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Folge 6 - Geschlechterforschung in Hessen

Nachg*fragt
Nachg*fragt

80 plays · Dec 18, 2025

Folge sechs des Podcasts des Gender- und Frauenforschungszentrums der hessischen Hochschulen. Heute steht die Geschlechterforschung in Hessen sowie das gleichnamige Netzwerk im Zentrum der Folge - diskutiert von Dr. phil. Johanna Leinius und Dr. Inga Nüthen, moderiert von Dr. Hanna Haag. #4genderstudies Musik von Mykola Sosin [https://pixabay.com/de/users/mfcc-28627740/?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral&utm_campaign=music&utm_content=274290] von Pixabay [https://pixabay.com/?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral&utm_campaign=music&utm_content=274290].

Transcript

Speaker: Geschlechterforschung ist für mich politisch.

Speaker: Sie geht nicht darin aus, politisch zu sein, aber sie kann gar nicht unpolitisch sein.

Speaker: Gerade auch in den momentanen Gegenwind, den die Geschlechterforschung hat, zu sagen, nein, genau jetzt ist der Moment, dass wir uns stärker vernetzen, dass wir Räume schaffen, in denen wir uns austauschen können.

Speaker: Herzlich willkommen.

Speaker: Zur siebten Folge von Nachgefragt.

Speaker: Schön, dass ihr wieder alle dabei seid.

Speaker: Heute geht es um ein bisschen anderes Thema als sonst.

Speaker: Wir haben den Hashtag für Gender Studies zum Anlass genommen, uns mit Kolleginnen aus dem neu gegründeten Hessischen Netzwerk für Geschlechterforschung auszutauschen.

Speaker: In Hessen ist einiges los in den letzten Jahren, das werden wir gleich noch besprechen.

Speaker: Dafür haben wir auch zwei Gesprächspartnerinnen eingeladen und wir freuen uns, dass Johanna Leinius und Inga Lüten heute bei uns sind.

Speaker: Schön, dass ihr da seid.

Speaker: Herzlich willkommen.

Speaker: Hallo.

Speaker: Hallo.

Speaker: Schön, dabei zu sein.

Speaker: Ich würde euch erstmal kurz vorstellen, damit die HörerInnen auch wissen, mit wem sie es zu tun haben.

Speaker: Johanna ist wissenschaftliche Geschäftsführerin des Cornelia-Göthe-Zentrums an der Goethe-Uni Frankfurt.

Speaker: Sie sagt selbst immer sehr viel Goethe, hat zu solidarischen Praktiken aus einer postkornial-feministischen Perspektive promoviert und arbeitet unter anderem zu feministischen Bewegungen, Geschlechterverhältnissen in der sozial-ökologischen Transformation, postkornialer Theorie und Antifeminismen.

Speaker: Sie ist seit 2024 Sprecherin des schon genannten Netzwerks Geschlechterforschung Hessen und in dieser Funktion heute auch hier.

Speaker: Inga ist akademische Rätin und Leiterin des Fachgebiets Internationale Geschlechterpolitik und qualitative Methoden der Politikwissenschaft an der Universität Kassel, hat zu Aspekten queerfeministischer Politikverständnisse promoviert und ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich queerfeministische politische Theorien, Antifeminismen,

Speaker: und Politikwissenschaftliche LGBTIQ Studies.

Speaker: Inga war von 2024 bis 2025 auch Sprecherin des Netzwerks in Hessen und denke, dadurch kannst du auch sehr viele Einblicke schon geben.

Speaker: Ja, dann gehen wir mal zur ersten Einstiegsfrage über, die wir eigentlich immer allen unseren Gästen stellen im Podcast, nämlich uns interessiert immer,

Speaker: die Frage, warum eigentlich Geschlechterforschung?

Speaker: Also wie seid ihr beide dazu gekommen?

Speaker: Was ist so der Weg dahin und was begeistert euch eigentlich daran?

Speaker: Magst du anfangen, Johanna?

Speaker: Das kann ich gerne machen.

Speaker: Danke für die Frage.

Speaker: Bei der Vorbereitung hatte ich auch überlegt, wie bin ich eigentlich zur Geschlechterforschung gekommen?

Speaker: Denn das war gar nicht so vorgezeichnet.

Speaker: Ich habe in Bremen an der Hochschule studiert, und zwar internationales Politikmanagement im Bachelor.

Speaker: Und da gab es relativ wenig Inhalte, die was mit Feminismus zu tun hatten.

Speaker: Habe dann an der Uni Helsinki meinen Master gemacht und bin dann tatsächlich über meine Masterarbeit zur feministischen Theorie gekommen.

Speaker: Und zwar über den Umweg der postkolonialen Theorien.

Speaker: weil ich zu sozialen Bewegungen in Costa Rica die Masterarbeit geschrieben hatte und auch dort war und dort mit einer Freundin geredet hatte über meine Masterarbeit und sie dann meinte, du musst doch ganz dringend dir auch zuerst die postkolonialen Theorien angucken.

Speaker: Das waren die lateinamerikanischen Theorien, also Anibal Quijano, Walter Mignolo, aber auch eben Maria Lugones.

Speaker: Und bin dann über diesen Weg zu transnationalen Feminismen gekommen und dann

Speaker: über meine Promotion bei Nikita Dawan an der Goethe-Universität, tatsächlich dann über diese Perspektive zu den KlassikerInnen der feministischen Theorie.

Speaker: Und ich bin sehr froh, dass ich diesen Einstieg hatte, weil dadurch natürlich immer bei mir diese Verwobenheit von Kapitalismus, Kolonialismus und Patriarchat

Speaker: eine absolut natürliche Perspektive ist.

Speaker: Das heißt, ich schaue immer aus dieser eher globalen Perspektive und der Frage der globalen Verflechtung von Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten auf Themen, auch auf die Themen hier in Hessen tatsächlich.

Speaker: Ja, danke schön.

Speaker: Ja, danke für die Einladung auch nochmal von mir.

Speaker: Als ich jetzt über die Frage nachgedacht habe, ist es, glaube ich, ein bisschen eine andere Bewegung.

Speaker: Ich habe in Berlin Politikwissenschaften studiert.

Speaker: Und damals war das so, dass viel der Auseinandersetzungen auch um die Inhalte des Studiums außerhalb der Universität stattgefunden haben.

Speaker: Im Kontext queerfeministischer politischer Bewegungen, aber auch so allgemein gesellschaftskritischer Lesekreise etc.

Speaker: Und das hat mich zu feministischen und queerfeministischen Fragestellungen gebracht, die ich dann immer versucht habe, im Studium der Politikwissenschaft irgendwie anzurechnen.

Speaker: weil sie jetzt nicht unbedingt zum breiten Lehrangebot gehört hat.

Speaker: Und mich hat immer motiviert, dass man Geschlecht und Sexualität analytisch zum Ausgangspunkt machen kann, um Herrschaft, Macht und Ausbeutungsverhältnisse zu verstehen.

Speaker: Und mir ist aber auch mal aufgefallen, dass innerhalb der Politikwissenschaft diese Fragen eher an den Rand gedrängt werden.

Speaker: Und das war immer so im Studium und dann in der Promotion und dann auch im weiteren beruflichen Werdegang ein Motivationsfaktor.

Speaker: Und ich habe dann die Chance gehabt, tatsächlich in Genf nochmal ein Auslandsjahr zu machen.

Speaker: Und da habe ich Etusgenre studiert.

Speaker: Also das hatten die da gerade neu eingeführt.

Speaker: Also Gender Studies auf Französisch.

Speaker: Und das hat mir dann nochmal so einen richtigen Schub gegeben, mich wirklich in diese Richtung zu bewegen.

Speaker: zu bewegen.

Speaker: Und genau, ich habe dann tatsächlich auch in der Politikwissenschaft an der Universität Marburg als wissenschaftliche Mitarbeiterin gearbeitet im Arbeitsbereich Politik und Geschlechterverhältnisse.

Speaker: Und das hat dann mein weiteres akademisches Auseinandersetzen sehr geprägt.

Speaker: Ich habe dann, ich habe an der Uni Koblenz promoviert zu queer-feministischen Politikverständnissen.

Speaker: Und habe zwischendurch immer so Ausflüge gemacht und das ist, glaube ich, auch, warum ich in dieser Arbeit im Netzwerk bin und wir uns ja auch über diese Kontexte schon länger kennen.

Speaker: Habe ich zwischendurch an der Universität, also an der Freien Universität Berlin am Margareta-von-Grentano-Zentrum gearbeitet und

Speaker: Das ist das dortige Geschlechterforschungszentrum und habe dann in Marburg auch noch eine Zeit lang als wissenschaftliche Referentin des dortigen Zentrums für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung gearbeitet, sozusagen.

Speaker: Immer wenn ich dann aus der Politikwissenschaft raus, bin ich immer in die Geschlechterforschung und wieder zurück.

Speaker: Und wie Johanna das sozusagen beschrieben hat, ich finde, einen ganz zentralen Moment ist so die kritische Selbstreflexion im Feld, also intersektionale Aspekte sich anzuschauen und sich irritieren zu lassen, auch von anderen Perspektiven und da im Denken weiterzukommen.

Speaker: Das ist was, was mich in dem Feld besonders inspiriert, mit allen Herausforderungen, die das mit sich bringt.

Speaker: Genau, dabei belasse ich es erst mal.

Speaker: Oder ist ja schon da.

Speaker: Da schließe ich nochmal an, weil ich den Punkt tatsächlich auch unterstreichen will, wenn es darum geht, was motiviert mich eigentlich in der Geschlechterforschung zu sein und aus dieser Perspektive zu forschen.

Speaker: Denn ich glaube, es gibt diesen Ausdruck Verunsicherungswissenschaft.

Speaker: Ich finde, das passt ganz gut für die Gender Studies, weil eben diese kritische Reflexion auch der eigenen Positionalität, der eigenen Ausschlüsse,

Speaker: und aber auch natürlich der Ausschlüsse, die in der Gesellschaft funktionieren, auf allen Ebenen, finde ich mit Geschlechterforschung und mit der Brille über Geschlecht und Sexualität einfach sehr klar hervortreten.

Speaker: Und das ist etwas, mit dem man, finde ich zumindest, wenn man einmal diese Perspektive hat, natürlich auch im Privaten, im Beruflichen, eigentlich auf allen Ebenen auch immer wieder darauf gestoßen wird, wo findet Ungerechtigkeit statt, wie hängt das mit Geschlechterverhältnissen zusammen.

Speaker: Ja, das kann ich gut nachvollziehen, diese biografische Verwobenheit.

Speaker: Das geht mir auch oft so, dass wir das gar nicht voneinander trennen können.

Speaker: Es ist eine Herausforderung, aber es ist auch eine Bereicherung, sich mit einem Thema zu beschäftigen.

Speaker: befassen zu können, das auch immer eine lebenswirkliche Passung hat, eine Entsprechung hat.

Speaker: Und das ist vielleicht bei manchen anderen Forschungsthemen weitaus schwieriger, das auf Anhieb sehen zu können.

Speaker: Aber gleichzeitig sind wir natürlich immer auch damit konfrontiert, sich mit uns selber auseinanderzusetzen und auch, wie ihr es so schön gesagt habt, kritisch zu reflektieren.

Speaker: Aber ich denke, genau das macht auch diese Forschung aus.

Speaker: Diese kritischen Wissenschaften ist ja nicht nur Geschlechterforschung,

Speaker: Aber bei euch sieht man ja auch schon die Einflüsse, postkoloniale Theorien, Queer-Theorien, politische Theorien.

Speaker: Das sind ja alles Wissenschaften, die das so ein bisschen vereint unter diesem Dach.

Speaker: Ja, vielleicht kann ich da noch ergänzen, das finde ich immer ganz wichtig, dass die Geschlechterforschungsperspektive in der Politikwissenschaft oder auch darüber hinaus hat total mein Wissenschaftsverständnis geprägt.

Speaker: Und ich glaube, dass mich motiviert auch darin dieses spezifische Verständnis und Blick auf Wissenschaft als etwas, was nicht unhinterfragt objektiv sein kann, was herausgefordert ist durch partielle Sichtweisen etc.

Speaker: und da einfach auch ein, ich würde immer sagen, ein konsistenteres Wissen zu produzieren oder ein umfangreicheres oder auch sich so ehrlicher in der eigenen Wissensproduktion zu sein.

Speaker: mit sich und den Herrschaftsverhältnissen.

Speaker: Das finde ich so einen wichtigen Punkt.

Speaker: Und auch, weil es ja auch öfter umkämpft, würde ich noch sagen, Geschlechterforschung ist für mich politisch.

Speaker: Sie geht nicht darin auf, politisch zu sein, aber sie kann gar nicht unpolitisch sein.

Speaker: Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt.

Speaker: Und schon auch, ja, damit kämpfen wir dann an Punkten auch.

Speaker: Aber ich finde es einen ganz wichtigen Moment.

Speaker: Und daran anschließend, weil natürlich das Verständnis von Politik in der Öffentlichkeit oder im Alltagsverstand ja was anderes ist als in der Wissenschaft.

Speaker: Das heißt, politisch heißt jetzt nicht ideologisch.

Speaker: Gerade wenn man sich so antifeministische Mobilisierung anguckt, wird das ja immer wieder der Geschlechterforschung vorgeworfen.

Speaker: Und ich sehe das als ein großes Missverständnis, wenn es darum geht, zu überlegen, was ist denn eigentlich Politik und was ist politisch?

Speaker: Eigentlich geht es ja genau darum, was Inga ja auch schon gesagt hat, zu sagen,

Speaker: Was sind Macht- und Herrschaftsverhältnisse?

Speaker: Wie sind Macht und Herrschaft verteilt?

Speaker: Und genau da rein zu intervenieren.

Speaker: Und im Fall der Geschlechterforschung eben mit einem emanzipatorischen Anspruch.

Speaker: Und zwar zu sagen, es geht darum, die Chancen und die Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen, sei es jetzt in der Wissenschaft oder eben in der Politik oder in der Gesellschaft,

Speaker: gerecht verteilt sind.

Speaker: Und das ist etwas, was eben politisch ist, natürlich, denn man setzt sich mit Macht- und Herrschaftsverhältnissen auseinander.

Speaker: Es heißt aber nicht, dass man aufhört, analytisch präzise zu sein oder eben wissenschaftliche Methoden zu verwenden.

Speaker: Das ist natürlich in Gender Studies genauso wie in allen anderen Wissenschaften.

Speaker: Ich meine, das ist unser Metier, das ist unser Handwerkszeug.

Speaker: Und nur wenn man verlässliche und abgesicherte Daten und Theorien produziert, die eben auch kollektiv natürlich in der wissenschaftlichen Debatte abgeklopft werden, untersucht werden und dann eben für gut befunden werden.

Speaker: Ja, das leitet ganz gut auch zu der Arbeit jetzt über.

Speaker: Wir wollen uns ja heute abweichen von den bisherigen Folgen nicht so sehr auf so ein Querschnittsthema konzentrieren, also

Speaker: Geschlecht immer in Relation zu einem anderen Thema.

Speaker: Wir hatten zum Beispiel Männlichkeit oder KI oder auch Gewalt zuletzt, sondern eher jetzt die Arbeit im Netzwerk in den Fokus rücken, die, so würde ich jetzt behaupten wollen, auch ein Stück weit

Speaker: auf dem aufbaut, was ihr jetzt schön herausgearbeitet habt, eigentlich so die Verbindung von Wissenschaftlichkeit, von einem wissenschaftlichen Blick auf ein gesellschaftliches Phänomen auf der einen Seite und der Notwendigkeit auch hier politische Statements abzuliefern im Sinne von für auch diejenigen, auf die sich das bezieht, mit einzubeziehen und auch, ja,

Speaker: füreinander auch einzustehen, solidarisch zu sein, auch im Umgang miteinander.

Speaker: Also so verstehe ich auch diese Arbeit im Netzwerk, sich zu vernetzen auf der wissenschaftlichen Ebene, das ist ganz klar.

Speaker: Aber auch darüber hinausgehend noch eine andere Rolle, eine Funktion zu übernehmen.

Speaker: Aber darüber können wir ja sprechen.

Speaker: Ja, ich bin heute auch in dieser Rolle da.

Speaker: Also ich muss das so ein bisschen offenlegen, dass ich auch Teil dieses Netzwerks bin, auch mit Johanna Sprecherin.

Speaker: Jetzt auch zum zweiten Mal

Speaker: Und ja, daher selbst involviert bin.

Speaker: Und vielleicht sprechen wir jetzt erstmal auch für unsere ZuhörerInnen, die das vielleicht noch nicht so verfolgt haben, so ein bisschen über die Anfänge dieser Netzwerkarbeit.

Speaker: Also was gab eigentlich so den Anlass, dieses Netzwerk zu gründen vor ein bisschen über einem Jahr?

Speaker: Vielleicht könnt ihr so ein bisschen zurückdenken, noch euch erinnern.

Speaker: Das ist bei euch so hängen geblieben.

Speaker: Was verbindet ihr eigentlich mit den Anfängen?

Speaker: Gerne Inger.

Speaker: Okay, da fange ich mal an.

Speaker: Also erst mal, wenn ich jetzt so drüber nachdenke, Geschlechterforschung in Hessen ist ja doch auch recht stark vertreten und es gibt da schon eine längere Geschichte der Vernetzung.

Speaker: Also diese Vernetzung hat nicht angefangen mit der Gründung des Netzwerks.

Speaker: Ich glaube, das ist ganz wichtig, das zu sagen.

Speaker: Wir haben verschiedene Zentren in Hessen der Geschlechterforschung und einzelne Forschende und auch Professuren, die das in der Denomination haben,

Speaker: die sich mit Geschlechterforschung in ihrem jeweiligen Feld auseinandersetzen oder das ihre Perspektive ist.

Speaker: Und da gibt es schon eine längere Geschichte der Vernetzung, die diesem Netzwerk vorausgeht.

Speaker: Der Anlass war eigentlich, dass wir uns im Zuge, und da sprechen wir vielleicht später nochmal drüber, im Zuge auch einer tagespolitischen, landespolitischen Vernetzung, auch mathematisch sozusagen mit unseren eigenen Bedingungen auseinandergesetzt haben, des Arbeitens, uns eine Tagung gab in Gießen zu Sprachpolitiken als dedemokratisierende Geschlechterpolitiken,

Speaker: Es hat im Oktober 2024 stattgefunden und dem hervorausgegangen war eine stärkere punktuelle Vernetzung.

Speaker: Und da kam dann die Idee auf, sich so ein Netzwerk auch zu gründen, vor allem auch vor dem Hintergrund, so erinnere ich mich, ihr korrigiert mich, dass es ja ein Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung in Nordrhein-Westfalen gibt.

Speaker: Und ich habe es nochmal nachgeschaut, schon seit 1986.

Speaker: Und dieses Netzwerk ist immer so ein Beispiel, finde ich, also in NRW ist die Geschlechterforschung ziemlich stark, so sieht es von außen zumindest aus, oder sie haben eine hohe Zahl an WissenschaftlerInnen, die dem auch zugehörig sind.

Speaker: Auf der Webseite, da habe ich nochmal nachgeguckt, sind über 400.

Speaker: Und dass das auch so ein Vorbild war, zu sagen, wollen wir das nicht auch in Hessen machen?

Speaker: Also von KollegInnen zu lernen, mit denen wir auch punktuell zusammenarbeiten und zu gucken, ob wir das für Hessen nicht auch ausführen können, um so den Austausch noch zu verstärken und vielleicht einfach zu institutionalisieren.

Speaker: Genau, ich schließe mich da an.

Speaker: Und eben auch ganz wichtig, eben nicht immer nur zu reagieren auf tagespolitische Veränderungen, Dynamiken, sondern zu sagen, wir wollen als kollektiver Akteur

Speaker: auftreten und eben auch proaktiv überlegen, was wollen wir eigentlich erreichen in der Geschlechterforschung Hessen, wo es eben ganz, ganz viele Stärken gibt, eine große Vielfalt gibt, die aber natürlich auch Wege braucht, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Speaker: Und zwar zwischen Universitäten, aber auch zwischen Universitäten und Hochschulen.

Speaker: Denn es gibt ja das GFFZ für die hessischen Hochschulen.

Speaker: Da ist Hannah ja auch sehr stark involviert.

Speaker: Aber für die Unis gibt es das nicht.

Speaker: Das heißt,

Speaker: Gerade auch in den momentanen Gegenwind, den die Geschlechterforschung ja hat, zu sagen, nein, genau jetzt ist der Moment, dass wir uns stärker vernetzen, dass wir Räume schaffen, in denen wir uns austauschen können, Räume schaffen, in denen wir auch Forschung anstoßen können, die eben zwischen den verschiedenen Hochschulen verbunden ist, um eben unsere Stärken noch stärker zu machen und auch den momentanen Moment, aber eben auch andere Themen zu

Speaker: mit dem, was wir am besten können, und zwar der Forschung auch anzusehen, zu analysieren, aber auch wissenschaftspolitisch agieren zu können.

Speaker: Denn das ist natürlich einfacher, wenn man ein Netzwerk hat und in einer gewissen Art und Weise auch sagen kann, wir sprechen für die Frauen- und Geschlechterforschung in Hessen, was in vielen Momenten natürlich auch mehr politisches Gewicht hat, mehr wissenschaftspolitisches Gewicht hat, als wenn einzelne ForscherInnen

Speaker: für sich einzeln sprechen müssen und dann ja auch sich in einer gewissen Art und Weise exponieren müssen gegenüber der Öffentlichkeit.

Speaker: So würde ich das jetzt glaube ich zusammenfassen, warum wir das gemacht haben.

Speaker: Und wenn ich noch ergänzen darf, mir fällt da immer auch noch auf die Geschlechterforschung.

Speaker: ist ein weites Feld, das zumeist in Disziplinen verankert ist und nicht als eigenständiges Fach vorhanden.

Speaker: Das heißt, wir müssen uns unsere Strukturen immer auch selber schaffen, um auch für Forschung etc.

Speaker: in den Austausch zu kommen, weil

Speaker: Es passiert sehr viel in dem Feld.

Speaker: Es ist ein sehr innovatives, ein sehr kreatives, ein sehr lebendiges Forschungsfeld.

Speaker: Nur es gibt keine Bündelung anhand bestehender Fächer an den Hochschulen in Hessen etc.

Speaker: Dass wir auch dadurch, glaube ich, noch mal mehr sichtbar machen, was es eigentlich alles gibt in Hessen und wie stark die Geschlechterforschung in Hessen dann doch ist.

Speaker: Ja, das hat ja auch der Wissenschaftsrat eigentlich schon herausgestellt, in seiner Evaluation der Geschlechterforschung, wo auch, glaube ich, ziemlich deutlich wurde, dass Hessen da breit aufgestellt ist, dass da viele Potenziale sind, eigentlich schon Strukturen da sind, die vielleicht noch einer gewissen Institutionalisierung bedürfen, um noch wirkmächtiger zu sein.

Speaker: Und ich denke, da sind wir dann auch genau auf diesen Zug aufgesprungen, um genau das zu machen, wenn man gemeinsam einfach nochmal anders

Speaker: Ich würde vielleicht jetzt nochmal so ein bisschen auf die politische Sphäre drumherum um diesen Ursprung oder die Anfänge des Netzwerks eingehen wollen, weil es ja schon auch

Speaker: du hast es schon angesprochen, Johanna, so eine Art politische Energie, ein politisches Klima gab, das dann nochmal vielleicht eine dringlichere Notwendigkeit gegeben hat, dieses Netzwerk auch wirklich zu diesem Zeitpunkt zu gründen.

Speaker: Weil ihr gesagt habt, die Strukturen waren da, es gab Vernetzung, aber es gab nochmal eine neue Herausforderung,

Speaker: Ich würde jetzt kurz mal auf das Thema der Verbote geschlechtergerichter Sprache eingehen wollen, denn im Eckpunktpapier der neuen Landesregierung in Hessen aus CDU und SPD hieß es in 2023, ich zitiere jetzt mal kurz, wir werden festschreiben, dass in der öffentlichen Verwaltung sowie weiteren staatlichen und öffentlich-rechtlichen Institutionen, also wie Schulen, Universitäten und Rundfunk, auf das Gendern mit Sonderzeichen verzichtet wird,

Speaker: und eine Orientierung am Rat für deutsche Rechtschreibung erfolgt.

Speaker: Dieser Diskurs hat uns ja Anlass gegeben, hier nochmal stärker solidarisch und zusammen aufzutreten.

Speaker: Vielleicht könnt ihr da nochmal ein bisschen was zu sagen, welche Rolle hat dann eigentlich dieses Netzwerk auch für, oder diese beginnende Netzwerkbildung auch im Kontext dieser Auseinandersetzung gespielt.

Speaker: Ja, sehr gerne.

Speaker: Das waren die tagespolitischen, die wir damit eben schon hingewiesen haben.

Speaker: Und da möchte ich noch darauf hinweisen, dass wir noch mal unterstreichen, dass natürlich die Verbote geschlechtergerechter Schreibweisen mit Sonderzeichen etwas sind, was in anderen Bundesländern auch vorher schon passiert ist.

Speaker: Als aber in Hessen genau Ende 2023 angefangen hat, als es ein Thema wurde in den Koalitionsverhandlungen, in diesem Eckpunktepapier,

Speaker: obwohl es vorher im Wahlkampf eigentlich kaum Thema war.

Speaker: Und zumindest wir als GeschlechterforscherInnen dann davor standen und dachten, okay, wo kommt das jetzt her und was bedeutet das vor allem natürlich auch für Bildung und Wissenschaft?

Speaker: Und dann ging es ja weiter.

Speaker: Dann gab es Ende März die Dienstanweisung vom Ministerpräsidenten, die genau das nochmal formuliert hat.

Speaker: Dann gab es vom Kultusministerium

Speaker: eine Dienstanweisung im Mai, die dann auch ganz konkret Auswirkungen hatte auf das Abitur in dem Jahrgang, wo dann eben auch nicht mehr Sonderzeichen benutzt werden durften, um geschlechtergerecht zu schreiben.

Speaker: Und wir als GeschlechterforscherInnen eine sehr große Dringlichkeit gesehen haben, das einzuordnen und klarzustellen, was das eigentlich für ein Angriff ist auf die Sichtbarkeit von queeren Personen, von Transpersonen, die eben

Speaker: unsichtbar gemacht werden, obwohl dies ganz konkret auch in Deutschland rechtswidrig ist.

Speaker: Denn es gibt ja schon seit 2018 das Bundesverfassungsgericht Urteil zum dritten Geschlecht, wo ganz klar gesagt wird, es gibt neben männlich und weiblich noch weitere Geschlechter, die eben auch

Speaker: angesprochen werden müssen in einer Art und Weise und die beachtet werden müssen, auch in der Kommunikation, vor allem natürlich auch aus der öffentlichen Verwaltung und von öffentlichen Stellen, die natürlich an das Grundgesetz gebunden sind.

Speaker: Und das war tatsächlich auch einer der Anstrengungen, zu sagen, wir brauchen verlässliche Strukturen, damit wir nicht immer wieder neue Strukturen schaffen müssen und Kontakte knüpfen müssen zu den GeschlechterforscherInnen, die in dem Feld arbeiten und da etwas zu sagen haben, sondern dass wir schon eine Basis haben, auf die wir dann aufbauen können.

Speaker: damit es nicht eben unsere Ressourcen immer wieder in diese Koordinationsarbeit gehen.

Speaker: Und das hat zumindest meiner Meinung nach auch sehr gut funktioniert.

Speaker: Da waren sehr viele Personen sehr schnell bereit, Arbeitszeit, Ressourcen zu investieren, um dort etwas zu formulieren, um auch in den Medien sichtbar zu werden und darzulegen, dass diese Verbote,

Speaker: tatsächlich demokratiebedrohend sind, weil sie eine plurale Demokratie, die Vielfalt, die es gibt in unserer Gesellschaft, eben mit einem Erlass, mit Verwaltungsvorschriften letztendlich unsichtbar machen wollen.

Speaker: Und dass das etwas ist, wo eben nicht nur die Geschlechterforschung und nicht nur die Betroffenen gefragt sind, sondern eben auch alle Personen, die für eine Demokratie einstehen, die plural ist, in der eben verschiedene Lebensweisen

Speaker: und Liebensweisen sichtbar gemacht werden und existieren können.

Speaker: Und das ist tatsächlich etwas, was, finde ich, in dieser Debatte häufig verloren geht.

Speaker: Es geht eben nicht nur darum, dass geschlechtergerechte Schreibweise mit Sonderzeichen verboten wird, weil es irgendwie kompliziert ist oder irritiert.

Speaker: Es irritiert vielleicht, aber es irritiert, weil es eben bestimmte Normalisierungen von einer binären Geschlechterordnung herausfordert, sondern dass dahinter natürlich auch eine größere Bedrohung steht, ein größeres Panorama steht, wo bestimmte

Speaker: Formen von sexueller, geschlechtlicher Vielfalt eben als nicht legitim gesehen werden.

Speaker: Und dass das ein Teil ist von einer autoritären Schließung, der man sich entgegenstellen muss.

Speaker: Eben nicht nur als GeschlechterforscherInnen oder als Betroffene, sondern tatsächlich die Mehrheit der Gesellschaft, würde ich sagen.

Speaker: Ja, und vielleicht, das ist ja auch dann unser Anlass, sich damit auch, was können wir am besten analytisch auseinanderzusetzen.

Speaker: Weil vordergründig geht es um bestimmte Vorlieben, wie du das auch schon gesagt hast, in der Verwendung bestimmter Formen sprachlicher Inklusion bezogen auf diverse Geschlechter.

Speaker: Aber das, was uns motiviert hat, ist ja auch nochmal dann über so eine spontane Erstreaktion, die ja auch beeindruckend war.

Speaker: Also ich habe das nochmal nachgeguckt.

Speaker: Wir haben innerhalb von kürzester Zeit ja fast 1000 Unterschriften von Personen, die nicht mit einverstanden sind mit solchen Regelungen.

Speaker: Und das ist die Ebene, die wir dann da aushandeln.

Speaker: Aber uns war relativ schnell klar, wir müssen uns das analytisch auch nochmal angucken, was passiert da eigentlich gerade über die Verhandlungen von Sprache.

Speaker: Sprache, also warum ist das eigentlich ein politisches Kampffeld?

Speaker: Und was passiert da eigentlich?

Speaker: Und ich glaube, das ist so, genau, das ist so auch noch der, das muss man auch mal betonen, wir bleiben da nicht bei stehen, uns nur dagegen zu wehren.

Speaker: Ich wollte auch nochmal auf diesen Punkt raus, wie schnell und in welcher Geschwindigkeit Menschen hier gezeigt haben, damit bin ich nicht einverstanden, oder auf der anderen Seite, wenn man das positiv formuliert, ich zeige mich solidarisch mit euch, ja, ich

Speaker: Ich bin hier nicht einverstanden mit der Vorgehensweise und ich möchte das auch öffentlich machen.

Speaker: Das hat mich schon auch sehr beeindruckt, wie schnell das ging und welche Masse man auch relativ kurzfristig mobilisieren kann.

Speaker: Das fand ich auch nochmal ein sehr motivierendes Moment,

Speaker: hinter uns jetzt als Netzwerk, als diejenigen, die diese Stellungnahme, damals war es ja noch kein Netzwerk, aber als ein loser Zusammenschluss von Forschenden, hinter diesen Menschen stehen ganz viele andere, die sagen, stopp, nein, wir wollen das anders, wir wollen zeigen,

Speaker: dass wir mit dieser Art und Weise nicht einverstanden sind.

Speaker: Und das hat, glaube ich, auch noch mal ganz viel bewirkt, auch für diese Frage von, okay, ich glaube, es ist gut, hier öffentlich politisch zu werden.

Speaker: Und auch wenn wir jetzt nicht den Einfluss nehmen können auf diese landespolitischen Entscheidungen, wir können unseren Unmut zeigen.

Speaker: Und wir zeigen uns ja dadurch wiederum auch solidarisch mit den Menschen,

Speaker: die das betrifft, die eben nicht nur mitgemeint sind, sondern die auch wirklich hier sprachlich genannt werden wollen und ein Recht darauf haben.

Speaker: Mich hat das nochmal sehr beeindruckt, einfach diese Masse, die dahinter stand.

Speaker: Jetzt haben wir ja in Hessen noch eine weitere Entwicklung.

Speaker: Ich weiß noch nicht, in welcher Linie man das jetzt zu diesen Auseinandersetzungen um geschlechtergerechte Sprache genau sehen kann.

Speaker: Aber zumindest hat das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst jetzt im Herbst 2025 die Situation für Geschlechterforschung in Hessen nochmal verschärft.

Speaker: in dem eine, finde ich, weitreichende Entscheidung getroffen wurde, nämlich die Gelder aus dem immerhin seit 25 Jahren bestehenden Forschungsfördertopf Dimensionen der Kategorie Geschlecht, Frauen- und Geschlechterforschung in Hessen in das Grundbudget ausgelöst.

Speaker: der Hochschulen zu überführen.

Speaker: Damit ist ja ein kompetitives Antragsverfahren, das viele tolle Projekte ermöglicht hat in den letzten Dekaden, sowohl an Universitäten als auch, das muss man noch mal sagen, auch an HAW in Hessen, die eine eigene Förderlinie hatten, jetzt zu Ende gegangen.

Speaker: Diese Gelder, wir wissen noch nicht, wie die Hochschulen genau damit verfahren, welche Zielvereinbarungen hier im Rahmen des Hochschulpakts getroffen wurden.

Speaker: wie sich also das Ministerium mit den Präsidien verständigt, welche Voraussetzungen es gibt, diese Gelder einzusetzen.

Speaker: Aber erst mal ist dieses Antragsverfahren als solches nicht mehr existent.

Speaker: Das ist ja schon auch ein starkes Statement in diesen Zeiten, diesen Topf jetzt auszusetzen.

Speaker: Vielleicht könnt ihr da auch noch mal auf die Konsequenzen eingehen, die das auch für die Geschlechterforschung speziell in Hessen betrifft.

Speaker: hat, wie vielleicht auch das Netzwerk versucht, hier zu agieren.

Speaker: Genau, natürlich ist es kein gutes Signal, weil dieser Topf, der wird ja auch in dem Gutachten vom Wissenschaftsrat sehr positiv hervorgehoben, dieses Schwerpunktprogramm.

Speaker: Das war ein Standortvorteil gegenüber anderen Bundesländern.

Speaker: Und was uns natürlich auch als GeschlechterforscherInnen in diesem ganzen Prozess aufgestoßen ist,

Speaker: ist, dass es ein sehr intransparenter Vorgang war.

Speaker: Siehe wie bei den Sprachverboten, es ging über Verwaltungsvorschriften, es ging darüber, dass eben dieser Topf einfach nicht neu ausgeschrieben wurde.

Speaker: Und wir dann selbst proaktiv nachfragen mussten, was ist denn hier los?

Speaker: Wieso kommt die Ausschreibung nicht?

Speaker: und quasi erst im Nachgang immer wieder auch individualisiert an die Personen, die angefragt hatten, diese Information weitergegeben wurde.

Speaker: Das heißt, hier wurde keine transparente Politik betrieben, die man hätte als Anstoß nehmen können, um sich zu mobilisieren.

Speaker: Das heißt, hier ist auch zu sehen, es gibt bestimmte Strategien, um eben gewisse Entscheidungen zu depolitisieren und zu individualisieren.

Speaker: Und das ist, finde ich, hier ganz deutlich zu sehen, dass genau das passiert ist.

Speaker: Glücklicherweise haben wir die Strukturen mit dem Netzwerk Geschlechterforschung Hessen, um dieses Wissen auszutauschen, um relativ schnell in die Breite zu streuen, dass dieses Programm ausgesetzt wurde und auch Informationen zu tauschen, was das jetzt genau bedeutet.

Speaker: Weil das ist natürlich jetzt auch so, dass dadurch, dass diese Gelder in die Grundfinanzübungen der Universitäten und HAWs gegangen sind, jetzt an jedem einzelnen Standort die Personen,

Speaker: einzeln mit den jeweiligen Präsidien in Verhandlungen treten müssen, was mit diesen Geldern geschieht.

Speaker: Das ist natürlich erstmal eine extreme Bindung von Kapazitäten und Ressourcen und in der jetzigen Situation, dass alle Hochschulen sparen müssen, dass extrem hohe Kürzungen stattfinden, ist es jetzt schon an vielen Hochschulen so, dass ganz klar gesagt wird, wir können das Geld nicht für die Geschlechterforschung zur Verfügung stehen, wir müssen das nutzen, um

Speaker: Lücken in unserem Haushalt zu schließen.

Speaker: Das heißt, hier ist wieder eine Dynamik, wo erst mal vordergründig es gar nicht politisch ist.

Speaker: Es geht nicht darum, Geschlechterforschung abzuschaffen oder zu schwächen.

Speaker: Das ist vielleicht auch gar nicht die Intention gewesen.

Speaker: Aber in den Konsequenzen ist es tatsächlich so, dass die Geschlechterforschung geschwächt wird.

Speaker: Da kann Inga vielleicht mal sagen, woran man das festmachen kann.

Speaker: Aber es führt tatsächlich dazu, wäre jetzt mein Eindruck, dass

Speaker: viele Projekte so nicht mehr möglich sein werden.

Speaker: Es führt aber auch dazu, dass bestimmte Institutionen wie das Archiv der Deutschen Frauenbewegung gar nicht mehr antragsberechtigt sind, dass sie überhaupt kein Programm mehr haben, wo sie Anträge stellen können, um Forschung zu finanzieren, was meines Erachtens auch eine Geringschätzung ist von Archiven und der Bedeutung von Archiven für Forschung, aber auch für die Frauenbewegung und queere Bewegung, weil natürlich

Speaker: gerade in aktuellen Zeiten, es wieder um eine Sichtbarmachung geht, um das Sichtbarhalten, Aktuellhalten der Geschichte und der Kämpfe, die schon stattgefunden haben.

Speaker: Und dass hier wieder eine Möglichkeit abgeschnitten wird, genau das zu erforschen und eine Institution geschwächt wird, die sehr, sehr wichtig ist und zwar nicht nur für Hessen, sondern im ganzen deutschsprachigen Raum.

Speaker: Und das ist natürlich etwas, was vielleicht nicht so intendiert war, aber was an den Effekten genauso passiert jetzt.

Speaker: Ich möchte da noch einen anderen Punkt ergänzen, nämlich, dass ich schon das bisher so wahrgenommen habe und in öffentlichen Auftritten das auch so formuliert wurde vom hessischen Minister für Wissenschaft und Forschung, dass das Ministerium Geschlechterforschung sehr unterstützt.

Speaker: Und dass es ein wichtiges Anliegen ist.

Speaker: Ich finde das, so wie das Ministerium jetzt handelt, nicht besonders überzeugend.

Speaker: Also ich habe auch den Eindruck, da muss

Speaker: Dieses Versprechen scheint nicht eingelöst zu werden.

Speaker: Also wir hätten uns da mehr Kommunikation gewünscht.

Speaker: Und die Betonung dieser Förderlinie, das ist jetzt vor einem halben Jahr oder noch in einem öffentlichen Gespräch mit Timon Gremmels nochmal hervorgehoben worden, von seiner Seite.

Speaker: Und dann wird es abgeschafft.

Speaker: Also ich habe auch das Gefühl, ich kann die Landesregierung beziehungsweise das Ministerium nicht in ihren politischen Äußerungen, denen nicht vertrauen.

Speaker: Also auf eine Art wäre da ein anderer Schwenk.

Speaker: hin zu mehr Geschlechterforschung.

Speaker: Das wäre jetzt, wir haben ein Forschungsprogramm Demokratie stärken.

Speaker: Wie stärken wir die Demokratie?

Speaker: Das ist ja auch was, wo wir uns in diesem Netzwerk, was wir angestoßen haben, was jetzt gerade begonnen hat, später nochmal drüber reden können, wo wir uns aussetzen, die Bedeutung von Geschlechterforschung für Demokratieforschung, aber auch die Bedeutung von Geschlechterforschung an Hochschulen für eine demokratische Hochschule.

Speaker: Das wird alles gerade

Speaker: nicht genutzt vielleicht die Chance, da auch dieses gute Standing in Hessen zu unterstützen, gerade in diesen Zeiten, sondern es wird dem entgegengearbeitet.

Speaker: Das ist zumindest der Eindruck, der entsteht und das finde ich in diesen politischen Zeiten eigentlich das falsche Zeichen.

Speaker: Ich glaube, das ist nochmal so wichtig hervorzuheben, der

Speaker: erwarte ich auch von einem Wissenschaftsministerium noch Antworten drauf, wie das denn auseinander ins Verhältnis zu setzen ist.

Speaker: Was ich auch noch wichtig finde, was wir hier auch sehen, natürlich, wir brauchen auch eine solide Grundfinanzierung für Geschlechterforschungseinrichtungen.

Speaker: Alle Geschlechterforschungseinrichtungen

Speaker: in verschiedenem Ausmaß in Hessen, gerade Zentren, aber auch Professuren, sind immer dann, wenn das Geld knapp wird, in der Weise umkämpft.

Speaker: Oder es ist dann nicht gesichert, ob die Finanzierung weiterhin, so wie sie bisher stattgefunden hat, aufrechterhalten wird.

Speaker: Oder Finanzierung ist nur eingeschränkt gegeben.

Speaker: Wir kennen das Thema.

Speaker: Auch wenn man sich bundesweit vernetzt, Geschlechterforschung hat immer die Herausforderung,

Speaker: nicht wirklich langfristig und nicht ausreichend finanziert zu sein.

Speaker: Dann sind ganze Zentren basierend auf einer halben Stelle etc., was zu viel unbezahlter Mehrarbeit führt etc.

Speaker: Wir kennen dieses Problem alle.

Speaker: Und also eine Grundfinanzierung ist wichtig, aber jetzt wird gerade da gekappt, wo...

Speaker: Wissenschaftler in der Qualifikationsphase gefördert werden.

Speaker: Und das ist da, wo innovatives, vielleicht auch das eigene Feld, kritisch reflektierendes Wissen produziert wird.

Speaker: Also ich finde, da muss man auch nochmal drauf schauen, dass da jetzt gerade die Leute, die in der Wissenschaft sich noch qualifizieren, die vielleicht andere Generationen und andere Themen, also anderen Generationen angehören, andere Themen einbringen, dass denen die Finanzierung gekappt wird.

Speaker: Und das hat ja dann auch eine langfristige Auswirkung.

Speaker: Wir werden dann

Speaker: entweder in Hessen oder bundesweit weniger Menschen haben, die diesen wichtigen Fragen der Forschungserwissenschaften nachgehen.

Speaker: Genau, ich glaube, das fände ich noch so zwei wichtige Punkte zum Ergänzen.

Speaker: Man muss vielleicht auch wirklich mal sagen, dass es sich hier, wenn man diese beiden Förderlinien zusammennimmt, also für HAW und für Universitäten, um einen Betrag von 500.000 Euro jährlich handelt.

Speaker: Also das ist, glaube ich, auch nochmal wichtig zu verstehen, welches Volumen dieser Fördertopf hatte.

Speaker: Das war

Speaker: immer gedacht eher als Anschubfinanzierung, als die Möglichkeit, und das ist auch genutzt worden, Drittmittel zu akquirieren, größere Projekte an Land zu ziehen und hier die Geschlechterforschung zu etablieren.

Speaker: Es war ein Sprungbrett und gerade auch an den HAWs genutzt viel von Professuren, die eben diese typische MitarbeiterInnen-Struktur nicht haben.

Speaker: An den Universitäten glaube ich stärker auch,

Speaker: mit Blick auf den Nachwuchs, den du auch schon angesprochen hast, Promovierende, die dann vielleicht eine Einstiegsmöglichkeit hatten.

Speaker: Und das fällt jetzt weg.

Speaker: Das ist schon bitter.

Speaker: Aber es gab ja auch Reaktionen aus dem Netzwerk, eine Stellungnahme.

Speaker: Und ich glaube, in diese Richtung ist es wichtig, den Unmut sichtbar zu machen und beantworten.

Speaker: Ich denke, könnt ihr mir vorstellen, dass es auch noch Gespräche gibt.

Speaker: Es reiht sich ja ein in den größeren Diskurs um den Hochschulpakt und die jetzt doch sehr dramatischen Kürzungen an einigen Hochschulen in Hessen.

Speaker: Und hier, glaube ich, müssten auch vielleicht Solidarisierungseffekte passieren, dass diese beiden Diskursstränge zusammengehen.

Speaker: Das ist so mein Eindruck.

Speaker: Wir haben ja nicht nur Unerfreuliches zu berichten.

Speaker: Inga, du hast es schon gerade angeschnitten.

Speaker: Ich finde das nochmal schön, wenn wir vielleicht...

Speaker: nochmal kurzen Blick werfen auf das, was gerade aktuell passiert.

Speaker: Und da gibt es ja in dieser Förderlinie zur Stärkung der Demokratieforschung eben auch durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert ein Wissensnetzwerk Gendering Democratic Resilience, Geschlechterforschung als zentraler Beitrag zu einer Revitalisierung von inklusiveren Demokratien, kurz GEWIDEM.

Speaker: Und dieses Wissensnetzwerk möchte ja genau an dieser Stelle bezeichnen,

Speaker: Ich verantworte das selbst mit euch zusammen am GFFZ und hier genau einfach dieses Scharnier zwischen Demokratie auf der einen Seite und Geschlechterforschung auf der anderen Seite.

Speaker: Wie sind so die Potenziale?

Speaker: Wie seht ihr das, was ist eigentlich die Zielsetzung dieses Projektes?

Speaker: Soll ich mal anfangen und dann, also ich würde als Zielsetzung, natürlich, wie es im Titel steht, zu schauen, inwiefern Geschlechterforschung mit Demokratieforschung zusammenhängt und welche Potenziale da drin liegen.

Speaker: Und ich glaube, dass einmal eine Sache, die ein ganz wichtiger Ausgangspunkt dabei ist, das bedeutet auch erstmal zu fragen, was heißt eigentlich Demokratie?

Speaker: Weil wenn wir im alltäglichen Sprachgebrauch über Demokratie sprechen, meinen wir die liberale Demokratie.

Speaker: Und das ist etwas, wo sich die Mehrheit der Gesellschaft positiv darauf bezieht.

Speaker: Ob die Personen, die sich positiv auf Demokratie beziehen, selber demokratisch handeln, sei nochmal dahingestellt.

Speaker: Und genau diese Widersprüchlichkeiten sich anzuschauen und auch nochmal zu gucken, Demokratie ist historisch eigentlich eine sehr widersprüchliche Praxis, weil sie Ungleichheit immer reproduziert und institutionalisiert hat, obwohl sie einen Anspruch auf Gleichheit formuliert.

Speaker: Also wir haben eine lange Auseinandersetzung historisch darüber, dass schon wenn man anguckt bei Wahlen, wer darf eigentlich wählen, sind Demokratien weiter demokratisiert worden historisch, indem sie den Teil derer, oder die Gruppe derer, die überhaupt wahlberechtigt sind, erweitert haben.

Speaker: Es betrifft aber nicht alle Menschen, die irgendwo in einem demokratischen Staat leben, sondern da gibt es ja weiterhin Einschränkungen.

Speaker: Aber auch so...

Speaker: Es gibt Ungleichheiten in der Gesellschaft und die Demokratie ist das Versprechen auf Gleichheit.

Speaker: Und da gibt es einfach ein Spannungsverhältnis und wie man das aushandelt und wie sich das aus einer feministischen Perspektive, die immer eher oder eine feministische Politikwissenschaft plädiert, immer für eine Demokratisierung der Demokratie.

Speaker: Also wie wir uns, was wir davon lernen können, um aktuelle gesellschaftliche Prozesse zu analysieren und zu interpretieren.

Speaker: Und ein zweiter Schritt, den ich sehe, was da auch das Ziel ist, auch nochmal zu fragen, was ist eigentlich Politik?

Speaker: Was ist auch das Kerngeschäft feministischer Politikwissenschaft, was sozusagen aus einer politikwissenschaftlichen Perspektive diesem Projekt, also diesem interdisziplinären Projekt ja auch genau durchführt.

Speaker: Was da hinzugetragen werden kann, ist zu fragen, naja, Politik ist eben nicht nur wählen, Politik ist nicht eigentlich das, was in Parteien und Parlamenten passiert nur.

Speaker: Das ist ein verengter, ein relativ konservativer Politikbegriff, der auch den Gegenstandsbereich von dem, was wir dann verhandeln, sehr einschränkt.

Speaker: Ein queerfeministischer Politikbegriff zum Beispiel verweist immer darauf, dass auf eine Offenheit, darauf, dass die gesellschaftlichen Verhältnisse kontingent sind und dass das die Bedingungen sind, auf denen wir verhandeln.

Speaker: Also so eine Offenheit, ein ganz zentraler Aspekt ist und was wir ja gerade beobachten, ist eine Schließung.

Speaker: Also wenn wir zu den autoritären Geschlechterpolitiken gucken, da wird

Speaker: Da geht es ganz klar darum, die Frage von Geschlecht und Sexualität zu entpolitisieren und das mit Natur oder Tradition zu begründen, wie es zu sein hat.

Speaker: Und das ist ein antidemokratischer Move und genau das lässt sich gut mit Geschlechterforschung ins Gespräch bringen.

Speaker: Und dann vielleicht auch im besten günstigsten Falle als Grundlage nehmen, um Gemeinschaft und Solidarität noch mal anders zu denken.

Speaker: Genau, also das vielleicht so als erste zwei Stichpunkte.

Speaker: Johanna ergänzt mich sehr gerne.

Speaker: Genau, ich komme nochmal zu diesem Wissensnetzwerk zurück, das auch vom HMWK gefördert ist, jetzt für ein Jahr.

Speaker: Das heißt, es ist tatsächlich als eine Art Anschubfinanzierung gedacht, um Netzwerke zu etablieren, um Verbindungen zu etablieren, die dann genutzt werden können, um eben größere Forschungsprojekte zu beantragen.

Speaker: Wie wir das nutzen wollen, ist tatsächlich, um erst mal mit den KollegInnen in Hessen ins Gespräch zu kommen, aufzuschauen, was gibt es eigentlich überhaupt schon an Projekten, die sich mit diesem breiter gefassten Idee Demokratie und wie kann Geschlechterforschung dazu beitragen, zu einer Demokratisierung von Demokratien, was ist eigentlich Demokratie?

Speaker: da ins Gespräch zu kommen.

Speaker: Das heißt, wir haben zwei Workshops geplant, einen im Februar und einen Ende April.

Speaker: In diesem ersten Workshop haben wir schon hessische KollegInnen eingeladen, dass sie ihre Forschungsprojekte vorstellen.

Speaker: Wir schauen, was gibt es eigentlich, wo haben wir Überschneidungen, wo finden wir Anknüpfungspunkte zwischen den verschiedenen Projekten, auf die wir dann aufbauen können.

Speaker: Mit wem wollen wir eigentlich neue Ideen entwickeln und neue Projekte entwickeln?

Speaker: um dann in einem zweiten Schritt auch KollegInnen einzuladen von außerhalb Hessens.

Speaker: Denn Wissenschaft, auch wenn sie quasi landespolitisch gefördert wird, findet natürlich nicht nur in Hessen statt.

Speaker: Das ist ja eine Provinzialisierung von Forschung, die ja auch Innovationen einschränkt.

Speaker: Das heißt, es geht auch darum zu sagen, wir kommen mit der größeren wissenschaftlichen Debatte in den Austausch.

Speaker: Das heißt, für diesen zweiten Workshop haben wir KollegInnen eingeladen aus genau anderen Universitäten, anderen Hochschulen.

Speaker: um ganz konkret zu werden und zu überlegen, wie genau oder was genau interessiert uns und eine Projektidee, die wir schon ein bisschen ausgesponnen haben, auch zu diskutieren, um eben im besten Fall dann daraus ausgehend weiter genau diese Fragestellung, die wir jetzt in dem ganzen Gespräch immer wieder angeteasert haben, wo wir Forschungslücken sehen, wo wir aber auch die Notwendigkeit sehen, aus einer geschlechterforscherischen Perspektive, die immer interdisziplinär ist,

Speaker: die verschiedenen Dimensionen dieser aktuellen Angriffe anzuschauen, aber auch positiv gewendet zu schauen, was passiert denn eigentlich schon an Widerstand?

Speaker: Welche Praktiken gibt es denn eigentlich schon in LGBTIQ-Bewegungen, in queerfeministischen Bewegungen bei anderen AkteurInnen, die zu so einer Demokratisierung der Demokratie beitragen können und dort wichtige Impulse liefern?

Speaker: Das heißt, das ist auch so ein zweigleisiger Move einerseits zu sagen,

Speaker: Es gibt diese Anfeindung, es gibt diese autoritäre Wende, die ist aber nicht widersprochen.

Speaker: Und es gibt jetzt schon lange Traditionen von Widerstand.

Speaker: Es gibt Praktiken, die vielleicht aus einer anderen Perspektive nicht als politische Praktiken oder nicht als demokratische Praktiken in den Fokus rücken, die aber aus der Perspektive einer Geschlechterforschung, wie wir sie hier skizziert haben, ganz klar dazu beitragen, Demokratien zu demokratisieren.

Speaker: und diese Praktiken sichtbar zu machen, zu stärken und zu überlegen, was bedeutet das eigentlich auch für Demokratietheorien zum Beispiel, wenn man sich diese Praktiken ernst nimmt.

Speaker: Ich glaube, das ist so eine Intention.

Speaker: Wir werden in einem Jahr wahrscheinlich konkreter sagen können, wo die Reise uns hingeführt hat.

Speaker: Aber genau deswegen gibt es natürlich solche Wissensnetzwerke und diese Möglichkeiten, erst einmal überhaupt in einen Austausch zu kommen, denn Wissenschaft lebt.

Speaker: von kollektiven Austausch, davon viele verschiedene Perspektiven zusammenzubringen.

Speaker: Und das stärkt Wissenschaft.

Speaker: Und das ist das, was wir mit dem Wissensnetzwerk auch machen wollen.

Speaker: Ja, ich glaube, so schließt sich der Kreis.

Speaker: Irgendwie so die Frage von Solidarität und von gemeinsamen Agieren, das ist ja irgendwie, glaube ich, so ein

Speaker: roter Faden, der sich jetzt gerade durch unser Gespräch durchgezogen hat, habe ich so das Gefühl.

Speaker: Wenn ich nochmal so abschließend kurz für euch in die Zukunft geblickt, woran möchtet ihr gerne arbeiten, was sind Themen, die euch neben dem, was wir jetzt schon besprochen haben, unter den Nägeln brennen, was euch beschäftigt, wo wollt ihr hin mit euren Fragen an die Welt?

Speaker: Egal.

Speaker: Vielleicht Fragen voranschreiten und in diesem Sinne dann, also ich freue mich auf den Austausch dann auch mit den FachkollegInnen eben zu dem, was wir gerade oder Johanna nochmal so genauer skizziert hat im Kontext von unserem Gewidem-Projekt.

Speaker: Und darüber hinaus, wenn ich da jetzt drüber nachdenke, also ich habe eine Stelle als HochschullektorInnen, das heißt, ich habe sehr viel Lehrverpflichtungen, ich lehre auch gerne, das heißt, für mich, wo will ich hin, diese Themen auch in der Lehre, in Lehrforschungsprojekten, vielleicht auch mal gucken, in binationalen Verbünden zu arbeiten.

Speaker: zu vertiefen und sich mit Antifeminismus und Queerfeindlichkeit und der Bedeutung für gesellschaftliche Transformation dann auch in Kooperation vielleicht mit zivilgesellschaftlichen AkteurInnen auseinanderzusetzen.

Speaker: Und vielleicht noch zwei Dinge.

Speaker: Ich glaube, wir haben auch ein Geschlechterforschungszentrum an der Uni Kassel.

Speaker: Das Kompetenzzentrum Geschlechterforschung der Transformation, da wird es im Sommersemester eine Ringvorlesung geben, die sich im Themenfeld Demokratie, Geschlecht und Schule bewegt.

Speaker: Also so, das sind, glaube ich, meine Projekte, das auch so in die Aushandlung zu bringen.

Speaker: Also vielleicht nur diese drei.

Speaker: Also Johanna und ich sind auch noch in einem Handbuch Politik und Geschlecht involviert, wo ich auch hoffe, dass wir weiterhin das in kritischer Selbstreflexion erweitern, etc.

Speaker: Ich schließe mal an, also wenn ich jetzt in die Zukunft schaue,

Speaker: sehe ich gerade mit diesen beiden Sammelbänden zu den Verboten gestechterechter Schreibweisen auch viel Wissenschaftskommunikation in der Zukunft, weil natürlich diese beiden Wände auch eine Intervention sind in bestimmte Debatten, wo ich schon davon ausgehe und ich fände es auch sehr wichtig, dass die eben breit diskutiert werden.

Speaker: Aber das ist natürlich auch Arbeitszeit und Lebenszeit, die dann genau in sowas reingeht und auch eine Art von Exponiertheit, auf die man sich vorbereiten muss.

Speaker: Andererseits bin ich

Speaker: Hier am Cornelia-Göthe-Zentrum natürlich immer viel involviert, auch in Kooperationsprojekte.

Speaker: Wir haben gerade einige Projekte auch mit KünstlerInnen und politischen BildnerInnen, die wir ausarbeiten.

Speaker: Da freue ich mich drauf, da auch nochmal eine andere Ebene aufzumachen und das auch nachhaltig zu stellen.

Speaker: Wir haben viele internationale Projekte, gerade wir haben die Angela Davis-Gast-Professur, die wieder besetzt werden wird 2027.

Speaker: Wir haben eine weitere Gastprofessur, die hoffentlich nächstes Jahr kommt.

Speaker: So sie kommt, werde ich sehr viel auch wieder im Themengebiet zu Demokratie und Antifeminismus, Geschlechterpolitik in der autoritären Rechten arbeiten, aber auch hier mit Zivilgesellschaften und AkteurInnen in Verbindung treten.

Speaker: Das fände ich sehr schön.

Speaker: Und aber auch, und das finde ich nochmal wichtig, eine

Speaker: globalere Perspektive auf diese autoritäre Wende einnehmen.

Speaker: Denn das ist natürlich etwas, was nicht nur hier in Deutschland und Hessen passiert, sondern das ist ein weltweiter Trend.

Speaker: Und hier gibt es auch, finde ich, sehr viel zu lernen und sehr viel auszutauschen, auch zwischen anderen Weltregionen, wo das schon vielleicht sehr viel länger passiert, wo es schon Strategien gibt, wo man schon sehr gut sehen kann, was da genau passiert, was die Strategien sind.

Speaker: Denn natürlich vernetzt sich die autoritäre Rechte.

Speaker: Und das nachzuverfolgen, finde ich sehr, sehr spannend.

Speaker: Da will ich in der Zukunft viel mehr investieren, aber auch theoretisch noch an einigen Konzepten arbeiten, die bei mir immer so im Hintergrund rumschwören, die natürlich auch mit dem zu tun haben, was wir hier skizziert haben, nämlich die Frage, wie alltägliches Leben und das Widerstehen und das Weiterexistieren trotz Anfeindungen, trotz Bedrohungen auch eine Art von Widerstand ist, die halt in

Speaker: politischen Theorien und Demokratietheorien nicht konzeptionell so differenziert gefasst ist.

Speaker: Und hier aber auch von lateinamerikanischen KollegInnen lernen und deren Konzepte nochmal für ein deutschsprachiges Publikum aufzubereiten, auch zu übersetzen und in deutsche Kontexte auch nochmal anders einzubetten.

Speaker: Das wäre so das, was bei mir in der Zukunft als großes Projekt steht.

Speaker: Ja, das sind ja große Themen, denen ihr euch da widmen wollt.

Speaker: Brandaktuell.

Speaker: Und ja, ich wünsche gutes Gelingen.

Speaker: Und freue mich, dass ihr heute zu Gast wart.

Speaker: Unsere Sendung ist jetzt zu Ende.

Speaker: Wir freuen uns auf die nächste Folge.

Speaker: Und ja, hört immer wieder gerne rein.

Speaker: Das Jahr geht bald zu Ende.

Speaker: Also allen schon mal einen guten Beschluss.

Speaker: Und wir freuen uns, 2026 dann mit nachgefragt weiterzumachen.

Speaker: Macht's gut.

Speaker: Tschüss.

Speaker: Danke.

Speaker: Vielen Dank.

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