Transcript
Speaker: Takt und Verstand, der Islandpferde-Podcast.
Speaker: Alles rund ums Islandpferd mit Svenja und Melanie.
Speaker: Hi Svenja.
Speaker: Hi Melanie.
Speaker: Na, bist du ready für heute?
Speaker: Ich bin sowas von ready.
Speaker: Ich weiß auch noch gar nicht so richtig, wie wir anfangen sollen, weil heute geht es um ein Thema, vor dem wir uns sehr, sehr lange irgendwie auch gedrückt haben, weil es wahnsinnig tiefgreifend und kompliziert sein kann.
Speaker: Und gleichzeitig bekommen wir zu dem Thema aber auch super, super, super viele Fragen.
Speaker: Und es ist halt ein Thema, es geht jedem Pferdebesitzerin was an.
Speaker: Es geht wirklich jedem was an.
Speaker: Keiner kommt drumherum.
Speaker: Eigentlich kommen wir Menschen auch nicht drum rum, aber wir wollen ja über die Pferde sprechen, deswegen belassen wir es mal dabei heute.
Speaker: Und weil dieses Thema, es ist so mystisch heute, dass wir es nicht aufdecken, weil das Thema so komplex ist, haben wir uns natürlich mal wieder tatkräftige Unterstützung geholt und eine Expertin mit ins Boot geholt.
Speaker: Melanie, um was geht es denn heute und wer ist bei uns?
Speaker: Genau, heute soll es ums Thema Pferdefütterung gehen.
Speaker: Und das ist erstmal ein Riesenbegriff, den ich hier gerade nenne.
Speaker: Aber wir wollen uns nicht nur auf Heu, Heulage und Sonstiges konzentrieren, sondern wir gehen heute weiter und sprechen über die ganzen Zusatzfutter und Zusatzstoffe und was das Pferd vielleicht braucht oder nicht braucht.
Speaker: Und dazu haben wir uns Katrin Reinhardt eingeladen,
Speaker: Sie ist die Gründerin von Bouquet Fallos Minerals und wir haben sie auf der Pferd-Bodensee-Messe kennengelernt und haben uns da sehr lange verquatscht und sind dann darauf gekommen, hey, wir müssen mit dieser Frau noch länger und öfter sprechen, weil sie ein wahnsinniges Wissen dazu hat.
Speaker: Herzlich willkommen, Katrin.
Speaker: Hallo.
Speaker: Jetzt gleich an dich die Frage.
Speaker: Kannst du dich für unsere Hörerinnen, die dich und dein Unternehmen noch nicht kennen, ganz kurz in ein paar Sätzen vorstellen?
Speaker: Wer bist du, was machst du und wie bist du dazu gekommen?
Speaker: Sehr gerne, Melanie.
Speaker: Ja, wer bin ich?
Speaker: Habt ihr eben schon gesagt.
Speaker: Katrin, die Gründerin von Bokeh Verlust Minerals.
Speaker: Das ist mein Herzensprojekt.
Speaker: Ja, sehr.
Speaker: Die Geschichte, wie ich dazu gekommen bin, ist ein bisschen ausschweifender.
Speaker: Ich versuche es kurz zu fassen.
Speaker: Ich habe nach dem Abitur mit Chemie studiert und ich hatte schon immer, also wir haben, ich glaube, seit ich zwölf bin, haben wir Pferde.
Speaker: Unter anderem übrigens auch ein Isländer von meiner Schwester.
Speaker: Ich hatte mal ein Warmblut.
Speaker: Und ja, wie das so ist, man hat immer die Fragen, man weiß nicht so richtig, wo es hingeht, man braucht Hilfe, man ist irgendwie überfordert mit dem ganzen Thema.
Speaker: Mich hat das immer schon sehr interessiert.
Speaker: Ich habe dann aber das Chemiestudium fertig gemacht und habe währenddessen schon angefangen, den Pferde Physio Osteo zu machen, weil mich das in dem Moment noch viel mehr interessiert hat und bin gute zehn Jahre alt.
Speaker: Ja, eigentlich durch Deutschland, teilweise durch die Welt.
Speaker: Ich bin bis Neuseeland gekommen, USA, Italien, Spanien zum Behandeln und vor allem halt auch Sättel anpassen, kam dann noch irgendwann dazu, weil es ein Thema war und Futterberatung war halt immer ein Teil davon.
Speaker: Ich habe viele verschiedene, ich sage mal Konstellationen gesehen, Pferde, wo sie, wie sie leben und es war immer super spannend zu sehen, okay, wie funktioniert das hier, wie funktioniert das bei uns, wie funktioniert das für unterschiedliche Typen und
Speaker: Ich wollte aber immer mehr wissen.
Speaker: Es hat mir nicht gereicht, dieses übliche, ja, sie brauchen dies, das, jenes und nur ein bisschen hier vor, ein bisschen davon, dann passt das schon.
Speaker: Ich wollte es genauer wissen und habe dann immer mehr mich in das Thema eingearbeitet und auch durch diese Thematik mit Chemie und damals auch Schwerpunkt Biochemie war es halt für mich schon einfacher zu sagen, okay, ich will wirklich verstehen, wie läuft dieser Prozess ab, wie geht es im Pferd, was funktioniert da?
Speaker: Und mit diesem, ich sage mal, immer mehr in das Thema eintauchen, ist mir irgendwann klar geworden,
Speaker: Ich glaube, das fehlt am Markt und habe mir das mal genauer angeschaut und so ist es dann irgendwann gekommen, dass ich gesagt habe, nee, ich möchte das anders haben und so habe ich angefangen, die Rezepturen halt mit und mit genauestens zu entwickeln und für mich zu überlegen, was würde ich für mein Pferd und auch für die Pferde meiner Kunden wollen.
Speaker: Und das habe ich dann umgesetzt und daraus ist dann am Ende Bokeh-Fallos-Mineralts geworden.
Speaker: Und wir freuen uns sehr, dass du jetzt hier mit uns sitzt und uns Rede und Antwort stehen musst für alle Fragen, die dann auch kommen.
Speaker: Und eins kann man voraus, glaube ich, schon mal versprechen.
Speaker: Das wird eine sehr interessante Folge mit vielen Praxistipps und auch einigen Mythen, mit denen wir aufräumen werden.
Speaker: Jetzt würde ich aber gerne noch am Anfang wissen, was war denn für dich so...
Speaker: Als du mit dem Thema angefangen hast und dann dich wahrscheinlich auch mit Pferdeleuten ausgetauscht hast und dein eigenes Futter entwickelt hast, was war denn die größte Herausforderung?
Speaker: Ich glaube, das Schwierigste war für mich zu erkennen, dass die meisten Leute einfach wirklich diesen Werbeversprechen und dem, was gerne gesagt wird, das Futter hilft bei und das hilft mit, was übrigens ja gar nicht erlaubt ist rechtlich, was aber leider immer gemacht wird.
Speaker: Und dass die Leute dann...
Speaker: Also es ist natürlich eine emotionale Komponente.
Speaker: Ich will ja, dass es meinem Pferd gut geht.
Speaker: Und ich kaufe dann, weil ich denke, okay, damit könnte ich helfen.
Speaker: Und es ist seltenst der Fall, zum Glück wird der Trend immer mehr, dass man sich ernsthaft damit auseinandersetzt.
Speaker: Und mich hat doch, glaube ich, sehr schockiert,
Speaker: wie oberflächlich das immer behandelt wird und vor allem das, was du auch sagst, wie viele Mythen da noch so sich halten und wie viel Halbwissen unterwegs ist, weil niemand vielleicht sich traut, weil es wirklich sehr komplex ist und auch, weil es einfach schwer ist, an die Informationen zu kommen und überhaupt das Ganze nachzuvollziehen.
Speaker: Und es gibt auch immer noch Bereiche, wo wir es auch einfach alles noch nicht so stolle wissen, wie man es sich wünschen würde.
Speaker: Aber für mich war das Schwierigste zu sehen, dass die wenigsten sich wirklich mit dem Inhalt an sich auseinandersetzen, sondern einfach nur mit
Speaker: Wie sieht es aus und was verspricht es?
Speaker: Das fand ich schwierig, weil man da ja auch irgendwo ansetzen muss, zu sagen, wir sind anders und ich versuche es auf einem anderen Weg und ich würde gerne mehr Leuten helfen zu verstehen, was ist drin, wie funktioniert es und was treffe ich für mein Pferd für eine Entscheidung, was möchte ich damit erreichen?
Speaker: Muss man denn als Futterhersteller alle Inhaltsstoffe eins zu eins angeben?
Speaker: Oder wie ist das gesetzlich?
Speaker: Also es ist mega die nerdige Frage, aber es kam mir jetzt gerade in den Sinn, weil du gesagt hast, dich jetzt informieren.
Speaker: Aber mir geht es ganz oft so, wenn ich sehe, was ist drin und dann stehen da so ein paar Sonnenmühe, ja okay.
Speaker: Aber was ist eigentlich da die Gesetzgebung?
Speaker: Musst du alles deklarieren, was drin ist?
Speaker: Oder wie läuft das?
Speaker: Das ist ganz interessant.
Speaker: Ich habe mich das auch gefragt.
Speaker: Es ist ja eine EU-Verordnung, gilt also für die ganze EU.
Speaker: Dann gibt es natürlich noch Unterabschnitte für die jeweiligen Länder und teilweise Bundesländer.
Speaker: Ja, es muss eigentlich, deshalb das Wort eigentlich, alles deklariert werden, was drin ist, aber es gibt Dinge, die haben weder eine Zulassung noch eine, ich sag mal, Verneinung, also eine Nicht-Zulassung.
Speaker: Dinge, die vielleicht neu sind, die man noch nicht so erforscht hat, die noch nicht so auf dem Radar sind, wo die EU noch überhaupt kein Paper zu hat.
Speaker: Und dann wird es nicht deklariert.
Speaker: Und es gibt auch mit Sicherheit Deklarierungsfehler.
Speaker: Das gibt es bestimmt.
Speaker: Vielleicht unwissentlich wissentlich.
Speaker: Das möchte ich gar nicht beurteilen.
Speaker: Aber im Prinzip muss alles deklariert sein.
Speaker: Okay, also haben wir eigentlich prinzipiell, wenn alles richtig läuft, als Verbraucher schon mal die Möglichkeit zu sehen, okay, was ist drin, möchte ich das drin haben in meinem Pferd oder nicht und können uns da eigentlich schon mal einen guten Überblick schaffen.
Speaker: Genau, man muss auch dazu sagen, Futtermittelrecht ist sehr streng, weil Pferde ja zu den Nutztieren gehören.
Speaker: Das ist deutlich strenger als Petfood, also Hund, Katz, Maus.
Speaker: Das ist wesentlich einfacher als Hersteller.
Speaker: Ja, potenziell könnte das Pferd ja auch noch als Nahrungsmittel dienen.
Speaker: Und dann ist es klar, dass es da natürlich nochmal ein bisschen strenger geregelt ist.
Speaker: Kein so ein schöner Hintergrund, aber nachvollziehbarer Gedanke, würde ich mal sagen.
Speaker: Wenn wir jetzt aber mal nicht zu den Pferden schauen, die gegessen werden potenziell, sondern zu unseren liebsten Vierbeinern, die wir zu Hause im Stall stehen haben und die wir wahrscheinlich eher nicht essen wollen.
Speaker: Wie kann ich denn generell überhaupt das Thema Futter angehen?
Speaker: Wenn ich jetzt mir ein Pony gekauft habe, das bekommt ein Heu am Stall oder eine Heulage oder irgendwas, was kann denn ich jetzt als Pferdebesitzer mir überlegen?
Speaker: Was wäre denn ein sinnvoller Ansatz zu sagen, okay, was bekommt mein Pferd jetzt eigentlich?
Speaker: Was braucht es denn überhaupt?
Speaker: Heu und das reicht?
Speaker: Oder gibt es da noch mehr?
Speaker: Was macht Sinn, was macht keinen Sinn?
Speaker: Ja, das ist genau das Problem.
Speaker: Früher hat man immer gesagt, die Ponys, die sind eh zu dick, da reicht Heu, der braucht nichts extra.
Speaker: Und genau da ist der Punkt.
Speaker: Also als erstes natürlich muss ich, also ich bin jemand, ich gucke immer gerne von außen nach innen, deshalb fangen wir grob an.
Speaker: Ich muss erst mal schauen, was braucht das Pony grob für einen Energieumsatz?
Speaker: Das heißt, ich fange an, wie viel Freude
Speaker: Heu oder halt Heulage, Silage, bekommt es denn überhaupt am Tag?
Speaker: Wie viel Grundenergie hat es damit, damit es mir nicht zu dick oder halt zu dünn wird?
Speaker: Dann würde ich schauen, okay, wenn ich da schon mal bin, wo bin ich denn ungefähr bei der Protein- und Fettversorgung?
Speaker: Das kann man immer ganz gut, auch teilweise über die Heuanalysen sehen.
Speaker: Und auch wenn man sich einfach anschaut, was fütter ich denn grundsätzlich?
Speaker: Wenn ich zum Beispiel nur Heu fütter, dann ist es leider in den, ich sag mal, Durchschnittsanalysen der letzten Jahre sehr häufig so, dass zum Beispiel Protein zu kurz kommt.
Speaker: Das ist einfach so.
Speaker: Und wenn ich diese, ich sage mal, großen Eckpfeiler abgedeckt habe, dann geht es natürlich darum, okay, was braucht denn der Organismus, der Stoffwechsel, um überhaupt zu funktionieren, also um alle körpereigenen Funktionen überhaupt ablaufen zu lassen.
Speaker: Das ist das, finde ich, wo es interessant wird, wo man auch nochmal viele mehrere kleine Stellschrauben hat.
Speaker: Da kommen wir halt dann zu dem Thema, was ist mit den Mengenelementen wie Calcium, Magnesium, Phosphor und so weiter.
Speaker: Was ist mit den ganzen Spurenelementen wie Zink, Mangan, Eisen, Selen, Kobalt, solche Themen,
Speaker: Und halt, wie ist es mit der Aminosäurenversorgung?
Speaker: Wobei man da ja auch den Kreis wieder irgendwo zur Proteingrundversorgung stellen kann.
Speaker: Das wären so die Punkte, die man sich hauptsächlich anschaut.
Speaker: Und wenn du möchtest, räumen wir direkt mal mit einem großen Mythos auf.
Speaker: Das ist mein Lieblingsmythos.
Speaker: Es kommen immer alle und sagen, aber in meiner Heuanalyse ist doch so viel Eisen drin oder so viel Zink.
Speaker: Mein Pferd braucht ein Mineralfutter ohne Eisen, ohne Zink als Beispiel.
Speaker: Dem ist aber gar nicht so, weil die Heuanalyse misst einfach nur das Element Eisen, das Element Zink.
Speaker: Also wie viel Elementares davon ist in diesem Heu drin.
Speaker: Es misst mir nicht, in welcher Form, also welche Bindungsform, welchen Bindungspartner hat es in dieser Grundlage.
Speaker: Und genau da kommen wir an diesen Punkt, den ich so entscheidend finde.
Speaker: Die Fragestellung sollte eigentlich lauten, was von diesen Verbindungen aus dem Heu kann mein Pferd denn aufnehmen?
Speaker: Weil als Beispiel Eisen bindet sich ganz gerne an Phytate.
Speaker: Und gerade im Heu durch das Chlorophyll habe ich in dem Trocknungsvorgang dann sehr häufig Eisenphytat.
Speaker: Und jetzt ist es so, das Pferd hat kein Phytase-Enzym, im Gegensatz zum Beispiel zu einer Kuh.
Speaker: Das heißt, es kann dieses Eisen für Tat nicht auftrennen und kann das Eisen, was vielleicht in der Analyse sehr hoch war als Element, nicht verwerben.
Speaker: Okay, hier mal kurz, nur kurz nochmal zusammengefasst.
Speaker: Das bedeutet also, dass bestimmte Mineralien und Spurenelemente in unserem Futter vorliegen, aber dann nicht immer in einer greifbaren Menge, die das Tier direkt verwerten kann, sondern es gibt dann noch verschiedene Verbindungen.
Speaker: Es kann dann noch mit anderen gekoppelt sein und dadurch wird es dann schwierig für das Pferd dir aufzunehmen.
Speaker: Quasi ob es als Suppe oder mit Kartoffelbeilage oder, ne, jetzt ganz dumm dargestellt.
Speaker: Aber vom Prinzip, welchen Bindungspartner hat das mit?
Speaker: Weil das Eisen kommt ja nicht allein.
Speaker: Das ist vielleicht nochmal ganz interessant, um das an einen Anfang zu stellen.
Speaker: Weil ich glaube, oft ist es gar nicht klar, dass wir nicht einfach
Speaker: einen Eisen da drin haben oder einen Mangan oder irgendwas, sondern dass es immer noch in verschiedenen Formen vorliegt.
Speaker: Und das ist tatsächlich gar nicht so irrelevant später.
Speaker: Auch in welcher Form ist es in meinem Futter drin und so weiter.
Speaker: Aber vielleicht gehen wir noch nicht direkt den Weg.
Speaker: Melanie, ich sehe, dir brennt eine Frage auf der Zunge.
Speaker: Mir brennen ganz viele Fragen.
Speaker: Also es ist eher die erste Frage, warum sollte ich mich denn überhaupt damit beschäftigen, was mein Pferd genau frisst?
Speaker: Also nicht nur Heu und ist es zu dick oder zu dünn, sondern warum sollte ich mich mit diesen Zusätzen überhaupt beschäftigen?
Speaker: Warum ist denn das wichtig?
Speaker: Ja.
Speaker: Das hat folgenden Grund.
Speaker: Der Körper läuft ja, ich sag mal, wie so ein System, wie ein Betriebssystem.
Speaker: Das hat immer im Hintergrund Abläufe.
Speaker: Also ich möchte es immer so gerne an dem Beispiel des Entgiftungssystems zeigen.
Speaker: Das Wunderwerk Körper hat halt bestimmte Sachen erfunden, womit es Stoffwechselabläufe macht, damit es Dinge, die auf ihn einwirken, von außen über die Luft, über die Haut, über das, was man frisst, aufnimmt, überhaupt damit arbeiten kann.
Speaker: Und diese Stoffwechselprozesse haben einen Bedarf an Spuren- und Mengelementen und Vitaminen, Kofaktoren, also an Elementen, die ich benötige.
Speaker: Dazu gibt es
Speaker: Und interessanterweise seit den 70ern und auch zum Glück auch aus neueren Studien immer wieder Analysen, welche Durchschnittspferdetypen, welche Durchschnittskilozahl haben welchen Bedarf.
Speaker: Und wenn ich zum Beispiel diesen Bedarf, ganz einfach zum Beispiel den Nanzink, nicht wirklich decke, dann fängt das Bordentum
Speaker: der Körper, der Stoffwechsel an und sagt, okay, ich kann jetzt meinen Stoffwechselweg über Zink nicht vollständig ablaufen lassen und dann fange ich an und nutze ein ähnlich gebautes Element, zum Beispiel Mangan oder Selen und fängt dann an und nutzt andere Speicher mehr mit und das heißt, ich habe dann auch da wieder einen Mehrverbrauch.
Speaker: Das heißt,
Speaker: Der Grundbedarf, den ich brauche, um überhaupt diesen Stoffwechsel fahren zu lassen, der muss halt mindestens gedeckt sein, weil ich sonst anfange, andere Dinge zu nutzen für wichtige Körperfunktionen, die sonst für andere Sachen verwendet werden und dann wiederum in einen stärkeren Mangel gerate.
Speaker: Das heißt, der Körper kann ohne gar nicht wirklich laufen.
Speaker: Das heißt, würdest du jetzt sagen, für ein standard normalo Islandpferd reicht es eben auch nicht, nur Heu zu füttern und vielleicht eine Handvoll Hafer oder irgendein Müsli?
Speaker: Genau das.
Speaker: Das heißt, wir brauchen immer irgendeinen Zusatz.
Speaker: Jetzt ist halt die Frage, was für einen Zusatz wir brauchen.
Speaker: Aber um so eine Entscheidung zu treffen, müssen wir natürlich noch ein bisschen mehr Hintergrundwissen erfahren.
Speaker: Senja, wo möchtest du anfangen?
Speaker: Wo möchte ich anfangen?
Speaker: Vielleicht würde ich gerne mal, ich finde es ein bisschen schwierig, weil man fängt ja immer, man fängt ja an, man googelt dann, Mineralfutter, Islandpferd vielleicht, keine Ahnung, wäre jetzt wahrscheinlich mein Ansatz gewesen und dann hast du einfach eine Liste und dann müsste ich mir überlegen, okay, nach was suche ich aus.
Speaker: Jetzt in Zeit von ChatGPT würde ich wahrscheinlich ChatGPT fragen und sagen, hey ChatGPT, hilf mir.
Speaker: Aber die Frage ist so ein bisschen, auf was kann ich als Pferdebesitzer Wert legen, wenn ich mir jetzt mein Mineralfutter aussuche?
Speaker: Gibt es da schon irgendwelche groben Richtlinien, dass ich sagen kann, okay, ich muss unbedingt eins nehmen, wo Islandpferd draufsteht zum Beispiel, weil ich brauche unbedingt eins, das nur für Islandpferde funktioniert.
Speaker: Oder brauche ich zum Beispiel eins, was natürlich ist, weil das klingt ja gut.
Speaker: Oder zum Beispiel nur Algen, weil, keine Ahnung, Islandpferde auf Islandpferd bestimmt viel Algen fressen.
Speaker: Oder an was kann ich mich da ein bisschen orientieren?
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Den Mythos finde ich auch sehr süß, dass das Islandpferd einen anderen oder mehr Bedarf hat als, ich sage mal, das andere Durchschnittspferd oder Pony in der Kategorie.
Speaker: Hält sich hartnäckig und ja, ich kann verstehen, woher er entstanden ist, also woher er kommt, aber im Grunde hat das Pferd keinen anderen Stoffwechsel und auch keinen anderen Bedarf.
Speaker: Es ist nur so selektiert worden, dass es auf Island in einer Karklandschaft durch wenig Futter effizient verarbeitet.
Speaker: Und wenn ich es bei uns hinstelle, wir haben ja leider einen Überschuss,
Speaker: Das heißt, es frisst einfach viel, viel mehr, als es soll und hat dann das Problem, dass der Stoffwechsel noch mehr arbeiten muss.
Speaker: Das heißt, ich brauche theoretisch hier mehr Mineralfutter, als ich es aus Island bräuchte, weil ich halt Cargland versus starke Fütterung, also einfach das, was ich grundsätzlich aufnehme.
Speaker: Aber ja, woran kann ich mich da orientieren?
Speaker: Das ist ein weites Feld, das ist auch gar nicht einfach.
Speaker: Aber da kommen wir halt wieder zu dieser Frage, was braucht mein Stoffwechsel überhaupt?
Speaker: Und da kommen wir halt bei dem Zusatzfutter an diese Thematik.
Speaker: Was deckt mir denn den Bedarf an Mengen- und Spurenelementen?
Speaker: Das wäre immer meine allererste Frage.
Speaker: Mengelemente sind Calcium, Magnesium, alle Stoffe, die in großen Mengen im Körper vorkommen und Spurenelemente, die in Spuren vorkommen.
Speaker: Zink, Margan, Eisen, Selen,
Speaker: Unter anderem auch sehr wichtig Kobalt.
Speaker: Und dann würde ich darauf schauen, wie ist meine Vitaminversorgung und wie ist meine Aminosäurenversorgung über mein Futter.
Speaker: Aber starten würde ich immer bei jedem Pferd mit, wo sind wir bei Mengen und Spurenelementen.
Speaker: Wie kann ich denn das rausfinden?
Speaker: Rausfinden kannst du das über die Deklaration, worüber wir vorhin sprachen.
Speaker: Es muss alles angegeben sein, was in deinem Futter enthalten ist.
Speaker: Deshalb, wenn ihr ein Futter bei euch im Stall stehen habt, einfach mal den Eimer oder das Ding in die Hand nehmen.
Speaker: Meistens steht es hinten oder unten drauf.
Speaker: Einmal auf den Etiketten gucken.
Speaker: Da steht dann Zusammensetzung, Zusatzstoffe und teilweise noch die technischen Zusatzstoffe.
Speaker: Einfach schauen, was ist dort aufgelistet, was steht da drin bei den Etiketten.
Speaker: Zusammensetzung, also bei den Inhaltsstoffen kommt meistens, wenn es ein Kräuterprodukt ist, die Kräuter aufgezählt und bei den, ich sag mal, klassischen Spurelementen und Mineralstoffmischungen kommt halt häufig die ganzen Träger wie Calciumcarbonat, Magnesiumoxid, diese ganzen Themen oder wenn halt noch irgendwie Algen mit dabei gemischt sind oder so, also das, woraus es zusammengesetzt wird, die Stoffe, die drin sind.
Speaker: Bei den Zusatzstofflisten kann man halt einfach schauen, okay,
Speaker: Dort sind aufgelistet die enthaltenen Spurenelemente.
Speaker: Das fängt meistens mit Zink, Mangan und dann Eisen, meistens noch Kupfer, Selen, bei den meisten noch Jod und unten meistens Kobalt, also immer von groß nach klein.
Speaker: Es ist auch so, bei diesen Deklarationen immer das, was am allermeisten enthalten ist, wird zuerst genannt.
Speaker: in der Liste.
Speaker: Und alles, was dann immer weiter nach hinten geht, ist immer das, was noch weniger enthalten ist.
Speaker: Und dann kann man schauen, okay, was zum Beispiel steht denn da beim Zink?
Speaker: Da muss dahinter stehen, bei manchen ist ein Sternchen dran, dann findet man es weiter unten.
Speaker: Was für Zink ist denn drin?
Speaker: Da steht dann häufig zum Beispiel 130 Milligramm Zink pro Kilogramm.
Speaker: Das heißt, ein Kilo dieses Futters enthält 130 Milligramm Zink.
Speaker: Und dann ist bei vielen Herstellern leider ein Sternchen dran.
Speaker: Und dann muss man unten in der kleinen gedruckten
Speaker: Und da steht dann unter dem Sternchen zum Beispiel Zinkoxid oder Zinksulfat.
Speaker: Und bei den wenigeren, wobei es mittlerweile mehr wird, stehen dann so Sachen wie Zinkchela, Zinkglycin, also die Verbindungsart wird dort genannt.
Speaker: Und da muss man einmal hinschauen und sagen, okay, was hat denn mein Futter eigentlich?
Speaker: Woraus besteht das denn wirklich?
Speaker: Also welche Quelle wird denn hier genutzt für mein Zink?
Speaker: Und da fängt es halt schon an, dass man sich halt darüber Gedanken machen muss, was davon kann denn gut aufgenommen werden und was davon vielleicht nicht so gut.
Speaker: Und da unterscheidet man recht grob, da kommen wir dann wieder in die Chemie, anorganisch und organisch.
Speaker: Anorganisch heißt halt, die Verbindungsform endet
Speaker: bei unseren Zusatzfuttermitteln meistens auf Oxid, auf Sulfat oder auf Carbonat.
Speaker: Das ist so grob das, woran man es erkennen kann.
Speaker: Und die organischen Verbindungen, das sind meistens die, wo ein Chelat drangehangen ist als Zusatz zu dem Element oder wo halt dann eine Aminosäurenverbindung steht.
Speaker: Manchmal steht da auch zum Beispiel Zinkglycin, also an die Aminosäure Glycin gebunden.
Speaker: Und das sind organische Verbindungen,
Speaker: die für das Pferd über einen völlig anderen Transportmechanismus laufen als diese anorganischen Verbindungen.
Speaker: Also das ist quasi der große Cut, den man schon mal setzen kann, anorganisch und organisch.
Speaker: Das wäre so das Erste, was ich auf meinem Eimer überprüfen würde.
Speaker: Wenn ein Pferd zum Beispiel ein Zinkoxid oder ein Zinksulfat aufnimmt, das sind die anorganischen Varianten, dann passiert Folgendes.
Speaker: Der meiste Teil davon löst sich in der Magensäure.
Speaker: Das heißt, ich habe ein Zinkkation vorliegen, Zink 2+, und ein Oxidanion oder ein Sulfatanion.
Speaker: Und meistens, also das ist dann nochmal der Unterschied zwischen Sulfat und Oxid, das Oxid verbraucht Magensäure, weil es immer mit dem Proton der Magensäure, also dem Wässerstoff reagiert und verbraucht.
Speaker: In dem Fall zum Beispiel von Zink würde dann halt einfach das Zink als 2+, vorliegen und das Oxid würde dann abreagieren mit dem Wasserstoff von der Säure.
Speaker: Also es verbraucht immer genau zwei Protonen.
Speaker: Das heißt, ich habe dann Wasser vorliegen.
Speaker: Und bei dem Sulfat
Speaker: habe ich einfach das Sulfatende vorliegen, was dann später im Dünndarm über bestimmte Regulationsmechanismen auch für den Stoffwechsel verwendet werden kann.
Speaker: Jetzt kommt aber das Problem, wenn ich alle Spuren- und Mengelemente, also Zink+, Manganzweiplos und so weiter, als Kation vorliegen habe, muss es über bestimmte Transportmechanismen im Dünndarm überhaupt erstmal in die Darmzelle gelangen, damit der Stoffwechsel damit etwas tun kann.
Speaker: Und diese Transportmechanismen, die sind sehr reglementiert und da kommen wir dann auch zu diesem Punkt mit Mythen aufräumen.
Speaker: Es wird ja immer gerne gesagt, zum Beispiel Zink und Kupfer oder Zink und Mangan, die bedingen sich gegenseitig oder die blockieren sich gegenseitig.
Speaker: Der Gedanke ist gar nicht so falsch, weil bei der anorganischen Fütterung, also wenn ich diese zwei Plus-Varianten vorliegen habe, dann konkurriert wirklich Zink, Mangan und Eisen um den gleichen Transporter.
Speaker: Und da ist einfach wirklich first comes, first wins.
Speaker: Also der Erste, der da ist, wird transportiert.
Speaker: Es ist aber so, wie gesagt, diese Transporter sind sehr schnell gesättigt, sehr schnell reglementiert.
Speaker: Das heißt, von dem, was in dem Darmlumen vorliegt, was ich aufgenommen habe und gefressen habe, wird nur ein Teil überhaupt resorbiert.
Speaker: Und das ist bei den Oxidformen meistens noch viel weniger als bei den Sulfatformen.
Speaker: Und wir sind so im Durchschnitt bei 20 bis 40 Prozent von dem, was überhaupt resorbiert wird.
Speaker: Der Rest...
Speaker: bleibt im Darmlumen, reagiert zum Teil mit den restlichen Phytatenoxalaten aus dem Heu und wird unaufgenommen, unverändert wieder ausgeschieden.
Speaker: Das heißt, wenn ich als Beispiel 100 Milligramm Zink da reinfütter, davon kommen vielleicht 40 Milligramm an, der Rest geht raus.
Speaker: Das ist dann einfach nur teure Kacke.
Speaker: Ja, ich wollte gerade sagen, das heißt, ich habe hier irgendein teures Mineralfütter gekauft, fütter dem Pferd es noch.
Speaker: Am besten fütter ich nochmal eine doppelte Menge, weil viel hilft viel.
Speaker: Und es nimmt einfach gar nichts davon auf, weil die Verbindungen, die in diesem Futter drin sind, nicht die sind, die das Pferd optimal verwerten kann.
Speaker: Und was passiert denn jetzt, wenn wir zum Beispiel so einen Zink an eine Aminosäure gebunden haben im Vergleich?
Speaker: Genau, das funktioniert ganz anders.
Speaker: Das meiste davon löst sich nicht im Magen.
Speaker: Ich nenne das immer ganz gerne, dass die Aminosäuren wie so eine Tarnkappenverbindung über dieses jeweilige Element, also eine Zink, Eisen, Magnesium, bilden und verfolgen.
Speaker: Die Dissoziation, so nennt man das, das Auflösen in der Magensäure ist da sehr gering.
Speaker: Das heißt, der Großteil davon kommt als komplette Verbindung im Dünndarm an und wird halt eben nicht zu dieser Ionenversion, dieses Zink 2 Plus aufgespalten.
Speaker: Und dann gibt es andere Transporter im meistens weiterhin hergelegenen Dünndarm, das
Speaker: Die funktionieren über sogenannte Transporttaschen, die erkennen diese Aminosäurenverbindung und sagen, hey cool, Glycin, Valin, Lysin habe ich schon alles gesehen, dich nehme ich mit und nimmt die komplette Verbindung mit direkt bis in die Darmzelle.
Speaker: Und dort kann dann das enzymatisch aufgespalten werden.
Speaker: Und das Schöne ist halt, ich habe dann das Zink erst in der Darmzelle als 2-Plus-Version vorliegen, so wie der Stoffwechsel es braucht.
Speaker: Und ich habe gleichzeitig auch schon eine Versorgung mit Aminosäuren.
Speaker: Das heißt, ich kann mir beides nutzbar machen.
Speaker: Und der Uptake von diesen Elementen, da kommt es auch ein bisschen auf die Verbindungsform an.
Speaker: Es gibt organische Verbindungen, die sind besser oder schlechter.
Speaker: Das ist aber dann wirklich, da sind wir beim Feintuning.
Speaker: Da sind wir zwischen 75 bis 98 Prozent Aufnahme.
Speaker: Was natürlich, wenn wir wieder über das Beispiel 100 Milligramm Zink,
Speaker: In der Tagesration sind, da sind wir natürlich gleich bei der fast doppelten Versorgung.
Speaker: Also das, was wirklich auch im Pferd ankommt.
Speaker: Also ich sage mal, die teure Kacke, die da hinten wieder rausgeht, die ist da deutlich geringer.
Speaker: Jetzt möchte ich da nochmal einhaken.
Speaker: Welche Auswirkungen kann es denn haben, wenn mein Pferd eben so langfristig zu wenig von den Zusatzelementen bekommt?
Speaker: Was kann denn da nochmal bei rauskommen?
Speaker: Also wenn es langfristig unterversorgt ist, obwohl ich jetzt irgendwie ein teures Mineralfutter füttere, heute habe ich es auch nicht so mit dem Sprechen.
Speaker: Welche Auswirkungen kann denn so eine Unterversorgung haben auf das Pferd?
Speaker: Also was du ja ganz häufig siehst, sind halt so Themen wie, die sind ein bisschen müde, die sind im Fellwechsel vielleicht nicht so schnell wie die Kumpels.
Speaker: Oder es ist auch häufig die, wo man sagt, naja, der hat immer so eine leichte Marke oder der ist einfach auch vielleicht anfälliger für große Mückenstichreaktionen oder solche Themen.
Speaker: Schlechtes Hornwachstum, weil auch das ist natürlich, finde ich, oder auch generell, es ist ein ganz großer Indikator dafür, wie gut ist mein Körper versorgt.
Speaker: Weil wenn man es aus der, ich sage mal, Überlebenssicht und Evolution betrachtet,
Speaker: Der Körper hat ja unendlich viele Vorgänge, die alle gleichzeitig ablaufen müssen im Optimalfall.
Speaker: Wenn ich jetzt diesen Optimalfall nicht optimal versorge, also ich fange an und habe zu wenig, ich habe einen Mangel über längere Zeit von verschiedenen Stoffen, dann sagt der Körper, okay, ich fange an, die Aufgaben, die am unwichtigsten für mich sind, nicht mehr so effizient zu gestalten, weil ich diese Elemente, die ich noch nutzen kann,
Speaker: für das nutze, was wirklich essentiell ist.
Speaker: Wie zum Beispiel, die Zinkversorgung macht über 300 verschiedene Stoffwechselwege.
Speaker: Unter anderem ist es das Hauptelement für die Hämoglobinbildung, für das Häm-Bausteinchen.
Speaker: Und dieses Bausteinchen muss gebildet werden, sonst kann ich keinen Sauerstoff transportieren.
Speaker: Und das ist dann das, also der fährt quasi immer weiter zurück auf die wirklich wichtigen Vorgänge.
Speaker: Und das äußert sich dann natürlich in so Themen wie Hautprobleme, Hornprobleme,
Speaker: teilweise wirklich Leistungseinbußen, solche Sachen.
Speaker: Ja, da fällt mir jetzt spontan mein Konzert ein, der ja Eczema ist und sowieso so ein bisschen angeschlagen ist an der Haut und im Immunsystem.
Speaker: Dazu fällt mir ein, dass mir eben aufgefallen ist, immer im Fellwechsel vom Winter zum Sommerfell ist er einer der Letzten, der dann das Sommerfell bekommt.
Speaker: Er hat jetzt noch die restlichen Winterhaare und wir haben jetzt Juni.
Speaker: Und er ist immer noch nicht fertig.
Speaker: Und ich habe dann immer so gemeint, ja, das ist eigentlich jedes Jahr so, der ist halt in dem Sinn langsamer.
Speaker: Und jetzt, wo du das gerade gesagt hast, kam ja das gerade.
Speaker: Vielleicht hat der einfach länger schon auch eine Unterversorgung gehabt, obwohl er bei mir ja eigentlich immer Mineralfutter bekommen hat.
Speaker: Kann sehr gut sein.
Speaker: In dem Fall vom Eczema, das ist ja sehr multifaktoriell, kommt halt noch dazu, durch das Eczem ist natürlich der Stoffwechsel nochmal mehr belastet.
Speaker: Vor allem die Entgiftungsphasen.
Speaker: Der Körper muss einfach viel mehr leisten.
Speaker: Das heißt, ich sage mal, mein Durchschnittsverbrauch, auf dem mein
Speaker: Körper normalerweise optimal laufen würde, der ist deutlich höher, weil ich ja eine höhere Belastung habe, durch einfach diese allergische Reaktion, die zu dem Juckreiz führt.
Speaker: Und da kommt halt wieder im Spiel, ich verbrauche dadurch einfach mehr, ich habe einen höheren Bedarf und dann werden halt so Funktionen wie Fellwechsel einfach langsamer.
Speaker: Und das bedeutet im Gegenschluss auch, dass Leute, die zum Beispiel immer Pferde haben mit schlechten Hufen, da auch nochmal genau hingucken können und sagen können, okay, vielleicht gibt es doch nochmal eine Stellschraube, wo man das Ganze optimieren kann.
Speaker: Und vielleicht muss das Pferd gerade an Hufqualität sparen, weil es die Ressourcen woanders braucht.
Speaker: Und wenn man mit der Fütterung ein bisschen optimiert, dass dann vielleicht auch die Hufqualität wieder deutlich besser wird.
Speaker: Finde ich interessant, weil ganz viele Leute sehen das Hufproblem als erstes und füttern dann was wegen der schlechten Hufe.
Speaker: Aber denk nicht, vielleicht muss ich generell überlegen, was mache ich eigentlich?
Speaker: Ja, den Effekt sehe ich ganz oft.
Speaker: Ich werde auch ganz oft gefragt, hast du ein Huf-Produkt?
Speaker: Und dann fange ich auch an und sage, naja, wir fangen mal andersrum an.
Speaker: Was kriegt denn Pferd denn überhaupt?
Speaker: Also wo sind wir denn?
Speaker: An welchem Startpunkt legen wir überhaupt los?
Speaker: Da kommt wieder das Thema, das Pferd von innen zu stärken.
Speaker: Das ist ja mit allem so.
Speaker: Wenn ich jetzt beim Eczem nur von außen Cremes drauf schmiere, aber sonst nichts ändere, dann wird es vermutlich langfristig auch nicht besser werden.
Speaker: Und ich meine, gerade Hufwachstum ist ja was, was auch länger geht und was ich nicht innerhalb von zwei Wochen wegfüttern kann.
Speaker: Und das Thema Immunsystem zum Beispiel ist auch sehr, sehr interessant, weil ich meine, wie oft kann man irgendwo Futter kaufen, die explizit auf das Immunsystem, auf die Hufe, auf das Haar abzielen.
Speaker: Und das sind ja alles Themen, die uns, ich meine, gut, wie viel Behangen mein Pferd hat, sollte mir jetzt natürlich nicht zu wichtig sein.
Speaker: Aber gerade die anderen Dinge, ich meine, Hufe, das ist schon relevant, weil den Hufschmied alle acht Wochen oder alle vier Wochen kommen zu lassen, macht halt dann doch auch einen Unterschied, ne?
Speaker: Wie siehst du denn das Thema Kurweise was zu füttern?
Speaker: Ich meine, das ist ja auch riesig und es wird einem, wenn man da irgendwie mal googelt oder auf Instagram unterwegs ist, dir wird ja alles Mögliche angezeigt an Hufkuren, Ekzemkuren, Fellkuren, Leberkuren, alles, was ich irgendwann irgendwie füttern muss, am besten alles nacheinander oder gleichzeitig.
Speaker: Wie ist es denn, muss ich zusätzlich Kuren machen?
Speaker: Macht das Sinn, wenn mein Pferd, sagen wir mal, sonst ausreichend mineralisiert ist?
Speaker: Oder sind das auch eher Mythen, die eher Verkäufe fördern sollen?
Speaker: Die Frage finde ich echt gut, Bellen.
Speaker: Das ist immer die Frage, woraus betrachte ich das?
Speaker: Aus welcher Perspektive fütter ich generell einfach immer nur Kuchen, weil ich halt mich einfach noch nicht mit dem Bedarf meines Pferdes auseinandergesetzt habe und es einfach nicht besser weiß und denke mir, ach Gott, ja, der braucht unbedingt die Leberkur zum Fellwechsel, ist ja ganz beliebt.
Speaker: Auch da ist der Punkt,
Speaker: Die Leber kann ihre ganzen Stoffwechselprozesse nur ablaufen lassen, wenn sie genug Faktoren hat.
Speaker: Und diese Faktoren sind immer entweder enzymatisch bedingt und auch diese sind am Ende über Spuren, Mengen, Elemente und Vitamine und Aminosäuren zu decken.
Speaker: Der Körper kann mit nichts anderem arbeiten.
Speaker: Das ist quasi der Grundbaustein, den ich überhaupt für alles brauche.
Speaker: Und ja, ich bin ein Fan davon, je nach Pferdetyp.
Speaker: zu sagen, ich fütter auch mal kurweise.
Speaker: Ich bin auch ein ganz großer Freund der Phytotherapie, also reine bei Kräutern, weil auch das hat eine Daseinsberechtigung, auch das hat eine Wirkung, auch das funktioniert.
Speaker: Aber man muss es kombiniert sehen.
Speaker: Also der Grundbedarf für mein Pferd muss gedeckt sein.
Speaker: Und ja, ich kann kurweise sagen, okay, ich möchte der Leber helfen, ich möchte schauen, ob ich da vielleicht etwas für die Gelenke tun kann, ob ich für das Herz-Kreislauf-System was tun kann.
Speaker: Aber wenn ich aus der Perspektive komme, zu sagen, okay, ich versuche es mal mit der und der Kur, damit das verschwindet,
Speaker: dann bin ich am falschen Ansatz, weil ich dann immer ja den Grundbedarf außer Acht lasse.
Speaker: Und ich glaube, das ist mit einer der Mythen, der sich so wacker hält.
Speaker: Dieses Heu reicht oder Heulage reicht, braucht nichts mehr.
Speaker: Und es wird natürlich sehr gerne als Verkaufsargument genutzt, dass man sagt, ja, mit der zum Beispiel Haut- und Fellkur wird dann alles gut.
Speaker: Ich glaube, wenn es so wäre, dass es wirklich so funktioniert, dann hätten wir A, viel weniger verschiedene Hersteller, die diesen Weg wählen würden und B,
Speaker: wir hätten halt auch weniger Leute, die dieses Problem hätten.
Speaker: Also dann wäre es ja irgendwann eliminiert.
Speaker: Ja, und dort, wo es um Geldverdienen geht, wollen wir das ja nicht eliminieren.
Speaker: Ist jetzt ein bisschen ketzerisch vielleicht, aber es hat ja auch eine Komponente, die gefährlich werden kann.
Speaker: Wenn man jetzt, ich glaube, beim Selen ist es das Thema, was fast jeder schon mal was davon gehört hat, man kann das Pferd auch überversorgen beziehungsweise vergiften.
Speaker: Ja.
Speaker: Wo gibt es denn da noch so Fälle, in denen Überversorgung gefährlich werden kann?
Speaker: Also ich sollte eben nicht einfach alles, möglichst viel reinfüttern.
Speaker: Also da muss man auch nochmal ganz klar sagen, dafür gibt es von dieser Futtermittelverordnung auch ganz klare Grenzwerte, wie viel das Futter pro Kilogramm maximal enthalten darf von einem bestimmten Element.
Speaker: Gerade, wie du sagst, sie lehnt, weil es schnell auch bei Überfütterung toxisch sein kann.
Speaker: Man kennt das zum Beispiel auch bei Kupfer, da sind aber die Grenzwerte weitaus höher gelegen als bei Selen.
Speaker: Jetzt ist es aber auch so, dass man auch da wieder hinschauen muss, da kommt wieder dieser Punkt mit, was wird denn genau gefüttert, also welche Verbindungsform wird gefüttert, anorganisch, organisch.
Speaker: Zum Beispiel bei Selen, wenn ihr auf euer Etikett schaut, dann lest ihr wahrscheinlichst überall Natriumselenit.
Speaker: Das ist das günstigste Selensalz, was es gibt.
Speaker: Anorganische Selensalzverbindung ist wirklich Standard.
Speaker: Problem ist, die dissoziiert unglaublich schnell und gerade Selen wird sehr stark resorbiert vom Körper.
Speaker: Und da ist ein, ich sage mal, nicht so stark reglementierter Mechanismus drauf wie zum Beispiel bei Eisen.
Speaker: Das heißt, ich kann über Natriumselenit sehr schnell in eine Überversorgung geraten.
Speaker: Also wenn ich jetzt zum Beispiel denke, der hat ja im Blutbild so wenig Selen, ich fütter dem mal eine Monokur nur Selen.
Speaker: Und ich wähle dann ein Präparat, was zum Beispiel Natriumsillenit enthält, weil ich es nicht anders weiß und natürlich auch es mir so verkauft wird.
Speaker: Ich erlebe auch regelmäßig.
Speaker: dass Tierärzte Dinge empfehlen und oder verkaufen, die nicht a, funktionieren und b, die das Problem sogar verschlechter, um das am Rande zu erwähnen.
Speaker: Aber wenn ich das zum Beispiel mache und sage, ich habe so Sorge, mein Name ist fett, braucht ja Selen und dann würde ich sogar hingehen und sagen, okay, ich fütter vielleicht meine doppelte Dosis, weil ich das für gut finde, dann kann ich halt mit dem Natriumselenid sehr schnell in eine Überversorgung kommen, die toxisch ist.
Speaker: Das gibt es auch bei Kupfer.
Speaker: Und da ist eigentlich das Gefährliche,
Speaker: Das kennt ihr bestimmt auch.
Speaker: Meistens ist es in Form von Salzlecksteinen.
Speaker: Minerallecksteine sind meistens gelb oder rot.
Speaker: Manche sind auch ein bisschen gräulich.
Speaker: Das Problem ist, um das als Salz leckbar zu machen, damit das Pferd da auch dran geht, muss sich eine anorganische Salzverbindung wählen.
Speaker: Dort ist sehr häufig Kupfersulfat und Kupfer als Oxid drin.
Speaker: Teilweise sehr hohe Teile Natrium, Chlorid.
Speaker: Und wenn das Pferd das leckt und damit das arbeitet, dann entsteht sehr oft Kupferchlorid als großer Bestandteil.
Speaker: Kupferchlorid ist stark lebertoxisch, das Pferd kann damit nichts anfangen und es ist für das Pferd gefährlich.
Speaker: Wird aber leider sehr häufig unterschätzt.
Speaker: Das bedeutet, du würdest deinen Pferden keine Mineralbar anbieten, so wie es auch eine Zeit lang im Trend war.
Speaker: Melanie, kennst du die Mineralbars?
Speaker: Ja, ja, da kannst du halt null kontrollieren, was das Pferd aufnimmt.
Speaker: Und wenn du noch sagst, da entstehen dann auch noch toxische Stoffe, dann ist es natürlich super kontraproduktiv.
Speaker: Aber das Pferd nimmt sich doch einfach das, was es braucht.
Speaker: Du musst es nicht kontrollieren.
Speaker: Genau, wie ist es denn?
Speaker: Es gibt ja wirklich die Gerüchte, ja, mein Pferd frisst das, was es wirklich braucht.
Speaker: Ich gehe mit dem Pferd auf Kräuterwanderung oder ich biete dem Pferd irgendwas an und das Pferd frisst nur das, was es braucht.
Speaker: Wenn ich mal von meinem Pferd ausgehe, von Halas Djatna, die frisst sicherlich, also sie ist der Meinung, sie braucht das alles, was sie frisst, aber sie braucht das mit Sicherheit nicht alles, was sie frisst, sonst wäre sie nicht so dick, wie sie jetzt ist.
Speaker: Deshalb bin ich da ein bisschen, tue ich mich schwer mit solchen Aussagen.
Speaker: Ich glaube, dass man da etwas romantisiert, was gar nicht so romantisch ist.
Speaker: Ja, man hat bei zum Beispiel Beobachtungen von Wildpferden, Mustangs in den USA oder auch die Kamana was in Neuseeland.
Speaker: Das sind wirklich Wildpferde, die sind nie domestiziert worden, die waren nie in Gefangenschaft.
Speaker: festgestellt, die laufen kilometerweit, um bestimmte Bodenmineralien abzulecken, also um zum Beispiel einen Eisengehalt zu bekommen.
Speaker: Ja, grundsätzlich gibt es mit Sicherheit diesen Instinkt, aber das, was wir als Reitpferde zu Hause haben, ist in den seltensten Fällen ein wirkliches Wildpferd.
Speaker: Das heißt, wir haben das schon sehr lange selektiert genetisch.
Speaker: Also da sind ja schon ohne Ende Generationen davor.
Speaker: Das heißt, dieser Effekt ist deutlich kleiner und
Speaker: Ja, klar, ich suche mir, was ich brauche, aber warum brauche ich das jetzt?
Speaker: In dem Fall von deiner Stute zum Beispiel, ich finde es spannend, dass du das erwähnt hast.
Speaker: Sie ist übergewichtig, sie ist dick.
Speaker: Das heißt, der Körper hat ein Stoffwechselproblem.
Speaker: So, und jetzt versucht sie, alles zu fressen, was sie finden kann, wahrscheinlich in der wagen Hoffnung, dass ihr Körper mehr Stoffwechselleistung fahren kann.
Speaker: Das ist nämlich genau das, was man sehr häufig bei den dicken Pferden beobachten kann.
Speaker: Wenn man die vernünftig mineralisiert und vitaminisiert und der Stoffwechsel anfängt, arbeiten zu können, A, nehmen sie ein bisschen ab und B,
Speaker: Heißhunger halt auf.
Speaker: Die hören auf, alles zu fressen.
Speaker: Das habe ich sehr oft bei meiner eigenen und bei den Kundenpferden erlebt, weil halt der Körper sagt, ich muss doch irgendwie hinbekommen, dass das funktioniert und dann fresse ich halt einfach alles.
Speaker: Das heißt, irgendwo gibt es diesen Instinkt, aber der ist halt nicht selektiv.
Speaker: Das heißt, der Körper kann nicht sagen, mir fehlt Eisen, ich gucke mal jetzt, was ich da finden kann.
Speaker: Das heißt, der ist unspezifisch.
Speaker: Und am Ende bei unserer, ich sag mal, domestizierten Pferdegeschichte,
Speaker: bleibt halt nicht viel übrig.
Speaker: Und das Pferd hat ja nicht die Möglichkeit, diesem Instinkt so intensiv nachzugehen, dass es auch vielleicht ein Feedback dazu bekommt, weil wir es halt nicht tausend Kilometer laufen lassen können, weil wir es nicht immer fressen lassen können und weil dieser Instinkt halt mittlerweile sehr reduziert ist.
Speaker: Also instinktmäßig sind unsere domestizierten Pferde eher so auf dem Niveau Toastbrot, können wir da mal um diese Pferde festhalten.
Speaker: Wenn man das so ausdrücken will, denke ich schon, ja.
Speaker: Ich finde das mega interessant, aber ich will hier jetzt mal ein bisschen reingrätschen, weil wir haben schon ganz schön viel, ganz schön, ganz schön nerdy Stuff abgedeckt hier.
Speaker: Wir sind schon sehr tief ins Thema eingetaucht, was ich sehr toll finde.
Speaker: Danke dir, Katrin.
Speaker: Ich würde aber sagen, unsere Hörerinnen machen jetzt mal kurz eine mentale Denkpause, verwerten das, was sie gehört haben, überlegen mal, ob ihre Pferde vielleicht auch zu dick sind, weil sie auf der Suche sind,
Speaker: nach mehr Stoffwechsel-Unterstützung.
Speaker: Oder vielleicht ist das eine oder andere auch einfach noch ein bisschen hungrig on top.
Speaker: Also beim Hamir beobachte ich das auch, Melanie.
Speaker: Ich bin sehr gespannt, ob der vielleicht magisch auch noch mal ein bisschen abnimmt.
Speaker: Aber ich glaube, da stehen die Chancen schlecht.
Speaker: Aber ich würde sagen, dass wir uns vielleicht...
Speaker: noch ein paar anderen fütterungstechnischen Themen widmen in einer neuen Folge und hier erstmal kurz das Thema ruhen lassen.
Speaker: Einmal kurz das alles verarbeiten und uns dann nochmal zusammensetzen für die zweite Folge, in der es dann mit Sicherheit auch noch mehr Praxistipps gibt und noch mehr Mythen, die aufgelöst werden.
Speaker: So ist es.
Speaker: Und zusammenfassend für alle, die jetzt immer noch nicht genau wissen, was sie machen sollen, geht es darum zu überlegen, welchen Grundbedarf hat mein Pferd, was frisst mein Pferd grundsätzlich an Grundfutter und dann, wie kann ich den Bedarf auffüllen mit einem geeigneten Zusatzfutter, damit wir dann nicht ins Defizit oder nicht in den Überschuss kommen.
Speaker: Und alles weitere gibt es dann in Folge 2.
Speaker: Bis dann in Folge 2.
Speaker: Musik Musik Musik


