Zencastr
00:00:00
00:00:01
Speed1x
Format
Share
Embed
Report

Folge 8 - Fat Studies

Nachg*fragt
Nachg*fragt

43 plays · May 9, 2026

In der achten Folge des Gender- und Frauenforschungszentrums diskutieren Prof. Dr. Lotte Rose und Judith Pape über den aktuellen  Stand der Fat Studies und die Rolle des Geschlechts dabei. Moderiert wird diese Folge von Dr. Hanna Haag.

Transcript

Speaker: Nachgefragt.

Speaker: Geschlechterforschung im Blick.

Speaker: Die FED-Studies sind eben auch und die Auseinandersetzung, die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Dicksein ist, glaube ich, ganz stark auch aus feministischen Bewegungen und aus feministischer Forschung und akademischen Disziplin auch hervorgegangen.

Speaker: Entwicklungsbedarf auf den FED-Studies, weil ich glaube, der Diskurs zu den

Speaker: dass Körper sehr viel besser entwickelt ist, als der zu männlichen Körper und zu männlichen Dicksein.

Speaker: Herzlich willkommen zur nächsten Folge von Nachgefragt.

Speaker: Schön, dass ihr wieder alle dabei seid.

Speaker: Wir machen weiter und zwar heute mit dem Thema Fettstudys.

Speaker: Wir wollen wissen, welche Geschlechterbezüge sich hier finden, wie Perspektiven auf Dicksein eigentlich mit Geschlecht zusammenhängen.

Speaker: Und dafür haben uns auch wieder zwei wunderbare Gesprächspartnerinnen eingeladen.

Speaker: Zu Gast sind heute Lotte Rose und Judith Papel, beide von der Hochschule in Frankfurt am Main.

Speaker: Schön, dass ihr hier seid.

Speaker: Ja, hallo, danke für die Einladung.

Speaker: Auch von meiner Seite.

Speaker: Vielen Dank für die Einladung.

Speaker: Ich bin gespannt, worüber wir gleich reden.

Speaker: Prima, so soll es sein.

Speaker: Genau.

Speaker: Ja, das ist heute ein Heimspiel.

Speaker: Also wir sind jetzt hier alle drei Frankfurterinnen, auch wenn wir nicht wirklich alle drei in Frankfurt sind.

Speaker: Aber zumindest institutionell sind wir alle drei an der gleichen Hochschule angebunden.

Speaker: auch in einem Teamzusammenhang unterwegs.

Speaker: Das ist jetzt die erste Folge, die wirklich so gestaltet ist, finde ich aber auch mal spannend, mit den eigenen Kolleginnen über ihre Forschungsthemen zu sprechen.

Speaker: Ich würde euch jetzt einmal kurz vorstellen für diejenigen, die zuhören.

Speaker: Ich fange mal mit dir an, Lotte.

Speaker: Lotte ist seit 1997 Professorin für Soziale Arbeit mit der Denomination Pädagogik der Kinder- und Jugendarbeit an der Frankfurter Hochschule.

Speaker: für Angewandte Wissenschaften und seit 2003 Direktorin des Gender- und Frauenforschungszentrums, an dem auch ich arbeite.

Speaker: Sie ist also meine Chefin.

Speaker: Leider beides nicht mehr allzu lange.

Speaker: Zum Ende des Wintersemesters geht sie in den Ruhestand.

Speaker: Aber wir haben jetzt die Zeit genutzt, nochmal mit ihr zu sprechen.

Speaker: Lotte hat Erziehungswissenschaften, Soziologie und Psychologie in Marburg studiert und 1991 in Siegen promoviert.

Speaker: Ich kann selbst beurteilen, dass sie eine leidenschaftliche Forscherin ist.

Speaker: Wir haben nämlich auch viel zusammengeforscht in den letzten Jahren und das zu sehr unterschiedlichen Themen.

Speaker: Also nicht alles hat, glaube ich, bei dir mit Geschlecht zu tun, aber doch sehr vieles.

Speaker: Und die Themen, die dich am meisten beschäftigen, sind, denke ich, unter anderem Kindheits- und Jugendforschung, Genderforschung, Elternschafts- und Natalitätsforschung.

Speaker: Und eben deshalb seid ihr heute hier auch die FAT-Studies.

Speaker: Wunderbar, dass du heute da bist, Lotte.

Speaker: Dann haben wir noch Judith.

Speaker: Judith Pape hat in Frankfurt an der Hochschule Soziale Arbeit im Bachelor und Master studiert und promoviert derzeit am Promotionszentrum Soziale Arbeit zu dicker Elternschaft.

Speaker: Sie arbeitet außerdem am Gender- und Frauenforschungszentrum in einem Forschungsprojekt zu Großwohnsiedlungen im Wandel am Beispiel der Nordweststadt in Frankfurt.

Speaker: Und ihre Forschungsinteressen sind Genderforschung, Elternschaft, Sorge und auch die FED-Studies.

Speaker: So, jetzt können wir loslegen und uns dem inhaltlichen Thema zuwenden.

Speaker: Als Einstieg wählen wir immer dieselbe Frage, weil uns das jedes Mal sehr interessiert.

Speaker: Nämlich, wie seid ihr denn zur Geschlechterforschung gekommen und was begeistert euch daran?

Speaker: Lotte, möchtest du anfangen?

Speaker: Eigentlich möchte ich nicht anfangen.

Speaker: Jetzt möchte ich erst mal von Judith hören, wie die denn zur Genderforschung gekommen ist.

Speaker: Okay, dann machen wir es so rum und du kannst dich erst ein bisschen zurücklehnen.

Speaker: Ja, ich finde, es sind so ein bisschen fast zwei Fragen, nämlich das eine ist, wie ist man zum Thema Gender gekommen und wie zur empirischen Forschung dann jetzt in meinem Fall, wenn ich auch empirisch gerne arbeite.

Speaker: Also bei mir war es auf jeden Fall so, dass ich in meinem sozialen Arbeitsstudium

Speaker: schon früh gemerkt habe, dass mir dieses Thema Geschlecht, Gender irgendwie besonders am Herzen liegt.

Speaker: Ich glaube, es war für mich auch eine Möglichkeit, eigene Erfahrungen immer wieder reflektieren zu können.

Speaker: Das ist auch so ein Teil von so einem sozialen Arbeitsstudium.

Speaker: Immer in diese Selbstreflektion zu gehen und seine eigene Sozialisierung und Haltung zu verschiedenen

Speaker: Themen zu hinterfragen.

Speaker: Und mir hat das sehr viel gebracht, die Seminare zum Thema Geschlecht zu besuchen.

Speaker: Um irgendwie mit Ambivalenzen, die man selber erlebt hat, mit vielleicht irgendwie Zuschreibungen, widersprüchlichen Anforderungen umzugehen und die zu verstehen, die einzuordnen.

Speaker: Und das war tatsächlich auch zu einem...

Speaker: Teil bei Lotte bei dir in den Seminaren, weiß ich noch, also in meinem Bachelorstudium.

Speaker: Und ich glaube, diese Erkenntnis eben darüber, dass man Geschlecht als etwas Konstruktivistisches betrachten kann, als etwas, was irgendwie hergestellt, ausgehandelt wird, das fand ich spannend.

Speaker: Und das war dann irgendwie ein Zugang auch zur empirischen Forschung, also in verschiedenen Bereichen, in denen ich unterwegs war.

Speaker: durch Praktika oder so im Rahmen der sozialen Arbeit zu gucken, wie geschieht das dort eigentlich?

Speaker: Wie wird da Geschlecht zugewiesen, ausgehandelt?

Speaker: Mit welchen Normen wird da auch hantiert?

Speaker: Und welche Verantwortungszuweisungen etc.

Speaker: sind daran gebunden?

Speaker: Genau, also meine ersten Zugänge zur Genderforschung waren dann auch ethnografisch.

Speaker: über Felder, in denen ich sozusagen als Studentin unterwegs war, der sozialen Arbeit.

Speaker: Und ich habe dann später nach meinem Abschluss gemerkt, okay, ich möchte das gerne auch weiter vertiefen, diesen Forschungszugang.

Speaker: Habe dann den Master draufgesetzt, habe auch empirische, kleinere Studien als Abschlussarbeiten gemacht.

Speaker: Und danach in verschiedenen Bereichen, nicht nur rein in der Genderforschung, aber immer auch mit Bezug zu Gender als wissenschaftliche Mitarbeiterin gearbeitet.

Speaker: Und habe da eben gemerkt, dieses Thema zieht sich sozusagen durch, auch wenn es jetzt nicht ein Fokus der jeweiligen Studie ist, es spielt immer eine Rolle.

Speaker: Und ich denke, so behandle ich das auch eher als Querschnittsthema und bin ja jetzt auch in den FED-Studies gelandet, wo ich jetzt nicht primär sage, ich gucke jetzt

Speaker: nur auf Geschlecht, sondern immer auch, welche Rolle spielt Geschlecht in Verbindung zu anderen Dimensionen und in verschiedenen Feldern.

Speaker: Und ich würde sagen, dass ich da eben einen sehr empirischen Zugang habe, also immer interessiert an bestimmten Forschungsfeldern, Orten, Handlungen.

Speaker: Im Grunde waren es Zufälle, dass wir das eine und das andere war Menschen,

Speaker: Menschen, die mir ermöglicht haben, in der akademischen Organisation, in der Hochschule überhaupt so etwas wie einen Platz zu finden.

Speaker: Das war das zentrale Motiv.

Speaker: Das war damals Frigga Haug mit dem Konzept des Frauengrundstudiums.

Speaker: Also liegt ja alles ganz weit zurück.

Speaker: Da wart ihr noch gar nicht auf der Welt.

Speaker: In den 80er Jahren, also ein totales Novum, Innovation, die Idee, also für junge Frauen ist es schwer, als Studentinnen überhaupt in dieser männlich organisierten Organisation Platz zu finden.

Speaker: und für sich sprechen zu können und wissenschaftlich aneignen zu können.

Speaker: Und sie hat eben dieses Konzept des Frauengrundstudiums dann propagiert und dazu auch veröffentlicht.

Speaker: Und da hat sich dann in Marburg damals eine Studentinnengruppe gebildet, die dieses Frauengrundstudium nach Marburg geholt hat.

Speaker: Also auch in dieser Kombination mit Politik und Aufmischen, einen Fachbereich aufmischen,

Speaker: feministischen Anklagen und Vorwürfen.

Speaker: Also es war einfach auch eine schöne Rolle.

Speaker: Das hat Spaß gemacht.

Speaker: Und für Unruhe zu sorgen.

Speaker: Es hat Spaß gemacht, in einer Gruppe zu sein, die verbunden hat.

Speaker: Also im Grunde genommen die erste Erfahrung auch von Kollektivität im wissenschaftlichen Apparat.

Speaker: Und dann haben wir es auch geschafft, dieses Frauengrundstudium nach Marburg zu holen.

Speaker: Und das basierte auf einem sehr

Speaker: Forschungsorientierten Herangehen an Frauenfragen.

Speaker: Es ging um Frauenfragen damals, also Geschlechterfragen waren noch weniger.

Speaker: Wir haben zusammen gelesen, wir haben zusammen unsere eigenen Erfahrungen untersucht, also immer mit so einem

Speaker: wissenschaftlich orientierten Zugang zu dem, was unsere eigene Welt ausmacht.

Speaker: Aber ich denke dann im Nachhinein, wenn es ein anderes Thema gewesen wäre, was mir diese Gruppen, diese Kollektivitätserfahrung ermöglicht hätte oder diese Machterfahrung auch im Hochschulapparat, dann hätte es auch was anderes sein können.

Speaker: Also das meine ich so mit, ja, das ist auch Zufall gewesen.

Speaker: Und das war das eine, was mich reingezogen hat zur Frauenforschung.

Speaker: Und das andere war, dass ich dann nach meiner Promotion fünf Jahre in einem Mädchenmodellprojekt als wissenschaftliche Begleitung in Marburg gearbeitet habe.

Speaker: Und da musste ich ja quasi qua Job mich mit Mädchenfragen beschäftigen.

Speaker: Also es war ein beruflicher Auftrag.

Speaker: Und also der war mir nicht zuwider, aber dass es auch solche Zusammenhänge gibt und wenn ich eine andere Stelle gefunden hätte, wäre es auch was anderes gewesen.

Speaker: Ja, das ist spannend.

Speaker: Ich finde auch gerade eure generationale Verortung, die wird hier nochmal total sichtbar.

Speaker: Ich habe jetzt auch so gerade überlegt, wo ich mich da einsortieren würde.

Speaker: Du hast mich übrigens jünger gemacht, als ich bin.

Speaker: Also lauter in den 80er Jahren habe ich schon die Schulbank gedrückt.

Speaker: Du hast jetzt auch gleich, Judith, so dieses Curriculare aufgerufen.

Speaker: Also was ist das Angebot an den Hochschulen?

Speaker: Das war damals vielleicht, du hast es aber im Prinzip ja auch mit diesem Frauengrundstudium, also diese...

Speaker: Was ist auch angeboten?

Speaker: Mit was können wir uns beschäftigen?

Speaker: Ich habe das in Hamburg ganz anders, also da gab es eine große Bandbreite auch an Möglichkeiten, sich dazu zu wenden.

Speaker: Es gab einige ProfessorInnen, die sich da auch in der Geschlechterforschung verortet haben.

Speaker: Ich habe das trotzdem erstmal nicht als mein Angebot angenommen, aber ich glaube, jeder hat irgendwie so dann seine Initialzündung.

Speaker: Es sind meistens so

Speaker: Aber ich glaube, am ehesten ist es wahrscheinlich auch so, das, was du beschrieben hast, Judith, es taucht immer überall auf.

Speaker: Es ist so ein Querschützthema, das immer wieder auch in bestimmten Situationen relevant wird.

Speaker: Ich glaube, es steckt überall drin.

Speaker: Und man muss sich dann suchen, was für einen selber die Brille ist, die man da auch dann aufsetzt.

Speaker: in diesem Kontext.

Speaker: Ja, und ich glaube, es klingt für uns in der Genderforschung manchmal fast banal oder wie eine Selbstverständlichkeit, dass man das als Analysekategorie ansetzen kann, Geschlecht, aber ich habe tatsächlich, glaube ich, lange nach einem Ort gesucht, an dem ich das so anschauen kann.

Speaker: Also ich denke, es ist tatsächlich, kann, der akademische Bereich kann ein Zugang dazu sein, das halt sichtbar zu machen, weil ich vorher

Speaker: auch die Erfahrung gemacht habe, dass man ganz viel so essentialisierenden Vorstellungen begegnet zu Geschlecht.

Speaker: Und das ist wahrscheinlich was, was heute anders auftritt oder vielleicht auch irgendwie weniger dicht, als es für frühere Generationen womöglich war.

Speaker: Ich bin jetzt hier die Jüngste in der Runde, quasi Jahrgang 90.

Speaker: Aber trotzdem ist das was, woran ich mich irgendwie

Speaker: von meinem Studium gerieben habe und gemerkt habe, ich habe aber, es ist nicht greifbar für mich.

Speaker: Und da hat, glaube ich, dieser Zugang über die Genderforschung und über eine akademische Auseinandersetzung dann in diesem Fall mir eine Möglichkeit gegeben, meine Position eigentlich greifbarer zu machen, sichtbarer zu machen.

Speaker: Jetzt habt ihr euch ja einem sehr speziellen Thema auch nochmal zugewendet innerhalb, ich weiß gar nicht, ob ich sagen würde, innerhalb der Geschlechterforschung, aber vielleicht mit einem bestimmten Blick guckt ihr nochmal auf vergeschlechtlichte Körper, nämlich im Hinblick des Dickseins.

Speaker: Was hat euch dazu bewogen, sich dieser Perspektive nochmal zuzuwenden im Speziellen?

Speaker: Also ich könnte mir vorstellen, vielleicht haben wir dazu auch total unterschiedliche Zugänge.

Speaker: Ich meine, manches ist der Zufall, was einem angeboten wird.

Speaker: Ich muss auch sagen, dass ich kann mich für viele Themen begeistern.

Speaker: Und wenn jemand eine interessante Projektidee zum Beispiel hat oder an einem interessanten Thema arbeitet, hat das immer das Potenzial, meine Neugier zu wecken und zu halten.

Speaker: Aber gerade das Thema Dicksein hat mich, glaube ich, sehr angezogen, weil diese Auseinandersetzung mit dem Körper und wie der einen im sozialen Raum verortet, glaube ich, was ganz Machtvolles, Zentrales im Grunde für alle Menschen ist.

Speaker: Und sich das am Dicksein nochmal so stark kristallisiert oder man das da auch so besonders

Speaker: frontiert anschauen kann.

Speaker: Und das verbindet sich dann eben mit anderen Fragen, mit denen ich mich vorher schon beschäftigt habe.

Speaker: Also vergeschlechtlichte Körper vor Ort, nein, auch im sozialen Raum, sind irgendwie gebunden an Zuweisungen, an bestimmte Vorstellungen, was ein Mensch gut kann oder tun sollte.

Speaker: Genau.

Speaker: Ich selber bin ja nicht dick.

Speaker: was vielleicht für viele ein Zugang zu dem Thema ist.

Speaker: Ich habe vorhin über dieses Biografische gesprochen in der Genderforschung.

Speaker: Ich selber habe keine Erfahrung als dicker Mensch gemacht.

Speaker: Aber gerade auch dieses Thema Körpergröße, Körpermasse, spielt, glaube ich, immer eine Rolle dafür, wie man auftreten kann, wie man wahrgenommen wird.

Speaker: Und über die Erfahrung konnte ich auch gut andocken.

Speaker: Und auch die Erfahrung, das Zweite ist vielleicht,

Speaker: diese Vorstellung beim Dicksein, das ist jetzt was Spezifisches, finde ich auch, dass das ja ein Ergebnis ist meines Lebensstils, meines Verhaltens, meines Verhältnisses zu meinem Körper.

Speaker: Und das ist dann auch nochmal ein interessanter Unterschied eigentlich zu Geschlecht, das häufig als gesetzt wahrgenommen wird.

Speaker: Und ich habe

Speaker: persönlich eher die Erfahrung gemacht, dass auch der eigene Körper also total widerständig sein kann gegen Eingriffe, Veränderungen, Bearbeitungen.

Speaker: Und das fand ich irgendwie auch spannend.

Speaker: Also diese soziale, diese Vorstellung, dass der Körper jetzt ein Zeichen ist dessen, was man mit ihm tut, die da ganz fest mit verbunden ist, mit unseren Vorstellungen zu dick sein kann.

Speaker: die ich einfach hinterfragen wollte, weil ich das aus anderen Bereichen einfach eben nicht so kenne.

Speaker: Der Körper ist auch etwas, was sozusagen einfach auch tut und sich manchmal der Kontrolle entzieht.

Speaker: Und das, finde ich, ist ein Thema, was man auch spannend am Dicksein betrachten kann.

Speaker: Genau, das hat mich gereizt, wie man eigentlich mit diesen...

Speaker: Ambivalenzen sozusagen umgehen kann, weil man wird gleichzeitig auf eine ganz bestimmte Art angesprochen, man erhält bestimmte Zugänge oder erhält Zugänge nicht über das Körpergewicht, man hat eine bestimmte Position, auch eine bestimmte Machtposition und gleichzeitig sind die Anrufungen, die damit verbunden sind, sehr stark und nicht gleichzeitig in dem eigenen Erleben oder in der eigenen Realität nicht so einfach zu erfüllen.

Speaker: Und wie geht man damit um?

Speaker: Also das finde ich eine spannende Frage.

Speaker: Aber würdest du dich als Genderforscherin in den FED-Studies begreifen?

Speaker: Weil Hannah ja damit eröffnet hat, wie seid ihr jetzt zur Genderforschung, zu den FED-Studies gekommen?

Speaker: Also ich selber...

Speaker: Also ja, klar, wenn man sich mit Hochgewichtigkeit beschäftigt, landet man bei Genderfragen.

Speaker: Aber erst mal war mein Zugang nicht über meine Genderforschung, sondern über die Essensforschung.

Speaker: Über viele Jahre oder bis heute fasziniert mich diese Lebenspraxis und es hat mich...

Speaker: Dann angekotzt, also da ist wieder ein ganz starker emotionaler Impuls auch, war das Antriebsmoment, dass man über Essen nur nachdenken kann, schreiben kann, dass Diskurse übers Essen immer bei der Frage des Gewichts landen.

Speaker: Heutzutage.

Speaker: Und das...

Speaker: über kurz oder lang dann immer im Raum steht, ja, aber die Art und Weise, wie wir essen, muss sich danach richten, um einen schlanken Körper zu sichern.

Speaker: Und das hat mich wütend gemacht, weil es für mich eine totale Verunstaltung von Lustmöglichkeiten ist.

Speaker: Also ein Disziplinarinstrument,

Speaker: was kaputt macht, was zerstört eine Lebenspraxis, die so wichtig ist, essentiell wichtig und so unglaublich schön sein kann als Verbindung zur Welt.

Speaker: Verbindung zur Welt und zu mir selber, weil ich verleibe mir Nahrung ein und es löst etwas in mir aus und

Speaker: Und es macht auch mit den Menschen, die mit mir essen, etwas.

Speaker: Das ist ja auch ein soziales Moment.

Speaker: Und wenn da immer wieder drüber liegt, die Warnung,

Speaker: pass auf, du wirst zu dick, wird uns eine wichtige Lebensgrundlage auch entzogen.

Speaker: Das hat mich zu den Fetstudies getrieben, Hanna.

Speaker: Und nicht die Frage der Genderforschung.

Speaker: Aber wenn man dann weitermacht, merkt man, da tun sich eklatante Geschlechterfragen auf.

Speaker: Und dann, also mein...

Speaker: Meine erste Offensive bei dem Thema war ja dann, dass ich mit dem Friedrich Schorb da ein Sammelband kreiert habe, zu den Fettstudies in Deutschland.

Speaker: Und dann hat man gar nicht so auf dem Schirm und überlegt.

Speaker: Und als wir alle Texte so beieinander hatten, das Manuskript stand, haben wir gesagt, oh, wir haben ja nur Frauen als Autorinnen.

Speaker: Es war für mich tatsächlich überraschend, weil ich ja mit Fritz und einem Mann diesen Band konzipiert hatte.

Speaker: Und dann auf einmal, oh ne, es ist offenbar ein Thema, was die Frauen angreift.

Speaker: Und ab da lag es als Gleis aus, als Brille, die man dann gar nicht mehr abnehmen kann.

Speaker: Ich würde auch nicht sagen, dass ich über die Genderforschung zum Körpergewicht oder zu den Fettstudies gefunden habe.

Speaker: Ich glaube eher, es ist eine Parallele in den Interessen, die man da verfolgen kann, auch da.

Speaker: Nämlich dieses Moment der sozialen Kontrolle über den Körper.

Speaker: Und ich glaube, das lässt sich sowohl auf Geschlecht beziehen, als auch auf das Gewicht.

Speaker: Und da gibt es einfach ganz viele Überschneidungen.

Speaker: Und ich glaube, das fand ich spannend.

Speaker: Und welche Hierarchien,

Speaker: darin dann stecken und wie die navigiert werden können.

Speaker: Vielleicht auch so ein Weg aus der, in dem Fall dann aus der sozialen Arbeit, zumindest mit dieser Perspektive auf das Thema soziale Ungleichheiten.

Speaker: Also das ist vielleicht auch, was mich dann hingebracht hat, also dass ich diesen Hintergrund aus der sozialen Arbeit mitgebracht habe, zu schauen, wer hat hier eigentlich welche, wer wird hier in einer letztlich ja auch Machtbewegung,

Speaker: Matrix einer gesellschaftlichen wie verortet.

Speaker: Das, glaube ich, kann man bei beidem und in der Überschneidung sehr gut verfolgen.

Speaker: Erstmal ist es ja schon interessant, dass die primäre Urfunktion ist ja die Mutter, die das Kind füttert.

Speaker: Das ist das eine.

Speaker: Und das andere ist, wir können ja wahrscheinlich nur so, wie wir darüber denken und reden und welche Bilder wir konstruieren, nur so darüber reden, weil unsere Ernährung sichergestellt ist.

Speaker: Erst dann können wir uns Gedanken darüber machen, wie wir uns ernähren wollen, dass wir uns besonders gesund ernähren müssen und dass unser Körper da auch noch eine Rolle spielt, wie wir den dann gestalten und formen durch unsere Ernährung.

Speaker: Aber das ist ja alles erst möglich durch eine gewisse Sättigung, die wir erfahren, oder?

Speaker: Ja, ja, da bin ich bei dir.

Speaker: Das sind jetzt Fragen zum Essen aus einer Luxusposition raus.

Speaker: Und ich selber in den 60ern bin noch in die Kinderkur geschickt worden, weil ich dicker werden sollte.

Speaker: Also das war die große Angst.

Speaker: Das ist die Dauerangst der Menschheit gewesen.

Speaker: Und das ist jetzt, also auf die Menschheitsgeschichte betrachtet, erst eine ganz kurze Angst.

Speaker: zu dick zu sein.

Speaker: Also das war, lange war das das Zeichen von Sicherheit.

Speaker: Der dicke Körper, das ist der überlebensfähige Körper.

Speaker: Ja, und gleichzeitig hat sich das ja in der Art und Weise, wie heute über Dicksein gesprochen wird, ja auf eine gewisse Art umgedreht.

Speaker: Weil also gängige Art, glaube ich, auf das Dicksein zu schauen, ist

Speaker: diese Perspektive, wir haben hier zumindest in den entwickelten Industrienationen Überangebot an industrieller, hochkalorischer Nahrung und so weiter.

Speaker: Und dann wird die soziale Frage daran eigentlich aufgemacht, wer kann sich denn

Speaker: die frische Kost, die gesunde Ernährung leisten.

Speaker: Also dann wird es zur Ressourcenfrage zu sagen, bilde ich mich zu gesunden Ernährungsgewohnheiten weiter?

Speaker: Kaufe ich auf dem Wochenmarkt mein Gemüse ein oder kaufe ich Convenience-Food?

Speaker: Habe ich Zeit zu kochen, zuzubereiten etc.?

Speaker: Also es hat sich tatsächlich, ich glaube unsere Perspektive darauf, hat sich ziemlich umgedreht in dieser Hinsicht oder zumindest stark verändert, ja.

Speaker: Also das Zeichen des Armenkörpers war über Jahrhunderte der Menschheit der dünne Körper.

Speaker: Und jetzt ist es der dicke Körper geworden.

Speaker: Und damit sind wir, also denke ich dann auch manchmal, dass die Klassenfrage beim Dicksein mir bei der Prominent,

Speaker: Aufmerksamkeit für die Geschlechterfrage immer ein bisschen zu sehr runterfällt.

Speaker: Also manchmal denke ich so, wir müssten mehr über die Klassenfrage bei diesem Körperphänomen nachdenken.

Speaker: Der Diskurs ist gut entwickelt dazu, die Stigmatisierungseffekte, die geschlechtsspezifischen, zu rekonstruieren, offen zu legen, anzuklagen, aber im Vergleich schwach ausgebildet in Bezug auf den Klassenkörper.

Speaker: Und das hat natürlich auch was damit zu tun.

Speaker: Wer macht diese Forschung?

Speaker: Die

Speaker: Also aus der Klassenposition heraus, die können sich nicht am wissenschaftlichen Diskurs und am politischen Diskurs beteiligen, weil die Voraussetzungen zur Beteiligung dann entzogen sind.

Speaker: Qua Klassenlage.

Speaker: Ja, ja.

Speaker: Ja, häufig bleibt es eben doch auf so einer deskriptiven Ebene.

Speaker: Also wo sozusagen zum Beispiel, also wir haben Studien, die Korrelationen feststellen zwischen Bildungsstatus und Körpergewicht, meinetwegen noch mit anderen Dimensionen verbunden wie Geschlecht oder so.

Speaker: Aber ich glaube, was eigentlich fehlt, ist nicht diese quantitative Betrachtung, okay, wer hat denn eigentlich...

Speaker: qua sozialer Position welchen Körper, sondern Fragen nach der Bedeutung.

Speaker: Weil man schnell, glaube ich, auch in diesen, und das ist ja ein verbreiteter, auch medialer Diskurs, also in diesen Diskurs reingerät,

Speaker: na warum machen es denn dann die Leute mit der geringeren Bildung oder mit dem geringeren Einkommen falsch?

Speaker: Also gleich verbunden mit einer moralischen Frage und auch Grundeinnahme, dass natürlich der dicke Körper dann ein Problem darstellt, dass es jetzt zu korrigieren gilt.

Speaker: Also die soziale Frage wird als Problemfrage aufgemacht.

Speaker: Und ich glaube, ein großer Gewinn durch die Perspektive der Fat Studies ist, hier nochmal den Blick

Speaker: weiten zu können.

Speaker: Und auch vielleicht, wenn man aus dieser Richtung der Ernährungsforschung kommt.

Speaker: Na, Silotte, du hattest vorhin über den Genuss und die soziale Bedeutung von Essen gesprochen.

Speaker: Dass Essen ja viele...

Speaker: Ernährung jetzt als ein Beispiel, ein Thema, das irgendwie mit dem Körper verbunden ist, dass das einfach viele Bedeutungen hat, viele verschiedene Bedeutungsdimensionen und zum Beispiel verbunden ist mit Identität, mit...

Speaker: sozialer Zusammenkunft mit Beziehungsfragen, auch mit, also wir sind beide auch in der Elternforschung viel aktiv, mit Fragen der Fürsorge.

Speaker: Wie leiste ich Fürsorge?

Speaker: Wie kann ich da eben auch Beziehungen innerhalb von zum Beispiel Familien oder anderen Fürsorgebeziehungen pflegen?

Speaker: Und ich glaube, das sind lauter Fragen, die oft hinten überfallen, wenn wir immer darauf schauen, okay, wer ist jetzt eigentlich was?

Speaker: Und wird man dann davon dick oder dünn?

Speaker: Oder ist das jetzt gut oder schlecht?

Speaker: Ich habe so das Gefühl, wir eiern so ein bisschen um die Frage rum, korrigiert mich, wenn ich falsch liege, ob es jetzt einen geschlechtlichen Bezug auch hat oder nicht.

Speaker: Also ich habe mich das auch gerade gefragt, wenn ich so diese Bilder des Fitnesswahns mir auch so in den Kopf rufe, die...

Speaker: männlich gelesenen Personen hier haben ja auch eine starke Prägung, was so ihren Körper anbelangt inzwischen.

Speaker: Also dieser durchtrainierte, guter Muskeltonus, viel Fitness an den Tag legen, immer Sport treiben, Proteinshakes zu sich nehmen, also eine ganz spezifische Ernährung, die dann nochmal diesen Muskelaufbau unterstützt.

Speaker: Ist das überhaupt noch an einem vergeschlechtlichten Körper im Sinne von

Speaker: Ist es zugeschrieben an einen weiblichen Körper, dieses du darfst nicht dick sein oder löst sich das auf und ist das so ein allgemeines gesellschaftliches Dogma?

Speaker: Also ich würde sagen, dass diese Anforderung des schlanken Körpers gilt für alle mittlerweile.

Speaker: Also historisch gab es da ein paar Verwerfungen.

Speaker: Aber gegenwärtig ist von dieser Norm kein Körper mehr frei.

Speaker: Aber das heißt nicht in Konsequenz, dass es damit geschlechtsneutral wird.

Speaker: Also der schlanke männliche Männerkörper muss weiterhin die Zeichen der Männlichkeit auch tragen und kultivieren.

Speaker: Du hast ja nicht unzufällig dann mit Fitness und muskulös gesprochen.

Speaker: Also da bestimmte weitere Merkmale aktiviert, die dann zusammengenommen Zeichen guter Männlichkeit sind und

Speaker: Die Zeichen des guten weiblichen Körpers, die Gemeinsamkeit ist auch nicht dick, aber jetzt nicht identisch mit den Anforderungen, den Merkmalen des männlichen Körpers.

Speaker: Also es bleibt, da vergeht schlechtlicht.

Speaker: Da ist auch ein gewisser Entwicklungsbedarf in den FED-Studies, weil ich glaube der Diskurs zu den weiblichen Vergeschlechtlichungen des Körpers sehr viel besser entwickelt ist, als der zum männlichen Körper und zum männlichen Dicksein.

Speaker: Und da frage ich mich immer wieder, wie das zu erklären ist.

Speaker: Also die Männerkörper sind ja sogar die dickeren.

Speaker: Judith, du hast vorhin gesagt, die Zählerei und so, irgendwie der Wert ist auch begrenzt.

Speaker: Aber da denke ich auch, es ist auch gut, dann mal so Zahlen zu bringen.

Speaker: Und alle Gesundheitsstudien sprechen davon,

Speaker: dass das Hochgewichtigkeitsproblem bei den Männern quantitativ größeres ist als bei den Frauen.

Speaker: Und gleichzeitig wissen wir aber zu denen kaum was.

Speaker: Also zu Bewältigungsstrategien, zu Explosionserfahrungen, zu Stigmatisierungserfahrungen.

Speaker: Wir haben gewusst,

Speaker: Kinderstudien dazu, Internationale, die sagen, also der dicke Junge ist das Kind, was am meisten Stigmatisierungsrisiken trägt und interessiert uns auch nicht groß.

Speaker: Die FED-Studies sind eben auch und die Auseinandersetzung, die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Dicksein,

Speaker: ist, glaube ich, ganz stark auch aus feministischen Bewegungen und aus feministischer Forschung und akademischen Disziplinen auch hervorgegangen.

Speaker: Und ich glaube, da steckt dann auch, ja, also da stecken zum einen Vorarbeiten drin zum Thema Weiblichkeit und da stecken auch, also da arbeiten, glaube ich, auch viele Menschen, viele Frauen, viele Menschen, die patriarchale Strukturen haben,

Speaker: mit Blick auf Weiblichkeit, sind in diesem Forschungsbereich aktiv und bringen ihre Perspektive und ihre Themen ein.

Speaker: Ich glaube, es ist nicht, also ich will damit nicht sagen, dass die Genderforschung nicht zugänglich wäre für Männer oder andere Geschlechter.

Speaker: Ich will damit vielmehr sagen, ich glaube, es gibt auch eine Tendenz, bestimmter Personengruppen sich dazu hingezogen zu fühlen.

Speaker: Und ich glaube, dass dieses Thema Dicksein und Schönheitsideale, Körpernormen und Anforderungen zur Körperbearbeitung ganz früh auch im Feminismus entdeckt wurde als ein feministisches Thema.

Speaker: Und das knüpft einfach total aneinander an.

Speaker: Also ich glaube aber, dass darüber auch ein starker Fokus auf dieses Thema ist,

Speaker: leben als Frau oder leben als Mädchen oder vielleicht auch als queere Person mittlerweile in einem dicken Körper, dass das vielleicht auch in Studien und theoretischen Auseinandersetzungen dadurch eine stärkere Aufmerksamkeit erfährt.

Speaker: Wir wissen im Übrigen aber auch durch verschiedene Studien, dass eben

Speaker: dicke Frauen in ganz besonderer Weise auch von ganz spezifischen Diskriminierungen betroffen sind.

Speaker: Also das will ich damit gar nicht in Abrede stellen.

Speaker: Aber ich glaube, dass das Thema Männlichkeit und Dicksein einfach bisher aus dieser Genese der Forschungsdistikien heraus nicht dieselbe Aufmerksamkeit erhalten hat.

Speaker: Und ich würde aber auch sagen, dass Dicksein als ein soziales Stigma sich ganz stark

Speaker: darauf auswirkt, ob jemand mit dem eigenen Geschlecht anerkannt wird, ob jemand mit Geschlechternormen entsprechen kann.

Speaker: Und ich glaube, das gilt für das weibliche sowie das männliche Geschlecht.

Speaker: Wir gucken da oft irgendwie auf das Thema Weiblichkeit und welche besonderen, ja,

Speaker: Betroffenheiten es gibt oder welche besonderen intersektionalen Diskriminierungen zwischen Geschlecht und Dicksein bestehen.

Speaker: Aber dass dicken Frauen zum Beispiel ihre Weiblichkeit abgesprochen wird, bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass Dicksein ein Kennzeichen der Männlichkeit ist und als solches anerkannt im sozialen Sinne.

Speaker: Sondern ich glaube, ebenso gibt es mittlerweile ganz gute

Speaker: Hinweise auch darauf, dass Dicksein auch herangezogen werden kann, um eben männliche Geschlechtlichkeit abzusprechen.

Speaker: Und dass viele Zuschreibungen an dicke Menschen eigentlich in einem sehr starken Gegensatz zu Männlichkeitsidealen und Männlichkeitsnormen stehen.

Speaker: Also diese Weichheit, dicker Körper zum Beispiel.

Speaker: Ja, noch mehr.

Speaker: Also er hat ja Brüste.

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Der dicke, männliche Körper hat Brüste.

Speaker: Ich denke, da sind auch mit unseren, sowohl für Frauen als auch für Männer, eigentlich für alle Körper, ist das Körperideal mit einer gewissen Leistungsfähigkeit und Leistungsnorm verbunden.

Speaker: Und unsere Vorstellung von einem dicken Körper widerspricht dem total.

Speaker: Also wenn ich an den muskulösen, starken, männlichen Idealkörper denke...

Speaker: dann denke ich eben damit auch an einen Körper, der aktiv geformt wird und aktiv so muskulös so stark gemacht wird.

Speaker: Und ich glaube, dass das als ein Kennzeichen von Männlichkeit immer noch oder auch sehr stark gilt.

Speaker: Und das widerspricht sozialen Vorstellungen, finde ich, sein auf jeden Fall, ja.

Speaker: Was wir jetzt noch gar nicht so richtig angesprochen haben, sind die kulturellen Codes.

Speaker: Also ich stelle mir jetzt vor, wir sprechen jetzt über unsere westliche Kultur, über unser Körperbewusstsein, aber es gibt ja durchaus auch Kulturen, in denen das Dicksein, gerade auch des weiblichen Körpers, nicht so besetzt ist.

Speaker: Also nicht so diskriminiert und marginalisiert ist, sondern es eher ein Zeichen für Stärke, für Kraft, für Natürlichkeit gesehen wird.

Speaker: Auch Attraktivität.

Speaker: Es gibt zum Beispiel Studien dazu, jetzt würde ich euch natürlich gerne die AutorInnen nennen, aber ich habe es jetzt aus dem Kopf leider nicht parat, vielleicht kann ich es nachschließen.

Speaker: Die zeigen, dass in schwarzen Communities zum Beispiel weniger starke Internalisierung von Gewichtsstigma herrscht, weil es da auch eine größere Normalisierung ist.

Speaker: von dicken Körperformen gibt.

Speaker: Also dass es da quasi gewisse Resistenzen sozusagen gegen eigentlich diese Gewichtsdigmatisierung auch gibt.

Speaker: Also wir haben einen sehr weißen und auch eurozentrischen Blick auf das Thema Körperform und Körpergewicht, den wir als Standard ansetzen.

Speaker: Und ich glaube nicht, dass der überall geteilt wird, auch in der westlichen Welt nicht überall geteilt wird, sondern dass es einfach der hegemoniale Blick

Speaker: eben auch und hängt eng damit zusammen, auch mit einem kolonialen Blick, wo dicke Körper und schwarze Körper verbunden wurden mit Zuschreibungen zu Unzivilisiertheit oder zu Maßlosigkeit, die dann dem zivilisierten weißen europäischen Körper gegenübergestellt wurden.

Speaker: Also ich glaube, da gibt es viele Verwobenheiten und ein, ja,

Speaker: Einen hegemonialen Blick, der nicht von allen kulturell geteilt wird und wurde, der sich aber eben durchgesetzt hat darauf, was ist ein guter Körper, was ist ein starker, ein leistungsfähiger Körper und auch ein quasi erhabener, ein besserer Körper, der in der sozialen Hierarchie über anderen stehen sollte und über andere Menschen.

Speaker: bestimmen kann.

Speaker: Und da wurde, glaube ich, Körpergewicht früh auch mit einem kolonialen Denken verbunden.

Speaker: Aber ich sehe das bislang nicht so stark in den deutschen FED-Studies als ein Thema, was jetzt eben auf unseren deutschsprachigen Raum übertragen erforscht wird.

Speaker: Oder ich bin dem noch nicht so viel begegnet, wie eben dieser dann doch vielleicht weiß-feministisch geprägten Perspektive auf das Thema Geschlecht.

Speaker: Ja, also da würde ich mich auch anschließen.

Speaker: Die

Speaker: Die Klassenfrage und die Frage von Race ist im deutschsprachigen Diskurs zu den FED-Studies relativ unterentwickelt.

Speaker: Ich würde ganz gerne nochmal auf eine Schnittmenge von euch beiden eingehen, weil ich das sehr spannend finde.

Speaker: Eigentlich eine Schnittmenge von uns dreien, weil wir uns alle irgendwie mit Elternschaft, mit Sorge beschäftigen und ihr beide tut das ja.

Speaker: Judith, du promovierst dazu, zu dicken Eltern.

Speaker: Lotte, wir machen jetzt gerade ein Forschungsprojekt zu filtern in der Wissenschaft, aber du hast dich auch viel mit dem Thema Kinderernährung eben in Form des Stillens auch befasst.

Speaker: Also irgendwo kommen wir immer wieder auch zu Fragen von, ja,

Speaker: Bildern des Sorgens, des Versorgens, vielleicht auch eben der ernährungsmäßigen Versorgung und dann auch landen wir irgendwie vielleicht beim Mutterbild.

Speaker: Also wie hängt denn diese Auseinandersetzung zum Dicksein auch mit einem bestimmten Mutterbild zusammen?

Speaker: Naja, ganz...

Speaker: Ganz eng ist das verkoppelt.

Speaker: Also gute Mutterschaft zeigt, wird ausgewiesen durch den Körper des Kindes.

Speaker: Wobei da eben interessant ist, dass die Normen für den guten Kinderkörper sich eben verändert haben.

Speaker: Es war dann lange das schöne, dicke, runde Kind.

Speaker: Und da braucht man gar nicht so weit zurückgehen.

Speaker: Noch in den 50er Jahren die Werbung für die

Speaker: Kinderkunstmilch und Breie haben ein moppeliges Kind gezeigt, was heute das Etikett kriegen würde oder mit der Warnung beim Kinderarzt verbunden würde gegenüber der Mutter, passen Sie auf.

Speaker: Das darf nicht so weitergehen.

Speaker: Aber die Normen,

Speaker: An den Kinderkörper haben sich verändert, aber nicht der Anspruch oder nicht der Mechanismus, dass die Care-Leistung der Mutter daran bemessen wird, wie der Körper des Kindes aussieht.

Speaker: Und da gibt es eben auch eine Verbindung, es geht ja bei dem Thema Elternschaft nicht nur um die Elternschaft von Menschen, die dicke Kinder unter Umständen haben, sondern auch um die dicken Eltern selber.

Speaker: Und da gibt es eben auch eine Verbindung zu dieser sehr verbreiteten Vorstellung,

Speaker: wie gesagt, dass das Dicksein Ergebnis eines bestimmten Lebensstils sei, eines bestimmten Verhaltens.

Speaker: Und das verbindet sich auch mit Vorstellungen dazu, wie Kinder sozialisiert und erzogen und dadurch geprägt werden.

Speaker: Also diese Vorstellung, dass dicke Eltern oder dicke Mütter in dem Fall vielleicht, weil sie als primäre Ernährungspersonen angesprochen werden, nach wie vor ihren Kindern einen bestimmten Lebensstil vorleben würden, der eben dick mache,

Speaker: Und der damit als schädlich für Kinder auch deklariert wird.

Speaker: Also da gibt es auch wieder einen gewissen Leistungsanspruch auch an Elternschaft, an mütterliche Fürsorge, an elterliche Fürsorge, diese besonders gut und entwicklungsförderlich zu leisten.

Speaker: Das ist etwas, was dicken Eltern vielfach abgesprochen wird.

Speaker: Dabei geht natürlich die Ebene verloren, dass Körper komplex sind und ganz viele Faktoren auf die Entwicklung von Körpern sich auswirken.

Speaker: Genetik, Verhalten, Umwelteinflüsse, auch Fragen, also soziale Fragen, ökonomische Fragen nach Wohnumgebung, nach den Möglichkeiten der Ernährungszubereitung,

Speaker: für verschiedene Gruppen, die gegeben sind oder nicht.

Speaker: Aber es verkürzt eben stark diese Vorstellung, dass dicke Eltern eine mangelhafte Fürsorge leisten.

Speaker: Und ich glaube, da wird es dann wirklich interessant.

Speaker: Man kann bestimmt breiter auf das Thema dicke Fürsorgende schauen.

Speaker: Und ich meine, auch die Erzieherin hat einen Erziehungs- und Bildungsauftrag und bekommt Verantwortung zugewiesen für...

Speaker: Das Wohlergehen der eher anvertrauten Kinder.

Speaker: Also ich kann mir das sehr gut als ein ergebiges Forschungsfeld vorstellen, gerade am Fachbereich Soziale Arbeit.

Speaker: Ja, sehr spannend.

Speaker: Und ich weiß gar nicht, ob ich das immer so stark, also ich persönlich, ich forsche ja zum Thema dicke Eltern und habe bewusst auch mit dicken Vätern gesprochen.

Speaker: Und ich weiß gar nicht, ob ich das immer so direkt auf dicke Mutterschaft beziehen möchte.

Speaker: Also es gibt, glaube ich, unterschiedliche...

Speaker: Ausprägungen und Erfahrungen, die Menschen machen und unterschiedliche Deutungen dieser Situation, wo auch Geschlecht mit reinspielt.

Speaker: Aber ich würde insgesamt sagen, es ist eine Frage dessen, wer Verantwortung auch für Kinder zugewiesen kriegt.

Speaker: Und ich glaube, da sind ja Väter mittlerweile immer stärker mit inbegriffen.

Speaker: Vielleicht nicht in derselben Intensität oder ja, nicht in derselben Intensität wie Mütter.

Speaker: Aber ich...

Speaker: wäre immer dafür, erstmal zu schauen, was ist eigentlich hier, also was ist Elternschaft und was ist dann spezifisch Mutterschaft und nicht davon auszugehen, dass es immer um Mütter geht.

Speaker: Also leider ist es auch so, dass bei den empirischen Studien ganz häufig mit Müttern nur gesprochen oder nur mit Müttern Interviews geführt werden und es relativ wenige Studien gibt, die da wirklich gezielt irgendwie schauen, was sagen denn dicke Mütter und Väter,

Speaker: zum Thema, welche Erfahrungen habt ihr in der Elternschaft gemacht, was es euch begegnet, weil auch da wieder ein gewisser Fokus darauf liegt, klar, ist ein Thema der Mutterschaft, natürlich, wir gucken uns jetzt diese Geschichten an und da finde ich eigentlich spannend zu schauen, wo tritt da vielleicht auch Geschlecht mal in den Hintergrund und es geht eigentlich um die dicke Körperlichkeit in der Fürsorge.

Speaker: Das ist nochmal ein spannender Punkt, finde ich, also die

Speaker: die Frage auch, wie eigentlich der Wandel von Körperbildern auch mit dem Wandel von Geschlechterbildern zusammen ist.

Speaker: Und in dem Moment, wo vielleicht jetzt Väter-Männlichkeiten stärker auch in die Verantwortung zur Sorge gezogen werden, tritt vielleicht in dem Moment diese Geschlechter-Dualität in den Hintergrund.

Speaker: Das geht stärker um die Frage von Sorge generell.

Speaker: Und wie wirkt sich das dann aus auf

Speaker: verkörperte Wesen.

Speaker: Was haben die für Anforderungen?

Speaker: Was wird von ihnen erwartet, um gut fürsorgen zu können?

Speaker: Und früher war das eben immer gleichzeitig adressiert an ein gutes Mutterbild, weil die Mutter primär die fürsorgende war, gesetzt, das ist so, und jetzt wird das aufgeweicht, zunehmend.

Speaker: Also eigentlich alles sozial konstruiert, irgendwie wir merken, es gibt hier keine Feststreibungen.

Speaker: Das ist immer wieder spannend.

Speaker: Mich würde vielleicht noch interessieren, ihr habt auch so ein paar Lehrstellen ja auch benannt,

Speaker: Mit Klassismus, das war eine Richtung und Race, die andere, was wären so Themen, an die ihr jetzt in diesem Forschungsfeld künftig andocken würdet?

Speaker: Wenn ihr jetzt die Möglichkeit hättet, ihr hättet jetzt Geld für Forschung, was würdet ihr bearbeiten?

Speaker: Ich gebe euch eine Million.

Speaker: Da hat man jetzt die Qual der Wahl.

Speaker: Also was ich damit machen würde, Hanna, ich würde, ich habe ja mal einen kleinen Ausflug gemacht zur Hochgewichtigkeit der Heimtiere.

Speaker: Also wir haben ja bei den Heimtieren den gleichen Problemdiskurs mittlerweile und das gleiche Problemphänomen, dass sie nämlich dicker werden.

Speaker: Und das ist in der Tiermedizin, wird das auch intensiv verhandelt.

Speaker: Und das würde ich mir, glaube ich, also diese Parallelisierung von bestimmten Tieren, also Phänomenen in der Menschenwelt, die transferieren oder ergreifen die Tiere, mit denen Menschen ihr Leben zunehmend ganz eng teilen.

Speaker: Da wäre dann aber, ja, auch Tiere haben ein Geschlecht oder wir weisen ihnen ein Geschlecht zu

Speaker: Auch das könnte man sich dann angucken.

Speaker: Ja, das wäre die erste provokante, der Nutzungsimpuls von meiner Seite zu der einen Million.

Speaker: Und das andere wäre im Alter, Hochgewichtigkeit im Alter.

Speaker: Da interessiert sich bislang kein...

Speaker: ein Mensch dafür.

Speaker: Das wird als natürliche Entwicklung irgendwie hingenommen.

Speaker: Die Körper werden immer dicker im Lebenslauf.

Speaker: Und so nach dem, ach, da am Ende, das ist Wurscht oder es kehrt sich sogar um, das von Seiten der Medizin, der dicke Körper dann als Vorteil.

Speaker: auch proklamiert wird, weil dann habe ich Reserven bei ernsthaften Erkrankungen.

Speaker: Aber auch da, ich kenne das jetzt nur aus Frauenperspektive, aber das ist weiterhin für Frauen auch ein enormes Problem mit diesem immer voluminöser werdenden Körper,

Speaker: dann klar zu kommen.

Speaker: Und das macht was auch mit Geschlechtlichkeit im Alter.

Speaker: Wahrscheinlich interessiert es uns auch deshalb nicht, weil wir haben keine Geschlechtlichkeit mehr im Alter.

Speaker: Wir werden dann schleichend sexuell und dann ist es sowieso scheißegal.

Speaker: Da würde ich dann die eine Hälfte für die Tiere und die andere Hälfte für die Hochgewichtigkeit im Alterungsprozess, diese Verkreuzung.

Speaker: Ich glaube, insgesamt wünsche ich mir gar nicht mal jetzt mit Bezug auf ganz andere Zielgruppen, sondern insgesamt würde ich mir mehr Forschung zu den eigenen Perspektiven, zu den Selbstdarstellungen, Selbstdeutungen und Lebenserfahrungen dicker Menschen wünschen, weil ich das nach wie vor...

Speaker: als ein bisschen unterrepräsentiert sehe.

Speaker: Und da sind ganz viele Lebensbereiche spannend.

Speaker: Ich fände die dicken Hundehalter spannender als die dicken Hunde.

Speaker: Aber das könnte man super verbinden.

Speaker: Wir holen uns zusammen und hauen die Millionen auf den Kopf.

Speaker: Genau.

Speaker: Und gerade auch das Thema Vaterschaft habe ich gemerkt.

Speaker: In meiner eigenen Forschung finde ich einfach total spannend.

Speaker: Und da gibt es einfach noch

Speaker: Wirklich relativ wenig.

Speaker: Und auch mit meiner Studie, mit der ich versucht habe, Mütter und Väter gleichermaßen zu erreichen, habe ich eben ganz spezifische Vätergruppen eher erreicht, nämlich die Alleinerziehenden, was auch für sich sehr spannend ist.

Speaker: Das macht dann wieder die Frage, wer fühlt sich zu einer Studie zum Thema Elternschaft überhaupt angesprochen und sprechfähig?

Speaker: Aber ich würde mich noch für viel mehr verschiedene Vaterschaften

Speaker: in diesem Feld zum Beispiel interessieren und da auch gerne noch mehr aus dieser Eigenperspektive erfahren.

Speaker: Mich interessieren alle möglichen anderen Felder auch.

Speaker: Also auch die Frage nach Dicksein in der sozialen Arbeit, also sowohl, wie wird das adressiert bei dicken Eltern in Hilfe,

Speaker: Verhältnissen in Sozialsystemen, Hilfen zur Erziehung, was es nicht alles gibt, als auch die Frage, was ist eigentlich mit den professionellen Helfenden, die selbst dick sind.

Speaker: Aber mich würde da wirklich interessieren, mehr Eigenperspektiven der dicken Menschen abgebildet zu sehen in der Forschung.

Speaker: Gar nicht unbedingt, welche Zielgruppen will ich noch weiter aufmachen.

Speaker: Ich habe trotzdem noch eine Zielgruppe, die mich auch noch interessieren würde, nämlich die Menschen, die Hochgewichtigen, die dann zu radikalen Maßnahmen greifen in ihrer eklatanten Not, zur bariatrischen Chirurgie.

Speaker: Also die

Speaker: Aus meiner Perspektive sind das ganz furchtbare Eingriffe.

Speaker: Die Vorstellung, dass an meinem Körper so etwas vollzogen würde, da kriege ich Gänsehaut.

Speaker: Aber es machen Menschen.

Speaker: Und was ist danach eigentlich?

Speaker: Wie geht das Leben nach?

Speaker: einer solchen Intervention, die, soweit wir informiert sind, ja nicht bedeutet, dass danach alles, also ein Leben, wie irgendwie nicht dicke Menschen leben können, möglich ist.

Speaker: Also was ja zumindest bleibt, ist, dass Ernährung weiter hochkontrolliert bleiben muss.

Speaker: Und wo mein

Speaker: Fantasie immer ist.

Speaker: Also das bleibt dann eine ungeheure Belastung, aber es hat stattgefunden, es hat aus guten Gründen stattgefunden, es wird ja nicht aus Jux und Dollerei gemacht, also es ist ja Ausdruck auch von einer ganz grauenhaften Situation, die vorher da war.

Speaker: Aber was ist danach besser?

Speaker: Ist danach was besser?

Speaker: Meine Befürchtung ist, es ist danach nicht alles besser.

Speaker: Aber was braucht es dann, damit das, was gehofft wurde, was ich einstellen soll, nämlich ein besseres Leben, tatsächlich zu realisieren ist?

Speaker: Ja, und das führt ja eben nicht nur zu einer unter Umständen einer radikalen Körperveränderung, sondern, du hattest angesprochen, eine ganz radikale Veränderung zum Beispiel der Ernährung, die jetzt notwendig wird, also ein Beispiel der Magenbänder oder Magenverkleinerung, einfach durch dieses wahnsinnig abgenommene Magenvolumen.

Speaker: Also das hat ja Implikationen für viele andere soziale Bereiche,

Speaker: Also man denke einfach mal ganz simpel an die gemeinsame Mahlzeit mit anderen.

Speaker: Genau, ja, also da ist mir jetzt bislang auch keine Studie, insbesondere jetzt im deutschsprachigen Raum bekannt, die da mal mit Menschen gesprochen hätte und erfasst hätte, wie sieht jetzt der Alltag aus, was sind eure eigenen Deutungen, Perspektiven auch darauf, wie der sich verändert hat und ja,

Speaker: Ich weiß gar nicht, ob ich immer über verbessert sprechen möchte, weil dann immer direkt so eine Bewertung darin steckt.

Speaker: Aber ich denke, es ist eine radikale Veränderung, die vorher lange abgewogen wird und die auch sehr hochschwellig ist.

Speaker: Ja, aber sie war ja mit einer Hoffnung verbunden.

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Also das ist ja was, wofür Menschen lange sich auch bemühen müssen und viele vorherige Maßnahmen nachweisen müssen und einen großen Haufen an Anträgen und Papierkram bewältigen müssen, um das bewilligt zu kriegen.

Speaker: Also ja, da steckt auf jeden Fall eine Dringlichkeit dahinter, die sich, glaube ich, auch zu sehr, sehr großen Teilen einfach auswirkt.

Speaker: der Stigmatisierung, mit der Menschen konfrontiert sind, ergibt.

Speaker: Wäre jetzt meine These zumindest.

Speaker: Und genau, das wäre bestimmt auch spannend, ja.

Speaker: Also Hanna, wir haben ganz viel.

Speaker: Wunderbar.

Speaker: Wir sind am Ende unserer Folge angelangt.

Speaker: Es gäbe sicherlich noch vieles zu besprechen zu diesem Thema.

Speaker: Und ich glaube, eure Perspektiven zeigen, es geht weiter.

Speaker: Ihr seid dabei, mitzudenken, weiterzudenken, zu reflektieren.

Speaker: Und alle, die das gehört haben, sind auch herzlich dazu eingeladen.

Speaker: Schön, dass ihr heute bei uns wart, Judith und Lotte.

Speaker: Es geht weiter, wie immer geht es weiter mit nachgefragt, in Kürze dann mit dem Thema Gesundheit und Geschlecht, also ein Thema, das diesem heutigen sehr nah ist, wo wir sicherlich auch Querverbindungen finden werden.

Speaker: Ich bin schon sehr gespannt und sage Tschüss und bis zum nächsten Mal.

Speaker: Tschüss.

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Recommended

Folge 9 - Gesundheit50:34
Folge 9 - GesundheitNachg*fragt

10 plays · Aug 20, 2026

Folge 5 - Gewalt46:02
Folge 5 - GewaltNachg*fragt

64 plays · Oct 29, 2025

Folge 4 - Männlichkeit55:58
Folge 4 - MännlichkeitNachg*fragt

91 plays · Aug 29, 2025

Folge 3 - Rechtsextremismus56:12