Transcript
Speaker: Viele Frauen, die schon lange mit ihrem Körper und ihrem Essverhalten kämpfen und ganz, ganz viel versucht haben, treffen irgendwann die nächstlogische Entscheidung, wenn sie spüren, dass da wohl was Tieferes darunter liegen muss und entscheiden sich, eine Therapie zu besuchen.
Speaker: Wir sprechen in dieser Podcast-Folge darüber, worauf du achten musst, wenn du dich für eine Therapie oder ein Coaching entscheidest und weshalb klassische Therapie bei genau dieser Thematik häufig auch starke Grenzen hat.
Speaker: Denn in unserem Coaching-Alltag haben wir immer wieder Klienten, die wir begleiten, die jahrelang Therapie hinter sich hatten und die eben auch ganz, ganz viele
Speaker: Schuldgefühl und Schamgefühl haben, dass sie es selbst damit anscheinend nicht schaffen.
Speaker: Und deshalb möchten wir in dieser Podcast-Folge darüber aufklären, damit du eben das Thema für dich hinter dich lassen kannst und nicht wieder in den nächsten Versuch reinsteuerst, der zu einer unangenehmen Erfahrung wird.
Speaker: Musik Musik Musik
Speaker: Herzlich willkommen zum Chainless Woman Podcast.
Speaker: Mein Name ist Natascha Wilms und seit über zehn Jahren begleite ich Frauen, die unter emotionalem Essen und ständigen Gewichtsthemen und Abnehmen versuchen leiden.
Speaker: Wenn du dauerhaft diesen Kreislauf, diesen Kampf gegen dich selbst und gegen dein Essverhalten verlassen möchtest, bist du genau wichtig hier, denn in diesem Podcast schauen wir uns die Ursachen für diese Herausforderung an und wir schauen uns echte nachhaltige Lösungen an, damit du nicht immer und immer wieder von vorne anfangen musst.
Speaker: Mein Name ist Lena und ich arbeite jetzt inzwischen seit über fünf Jahren Vollzeit als Coach und habe mich in dieser Zeit insbesondere auf die Wechselwirkung von Körper- und Psyche, Nervensystemarbeit und emotionalem Essen spezialisiert und bin jetzt seit ungefähr zweieinhalb Jahren mit Natascha hier bei Chanice Woman dabei und begleite hier Frauen und freue mich, dass wir uns in diesem Podcast regelmäßig hören dürfen.
Speaker: Ja, in Vorgesprächen und auch im Coaching selbst haben wir immer wieder Frauen, die davon berichten, dass sie eben auch schon jahrelang Therapie hinter sich haben und trotzdem einfach diese Ernährungsthematik mit dem emotionalen Essen und dem Gewicht sich dort nicht nachhaltig lösen konnte.
Speaker: Und ja, wie gesagt, wir wollen darüber sprechen, weil wir eben auch sehen, wie
Speaker: Ja, unangenehm und auch scham- und schuldbehaftet das ist, denn in unserer Gesellschaft denken wir immer noch, dass Therapie so das Ding ist, was wir machen.
Speaker: Mehr können wir sozusagen nicht machen für unsere psychische Gesundheit und um emotionale, tiefer liegenden Themen zu lösen.
Speaker: Und leider ist ehrlicherweise Therapie in zumindest eingebettet unserem Gesundheitssystem gar nicht dafür ausgelegt, Menschen von, ich sag mal, null zu plus zu bringen.
Speaker: Also Therapie ist erstmal dafür ausgelegt, kranke Menschen, die irgendwo im Minusbereich sind, also instabil, häufig ihren Alltag nicht mehr bewältigen können,
Speaker: wieder in den Nullbereich zu bringen.
Speaker: Also irgendwo, dass sie sich stabilisieren, dass sie wieder funktionstätig sind und dass es ihnen soweit besser geht.
Speaker: Worauf unser Gesundheitssystem nicht ausgelegt ist, ist Menschen wirklich dahin zu bringen, sich ganz und glücklich zu fühlen.
Speaker: Also dafür sind diese Versorgungen, diese Grundversorgungen einfach nicht ausgelegt, weil dafür braucht es eine andere Form von Beziehungsraum, dafür braucht es eine andere Form von Aufmerksamkeit.
Speaker: und Zeit für die betreffende Person und es braucht eine andere Form von Ganzheitlichkeit.
Speaker: Und deswegen möchten wir darüber sprechen, wo Therapie seine Grenzen hat.
Speaker: Denn Therapie ist nicht immer die einzige oder ausreichende logische Antwort darauf, dass wir die Ursachen für unser emotionales Essen anschauen und das emotionale Essen endlich gelöst bekommen werden.
Speaker: sondern häufig ist es wieder ein Weg, den Menschen gehen über Jahre in der Hoffnung, dass sich das Thema verbessert und weil das die Räume, wie gesagt, häufig nicht bieten können, man dann weiter in diesen Strudel von Selbstabwertung reinrutscht.
Speaker: Deswegen ist es, glaube ich, ein sehr wichtiges Thema, das heute mal anzusprechen und eben zu gucken,
Speaker: worauf musst du achten, damit du wirklich ein Angebot in Anspruch nimmst, was dich auch so unterstützt, dass du dahin kommst, wo du hin willst.
Speaker: Ja, ich stimme dir total zu.
Speaker: Ich glaube auch, dass, ich sage mal, Therapie, wenn man sich halt anschaut, wie wenig das vertreten war und wie sehr generell alles rund um Psyche und Emotionen eine ganze Zeit lang sehr ausgeklammert wurde, einfach ein komplett neues Feld eröffnet hat und dementsprechend irgendwann auch wie so eine Art,
Speaker: ... Stellenwert zugeschrieben bekommen hat, weil es eben für viele der erste und einzige mögliche Schritt war, überhaupt auf einer Ebene Erleichterung und Hilfe zu bekommen, der vorher gar nicht abgedeckt war, dass danach dieser Stellenwert einfach bestehen geblieben ist.
Speaker: Und ich glaube, dass...
Speaker: Mir geht es nicht grundsätzlich darum, jetzt Therapie schlecht zu reden oder so, darum geht es gar nicht, aber trotzdem ist es wichtig zu verstehen, wo eben die Grenzen liegen.
Speaker: Und gerade bei der kognitiven Verhaltenstherapie, die auch viele Frauen, die wir begleiten, eben auch selber schon durchlaufen sind oder auch tiefenpsychologische Therapieformen oder andere Therapieformen, würde ich in der Zwischenzeit sogar teilweise eher als emotionsvermeidend bezeichnen,
Speaker: Und eher als Hilfe zur Impulsunterdrückung, als Hilfe zum wirklichen Umgang, wenn Emotionen da sein dürfen.
Speaker: Also ja, es gibt in Therapieräumen schon die Möglichkeit, aufsteigende Emotionen wahrzunehmen, zu spüren, zu regulieren und so weiter, wenn die eben aufkommen.
Speaker: Aber vieles von der Betrachtungsweise, wenn wir von zum Beispiel jetzt kognitiver Verhaltenstherapie-Seite schauen, befindet sich vom Ansatz,
Speaker: eher im kognitiven Bereich, sagt ja auch schon der Name, also im kognitiven Bereich und schließt von den Kognitionen, also von Gedanken, Emotionen auf das Verhalten und versucht eben auch auf dieser Ebene anzusetzen, indem beispielsweise Alternativrituale gefunden werden, indem Pläne aufgestellt werden, indem Techniken erlernt werden, die angewandt werden können, wenn zum Beispiel der Essdrang oder auch andere emotionale Zustände zu groß werden.
Speaker: Aber in letzter Konsequenz helfen diese Techniken eher dabei, die aufsteigenden Impulse und Dränge und Emotionen möglichst schnell wieder zu unterdrücken und zu regulieren, statt ihnen wirklich in ihrer Wurzel auf den Grund zu gehen.
Speaker: Also überhaupt der Frage Aufmerksamkeit zu schenken, weshalb ist denn dieser ständige Esstrang da?
Speaker: Weshalb kann eine Person, wenn sie abends nach einem stressigen Tag nach Hause kommt,
Speaker: nicht fünf Minuten ruhig auf dem Sofa sitzen, ohne direkt zum Kühlschrank zu laufen.
Speaker: Mal ganz davon abgesehen, dass emotionales Essen, wie es hier auch im Namen steht, einfach maximal emotionsausgelöst ist im Nervensystem durch
Speaker: automatische Prozesse angeregt wird, also Dinge, die wir nicht kontrollieren können.
Speaker: Und wenn wir das dann versuchen, mit Techniken, Plänen und kognitiven Sätzen, die wir uns beispielsweise selber sagen sollen, kognitiv zu lösen, dann setzen wir einfach da schon auf der falschen Ebene an und dann ist es auch nicht verwunderlich, weshalb
Speaker: diese Therapieerfolge bei diesem Thema höchstens von kurzer Dauer sind, aber langfristig einfach entweder darauf wieder ausgelegt sind, dass halt ständig Pläne und Regulationstechniken langfristig angewandt werden müssen, wie eben auch bei Ernährungsplänen, um diesen Zustand halten zu können, oder es dann eben, wenn irgendwann die Kapazität ausgeschöpft ist, einfach wieder ins Gegenteil kippt, so gesehen ab.
Speaker: Der emotionale Jojo-Effekt, sage ich mal.
Speaker: Das andere kennen wir körperlich, aber eben auch der emotionale Jojo-Effekt, dass dann in der gleichen Intensität oder teilweise sogar als Kompensation nochmal stärker die Ursprungsthematik, die Ursprungsverhaltensweise einfach wieder total durchschlägt.
Speaker: Ja, absolut.
Speaker: Und deswegen ist es auch nochmal wichtig, wie Lena das eben gesagt hat, zu betonen, dass Therapie ist sinnvoll, hat seinen Platz in der Gesellschaft und eine Daseinsberechtigung.
Speaker: Und es ist super, super wichtig, dass wir an einen Punkt kommen, auch gesellschaftlich, wo wir über psychische Gesundheit sprechen und wo Menschen diese Angebote auch möglichst ohne Scham in Anspruch nehmen.
Speaker: Und gleichzeitig, wie Lena schon sagt, also ich habe ja auch die Heilpraktika-Ausbildung gemacht zur Psychotherapie und durfte da eben natürlich auch die Diagnose und auch Therapieverfahren kennenlernen.
Speaker: Und es ist natürlich notwendig in dem Gesundheitssystem, in dem wir sind, möchte man einfach klare Fahrpläne haben und man kategorisiert Menschen in sogenannte Schubladen.
Speaker: oder sogenannte Krankheiten ein.
Speaker: Man erfasst Symptome, guckt dann, welche Symptome passen am ehesten zu einer gewissen Krankheit.
Speaker: Aber einer meiner Mentoren, Arzt in dritter Generation, hat irgendwann mal zu mir gesagt, Natascha, eigentlich gibt es gar keine Krankheiten.
Speaker: Es gibt nur Schubladen, die wir als Krankheiten bezeichnen und wo wir die Menschen dann reinstecken, die bestimmte Symptome haben, um zu wissen, nach welchem Schema wir diese Krankheit behandeln.
Speaker: Und
Speaker: Wenn man sich mal mit der Entstehung von Krankheiten, auch mit Psychodynamik und verschiedenen Einflussfaktoren beschäftigt, sieht man eben, Krankheiten sind an sich erstmal Reaktionen auf bestimmte Bedingungen.
Speaker: Und zwar meistens nicht nur auf eine Bedingung, es sei denn, wir reden jetzt von einer Erkrankung, die aufgrund von einer Strahleninfektion kommt oder von einer schweren Vergiftung.
Speaker: Dann haben wir meistens einen Auslöser.
Speaker: Aber häufig sind Krankheiten in den allermeisten Fällen einfach multifaktoriell.
Speaker: Und bevor eine Krankheit entsteht, also bevor wir überhaupt in diese Schublade passen, haben wir ganz häufig einfach schon verschiedene Symptome.
Speaker: Und wenn wir diagnostizieren und ich möchte jetzt einen Klienten oder Patienten in diese Schublade stecken, dann braucht er sozusagen 100 von 100 Punkten.
Speaker: Also ich habe meine Diagnosenleitfaden, ich habe meine Symptome und
Speaker: Und ich habe dann die Krankheit und die Symptome stehen für die Krankheit und ich muss diese Symptome sozusagen alle abhaken können und dann kann ich diese Diagnose stellen.
Speaker: Und wenn wir jetzt aber uns angucken, dass häufig Depressionen die gleichen Symptome haben wie Burnout oder wie Ängste oder wie Krankheit,
Speaker: Traumafolgestörungen oder, ja, dann sehen wir schon, es lässt sich häufig gar nicht so genau einkategorisieren.
Speaker: Und jetzt ist es aber so, dass wir in einem Gesundheitssystem leben, in dem wir dann zum Beispiel die Vorgabe als Behandler bekommen, um
Speaker: Die größte Erfolgschance bei zum Beispiel Magersucht liegt bei 70 Prozent mit Verhaltenstherapie.
Speaker: Und dann greift man optimalerweise erstmal auf die Verhaltenstherapie zurück.
Speaker: Weil das hat ja 70% Erfolgswahrscheinlichkeit.
Speaker: So, jetzt müssen wir zwei Fragen stellen.
Speaker: Oder die habe ich mir damals gestellt, als ich das gelernt habe.
Speaker: Zum einen, was ist mit den 30%, die zurückfallen?
Speaker: Was machen die?
Speaker: Ich war da natürlich auch persönlich betroffen, weil bei mir eben die klassische Therapie damals nicht geholfen hat.
Speaker: So, dann stehst du da.
Speaker: 30% ist nah auf dem Holz.
Speaker: Also von 100.000 Menschen sind es 30.000 Menschen, denen man auf diese Art und Weise nicht helfen kann.
Speaker: Und die zweite Frage, die ich mir gestellt habe, was definieren wir denn als Erfolg?
Speaker: Also, dass die Person das unerwünschte Verhalten nicht mehr zeigt oder was ist der Erfolg?
Speaker: Und ich habe dann ganz, ganz viel mit Frauen gesprochen, die halt früher Magersucht hatten, die in Kliniken waren, die in der Therapie waren und die zwar in einem normalen Gewichtsbereich waren oder vielleicht sogar dann irgendwann ins andere Extrem gependelt sind, da wurde aus dem Nicht-Essen dann irgendwann ein Überessen.
Speaker: Und die gesagt haben, ja, so, nach klassischen Ansichten habe ich jetzt keine Magersucht mehr.
Speaker: Also sie passt nicht mehr in die Schublade Magersucht.
Speaker: Aber mein Kopf ist ja immer noch die ganze Zeit mit Essen beschäftigt.
Speaker: Und das belastet mich immer noch extrem.
Speaker: Und ich fühle, es ist immer noch Thema.
Speaker: Und ich habe immer noch Angst, wieder zuzunehmen oder die Kontrolle über mein Essverhalten zu verlieren.
Speaker: Oder ich verliere sie sogar tatsächlich, was physiologisch durchaus normal ist.
Speaker: Weil wenn der Körper mal in so einem Mangelzustand war,
Speaker: Und der wieder zu essen kriegt und da rauskommt und die Kraft entwickelt, dann bäumt sich das häufig in die andere Richtung auf, weil der Körper versucht natürlich, das partout zu vermeiden, dass das nochmal passiert.
Speaker: Das heißt, da lebt eine Geschichte im Nervensystem, die die Therapie eben mit Gesprächen und mit Verhaltenstherapie und so weiter nicht ermöglicht.
Speaker: nicht, ich will nicht sagen lösen, aber verbessern konnte.
Speaker: Also, weil der Punkt ist, wir müssen nicht alles lösen, wir können auch nicht alles komplett auflösen, aber trotzdem können sich Gedankenspiralen verändern und trotzdem kann sich das Gefühl zu einem selbst verändern.
Speaker: Und ich persönlich kann sagen, natürlich habe ich eine Geschichte, wenn ich jetzt mal meine eigene angucke mit den Essstörungen, und klar hat die mich geprägt, aber
Speaker: die belastet mich nicht mehr.
Speaker: Und ich bin der Überzeugung, dass wir an den Punkt kommen, dass sie uns, dass uns das so weit nicht mehr belastet, dass wir wirklich ein qualitativ hochwertiges Leben führen können und nicht nur beim Bär Minimum sind.
Speaker: Ich habe zwar jetzt die Symptome nicht mehr und offiziell die Krankheit auch irgendwie nicht mehr, aber trotzdem geht es mir nicht gut damit.
Speaker: Und es wird halt von der Gesellschaft und von den Menschen erwartet, so ein bisschen mit dem absoluten Minimum zurechtzukommen, Hauptsache sie kommen irgendwie durch den Tag.
Speaker: Und dann fühlen sich Menschen, die sagen, aber ich leide darunter, häufig auch ganz, ganz schlecht, dann zu sagen, ja, ich will da jetzt nochmal Hilfe in Anspruch nehmen, weil mir geht es nicht gut.
Speaker: Da kommt ja ganz häufig dann auch der Satz an, dann geht es viel schlechter.
Speaker: Oder man nimmt dann halt auch sehr kranken Menschen die Therapieplätze weg, die eh rar sind oder was auch immer.
Speaker: Und ja, vielleicht dazu einfach mal so ein bisschen ein Einblick, wie das System im Hintergrund funktioniert.
Speaker: Deswegen sage ich, es hat seine Daseinsberechtigung, aber es hat eben auch Grenzen und Menschen, die...
Speaker: die sich wohl mit sich selber fühlen wollen, nicht einfach nicht nur überleben und nicht nur nicht krank, sondern einfach wirklich, die wollen, dass es ihnen gut geht, die müssen sich halt einfach da nochmal im privaten, auch im präventiven Bereich und im ganzheitlichen Bereich umschauen.
Speaker: Und an der Stelle sitzt Coaching, weil Coaching ganz anders arbeiten kann,
Speaker: als es einen Therapieraum kann und auch nochmal mit anderen Methoden daran geht, weil es halt eben auch nicht so
Speaker: begrenzt ist.
Speaker: Also wenn ich sage, ich gehe zur Therapie und dann gehe ich zum Verhaltenstherapeuten, dann macht der auch nur Verhaltenstherapie mit mir.
Speaker: Oder ich gehe zum Tiefenpsychologen und dann macht der nur Tiefenpsychologie mit mir.
Speaker: Und die können gar nicht so ganzheitlich arbeiten, wie wir das im Coaching-Kontext können, weil die eben durch das Gesundheitssystem und den Gesetzgeber darin beschränkt werden, wie viel und was die machen können mit ihren Klienten.
Speaker: Und genau, deswegen ist das einmal wichtig, dass ihr das wisst, auch als Betroffene, weil wir dann eben merken, es ist eben nicht möglich,
Speaker: die nicht immer die einzig richtige Entscheidung.
Speaker: Und zwischen Gesundheit und Krankheit ist viel Spielraum.
Speaker: Und nur weil du emotionale Themen hast, wie zum Beispiel auch die Mutterwunde oder die Vaterwunde, die dein emotionales Essen speisen oder auch weiterhin auslösen, heißt es nicht, dass du eine Therapie brauchst oder dass du psychisch krank bist und dass Therapie der ganzheitliche ausreichende Raum ist, um das Thema zu lösen.
Speaker: Ja, und ich würde, glaube ich, sogar noch einen kleinen Schritt weitergehen, weil ich würde sogar behaupten, dass manche Therapieverfahren, je nachdem, was eigentlich die Ursache für das emotionale Essen ist, sogar das zugrunde liegende Thema sogar verstärken statt erleichtern.
Speaker: Ich meine, wir arbeiten ja jeden Tag mit Frauen, die davon betroffen sind.
Speaker: Und ganz häufige Auslöser sind eben ein enormer Druck, also einerseits sich selbstständig emotional zu unterdrücken, andererseits aber auch ein sehr hoher Leistungsdruck und ein sehr hoher Druck in Bezug auf, ich muss diszipliniert sein und ich muss das tun, was mir gesagt wird und die ständige Unterdrückung von eigenen Ausdrucksformen, sage ich mal.
Speaker: Und
Speaker: wenn wir uns anschauen, dass die Verhaltenstherapie ganz häufig eben genau mit diesen Verfahren arbeitet, also beispielsweise Pläne aufzustellen oder Ersatz, ich nenne es mal Ablenkungsstrategien zu integrieren, also statt zur Schokolade zu greifen, spazieren zu gehen oder jeden Abend, das war bei mir damals, autogenes Training zu machen, damit das Nervensystem ein bisschen runterfahren kann.
Speaker: Dann ist es einerseits eine neue To-Do, die ich umsetzen muss und dadurch auch immer wieder eine neue Möglichkeit zu versagen, wenn mir eben in dem Moment nicht die Ressourcen ausreichen, um das dann zu tun oder auch die Möglichkeit nicht da jedes Mal spazieren zu gehen, statt zu spazieren.
Speaker: Schokolade zu essen und auf der anderen Seite habe ich in gewisser Weise die Wiederholung des Ursprungsthemas.
Speaker: Also ich versuche dann die Ursprungsdisziplin immer genau aufs Essen und auf die Kalorien zu achten, loszuwerden, weil ich merke, dass mich das Kürre macht und ich ständig das Gedankenkreis darum habe und die Lösung soll dann sein, dass ich da dessen
Speaker: mich jetzt an bestimmte Techniken oder Regulationstools halte, die in gewisser Weise nur eine Verschiebung der, ich nenne es mal, der Bühne sind, aber eben inhaltlich sehr, sehr nah beieinander sind.
Speaker: Und dementsprechend ist das der eine Punkt, weshalb sich das dadurch häufig verstärken kann.
Speaker: Und eben auch meiner Meinung nach die Kompensationsstrategie, die dann sagt innerlich, ich habe keinen Bock mehr darauf.
Speaker: Ich habe keinen Bock mehr, mich zusammenzureißen.
Speaker: Ich habe keinen Bock mehr, mich die ganze Zeit an irgendwas zu halten.
Speaker: Ich habe keinen Bock mehr, jede Kalorie zu zählen.
Speaker: Ich habe keinen Bock, jeden Abend dieses scheiß autogene Training zu machen.
Speaker: Das geht mir auf die Nerven und vor allen Dingen nicht an den Tagen,
Speaker: wo es mir eigentlich gut geht, da habe ich schon gar keinen Bock, mich mit irgendwas zu beschäftigen, was damit zusammenhängt, dass es mir manchmal auch nicht gut geht.
Speaker: Und damit ist man in gewisser Weise in genau dem gleichen Muster drin, diesem Gefühl, ich möchte das nicht mehr, ich möchte mich nicht mehr ständig kontrollieren.
Speaker: Und die einzige Reaktion, die aber häufig das Nervensystem dazu kennt, ist,
Speaker: ist entweder absolute Kontrolle oder absoluter Kontrollverlust von jetzt ist mir auch scheißegal.
Speaker: Jetzt mache ich gar keine Übungen mehr, jetzt gehe ich dann erstmal gar nicht mehr zur Therapie oder dann esse ich jetzt einfach, ich habe jetzt keinen Bock mehr.
Speaker: Das heißt, es gibt die gleiche Pendelbewegung,
Speaker: Und das wiederum führt zu den erneuten Schuld- und Schamspiralen, dem Gefühl versagt zu haben, es wieder nicht geschafft zu haben, trotz Therapie, trotz, dass doch jetzt endlich mal auf Emotionen geguckt wird und so wiederholt sich und vertieft sich häufig der Teufelskreis.
Speaker: ohne dass wir als Betroffene merken, dass das möglicherweise einfach unserem Bedürfnis, das dieses Essverhalten eigentlich für uns ausdrücken möchte, komplett zuwiderläuft und gar nicht den Raum dafür bietet, was es eigentlich bräuchte, um nachhaltig das wirklich zu verändern.
Speaker: Und selbst wenn es dann funktioniert, dass wir statt zu essen beispielsweise dann spazieren gehen oder eine Atemsession machen, dann verschieben wir in gewisser Weise das Symptom einfach nur.
Speaker: Weil die Frage ist, okay, bis jetzt habe ich zum Beispiel Unruhezustände gehabt, wenn ich keine Tüte Chips zur Hand hatte.
Speaker: Oder bis jetzt habe ich einfach keine Energie gehabt, wenn ich kein deftiges Essen hatte.
Speaker: Oder bis jetzt habe ich mich einfach einsam gefühlt, wenn ich Schokolade gegessen habe.
Speaker: dann mache ich jetzt statt das zu tun etwas anderes.
Speaker: Dann atme ich, dann reguliere ich mich, dann gehe ich spazieren.
Speaker: Und das heißt, statt dass ich mich einsam fühle oder innerlich unruhig, gehe ich jetzt spazieren oder atme oder wie auch immer.
Speaker: Aber die Frage bleibt trotzdem die gleiche.
Speaker: Was passiert denn, wenn du das nicht hast?
Speaker: Was passiert, wenn du die Schokolade nicht mehr isst?
Speaker: Dann kommt wieder die innerliche Unruhe.
Speaker: Okay, gut, dann schaffe ich es jetzt zu atmen.
Speaker: Okay, aber was passiert, wenn du die Atemzeichen nicht machen kannst?
Speaker: Was passiert, wenn du zum Beispiel nicht Süßigkeiten umgehen kannst, weil du gerade in einem Supermarkt bist, irgendwo auf Madeira.
Speaker: Da habe ich dir und Janja auch ein Bild geschickt.
Speaker: Und da ist dieser ganze Supermarkt voll von Süßigkeiten und von in Anführungsstrichen als ungesund kategorisierten Lebensmitteln.
Speaker: Was passiert, wenn ich abends, weil es so doll regnet und hagelt, nicht spazieren gehen kann oder wie auch immer?
Speaker: Also was passiert denn dann?
Speaker: Ist dann wirklich in mir dieser innere Zustand so gelöst, dass ich das gar nicht mehr brauche?
Speaker: Oder bin ich jetzt nur abhängig von einer neuen Ebene, die vorher das Essen war und jetzt die Regulationstools, weil darunter der Stressauslösende, die Quelle, sage ich mal, dieses ständigen Stresses immer noch nicht gelöst ist?
Speaker: Und das ist etwas, an dieser Wurzel setzen halt die meisten Änderungen,
Speaker: die meisten verhaltens- und generell therapeutischen Maßnahmen nicht an und sind dafür auch gar nicht ausgelegt.
Speaker: Also das ist nicht mal so, dass man jetzt total geschockt ist, dass das nicht an die Wurzel geht.
Speaker: Es ist gar nicht dafür ausgelegt.
Speaker: Es ist dafür ausgelegt, dass neue Verhaltensweisen, die erstmal als dienlicher und gesünder
Speaker: Und funktionsfähiger kategorisiert sind, dass die eher umgesetzt werden können als die ursprüngliche, als dysfunktional oder ungesund oder selbstschädigende Verhaltensweise.
Speaker: Und das ist das Ziel der Therapie.
Speaker: Und wenn das umgesetzt werden kann, ist die Therapie erfolgreich.
Speaker: Die andere Frage, du hast ja eben schon zwei gute Fragen gestellt, nach denen Erfolg gemessen werden sollte, ist für mich noch, okay, und wie lange hält denn dieser Erfolg?
Speaker: Also gehen wir mal davon aus, okay, die Person isst wieder, die Person kommt wieder in einen Normalgewichtsbereich, egal ob jetzt, sage ich mal, eher die Tendenz zu dem Nicht-Essen war oder zum Überessen.
Speaker: Und vielleicht schafft sie es sogar, dass diese Gedankenkreisen und, also die Gedankenkreisen nachlassen und das Selbstbewusstsein wieder steigen.
Speaker: Und dann ist die Frage, okay, und wie lange hält denn dieser Zustand?
Speaker: Ist das dann wirklich gelöst?
Speaker: Und auch wenn wir die Person fünf Jahre später fragen, sind die Gedankenkreisen nicht da und das Selbstbewusstsein ist da und das Essensthema ist gelöst?
Speaker: Oder ist es nach einem Jahr, ein paar Monaten oder fünf Jahren wieder genau das gleiche Thema oder hat sich einfach nur verlagert?
Speaker: Dann wäre das für mich ebenfalls gelöst.
Speaker: Ein Erfolgsparameter, wo ich sagen würde, okay, ist nicht erfolgreich gelaufen, weil mir geht es ja nicht darum, dass das dann ein halbes Jahr lang alles in Ordnung ist und die Werte sind in Ordnung und das Essverhalten ist erstmal in Ordnung und das Gewicht ist in Ordnung, aber die Person fühlt sich nicht mehr.
Speaker: fühlt sich nach wie vor unwohl, das war das, was du eben gesagt hast, also wie fühlt sich die Person?
Speaker: Und das andere ist für mich, wie nachhaltig ist das denn?
Speaker: Und dieser Teil wird eben auch ganz häufig nicht mit erhoben, wenn es um diese Themen geht.
Speaker: Also dann heißt es, okay, 70% sind erfolgreich, gut, darin ist schon mal drin, okay, was ist mit den anderen 30%,
Speaker: Da ist mit drin, an welchen Kriterien wird das gemessen, also wird es auch am inneren Zustand und so weiter gemessen.
Speaker: Und der dritte Parameter wäre für mich, wie lange hält denn dieser Zustand an, der im besten Fall dann sowohl Körpergewicht als aber vor allen Dingen auch emotionales Gewicht und Lebensqualitätsgefühle mit umfasst.
Speaker: Und da sind wir bei Fragen, die, wenn wir auf die Frauen gucken, die wir begleiten, wahrscheinlich ein anderes Ergebnis hätten, als dass 70 Prozent erfolgreich damit sind.
Speaker: Es sind wahrscheinlich deutlich weniger, wenn wir diese Kriterien als Voraussetzung wählen würden, das zu entscheiden, sage ich mal.
Speaker: Ja, also das sehe ich ganz genau so.
Speaker: Und ja, was wir halt einfach beachten dürfen, ist, dass also die Therapieverfahren, die wir gerade am Start haben, also die verfügbar sind für Menschen, die sind ja sozusagen alteingesessen.
Speaker: Also die Forschung entwickelt sich relativ schnell weiter.
Speaker: Es gibt neue Ansätze, aber bis die tatsächlich beim Gesundheitssystem landen, bis die angewendet werden dürfen, bis der Gesetzgeber auch mehr als die vorgegebenen Therapieformen zum Beispiel zulässt,
Speaker: bis Therapeuten sich dahingehend auch wirklich weiterbilden, weil die haben häufig die Zeit auch überhaupt gar nicht dafür.
Speaker: Also wenn ich da Stunde um Stunde Leute therapiere, ich weiß auch, dass es unter den Therapeuten verschiedene Lage gibt sozusagen.
Speaker: Da arbeitet man auch ein bisschen gegeneinander, da hat dann jeder
Speaker: ja, nee, Verhaltenstherapie ist die beste.
Speaker: Das ist die einzige wahre Methode, weil die machen halt Verhaltenstherapie.
Speaker: Oder dann gibt es halt die Tiefenpsychologen, die sagen, nee, nee, also nur die Tiefenpsychologie, die kann wirken.
Speaker: Also alles andere ist Quatsch.
Speaker: Und dann gibt es noch die älteren Therapeuten versus die jüngeren Therapeuten,
Speaker: Und ich weiß, dass auch unter den Therapeuten natürlich super viele schwarze Schafe sind und da untereinander es auch einfach ein bisschen Schwierigkeiten gibt, weil die nicht so ganz miteinander einverstanden sind, ja.
Speaker: Und dann gibt es noch die Lager Coaching und Therapie, dass die Therapeuten sagen, ja, die Coaches sind dafür überhaupt gar nicht befähigt, Menschen zu begleiten, weil die angeblich nicht gut ausgebildet sind, sind sie häufig auch nicht, ja.
Speaker: Aber unter den Coaches gibt es genauso schwarze Schafe wie unter den Therapeuten leider, weil die Formalausbildung halt leider auch nicht da sagt, wie vor allem menschlich auch der Therapeut mit einem umgeht und ob er da wirklich auch weitergebildet ist.
Speaker: Und es ist nicht umsonst so, dass wir einfach mit den Klienten immer wieder die Thematik haben, dass die teilweise echt schlechte, auch retraumatisierende Erfahrungen mit Therapeuten machen.
Speaker: Und dass uns Klienten auch immer wieder berichten, dass die Therapeuten leider auch überhaupt nicht ausreichend auf diese Ernährungsthematik eingehen.
Speaker: Also dass Klienten oder Patienten...
Speaker: das immer wieder auch im Coaching erwähnen, dass sie sich unwohl in ihrem Körper fühlen.
Speaker: Wenn es ein offensichtliches Gewichtsthema gibt, dann kommen tatsächlich manchmal sogar auch Aussagen wie, ja, dann müssen sie sich mehr bewegen, müssen sie weniger essen und so weiter, weil die Therapeuten natürlich auch voll sind mit Halbwahrheiten und Mythen rund um das Thema Gewicht und Essen, weil die häufig auch die psychosomatischen und
Speaker: körperlichen Zusammenhänge, auch was den Stoffwechsel anbelangt und so gar nicht im Blick haben.
Speaker: Die sind dafür ja auch überhaupt nicht ausgebildet.
Speaker: Das heißt, die haben da auch einen riesigen Blindspot und können da eigentlich auch, was auch die ganze Stoffwechselthematik und die physiologische Schieflage, die entsteht, wenn wir
Speaker: über Jahre immer wieder Mangelernährung und Diäten machen und ganz, ganz viel Stress mit dem Essen haben.
Speaker: Die können auch gar nicht nachvollziehen, was auf Zellebene vor sich geht, im Hormonsystem, wie sich das miteinander verschiebt.
Speaker: Das leiten die dann gegebenenfalls an einen Arzt weiter.
Speaker: Aber das ist ja kein integrativer Prozess, der diese Ebenen miteinander verbindet, sondern das ist ja immer getrennt voneinander.
Speaker: Da weiß der eine nicht, was der andere macht und hat das auch gar nicht im Blick.
Speaker: Und jeder bleibt so bei seinem Fachbereich.
Speaker: Aber ein Mensch, der...
Speaker: besteht halt nicht nur aus einem Fachbereich und dann blockiert halt immer eine Seite, weil es nicht ganzheitlich betrachtet wird und auch nicht ganzheitlich in den Prozess integriert wird.
Speaker: Deswegen ist es sinnvoll, wenn du schwer traumatisiert bist, wenn du eine akute posttraumatische Belastungsstörung hast, wenn du gerade nicht mehr aufstehen kannst, weil deine Depressionen so schwer sind, dass du mit Selbstmordgedanken zu kämpfen hast,
Speaker: dann ist es natürlich sinnvoll, eine Therapie zu machen, weil die das erstmal stabilisiert.
Speaker: Da geht es auch nicht ums Lösen, da geht es erstmal ums Stabilisieren.
Speaker: Dass du wieder auf festen Beinen stehst, dass du dir nichts antust.
Speaker: Wenn jemand schwer magersüchtig ist, dann steht erstmal im Vordergrund dem Menschen,
Speaker: wieder in einen gesunden Gewichtsbereich zu bringen.
Speaker: Da kann man ganz viel darüber diskutieren, wie traumatisierend dann so Sachen wie Zwangsernährung für die betreffende Person nachhaltig sind.
Speaker: Aber in dem Moment geht es für die Medizin und die Therapie darum, das Leben zu erhalten.
Speaker: Ungeachtet der Folgen, was die Maßnahmen vielleicht auch langfristig haben, Hauptsache der Mensch überlebt.
Speaker: Und ich verstehe den Ansatz, das ist auch ein Dilemma, das wird man wahrscheinlich nicht lösen können, da gibt es ein Für und ein Wider.
Speaker: Aber gleichzeitig werden die Menschen halt dann leider mit den Folgen davon häufig alleine gelassen.
Speaker: Und Menschen, die jahrelang in Therapie waren und trotzdem eben noch mit der Thematik kämpfen, die gelten dann als austherapiert, sind sie dann auch wahrscheinlich.
Speaker: Also da ist Therapie dann auch wirklich nicht mehr der richtige Ort, der helfen kann.
Speaker: Aber was machen die denn dann?
Speaker: Es sagt ja keiner, jetzt suchen sie sich mal ein Coaching.
Speaker: Von jemandem, der sie da wirklich gut weiter begleiten kann.
Speaker: Wir hatten das jetzt ein-, zweimal, dass Menschen von Therapeuten kamen, die gesagt haben, sie kommen da auch an ihre Grenzen.
Speaker: Da freue ich mich immer drüber, weil das zeigt mir auch, dass wir da draußen echt tolle, verantwortungsbewusste und auch emotional reife Therapeuten haben, die auch zugeben können, wenn sie eine Grenze erreicht haben.
Speaker: Dass die dann einfach sagen, es ist super, wenn sie irgendwie parallel zur Therapie nochmal ein Coaching machen und da einfach auch nochmal bei dem Thema hingucken.
Speaker: Aber die meisten sind eher so, ja, nee, machen sie das mal lieber nicht während der Parallel zur Therapie oder nee, nee, Coaching, also da würde ich die Finger von weglassen, das sind ja alles keine gut ausgebildeten Leute und
Speaker: Ich verstehe das schon, weil es natürlich auch einschlägige Berichte darüber gibt und es gibt wirklich auch sehr, wie gesagt, Lena und ich, wir sind da immer auch sehr kritisch, weil wir sehen halt auch allerhand bei uns dann in den Coaching-Räumen und das hält sich aber die Waage, also die Waage im Sinne von,
Speaker: wir haben genauso viele Menschen, die schlechte Erfahrungen mit Coaching machen, wie die schlechte Erfahrungen mit Ärzten oder Therapeuten machen.
Speaker: Also das gibt sich nichts.
Speaker: Sorry, aber das ist einfach so.
Speaker: Und wer immer noch glaubt, dass man da, nur wenn man die staatliche Legitimierung hat, Heilarbeit zu machen, immer nur an einen professionellen, wirklich guten Menschen gerät, der einem auch wirklich gut weiterhilft, der hat es noch nicht ausgesprochen.
Speaker: verstanden.
Speaker: Der lebt da noch so ein bisschen.
Speaker: Mein Mentor hat immer gesagt, ich befreie dich jetzt mal von deiner Naivität.
Speaker: Also ich befreie mich jetzt auch mal von eurer Naivität.
Speaker: Ihr dürft da nicht blind vertrauen.
Speaker: Auch Menschen nicht, die die Formalausbildung haben und eine staatliche Zulassung zur Heilarbeit.
Speaker: Ihr müsst immer kritisch hinterfragen, kann mir dieser Mensch wirklich so helfen, wie ich es gerade brauche?
Speaker: Und wenn ihr das Gefühl habt, dass
Speaker: da fehlt was oder ich komme da einfach nicht weiter, dann schaut euch selbst verantwortlich um.
Speaker: Weil das Ziel, was wir im Coaching immer haben, und das sollte Therapie eigentlich auch haben, ist, Menschen in eine Selbstermächtigung zu bringen und in eine Selbstverantwortung zu bringen, sodass sie wieder lernen, sich selbst zu helfen, wenn sie vor Herausforderungen stehen und vor allem ihre innere Wahrheit oder Weisheit intuitiv anzapfen zu können und nicht immer nur nach dem zu leben, was von außen als Vorgabe kommt.
Speaker: Also da, wo wirklich die Freiheit liegt und
Speaker: Das bedeutet auch, eigentlich für mich sollte das auch die Therapie als Aufgabe haben, Menschen dahin zu bringen, zu erkennen, was hilft mir und was hilft mir nicht und wo kann ich aktiv werden, um mir vielleicht auch die Unterstützung zu suchen, die ich brauche, die mir gut tut, die mich an der Stelle abholt, wo ich jetzt stehe.
Speaker: Und ein Therapeut, der dann sagt,
Speaker: ja, was wollen Sie denn dann jetzt noch hier, wenn Sie jetzt noch ein Coaching machen wollen?
Speaker: Der hat halt einfach ein Ego-Problem.
Speaker: Und das sind alles Sprüche, die wir von unseren Klienten schon gehört haben.
Speaker: Die sich dann Mut gefasst haben und zum Therapeuten gesagt haben, hey, ich mache da übrigens noch ein Coaching nebenbei.
Speaker: Und dann kommen wirklich so Sätze wie, ja, was soll denn das für ein Coaching sein?
Speaker: Und ja, was machen Sie denn dann noch hier?
Speaker: Also vorwurfsvoll.
Speaker: Und da sind natürlich nicht alle so.
Speaker: Aber wir erzählen das deshalb, wie gesagt, nicht, weil wir die Therapeuten schlechtreden wollen, sondern weil wir die Menschen abholen wollen, die sich da nicht gut aufgehoben fühlen, die sich da häufig nicht verstanden fühlen oder die sich auch verstanden fühlen, aber trotzdem merken, hier fehlt noch was.
Speaker: Weil da auch eine gewisse Machtdynamik und auch Hörigkeit entsteht, durch die Art und Weise, wie wir erzogen sind.
Speaker: Ich bin die Kranke, der Therapeut, die Therapeutin ist die Gesunde, die sagt mir jetzt, wie es zu laufen hat.
Speaker: Ich habe hier eigentlich nichts mehr zu melden, sondern wenn ich gesund werden will, muss ich mich dem fügen.
Speaker: Und das ist ganz, ganz ungesund.
Speaker: Das sind so Dynamiken, die da vorherrschen und da ist es super wichtig, dass ihr darüber aufgeklärt seid, dass ihr das in Frage stellen dürft und dass ihr vor allem auch das Bewusstsein dafür habt, wo da die Grenzen liegen und dass das dann nicht eure Schuld ist, sondern dass das einfach eine Methode ist, die dann einfach ab einem gewissen Punkt nicht mehr so greift,
Speaker: wie es gebraucht wird, um den Körper und das Nervensystem und die Psyche so ganzheitlich abzuholen, dass es sich wirklich weiter verbessern kann, statt sich vielleicht dann auch noch zu verhärten, weil das sehen wir, wie gesagt, auch relativ häufig, dass es dann auf der Oberfläche vielleicht ein anderes Verhalten gibt und augenscheinlich besser zu sein scheint, aber
Speaker: Im Inneren hat sich das Ganze eigentlich noch weiter zementiert, weil alles weggedrückt wurde, was nicht sein durfte, was nicht in dieses Rast davon, jetzt habe ich ein gesundes Verhalten, passt, statt dass es halt wirklich gesehen und bearbeitet oder auch gelöst, zumindest genährt wurde und unterstützt wurde, dass es losgelassen werden kann, statt weggedrückt.
Speaker: Ja, und ein Teil, den Therapie halt sowieso einfach nicht abdecken kann, weil es gar nicht in deren Arbeitsbereich liegt, ist ja auch, dass wenn die Zellen so unterversorgt sind, wie du es eben auch gesagt hast, und dadurch das Nervensystem alleine schon ständig in einem Panikmodus und Alarmmodus ist, weil die Zellen einfach nicht haben, was sie brauchen, weil der Stoffwechsel einfach über die Jahre sehr in Mitleidenschaft gezogen ist, weil das Hormonsystem nicht ausgeglichen ist und dementsprechend
Speaker: wenn der Darm nicht vernünftig aufgestellt ist und somit auch die ganze Zeit eben, also dass Darm und Psyche sehr stark zusammenhängen, ist ja inzwischen bekannt.
Speaker: Und wenn eben der Darm oder die Zellen, Stoffwechsel und so weiter einfach nicht mit dem versorgt sind, was sie brauchen und einfach über die Jahre durch unterschiedliche Verfahren, Diäten, den ganzen Stress und so weiter einfach so sehr in Mitleidenschaft gezogen sind, dann
Speaker: könnte selbst eine tiefgreifende Therapie, die auf die emotionale Ebene und auf die Ursprungsebene, also zum Beispiel die Mutterwunde, die Vaterwunde, die Prägungen zu Esphalten und so weiter eingehen würde, selbst da könnte diese Veränderung nicht stattfinden, weil das Nervensystem einfach über die Zellen im Körper eine andere Geschichte gerade erzählt.
Speaker: Und deswegen braucht es eben
Speaker: braucht es eben, damit es wirklich sich körperlich und emotional lösen kann, auch das Ansetzen auf beiden Ebenen.
Speaker: Also ich meine, bei mir war das ja ganz lange Zeit auch nicht so.
Speaker: Ich habe halt gedacht, jedes emotionale Essensthema ist ein emotionales Thema und ich bin auch überzeugt davon, dass das so ist.
Speaker: Aber es ist halt nicht die einzige Ebene und dann kannst du dich auch dumm und dämlich an der Anwendung,
Speaker: Ursprungswunde coachen, aber wenn der Körper nicht hat, was er braucht und der Stoffwechsel einfach ständig das Gefühl hat, in Hungersnot gewesen zu sein und deswegen alles zu sich nimmt, was er irgendwie kriegen kann, damit bloß nicht diese Nöte wieder aufkommen, dann arbeitet man auch da an der zentralen Ebene vorbei genauso andersrum, wenn wir ständig nur auf
Speaker: Stoffwechsel, Hormone, Ernährung gucken, aber die emotionalen Themen darunter gar nicht mit einbeziehen, haben wir ebenfalls wieder keinen ganzheitlichen Blick darauf.
Speaker: Und dementsprechend ist ja auch Jane's Worm genauso aufgebaut, dass am Anfang die Analyse da ist von, wie ist der Körper eigentlich gerade aufgestellt, wo sind vielleicht Mängel, wo sind vielleicht aber auch Dinge in Disbalance über die Jahre geraten, was das Hormonsystem, Stoffwechselsystem und so weiter angeht.
Speaker: Wie geht es dem Darm?
Speaker: Was sind es überhaupt für
Speaker: die noch neben dem Essverhalten gerade auftauchen.
Speaker: Was ist gerade in den sozialen Beziehungen los, die vielleicht ständig Neustressoren auslösen, um den Körper dann zu stabilisieren, bevor es dann in den emotionalen Prozess eben auch geht, der erst mal abfängt, okay,
Speaker: Welche auch teilweise wirklich traumatischen Erfahrungen sind denn rund um dieses Essverhalten passiert?
Speaker: Was ist überhaupt der Auslöser dieses Essverhaltens?
Speaker: Aber auch, was für traumatische Erfahrungen haben Körper und Psyche mit diesem Essverhalten gemacht?
Speaker: Wie ständige Beleidigungen, Ängste nach Hause zu gehen, weil die Familie sagt, hast aber wieder zugenommen, solltest mal weniger essen.
Speaker: Ärzte, die sagen, ja gut, wenn sie so essen, ist es ja auch kein Wunder, dass sie eine Fettleber haben und so weiter.
Speaker: Also diese ganzen traumatischen Erfahrungen, die überhaupt erst dazu geführt haben, dass das Eisverhalten so ein Thema ist, aber auch dann diese ganzen Erfahrungen, die gemacht werden über Mobbing, Abwertung und so weiter.
Speaker: Und das braucht einfach einen langfristigeren Prozess, der auch ganz gezielt auf dieses Thema schaut und das nicht mal immer wieder so als eine Art Beiwerk mit einbezieht neben den ganzen anderen Themen, sondern einfach die Aufmerksamkeit und auch die Tiefgründigkeit bezieht.
Speaker: die es im Erleben der Person eben auch hat, weil es einfach jeden einzelnen Lebensbereich beeinflusst.
Speaker: Genau.
Speaker: Und deswegen hier die herzliche Einladung, dass wenn du diese Erfahrung gemacht hast oder dass wenn du merkst, du möchtest direkt ganzheitlich drauf schauen, dann ist Change Woman da auf jeden Fall der richtige Ort dafür.
Speaker: Und das kannst du natürlich auch erstmal in einem kostenfreien Vorgespräch und einem Analysegespräch rausfinden, ob es das tatsächlich auch für dich ist.
Speaker: Aber
Speaker: Die Einladung ist hiermit auf jeden Fall dann einmal ausgesprochen.
Speaker: Ja, absolut.
Speaker: Also wenn du da noch Fragen hast oder einfach auch gerade vielleicht auch in Therapie bist und merkst, dass da noch irgendwas fehlt, schau dich nicht, einfach dieses Gespräch in Anspruch zu nehmen und wir finden dann gemeinsam heraus, kann das parallel stattfinden, macht das überhaupt Sinn?
Speaker: Also das sind ja alles Fragen, die wir dann ganz individuell abklären können, können auch einfach schauen,
Speaker: Was jetzt der nächste Schritt ist, erst mal Therapie, dann Coaching.
Speaker: Also lass dich da einfach gerne von uns unverbindlich beraten.
Speaker: Du kannst gerne über den Link unten in den Shownotes dir einen Termin vereinbaren und dann wirst du auf jeden Fall nichts verlieren, außer ein bisschen Zeit und ganz, ganz viel Klarheit gewinnen, wie es dann für dich auch weitergeht.
Speaker: Also, dann hören wir uns.
Speaker: Wir freuen uns persönlich, mit dir zu sprechen und bis dahin eine schöne Zeit.
Speaker: Bis dann.
Speaker: Ciao.
Speaker: Ciao.

