Transcript
Speaker: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Zero Reset, der Uhren-Podcast.
Speaker: Heute, beim letzten Mal, habe ich in sechs Augen geguckt, beziehungsweise in vier andere Augen.
Speaker: In meine eigenen kann ich nicht gucken.
Speaker: Diesmal gucke ich in sechs andere Augen.
Speaker: Mit meinen Augen sind es acht.
Speaker: Und ich schmeiße direkt, bevor ich wieder anfange, Mist zu reden, den Ball zu Knut rüber.
Speaker: Mein Mist kommt später.
Speaker: Irgendwann werde ich Lust dazu haben, weil Knut mal wieder Gäste mitgebracht hat.
Speaker: Und deswegen bitte du, Knut.
Speaker: Wir haben heute was super exklusives da, etwas, was es nämlich noch gar nicht gibt.
Speaker: Und zwar sind wir live dabei, wie ein neuer Vintage-Uhren-Shop gegründet wird.
Speaker: Und das finde ich total spannend, weil wir gucken ja immer gerne hinter die Kulissen und lernen die Leute kennen, die Dinge machen.
Speaker: Und hier sind wir ganz von Anfang an dabei und können praktisch fast hinter die Augen, die du gerade angesprochen hast, in die Gehirne gucken von Gregor und Titus, die beide den Laden auslösen.
Speaker: Lago Vintage Watches gründen werden, bzw.
Speaker: wenn wir ausspielen, ist die Seite sicherlich schon live und dann könnt ihr euch das genau angucken.
Speaker: Wir begrüßen also Gregor und Titus heute und wollen alles wissen über ihren neuen Shop.
Speaker: Wie ist es, einen Shop aufzumachen?
Speaker: Warum macht man das in einem Markt, der ja gerade wahrscheinlich gar nicht so einfach ist?
Speaker: Und warum
Speaker: Was ist euer Alleinstellungsmerkmal, wie ihr euch durchsetzen werdet am Markt und nah an die Welterrschaft kommt?
Speaker: Hallo, ihr euch vorstellt.
Speaker: Da würde ich direkt rein, weil das wäre eine Frage, die ich auch direkt gestellt habe.
Speaker: Warum jetzt?
Speaker: Aber dieses Warum jetzt ist glaube ich das gleiche wie bei Aktien oder allgemein bei Uhren.
Speaker: Eigentlich der schlechteste Zeitpunkt zu kaufen ist morgen, der beste war einmal gestern.
Speaker: Aber wie Knut gerade gefragt hat, stellt euch gerne vor und warum jetzt?
Speaker: Ja, vielleicht fange ich an.
Speaker: Ich bin der Titus, ich bin 26 und lebe seit ziemlich genau einem Jahr in Berlin, wo ich auch den lieben Knut kennengelernt habe.
Speaker: Und direkt zum Anfang, warum startet man heute mit dem, oder startet man heute einen Uhrenladen?
Speaker: Ich glaube, wenn wir schon über Aktien reden, dann heißt es ja häufig, time in the market beats timing the market.
Speaker: Und ich glaube,
Speaker: Wir als passionierter Sammler sind schon seit sechs, sieben, acht Jahren dabei jeweils und haben einfach eine Menge Wissen und
Speaker: und Erfahrung angesammelt, kennen aber auch die Fallstricke und die häufig Vertrauensprobleme, die man aufbaut, wenn man zu lange gerade Vintage-Uhren sammelt.
Speaker: Und genau deswegen haben wir uns vorgenommen, dass wir uns da jetzt professionalisieren wollen, dass wir uns da vorgenommen haben, jetzt in den Markt einzusteigen, erst mal nebenberuflich und indem wir coole Uhren auftreiben, die zugänglich machen und eben deren Geschichten erzählen, die man von den Marken selber nicht hört,
Speaker: weil es eben Vintage-Uhren sind mit Modelllinien, die es vielleicht heute gar nicht mehr gibt, das Vertrauen aufbauen im Markt, dass wir irgendwann dahin kommen wollen, dass wir das selbstständig Vollzeit machen wollen und vielleicht einen kleinen Laden aufmachen, eine Community aufbauen, Sammler hosten, kleine Events hosten und eben dem deutschen Markt eben nochmal eine Nische aufzuzeigen, die, glaube ich, für uns beide super spannend ist.
Speaker: Dazu können wir gleich mir noch mehr erzählen, aber ich gebe direkt mal weiter an
Speaker: den Gregor.
Speaker: Wie siehst du das denn?
Speaker: Ja, du hast jetzt schon ganz viel vorweggenommen.
Speaker: Ich bin der Gregor, ich komme aus Bayern, bin 30 Jahre alt und bin in der Branche auch hauptberuflich tätig.
Speaker: seit knapp zwei Jahren und mich berührt das Thema schon länger.
Speaker: Ich habe während meines Studiums mit dem ganzen Uhren sammeln angefangen und bin da immer tiefer in das Rabbit Hole reingefallen und immer tiefer auch in diese Vintage Richtung gegangen.
Speaker: Und genau,
Speaker: Jetzt ist der Zeitpunkt, sich da auch nebenberuflich noch selbstständig zu machen, weil ich auch schon Erfahrungen sammeln konnte in der Branche, da Fuß fassen konnte und ich einfach meine Leidenschaft da zum Beruf machen wollte mit dem Titus zusammen.
Speaker: Kannst du vielleicht skizzieren, was du beruflich in der Branche machst, damit wir so eine Vorstellung kriegen?
Speaker: Vielleicht kannst du es auch anonymisieren, wenn man das nicht sagen darf, aber so, dass wir verstehen, was du für einen professionellen Hintergrund hast.
Speaker: Genau, ich bin im Verkauf bei einem Juwelier oder bei einem Uhrenhändler tätig.
Speaker: Also genau, bin schon gleich an der Front dabei und genau.
Speaker: Das heißt, du kennst die Leute, die Uhren sammeln, machst aber wahrscheinlich keine Vintage-Uhren dann.
Speaker: Richtig.
Speaker: Alles klar.
Speaker: Wir reden jetzt erstmal von Vintage umgesprochen.
Speaker: Könnt ihr das vielleicht so umreißen?
Speaker: Weil Vintage-Händler gibt es ja viele.
Speaker: Aber ich kenne so ein bisschen die Uhren, die Titus hat.
Speaker: Und er hat also mein großer Liebling, so eine kleine Blancpain mit einem Closonet-Blatt und noch andere Uhren mit Closonet-Blättern.
Speaker: Also schon wirklich sehr exzeptionelle Sachen.
Speaker: Oder auch Mickey-Maus-Zeiger-Uhren und so weiter.
Speaker: Und du hast, glaube ich, so Ebel-Uhren, ne, Gregor?
Speaker: Genau, ja.
Speaker: Ich...
Speaker: Ich bin der Ebelmann, wie viele sagen, und habe da vor zwei Jahren auch eine Sammelleidenschaft entwickelt über ein Auktionshaus.
Speaker: Da wurde eine Ebel angeboten, die mir sehr gut gefallen hat.
Speaker: Ich habe mitgeboten und leider gewonnen.
Speaker: Und genau so bin ich dann auch in das Thema Ebel reingekommen.
Speaker: Aber ich habe auch andere Uhren, die ich in meiner privaten Sammlung habe.
Speaker: Genau, Neo Vintage Blur Paws gefallen mir gut.
Speaker: Da kann ich auch noch was dazu sagen.
Speaker: Und alles, was außergewöhnlich ist, was mich anspricht und am liebsten in Edelmetall.
Speaker: Ist das auch so das Design von eurem Shop, was ihr euch so vorstellt, dass ihr das verkaufen wollt oder macht ihr andere Sachen dann?
Speaker: Ich glaube, wenn man sich die Uhren anguckt, die heute am Markt sind, dann gibt es ja drei große Zeitperioden.
Speaker: Es gibt ja die vor der Quartz-Krise, wo es eben Präzisionsinstrumente waren.
Speaker: die total spannend sind, aber natürlich auch ein bisschen fragiler, wo man vielleicht mal ein bisschen genauer hingucken muss.
Speaker: Dann haben wir die Neo-Vintage-Zeitperiode und ich glaube, das ist die Gegend, wo Gregor und ich uns am besten auskennen.
Speaker: Nach der Quartz-Krise, wo sich eben diese Unternehmen, die schon so viel Historie hatten, nochmal ganz neu aufstellen mussten, ganz neu orientieren mussten,
Speaker: und ehrlicherweise auch häufig ziemlich planlos ihre Produktstrategie wie Spaghetti an die Wand geworfen haben.
Speaker: Und da sind eben unglaublich viele tolle Uhren entstanden, die unseren modernen Maßstäben entsprechen.
Speaker: Die sind wasserdicht, die sind in modernen Proportionen, die haben aber Sachen zu bieten, die man heute so gar nicht mehr machen würde.
Speaker: Die sind in winzigen Stückzahlen gemacht worden, die sind in relativ kleinen, die sind in allen möglichen Größen entstanden.
Speaker: Und ich glaube, entsprechend gibt es in dieser
Speaker: aus dieser Zeitperiode unglaublich viele Schätze, die über die Marken gar nicht mehr reden wollen, weil es vielleicht nicht mehr zum modernen Image passt, aber wo es jeden Tag noch was zu entdecken gibt, wo man als moderner Sammler oder Sammler von modernen Uhren immer auf die Watches and Wonders warten muss, um dann die neuen Farben bei Rolex zu entdecken, kannst du eben jeden Tag einen Auktionskatalog aufschlagen und immer wieder neue Uhren entdecken, die du irgendwie spannend findest und in denen du dich vielleicht auch selber entdeckst,
Speaker: was dich besonders anspricht und eben auch, was diese Zeitperiode so einzigartig macht.
Speaker: Und das heißt nicht, dass wir moderne Uhren nicht super finden, aber das ist halt einfach, ich glaube, eine perfekte Sammlung hat einen Mix aus Vintage, Neo-Vintage und modernen Uhren, weil es für jede Uhren einen Anlass gibt.
Speaker: Also kann man sagen, ihr macht sowas wie 80er, 90er, frühe 2000er und eher Nischenmodelle, aber wahrscheinlich von Herstellern, wo man die Namen zumindest kennt.
Speaker: Oder macht ihr auch ganz verrückte Sachen?
Speaker: Was in Zukunft kommt, das wissen wir nicht, aber wir sind auf jeden Fall auch offen für verrückte Sachen.
Speaker: Aber genau, wir wollen eigentlich so aufzeigen, dass es außerhalb von den üblichen verdächtigen Marken auch noch funktioniert.
Speaker: andere Marken oder vor allen Dingen Modellreihen gibt, die vielleicht die meisten nicht mehr auf dem Schirm haben, aber gerade in den späten 80er, 90er Jahren extrem mit viel Liebe einfach gebaut wurden, teilweise auch sehr seltene Stücke halt einfach und mit verschiedenen Formen, Zifferblattvarianten,
Speaker: die vielleicht auch so jetzt nicht mehr auf den Markt kommen.
Speaker: Vielleicht können wir das am Beispiel mal machen.
Speaker: Wir haben jetzt schon, glaube ich, zwei-, dreimal Blampon genannt.
Speaker: Für mich ist das so das 80er, frühe 90er Jahre Ding.
Speaker: Also eingestellte Modellreihe wäre zum Beispiel Blampon Le Mans.
Speaker: Ewiger Kalenderchronograph.
Speaker: Eine Sache, die es heute nicht mehr gibt.
Speaker: Und wenn, dann würde sie wahrscheinlich 140.000 Euro kosten.
Speaker: Wäre das sowas?
Speaker: Knut, der Witz hat damals auch umgerechnet 140.000 Euro gekostet, aber das weiß heute keiner mehr, weil du kriegst die heute für 12.
Speaker: Für 12, ja.
Speaker: Allerdings immer nur in Hongkong, weil nur die Leute da in diesen Ländern so viel Geschmack haben, aber das finde ich immer krass, wenn man nach Komplikationen guckt.
Speaker: Machen wir das doch mal an so einem Modell fest.
Speaker: Also das wäre sowas, was man bei euch kriegen könnte.
Speaker: Absolut.
Speaker: Also ich glaube, so abstrakt darüber zu reden, das macht ja gar nicht so viel Spaß, wie sich dann die konkreten Modelle oder so anzugucken.
Speaker: Du hast einfach mit zum Beispiel Blancpain, mit Jean-Claude Vivier jemanden, der extrem früh gesehen hat, wohin sich die Industrie entwickelt und verstanden hat, dass mechanische Uhren eben doch nicht tot sind, aber sich eben weiterentwickeln müssen zu eben Präzisionsobjekten, zu Schrauben.
Speaker: Luxusobjekten hin und entsprechend hat er unglaublich viel Cooles gemacht.
Speaker: Er hat diese ganzen Komplikationen, die ja auch für ein Präzisionsinstrument gar nicht notwendig waren, wie eine Mondphase, wie vielleicht einen ewigen Kalender.
Speaker: Die meisten Leute wussten damals auch schon, wie spät ist, welchen Tag wir haben und die Mondphase hat auch damals schon keinen interessiert.
Speaker: Der hat die zum Beispiel in diesen sechs Masterpieces
Speaker: wieder zurückgebracht und die alle bei sich entwickeln lassen bei Piguet und ich glaube, das ist der spannende Teil, er hat eben dann auch die Handwerk in den Vordergrund rücken wollen und so ist zum Beispiel meine Blanc-Plan-Closané-Zifferblatt-
Speaker: Urzustande gekommen, wo eben dann nur 20 Stücke hergestellt wurden, einfach weil dieser Markt damals noch relativ klein war.
Speaker: Das war noch in den Kinderschuhen und man brauchte damals wirklich die super heiß interessierten Kollekter, die wirklich sowas gekauft haben.
Speaker: Das heißt, die Stückzahlen sind relativ klein, aber es war die Geburtsstätte dieser modernen Uhrmacherei, wie wir sie heute kennen, von diesen Marken, die eben Luxusobjekte herstellen und nicht mehr Präzisionsinstrumente.
Speaker: Ich habe jetzt mal parallel, um die beiden heiß zu machen, meinen Originalkatalog zu den Six Masterpieces aufgemacht.
Speaker: Wie würde das denn ablaufen?
Speaker: Bleiben wir mal bei dem Beispiel.
Speaker: Also ihr guckt immer im Netz, was so interessant sein könnte oder wie stellt ihr euch das vor, dass das angeboten wird oder habt ihr ein Netzwerk?
Speaker: Wie läuft das?
Speaker: Macht ihr erst das Angebot klar oder guckt ihr erst nach der Nachfrage, wenn ihr den Shop bestückt?
Speaker: Nein, also ich glaube, dass wir auch ein bisschen emotional da einkaufen, weil wir halt auch einfach aus dieser Leidenschaft heraus das Ganze jetzt machen.
Speaker: Und wir kaufen grundsätzlich halt auch die Uhren an, die uns gefallen.
Speaker: und möchten da auch dann den Leuten das vermitteln, was daran so toll ist.
Speaker: Ich habe jetzt auch gerade meine, weil wir gerade von den sechs Masterpieces von Blaupor geredet haben, auch meine Villaree mal zur Hand.
Speaker: Das ist die Villaree mit dem
Speaker: Also hier mit dem ewigen Kalender in einer 34 Millimeter Case.
Speaker: Es ist einfach Wahnsinn, was die damals in den 90er Jahren in so kleine Gehäusegrößen reingemacht haben.
Speaker: Also es ist, die haben...
Speaker: unter anderem ewigen Kalender-Minuten-Repetition in 11 mm Höhe oder 12 mm Höhe und 34 mm Durchmesser reinbekommen.
Speaker: Und das sind so Sachen, die mich persönlich wahnsinnig interessieren.
Speaker: weil es einfach so nicht mehr heutzutage hergestellt wird aus verschiedenen Gründen.
Speaker: Das heißt, du machst das so wie alle anderen Leute.
Speaker: Du bist nachts um elf bei Chrono24 unterwegs und dann plötzlich voller Romantik findest du so ein Teil und denkst, verdammt, ich kann sie nicht alle haben, aber ich könnte sie zumindest mal im Shop haben.
Speaker: Ja, genau, unter anderem, aber auch, genau, beruflich bedingt habe ich auch da ein Händlernetzwerk, ein kleines mir aufgebaut und auch bei Auktionen machen wir mit, also wir nehmen da die komplette Bandbreite mit und
Speaker: sind nicht nur auf Krone24 mitten in der Nacht unterwegs.
Speaker: Das ist interessant.
Speaker: Händler-Netzwerk, da ist ja bei uns hier immer die stehende Frage, kauft ihr bei Italiener?
Speaker: Das ist ja so ein bisschen der Mehrwert, den wir auch liefern wollen.
Speaker: Wir sind ja als Sammler auch, glaube ich, schon öfters mal gebranntmarkt worden von einem Kauf, der war vielleicht nicht ganz richtig, wo man sich vielleicht ein bisschen verschätzt hat.
Speaker: Ich weiß noch, mein erster Kauf einer nicht neuen Uhr, das
Speaker: kam dann direkt mit selbst oder mit stümperhaft gepinseltem Lumen auf dem Ziffernblatt einer wunderschönen Blampant 50 Fathoms, wo sich dann irgendein Metzger wirklich diese Uhr verschandelt hat.
Speaker: Ich konnte sie nicht zurückgeben und ich habe daraus gelernt und ich glaube, das ist aber auch der Vorteil, wenn man eben als Händler agiert, dann ist es
Speaker: Okay, wenn man einen Fehler macht, man lässt das dann fixen und im Zweifelsfall kann man dann aber seinen Kunden das Gefühl geben, ich bin bei jemandem, dem ich vertrauen kann, ich bin mir ganz sicher, dass ich hier nicht übers Ohr gezogen werde und im Aggregat ist es dann die deutlich angenehmere Kauf-Experience.
Speaker: Das ist das, was wir liefern wollen.
Speaker: Wie macht ihr das?
Speaker: Es gibt ja sozusagen Händler, die machen nur Premium, also die haben horrende Preise und sagen, das ist die beste Uhr, die du in der Sorte auf dem Markt haben kannst und dann gibt es auch Händler, die nicht immer nur super gut ankreuzen, sondern sagen, das ist jetzt eine sehr ehrliche Uhr, die kannst du tragen, die ist nicht ganz perfekt, also die haben eine sehr super gute Beschreibung, würde ich jetzt mal sagen, wo man weiß, was man kriegt.
Speaker: Wie wollt ihr das machen?
Speaker: Ich glaube, ein Business muss immer Mehrwert kreieren, damit es das Recht hat zu existieren.
Speaker: Und ich glaube, es gibt da unterschiedliche Denkweisen.
Speaker: Ich möchte jetzt keinen unter den Bus schmeißen.
Speaker: Und ich glaube, diese...
Speaker: Diese horrenden Preise, die können aus unterschiedlichen Gründen zusammenkommen, aber ich glaube, wir als Händler, die uns ja noch etablieren wollen, die wirklich einen Mehrwert schaffen wollen im deutschen Markt, unsere Aufgabe ist, diese seltenen Uhren zu finden, deren Storys zu erzählen und dann eben anzubieten, was wirklich spannend ist und wo wir wirklich einen Mehrwert liefern können.
Speaker: Ich glaube, es gibt unglaublich viele Marken, die unglaublich viele Modelle, die wir alle noch nie gesehen haben, die aber total spannend sind, die gerade weil sie vielleicht noch nicht so bekannt sind, relativ billig zu haben sind.
Speaker: Uhren, die vor 20, 30, 40 Jahren vielleicht 100.000 Euro gekostet haben und jetzt 10.000 Euro kosten.
Speaker: Da kriegt man heutzutage als smarter Sammler wirklich noch einen Mehrwert.
Speaker: Und das sind die Sachen, die wir eben auftreiben wollen für unsere Kunden.
Speaker: Und ich glaube, wir sind da relativ ergebnisoffen.
Speaker: Solange es Spaß macht, solange es einen Mehrwert hat, solange es einen Grund hat zu existieren, wollen wir es anbieten.
Speaker: Das heißt, euer Mehrwert ist dann, dass ihr die Trüffelschweine seid, die vor dem Trend einfach Sachen schon ausgebuddelt haben.
Speaker: Ich fand es übrigens interessant, du hast ja schon zweimal gesagt, dass die Uhren ja früher schon teuer waren.
Speaker: Also das sind dann Uhren mit einer Substanz.
Speaker: Also wo man nicht sagen kann, die sind jetzt gerade in Mode oder irgendwer hat gesagt oder auf dem roten Teppich oder so, sondern man sagt, Alter, das ist die höchste Technik, die die damals konnten und die haben was weiß ich, einen Steinbesatz oder was, sowas, was man heute gar nicht mehr kaufen könnte, sowas.
Speaker: Oder ein Closonet-Blatt.
Speaker: Gregor, erzähl mal von deiner Hublot.
Speaker: Aha, ein guter Einstieg.
Speaker: Genau, also wir möchten nicht nur Komplikationen bezeichnen,
Speaker: euch zeigen oder den Mehrwert bringen, sondern es gibt auch noch verschiedene andere interessante Zusammensetzungen, wie zum Beispiel Zifferblattvarianten in Perlmutt zum Beispiel oder Steinzifferblätter.
Speaker: Oder dann einfach ganz seltene Uhren, die vielleicht auch nicht jedem sofort gefallen, aber sie sind einfach wahnsinnig selten und sie haben damals auch wahnsinnig viel gekostet und sind ja einfach auch im Internet schwer, da Ergebnisse zu finden,
Speaker: Ich habe hier jetzt genau die Hyplo, die ich mal kaufen durfte, aus Platin, eine MDM, Elegant.
Speaker: Und die Uhr...
Speaker: ist limitiert auf 100 Stück und ist die Nummer 1 von 100.
Speaker: Und das sind auch so Dinge, die mir wahnsinnig Spaß machen zu finden, einfach Uhren, die man nicht einfach so finden und kaufen kann auf dem Markt.
Speaker: Und ihr macht dann die Geschichte dazu, das heißt Nummer 1 der Platinserie, das ist die Privatur von Carlo Krocco's Bruder und er hat sie beim Angeln von der Yacht verloren oder so.
Speaker: Nein, aber es gibt wirklich eine Story dahinter, die mir der Händler erzählt hat.
Speaker: Ich weiß nicht, ob sie stimmt, aber es ist eine gute Geschichte.
Speaker: Der Vorbesitzer der Uhr hatte einen AP-Kontakt.
Speaker: ewigen Kalender, Royal Oak ewigen Kalender und der ist zweimal kaputt gegangen, musste zweimal in die Revision und er war dann so angefressen von der Uhr, dass er gesagt hat, er verkauft die Uhr und er kauft sich jetzt eine Uhr, die nicht so kompliziert ist und da wurde ihm diese Platin-Hyplo Nummer 1 von 100 angeboten und er hat sie genommen.
Speaker: Jahre später hat er dann gesehen, dass
Speaker: die AP im Preis extrem hochgegangen ist und bei Hublot, ja gut, jeder weiß, das sind jetzt keine riesen Investmentuhren,
Speaker: er da nicht so den besten Deal gemacht hat.
Speaker: Nichtsdestotrotz ist es eine wahnsinnig schöne Uhr.
Speaker: Sie ist monochrom gehalten, Zifferblatt Silber, das Gehäuse Platin und das Zifferblatt noch mit Diamanten bestückt.
Speaker: Also eine sehr coole, cleane Uhr, die man jetzt so nicht auf dem Schirm hat.
Speaker: Ich hatte sie auch nicht auf dem Schirm, bis sie mir angeboten wurde.
Speaker: Genau, das sind so Uhren, die...
Speaker: mich reizen einfach.
Speaker: Und da stelle man sich mal heute mal vor, du gehst zu Hubelero rein und sagst, ich hätte gerne eine Voll-Platin-Uhr und gerne die erste aus der Reihe.
Speaker: Die lachen dich aus oder wollen 200.000 Euro von dir?
Speaker: Die fragen, bei welchem Verein du spielst.
Speaker: Ja.
Speaker: Danke, danke.
Speaker: Knut stellt immer seine Fragen.
Speaker: Ich hatte bei mir in meiner Fortbildung letztens auch aktives Zuhören.
Speaker: Das ist Knut.
Speaker: Er hört immer die Frage und stellt dann seine nächste.
Speaker: Aber ich wollte das mal machen lassen, weil ich das auch mag.
Speaker: Jetzt aber vielleicht entschuldigt, wenn meine Frage, wobei ich versuche, sie nicht ganz so ketzerisch zu stellen.
Speaker: Eure Idee klingt mega schön.
Speaker: Gerade aus meiner Perspektive, der sowas mag.
Speaker: Was ich mich aber frage,
Speaker: Wieso denkt ihr, dass diese Nische, die ja schon relativ klein ist, in der letzten Folge zum Beispiel, da haben wir uns mit dem Herrn darüber unterhalten, dass manche Marken, die neu in den Markt kommen, quasi nur von einer kleinen Gruppe von Käufern getragen werden und dann immer wieder fallen gelassen werden, weil die Käufer halt immer wieder was Neues wollen.
Speaker: Also Nische ist schon klar, darauf möchte ich hinaus.
Speaker: Wieso denkt ihr, dass euer Konzept, ich würde mich freuen, wenn es Erfolg hat, aber wieso denkt ihr, dass das Konzept erfolgreich sein könnte oder erfolgreich sein wird?
Speaker: Vor allem jetzt ein bisschen ketzerisch, ihr sagt, die Uhr hat mal 100.000 Euro, kostet jetzt, kostet sie nur 10.000 Euro.
Speaker: Ich würde sagen, berechtigterweise kostet sie nur 10.000 Euro, weil die Leute sie nicht haben wollen.
Speaker: Ja, da ist ja der smarte Sammler unterwegs.
Speaker: Ich meine, die Anzahl der Uhren, die in der Schweiz produziert werden, die geht jedes Jahr zurück und die Preise steigen jedes Jahr bei den neuen Uhren signifikant.
Speaker: Jedes Jahr werden Uhren gekauft, die werden immer teurer und immer teurer und immer teurer.
Speaker: Und ich glaube, jeder geht ja oft oder fast jeder Sammler geht ja auf die gleiche Reise.
Speaker: Du fängst an, du fängst bei den großen Marken an, die dich irgendwie, die du schon mal gehört, von denen du schon mal gehört hast.
Speaker: Ich habe mit der Seiko angefangen, weil das meine Budget-Range war.
Speaker: Wer anders fängt vielleicht mit einer Rolex an.
Speaker: Und je länger du dich eben damit auseinandersetzt, desto mehr gehst du auf diese Selbstfindungs-Mission, wo du eben versuchst herauszufinden, was macht mir wirklich Spaß.
Speaker: Und gerade in so einer Zeit, wo jeder das gleiche Uniqlo T-Shirt hat, wo jeder das gleiche Ikea-Packs oder das gleiche Ikea-Regal, dann will man sich ja mit so einem teuren Hobby auch selber ausdrücken und Uhren finden, die einem wirklich Spaß machen, die einzigartig sind, die rar sind, wo richtig Handarbeit drin steckt.
Speaker: Und das ist eine Linie, von der sich die Schweizeruhrenindustrie immer weiter so ein bisschen entfernt.
Speaker: Die Stückzahl wird immer kleiner, die Uhren werden immer teurer.
Speaker: Und gleichzeitig wird aber die Handarbeit, die in so einer Uhr fließt, auch mit jeder Generation immer geringer, weil da natürlich eine Menge smarter BWLer sitzen.
Speaker: Und von daher ist, glaube ich, der smarte Sammler,
Speaker: entdeckt er irgendwann die Neo-Vintage-Uhr für sich, beziehungsweise denkt darüber nach, auch einen Teil seiner Sammlung aus diesem Pool rauszuschöpfen, weil du eben eine unglaubliche Vielfalt an Uhren bekommst zu besseren Preisen und die eben eine ganz andere Value Proposition haben als moderne Uhren.
Speaker: Und ich glaube, das ist eine Reise, auf der fast jeder
Speaker: Uhrensammler ist und manche bleiben auch bei der Rolex Uhr stehen und das ist total fein, aber ich glaube in einer Welt, wo alle immer mehr das Gleiche haben, sind diese seltenen, spannenden Uhren aus den 90ern und 80er Jahren wirklich was Einzigartiges.
Speaker: Verstanden, verstehe ich, bin ich persönlich auch bei dir.
Speaker: BWL-Frage, in eurer Marktrecherche habt ihr, wenn ihr eine betrieben habt, muss ja nicht unbedingt sein, habt ihr da festgestellt, dass euer Konzept noch nicht vorhanden ist, noch nicht gut genug vorhanden ist?
Speaker: Die Realität ist ja, dass 90% des Uhrencontents,
Speaker: geht ja in die Richtung, hey, welche neue Rolex-Farbe gibt es dieses Jahr?
Speaker: Welche Limited Edition hast du wieder?
Speaker: Und ich glaube, wenn man den Research macht, den wir machen, wir finden ein spannendes Modell in einem Optionskatalog, wir machen Research, es ist unglaublich schwierig, gute Informationen zu diesen Uhren zu finden.
Speaker: Du musst alte Bücher lesen,
Speaker: Jemand, der zum Beispiel unglaublich viel Wissen in seinem Kopf hat, ist ein Timosso, der dann aber die Uhren in die Kamera hält und ein bisschen rumwackelt und das dann alles so ein bisschen unstrukturiert runterrattert.
Speaker: Und ich glaube, wir wollen gerne diese Storys hinter diesen Uhren erzählen, was für verrückte Persönlichkeiten diese Uhrenmarken in den 80er und 90er Jahren sind.
Speaker: wer da das Steuerrad in der Hand hatte, warum das auch vieles nicht funktioniert hat und warum es trotzdem unglaublich spannende Uhren dabei rausgekommen sind, die eben häufig sogar hochwertiger sind mit mehr Edelmetallen, mit mehr Handarbeit, mit Werken, die es heute nicht mehr gibt, mit Designs, die es nicht mehr gibt, in Größen, die es heute nicht mehr gibt, egal ob groß oder klein.
Speaker: Und ich glaube, da kann es gar nicht genug Content zu geben, weil es noch so viele Marken gibt, die kaum entdeckt sind, gerade in Deutschland, gerade mit deutschem Content.
Speaker: Und wie recherchiert ihr das?
Speaker: Also wie kommt ihr daran an die Informationen?
Speaker: Ich glaube, das ist auch Teil unseres Konzepts.
Speaker: Also wir wollen zum Beispiel auch Bücher anbieten.
Speaker: Wir wollen dieses Wissen, was wir uns angesammelt haben, was wir auch immer weiter aufbauen, eben teilen.
Speaker: Also die Idee ist, glaube ich, auf jeden Fall, dass wir auch die Zeit, die wir irgendwann hätten, wenn wir uns selbstständig machen würden, auch immer mehr in die Richtung Storytelling erklären.
Speaker: Events, YouTube in die Richtung pushen würden, einfach weil diese Stories verdienen, es erzählt zu werden.
Speaker: Die Leute verdienen es zu verstehen, wie kam so eine absurde Uhr zustande und warum lohnt es sich, sie zu kaufen?
Speaker: Warum kostet diese Platin-Uhr heutzutage nur noch 10.000 Euro?
Speaker: Und warum lohnt es sich für jemanden, der vielleicht einen besonderen Geschmack hat, diese Uhr zu kaufen?
Speaker: Können wir das vielleicht an einem Beispiel mal festmachen?
Speaker: Ihr wisst ja, was zum Launch auf eurer Website steht.
Speaker: Könnt ihr da mal eine Uhr, die euch am Herzen liegt oder wo ihr eine gute Geschichte zu erzählen könnt, mal rausgreifen und vielleicht einmal uns durchführen?
Speaker: Also auch vielleicht anonymisiert oder wie es für euer Geschäftsmodell passt, dass ihr es nur andeutet, wie ihr sie bekommen habt, wie ihr darauf gekommen seid, dass ihr die haben wollt.
Speaker: was sie so besonders macht und wie ihr vielleicht auch, ich könnte mir auch vorstellen, dass das Pricing gar nicht so ganz einfach ist, weil man nicht einfach bei Krono gucken kann, da gibt es noch 100 andere und dann macht man irgendwie Mittelwert, unteres Drittel oder so, dass man vielleicht einmal so durchgeht, soweit ihr das sagen könnt oder wollt.
Speaker: Gregor, hast du da eine, ja bitte.
Speaker: So eine Lieblingsuhr, wo ihr Dinger dauernd drüber nachdenkt?
Speaker: Also wir sind ja noch auch am Sourcen von den Uhren, die wir jetzt dann anbieten.
Speaker: Wir sind dann noch nicht komplett abgeschlossen.
Speaker: Ich kann so viel sagen, ich habe vor kurzem eine Chopin angekauft über ein Auktionshaus,
Speaker: mit Lapis Latuli-Zifferblatt und Goldgehäuse aus den 70er Jahren.
Speaker: Und genau, die Uhr war ansprechend, hat in den Rahmen gepasst und die haben wir kaufen können.
Speaker: Das Risiko ist bei sowas immer, man kauft die Katze im Sack, wenn man sie nicht zuerst angeschaut hat.
Speaker: Jetzt habe ich die Uhr zu unserem Uhrmacher-Meister gegeben, der macht nochmal ein komplettes Check-up und genau, dann bieten wir die Uhr in unserem Shop an.
Speaker: Genau, grundsätzlich...
Speaker: haben wir da nicht irgendwie einen gewissen Raster, wo wir sagen, die und die Uhren gehören rein und die nicht, sondern wir kaufen unter anderem halt auch einfach die Uhren an, die uns auch optisch gefallen und wo wir Potenzial sehen.
Speaker: Was schreibst du zu der Chopar-Uhr jetzt rein?
Speaker: Ich wollte ja das Storytelling machen.
Speaker: Ich stelle mir das relativ kompliziert vor, weil ich mir vorstelle, bei Chopar gibt es in den älteren Jahrgängen sehr viele unterschiedliche Modelle und wahrscheinlich ist das alles nicht so nachgehalten.
Speaker: Da gibt es vermutlich auch kein Nachschlagewerk, wo man einfach reinguckt.
Speaker: Wie macht ihr das dann?
Speaker: Ich glaube, was man erstmal wissen muss, ist, dass Chopin ja auch historisch eine super wichtige Marke war.
Speaker: Mit der LOC-Brand, das wird ja natürlich immer wieder ein bisschen erzählt, aber ich glaube, Chopin als total interessanter Cross aus einer Schmuckmarke und einer Uhrmachermarke ist total unterschätzt und ich glaube, das ist das Spannende zum Beispiel an der Uhr vom Gregor.
Speaker: Die hat ein wunderschönes Armband,
Speaker: eben fast geflochten ist.
Speaker: Da ist unglaublich viel Handarbeit reingeflossen.
Speaker: Das wurde ganz sicher nicht von der Maschine damals gemacht und wird auch heute so nicht mehr gemacht, außerhalb von sechsstelligen Uhren mit einem Ziffernblatt.
Speaker: Klar sind Steinblätter gerade ein bisschen mehr in, aber das eben in den 80er Jahren unglaublich selten war.
Speaker: Und das sind die Details, die man eben highlighten kann oder highlighten muss, wenn man so eine Uhr
Speaker: verkauft, weil das sind eben die Sachen, die man nirgendwo anders mehr heute in der modernen Uhrenindustrie bekommt.
Speaker: Oder ich habe hier noch zwei andere absurde Beispiele.
Speaker: Ich habe hier eine Shellman dabei, das ist ein japanischer Retailer für Patek gewesen und die haben sich dann irgendwann in den 90er Jahren mal mit Citizen zusammengetan und gedacht, hey, die Leute lieben unsere Patek-Uhren, aber die sind so teuer.
Speaker: Warum verkaufen wir nicht mal eine Patek, aber mit einem Citizen-Werk?
Speaker: und stellen lokale Enamel-Künstler an, um eben auch ein Patek-ähnliches Ziffernblatt aus Closonet-Enamel zu machen, aber mit Japan als Zentrum der Welt.
Speaker: Und diese absurden Uhren wurden genau einmal gemacht in einer großen Serie.
Speaker: Ich glaube, Shellman hat seitdem noch eine andere Serie mit den Campagnola-Werken, das glaube ich von Citizen, gemacht.
Speaker: Aber das werden die heute nicht mehr machen oder kriegen von Patek dann eine ganz dicke Schelle.
Speaker: Und von daher, das sind diese Storys, diese spannenden Storys, warum wir diese Uhren so lieben und warum es immer wieder Spaß macht, sich zu recherchieren, sich auszutauschen, sich mit Sammlern zu treffen, auf Messen zu gehen und zu researchen.
Speaker: Wie bist du auf die gekommen, die Uhr?
Speaker: Und auf die Geschichte vor allen Dingen?
Speaker: Ja, die Geschichte ist inzwischen relativ gut erzählt.
Speaker: Die ist in den letzten ein, zwei Jahren gut rumgegangen, weil das natürlich so eine außergewöhnliche Story ist, eine Patek mit einem Minute Repeater.
Speaker: Das Ganze hat ein Quartz Minute Repeater Werk.
Speaker: für einen Preis von 2, 3, 4, 5.000 Euro.
Speaker: Gerade vor 4, 5 Jahren war die noch sehr, sehr, sehr, sehr billig.
Speaker: Und die ist inzwischen relativ gut rumgekommen.
Speaker: Aber das ist natürlich eine Momentaufnahme.
Speaker: Und wenn wir heute Uhren anbieten wollen, dann würden wir natürlich auch gucken, ob wir nicht Uhren finden, die noch mehr unter dem Rad da fliegen, als dieser Shellmann es heute tut.
Speaker: Ja, habt ihr da auch so eine Preisrange,
Speaker: die ihr euch so vorstellt?
Speaker: Also meine Vorstellung ist, dass wir sourcen, was wirklich spannend ist, weil ich habe gerne billige Uhren, die ich zum Strand mitnehmen kann.
Speaker: Ich habe auch gerne eine teure Uhr, an der dann wirklich alles perfekt ist, die meine Traumuhr ist.
Speaker: Ich glaube, klassischerweise alles, was so zwischen 2.000 bis 3.000 Euro
Speaker: anfängt und dann bei 20.000 Euro aufhört.
Speaker: Ich glaube, das ist die Startrange, in der wir uns bewegen werden.
Speaker: Aber ich bin ganz ehrlich, wenn ich eine, ich habe eben eine tolle Juvenia gefunden, die hat ein ovales, die ist oval wie eine Ellipse fast, ist nur Old Stock und wenn wir die für weniger anbieten, dann bin ich natürlich auch happy.
Speaker: Ja, 20.000 als Obergrenze scheint mir aber noch so ein bisschen mittelschichtskompatibel zu sein.
Speaker: Das ist vielleicht ja auch ein Punkt, das hattet ihr ja auch schon gesagt, dass Neo Vintage eben interessant ist, wenn man eine richtig hochwertige Uhr haben will, die aber noch in Rufweite von jemand ist, der Angestellter ist.
Speaker: So ist es.
Speaker: So sind wir ja auch reingekommen.
Speaker: Wir haben uns, glaube ich, hochgearbeitet und natürlich haben wir auch teure Uhren, aber das sind alles Uhren, die kein ganzes Jahresgehalt für uns sind, sondern das sind Uhren, die eben unglaublich selten sind, unglaublich rar, aber die auch durchaus man sich noch leisten kann, auch wenn man noch arbeiten muss.
Speaker: Habt ihr auch so eine Vorstellung von euren Käufern?
Speaker: Also ich gehe mal davon aus, das sind Männer.
Speaker: Ich bin ja auch Hobby-BWLer.
Speaker: Da denkt man ja auch ein bisschen an seine Zielgruppe.
Speaker: Habt ihr das so ein bisschen geframpft, wie die wohl ist?
Speaker: Ich glaube, was ich im Berlin Watch Circle zum Beispiel erlebt habe,
Speaker: ist, dass das Uhrensammeln ja unglaublich vielfältig ist.
Speaker: Und ich glaube, dass die Uhrensammler an sich auch relativ offen sind für spannende neue Ideen oder alte Ideen neu aufgewärmt.
Speaker: Und von daher, ich glaube, das Profil gibt es nicht.
Speaker: Ich glaube, das sind wirklich spannende Uhren, für die man fast jeden begeistern kann, wenn man sich 10, 15 Minuten mit denen hinsetzt.
Speaker: Deswegen, ich glaube, mein Anspruch ist, dass wir keine Zielgruppe haben.
Speaker: Das ist ein cooler Satz.
Speaker: Den müssen wir unbedingt aufnehmen.
Speaker: Und habt ihr eigentlich die gleichen Vorlieben oder geht das auch in sehr unterschiedliche Richtungen?
Speaker: Oder gibt es Überschneidungen?
Speaker: Wie ist das da bei euch?
Speaker: Auch gerade beim Einkaufs-State ist mir interessant.
Speaker: Verschickt ihr euch dann nachts um 11 eure dann eben Auktion und nicht nur Chrono24 links zu und dann sagt der eine, ah ne.
Speaker: Frag mal den Ebelboy.
Speaker: Also wir haben uns ja kennengelernt auf einer Uhrenmesse in München.
Speaker: Wie lernt man sich da kennen?
Speaker: Habt ihr euch geprügelt um eine Uhr?
Speaker: Habt ihr so ein Knäuel gemacht?
Speaker: Ich weiß es gar nicht mehr ganz genau, ehrlich gesagt.
Speaker: Wir sind ins Gespräch gekommen, haben gemerkt, wir haben beide die Affinität zu Vintage-Uhren.
Speaker: Der 100% gleiche Geschmack liegt da jetzt nicht vor.
Speaker: Nichtsdestotrotz können wir beide, glaube ich, sagen, dass wir...
Speaker: auch den Geschmack des anderen gut finden.
Speaker: Und das macht ja das Ganze auch eigentlich aus, dass es auch individuell einfach ist.
Speaker: Und genau.
Speaker: Also vielleicht nochmal zurück zu dem Satz, das Ziel ist, keine Zielgruppe zu haben.
Speaker: Klingt schön, wenn ich mir alle Händler angucke, die ich kenne, die so irgendwie in eurer Range unterwegs sind, die haben alle eine Zielgruppe.
Speaker: Sei es Linus, der sehr auf Münster zum Beispiel fokussiert ist, Peter, der eine Käufer schlicht hat, die eher gerade Rolex, Vatek, ein bisschen teurer positioniert sind.
Speaker: Wenn man sich dann als großes Beispiel Klaus Königsallee anguckt, der zieht eher Menschen, laute Menschen an.
Speaker: Es wäre cool, wenn das Konzept klappt.
Speaker: Ich kenne aber, ich kenne auch nicht alles, aber das, was ich kenne, ist, dass jeder Händler einen bestimmten Typus von Menschen ansprechen will, weil gerade viel über Marketing geht und Marketing ist sehr auf Targeting Groups, also sehr auf Zielgruppen gerichtet und dann einfach bereit reinstreuen,
Speaker: Ich glaube, es ist ein Missverständnis.
Speaker: Ich glaube, ihr habt die Zielgruppe, ihr habt sie beschrieben.
Speaker: Es sind Leute, die suchen oder die Interesse haben, etwas Neues zu entdecken und ihr kuratiert sozusagen vor.
Speaker: Ja, und auch die schon in dieser Neo-Vintage-Bubble, sage ich jetzt mal, da vielleicht auch schon Interesse zeigen oder eingestiegen sind,
Speaker: so groß ist diese Zielgruppe ja nicht.
Speaker: Die wird zwar meines Erachtens immer größer, weil der Trend ja irgendwie Richtung Individualität geht und besondere einzigartige Designs, Farben und auch kleinere Uhren und ich glaube, diesen Markt möchten wir zukünftig halt auch einfach gerne bespielen und auch Leute,
Speaker: Leuten zeigen, es gibt auch noch andere Uhren, außer die, die eh schon jeder kennt.
Speaker: Ja, schön gesagt, also die Zielgruppe, die es heute schon gibt, die sich für sowas interessiert, aber unser Ziel ist auf jeden Fall auch, die Zielgruppe größer zu machen, weil ich glaube, es gibt keinen, für den Neo Vintage nicht interessant sein kann.
Speaker: Ich finde es total plausibel.
Speaker: Es sind ja immer die Autovergleiche so gefürchtet und verhasst.
Speaker: Aber wenn du dir überlegst, du kannst heute ein Dreizylinder-Auto als Hybrid kaufen oder du kaufst dir, was weiß ich, einen Volvo V70 T5R in Knallgelb, angelehnt an die englische Tourenwagenmeisterschaft von 2005, dann wüsste ich immer, was ich mache.
Speaker: Wahrscheinlich nur halb so teuer.
Speaker: Und so ist es mit den Uhren auch.
Speaker: Das kann man gut vergleichen.
Speaker: Allgemein glaube ich, dass euer Konzept echt gut sein könnte, gut und vor allem auch erfolgreich sein könnte, weil mir fallen ein, zwei Händler ein, die Namen möchte ich jetzt nicht nennen, die vor Jahren angefangen haben, was zu machen und ich habe über Ecken erfahren, dass die mega erfolgreich geworden sind.
Speaker: Auch mit Uhren, wo ich dachte, okay, aber das bin halt ich, weil ich eher moderne Uhren mag, egal welcher mag, aber ich bin eher der moderne Typ wegen der
Speaker: Qualität der Armbänder, das ist bei mir primär der Punkt.
Speaker: Wobei bei Schmuckarmbändern sind die alten Uhren auch oft ziemlich krass, wenn man Schmuckarmbänder nimmt.
Speaker: Ja, die holen mich trotzdem, egal.
Speaker: Und die Jungs sind mega erfolgreich und die machen mega viel Geld.
Speaker: Teilweise sogar ein bisschen abgehoben, wurde mir ein bisschen erzählt.
Speaker: Und ich glaube halt, dass diese, also abgehoben ist die Preise, sondern das Verhalten der Leute.
Speaker: Das ist dann von früher, wo ich sie noch kannte, so aus Telegram-Gruppen und so weiter.
Speaker: Und jetzt, was mir erzählt wird,
Speaker: ein bisschen die Bodenhaftung voran, aber okay, darum soll es nicht gehen.
Speaker: Finde ich mega interessant, dass halt, dass quasi auch genau solche Nischen voll durch die Decke gehen können und ich hoffe echt, dass ihr beiden, und ich könnte es mir sehr gut vorstellen, dass ihr da den richtigen Nerv der Zeit trefft, weil ich stimme euch zu, dass viele Leute fett ab sind mit dem modernen Markt, moderner Markt im Sinne von den modernen Uhren, weil
Speaker: Wenn man sich die Neuerscheinungen der Marken mal anguckt, ihr habt das schon gesagt, die Uhren werden immer teurer und für die normale Preiskategorie, sagen wir mal, also was ist das normal, das ist schon verdammt viel, 7.000 bis 20.000 Euro, da kommt nichts Tolles mehr auf den Markt.
Speaker: Und wenn, hast du einfach nur das Modell wird in Gold und kostet dann 10.000 Euro mehr oder du hast günstigere Uhren, günstig ist das falsche Wort, Uhren halt so in dem Anfänger-Luxus-Segment bis 5.000 Euro, die eigentlich ganz coole Dinge rausbringen.
Speaker: aber irgendwie einen dann doch nicht ganz abholen.
Speaker: Siehe Longines zum Beispiel oder Tagheuer und so weiter.
Speaker: Deswegen glaube ich, dass der Markt wirklich wachsen kann.
Speaker: Vor allem von den Uhren wird es keine neuen mehr geben.
Speaker: Das heißt, das Gut wird immer seltener.
Speaker: Also die Idee passt, finde ich mega cool.
Speaker: Und schön, wenn Menschen sowas sehen und dann da reindrängen in den Markt.
Speaker: Das hat ja auch zwei Ebenen, der Ansatz.
Speaker: Die eine Sache ist, ihr sucht Sachen raus, die die anderen noch nicht gesehen haben.
Speaker: Das ist eine Leistung.
Speaker: Und das ist viel wert.
Speaker: Das würde ich im Zweifel, weil mich interessiert das auch, das würde ich noch selber machen wollen oder können.
Speaker: Aber die zweite Leistung, die Uhr dann zu besorgen, sich anzugucken und zu sagen, ist die denn noch wirklich gut?
Speaker: Ist der Zustand richtig?
Speaker: Stimmen die Teile?
Speaker: Dafür muss man viele Uhren in der Hand gehabt haben.
Speaker: Und gerade wenn man jetzt selten, das ist ja euer Ansatz, seltene Uhren sourced,
Speaker: ist es ja ganz schwierig, einen Vergleich zu haben.
Speaker: Das würde ich mir überhaupt nicht zutrauen.
Speaker: Also der wäre ich immer bereit, einen Aufschlag für zu bezahlen, dass ich weiß, das hat jemand gemacht, der davon was versteht und der sagen kann, dass die Datumscheibe irgendwie die richtige Farbe hat oder was auch immer.
Speaker: Absolut.
Speaker: Das ist auch unser Anspruch, wie gesagt.
Speaker: Coole Uhren auftreiben, die zugänglich machen,
Speaker: erklären und so eben auch Vertrauen aufbauen, unsere Marke hoffentlich ein bisschen größer machen und durch unser Geschäft, unseren Laden auch die Welt ein bisschen zu verändern, die Uhrenwelt ein bisschen zu verändern.
Speaker: Ich glaube, das muss unser Anspruch sein.
Speaker: So utopisch er auch vielleicht scheinen mag, so ist ein Laden, ein Geschäft, ein Business ja immer auch ein Weg, die Welt ein bisschen zu verändern.
Speaker: Und ich glaube, für uns gibt es nichts, was uns
Speaker: mehr am Herzen liegt als, oder kaum etwas, was uns mehr am Herzen liegt als diese ultraspannenden Uhren aus dieser Zeit.
Speaker: Wenn ihr den Schritt geht, sorry, sorry, sorry.
Speaker: Nee, nee, alles gut.
Speaker: Auch das Verständnis einfach schaffen, welche Uhren es auch noch gibt, die nicht neu sein müssen, die aber New Old Stock beispielsweise sein müssen.
Speaker: Da gibt es noch so viel zu entdecken und genau.
Speaker: Und vielleicht fehlt jetzt ein unsichtbarer Dritter in der Runde auf eurer Seite, nämlich der Uhrmacher, von dem ihr schon gesprochen habt.
Speaker: Wie ist das denn, wenn ihr jetzt so alte Uhren oder Neo-Vintage-Uhren findet?
Speaker: Ihr müsst ja auch eine Gewährleistung oder Garantie darauf geben.
Speaker: Wie macht ihr das mit den Teilen zum Beispiel oder mit dem Erhaltungszustand?
Speaker: Habt ihr da irgendein System oder eine Vorstellung?
Speaker: Also wir arbeiten mit einem Uhrmacher zusammen, der...
Speaker: eh schon viele Teile auch da hat oder wir müssen halt dann Teile auch einkaufen.
Speaker: Aber das geht bei den Uhren.
Speaker: Also das ist machbar.
Speaker: Wenn wir jetzt meinetwegen bei den Blompons Beispiel sind, ich könnte mir vorstellen, so ein Service bei Blompons selbst ist recht teuer.
Speaker: Ich weiß nicht, ob sich das dann immer lohnt.
Speaker: Also bei den Autos zum Beispiel ist es ja auch so, dass man, wenn man jetzt einen 7er BMW aus den 90ern, finde ich, das ist der letzte schöne BMW, den es noch gab, wenn man den jetzt also kauft, hat man erstmal ein tolles Auto, wenn es kaputt geht, ist nicht mehr so toll.
Speaker: Absolut, aber das ist ja der Mehrwert.
Speaker: Wir werden im Aggregat dafür sorgen, dass wir natürlich dann Geld machen mit den Uhren, aber wenn wir dann mal ins Klo greifen, das verdirbt der Einzelperson auch mal gerne, dass die Lust an den Uhren, die Lust an den Neo-Vintage-Uhren, die Lust am selber sammeln,
Speaker: Das kenne ich selber.
Speaker: Nachdem ich diese doofe Blancpain gekauft habe, ich habe ein Jahr keine Uhr mehr gekauft.
Speaker: Und das Schöne ist, dass du sowas natürlich abfangen kannst.
Speaker: Wenn du das über die Masse machst, dann kannst du so einen einzelnen Verlust abfangen und mit einem Uhrmacher, der sich wirklich gut auskennt, ist es auch
Speaker: in den allermeisten Fällen kein Problem, die entsprechenden Teile zu finden und im Worst Case sogar zu machen.
Speaker: Du hast natürlich immer Beispiele wie zum Beispiel die Beta-Werke aus den 80ern aus der Schweiz, wo das dann wirklich richtig spannend und teuer wird, wie man die repariert.
Speaker: Das geht dann häufig bis in die 10.000 Euro.
Speaker: Aber du hast auf der anderen Seite in den allermeisten Fällen die Möglichkeit, die Uhr zu reparieren.
Speaker: Oder man beißt in den sauren Apfel und lässt es halt dann beim Hersteller einen kompletten Service machen.
Speaker: Da gibt es auch bestimmte Sachen, wo man drauf achten muss.
Speaker: Da gibt es ja auch ganz viele Gruselgeschichten bei Rolex, wo die ganzen Tritiumzifferblätter ausgetauscht wurden.
Speaker: Also da muss man dann halt auch schon aufpassen.
Speaker: Du wirst das aber wahrscheinlich auch kennen, oder ich kenne das von ein, zwei Händlern, die mir das erzählt haben, dass ihr davon profitieren könnt, wenn jemand eine Uhr zum Beispiel verkauft an einen Händler, einen stationären Konzessionär und er sie nicht zur Marke zurückgeben möchte, weil die Revision zu teuer ist und ihr das dann zum Beispiel, aber erst nur dann verkaufen könnte, wenn er es über den Rolex zum Beispiel, Rolex Service machen würde und ihr könnt es dann relativ günstig bekommen, weil ihr sie über euren freien Uhrmacher verkauft.
Speaker: revisionieren könnte, zumindest ein bisschen.
Speaker: Also da kann man dann ja auch was machen.
Speaker: Meine Frage aber eigentlich wäre, weil wir ein bisschen schon über den Laden gesprochen haben und ihr habt ja gesagt, dass das aktuell noch nicht ist, eher erstmal nur online, was ja auch Sinn macht.
Speaker: Wenn ihr denn einen Laden eröffnen wollen würdet, hättet ihr schon eine Ahnung, Ideen, welche Stadt ihr gehen wollen würdet?
Speaker: Und wenn ja, warum diese Stadt, falls ihr schon so weit seid?
Speaker: Würde mich interessieren persönlich.
Speaker: Also, soweit haben wir jetzt auch noch nicht geplant.
Speaker: Aber wir heißen ja Lago Vintage Watches, also müssten wir irgendwo am See auf jeden Fall was aufmachen.
Speaker: Okay, aber es gibt ja viele Seelen in Deutschland.
Speaker: Genau.
Speaker: Ich wohne ja auch am Weißensee hier in Berlin, das ist gar kein Problem.
Speaker: Der Gregor wohnt in der Nähe von Seen in Bayern.
Speaker: Ich glaube, da sind wir ganz offen, je nachdem, wie sich das entwickelt, wie wir irgendwie die meisten Leute erreichen können, wo wir auch den größten Niedern sehen, wenn es dann mal so weit sein sollte.
Speaker: Das wäre das, worauf ich hinaus wollte.
Speaker: Mich würde interessieren, welche Ecke ihr als interessanten Spot sehen würdet.
Speaker: Weil der Peter zum Beispiel, vielleicht habt ihr mal eine Folge von dem gehört bei uns, der sitzt in Bochum, wo ich gedacht hätte, Bochum, what the fuck, warum?
Speaker: Aber okay, es läuft.
Speaker: Ansonsten entsiedeln sich die meisten Dinger ja Richtung München oder dann auch wieder Berlin an, vielleicht noch Köln, Düsseldorf.
Speaker: Deswegen hätte mich das interessiert.
Speaker: Berlin hat gar nichts eigentlich.
Speaker: Kleiner Einspruch, Berlin ist armwähig, was sowas angeht.
Speaker: Das überrascht mich, hätte ich nicht gedacht.
Speaker: Habe ich jetzt bisher auch noch nicht so stark erlebt.
Speaker: Berlin war ja auch historisch nicht super stark, was den Einkauf von Luxusgütern angeht oder anging.
Speaker: Von daher, wer weiß, wie das in zwei, drei Jahren aussieht, wenn es denn mal so weit wäre.
Speaker: Das überrascht mich jetzt, weil ich hatte gerade, weil Berlin ja eine sehr große Szene auch hat, überrascht mich das dann auch kein stationärer Lagen, weil selbst in Münster hast du einen kleinen Laden, den Linus hatten wir auch schon mal hier, in Bonn kenne ich einen kleinen Laden, obwohl Bonn direkt in König.
Speaker: Ich hätte nicht so viel rum erzählen, dass es hier in Berlin eine riesen Opportunity ist.
Speaker: Ja, du musst einfach überlegen, wer hätte denn Anfang der 90er Jahre, als man hier auf 1000 Quadratmetern für 1 Euro hätte wohnen können, wer hätte denn da teure Uhren hergestellt?
Speaker: Warte, ich rede ja nicht 90er Jahre, die Geschäfte, die ich jetzt aufgezählt habe, die sind in den letzten 5 bis 7 Jahren entstanden, also ab 2018 erst, also in dem Uhrenboom.
Speaker: Deswegen wundert es mich, dass es in Berlin scheinbar noch nichts gibt, aber ist ja mega, also für euch dann.
Speaker: Weil ich klinge so schnell, wird da jetzt auch kein Laden aus dem Nichts heraus sprießen.
Speaker: Wir müssen das ja schnell abmoderieren, weil das ist ja geheim.
Speaker: Ja, wir verraten ja alle unsere Geheimnisse.
Speaker: Ja, ja, das wollen wir nicht.
Speaker: Habt ihr andere Geheimnisse, die ihr verraten könnt?
Speaker: Also ihr seid ja jetzt vorher oder seid immer noch Angestellte und jetzt seid ihr ja Selbstständige dann.
Speaker: Habt ihr schon irgendwas dabei rausgefunden, wie es so ist, die Lager zu wechseln?
Speaker: Gibt es da so Sachen, die ihr vielleicht Leuten mit an die Hand geben wollt oder vielleicht ist es auch eine gute Sache, das mal zu sagen, wenn ihr was bei uns kauft, kostet ja unser Service auch Geld und das ist, weil wir folgendes gelernt haben.
Speaker: Wie ist das mit dem Selbstständigwerden?
Speaker: Ja, also wir sind seit ein paar Monaten selbstständig und ja, es ist ja erst nebenberuflich so.
Speaker: Es ist jetzt noch kein großer Unterschied eingetroffen, meines Erachtens.
Speaker: Man offert aber auf jeden Fall viel seiner Freizeit.
Speaker: Also ich glaube, das ist schon eine Sache, die man, wenn man sich...
Speaker: Wenn man sich das in den Kopf setzt, dann sollte einem klar sein, dass man da auch viel Zeit reinstecken muss, dass man sich mit vielen doofen Regeln auseinandersetzen muss, mit denen sich normalerweise der Arbeitgeber auseinandersetzen muss, die einem nie so bewusst waren.
Speaker: Das steigt nochmal die Wertschätzung für alle Selbstständigen beziehungsweise
Speaker: Und von daher, ich glaube, das ist bisher ein spannender Weg gewesen.
Speaker: Aber wir sind ja noch nicht so ewig lange selbstständig.
Speaker: Und was sind eure Geheimtipps?
Speaker: Wir spielen die Folge ja ein bisschen Zeitverzug aus, sodass ich mir die dann alle angucken kann, ganz in Ruhe.
Speaker: Könnt ihr mal so drei Uhren sagen, wo ihr sagt, also da muss man unbedingt jetzt eigentlich rein?
Speaker: Und dann vielleicht eine Uhr, wo ihr sagt, nee, das ist total vorbei, völlig überschätzt, eigentlich totaler Schrott.
Speaker: Also, es wurde ja am Anfang schon gesagt, dass ich die Ebeluhren aus den 90ern sehr gut finde.
Speaker: Also das ist auf jeden Fall eine Marke, die meines Erachtens noch sehr unterschätzt ist.
Speaker: Die El Primero-Werke, die in diesen...
Speaker: Ebels Chronographen eingebaut sind.
Speaker: Das sind einfach, das ist eine coole Story, weil bevor Rolex die El Primero-Werke in ihre Daytonas eingebaut hat, hat Ebel das Ganze gemacht.
Speaker: Und da sind ganz wilde, limitierte Editionen rausgekommen mit bunten Perlmutz-Zifferblättern und Goldnuggets als Indizes beispielsweise.
Speaker: Ich habe jetzt hier auch eine
Speaker: gerade in der Hand, das ist meine absolute Lieblingsuhr, die, man kann sich das vorstellen wie die Beach Daytonas, die fünf oder zehn Jahre später rausgekommen sind.
Speaker: Die haben bunte Zifferblätter, Gold, Gelb-Gold-Gehäuse, teilweise auch ein wahnsinnig gutes Gelb-Gold-Band und
Speaker: Solchene Uhren, das sind einfach besondere Schätze, die auch in einer sehr limitierten Auflage einfach rausgekommen sind.
Speaker: Genau, Ebel generell wahnsinnig schön eigenständiges Design und das sollte man sich auf jeden Fall mal genauer anschauen.
Speaker: Auch das Band, was ja vor der Moser Streamliner
Speaker: Weil es kam und ähnlich float.
Speaker: Und vielleicht kannst du mal kurz so sagen, wo liegt das so preislich?
Speaker: Also jetzt nicht ein super Sonderspezialmodell, sondern einfach eine gute?
Speaker: Genau, eine gute Gelbgold-Ebel liegt bei ungefähr 6.000 Euro am Lederband.
Speaker: Wenn man jetzt die Stahlebeluhren sich anschaut, dann kriegt man die Uhren für zwei Säden.
Speaker: zweieinhalb, dreitausend Euro schon.
Speaker: Also, er kriegt dann wirklich viel fürs Geld.
Speaker: Ja, viel fürs Geld ist, glaube ich, ein gutes Stichwort, weil man kann immer überlegen, in welche Richtung man gehen will.
Speaker: Wenn man im Neo-Ventage-Bereich unterwegs ist, will man sich orientieren in die Richtung, wo kriege ich das meiste fürs Geld.
Speaker: Und was ich noch spannender finde und was, glaube ich, so mein Steckenpferd ist, sind diese Uhren, die wirklich
Speaker: fast einzigartig sind, fast Pieces Unique, weil das finde ich das Spannendste.
Speaker: Ich bin nicht in der Lage, jetzt ein Piece Unique von Bacheron, von Audemars Piguet oder von sonst irgendeiner Marke zu kaufen, wenn ich heute in deren Boutique gehe.
Speaker: Aber ich habe jetzt in den letzten zwei, drei, vier Jahren schon mehrfach die Möglichkeit gehabt, irgendwie einzigartige, wirklich einzigartige Stücke von bekannten Marken zu kaufen, die halt einfach einzigartig sind, weil das ein
Speaker: weil das kleinste Modellläufe waren, weil der Uhrmacher vielleicht auf den Wunsch eines Freundes hin eine Version gemacht hat, weil er vielleicht am Abend noch Lust hatte, mal ein anderes Zifferblatt reinzusetzen.
Speaker: Meine eine Uhr, die ich niemals weggeben werde zum Beispiel, ist eine wunderschöne Piaget mit Opalblatt in gebürstetem Weißgoldgehäuse.
Speaker: Und das sind diese Art von Uhren, von denen es eben nur...
Speaker: eine auf der Welt gibt und das ist für mich einfach eine total spannende Sache, weil da einfach eine Story hinter steckt, die du halt sonst nicht mehr kriegst.
Speaker: Diese Rarität, die macht einfach Spaß und zu wissen, dass man der Einzige ist, vielleicht ist das auch einfach, ich habe was und du hast es nicht, aber die hat einen magischen Sog auf mich, die hat ein unglaublich schönes, tiefes Opal-Zifferblatt,
Speaker: dass ich je nachdem in welchem licht du dir die anguckst sieht die komplett anders aus und jedes mal wenn ich die am armband habe fühle ich mich glücklich dass ich der eine sein sein kann der sie trägt und das ist eben das privileg das man hat man kann sich man kann kaufen wie ein könig auch wenn man wenn man vielleicht noch keiner ist bei neo vintage spuren dass man die lege fleißig ist und und sich umguckt
Speaker: Das Privileg hast du dir dann ja auch erarbeitet.
Speaker: Du bist nicht einfach mit viel Geld an der Hauptverkehrsstraße gegangen, hast gesagt, hier, ich donnere dir das auf den Tresen, gib mir ein Einzelstück, sondern du hast recherchiert und gefunden.
Speaker: Oder du kennst einen Laden, der das für dich macht.
Speaker: Welche Neo-Vintage-Uhr ist total überschätzt?
Speaker: Überschätzt.
Speaker: Ja.
Speaker: Gibt es das?
Speaker: Ich glaube, alles, was heiß ist, alles, was erkennbar ist.
Speaker: Ich glaube, wenn du dir die größten Marken anguckst, wer heute am meisten Umsatz macht, das sind ja die Marken mit den Gehäusen, die man schon von 10, 20 Metern Distanz erkennt.
Speaker: Das sind die Rolex, die Audemars Piguet, die Pateks.
Speaker: Und das sind großartige Uhren, aber im Preis-Leistungs-Verhältnis sind sie natürlich total...
Speaker: total anders platziert als andere Neo-Vintage-Uhren, einfach weil du dann ein riesen, riesen Stück Erkennbarkeit mitkaufst.
Speaker: Und ich glaube, je länger du dich eben mit Uhren auseinandersetzt, machst du das ja auch immer mehr für dich und kaufst, was dir gefällt.
Speaker: Und von daher sind das nicht zwingend die Uhren, die ich als allererstes kaufen würde, wobei natürlich die originalen, zum Beispiel Royal Oaks, viel näher an der Vision sind, wie sie zum Beispiel einen Gerard-Genter für die Uhr hatte, als die modernen Royal Oaks.
Speaker: die ja viel dicker sind, andere Proportionen haben und in meinen Augen auch fast nicht mehr so schön.
Speaker: Von daher, ich weiß nicht, ob ich das Wort überschätzt in den Mund nehmen würde, aber das sind die Uhren, wo man natürlich verhältnissinnäßig mehr zahlt als bei anderen.
Speaker: Wobei das ja auch gar nicht so tief geht.
Speaker: Ich wundere mich immer, Vacheron Overseas zum Beispiel ist ja auch immer mal wieder so ein bisschen Hype auf einzelne Modellen.
Speaker: Und du hast ja, Titus, eine erste Generation Overseas.
Speaker: Ja.
Speaker: Und die sind erstaunlich günstig immer noch, ne?
Speaker: Ja, absolut.
Speaker: Wenn man ganz verrückt ist, kriegt man, kann man die sogar im Quartz kaufen und dann zahlt man da 7000 Euro für.
Speaker: Steht auch Chronometer drauf.
Speaker: Steht auch Chronometer drauf und ist auch genauer.
Speaker: Generell, ich glaube, Quartz-Uhren, du findest ja heute bei den großen Marken fast keine Quartz-Uhren mehr.
Speaker: Auch das ist ja ein total interessantes Relikt aus diesen 80er, 90er Jahren, wo die Marken gar nicht wussten, wo soll ich denn hin mit mir?
Speaker: Was ist jetzt meine Aufgabe?
Speaker: Was will mein Kunde von mir?
Speaker: Und von daher finde ich auch unter diesem Gesichtspunkt Quarzuhren von diesen großen Marken eben spannend, weil das eben ein Produkt ist, das nie wieder hergestellt wird, das ein Zeitzeuge ist von diesen Marken, diesen mächtigen und interessanten Marken.
Speaker: die eben total verwirrt waren.
Speaker: Was wird am Markt von mir gefordert?
Speaker: Und die Quarzwerke sind häufig fast genauso interessant wie mechanische Werke, die ja bis zu dem Zeitpunkt schon perfektioniert waren.
Speaker: Sind ja diese Quarzwerke aus dieser Periode häufig noch super experimentell und eigentlich technisch fast interessanter.
Speaker: Ich finde das ein super Beispiel.
Speaker: Es gab doch dieses Piaget, ich glaube P212 ist das, ein Chronograph, ein Quarzchronograph mit einem ewigen Kalender, wo, wenn man den stellt, sich die Zeiger dann automatisch auf das richtige Datum und zu bewegen.
Speaker: Und ich muss jedes Mal schmunzeln, wenn irgendwer bei YouTube wieder sagt, wie toll die F. Pigeon elegant ist.
Speaker: Ja.
Speaker: Okay, aber du hättest das auch von 1982 haben können.
Speaker: Und ich meine, das ist auch...
Speaker: Weil ja Piaget und Cartier zusammengegangen sind, in diversen Cartier-Modellen verbaut worden und gibt es auch wirklich kleines Geld.
Speaker: Ich weiß allerdings nicht, wie es mit dem Reparieren aussieht.
Speaker: Nee, absolut.
Speaker: Und das sind diese Storys, diese alternativen Universen, in denen man eigentlich eintauchen kann, wo sich der Markt eben woanders hin bewegt, wo die Consumer-Präferenz eine andere ist.
Speaker: Und gerade Quarzuhren sind in der Hinsicht reinkommen.
Speaker: fast unterschätzt in der Hinsicht, dass du die häufig für einen deutlich kleineren Preis bekommst, die in der Ausführung aber häufig sogar noch seltener sind als die mechanischen Uhren und auch Dinge, die die meisten Uhren nicht wiederherstellen werden.
Speaker: Die Zeitzeugen sind von einer total dramatischen Entwicklung im Markt und die an sich technisch auch mindestens genauso spannend sein kann.
Speaker: Das heißt, nach dem Steinblatt ist der nächste große Trend der Steinantrieb.
Speaker: Ich meine, du hast ja auch sonst Rubin im Werk, aber ich bin total bei dir.
Speaker: Ich denke immer, es gibt noch eine Lücke im Markt für eine Quartz-Brand, die Quartz wirklich groß macht, mit Handarbeit, mit Komplikationen, mit einem echten Minute Repeater, mit kleinen Schlaghämmern auf einem Quartz-Werk.
Speaker: Ich bin mir sicher, eines Tages wird das kommen und ich wäre begeistert.
Speaker: Ich vermute stark, dass Grand Psycho seit 80 Jahren schon daran arbeitet.
Speaker: Das kann sehr gut sein, ja.
Speaker: Sehr gut.
Speaker: Das klingt alles total schön.
Speaker: Den Rest müssen wir geheim besprechen, weil das darf der Markt nicht wissen.
Speaker: Ja.
Speaker: Du hast keine Fragen mehr, Knut?
Speaker: Nee.
Speaker: Ich bin ganz enthusiasmiert.
Speaker: Ich finde auch die Kombination aus Quarz und Gold großartig, so früher 80er Jahre.
Speaker: Da wärst du ja bei Rolex dann genau richtig mit der Oisterquarz, ne?
Speaker: Aber die sind ja auch so schlecht reparierbar nur.
Speaker: Oder die Texano, kennt ihr die?
Speaker: Die ist total spannend.
Speaker: Ja, und bei Ebel habe ich noch gedacht, ich hätte gedacht, dass das schon entdeckt ist mittlerweile in breiteren Kreisen, weil Arce von Fratello ja immer wieder drüber geschrieben hat und damit ist es ja eigentlich... Gegebenenfalls fusche ich hier gerade in Knurts Wort rein, weil wir gerade einen kleinen Error hatten und wir schustern das jetzt gleich im Nachgang zusammen, aber ich kann euch sagen, dass wir ja auch so gut wie am Ende der Folge waren, nur wir waren am Ende der Folge, ähm...
Speaker: Und, du hattest keine Fragen mehr.
Speaker: Ich habe gesagt, dass ich die Story mega spannend finde und dass ich glaube, dass weil die Uhren, die ihr beiden verkauft, dass die nichts für mich persönlich sind, wird das ein Erfolg, weil sowas meistens dann ein Erfolg ist, weil ich da einfach nicht gut drin bin, den Markt einzuschätzen, weil ich...
Speaker: scheinbar einfach einen langweiligen Geschmack habe, in dem Punkt.
Speaker: Ich fände es aber sehr interessant, wenn wir uns in einem Jahr wiedersehen und wenn ihr dann berichten könntet, was gut lief, was nicht gut lief, ob ich hoffentlich recht habe, dass ihr Erfolg habt, allgemein, wo eure Reise hingegangen ist.
Speaker: Was haltet ihr davon?
Speaker: Top, das machen wir.
Speaker: Auf jeden Fall.
Speaker: Das machen wir.
Speaker: Knut hat schon keinen Bock mehr und will ein Aperol trinken gehen.
Speaker: Die letzten Worte, damit habe ich getroffen, ihr seht ihn nicht, aber ich hatte recht.
Speaker: Die letzten Worte gehören immer den Gästen.
Speaker: Bitte ihr beiden.
Speaker: Vielen Dank für die Einladung.
Speaker: Wir freuen uns, dass wir heute hier sein durften.
Speaker: Wir sehen uns in einem Jahr.
Speaker: Vielen Dank für die Einladung.
Speaker: Danke euch, danke, dass ihr da wart.
Speaker: Peace.

