Transcript
Speaker: Ihr wundert euch vielleicht gerade, warum ihr nicht wie gewohnt zuerst Alex' Stimme hört.
Speaker: Keine Sorge, die kommt gleich.
Speaker: Unser Podcast ist dieses Mal nur so lang geworden, dass wir die Folge nachträglich in zwei Teile aufgeteilt haben.
Speaker: Ihr hört jetzt also Teil 1.
Speaker: Und damit viel Spaß bei Alles Buchmarkt.
Speaker: Hallo und herzlich willkommen.
Speaker: Wie schön, dass ihr euch Zeit genommen habt zu Alles Buchmarkt, der Podcast.
Speaker: Euer Lieblingspodcast, in dem wir uns in jedem Monat ein Thema rund um den Buchmarkt, um den Literaturbetrieb herauspicken und mit einem Gast darüber diskutieren.
Speaker: Heute ist alles ein bisschen anders.
Speaker: Herzlich willkommen zu unserer mittlerweile traditionellen Sommerfolge.
Speaker: Neben mir auch wieder Tina und Andi da.
Speaker: Hallo ihr zwei.
Speaker: Hallo.
Speaker: Ja, wir machen es heute wieder ein bisschen anders.
Speaker: Der Urlaub steht an, egal ob Menschen jetzt wegfliegen oder ob sie zu Hause bleiben.
Speaker: Und deswegen dachten wir uns, wir picken uns mal wieder ein bisschen Lektüre heraus, die wir euch empfehlen wollen, passend zum Urlaub, auch passend zum neuen Schöner Lesen Magazin, das ihr ab sofort in eurer Buchhandlung bekommt oder auch online anschauen könnt.
Speaker: Und da haben wir auch so ein bisschen durchgeblättert.
Speaker: Wir sind auch selber schuld.
Speaker: Wir haben auf Instagram eine Umfrage gemacht, um was für ein Genre wünscht ihr euch an Büchern, die wir euch vorstellen sollen.
Speaker: Ich sage es ganz ehrlich, für mich war es schwierig.
Speaker: Denn das Ergebnis war, ihr habt euch gewünscht, redet doch mal über leichte Strandlektüre.
Speaker: Und das war echt erstmal so ein Brett.
Speaker: Nachdem das rauskam, musste ich erstmal eine Weile überlegen, was heißt das überhaupt?
Speaker: Und lese ich das?
Speaker: Also klar, ich lese Krimis hoch und runter, aber was ist eine leichte Strandlektüre?
Speaker: Das hat mich die letzte Zeit echt ein bisschen blockiert in Vorbereitung.
Speaker: Wie ging es euch?
Speaker: Schwierig.
Speaker: Ja, also ich glaube, das Witzige ist ja, dass wir alle drei eigentlich keine leichte Strandlektüre lesen.
Speaker: Von daher ist das wirklich eine Herausforderung gewesen.
Speaker: Aber irgendwie hat es dann doch Spaß gemacht, einfach zu schauen, was passt und dann für sich selber irgendwie auch so eine Art Definition zu finden und zu schauen, wäre das jetzt was, was ich unter leichte Strandlektüre erfassen würde.
Speaker: Also von daher fand ich es ganz cool eigentlich.
Speaker: Ich möchte mich da eigentlich gerne anschließen.
Speaker: Für mich war es so, dass ich am Anfang noch dachte, ach, das wird easy.
Speaker: Deswegen nehmen wir das mal auch noch als kleine Milieustudie mit rein.
Speaker: Mir hat es auf jeden Fall Spaß gemacht, in die Buchhandlungen zu gehen und mal zu gucken, was versteht der Buchhandel auch darunter unter leichter Strandlektüre.
Speaker: Also die machen ja jetzt auch schon Urlaubswerbung.
Speaker: Und gleichzeitig, wie Andi gesagt hat, für sich selbst mal zu prüfen, was verstehe ich darunter eigentlich?
Speaker: Was nehme ich tatsächlich mit an den Strand und empfinde es selbst als Buchhandel?
Speaker: Leichte Strandlektüre, wo ich Spaß dran habe, was mich unterhält, was jetzt ohne Mord und Totschlag und Splatter ist, was aber jetzt auch nicht anspruchsvoll ist wie der neue Gedichtszyklus von XY.
Speaker: Also von daher fand ich es am Anfang, als das Voting durch war, dachte ich mir, ach nö, warum?
Speaker: Und gleichzeitig habe ich mir gedacht, okay, dann teste dich doch selber mal, was du darunter verstehst und was der Handel dir damit zu bieten hat.
Speaker: Ich glaube, es geht halt auch darum, dass wir uns, das klingt so borniert, wir lesen keine leichte Strandlektüre.
Speaker: Für mich war dann erstmal so der Punkt, was ist das denn überhaupt?
Speaker: Also ist das, es gibt, wenn man sich so auf den Büchertischen gerade umguckt, gefühlt 70 Bücher, in denen irgendwie eine Frau unter Wasser schwimmt.
Speaker: Das ist jetzt naheliegenderweise wäre das Strandlektüre, aber das ist es ja in der Regel auch gar nicht und
Speaker: muss das jetzt irgendwas sein, was mich so wahnsinnig unterhält?
Speaker: Oder muss das, was heißt denn, es muss leicht sein?
Speaker: Muss es irgendwie eine vorhersehbare Handlung haben?
Speaker: Oder was heißt das?
Speaker: Und ich habe mich irre, irre schwer getan.
Speaker: Wir haben ja auch so eine WhatsApp-Gruppe, wo ich dann rumgejammert habe und dann gemeint habe, ey Leute, ich lande immer wieder bei Krimis.
Speaker: Und dann kam von euch beiden ja dann
Speaker: Warum denn nicht?
Speaker: Weil Krimi ist am, oder anders gesagt, Strandlektüre, das war, nehme ich schon mal vorweg, war meine Definition dann letzten Endes.
Speaker: Das ist einfach verdammter Axt.
Speaker: Wir nehmen uns Bücher mit in den Urlaub, die, zu denen wir sonst nicht kommen, die zu lesen, wo man mal Zeit hat, wo man sich drauf freut, wo man abschalten kann.
Speaker: Und das ist es.
Speaker: Und dann ist das Genre ganz egal.
Speaker: Deswegen ist, glaube ich, ganz wichtig, wir wollen heute hier nichts niedermachen, indem man das irgendwie so ein bisschen despektierlich sagt, das ist jetzt ja leichte Lektüre.
Speaker: Überhaupt gar nicht.
Speaker: Wir haben schon oft genug darüber geredet, was U und E in Deutschland ist und dass andere Länder da sowieso nicht unterscheiden.
Speaker: Das nur mal so ein bisschen als...
Speaker: Eine Einordnung von mir noch.
Speaker: Andi?
Speaker: Ich wollte nur auf Tinas Punkt hin nochmal eingehen, weil du meintest, so Splatter und so kann ja auch Unterhaltung sein für Leute und Strandgegüren.
Speaker: Aber vielleicht nicht leicht.
Speaker: Ja, aber…
Speaker: Aber gut, es gibt natürlich Menschen, die fühlen sich damit vollkommen abgeholt und können abschalten.
Speaker: Da gebe ich dir vollkommen recht.
Speaker: Genau, von daher.
Speaker: Aber deswegen kann halt sehr viel drunter fallen.
Speaker: Und was ich spannend fand, für mich halt auch tatsächlich irgendwie so ein bisschen vom hohen Ross runterkommen.
Speaker: Man denkt immer, man liest immer so hochtrabende Sachen.
Speaker: Und dann habe ich jetzt...
Speaker: die leichte Strandlektüre gelesen und fand alle Bücher, das hat Spaß gemacht.
Speaker: Also das muss man halt mal sagen.
Speaker: Das hat wirklich Spaß gemacht vor Unterhaltung.
Speaker: Von daher...
Speaker: Das definiert ja jeder selber für sich, was leicht ist.
Speaker: Für mich ist leicht immer etwas, was ich wegbingen kann.
Speaker: Also was ich wirklich in die Hand nehme und was mich einfach reinzieht und wo ich es einfach auch nicht weglegen will.
Speaker: Und das sind ja Urlaube.
Speaker: Das sind Tage, an denen man Bücher einfach mal genussvoll am Stück lesen kann, ohne schlechtes Gewissen, ohne dass man Abwasch, Wäsche, Arbeit, Kinder irgendwie im Hintergrund hat, sondern dass man sich einfach hinsetzt und sagt,
Speaker: Jetzt kann ich mich dem widmen und es gibt Raum und Zeit, sind vollkommen aufgelöst und ich kann mich dem Buch hingeben.
Speaker: Das ist für mich leichte Strandlektüre.
Speaker: Ich habe die Möglichkeit zu lesen und ich habe nicht das Gefühl, ich muss jetzt mal eine Pause machen oder es beansprucht mich zu arg oder ich werde abgelenkt oder so.
Speaker: Ja, bin ich voll bei dir.
Speaker: Mich würde mal interessieren, wie seid ihr das angegangen?
Speaker: Wie habt ihr eure Bücher gefunden?
Speaker: Ich bin halt ganz klassisch in Buchladen gegangen oder mehrere und habe einfach mal geguckt, was liegt da rum?
Speaker: Cover angeschaut, ganz klassisch Titel.
Speaker: Ja, und dann quasi auch mal ein bisschen reingelesen und dann ganz viel mitgenommen und dann irgendwie auch so ein bisschen ausgesiebt.
Speaker: Aber ja, hattet ihr einen anderen Ansatz?
Speaker: Ich bin angefangen als wirklich, das ist jetzt ganz billige Schleichwerbung mit dem schönen Lesen-Katalog.
Speaker: Aber ich glaube, so sind wir alle drei ja erstmal rangegangen, haben geguckt.
Speaker: Das ist immer ein, ich weiß gar nicht, wie oft der erscheint, quartalsmäßig.
Speaker: Ich glaube, dreimal im Jahr.
Speaker: Oder dreimal im Jahr, wo Neuerscheinungen präsentiert werden, weil wir wollen euch natürlich heute auch Bücher präsentieren, die noch nicht so alt sind.
Speaker: So bin ich rangegangen.
Speaker: Ich habe aber auch auf Instagram Menschen, denen ich vielleicht nur aus Sympathie folge, aber nicht irgendwie zwingend in ihres Lesegeschmacks, da mal dann doch ein bisschen genauer hingeguckt.
Speaker: Mensch, was lesen die denn so?
Speaker: Was haben die denn so empfohlen?
Speaker: Und dann bin ich ja auch, das ist das Privileg, wenn man in der Buchbranche irgendwie zugange ist, großer Fan von NetGalley und habe da einfach geguckt, was die Verlage so präsentiert haben und habe mich da aber, glaube ich, für alles gilt in erster Linie vom Cover leiten lassen.
Speaker: Also ich bin auch klassisch Buchhandlung.
Speaker: wirklich alle Buchhandlungen, die ich die letzten vier Wochen, seitdem wir für uns beschlossen haben, das Thema steht.
Speaker: Ob in Frankfurt, Stuttgart oder wo auch immer ich gerade unterwegs war, bin ich in die Buchhandlungen rein und habe mir die Büchertische angeguckt.
Speaker: Weil Urlaubslektüre liegt da jetzt tatsächlich auch schon.
Speaker: Also ob das der Italien-Krimi ist oder wie du gesagt hast, 20 verschiedene Cover mit Menschen unter Wasser.
Speaker: Oder Sommer im Titel.
Speaker: Genau, oder Sommer im Titel.
Speaker: Habe ich auch einen dabei.
Speaker: Ich auch, vielleicht mal gucken.
Speaker: Ich habe mich tatsächlich auch von so Influencern ein bisschen bereichern lassen.
Speaker: Es gibt jetzt die Momothek 3000, da hatte ich Alex auch schon mal was geschickt, weil der hat als erstes Buch Thomas Klavinec empfohlen.
Speaker: Grüße an der Stelle.
Speaker: Ja, den möchte ich mal einladen, der soll mal zu uns kommen.
Speaker: Ja, den möchte ich auch unbedingt einladen.
Speaker: Ich habe mir die offizielle Einladung ausgesprochen.
Speaker: Genau, und er hat eines der Bücher empfohlen, die ich dann tatsächlich mir sofort gekauft habe und gelesen habe.
Speaker: Und ich bin auch tatsächlich durch meinen Sub gegangen.
Speaker: Also ich kaufe ja gerne auch mal so spontan oder wenn ich irgendwo was gesehen habe, dann packe ich mir das auf meine Wunschliste und irgendwann kaufe ich es.
Speaker: Und tatsächlich in meinem Sub habe ich auch ganz, ganz viele Bücher gefunden.
Speaker: Und ich habe ein Buch dabei, von dem ich schon ganz oft, oder anders, das ich schon ganz oft erwähnt habe und das ich heute mal wirklich ausführlich vorstellen möchte.
Speaker: Okay, das macht mir wieder Angst.
Speaker: Und dann habe ich noch eins, das habe ich dem Nachbarn aus dem Briefkasten geklaut.
Speaker: Was?
Speaker: Nein, ich wollte nur mal gucken, ob mein Nachbar das hier oder... Und dann kommt wieder so eine, stellst die ganze Bibliografie vor von einem Autor oder Autorin.
Speaker: Und hier, ach, und das Buch hat der auch noch geschrieben.
Speaker: Nee, nee, nee, nee, das habe ich diesmal nicht vorbereitet.
Speaker: Okay.
Speaker: Wir gucken mal, wie wir heute durchkommen.
Speaker: Tim ist ja auch nicht dabei, also haben wir vielleicht ein bisschen Struktur heute mal in der Folge.
Speaker: Vielleicht darf ich anregen, dass jeder auch von sich aus mal erzählt, wie er aufs Buch gekommen ist.
Speaker: Da kann man ja die Anregung dann auch nochmal geben, wo man fündig wird.
Speaker: Ja, wobei bei mir ist einfach, ich bin käuflich.
Speaker: Das ist bei mir alles erkauft.
Speaker: So wie unsere Freundschaft, ich weiß.
Speaker: Ich würde sagen, seid ihr soweit?
Speaker: Es ist irre warm hier noch.
Speaker: Wobei ich ja sagen muss, bei mir läuft die Klimaanlage.
Speaker: Ich habe hier so ein schickes Tuch, was kühlt.
Speaker: Leute, ich bin sowas mal ausgestattet.
Speaker: Ich habe hier so ein Wasserspray zum Aufsprühen, falls mir zu viel wird.
Speaker: Achtung, hört man das?
Speaker: Ja.
Speaker: So, ich habe hier Eiswaffel.
Speaker: Und richtig toll habe ich von Mona Lang, die bei uns ja auch schon zu Gast war, gelesen, den Tipp.
Speaker: Weintrauben aus dem Tiefkühlschrank.
Speaker: Und dann lutschen.
Speaker: Ist super.
Speaker: Ja, vor allen Dingen, wenn du reden sollst.
Speaker: Wenn du die da vorher in dich reinschmeckst.
Speaker: Wenn du nuschelst zwischendrin, wissen wir, ach, jetzt lutscht er wieder an der Weintraube.
Speaker: Okay, gut.
Speaker: Also, wir haben alle Bücher mitgebracht.
Speaker: Wir wissen nicht voneinander, welche das sein werden.
Speaker: Und ich würde sagen, wir gehen einfach mal so ein bisschen lose rum und wir lassen natürlich der Dame den Vortritt, würde ich vorschlagen.
Speaker: Tina, möchtest du dein erstes Buch vorstellen?
Speaker: Die Dame ist überfordert, weil die Dame weiß gar nicht, mit was sie anfangen soll.
Speaker: Okay, dann halt nicht.
Speaker: Wir fangen mit dem Buch an, was ich schon hundertmal erwähnt habe als den schönsten Liebesroman der Welt.
Speaker: Ich habe aber, glaube ich, noch nie erzählt, worum es da geht.
Speaker: Ich esse eine Weintraube.
Speaker: Und das ist von Monika Zeiner, Die Ordnung der Sterne über Como.
Speaker: Es spielt natürlich auch am Komasee, ist klar.
Speaker: Ein wunderschönes Cover, finde ich, damals noch bei Blumenbar erschienen, als es frisch zu Aufbau gewechselt ist.
Speaker: Gibt es mittlerweile aber eine Taschenbuchausgabe, glaube ich, von DTV.
Speaker: Also es ist schon ein bisschen älter.
Speaker: Und
Speaker: Es ist eine Dreiecksbeziehung, die im Musikbusiness, würde ich sagen, im größeren Rahmen spielt.
Speaker: Es sind drei Protagonisten, Tom, Betty und Marc.
Speaker: Sind eigentlich alle drei befreundet, aber es gibt immer, also es schwingt so mit, dass das so eine Art Menage à Trois war, also dass jeder mal mit jedem gefühlt, was hatte.
Speaker: Und der Ausgangspunkt ist, dass Tom
Speaker: sich trennt von seiner Ehefrau und beschließt, Betty wiederzusehen.
Speaker: Und reist ihr hinterher nach Italien.
Speaker: Die treffen sich dann auch wieder, ich glaube auf Sizilien, in Neapel.
Speaker: Aber das nehme ich jetzt mal zu weit vorweg.
Speaker: Wir erfahren noch relativ früh, dass Marc, der Dritte im Bunde, gestorben ist.
Speaker: Und es geht auch um einen tragischen Tod.
Speaker: Und das verrate ich jetzt aber nicht, weil man erfährt sehr zügig, dass Marc gestorben ist, aber woran und wie, das tröselt sich dann erst im Laufe der Geschichte auf.
Speaker: Es hat immer so ein bisschen musikalische Züge, also es kommt quasi in den Worten so eine leichte Klavier-Blues-Jazz-Stimmung auf, was ich ganz nett finde, dass es so...
Speaker: dass man gefühlt Musik liest, ohne dass es jetzt eine theoretische Abhandlung über Musikgeschichte ist, sondern es ist einfach so ein Schwingen, was man da drin hat, sprachlich.
Speaker: Und genau, also das ist, da geht es um Freundschaft, um Loyalität vor allen Dingen, also dieser Tod beruht auch darauf, dass Verrat im Spiel ist und
Speaker: Ich finde, das ist einer der schönsten Liebesromane, die man sich vorstellen kann.
Speaker: Und wer zum Beispiel sowas wie Zwei an einem Tag mag oder Eine Liebe ohne Sommer, weil du vorhin unseren geliebten Tim erwähnt hast.
Speaker: Also wer wirklich so ein bisschen Liebesgeschichten mit ein bisschen Tragik mag und wo einfach Verwicklungen sind und
Speaker: Was aber nicht seicht im Sinne von Rosamunde Pilcher sein soll, sondern wo auch ein bisschen mit Poetik gespielt wird, für den ist die Ordnung der Sterne über Komo.
Speaker: Und ich habe das Buch, glaube ich, vor zwölf Jahren das erste Mal gelesen und habe es, glaube ich, inzwischen schon drei oder vier Mal gelesen, weil ich es immer wieder so schön finde.
Speaker: Es ist wie ein Liebesfilm, den man immer wieder gucken will.
Speaker: Und so ist das ganze Buch.
Speaker: Es ist einfach richtig schön.
Speaker: Okay.
Speaker: Warum habe ich das noch so im Kopf?
Speaker: Weil ich das, glaube ich, schon mindestens dreimal in diesem Podcast erwähnt habe, dass es der schönste Liebesroman ist, den ich jemals gelesen habe.
Speaker: Alles klar, aber nee, war das irgendwas nominiert damals?
Speaker: Ich habe das irgendwie noch im Kopf, dass das schon eine gewisse Beachtung gefunden hat.
Speaker: Doch, es war auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2013.
Speaker: Das ist ja sehr lange her.
Speaker: Kann mir mal jemand klatschen, dass mir sowas noch im Kopf ist?
Speaker: Ganz toll gemacht, Alex.
Speaker: Danke, vielen Dank.
Speaker: Unaufgefordert, danke.
Speaker: Ich finde, zu einem Strandtag gehört auch sowas wie eine Liebesgeschichte, wo man einfach eintaucht und wo man sich denkt, ach, werden Sie sich wiederfinden.
Speaker: Was wird passieren, wenn Sie sich wiedersehen?
Speaker: Fallen Sie sich in der Arme oder nicht?
Speaker: Also man hat ja, man geht da so die ganze Zeit mit, mit Tom und irgendwie wünscht man sich Erlösung, dass das alles wieder heil wird.
Speaker: Aber wie gesagt, dieser tragische Tod nimmt halt dieser
Speaker: Liebe zwischen Betty und Tom, so die komplette Luft weg.
Speaker: Okay.
Speaker: Wir steigen ja hier gleich ein.
Speaker: Es ist perfekt.
Speaker: Also so viel zur Diskussion, was ist leichte Strandlektüre?
Speaker: Tipptopp.
Speaker: Ein Liebesroman ist die perfekte Strandlektüre.
Speaker: Das stimmt.
Speaker: Und überraschenderweise habe ich sehr wenig Liebe heute dabei in den Büchern.
Speaker: Doch, ein Buch gibt es da.
Speaker: Da gibt es auch eine Liebesgeschichte.
Speaker: Das ist sehr schön.
Speaker: Ansonsten wenig Liebe bei mir heute in den Büchern.
Speaker: Und vielleicht noch ganz kurz, weil ich das Buch da habe und auch gelesen habe im Rahmen unserer Sendung, aber ich stelle es jetzt nicht...
Speaker: Ich mache es jetzt nicht so ausführlich.
Speaker: Es gab nämlich dieses Jahr eine Verfilmung von einem Sommerroman aus dem letzten Jahr, der hieß Fünf Sommer mit dir.
Speaker: Und viele unserer Zuhörer kennen das wahrscheinlich sogar.
Speaker: Und da ist ja auch so ein bisschen Dirty Dancing Move.
Speaker: Fünf Sommer haben sie zusammen verbracht in ihrer Jugend und dann sehen sie sich 20 Jahre nicht, dann kommt ein tragischer Tod und dann sehen sie sich wieder und was passiert, wenn sie sich wiedersehen?
Speaker: Hat dieser tragische Moment, der sie entzweit hat, noch...
Speaker: dass kein Wiederfinden möglich ist oder finden sie sich doch wieder.
Speaker: Also Fünf Sommer mit dir kam jetzt als Taschenbuch raus, war wie gesagt letztes Jahr der Hype schlechthin.
Speaker: Also wenn man mal bei Instagram und Co.
Speaker: oder TikTok guckt, das war gefühlt in jedem TikTok drin.
Speaker: Und jetzt gab es auch die Verfilmung.
Speaker: Also auch die können die Ordnung der Sterne über Komo lesen.
Speaker: Okay.
Speaker: Können wir zum nächsten Buch gehen?
Speaker: Also ich weiß, wir haben heute insgesamt 21 Bücher im Vorbau.
Speaker: Wir können natürlich über jedes eine Viertelstunde reden, Tina.
Speaker: Das ist total okay.
Speaker: Dann sagen wir das Abendessen ab.
Speaker: Also wenn ihr beide keine Liebesromane habt, dann habe ich zumindest zwei jetzt gehabt.
Speaker: Doch, ich habe eins.
Speaker: Oh, dann sag.
Speaker: Passt auf, ich zeige euch mal das Cover und sage euch, ich schicke das einfach in den Chat, alle anderen können selber googeln.
Speaker: Du kannst es doch auch erklären, wie das aussieht.
Speaker: Das machen wir doch zusammen, aber ihr sollt ja mitgucken.
Speaker: Ja, hopp, hopp.
Speaker: Hör auf zu nölen.
Speaker: Hopp, hopp.
Speaker: Und zwar ist es Paris Hollywood von Cecile Murray.
Speaker: Es ist, ich bin da wirklich auf den Farbschnitt auch drauf angesprungen, weil es einfach nur gedruckt ist.
Speaker: Das ist total schlicht eine ganz tolle Illustration von einer zeitlos schönen Frau.
Speaker: Sehr
Speaker: rudimentär fast schon illustriert, ganz toll.
Speaker: Und das ist wirklich, das ist so richtig, das habe ich wegen dieser Pressestimmen genommen.
Speaker: Die turbulenteste Liebeskomödie des Jahres.
Speaker: Und das ist, seien wir doch mal ehrlich, also jeder guckt doch Jennifer Aniston Filme.
Speaker: Das ist mir keiner erzählen, dass er es nicht tut.
Speaker: Die frühen waren gut.
Speaker: Ich hätte jetzt eher Mc Ryan gesagt oder sowas.
Speaker: Und dann kam Polly, möchte ich nur sagen.
Speaker: Ist einer der Besten von ihr.
Speaker: Ja, also egal.
Speaker: Ich will damit nur sagen, jeder ist doch so ein bisschen auch empfänglich.
Speaker: Und das war für mich sowas Leichtes.
Speaker: Die Handlung ist super schnell erzählt.
Speaker: Es geht um eine französische Filmkritikerin, die...
Speaker: durchaus einen gewissen Anspruch hat und so, aber die ist einfach heimlich in so einen großen Filmstar verschossen.
Speaker: Und sagte immer, ja, das ist so ein bisschen mein geheimes Hobby, ist doch okay, andere sammeln seltsame Dinge, ich bin halt einfach, ich finde diesen Typen gut, auch wenn er nichts in der Rübe hat und so.
Speaker: Und dann macht er einen sehr mittelmäßigen Film und sie wird aber als Journalistin hingeschickt,
Speaker: Und darf ihn interviewen und darf ihn auch noch ein bisschen länger interviewen.
Speaker: Und das ist der Ausgangspunkt.
Speaker: Muss man jetzt gar nicht so viel erzählen, wie es ausgeht, kann sich jeder denken.
Speaker: Aber das war so nett.
Speaker: Und da habe ich gemerkt, das ist auch mein kaltes, hartes Herz kann schmelzen, wenn man mit so einer Geschichte.
Speaker: Das ist jetzt alles nicht so wahnsinnig anspruchsvoll.
Speaker: Oh Leute, ich habe, kurzer Exkurs, hat er mir jetzt meinen Chef gezeigt.
Speaker: Jörg Fauser, Krimiautor, hat 1987 in Klagenfurt teilgenommen beim Bachmannpreis, in dem unter anderem auch Marcel Reich-Ranitzki saß.
Speaker: Und der, man kann sich das auf YouTube angucken, es ist faszinierend, wie Marcel Reich-Ranitzki dann sagt, er möchte nicht urteilen, ob das jetzt schlecht oder gut oder richtig schlecht ist.
Speaker: Dieses Buch gehört einfach nicht in den Wettbewerb.
Speaker: Und welches hat er vorgelesen?
Speaker: Der hatte eine Kurzgeschichte dafür geschrieben.
Speaker: Also ich kann Rohstoff nur empfehlen.
Speaker: Das ist ein unfassbar tolles Roadmovie, wenn man so möchte.
Speaker: Oder auch Der Schneemann.
Speaker: Super.
Speaker: Da bin ich auch dabei.
Speaker: Stimmt, die beiden.
Speaker: Aber der wurde sowas von zerpflückt, kann man sich mal angucken.
Speaker: weil es eben hieß, ja, das ist ja Unterhaltung und es gibt bestimmt Verlage, die das gerne mögen, aber das gehört hier nicht hin und deswegen hat sich Reich-Ranitzki geweigert, überhaupt zu urteilen, ist das jetzt guter oder schlechter Stoff.
Speaker: Genauso will ich es eigentlich ja auch machen.
Speaker: Das hat einfach Spaß gemacht und das war, das ist ganz leicht Liebe.
Speaker: Ich kann ein Happy End jetzt schon versprechen, ohne zu spoilern.
Speaker: Und manchmal wollen wir doch genau das.
Speaker: Wir wollen einfach nur ein Happy End haben.
Speaker: Ja.
Speaker: Ja, ja.
Speaker: Meine Liebesromane enden.
Speaker: Tragesteine mit Happy End.
Speaker: Das muss.
Speaker: Knüpfe ich an am Thema.
Speaker: Ich habe ein Buch, da kommt die Liebe drin vor.
Speaker: Und es gibt auch ein Happy End.
Speaker: Bedeutet halt nix.
Speaker: Ich muss es mal aus dem Stapel holen.
Speaker: Und zwar aus dem Verbrecher Verlag.
Speaker: Kekili.
Speaker: Ein Debütroman von Jessica Mawena Lawson.
Speaker: Und ja, worum geht's?
Speaker: Es geht um, es ist so eine Art Coming-of-Age-Geschichte, würde ich sagen.
Speaker: Es geht um die 18-jährige Kikeli.
Speaker: Die wächst als Afro-Deutsche in einer Kleinstadt im Süden von Deutschland auf.
Speaker: Ihr Vater stammt aus Togo.
Speaker: Die Mama ist Deutsche.
Speaker: Sie macht gerade Abi, wächst behütet auf und hat so einen kleinen Crush auf einen Mitschüler.
Speaker: Und dann fängt die Geschichte an und ihre Cousine Afi aus Togo kommt zu Besuch und die ist sehr...
Speaker: Ja.
Speaker: Und die beiden, Kikeli und Afi, erklären sich dann bereit, ja, es sind ja jetzt Ferien.
Speaker: Also die hat jetzt Abi geschrieben, jetzt sind Ferien, wir haben eh nichts zu tun.
Speaker: Wir kommen mit und drehen mit euch zusammen den Dokumentarfilm.
Speaker: Also die führen da Interviews und dann beginnt so ein Roadtrip.
Speaker: Die fahren dann nach Berlin über Erfurt und sind dann zu viert in einem Auto, um
Speaker: Es sind dann noch zwei Brüder dabei.
Speaker: Der eine ist natürlich der Mitschüler, in den sie verschossen ist.
Speaker: Und dann fahren sie eben zusammen nach Berlin.
Speaker: Und das ist einfach so ein ganz schönes Buch.
Speaker: Es ist eigentlich eher so ein Jugendbuch, würde ich sagen.
Speaker: Aber es macht einfach unglaublich Spaß, das zu lesen.
Speaker: Es liest sich super weg.
Speaker: Es ist sehr unterhaltsam geschrieben.
Speaker: Man erfährt auch viel über das Leben von Afro-Deutschen in Deutschland.
Speaker: Es geht auch um Alltagsrassismus, aber eben auch um diese Liebesgeschichte, die da sich so langsam entfaltet.
Speaker: Und das Schöne an der Liebesgeschichte ist auch, die kommt auch ohne Drama aus.
Speaker: Die kommen sich halt näher, die verstehen sich.
Speaker: Und ja, es hat einfach Riesenspaß gemacht, das zu lesen.
Speaker: Von daher ist das mein erster Tipp für heute.
Speaker: Das klingt toll.
Speaker: Ja, das ist so ein richtig schönes Coming-of-Age-Buch, finde ich.
Speaker: Ja.
Speaker: Also das macht richtig anders.
Speaker: Ich glaube, keiner von uns möchte nochmal 30 Jahre jünger sein.
Speaker: Aber wenn man dieses Buch liest, wäre man gerne dabei.
Speaker: Ja, okay.
Speaker: Genau, und es sind auch alles, alle Figuren sind halt einfach so sympathisch, wo man sich denkt, oh ja, die würde ich auch gerne mal treffen.
Speaker: Das ist irgendwie schön.
Speaker: Das meine ich mit dabei sein wollen.
Speaker: Also so hätte ich auch gern Jugend gehabt quasi, weil das ist so eine leichte Prise, möchte ich sagen.
Speaker: Also es ist ein ganz, ganz tolles Buch.
Speaker: Ich glaube, das möchte ich haben, ja.
Speaker: Also wir verlinken euch natürlich oder listen euch zumindest sämtliche Bücher auf, die wir heute hier haben.
Speaker: Und die Autorin schreibt auch Kinderbücher zu dem Thema.
Speaker: Also zum Thema Rassismus und Klassizismus.
Speaker: Ja, das passt.
Speaker: Okay.
Speaker: Wisst ihr noch, ich habe in Mainz damals über dem Afro-Shop gewohnt.
Speaker: Ich muss da gerade an eine Geschichte denken.
Speaker: Als da nachts, da saß ich noch auf dem Balkon und dann hörte ich, wie da die Scheibe eingeschlagen wurde von dem Laden.
Speaker: Und dann habe ich die Polizei gerufen und habe dann so die ganze Zeit heimlich vom Balkon geguckt, ob ich was sehe.
Speaker: Und dann fragte mich der Polizist, ja, sehen Sie, sind die Täter noch drin?
Speaker: Ja.
Speaker: Und dann habe ich, das weiß ich nicht, das Loch sieht relativ klein aus.
Speaker: Und dann habe ich, es war damals schon meine Krimi-Affinität wahrscheinlich, und dann habe ich dem Polizisten das Loch beschrieben von der Scheibe.
Speaker: Und ob da ein Mensch jetzt durchpassen würde oder nicht, bis der mich irgendwann sehr freundlich abwirkt und sagt, ja, es hätte ja sein können, Sie sehen da noch jemanden.
Speaker: Wir schicken jemanden vorbei.
Speaker: Aber vielleicht gehe ich direkt weiter nach Afrika.
Speaker: Okay, das passt ja.
Speaker: Ich würde gerne sagen.
Speaker: Auf das Buch bin ich durch Zufall gestoßen.
Speaker: Und das hole ich jetzt mal ganz weit her.
Speaker: Ich gehe im Dezember zu einer Lesung und zwar von Robert Habeck, weil der ein neues Sachbuch geschrieben hat über die Arktis.
Speaker: Und dann ist mir eingefallen... Wenn du jetzt den Dreh zu Afrika hinhaltest.
Speaker: Und dann ist mir eingefallen, der schreibt doch mit seiner Frau auch Romanen.
Speaker: Das gucke ich mir mal an.
Speaker: Und einen dieser Romane habe ich mir rausgesucht und der ist fantastisch.
Speaker: Ich finde den sprachlich super.
Speaker: Der ist, das ist richtig schöne, leichte Sommerlektüre.
Speaker: Das Buch heißt Die zweite Heimat der Störche.
Speaker: Und es geht, also ich finde das Cover schrecklich, aber das Buch ist super.
Speaker: Das hieß auch mal irgendwas mit Hyänen im Originaltitel, weil das ist schon die Neuausgabe des ursprünglichen Buches.
Speaker: Und es geht quasi um drei Frauen in drei Generationen.
Speaker: Es fängt, ich glaube, vor 1900 an mit Kolonialisierung von Namibia.
Speaker: Also es spielt zum Teil in Namibia, zum Teil in Frankfurt.
Speaker: Und die damalige Auswanderin Arabella sucht quasi für Geldwertenvorteil, die Liebe in Namibia.
Speaker: Also dort gibt es Kolonialisten, die... Die will sich einen Mann kaufen.
Speaker: Anders, sie wird gekauft.
Speaker: Genau, aber für ein Auskommen in der Ferne.
Speaker: Also man hat damals Frauen verschifft, damit die Männer vor Ort weiße Ehefrauen bekommen, wenn sie dort was auch immer.
Speaker: Das ist zumindest aus Frauensicht mehr Businessplan, als die meisten bei Goodbye Deutschland haben, wenn sie auswandern.
Speaker: Das hast du ganz wunderbar zusammengefasst.
Speaker: Es ist ähnlich.
Speaker: Und Arabella ist aber eine starke Frauenfigur, finde ich.
Speaker: Also die fährt da jetzt nicht blauäugig hin.
Speaker: Man bekommt einen ganz guten Eindruck, finde ich, von dieser Zeit und auch von den Umständen in diesem Land.
Speaker: Und wie sich die Kolonialherren dort breitgemacht haben.
Speaker: Zu Unrecht natürlich.
Speaker: Und dann schwingt es immer mal wieder in die Gegenwart.
Speaker: Und da lernen wir Cosima kennen.
Speaker: Cosima ist Afrodeutsche, lebt in Frankfurt.
Speaker: Und Nele von Cavea spielt auch eine Rolle.
Speaker: Denn...
Speaker: Diese drei Frauenfiguren finden noch zueinander.
Speaker: Wir erfahren am Anfang nicht die verwandtschaftlichen Verhältnisse.
Speaker: Aber diese Nele ist die Tochter von Arabella.
Speaker: Ja, sie ist die Tochter von Arabella und Cosima ist die Enkelin von Nele.
Speaker: Und warum die jetzt schwarz ist, werden wir erst im Lauf der Geschichte erfahren.
Speaker: Da will ich auch jetzt wieder nicht vorweggreifen, weil das wäre blöd, weil genau darauf spielt dieser Spannungsbogen auf.
Speaker: Wie konnte es dazu kommen, dass diese, ich möchte fast sagen, Patriarchen, die da, also Nele von Cavea ist, reiche Patriarchen, kauft sich ihr Glück immer wieder.
Speaker: Und es gibt ein Grundstück in Namibia von Arabella und um das geht es ausschlaggebend.
Speaker: Und ob ihr das gehört oder nicht,
Speaker: Was sozusagen aus der Kolonialzeit von den Kolonialherren noch Besitz ist oder eben zurückgegeben wird an die ursprünglichen Besitzer und wie dieses schwarze Kind in die Familie gekommen ist.
Speaker: Das ist...
Speaker: Total gut geschrieben.
Speaker: Man bleibt immer in der Geschichte drin.
Speaker: Also ich habe es auch in einem durchgelesen, weil ich unbedingt wissen wollte, was passiert mit diesem Haus in Namibia.
Speaker: Also das ist auch der Grund, weshalb die Oma auf die Enkelin zugeht, weil sie diesen Besitz unbedingt schützen will.
Speaker: Und es ihr vorab vererben will, obwohl die nie Kontakt zueinander hatten.
Speaker: Also warum gab es diesen Kontaktabbruch?
Speaker: Was ist mit dieser Immobilie da in Namibia?
Speaker: Und gleichzeitig werden sozusagen die einzelnen Geschichten der Frauen erzählt, wie die ins Leben gegangen sind.
Speaker: Und warum die dieses Schicksal haben, dass sie a. nicht mehr miteinander reden und wie die zu diesem Besitz in Namibia stehen.
Speaker: Und das ist, finde ich, insofern ganz toll, dass es einfach auch nochmal so einen historischen Zweig hat.
Speaker: Also, dass man einfach nochmal auch in so einen geschichtlichen Aspekt eintaucht, der, glaube ich, vielen gar nicht so präsent ist.
Speaker: Also Kolonialzeit um 1900.
Speaker: Was das konkret bedeutet hat für Deutsche als auch für die Menschen vor Ort.
Speaker: Und gleichzeitig, dass das halt einfach auch zu Familienschicksalen geführt hat.
Speaker: Und es ist wirklich, ich möchte fast sagen, ein historischer Familienroman.
Speaker: Wo sind wir da jetzt bei der leichten Strandlektüre?
Speaker: Da hast du mich kurz verloren.
Speaker: Ich finde, diese Familiengeschichte ist super erzählt.
Speaker: Ich kann das leider nicht so gut wiedergeben wie das Buch.
Speaker: Aber das Buch ist wirklich gut konstruiert.
Speaker: Total spannend.
Speaker: Es gibt jetzt kein Mord und Totschlag und sprachlich ist es wirklich super angenehm.
Speaker: Da sind jetzt nicht hochtrabende Wörter über Rassismus oder Klassizismus drin, sondern es ist einfach wirklich ein historischer Familienroman.
Speaker: Okay.
Speaker: Und ja, es tut mir leid, dass ich das nicht so gut strukturieren kann.
Speaker: Ich hätte auch einen Familienroman, aber ich würde sagen, wir haben uns ja einen lustigen Kniff für diese Folge überlegt.
Speaker: Wir hatten Gäste in den vergangenen Folgen, die auch immer wieder Bücher präsentieren.
Speaker: Und die haben wir gebeten, schick uns doch mal was, beziehungsweise werden die uns doch was schicken.
Speaker: Das heißt, auch da wissen wir jetzt gar nicht, was kommt.
Speaker: Ich kündige jetzt einen Beitrag an, von dem wir alle noch nicht wissen, was da drin sein wird, wer das Buch empfiehlt.
Speaker: Doch, wer es empfiehlt, wissen wir aber nicht, welches Buch es sein wird.
Speaker: Ich würde sagen, wir fangen an mit Tim.
Speaker: Timothy, Paul oder eben auch Tim Sonderhüsten, den wir in der letzten Folge hatten.
Speaker: Hey ihr Lieben, nur ein Buch zu empfehlen fällt mir wirklich ziemlich schwer, zumal ich in den letzten Monaten einfach zu viel gelesen habe, was mich begeistert hat.
Speaker: Aber wer im Sommer Lust hat, eine ungewöhnliche Geschichte kennenzulernen, der sollte sich Aftertaste schnappen, den Roman von Daria Lavel, der in der Übersetzung von Eva Kemper als Taschenbuch bei Fischer erschienen ist.
Speaker: Aftertaste ist die Geschichte von Kolja, der als Junge seinen Vater verliert und seitdem eine besondere Begabung hat.
Speaker: Er kann nicht hell sehen, aber er kann hell schmecken.
Speaker: Manchmal, wenn ihm ein Geist zu nahe kommt, weiß er genau, nach welchem Lieblingsessen aus dem Diesseits sich die Seele im Jenseits sehnt.
Speaker: Nur den einen Geist, nach dem sich wiederum Kolja sehnt, den trifft er nie, denn das ist sein Vater.
Speaker: Aber vielleicht schafft er das, wenn er mehr Erfahrung bekommt im Hellschmecken?
Speaker: Davon erzählt Daria LaVelle temporeich und oft im besten Sinne schwelgerisch.
Speaker: Und noch dazu lernt Collier seine große Liebe kennen, die ein düsteres Geheimnis hat.
Speaker: Er kommt mit einem Mann ins Geschäft, der möglicherweise ein Mafiaboss ist.
Speaker: Und er ahnt nicht, was er anrichtet, wenn er beschließt, ein Restaurant zu eröffnen, in dem Gäste den Seelen ihrer Liebsten wieder begegnen können.
Speaker: Aftertaste ist spannend, ein bisschen magisch, zwischendurch rasant schön und immer wieder auf diese besondere Art traurig, die uns beim Lesen auch ein bisschen glücklich macht.
Speaker: Viel Spaß im Sommer, viel Spaß beim Lesen und mehr Lesetipps gibt es natürlich auf www.rabberbum-buchblog.de und auf meinem Instagram-Account Timothy Paul Muck.
Speaker: Und jetzt mache ich weiter.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Ich habe auch einen Familienroman dabei.
Speaker: Und den, das ist längst kein Geheimtipp mehr.
Speaker: Und jetzt komme ich drauf, Alex.
Speaker: Ich weiß, was du vorstellst.
Speaker: Und es passt zu die zweite Heimat der Störche.
Speaker: Es ist fast identisch.
Speaker: Vom Erzählstil und von der Geschichte her.
Speaker: Tina, jetzt nimm doch nicht alles vorweg hier.
Speaker: Ich glaube, ich weiß, was Alex vorstellen wird.
Speaker: Verlorene Schäfchen habe ich genommen.
Speaker: Nee, schade.
Speaker: Ich habe so auf Lazar gehofft.
Speaker: Das ist ein toller Roman, dem auf Instagram zu folgen, Nelio Wiedermann, lohnt sich auch ganz brutal, weil der so unglaublich bescheiden dann so Sachen postet wie Dua Lipa mag mein Buch und so.
Speaker: Ganz toll.
Speaker: Ja, hätte ich auch nehmen können.
Speaker: Und Patti Smith mag sein Buch.
Speaker: Da war ich ein bisschen neidisch.
Speaker: Und wenn ihr Lazar mögt, mögt ihr auch das Buch von Robert Habeck und Andrea Parlauch.
Speaker: Okay.
Speaker: Entschuldigung, ein paar Luch.
Speaker: Jetzt kommen wir aber zu den verlorenen Schäfchen.
Speaker: Jetzt bitte zu den verlorenen Schäfchen.
Speaker: Ich habe es wieder in den Chat gesetzt.
Speaker: Ein gelbes Cover und mal ein gelbes Cover von einem Buch, das ich dann trotzdem mag.
Speaker: Ich will nichts sagen, aber Paris, Hollywood ist auch gelb.
Speaker: Ich wollte gerade sagen, ist das dein Beuteschema?
Speaker: Es ist deine gelbe Phase?
Speaker: Nein, nein, nein.
Speaker: Strand, Sonne ist braun, gelb, so in die Richtung.
Speaker: Da müsste das Cover auch so sein.
Speaker: Hauptsache kein Mensch unter Wasser.
Speaker: Paris Hollywood ist Orange.
Speaker: Wollen wir hier mal fürs Protokoll festlegen?
Speaker: Ja, also bei mir auf dem Bildschirm ist es gelb.
Speaker: Bei mir auch.
Speaker: Aber verlorene Schäfchen.
Speaker: Ich weiß, es gibt einige mittlerweile, die das Original-Cover viel mehr abfeiern.
Speaker: Ich finde das nicht toll.
Speaker: Das sieht aus wie ein Kinderbuch, weil das sind wirklich so kleine gezeichnete Lämmer drauf.
Speaker: Hier dieses Cover, ob das jetzt dem Buch so gerecht wird, weiß ich auch nicht.
Speaker: Ich will einfach die Geschichte ganz, ganz kurz.
Speaker: Es geht um Familie Flynn, eine fünfköpfige Familie.
Speaker: Und die ersten Szenen finden eigentlich noch beim Pfarrer statt, bei der Beichte, wo die Tochter eben so erzählt, was alles so abgeht.
Speaker: Und dann springt die Autorin von einer Figur zur nächsten, so ganz leichtfüßig.
Speaker: Und das sind so...
Speaker: schräge Charaktere, aber ohne, dass es so überspitzt ist.
Speaker: Und das ist eine ganz, ganz, ganz normale Familie und am Ende sind alle so ein bisschen merkwürdig.
Speaker: Also eine ganz normale Familie.
Speaker: Eine ganz normale, wir sind in so einer US-Vorstadt, alles relativ langweilig.
Speaker: Ich will euch einmal vorlesen, was Thea Dorn darüber gesagt hat.
Speaker: Wartet mal, weil das ist, wo ist es?
Speaker: Finde ich nicht mehr.
Speaker: Doch hier, eines der famosesten Romandebüts der vergangenen Jahre.
Speaker: Die Dialoge funkeln vor Sprachwitz und Schlagfertigkeit, ein literarisches Wunder.
Speaker: Ich bin mit Theodor nicht oft einer Meinung, aber an der Stelle hat sie recht.
Speaker: Das hat so eine Freude gemacht.
Speaker: Und das war nämlich auch so eine Familie, was ihr vorhin gesagt hattet, dass man da gerne seine Kindheit verbracht hätte.
Speaker: Und...
Speaker: ich wäre gerne lose mit denen befreundet.
Speaker: Also nicht zu eng, damit ich mit deren Problemen nicht zu eigen mache, aber schon so, dass man so ein bisschen immer mitkriegt, was da los ist.
Speaker: Und das fängt dann alles an.
Speaker: Der Mann denkt natürlich, es ist alles bestens, bis die Frau dann sagt, Mensch, offene Beziehung, das wäre es doch.
Speaker: Das habe ich eingeführt übrigens.
Speaker: Weil er kommt dahinter, dass sie ihn betrügt.
Speaker: Und dann sagt sie, nee, das ist jetzt modern.
Speaker: Wir sind jetzt für eine offene Beziehung.
Speaker: Du findest das auch gut.
Speaker: Und dann sagt er, aha, okay.
Speaker: Und er schläft dann irgendwie in der Garage.
Speaker: Es sind ganz einfache Leute und der Witz entsteht immer durch so einen ganz trockenen
Speaker: Humor in so einer Situationskomik, die ohne dass da wirklich jetzt so wahnsinnig viel passiert.
Speaker: Es ist eine sehr lange Erzählung, man hätte es auch alles ein bisschen kürzer fassen können.
Speaker: Wahrscheinlich und trotzdem sind so Miniaturen, die ganz große Freude machen.
Speaker: Und wie gesagt, es ist kein Geheimtipp mehr.
Speaker: Ich dachte am Anfang, als ich das ausgegraben hatte, yay, super, aber mittlerweile klebt auch der Spiegel-Bestseller-Button drauf.
Speaker: Ich wurde von der Realität überholt.
Speaker: Ich bin nicht der Einzige, aber zu Recht.
Speaker: Man muss bei dem Buch sagen, absolut zu Recht.
Speaker: Erinnert mich ein bisschen, wir hatten noch in der Weihnachtsfolge mal vorgelesen, als Sonderfolge glaube ich sogar, die Frau, die ein Jahr das Bett nicht verließ.
Speaker: Oh, das ist ein guter Vergleich.
Speaker: Das geht total in die Richtung.
Speaker: Das ist ein Buch für mich.
Speaker: Absolut, absolut.
Speaker: Du wirst es lieben.
Speaker: Es ist nicht brüllend komisch, aber es hat so einen ganz, ganz feinen, tollen Humor.
Speaker: Da sind wir wieder, schlagen wir den Bogen wieder zu leichter Strandlektüre.
Speaker: Ich möchte mir nicht am Strand über Rassismus oder so den Kopf zerbrechen.
Speaker: Ich bin da ignorant.
Speaker: Ich möchte gerne unterhalten werden und das bitte auch noch am besten mit guter Laune.
Speaker: Und da ist das Buch perfekt.
Speaker: Verlorene Schäfchen.
Speaker: So, äh...
Speaker: Andi, bist du ein verlorenes Schäfchen am Strand?
Speaker: Ja, immer.
Speaker: Ich überlege, wie ich jetzt weitermache.
Speaker: Ich habe eine Frage an euch.
Speaker: Und zwar, weil wir ja jetzt hier über leichte Strandlektüre reden, heißt es ja auch, dass wir lesen am Strand.
Speaker: Aber wie sieht für euch ein idealer Tag am Strand aus?
Speaker: Wenn ihr jetzt wirklich Strandurlaub einplant, was passiert da?
Speaker: Dann sag mir doch, wie du es dir vorstellen würdest, damit es für dich ideal ist.
Speaker: Wenn ich mit meinem Freund nach Südtirol fahre, dann gibt es da in diesem Hotel, in dem wir da immer waren, einen winzig kleinen Whirlpool auf dem Dach.
Speaker: Und da bin ich dann oftmals allein hin und da kann man dann irgendwie lesen, guckt dann so in das Tal rein und so.
Speaker: Und da ist auch Zeit zum Lesen, da geht das ganz wunderbar.
Speaker: Dein Strand hat sozusagen Berge.
Speaker: Mein Strand hat Berge, weil ich es auch ganz schlimm finde, überhaupt, muss man jetzt mal sagen, im Freien zu lesen, klingt wahnsinnig romantisch, ist aber 90% der Fälle doch einfach nur die Pest.
Speaker: Entweder das Papier ist zu weiß und es blendet einfach nur...
Speaker: Oder dann am besten wirklich dann noch irgendwie Sand oder so und dann krümelt mir das die Bücher voll, das mag ich ja eh nicht.
Speaker: Oder der Reader, der Reader spiegelt oder der wird irgendwie zu heiß, man weiß nicht so richtig wohin damit.
Speaker: Oder man nimmt den Reader mit, kann dann aber nicht ins Wasser gehen, weil man Angst hat, dass man seinen E-Reader jetzt, dass der einem sonst gemobst hat.
Speaker: Das ist doch nur in der Theorie nett.
Speaker: Für mich ist ein Strandtag super.
Speaker: Ja, aber zum Lesen am Strand, so ein Strandkorb, ganz klassisch, ist mega.
Speaker: Da hast du auch nicht das Problem mit.
Speaker: Ah, okay.
Speaker: Du bist Urlaubsprofi.
Speaker: Sondern im Strandkorb lesen ist perfekt.
Speaker: Und von daher versuche ich dann immer, einen Strandkorb zu ergattern.
Speaker: Oder eine Liege mit Schirm.
Speaker: Finde ich mal doof.
Speaker: Ja, aber die muss man halt selber, ja, obwohl die gibt's, kann man ja auch ausleihen, aber ich bin so ein Strandkorb-Fan.
Speaker: Ja, den musst du ja auch ausleihen.
Speaker: Ich wollte mir ja mal einen kaufen, sogar die mitnehmen dann immer.
Speaker: Genau, so hinten auf dem Gebrütträger.
Speaker: Genau.
Speaker: Ich kenne mich ja jetzt nicht aus.
Speaker: Ein großer Traum.
Speaker: Mit Urlauben und ich komme nicht so viel rum, aber gibt's Strandkörbe?
Speaker: Ich dachte, die gibt's nur irgendwie an der Nord- und Ostsee.
Speaker: Gibt's die sonst auch?
Speaker: Nee, ich bin jetzt eher tatsächlich von Nord und Ostsee auch ausgesagt.
Speaker: Wenn du dann in Italien oder so bist, dann hast du natürlich die Ligen und Sonnenschirm.
Speaker: Oder einfach nur Sonnenschirm.
Speaker: Also ich bin ein großer Am-Strand-Leser-Fan, kaufe mir da noch gerne vorher das Taschenbuch, damit man das da so verschmuddeln kann.
Speaker: Ja.
Speaker: Und ich bin gar nicht so der Bader.
Speaker: Ich habe da heute auch mit Kollegen drüber gesprochen, weil ich gesagt habe, wir nehmen heute auf und wir sind für dich eigentlich so der ideale Strandtag.
Speaker: Bei mir ist tatsächlich so kalte Getränke, vielleicht Melone oder so, ein Kiosk in der Nähe für zwischendurch ein Eis.
Speaker: Und Pommes.
Speaker: Ich brauche eigentlich nur zwei, dreimal, wenn überhaupt, an dem ganzen Tag ins Wasser gehen.
Speaker: Ich möchte eigentlich nur rumgammeln.
Speaker: zwischendurch mal 20 Seiten lesen, dann wieder das Buch weglegen, schlafen.
Speaker: Ich brauche da gar kein Action.
Speaker: Ich brauche keine Strandspiele oder Badespaß, sondern das darf so ein richtiger Gammeltag sein.
Speaker: Und das Buch muss einfach irgendwie zum Mitnehmen gedacht sein.
Speaker: Deswegen immer eine billige Taschenbuchausgabe.
Speaker: Und ich habe auch echt geguckt, dass von den meisten Büchern, die ich vorstelle, es auch wirklich schon mittlerweile die Taschenbuchausgabe gibt.
Speaker: Weil ich finde, das ist das Nonplusultra, dass man nicht das teure Hardcover mit an den Strand nimmt.
Speaker: Das kauft man sich zu Hause fürs Regal.
Speaker: Nö, das hat man.
Speaker: Oder einen Schutzumschlag einfach zu Hause lassen.
Speaker: Ja, aber wenn dann das Leinen schmutzig wird.
Speaker: Nein, ich bin ja jemand, der Knicken in die Bücher macht, aber Sand möchte ich wirklich auch nicht drin haben.
Speaker: Da gebe ich Alex recht.
Speaker: Ja, aber dann halt ein E-Reader nehme ich ja auch gerne mit den Urlaub, weil leichtes Gepäck, dann muss man nicht so schwere Bücher mitschleppen.
Speaker: Ist auch tatsächlich sehr praktisch.
Speaker: Deswegen, ich bin ja immer noch, ich bin ja gerade immer noch am überlegen, welchen ich mir kaufe.
Speaker: Ich bin immer noch überfordert.
Speaker: Ja, das ist auch, ich war bei den Kollegen von Pocketbook, ich glaube, ich bin den ein halbes Jahr lang immer wieder auf den Kranz gegangen und habe den dann immer noch mal gefragt, wie ist das da so mit dem Datentransfer und wie, weil ich lese natürlich auch viele Manuskripte darauf, wie kriege ich die da drauf und die haben, glaube ich, wirklich irgendwann gedacht, der hat doch einen Vollschatten und für mich ist der E-Reader, glaube ich, neben dem Handy eine der wichtigsten Gegenstände, der mich halt über einen längeren Zeitraum begleitet und dann muss das sehr gut durchdacht sein.
Speaker: Naja gut, aber wir schweifen ab.
Speaker: Andi, was soll auf deinen E-Reader drauf?
Speaker: Ich habe tatsächlich fast nur Hardcover heute dabei.
Speaker: Bisschen unpraktisch für den Strand.
Speaker: Aber nicht für den Strandkorb.
Speaker: Genau, für den Strandkorb passt es.
Speaker: Sag mal das Land, wie wir es ja ursprünglich uns so super schlau ausgedacht hatten.
Speaker: ja, also es ist euch überlassen.
Speaker: Wir können jetzt zurück nach Deutschland, obwohl, nee, wir waren ja, wo waren wir denn jetzt zuletzt?
Speaker: In Namibia.
Speaker: Bei Alex waren wir die Schäfchen.
Speaker: In Amerika war ich, in den USA.
Speaker: Wollen wir in den USA bleiben?
Speaker: Lassen Sie in den USA bleiben.
Speaker: Dann jetzt
Speaker: Aber bevor ich weitermache, wir haben ja auch noch einen Gastbeitrag.
Speaker: Wir haben ja nämlich auch Hannah gefragt, Hannah Schönberg, mit der arbeiten wir ja eng zusammen.
Speaker: Und deswegen lag es für uns ja irgendwie nahe, sie auch zu fragen, ob sie einen Strandlektüre-Tipp hat.
Speaker: Für uns, beziehungsweise auch für euch.
Speaker: Hören wir doch mal rein, was sie vorstellt.
Speaker: Hallo, liebe Hörerinnen und Hörer des Podcasts.
Speaker: Ich bin Hanna Schönberg, Chefredakteurin bei Buchmarkt und die Hosts haben mich um einen Buchtipp gebeten.
Speaker: Es geht ja heute hier um Sommerlektüre.
Speaker: Allerdings muss ich vorab sagen, dass ich gar nicht so die typische Leserin von Sommerlektüre bin.
Speaker: Von daher stelle ich gerne einfach ein Buch vor, was ich zuletzt als Hörbuch gehört habe.
Speaker: Und zwar, das ist Yesterday von Carol Claire Burke.
Speaker: Vielleicht habt ihr davon auch schon gehört.
Speaker: Das ist zurzeit ja in aller Munde, das Buch.
Speaker: Und ja, worum geht es eigentlich?
Speaker: Das Buch handelt von einer sogenannten Treadwife in den USA.
Speaker: Also von einer Frau, die ein traditionelles christlich geprägtes Lebensmodell darstellt.
Speaker: Mit vielen Kindern auf einer Farm.
Speaker: Und ja, das wirkt natürlich erstmal alles ganz idyllisch.
Speaker: Sie inszeniert sich damit in den sozialen Medien und hat viele Follower.
Speaker: Dann springt das Buch aber ins Jahr 1885 und dort spürt sie, wie das wahre Leben zu der Zeit vielleicht auch ausgesehen haben könnte, nämlich gar nicht so idyllisch, wie sie sich das vorstellt.
Speaker: Und es wird immer weiter deutlich, dass auch sie eine Fassade aufbaut, dass sie eigentlich ganz andere bösartige Gedanken auch teilweise hat, die immer mal wieder kümmern.
Speaker: durchblitzen und am Ende gibt es eben eine radikale Wendung, die ich hier nicht vorwegnehmen kann.
Speaker: Ich empfehle das Buch auf jeden Fall.
Speaker: Es ist bitterböse, gut geschrieben, eignet sich auch, um vielleicht den Sommer mal ein bisschen zu durchbrechen und ist vor allen Dingen am Puls der Zeit.
Speaker: Also ja, es ist sicherlich eine gute Lektüre oder auch ein gutes Audio für die nächsten Wochen und ich wünsche euch viel Spaß damit.
Speaker: Und das ist jetzt tatsächlich ein lustiger Zufall, aber wirklich ungelohnt, genau das Buch habe ich hier auch auf meinem Stapel liegen.
Speaker: Ich hatte erst noch überlegt, ob ich es vorstelle, weil das ist ja schon Bestseller, ist glaube ich Platz 1 oder so.
Speaker: Es wurde viel gesagt, viel geschrieben über das Buch,
Speaker: Aber ja, insgesamt, ich will jetzt eigentlich auch gar nicht so viel dazu sagen, aber ich kann Hannah nur zustimmen, trotzdem noch so ein paar ergänzende Gedanken dazu.
Speaker: Was ich nämlich gut fand an dem Buch,
Speaker: dass es ja nicht nur um diese Demaskierung von Treadwives geht.
Speaker: Es geht eigentlich um mehr.
Speaker: Es geht generell um Weiblichkeit und dann gibt es ja so eine Art Antagonistin, mit der studiert die Ich-Erzählerin am Anfang.
Speaker: Und das ist eher so feministisch, die trinkt auch Alkohol und geht feiern und will Karriere machen und macht dann in der Männerbranche Karriere.
Speaker: Und das wird halt immer so abwertend erzählt.
Speaker: Und sie selber, die Ich-Erzählerin, ist halt auch christlich erzogen und merkt aber eben schnell in dieser Männerwelt, sie versucht irgendwie was zu finden, wie sie sich da durchsetzen kann und wie sie erfolgreich werden kann.
Speaker: Und kommt dann irgendwann eben auf die Idee, ich kaufe jetzt eine Farm, wir ziehen da jetzt hin und ich werde jetzt so Treadwife und mache jetzt einen Social Media Account und damit werden wir berühmt.
Speaker: Das Lustige dabei ist aber, dass ihr Ehemann, der wird so ein bisschen dumm dargestellt, also der kann nichts, der findet keinen Job.
Speaker: Sein Vater ist aber ein bekannter Senator und will irgendwie US-Präsident werden.
Speaker: Und ja, es ist mega verstrickt.
Speaker: Also ich fand es sehr unterhaltsam.
Speaker: Es macht mega viel Spaß, das zu lesen.
Speaker: Und das hat mich halt selber überrascht, weil mich am Ende gar nicht so sehr diese Prämisse interessiert hat, sondern ich fand es einfach, das ist für mich so der Inbegriff für Strandlektüre.
Speaker: Es ist eingänglich, also es ist wirklich leicht zu lesen, es ist zugänglich.
Speaker: Es hat so kurze Kapitel, immer nur so...
Speaker: maximal zehn Seiten.
Speaker: Also du kannst es theoretisch auch weglegen nach zehn Seiten und dann wieder rein.
Speaker: Du kommst sehr schnell wieder rein.
Speaker: Es hat so zwei Ebenen.
Speaker: Es ist aber gar nicht so kompliziert, wie es jetzt klingt, vielleicht in der Erklärung.
Speaker: Es ist sehr unterhaltsam, einfach dieser Frau zu folgen.
Speaker: Das ist ja eine Ich-Erzählerin, die aber sehr konservativ aufgewachsen ist.
Speaker: Aber die ist auch eine sehr
Speaker: Also du kannst ja auch nicht immer vertrauen, was sie da sagt, sozusagen.
Speaker: Ja, aber ist sie dir sympathisch?
Speaker: Bei all dem, was du gerade sagst, redest du mit einer gewissen Distanz von der Protagonistin, was ja schon spannend ist.
Speaker: Ja, also ich, genau, also das ist so, glaube ich, so angelegt.
Speaker: Also einerseits kann ich es verstehen, sozusagen ihre Beweggründe kann ich sehr gut nachvollziehen, warum sie sozusagen diesen Weg geht, eine Treadwife werden zu wollen.
Speaker: Sie ist halt christlich erzogen und so, man muss heiraten, Kinder kriegen, aber sie will halt auch was machen aus ihrem Leben und sie will...
Speaker: Also irgendwie jetzt, weiß ich nicht, reich oder berühmt werden, aber sie will halt was machen aus ihrem Leben und geht deswegen diesen Weg, der quasi gefühlt der einzige Weg ist für sie mit so einem traditionellen Rollenbild, weil sie ja quasi, sie ist die Chefin und nicht der Mann.
Speaker: Und deswegen einerseits ist es so eine Ablehnung, andererseits fand ich die aber doch nahbar und verstehe das irgendwie.
Speaker: Und von daher, ja, also ich kenne diese ganzen Kontroversen.
Speaker: Es gibt genügend Leute, die das Buch doof finden.
Speaker: Ich muss sagen, es macht unglaublich Spaß.
Speaker: Es erinnert so ein bisschen auch an Rachel Kong, weil das ist so...
Speaker: Das Thema ist eigentlich mega komplex.
Speaker: Du könntest da stundenlang drüber reden und Abhandlungen führen.
Speaker: Aus unserer Folge Deutschland liest ein Buch vom TV Verlag als Monatangabe.
Speaker: Genau.
Speaker: Und da ist es auch so angelegt.
Speaker: Also irgendwie diese amerikanischen AutorInnen, die können das so gut machen.
Speaker: auch so ernste Themen, auch komplexe Themen in so unterhaltsame Romane zu packen.
Speaker: Das finde ich mega faszinierend und das ist hier auch grandios gelungen.
Speaker: Von daher für mich auch ein wirklich guter Tipp, wenn es um Strandlektüre geht.
Speaker: Weißt du, an was mich das erinnert?
Speaker: An Ballerina Farm.
Speaker: Das ist so ein Insta-Account von so einer ehemaligen Ballerina, die heißt Hanna...
Speaker: Nele Mann oder sowas, die hat genau das, die lebt dieses Trade-Wife-Phänomen ja voll aus auf Instagram.
Speaker: Ist damit auch superreich, die hat Millionen Follower, hat ich glaube inzwischen sechs oder sieben Kinder, keine Ahnung.
Speaker: Ihr Mann ist quasi der Bauer, eigentlich vermitteln sie das einfache Leben.
Speaker: Dahinter ist aber ein Konzern mittlerweile.
Speaker: Also die vermarkten sich so dermaßen gut,
Speaker: mit ihrem einfachen Leben, dass die dadurch Millionäre geworden sind.
Speaker: Genau, genau.
Speaker: Das ist so ein bisschen das, was du gesagt hast, wie das aufgebaut ist, dass sie quasi sich nach vorne bringt und durch dieses Trade-Wife auf Social Media zum Erfolg sich selber pusht.
Speaker: Das ist auch diese Hanna, also diese Ballerina-Farm.
Speaker: Und darum geht es in dem Buch auch.
Speaker: Sie erzählt dann so, ja, und dann gibt es halt so, du kannst dann ein Merch kaufen und dann die stellen dann halt Produkte her und dann erzählt sie mir.
Speaker: Machen die auch.
Speaker: So hergestellt, aber hergestellt nicht in den USA, sondern hergestellt in China, hergestellt in sonst wo und dann halt eingeführt und aber für richtig viel Knete verkauft.
Speaker: Und genau, sie hat ein Social Media Team dahinter und
Speaker: Dann auch so witzige Szenen, dass sie dann immer sagen, die Kühe, also weil die sind ja keine, die sind keine Bauern und keine Farmer, die kennen sich damit nicht aus.
Speaker: Das heißt, die Kuh stirbt ständig.
Speaker: Gut, das ist jetzt bei Ballerina-Farm nicht, aber... Weißt du nicht.
Speaker: Weißt du es ja nicht.
Speaker: Ja doch, das sind schon Bauern, also Bauern in Anführungsstrichen, was nach amerikanischen Verhältnissen Bauern sind.
Speaker: Die Kuh stirbt immer und hat aber immer den gleichen Namen und dann geht es immer so, ja, der Mann ist gerade draußen und melkt, weiß nicht, wie sie heißt.
Speaker: Und dann irgendwann kommt raus, ja, das ist quasi so ähnlich wie bei den Simpsons hier mit Snowball und so, wo die 1, 2, 3, 4, 5.
Speaker: Kommissar Rex.
Speaker: Ja, das ist einfach so, du denkst immer, es ist die gleiche Kuh, weil die wissen nicht, wie man damit umgeht.
Speaker: Die stirbt halt ständig.
Speaker: Und dann haben die auch ganz viele mexikanische Farmarbeiter und sowas.
Speaker: Und das ist halt teilweise auch wirklich witzig.
Speaker: Einziger Kritikpunkt, das Ende ist nicht schön aufgelöst, aber war mir dann auch egal, weil es war trotzdem, ich habe es in zwei Tagen durchgelesen, es sind, ich glaube, über 400 Seiten.
Speaker: Ich habe es aber ratzfatz durchgelesen, weil es einfach unterhaltsam war und Spaß gemacht hat.
Speaker: Ich glaube, das wurde aber auch kritisiert, dass quasi das Lektorat am Ende...
Speaker: ich nenne es jetzt mal, versagt hat, und zwar das vom Originalbuch, weil die das schon angekündigt hatten und weil das schon einen Erscheinungstermin hatte, aber die keine Zeit mehr hatten, weiter an diesem Manuskript zu arbeiten.
Speaker: Und deswegen ist es hinten raus, zumindest ist das, was ich im Internet aufgeschnappt habe zu dem Buch, hinten raus ein bisschen schwächer als vorne raus, weil die einfach diesen Druck hatten mit dem Veröffentlichungstermin.
Speaker: Dass die hinten raus nicht mehr daran gearbeitet haben.
Speaker: Ja, das macht tatsächlich Sinn, ja.
Speaker: Weil das ist wirklich auch well crafted, wie sie immer sagen.
Speaker: Also am Anfang, das ist wirklich schon durchkomponiert ohne Ende und am Anfang und am Ende verliert es den Faden tatsächlich.
Speaker: Das kann gut sein.
Speaker: Ja gut, aber ich sag mal, jeder, der schon mal irgendwie in zwei Nächten eine Hausarbeit noch irgendwie zu Ende schreiben musste, wir wollen jetzt hier nicht ins Glashaus begehen.
Speaker: Ich bin aber bei dem Buch und auch bei Rachel Kong habe ich überlegt,
Speaker: Wie viel Anteil hat da das Lektorat?
Speaker: Weil ich glaube, das ist bei solchen Büchern extrem wichtig, da wirklich ein gutes Lektorat zu haben.
Speaker: Und ich glaube, das Lektorat bei solchen Büchern ist auch halbe Autorschaft im Prinzip.
Speaker: Würde ich jetzt mal in den Raum stellen, weiß ich nicht, ob es wirklich so ist.
Speaker: Aber das ist auch ein Debütroman und das ist überraschend gut geschrieben.
Speaker: Über die Rolle von Lektoren könnte man eh auch nochmal in Ruhe demnächst mal reden.
Speaker: Aber das ist vielleicht eine schöne... Ich wollte nur ganz kurz sagen, weil du Rachel Kong erwähnt hast, das ist mir nämlich vorher nicht eingefallen, dieses Habeck-Buch kommt dem auch ganz nah.
Speaker: Dieses Auflösen von verschiedenen Generationen, Herkunft, Identität, was heißt das denn konkret für mich?
Speaker: Und sprachlich ist es dem auch ähnlich.
Speaker: Also dieses glatt geschliffene, kurze Sätze, kurze Kapitel,
Speaker: Das kommt ihm sehr, sehr nah.
Speaker: Also für Freunde von Rachel Kong kann ich das Buch auch empfehlen.
Speaker: Okay, alles klar.
Speaker: Ich finde immer, es ist wichtig zu sagen, in was für eine Richtung das geht.
Speaker: Wir hatten es schon abgehakt, du darfst es leider nicht nochmal erwähnen.
Speaker: Schade.
Speaker: Rachel Kong haben wir jetzt dreimal erwähnt.
Speaker: Das ist in Ordnung.
Speaker: Deswegen finde ich das jetzt einen schönen Anlass, Mona Lang auch hier nochmal zuzuschalten und zu gucken, was sie jetzt empfiehlt.
Speaker: Hallo ihr lieben drei, hier ist Mona.
Speaker: Alex hat mich gebeten, euch einen Sommerbuchtipp per Sprachie zu schicken.
Speaker: Das mache ich hiermit sehr gerne.
Speaker: Und ich weiß, ihr drei seid hyperintellektuell und habt nur total kluge Literatur und hochwertige Sachbücher im Gepäck.
Speaker: Deswegen traue ich mich, euch eine richtig gute Spicy Smutty Romance zu empfehlen.
Speaker: Mal gucken, wie gut das bei euch ankommt.
Speaker: Gerade erschienen heißt In Stormy Weather.
Speaker: Die Autorin ist Chelsea Curto.
Speaker: Und es geht tatsächlich um zwei Meteorologie-InfluencerInnen, die sich hassen.
Speaker: Die wohnen beide in Florida, kennen sie schon ihr Leben lang, weil er der Bruder ihrer besten Freundin ist.
Speaker: Und sie hat einen ganz, ganz tollen YouTube-Kanal mit vielen, vielen Millionen Followern und er ist quasi der Wetterfrosch aus dem Fernsehen, der sehr gut aussehende, muss man sagen.
Speaker: Und die beiden jagen zusammen den Tornados hinterher und versuchen der Erste an der Kamera zu sein.
Speaker: Und jetzt müssen die beiden irgendwie zusammenarbeiten.
Speaker: Und wie das ausgeht, kann man sich vorstellen.
Speaker: Ich kann versprechen, es macht wahnsinnig Spaß, dieses Buch zu lesen.
Speaker: Es ist ganz schön hot und gleichzeitig ist es schön stürmisch, sodass man immer so ein bisschen Abkühlung hat.
Speaker: Und man lernt sehr viel über Wetter, Extremwetter.
Speaker: Wer hätte das gedacht?
Speaker: Also viel Spaß und wenn irgendwer von euch in Stormy Weather liest, sagt mir Bescheid, wie ihr es findet.
Speaker: Liebe Grüße.
Speaker: So, bevor diese Folge endgültig alle Längengrenzen sprengt, machen wir hier einen kleinen Cut.
Speaker: In Teil 2 bekommt ihr noch mehr wunderbare Buchtipps.
Speaker: Wir hören uns.

