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Folge 65: Megatrends, Neugier und Menschen aus 2035 - Methodik der Zukunftsforschung

Next Stop Future: Trends – Wandel – Zukunft.

Transcript

Speaker: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Next Stop Future.

Speaker: Stellt euch vor, ihr entwickelt eine neue Idee und könnt sie direkt jemandem vorstellen, der im Jahr 2035 lebt.

Speaker: Und dieser jemand sagt euch, was ihm daran gefällt und was fehlt.

Speaker: Klingt nach Science Fiction?

Speaker: In den Workshops von Andreas Steinle passiert genau das.

Speaker: Andreas ist Gründer der Zukunftsinstitut Workshop GmbH und unser Gast im dritten Teil unserer Reihe zur Methodik der Zukunftsforschung.

Speaker: Wir sprechen mit ihm über Megatrends und darüber, warum Bier definitiv keiner ist.

Speaker: Es geht darum, warum wir mit jedem Schuljahr weniger Fragen stellen und was wir dagegen tun können.

Speaker: Und wir fragen, ob KI unsere Neugier eher beflügelt oder bequem macht.

Speaker: Zum Schluss gibt es noch einen Blick in die Zukunft von jemandem, der sich selbst als Zwangsoptimist bezeichnet.

Speaker: Wir wünschen euch viel Spaß bei dieser Folge.

Speaker: Ja, hallo und herzlich willkommen zurück zu einer neuen Folge von Next to Future.

Speaker: Und heute haben wir wieder einen Gast bei uns.

Speaker: Wir haben es schon im Intro kurz angekündigt, worum es geht.

Speaker: Wir schauen heute mal wieder so ein bisschen in die Zukunftsforschung rein.

Speaker: Methodik der Zukunftsforschung ist so der große Titel unserer kleinen Serie, denn wir hatten schon zwei Folgen zu dem Thema.

Speaker: Wir haben schon über die transformative Zukunftsforschung gesprochen und wir hatten auch schon die Zukunftsanschläge.

Speaker: Archäologie im Programm.

Speaker: Also wer da nochmal eine kleine Rückschau haben will zu diesen Themen, gerne bei uns in Spotify oder der Webseite oder wo es Podcasts gibt, reinschauen und reinhören.

Speaker: Aber heute steigen wir mal ein bisschen praktischer ein, glaube ich.

Speaker: So vermute ich zumindest, denn der Andreas ist hier und der darf sich aber jetzt gerne erstmal selber vorstellen.

Speaker: So machen wir das immer hier bei uns, damit die ZuhörerInnen dich ein bisschen besser kennenlernen und wissen, wer du bist, was du so machst.

Speaker: Und ich stelle immer die Frage auch, warum du es tust.

Speaker: Das finde ich immer ganz spannend.

Speaker: Andreas, lass mal hören.

Speaker: Ja, vielen Dank für die Einladung.

Speaker: Ich freue mich, dass ich heute hier sein kann.

Speaker: Ich bin Gründer und Geschäftsführer der Zukunftsinstitute Workshop GmbH.

Speaker: Das ist eine Innovations- und Strategieberatung, die 2014 aus dem Zukunftsinstitut hervorgegangen ist.

Speaker: Und ja, wir begleiten Unternehmen bei ihren Zukunftsprozessen und versuchen sie zukunftsfitter zu machen.

Speaker: Und so ein besonderes Steckenpferd von mir,

Speaker: ist die Neugierforschung, weil ich einmal eine Studie zum Thema Neugier als Treibstoff für Innovation geschrieben habe.

Speaker: Und das führte mich dann zum Merck Curiosity Council, weil der Darmstädter Wissenschaftskonzern seinerzeit auch eine ähnliche Studie gerade gemacht hatte, feststellen musste, dummerweise sind so wenig Menschen neugierig.

Speaker: Und ja, so haben wir weitere Studien dazu gemacht und vor allen Dingen auch sehr spezifische Neugiermethoden entwickelt, die wir jetzt auch an Innovations- und Zukunftsprozessen einsetzen.

Speaker: Das wird auch schon mal sehr spannend.

Speaker: Neugier, ich glaube, da stelle ich noch mal ein paar Fragen dazu.

Speaker: Neugier, Fragen zu stellen.

Speaker: Das ist genau der Kern der Neugier, Fragen zu stellen.

Speaker: Ja, da wäre ich jetzt auch gleich eigentlich drauf angesprungen.

Speaker: Ich würde aber ganz gerne nochmal einen Schritt zurückgehen.

Speaker: Und zwar, du hattest es auch gerade angesprochen, ursprünglich Zukunftsinstitut, aus dem seid ihr hervorgegangen, die Workshop GmbH.

Speaker: Und so eine Grundlage vom Zukunftsinstitut und auch von euch natürlich ist die Arbeit mit Megatrends.

Speaker: Damit arbeiten ich und Katharina ja auch so als Basis.

Speaker: Und für mich ist immer da so ganz spannend, das ist ja auch immer so eine Definitionsfrage.

Speaker: Und ja,

Speaker: Zum einen, warum macht ihr das?

Speaker: Also warum wählt ihr das sozusagen als Basis, als Schlüsselmethode?

Speaker: Und zum anderen, wie definierst du oder wie definiert ihr diese Megatrends?

Speaker: Das ist für mich so eine Basis, eine Grundlage, die ganz wichtig ist.

Speaker: Ja, Megatrends sind auf jeden Fall ein gutes Fundament für Strategie und für Zukunftsarbeit.

Speaker: weil es sich eben nicht um diese kurzfristigen Moden und Hypes dreht, die uns sonst ja immer so nervös machen.

Speaker: Also gerade auf Social Media ist ein unendlicher Noise entstanden, eine Welle von...

Speaker: Unwichtigkeiten, die jetzt durch AI-Slop, also durch KI-Schlamm auch nochmal weiter befördert wird.

Speaker: Und in diesem, wie ist das Wired-Magazin mal nannte, Age of Everything, wo alles irgendwie gleichzeitig wichtig, aber damit auch unwichtig ist, ist es einfach hilfreich, eine

Speaker: gute Grundlage zu haben, die so ein bisschen die Spreu vom Weizen trennt.

Speaker: Und das sind für uns die Megatrends.

Speaker: Das sind große globale gesellschaftliche Dynamiken, die sehr langfristig wirken, die sich dadurch charakterisieren, dass sie eben keine kurzfristigen Moden sind, sondern sehr grundlegende Veränderungsdynamiken,

Speaker: die nur dann Megatrend sind, wenn sie sich eben in allen Bereichen von Gesellschaft zeigen, in Politik, in Wirtschaft, in Kultur und die vor allen Dingen auch resilient sind gegen Gegentrends.

Speaker: Jeder Megatrend oder jeder große Trend wird immer auch mal eine Gegenbewegung hervorrufen.

Speaker: Also denken wir an die

Speaker: Die grüne Bewegung, da hatten wir nicht nur Fridays for Future, da hatten wir auch so eine Gegenbewegung namens Fridays for Hubraum.

Speaker: Aber Fridays for Hubraum hat sich nicht durchgesetzt.

Speaker: Das hat ideal viel Furore gemacht.

Speaker: Aber es sind dann natürlich Strohfeuer, die die Medien begeistern und die Leute auf TikTok dann mal in ihrer Aufmerksamkeit catchen.

Speaker: Aber das wird natürlich nichts grundlegend daran ändern, dass sich unsere Welt nach

Speaker: grünen Prinzipien transformieren muss und vor allen Dingen auch die Wirtschaft sich transformieren muss.

Speaker: Anja, wie bist du es?

Speaker: Nein, springen gerne rein.

Speaker: Wir sind zwei Fragen eigentlich in dem Zusammenhang im Kopf.

Speaker: Einerseits nochmal auch die Neugier, aber die würde ich mal hinten anstellen.

Speaker: Bei den ganzen Themen der Megatrends, einfach weil es mir auch schon mal gespiegelt wurde oder die Frage auch kam,

Speaker: Im Hinblick auf so ein bisschen, ja, wie arbeitet man dann letztendlich damit oder ist das auch so etwas, ich sage es jetzt mal ein bisschen überspitzt, das hat die Zukunftsforschung sich halt ausgedacht und hat gesagt, das sind diese großen Entwicklungen.

Speaker: und an den orientieren wir uns nun und die Frage ist ja so ein bisschen, welchen Impact haben die tatsächlich?

Speaker: Also ist das eher auf so einem Level, da könnte etwas kommen, weil das ist ja oftmals so ein bisschen, gerade auch im Thema Zukunftsforschung und wenn man dann wirklich mal ans Eingemachte gehen möchte, auch mit Unternehmen und dann auch so ein bisschen, weißt du, die kritischen Fragen stellt,

Speaker: Dann ist es ja immer so, so nehme ich es manchmal wahr, naja, das sind diese großen Trends, aber inwieweit jetzt und überhaupt, das weiß ja keiner so genau.

Speaker: Wie schaust du denn da drauf oder wie würdest du so einer Frage begegnen?

Speaker: Also bei Megatrends ist das unkritisch, weil sie jetzt schon eben sehr stark wirksam sind und auch schon vor zehn Jahren ihre Wirksamkeit hatten und auch noch in zehn Jahren ihre Wirksamkeit haben.

Speaker: Also die Bedeutung eines Megatrends ist nicht der Neuigkeitswert, sondern die Bedeutung liegt in der Relevanz und dem strategischen Impact, den ein Megatrend für ein Unternehmen hat.

Speaker: Und natürlich verändern sie sich dadurch, dass neue Entwicklungen entstehen.

Speaker: Aber das grundsätzliche Prinzip, das bleibt bestehen.

Speaker: Aber natürlich ist es wichtig zu gucken, was sind gerade aktuelle Entwicklungen und wo bieten diese aktuellen Entwicklungen Chancen.

Speaker: Also um es einmal ein Beispiel festzumachen, der Megatrend Konnektivität.

Speaker: Also die Vernetzung unserer Welt im technischen, aber auch im sozialen Sinne.

Speaker: Da ist seit 2022 mit der generativen KI natürlich eine neue Dynamik hineinbekommen.

Speaker: Und seitdem beschäftigen wir uns natürlich auch intensiv mit genau dieser neuen Dynamik, was das jetzt für Unternehmungen heißt, wie sie diesen Megatrend nutzen können.

Speaker: Also die KI, die generative KI ist eine aktuelle Ausprägung.

Speaker: Aber das Prinzip, nämlich das unsere Welt technisch und sozial in einem viel stärkeren Maße vernetzt, das ist eine Systematik, die uns natürlich schon seit 10, 20 Jahren stark beschäftigt und uns auch noch die nächsten 20 Jahre beschäftigen wird.

Speaker: Wir arbeiten mit einem Set von 12 verschiedenen Megatrends.

Speaker: Es mag andere Institutionen geben, die haben vielleicht ein Set von 20 Menschen,

Speaker: großen Trends, die sie dann vielleicht auch gar nicht Megatrends nennen, sondern halt irgendwie Globaldynamiken oder wie auch immer.

Speaker: Andere haben vielleicht acht.

Speaker: Aber da wird es nicht so einen riesen Unterschied geben in der generellen Betrachtung, was momentan wichtige Dynamiken sind und welche nicht.

Speaker: Und uns liegt dann daran, herauszufinden, was die

Speaker: Implikationen dann dieser Entwicklung von Unternehmen sind, wie man sie nutzen kann, wo Chancen, wo Risiken liegen und worauf man vielleicht auch Innovationen gründen kann.

Speaker: Genau das finde ich tatsächlich auch nochmal so einen spannenden Punkt, also weil oftmals diese Definition, deswegen habe ich auch bewusst nach dieser Definition gefragt, weil auch gerade mit KundInnen, da kommt ja dann oft auch so, also der Begriff des Megatrends wird sehr schnell verwendet, also ich habe sogar schon von Megatrend Bier auf dem Oktoberfest gelesen, also wo tatsächlich auch relativ schnell auch als ein Begriff genutzt wird für etwas, um eine große Dynamik zu beschreiben.

Speaker: Und dann aber, das finde ich auch nochmal ganz wichtig, was du gesagt hast, dass es eben erstmal so ein Schlüsselsystem ist, vielleicht um große Transformationen sichtbar zu machen und dass teilweise eben auch die Begrifflichkeiten unterschiedlich sein können oder auch die Anzahl der Megatrends.

Speaker: Aber das kann natürlich unter Umständen auch für Unternehmen, da gebe ich

Speaker: Katharina, gerade nochmal recht, erstmal für ein wenig Unklarheit sorgen.

Speaker: Also wenn ihr sagt, ihr arbeitet mit 12 Megatrends, ist das ja erstmal sozusagen auch eine solide Auswahl, wo ich sagen kann, okay, aber wie ist jetzt auch schon, und das hattest du eben auch schon mal angesprochen, sie transformieren sich ja in sich auch.

Speaker: Also das heißt, Megatrends entwickeln wir weiter durch gesellschaftliche Veränderungen, auch durch die Gegentrends, die du schon angesprochen hast.

Speaker: Wie verfolgt ihr es und wann ist für euch sozusagen ein Shift da?

Speaker: Also du hattest es gerade zum Beispiel am Thema Konnektivität gesagt.

Speaker: Da kommt jetzt die Dynamiken von künstlicher Intelligenz mit rein.

Speaker: Was erlebst du jetzt gerade oder wie würdest du diese Veränderungsprozesse beschreiben?

Speaker: Ja, was uns immer hilft, ist unseren Kunden, Kundinnen zu sagen, im Grunde sind es Sortiertöpfe.

Speaker: Diese Mega-Töpfe, was da draußen passiert, kannst du in diese Sortiertöpfe hineinbringen.

Speaker: Das wirkt schon mal beruhigend, weil man hat vielleicht 50 aktuelle Entwicklungen, die man da draußen sieht, die irgendwie alle miteinander zusammenhängen und man nicht so recht weiß, worum handelt es sich da und wie ordnen sie die Welt.

Speaker: Und dann ist da ein erster Schritt, sich schon mal zu überlegen, guck mal, die Robotik beispielsweise,

Speaker: Das ist eine Ausprägung auch des Megatrends der Konnektivität.

Speaker: Da kommt jetzt die Software mit der Welt der Physik zusammen.

Speaker: Und beides ergibt dann smarter Roboter und humanoide.

Speaker: Also das, was da gerade auch an großer Aufregung in diesem Bereich passiert, können wir diesem Megatrend zuordnen.

Speaker: Megatrendbier kann man relativ schnell beantworten, ist halt kein Megatrend, weil jede Trendentwicklung in diesem Bereich sagt uns, dass der Bierkonsum fällt, weil die junge Generation, insbesondere Gen Z, die Mehrheit trinkt schon gar keinen Alkohol mehr.

Speaker: Also auch wenn es auf dem Oktoberfest immer noch fröhlich getrunken wird, ist eben keine Megatrendausprägen.

Speaker: Ich glaube, daran müssen wir auch gar nicht diskutieren.

Speaker: Wie ist das einzuordnen?

Speaker: Wir haben den Megatrend Gesundheit.

Speaker: Menschen kümmern sich immer mehr um ihre Gesundheit und das lässt sich eben auch in allen Statistiken dieser Welt ablesen.

Speaker: Und ja, wenn jetzt irgendeiner ausruft, Bier trinken ist das next big thing, dann ist das ein Gegentrend, der aber in sich zusammenfallen wird nach kurzer Zeit.

Speaker: Und so hilft mir einfach an der Betrachtung.

Speaker: Also wir haben diese Sortiertöpfe, diese großen Dynamiken und wir schauen uns an, was da draußen passiert und gucken, in welchen Sortiertopf sie hineinfallen.

Speaker: Was ich nochmal spannend finde, weil du es gerade auch so mit dem Thema Gesundheit und Bier hattest, finde ich ein schönes, sehr praktisches Beispiel.

Speaker: Nichtsdestotrotz, dass Bier kein Megatant ist.

Speaker: Aber genau das ist ja so ein bisschen das, was glaube ich zumindest in der Wahrnehmung der Menschen ist,

Speaker: durchaus auch ein bisschen vielleicht ein bisschen Verwirrung stiftet oder irritiert, beziehungsweise wo es ja dann vielleicht so eine Lücke gibt zwischen was sieht man gesamtgesellschaftlich und was sieht man wirklich auf privater Ebene.

Speaker: Also was tun Menschen dann tatsächlich?

Speaker: Also mir begegnet das auch immer wieder in Gesprächen oder auch in Workshops, dass wir ja diese großen Entwicklungen sehen.

Speaker: Nehmen wir mal die Gesundheit.

Speaker: Also das ist zumindest, sei jetzt auch mal ganz reflektiert, in meiner Bubble sehr präsent, weil ich mich aber dafür interessiere, weil ich auch den Raum habe, die Zeit habe und das ist wirklich intrinsische Motivation, da was zu tun.

Speaker: Und insofern nehme ich das auch als sehr starken Trend, als sehr starke Entwicklung wahr und würde das so auch wiedergeben.

Speaker: Aber dann gehe ich raus und dann darf man doch immer wieder feststellen, dass es tatsächlich Menschen gibt, ich würde nicht sagen, die das ablehnen, aber für die das eigentlich gar nicht so stattfindet.

Speaker: Und die das vielleicht dann auch eher so als Instagram-Hype sehen oder als Influencer-Bubble oder was auch immer.

Speaker: Und dennoch, wie gesagt, es ist ja da.

Speaker: Also es ist ja etwas, was sich bewegt und was sich aber natürlich über...

Speaker: dann erstmal verschiedene Zielgruppen in die Gesellschaft überträgt, was dauert.

Speaker: Und da ist, finde ich es nochmal spannend, wie ist da deine Einschätzung oder wie bringst du das dann auch an den Workshops näher, dass man dann tatsächlich auch sagt, ja, vielleicht seht ihr das erstmal gar nicht gerade, aber dennoch findet es statt.

Speaker: Weil das ist ja immer das, was gerade so ein bisschen momentan auch so in der Wahrnehmung schwierig ist, dass man dann schnell sagt,

Speaker: Naja, aber für mich und für die findet das nicht statt.

Speaker: Aber wir haben es ja trotzdem als große Entwicklung.

Speaker: Also verstehst du, was ich meine?

Speaker: So ein bisschen diese Übersetzung.

Speaker: Das führt uns dann in die Welt der Psychologie.

Speaker: Also, dass wir verstehen müssen, wie unser Gehirn funktioniert.

Speaker: Unser Gehirn kann ja nur subjektiv wahrnehmen.

Speaker: Und das, was wir sehen, ist natürlich immer auch ein Spiegel unseres Inneren.

Speaker: Und deswegen...

Speaker: war auch bei dem ältesten Think Tank der Welt, Orakel von Delphi.

Speaker: Das war ein Priesterorden und da kamen schlaue Menschen zusammen.

Speaker: Und auf dem Eingang des Tempels stand Knorthy Siaoton.

Speaker: Erkenne dich selbst.

Speaker: Also wir können nichts über die Zukunft aussagen, wenn wir nicht vorher auch ein Stück weit in uns, in unseren eigenen Kopf geschaut haben.

Speaker: Weil unsere Ängste, das, was bei uns im Kopf gerade subjektiv vormgeht,

Speaker: Das spiegelt natürlich auch unsere Zukunftserwartung, unser Zukunftsbild.

Speaker: Und da müssen wir anerkennen, dass das halt ein extrem subjektiver Blick und der muss 0,0 etwas mit der Wirklichkeit der Zukunft zu tun haben.

Speaker: Aber wenn man das für sich erkannt hat, dann kann man sich eben auch ein Stück weit davon befreien, distanzieren und einfach sich mit den Fakten beschäftigen.

Speaker: Und oftmals sind die Fakten halt komplett anders.

Speaker: Gerade in Deutschland, wir haben ein extrem negatives Bild von der Zukunft.

Speaker: Die Welt kann sich noch so positiv entwickeln.

Speaker: Die Leute hier glauben es nicht und denken, alles geht den Bach runter.

Speaker: Und dann hilft ab und an mal die eine oder andere Statistik zur Hand zu nehmen.

Speaker: Statistik bewusst als Therapie zu nutzen und sich mit den Zahlen zu beschäftigen.

Speaker: Das heißt, das wäre auch so dein erster Einstieg, um vielleicht auch ein Stück weit dann diese Neugier zu schaffen bei den Leuten, Neugier auf Zukunft zu machen.

Speaker: Erstmal tatsächlich dem subjektiven Blick mit einem Realitätskonfrontation zu begegnen und zu sagen, okay, das, was ich persönlich sehe, muss nicht unbedingt den Fakten entsprechen.

Speaker: Und darüber dann so ein Stück weit diese Neugier zu schaffen für Zukunft und auch vielleicht diese, also

Speaker: einen wertfreien Blick erstmal wieder auch auf Zukunft zu ermöglichen?

Speaker: Absolut.

Speaker: Und das kann man auch durchaus mit so einigen Übungen, Methodiken trainieren.

Speaker: Also eine Methode heißt Schlag den Zukunftsforscher.

Speaker: Also der Zukunftsforscher oder Schlag die Zukunftsforscherin.

Speaker: Der oder diejenige macht eine Aussage über die Zukunft, die erst einmal total absurd erscheint, weil sie

Speaker: uns irritiert, provoziert, verrückt klingt und dann gibt man den Auftrag, okay, sammel Gegenbeweise für diese Zukunftshypothese.

Speaker: Finde heraus, dass sie falsch ist.

Speaker: Und das Spannende ist, sehr oft wird man dann feststellen, so verrückt ist diese Hypothese gar nicht.

Speaker: Es ist erstaunlich, was man da schon für Forschung zu findet.

Speaker: Also um es konkret zu machen.

Speaker: Ja genau, gib mal ein Beispiel.

Speaker: Genau, womit sich JP Morgan zuletzt mit Wired in der Kooperation beschäftigt hat, war Pay-by-Brain-Wire.

Speaker: Also können wir eine Zahlungsanweisung über Gedanken machen.

Speaker: Ich bin auf einer Website, ich möchte etwas haben und ich denke nur, bitte leg jetzt diesen Pullover an den Warenkorb und bitte bezahle diesen Pullover zu diesem Preis.

Speaker: Das klingt erstmal total bescheuert und für viele auch gruselig.

Speaker: Aber genau an solchen Prane Computer Interfaces arbeitet momentan gerade Elon Musk mit seiner Firma Neuralink.

Speaker: Und es gibt Forschungen in dem Bereich tatsächlich, ja, Kognitionswissenschaft, die sagen, jeder Mensch hat einen neuronalen Fingerabdruck.

Speaker: Also, so wie ich denke, dass, also wenn ich denke als Andreas, dann hinterlegt es einen absolut individuellen biochemischen Prozess im Gehirn.

Speaker: Und das ist bei dir genauso.

Speaker: Das heißt, eine Authentifizierung, eine eindeutige, könnte man tatsächlich über einen Gedankenakt machen.

Speaker: In einer Zeit, wo ja alle Kreditkarten gehackt werden und unglaublich viele persönliche Daten missbraucht werden, könnte es ein Sicherheitsaspekt sein.

Speaker: Ja, und wenn wir dann die Forschung im Bereich der Kognitionswissenschaften nehmen, wenn wir uns angucken, was gerade der gute Elon Musk wieder macht, dann ist es doch gar nicht so verrückt und auf jeden Fall im Bereich des Möglichen, was da passieren kann in der Zukunft.

Speaker: Pay-by-Brainwire.

Speaker: Das wäre natürlich ein bisschen, da kriege ich ein bisschen Bauchflattern, wenn ich da an meine heranwachsende Tochter denke, die dann fröhlich jeden Tag vor dem Screen sitzt und wünscht dir, was macht.

Speaker: Aber gut, da findet sich sicherlich auch noch eine Lösung.

Speaker: Ja, jetzt mit 18ern freigeschaltet.

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Ich glaube, da brauchen wir dann nochmal ein paar frühere Einschränkungen, um das Thema zu reden.

Speaker: Aber ich würde gerne auch mal auf die Neugier kommen, weil Anja das auch gerade erwähnte.

Speaker: Ich hatte nämlich auch den Gedanken, du sagtest eingangs, ihr habt, wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, herausgefunden damals, dass nicht so viele Menschen neugierig sind.

Speaker: Ja.

Speaker: Woran das liegt.

Speaker: Ja.

Speaker: Kannst du uns da nochmal so ein bisschen Einblick gewähren, weil über das Thema Neugier hatten wir ja auch schon oft gesprochen hier im Podcast.

Speaker: Ich glaube, ich weiß nicht, wie ihr es seht, aber es ist für mich schon so eine Zutat für die Zukunft.

Speaker: Und wenn die natürlich nicht so viel vorhanden ist, ist die Frage, warum erstmal und wie deckt man sie vielleicht?

Speaker: In den Merkstudien kam heraus, dass nur 20 Prozent der Mitarbeitenden von sich sagen, ich bin neugierig.

Speaker: Und ein wesentlicher Grund ist, dass die Neugier in der Schule nicht sonderlich gefördert wird.

Speaker: Also wir sehen auch in Studien, dass die Fragequantität von Schülern und Schülerin mit jeder Altersklasse, mit jeder Schulklasse abnimmt, zurückgeht.

Speaker: Aber wir lernen darüber, dass wir Fragen stellen.

Speaker: Und das ist natürlich tragisch.

Speaker: Das heißt, das Fragenstellen sollte einen viel stärkeren Bestandteil in der Didaktik, in der Schule haben.

Speaker: Und es gibt Schulkonzepte.

Speaker: In den USA gibt es das Right Question Institute.

Speaker: Die haben Schulformate entwickelt, wo man das Fragenstellen in den Mittelpunkt des Unterrichts stellt.

Speaker: Was sehr, sehr sinnvoll ist.

Speaker: Das kann man also machen.

Speaker: Man muss es nur befördern.

Speaker: Es wird leider den Schülerinnen eher so ein bisschen ausgetrieben.

Speaker: Und ja, dann wird es eben auch in vielen Unternehmen auch nicht unterstützt.

Speaker: Also eine Neugierkultur in einer Organisation beinhaltet auch eine Kultur des Fragens.

Speaker: Dafür muss auch sein.

Speaker: Dafür muss der Chef oder die Chefin selbst auch Fragen stellen.

Speaker: Erg Schmidt, der ehemalige Manager von Google, sagte mal ganz schön, we run the company on questions.

Speaker: Wir managen dieses Unternehmen durch Fragen.

Speaker: Wenn sie auch neue Leute gesucht haben, eingestellt haben, dann haben sie gesagt, bringt uns Fragen, aber keine Antworten.

Speaker: Wir wollen nicht Leute, die glauben schon alles zu wissen, sondern wir wollen Leute, die die richtigen Fragen stellen.

Speaker: Und genau, also ich erlebe es oft und bei den Nachvorträgen oder auch in Workshops, dass es erstmal so eine Hemmschwelle braucht, auch dass Menschen Fragen stellen.

Speaker: Und mich würde jetzt mal interessieren, wie wächst du diese Neugier bei den Menschen, dass sie wirklich danach diese Hemmschwelle wieder Fragen zu stellen?

Speaker: Also ich glaube, das ist ja etwas, was wir auch wirklich dann lernen müssen, wie du auch sagst, wir haben es eigentlich nicht gelernt oder auch vielleicht verlernt, weil als Kinder haben wir vielleicht ganz viele Fragen gestellt.

Speaker: Genau.

Speaker: Wie gelingt es Menschen auch in einem kurzen Zeitraum wieder dazu zu animieren, tatsächlich diese Neugier an den Tag zu legen und einfach Fragen zu stellen und sich nicht auch zu schämen dafür?

Speaker: Ja, also was ich viel mache, also sowohl in meinen Vorträgen als auch in meinen Workshops, das ist eine Sequenz, ein Binder, so und jetzt stell bitte deinem Nachbar, deiner Nachbarin eine Frage.

Speaker: Hier hast du schon mal zwei zur Auswahl, aber kannst du gerne auch eine dritte überlegen.

Speaker: Eine Neugierfrage.

Speaker: Was hast du in den letzten sechs Monaten Neues gemacht und dabei gelernt?

Speaker: Oder welches Buch hat dich auf besondere Art und Weise inspiriert?

Speaker: Stell diese Frage idealerweise einem Menschen, mit dem du sonst nicht sprichst.

Speaker: Und ja, darüber kann man das schon mal so ein bisschen trainieren.

Speaker: auch dazu motivieren, Idiotenfragen zu stellen.

Speaker: Also Fragen, die ganz bescheuert erst einmal klingen oder sich anfühlen oder so naiv wie nur ein Kind sie stellen könnte.

Speaker: Aber genau da können wir von den Kindern eben auch so unglaublich viel lernen, dass sie es einfach raushauen, dass es keine dummen Fragen gibt, sondern jede Frage bringt halt wieder ein Stück weit Erkenntnis.

Speaker: Und oftmals sind es die vermeintlich dummen Fragen, die halt besonders spannend sind.

Speaker: Also viele Innovationen basierten auf ganz simplen, einfachen Fragen.

Speaker: Die Polaroid, die Sofortkamera ist entstanden, weil die Tochter von dem Ingenieur fragte, Papa, wieso muss ich denn warten, bis da mal ein Bild rauskommt aus so einem Fotoapparat?

Speaker: Und diese Frage stellen sich Ingenieure nicht, die halt Fotos chemisch entwickelt haben mit Fototapier.

Speaker: Und dann haut die Tochter das einfach mal so raus.

Speaker: Wieso muss ich denn jetzt warten?

Speaker: Das ist doch doof.

Speaker: Du hast jetzt das Bild von mir gemacht.

Speaker: Das muss doch sofort draußen sein.

Speaker: Und so entsteht eine Sofortkamera.

Speaker: Und die großen Erfinderinnen, die haben sich diese kindliche Neugier bewahrt, dass sie so ganz einfache Fragen gestellt haben.

Speaker: Warum muss ein Hotelzimmer den vierfachen Preis kosten, nur weil gerade Buchmesse ist?

Speaker: So ist Airbnb entstanden.

Speaker: Ich kann doch auch auf der Luftmatratze bei irgendjemandem schlafen, der Platz hat in seinem Partner.

Speaker: Absolut.

Speaker: Aber da kommen mir gleich die Gedanken, würde mich auch brennend interessieren, wie du darauf schaust, gerade in Anbetracht von Fragen stellen.

Speaker: Und wenn wir jetzt schon in einer Gesellschaft sind, wo das vielleicht auch durchaus durch die Schule und durch andere Einflüsse verkümmert ist, ist natürlich auch immer so ein bisschen vielleicht auch eine Aufgabe im Elternhaus, das durchaus auch mit zu fördern oder wo man wie aufwächst.

Speaker: Klar, das fällt auch mit rein.

Speaker: Aber betreff man das mal so auf die Gesamtgesellschaft und auch ein Unternehmen und das ist ja richtig.

Speaker: Ich habe auch mal in Unternehmen gearbeitet tatsächlich und durfte das auch erleben, dass eher Antworten gefordert wurden, als dass man zu viele Fragen stellt.

Speaker: Und nur einmal die KI.

Speaker: Und da frage ich mich tatsächlich, jetzt haben wir ein Werkzeug, wo ich viele Fragen reingeben kann und viele, viele Menschen tun das.

Speaker: Aber sie tun das mit der KI und nicht mehr mit

Speaker: ihrem Nachbarn oder mit ihren Kollegen oder vielleicht dann auch nochmal mit anderen Menschen im Umkreis.

Speaker: Also ich höre für ganz vielen, wie viel auch tatsächlich jetzt schon in meinem Umkreis Freunde Dinge fragen, diskutieren mit der KI, aber nicht mehr mit den Menschen, die sie umgeben.

Speaker: Und da frage ich mich, was macht das mit uns als Geschäftsführer, wenn wir tatsächlich durchaus dann vielleicht diese spannenden Fragen in die KI-Verlage zunehmen, weil es ja so einfach ist und so schnell geht.

Speaker: Und man eigentlich ja dann auch gar nicht mehr so viel denken muss, man hat ja dann sofort eine Antwort.

Speaker: Ja, die KI ist ein mächtiges Werkzeug und wir müssen halt lernen, mit diesem Werkzeug gut und sinnvoll umzugehen.

Speaker: Und wie im Hammer auch, ich kann mir auf den Daumen schlagen oder ich kann halt den Nagel treffen.

Speaker: Und so müssen wir eben auch auf die KI schauen und gucken, was tut uns gut, wann schlagen wir uns auf den Daumen und wann treffen wir den Nagel.

Speaker: Und da sind wir gerade noch als Gesellschaft in einem Lernprozess.

Speaker: Einige sind ein bisschen weiter.

Speaker: Norwegen verbannt komplett KI und digitale Technologie aus den Grundschulen, weil sie einfach auch jetzt schon erkannt haben, unser Gehirn muss sich erstmal entwickeln.

Speaker: Und wenn sich unser Gehirn nicht entwickeln kann, dann kann es der KI auch keine klugen Fragen stellen.

Speaker: Dann stellt es dumme Fragen und dann kommen dumme Antworten raus.

Speaker: Und ähnlich gibt es andere Untersuchungen, wo man auch mit Vergleichsgruppen Studierende Essays hat schreiben lassen.

Speaker: Und die, die mit KI den Essay geschrieben haben, die konnten sich hinterher an nichts, an null Komma, nichts daran erinnern.

Speaker: Und die größte Gehirnaktivität war bei denen, die halt ohne jegliche Hilfsmittel schreiben konnten, die dann später die Hilfsmittel genutzt haben.

Speaker: Also die Gruppe, die anfangs nur mit ihrem eigenen Gehirn gearbeitet hat, aber später dann die KI dazu genommen hat, hatte eine vergleichsweise trotzdem hohe Gehirnaktivität.

Speaker: Und das sind halt die Dinge, die wir jetzt herausfinden müssen, die wir lernen müssen.

Speaker: Aber klar ist,

Speaker: Ja, wir können und sollten nicht das Denken abgeben.

Speaker: Und da hilft es eben auch, selbst zu denken und nicht nur mit der KI zu sprechen, sondern auch mit anderen Menschen.

Speaker: Aber würdest du nicht auch sagen, dass die KI tatsächlich ein Stück weit ein niedrigschwelliger Zugang sein kann, Neugier wieder zu lernen, in dem Moment, in dem ich sozusagen diese Scheu nicht mehr habe, Fragen zu stellen, in dem ich einfach die KI schnell eine Frage stellen kann, die so dumm wie möglich oder mir sehr dumm erscheint, aber trotzdem bekomme ich vielleicht eine erste Antwort darauf?

Speaker: Und wie kann da dann sozusagen dieser Schritt gelingen von, ich stelle nur der KI die Frage, aber ich habe ja vielleicht diese gewisse Neugier in mir.

Speaker: Also einfach, dass das Wissen überall zugänglich ist, ist ja irgendwie schon wirklich eine Qualität.

Speaker: Also

Speaker: Natürlich muss ich es gegenprüfen, aber trotzdem ist es erstmal irgendwie da.

Speaker: Und ich bekomme es schnell beantwortet oder ich bekomme sozusagen Ideen für eine Antwort.

Speaker: Und wie kann das dann tatsächlich auch gelingen und dass das dann in der Gesellschaft diese Neugier wieder auch weckt, miteinander diese Frage zu stellen.

Speaker: Also hast du da oder habt ihr da Methoden oder Ideen, wie ihr damit arbeiten könnt?

Speaker: Ja, also eine Neugeh-Methode ist das Question-Storming, das Brainstorming von Fragen.

Speaker: Weil üblicherweise, wenn eine neue Idee gebraucht wird in Organisationen, dann wird ein Brainstorming gemacht.

Speaker: Also man sammelt ganz, ganz viele Ideen.

Speaker: Diese Technik ist aus den 1930er Jahren und sie hat noch nie gut funktioniert.

Speaker: Also sie hat immer schlechte Ergebnisse hervorgebracht, weil es bestimmte negative Effekte gibt, wie Social Loathing, also soziales Zurücklehnen.

Speaker: Dass die anderen mal denken, ich mache meine Einkaufsliste im Kopf.

Speaker: Zudem ist unser Gehirn immer so stark damit beschäftigt, die Ideen der anderen zu verstehen, dass es keine Kapazität mehr hat, selbst originelle Ideen zu entwickeln.

Speaker: Und deswegen ist das Question-Storming sehr viel effektiver und produziert die originelleren Ideen.

Speaker: Das heißt, wir brainstormen keine Lösung, sondern wir brainstormen Frage.

Speaker: Question-Storming.

Speaker: Und in den Fragen stecken ganz oft sehr originelle Lösungsansätze drin oder wir begreifen, dass wir uns eigentlich mit dem falschen Problem beschäftigt haben.

Speaker: Also es dient auch gut dazu, in der Tiefe überhaupt eine Thematik erstmal zu entschlüsseln, für sich zu erschließen.

Speaker: Und es ist ein demokratischer Prozess.

Speaker: Beim Brainstorming fühlen sich oftmals nur die Experten berufen, etwas zu bestem zu geben.

Speaker: Und viele, die sagen, kenne ich mich nicht mit aus, äußern sich nicht dazu.

Speaker: Aber gerade mit denen sind die in Erdfallen.

Speaker: Wir haben die Methode viel angewendet, weil sie wirklich sehr effektiv und sehr, sehr gut ist.

Speaker: Und sie sieht so aus, dass man das idealerweise im Team macht.

Speaker: Man muss mindestens mal 30 Fragen gebrainstormt haben und man darf diese Fragen auch nicht kommentieren, sondern schreibt sie genauso auf, wie sie eben in den Köpfen der Menschen sind.

Speaker: Was wir jetzt machen mit KI, dass wir nach 30 Fragen sagen, so und jetzt nutzt nochmal die KI und

Speaker: lasst die KI nochmal Fragen aus den verschiedensten Perspektiven stellen.

Speaker: Also wie würde ein Dinosaurier zu diesem Themenkomplex eine Frage stellen?

Speaker: Wie würde der Papst zu diesem Thema Fragen stellen?

Speaker: Und das ist dann wirklich unglaublich bereichernd, nochmal so eine Perspektivenvielfalt über eine KI hineinzubekommen.

Speaker: Aber auch ihr wählen bewusst den Weg.

Speaker: Macht euch erstmal selbst Gedanken, bringt erstmal selbst euer Gehirn in Schwung und dann arbeiten wir zusammen mit der KI.

Speaker: Sehr schön.

Speaker: cool.

Speaker: Ja, ich mag vor allem, dass ihr diesen spielerischen Zugang oft habt.

Speaker: Also das heißt, ihr habt diese, die Methodik, wie wir vorhin auch besprochen haben, mit Megatrends zu arbeiten, es ist eher die Basis.

Speaker: Und dann arbeitet ihr aber sehr viel mit Christiane und du, sehr viel entwickelt ihr Methoden, die ja sehr niedrigschwellig kreativ sind.

Speaker: Und

Speaker: Mich würde tatsächlich auch noch mal interessieren, da steckt ja auch sehr viel Arbeit auch noch mal dahinter.

Speaker: Wie kommt ihr dazu, diese Methoden zu entwickeln?

Speaker: Nutzt ihr da quasi eure eigenen Techniken, um Methodik zu entwickeln?

Speaker: Ja, also tatsächlich kombinieren wir auch Methoden wiederum zu neuen Methoden.

Speaker: Also Innovation besteht eigentlich immer aus der Verknüpfung von zwei Dingen, die schon da sind, aber noch nicht zusammengeführt werden.

Speaker: Das machen wir tatsächlich auch bei unserer eigenen Methodenentwicklung.

Speaker: Und gut, offenbar entstehen sie dadurch, dass wir

Speaker: eine Herausforderung haben, aber dafür noch keine passende Methode.

Speaker: Und dann gucken wir, was könnte dafür jetzt vielleicht helfen?

Speaker: Was könnte sinnvoll sein?

Speaker: Und natürlich denken wir uns nicht alles immer selbst zu 100 Prozent aus, sondern greifen auf das zurück,

Speaker: was schon da ist, also dem Methodenkosmos, dem Design Thinking Kosmos, den wir dann aber wieder weiterentwickeln und verknüpfen, dass wir eben Trendperspektiven mit hineinbringen.

Speaker: Auch da vielleicht ein Beispiel, wie wir KI nutzen.

Speaker: Beim Design Thinking spielt ja die Beobachtung und die Befragung von Menschen eine große Rolle.

Speaker: Also die extreme Nutzerorientierung, Menschenorientierung.

Speaker: Guckt euch die Menschen an, wie es ihnen geht, wenn sie ein Problem haben, wie sie dieses Problem lösen und befragt die Menschen, befragt Experten.

Speaker: Wenn es jetzt um die Zukunft geht, können wir natürlich Menschen nicht befragen.

Speaker: Aber was wir jetzt gemacht haben, ist, dass wir unsere Megatrend-Szenarien für das Jahr 2035 als Grundlage genommen haben.

Speaker: Und wir haben die KI gebeten, nimm all diese Informationen rund um diesen Megatrend als Grundlage und baue daraus eine Persona.

Speaker: Mhm.

Speaker: Und die KI hat dann aus dieser Megatrend-Grundlage eine Persona, die im Jahr 2035 lebt, gemacht, einen Menschen, der Kunde im Jahr 2035 ist.

Speaker: Und wir nutzen dann die Sprachfunktion der KI, um ein Live-Interview mit dieser Persona zu führen.

Speaker: Also wir lassen unseren Innovationsworkshops, unsere Kunden innovative Lösungen entwickeln.

Speaker: Und dann stellen die ihre Lösung dieser Person aus der Zukunft vor und fragen sie, wie findest du denn die Idee?

Speaker: Was fehlt dir da noch?

Speaker: Was würdest du dir wünschen?

Speaker: Wie könnte man sie noch besser machen?

Speaker: Und das ist wirklich ein schönes Zusammenspiel zwischen Gegenwart und Zukunft, was vorher ohne KI nicht möglich gewesen wäre.

Speaker: Wir haben jetzt diese Methode noch gar keinen, ja,

Speaker: Namen gegeben.

Speaker: Wir nennen sie Zukunftspersona.

Speaker: Und so entsteht eine Methodik bei uns.

Speaker: Es gibt die Sightwink.

Speaker: Wir finden den Ansatz sehr, sehr gut.

Speaker: Sehr nutzerorientiert, menschenzentriert zu sein.

Speaker: Mit dem Kunden aus der Zukunft ist das schwierig.

Speaker: Mit der KI finden wir eine Brücke.

Speaker: Und mit den Sprachfunktionen können wir Live-Interviews mit Menschen aus der Zukunft führen.

Speaker: Genau das machen wir in unseren Workshops da.

Speaker: Ja, super.

Speaker: Also auch cool, dass du das hier so erzählst.

Speaker: Das ist sehr spannend.

Speaker: Das ist mal was Greifbares.

Speaker: Ich weiß auch immer die Erwärmung.

Speaker: Also es gibt so eine Publikation, hier hast du Megatrend-Update 2016.

Speaker: Unbedingt.

Speaker: Ja, wenn es in Interaktion geht.

Speaker: Sehr cool.

Speaker: Also da wir ja über die Zukunft sprechen, hier immer wieder, möchte ich natürlich auch so ein bisschen die Frage an dich stellen, wie blickst du denn in die Zukunft?

Speaker: Du beschäftigst dich natürlich schon sehr viel damit, unweigerlich.

Speaker: Dennoch, denke ich mal, hat man ja vorhin auch festgestellt, jeder hat so seine individuelle Brille auf.

Speaker: Aus der kommt man ja auch nicht immer ganz raus, muss man ja ehrlich sagen.

Speaker: Und daher einfach mal

Speaker: So ein bisschen auch hier im Sinne unseres Podcasts der Blick auf die Zukunft, Zukünfte.

Speaker: Für dich ganz persönlich mit dem, was wir oder was du ja auch so wahrnehmen darfst, hörst, siehst.

Speaker: Ich glaube, das ist immer ganz spannend für die ZuhörerInnen, das mal so von Leuten zu hören, die ja tagtäglich damit eigentlich zu tun haben.

Speaker: Ja.

Speaker: Also ich bin Zwangsoptimist.

Speaker: Zwangsoptimist, okay.

Speaker: Also quasi schon pathologischer Optimist, aber ich bin kein sozusagen Optimist, der auf Illusionen aufsetzt.

Speaker: sondern ich weiß eben auch, dass unser Gehirn ein evolutionäres Angst-Türn hat und negative Botschaften und Informationen immer viel stärker wahrnimmt.

Speaker: Und deswegen sehen die Menschen das Gute und die positiven Entwicklungen nicht.

Speaker: Momentan ist gerade die Zukunftsaussicht in Deutschland bei den meisten Menschen sehr negativ.

Speaker: Es gab gerade eine aktuelle Umfrage.

Speaker: Glauben Sie, dass es der nächsten Generation einmal besser gehen wird?

Speaker: Nur acht Prozent der Deutschen sagen, ja, der nächsten Generation wird es mal besser gehen.

Speaker: Und das ist schon verrückt, weil wir leben gerade in einer der spannendsten Zeiten, die es gibt mit der technologischen Entwicklung.

Speaker: Die KI wird so viele Menschenleben retten, weil sie natürlich in der Diagnostik so viel besser sein wird, als jeder Facharzt, man sich nur vorstellen kann, weil die KI auf so viel breiteres Wissen zugreifen kann.

Speaker: Und der Arzt, die Ärztin kann sich endlich mal um das kümmern, was mir als Patient wirklich wichtig ist, nämlich mir die Krankheit erklären, mit mir zusammen eine individuelle Therapie entwickeln und empathisch auf meine Mütter eingehen, wozu sie jetzt keine Zeit hat, weil sie sich nur um ihre Dokumentation, um die Maschinen und um die Diagnostik kümmert.

Speaker: Das wird so eine positive Entwicklung sein.

Speaker: Wir erleben gerade den Durchbruch von Physical AI, also smarter Robotik.

Speaker: Humanoide, die ja auch nicht gruselig aussehen müssen, das können ja auch lustige Fantasy-Gestalten sein, die meine Wäsche machen, die Wäsche bügeln, die ganzen Nervarbeiten, wo ich definitiv keine Lust habe.

Speaker: Bei uns hier im Norden, da regnet so viel, da geht immer das Unkraut auf dem Pflaster raus.

Speaker: Das arbeite ich an meinen Humanoiden delegieren würde.

Speaker: Ja.

Speaker: Es tut sich also gerade ganz, ganz viel.

Speaker: Natürlich haben wir eine politische Situation, die wirklich bedenklich ist, wo man sich Sorgen machen muss, die auch so schädlich für Deutschland ist, weil wir brauchen dringend Fachkräfte aus dem Ausland, rechtsextreme Parteien.

Speaker: So ein Gewicht einnehmen ist es keinerlei gute Werbung für dieses Land, dass irgendjemand hierher kommt, aber wir sind so notwendig darauf angewiesen.

Speaker: Das ist natürlich etwas, was ich auch mit großer Sorge betrachte.

Speaker: Dennoch bleibe ich auch dort ein Stück weit optimistisch, dass sich unsere wirtschaftliche Situation auch wieder drehen wird.

Speaker: Wir haben jetzt so ungefähr drei, vier Jahre Stadt, Nation, Kriserezession in Deutschland.

Speaker: Aber auch dort gibt es positive Indikatoren.

Speaker: Deutsche Wirtschaft ist seit dem dritten Quartal in Folge gewachsen jetzt.

Speaker: Das kriegen die Leute eigentlich kaum mit.

Speaker: Die Arbeitslosigkeit wird nicht durch die Decke schießen, auch nicht durch KI.

Speaker: Auch da gibt es ja diese riesigen Sorgen.

Speaker: Man kann sozusagen aus der Studienlage sich aussuchen, ob man plus 20 Prozent mehr Arbeitsplätze oder minus 20 Prozent weniger Arbeitsplätze nehmen möchte.

Speaker: Was ich sagen will, es weiß kein Mensch, aber am Ende hat jede Technologie eher mehr Arbeitsplätze geschaffen, als dass sie Arbeitsplätze reduziert hat.

Speaker: Wir haben ein riesiges Investitionsprogramm, 500 Milliarden, die gerade ausgegossen werden.

Speaker: Und wir haben den üblichen Ketchup-Flaschen-Effekt.

Speaker: Also man fragt sich ja, wieso passiert da nichts?

Speaker: So viel Geld.

Speaker: Wieso tut sich nichts?

Speaker: Aber das ist wie bei einer Ketchupflasche.

Speaker: Man schüttelt und schüttelt und nichts passiert.

Speaker: Man schüttelt, schüttelt weiter und irgendwann macht es Splash.

Speaker: Und alles ist draußen.

Speaker: Diesen Ketchupflaschen-Effekt haben wir eben auch in der Wirtschaft.

Speaker: Das heißt, es braucht zwei, drei Jahre, bis es durchkommt.

Speaker: Und dann mit in Verbindung von notwendigen Reformen, wozu wir in der Lage sind.

Speaker: Wir waren schon zweimal der kranke Mann Europas gewesen in den letzten 20 Jahren und Deutschland hat sich immer wieder berappelt.

Speaker: Und so bin ich optimistisch, dass es auch diesmal wieder passieren wird, weil wir so eine fantastische Grundlage hier in diesem Land haben, worum uns die Welt beneidet.

Speaker: Und wenn man Menschen fragt, wo möchtest du leben, dann ist Europa ab.

Speaker: Auf den ersten Plätzen, wir haben eine funktionierende Demokratie, wir haben ein gutes Bildungswesen, wir haben Topforschungseinrichtungen, wir haben eine neue Gründer- und Gründerinnen-Generation, die jetzt gerade richtig durchstartet mit unglaublich viel Ambition und Ehrgeiz, die auch globales Kapital einsammeln.

Speaker: Neuro Robotics im Bereich Smart Roboter, die jetzt 1,4 Milliarden eingesammelt haben.

Speaker: Robcon, auch ein Robotik-Unternehmen, die ein Unicorn sind.

Speaker: Wir haben nach wie vor innovative Mittelständler, die

Speaker: Weltklasse-Produkte bauen, eine Ingenieursleistung

Speaker: von Weltklasse hervorbringen.

Speaker: Ein ISA Aerospace, die zum ersten Mal überhaupt in Deutschland, in Europa eine Rakete in den Orbit gebracht haben, die diese wachsende Space-Ökonomie jetzt besetzen.

Speaker: Die sagen, wir wollen das europäische SpaceX werden.

Speaker: SpaceX hat vier Versuche gebraucht, bevor die Rakete erfolgreich ins All kam.

Speaker: ISA Aerospace, die haben zwei Versuche gebraucht.

Speaker: Das ist also eine Ingenieursleistung, die ist einzigartig.

Speaker: Wir haben jetzt schon 500 Leute aus 50 Nationen und die werden das Talent dieser Welt anziehen, wie das Licht die Motten.

Speaker: Und so kommt Kapital und vor allen Dingen auch intellektuelles Kapital in dieses Land hinein, wie wir es uns nicht vorstellen können.

Speaker: Und das, das alles zusammen lässt mich optimistisch stimmen.

Speaker: Das ist sehr schön.

Speaker: Ja, also ich finde diesen Gedanken des Zwangsoptimismus toll.

Speaker: Und ich hoffe, das ist ein bisschen absteckend.

Speaker: Also ich finde das, was du gerade auch gesagt hattest, es klingt wie so ein Zukunfts-Pep-Talk auch ein bisschen.

Speaker: Und dafür, glaube ich, braucht es nicht nur die Neugier, sondern tatsächlich auch eine Schulung des Kopfes, tatsächlich immer mal wieder die eigenen subjektiven Gedanken zu hinterfragen.

Speaker: Neugierig eben auch auf andere Erzählungen, sozusagen auf andere Narrative.

Speaker: Und dann glaube ich, gelingt es auch besser mit dem Zukunftsbild.

Speaker: Optimismus ist auf jeden Fall lernbar.

Speaker: Auch dafür gibt es richtig gute Methoden.

Speaker: Vielleicht auch um das Leben der Menschen glücklicher zu machen, die diesen Podcast hören.

Speaker: Weil auch das ist nicht irrelevant.

Speaker: Optimisten leben um 15 Prozent länger.

Speaker: Das hat die Wissenschaft sehr, sehr klar bewiesen, dass wir 85 Jahre älter werden.

Speaker: Die Chance bei der Extremoptimistengruppe ist um 50 Prozent höher.

Speaker: Also Optimismus wirkt lebensverlängernd und natürlich macht es das Leben auch glücklicher.

Speaker: Und ja, eine Methode, die auch wissenschaftlich gut untersucht und sich bewährt hat aus der positiven Psychologie, heißt Three Good Things, drei gute Dinge.

Speaker: Also frag dich am Abend und frag dich jeden Abend, was waren drei gute Dinge, die dieser Tag heute mir gebracht hat.

Speaker: Und wenn man sich diese Frage beantwortet, dann wird man tatsächlich schon innerhalb kürzester Zeit besser gelaunt und geht optimistischer durchs Leben.

Speaker: Sehr schön.

Speaker: Andreas, ich bin sicher, wenn die Menschen das fragen, wird sicherlich, also am Abend fragen, wird sicherlich dieser Podcast dabei sein.

Speaker: Ja, ich hoffe das.

Speaker: Ich hoffe es, ja.

Speaker: Also für mich ist heute das Gespräch dabei.

Speaker: Daran werde ich mich heute Abend sehr gerne erinnern.

Speaker: Und ich finde auch, ich glaube, die Luisa Neubauer hatte das jüngst in deinem Podcast, dass irgendwie alle bereiten sich immer auf den Worst Case vor.

Speaker: Wer bereitet sich eigentlich auf den Best Case vor?

Speaker: Ja, natürlich.

Speaker: Ja, und ich finde, das könnten wir uns eigentlich immer mal wieder vor Augen halten.

Speaker: Wir sind so konzentriert darauf, irgendwie zu kritisieren.

Speaker: zu fokussieren, was könnte denn alles schiefgehen, anstelle uns einfach, nicht naiv natürlich, aber einfach mal im Best Case vorzustellen, diese Dinge, die da kommen.

Speaker: Sehr schön.

Speaker: Also, Andreas, es war uns ein Fest.

Speaker: Schön, dass du bei uns warst.

Speaker: Ich hoffe, wir treffen uns auch mal wieder persönlich.

Speaker: Wir hatten uns schon ein paar Mal gesehen in der Vergangenheit und vielleicht lässt sich das wiederholen.

Speaker: Sehr gerne.

Speaker: Zusammenarbeit in Zukunft und damit würde ich sagen, danke fürs Gespräch und einen schönen Tag euch noch in die Runde.

Speaker: Vielen Dank für die Einladung und bleibt weiter, es kommt optimistisch.

Speaker: Aber natürlich.

Speaker: Immer.

Speaker: Das werden wir.

Speaker: Danke dir.

Speaker: Ciao.

Speaker: Tschüss.

Speaker

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