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#015 Ist dein soziales Umfeld dein größtes Datenleck?

Der Privacy Podcast (by Privatopia)
Der Privacy Podcast (by Privatopia)

72 plays · Aug 11, 2026

Viele in unserer Privatopia Community fragen sich: Wie überzeuge ich Freunde und Familie, mehr Energie in die eigene Privatsphäre zu investieren? Das hat auch egoistische Gründe, denn wahrscheinlich gibt das eigene Umfeld unsere privatesten Daten unwissentlich an Google, Meta, Apple etc. weiter. Wir besprechen deshalb in dieser Folge, wie du deine Liebsten neugierig auf Privacy machst und worauf du achten musst, um nicht "dieser nervige Fachidiot" zu sein. Auch Kollegen und entfernte Bekannte lassen sich gerne von Signal oder GrapheneOS überzeugen, wenn man es richtig angeht. Nachdem wir die wichtigsten Prinzipien behandelt haben, nennen wir konkrete Tipps und schließen mit unseren ganz persönlichen Strategien ab. Viel Spaß! Werde Club Member und stelle deine Fragen in Live-Konferenzen: https://privatopia.de/member Tritt unserer kostenlosen Signal-Gruppe bei: https://privatopia.de/signal Abonniere den Newsletter und erhalte Zusammenfassungen der Episoden: https://privatopia.de/newsletter

Transcript

Speaker: Hallo und willkommen zu der Privacy Podcast, deine Quelle für Sicherheit, Privatsphäre und Anonymität mit Timo und Nino.

Speaker: Timo, wir orientieren uns wieder an unserer Signalgruppe, was die Leute sich gewünscht haben.

Speaker: Ich finde das Thema aber auch unglaublich wichtig.

Speaker: Es wäre eh gekommen.

Speaker: Was wollen wir heute besprechen?

Speaker: Ja, heute geht es allgemein um den Umgang mit Privatsphäre im sozialen Umfeld.

Speaker: Und da wollen wir wirklich viele verschiedene Themenbereiche anschauen.

Speaker: Also einerseits, wie kann man Leute überzeugen, mehr für die Privatsphäre zu machen?

Speaker: Wie überzeugt man Leute nicht zu viel für ihre Privatsphäre zu machen, also dass alles noch im richtigen Rahmen ist und dann wie man auch am besten im sozialen Umfeld mit Privatsphäre umgeht, also mit wem teile ich was und wie kann man das am besten aufbauen, dass man immer noch sein Leben leben kann.

Speaker: immer noch ein wenig Privatsphäre hat, aber trotzdem sein soziales Umfeld nicht komplett an der Seite liegen lässt.

Speaker: Und dann ganz am Ende werden wir ein wenig darauf eingehen, wie wir das mit unserem sozialen Umfeld machen oder mit unserem privaten Leben und mit Freunden.

Speaker: Und da unterscheiden wir uns auch ziemlich, ich und Nino, wie wir zum Beispiel auch beruflich und privat trennen.

Speaker: Da geht es ja richtig ins Existenzielle, wenn wir uns überlegen, wie kann man sein Leben noch leben?

Speaker: Aber unterm Strich, ihr Lieben, die Leute in eurem Umfeld, die kennen euch ja vielleicht seit Jahren oder Jahrzehnten und das hat immer gut funktioniert.

Speaker: Er hat eine gute Beziehung und jetzt ist da auf einmal ein Thema, was euch total begeistert.

Speaker: Beispiel Privatsphäre.

Speaker: Also ich kenne das bei mir, am Anfang war das mal Linux kennenzulernen oder das Geldsystem zu verstehen oder Bitcoin oder GrapheneOS oder jetzt Hiva N, die Privatsphäre reinzugehen.

Speaker: Das schockt erstmal, weil ich ja denke, ich habe jetzt die Lösung für alle.

Speaker: Ich weiß genau, was den anderen gut tut.

Speaker: Das ist ein bisschen ein Hybris, die ich dann entwickle.

Speaker: Und deshalb ist so eine ganz wichtige grundsätzliche Empfehlung, dass wenn ihr in so einem hochemotionalen Zustand seid, das geht sowohl in die Begeisterung und Euphorie, aber natürlich auch kann man das auf Angst oder Panik oder Trauer beziehen.

Speaker: Lass das wirken.

Speaker: Fühlt da in euch rein, überlegt, was macht das mit mir?

Speaker: Und wenn das so ein bisschen runtergekocht ist, wenn ihr dann wieder ein bisschen rational darüber nachdenkt, dann fangt ihr an, die Konzepte, die wir gleich besprechen, anzuwenden.

Speaker: Also ihr habt es jahrelang geschafft mit eurem Freundeskreis auf der jetzigen Ebene.

Speaker: Ihr müsst jetzt nicht sofort in der nächsten Stunde alles verändern, sondern das kann auch in ein paar Tagen oder Wochen passieren.

Speaker: Oder wie meinst du das, Timo?

Speaker: Ja, da stimme ich auch komplett zu.

Speaker: Also Begeisterung zum Beispiel in dem Bitcoin-Bereich bekommt man das sehr, sehr oft mit, dass die Leute sich einlesen, das ganze Geldsystem verstehen, alles verstehen, was Bitcoin macht und die ganzen Probleme, die Bitcoin lösen möchte oder kann.

Speaker: Und dann gehen sie in den Freundeskreis und versuchen alle zu Orange pillen sozusagen.

Speaker: Und dann nach ein, zwei Monaten merken die, das Ganze klappt nicht.

Speaker: Niemand hört zu nach den ersten zwei Sätzen und dann gehen sie wieder in sich selber rein und informieren sich selber weiter.

Speaker: Und das, was Nino gesagt hat, stimmt da komplett zu.

Speaker: Man sollte erst mal sich selber informieren und eben die Begeisterung ein wenig hinten dran stellen.

Speaker: Und dann erst, wenn man ein bisschen länger mit dem Thema auch verwandt ist und auch schon mit mehr Leuten

Speaker: kurz darüber geredet hat, dann kann man auch eher tiefer einsteigen und ein tieferes Gespräch suchen mit den Leuten.

Speaker: Aber nicht, wenn man gerade neu dabei ist im Thema, dann versuchen alle zu überzeugen und zu begeistern, weil das klappt meistens dann nicht.

Speaker: Ja, stellt euch das vielleicht auch so vor, euer bester Freund kommt und sagt, hey, wusstest du, dass die Echsenmenschen aus der Hohlerde Kinder einführen und so?

Speaker: Und dann denkst du dir auch, hm, seltsam.

Speaker: So werdet ihr euch aber auch anhören, wenn es auf einmal ist, oh, der Staat überwacht uns und wir müssen alle aufpassen und Facebook ist böse und sonst was.

Speaker: Das sind halt Konzepte, die habt ihr euch jetzt über Tage, Wochen, Monate, vielleicht Jahre erarbeitet und seid geschockt, aber lasst das nicht alles auf einmal raus, das kann man nicht so schnell zusammenfassen.

Speaker: Jetzt ist natürlich die Frage, was machen wir denn stattdessen?

Speaker: Was könnte denn dann ein guter Plan sein, Timo?

Speaker: Also wir können wieder zu einer unserer ersten Folgen schauen mit dem FRED-Model, dass man sich das einmal wieder durchgeht.

Speaker: Also die ganzen Punkte mit Sicherheit, Privatschere und Anonymität, dass man da wieder einmal tiefer reingeht und schaut, dass man dort weiterkommt.

Speaker: Das heißt bei der Sicherheit zum Beispiel, dass man die ganzen Grundlagen beachtet, auch eben in seinem Umfeld.

Speaker: Wenn man zum Beispiel einen Account teilt mit einem Freund, das ist dann ein Problem für die Sicherheit, weil dann muss der Freund sich auch über...

Speaker: Passwörter und Passwortmanagement Gedanken machen und das wäre ein Punkt, wo dann eure eigene Sicherheit dann auch sehr stark betroffen wird, weil in dem Moment, in dem ihr dann was teilt, ist es nicht mehr in eurem Kontrollbereich und man sollte sich nicht darauf verlassen, dass die anderen eure Sicherheit oder Privatsphäre oder Anonymität schützen, sondern dass ihr das selber macht und dann müsst es euch halt im Klaren sein.

Speaker: Wenn ihr irgendwas teilt, ist es so, dass ihr dort dann ein wenig an dieser Sicherheit, Privatsphäre und Anonymität verliert.

Speaker: Ja, nicht nur ein bisschen sogar.

Speaker: Ich behaupte mal, dass meine Freunde, bekannte Familie, wer auch immer, alle in meinem Umfeld, die schützen meine Daten nicht.

Speaker: Und deshalb alles, was ich rausgebe, wird weitergegeben oder wird nicht gut genug abgesichert.

Speaker: Das machen die auch nicht mit böser Absicht.

Speaker: Bei Privatsphäre, wenn wir da gucken, da sind ja eure Daten, wollt ihr vielleicht nicht gegenüber großen Unternehmen teilen.

Speaker: Wenn ich meine Telefonnummer, ich habe ja zwei, wenn ich die, die nicht so öffentlich sein darf, jemandem gebe,

Speaker: Ja, was passiert dann in aller Regel?

Speaker: Die Person wird mich im Kontaktbuch speichern.

Speaker: Dieses Kontaktbuch wird dann schon längst oder demnächst an irgendeine App weitergegeben, die sonst nicht funktioniert, Beispiel WhatsApp.

Speaker: Und dann weiß Facebook meine private Telefonnummer.

Speaker: Also gebe ich die dann besser nicht raus, wenn ich nicht will, das Facebook-Device.

Speaker: Sonst muss ich davon ausgehen, dass die mit Facebook oder ganz vielen anderen auch geteilt wird.

Speaker: Genau.

Speaker: Oder zum Beispiel auch bei der Adresse, wenn jemand zu euch fährt, um euch abzuholen oder zu euch kommen möchte, um ein wenig Zeit zu verbringen.

Speaker: dann kann man davon ausgehen, dass diese Adresse dann auch irgendwann in den Kontakten landet, als Notiz zum Beispiel oder direkt im Adressfeld.

Speaker: Und dann ist eure Adresse auch direkt mit eurem Namen verbunden.

Speaker: Und weil andere Personen wahrscheinlich nicht so sehr auf die Privatsphäre achten,

Speaker: kommt es dazu, dass das dann bei den ganzen großen Unternehmen landet oder sogar auch weitergeteilt wird.

Speaker: Deswegen, was hier jetzt ein praktischer Tipp von mir wäre, auch was ich schon ziemlich lange mache, ist, dass wenn mich jemand abholt, nehme ich eine Adresse, die in der Nähe ist.

Speaker: Das kann zwei, vier, sechs Hausnummern weiter sein.

Speaker: eine gerade Zahl, sonst ist es auf der anderen Straßenseite und dann kann es deutlich weiter weg sein.

Speaker: Und dann können die Leute euch abholen und die können die Adresse auch abspeichern, aber es ist nicht eure echte Adresse und dann wird nicht direkt mit euch verbunden deswegen.

Speaker: Oder zum Beispiel, wenn jemand zu euch zu Besuch kommen möchte, könnt ihr den einfach abholen, zum Beispiel bei der U-Bahn-Station, beim Parkplatz und dann zusammen zum Haus gehen.

Speaker: Und meistens merken sich die Leute dann nicht die exakte Hausnummer.

Speaker: Wenn ihr die aber teilt, zum Beispiel über einen Messenger,

Speaker: Dann kommt es halt eben häufiger vor, dass die Leute sich das dann merken oder es bleibt dann auch im Chat.

Speaker: Ich erzähle tatsächlich meine Privatadresse oft rum im Freundeskreis.

Speaker: Das Thema ist verloren, wo ich sage, Schatz, sorry, wir müssen umziehen, wir sind kompromittiert.

Speaker: Das ist eine gute Idee tatsächlich.

Speaker: Macht euch da einfach mal Gedanken, welche Datenpunkte wollt ihr teilen mit wem und geht davon aus, dass dann nicht nur euren Freund, euren Partner, eure Liebsten, Familie oder Kollegen oder so betrifft, sondern alles, was ihr rausgebt, wird auf dem einen oder anderen Weg dann in der Öffentlichkeit landen können.

Speaker: Databroker wollen diese Informationen und wenn sie die irgendwo abgreifen können, werden sie die speichern.

Speaker: Wie ist das denn bei Anonymität, Timo?

Speaker: Da stelle ich mir das zumindest sehr schwierig vor.

Speaker: Wir hatten das ja in der zweiten Folge, glaube ich, besprochen.

Speaker: Anonymität gegenüber wem?

Speaker: Ja, Privatpersonen, Staaten, Unternehmen.

Speaker: Kann ich das überhaupt erreichen?

Speaker: Ja, also Anonymität ist etwas, was man im reellen Leben eigentlich so gut wie unmöglich erreichen kann.

Speaker: Die Leute sehen euch und deswegen gibt es halt eben den Datenpunkt von eurem Gesicht zum Beispiel.

Speaker: Meistens stellt man sich dann vor, dann gibt es einen Datenpunkt zu dem Namen.

Speaker: Das heißt, Anonymität ist im reellen Leben eigentlich so gut wie unmöglich zu erreichen und im sozialen Umfeld dann eben auch nicht.

Speaker: Was man aber machen kann, ist es für bestimmte Bereiche zu machen.

Speaker: Das heißt vor allem im digitalen Raum, weil viele sind jetzt auch immer und immer mehr im Vergleich zu vor 50 Jahren im digitalen Raum sozial unterwegs.

Speaker: Da kann man versuchen, so anonym wie möglich zu sein.

Speaker: Und zum Beispiel in unserer Signal-Gruppe, dass man dort halt ohne Namen auftritt und nur mit dem Nutzernamen weiß Signal.

Speaker: Das heißt, wir sehen dann eure Telefonnummer nicht.

Speaker: Aber trotzdem, das ist auch nur eine begrenzte Anonymität, weil wenn ihr dann deutlich mehr macht, wenn ihr deutlich mehr schreibt, dann können eure einzelnen Nachrichten zu eurer Person zugeordnet werden.

Speaker: Und dann geht es eher mehr in der Richtung Privatsphäre, dass man nicht weiß, wer ihr seid.

Speaker: An sich, Anonymität, wenn es möglich ist, ist es nur online möglich.

Speaker: Und auch online ist es wirklich mit sehr viel Aufwand verbunden.

Speaker: Und wenn man sozial unterwegs sein möchte, soziale...

Speaker: Beziehungen, die bauen darauf auf, dass man jemanden länger kennt und immer wenn es darum geht, jemanden länger zu kennen, hat man direkt keine Anonymität mehr, weil da möchte man wirklich, dass keine Datenpunkte miteinander verbunden werden.

Speaker: Wir haben euch ja auch schon gewarnt, was die Signal-Gruppe angeht.

Speaker: Das ist eine öffentliche Gruppe, jeder kann da rein, jeder kann nachgucken.

Speaker: Überlegt euch, was ihr teilen wollt und wenn ihr viel teilt, dann wird sich das halt sammeln.

Speaker: Und vielleicht haben wir euch ja schon mal gesehen auf einem Bitcoiner-Event oder irgendwo anders, dann kennen wir euch.

Speaker: Nicht, dass wir damit etwas groß anfangen wollten, aber ihr seid selten anonym, wenn ihr im Internet seid und nur wenn ihr euch genau überlegt, was ihr tut.

Speaker: Ich kann mir aber auch vorstellen, dass es Bereiche gibt im Leben, wo das sehr gut funktioniert.

Speaker: Also ein Beispiel, was ich im Kopf hatte, waren Freimaurer.

Speaker: Ich habe wahrscheinlich viele in meinem Umfeld, kann ich mir gut vorstellen.

Speaker: Ich weiß das aber nicht, weil die verraten das ja nicht.

Speaker: Die haben ihren geheimen Handschlag, die haben ihre Treffen und das war's.

Speaker: Und wenn man nicht selber Freimaurer ist, dann wird man die nicht erkennen sofort, wenn die sich ihren Regeln entsprechend verhalten.

Speaker: Aber...

Speaker: im Allgemeinen, gerade bei guten Beziehungen, bei Freundschaften oder Liebesbeziehungen, ja, freut euch doch, dass ihr viel zu teilen habt mit jemand anders, der euch wichtig ist, weil das ist ja auch eine Qualität, die emotional sehr viel in eurem Leben bringt.

Speaker: Versucht da euch nicht, euren Partner komplett zu verschließen, weil die Person jetzt zufällig auch WhatsApp benutzt und da nicht weg von möchte.

Speaker: Das ist, glaube ich, der falsche Weg.

Speaker: Irgendwann ist Privacy auch nicht mehr das Wichtigste in eurem Leben und zum Beispiel bei Partnerschaften

Speaker: Das ist eine Grenze, wo ich sage, da kann ich nicht so viel fordern und erwarten.

Speaker: Ich bin da sehr gesegnet.

Speaker: Meine Frau lässt mich alles mit ihren Geräten machen.

Speaker: Aber wenn das nicht der Fall wäre, mein Gott, dann ist das halt so.

Speaker: Ja.

Speaker: Dann würde ich sagen, wir gehen einmal zum nächsten Part, wie man die Leute überzeugt, ein wenig mehr für die Privatsphäre zu machen und wie man das auch macht, ohne dass die Leute dann direkt von euch wegrennen im sozialen Umfeld.

Speaker: Meine Herangehensweise ist meistens wenig zu erwähnen, dass ich was für die Privatsphäre mache, aber halt immer kleinere Erwähnungen über zum Beispiel wochenlichen Zeitraum.

Speaker: Das heißt zum Beispiel einerseits erwähne ich, dass ich Linux benutze, dann erwähne ich, dass ich Graphene OS benutze

Speaker: Zum Beispiel, ich habe mein Handy eine Zeit lang nicht gefunden, also eine Zeit lang über ein, zwei Stunden, als ich im Fitnessstudio war.

Speaker: Und dann kamen die Leute, versuche es doch zu orten.

Speaker: Und dann habe ich gesagt, leider ist das unmöglich, weil ich Graphene OS verwende, alles ist ausgeschaltet, man kann mich nicht anrufen und nichts.

Speaker: Und das war ein Grund, wieso zum Beispiel ein Freund dann eine Woche später zu mir gekommen ist und gefragt hat, wie genau machst du das oder was genau ist das für ein Handy?

Speaker: Und dann habe ich ihm ein bisschen mehr darüber erzählt und dann hat er gesagt, ja, könntest du mir bitte auch helfen, das einzurichten?

Speaker: Und über eben solche kleinen Erwähnungen, über längere Zeiträume kriegen die Leute dann auch meistens Interesse und fragen dann ein bisschen mehr nach.

Speaker: Und wenn sie ein bisschen mehr nachfragen, dann kann man auch mehr ins Detail gehen, wieso man es macht, was man macht und auch was für Vorteile man dadurch bekommt.

Speaker: Weil das ist meistens der wichtigste Punkt aus meiner Erfahrung, auch zu sagen, was für Vorteile das Ganze bringt.

Speaker: Nur zu sagen, die ganzen Nachteile, denen man entgeht durch diese ganzen Datensammlung, das ist ziemlich weit weg von den meisten.

Speaker: Und den meisten ist es auch ziemlich egal, dass die Unternehmen, der Staat und so weiter eine Menge Datenpunkte über uns sammeln.

Speaker: Aber wenn man sagt, ich benutze den Brave-Browser und der blockiert die ganze Werbung, ich muss nie mehr YouTube-Werbungen anschauen oder ich habe keine Werbung auf den verschiedenen Webseiten, keine Werbeposts,

Speaker: Das ist ein Vorteil, den die Leute dann auch direkt sehen und auch ein Grund, wieso die dann zur Privatsphäre wechseln oder jetzt in diesem Fall zum Brave Browser wechseln und dann mehr in das ganze Privatthema einsteigen.

Speaker: Da sind wir uns ganz ähnlich, Timo.

Speaker: Ich denke da immer an das Sämann-Gleichnis, der ja ganz viel Saatkörner auswirft, rechts und links.

Speaker: Und die meisten davon, die gehen zugrunde, weil die Sonne zu heiß ist, weil der Boden nicht fruchtbar ist, weil Dornen und Gebüsche das nicht aufgehen lassen.

Speaker: Aber ein paar wenige, die gehen auf und die gehen dann richtig auf und tragen tausendfach Früchte.

Speaker: So ist das in eurem Umfeld auch.

Speaker: Das ist ein Zahlenspiel.

Speaker: Und ihr wisst auch von vornherein nicht, welche Saatkörner, die ihr auswerft, welche davon erfolgreich sind und bei welchen Leuten die wirken oder auch nicht wirken.

Speaker: Seid da am besten umvoreingenommen.

Speaker: Und lasst aber auch dann zu, wenn Leute sagen, das interessiert mich nicht.

Speaker: Timo macht das dann einfach interessant, indem er erwähnt, was er macht, aber auch immer nur so im Nebensatz und immer so ganz dosiert.

Speaker: Und dann werden die Leute, wenn sie Fragen stellen, auf sich aufmerksam machen, dass sie offen sind, dass sie jetzt bereit sind.

Speaker: Und das kann auch Wochen, Monate, Jahre dauern.

Speaker: Und das andere, was du erwähnt hast, finde ich richtig schön, die Leute mit Vorteilen locken, die für sie relevant sind.

Speaker: Ich glaube, Mulvatt habe ich für die Leute bewirken können, dass sie das installieren wegen Werbeblockierung am Handy.

Speaker: Nicht, weil die wollten, dass sie irgendwo in einem anderen Land auftauchen, dass sie Privatsphäre-mäßig gegenüber ihrem Provider geschützt sind oder so, sondern einfach nur, oh, ich habe keine Werbung mehr in meinen Apps oder auf dem Smartphone, im Browser oder so, zeig mir, wie das geht.

Speaker: Und zack, ohne dass die das wollten, haben sie auf einmal mehr Privatsphäre und dann

Speaker: Ist das so ein schönes Tor in diese Welt?

Speaker: Weil dann könnte die Frage ja auch sein, hey, was bringt mir das denn noch?

Speaker: Oder hast du sonst noch Ideen?

Speaker: Immer wenn die Fragen kommen, dann wisst ihr, jetzt ist hier jemand offen und interessiert.

Speaker: Wir haben halt den großen Luxus, Tim und ich, dass unseren Podcast in der Regel nur Leute hören, die das auch interessiert und die dann auch auf uns zukommen.

Speaker: Das ist aber im privaten Umfeld zumindest bei mir nicht der Fall.

Speaker: Die wenigsten davon interessiert, was ich da mache und das ist auch völlig in Ordnung.

Speaker: Wenn jetzt die Lokangebote und die Saatkörner nicht helfen, ist es an der Zeit, dass wir feste Grenzen setzen und die aber auch so bequem wie möglich machen.

Speaker: Ich erinnere mich da an Michael Bezel.

Speaker: Der hatte mal einen richtig tollen Podcast.

Speaker: Und der hatte genau dieses Thema mal besprochen.

Speaker: Wie bringt er Leute zu Signal?

Speaker: Und sein Beispiel war, dass er erst angefangen hat, sehr spät auf WhatsApp zu antworten und dann auch immer geschrieben hat, sorry, ich gucke in WhatsApp nur alle paar Wochen rein.

Speaker: Am schnellsten erreiste mich auf Signal.

Speaker: Und dann auch die Leute quasi konditioniert hat, indem er bei WhatsApp, selbst wenn er die Nachrichten sofort dort sehen kann, erstmal wartet mit der Antwort, bei Signal aber dafür immer sofort Antwort.

Speaker: Und dann hat er noch einen draufgesetzt und sich überlegt, wie kann ich die denn dazu motivieren, dass sie auf Signal kommen, weil sie nicht nur etwas Negatives vermeiden, diese Peitsche-Strategie, sondern auch die Zuckerbrot-Strategie.

Speaker: Und hat dann eine Familiengruppe auf Signal gemacht, wo er dann ständig Fotos geteilt hat, aber nur auf Signal, wenn die dann irgendwann mal beim Familientreffen darüber gesprochen haben, Mensch, das war ja ein tolles Foto, die, die nicht in Signal aktiv waren, die haben sich gewundert, wovon redet ihr und sind dann auch in Signal gekommen.

Speaker: Das ist ein bisschen manipulativ, aber ihr könnt die Leute auch locken, überlegt halt, wie könnt ihr denen eine Freude bereiten, wie könnt ihr denen was Positives bringen.

Speaker: Was sie intrinsisch motiviert, zu Signal zu kommen oder auch andere Sachen zu respektieren.

Speaker: Wenn ihr einfach immer nur sagt, nee, ich will nicht, dass du das machst, pass auf hier oder hier ist meine Nummer, aber speichere die bloß nicht ab im Handy.

Speaker: Ja, super.

Speaker: Was ist denn das für ein toller Freund, der ihr seid?

Speaker: Ihr versucht, die zu kontrollieren oder einzuschränken und das funktioniert nicht genauso.

Speaker: Wahrscheinlich wollt ihr auch nicht, dass jemand über euch Kontrolle ausüben kann.

Speaker: kann.

Speaker: Umgekehrt wird das nicht anders sein.

Speaker: Deshalb überlegt einfach, wie könnt ihr mit netten Gesten und mit schönen Angeboten locken und da fällt euch wahrscheinlich das eine oder andere ein.

Speaker: Hast du vielleicht noch Beispiele für uns, Timo?

Speaker: Ja, auch jetzt um beim Punkt Geschenke zu bleiben.

Speaker: Bei Geschenken kann man ziemlich viel machen, weil dann ist man der Einzige, der sehr viel Zeit invest oder auch Geld invest hat.

Speaker: Und das habe ich zum Beispiel bei meiner Mutter gemacht.

Speaker: Hier habe ich einen neuen Laptop gekauft, den vorinstalliert wird Linux und dann ihr geschenkt.

Speaker: Und

Speaker: Jetzt benutzt sie Linux eigentlich nur, weil das ist ihr Hauptlaptop.

Speaker: Sie hat es über sehr lange Zeit nicht mal gemerkt, weil die meisten Personen, die wirklich sehr, sehr wenig im Internet machen und die wirklich nur den Browser verwenden und dann ein Office-Programm als zwei Hauptprogramme, die merken eigentlich nicht, was für ein Betriebssystem im Hintergrund läuft.

Speaker: Deswegen, das war auch bei meiner Mutter der Fall, dass sie erst ein Jahr später, als sie was herunterladen wollte, gemerkt hat, dass sie Linux hat, weil sie versucht hat, eine.exe herunterzuladen.

Speaker: Aber das ist zum Beispiel auch ein Punkt, wenn man Freunden, Familien oder

Speaker: Mitgliedern oder irgendwelchen anderen engen Personen irgendwas schenkt, zum Beispiel ein neues Handy oder ein neues Gerät, kann man das direkt so einrichten, dass die mehr Privatsphäre haben und wenn man das auch so macht, dass sie ihre Bequemlichkeit nicht verlieren, dann ist das meistens ein Grund, wieso die dann auch mehr für ihre Privatsphäre machen und auch ein Grund, wieso sie sich mehr vielleicht einlesen.

Speaker: Ihr kennt das vielleicht in eurem Umfeld, die Menschen nutzen ihre technischen Gadgets einfach, weil sie es gewohnt sind und auch so lange, wie sie können.

Speaker: Und so ist es auch gewesen bei uns, dass wir dann ganz alte Geräte erstmal hatten.

Speaker: Bis mir aufgefallen ist, Moment mal, die bekommen ja alle keine Sicherheitsupdates mehr.

Speaker: Dann weiß ich jetzt ja schon, was auf dem nächsten Geschenkezettel alles drauf muss.

Speaker: Ist natürlich auch ein Investment, gerade sowas wie Laptop oder Smartphone, das geht schon in Preis.

Speaker: Wenn das außerab eurer Kategorie ist, könnt ihr ja vielleicht arrangieren, dass man da ein Sammelgeschenk macht und ihr sagt, hey, ich kümmere mich um alles, ich kaufe das, ich richte das ein, ihr müsst mir nur einen Teil davon beisteuern, dann funktioniert das in der Regel ganz gut.

Speaker: Achtet darauf, dass ihr denen dann nicht sofort alle Regler hochfahrt, die dann für Probleme sorgen können.

Speaker: Wenn ihr das Gefühl nur ist installiert, alles nach oben schraubt und dann auf einmal die meisten Apps abstürzen, weil sie nicht mehr aus dieser gehärteten Sandbox rauskommen, dann habt ihr auch nicht gewonnen, weil dann sagen die Leute irgendwann, ey, was für ein scheiß Handy hast du mir da geschenkt, ich will wieder mein iPhone oder wieder mein normales Android, mein Xiaomi-Gerät oder so haben.

Speaker: Das passiert dann auch, dass ihr da zu schnell über die Stränge schlagt.

Speaker: Also immer schön mit dem richtigen Maß, auch wenn ihr Recht habt vielleicht, auch wenn das eine gute Absicht war oder ihr alles richtig gemacht habt technisch, aber trotzdem dem anderen Probleme auftauchen und der dann frustriert ist deshalb und ihr denkt auch Mensch, jetzt wacht doch mal auf.

Speaker: Aber seid da einfach so groß und entschuldigt euch.

Speaker: Sagt einfach, hey Mensch, jetzt habe ich dir das hier eingerichtet und jetzt funktioniert das nicht für dich, das tut mir voll leid.

Speaker: Wie kann ich dir da weiterhelfen oder lass gucken, dass wir das korrigieren.

Speaker: Oder auch einfach sagen, hey Mensch, da war ich so begeistert, ich wollte dich nicht nerven, sorry dafür, dass ihr das auf euch nehmt und das Ego hinten anstellt.

Speaker: Das ist nicht einfach in so einer Situation, emotional wieder, dann trifft man keine rationale Entscheidung, das hört sich jetzt so ganz simpel an.

Speaker: Aber probiert es mal aus, was passiert, wenn ihr einfach nur Entschuldigung sagt und das dann auch begründet.

Speaker: Dann macht das einen großen Unterschied, auch beziehungstechnisch lässt sich da ganz schnell wieder etwas reparieren, wenn ihr unabsichtlich was erstmal kaputt gemacht habt.

Speaker: Das noch so als Abschlusswort von meiner Seite zu dem Thema.

Speaker: Ja, Timo, hast du noch Ergänzungen zu dem, was wir besprochen haben oder wollen wir in unser Setup übergehen?

Speaker: Ja, vielleicht noch die letzte Ergänzung.

Speaker: Wenn jemand wirklich Interesse hat an Privatsphäre, ist es wirklich enorm wichtig, dass man nicht zu viel auf einmal macht.

Speaker: Weil wenn dann die Geräte nicht funktionieren, weil Graphene OS zu stark eingerichtet worden ist oder weil irgendeine sehr komplizierte Linux-Version wie Cubes OS installiert worden ist, das bringt dann auch nichts.

Speaker: Das heißt, wenn die Leute schon Interesse haben, dann geht mit ganz kleinen Schritten hin.

Speaker: Also zuerst einmal den Browser, dann vielleicht den Passwortmanager,

Speaker: Und vor allem diese kleineren Schritte, die dann auch sehr viele Vorteile diesen Personen bringen, zum Beispiel mit der Werbeblocker oder mit dem deutlich angenehmeren Passwortmanagement, das man nicht alle aufschreiben muss in irgendein Büchlein.

Speaker: Und wenn man mit diesen kleinen Schritten geht, dann kann man auch dann über Zeit zu den größeren Schritten gehen, wie eben Linux und Graphene OS.

Speaker: Aber wenn man direkt versucht, die in die komplett extreme Privatsphäre zu packen, das geht meistens nach hinten los, deswegen ganz kleine Schritte.

Speaker: Da habe ich noch was zu.

Speaker: Wenn ihr da reingeht und nicht zu extrem reingeht, fragt einfach auch mal nach, stellt Fragen.

Speaker: Was wünschst du dir denn?

Speaker: Was ist denn dein, wo ist der Bedarf gerade oder wo hast du die meisten Herausforderungen?

Speaker: Und richtet euch nach den Leuten.

Speaker: Ihr könnt immer einen Vorschlag hinterher schieben, weil viele sind auch unsicher oder wissen gar nicht, wo sie anfangen sollen.

Speaker: Aber ihr könnt ja sagen, hey, was wünschst du dir denn sonst, wenn du nichts hast?

Speaker: Dann lass uns doch bei dem Browser anfangen zum Beispiel.

Speaker: Und dann sagen die entweder, ja klar, Browser hört sich gut an oder, ach weißt du, hier, da und da ist eine Baustelle, die ich habe, die will ich gelöst haben und dann fangt ihr da an.

Speaker: Auch wenn ihr wisst, am Anfang ist der Passwortmanager vielleicht das Wichtigste oder das Betriebssystem oder so, guckt nach dem, was die Leute gerade am meisten juckt oder wo sie am meisten Begeisterung für haben und holt sie dort ab in ihrer Welt.

Speaker: Macht das, was die Leute wollen und nicht das, was ihr wollt für die Leute.

Speaker: So, Timo, jetzt wieder du.

Speaker: Ja, und vielleicht noch als letzte Ergänzung einfach mal periodisch auch nachfragen, wie es den Leuten damit geht.

Speaker: Weil wenn man jetzt ein Handy mit Griffino S jemandem geschenkt hat und das Handy nur in der Schublade liegt, bringt es auch nichts.

Speaker: Das heißt, was ich sehr oft gesehen habe, dass Leute dann Leuten geholfen haben, mehr für ihre Privatsphäre zu machen, aber das dann komplett ignoriert haben und dann

Speaker: Hat niemand was für ihre Privatsphäre getan, weil wenn sie trotzdem dann zurück zum Windows-Laptop gehen und den Linux-Laptop auf der Seite lassen, bringt das auch nichts.

Speaker: Das heißt, hier ist auch wichtig, dann periodisch in kleinen Schritten nachzufragen, wie geht es dir damit.

Speaker: Und wenn die Leute zufrieden sind, dann können wir weitergehen.

Speaker: Und dann jetzt als letzter Schritt dieser Folge ist, wie wir unser soziales Umfeld aufgebaut haben oder wie wir mit der Privatsphäre in unserem sozialen Umfeld umgehen und auch im beruflichen Umfeld, weil meiner Meinung nach gehen diese zwei dann Hand in Hand.

Speaker: Nino, möchtest du einmal anfangen, wie du es machst?

Speaker: Und ich bin dann komplett gegensätzlich wahrscheinlich.

Speaker: Wie die letzten zwei Folgen auch, genau.

Speaker: Wir haben gemerkt, dass wir dem Thema Privatsphäre aus ganz unterschiedlichen Richtungen begegnen.

Speaker: Und das wird jetzt hier nicht anders sein, schätze ich einfach mal, weil ich habe mein Setup so, dass ich für viele Zwecke unterschiedliche Geräte verwende.

Speaker: Und so ist es bei dem Smartphone auch, was ja mein Hauptgerät ist.

Speaker: Dort habe ich zwei und eins ist für mein öffentliches Profil, für meine IP quasi, für das Business oder für alles, was Geld bringt oder wo ich hier im öffentlichen Netzwerken auftrete.

Speaker: Und dieses Smartphone hat ein ganz anderes Setup als das private.

Speaker: Ich habe auch eine private Handynummer, die kennt aber fast niemand, also die benutze ich dann auch nur dann, wenn es wirklich nötig ist, mal nicht mit der anderen Nummer aktiv zu sein.

Speaker: Aber ich weiß halt, wenn ich die weitergebe, dann wird die ganz schnell in den großen Technikkonzernen landen, deshalb mache ich das nicht.

Speaker: Und die ist auch bei mir nicht im privaten Handy drin, die SIM-Karte, sondern die ist dann in diesem externen Router, wo ich auch SMS empfangen kann.

Speaker: Also das ist dann ganz extrem.

Speaker: Und da, wo ich dann meine Grenze ziehe, ist einfach, wo ist mein privater Bereich, wo ich ganz kontrolliert vorgehen will und wo dann auch niemand mehr reinredet.

Speaker: Aber wo ist dann der öffentliche Bereich, wo ich sage, hey, hier kann ich sehr viel auch nachgeben und Leute machen lassen, weil meine Nummer zum Beispiel, mit der ich auf Telegram oder in den öffentlichen Signalgruppen bin, die ist eh Public IP, also die kennt jeder, der sie herausfinden will.

Speaker: Und dann ist das so.

Speaker: Und dann kann ich die aber auch bequem jedem geben, der mich erreichen will.

Speaker: Und dann ist das auch in Ordnung, wenn dann der hundertste Nutzer die bei WhatsApp teilt, weil WhatsApp weiß oder Facebook weiß dann eh, dass die zu mir gehört.

Speaker: Das sind so Sachen, die ich unterscheide und dann entsprechend auch die Apps nur gezielt auf dem privaten Smartphone-App in verschiedenen Profilen.

Speaker: Ja, und da brauchst du dann aber auch in der Regel für meinen Freundeskreis nicht so viele Menschen, die das dann kennen.

Speaker: Weil warum auch?

Speaker: Ich brauche das für einen Nachlass.

Speaker: Da machen wir sicher auch mal eine Folge zu in der Zukunft, dass wir überlegen, wie können wir unsere Daten, unsere Vermögen, unsere Informationen weitergeben, für den Fall, dass wir morgen vom Bus überfahren werden.

Speaker: Das heißt, da braucht jemand Zugriff auf meine privaten Daten,

Speaker: Aber für viele Sachen kann ich einfach sagen, das ist jetzt okay, wenn dann auch die Person, die mir eh wichtig ist, etwas weiß, was Facebook eh schon weiß von mir.

Speaker: Also da sage ich dann nicht, nee, Facebook soll mehr von mir wissen als du, mein Freund.

Speaker: Das ist so ganz, ganz grundsätzlich meine Vorgehensweise.

Speaker: Ich habe aber auch für diese Strategie Signal vs. WhatsApp vs. Telegram die Gewohnheit, auf Signal sofort zu antworten.

Speaker: Das ist ein komplexeres Setup.

Speaker: Wenn jemand auf Signal schreibt, kriege ich sogar auf Molly, auf meinem privaten Handy, die Nachricht und bei bestimmten Personen sogar direkt eine Benachrichtigung, dass ich dort sehr schnell sehen kann, wenn mir jemand schreibt.

Speaker: Aber natürlich, wenn jemand auf WhatsApp mir schreibt, werde ich das nur sehen, wenn ich mal das Business-Handy in die Hand nehme und dort dann bemerke, ah, hier in WhatsApp hat mir jemand was geschrieben.

Speaker: Und dadurch passiert automatisch, dass ich viel leichter zu erreichen bin, wenn jemand den Weg geht, der mir am besten gefällt.

Speaker: Und das konditioniert die Leute auch in aller Regel, ohne dass sie es merken, mir dann auf den besseren Kanälen zuschreiben.

Speaker: Ja, so viel erstmal von mir.

Speaker: Wahrscheinlich kommen wir auch noch auf die eine oder andere Strategie.

Speaker: Ich glaube, Timo hat eh viel mehr Strategien am Laptop.

Speaker: Deshalb lasse ich dich jetzt mal über das sprechen, was du so zu Hause machst.

Speaker: Ja, also bei mir ist wirklich eine ziemlich starke Bereichsteilung zwischen meinem privaten Bereich und sozialen Umfeldbereich und meinem beruflichen Bereich.

Speaker: Das heißt, da habe ich auch unterschiedliche Nummern und da mache ich auch komplett unterschiedliche Sachen.

Speaker: Das heißt zum Beispiel im beruflichen Bereich, da mache ich die ganze Kommunikation über Signal, über Telegram.

Speaker: und ab und zu auch über E-Mail.

Speaker: Da versuche ich es genauso wie Nino, die Leute zu konditionieren.

Speaker: Wenn sie mir über Signal schreiben, antworte ich deutlich schneller.

Speaker: Nicht so schnell wie Nino.

Speaker: Nino ist da meistens ein bisschen schneller dran.

Speaker: Aber allgemein antworte ich auf Signal deutlich schneller als auf die E-Mail und versuche die Leute so zu konditionieren, mehr über Signal mir zu schreiben.

Speaker: Und Telegram ist dann der andere Messenger, der dann hauptsächlich auch für Gruppen da ist.

Speaker: Und dann habe ich meinen privaten Bereich, der ist wirklich komplett unabhängig.

Speaker: Mein beruflicher Bereich weiß nicht wirklich, was ich privat mache.

Speaker: Mein privater Bereich weiß nicht wirklich, was ich beruflich mache.

Speaker: Den sage ich meistens nur, dass ich in der Cyber Security arbeite.

Speaker: Ich habe auch zwei komplett unterschiedliche Nummern für beide Bereiche.

Speaker: Und in meinem privaten Bereich, in meinem sozialen Umfeld, wenn ich mit Freunden unterwegs bin, beim Sport bin, da benutze ich auch zum Beispiel dann WhatsApp für einige Kontakte, die halt nicht über Telegram kommunizieren wollen.

Speaker: Aber es ist so, dass die zwei komplett getrennt sind.

Speaker: Meine Kundendaten, die ziemlich wichtig sind, die landen nie bei WhatsApp, weil das auch auf einem komplett anderen Profil ist.

Speaker: Und dann allgemein im sozialen Umfeld mache ich sehr, sehr wenig oder versuche die Leute weniger zu überzeugen, mehr für ihre Privatsphäre zu machen.

Speaker: Es gibt ein paar enge Freunde, bei denen ich dann eher mehr mache.

Speaker: Aber allgemein, wenn ich jetzt jemanden nur einmal die Woche sehe, zum Beispiel beim Sport, das ist meistens dann sehr, sehr oberflächlich und da gehe ich nicht wirklich ins Detail.

Speaker: Und das ist eigentlich so mein Aufbau.

Speaker: Also ich versuche im privaten Bereich so wenig wie möglich den mit dem beruflichen Bereich zu verbinden.

Speaker: Dort achte ich weniger auf meine Privatsphäre als im beruflichen Bereich.

Speaker: Das heißt zum Beispiel privat habe ich dann auch WhatsApp, wie gesagt.

Speaker: Ich versuche trotzdem die Leute dann zu Single zu bringen.

Speaker: Aber allgemein finde ich es dann dort nicht zu schlimm, WhatsApp zu verwenden.

Speaker: Social Media habe ich gar keins zum Beispiel.

Speaker: Und dann ist WhatsApp die beste Alternative, die man hat.

Speaker: Das hat Nino, glaube ich, auch in einer der letzten Folge mit der Dorfgruppe gesagt.

Speaker: Es gibt einfach paar Community, bei denen es dann sehr, sehr schwer und sehr kontraproduktiv die Leute zu überzeugen, auf Single zu gehen.

Speaker: Und da ist meistens das kleinere Übel, ein wenig von seinen eigenen Privatfällen herzugeben, um dann die Bequemlichkeit wiederzubekommen.

Speaker: Ich habe mal eine Frage, Timo.

Speaker: Hast du in deinem privaten Umfeld viele Nachfragen zum Thema Technik?

Speaker: Wissen die Leute, dass du da richtig aktiv bist?

Speaker: Oder sagst Cyber Security fertig und lass uns privat cool sein und jetzt über andere Themen sprechen?

Speaker: Oder bist du da auch in der Familie und im Freundeskreis immer der ITler, der für alle Technikprobleme herangezogen wird?

Speaker: Also ich werde sehr wenig für Technikprobleme herangezogen, hauptsächlich nur in der Familie, die dann ziemlich genau wissen, was ich mache, in allen verschiedenen Lebensbereichen.

Speaker: Also vor allem bei der Familie ist es so, dass diese zwei Bereiche dann ineinander fließen.

Speaker: Und auch bei ein paar engen Freunden, die wissen natürlich, was ich beruflich mache, die helfen mir auch.

Speaker: Und wenn ich irgendwelche Fragen habe zu beruflichen, wie ich das am besten aufziehe oder wie ich am besten weitergehen soll, die können mir dann dabei helfen.

Speaker: Aber es geht um die...

Speaker: Ganze Gruppe an Menschen, mit denen ich mich nur oberflächlich unterhalte, nur oberflächlich die sehe, die wissen dann ziemlich wenig, dass ich viel mit Technik mache.

Speaker: Und das interessiert die meistens dann auch eher weniger.

Speaker: Ja, das glaube ich.

Speaker: Ich habe deshalb gefragt, weil ich glaube, obwohl sich das jetzt sehr ähnlich angehört hat, was wir unterschiedlich machen, ist, dass Timo sagt, ich trenne hier ganz klar meinen Privaten von meinem beruflichen Bereich, habe da quasi zwei verschiedene Identitäten.

Speaker: Du hast ja sogar ein Pseudonym.

Speaker: Also ich kenne dich auch nur als Timo Volkow.

Speaker: Die meisten da draußen wahrscheinlich auch.

Speaker: Deine Freunde kennen dich ein bisschen anders.

Speaker: Dementsprechend hast du das sehr stark voneinander getrennt und sagst dann aber auch, okay,

Speaker: Wenn er jetzt in meinem Freundeskreis ist, dann kriegt er Zugriff auf diesen Bereich X und beruflich kriegen die Leute Zugriff auf Bereich Y und die kannst du sehr unabhängig voneinander bewirtschaften oder kontrollieren.

Speaker: Und bei mir ist es eher so, ich habe zwei Bereiche, die nennen wir jetzt mal A und B und Bereich A ist der intime Bereich.

Speaker: wo ich fast niemanden ranlasse und dann gibt es den Bereich B, wo ich dann aber fast alle ranlasse.

Speaker: Also da, wo Timo sagt, ich grenze mich ab bezüglich den Personen, mit denen ich in Kontakt bin, sage ich halt, was näher an mir dran ist, ist der innere Kreis und was weiter außen ist, ist der äußere Kreis.

Speaker: Aber es gibt halt auch viele Freunde, die sind nur im äußeren Kreis und es gibt auch ein paar wenige Nicht-Freunde, sage ich mal, die sind im inneren Kreis.

Speaker: Einfach weil das bei mir die Daten sind, die ich teilen will, entweder mit der einen oder der anderen Gruppe.

Speaker: Aber das sind dann die gleichen Daten.

Speaker: Ich bin der gleiche Nino privat, wie ich es im öffentlichen Leben bin.

Speaker: Und Timo macht das da nochmal ganz anders.

Speaker: Und ihr könnt euch jetzt überlegen, was für euer Modell da stattfinden soll, ob er euch nach einem von uns richtet oder ob ihr da eine ganz andere Idee habt.

Speaker: Es gibt da viele gute Antworten.

Speaker: Hauptsache ist, ihr macht euch bewusst Gedanken, was wollt ihr mit wem teilen und wollt ihr dann irgendwo Grenzen ziehen, die es euch leichter machen oder wollt ihr das in jedem Einzelfall neu entscheiden und habt ihr dann da auch immer eine neue Strategie für, weil ich glaube eher, es ist sinnvoller

Speaker: ein Modell zu finden, was für euch funktioniert und dann ist es euch einfacher zu machen, zu sagen, okay, ich habe jetzt hier

Speaker: diese Informationen oder diese Fülle an Informationen und die teile ich mit dieser Person oder eben nicht mit dieser Person.

Speaker: Wie siehst du das, Demo?

Speaker: Das mit den verschiedenen Kreisen mache ich hier auch.

Speaker: Nicht so extrem wie du.

Speaker: Ich habe halt dann noch diese konkrete Bereichsteilung.

Speaker: Aber es gibt auch verschiedene Gruppen, die da eben mehr über mich wissen und eben weniger.

Speaker: Was ich dann vielen empfehle, die mehr zur Privatsphäre machen wollen, dass sie zum Beispiel dann einen Bereich, die Finanzen, in einen sehr, sehr

Speaker: kleine Gruppe packen oder eigentlich niemand soll darüber irgendwas wissen.

Speaker: Der ganze Bitcoin-Bereich ist dann auf einem privaten Linux-Computer oder auf einem privaten GrapheneOS-Computer und da teilt man dann ziemlich wenige Informationen mit anderen Personen und versucht da so anonym oder so privat wie möglich zu sein.

Speaker: Und dann kann man diesen kleinen Bereich, zum Beispiel die Finanzen, über die niemand was wissen soll, auch ausweiten auf andere Punkte, bei denen man auch nicht möchte, dass andere die wissen.

Speaker: Wie zum Beispiel jetzt die Adresse.

Speaker: Das ist dann der zweite Kreis.

Speaker: Ein paar Personen, mit denen man sehr viel was macht, die dürfen dann genau wissen, wo man wohnt, die dann auch öfter bei einem zu Besuch sind oder die Familie zum Beispiel, die muss natürlich wissen, wo man wohnt.

Speaker: Aber der ganze äußere Kreis soll das nicht wissen.

Speaker: Und da verwendet man dann eine Adresse, die zwei, drei Hausnummern weiter ist oder eine Straße, die in der Nähe ist.

Speaker: Und so kann man das mit diesen verschiedenen Kreisen auch ziemlich gut aufteilen.

Speaker: wie so ein Lego-Baukasten oder verschiedene Bausteine und zu sagen, du kriegst jetzt diesen Baustein, du diesen oder mit dem auch ich dieses Ding zusammen.

Speaker: Und am Ende hat jeder genau das Bild von einem, was er braucht.

Speaker: Aber auch nicht weniger, weil Privatsphäre, das jetzt nochmal so als Abschluss von meiner Seite, das kann ich nicht oft genug sagen.

Speaker: Es ist nicht als Modell gedacht, sich zu verstecken.

Speaker: Es ist als Modell gedacht, seine Souveränität wieder zu bekommen über das, was man teilen möchte mit den Personen, die man gern hat oder mit denen man Sachen teilen möchte.

Speaker: Diese Kontrolle, die kann bei euch so aussehen, dass ihr ganz viel teilt oder dass ihr ganz wenig teilt oder dass ihr da sehr differenziert vorgeht.

Speaker: Hauptsache ist, ihr wisst, was ihr tut.

Speaker: Ihr wisst über die verschiedenen Datenpunkte und über die Möglichkeiten, die ihr habt und wählt die dann informiert aus.

Speaker: Und dann heißt es auch, ihr seid super privat in eurer idealen Privatsphäre.

Speaker: Wenn ihr ganz viel teilt, aber es sind halt informierte und bewusste Entscheidungen, die ihr da trefft.

Speaker: Es geht nicht darum, alles zu verbergen oder sich das Leben schwer zu machen unnötig, sondern es geht immer darum, Souveränität zu zeigen und Kontrolle zu haben über das, was man möchte im Leben und dann habt ihr auch viel mehr.

Speaker: Möglichkeiten auf einmal im Leben, das kann man auch ganz viele andere Situationen, jetzt auch auf Unternehmertum, auch auf euer Liebesleben, auf euren Erfolg finanziell, auf euer Lebensglück übertragen.

Speaker: Je mehr Souveränität ihr habt und mehr Freiheit und Verantwortung natürlich, desto besser wird eure Lebensqualität sein.

Speaker: Davon bin ich zumindest überzeugt und das kann man hier genauso drauf beziehen wie auch alles andere.

Speaker: Timo, ich lasse dir mal das letzte Wort heute.

Speaker: Das heißt, du hast jetzt auch die Ehre anzukündigen, was wir alles nur an Möglichkeiten haben, mit uns zu interagieren.

Speaker: Und ich sage schon mal Ciao und freue mich auf die nächste Folge.

Speaker: Ja, vielleicht noch als letzte Ergänzung.

Speaker: Ich zeige immer Privatsphäre gerne als Strahl auf.

Speaker: Das habe ich auch im Buch, in einem der ersten Kapitel oder in der Einleitung sogar beschrieben.

Speaker: Des Links ist man ganz bequem, das Leben ist sehr, sehr einfach.

Speaker: Und rechts ist man dafür sehr, sehr sicher, sehr privat.

Speaker: Aber dafür ist es nicht mehr so bequem und nicht so einfach.

Speaker: Und jeder ist da irgendwo auf dem Strahl und auch man kann sich diesen Strahl für die verschiedenen Lebensbereiche vorstellen.

Speaker: Also man kann sich diesen Strahl für das berufliche Leben vorstellen, man kann sich diesen Strahl für das private Leben vorstellen.

Speaker: Und dann seine gesamte Privatsphäre kommt dadurch, dass man diese zwei Strahle oder diese zwei Punkte an den Strahlen miteinander kombiniert.

Speaker: Und dann kann man sich zum Beispiel überlegen, dass man im privaten Raum, da möchte man eher ein bisschen bequemer und einfacher leben und nicht bei jeder Person darauf achten, was für Daten sie bei einem hat.

Speaker: Da kann man dann ein bisschen weiter links sein beim Strahl, also Richtung Bequemlichkeit und Einfachheit.

Speaker: Und dann im digitalen Raum oder bei Finanzen, wie ich es vorhin erwähnt habe, ist man dann eher rechts bei diesem Strahl, bei mehr Sicherheit und sehr Privatsphäre.

Speaker: Und auch wenn man dann halt eben einen kleinen Fehler macht im privaten Umfeld, wenn man die zwei separiert, ist man nur dann im privaten Umfeld ein bisschen weiter weg von Sicherheit Privatsfehle.

Speaker: Aber zu viel hat man dadurch dann auch nicht verloren, wenn man eben diese Bereiche Trennung macht.

Speaker: Und dann zum Abschluss, wenn ihr euch mit uns austauschen wollt oder wenn ihr irgendwelche Fragen habt, haben wir eine Signal-Community.

Speaker: Da könnt ihr gerne beitreten, das ist komplett kostenfrei.

Speaker: Da haben wir jetzt um die 80 Mitglieder und da gibt es ziemlich viele spannende Diskussionen und

Speaker: Ziemlich viele meine ich ziemlich viele.

Speaker: Da komme ich nicht mal hinterher.

Speaker: Nino ist da wirklich sehr, sehr aktiv mit dem Beantworten aller Fragen.

Speaker: Das heißt, wenn ihr irgendwelche Fragen habt oder mehr Interesse habt an Privatsphäre und euch mit anderen austauschen wollt, könnt ihr da gerne beitreten.

Speaker: Der Link ist dann in den Shownotes.

Speaker: Und dann dazu haben wir noch den Member Club.

Speaker: Das ist dann eher die Pränomen-Variante von der Community.

Speaker: Da gibt es dann auch 1 zu 1 Video-Calls mit uns, bei denen ihr dann mitmachen könnt.

Speaker: Da gibt es Mini-Workshops, Q&A-Sessions und nochmal eine separate Gruppe, in der ich und Nino dann versuchen auch deutlich schneller zu antworten.

Speaker: Und dann zu guter Letzt haben wir noch den Newsletter.

Speaker: Da gibt es dann eine Zusammenfassung der verschiedenen Folgen, vor allem wenn es um praktischere Folgen geht oder eine der letzten Folgen, wie zum Beispiel mit unseren ganzen Setups.

Speaker: Da gab es ziemlich viele Informationen und da ist es einfach schön, die einmal sich durchzulesen.

Speaker: Dann könnt ihr gerne den Newsletter abonnieren und dann kriegt ihr einfach eine E-Mail pro Woche mit der Zusammenfassung der neuesten Folge.

Speaker: Und dann auch von mir einmal Tschüss und vielen Dank fürs Zuhören.

Speaker: Ciao!

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