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Martin Biedermann - Vorstandsmitglied IAA Austrian Chapter

IAA Voices - Austrian Chapter
IAA Voices - Austrian Chapter

11 plays · Jul 29, 2026

Der gebürtige Wiener (Jahrgang 1972) studierte Betriebswirtschaftslehre an der WU Wien sowie an der University of Illinois und schloss mit dem Mag. rer. soc. oec. ab. Seine berufliche Laufbahn führte ihn zunächst über Stationen bei Bank Austria, ProSieben, der Verlagsgruppe NEWS, ORF Enterprise und ATV, bevor er 2008 zum ORF wechselte. Dort war er zunächst als Referent und Büroleiter in der Generaldirektion tätig; seit 2012 verantwortet er als Hauptabteilungsleiter Marketing und Kommunikation die entsprechenden Agenden des ORF. Darüber hinaus ist er Geschäftsführer der beiden Tochtergesellschaften ORF Marketing & Creation GmbH (OMC) sowie ORF Kontakt und Kundenservice GmbH (ORF-K). Ehrenamtlich engagiert er sich als Vorstandsmitglied der APA und wirkt zudem als Beirat des SK Rapid. Hier spricht er mit IAA Vorstandsmitglied und Marketingstratege Florian Schleicher [https://www.linkedin.com/in/florianschleicher/] über seine Pläne und beantwortet Fragen rund um die IAA.

Transcript

Speaker: Hallo und herzlich willkommen beim Podcast des IAA Austrian Chapters.

Speaker: Mein Name ist Florian Schleicher, ich bin Vorstandsmitglied und in dieser Serie interviewe ich die Menschen, die hinter dem neuen Vorstand stecken.

Speaker: Wer sie sind, was sie antreibt und was sie für die Branche vorhaben.

Speaker: Heute spreche ich mit Martin Biedermann.

Speaker: Herzlich willkommen Martin.

Speaker: Hallo und vielen Dank für die Einladung, freue mich sehr.

Speaker: Sehr gerne.

Speaker: Fangen wir mal damit an, was machst du eigentlich in deinem Dayjob, wenn du nicht gerade rund um die IAA tätig bist?

Speaker: Ich bin im ORF und bin dort verantwortlich für Marketing und Kommunikation.

Speaker: Das heißt, mein Job ist es zu vermitteln, was wir tun, wofür wir da sind und natürlich auch den öffentlich-rechtlichen Auftrag, das ist ein sperriges Wort, man muss immer dabei sein, auch zu legitimieren, also den Leuten erklären, wofür sie letztlich auch monatlich ihren ORF-Beitrag zahlen müssen.

Speaker: Und das Spannende ist, dass man da zwischen ganz verschiedenen Welten unterwegs ist, also von internen

Speaker: sage ich mal, jetzt den Content erstellenden Abteilungen, Redaktionen, Programmabteilungen, dann über andere Stellen im Haus, mit denen wir eng zusammenarbeiten, dann auch natürlich externe, auch Kreativagenturen, mit denen wir Kampagnen dann umsetzen, bis hin dann natürlich zu unserem Publikum und auch dem regulatorischen Umfeld.

Speaker: Also es ist ein sehr bunter Mix an Stakeholdern und Schnittstellen und das macht es interessant.

Speaker: Und letztlich wird dann klar, dass Kommunikation immer

Speaker: am Ende Übersetzungsarbeit ist.

Speaker: Und das muss man dann halt auch von Fallzufällen anpassen.

Speaker: Und bei der IAA, wie siehst du da deine Rolle oder was sind so die Aktivitäten, die dich da besonders beschäftigen?

Speaker: Also ich bin jetzt seit Jänner im neuen Vorstandsteam mit unserer Präsidentin Nivon Heider-Lent, wo ich mich

Speaker: sehr darüber freue.

Speaker: Davor war ich im Advisory Board.

Speaker: Ja, für mich ist es neu.

Speaker: Also einige der Kolleginnen und Kollegen kannte ich schon, einige nicht und bin jetzt gerade dabei, sie besser kennenzulernen.

Speaker: Ich versuche ein bisschen, vielleicht so eine ganzheitliche Perspektive einzubringen, wenn man sagt, die A ist ja

Speaker: Eine Plattform, wo sich die ganze Branche zusammenfindet, nämlich diese drei klassischen Bereiche, Auftraggeber, schrägst durch Kunden, dann die Agenturszene und die Medien und in gewisser Weise vereint der ORF alles in sich.

Speaker: Nämlich als Werbevermarkter, als Auftraggeber natürlich, das wäre dann jetzt konkret meine Rolle als Marketingverantwortlicher, aber auch, wir machen ja auch viel Inhouse mit unserer Marketingtochter und da haben wir auch so ein bisschen eine Agenturfunktion.

Speaker: Und ich glaube, das ist auch irgendwie der Sinn der IAA oder einer aus meiner Sicht der Benefits, dass man versucht, dieses Silo-Denken aufzubrechen und sagt, wir in der Kommunikationsbranche, wir bewegen uns da auf einer Ebene,

Speaker: und tauschen uns aus auf Augenhöhe.

Speaker: Und wenn du gerade nicht im ORF bist und nicht dich bei der IAA einsetzt, womit verbringst du so deine Wochenenden?

Speaker: Die Wochenenden versuche ich möglichst wenig mit der Branche zu verbringen.

Speaker: Das gelingt nicht immer.

Speaker: Ich versuche viel Zeit mit meinen Kindern zu verbringen.

Speaker: Ich mache auch viel an der frischen Luft zum Abschalten, zum Rauskommen.

Speaker: Ich gehe gern Tennis spielen, laufen, manchmal auch segeln.

Speaker: Ich bemühe mich auch bewusst, meinen Medienkonsum und Bildschirmzeit ein bisschen zu reduzieren, womit wir wieder zu den Kindern kommen, weil denen versucht man das ja auch vorzugeben oder zu begrenzen mit mehr oder weniger Erfolg und da ist es

Speaker: Gut, weil man mit gutem Beispiel vorangeht.

Speaker: Und das gelingt manchmal besser, manchmal schlechter.

Speaker: Das kann ich mir vorstellen.

Speaker: Im zweiten Teil des Interviews möchte ich dir so ein paar Hot Takes präsentieren, wo mich interessiert, stimmst du dem zu, stimmst du dem nicht zu?

Speaker: Und dann vielleicht ein, zwei Sätze, warum du der Meinung bist.

Speaker: Das erste ist Werbe-Awards.

Speaker: Ist das nicht hauptsächlich die Branche, die sich selbst feiert?

Speaker: Ganz sicher auch.

Speaker: Und ich sage mal, unsere Branche ist sicher nicht die uneitelste Branche.

Speaker: Getoppt wird es ja aber ganz sicher vom Journalismus, da gibt es noch viel mehr Preise.

Speaker: Aber ich finde es auch absolut legitim, dass herausragende kreative Arbeit oder Kommunikationsarbeit auch strategisch prämiert wird und die guten Awards sind ja durchaus auch im Stande, Innovation zu befördern und Standards zu entwickeln.

Speaker: nämlich international, aber auch in Österreich.

Speaker: Und insofern hat es auf jeden Fall seine Berechtigung.

Speaker: Und die Veranstaltungen rund um diese Preisverlernung sind auch immer natürlich eine gute Gelegenheit, sich auszutauschen mit der Branche und zu netzwerken.

Speaker: Zweite Frage, KI.

Speaker: Wird das mehr Werberinnen und Marketingmenschen ersetzen, als wir in der Branche uns vorstellen?

Speaker: Also KI wird sicher unsere alle Arbeit verändern oder hat schon verändert, wird noch viel mehr verändern.

Speaker: Aber ich glaube, sagen wir es so, Menschen mit KI werden Menschen ohne KI ersetzen.

Speaker: Also gerade in der Kreativbranche, also die, die glauben, sie können sich auf die KI verlassen oder ihre Arbeit machen lassen, die werden, glaube ich, eines Besseren belehrt werden.

Speaker: Ja, das glaube ich auch.

Speaker: Dritte Frage.

Speaker: Die meisten Marken, bräuchten die eigentlich eine Mood-Chefin oder einen Mood-Chef mehr als eine Marketingleiterin?

Speaker: Also ich glaube, mehr Mut bräuchten viele Unternehmen, auch viele in vielen Funktionen, nicht nur im Marketing.

Speaker: Es sollte aber keine Position sein, sondern eine Haltung.

Speaker: Und da gibt es sicher Luft nach oben, ganz bestimmt.

Speaker: Vierte Frage, das ist jetzt eine schwierige für dich natürlich, kommend vom ORF, der 30-Sekunden-Spot, ist der mittlerweile unwichtiger geworden, als viele in der Branche glauben?

Speaker: Also das hören wir ja seit 20 Jahren auf diversen

Speaker: Veranstaltungen und Panels, dass das lineare Fernsehen tot ist und somit auch der klassische 30 Sekünder.

Speaker: Dass das nicht der Fall ist, sehen wir jeden Tag, jeden Abend an den Ratings der Fernsehsender, insbesondere auch das ORF.

Speaker: Aber es hat sich natürlich was geändert.

Speaker: Also er hat jetzt nicht mehr den herausragenden Stellenwert wie früher und ein guter Marketing- oder Media-Mix heutzutage

Speaker: Wenn es eine breite Kampagne ist, wird ohne den 30 Sekunden nicht auskommen, aber rundherum sehr viele andere Elemente und Bausteine mit einbauen, klarerweise.

Speaker: Und letzte Frage aus diesen Hot Takes.

Speaker: LinkedIn, ist das mittlerweile mehr ein PR-Kanal zum Eigenmarketing geworden als ein echtes Netzwerk?

Speaker: Also wenn man da so durchscrollt, ist es schon viel PR, muss ich sagen.

Speaker: Wenn man es intelligent nutzt, ist es ein super Netzwerk.

Speaker: Und ich nutze es nicht wahnsinnig intensiv.

Speaker: Ich nehme das immer wieder vor und nehme jetzt die Frage zum Anlass, es mir einmal mehr vorzunehmen, es intensiver zu nutzen.

Speaker: Und dann kann man, glaube ich, auch wirklich was rausziehen.

Speaker: Ja, ich glaube, es hängt immer wie bei jedem Tool davon ab, was man damit macht.

Speaker: Aus meiner eigenen Erfahrung, die Leute, die dauernd nur Selbstbeweihräucherung machen, die heide ich auch und denen entfolge ich, weil das brauche ich auch nicht sehen die ganze Zeit.

Speaker: Genau.

Speaker: Kommen wir wieder zurück zur IAA.

Speaker: Was sind da Themen, die dich gerade beschäftigen oder gibt es auch Themen, wo du sagst, bis Ende der Amtszeit, ich meine, jetzt haben wir gerade erst begonnen, ein halbes Jahr ungefähr, bis Ende der Amtszeit 2027, was wäre dir wichtig, auch selbst zu erreichen?

Speaker: Also ich glaube, das Ziel ist jetzt, und das ist ja auch eines der deklarierten Ziele des neuen Vorstands und der Präsidentin, dass man die IAA noch mehr macht zu einer Vernetzungsplattform, dass die Leute wie IAA-Mitglieder und die, die das hoffentlich dann noch werden, dort einen Austausch finden und sozusagen jetzt nicht als Geschäftsanbahnungs- oder Vermittlungsplattform, sondern zum persönlichen und fachlichen Austausch und Input-Lieferanten und dass man einfach das Angebot attraktiv macht,

Speaker: wo man sagt, da nehme ich wirklich was mit, da kriege ich neue Inputs auch von internationalen Speakern, wie wir es in dem neuen Eventformat jetzt schon eingeführt haben und die IAA insgesamt, gerade mit der internationalen Anbindung, das ist ja sozusagen eine der USBs von den verschiedenen Kommunikationsplattformen, die es in Österreich gibt, dass man es da schafft, das zu vermitteln, das gibt es eben bei uns und sonst nirgends.

Speaker: Die IAA bringt die Branche zusammen und ist aber keine Echokammer, wo man sich da nur selbst spiegelt, sondern ein größerer Resonanzraum vielleicht, wo man auch neue Themen einbringt und internationale Entwicklungen gut abbilden kann, auch für Österreich.

Speaker: Ja, da bin ich vollkommen dabei und ich finde auch dieses Bild von dem Resonanzraum etwas sehr Schönes und ich glaube, da sind wir auf einem guten Weg, dorthin zu kommen.

Speaker: Letzte Frage, Martin.

Speaker: Die IAA setzt sich mit der Quality Pitch Charter ja für strukturierte und faire Pitch Prozesse ein.

Speaker: Warum ist das aus deiner Sicht in deiner Funktion nicht nur ein nice to have, sondern wirklich ein Wettbewerbsvorteil für die ganze Branche?

Speaker: Ich sage jetzt, jetzt bin ich ganz klar in meiner Auftraggeber- oder Kundenrolle und ich hatte auch mal eine Erfahrung, wo ein ORF-Pitch kritisiert wurde, aus dem Kontext der Pitch-Charter heraus.

Speaker: Da war dann eine Debatte und dann sage ich, ich habe daraus auch was gelernt.

Speaker: Und das eine ist, wenn man sich an so eine faire Vereinbarung der Branche,

Speaker: quasi untereinander geschlossen hat, hält, spart man sich einerseits Tores.

Speaker: Und natürlich ist es, glaube ich, ein fairer Prozessvoraussetzung dann auch für ein gutes Ergebnis und dass man vor allem auch die besten Anbieter in so einem Prozess drinnen hat.

Speaker: Weil wenn das nicht gewährleistet ist, dann werden die sich leisten können, auf Teilnahme-Pitches zu verzichten, nicht dabei sein.

Speaker: Und dann vergibt man sich sehr viel.

Speaker: Für mich ist sehr schön abgerundet.

Speaker: Lieber Martin, vielen Dank für deine Zeit und deine Einblicke.

Speaker: Ich danke dir, hat mich sehr gefreut und bis bald.

Speaker: Bis bald, genau.

Speaker: Und liebe Zuhörerinnen, danke fürs Mithören und bis zum nächsten Mal.

Speaker: Tschüss.

Speaker: Ciao.

Speaker

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