt, aber
Speaker: Es ist halt einfach so.
Speaker: Und das war einfach wirklich nochmal sehr verändernd für mich.
Speaker: Und auch für mich zu erkennen, dass ich immer so, wie ich war, richtig war.
Speaker: Also dass wir ja alle unsere Schattenanteile in uns tragen.
Speaker: Das auch einfach mal annehmen zu können und zu dürfen.
Speaker: weil es auch jedem von uns so geht, weil kein Mensch perfekt ist und ich das erste Mal auch so spüren durfte, weil ich habe immer, immer, seit ich denken kann, habe ich gespürt, ich bin anders.
Speaker: Das können jetzt vielleicht viele nachvollziehen oder viele denken, ja, ich bin halt auch anders, aber ich habe immer tiefer gefühlt als andere.
Speaker: Ich hatte immer eine von, schon
Speaker: früher eine andere Tiefe, eine andere Wahrnehmung als andere, eine andere Sensibilität gehabt.
Speaker: Und das habe ich lange Zeit erlebt,
Speaker: von mir weggeschoben und habe gesagt, nee, das braucht es nicht, das ist zu viel, ich bin zu viel.
Speaker: Und durch das Coaching, durch das letzte Jahr, habe ich so erkennen können, dass das eigentlich, nicht nur eigentlich, das ist meine Superkraft.
Speaker: Das ist genau das, was mich
Speaker: zu der Person macht, die ich bin.
Speaker: Das ist so eine essentielle Fähigkeit meinerseits.
Speaker: Und das jetzt einfach liebevoll anzunehmen und zu umarmen und zu sagen...
Speaker: Ja, so bin ich und da kommt nicht jeder mit klar und es mag nicht jeder, aus welchen Gründen auch immer.
Speaker: Und nicht jeder kommt mit Tiefe zurecht, weil jeder halt an einem anderen Punkt im Leben steht.
Speaker: Das ist okay, aber deswegen muss ich mich ja nicht klein machen.
Speaker: Deswegen muss ich das nicht wegmachen, nur weil im Außen jemand oder etwas ist, was jetzt gerade nicht zu mir passt.
Speaker: Da sind wir wieder mit dem
Speaker: es dürfen Dinge gleichzeitig da sein irgendwie, aber dann passt es halt einfach nicht und das ist auch ein richtig schönes Gefühl gewesen, weil ich glaube, jeder kennt das Gefühl, nicht gut genug zu sein, nicht richtig zu sein und das einfach zu erfahren und nicht nur dieses, ja, ich mache jetzt jeden Tag Affirmationen, ich bin schön, ich bin gut, so wie ich bin, sondern
Speaker: das nicht auf der kognitiven Ebene zu haben, sondern es wirklich zu spüren, mit jeder Zelle in meinem Körper.
Speaker: Und da war dann auch nochmal wirklich das Retreat ein ganz entscheidender Punkt für mich.
Speaker: Da können wir sofort zu kommen.
Speaker: Aber erst mal, ja, ich finde es einfach wunderschön, wie du so das berichtest.
Speaker: Und ich gehe voll mit bei diesem Gefühl, ich bin und war halt irgendwie immer anders.
Speaker: Und ich weiß, dass das ganz, ganz vielen Frauen, die zu uns kommen, so geht, wenn nicht sogar allen in irgendeiner Form.
Speaker: Dieses Gefühl sehr intensiv zu spüren, vielleicht auch so eine gewisse Hochsensibilität zu haben und
Speaker: Und was wir unterscheiden lernen dürfen, es gibt einmal diese Hochsensibilität, die bei dir da ist, die jetzt aber mit einer ruhigen Wahrnehmung, ruhigeren Wahrnehmung stattfindet.
Speaker: Also wenn wir wirklich hochsensibel sind, dann sind wir dabei nicht, während wir wahrnehmen, nicht unbedingt angespannt oder gestresst, sondern wir nehmen einfach wahr und das kann aber durch uns durchfließen.
Speaker: dann gibt es aber auch noch die Hypervigilanz.
Speaker: Das heißt, ich habe gelernt, alles abzuscannen, weil ich ein grundsätzliches Gefühl habe, nicht sicher zu sein und ich immer gucken muss, wie geht es den anderen, wie reagieren die anderen, wie muss ich reagieren, damit ich sicher bin.
Speaker: Und bei vielen Frauen, die zu uns kommen, mischt sich die von sich aus schon vorhandene Hochsensibilität, die ich auch habe,
Speaker: da muss ich nur mal meinen Astrumschild angucken, da weiß ich schon Bescheid, ja, als Fischefrau mit Krebsassendent und keine Ahnung was, also Wasser, Wasser, Wasser und Gefühle ohne Ende, ja, aber wenn sich das mischt mit dieser Hypervigilanz, dann wird das ein absoluter Stress, ja, und wenn wir aber lernen, wie du das eben auch beschrieben hast, diese Sicherheit von innen wirklich aufzubauen und deswegen ist auch dieser
Speaker: Dieses Setting so wichtig, in dem wir uns da auch im Coaching-Prozess befinden, alles bei uns ist darauf ausgelegt, Sicherheit auszustrahlen, Druck rauszunehmen, das Gefühl zu vermitteln, du bist genauso, wie du gerade bist, mit allem, was du zeigst, mit allem, was du fühlst, richtig und du darfst damit da sein.
Speaker: Weil A, ist das eine Grundhaltung sowieso und B, erfüllt es natürlich auch den Zweck, dass das Nervensystem eine neue Erfahrung machen muss, damit es sich lösen kann.
Speaker: Also es geht gar nicht anders.
Speaker: Diese Erfahrung hat gefehlt in der Vergangenheit und deshalb muss man die nachholen.
Speaker: Dieses Gefühl, wirklich hier sein zu dürfen, zu können und sicher dabei zu sein.
Speaker: Und
Speaker: dann können wir nämlich auch unser Anderssein beginnen zu leben, weil wir uns sicher fühlen damit, auch anders zu sein und trotzdem sicher damit zu sein in dieser Welt und eben mehr wahrzunehmen und zu fühlen und tiefer zu blicken und sich trotzdem gut damit zu fühlen.
Speaker: Weil diese Gedanken, also kenne ich auch, also mit mir,
Speaker: Mittlerweile lerne ich das auch, mal ein bisschen mehr auf der Oberfläche zu bleiben.
Speaker: Aber mit mir geht es halt sehr schnell sehr tief und das mag nicht jeder.
Speaker: Und da ist man natürlich auch ein krasser Spiegel, weil ich weiß, ich hatte ganz früher mal eine Freundin, die hat immer zu mir gesagt,
Speaker: Also mit so einem Nasenrümpfen auch.
Speaker: Diese Gespräche immer, das ist immer so emotional und das geht immer so tief und also wirklich mit so einem Ekel im Gesicht.
Speaker: Ja klar, die hat halt natürlich absolute Abwehrmechanismen da gehabt, weil ihr System da nicht dran wollte und das ist ja auch vollkommen in Ordnung.
Speaker: Aber in dem Moment
Speaker: fühlt man sich natürlich abgelehnt.
Speaker: Oder auch dann einfach isoliert von den anderen.
Speaker: Oder man hat das Gefühl, ich habe keinen Platz in dieser Welt.
Speaker: Ich sehe, niemand teilt meine Wahrnehmung.
Speaker: Und das isoliert uns halt einfach dann sehr stark.
Speaker: Und so finden wir halt wieder eher einen Platz in dieser Welt.
Speaker: Ja, also ich fühle das tatsächlich sehr, weil ich
Speaker: auch, du kannst mit mir stundenlang über die tiefgründigsten Dinge dieser Welt sprechen, gar kein Problem.
Speaker: Und wenn es dann irgendwie mal an so einen kleinen Smalltalk geht, da komme ich dann so ein bisschen ins Straucheln und merke einfach, boah, es fällt mir echt schwer.
Speaker: Nicht
Speaker: Also ich verurteile das bei keinem.
Speaker: Wie du auch gesagt hast, das denke ich auch so, es steht ja auch jeder an einem anderen Entwicklungspunkt im Leben.
Speaker: Und man ist dadurch ein krasser Spiegel.
Speaker: Und der eine braucht und möchte das vielleicht gerade und der nächste vielleicht nicht.
Speaker: Aber wie ich schon gesagt habe, ich habe einfach gelernt, das da sein zu lassen und zu sagen, es ist okay.
Speaker: Und wenn ich mich mal nach einem Smalltalk fühle, dann
Speaker: Dann fühle ich mich danach, dann ist das auch in Ordnung, aber ich muss mich nicht mehr verändern.
Speaker: Ich habe nicht mehr das Bedürfnis danach, mich zu verändern, nur weil ich im Außen vielleicht mal auf Ablehnung stoße.
Speaker: Ja, absolut.
Speaker: Und das ist ja auch, sage ich mal, ein Zeichen von emotionaler Reife, Dinge nebeneinander stehen lassen zu können.
Speaker: Wir leben in einer multidimensionalen Welt.
Speaker: Es gibt mindestens zwei Polaritäten, links und rechts, maskulin, feminin, oben und unten.
Speaker: Und wir müssen lernen, uns irgendwo in der Mitte einzupendeln.
Speaker: Ich kann mich aber nicht in der Mitte einpendeln,
Speaker: wenn ich immer nur schwarz oder weiß kenne.
Speaker: Immer nur ein Extrem.
Speaker: Und das ist ja auch mitunter ein Grund, warum ich das Gefühl habe, dass wir auch in unserer Gesellschaft mittlerweile keine Streitkultur mehr haben.
Speaker: Weil es gibt keine Konfliktfähigkeit mehr.
Speaker: Wir haben überall Konflikte, aber wir haben keine
Speaker: Fähigkeit, in Kontakt mit diesem Konflikt zu gehen und in Kontakt mit dem Gegenüber zu gehen, das vielleicht eine andere Perspektive hat, eine komplett andere Wahrnehmung, das sieht man in der Politik, aber auch im Kleinen in Beziehungen,
Speaker: Dass man sich zusammensetzen kann und sagen kann, okay, hier ist deine Wahrnehmung, da ist meine Wahrnehmung und jetzt lass uns doch schauen, wie wir miteinander leben können, dass wir diese Wahrnehmung harmonisch vereinen in irgendeiner Form.
Speaker: Stattdessen wird halt immer versucht, dem anderen seine Wahrnehmung abzusprechen oder davon zu überzeugen, dass seine Wahrnehmung falsch ist und er ja die eigene Wahrnehmung annehmen muss.
Speaker: Und ich habe mal so einen schönen Satz gelesen, das war auch in irgendeinem Buch über Psychologie, der sagte, jeder hat das Recht auf seinen eigenen Realitätstunnel.
Speaker: Und wenn wir jedem Erster das Recht geben, seine Gefühle und seine Wahrnehmungen zu haben,
Speaker: dann entsteht daraus auch eine Möglichkeit zur Kooperation.
Speaker: Ablehnung erzeugt immer Isolation.
Speaker: Und wenn wir etwas oder jemanden ablehnen, dann gehen wir nicht mehr ins Gespräch und dann können wir denjenigen aber auch nicht mehr erreichen.
Speaker: Und derjenige kann uns nicht erreichen.
Speaker: Und dementsprechend gibt es keine Möglichkeit mehr auf Harmonie.
Speaker: Und so ist das im Übrigen auch mit den Teilen in uns.
Speaker: Ja, da gibt es Teile in uns, die passen in unser Selbstbild und da gibt es Teile in uns, die lehnen wir komplett ab, weil die da nicht reinpassen.
Speaker: Und wenn wir die aber ablehnen, dann können wir nicht mehr mit dem Teil in uns kommunizieren.
Speaker: Das heißt, wir schieben den in den Schatten, wir verdrängen den, wir isolieren den und dann erzeugt der Leid.
Speaker: Und wenn ich aber lernen kann, ich bin das, aber ich bin auch das und ich kann das harmonisch miteinander verbinden,
Speaker: dann entsteht eben nicht mehr dieser Stress, den wir in uns tragen und den wir ja auch im Außen sehen.
Speaker: Ja, bin ich ganz bei dir.
Speaker: Super, super wichtig.
Speaker: Aber ja, jetzt hast du schon zweimal das Retreat angeteilt.
Speaker: Erzähl doch mal, was war da los?
Speaker: Ja, was war da los?
Speaker: In Worte schwierig zu fassen.
Speaker: Vielleicht erst mal ganz kurz als Kontext, sorry.
Speaker: Für unsere Klienten ganz exklusiv geben wir Retreats.
Speaker: Ich kann gleich auch nochmal darauf eingehen, warum das nur für unsere Klienten ist, die auch im Chainless Woman Coaching waren, aber davon redet Jasmin.
Speaker: Genau.
Speaker: Also das war im Prinzip so zu dem, was so im letzten Jahr passiert ist, war das so die Kirsche auf der Sahnehaube und nochmal ein
Speaker: Einfach eine Tür in einen nochmal ganz anderen Kellerraum für mich ganz persönlich.
Speaker: Ich glaube, dass das Coaching vorher eine super Vorbereitung auf das war, was dort mit mir passiert ist und was ich auch zugelassen habe, dass ich es überhaupt zulassen konnte.
Speaker: Ich habe, du hast es vorhin auch so gesagt, man muss auch Ja dazu sagen.
Speaker: Und ich habe mir vorher, habe ich ein sehr lautes Ja ausgesprochen.
Speaker: Also ich hatte wirklich richtig, richtig Lust und Bock, tief zu gehen.
Speaker: Ich wollte richtig tief gehen.
Speaker: Und genau so kam es auch.
Speaker: Also es war erst mal total schön,
Speaker: Frauen natürlich persönlich kennenzulernen, die ich in der Korregulation vielleicht schon das eine oder andere Mal gesehen habe, dann natürlich euch, dich und Lena, endlich nach so vielen Jahren mal live und in Farbe zu sehen, euch in den Arm zu nehmen, einfach nochmal eine andere Verbindung spüren zu dürfen.
Speaker: Das war alleine schon unfassbar schön gewesen.
Speaker: Und diesen Raum, den ihr da geschaffen habt, das war
Speaker: so unbeschreiblich, so unbeschreiblich für mich heute noch.
Speaker: Also heute noch so, dass ich es nicht wirklich in Worte fassen kann.
Speaker: Also ich glaube, Menschen, die schon mal auf einem Retreat waren, können das vielleicht nachvollziehen.
Speaker: Es kommt auch aufs Retreat drauf an.
Speaker: Mit Sicherheit kommt es auch aufs Retreat drauf an.
Speaker: Und
Speaker: erstmal in den verschiedenen Sessions, die wir da hatten, nochmal so eine ganz unverblümte, rohe, echte, authentische, liebevolle Verbindung zu einem anderen Menschen zu spüren.
Speaker: Also so richtig, so eine richtig liebe Verbindung.
Speaker: Das hatte ich vorher so...
Speaker: in der Form noch nicht.
Speaker: Also natürlich eine Verbindung zu meinen Kindern, zu meinem Partner, aber nochmal einfach eine Verbindung auf eine andere Art und Weise.
Speaker: Und das war wunderschön.
Speaker: Das waren Momente, die ich nicht vergessen werde in meinem Leben.
Speaker: Und dann kam die Birthwork Session und die hat mir halt einfach die Schuhe ausgezogen.
Speaker: Also da
Speaker: dass ich mich auch so darauf einlassen konnte, da bin ich so glücklich und dankbar drüber, weil ich vorher ja schon dachte, ich wüsste, was es bedeutet zu fühlen.
Speaker: Und in dieser Session zu spüren, mit jeder Zelle,
Speaker: Und damit meine ich wirklich mit jeder Zelle meines Körpers, was es bedeutet, Wut zu spüren, was es bedeutet, Trauer zu spüren, was es bedeutet, Schmerz zu spüren.
Speaker: Einen Schmerz, der in meinem Körper seit 37 Jahren festgesteckt hat, den zu spüren und sozusagen zu verkörpern und rauszulassen.
Speaker: Ich habe geschrien wie noch nie in meinem ganzen Leben.
Speaker: Also da kam, das war ja wie ein Urschrei im Prinzip, der da aus mir rauskam.
Speaker: Dieses Körperliche, auch was das mit meinem Körper gemacht hat, dass ich gezittert habe, dass man, ich weiß noch, diese eine Situation, ich glaube, du bist dann hinter mich gekommen und hast mich gehalten, wo ich mich richtig wie aufgerichtet habe, wie ein Säugling, wenn er schreit und ins Hohlkreuz geht.
Speaker: Und trotzdem, also dass mich das
Speaker: dass es überwältigend ist, aber ich mich in dem Moment so gehalten gefühlt habe und ich so ein Vertrauen in mich, in euch und ins Leben hatte, dass ich das so zulassen konnte.
Speaker: Das war so wunderschön, auch wenn es in dem Moment, natürlich, man denkt immer, ich muss Emotionen auch in eine Schublade packen, also so Wut und Trauer und Schmerz, das packen wir alles in die negative Schublade, weil das wollen wir nicht so gerne spüren.
Speaker: Und davon bin ich aber komplett weg mittlerweile, weil ich kann, ich habe in dem Moment, wusste ich und habe gefühlt, das eine geht nicht ohne das andere.
Speaker: Ich kann nicht vom Leben erwarten, dass ich eine Fülle, eine Dankbarkeit und Liebe, also so eine richtige, spüre, wenn ich das andere nicht spüre und nicht fühle.
Speaker: Und nach dieser Session, also die hat bei mir noch sehr lange nachgehalten, also noch Tage, vielleicht auch Wochen noch wirklich nachgehalten.
Speaker: Ich bin montags, ich habe zu Hause gearbeitet und habe dann irgendwann schon gemerkt, okay, ich brauche jetzt mal eine Pause.
Speaker: Es hat geregnet.
Speaker: Ich bin barfuß raus in den Garten gegangen, habe mich in den Regen gestellt.
Speaker: Ich habe einfach nur geheult.
Speaker: Aber nicht vor Trauer, sondern weil ich eine
Speaker: Jetzt kommen gleich wieder die Tränen und ich habe wieder Genshaut.
Speaker: Ich habe das erste Mal in meinem Leben und kann ich wirklich, also jetzt mal abgesehen von der Geburt von meinen Kindern, das nehme ich mal raus, eine wirkliche tiefe und echte Dankbarkeit gespürt.
Speaker: Eine Fülle gespürt, die ich vorher noch nie in meinem Leben gespürt habe.
Speaker: Und das war so lebensverändernd für mich.
Speaker: Das war wirklich, also ich bin euch da einfach so tief dankbar.
Speaker: Ich habe danach ja auch einen Text verfasst und diesen Text, den ich dir auch geschickt habe, ich lese den mir heute noch regelmäßig durch, weil ich, weil das, was ich da geschrieben habe, so sehr fühle.
Speaker: Und das war für mich, das war für mich wirklich das, abgesehen von der Geburt meiner Kinder, das Überwältigendste, was ich
Speaker: bis jetzt in meinem Leben erfahren durfte.
Speaker: Ja.
Speaker: Und trotzdem eine sichere Erfahrung.
Speaker: Ja.
Speaker: Sonst hättest du es so nichts zulassen können, weil wir pushen nicht rein.
Speaker: Ja.
Speaker: weil es gibt ja auch verschiedene Methoden, mit denen man dann reinpusht.
Speaker: Natürlich kann man sich da auch reinatmen, aber ich gebe da gleich nochmal ein bisschen mehr Kontext zu.
Speaker: Ja, aber erstmal, dass du es so positiv integrieren konntest, ist auch, wie gesagt, dem Setting geschuldet und mitunter auch ein Grund dafür, warum wir Retreats nur für Klienten anbieten.
Speaker: Weil
Speaker: wir leider einfach auch von vielen Menschen gegenteilige Erfahrungen hören.
Speaker: Und das hat auch was mit Set und Setting zu tun.
Speaker: Diese Begriffe kennt man ja häufig eher aus dem Drogenkonsum, Set und Setting.
Speaker: Aber das ist mit allen emotionalen Prozessen ausschlaggebend.
Speaker: Set und Setting.
Speaker: Das heißt...
Speaker: Die Gegebenheiten vor Ort, mit wem, wie vorbereitet wird, wie nachbereitet wird, wie traumasensibel der Raum gehalten wird, weil natürlich kommt nicht bei jeder Frau das hoch und released, was bei dir hochkam.
Speaker: Und dafür braucht es Menschen, die ausgebildet sind, die wissen, wie sie so einen Raum aufbauen können und wie sie so einen Raum halten.
Speaker: Da müssen genügend Menschen da sein, die den Raum auch halten.
Speaker: Und dann kann das und wird das eine sichere Erfahrung, die einen ganz, ganz tiefen körperlichen Release ermöglicht.
Speaker: Und das ist das,
Speaker: was du da erfahren hast, wo wir mit dem Kopf komplett aus dem Weg gehen können und einfach das, was schon lange fließen will und den Schmerz bereitet im Untergrund abfließen kann.
Speaker: Sowas
Speaker: sag ich mal, forcieren wir nicht.
Speaker: Aber in dem Moment, wo wir mit Menschen in Coaching-Prozessen arbeiten, besteht eben die Möglichkeit, dass wir in Kontakt mit so etwas kommen.
Speaker: Und deswegen ist es uns ja auch so wichtig,
Speaker: auch Menschen auszubilden, die traumasensibel ausgebildet sind, weil das die meisten eben nicht sind.
Speaker: Nicht mal Breathwork-Facilitator, also Leute, die wirklich Breathwork-Ausbildungen machen, haben häufig einen fundierten, guten Background zum Thema Trauma, Traumasensibilität.
Speaker: Und eine Atmung, wenn wir mit dem Kopf aus dem Weg gehen können, kann das ermöglichen.
Speaker: Und jeder einzelne Prozess sieht anders aus.
Speaker: Es kann sein, dass du das nächste Mal, wenn du die Atemübungen machst, einen ganz leichten, ganz sanften Release hast.
Speaker: Und deswegen ist der nicht weniger gut.
Speaker: Auch eine Träne, die über die Wange läuft.
Speaker: einen tiefen Seufzer oder einfach, ich weiß, da lag eine Frau, die lag auch, glaube ich, fast neben dir, die hat, oder war das vielleicht auch die Ausbildungsgruppe, ich weiß nicht mehr genau, die lag auf jeden Fall in der Ecke rechts neben mir, die hat die ganze Breathwork nur gelacht,
Speaker: Die hatte halt keinen Wut-Release oder keinen Schmerz-Release, sondern bei der ist Lebensfreude in Bewegung gekommen, die sie jahrelang unterdrückt hat, weil sie sich die nicht erlaubt hat.
Speaker: Und die hat da gelacht, ja, die lag da, der ganze Körper hat sich gelacht, geschüttelt und wurde durchgeschüttelt von dieser Lebensfreude.
Speaker: Und die hat gegrinst über beide Ohren, ja, und so kann auch Release aussehen.
Speaker: Also jeder hat seinen eigenen Prozess und muss und darf den auch haben in dem Moment.
Speaker: Und dafür, damit das möglich wird, dass man sich überhaupt so öffnen kann, dass man auch nicht mehr so, macht sich natürlich vor dem Retid Gedanken, wie wird das jetzt, weil es eine neue Situation ist, aber du hast dann schon Vertrauen durch den Prozess mit uns im Coaching, du kennst auch schon ein paar Frauen, ja, das heißt,
Speaker: Da entsteht so eine Möglichkeit, so ein Gefühl von nach Hause kommen zu entwickeln.
Speaker: Weil diese Verbindung zwischen Frauen und sich so bedingungslos zu halten, das ist eigentlich unser natürlichster Pol.
Speaker: Das ist die Grundfähigkeit, die wir, die auch Männer haben, aber die wir als Frauen besonders haben, weil wir ja dann auch tendenziell
Speaker: wenn es möglich wird, wenn wir es wollen, auch Mütter werden.
Speaker: Das heißt, wir brauchen diese Grundfähigkeit, bedingungslos zu versorgen und den Raum zu halten oder auch einzunehmen mit den Emotionen.
Speaker: Und das können wir eigentlich besonders gut, aber man hat uns das natürlich abgesprochen.
Speaker: Und das hatte gesellschaftlich keinen Platz und wir holen uns das gerade zurück,
Speaker: Ja und deswegen vielleicht, um das auch nochmal einzuordnen, dass das so kam, war einfach die Vorbereitung, dass du dich darauf so einlassen konntest.
Speaker: ist zusammengetroffen mit dem Raum und den Menschen in diesem Raum und deswegen kann man das nicht planen, man kann sich nur öffnen für den Prozess und dann ist das wie ein riesen Befreiungsschlag, weil diese Wellen und das sind halt Wellen und deswegen kann man es auch nicht, der Kopf versucht immer einzukategorisieren, ja das ist Wut, die kommt in die Schublade, Wut, das ist Ärger, das kommt da rein, ja, so und
Speaker: Diese Wellen, Emotionen kommen in Wellen, die einfach zu reiten, wie die kommen und zuzulassen, dass die durch den Körper fließen, in dem Vertrauen zu sein, dass die abfließen und dass danach die Erlösung da sein wird.
Speaker: Das ist eine Fähigkeit, die man in so einem Prozess entwickelt.
Speaker: Und ja, es war...
Speaker: es war ein wilder Ritt, ein wilder Wellenritt mit dir, Jasmin, aber es war schön, es so zu sehen.
Speaker: Das ist immer so paradox, wenn wir dann auch, wenn Lena und ich dann auch sagen, ja, also du lagst da und hast geschrien und geweint und man hat richtig gesehen so diesen Schmerz und dann ist so ein Teil von uns, der natürlich voll das Mitgefühl hat und ein anderer Teil, der dann da steht und so denkt, yes!
Speaker: einfach mit dir freut, dass du das gerade so loslassen kannst.
Speaker: Ja, wunderschön.
Speaker: Ja, das war es wirklich.
Speaker: Und wie du auch sagst, und das möchte ich auch nochmal erwähnen, den Raum, den ihr da geschaffen habt, also so wie ihr auch
Speaker: mit allen, also wie ihr alle Frauen abgeholt habt, sie auch an der Stelle, wo sie stehen, abzuholen und auch zu sagen, alles kann, nichts muss.
Speaker: Alles, was jetzt kommt und da ist und auch wenn es, also nichts gibt es ja nicht, aber auch wenn es jetzt nicht so ist, wie es bei mir eben war, auch das ist
Speaker: in Ordnung und darf so da sein.
Speaker: Auch das hat einen Sinn und einen Grund, warum es so ist.
Speaker: Und das fand ich einfach total toll, dass da nicht wieder irgendwie eine Schablone draufgelegt wird.
Speaker: Also bei euch ja sowieso nicht, aber so wie man es halt
Speaker: von vielen anderen Dingen im Leben kennt, wo gesagt wird, also so und so muss das jetzt sein.
Speaker: Ich wusste ja auch gar nicht, ihr wusste ja gar nicht, was machen wir auf dem Retreat.
Speaker: Ich wusste nur, ich bin bereit dazu, mich zu öffnen und ich gucke, was passiert.
Speaker: Und ja, ich glaube einfach, dass das, was vorher im Coaching, was das Coaching mit mir gemacht hat, dass es einfach eine super Vorbereitung dafür war und
Speaker: Ja, für mich ganz persönlich und das darf bei jedem anderen auch individuell aussehen.
Speaker: Das ist ja das, was euch auch ausmacht, dass jeder als Individuum gesehen wird und nicht über jede Schablone drüber gestülpt wird.
Speaker: Ja, so dann weg vom Funktionsmodus.
Speaker: Auf eine gewisse Weise zu funktionieren, sondern einfach zu lernen, du zu sein mit dem, was gerade da ist und
Speaker: Dafür brauchst du natürlich im Außen auch einen Raum, der das so annimmt.
Speaker: Und vielleicht ist mir noch wichtig, das einmal klarzumachen.
Speaker: Man hört vielleicht auch, wenn man sich mit dem Thema ein bisschen intensiver auseinandersetzt, von gerade auch der Therapeutenseite häufig Aussagen wie Wut rauszuschreien kann negative Auswirkungen haben.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Ich möchte das deswegen auch nochmal ein bisschen einordnen.
Speaker: Es gibt den Begriff der Katharsis.
Speaker: Man hat früher gedacht, es gab eine Bewegung, ich kann nicht mehr genau sagen, wer die initiiert hat, wo man meinte, man soll Emotionen ungefiltert einfach rausdrücken und rausschreien.
Speaker: Also wild in den Kissen schreien und das nennt sich Katharsis.
Speaker: Und es ist richtig, dass Katharsis eine negative Auswirkung haben kann, weil sie das Nervensystem tendenziell noch stärker dysregulierend, als es das gut macht.
Speaker: Deswegen müssen wir das unterscheiden, wenn man hier hört, Yasemin schreit dann, hat dann zu Hause in den Kissen geschrien nach dem Gespräch oder hat dann halt auch bei Retreat mal die Wut rausgeschrien.
Speaker: Wir müssen unterscheiden zwischen einer ungehaltenen, nicht korregulierten oder selbstregulierten Wut, die wir einfach Katharsis-mäßig rausschreien, rausbrühen, rausschlagen.
Speaker: Und einer Situation, das hast du so schön beschrieben vorhin, dein Körper hat gebebt nach dem Telefonat, du bist hoch und hast in dein Kissen geschrien, dann hast du in deinem Körper gespürt, hast gespürt, jetzt brauchst du Regulation und hast dich reguliert.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Das heißt, das Rausschreien war ein Teil des Regulationsprozesses und damit war das nicht einfach nur ungefiltert rausschreien und dann so stehenbleiben.
Speaker: Das hat aber einen Prozess, der dort vorangegangen ist, nämlich, dass Jasmin gelernt hat, dass du gelernt hast, wenn die Emotion hochkommt, lass sie mal raus, drück sie mal aus und gleichzeitig erfahren hast, darin korreguliert zu werden, sodass dein Nervensystem sich nach dem Ausdruck und dem Spannungsabbau natürlich auch in die Ruhe begeben kann.
Speaker: Also das ist etwas, was man lernt.
Speaker: Deswegen möchte ich das an der Stelle auch nochmal sagen.
Speaker: Es bringt nichts und kann sogar kontraproduktiv sein, jetzt jedes Mal, wenn du ein bisschen Ärger oder Wut spürst, zu versuchen, alles einfach in Kissen rauszuprügeln und zu schreien.
Speaker: ohne dass dabei auch ein gewisser Korregulationsraum da ist, der dann auffängt, was da vielleicht noch an Emotionen mitkommt.
Speaker: Weil häufig kommt ja da nicht nur Mut, da kommt dann noch Trauer mit oder da kommt dann noch Scham und Schuld mit.
Speaker: Das heißt, wenn ich die Wellen so reiten kann, wie Jasmin sie jetzt reiten kann, dann kann ich da mitgehen.
Speaker: Und dann kann ich das alles regulieren, was dadurch in Bewegung kommt.
Speaker: Wenn ich das noch nicht kann, dann kann es sein, dass sich mein Nervensystem in einem noch stärkeren Stresszustand befindet, wenn ich das mache.
Speaker: Ja, deswegen möchte ich das an der Stelle auch nochmal sagen.
Speaker: Man kann nicht inflationär einfach irgendwelche Tools anwenden.
Speaker: Das kommt immer auf den Zustand des Nervensystems an.
Speaker: auch auf die grundsätzliche Fähigkeit, sich zu regulieren.
Speaker: Und vor allen Dingen, es gibt einen Unterschied zwischen Kathasis, also alles ungefiltert raus schreien, und einer regulierten, positiven Erfahrung mit der Emotion, wenn man sie ausdrückt.
Speaker: Das vielleicht auch an der Stelle einfach nochmal, um das gut einordnen zu können.
Speaker: Ja.
Speaker: Liebe Jasmin, was hast du noch auf deinem Herzen, was du gerne mit uns teilen möchtest?
Speaker: Gibt es noch irgendwas, wo wir bei mir noch nicht gesprochen haben, was du dir fest vorgenommen hast?
Speaker: Nee, tatsächlich habe ich alles gesagt, was mir wichtig war zu sagen.
Speaker: Und ja, kann wiederholend nur sagen, dass ich sehr, sehr dankbar für euch bin, für das, was insbesondere du da geschaffen hast, für Lena, auch für Elena, die auf dem Retreat dabei war.
Speaker: für deinen Mann, der im Hintergrund ja auch viel mitwirkt.
Speaker: Das ist einfach was ganz Besonderes, was ganz Tolles, was ihr da geschaffen habt.
Speaker: Wenn mich jemand fragen würde, ob ich euch weiterempfehlen würde, das klingt immer so salopp gesagt und man ist da vielleicht auch schnell dabei zu sagen, ja, ja, auf jeden Fall oder nein, auf keinen Fall.
Speaker: Aber das ist etwas,
Speaker: was ich aus vollster Überzeugung sagen kann.
Speaker: Also wenn jemand gerade an dem Punkt ist, an dem ich oder an einem ähnlichen Punkt vor über einem Jahr war und der Leidensdruck einfach sehr groß ist, man einen Weg hinter sich hat, dann kann der Raum, der bei euch einfach vorhanden ist, ganz viel Neues schaffen und wirklich lebensweckend sein.
Speaker: Das ist wunderschön.
Speaker: Und ich wünsche mir für jede, die sich da hingezogen fühlt, dass sie den Mut fasst, so wie Jasmin auch, weil da warten so richtig, richtig schöne Erfahrungen.
Speaker: Man hat ja häufig, bevor man diesen Weg geht, gewisse Ängste und Horrorvorstellungen, was da alles Schlimmes in einem ist, was man da jetzt vielleicht anschaut und was einem dann maximal überfordert.
Speaker: Aber ich glaube, man kriegt von Jasmin gut mit, dass das eine sichere Erfahrung ist und dass es einfach lohnt, auch die schweren Emotionen zu durchleben, um dann auch dieses in der Sonne stehen, im Garten stehen und vor Glück weinen und die Fülle zu erleben zu.
Speaker: zu erleben.
Speaker: Wobei eine Sache möchte ich noch sagen, die ist vielleicht auch gar nicht unwichtig.
Speaker: Es hatte nicht nur einen positiven Effekt auf mein Leben, sondern auch auf das Leben meiner Kinder und meines Mannes.
Speaker: Also unsere Partnerschaft ist mittlerweile auf einer komplett anderen Verbundenheit.
Speaker: Mit Sicherheit auch, weil er sich entwickelt hat, aber ich glaube, ich habe den Startschuss gegeben.
Speaker: Und auch
Speaker: mit meinen Kindern, meine Kinder so zu erleben und auch da ihnen jetzt einen anderen Raum geben zu können und den auch so halten zu können.
Speaker: Natürlich auch nicht immer, das ist mir auch wichtig zu sagen.
Speaker: Das heißt nicht, dass mein Leben jetzt rosa-rote Wolke, immer ist alles toll und alles perfekt ist,
Speaker: Aber darum geht es mir gar nicht mehr.
Speaker: Also diesen Fokus habe ich gar nicht mehr, zu sagen, ich möchte, dass mein Leben so, so oder so aussieht.
Speaker: Sondern ich nehme jede Welle, so wie sie kommt, und reite sie dann einfach oder surfe sie so, wie sie dann da ist.
Speaker: Ja, wunderschön.
Speaker: Und das nehmen wir als Abschluss.
Speaker: Ich danke dir von Herzen, liebe Jasmin, für deine Zeit und deine tiefen Einblicke in deinen Prozess.
Speaker: Richtig schön.
Speaker: Danke dir für deine Zeit und dafür, dass ich meine Reise teilen durfte.
Speaker: Sehr, sehr, sehr, sehr gerne.
Speaker: Und für jede, die jetzt zuhört, die das Gefühl hat, sich irgendwie in Jasmin und ihrem Prozess oder ihren Wünschen wiederzuerkennen,
Speaker: hab mal den Mut und vereinbar dir gerne einfach ein kostenloses Kennenlerngespräch und wir können dann gemeinsam schauen, was dein Weg ist und wie der Weg mit uns hier aussehen kann.
Speaker: Und ja, da freuen wir uns natürlich riesig, mit dir persönlich zu sprechen und dir hoffentlich auch die Möglichkeit, die Erfahrung schenken zu dürfen, die Jasmin hier mit dir geteilt hat.
Speaker: Und dann würde ich sagen, verabschieden wir uns für heute und bis zur nächsten Podcast-Folge.
Speaker: Bis dann!

