Transcript
Speaker: Takt und Verstand, der Islandpferde-Podcast.
Speaker: Alles rund ums Islandpferd mit Svenja und Melanie.
Speaker: Herzlich willkommen zurück zum schlimmsten und schönsten und aufregendsten und tiefgehendsten Thema in der Pferdewelt überhaupt, nämlich Fütterung.
Speaker: Dazu hat jeder eine Meinung, wenig Wissen oder viel Wissen und wenig Meinung, wie auch immer man das sehen will.
Speaker: Es gibt viele Fakten und wir versuchen das Ganze hier wissenschaftlich aufzubreiten mit einer echten Expertin.
Speaker: Svenja, wen haben wir auch in dieser Folge wieder dabei?
Speaker: Auch in dieser Folge ist die liebe Katrin wieder bei uns mit am Start und sie hat uns in der letzten Podcast-Folge schon sehr viele, sehr, sehr tolle Einblicke in das Thema Fütterung gegeben.
Speaker: Wer die Folge noch nicht gehört hat, unbedingt anhören, es lohnt sich auf jeden Fall.
Speaker: Hallo Katrin, erstmal schön, bist du wieder mit uns dabei?
Speaker: Hallo Svenja, hallo Melanie, danke fürs nochmal dabei sein.
Speaker: So, wir haben in der letzten Folge ja schon ganz schön Gas gegeben, aber es gibt noch einige Themen, die wir abklappern müssen und worüber wir sprechen müssen.
Speaker: Melanie.
Speaker: Dein Pferd hat einen Leistungsabfall, ist ein bisschen müde.
Speaker: Was machst du?
Speaker: Ja, keine Ahnung.
Speaker: Ich gucke mir erst mal an, woran das liegen könnte.
Speaker: Ich gucke, vielleicht hat es irgendwie Rückenschmerzen, ist irgendwas vorgefallen.
Speaker: Wenn ich da nichts finde, versuche ich mal.
Speaker: Vielleicht ist es ja ein bisschen dünner geworden oder es ist gerade Winter und es hat wenig Energie.
Speaker: Und dann denke ich mir, ja, könnte ich ja mal ein bisschen was reinfüttern.
Speaker: Vielleicht braucht das Pferd was.
Speaker: Jetzt ist aber die Frage, was fütter ich denn rein?
Speaker: Und dann spricht man vielleicht mal mit dem Tierarzt oder der Tierärztin oder mit Stahlkollegin und dann kommt man da drauf, naja, eigentlich müsste ich ja erst mal rausfinden, was der aktuelle Zustand ist vom Pferd, um zu wissen, was ich vielleicht dazu füttern könnte.
Speaker: Es bedeutet, du gehst davon aus, dass das Pferd irgendwas zu wenig hat, ne?
Speaker: Richtig.
Speaker: Yes, genau.
Speaker: Das ging mir genauso im Januar.
Speaker: Deswegen habe ich ein Blutbild vom Steppnir machen lassen und habe die Rückmeldung bekommen, deinem Pferd fehlt Selen.
Speaker: Okay, so, das war jetzt das Erste.
Speaker: Jetzt habe ich schon oft gehört, dass den Isländern ja zum Beispiel öfter mal Selen fehlt und ganz viele Leute machen dann folgendes, wenn sie sehen, mein Pferd hat einen Selenmangel, dann
Speaker: Sie füttern einfach Selen.
Speaker: Katrin, was hältst du davon, jetzt einfach Selen zu füttern, wenn das Pferd einen Selenmangel hat?
Speaker: Klingt eigentlich nach einer guten Idee, oder?
Speaker: Du meinst quasi als reine Monoversorgung, nichts anderes, nur das, weil war ja auf dem Papier so zu sehen.
Speaker: Der Rest stimmt ja.
Speaker: Offensichtlich, genau, also augescheinlich.
Speaker: Halte ich nicht so viel von...
Speaker: Das Problem ist folgendes.
Speaker: Also die Frage, die ich mir stelle oder die man sich stellen sollte, ist, was sagt mein Blutbild aus?
Speaker: Welchen Zustand kann es mir zeigen?
Speaker: Und es kann mir den Zustand zeigen, was gerade in diesem Moment im Blut vorliegt.
Speaker: Dann gibt es natürlich, und das hat man ja mittlerweile auch rausgefunden, viele Proteine- und Trägergeschichten im Blut, wo man auch lang Zeit nachweisen kann.
Speaker: Als kleines Beispiel wird ja gerne bei den übergewichtigen Pferden das Blut,
Speaker: Fructosamin mit abgenommen.
Speaker: Fructosamin ist ähnlich wie bei uns Menschen, dieser HbA1c-Wert.
Speaker: Das ist so ein Langzeitzuckerwert, der quasi über circa drei Wochen hinweg einen Spiegel darstellen kann, was ungefähr abgelaufen ist und wo man ungefähr steht.
Speaker: Jetzt ist es zum Beispiel so, wenn ich um dieses Thema mit
Speaker: Wie ist denn die Versorgung?
Speaker: Was hat mein Pferd?
Speaker: Spuren, Mengelemente, wo wir wieder zu diesem Selenmangel kommen.
Speaker: Dieses Bild ist aber deutlich anders und das ist eigentlich kurzweiliger im Blut, weil es mir ja nur zeigt, was liegt zu diesem Zeitpunkt in meiner Blutbahn vor.
Speaker: Das heißt, ich weiß eigentlich nicht wirklich was über die Speicher.
Speaker: Ich weiß auch nicht wirklich, zum Beispiel jetzt beim Selenmangel,
Speaker: Liegt es vielleicht daran, auch wenn Zink und Mangan in dem Moment augenscheinlich in Ordnung waren, weil sie im Grenzbereich oder in den Werten in dieser Range waren und okay saussern, liegt es vielleicht daran, dass mein Pferd gerade eigentlich zum Beispiel im Fellwechsel viel mehr Zink oder auch Mangan verbraucht,
Speaker: und eigentlich nicht genug bekommt, nicht genug hat.
Speaker: Das heißt, es versucht schon die Speicher zu leeren.
Speaker: Das heißt, die werden ins Blut freigegeben.
Speaker: Das heißt, im Blut ist der Zinkwert vielleicht noch in Ordnung.
Speaker: Aber gleichzeitig sagt der Stoffwechsel auch schon, okay, wir müssen mit anderen Sachen arbeiten, die eigentlich funktionieren.
Speaker: Da kommt dann das Selen.
Speaker: Und bei Selen ist es halt auch so, dass dann viel schneller angezeigt ist, hier ist schon zu wenig, was jetzt gerade überhaupt noch im Blut mitschwimmen kann.
Speaker: Und dann kommst du ganz schnell an diesen Punkt, dass dann, wenn man einfach das so sieht, ist ähnlich wie bei der Heunanalyse, ich habe ein Papier, das sagt mir, bis auf eine Sache ist alles in Ordnung, also brauche ich ja nur die eine Sache dazu zu füttern.
Speaker: Aber da verliere ich halt die Komplexität dieses Systems und ich kann halt auch nicht ganz wissen, nur anhand der Blutanalyse, wie sieht es denn überhaupt in den Speichern und im generellen Körpersystem aus.
Speaker: Das bedeutet, im Blut sehen wir nur das, was aktuell gerade transportiert wird.
Speaker: Das, was gerade unterwegs ist auf der Autobahn und wir sehen gar nicht das, was tatsächlich im Körper vorliegt.
Speaker: Gibt es denn irgendeine Möglichkeit, das zu testen?
Speaker: Es gibt natürlich Gewebeproben, was man natürlich für diese Analysen machen kann, aber...
Speaker: Kein normaler Pferdehalter würde jetzt hinkommen, ich lasse Gewebe proben, zum Beispiel aus der Leber nehmen, um zu wissen, was der Selenspeicher tut.
Speaker: Das tun Wissenschaftler, damit wir eben rausfinden, wo sind unsere Grenzwerte, wo sind unsere Bedürfnisse, wo sind die Bedarfswerte.
Speaker: wenn ich so Pferde mit diesen Blutbildern, also ich finde grundsätzlich, Blutbild ist eine gute Sache, um einfach auch zu sehen, wie sind meine Organfunktionen, wie läuft denn überhaupt das generelle ab, weil häufig sind so Mängelthematiken gekoppelt an zum Beispiel eine Blutentwicklungsstörung.
Speaker: Also das heißt, ich kann auf dem Blutbild zum Beispiel sehen, dass diese MHC, MCVC-Geschichten, also die Entwicklung der roten Blutkörperchen zum Beispiel verlangsamt ist, weil sie zum Beispiel ganz nach links verschoben ist.
Speaker: Ist das vielleicht noch ein Grenzwert?
Speaker: aber ich kann in der Gesamtbildgeschichte von diesem Blutbild erkennen, aha, irgendwas scheint hier schon langsamer zu laufen oder nicht mehr so, wie der Körper es vielleicht braucht, was für mich dann immer die Frage stellt, okay, wie ist denn meine Versorgung, wo wir von der ersten Folge auch sprachen, es gibt ja zum Glück mittlerweile die Erkenntnis, ich habe einen Grundbedarf, der ist vielleicht typspezifisch ein bisschen anders, aber ich habe einen generellen Bedarf an zum Beispiel Zinkbezifizierung.
Speaker: Und den muss ich decken, damit es überhaupt im Körper abläuft.
Speaker: Und wenn ich dann sage, okay, wie ist denn überhaupt meine Grundversorgung?
Speaker: Und dann stelle ich fest, na ja, eigentlich kriegt der außer Heu und eine Handvoll Müsli, wo eigentlich nur Wiesen, Fasern und ein paar Blüten drin sind, nichts.
Speaker: Und dann kommt der Tierarzt und sagt, na ja, hier nehmen wir das Selenpräparat, viel Spaß.
Speaker: Dann wird es schwierig, weil ich ja ganz kurzweilig einmal diesen Selenwert erhöhe, was je nachdem, was da wiederum an Selen von der Verbindung her drin ist,
Speaker: auch wieder ein Problem darstellt in der Aufnahme, wieder eine Konkurrenz darstellt für andere Elemente.
Speaker: Also da kommen wir auch wieder in so ein Problem, was sich wieder in eine falsche Richtung entwickeln kann, weil der Gesamtbedarf nie betrachtet wird.
Speaker: Das heißt, ich titsche quasi von einem Problem ins nächste.
Speaker: Ja, das heißt, ich könnte mir mit sowas extra noch mehr Probleme herziehen, die ich so sonst gar nicht gehabt hätte.
Speaker: Das kann sein und es kann auch sein, dass du damit Sachen verstärkst,
Speaker: die du eigentlich gar nicht wolltest.
Speaker: Wie kann ich denn dann besser damit umgehen?
Speaker: Sprich, wenn ich jetzt sehe, mein Pferd hat im Blutbild irgendwelche Mängel, muss ich vielleicht überlegen, kann das woanders herkommen und wie kann ich das dem entgegenwirken?
Speaker: Dann sollte ich erstmal über meine Gesamtration oder Gesamtmineralisierung nachdenken.
Speaker: Genau, weil es ja nun mal den momentanen Zeitpunkt darstellt in diesem Blutbild und dann sollte man sich halt die Frage stellen, gerade dieses Thema mit, ich habe so einen Leistungsabfall, der ist irgendwie träge,
Speaker: Blutbild scheint aber noch in Ordnung zu sein, Organfunktionen wie Leber und Niere scheinen zu funktionieren, auch die generelle Blutbildung ist in Ordnung.
Speaker: Trotzdem sollte man sich dann die Frage stellen, okay, was bekommt ihr denn überhaupt?
Speaker: Wo starten wir, an welchem Punkt sind wir?
Speaker: Weil genau da beginnt es halt häufig, dass es unspezifische Symptome zeigt, die man nicht ganz greifen kann, die sich auch noch nicht irgendwo widerspiegeln, zum Beispiel in einer Leberfunktionsstörung oder so.
Speaker: Häufig kommen die Leute und sagen, ey, der hat schlechte Leberwerte.
Speaker: Da weiß man dann schon, okay, ich bin leider schon ein Stück weiter vom Problem her, als bei dem Blutbild, wo noch halbwegs alles in Ordnung ist.
Speaker: Und dann muss ich halt einfach schauen, wo starte ich, wo ist meine Grundversorgung.
Speaker: Kann man denn solche Probleme, wie du jetzt gerade erwähnt hast, Leberwerte oder andere gesundheitliche Störungen, Leistungsabfall, wie Sven ja gesagt hat, kann man das einfach nur über die Fütterung lösen?
Speaker: Einfach nur wäre wirklich zu einfach.
Speaker: Deshalb...
Speaker: Generell nein, eher nicht nur darüber.
Speaker: Es ist halt auch da multifaktoriell.
Speaker: Aber die Versorgung ist halt ein ganz großer Schlüssel.
Speaker: Gerade Leberwerte, wenn man sich überlegt, wie funktioniert der Stoffwechsel der Leber, da sind wir wieder bei dieser Entgiftungsphasen-Thematik 1, 2 und 3.
Speaker: Besonders Phase 2 nennt man auch übrigens die Ligandenphase, also wer sich an wen bindet.
Speaker: Das heißt, ich brauche Bindungspartner wie ein Zink, wie ein Mangan, wie ein Eisen, wie ein
Speaker: Vitamin B2, B6, B5, um Stoffwechselprozesse überhaupt ablaufen zu lassen oder halt auch zwischen Formen überhaupt wasserlöslich oder fettlöslich, also überhaupt ausscheidungsfähig zu machen.
Speaker: Wenn ich davon nicht genug habe, stockt dieser Stoffwechselweg und dann fangen die Leberenzyme an zu leiden und dann kriege ich Probleme im Blutbild.
Speaker: Dann spiegelt sich das wieder an diesen erhöhten Leberwerten.
Speaker: Und da kann ich natürlich übers Futter ganz viel tun, aber gerade bei Leberwerten zum Beispiel muss man natürlich auch schauen,
Speaker: was sind denn andere Faktoren?
Speaker: Ist mein Pferd vielleicht mit einem schlechten Grundfutter ausgestattet, wo vielleicht Pilze mit drin sind oder eine Schimmelbelastung oder vielleicht auch einfach, vielleicht habe ich ein Brunnenwasser am Stall, was nicht ganz in Ordnung ist oder vielleicht habe ich eine andere Bodenproblematik.
Speaker: Wir hatten zum Beispiel mal eine Kundin, die hat ganz lange neben einer, wie heißt das, Blumenzucht, also für Gewächshäuser hatten die ganz große Felder und die hat dort mit den Pferden gestanden und hat Wasser aus einem Brunnen dort gezogen und natürlich,
Speaker: sind teilweise Stoffe aus dieser Blumenzucht in das Grundwasser gelangt, wodurch natürlich dann die Wasserqualität nicht besonders war.
Speaker: Das Pferd eine Belastung mit Elementen hatte, die es vielleicht nicht haben sollte oder nicht in dieser Menge.
Speaker: Und dann hat natürlich auch die Leber Alarm geschlagen.
Speaker: Das heißt, ich muss schon die Faktoren, die mit einspielen, betrachten und nicht einfach nur sagen, der braucht mehr in der Fütterung.
Speaker: Aber die Bereitstellung, damit der Stoffwechsel laufen kann, Spurelement, Mengelement, Vitamine, der ist natürlich ein Key-Faktor.
Speaker: Also grundsätzlich können wir sagen, dass wir, wenn wir über die Fütterung schon mal das Optimum geben, auch so Besonderheiten, keine Ahnung, eben zum Beispiel, dass die Leber mal mehr arbeiten muss, weil das Pferd mal was Blödes gefressen hat oder so weiter, können wir einfach dem schon viel besser entgegenwirken, wenn wir generell schon mal eine Top-Grundversorgung herstellen.
Speaker: Das ist
Speaker: auch wichtig und gut zu wissen, dass wir eigentlich mit der Prävention schon ganz, ganz, ganz viel tun können, dass wir gar nicht erst dahin kommen müssen.
Speaker: Aber ich finde es halt zum Beispiel auch wichtig, dass wir auch wissen, dass es da natürlich Grenzen gibt.
Speaker: Ich kriege im Moment öfters Werbeanzeigen angezeigt für so Zusatzfutter, die mir praktisch versprechen, dass mein Pferd danach völlig ekzemfrei ist.
Speaker: Und da klingeln bei mir dann doch die Alarmglocken.
Speaker: Sprich, es gibt vielleicht auch Erwartungen an Zusatzfutter oder Sachen, die einem suggeriert werden durch die Werbung, die dann doch eher unrealistisch sind.
Speaker: Ein Zusatzfutter heilt normalerweise keine Krankheit.
Speaker: Nein, da es kein Medikament ist.
Speaker: Es ist eine Unterstützung und keine Heilung.
Speaker: Das ist auch per Gesetz verboten, genau das zu benennen, zu sagen, mein Futter heilt alles oder heilt ich's.
Speaker: Darf ich gar nicht?
Speaker: Das ist ein Heilversprechen, Health Claims Gesetz.
Speaker: Und es wäre auch, finde ich, ein bisschen kurz gedacht und ein bisschen albern zu sagen, zum Beispiel, ich fütter nur die und die Kräuter und das heilt alles.
Speaker: So funktioniert es leider nicht, dafür ist es halt viel zu komplex.
Speaker: Schade.
Speaker: Ich habe vor kurzem Werbung für ein Futter gesehen, das sollte die Oberlinie verbessern.
Speaker: Das fand ich toll.
Speaker: Fand ich cool.
Speaker: Da habe ich gedacht, okay, ich bin mal gespannt, wie die das schaffen, dass genau nur die Muskeln der Oberlinie dann versorgt werden.
Speaker: Das ist cool.
Speaker: Vielleicht wird es irgendwie den Molekülen eingeimpft und dann geht es genau dahin.
Speaker: Nein, mit Sicherheit nicht.
Speaker: Das ist Quatsch.
Speaker: Interessant.
Speaker: Jetzt ergibt sich daraus meine Frage, hast du denn so, kennst du so Standardprodukte, die eigentlich viel gekauft werden, viel benutzt werden, aber komplett unnötig sind, weil sie einfach nichts bringen oder eher noch schaden?
Speaker: Mein Lieblingspunkt sind da Elektrolyte.
Speaker: Das ist der Renner.
Speaker: Danke.
Speaker: Meine auch.
Speaker: Es tut mir leid, das so doof auszudrücken, aber das ist halt echt der Verkaufsschlager schlecht weg und alle Leute immer, der schwitzt so viel im Sommer, guck, ich muss dem Elektrolyte geben.
Speaker: Grundsätzlich ist die Versorgung nicht verkehrt, aber ich muss mir doch ja dann erstmal die Frage stellen, was sind denn Elektrolyte?
Speaker: Was machen die im Pferdekörper?
Speaker: Und wie bekommt mein Pferd die grundsätzlich und was kaufe ich da eigentlich?
Speaker: Es ist ja so Elektrolyte, Natrium, Kalium, Chlorid, Magnesium.
Speaker: Das sind so die Hauptthemen.
Speaker: Und die meisten Präparate bestehen halt einfach aus Salzen dieser Sachen, ne?
Speaker: Natriumchlorid, teilweise Magnesiumchlorid.
Speaker: Kann ich normales Kochsalz aus der Küche nehmen?
Speaker: Genau das.
Speaker: Du musst halt gucken, dass du die Salzversorgung deckst.
Speaker: Und beim Pferd ist es halt auch so, das hat ja mit dem Durstgefühl indirekt auch zu tun.
Speaker: Anders als bei uns wird das über Magnesium obergesteuert.
Speaker: Also ohne ausreichende Magnesiumversorgung habe ich keinen Natriumfluss und damit keinen Drang, Salz aufzunehmen.
Speaker: Und nur über die Salzaufnahme habe ich ja dann am Ende auch eine Elektrolytversorgung.
Speaker: Und ich finde, für jede Grundfütterung sollte jedem Pferd die freie Zugang zum Natriumchlorid gesichert sein.
Speaker: Also ein reiner Salzleckstein, kein Minerallekstein, sondern ein reiner Salzleckstein.
Speaker: Wenn ich dann noch die Magnesiumversorgung im Griff habe, also mein Pferd genug Magnesium erhält, brauche ich keine komische Packung mit Elektrolyten, wo zum Beispiel Magnesium als Chloridform drin ist, weil es ist Humbug.
Speaker: Das ist Quatsch.
Speaker: Jetzt, stopp.
Speaker: Mir fällt dazu ein Salzleckstein.
Speaker: Ist denn da ein Himalaya-Salzleckstein besser als ein anderer Salzleckstein?
Speaker: Nein, ganz im Gegenteil.
Speaker: Er ist nicht besser, er ist eigentlich genau das Gleiche.
Speaker: Was man eher überlegen sollte, woher kommt er?
Speaker: Warum hat er diese rötliche Farbe?
Speaker: Es gibt halt viele Gesteine, die dann noch andere Mineralien enthalten, die in einer Form vorliegen, die vielleicht nicht ganz so gesund für das Pferd sind.
Speaker: Aber auch im Grundsatz
Speaker: Es ist eigentlich egal, Hauptsache es ist Natriumchlorid.
Speaker: Ich würde gerne noch mal kurz auf das Thema Durstgefühl beim Pferd zurückkommen, weil du es gerade angeschnitten hast.
Speaker: Bedeutet es denn, wenn mein Pferd gut mineralisiert ist, dass es dann auch ein besseres Trinkverhalten bekommt?
Speaker: Oder kann ich das irgendwie beeinflussen als Pferdebesitzer?
Speaker: Da muss ich sagen, erzähle ich immer gerne die krasseste Geschichte, die ich bisher erlebt habe mit Kundenpferden und mit Pferden bei uns im Stall.
Speaker: Wir hatten eine Stute, die war in der Klinik wegen Kolik.
Speaker: Die war 15 Tage dort und sie hat in der Klinik nicht gefressen, nur getrunken.
Speaker: Und dann hat sie am letzten Tag angefangen, auch langsam wieder Mesh aufzunehmen.
Speaker: Die haben die wirklich lange, lange, lange über Nasenspundsonde versorgt.
Speaker: Das war ein heftiger Fall.
Speaker: Und dann durfte die Besitzerin die Stute wieder mit nach Hause nehmen.
Speaker: Und ab Tag zwei hat die Stute zwar gefressen, aber sie hat nicht mehr getrunken.
Speaker: Und dann hat sie, kein Witz, fast fünf Tage nicht getrunken.
Speaker: Es waren alle Tierärzte da, die hat mit der Klinik telefoniert, die hat auch überlegt, wieder in die Klinik zu fahren, die hatten die am Tropf.
Speaker: Die haben eine Glaubersalzlösung über Nasenschlundsonde gelegt, in der Hoffnung, wenn das Pferd genug Salz hätte, würde es von sich aus wieder ins Wasser gehen.
Speaker: Die Stute hat verweigert, die hat nicht getrunken.
Speaker: Und dann habe ich irgendwann die Frage bekommen, Kathrin, kannst du uns helfen?
Speaker: Was machen wir hier?
Speaker: Und ich sagte, klar, wir können es gerne ausprobieren, weil rein aus der Sachverhaltsgeschichte...
Speaker: ist der Magnesiumbedarf nicht gedeckt.
Speaker: Dadurch entsteht kein Natriumfluss, kein Trinkverhalten, also kein Drang, Wasser aufzunehmen, weil das Pferd sagt, ich kann das nicht.
Speaker: Wir haben dieser Stute hochdosiert Magnesium in organischer Form als Glycinat gegeben.
Speaker: Das ist kein Witz.
Speaker: Sie hat acht Stunden später angefangen zu trinken.
Speaker: Wir haben der alle zwei Stunden hochdosiert Magnesium gegeben.
Speaker: Das werde ich testen, weil mein Stepnir ist kein guter Trinker und jedes Mal, wenn der Kiro da ist, kriege ich immer einen Raffel, weil er sagt mir, das Pferd trinkt zu wenig.
Speaker: Er testet das und sagt, die Schleimhäute sind zu schleimig sozusagen und der bekommt ja jetzt mehr Magnesium.
Speaker: Ich bin sehr gespannt, ob sich da was dran verändert.
Speaker: Ich verstehe den Zusammenhang nicht.
Speaker: Ich bin hier nicht Biologin und Chemikerin.
Speaker: Ich verstehe nicht, was Magnesium mit dem Trinken zu tun hat.
Speaker: so einfach wie möglich zu beschreiben.
Speaker: Durst entsteht darüber, dass
Speaker: Natrium und Kalium aus und in der Zelle heraus ist.
Speaker: Dieses rein und raus, Natrium-Kalium-Kanäle, schon mal von gehört, das steuert unser Durstverhalten.
Speaker: Also den Drang der Zelle, Feuchtigkeit aufnehmen zu wollen, des Körpers Feuchtigkeit aufnehmen zu wollen.
Speaker: Und jetzt ist es bei uns Menschen so, unsere Natrium-Kalium-Geschichte, die bedingt sich gegenseitig, das ist easy peasy, wenn ich nicht genug davon habe, reicht mir Salz aus und ich habe wieder ein Durstgefühl.
Speaker: Beim Pferd ist dieser Mechanismus aber anders und der ist übergeordnet an Magnesium gekoppelt.
Speaker: Habe ich nicht genug Magnesium, strömt nicht genug Natrium ein und ich habe nicht dieses Bedürfnis, Feuchtigkeit aufzunehmen, also Wasser dahin zu bringen und dann wird nicht getrunken.
Speaker: Okay.
Speaker: Das war gerade mein Mindblowing-Moment.
Speaker: Ich bin gerade echt faszinierend.
Speaker: Was mir noch einfällt, ist das nicht auch der Wallach, wo du sagtest, der läuft ein bisschen steif und an?
Speaker: Genau.
Speaker: Es ergibt sich langsam ein Bild.
Speaker: Das ist ganz oft bei den Kundenberatungen bei mir, dass du dann irgendwann sagst, hey, guck mal, das sind Punkte, da hätte ich nie gedacht, dass sie zusammengehören, aber sie gehören zusammen, weil es ist halt ein System.
Speaker: Ja, wie bei mir eben.
Speaker: kam, dass der Konzert so langsam ist im Fellwechsel.
Speaker: Das kommt ja auch dazu.
Speaker: Und jetzt hier für die Hörerinnen da draußen nochmal, wir haben natürlich im Vorfeld mit der Katrin auch schon über unsere Pferde gesprochen und überlegt, wie wir die optimiert füttern können, dass die ordentlich versorgt sind.
Speaker: Und
Speaker: Da haben wir jetzt angefangen, wir haben einen Plan von Katrin bekommen und da wollen wir natürlich dann irgendwann in ein paar Wochen, Monaten nochmal drauf eingehen und nochmal drüber sprechen, was sich vielleicht wie verändert hat.
Speaker: Das ist aber nur so gerade zum Hintergrund, wieso wir gerade über Steppnir gesprochen hatten.
Speaker: Genau, danke fürs Abholen, Melanie.
Speaker: Und ich hatte eben, um das Ganze jetzt noch abzuschließen, gesagt, dass der Städtchen ja manchmal so ein bisschen fester ist.
Speaker: Ich meine, steif ist jetzt schon fast ein bisschen gemein, aber ja, er hat einen höheren Muskeltonus und die Katrin hat dann sofort gesagt, vielleicht braucht er auch ein bisschen mehr Magnesium.
Speaker: Und da schließt sich der Kreis wieder, weil mir wurde auch immer gesagt, dein Pferd trinkt zu wenig und ich habe immer die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und habe gesagt, was soll ich machen, soll ich jetzt jeden Tag ihm irgendwie Apfelsaft bringen und ihm versuchen, das reinzubürgen und es hieß dann, ja, fütter ihm doch mal ein bisschen Salz, dann reguliert sich das und dann gewöhnen die sich dran und trinken mehr und ich habe mir gedacht, das wird niemals funktionieren, wenn er nicht trinken will, will er nicht trinken.
Speaker: Aber ich werde es beobachten und bin gespannt, was die nächsten Wochen bringen.
Speaker: Vielleicht haben wir ja quasi schon eine Lösung gefunden für ein Problem, das Katrin gar nicht gekannt hat.
Speaker: Da bin ich auch gespannt, was du zurückmeldest.
Speaker: Kommen wir aber zurück zum Thema Fütterung.
Speaker: Ich meine, wir wollen jetzt nicht so viel über das Thema Trinken sprechen, sondern wollen ja eigentlich mehr über das Essen reden.
Speaker: Wenn wir jetzt noch mal ein bisschen allgemeiner in die Futtermittel reingucken und wir haben jetzt gesagt, okay, wir wissen jetzt,
Speaker: Wir achten darauf, dass vielleicht idealerweise das meiste organisch vorliegt und wir haben uns schon ein bisschen die Liste angeguckt.
Speaker: Wie ist es denn jetzt, welche Stoffe sind denn noch in so einem Futter drin, außer jetzt unsere Spurenelemente zum Beispiel, auf die wir achten können, die vielleicht auch den Stoffwechsel des Pferdes beeinflussen können?
Speaker: Was immer ein ganz großer Faktor ist, das findest du immer meistens in der Deklaration unter den Zusatzstoffen, in der
Speaker: Da steht dann drüber, technologische Zusatzstoffe, steht fast immer ganz unten.
Speaker: Da findest du meistens so Dinge wie Bentonit, Montmorenpolit oder einfach auch nur Bentonit oder Zeolit oder auch dann in der ausgeschriebenen Variante oder halt Kieselgur.
Speaker: Das sind anorganische Steinsmoleküle, die werden sehr gerne, deshalb fallen sie unter dem Begriff technologischer Zusatzstoff genutzt, damit mein Futter technisch, also in der Produktion,
Speaker: einfacher zu handhaben ist, also damit zum Beispiel die Pelletierung gut funktioniert.
Speaker: Das ist am Ende, glatt gesagt, Bindemittel, weil diese anorganischen Gesteinsmoleküle, gerade zum Beispiel Bentonit, kein Witz, geht in den Rewe, nimmt die Tüte Katzen, streut, dreht sie um.
Speaker: Der Hauptbestandteil ist Bentonit, weil es eine ganz, ganz große Saugfähigkeit hat.
Speaker: Ich sehe schon, Melanie, du kicherst.
Speaker: Ja, weil man hört doch auch zu Bentonit und Zeolit, wie auch immer es heißt, hört man doch, dass es voll gut ist, um Toxine zu bilden und für die Entgiftung gut ist und man das auch teilweise gezielt zufüttern soll.
Speaker: Ja, das wird leider ganz oft propagiert und es wird auch ganz häufig genutzt und leider geht der Schuss fast immer noch hinten los und meistens wird er sogar noch verschlechtert.
Speaker: hat folgenden Grund, und das ist der gleiche, warum ich das nicht im Zusatzfuttermittel sehen möchte.
Speaker: Du sagtest gerade so schön, das ist der Toxinbinder.
Speaker: Wird immer so schön romantisch dargestellt, wenn ich das fütter, dann werden alle Giftstoffe gebunden, egal wo sie sich befinden.
Speaker: Dieses Molekül, Bentonit, Zeolit, Kieselgur, es differenziert nicht.
Speaker: welchen Bindungspartner es bekommt, also ob es ein Blei, ein Cadmium, also einen Giftstoff, so wie wir das gerne dann nennen würden, weil wir möchten ja nicht zu viel Blei, nicht zu viel Cadmium, also die schädlichen Stoffe im Pferd haben,
Speaker: der differenziert halt nicht, ob der Bindungspartner ein Blei ist oder ob der Bindungspartner ein Zink ist.
Speaker: Dieses große Gesteinsmolekül in saurer Lösung, also im Magen, im Darmtrakt des Pferdes, der sagt, hey, pass auf, ich habe hier fünf bis sieben Bindungsstellen, ich brauche Bindungspartner, ich muss reagieren.
Speaker: Also der möchte eine Reaktion haben und er möchte das meistens mit, man nennt es zwei Protonenstufe, ich hatte mir schon mal in der ersten Folge, die Cation, dieses Zink 2+, Mangaren 2+, also alles, was als zweifach geladen vorliegt, möchte der gerne binden.
Speaker: Und er differenziert halt nicht, was liegt denn hier gerade vor?
Speaker: Ist das jetzt Zink?
Speaker: Ah nee, das lasse ich liegen.
Speaker: Ich nehme nur das Blei, weil ich soll ja nur Giftstoffe binden.
Speaker: So funktioniert es halt leider nicht.
Speaker: Es wäre sehr schön, wenn es so ginge, aber nein, so funktioniert es nicht.
Speaker: Und dann ist das Problem, dass diese Gesteinsmoleküle halt meine Spurenelemente meistens binden, wenn sie halt in dieser Spurenelementmischung schon vorliegt, weil sie halt einfach das binden, was in diesem Moment vorliegt.
Speaker: Und habe ich in meiner Mischung unter technologischem Zusatzstoff
Speaker: Bentonit, Zeolit oder Kieselgur vorliegen, habe ich halt einen sehr saugfähigen, bindungsfähigen, anorganischen Stoff, der mir dann die Spurenelemente wiederum zum größten Teil mobst.
Speaker: Und um auf das mit diesem Giftstoffbinder zurückzukommen, es wird halt sehr häufig gefüttert.
Speaker: Und am schlimmsten finde ich, wenn die Leute teilweise berichten, die mir über Monate hinweg, weil der Tierheilpraktiker ihnen das gesagt hat, Zeolit füttern.
Speaker: Zeolit gehört zu den Aluminiumsilikaten,
Speaker: und hat in der Mitte ein Aluminiumatom.
Speaker: Und wenn es reagiert und andere Spurelemente abfängt, also meine Giftstoffe bindet, was nicht immer die Giftstoffe sind, dann gibt es irgendwann ein Aluminium ab.
Speaker: Und der Körper kann dann einfach eine Aluminiumüberversorgung bekommen.
Speaker: Das heißt, ich könnte eine Rückvergiftung erhalten, je länger ich das füttere.
Speaker: gleichzeitig eine Demineralisierung.
Speaker: Das heißt, mein Körper kann mit diesem Giftstoff in Anführungszeichen nicht viel machen, weil er nicht genug Stoffwechselprozesskapazität hat, weil ihm die Mineralstoffe fehlen.
Speaker: Und leider wird das sehr häufig genutzt in der Großindustrie zur Herstellung dieser Pelletierung, weil es wirklich einfach ein gutes Bindemittel ist, ein formstabines, schönes Pellet macht und einfach die Feuchtigkeit rauszieht.
Speaker: Aber jetzt mal Hand aufs Herz, du machst doch auch Pellets.
Speaker: Was machst du dann in deinen Pellets anders als die anderen?
Speaker: Ich gebe jetzt kurz an, das ist genau der Grund, warum ich dieses Jahr für den Innovationspreis nominiert war bei der Spoga für mein Special Needs.
Speaker: Weil ich eine Pelletierung gemacht habe auf Leinschrotbasis ohne jegliches Bindemittel und dafür aber alle Formen, möglichst alle Formen, so wie sie zugelassen sind, in den organischen Varianten, wie es bestmöglich resorbierbar ist für das Pferd.
Speaker: Was haben wir anders gemacht?
Speaker: Ich muss sagen,
Speaker: Also ich mache das ja aus Leidenschaft.
Speaker: Das heißt, ich habe jetzt keine Millionen im Hintergrund.
Speaker: Ich habe keine eigene Anlage.
Speaker: Ich habe keine eigene Mischmöglichkeit.
Speaker: Das heißt, auch ich muss mir jemanden suchen, der das für mich produziert.
Speaker: Der sagt eins zu eins, deine errechnete Rezeptur nutze ich.
Speaker: Ich kann das für dich herstellen.
Speaker: Kein Problem.
Speaker: Das nennt man Lohnhersteller.
Speaker: Und ich habe lange gesucht, um jemanden zu finden, der sagt, ich probiere das aus.
Speaker: Weil jeden, den ich angefragt habe, dem habe ich halt meine
Speaker: meine Struktur, meine Idee, meine prozentuale Berechnung, was wie viel von was wie drin ist, vorgelegt und habe gesagt, kannst du mir das produzieren?
Speaker: Und bei den meisten kamen zurück, nein, das kann ich nicht produzieren, das wird kein Pellet, das funktioniert nicht, die Maschine läuft heiß, das dauert viel zu lange.
Speaker: Und dann habe ich jemanden gefunden, eine familiengeführte Mühle in Bayern, die gesagt haben, wir können es ausprobieren, give it a try.
Speaker: Und die waren selbst sehr fasziniert, weil, was ich versucht habe, umzusetzen, was endlich auch geklappt hat am Ende,
Speaker: Die Basis ist das Leinschrot und viele denken dann immer, ja, das ist ein Abfallprodukt von der Leinölindustrie.
Speaker: Ja, natürlich, klar, es bleibt übrig.
Speaker: Aber der Vorteil bei Leinschrot ist, ich habe schon eine generelle Ballaststoffquelle, eine leicht presst Fett- und Ölquelle noch.
Speaker: Und diese Bereiche können halt deutlich besser meine aminosäurengebundenen organischen Verbindungen aufnehmen und können natürlich auch besser gepresst werden.
Speaker: Klar braucht der Prozess lange, aber dort erhalte ich trotzdem ein formstabiles Pellet.
Speaker: einer Grundlage, die das Pferd auch nutzen kann.
Speaker: Weil die meisten nutzen halt, weil es billiger und einfacher ist, so Dinge wie ein Calciumcarbonat liest man meistens als ersten Inhaltsstoff, wenn man die Inhaltsstoffe liest, weil es einfach Futterkalk ist und der aber einfach deutlich schwieriger überhaupt ist, in diese Pelletierungsform zu bringen.
Speaker: Und diese anorganische Trägervariante mir halt nicht gefallen hat, habe ich gesagt, ich möchte es anders ausprobieren.
Speaker: Und somit sind wir am Ende,
Speaker: da hingekommen, ein Pellet zu machen, ohne Bindemittel.
Speaker: Und es hält trotzdem und ist auch ganz schön hart.
Speaker: Hast du schon reingebissen?
Speaker: Ja, nein, also aber meine Pferde haben reingebissen und es ist einfach ein normales Pellet.
Speaker: Also ich merke da jetzt nicht einen Unterschied, dass es irgendwie komisch ist oder so, im Gegenteil.
Speaker: Ja, zum Glück, man kann die ja ganz gut auch versuchen, also in der Hand, so zwischen den Fingern zu zerbrechen.
Speaker: Das ist genau wie bei allen anderen auch, ja.
Speaker: Sehr, sehr spannend.
Speaker: Vielen Dank für den Einblick.
Speaker: Es war jetzt ein bisschen eine fiese Frage, aber ich war jetzt doch neugierig, weil ich meine, trotz allem Ideal sind wir auch irgendwie ein paar technischen Dingen unterworfen und müssen ja auch schauen.
Speaker: Ich bin zum Beispiel mega Fan von Pellets.
Speaker: Ich hasse es zum Beispiel, Pulver zu füttern, aber ich verstehe jetzt auch ein bisschen mehr, dass natürlich bei Pellets
Speaker: vielleicht auch einfach manche Dinge in Grenzen gesetzt sind und vielleicht wäre ein Pulver dann doch gar nicht so doof, weil es halt dann doch einfacher zu produzieren ist.
Speaker: Über solche Sachen mache ich mir halt auch einfach als Pferdebesitzer gar keine Gedanken, muss ich ehrlich sein.
Speaker: Das kann ich gut verstehen, macht man ja auch nicht, warum auch.
Speaker: Aber das war halt mit der Grund, warum ich gesagt habe, es gibt jedes Produkt bei mir in der Palette immer als Pulver oder Pellet.
Speaker: Man kann immer auswählen.
Speaker: Bei fast allen Produkten klappt es auch, dass die gleiche Rezeptur pelletierbar ist.
Speaker: Es gibt manche Produkte, wie zum Beispiel Special Needs,
Speaker: was diesen Innovationspreis gewonnen hat.
Speaker: Der Trick war nämlich zu sagen, pass auf, dann gehen wir statt der Dosierung vom Pulver, wo man 50 Gramm am Tag bei der Maximaldosierung füttert, auf die Hälfte der Inhaltsstoffe pro Kilogramm, macht daraus dann ein Pellet, weil ich mehr Leinextrationsschrott als Träger und als Bindemittel nutzen kann, also als Verbindung, und habe aber da
Speaker: dann 100 Gramm in der Maximaltagesfütterung.
Speaker: Also ich sage einfach, pass auf, ihr kriegt 1,5 Kilo Pulver zum gleichen Preis wie 3 Kilo Pellets, weil ihr mit beidem in der Maximaldosierung 30 Tage auskommt.
Speaker: Dafür hat aber jeder einfach die Wahl, ob Pellet oder Pulver.
Speaker: Und das war mir auch das Wichtige, weil der Mythos übrigens, Pellets sind schlecht fürs Pferd, hält sich ja auch ganz wacker.
Speaker: Ja, das kommt aber wahrscheinlich daher, weil früher in den Pellets irgendwelche ganz viel mit Melasse zusammengepresst wurde.
Speaker: Einfach aus produktionstechnischen Gründen.
Speaker: Und nur weil jetzt ein Müsli für den Menschen optisch ansprechender aussieht, weil es halt gut riecht und man irgendwie die einzelnen Korne noch erkennen kann, ist es ja nicht unbedingt besser von den Inhaltsstoffen.
Speaker: Genau das.
Speaker: Ich sehe schon unsere Zeit hier schwindend, Svenja.
Speaker: Ich wäre jetzt noch mal für eine kleine, schnelle Fragerunde.
Speaker: Oder hast du noch was, was dir unter den Nägeln brennt?
Speaker: Mein Hirn rattert gerade vollkommen.
Speaker: Ich bin gerade noch so geflasht von den ganzen Themen.
Speaker: Ich hänge noch ein bisschen bei diesem Durst-Thema.
Speaker: Sorry, das war so unerwartet heute Abend.
Speaker: Ich bin immer noch so, what?
Speaker: Ich habe immer noch so meinen Moment.
Speaker: Ich habe eine Frage.
Speaker: Ich habe jetzt nebenher mal von irgendeinem großen Futterhersteller mal irgendein Zusatzfutter mir rausgesucht und mal mir PDF gedownloadet mit den Bestandteilen.
Speaker: Aber so ganz klar ist mir jetzt nicht,
Speaker: Wo kann ich jetzt nochmal was sehen?
Speaker: Können wir nochmal kurz zusammenfassen?
Speaker: Wo sehe ich was?
Speaker: Was ist für mich als Pferdebesitzer wichtig und was kann ich vielleicht ignorieren?
Speaker: Machen wir gerne.
Speaker: Wenn du auf diesen PDF-Bereich guckst, siehst du als erstes wahrscheinlich die Zusammensetzung?
Speaker: Ich habe als allererstes sogar die analytischen Bestandteile.
Speaker: Die Zusammensetzung ist der zweite Punkt, ja.
Speaker: Ja, das wird häufig umgedreht.
Speaker: Genau, die analytischen Bestandteile beschreibt ja, was bei der Vendas-Analyse rausgekommen ist.
Speaker: Also diese Prozente, Calcium, Magnesium, Protein und so weiter.
Speaker: Diese Themen sind dort.
Speaker: Was heißt das?
Speaker: Was passiert mit dem Futter?
Speaker: Diese Analyse ist folgendes.
Speaker: Ich stecke das Futter bei ziemlich gut 500 Grad in den Ofen und schaue, was bleibt als Asche übrig und was ist in dieser Asche.
Speaker: Und das ist das, was du dort in dieser prozentualen Anteilliste siehst.
Speaker: Bei manchen steht bei der Analyse auch noch ganz oft, HCL-unlösliche Asche gibt es manchmal.
Speaker: Weil es gibt eine erweiterte Analyse von dieser Asche, wo man halt Salzsäure drauf tropft und schaut, okay, was davon löst sich jetzt noch weg und was bleibt wirklich unlöslich zurück.
Speaker: Diese analytischen Bestandteile, da finde ich immer ganz spannend zu sehen, okay, wie viel Rohprotein- und Rohascheanteil hat man denn.
Speaker: Weil die meisten, da gibt es auch noch so ein rechtliches Ding, die Futter, die sich Mineralfutter schimpfen dürfen, müssen einen Analyse.
Speaker: Rohascheanteil von über 40% erhalten oder mehr.
Speaker: Das ist ein Gesetz, das gibt es schon ewig, deshalb darf ich mein Zeug zum Beispiel nicht Mineralfutter nennen, möchte ich auch gar nicht.
Speaker: Das heißt Zusatzfuttermittel zur Mineralisierung.
Speaker: Und wenn ich mir jetzt nur diese analytischen Bestandteile anschaue und da habe ich ein Rohaschegehalt von über 40% zum Beispiel, dann heißt das, in dieser Verbrennungsanalyse ist so viel zurückgeblieben, dass ich noch über 40% Rohasche hatte.
Speaker: Was ist Rohasche?
Speaker: Rohasche sind all die unlöslichen Bestandteile, die meistens aus anorganischen Verbindungen übrig bleiben.
Speaker: Weil die organischen Verbindungen in der Verbrennung halt rückstandslos oder fast rückstandslos verbrennen.
Speaker: Das heißt, bei einem gut konzeptionierten, modernen, organisch verbindungsorientierten Zusatzfuttermittel habe ich fast immer Rohasche gehalten, die sehr gering sind.
Speaker: Also die sind meistens unter 20, wenn es gut läuft, unter 15 Prozent.
Speaker: Ich bin ganz stolz, ich habe teilweise unter 10 Prozent.
Speaker: heißt für mich, in dem Futter, in dieser Verbrennungsanalyse bleibt so wenig Anorganisches unten in der Asche übrig, dass das hauptsächlich erfolgreich effizient verbrennt.
Speaker: Das ist so ein ganz großes Indiz.
Speaker: Aber für mich als Pferdebesitzer, diese Angaben sind ja jetzt erstmal irgendwie gar nicht so wichtig, oder?
Speaker: Ich kann daraus ja jetzt nicht aktiv schließen, was mein Pferd davon jetzt aufnimmt, oder?
Speaker: Nee, das nicht.
Speaker: Aber wenn du jetzt, ich sag mal, von groß nach klein sortieren willst und du sagst, okay, ich kann es mit anorganisch, organisch und Chemie war nie so mein Ding, dann kannst du an diesem analytischen Bestandteile den Prozentgehalt der Rohasche schon mal so ein bisschen selektieren.
Speaker: Wo du sagst, okay, mich interessieren alle, die vielleicht Rohasche unter 20 Prozent haben.
Speaker: dann kannst du schon mal sagen, alles was darüber ist, das brauche ich mir gar nicht länger angucken, interessiert mich schon nicht.
Speaker: Also wenn du gar nicht so tief einsteigen willst, ist das ein ganz gutes Indiz, um mal einfach vorzuselektieren.
Speaker: Okay, hier hätte ich jetzt zum Beispiel, in meinem Beispiel ist ein ganz, ganz bekanntes, oft vertretenes Mineralfülle, 49,5% Rohasche.
Speaker: Und das heißt, die Hälfte, also 49% sind ja fast 50, die Hälfte dieser Inhaltsstoffe ist höchstwahrscheinlich so schlecht verfügbar, dass sie nicht mal bei diesen
Speaker: Wen das Analysen verbrennen, das heißt, ich habe sehr viel anorganischen Rückstand, sehr viel Rohasche.
Speaker: Heißt für mich wahrscheinlich, wenn du jetzt weiter in dieses PDF guckst, siehst du dann in den Zusatzstofflisten, das kommt wahrscheinlich weiter unten, müsstest du wahrscheinlich so Dinge sehen wie Magnesiumoxid, Zinksulfat, Zinkoxid, Mangansulfat, Eisensulfat, solche Dinge.
Speaker: Du siehst wahrscheinlich sowas mehr, als das du liest, Zinkhelat oder zum Beispiel Zinkhelat.
Speaker: Ganz häufig siehst du dann auch als Hauptträger Calciumcarbonat oder Phosphat.
Speaker: Ja, ich sehe hier Natriumchlorid, Calciumcarbonat, Monokalciumphosphat, Magnesiumoxid und so weiter und so weiter.
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Das sind all die unschönen anorganischen Verbindungen, die fürs Pferd nicht so, ich sage mal, optimal sind.
Speaker: Dadurch ist der Rohaschegehalt auch so hoch.
Speaker: Ich persönlich würde es halt direkt rauswerfen.
Speaker: in meiner, ich sage mal, großen Suche im Internet, was ich gerne meinem Pferd als Privatperson füttern möchte, wäre das für mich schon raus.
Speaker: Und jetzt sind hier aber auch ein Haufen Vitamine aufgeführt.
Speaker: Und das ist für mich jetzt nochmal eine Sache, die haben wir noch gar nicht angeschnitten, die möchte ich jetzt noch kurz ansprechen.
Speaker: Wie viele Vitamine, was macht überhaupt Sinn?
Speaker: Was bringt, also bringt es überhaupt was, Vitamine in Pelletform zuzufüttern oder über frisches Gras oder was mache ich mit den Vitaminen als Pferdebesitzer?
Speaker: Wir fangen einfach an.
Speaker: Du musst erstmal unterscheiden, fettlöslich und wasserlösliche Vitamine.
Speaker: Also Vitamin A, D, E, K, das sind die fettlöslichen.
Speaker: Und dann habe ich fast alle B-Vitamine wasserlöslich.
Speaker: Da unterscheidest du erstmal ganz grob und sagst Wasser- und fettlösliche Vitamine.
Speaker: Und dann gibt es ja noch dieses Thema mit Vitamin A darfst du auch, ähnlich wie bei Selen gibt es Grenzwerte, die einfach auch dann irgendwann nicht gesund sind fürs Pferd.
Speaker: Das sollte man natürlich beachten, aber wie gesagt, dafür gibt es Grenzwerte und die wenigsten Futter, also es gibt eigentlich keins, was es überschreitet.
Speaker: Man kann es nur überschreiten, indem man einfach viel zu viel Tagesdosierung gibt, also indem man die Entfütterungsempfehlung einfach deutlich überschreitet.
Speaker: Und
Speaker: Jetzt ist es so, die Versorgung mit den wasserlöslichen Vitaminen, gerade aus der B-Vitamin-Gruppe, die kriegt das Pferd fast selbstständig gedeckt, meistens gut über Frischgras.
Speaker: Also das ist relativ einfach, solange wir guten Weidegang haben.
Speaker: Und vor allem auch da kommen wir wieder an den Punkt, welche Faktoren habe ich, welches Weidegras wird bereitgestellt, wie wird die Weide gepflegt, wie wird sie gedüngt, was macht mein Landwirt damit,
Speaker: Weil auch da natürlich, wenn in dem Gras fast nichts drin ist, weil der Boden einfach total entwirtschaftet ist, dann kann natürlich auch da meine Versorgung nicht gut funktionieren.
Speaker: Grundsätzlich bei den B-Vitaminen, deshalb ist für mich die Kobaltversorgung als Mineral, als Spurenelement, so essentiell.
Speaker: Das Pferd kann im Vergleich zu Menschen mit Kobalt im Dickdarm selbst B12 synthetisieren und herstellen.
Speaker: Das können wir Menschen nicht.
Speaker: Das heißt, die B12-Versorgung kann das Pferd
Speaker: zum Teil und auch in der Notsituation über eine ausreichende Kobaltversorgung erreichen.
Speaker: Das heißt, auch das muss ich nicht ganz zwingend von außen zuführen.
Speaker: Jetzt ist es aber so, die wenigsten Zusatz- und Mineralfutter enthalten, ich sage mal, Kobalt A in der Form, dass es aufgenommen werden kann und B auch in der Menge, die ich nutze.
Speaker: Du nickst schon?
Speaker: Was schaust du gerade?
Speaker: Ja, in meinem Mineralfutter, das ich hier immer noch offen habe, ist überhaupt kein Kobalt aufgewühlt.
Speaker: Genau, weil das ist eins der teuersten Inhaltsstoffe.
Speaker: die du zusetzen kannst.
Speaker: Das brauchst du zwar in einer kleinen Menge, aber es ist recht teuer und dann wird es halt schon gar nicht gerne eingebaut, weil man möchte es ja günstig haben, damit man große Marge hat.
Speaker: Das heißt aber, die B-Vitamin-Versorgung ist wichtig fürs Pferd, gerade für diese Thematik mit Entgiftungsphasen, weil ich da groß viele Leganden brauche, weil gerade die B-Vitamine machen wasserlöslich, also Ausscheidung über die Niere ist wichtig.
Speaker: Aber da muss ich halt gucken, wenn ich schon gutes Frischgras habe, gerade jetzt so Mai, Juni, ist meistens die B-Vitamin-Versorgung
Speaker: ganz gut erhalten, wenn ich vor allem auch gut mineralisiere, genug Kobalt da habe, ist es okay, da läuft es meistens gut.
Speaker: Schlecht wird es dann meistens, wenn unsere Wiesen abgefressen sind, wenn die quasi auf Kakelern stehen, da kein Frischgras mehr wächst.
Speaker: So meistens ab August ist es bei den Leuten der Fall, wenn es halt heiß war, das ist fast alles verbrannt, da kommt nicht mehr viel.
Speaker: Und dann beginnt der Fellwechsel und dann beginnt, dass die meisten Pferde ab Oktober irgendwann nicht mehr klarkommen.
Speaker: Und da macht es schon Sinn zu sagen, ich schaue mir die B-Vitaminversorgung an und ich würde vielleicht auch zufüttern.
Speaker: Und da ist das Thema, wo wir wieder bei deiner Mischung sind.
Speaker: Du schaust auf diese Tabelle und ich bin mir nicht ganz sicher, wie viel du da liest, aber wahrscheinlich liest du B5 oder B6 mit 250 oder 300 Milligramm pro Kilo.
Speaker: Also das wird nicht viel sein.
Speaker: Moment, B6 haben wir hier mit 500 Milligramm je Kilogramm zum Beispiel.
Speaker: Das ist unglaublich wenig.
Speaker: Also das ist ganz häufig so, dass in diesen Vormischungen, so wie du sie da gerade liest, das ist ein anorganischer Hauptträger bei Calciumcarbonat,
Speaker: dann habe ich anorganische Spurenelemente und dann habe ich halt diese B-Vitamine in, ich sage mal, geringer Dosierung.
Speaker: Wenn ich 500 Milligramm pro Kilo habe in der Tagesdosierung, das ist nichts.
Speaker: Und dann kommt noch der andere Punkt, den finde ich immer ganz wichtig zu beachten.
Speaker: Wasserlösliche Vitamine in einem Mischungsthema, also in einer Komplettmischung mit Spurenelementen.
Speaker: Da rate ich generell eher von ab.
Speaker: Das ist aber leider sehr häufig in den Vormischungen durch diese Fertigungsgeschichte der Lohnhersteller, weil die wasserlöslichen Vitamine auf lange Sicht, wenn sie in der Mischung mit zum Beispiel Kupfersulfat vorliegen, geht zum Beispiel B2 ein Komplex mit Kupfersulfat ein.
Speaker: Nur zu geringen Prozentanteilen, das sind vielleicht so 8-10%, das ist nicht viel.
Speaker: Das heißt, habe ich schon generell recht wenig Kupfer und dann auch noch die anorganische Variante, habe ich generell recht wenig B2 da drin und habe das länger in dieser Mischung liegen, habe diese Komplexbildung und habe ich drei Probleme.
Speaker: Zum einen habe ich weniger B2, weniger Kupfer und ich habe auch noch diesen Komplex und der ist für das Pferd unlösbar und stellt für das Pferd wieder ein Entgiftungsthema dar.
Speaker: Also der muss ja irgendwie wieder raus.
Speaker: Deshalb bin ich der Meinung, man sollte in einer Mischung nicht wasserlösliche und
Speaker: also wasserlösliche Vitamine und Spurenelemente mischen.
Speaker: In der Fütterung ist das nicht das Problem.
Speaker: Also wenn ich jetzt sage, ich möchte gleichzeitig meine Spurenelementmischung und die B-Vitamine füttern, kein Thema, auch die wasserlöslichen nicht, weil es ist nicht zu lange beieinander.
Speaker: Also das hat damit zu tun, die Mischung, die Pressung und es liegt halt monatelang in dieser Vormischung vor.
Speaker: Das dauert lange, bis sich diese Komplexe bilden.
Speaker: Deshalb würde ich grundsätzlich wasserlösliche davon trennen.
Speaker: Fettlösliche Vitamine,
Speaker: Kann und sollte man zum Teil auch zufüttern, kommt auf den Typ Pferd an, kommt darauf an.
Speaker: Wie viel Weidehaltung habe ich?
Speaker: Gerade so dieses Thema Vitamin E, wo ich ja auch bei den Spezialrassen immer wieder an meine Punkte komme, ist ein ganz, ganz großer Faktor, ist ganz wichtig für die gesunde Haltung und vor allem halt auch für die Energieversorgung der Zelle, also für die Geweberegeneration, dass einfach überhaupt das funktioniert.
Speaker: Da bin ich ein großer Fan von, aber auch da zum Beispiel ist in der Futterungsindustrie ganz häufig synthetisches Vitamin E und nicht natürliches Vitamin E. Auch so ein Punkt.
Speaker: Das kann man nur an diesen Nummern erkennen oder wenn der Hersteller das dahin schreibt,
Speaker: macht es nicht leichter.
Speaker: Ich weiß, es gibt diese Listen, kann man sich theoretisch runterladen beim Bundesministerium, dann kann man gucken, welche Zulassungsnummer ist, welches Molekül genau.
Speaker: Ist aber natürlich sehr deep drin.
Speaker: Das ist für den Normalo schon nichts mehr.
Speaker: Also wenn ich dann als normale Pferdebesitzerin, das kann ich nicht leisten.
Speaker: Erstens verstehe ich das nicht alles und also da
Speaker: Bin ich absolut bei dir, Melanie.
Speaker: Jetzt habe ich hier voll das Thema Vitamine aufgemacht.
Speaker: Ich muss es jetzt aber wieder schließen, weil wir haben nicht so viel Zeit.
Speaker: Ich würde jetzt gerne noch eine letzte kleine Frage stellen und dann überlasse ich die Bühne der Melanie, weil die hat bestimmt auch noch das ein oder andere.
Speaker: Und danach müssen wir auch zu einem Ende finden und Kathrin uns vielleicht einfach irgendwann nochmal treffen.
Speaker: Ich merke schon, es könnte noch genug Stoff für weitere Folgen geben.
Speaker: Ja, wir müssen sowieso das Recap dann machen, wenn wir bei unseren Pferden mal ein kleines Fazit machen.
Speaker: Das sowieso.
Speaker: Das wird nicht das letzte Mal gewesen sein hier.
Speaker: Wenn ich jetzt mir, ich habe jetzt Mineralfutter ausprobiert und das funktioniert super und dann kaufe ich meinem Pferd davon meinen Jahresvorrat und merke auf einmal, mein Pferd mag es irgendwie nicht mehr fressen oder irgendwie ist es doch nicht mehr so toll, wie am Anfang es irgendwie aussah und so weiter.
Speaker: Woran kann das liegen oder was habe ich falsch gemacht?
Speaker: Was ich glaube, falsch gemacht hast du in erster Linie nichts.
Speaker: Du wolltest dein Pferd effizient versorgen und hast dir Gedanken gemacht und gesagt, okay, komm, aus Kostengründen, ich kaufe die Großpackung, damit ich länger davon habe und es vielleicht in der Tageslosierung günstiger wird.
Speaker: denke, ein ganz großer Faktor ist halt gerade bei den Vitaminen, zum Beispiel Vitamin E ist sehr anfällig für Zerfall, wenn ich es halt zu lange Sauerstoff aussetze oder halt auch einfach es zu lange falsch lagere.
Speaker: Wenn die Mischung, also du musst dir das hier so vorstellen, der Hersteller produziert es, auch der hat es irgendwo auf Lager, dann kommst du irgendwann und sagst, weißt du was, ich kaufe jetzt mal die halbe Jahrdosis, also die, keine Ahnung, 20, 25 Kilo, aber dein Pferd frisst davon vielleicht am Tag nur 30 Gramm.
Speaker: Dann ist natürlich dieser Sack
Speaker: schon sehr, sehr lange nicht mehr frisch.
Speaker: Also dann ist die Produktion vielleicht schon zwölf Monate knapp her, bis du ihn aufgebraucht hast.
Speaker: Das heißt nicht, dass es schlecht ist.
Speaker: Das heißt aber, dass bestimmte Verbindungen einfach zum Teil zerfallen oder auch vielleicht diese Komplexbildung haben.
Speaker: Das heißt, meine Wirkung wird vielleicht einfach gesenkt.
Speaker: Und ich habe einfach nicht mehr so den Effekt wie am Anfang.
Speaker: Deshalb bin ich auch ein ganz großer Fan davon zu sagen, ich lagere das korrekt.
Speaker: Da muss man auch nochmal drüber nachdenken.
Speaker: Viele sagen dann ja aus, nee, kein Plastik und so weiter.
Speaker: Nein, das muss alles in Papiertüten.
Speaker: Das Problem ist aber, dass ich da natürlich viel mehr äußere Einflüsse habe.
Speaker: Das heißt, das Futter kann wesentlich mehr mit der Umwelt reagieren.
Speaker: Feuchtigkeit, Sauerstoff, solche Themen.
Speaker: Die Lagerung muss korrekt sein.
Speaker: Da muss man einfach eine frische Mischung haben.
Speaker: Ich persönlich finde, man sollte...
Speaker: schon nach einem halben Jahr aufgefüttert haben, mindestens, wenn es nicht zu lange gelagert wird.
Speaker: Und das macht natürlich einen Unterschied dann im Effekt beim Pferd.
Speaker: Und man muss dazu sagen, dieses Thema wird nicht mehr gefressen.
Speaker: Das kann verschiedene Faktoren haben.
Speaker: Bei manchen liegt es halt wirklich daran, dass zum Teil Produktionsrückstände, also wenn man sich das jetzt aus der Perspektive betrachtet,
Speaker: Es gibt organische Verbindungen, die ja an Aminosäuren sind.
Speaker: Ich muss die Aminosäuren irgendwo herholen.
Speaker: Und dann gibt es Quellen, die nutzen zum Beispiel Soja.
Speaker: Es ist so, dieser Prozess läuft halt nie zu 100 Prozent ab.
Speaker: Das heißt, ich habe immer noch so Skelettrückstände von diesem Sojaprotein mit dabei.
Speaker: Das ist total normal.
Speaker: Also das ist wirklich normal.
Speaker: Das hat nichts damit zu tun, was schlecht ist.
Speaker: Diese Skelettrückstände aus diesem Sojaprotein liegen halt mit in der Mischung vor.
Speaker: Und auch die reagieren über die Zeit.
Speaker: Und zum Teil zerfällt zum Beispiel das ganz gerne zu Ammoniak.
Speaker: Und für das Pferd riecht es dann
Speaker: recht schnell nach Pipi.
Speaker: Für uns, wir riechen das nicht, wir sind nicht so fein in der Nase.
Speaker: Und dann sagt das Pferd, ja, es tut mir leid, aber das esse ich nicht mehr.
Speaker: Das könnte mit einer der Gründe sein.
Speaker: Sehr nachvollziehbar, danke.
Speaker: Kennt, glaube ich, jeder.
Speaker: Jetzt zum Abschluss.
Speaker: Kannst du in aller Kürze die drei häufigsten Fütterungsfehler, was so Mineralzusatzfutter angeht, benennen, die du auch in deiner Beratungspraxis immer wieder erlebt hast?
Speaker: Was macht man am häufigsten falsch?
Speaker: Nummer eins Monopräparat, Kurweise, Nummer Selen, Kurweise, Nummer Zink.
Speaker: Ganz furchtbar, weil ich halt dieses System, was ja miteinander fungiert, auseinander treibe, indem ich Mono etwas erhöhe, also die Stellschraube an einer Stelle hochdrehe, der Rest nicht funktioniert und über die Länge der Zeit halt die Gesamtversorgung vergesse oder außer Acht lasse.
Speaker: Dann ist eigentlich auf dem Hitschlager Nummer zwei die Fütterung dieser anorganischen Gesteinsmoleküle in der Hoffnung, dass es Meditoxine bindet, was das Pferd am Ende sogar demineralisieren kann auf Dauer.
Speaker: Das erlebe ich sehr, sehr häufig und das fügt den Pferden wirklich Probleme zu auf lange Sicht.
Speaker: Ja, und dann wäre so Punkt drei, dass halt zu lange wirklich anorganisch basierte Sachen gefüttert werden, die zum Beispiel über 50 Prozent Magnesiumoxid oder Calciumcarbonat oder Phosphat enthalten können.
Speaker: was halt langfristig für das Pferd auch nicht funktioniert.
Speaker: Dankeschön.
Speaker: Das war eine kurze Zusammenfassung.
Speaker: Und ich glaube, anhand dieser drei Fehler kann jede von uns oder von euch da draußen auch kurz überprüfen, habe ich das schon mal gemacht, was mache ich gerade, was fütter ich überhaupt gerade?
Speaker: Und so kommt man dann schnell dazu, mal irgendwie den Bestand aufzunehmen und zu analysieren, wie die aktuelle Fütterung und Versorgung meines eigenen Pferdes aussieht und wo ich da vielleicht Stellschrauben habe, an denen ich noch drehen kann.
Speaker: Und wenn euch das ganze Thema jetzt ein bisschen überfordert und ihr sagt, ich möchte das in professionelle Hände geben und möchte vielleicht von der Katrin mehr erfahren.
Speaker: Katrin, wo können dich die Leute denn dann erreichen am besten?
Speaker: Gerne über Instagram oder über unsere Homepage.
Speaker: Wir haben auch einen Facebook-Account, wobei das ja heute nicht mehr so in ist.
Speaker: Auf der Homepage findet ihr auch, ja, das ist leider so, es verschiebt sich ja.
Speaker: Vor zehn Jahren war es Facebook, heute ist es eher Instagram und TikTok.
Speaker: Es ist halt immer da, wo es gerade läuft, ne?
Speaker: Auf der Homepage findet man auch den Reiter Fütterungsberatung.
Speaker: Es gibt auch eine E-Mail-Adresse dafür.
Speaker: Das ist die beratung.at und dann bouquetfollars-minerals.de.
Speaker: Da steht da nochmal so ein bisschen, was man als Grundinformation gerne mitgeben kann, wenn man das möchte.
Speaker: Auch gerne Blutbilder schicken oder zum Beispiel gibt es auch Leute, die sagen, ich habe eine Haaranalyse machen lassen oder Gentests.
Speaker: Auch solche Themen.
Speaker: Gerne einfach melden.
Speaker: Stehe gerne mit Rat und Tat zur Seite.
Speaker: Boah, da fällt mir ein.
Speaker: Wir haben das Thema überhaupt nicht beleuchtet, was wir machen können mit so Pferden, die...
Speaker: EMS haben oder... Svenja, es tut mir leid.
Speaker: Wir haben so viel nicht beleuchtet.
Speaker: Okay.
Speaker: Kathrin, vielen, vielen Dank, dass du da warst.
Speaker: Es war extrem bereichernd und wir haben wahnsinnig viel gelernt.
Speaker: Ich bin auch ein bisschen noch am Verarbeiten und in mir rattert es immer noch.
Speaker: Ich bin immer noch ein bisschen am...
Speaker: Die Infos verarbeiten.
Speaker: Vielen Dank, dass du wie so ein Lexikon bist.
Speaker: Ich bin mir sicher, es war nicht das letzte Mal, dass du bei uns hier im Podcast warst und dass wir gesprochen haben.
Speaker: Denn unsere Pferde haben ja auch so das ein oder andere Thema, das wir noch optimieren wollen.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Vielen Dank für die Einladung.
Speaker: Es war eine spannende Erfahrung, das mal das erste Mal mitzumachen.
Speaker: Wunderbar.
Speaker: Dann vielen Dank euch.
Speaker: Ich wünsche euch noch einen schönen Abend und wir hören und sehen uns bald.
Speaker: Macht's gut.
Speaker: Untertitelung des ZDF, 2020


