Transcript
Speaker: Vielen Dank an unseren Sponsor dieser Folge, FS Animal Health, Hersteller des Heubedampfers Haygain und Anbieter kostenfreier Seminare.
Speaker: Okay Anja, also wenn ich das höre, weiß ich gar nicht, ob ich zuerst Mitleid haben soll oder schnell zum Autorennen oder bei uns zum Schrank irgendwelche Medikamente einpacken, Cortison, Buskoban, keine Ahnung.
Speaker: Auf jeden Fall extrem, extreme Atemnot, extremes Atemgeräusch, beeindruckend.
Speaker: Ja, das war wirklich extrem.
Speaker: Der stand im Offenstall und einfach viel zu lange schon mit dem Asthma, mit trockenem Heu.
Speaker: Und wir haben den wirklich kaum zur Box bekommen.
Speaker: Glaube ich.
Speaker: Das war wirklich extrem.
Speaker: Ja, an alle, die zuhören, ist ja jetzt klar, in dieser Folge des Podcasts Iguam Vet News ist wieder Thema Äquines Asthma.
Speaker: Wir möchten euch die aktuellen Ergebnisse von Studien zum Thema Fütterung von bedampften Heu, gewässertem Heu oder Heulage bei Pferden mit Äquim Asthma vorstellen.
Speaker: Also Vor- und Nachteile dieser Raufutteralternativen.
Speaker: Und, bleibt bis zum Ende dabei, da Heulage oft negativ besetzt ist, gehen wir am Ende auch auf die im Internet ja schon sehr deutlich hervorgehobenen, angeblich negativen Eigenschaften von Heulage ein.
Speaker: Ja, das wird auf jeden Fall sehr interessant am Ende, da freue ich mich schon drauf.
Speaker: Aber genau, bevor wir richtig starten, stellen wir uns wie immer einmal vor, ich bin Dr. Carolin Wirth, Oberärztin aus der Pferdeklinik Hochmoor, habe jetzt über zehn Jahre Berufserfahrung, erschreckend.
Speaker: Und auch erschreckend ist jetzt schon die vierte Folge.
Speaker: Bei der ich dabei war.
Speaker: Oder das ist jetzt die fünfte, ne?
Speaker: Ja, ist jetzt die fünfte.
Speaker: Das ist sicher schrecklich super.
Speaker: Weil es macht einfach immer Spaß mit dir über tiermedizinische Themen zu sprechen und deine Klinikeinsicht zu hören.
Speaker: Ich stelle mich auch einmal kurz vor.
Speaker: Ich bin Dr. Anja Gabe, Fachtierärztin für Pferde, arbeite seit 26 Jahren im Pferdebereich und erstelle zusätzlich schon seit 20 Jahren Kurzreviews von englisch- und deutschsprachigen Fachartikeln.
Speaker: Ich war Fachredakteurin für das Compendium der Pferdeheilkunde und diese Aufgabe habe ich jetzt für Fachliteratur kompakt der Gesellschaft für Pferdemedizin übernommen.
Speaker: Und seit September 2025 bin ich eine Produzentin und Host dieses Podcasts, in welchem wir euch aktuelle Studienerkenntnisse vorstellen möchten und auch einordnen, was die Ergebnisse in der Praxis für uns eigentlich bedeuten.
Speaker: Also wie können wir diese Ergebnisse in der Praxis eigentlich anwenden?
Speaker: Ja, und es sind ja schon drei Podcast-Folgen zum Thema Äquines Asthma veröffentlicht.
Speaker: In denen geht es natürlich um Krankheitsbild, um Diagnose, die systemische Therapie, die Management-Maßnahmen und auch die Inhalationstherapie.
Speaker: Daher gehen wir jetzt nicht mehr im Detail auf diese ganzen Sachen ein.
Speaker: Wenn ihr da nochmal einen kleinen Refresher braucht, könnt ihr gerne in diese Folgen reinhören.
Speaker: Aber wir starten jetzt direkt mit dem Thema der heutigen Folge, mit den unterschiedlichen Raufutterarten bei Äquim Asthma.
Speaker: Genau.
Speaker: Wir wissen ja alle, dass im Rahmen der Therapiemaßnahmen bei Äquim Asthma die Änderung der Haltungsbedingungen elementar ist.
Speaker: Und im Mittelpunkt steht die Reduzierung der Staub- und Schimmelspornbelastung über das Heu.
Speaker: Und um das zu erzielen, kann man Heulage füttern oder gewässertes Heu und natürlich bedampftes Heu.
Speaker: Und diese drei Raufutteralternativen beleuchten wir heute etwas genauer, also die Studienergebnisse, die es zu diesen Raufutteralternativen gibt.
Speaker: Musik
Speaker: Anja, du hast dir eine Studie zu bedampftem Heu genauer angeschaut.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Das ist so ein bisschen der Auslöser dieser Folge.
Speaker: Es handelt sich um eine Untersuchung von Reisky et al., die wurde 2026 veröffentlicht im Equal Veterinary Journal.
Speaker: Und in dieser wurde die Lungenfunktion nach Fütterung von bedampften Heu mit den Lungenfunktionsparameter nach Fütterung von trockenem Heu bei Pferden mit hochgradigem Asthma in Remission verglichen.
Speaker: Was war die genaue Zielsetzung in dieser Studie?
Speaker: Die Grundfragestellung war, ob bedampftes Heu bei Pferden mit hochgradigem Asthma in Remission, also diese Tiere standen vorher nur auf der Weide mit Heulage zur Fütterung,
Speaker: ein Asthmaschub verhindern kann.
Speaker: Jetzt dachte ich ja, dass bedampftes Heu bei Equim-Asthma eigentlich immer sogar Mittel der Wahl ist.
Speaker: Eigentlich haben ja mehrere Studien nachgewiesen, dass Bedampfen den Bakterien- und Schimmelpilzgehalt und auch den Gehalt von atemwegsgängigen Partikeln um 99 Prozent reduziert.
Speaker: Wahnsinnig viel.
Speaker: Wie kam denn dann nochmal diese Fragestellung auf?
Speaker: Die Fragestellung ergab sich aus den Ergebnissen einer zuvorigen Studie aus dem Jahr 2025 von Simons.
Speaker: In dieser wurden die Auswirkungen einer Fütterung wieder vom bedampften Heu bei Pferden mit hochgradigem Asthma diesmal im Asthmaschub überprüft.
Speaker: Also Klinik, Lungenfunktion, BAL-Ergebnisse und Mukus-Score.
Speaker: Und diese Ergebnisse wurden dann verglichen mit denen einer alleinigen Fütterung von Luzerne-Pellets als Raufutter-Alternative verwendet.
Speaker: Okay, ich ahne schon, dass das bedampfte Heu nicht unseren Erwartungen entsprach, wenn du das so erzählst.
Speaker: Ja und nein.
Speaker: Also es zeigte sich eine Verbesserung.
Speaker: Der Klinik, der BAL-Ergebnis und der Lungenfunktion.
Speaker: Das, was wir alle in der Praxis eigentlich erleben.
Speaker: Aber nach vier Wochen dieser Fütterung war unter den Pellets jedes Pferd wieder in Remission.
Speaker: Aber unter bedampften Heu nur vier von neun Tieren in Remission.
Speaker: Und die Verbesserung der Lungenfunktion war beim bedampften Heu nur vorübergehend.
Speaker: Signifikant besser als im Asthmaschub war sie in den ersten zwei Wochen.
Speaker: Aber ab der dritten Woche nicht mehr.
Speaker: Da war der Lungenwiderstand signifikant schlechter als unter der reinen Pelletsfütterung.
Speaker: Und was auch festgestellt worden war, ist, dass bei bedampften Heu nach den vier Wochen eine Restobstruktion festgestellt wurde.
Speaker: Und die war deutlich ausgeprägter als bei der reinen Pelletfütterung.
Speaker: Das wurde dadurch festgestellt, dass erst Butylskopulamin verabreicht worden ist.
Speaker: Und daraufhin zeigte sich, dass die Lungenfunktion sich deutlich verbesserte.
Speaker: Also dass zuvor eine Restobstruktion noch vorlag.
Speaker: Also eine reine Pellet-Fütterung sind ja die Luzern-Pellets hier gemeint.
Speaker: Das ist ja schon extrem.
Speaker: Wie viel haben die Pferde davon bekommen?
Speaker: Ja, ist echt extrem.
Speaker: Also es kann man sich gar nicht vorstellen, dass man Pferde nur mit Pellets füttert.
Speaker: Nee, irgendwie nicht.
Speaker: Nee, das waren zwei Prozent vom Körpergewicht.
Speaker: Jetzt stellt sich ja wirklich die Frage, die gebe ich jetzt an dich weiter.
Speaker: Kannst du dir vorstellen, Pellets als Heualternative bei Asthma zu empfehlen?
Speaker: Naja, also sagen wir mal so, die Pellets werden ja grundsätzlich schneller gefressen als Heu.
Speaker: Damit speicheln die Pferde weniger ein, damit haben wir wieder ein höheres Risiko für Magenulzerer.
Speaker: Wenn man sich die Daten anguckt, liegt die Fressdauer bei Pellets bei 10 Minuten pro Kilogramm und bei Heu sind es pro Kilogramm circa 40 Minuten, also ein wahnsinnig großer Unterschied.
Speaker: Als kurzfristige Notlösung würde ich die auf jeden Fall in der Wehung ziehen.
Speaker: Wie sieht es mit den Nährstoffen aus?
Speaker: Das ist ja nochmal ein Punkt.
Speaker: Ich meine, Luzerne hat mehr Eiweiß als Heu.
Speaker: Das wäre grundsätzlich nicht so schlecht, da Eiweißaufnahme bei alleiniger Heufütterung ja aktuell eher grenzwertig oder sogar zu gering ist.
Speaker: Aber was ist mit Energie- und Zuckergehalt, Anja?
Speaker: Ja, ich habe mir die Werte von in Deutschland erhältlichen Luzerne-Pellets einmal angeschaut.
Speaker: Und es ist genau wie du gesagt hast, die Werte zu Präzikal, verdaulichem Rohprotein sind fast doppelt so hoch als im Heu.
Speaker: Der Zucker- und Fruktangehalt ist interessanterweise da jetzt nur halb so hoch gewesen im Vergleich zu Heu aus dem Jahr 2025 aus Deutschland und der Energiegehalt ähnlich.
Speaker: Okay, von den Nährstoffwerten her also unproblematisch, das ist schon mal gut.
Speaker: Aufgrund der kurzen Fressdauer würde ich sagen, im Hinblick auf die Magengesundheit und das Verhalten immer noch eine eher Notlösung, aber kurzfristig durchaus eine gute Option.
Speaker: Wie sieht es jetzt bei COPS aus, Anja, wenn man nicht Pellets, sondern COPS nimmt, was ist damit?
Speaker: Ja, da ist die Aufnahmedauer wirklich länger.
Speaker: Also ein Kilo trocken gefütterte Luzernekops werden über 43 Minuten pro Kilogramm gefressen.
Speaker: Das ist absolut vergleichbar zu Heu.
Speaker: Jetzt wissen wir ja alle, bei dieser Kopsfütterung besteht das Risiko einer Stunde Verstopfung.
Speaker: Das steht einfach im Raum.
Speaker: Jetzt kommt natürlich sofort der Gedanke, na kein Problem, dann weichen wir die ein.
Speaker: Man glaubt ja nicht, welche Studien man findet.
Speaker: Es gibt einen Maßnahmenkatalog für Wiener Fiakerpferde.
Speaker: Und in denen wird angegeben, dass wenn die ein Kilo Heukops mit Wasser eingeweicht werden, diese viel schneller gefressen werden.
Speaker: Das heißt, ein Kilo Heukops trocken wird.
Speaker: werden innerhalb von 30 Minuten gefressen und ein Kilo Heukorps eingeweicht in zwei Liter Wasser in 15 Minuten.
Speaker: Großer Unterschied.
Speaker: Ja, also man müsste sie dann schon trocken füttern, um diese lange Fressdauer zu erzielen.
Speaker: Ja, das war spannend.
Speaker: Die Viaker-Pferde aus Wien.
Speaker: Die vor den Wagen laufen.
Speaker: Die für die Touristen fahren, ja.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Das sind die.
Speaker: Okay, um auf unsere ursprüngliche Studie zurückzukommen.
Speaker: Nach diesen Ergebnissen ist schon nachvollziehbar, dass noch einmal die Auswirkungen vom bedampften Heu bei Pferden mit Asthma überprüft wurde.
Speaker: Auf jeden Fall.
Speaker: Wie war das Studiendesign in der aktuellen Veröffentlichung, um der du dich jetzt beschäftigt hast?
Speaker: Also es war ein Crossover-Experiment mit neun adulten Pferden mit hochgradigem Asthma, wie gesagt in Remission.
Speaker: Also die Pferde waren zu Beginn einfach auf der Weide gehalten mit Zufütterung von Heulage bei Bedarf zur Erzielung der Remission.
Speaker: Daraufhin wurden die Pferde aufgestallt, das ein Sträuf war Späne.
Speaker: Und zunächst erhielten sie erstmal über 14 Tage diese Luzerne-Pellets.
Speaker: Daraufhin wurde entweder über vier Wochen trockenes Heu oder bedampftes Heu, je nach Gruppe, gefüttert.
Speaker: Vierwöchige Wash-Out-Phase, wieder mit Fütterung von Pellets, um eine Remission zu erzielen.
Speaker: Und dann wurde über vier Wochen das jeweilige andere Raufutter gefüttert.
Speaker: Und wie wurde das Heu bedampft?
Speaker: Vor jeder Fütterung wurde das Zoll mit einem Hay-Gain über 60 Minuten bedampft.
Speaker: Zieltemperatur am Deckel war 80 Grad, was rechnerisch einer Kerntemperatur von rund 100 Grad im Ballen entsprechen soll.
Speaker: In manchen Fällen wurde entsprechend der Deckeltemperatur die Bedampfungszeit verlängert.
Speaker: Und welche Untersuchungen haben die dann durchgeführt?
Speaker: Also zu Beginn, nach zwei Wochen sowie vier Wochen, wurden Lungenfunktionsparameter wie zum Beispiel der Lungenwiderstand gemessen und ein 23 Punkte klinischer Score erhoben.
Speaker: Vor und nach vier Wochen der jeweiligen Fütterung wurde zusätzlich eine Endoskopie mit Bestimmung des Tracheal-Mucus-Score und der Entnahme einer BAL-Probe durchgeführt.
Speaker: Und jetzt das Spannende, was kam raus?
Speaker: Also unabhängig davon, welches Heu gefüttert wurde, ob bedampft oder trocken, verschlechterte sich die Lungenfunktion über die Zeit.
Speaker: Und nach inhalativer Gabe von Salbutamol wurde ebenfalls unabhängig von der Art des verfütterten Heus eine Bronchodilatation erzielt.
Speaker: Somit lag wieder eine restliche Bronchioobstruktion vor.
Speaker: Jetzt muss man aber sagen, die Verschlechterung der Lungenfunktion lag nicht in einem Bereich einer deutlichen Verschlechterung, wie zum Beispiel bei einem akuten Asthmachub.
Speaker: Und was sich interessanterweise auch noch zeigte, war, dass unabhängig von der Behandlung des Heus die Werte im zweiten Abschnitt der Studie signifikant schlechter waren.
Speaker: Das sind schon interessante Ergebnisse.
Speaker: Jetzt heißt das also, dass durch die Fütterung vom bedampften Heu nicht verhindert werden kann, dass Pferde, bei denen mal ein hochgradiges Asthma diagnostiziert wurde, die sich in Remission befinden, dass bei denen nicht wieder eine Verschlechterung der Lungenfunktion auftritt, verglichen auch mit trockenem Heu.
Speaker: Das ist schon spannend.
Speaker: Was ergab jetzt die endoskopische Untersuchung mit BAL?
Speaker: Die haben die ja auch gemacht.
Speaker: Ja, auch hier.
Speaker: Unabhängig, ob trockenes Heu oder bedampftes Heu gefüttert wurde, signifikanter Anstieg der neutrophigen Granulozyten über die Zeit.
Speaker: Hier stiegen die Prozentsätze von 6,7% auf 13,1% beim trockenen Heu und von 5,6% auf 10,5% beim bedampften Heu.
Speaker: Und es gab keinen signifikanten Unterschied, ob bedampft oder nicht bedampft.
Speaker: Das sind jetzt keine hohen Zahlen, das ist klar.
Speaker: Also wir haben ja bei Asthmatika 25, 30, 40%.
Speaker: Genau.
Speaker: Die Autoren gehen halt von diesem sehr niedrigen Prozentsatz vom Konsensusstatement aus.
Speaker: Das ist 5 Prozent.
Speaker: Und was sagt der Mukus-Score?
Speaker: Ja, das Ergebnis war ehrlich gesagt total unerwartet.
Speaker: Der Mukus-Score sank signifikant nur bei der Fütterung von trockenem Heu.
Speaker: Das hat jetzt die Autoren auch verwundert, da das in zwei vorherigen Studien genau umgekehrt war.
Speaker: Also da war das bedampfte Heu deutlich besser im Hinblick auf den Mukus-Score.
Speaker: So einen wirklichen Grund, physiologischen Grund, geben die nicht an.
Speaker: Die relativieren einfach die Aussagekraft des Muko-Score.
Speaker: Also die nahmen dieses Ergebnisses jetzt nicht so wirklich ernst.
Speaker: Okay, können wir sagen, ist nicht so richtig aussagekräftig, oder Anja?
Speaker: Ja.
Speaker: Dann fehlt jetzt noch die Klinik.
Speaker: Da konnten keine signifikanten Veränderungen festgestellt werden.
Speaker: Die Pferde zeigten unabhängig, ob bedampftes oder trockenes Heu gefüttert worden war, nur eine geringeradige Symptomatik.
Speaker: Also es sind echt Studienergebnisse, die mich überraschen.
Speaker: Hätte ich anders erwartet...
Speaker: Aber ist ja auch spannend, dass das trockene Heu keine deutliche Verschlechterung in diesen vier Wochen ausgelöst hat.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Jetzt muss ich sagen, ich finde, wir erleben das in der Praxis schon.
Speaker: Wenn ein Pferd lange staubarm gehalten wurde und dann klinisch unauffällig ist, entscheiden ja manche BesitzerInnen, wieder auf trockenes Heu und Stroh umzusteigen.
Speaker: Und dann entwickelt sich ja auch nicht immer der ausgeprägte Asthma-Schub sofort.
Speaker: Und wir wissen ja, bei Asthma handelt es sich ja um eine Hyperreaktivität und selten um eine klassische Allergie, wo das trockene Heu, also die Schimmelspure zum Beispiel, sofort eine Reaktion auslöst.
Speaker: Und wir
Speaker: Unter konsequenter staubarmer Haltung gehen ja Entzündung und bronchiale Hyperreaktivität auch zurück.
Speaker: Und so hängt die Zeitdauer bis zum Auftreten einer Reaktion natürlich vom Schweregrad der Erkrankung ab.
Speaker: Es gibt natürlich Pferde, die schneller reagieren, aber auch von der Höhe und der Dauer der Staubbelastung.
Speaker: Ja, stimmt Anja, würde ich dir total zustimmen.
Speaker: So wie du das jetzt sagst, sehe ich das auch so.
Speaker: Spielt da sicherlich mit rein.
Speaker: Okay, jetzt haben wir also Ergebnisse von zwei Studien.
Speaker: Die zeigen, dass bei Fütterung von bedampften Heu Pferde mit hochgradigem Asthma innerhalb von vier Wochen nicht vollständig aus dem Asthmachub herauskommen oder auch wenn sie in Remission sind.
Speaker: Eine Restsymptomatik bleibt.
Speaker: Finde ich ja schon spannend, wenn wir bedenken, wie effektiv Bedampfen eigentlich Bakterien, Schimmelpilz, Sporen und die Staubbelastung reduziert, oder?
Speaker: Also die Stoffe, welche wir eigentlich für einen Asthmachub verantwortlich machen.
Speaker: Wie erklären die Autoren dieses Phänomen denn, Anja?
Speaker: Die haben da unterschiedliche Ansätze.
Speaker: Zum einen gehen sie davon aus, dass auch bei diesem bedampften Heu noch Antigene vorliegen können, die eine Reaktion auslösen, wie zum Beispiel Zellwandbesteinteile von Pilzen oder auch Bakterienzellwandfragmente.
Speaker: dann ist es natürlich absolut möglich, dass im Ballenkern keine vollständige Erhitzung erreicht worden ist.
Speaker: Und gerade jetzt bei Bedampfermarke Eigenbau wissen wir das ja, dass das auftritt, dass dieser Kern nicht gut bedampft wird und es besteht ja die Möglichkeit,
Speaker: Sonden zu verwenden, die die Kerntemperatur messen.
Speaker: Aber die Kosten, also was ich jetzt gefunden habe, schon 100 Euro.
Speaker: Ist aber absolut empfehlenswert, dass diese Sonden verwendet werden.
Speaker: Wichtiger Punkt.
Speaker: Auf jeden Fall gut, dass du es nochmal erwähnst, Anja.
Speaker: Trotzdem dachte ich jetzt aber, dass Bedampfen Keime und Staub fast vollständig reduziert, wenn man es richtig macht.
Speaker: Ja, das ist absolut richtig.
Speaker: Unter Laborbedingungen sprechen wir davon 95 bis 99 Prozent.
Speaker: Jetzt wurde in der Praxisstudie von Simuvens 2025 eine Reduktion von 69 bis 87 Prozent gemessen.
Speaker: Und das war abhängig von der Qualität des Heus.
Speaker: Also wenn die Qualität des Holzs schlechter ist, ist die Reduktion zwar höher, aber man muss dann auch sagen, da kann dann auch noch Reststaub und Schimmel drin sein.
Speaker: Und in dieser Studie, die hier verwendet worden ist,
Speaker: war der Bedampfer im Dauereinsatz.
Speaker: Das war jetzt kein frisch kalibriertes Gerät.
Speaker: Es ist schon möglich, dass die nicht perfekt bedampft haben.
Speaker: Leuchtet eigentlich auch ein.
Speaker: Also kann man so ein bisschen die reale Wirksamkeit im Stallalltag nicht mit den
Speaker: im Labor vergleichen.
Speaker: Also die reale Wirksamkeit liegt wahrscheinlich ein bisschen unter der Laborzahl, oder?
Speaker: Ja, absolut.
Speaker: Und man muss ja auch bedenken, das zeigen die Staubmessungen aus der Studie von 2025.
Speaker: Bedampfen macht jetzt aus sehr staubigem Heu auch kein Top-Heu.
Speaker: Und das war jetzt bei dieser Studie kein Faktor, aber bei uns, also bei unserem Klientel,
Speaker: Außerhalb der standardisierten Bedingungen spielen natürlich die Einstreuung des Heu der Nachbarpferde eine große Rolle.
Speaker: Auf jeden Fall.
Speaker: Als dritten Punkt nennen die Autoren noch die Endotoxine.
Speaker: Das ist ja ein Aspekt, den man beim Stichwort Asthma nicht vergessen darf.
Speaker: Caro, kannst du ganz kurz einmal einordnen, was es damit auf sich hat?
Speaker: Ja klar, wir Tierärzten denken beim Auslöser von Asthma ja klar, als erstes immer an Staub und die Schimmelpilze.
Speaker: Aber diese Endotoxine ist noch ein weiterer wichtiger Faktor, der vielleicht Grund für diese unerwarteten Ergebnisse in Studien sein könnte.
Speaker: Jetzt haben zwei Arbeiten von Perignon-Kollegen aus 2001 und 2003 gelesen,
Speaker: Studien oder Ergebnisse vorgestellt, die diese Rolle der Endotoxine als Auslöser von Äquimastma beleuchten.
Speaker: Da wurde gezeigt, dass die Inhalation von Haustaub allein nicht das vollständige Krankheitsbild auslöst, sondern das erst in Kombination mit diesen Endotoxinen.
Speaker: Und dass die Inhalation von Endotoxinen allein aber eine dosisabhängige Neutrophilie auslöst.
Speaker: Also scheinen die oder sind die de facto sehr relevant.
Speaker: Also okay, aber alleinig lösen diese Endotoxine keinen Asthmachub aus?
Speaker: Nicht ganz.
Speaker: Sie lösen eine Reaktion aus, diese sogenannte Neutrophilie, die wir kennen, und auch eine veränderte Lungenfunktion.
Speaker: Letzteres aber erst bei sehr hohen Dosen.
Speaker: Und somit können wir sagen, dass wieder die Kombination am Ende der entscheidende Faktor ist.
Speaker: Okay.
Speaker: Jetzt reden wir beim Auslösen vom Asthma ja immer vom schimmeligen Heu.
Speaker: Und da fehlt mir so das Wort des Endotoxins.
Speaker: Wie kommen die jetzt dazu?
Speaker: Wie stelle ich mir das vor?
Speaker: Ja, haben wir nicht immer so auf dem Schirm, aber man muss davon ausgehen, wenn das heuschimmlig ist, ist es nicht hygienisch einwandfrei.
Speaker: Und folgend haben wir auch eine höhere Bakterienbelastung.
Speaker: Und damit eben auch vermehrte Endotoxine.
Speaker: Jetzt habe ich aber die Frage...
Speaker: Beeinflusst das Bedampfen des Heus den Gehalt der Endotoxine?
Speaker: Und das Bedampfen senkte in einer Untersuchung den Endotoxin-Gehalt in der Atemzone, allerdings nicht signifikant.
Speaker: Interessanterweise hatte aber Heulage eine signifikant niedrige Endotoxin-Konzentration im Vergleich zum trockenen Heu.
Speaker: Zum gewässerten Heu gibt es hier leider keine Ergebnisse, da können wir nichts zu sagen.
Speaker: Also noch keine eindeutige Antwort bis heute, ob jetzt Endotoxine im bedampften Heu für die im Vergleich zu Pellet schlechtere Verbesserungen der Lungenparameter führen, weil die wurden jetzt in dieser Studie, die du vorgestellt hast, leider nicht erfasst.
Speaker: Also bleibt die Vermutung der Autoren, dass eventuell die Ballen nicht perfekt bedampft waren oder eben kleinste Bestandteile vorhanden waren, die eben diese ursprünglich mal hochgradig erkrankten Pferde dann doch noch reizen würden.
Speaker: Okay, dann würde ich das jetzt so zu fassen.
Speaker: Bedampfen von Heu reduziert die Keim- und Staubbelastung deutlich, aber die Ausgangsqualität des Heus spielt natürlich bei der Endqualität des bedampften Heus eine wichtige Rolle.
Speaker: Bei Pferden im akuten Schub verbessert bedampfte Soy die klinische Symptomatik und senkt auch die Neutrophilen in der BALF.
Speaker: Aber weniger ausgeprägt als bei reiner Pelletfütterung.
Speaker: Und es verbleibt eine gewisse Atemwegsobstruktion.
Speaker: Bei Pferden mit hochgradigem Asthma in Remission konnte bedampfte Soy eine subklinische Symptomatik
Speaker: Verschlechterung von Lungenfunktion und den Anteil der BALF-Neutrophilen nicht verhindern.
Speaker: Klinisch blieben die Pferde unauffällig, aber auf funktioneller und zellulärer Ebene zeigte sich schon eine Verschlechterung.
Speaker: Und die war vergleichbar mit der beim trockenen Heu.
Speaker: Nach diesen Studienergebnissen ist es möglich, dass Pferde mit hochgradigem, es ist wichtig, das waren ja alles Pferde mit hochgradigem Asthma, also sehr reaktive Tiere, bei Fütterung von bedampften Heu geringgradig Symptome entwickeln können oder nicht vollständig symptomfrei werden.
Speaker: Und für mich wäre jetzt schon...
Speaker: Wenn sowas auftritt, also wenn man so ein Pferd erlebt, das bedampften Heu doch nochmal Symptome zeigt,
Speaker: Die erste Maßnahme, die Kontrolle der Kerntemperatur der Ballen.
Speaker: Bist du damit einverstanden?
Speaker: Finde ich gut, gehe ich mit.
Speaker: So zum Schluss, ich würde sagen, bedampftes Heu bleibt absolut sinnvoll, weil es nachweislich Staubbakterien und Schimmelpilzsporen reduziert und die Hygiene verbessert.
Speaker: Aber, eben dieses Aber, man sollte es nicht als alleinige Garantie verstehen, dass vor allem Pferde mit schwerem Äquien-Asthma, die sich gerade in der Remission befinden, damit automatisch stabil bleiben.
Speaker: Kein Garantie.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Jetzt haben wir ja lange über das bedampfte Heu gesprochen.
Speaker: Ich würde sagen, wir gehen zu der nächsten Alternative, dem gewässerten Heu.
Speaker: Das gewässerte Heu, auch ein Klassiker in der Asthma-Therapie, würde ich sagen.
Speaker: Beginnen wir jetzt mal mit der Staub- und Keimbelastung im Vergleich zu trockenem Heu.
Speaker: Es wurde nachgewiesen, dass Wässern von Heu über 10 oder 30 Minuten
Speaker: die atemwegsgängigen Partikel bis zu 90 Prozent reduziert, was auch viel ist, finde ich.
Speaker: Gewässert heißt im Wasser liegend und nicht mal eben mit der Gießkalle drüber.
Speaker: Das waren jetzt allerdings wieder überwiegend Laborversuche.
Speaker: Jetzt gibt es eine ganz neue Studie von Iverster und Kollegen aus dem Jahr 2025.
Speaker: Die haben direkt in der Atemzone des Pferdes gemessen mit so einem tragbaren Sensor.
Speaker: Und da lag die Reduktion real am Tier bei etwa 60 bis 70 Prozent.
Speaker: Ist ja immer noch echt viel.
Speaker: Ja.
Speaker: Ist echt noch viel.
Speaker: Und wie sieht das mit den Schimmelpilzen aus?
Speaker: Sinkt die Belastung da im gleichen Maße?
Speaker: Ja, die Datenlage zu den Schimmelpilzen und deren Reduktion ist ein bisschen uneinheitlich.
Speaker: Teils zeigt sich ein Effekt, teils wieder nicht.
Speaker: Der ist auf jeden Fall deutlich schwächer als beim dampften Heu.
Speaker: Und jetzt sagen wir mal bei den Bakterien, wie gestaltet sich das da?
Speaker: Durch das Wässern können ja bekanntlich Probleme in dieser Hinsicht auftreten, oder?
Speaker: Ja, da haben wir immer Angst vor.
Speaker: Glatter et al.
Speaker: konnte 2021 nachweisen, dass direkt nach dem Wässern, da wurde über 15 Minuten gewässert, die Bakterienzahl deutlich reduziert wurde.
Speaker: Also von 29 mal 10 hoch 6, das ist allerdings schon kein gutes Feuer.
Speaker: Gerade an der oberen Grenze reduzierte sich die Anzahl auf 0 mal 10 hoch 6.
Speaker: Mega.
Speaker: Ja, und der Gehalt typischer Schimmelpilze war ebenfalls verringert.
Speaker: Jetzt kommt das Aber.
Speaker: Nach sechs Stunden Liegezeit war die Keimzahl wieder so hoch wie zuvor beim trockenen Heu.
Speaker: Schon hier im Normbereich, aber das war ja schon im oberen Bereich.
Speaker: Was aber über den Richtwert stieg, war die Belastung mit Hefen.
Speaker: Nach zwölf Stunden Liegezeit stiegen die Keimzahlen, und das fand ich echt ein bisschen weird, bei 10 Grad Celsius deutlich über den Normwert und bei 25 Grad nicht.
Speaker: Ja, das ist faszinierend und verwirrend.
Speaker: Haben die das irgendwie erklärt?
Speaker: Also ganz ehrlich geben die Autoren der Diskussion da keine Erklärung zu.
Speaker: Wir haben aber eine relativ große Streuung der Werte.
Speaker: Und vielleicht war die Probenzahl auch zu gering, dass sie sich da auf eine Diskussion haben einlassen wollen.
Speaker: Also keine Diskussionsergebnisse, warum das bei diesen Temperaturen so war.
Speaker: Okay.
Speaker: Aber die Hauptergebnisse waren ja jetzt nach sechs Stunden.
Speaker: Gibt es denn auch eine Untersuchung, die die Keimzahl schon ein bisschen eher kontrolliert, beziehungsweise guckt, ob die vorher schon ansteigen vor diesen sechs Stunden?
Speaker: Gute Frage.
Speaker: Ja, es gibt Studien, aber die sind ja wieder anders aufgebaut.
Speaker: Also von Moore-Kolaya et al.
Speaker: aus dem Jahr 2020.
Speaker: gibt es da Ergebnisse zu und da zeigte sich auch, muss man jetzt sagen, ähnlich wie beim bedampften Heu mit dem Staub, die Keimzahl war natürlich abhängig von der Qualität des Heus.
Speaker: Nach anderthalb Stunden im Wasser war der Keimgehalt noch innerhalb der angegebenen Richtwerte.
Speaker: Jetzt ist aber zu beachten, dass in einer älteren Studie schon ein Anstieg über diese Richtwerte nach zehn Minuten beschrieben wurde.
Speaker: Okay, also wässern des Heus, nicht mit der Gießkanne gemeint, sondern wirklich tunken, über 10 bis 30 Minuten führt zu einer Reduzierung von Staubpartikeln und Schimmelpilzen.
Speaker: Das können wir schon mal festhalten.
Speaker: Und in einer Untersuchung auch zu einer Reduzierung von Bakterien direkt nach dem Wässern.
Speaker: Aber es sollte natürlich schnell verfüttert werden und nicht lange liegen.
Speaker: Und man sollte einfach im Kopf haben, dass die Ausgangsqualität, genauso wie beim Bedampfen, natürlich auch eine Rolle spielt.
Speaker: Das waren ja jetzt alles Ergebnisse zur Reduzierung der Staubpartikel, zur Wirkung auf die Keimanzahl durch das Wässern.
Speaker: Aber keine Untersuchung im Hinblick auf die Wirkung von gewässertem Heu auf die Klinik oder die Lungenfunktion bei Pferden mit Asthma.
Speaker: Wie sieht das denn bei gewässertem Heu aus?
Speaker: Gibt es dort entsprechende Untersuchungen?
Speaker: Ja, es gibt tatsächlich eine aktuelle Studie aus dem Jahr oder relativ aktuell aus 2024 von Westerfeld et al.
Speaker: Dabei handelte es sich um eine prospektiv kontrollierte Parallelgruppenstudie über sechs Wochen.
Speaker: Okay, und wie lange haben die jetzt das Heu gewässert?
Speaker: Bei denen lag das Heu für 45 Minuten in kaltem Wasser und wurde nach dem Abtropfen direkt verfüttert.
Speaker: Die Autoren haben besonders betont, dass sie das nicht gefressene Heu auf jeden Fall vor der nächsten Mahlzeit komplett entfernt haben.
Speaker: Und wie war der weitere Studienaufbau?
Speaker: Also welche Parameter wurden untersucht?
Speaker: Die hatten in dieser Studie jeweils fünf adulte Pferde mit hochgradigem Asthma in einem Asthmaschub.
Speaker: Den haben sie entweder gewässertes Heu oder Luzernpellets über sechs Wochen gefüttert.
Speaker: Dann haben sie vor dieser Fütterung sowie zwei, vier und sechs Wochen danach eine Bestimmung der Lungenfunktion vorgenommen und die klinischen Symptome eingeteilt mit einem Graduierungssystem, wie man das ja ganz oft macht bei diesen Asthmaschstudien.
Speaker: Dann haben die natürlich eine endoskopische Untersuchung gemacht, einmal zu Beginn der Studie und auch sechs Wochen danach und haben darin den Muko-Score beurteilt und sogar eine BAL durchgeführt.
Speaker: Jetzt frage ich, um was kam dabei raus?
Speaker: Ja, der Lungenwiderstand, der sank tatsächlich in der Gruppe mit gewässertem Heu um 68 Prozent und bei der Pelletsgruppe um 36 Prozent.
Speaker: Und die Veränderung vom Baseline-Lungenwiderstand zu der
Speaker: Ja, zu der Besserung war bei der Pelletsgruppe nur bis Woche 4 signifikant und bei der Gruppe mit gewässertem Heu tatsächlich bis Woche 6 signifikant.
Speaker: Was auch noch festgestellt wurde, dass die Restbronchokonstriktion bei den Pferden mit der Fütterung von gewässertem Heu nicht mehr vorhanden war, allerdings bei denen mit Pelletsfütterung.
Speaker: So eine richtige Erklärung für dieses Phänomen haben die Autoren hier aber nicht gegeben, leider.
Speaker: Und die Ergebnisse der endoskopischen Untersuchung und der BAL, waren die dann ähnlich wie diese, wie die klinischen?
Speaker: So ein bisschen schon.
Speaker: Der Mukus-Score verringerte sich bei den Pferden mit gewässertem Heu über die Zeit, aber nicht in der Pelletgruppe.
Speaker: Im Hinblick auf die Beurteilung der Neutrophilie in der BALF war der Vergleich zwischen Pelletgruppe und Pferde mit gewässertem Heu schwierig, da die Pferde in der Pelletgruppe zu Beginn der Studie schon einen sehr hohen Neutrophilenanteil aufwiesen.
Speaker: Eine insgesamt Verringerung des prozentualen Anteils der Neutrophilen wurde aber in beiden Gruppen festgestellt.
Speaker: Signifikant war diese aber nur bei den Pferden mit Pellets.
Speaker: Aber wie gesagt,
Speaker: ein bisschen schwierig zu interpretieren aufgrund dieser unterschiedlichen Ausgangssituationen.
Speaker: Okay, jetzt wissen wir ja, dass die Wässerung von Heu den Kohlenhydratanteil senken kann.
Speaker: Haben die Autoren eine Gewichtskontrolle bei den Pferden durchgeführt?
Speaker: Ja, haben die sogar gemacht.
Speaker: Und die Pferde, denen gewässertes Heu gefüttert wurde, die haben über diese sechs Wochen im Durchschnitt 20,5 Kilo an Körpergewicht verloren.
Speaker: Die Pferde mit Pelletsfütterung, die blieben stabil von ihrem Gewicht.
Speaker: Hm, gar nicht so schlecht, ne?
Speaker: Wenn man so ein kleines Dickie hätte?
Speaker: Genau, ja.
Speaker: Ich fasse einmal zusammen.
Speaker: Direkt nach dem Wässern über 10 bis 30 Minuten ist die Staub- und Keimbelastung deutlich verringert.
Speaker: Das gewässerte Heu sollte nicht lange liegen, da die Keimbelastung je nach Heu schon nach 10 Minuten bis anderthalb Stunden wieder ansteigt.
Speaker: Bei Pferden mit hochgradigem Asthma im Asthmaschuh verbesserte über 45 Minuten gewässertes Heu die Lungenfunktion, die Klinik und den Mukuskor.
Speaker: Und manche dieser Parameter besser als bei reiner Pelletfütterung.
Speaker: Allerdings zeigte sich eine nicht ganz unerwartete Gewichtsabnahme durch die Auswaschung von Kohlenhydraten.
Speaker: So, jetzt haben wir bedampftes Heu, gewässertes Heu.
Speaker: Jetzt fehlt uns nur noch die Heulage.
Speaker: Ist ja eigentlich dein Lieblingsthema, Anja, oder?
Speaker: Welche aktuellen Studien hast du uns da mitgebracht?
Speaker: Hast du was gefunden?
Speaker: Heulagefütterung und Äquines Asthma, da gibt es doch bestimmt was.
Speaker: Ja, ich habe was gefunden.
Speaker: Wir fangen auch wie bei den anderen Raufutterarten mit der Staub-, Bakterien- und Schimmelbelastung an.
Speaker: Eine schwedische Studie von Müller, Nostel und Brüjer aus dem Jahr 2015 hat die Keimbelastung von Heu und Heulage verglichen.
Speaker: Und die Heulageproben wurden direkt nach dem Öffnen der Folie mikrobiologisch untersucht.
Speaker: Und das Ergebnis?
Speaker: Schimmelpilzbelastung war in der Heulage um mehr als 800-fach niedriger als im Heu.
Speaker: Und bei den Enterobakterien war dieser Unterschied sogar noch deutlicher.
Speaker: Das klingt nach einem massiven Unterschied.
Speaker: Gilt das denn uneingeschränkt?
Speaker: Also für den Zustand direkt nach dem Öffnen?
Speaker: Der Heulage, ja.
Speaker: Jetzt kommt die Einschränkung.
Speaker: Das war luftdicht versiegelte Heulage unter kontrollierten Bedingungen.
Speaker: Und wir wissen aus einer anderen Untersuchung von Seguin und Kollegen, dass sich das Bild bei einer beschädigten Folie oder Fehlgärung deutlich anders darstellen kann.
Speaker: Dort war eine der untersuchten Heulagen sogar stärker Schimmel belastet als die anderen untersuchten Alternativfuttermitteln.
Speaker: Natürlich muss bei der Keimbelastung die Haltbarkeit von Heulage berücksichtigt werden.
Speaker: Diese ist, wissen wir alle, nach dem Öffnen der Ballen begrenzt.
Speaker: Bei warmen Außentemperaturen geht man von 12 bis 24 Stunden aus.
Speaker: Im Winter gibt es Angaben, dass die schon über drei bis fünf Tage noch verfüttert werden kann.
Speaker: Okay, und wie sieht es beim Staub aus?
Speaker: Ja, also mehrere arbeiten Wiesen nach, dass Heulage weniger Staub aufweist als trockenes Heu.
Speaker: Der Unterschied schwankt studienabhängig zwischen 35 und 67 Prozent.
Speaker: Das ist ja mechanisch schon plausibel.
Speaker: Die Restfeuchte in der Heulage bindet die Partikel, sie stauben einfach weniger auf.
Speaker: So, Anja, und wie sieht es jetzt mit diesen Endotoxinen aus bei der Heulage?
Speaker: Wir haben ja schon die Studie von Olaf oder Olave et al.
Speaker: 2023 erwähnt.
Speaker: Bei dem bedampften Heu.
Speaker: Und im Gegensatz zum bedampften Heu lag die Endotoxinkonzentration bei Heulage in der Artenzone signifikant niedriger als bei trockenem Heu.
Speaker: Aber okay, das ist eine Studie.
Speaker: Also da war der Endotoxingehalt jetzt niedriger als bei trockenem Heu und bei bedampften Heu.
Speaker: Okay, dann machen wir das noch mal ein bisschen unter Vorbehalt.
Speaker: Können aber sagen, eine deutliche Reduzierung von Bakterien, Schimmelpilzen und Staub bei gut gelagerter Heulage.
Speaker: Wie sieht es dann jetzt mit der Auswirkung auf die Klinik aus, auf den Muko-Score, BRL-Lungenfunktion?
Speaker: Sagen die Studienergebnisse auch dazu was?
Speaker: Ja, es gibt drei Studien derselben Arbeitsgruppe von Laurent Cotéy.
Speaker: Aus Purdue, aus den Jahren 2021 bis 2023.
Speaker: In diesen Arbeiten wurden die Auswirkungen von Heulage-Fütterung in Vergleich gesetzt zu trockenem Heu, bedampften Heu oder reiner Pellet-Fütterung.
Speaker: Wie war das Studiendesign?
Speaker: War das ähnlich?
Speaker: Ja.
Speaker: Ja, das war nicht ganz identisch.
Speaker: Also es wurde einmal Heu mit Heulage verglichen, also trockenes Heu mit Heulage, dann wurde Heulage mit Pellets verglichen und dann in der letzten Studie Heu, trockenes Heu, bedampftes Heu und Heulage.
Speaker: Im Prinzip wurde immer über sechs Wochen gefüttert und die Klinik sowie die BAL untersucht.
Speaker: Es wurden leider keine Lungenfunktionsprüfungen durchgeführt und auch nicht die Restobstruktion erfasst.
Speaker: Also wir können das leider dann nicht mit den Ergebnissen der vorherigen Studien vergleichen.
Speaker: Sie beurteilten zusätzlich die Staubentwicklung in der Atemzone auf Nüsternhöhe.
Speaker: Und was noch ein Unterschied zu den vorherigen Studien ist, dass die Studienpopulation aus geringgradig erkrankten oder sogar klinisch gesunden Pferden bestand.
Speaker: Also kein hochgradiges Asthma.
Speaker: Okay, und kann man diese ganzen Ergebnisse zusammenfassen?
Speaker: Okay, ich versuche das mal.
Speaker: Also in der Artenzone zeigte sich bei der Fütterung von Heulage eine Reduktion der artenwegsgängigen Partikel.
Speaker: In der größer angelegten Studie mit 43 Rennpferden um 35 Prozent, aber signifikant niedriger als bei trockenem Heu.
Speaker: Und die klinische Symptomatik?
Speaker: Bei dem Vergleich mit reiner Pelletfütterung zeigte sich eine signifikante Verbesserung bei der Pelletfütterung, nicht bei Heulage.
Speaker: In den anderen Untersuchungen waren die Änderungen klinisch nicht relevant oder ohne Zusammenhang zur Raufutterquelle.
Speaker: Aber wie gesagt, es waren geringgradig erkrankte Pferde oder sogar klinisch gesunde Tiere.
Speaker: Ja, und die BAL-Ergebnisse, was gab es da?
Speaker: Ja, das war schon jetzt spannend.
Speaker: Also unabhängig von der Studie sank bei Fütterung von Heulage die Anzahl der Neutrophilen am deutlichsten.
Speaker: Und zu erwähnen ist, dass bei Pelletfütterung und bei bedampften Heu jeweils keine signifikante Verringerung festgestellt wurde, im Gegensatz zur Heulage.
Speaker: Bei trockenem Heu erwartungsgemäß wurde natürlich ein Anstieg beobachtet.
Speaker: Und der Muko-Score, wie war der?
Speaker: Ja, da gibt es nur aus einer dieser drei Studien belastbare Daten.
Speaker: Und da stieg der Muko-Score unter trockenem Heu signifikant an und der Heulage nicht.
Speaker: Bei den anderen beiden Studien wurde gar kein Muko-Score erhoben oder es wurde nicht beschrieben.
Speaker: Fassen wir bzw.
Speaker: du mal kurz zusammen, Anja.
Speaker: Was verbindet alle drei Studien mit?
Speaker: Okay, also in allen drei Studien zeigte Heulage eine Reduktion der BALF-Neutrophilie gegenüber trockenem Heu.
Speaker: In der Pellet-Vergleichsstudie sogar gegenüber dieser staubarmen Alternative.
Speaker: Der Mukus-Score war im Vergleich zur Fütterung von trockenem Heu signifikant niedriger.
Speaker: Was natürlich jetzt in diesen drei Studien fehlte, war die Beurteilung der Lungenfunktion.
Speaker: Das bleibt offen.
Speaker: Ja, das ist schade, aber der Rest sagt ja auch schon viel.
Speaker: Haben die Autoren eine Erklärung, warum die Heulage trotz eigentlich vergleichbarer Staubreduktion im Vergleich zu Pellets und bedampften Heu im Hinblick auf den Anteil der Neutrophilen der BALF besser abschnitt?
Speaker: Ja, sie haben einen entzündungshemmenden Effekt durch Omega-3-Fettsäuren vermutet, da Heulage einen höheren Anteil dieser Fettsäuren aufweist.
Speaker: Aber leider konnte keiner der Studien diese Vermutung beweisen.
Speaker: Also bleibt die Antwort auf diese Frage offen.
Speaker: Wir haben ja jetzt die Vorteile von Heulage ausführlich besprochen, aber jetzt kommt ja dieser spannende Teil, es kursieren ja auch viele Warnungen im Internet, Social Media, wo auch immer, dass Heulage auch viele Nachteile hat und gefährlich sein kann.
Speaker: Man nennt immer die Schlagwörter Botulismus, Karies, Hufrehe, Dysbiose, Übersäuerung des Darms.
Speaker: Jetzt wollen wir Fakten.
Speaker: Was sagt die Literatur dazu?
Speaker: Okay, wir beginnen mit dem Botulismus.
Speaker: Also wir wissen alle, das ist eine fürchterliche Erkrankung, sie ist tödlich, Sterblichkeitsrate von 70%.
Speaker: Aber Botulismus ist keine Erkrankung der Heulage, sondern von Botulinumtoxin belasteter Futterquelle.
Speaker: Heulage wird häufig als Risikofutter genannt, aber wenn man anfängt zu suchen, wissenschaftlich belegt, ist es nicht.
Speaker: Die Erkrankung kann auch nach Aufnahme von kontaminiertem Heu auftreten.
Speaker: Also das Risiko steigt, wenn Tierkadaver, starker Erdeintrag in Heulage oder Heu vorhanden sind.
Speaker: Vor allem wenn das Heu wird ja jetzt extrem dicht gepresst immer.
Speaker: Bei Heulage ist natürlich das besondere Problem eine unzureichende Konservierung mit einem zu hohen pH-Wert.
Speaker: Und wie sieht es mit der Prävalenz aus von Botulismus?
Speaker: Das ist jetzt wirklich schwierig zu beantworten.
Speaker: Es gibt keine Populationsstudien so wirklich.
Speaker: Es gibt eine Untersuchung aus den USA über einen Zeitraum von zehn Jahren.
Speaker: Da wurden acht Ausbrüche mit 119 betroffenen Pferden über ein Labor bestätigt.
Speaker: Das war Botulismus Typ A. Typ B, der angeblich über 85 Prozent der Fälle ausmacht, gibt es
Speaker: Keine vergleichbare Übersicht, sondern nur vereinzelte Fallberichte seit den 80er Jahren.
Speaker: Okay, schwerwiegende Erkrankung, aber eher selten.
Speaker: Wenn ich das so höre und jetzt auch mal so an das eigene Patientengut denke, würde ich auch sagen, kommt nicht so oft vor.
Speaker: Jetzt kommen wir zu den im Netz stark diskutierten nicht so tödlichen Erkrankungen im Zusammenhang mit Teulage.
Speaker: Fangen wir mal mit Karies an.
Speaker: Wie sieht da die Studienlage aus?
Speaker: Es ist immer spannend.
Speaker: Es gibt da so eine Quelle, die ganz, ganz oft zitiert wird.
Speaker: Das ist eine schwedische Postmortem-Studie aus dem Jahr 2010.
Speaker: Da wurden 510 Pferdeschädel untersucht.
Speaker: Und Traber waren häufiger betroffen und die Autoren vermuteten, dass das an der heulagereichen Fütterung dieser Traber lag.
Speaker: Es wurden aber überhaupt keine Fütterungsdaten erhoben.
Speaker: Das war eine Vermutung der Autoren.
Speaker: Also eigentlich nicht so haltbar.
Speaker: Gibt es dazu inzwischen bessere Daten?
Speaker: Ja, also es gibt eine größere Erhebung aus UK von Pork and & Kollegen.
Speaker: Mit 706 Pferden und dort wurde der Heulage als Risikofaktor explizit als nicht belegt eingestuft.
Speaker: Und zweitens, die fand ich extrem spannend, eine experimentelle Studie von Daniels und Kollegen aus 2024, die den oralen pH-Wert direkt gemessen haben.
Speaker: Und wie war deren Studiendesign?
Speaker: In der Studie wurden vor, direkt nach sowie 15 und 30 Minuten nach Fütterung unterschiedlicher Futtermittel, also einschließlich Heu, Heulage, Rübenschnitzel, Luzernhäcksel und Hafer, eine pH-Messung des Speichels vorgenommen.
Speaker: In der zweiten Phase bekamen acht Ponys über insgesamt 60 Tage vier verschiedene Heulagen als hundertprozentige Ration.
Speaker: Und jetzt für Heulage speziell, wie war da das Ergebnis?
Speaker: Also das war jetzt echt bemerkenswert.
Speaker: Obwohl der pH-Wert der Heulagen selbst sauer war, zwischen 5,6 und 5,9, blieb der orale pH im Pferdemaul durchgehend alkalisch, immer über 8.
Speaker: In der ersten Studie hatte Heulage direkt nach der Fütterung sogar den höchsten, also alkalischsten Wert von allen getesteten Futtermitteln, 8,61, alkalischer als bei Heu.
Speaker: Somit puffert Speichel diese etwas saure Heulage vollkommen ab.
Speaker: Super, das wird ja diese Caris-Hypothese direkt widerlegen, oder?
Speaker: Ja, es ist auch die Schlussfolgerung der Autoren.
Speaker: Sie schreiben explizit, dass ihre Daten die neuere Porken-Studie unterstützen und der Hypothese mit den Trabern widersprechen.
Speaker: Super, dann gehen wir jetzt mal über zur Hufrehe.
Speaker: Was gibt es dazu?
Speaker: Ja, da müssen wir schon ein bisschen aufpassen.
Speaker: Also man vergleicht ja Fructan- und Zuckerwerte zwischen Heulage und Heu.
Speaker: Ich habe jetzt die Werte aus dem Jahr 2020 mir angeschaut.
Speaker: Da waren die Fructanwerte in der Heulage niedriger, die Gesamtzuckerdaten etwas, etwas höher.
Speaker: Und wir können ja den Kohlenhydratgehalt durchs Wässern bei Heu reduzieren.
Speaker: Das geht jetzt bei der Heulage nicht.
Speaker: Das können wir nicht empfehlen, weil wenn Heulage gewässert wird, die Keimbelastung zu stark ansteigt.
Speaker: Also das ist keine Variante, um den Kohlenhydratgehalt zu senken.
Speaker: Jetzt gibt es allerdings...
Speaker: Heulagen, die von spätgeschnittenem Gras stammen.
Speaker: Und ich empfehle ja bei meinen Asthma-Patienten sehr gerne die Kleinballen, also in Kleinballen abgepackte Heulage.
Speaker: Und da gibt es schon extra spätgeschnitten mit niedrigen Gesamtzuckerwert Heulagen.
Speaker: Also grundsätzlich bei Pferden, die an Hufre erkrankt sind oder auch einfach nur gefährdet, empfiehlt sich eine Analyse des Gesamtzuckerwertes.
Speaker: Falls die nicht sowieso schon vorliegt, sollte man die auf jeden Fall anfordern.
Speaker: Ja, absolut.
Speaker: Und nicht nur bei Heulage.
Speaker: Auch Heu enthält aktuell zum Teil zu hohe Zuckerwerte für ein an Rehe erkranktes oder gefährdetes Pferd.
Speaker: Da lohnt sich auch eine Analyse.
Speaker: Das ist absolut nicht auf Heulage begrenzt.
Speaker: Finde ich auch.
Speaker: Kann man auf jeden Fall auch noch mal ein paar Folgen zurück anhören.
Speaker: Du bist bei der Hufrehe, oder?
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Wir gehen noch mal in die Hufrehe-Podcast-Folgen.
Speaker: Da wollen wir auch, dass das Heu analysiert wird.
Speaker: Okay, dann jetzt Übersäuerung des Darms.
Speaker: Ja, man glaubt es nicht.
Speaker: Auch da gibt es eine Studie zu aus dem Jahr 2009 mit vier kolonfestulierten Wallachen.
Speaker: Und damit wurde somit direkt im Kolon der pH-Wert gemessen.
Speaker: Und zwar nach einem abrupten Wechsel von Heu auf Heulage oder Silage.
Speaker: Und das Ergebnis, wie war das?
Speaker: Da war keine Übersäuerung, wie das immer bei Heulage postuliert wird.
Speaker: Es gab keine Übersäuerung im Sinne einer pH-Verschiebung.
Speaker: Ganz interessant, das war ein Nebenbefund.
Speaker: In den anschließenden drei Wochen sang die Trockensubstanz vom Futterbrein-Kolon und vom Kot.
Speaker: Das könnte auf jeden Fall erklären, warum Pferde mit Heulage eher mal das Kotwasser tendieren oder das entwickeln.
Speaker: Ja, absolut.
Speaker: Aber es ist einfach nur mehr Wasser drin.
Speaker: Wie diese Veränderung zustande kam, haben die in der Studie nicht erklären können.
Speaker: Aber es erklärt, dass mit Heulage gefütterten Pferde schon öfter mal Kotwasser entwickeln.
Speaker: Ja, und dieser Vorwurf der ausgelösten Dysbiose, konnte der irgendwie nachgewiesen werden?
Speaker: Ja, da weiß man gar nicht, wo man anfängt.
Speaker: Also ja, die Mikrobiota im Kot verändert sich unter Heulage.
Speaker: Das ist in mehreren Studien gezeigt worden.
Speaker: Aber die verändert sich natürlich auch, wenn man einen Wechsel von Gras auf Heu hat oder von Heu auf Gras.
Speaker: Da verändert sich einfach die fäkale Mikrobiota.
Speaker: Jetzt kommt es aber.
Speaker: Ein pathologisches Muster im Sinne der bekannten Äquiendysbiose-Signaturen bei Colitis oder Colic lässt sich nicht ableiten.
Speaker: Weder sinkt die bakterielle Diversität, noch treten die für Darmerkrankungen beschriebenen Verschiebungen auf.
Speaker: Also ist nicht so.
Speaker: Und jetzt muss man...
Speaker: größer rangehen im Endeffekt.
Speaker: Also für die Equine-Fäkale-Mikrobiota existieren bislang keine allgemeinen, anerkannten und klinischen validierten Referenzintervalle, beziehungsweise auch kein etablierter Dysbiose-Index, an dessen man eine einzelne Probe zuverlässig als normal oder pathologisch einordnen kann.
Speaker: Anders als beim Hund steht für das Pferd noch kein entsprechend
Speaker: validiertes klinisches Referenzsystem zur Verfügung.
Speaker: Abschließend können wir eigentlich so sagen, im Gegensatz zu den negativen Vorurteilen gegenüber Heulage, die so kursieren, zeigt Reprimärliteratur in den meisten Punkten ein anderes Bild, ein positives.
Speaker: Ja, also diese Vorurteile werden nicht bestätigt, das muss ich auch sagen.
Speaker: Okay, bevor wir zu Es läuft nicht immer ganz rund kommen, unsere letzte Zusammenfassung heute.
Speaker: Okay, also durch die Behandlung des Heus, entweder überwässern oder bedampfen, sowie auch bei Heulage, werden die Keim-, Schimmelpilz- und Staubbelastung deutlich verringert.
Speaker: Verglichen mit trockenem Heu.
Speaker: Das können wir auf jeden Fall festhalten.
Speaker: Dann ist es so, dass das bedampfte Heu den großen Vorteil hat, dass diese Reduzierung der Keimbelastung über 24 Stunden bestehen bleibt.
Speaker: Und die Ausprägung dieser Reduzierung von der Keimbelastung ist natürlich abhängig von dem Ausgangsmaterial.
Speaker: Also schlechtes Heu wird auch mit Bedampfen oder Wässern etc.
Speaker: kein Top-Heu.
Speaker: Bei gewässertem Heu und auch der Heulage wird die Keimbelastung entweder durch zu langes Liegenlassen des nassen Heus gesteigert oder bei der Heulage durch die nicht adäquate Lagerung der Ballen oder auch Fehler in der Produktion.
Speaker: So Anja, jetzt bitte den Part der Klinik.
Speaker: Okay, bedampftes Heu.
Speaker: Im akuten Schub Verbesserung von Klinik, BAL-Ergebnissen, Lungenfunktion und Mukus-Score.
Speaker: Aber schwächer als bei reiner Pelletfütterung.
Speaker: mit bleibender Restobstruktion.
Speaker: In Remission bei Pferden mit hochgradigem Asthma keine signifikante Veränderung des klinischen Scores im Vergleich zu trockenem Heu.
Speaker: Es ist eine Verschlechterung der Lungenfunktion und der neutrophilen Anzahl in der BRLF über die Zeit möglich, aber im eher subklinischen Bereich.
Speaker: Gewässertes Heu.
Speaker: Klinische Verbesserung.
Speaker: Gleich ausgeprägt wie bei Pellets.
Speaker: Lungenwiderstand sank sogar deutlicher als bei Pellets.
Speaker: Restobduktion nicht nachweisbar.
Speaker: Mukus-Score sank über die Zeit.
Speaker: Aber keine signifikante Reduktion der BALF-Neutrophilen.
Speaker: Rasche Keimvermehrung nach dem Wässern möglich.
Speaker: Und ein Gewichtsverlust von 20,5 Kilogramm über sechs Wochen wurde festgestellt.
Speaker: Heulage, untersucht bei geringgradig erkrankten bzw.
Speaker: klinisch gesunden Pferden.
Speaker: Das muss man voranstellen.
Speaker: Keine signifikante klinische Verbesserung.
Speaker: Dabei der signifikante Effekt nur bei Pellets.
Speaker: In den anderen beiden Studien waren die Veränderungen klinisch nicht relevant.
Speaker: Signifikante Reduktion der BALF-Neutrophilen auch im Vergleich zu Pellets.
Speaker: Niedrigerer Mukus-Score als bei trockenem Heu.
Speaker: Aber leider keine Lungenfunktionsdaten.
Speaker: Super, danke.
Speaker: Und jetzt in einem Satz?
Speaker: Ein Satz.
Speaker: Das ist ja lustig.
Speaker: Okay, ich versuche es mal mit einem anderen Ansatz.
Speaker: Funktionelle Erholung bei hochgradigem Asthma im Schub.
Speaker: Alle drei Alternativen senken die Belastung von Staub, Schimmelpilzen und Bakterien.
Speaker: Also absolut sinnvoll, eine der Alternativen zu empfehlen.
Speaker: Gewässertes Heu und bedampftes Heu erzielten eine klinische Verbesserung für Heulage, gibt es im akuten Schub leider keine Daten.
Speaker: Aber eine vollständige Remission aller Parameter wird bei keiner Alternative erzielt.
Speaker: Jetzt muss man dazu sagen, das waren Untersuchungen, die nur über vier bis sechs Wochen liefen.
Speaker: Es dauert ja auch bei einem Asthmatiker länger, bis sich diese Lunge wieder beruhigt.
Speaker: Kontrolle der Atemwegsentzündung, Heulage.
Speaker: Einzige Raufutterart mit reproduzierbarer, signifikanter BALF-Neutrophilenreduktion, sogar gegenüber Pellets.
Speaker: Dazu die niedrigsten Endotoxinwerte, aber keinerlei Lungenfunktionsdaten, hohe Variabilität der Qualität.
Speaker: Hygiene und Praktikabilität.
Speaker: Bedampftes Heu, stärkste Keim- und Staubreduktion, alltagstauglich, aber eine etwas schwächere funktionelle Bilanz, zum Beispiel jetzt als gewässertes Heu und unzuverlässlicher als Pellets im Schub.
Speaker: Kein Schutz, kein absoluter Schutz vor Verschlechterungen und Remission und keine Reduktion der BLF-Neutrophilen bei geringgradigem Asthma, aber Klinik besser.
Speaker: Okay, dann sind wir jetzt am Ende angekommen, haben interessante Dinge erfahren und ich hoffe, auch einiges für die Praxis mitgenommen.
Speaker: Und wie immer kommt jetzt die Kategorie, es läuft nicht immer alles rund in der Praxis.
Speaker: Also diesmal habe ich keine eigene Geschichte, sondern von Laura aus der letzten Folge.
Speaker: Und die fährt ja auch Allgemeinpraxis.
Speaker: Und der ist ein Paraffinkanister ausgelaufen.
Speaker: Der war, glaube ich, halb voll.
Speaker: Also das ganze Auto war voller Paraffin.
Speaker: Sie hat es dann so notdürftig sauber gemacht und dachte, okay, das Auto geht jetzt sowieso weg.
Speaker: So ganz sauber mache ich das jetzt nicht, weil die tauschen das Auto gerade aus.
Speaker: Und ist weiter Praxis gefahren und dann ist sie vom Hof.
Speaker: Und jedes Mal rief dann ein Kunde an,
Speaker: Frau Dr. Schröter, ihr Auto verliert Öl.
Speaker: Und sie dann so, ja, ich weiß, ist Paraffinöl, ist nicht so schlimm.
Speaker: Der Wagen geht sowieso weg.
Speaker: Super, ey.
Speaker: Wirklich, ne?
Speaker: Da denkst du, fährst nach Hause, der Tag ist rum, alles im Griff und dann ruft von dir der Halbkundenstamm an, weil sie dich oder dein Auto retten wollen.
Speaker: Mega.
Speaker: Ja, Paraffinöl ist aber auch richtig fies, Anja.
Speaker: Also da, zu Paraffinöl kann ich dir auch eine Geschichte erzählen.
Speaker: Als ich noch ganz am Anfang meiner Berufslaufbahn war, als ich noch in der Fahrpraxis war, musste ich noch so eine Obszipationskolik fahren, kurz vor Feierabend.
Speaker: Und dann waren das so zwei sehr grazile Damen, die mir dieses große...
Speaker: 1,80 Pferd festhielten, während ich das Paraffinöl per Sonde und Trichter eingegeben habe.
Speaker: Und wie es dann so ist, Pferd hat sich gewehrt, fing an mit dem Kopf zu schlagen.
Speaker: Diese Persönchen hingen nur dran und ich habe mir wirklich diesen ganzen Trichter einmal über den Kopf rückaust.
Speaker: Ich muss sagen, das war auch nicht der geschickteste Move.
Speaker: Ich hätte auch irgendwie in eine andere Richtung halten können, aber wirklich das ganze Paraffinöl...
Speaker: Die Haare, die Wimpern, der Mund, das T-Shirt.
Speaker: Es war wirklich krass.
Speaker: Und es hing in den Wimpern.
Speaker: Ich habe verschwommen gesehen, konnte gerade noch so das Waschbecken finden, wo ich schon mal notdürftig da alles abgewaschen habe.
Speaker: Oh, es war fürchterlich, wirklich.
Speaker: Das war krass.
Speaker: Da werde ich nie vergessen.
Speaker: Also ein Gesicht hatte ich es jetzt noch nicht, aber was ich ja echt so frustrant finde, du kriegst das ja nicht wieder aus den Klamotten raus.
Speaker: Du hast dann immer diese Flecken auf dir, weil du Paraffinöl verschüttelst.
Speaker: Ja, und auch in den Haaren.
Speaker: Das ist auch hartnäckig, kann ich dir sagen.
Speaker: Die Paraffinölkur für die Haare.
Speaker: Ja.
Speaker: Das ist schön.
Speaker: Ja, alle, die ein bisschen Außenpraxis fahren, aber auch drin in der Klinik.
Speaker: Also dieses Verschütten über den Trichter, das geht ja echt schnell.
Speaker: Nee, da muss man echt aufpassen.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Gut wegmachen.
Speaker: Sonst kannst du ein Vorsicht-Rutsch-Gefahr-Schild aufstellen.
Speaker: Das ist auch so.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Okay, das ist mega, Anja.
Speaker: Haben wir es geschafft.
Speaker: Ich bin total froh, dass ich nochmal dabei sein durfte.
Speaker: Fand es ein richtig interessantes Thema.
Speaker: Ja, danke dir.
Speaker: Es hat echt Spaß gemacht.
Speaker: Und dann, tschüss, bis zum nächsten Mal.
Speaker: Bis zum nächsten Mal.
Speaker: Jetzt sind wir am Ende der zwölften Folge des Podcasts Equal Invent News angekommen.
Speaker: Wir hoffen, dass es euch gefallen hat und dass ihr das nächste Mal auch wieder reinhört.
Speaker: Die Quellenangaben findet ihr wie immer in den Shownotes oder auf der Internetseite, die wir jetzt haben.
Speaker: Wenn ihr Anmerkungen oder Themenwünsche habt, schreibt mir einfach gerne unter anjagabe.pferdepraxishofan.com.
Speaker: Und wie immer, wir wünschen euch kooperative Patienten und ruhige Nächte.
Speaker: Bis bald.

