Transcript
Speaker: Das ist schon etwas, wo ich das Gefühl habe, das funktioniert.
Speaker: Und das ist gut.
Speaker: Und das macht Hoffnung.
Speaker: Es gibt in unserem Berufsstand eine wahnsinnige Energie für das Thema.
Speaker: Und gerade bei den jüngeren Kollegen und Kolleginnen gibt es die.
Speaker: Und die wird sich irgendwann durchsetzen.
Speaker: Bauwende Deep Dive, der Podcast mit Hinrich und Sandra.
Speaker: Wir sind zwei Bauwende-Aktivistinnen und wollen der Frage auf den Grund gehen, wie wir die Bauwende ins Rollen bekommen.
Speaker: Hallo Hinrich!
Speaker: Hallo Sandra.
Speaker: Und ich begrüße jetzt auch unseren Gast.
Speaker: Wir haben nämlich einen Gast da.
Speaker: Und ich habe mir das jetzt aufgeschrieben, weil ich ja schon mal bei einem Podcast offenbar alles falsch gesagt habe, war nonkonform.
Speaker: Und deswegen lese ich das jetzt heute mal vor.
Speaker: Also wir freuen uns, dass wir Wiebke Ahus begrüßen dürfen in der heutigen Episode.
Speaker: Sie ist Architektin BDA, Partnerin bei LXSY oder LXSY.
Speaker: Sie ist Vizepräsidentin sowohl der Architektenkammer Berlin als auch der Bundesarchitektenkammer.
Speaker: Ihr beruflicher Weg hat sie über leitende Positionen bei Max Dudler, David Chipperfield, Henning Glasson eben bis jetzt zu LXSY geführt.
Speaker: Und dort steht zirkuläres Bauen und Planen im Mittelpunkt.
Speaker: Deswegen freuen wir uns sehr, dass du heute gekommen bist, dass wir dich einladen durften und du zugesagt hast, es wird um Reuse gehen, es wird um Bestand gehen, es wird um neue Prozesse gehen, um der klimagerechten Baupraxis gerecht zu werden.
Speaker: Es wird aber auch um Führung gehen,
Speaker: Vielleicht wird es auch um die Frage gehen oder sicher auch um die Frage gehen, wie ist die Perspektive der Frauen in der Bauwende?
Speaker: Ein Thema, das uns immer wieder auffällt und über das wir gerne sprechen wollen.
Speaker: Und dann würde ich doch vorschlagen, du stellst dich mal vor und erzählst mal, wer bist du, wo bist du hergekommen und wie bist du dahin gekommen, wo du heute bist?
Speaker: Herzlich willkommen, Wiebke.
Speaker: Hallo, Wiebke.
Speaker: Herzlichen Dank.
Speaker: Danke für die Einladung.
Speaker: Ja, ich bin Architektin, habe in Dortmund und in Dresden studiert und mein Weg führte mich über Köln und ein paar Stationen in der Schweiz, dann irgendwann an den Berliner Standort von Max Dudler, wo ich lange gearbeitet habe und ich bin schnell in leitende Positionen gekommen.
Speaker: Also ich habe schnell Projektleitung von Großprojekten gemacht, der Sielpost damals, also der Pädagogischen Hochschule dort.
Speaker: Und dann war ich lange bei David Chipperfield Architects, wo ich auch sehr unterstützt worden bin von zwei Geschäftsführenden, Harald Müller und Eva Schaadt, die es mir erlaubt haben, da ein eigenes Entwurfsteam zu führen, mit denen wir den Wettbewerbsbeitrag Richard Strauss Straße in München gewonnen haben.
Speaker: Das war eine ganz tolle Erfahrung mit einem fantastischen Team.
Speaker: Da ist jetzt bald Richtfest, insofern ist es wieder für mich sehr präsent.
Speaker: Und ja, dann über weitere Stationen bin ich eben in diese Partnerschaft eingestiegen.
Speaker: Margit Sichrovski und Kim Le Roux haben LXSY gegründet und haben nach fast zehn Jahren dann eben darüber nachgedacht, wie geht es weiter.
Speaker: Margit Sichrovski hat eine Professur angenommen, was natürlich auch immer eine gewisse Auswirkung auf das Problem hat.
Speaker: was die Partnerschaft dann bedeutet.
Speaker: Und insofern machte das eben Sinn, sich da zu verstärken.
Speaker: Abgesehen davon waren verschiedene VGV-Verfahren gewonnen worden und Wettbewerbsbeteiligungen standen an, sodass ich dann hier eingestiegen bin.
Speaker: Und ich hatte schon in meinen vorherigen Projekten viel mit dem Thema Bestandstransformation zu tun.
Speaker: Also sowohl die Sielpost ist ein Thema, was eben auf einer
Speaker: Struktur eines alten Postverteilungszentrums aufbaute.
Speaker: Das war das Projekt bei Max Dudler, an dem ich viel gearbeitet habe.
Speaker: Und auch bei Chipperfield war es eben ein großes Anliegen für mich, diese Themen Nachhaltigkeit da weiterzuführen oder stärker auch zu integrieren in die Projekte.
Speaker: In diesem großen Projekt Molland in Paris gibt es eine Bestandstransformation, Gewerbe zu Wohnen unter anderem.
Speaker: Es ist Mixed-Use, aber Wohnen ist ein großes Thema.
Speaker: Auch das war ein Gebäude der späten 50er Jahre, das transformiert worden ist.
Speaker: Das ist zwar im Wesentlichen aus Beton, aber es hatte eben viele Themen dabei.
Speaker: Wiederverwendung mit dem Büro Encore-Hheureux in Frankreich und eine Grauwasseranlage auf dem Dach und so weiter.
Speaker: Das sind Themen gewesen, die mich umgetrieben haben und von denen ich mich auch gefragt habe, wie können wir die eigentlich besser integrieren in den Strukturen, in denen ich damals war.
Speaker: Danke dir.
Speaker: Und diese Strukturen, in denen du damals warst, da war es, also kann ich mir vorstellen, dass es schwieriger war, als vielleicht jetzt in der Partnerschaft das umzusetzen?
Speaker: Oder ist das nur so ein Eindruck, den man so von außen gewinnt?
Speaker: Das Thema Bestandstransformation ist eines, was beiden Büros am Herzen lag.
Speaker: Sowohl Max Dudler als auch David Schipperfield Architects haben das Thema Bestandstransformation.
Speaker: Und ich denke auch, das Thema Wiederverwendung ist bei Schipperfield natürlich auch angelegt, gerade mit so einem Gebäude am Kupfergraben.
Speaker: dem Haus Bastian da, da ist Backstein in der Fassade wiederverwendet und so.
Speaker: Also die Themen waren schon immanent in den Büros verortet, aber ich habe dann gerade bei diesem Projekt Molland gemerkt, wir hatten die Beteiligung von Encore Heureux, wir haben diesen Bauteilkatalog bekommen, als wir gerade die GU-Ausschreibung fertig hatten.
Speaker: dass da einfach ganz viel Arbeit notwendig ist an den Prozessen, um diese Themen überhaupt wirklich zu integrieren.
Speaker: Und gerade auch mit dem Thema Holzhybrid und so weiter gab es vorher noch nicht so eine starke Auseinandersetzung in den Wettbewerbsentwürfen.
Speaker: Da war sicherlich dieses Thema Bestand ein größeres.
Speaker: Und ich muss sagen, dass ich natürlich irgendwie durch die
Speaker: Die Berufserfahrung, die ich auch bereits hatte, als ich in diesen Büros gearbeitet habe, in einer Lage war, wo ich die Möglichkeit hatte, mit jüngeren KollegInnen zusammen, für die das Thema oft viel brennender noch und viel präsenter war, auch aus ihrer Ausbildung heraus, dass ich da viele Möglichkeiten hatte, Themen umzusetzen.
Speaker: Kann ich mir total vorstellen, so mit so jungen Architektinnen, dass man da noch mal so viel, also viel mehr Schwung so reinbekommt.
Speaker: Wenn du, also wir sprechen ja so über Bauwände, magst du uns teilen, wie du für dich Bauwände denn definierst?
Speaker: Was heißt es denn für dich?
Speaker: Für mich ist es im Wesentlichen so ein Umdenken des Kontextes, in dem wir sind, glaube ich.
Speaker: Also womit startet eigentlich ein Entwurf künftig?
Speaker: Da habe ich auch unter anderem in meiner Zusammenarbeit mit den Landschaftsarchitekten unheimlich viel gelernt, den Landschaftsarchitektinnen bei Henning Larsen auch, dass so diese ganze Frage, wie
Speaker: entsteht dieses Projekt auf dem Boden, auf dem es steht, eigentlich eine ganz große Relevanz hat, das Thema Versiegelung, das Thema Biotopflächenfaktor, dass das Elemente sind, mit denen wir uns, also ich mich im Studium gar nicht auseinandergesetzt habe mit dieser Thematik und die Entscheidung, wie die Kubatur eines Baukörpers städtebaulich eingefügt wird, nicht in dieser Ebene gedacht worden ist.
Speaker: Also ich glaube, es kommt eben eine neue Komplexität dazu durch die Bauwende,
Speaker: wie wir über Bauen nachdenken.
Speaker: Es gibt eine städtebauliche Dimension, es gibt eine hochbauliche Dimension und natürlich diese Materialdimension, die wir hier auch ganz stark leben, wo wir eben den Anspruch haben, mit dem zu bauen, was schon da ist, soweit es eben geht in den Rahmenbedingungen, in denen wir sind.
Speaker: Aber dass wir über nachwachsendes Material nachdenken, dass wir Bestandsstrukturen wiederverwenden und dass wir eben auch mit Bauteilen in die Wiederverwendung kommen.
Speaker: Und diese Bauwende, dieses Nachdenken darüber, hat, glaube ich, auch viel damit zu tun, wie am Ende dann auch Arbeitsstrukturen tatsächlich funktionieren, wie der Umgang miteinander ist, wie wir in der Lage sind zu kollaborieren und wie wir auch in der Lage sind, die Fachexpertise wertzuschätzen.
Speaker: Ich glaube, das sehen eigentlich alle gerade, die das so ein bisschen verfolgen, dass wir politisch da eine sehr widersprüchliche Situation haben.
Speaker: Dass wir irgendwie einerseits aus EU-Regelungen ganz stark diese Themen von Treibhausgasgesetz und Klimaanpassung, Klimawandel, Klimakrise, die thematisiert sind, aber in der Umsetzung dann in die Kaskaden sozusagen, da wahnsinnig viel blockiert wird.
Speaker: Und das ist ein ganz großer Widerspruch gerade, der spürbar ist.
Speaker: Ja, da gibt es jetzt zahllose Fragen, die mich jetzt einfach mal interessieren würden.
Speaker: Vielleicht fangen wir nochmal einen Schritt zurück bei euch im Büro, in deiner Partnerschaft LXSY.
Speaker: Was ist da, also ihr macht ja, ich nehme es so wahr, dass ihr in der Öffentlichkeit sehr stark wahrnehmbar seid, auf eine tolle Art.
Speaker: Was ist so euer Fokus?
Speaker: Du hast es ein bisschen angedeutet, es geht so um diese Wiederverwertbarkeit, Reuse.
Speaker: Vielleicht kannst du da nochmal ein bisschen weiter einsteigen.
Speaker: Du hast davon gesprochen, es braucht völlig neue Prozesse.
Speaker: Also wir haben es bei uns im Büro geschafft, dass wir aus alten Treppenstufen Tische gebaut haben.
Speaker: Aber das hat ja nichts mit Skalierung zu tun.
Speaker: Da lernt man darüber, wie komplex es ist.
Speaker: Aber ich will gar nicht von uns erzählen, sondern das interessiert mich wahnsinnig.
Speaker: Und ich könnte mir vorstellen, auch viele der Zuhörenden,
Speaker: Wie geht ihr daran?
Speaker: Weil da soll es ja hingehen.
Speaker: Ja, und das ist eben, glaube ich, so dieser große Schritt, den Kim und Margit damals gemacht haben.
Speaker: Und das haben die ja schon entwickelt, bevor ich hier eingestiegen bin.
Speaker: Und ich habe das in Vorträgen gesehen, dass sie sich nicht mit der Fragestellung beschäftigt haben, rein wie gestalten wir das einzelne Projekt, sondern strukturell gedacht haben und überlegt haben, wie betten wir eigentlich dieses Thema Wiederverwendung in die bislang linearen Planungsprozesse ein.
Speaker: Und wozu führt das eigentlich, wenn wir das tun?
Speaker: Und das dann auch zu visualisieren, damit in die Kommunikation zu gehen,
Speaker: Und das auch zu verinnerlichen, sodass man auch in der Lage ist, mit den Projektbeteiligten darüber ins Gespräch zu kommen.
Speaker: Das ist, glaube ich, die wesentliche Errungenschaft meiner Partnerinnen gewesen.
Speaker: Und das hat mich auch fasziniert an dem Büro.
Speaker: Und wie wir das leben im Büro ist natürlich so, dass wir ganz grundsätzlich erstmal hauptsächlich angesprochen werden, uns an Wettbewerben zu beteiligen oder Projekte zu machen, in denen dieses Thema eine Relevanz hat.
Speaker: weil wir natürlich Querbezüge herstellen können.
Speaker: Also über unsere einzelne Projektarbeit hinaus sind wir in Beiratspositionen, wo das Thema dann zum Beispiel Verknüpfung, Wiederverwendung und Handwerk eine Rolle spielt.
Speaker: Oder wir haben eben auch Aufträge, wo wir für öffentliche, auftraggebende Strukturen bauen.
Speaker: visualisieren für deren eigene Abteilung innerhalb der öffentlichen Hand, wie man mit dem Thema Wiederverwendung umgeht.
Speaker: Und dadurch haben wir natürlich einen gewissen Wissensschatz.
Speaker: Wir kennen auch die Grenzen der Themen und die Hürden, sodass wir eine Kommunikationsgrundlage da haben.
Speaker: Wir haben verschiedene Pilotprojekte, an denen wir arbeiten.
Speaker: Die sind zum Beispiel die Jugendfreizeitstätte,
Speaker: In München am Helene-Wessel-Bogen oder hier in Berlin haben wir einen sozialen Wohnungsbau, der als Pilotprojekt für Wiederverwendung bei einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft läuft.
Speaker: Und in Kehlheim, einer bayerischen Kommune, ein Finanzamt, was eben sehr intensiv auf diese Aspekte Ressourcenschonung betrachtet wird.
Speaker: Und aus denen ziehen wir dann das Wissen.
Speaker: Da würde ich tatsächlich gerne mal ins Detail gehen, weil für uns ist das so ein großes Rätselraten.
Speaker: Wie, also zum einen, wie habt ihr das hinbekommen, dass Bauherren auf euch zukommen und genau das wollen?
Speaker: Also wir arbeiten auch für Öffentliche, für die Bayernheimen, die Münchner wohnen.
Speaker: Grüße gehen raus, sind wir sehr dankbar dafür, dass wir für die arbeiten dürfen.
Speaker: Aber da ist es jetzt nicht gerade so, dass jemand zu uns kommt und sagt, wir interessieren uns für Reuse, geschweige denn für regenerative Materialien, ja, aber da beobachten wir teilweise sogar eher einen Rollback aufgrund der wirtschaftlichen Zwänge, wäre auch nochmal ein Thema für später.
Speaker: Aber wie sieht das konkret aus, wenn ihr sagt, also ich habe verstanden, es sind in erster Linie Pilotprojekte, die ihr da bearbeitet.
Speaker: Das heißt, ihr geht dorthin und entwickelt gemeinsam Prozesse.
Speaker: Ihr arbeitet mit Concula zusammen, mit wem auch immer.
Speaker: Also beschreibt mal konkret, welche Materialien verwendet ihr, wie implementiert ihr diese Prozesse?
Speaker: Wie kommen wir dazu?
Speaker: Vielleicht zu deiner ersten Frage.
Speaker: Das ist, glaube ich, im Wesentlichen dieses erste, ich würde sagen, das Leuchtturmprojekt des Büros gewesen.
Speaker: Das ist diese Transformation des alten Fastlagers da auf dem Rollbergareal, das Circular House für das Impact Hub.
Speaker: Da ist ein Prototyp entstanden, wo eben in einem wahnsinnigen Umfang wiederverwendet worden ist mit der
Speaker: Ja, auch keine No-Gos, würde ich sagen.
Speaker: Also da gibt es eben auch die Kabeltrassen, die aus der Wiederverwendung kommen, Lüftungskanäle, die gesäubert worden sind und wieder eingesetzt worden sind.
Speaker: Also alles, was eigentlich ständig nicht geht, ist da gezeigt, dass es geht.
Speaker: Brandschutztüren gemeinsam mit Andreas Flock wieder in die Verwendung gebracht und solche Themen.
Speaker: Also ich glaube, dass dieses Projekt, also das Circular House, ist der wesentliche Baustein oder der Grundstein, den Kim und Margit gelegt haben,
Speaker: für diese Sichtbarkeit und auch für den Beweis, also den Beweis anzutreten, was möglich ist.
Speaker: Und das ist an der Stelle natürlich ein sehr mutiger, intrinsisch überzeugter privater Bauherr gewesen, der eben an der Stelle wirklich viele Risiken auch auf sich genommen hat.
Speaker: Und das ist natürlich ein Thema,
Speaker: was jetzt nach wie vor, würde ich sagen, noch nicht gelöst ist.
Speaker: Und wir natürlich in den Projekten für die öffentliche Hand auch an diese Knackpunkte stoßen.
Speaker: Also die, die wir kennen und zu denen wir bis zu einem gewissen Grad fachlich beraten können, aber natürlich nicht juristisch beraten können.
Speaker: Deswegen sind auch oft an der Stelle in diese Pilotprojekte auch Juristen involviert, die sich mit dem Kreislauf gerechten Bauern auseinandersetzen.
Speaker: Und insofern ist es
Speaker: auch in jedem Projekt ein forschen, wie weit kann man gehen.
Speaker: Und dann gibt es eben die, ich würde mal sagen, so die low hanging fruits, wo wir wissen, da ist kein Verwendbarkeitsnachweis möglich.
Speaker: Das kann man einfach umsetzen und die Themen, die ein bisschen komplexer sind in der Umsetzung.
Speaker: Und ich muss aber auf der anderen Seite auch sagen, dass gerade so bei diesen Themen,
Speaker: Also wir haben zum Beispiel ein Projekt, wo eben Stahl in die Wiederverwendung kommt oder ein Projekt, wo Altholz in die Wiederverwendung kommt.
Speaker: Dass diese Frage auch, wenn das eine tragwegs relevante Rolle spielt von Verwendbarkeitsnachweisen, ist,
Speaker: Ich kenne dieses Thema aus den Büros, in denen ich früher gearbeitet habe.
Speaker: Da ging es nur nicht um Wiederverwendung, sondern da ging es um eine wahnsinnig hohe Glasscheibe oder um eine abgerundete Glasscheibe, die auch eine Brandschutzfunktion haben sollte oder solche Themen.
Speaker: Also das Thema Verwendbarkeitsnachweise erwirken,
Speaker: durch eine Zustimmung im Einzelfall.
Speaker: Das ist ja nicht neu in der Architektur.
Speaker: Und gerade in den designgetriebenen Büros sind diese Grenzen immer ausgereizt worden von dem, was nach Standards möglich ist.
Speaker: Und das ist jetzt ein anderer Kontext, in dem wir das machen oder ein anderer Purpose, könnte man sagen, für den wir das einsetzen.
Speaker: Aber ich glaube, dass man umso mehr Gründe dafür hat, diese Grenzen auch auszuloten.
Speaker: Die Werkzeuge liegen schon auf der Hand.
Speaker: Wir haben uns tatsächlich darüber genau im Vorgespräch, Hindrich und ich, über diese Zulassungsthemen auch unterhalten.
Speaker: Und Hindrich hat so eine Liste im Gespräch gehabt, welche alle Zulassungen es gibt.
Speaker: Und natürlich sind sie nicht unbekannt, aber ich glaube,
Speaker: Es ist so ein komplexes Thema, dass ich jetzt für mich als Architektin sagen muss, aus dem Stegreif könnte ich es nicht runterbeten.
Speaker: Gibt es denn da über die Kammer oder gibt es da Wissen, das ihr als LXSY zur Verfügung stellt?
Speaker: Gibt es da von der Kammer, also in deiner anderen Rolle, Wissen, wo man sowas gut sich aneignen kann?
Speaker: Also das Rundum-Sorglos-Paket, glaube ich, gibt es nicht und kann es nicht geben, weil das ja auch immer Länderrecht ist oder zum Teil auch sogar kommunales Recht, was dann die Verwendbarkeitsnachweise betrifft oder die Frage nach den verwaltungstechnischen Vorschriften da eine Rolle spielt.
Speaker: Also das ist...
Speaker: Nach wie vor ist es wirklich ein komplexes Thema.
Speaker: Das braucht man auch gar nicht, oder ja, ich würde das auch gar nicht kleinreden, dass es eine Komplexität hat.
Speaker: Und nichtsdestotrotz ist es möglich, weil die Fragestellung, die ja dabei immer so ein bisschen mitschwingt, ist,
Speaker: Wer ist denn bereit, diese Materialhaftung zu übernehmen?
Speaker: Wer ist denn bereit, einen Haftungsausschluss zu unterschreiben?
Speaker: Also das muss man sich ja an der Stelle fragen, weil es natürlich nicht so ist, dass man das nicht tun kann.
Speaker: Also die Denkmalpflege arbeitet oft mit Elementen, die auch schon mal eingebaut worden sind, die keine CE-Produktnachweis haben oder so und so.
Speaker: Das kennt man aus dem ländlichen Raum auch, dass irgendwo liegen noch die Fliesen, da soll das bausalzgestellte Material eingebaut werden und so weiter.
Speaker: Also es ist nicht so, dass es nicht möglich ist, aber inzwischen ist dieser Fokus auf die Risiken im Bauen aus meiner Perspektive so groß geworden, gerade bei der öffentlichen Hand.
Speaker: Also man möchte eigentlich so eine ganz große Sicherheit haben,
Speaker: Keinerlei Wartung am besten, keine komplexen Details, die man so nicht schon in einem anderen Projekt mal gesehen hat.
Speaker: Und an der Stelle wird es dann natürlich schwierig, weil da setzt eben dann das zirkuläre Bauen an.
Speaker: ja an, dass wir gerade eben auch Details entwickeln, die wir versuchen auch plastikfrei zu entwickeln, die wir versuchen so zu entwickeln, dass man das Gebäude auch nach dem Lebenszyklus wieder auseinanderbauen kann.
Speaker: Und da sind unter Umständen Details dabei, die nicht immer schon so gemacht worden sind.
Speaker: Und da braucht es, glaube ich, einfach mehr wieder diese
Speaker: Eigenverantwortlichkeit innerhalb der einzelnen Bearbeiter, auch bei der öffentlichen Hand, da auch mal zu sagen, ja, aber ich weiche jetzt sie ab aus gutem Grund.
Speaker: Und diese Priorität davon, warum weicht man denn ab, und die ist möglicherweise immer noch bei den
Speaker: Design-Issues präsenter, dass jemand sagt, ich will eine über-hohe Brandschutztür, hier mache ich jetzt mal einen Brandtest.
Speaker: Der dauert und der kostet.
Speaker: Das ist allen klar.
Speaker: Aber warum ist das nicht klar, wenn man jetzt den Holzbalken wiederverwendet?
Speaker: Warum ist das dann jetzt ein Punkt, wo man sagt, wir machen das nur mit der Wiederverwendung, wenn es günstiger wird?
Speaker: Also wo kommt diese Erwartung her?
Speaker: Das ist eine ganz eigenartige Vermischung von diesem Thema Innovation, klimagerechtes Bauen und Kostenthematik.
Speaker: Und das sehen wir auch bei diesen Kosteneinsparvorschlägen, die jetzt vom Bundesministerium veröffentlicht worden sind, wo auch das Thema ressourcenschonendes Bauen dann als ein Kosteneinsparpotenzial auftaucht, wo ich einfach das Gefühl habe, dass... Nicht verstanden, ne?
Speaker: Ja.
Speaker: Aber da würde ich jetzt gerne nochmal nachhaken, weil ich meine, das ist ja im Grunde der Grund unseres Podcastes, weil wir stoßen genau an diese Grenzen und du hast es vorhin so formuliert, die designgetriebenen Büros, die haben da Erfahrung mit.
Speaker: Wir machen sozialen Wohnungsbau hauptsächlich oder geförderten Wohnungsbau.
Speaker: Die sind definitiv eine Aufgabe, die nicht designgetrieben ist.
Speaker: Aber auch da wollen wir das ja umsetzen.
Speaker: Natürlich kann es designgetrieben sein, aber von der Motivation her, von den Vorgaben her, ist ganz stark der Fokus darauf, wir müssen in diesem und jenem Kostenrahmen bleiben.
Speaker: Und auch da denke ich ja, im Sinne von Aufgabe falsch verstanden, es sind ja gerade eben auch in diesen Strategien Einsparungspotenziale in meinen Augen vorhanden.
Speaker: Also eben auch das anders über Kosten denken.
Speaker: Also wenn ich Dinge weglasse, dann spare ich ja auch Kosten, die ich dann vielleicht woanders wieder investiere im Sinne einer besseren Qualität, zum Beispiel einer nachhaltigen Qualität.
Speaker: Aber ich frage mich schon, wenn ich jetzt zur Bayernheim gehe,
Speaker: Wie kriege ich das da hin?
Speaker: Also uns ist es noch nicht wirklich gelungen.
Speaker: Es ist eher so, dass es zurückgedreht wird.
Speaker: Ich mache da niemandem einen Vorwurf daraus.
Speaker: Wir stecken in genau dieser gleichen wirtschaftlichen Klemme.
Speaker: Fördergelder werden jetzt um zwei Drittel reduziert, beispielsweise.
Speaker: Da ist auch eine große Unklarheit, wie das eigentlich funktionieren soll.
Speaker: Gleichzeitig würde ich da gerne noch mal ein bisschen einsteigen.
Speaker: Wie...
Speaker: Das ist ja die Aufgabe, die wir uns fragen.
Speaker: Wie kommt die Bauwende ins Rollen?
Speaker: Wie machen wir allen Beteiligten klar, da müssen wir jetzt ein bisschen mutiger sein?
Speaker: Ja, es geht um dieses Thema Verantwortung.
Speaker: für die Bauteile, für die Wandaufbauten und so weiter, wobei ich gelernt habe, dass diese, wie nennt sie sich, D-I-B-T, also diese Stelle, die diese Zulassungen dann ja, also diese Prüfung vornimmt und Zulassungen erteilt, übernimmt ja auch keine Haftung.
Speaker: Also die Haftung bleibt ja bestehen, wenn ich das richtig verstehe.
Speaker: Jetzt habe ich wieder viele Fragen gestellt, aber ich würde da gerne nochmal im Detail dranbleiben.
Speaker: Darum geht es ja, daran scheitern wir.
Speaker: Ja, also ich würde über diese Kostenthematik einmal kurz den Blick einmal weiten, weil diese Kostendiskussion, die wir im Moment führen, das ist ja eine, die hat eine Struktur.
Speaker: Und die Struktur ist so, dass wir an der Stelle eben nicht den gesamten Lebenszyklus von Kosten betrachten, sondern wir betrachten im Moment den Erwerb von hergestellten Material und die Verarbeitung sozusagen in diesem Bereich.
Speaker: Das ist das, was bei uns in den Baukosten am Ende steht.
Speaker: Und wenn wir diesen Blick weiten würden, und das ist jetzt natürlich nicht an uns und nicht an dem unmittelbaren Auftraggebenden, aber das wäre die Richtung, in die sich diese Betrachtung verschieben müsste, dann müssten wir gucken, was hinterlassen wir für einen Schaden mit dem, was wir da tun.
Speaker: Wir müssten eigentlich mitkalkulieren, was sind die Umweltfolgen von dem Material, die Umweltfolgen dieser Herstellung, möglicherweise auch des Transports und was kostet uns vor allem auch am Ende die Entsorgung von einem Material, was wir möglicherweise nicht wiederverwenden können.
Speaker: Und wenn wir diesen gesamten Zyklus betrachten würden, dann wären Baukosten ja ganz anders gelagert.
Speaker: dann wäre ja so ein wiederverwendeter Stahlträger auf einmal wahnsinnig, hätte ein wahnsinniges Potenzial in der Kostenberechnung.
Speaker: Und das hat der Stahlträger tatsächlich auch schon jetzt, weil eigentlich ist so dieses ganze Thema Wiederverwendung von Metall,
Speaker: ist ja schon relativ gut aufgesetzt, würde ich mal sagen.
Speaker: Also es gibt eben einen Schrottpreis bereits für Altmetall.
Speaker: Also da gibt es schon so ein paar Anhaltspunkte, wo man sagen kann, da kann man in das Thema Wiederverwendung reinkommen.
Speaker: Und ja, man braucht dann eben im Moment, so wie es jetzt im Moment strukturiert ist, noch diese zusätzlichen Kosten für eine Beurteilung des Materials, für die Möglichkeit, dass es wieder eingesetzt wird und dafür einen Verwendbarkeitsnachweis.
Speaker: Und das kostet ein bisschen Geld und Zeit, ja.
Speaker: Aber grundsätzlich ist jetzt zum Beispiel das Thema Wiederverwendung von Stahl, kann durchaus eine Kostenersparnis sein, weil wir eben wiederverwendeten Stahl bekommen können zu einem Schrottpreis.
Speaker: Und wenn man das gegenüberstellt zu einem Neumaterial, kann man da zum Beispiel schon sehen, da gibt es eigentlich eine Chance auf Kostenersparnis.
Speaker: Bei anderen Stellen ist das schwieriger.
Speaker: Je nachdem, wie die Wiederaufbereitung ist, dann kommen diese ganzen Unsicherheitsfaktoren dazu, dass man...
Speaker: von Anfang an nicht genau weiß, findet man genug von diesem Material in der Situation, in der wir sind.
Speaker: Es ist zwar genug Material da, da braucht sich niemand Sorgen drüber machen.
Speaker: Bei dem, was wir alles abreißen, für jedes gerade errichtete Bauwerk werden wir wahrscheinlich was finden.
Speaker: Das Problem ist nur, dass dieser Matching-Prozess noch nicht funktioniert.
Speaker: Das Matching in Time von Material zu dem Projekt, was du hast,
Speaker: Das ist ja noch nicht professionalisiert, dass man sozusagen damit wirklich planen kann oder dass auch der Auftraggebende damit wirklich planen kann und man dem eine endgültige Sicherheit geben kann, ja, das gesamte Altholz für deine Fassade wird zum Zeitpunkt X erledigt.
Speaker: durch lokalen Abbruch gedeckt sein.
Speaker: Weil die Frage ist eben, dass wir zwar da sein, so physisch, in Realität, aber dass das an deiner Lagerstätte landet, das können wir im Moment noch nicht garantieren.
Speaker: Das ist im Moment einfach natürlich eine Unsicherheit.
Speaker: Also es gibt diese Unsicherheiten in diesem Prozess weiterhin.
Speaker: Und trotzdem gibt es ja die Projekte, die belegen, dass es gelingen kann.
Speaker: Das sind ja nicht nur Projekte von uns.
Speaker: Also gibt es, glaube ich, ein Büro, ich glaube, die Kollegen heißen Asuna, die jetzt auch in Sachsen so eine Altholzfassade gemacht haben, wo man sehen kann, diese...
Speaker: Die Mittel sind da, die Ressourcen sind da, die wir wiederverwenden können.
Speaker: Und nur durch diese Projekte, die jetzt auf die Spur kommen, wird auch dieses Matching irgendwann zu einem Geschäftsmodell werden.
Speaker: Und das ist aber natürlich ein Appell an die Menschen, die daran drehen können, so eine Kostenbetrachtung zu verändern.
Speaker: Und das sind nicht wir, sondern das sind natürlich politische Entscheidungen, die da getroffen werden müssen, damit so etwas umgesetzt wird.
Speaker: Hast du eine Frage?
Speaker: Ich hätte ganz viele Fragen, die ich da anknüpfen kann, weil ich finde, genau darum geht es ja.
Speaker: Also womit fange ich mal an?
Speaker: Also fangen wir mal mit der einfachen Frage an.
Speaker: Was sind die low hanging fruits?
Speaker: Low-Hanging-Fruits sind Materialien, die in der jeweiligen Kommune, wenn wir jetzt von öffentlichen Auftraggebenden sprechen, keinen Verwendbarkeitsnachweis erfordern.
Speaker: Da muss man sich mit den verwaltungstechnischen... Welche sind das?
Speaker: Das ist eben in jeder Kommune unterschiedlich.
Speaker: Man muss sich einmal mit den verwaltungstechnischen Vorschriften auseinandersetzen und kann zum Beispiel sehen, in vielen Bereichen, ich sage jetzt mal das, was so häufig ist, häufig ist die Wetterschichtfassade, hat keine Anforderungen.
Speaker: Also das heißt, dass eine Altholzfassade oder eine Fassade aus wiederverwendeten Faserzementplatten oder Metall- oder Glaselementen möglich sein kann.
Speaker: Dann haben wir das Thema Innentüren ohne Anforderungen zum Beispiel.
Speaker: Das ist ein ziemlich einfacher Case, wo man sagen kann, da kann man in eine Wiederverwendung kommen.
Speaker: Diese Bauelemente finden.
Speaker: Dann gibt es das ganze Thema Belege, also Bodenbelege zum Beispiel.
Speaker: Gerade Naturstein in der Wiederverwendung kann man sehr gut nachbehandeln, um die jeweilige Rutschfestigkeitsklasse zu erzielen, indem man dann eben das jeweilige Verfahren anwendet auf diesem Naturstein.
Speaker: Das sind alles Bereiche, also auch sozusagen vandalismussichere Wandbelege, das sind alles Elemente, da kann man eigentlich loslegen.
Speaker: Und wie funktioniert das, wenn, also da geht es ja auch schon um Prozesse, also wer organisiert diese Materialbeschaffung, nenn ich es mal, wer macht das?
Speaker: Also macht es das Architekturbüro, gibt es dafür einen Fachplaner, wird da Concula beauftragt oder ähnliche Unternehmen?
Speaker: Also wenn wir, also wir würden es ja sofort... Du meinst das, wenn LXSY das umsetzt?
Speaker: Zum Beispiel, ja, also oder wenn wir Bauvorhaben sagen und wir sagen, wir wollen jetzt hier gebrauchte Türen einbauen, was ist der nächste Schritt, wenn die sagen, ja, macht mal?
Speaker: Also da gibt es jetzt sozusagen den Idealfall, den ich skizzieren kann und die Realität.
Speaker: Ich würde kurz mit dem Idealfall starten, weil ich glaube, das ist ein Thema, wir machen das zwar als Büro, aber ich glaube, die Vision sollte eigentlich sein, dass es dafür eben Strukturen gibt und zwar in jeder Kommune möglichst.
Speaker: Und dass wir an der Stelle eben gebündelt tatsächlich so was haben wie so Materialhöfe, wo man sagen kann, man kann dieses Material finden und ein Materialmatching, wo relativ schnell klar wird, wo wird gerade was abgerissen und was sind jetzt auch, sagen wir mal, Bauteile, die nicht Platz finden in so einem Materiallager, sondern dass die Größe überschreitet.
Speaker: Und diese Strukturen sind noch nicht so aufgebaut.
Speaker: Es gibt eben erste Strukturen.
Speaker: Pilotprojekte, Prototypen, Second Bau zum Beispiel, die sowas machen.
Speaker: Labeur in Oerlikon ist so ein Fall.
Speaker: Auch in München gibt es ein Pilotprojekt, wo eine kommunale Bauteilbörse aufgebaut wird.
Speaker: sehen, dass überall diese Elemente, auch die BIM hier in Berlin hat, das Urban Mining Hub und so weiter, da gibt es überall schon diese Bemühungen und ich hoffe, dass die eben wirklich irgendwann zu diesem Zustand führen, dass wir diese Frage gar nicht stellen, weil eigentlich jeder von uns das weiß, wo wir dieses Material herkriegen.
Speaker: Die Realität sieht im Moment so aus, dass das bei uns fast in jedem Projekt ein bisschen anders ist.
Speaker: Also es gibt Projekte, da starten wir, da möchte jemand bei einem halb eingefallenen ehemaligen Hofensemble die Bauteile wieder nutzen für den Neubau, der da entsteht.
Speaker: Das heißt, die liegen eigentlich vor Ort.
Speaker: Das heißt, wir haben einen Prozess.
Speaker: Rückbauprozess, bei dem wir gucken müssen, welches Material können wir noch verwenden, wird aufbereitet, wird wieder eingebaut.
Speaker: Also da ist sozusagen die Vorortverwendung.
Speaker: Dann gibt es Projekte, bei denen wir mit Kommunen arbeiten, die das als Pilotprojekt betreiben und ganz klar sagen, wir wollen hier Material verwenden, was kommunal als Abbruchmaterial anfällt.
Speaker: Und dieses Material lagern wir auch.
Speaker: Also wir bauen Witterungsschutz auf und in diesem Witterungsschutz wird Abbruchmaterial aus der Kommune eingelagert, um dann später eingesetzt zu werden.
Speaker: Es gibt auch öffentliche Auftraggebende, die sagen, auch wir wollen das, wir nennen das an der Stelle, in situ wieder verwenden, also auf der Baustelle.
Speaker: Wir haben einen Teil, den wollen wir umstrukturieren, dann nehmen wir den Innenausbau raus.
Speaker: Diese Gipskartonplatten sollen dann in der neuen Arbeitswelt wieder zum Einsatz kommen, zum Beispiel.
Speaker: Und dann gibt es das ganze Feld Materialbörsen.
Speaker: Und natürlich ist Concula ein Player, der da unterwegs ist.
Speaker: Es gibt aber auch weitere Materialbörsen, die findet man alle online.
Speaker: Das ist so eine Möglichkeit, wo ich aber im Moment auch sehe, das ist natürlich nicht immer in der großen Menge verfügbar automatisch.
Speaker: Concula ist ja auf dem Markt auch ein Player, die dann durchaus auch selber aktiv in die Suche gehen, in die Materialsuche.
Speaker: Also zum Beispiel sagen, wir brauchen, keine Ahnung, 2000 Quadratmeter Wellblech für eine zirkuläre Fassade und sich dann auf die Suche machen und sagen, an welchen Stellen wird denn gerade Wellblech in großem Umfang abgerissen.
Speaker: Wir stellen Kontakt her.
Speaker: Und kümmern uns auch um Lagerung und Transport.
Speaker: Also ja, da gibt es unterschiedliche Wege, zum Ziel zu kommen im Moment.
Speaker: Das ist noch nicht gestreamlined.
Speaker: Und es ist auch noch nicht so, dass man das Gefühl hat, es läuft alles absolut reibungslos.
Speaker: Aber es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, da heranzugehen.
Speaker: Ja, und das Schöne ist ja auch, es ist eben noch ein, vielleicht ist es nicht mehr die Pionierphase, weiß ich nicht, aber es ist zumindest noch eine frühe Phase.
Speaker: Und danach sehnen wir uns ja auch, weil das ja so ein bisschen Möglichkeiten für neue Geschäftsmodelle vielleicht auch generieren kann.
Speaker: Also die Perspektive...
Speaker: Finde ich, macht mir zumindest Spaß, die einzunehmen.
Speaker: Es ist mir noch nicht gelungen, da den Hebel wirklich zu finden, wo ich sage, okay, jetzt verdiene ich damit Geld und es läuft.
Speaker: Aber ich sehe das da, absolut, dass das funktionieren kann.
Speaker: Ich habe noch jede Menge Fragen.
Speaker: Hast du noch?
Speaker: Ich habe noch gewartet, wann ich zu Wort komme.
Speaker: Ja, entschuldige bitte.
Speaker: Überhaupt nicht.
Speaker: Das ist doch gut.
Speaker: Je mehr Fragen, umso mehr können wir eintauchen.
Speaker: Wie jetzt, oh Gott.
Speaker: Also wie, wenn du in der Kammer da aktiv wirst oder in den Kammern, also in der Berliner Architektenkammer und auch in der Bundesarchitektenkammer, wie treibst du da das Thema Bauwende voran oder was macht die Kammer, was trägt die dazu bei?
Speaker: Also die Berliner Architektenkammer hat in der alten Amtszeit aus diesem Arbeitskreis Nachhaltigkeit heraus diesen Leitfaden AVI Zirkulär entwickelt.
Speaker: Da hat die Margit Sichrovski, meine Partnerin, ganz wesentlich daran mitgeschrieben.
Speaker: Gibt es auch viele Grafiken, die aus unserem Büro kommen, die sich auch mit diesen Themen beschäftigen.
Speaker: Kosten und Termine und so weiter auseinandersetzen.
Speaker: Da ist schon viel Arbeit reingeflossen, auf die wir auch aufbauen.
Speaker: Und darüber hinaus treibe ich das Thema voran, indem ich auf der Ebene der Bundesarchitektenkammer den Ausschuss erfolge.
Speaker: Nachhaltigkeit begleiten darf, von Präsidiumsseite, sagen wir da an der Stelle.
Speaker: Und aus diesem Arbeitskreis heraus hat sich jetzt eben auch dieser Wunsch entwickelt, eine Projektgruppe gerade zu diesem Thema zirkuläres Bauen, Ressourcenschonung zu gründen, um genau an diese Fragen, die ihr auch vorhin gestellt habt, zu den Themen Haftung und so weiter,
Speaker: da noch näher ranzukommen und noch klarere Forderungen auch in Richtung Politik zu formulieren, beziehungsweise, was man vielleicht auch gar nicht nur Forderungen nennen, sondern zum Teil, glaube ich, auch so eine Aufklärungsarbeit Hilfestellung.
Speaker: Weil die Themen sind wahnsinnig komplex.
Speaker: Ich habe auch so ein gewisses Verständnis dafür, dass das, was da immer alles berührt wird oder die Hürden, die da sind, dass das auch dazu führt, dass dann wieder ein großer Abstand von den Themen genommen wird, weil man das Gefühl hat, man kann vielleicht mit anderen Mitteln schneller mehr erreichen.
Speaker: Ich habe aber den Eindruck, dass es total wichtig ist, an diesen Baustellen, an diesen dicken Brettern zu bohren, weil diese ganz schnellen, einfachen Antworten wie
Speaker: Wir lösen die Wohnungskrise durch serielles Bauen mit Großkonzernen in GÜ-Verfahren oder so.
Speaker: Die bergen halt total viele Risiken, die sich Politik im Moment auch nicht richtig bewusst ist.
Speaker: Also diese Abhängigkeit, die da entsteht, von wenigen Playern auf dem Markt zum Beispiel.
Speaker: Das habe ich in Frankreich gesehen bei diesen bietenden in GÜ-Verfahren.
Speaker: Das ist eben mit Risiken auch verbunden, wenn man sich so weit entfernt von dieser Komplexität.
Speaker: und stattdessen scheinbar einfache Lösungen vorzieht.
Speaker: Und diesen agilen Mittelstand, den wir hier haben, diese Struktur mit den vielen kleinen Büros,
Speaker: Das ist ein wahnsinniger Wert, das ist ein wirtschaftlicher Wert auch letztendlich, der eben eine große Unabhängigkeit darstellt, in dem, wie wir die Fragen unserer Bauwende lösen können.
Speaker: Also wenn wir über Wohnungsbau nachdenken und wenn wir dieses Transformationsbarometer, ich weiß nicht, ob ihr das kennt von der Bundesstiftung Bauakademie, wenn man sich da so ein bisschen anguckt.
Speaker: Ja.
Speaker: wie im Moment das Thema Bestand zum Beispiel schon gerankt ist.
Speaker: Ich muss mal ganz kurz nachfragen, weil ich auch mich jetzt, ich kenne es nicht.
Speaker: Kannst du es bitte mal kurz erläutern?
Speaker: Gerne.
Speaker: Und wir machen ja auch Shownotes, also solche Dinge würden wir dann im Nachgang gerne, also was genau ist das?
Speaker: Das kriegt ihr als PDF umsonst online.
Speaker: Das ist eine große Umfrage im Grunde genommen, wo es eine Kooperation gab von der Bundesstiftung Bauakademie mit der Bundesarchitektenkammer, der Handwerkskammer, aber auch der Bauindustrie und der Ingenieurkammer, wo gefragt worden ist, wo stehen wir eigentlich mit der Transformation?
Speaker: Ein bisschen anderes Wort für Bauwende, würde ich jetzt mal sagen.
Speaker: Also der Wandel eigentlich unserer Branche in all diesen Bereichen.
Speaker: Und was eben total spannend ist, daran zu sehen, ist, dass dieses Thema Bestandsumbau einen wahnsinnig großen Anteil bereits der Auftragslage ist.
Speaker: Einnimmt der Büros, aber auch des Handwerks.
Speaker: Und an der Stelle, glaube ich, müssen wir genau hingucken und sagen, wenn wir diese Bauwende ernst meinen, dann sind eben ganz viele Bauaufgaben und zunehmend Bauaufgaben im Bestand.
Speaker: Wie ist es eigentlich umsetzbar mit diesen scheinbar einfachen Lösungen,
Speaker: Man produziert möglichst große Stückzahlen und geht damit um.
Speaker: Wie kann man da eigentlich mit dem Bestand umgehen?
Speaker: Das ist total schwierig, weil man beschäftigt sich eigentlich dann in einem Kontext, der individuelle Lösungen braucht.
Speaker: Stattdessen ist so mein Angang dazu, dass ich den Eindruck habe, dass man sich damit auseinandersetzen muss politisch, dass sich das Thema umfasst.
Speaker: Baukosten in gewisser Weise verschiebt, dass wir nämlich in den 700er Baukosten, also in dem, was unsere Planungshonorare sind, künftig einen größeren Anteil haben als vielleicht die überschlägigen Prozente, die da bislang so angenommen werden, bei dem Thema Baumaterialien vielleicht möglichst weniger künftig.
Speaker: Und dass sich dadurch aber Projekte anders darstellen und dass es eben mehr Wissensarbeit braucht und weniger Produktion von Material und dass das ein erstrebenswertes Ziel ist, das ist natürlich der herstellenden Industrie jetzt nicht so nah, diese Argumentation.
Speaker: Aber letztendlich ist das das, wenn wir über Kreislaufwirtschaft sprechen und auch Kreislaufwirtschaft im Bau sprechen, muss das eigentlich das Thema sein, dass wir künftig weniger Material einsetzen, um mehr Fläche zu erzeugen.
Speaker: Da sind auch wieder ganz viele Themen drin.
Speaker: Das ist super.
Speaker: Also ich greife mal ein paar Themen auf, die ich kann jetzt immer nur aus unserer Büropraxis sprechen.
Speaker: Aber du hast sie angesprochen, deswegen glaube ich, dass es nicht nur unserem Büro so geht.
Speaker: Also wir sind ja schwerpunktmäßig im Wohnungsbau und wir beobachten beide Veränderungen.
Speaker: Also immer mehr Auftraggeber sind TUs, GUs und so weiter.
Speaker: an die wir uns auch da große Dankbarkeit, ja, die sorgen für unser Brot-und-Butter-Geschäft.
Speaker: Also ich bin sowieso kein Freund davon, Fronten aufzubauen, sondern ich möchte Strukturen verstehen.
Speaker: Interessanterweise sind die auch ziemlich aktiv im Bestand.
Speaker: Also da würde ich, das würde ich so ein bisschen in Frage stellen, ob da nicht auch serielle Lösungen im großformatigen Maßstab zum Teil denkbar sind, auch gerade wenn wir von diesen Bürostrukturen sprechen, die beispielsweise in Wohnen umgebaut werden.
Speaker: passieren da spannende Dinge, dass wir serielle Bäder, die aus dem Schiffsbau kommen, in großformatige Gebäude wieder einsetzen.
Speaker: Also das ist ja seriell.
Speaker: Da sprechen wir dann von großen Stückzahlen.
Speaker: Ist für mich eine spannende Entwicklung.
Speaker: Und ich hätte eine These, und da würde mich deine Meinung interessieren, weil wir immer hier wieder auch über das Geldsystem diskutieren und inwieweit das Geldsystem einen Einfluss auf die Bauwende beispielsweise hat.
Speaker: Meine These wäre, seit die Zinsen steigen, wird es eigentlich nachhaltiger im Hinblick auf den Bestand, weil Investoren es sich nicht mehr leisten können, abzubrechen.
Speaker: Das ist zumindest eine Erfahrung, die mir jetzt schon häufiger gespiegelt wurde.
Speaker: Und ich habe das noch nicht zu Ende gedacht, was das bedeutet.
Speaker: Aber ja, diese Entwicklung beobachten wir auch ganz klar.
Speaker: Unser Anteil an Bauen und Planen im Bestand wird immer größer.
Speaker: Also meine Frage habe ich, glaube ich, noch gar nicht formuliert, aber diese These, in welche Rolle spielt das Geldsystem bei dem Ganzen?
Speaker: Ich weiß nicht, ob man das so schnell beantworten kann.
Speaker: Ich kann vielleicht nur so aus dem, was ich so berufspolitisch verfolgt habe, sagen, dass auch bei diesem Investorengipfel, bei dem diese Kosteneinsparmaßnahmen der Bundesregierung vorgestellt worden sind, da hatte ich vorhin schon mal kurz drüber gesprochen, dass da auch Ressourcenschonung als Kosteneinsparung eben auftaucht.
Speaker: dass an der Stelle auch aus der Sicht von Entwicklern und Finanzierern viel darüber gesprochen worden ist, dass das eigentliche Problem der Krise unserer Bauwirtschaft nicht die steigenden Baukosten aktuell sind.
Speaker: Sondern dass das mit den Zinsen zu tun hat.
Speaker: Also dass so dieser Wunsch auch, natürlich wird das weitergereicht, diese Thematik, dass es wirtschaftlich werden muss und es wird dann eben auch bei den Baukosten sozusagen immer ein großes Thema.
Speaker: Aber dass es eigentlich um diesen Zinsverlauf geht über die letzten Jahre.
Speaker: Und das im Grunde genommen der Anhaltspunkt oder der Ansatz müsste eigentlich das Thema Finanzierung sein.
Speaker: Ich glaube, dann gibt es einen viel größeren Hebel.
Speaker: Aber das ist natürlich auch nicht unsere, sage ich mal, unser Angang, unsere Expertise.
Speaker: Es ist nur so, dass wir eben so spüren,
Speaker: Wir können eigentlich mit Kosteneinsparmaßnahmen kaum das auffangen, was an dem ehemaligen Profit nicht mehr da ist.
Speaker: Das kriegen wir so gar nicht hin aus unserer Disziplin heraus.
Speaker: Das sind natürlich trotzdem so Themen wie Gebäudetyp E und so.
Speaker: Das sind, finde ich, total wichtige Impulse, die wir aus der Architektenschaft, aus den Kammern heraus der Politik geben können.
Speaker: Aber diese Themen der Finanzwirtschaft,
Speaker: zu lösen sozusagen.
Speaker: Da können wir eben wenig Einfluss drauf nehmen.
Speaker: Da müssen wir darauf hinweisen.
Speaker: Aber das sind natürlich Baustellen, an denen wir mit unserer Fachexpertise nicht so gut aufgehoben sind.
Speaker: Und das andere Thema ist ja auch zum Beispiel jetzt bei dieser Fördermaßnahme Gewerbe zu wohnen.
Speaker: Das berührt dann eben für diejenigen, die das machen wollen.
Speaker: Es ist zwar toll, dass es gefördert wird,
Speaker: Letztendlich scheitern die aber oft bei dieser Umnutzung von Gewerbe zu Wohnen an steuerrechtlichen Themen.
Speaker: Und auch da wieder berühren wir dann so ganz andere Bereiche, wo wir auch gar nicht so innerhalb von unseren Ansprechpartnern wieder agieren können.
Speaker: Wo wir merken, das muss eigentlich woanders gelöst werden, das Problem.
Speaker: Jetzt bist du dabei total immer so positiv, also großartig und gleichzeitig schlage ich mich, also es hat ja das Potenzial, auch einfach frustriert zu sein und zu sagen, unsere Einflussmöglichkeit endet irgendwie bei der Aufklärungsarbeit.
Speaker: wo wir sagen können, diese Möglichkeiten gibt oder die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung ist aktuell einseitig, also indem sie nur die Baukosten betrachtet und nicht den ganzen Zyklus mit betrachtet, da können wir beraten.
Speaker: Und gleichzeitig, jetzt geht es mir wie hin, dass ich die Frage nicht auf den Punkt bekomme.
Speaker: Wo finden wir den Hebel?
Speaker: Eigentlich eher so, wie schaffst du es da positiv zu sein?
Speaker: Ich will es eigentlich eher in diese Richtung drehen.
Speaker: Ich sehe einfach, dass sich total viel verändert.
Speaker: Also ich gucke ja jetzt so auf...
Speaker: 24 Jahre Berufsleben zurück und ich spüre eine totale Wirksamkeit mit dem, was wir machen.
Speaker: Und ich sehe auch eine Wirksamkeit in der Berufspolitik.
Speaker: Das ist natürlich alles nicht genug und man kann sich da auf nichts ausruhen und vieles ist dramatisch und macht einen auch in Teilen wütend.
Speaker: Gerade so diese Verschleppung von der HWAI Novellierung und den Kostenkennwerten, wo man denkt,
Speaker: Welcher Branche gibt es das eigentlich, dass wir nicht mal einen Inflationsausgleich innerhalb dieser Honorarordnung bewilligt bekommen und das nicht einfach durchrauscht, sondern dass das so ein Riesendiskussionspunkt wird und das auch so polemisch benutzt wird und irgendwelche Spezialkases dann genommen werden, dass in irgendeiner speziellen Honorarzone
Speaker: in einem bestimmten Kostenkennwert, eine Steigerung, die überproportional wäre.
Speaker: Also man hat so das Gefühl, es gibt so eine Haltung gegenüber unserem Berufsstand, die einfach überhaupt nicht angemessen ist gegenüber dem, was der Berufsstand eigentlich
Speaker: aus sich heraus leistet und sich der Gesellschaft verpflichtet fühlt und immer wieder diese Diskussionen führt und die auch in die Öffentlichkeit bringt.
Speaker: Da wünsche ich mir viel mehr Solidarität sozusagen mit den Menschen, die sich dieser Arbeit widmen, weil es ist ja in allen
Speaker: Statistiken belegt, dass das eigentlich ein Studiengang ist mit einer wahnsinnigen Komplexität, dass es wahnsinnige Haftungsrisiken gibt in unserem Berufsstand und dass wir im Verhältnis dazu eben ganz unten in der Honorar- und dann auch Gehaltsskala sind.
Speaker: Das sind natürlich Missstände, die nicht
Speaker: zu Unrecht auch die Angestellten immer wieder anprangern.
Speaker: Aber das liegt natürlich an dieser Honorierung, die einfach nicht mehr funktioniert, die gerade jetzt auch kleinere oder mittlere Gebäude praktisch nicht mehr auskömmlich darstellt, wo man einfach...
Speaker: Ich verstehe auch manchmal gar nicht, weil wir sind natürlich ein kompetitiver Berufsstand und das wird ja auch genutzt, dass die Kriterien eben oft die Wirtschaftlichkeitskriterien in Vergaben sind und die Kollegen sich untereinander unterbieten und Nachlässe auf eine längst veraltete HRI mit Kennwerten aus den Zehnerjahren sich beziehen, wo man wirklich das Gefühl hat, das geht eigentlich gar nicht mehr.
Speaker: Das geht eigentlich nur noch für Strukturen,
Speaker: die querfinanzieren quasi, also große Projekte, kleine Projekte.
Speaker: Diejenigen, die sich mit kleinen Projekten aufbauen müssen, die haben einfach wahnsinnig schlechte Startchancen in Deutschland.
Speaker: Und also, um vielleicht ein bisschen zu sagen, warum hast du so gute Laune dabei?
Speaker: Ich habe auch oft genug Wut oder Ärger, der aber mich eben dazu antreibt, für diese Themen auch zu argumentieren.
Speaker: Und ich sehe einfach, das ist, finde ich, an diesem freien Beruf
Speaker: Das ist total cool, dass wir diese Zugänge haben.
Speaker: Dass wir die Möglichkeit haben, über Beteiligung, das sind ganz basale demokratische Prozesse, über Beteiligung,
Speaker: in Ämter zu gelangen, innerhalb dieser Ämter auch zu agieren und mit Ansprechpartnern in der Industrie zu sprechen, in der Verwaltung, in der Politik zu sprechen.
Speaker: Wir haben eine Möglichkeit und dieses Spüren von dieser Wirksamkeit und den Diskussionen, die daraus entstehen und vielleicht auch dem, was ihr vorhin auch so an Sichtbarkeit geschrieben habt, weil die Sichtbarkeit braucht es, damit diese Themen gesellschaftlich diskutiert werden.
Speaker: Das ist schon was, wo ich das Gefühl habe, das funktioniert.
Speaker: Und das ist gut.
Speaker: Und das macht Hoffnung.
Speaker: Und dann sehe ich ganz viele KollegInnen, die sich auf dem Feld tummeln.
Speaker: Ihr macht diesen Podcast.
Speaker: Ich finde, die jungen KollegInnen von Kontext Tour sind da ganz weit vorne mit den Themen, die die beackern, schon seit Jahren.
Speaker: Dann gibt es eben solche Umfragen wie dieses Transformationsbarometer, wo sich wirklich Bundespolitik
Speaker: aus meiner Sicht mit Bauwende beschäftigt, aber es steht halt nicht drauf.
Speaker: Und auch das Bundesministerium insgesamt hat halt ganz viele Angänge in Publikationen und so weiter auf diese Rolle von Vergabe und der Rolle von Normung und so weiter in diesen Transformationsprozessen hinzuweisen.
Speaker: Also ich sehe,
Speaker: dass da viel passiert, viel Energie reingesteckt wird in der Lehre und Forschung, diese Bemühungen von Helga Blocksdorf zum Beispiel mit Constructive Disobedience, zum Beispiel diesem Kongress, da gibt es einfach...
Speaker: finde ich unheimlich viele inspirierende Maßnahmen, die mich hoffnungsvoll machen, weil ich glaube, es gibt in unserem Berufsstand eine wahnsinnige Energie für das Thema.
Speaker: Und gerade bei den jüngeren Kollegen und Kolleginnen gibt es die.
Speaker: Und die wird sich irgendwann durchsetzen.
Speaker: Das ist mein Glaube daran.
Speaker: Jakob hat gerade hier im Hintergrund, der die Technik macht, also für die Zuhörenden, der hat gerade gejubelt und gesagt, yes.
Speaker: Das sehe ich auch so in der Lehre.
Speaker: Ich bin ja an verschiedenen Hochschulen mit dem Thema Kommunikation, dass da so bei den Jungen so eine
Speaker: so eine ganz große Selbstverständlichkeit für die Themen sind, die wir noch so diskutieren und irgendwie können wir es, müssen wir es, wollen wir es, wie geht es eigentlich.
Speaker: Da ist die Grundvoraussetzung, die Basis dafür, wie die überhaupt arbeiten wollen und da steckt natürlich auch eine große Hoffnung so drin, dass sich dadurch nochmal viel mehr verändert.
Speaker: Jetzt können wir das Gespräch in ganz viele Richtungen abbiegen und gleichzeitig würde ich da kurz einhaken.
Speaker: Du hast vorher ganz am Anfang gesagt, Wiebke, dass es schon auch darum geht, wie wir in der Branche zusammenarbeiten.
Speaker: Da machen ja auch die, jetzt bleibe ich bei den Studierenden,
Speaker: uns irgendwie, glaube ich, schon so ein, in der Branche zeigen die auf, so wie ihr das gemacht habt, also so wie das Narrativ von unserem Beruf ist und wie wir auch, das hängt ja auch mit der Wirtschaftlichkeit und der Ausbeutung zusammen, wie man so in den Zehnerjahren gearbeitet hat, das wollen wir eigentlich nicht.
Speaker: Wir erwarten von den Büros, wo wir hingehen, auch eine andere Zusammenarbeit.
Speaker: Siehst du da, oder wie siehst du da einen Zusammenhang zwischen, wie wir zusammenarbeiten und der Bauwende?
Speaker: Ja, das ist vielleicht, also ich kann das vielleicht an diesem Beispiel von diesem Holzhybrid, der da in dem Team entstanden ist, so ein bisschen skizzieren.
Speaker: Für mich ist diese Impulse, die da kommen, also ich habe selber, als ich angestellt gearbeitet habe, in meinen ersten Berufsjahren, also die ersten zwei Berufsjahre durfte ich
Speaker: Rocken kann ich sagen, weil ich einfach ganz viel Freiheiten hatte, als ich in Köln gearbeitet habe.
Speaker: Aber als ich dann eben in größeren Strukturen war, habe ich schon gemerkt, dass ich oft in Teams dann eingebunden bin, wo ich gespürt habe, dass kein wirklicher Dialog stattfindet über Menschen.
Speaker: die Richtung, wo wollen wir eigentlich hin oder dass Ideen auch nicht antizipiert worden sind, sondern dass es ganz oft auch darum ging, dass die so hierarchisch dann aber übersteuert wurden.
Speaker: Gar nicht die Suche nach der besten Idee auch im Team schon der Fall war, sondern es ist eigentlich darum ging,
Speaker: dass sich da jemand auch sozusagen profiliert in der Rolle und so weiter.
Speaker: Und damit meine ich gar nicht, dass man jede Idee nehmen muss und dass Erfahrungswert kein Wert ist in so einem Team.
Speaker: Das wird oft so missverstanden in so einem komplettes Bottom-up-Jugend-Forsch.
Speaker: Also das ist sozusagen immer so eine Schwarz-Weiß-Denke.
Speaker: Entweder du hast Führungen,
Speaker: Und jemand gibt eine Direktive oder alle machen, was sie wollen.
Speaker: Das ist überhaupt nicht so gemeint, sondern dass man überhaupt diese Ideen, die da kommen oder Impulse oder auch eine ganz große Unzufriedenheit zum Beispiel, dass man die diskutiert.
Speaker: Und dazu braucht es natürlich Leute, die mutig genug sind, das zu machen.
Speaker: Leute, die auch
Speaker: Eigeninitiative haben und ihre eigenen Ideen überhaupt formulieren können und einbringen.
Speaker: Das ist eben auch nicht immer und nicht jedem gegeben.
Speaker: Aber dass in dem Moment, wo das passiert, dass man sich damit auseinandersetzt.
Speaker: Und da kann natürlich irgendwie was Neues entstehen.
Speaker: Also ich habe mal mit Marie-Marie Friere-Jewsel, die hat eine Professur in Aarhus, ist Architektin, und Karin Hartmann zusammen eine Publikation gemacht zu diesem Thema.
Speaker: individuelles Handeln in kollektiven Prozessen.
Speaker: Was ist dieses Spannungsfeld zwischen, wir wollen was gemeinsam machen, und das ist ja Architektur, das macht ja nie jemand alleine.
Speaker: Das gibt es ja einfach nicht, es sei denn, jemand baut sich selbst einen Stuhl oder so.
Speaker: Aber ansonsten sind eigentlich immer andere Menschen beteiligt.
Speaker: Und was heißt das für dein individuelles Handeln in deiner Rolle?
Speaker: Und wie schaffen wir das eigentlich, dass wir da auch diese gesellschaftliche Erneuerung und so etwas wie ein Thema wie Bauwende zum Beispiel,
Speaker: wie das auch wirklich antizipiert wird in diesen Prozessen.
Speaker: Und wir haben das so aus drei Perspektiven beleuchtet, aus der öffentlichen Debatte, aus der Professur und ich eben aus der Praxis.
Speaker: Und da, glaube ich, geht es schon ganz viel darum, dass man sich in dieser Führungssituation viel so als Facilitator sieht.
Speaker: Man braucht aber natürlich auch Leute, die dann in dieses, so in Teilen gegebenes Vakuum dann so reinspringen.
Speaker: Was ist ein Facilitator?
Speaker: Was wäre das dann?
Speaker: Dass man was möglich macht, also dass man so Team Leading auch ein bisschen als Team Caring versteht sozusagen und sagt, ich erkenne, es gibt hier irgendwie den Praktikanten André und es gibt die junge Architektin Rebecca, die haben eigentlich total gute Impulse.
Speaker: Warum hängen wir die jetzt nicht mal direkt auf und arbeiten uns erstmal an denen ab als an meiner ersten Idee?
Speaker: Dass man sagt, es ist erst mal egal, von wem die Idee im Team kommt, wir diskutieren die jetzt erst mal.
Speaker: Oder auch, wenn man merkt, es entsteht in so einer Diskussion im Team eine ganz große Unzufriedenheit.
Speaker: Das war für uns bei diesem Richard-Strauss-Strauss-Projekt eigentlich der Durchbruch.
Speaker: Dass so eine Kollegin ist aus diesem Meeting rausgegangen und hat gemerkt, da ist was, da brodelt was.
Speaker: Sich mit anderen drüber unterhalten.
Speaker: Dann kann man so sagen, okay, das lässt man jetzt so stehen.
Speaker: Viele sind ja auch konfliktscheu, haben dann keine Lust, sagen sie, das muss man jetzt über Hierarchie irgendwie lösen.
Speaker: Sondern die nächste Sitzung war dann eben so, was war die Unzufriedenheit?
Speaker: Worum geht's?
Speaker: Geht's dir nur darum, dass dein eigenes Ding nicht zum Zuge kommt?
Speaker: Oder geht's um eine inhaltliche Kritik hier an dem Entwurf, für den wir uns jetzt mehrheitlich entschieden haben?
Speaker: Was ist genau das Thema?
Speaker: Und da steckt eine Kritik drin,
Speaker: die wir zu dieser Umsetzung gebracht haben.
Speaker: Dann gab es diesen Durchgang.
Speaker: Vorher war die Struktur so, dass die Scheibe bei dieser Richard-Strauss-Straße unten an auf der Erde kam und in dem Moment hob sie ab, weil sie gesagt hat, mir fehlt dieser Blick in den Park, mir fehlt diese Öffnung, die in einem anderen Volumenmodell drin war.
Speaker: Das ist in dem Entwurf nicht drin.
Speaker: Wir haben überlegt, wie können wir das machen innerhalb dieser schönen Proportion.
Speaker: Wir heben das Ding an.
Speaker: Das war ein Durchbruch in diesem städtebaulichen Entwurf.
Speaker: Das sind für mich strukturelle, oder wie soll man sagen, kollaborative Arbeitsweisen, Möglichkeiten, an die Tiefe, dem Kern von Dingen zu gehen.
Speaker: Eine junge Kollegin hat gesagt, ich möchte den nächsten Entwurf aber mit einer Holzkonstruktion machen.
Speaker: Oder wollte das schon in dem damaligen Wettbewerb, wo ich gesagt habe, zwei Wochen vor Abgabe, schlechte Idee.
Speaker: Das ist jetzt, wir haben uns jetzt entschieden für dieses Tragwerk.
Speaker: Das kriegen wir zeitlich nicht mehr hin.
Speaker: Beim nächsten Entwurf, lass uns so starten.
Speaker: Lass uns gucken, wie machen wir denn ein Hochhaus in Holz?
Speaker: Wie funktioniert denn das?
Speaker: Wir nehmen uns den richtigen Tragwerksplan dazu und entwickeln so ein Modul dazu.
Speaker: dass man diese Kritik hört, dass man die ernst nimmt und wahrnimmt und damit umgeht.
Speaker: Und ich glaube, das war in meinen früheren Rollen und Büros natürlich wesentlicher, als es jetzt in der Konstellation ist, in der wir jetzt im Moment sind, zu diesen Nachhaltigkeitsthemen, weil ich würde sagen, da sind wir jetzt eben gerade schon cutting edge.
Speaker: Also an der Stelle ist es jetzt so,
Speaker: Klar gibt es auch Kollegen, die zu uns kommen, die sagen, ich bin aber unzufrieden mit dem, warum müssen wir jetzt an der Stelle überhaupt neu bauen oder so.
Speaker: Das gibt es natürlich auch, dass wir irgendwie sagen, okay,
Speaker: Wir sind auch in Rahmenbedingungen an bestimmten Stellen, wo wir abwägen müssen.
Speaker: Und wenn wir irgendwie sehen, dass die eingeschossige Hallensituation nicht aufzustocken ist oder beziehungsweise irgendwie drei Millionen mehr kostet, dann müssen wir vielleicht abwägen, ob wir an der Stelle eben tatsächlich ein Geschoss wegnehmen und dann einen neuen Holzhybrid an der Stelle errichten, wo dann eben 77 Wohnungen entstehen.
Speaker: Also da gibt es schon...
Speaker: auch nach wie vor ein Spannungsfeld, was wir jetzt auch nicht immer lösen können.
Speaker: Ich will gar nicht sagen, dass wir sozusagen diese Themen nicht hätten, dass wir auch in unserer Rolle kritisiert werden,
Speaker: worauf wir auch nicht immer antworten können oder wo wir nicht immer den Optimalfall herstellen können, weil wir natürlich auch in Zwängen sind und wir sind der Gesellschaft verpflichtet, aber auch unseren Auftraggebenden, die am Ende auch irgendwie ein wirtschaftliches Projekt in der entsprechenden Zeit schaffen wollen.
Speaker: Deswegen gibt es das Spannungsfeld weiterhin.
Speaker: Ja.
Speaker: Nach dir?
Speaker: Nach mir.
Speaker: Also diese Zusammenarbeit ermöglicht, wenn ich es versuche zusammenzufassen, diese Zusammenarbeit ermöglicht quasi Chancen aufs Tablett zu holen, die, wenn wir in einer alten Art und Weise hierarchisch führen, und einer seine, also der, die Liederin ihre Ideen durchdrückt, quasi einfach nicht gesehen werden.
Speaker: Und die Komplexität,
Speaker: Der Bauwende erfordert eigentlich, dass wir alle Beteiligten hinhören und sagen, warum bist du jetzt unzufrieden oder was ist jetzt die Widerständigkeit, die gerade laut wird und trägt die vielleicht zu einem besseren, nachhaltigeren, tolleren, innovativeren Ergebnis bei.
Speaker: Und das erfordert wahrscheinlich auch eine Kompetenz, die noch nicht in allen Bereichen da ist.
Speaker: Aber es bedeutet auch, es erfordert eine Offenheit, die ich erstmal auch aufs Tablett mitbringen muss und die mir erfordert, über meinen Schatten zu springen und über mein vielleicht auch architectural being, so ein bisschen über dieses, was bin ich denn hier als gestaltender, leitender, ich gender jetzt mal absichtlich nicht, Architekt,
Speaker: Und kann ich es zulassen, dass so eine junge, frische, vielleicht noch nicht ausgereifte Idee auch mitgedacht wird?
Speaker: Absolut.
Speaker: Und da würde ich vielleicht nochmal so ein bisschen auch über die, warum machen wir das eigentlich alles?
Speaker: Im Grunde genommen geht es uns doch darum, auch eine Umwelt, oder Umwelt ist vielleicht auch ein überholter Begriff, aber eine Stadtgestalt oder auch Bauen auf dem Land oder wie auch immer eine Umgebung für uns zu erzeugen, gebaute Realität zu erzeugen, die für alle da ist, wo sich irgendwie alle willkommen fühlen, wohlfühlen.
Speaker: Das muss ja insgesamt das Ziel sein.
Speaker: Und wie soll denn das?
Speaker: diese Realität entstehen, wenn wir ganze Gruppen in der Gestaltung ausblenden.
Speaker: Das kann ja gar nicht entstehen.
Speaker: Das ist ja, also die Perspektive, dass einzelne Gruppen antizipieren, was alle anderen wollen, das ist ja vollkommen vermessen.
Speaker: Deswegen ist ja eigentlich ein total, wenn wir sagen, wir wollen eine Stadt für alle, dann müssen wir alle an den Tisch holen.
Speaker: dass sie in diese Prozesse integriert sind.
Speaker: Und damit meine ich jetzt nicht Partizipationsprozesse bis zum Gehtnichtmehr, sondern natürlich auch in dieser fachlich ausgebildeten Position, in Führungspositionen, in Positionen, wo Entwurf entschieden wird, brauchen wir alle marginalisierten Gruppen.
Speaker: Wir brauchen einen ausreichenden Anteil Frauen in diesen Rollen.
Speaker: Wir sehen ganz viele Frauen in unserem Berufsfeld inzwischen.
Speaker: Das hat sich ja wahnsinnig angeglichen, diese ganzen Verhältnisse, die wir von den Kammern auch immer statistisch begleiten, wie viele Frauen sind in unserem Berufsfeld.
Speaker: Und das hat sich wahnsinnig verbessert.
Speaker: Aber in diesen wirklich sichtbaren Positionen, in den entscheidungstragenden Positionen,
Speaker: ist es immer noch schwierig.
Speaker: Es gibt ganze Bürostrukturen, das sind nur Frauen und zwei männliche Partner.
Speaker: Das ist nicht selten.
Speaker: Da fragt man sich schon so ein bisschen, sind wir manchmal eigentlich als Branche, was diese Themen, Arbeitskultur betrifft, nicht viel konservativer, als wir eigentlich in Richtung Gesellschaft kommunizieren, dass wir wahnsinnig aufgeschlossen und cutting edge mit all den gesellschaftlichen Themen sind.
Speaker: Müssen wir da nicht auch manchmal viel mehr in unsere eigene Branche reingucken und das benennen?
Speaker: Also ich wünsche mir viel mehr Unconscious Bias Trainings auch für Büroinhabende.
Speaker: Das sind so sehr gerne.
Speaker: Was ist das wieder?
Speaker: Unconscious Bias?
Speaker: Unbewusste Vorurteile.
Speaker: Dass man sich die aufdeckt.
Speaker: Im Grunde funktioniert unser Gehirn total nicht.
Speaker: einfach und positiv, also es ist eigentlich eine gute Sache, dass wir in Schubladen denken, weil wenn wir alles ausformulieren müssten, würde das unserem Gehirn viel zu viel Energie kosten.
Speaker: Das heißt, wir brauchen kurzfristige, schnelle Antworten.
Speaker: Und diese schnellen Antworten führen dazu, dass wir sagen, okay, hier Bär im Wald, nicht so gut, ist wahrscheinlich eine Gefahr.
Speaker: Führt aber auch dazu, dass wir Unbekanntes
Speaker: ausgrenzen.
Speaker: Das heißt, dir als Mann ist ein Mann, der, also der Thomas-Effekt, der ein Mann, der dir ähnlich ist, einfach ein bisschen sympathischer, weil er dir bekannt ist.
Speaker: Und wenn da jetzt eine Frau, eine Person oder eine Ansel
Speaker: andere Art von Person auf dich zutritt, die dir nicht so ähnlich ist, bist du erst mal skeptisch.
Speaker: Und das ist ein unbewusster Vorgang, der dir gar nicht bewusst ist.
Speaker: Das kann man lernen, also man kann erst mal über Aufklärung arbeiten.
Speaker: Und das Ganze hat natürlich aber eine Auswirkung auf unsere Zusammenarbeit, also auch wen ich fördere im Team und wo ich sage, oh, den, die Person finde ich jetzt aber super sympathisch.
Speaker: Die hole ich mal dazu.
Speaker: Sorgt eben dazu, dass es mehr Thomas in Vorständen gibt als Frauen.
Speaker: Es sorgt aber auch dafür, was, Ybke, was du gerade gesagt hast, dass wir Dinge nicht mitdenken, weil sie in unserer Wahrnehmung gar nicht stattfinden.
Speaker: Also auch da gibt es irgendwie schöne klassische Beispiele, dass wir eine Unterfahrt als Mann, also wenn ich da durchlaufe, gar nicht so gefährlich wahrnehme, weil du gar nicht so sozialisiert worden bist, dass eine Unterfahrt, die nicht beleuchtet ist, eine Gefahr sein könnte.
Speaker: Für mich und Wiebke wahrscheinlich, also weil wir jetzt aus der weiblichen Sicht gucken, wer erstmal in die dunklen Ecken
Speaker: Weil vielleicht lauert da eine Gefahr.
Speaker: Gar nicht nur, weil uns persönlich vielleicht was passiert ist, sondern auch, weil wir gesellschaftlich so geprägt worden sind, dass wir auf Angst eher gucken.
Speaker: Das heißt, es hat auf unsere architektonische Planung einfach eine große Auswirkung, wenn wir nur eindimensional denken.
Speaker: Das kann ich lernen, aber das Team muss divers sein oder eben das Projekt muss divers sein, damit ich unterschiedliche Blickwinkel reinbringe.
Speaker: Also auch wenn ich eine Mutter mit Kinderwagen, die täglich zu Hause in ihrem Wohnort damit kämpft, wo und wie sie diesen Kinderwagen irgendwo hinbringt, wird jetzt bei euch, wenn sie im Büro sitzt, einfach mit besprechen und sagen, wir brauchen wirklich einen echten Ort, wo Kinder wegen in diesem Haus platziert werden, auch wenn es nicht finanziert ist.
Speaker: Aber es ist einfach ein reales Problem.
Speaker: Jetzt habe ich die Antwort von Wiebke gesagt.
Speaker: Also da steht mir ein paar Fragen, weil jetzt sind wir ja in diesem Thema, ich weiß gar nicht, wie sich das Thema genau richtig nennt, aber ich finde es super spannend.
Speaker: Also wir haben ja einen Nachfolgeprozess in unserem Architekturbüro.
Speaker: Wir sind fünf Gesellschafter, alle Männer, alle weiß.
Speaker: Alle nicht ganz im gleichen Alter, aber ähnliche Generationen.
Speaker: Wäre dann spannend, wie ist das zustande gekommen?
Speaker: Ich würde sagen, wir sind trotzdem sehr verschieden.
Speaker: Aber wir wollen in diesem Nachfolgeprozess auch ganz bewusst, hoffen wir darauf, dass Frauen mit dabei sein werden.
Speaker: Es sind auch Gott sei Dank jetzt einige mit dabei.
Speaker: Also erst mal so wie, aber es gibt ja auch noch andere Gründe, warum das vielleicht manchmal auch nicht klappt, die wir auch selber schon erlebt haben, auch in der Vergangenheit erlebt haben.
Speaker: Also Strukturen, die vielleicht dazu führen, dass eine Frau sich dann dagegen entscheidet.
Speaker: Das wäre eine Frage.
Speaker: Wie sieht das so aus?
Speaker: Welche Empfehlungen würdest du...
Speaker: Jungen Frauen, jungen Männern, alten Männern.
Speaker: Voll reingerasselt.
Speaker: Also jungen Paaren, in dem Fall, die nachfolgen wollen, geben.
Speaker: Wie geht man damit um?
Speaker: Wieder falsch.
Speaker: Okay, das werden wir gleich gehört.
Speaker: Aber ich bin da ganz transparent.
Speaker: Korrigiert mich bitte.
Speaker: Aber dann würde ich auch nochmal die Frage anhängen.
Speaker: Ich stelle ja immer viele Fragen gleichzeitig.
Speaker: Ist die Bauwende durch Frauen geprägt?
Speaker: Mir drängt sich manchmal so der Eindruck auf.
Speaker: Ich starte mal mit der zweiten Frage, weil ich die erste glaube ich nicht ganz verstanden habe.
Speaker: Also die Bauwende durch Frauen geprägt.
Speaker: Ja, gab es ja auch mal von den Architects for Future, glaube ich, so eine Ausstellung, die Bauwende ist weiblich.
Speaker: Ich habe schon wahrgenommen, dass sich jetzt in den Berliner ArchitektInnenkreisen, in denen ich unterwegs bin, dass auch ich da die Frauen verabschiede.
Speaker: sehr stark wahrgenommen habe.
Speaker: Also die Annabelle von Reutern, Elise Pischitzrieder, das sind so Frauen, die mir aufgefallen sind, die diese Themen vorangebracht haben.
Speaker: Wie ist das bei euch im Büro?
Speaker: Seid ihr ein reines Frauenbüro?
Speaker: Zumindest wirkt es nach außen so?
Speaker: Jetzt im Moment ja, aber nicht konzeptionell.
Speaker: Also wir hatten auch immer männliche Angestellte immer in unterschiedlichen Positionen immer mal wieder drin.
Speaker: Allerdings muss man wirklich sagen, dass, glaube ich, einfach aufgrund von diesem fast Alleinstellungsmerkmal, es gibt noch andere, also auch gerade in Berlin gibt es noch Carla Paula, weiß ich, aber...
Speaker: Aber es gibt nicht so ganz viele Büros mit so einer weiblichen Führungsriege.
Speaker: Und deswegen kriegen wir unheimlich viele weibliche Bewerbungen, weil die gerne in diesen Strukturen arbeiten wollen.
Speaker: Und das ist tatsächlich so.
Speaker: Wie heißt denn der weibliche Thomas?
Speaker: Gibt es den auch?
Speaker: Ich glaube, dafür gibt es zu wenige.
Speaker: Gibt es doch keinen Namen.
Speaker: Es gibt immer mehr Thomas als Frauen.
Speaker: Das ist ja die Thomas-Geschichte.
Speaker: Es gibt mehr Thomas als Frauen.
Speaker: Also so, insofern, es gibt keinen weiblichen Thomas.
Speaker: Aber ja, wir sind hier viele Frauen, aber wir sind natürlich in allen Teams, in dem Moment, wo wir kooperieren mit Fachplanern oder so, sind wir natürlich schnell ein gemischtes Team dann am Ende.
Speaker: Und ich habe natürlich diese...
Speaker: Diese Perspektive, die männliche Perspektive, kenne ich ganz gut, weil ich natürlich viel für diese Männer in der Generation Star-Architekt, sage ich mal, so gearbeitet habe.
Speaker: Und mir ist das, sagen wir mal, geläufig.
Speaker: Und ich muss gleichzeitig auch sagen, dass ich natürlich wahnsinnig viel gelernt habe von denen und gefördert worden bin.
Speaker: Also ich kann mich da sicher an der Stelle auch nicht wahnsinnig
Speaker: was diesen Umgang mit mir jetzt betrifft.
Speaker: Aber mir ist schon oft gespiegelt worden von KollegInnen dann so was wie, warum traust du dich das?
Speaker: Sowohl im Positiven als auch im Negativen, ehrlich gesagt.
Speaker: Also, dass meine Ambition, ich würde mal so sagen, aus der Support-Rolle,
Speaker: die eben Frauen ganz viel haben in unserer Branche aus meiner Sicht, aus der Support-Rolle auch in eine Rolle reinzugehen, wo ich sage, ich möchte auch entscheiden können, dass das sowohl in Teilen auch als ungewöhnlich betrachtet worden ist aus dem eigenen Geschlecht heraus sozusagen.
Speaker: Und das ist ja so, dass wir eben sagen müssen, dass...
Speaker: in uns allen eben diese Struktur drinsteckt.
Speaker: Also eine patriarchale Struktur, in der wir einfach alle aufgewachsen sind mit diesen Rollenvorstellungen, die viele von uns haben, sodass es nach wie vor eben jetzt
Speaker: Das ist für mich auch total ungewöhnlich, dass die Rolle, die mein Mann hat, der sich viel mehr um unsere Kinder kümmert, nach wie vor die spezielle Rolle ist.
Speaker: Oder dass das sozusagen was ist, worüber man reden muss.
Speaker: Oder dass Menschen zu mir sagen, das merkt man ja gar nicht, dass du Kinder hast und das Gefühl haben, das wäre eine positive
Speaker: Konnotation in Bezug auf mein Berufsengagement oder so.
Speaker: Also verrückte Dinge begegnen einem, muss man sagen.
Speaker: Und die Männern so dann nicht begegnen.
Speaker: Also das, glaube ich, da gibt es einfach noch wahnsinnig viel, woran wir da arbeiten können und woran wir da feilen können.
Speaker: Aber
Speaker: Ich möchte auch noch mal sagen, dass wenn ich sage, die Stadt für alle und marginalisierte Gruppen, meine ich eben auch nicht nur eine Perspektive aus einer Geschlechtsdefinition heraus, sondern ich meine eben auch Menschen mit Migrationshintergrund oder Menschen mit einer sichtbaren oder unsichtbaren Behinderung.
Speaker: Habt ihr schon mal Menschen in Architekturbüros mit Behinderungen wahrgenommen?
Speaker: Das ist eben...
Speaker: Man wundert sich zum Teil, weil ja dann gerade diese Kompetenz total einfließen könnte.
Speaker: Ich meine, wie viel Zeit verbringen wir dann mit barrierefreiem Bau in den Baugenehmigungen?
Speaker: Wäre das nicht eine wahnsinnig tolle Kapazität, wenn man jemanden hätte, der das aus eigener Perspektive ganz schnell in den Entwurf mit einfließen lässt?
Speaker: Manchmal frage ich mich schon, wie es eigentlich so passiert ist, aber es ist eben nach wie vor gerade in Entscheidungspositionen sehr homogen.
Speaker: Wie kann man Menschen dazu motivieren, für mehr Diversität in Führung zu sorgen?
Speaker: Also ich glaube schon, dass so diese extrem ausgeknautschte wirtschaftliche Situation, in der, die wir alle spüren, glaube ich, in den Büros, egal welcher Größe aktuell, also zumindest jetzt so meine...
Speaker: Meine Erfahrung aus den Gesprächen, manche haben noch so ein bisschen Restbestände von langlaufenden, großen Projekten, die das vielleicht ein bisschen verzögern, aber alle spüren eigentlich, dass es im Moment schwierig ist, dass schwierige Bedingungen da sind, für uns zu auskömmlichen Honoraren zu kommen und für uns als Strukturen so in dieser mittelständischen Struktur zu existieren.
Speaker: Und das scheut natürlich auch Menschen, die dann vielleicht Zwänge haben aufgrund von Sorgepflichten, die wissen, ich muss aber um 16 Uhr in der Kita sein, sonst funktioniert mein Leben nicht sozusagen.
Speaker: Oder die das Gefühl haben, ich möchte nicht so viel Risiken schaffen.
Speaker: in meinem Berufsleben eingehen.
Speaker: Das ist vielleicht eine Scheu, in diese Position reinzukommen.
Speaker: Das liegt aber auch daran, dass man diese Sorgen oder Ängste, die daran gekoppelt sind, nicht nimmt.
Speaker: Ich glaube, so etwas kann man alles vereinbaren.
Speaker: Gerade in einer Partnerschaft, wenn ihr sagt, ihr seid fünf, das sind wahnsinnig viele, wenn ihr sagt, ihr seid künftig auch mehr als zwei, wäre ja wahrscheinlich total möglich,
Speaker: dass da eine Rolle auch dabei ist, die sagt, ich bin genauso engagiert und genauso verantwortlich, aber bei mir ist eben ab einer bestimmten Uhrzeit Schluss, weil ich weiterhin diese Sorgepflichten nehme.
Speaker: Das wird sich wahrscheinlich regeln lassen, wenn alle mitziehen.
Speaker: Kurzer Werbespot ist bei uns so der Fall.
Speaker: Ja, guck.
Speaker: Ja, absolut.
Speaker: Solange das in unserer Struktur so ist, dass das ganz vielfach noch Frauen sind, muss man diesen Frauen eben auch entgegenkommen.
Speaker: Und was ich schon viel merke, ist, dass bei männlichen Personen in unserem Job viel mehr in Richtung Potenzial geguckt wird.
Speaker: Was könnte wohl aus dem Werden?
Speaker: Was hat der wohl alles noch?
Speaker: Wie kann der sich entwickeln?
Speaker: Kann so tun, dass man eine Situation in der Habe.
Speaker: Ah, da ist gerade ein spannendes Hochhaus gewonnen worden im Büro und ich gesagt habe, und wenn ich wiederkomme aus der Elternzeit, wenn ihr noch keine Projektleiterin für das Projekt habt, das würde ich gerne machen.
Speaker: Und mir dann geantwortet worden ist, ja, aber das ist kein 9-to-5-Job.
Speaker: Ohne zu antizipieren, ob ich nach dieser Erziehungszeit vielleicht gar nicht 9 to 5 arbeiten will.
Speaker: Das wird einfach rausgesetzt bei einer Frau.
Speaker: Da eher so ein bisschen gucken, welches Potenzial hat das?
Speaker: Was willst du denn?
Speaker: Und sich vielleicht einfach mal vorstellen zwischendurch, das ist ein Mann, der vor mir sitzt.
Speaker: Was würde ich den denn fragen?
Speaker: Was ich total schön finde als Vergleich, ähnlich wie mit diesen Zulassungen im Einzelfall, den wir aus der Gestaltung schon kennen, wenn der Mann eine Professur hat, macht er deswegen trotzdem die Projektleitung von dem Hochhausprojekt.
Speaker: Und er macht die auch in Teilzeit, weil die Professur kostet auch Zeit.
Speaker: Und in der Zeit, wo der in einem Vorlesungsraum sitzt, ist der auch nicht erreichbar.
Speaker: Also da kann man den telefonisch auch nicht erreichen.
Speaker: Und gleichzeitig ist diese, und wenn die Person, die sich um eine Care-Arbeit kümmert, ist eben in dem Moment, wo sie im Kindergarten das Kind abholt, auch nicht erreichbar und ist auch nur in Teilzeit.
Speaker: Das finde ich einen ganz schönen Vergleich, der, wenn ich es übersetze, auch dazu bringt,
Speaker: eben Dinge hinterfragen zu müssen.
Speaker: Also ich möchte mal darauf reagieren als der Mann im Raum.
Speaker: Also ich verstehe das.
Speaker: Ich hatte aber umgekehrt auch einen Wunsch, den ich jetzt mal allgemein formuliere.
Speaker: Es kommt bei uns nicht so oft vor, dass eine Frau auf uns zukommt und sagt, ich möchte diese Projektleitung machen.
Speaker: Ja, aber das ist euer Job.
Speaker: Na Moment, das war ja gerade die Aussage, du bist mit dieser Anfrage dahin gekommen, hast gesagt, ich würde die gerne machen.
Speaker: Das kommt bei uns einfach nicht so oft vor.
Speaker: Also ich glaube, ich würde dann wahrscheinlich nicht unbedingt so, ich weiß es nicht, es ist hypothetisch, weil es ist, tatsächlich kommt das nicht so oft vor.
Speaker: Also ich verstehe natürlich den Punkt und wahrscheinlich habe auch ich dieses Bios tief drin, also das will ich überhaupt nicht leugnen.
Speaker: Aber
Speaker: Es ist trotzdem keine Einbahnstraße.
Speaker: Das stimmt, aber wie brechen wir das auf?
Speaker: Genau, das war meine Frage, die ich am Eingang fand.
Speaker: Wir sind alle in dieser Konstellation sozusagen sozialisiert.
Speaker: Ich, du, alle möglichen.
Speaker: Ich komme jetzt irgendwie zufällig aus einem 68er-Haushalt, wo...
Speaker: mir immer erzählt worden ist, du kannst alles genauso wie die Jungs.
Speaker: Diese Sozialisierung haben aber nicht alle, weiß ich.
Speaker: Ich bin sehr früh stark empowert worden von meinen Eltern.
Speaker: Das ist bei anderen eben nicht der Fall.
Speaker: Die sind mehr in eine Richtung erzogen worden.
Speaker: Aber frag doch erst mal.
Speaker: Vielleicht wollen die das ja gar nicht.
Speaker: Diese Stimmen habe ich nicht im Kopf.
Speaker: Ich weiß aber, dass ganz viele Frauen diese Stimmen im Kopf haben.
Speaker: Das ist jetzt ein Teil an den Frauen, das zu überwinden, aber ihr könntet helfen.
Speaker: Indem ihr vielleicht einfach nicht seid, die fragt.
Speaker: Oder indem ihr euch in einem Geschäftsführungsmeeting mal überlegt, welche Frau aus unserem Mitarbeiterinnenportfolio hat noch mehr Potenzial, was wir noch nicht gehoben haben.
Speaker: Wollen wir uns das mal zu einem Projekt machen?
Speaker: Das war das, was ich dir vorher widersprochen habe, Hintrich, auch dieses, was können Frauen noch tun?
Speaker: Frauen machen ja schon ganz viel.
Speaker: Und da braucht es auf der Seite derer, die gerade in der Machtposition sind, da nehme ich dich jetzt gerade mit, eben ein Stück mehr Arbeit, weil die Frauen eh schon oft die Care-Arbeit oder die Aufklärungsarbeit übernehmen.
Speaker: Total schwieriges Thema, auch total unangenehmes Thema.
Speaker: Nein, nein, ist überhaupt nicht unangenehm.
Speaker: Ich finde das, ja, also es kann unangenehm sein.
Speaker: Ich finde es total wichtig, diese Diskussion.
Speaker: Ich habe auch ein bisschen Freude daran, eben zu sagen, das ist keine Einbahnstraße.
Speaker: Und ich würde das, das möchte ich auch laut sagen.
Speaker: Also ja, wir Männer haben viel Verantwortung für dieses Thema, gar keine Frage.
Speaker: Aber ihr Frauen auch.
Speaker: Das sage ich jetzt mal.
Speaker: Es macht ja ein bisschen Spaß, das so aufzubauen.
Speaker: Und her damit.
Speaker: Also es gibt nun mal eben das Thema Eigenverantwortung bei allen Beteiligten.
Speaker: Und es ist nirgendwo, also ich will das jetzt nicht überspitzt formulieren, ich glaube, meine Position ist klar.
Speaker: Ich habe gestern ein Interview gesehen oder auch eine Podiumsdiskussion gesehen.
Speaker: Da war eine Schauspielerin auf der Bühne,
Speaker: Eine schwarze amerikanische Schauspielerin, die gesagt hat, sie wird bei Interviews oft, also werden alle Schauspielenden da gefragt zu irgendwas über den Film, tralala, und dann kommt sie irgendwann zu Wort und wird irgendwie gefragt, und wie ist es eigentlich so als schwarze Schauspielerin in einem Ruf und was rätst du anderen schwarzen Schauspielerinnen?
Speaker: Und sie hat gebeten, stellt doch die Frage denen, die den Raum eh schon besetzen, weil ich bin doch eh eine von den Marginalisierten, kann ich bitte auch noch über was anderes reden als über dieses Thema und können die, die an der Macht sind oder eben mehr Rollen oder Plätze besetzen, die müssen doch Raum machen, damit noch mehr reinkommen.
Speaker: Das fand ich eine ganz schöne Perspektive.
Speaker: Deswegen habe ich, genau, das wollte ich so mit reingeben.
Speaker: Und Raum geben finde ich ein total wichtiges Thema und das ist aber auch gekoppelt an so ein Vertrauen.
Speaker: Also die ersten Wettbewerbsentwürfe oder so, die ich selber präsentiert habe oder die ersten Sachen, die ich so stellvertretend für Max dann machen durfte, eine Jury oder so, da gehört natürlich dazu, dass man das Gefühl hat, es schickt einen da jemand hin.
Speaker: der glaubt, dass das läuft.
Speaker: Der nicht grundsätzlich denkt,
Speaker: Das wird sie wahrscheinlich eh nicht können oder ich habe ein ganz ungutes Gefühl dabei.
Speaker: Das gilt aber auch für jeden, oder?
Speaker: Wenn man das hat, dann sollte man es vielleicht auch wirklich nicht machen.
Speaker: Aber in dem Moment, wo dir jemand, wo irgendwie jemand dich mitgekriegt hat und das Gefühl hat, du kannst vielleicht gut sprechen über Entwurf oder du hast eine Haltung und du verinnerlichst auch die Haltung, die vielleicht auch in diesem Büro gelebt wird und kannst das weitertragen.
Speaker: Dann zu sagen, oder ich habe zum Beispiel so Situationen, finde ich, ist dann die Frage, wer präsentiert denn den Wettbewerbsentwurf?
Speaker: Wer kommt denn da mit?
Speaker: In wie vielen Juries saß ich, wo ich nur Männer da vorne gesehen habe?
Speaker: Und wo ich auch merke, dass das eigentlich in der Jury auch gar nicht mehr so gut ankommt, sondern dass oft so in einem VGV-Verfahren mit Vorstellung, habe ich mal erlebt, dass die zu fünft kamen,
Speaker: diese Schule präsentiert haben und wirklich jede dieser fünf Personen auch einen Redeanteil hatte.
Speaker: Und die NutzerInnen waren total begeistert.
Speaker: Die wollten mit diesem Team hinterher zusammenarbeiten.
Speaker: Also sich mal bewusst machen, dass so diese Kultur, die man lebt in der Kommunikation über Entwurf und so weiter, dass das auch überschwappt, auch auf Auftraggebende.
Speaker: Es reicht eben nicht, die Praktikantin sozusagen auch mit dabei zu haben und zu sagen, wir sind ein diverses Team, sondern das müssen auch Leute sein, die sichtbar werden, die sprechen, die in Rollen kommen, wo die wahrgenommen werden von anderen als Autoritätspersonen, denen vertraut wird.
Speaker: Ich habe noch eine Frage.
Speaker: Ich habe auch noch eine.
Speaker: Das ist gut.
Speaker: Also meine schließt so ein bisschen an dieses Rollenthema an.
Speaker: Also ich weiß nicht, ob es jetzt hier ganz gut reinpasst.
Speaker: Wir haben es ja im Vorgespräch angesprochen.
Speaker: Es gab ja von dir diesen Dialog bzw.
Speaker: das Panel auf dem Klimafestival mit Professor Ebele von Bromschlager-Ebele.
Speaker: Vielleicht kannst du dazu noch was sagen.
Speaker: Also ich war zwar selber damals da, aber bei diesem Panel leider nur per Kopfhörer.
Speaker: Man konnte da diese Silent, wie nannte sich das nochmal?
Speaker: Also man konnte mit Knöpfen das verfolgen und ich saß in der U-Bahn.
Speaker: Wäre wahnsinnig gerne da gewesen.
Speaker: Hat das vielleicht auch einen Generationen, ich weiß nicht, wie das richtige Wort ist, ich sage es mal Geschlechterkonflikt widergespiegelt?
Speaker: Und die Frage, die sich für mich daran knüpft, ich hätte mir ja so gewünscht, da sitzen doch zwei oder drei auf der Bühne, die alle dasselbe wollen, dass das ausgestrahlt wird.
Speaker: Und deswegen finde ich es spannend, darüber nochmal zu reden und auch deine Perspektive da nochmal zu hören.
Speaker: Vielleicht müsst ihr nochmal einordnen, was da passiert ist.
Speaker: Ja, vielleicht erzählst du es auch selber nochmal, weil du saß ja auf der Bühne, bevor ich das jetzt erzähle und falsch wiedergebe.
Speaker: Das war das Abschlusspanel des letzten Heinze Klimafestivals.
Speaker: Der Klaus Fühner hat das kuratiert und auch das Panel moderiert.
Speaker: Und die Monika Griffan von Cradle to Cradle NGO war da und ich war da.
Speaker: Und Dietmar Eberle von Baumschlager Eberle in seiner Rolle als Kino-Speaker auch.
Speaker: dieses Abschlusses und hatte zuvor einen ganz tollen, sehr langen Vortrag auch gehalten über das Werk von Baumschlager Eberle.
Speaker: Und dann fand dieses Panel statt und ich glaube, das hieß einfach zirkulär bauen oder so ähnlich.
Speaker: Also es ging eben um unterschiedliche Dimensionen, würde ich mal sagen, von nachhaltigem Bauen.
Speaker: Und ich kann mich erinnern, dass es einerseits so ein bisschen, glaube ich, so ein inhaltliches Thema gab, was da im Raum stand, nämlich einerseits so ein bisschen diese Frage,
Speaker: Ich kann mich so erinnern, dass ich das auch aufgeworfen habe, total wertschätzend in meiner Perspektive, dieses Werk von Baumschlager Eberle, die sich eben wahnsinnig viel auch mit dem Thema Betriebsenergie senken auseinandergesetzt haben und da Prototypen gebaut haben, die ganz toll sind.
Speaker: Also zuerst ja da ihr eigenes Büro und so weiter.
Speaker: Also ein Werk, was wir alle wahrscheinlich kennen und schätzen.
Speaker: Und dass wir jetzt natürlich auch nochmal diesen Fokus legen auf das Thema Material und aus welchem Material bauen wir eigentlich und was heißt das auch für den ganzen Lebenszyklus und wie entsorgen wir auch das Material.
Speaker: Und dann kommen natürlich auch Konflikte zustande.
Speaker: Also jeder, der schon mal gesehen hat, wie dann eben dieser Hochlochziegel mit Dämmung gestopft wird, weiß, dass eine sortenreine Trennung schwierig wird.
Speaker: Und diese Aspekte müssen wir jetzt natürlich auch berücksichtigen und verhindern.
Speaker: in irgendeiner Weise damit umgehen und so.
Speaker: Was bedeutet das?
Speaker: Und so ein bisschen, also das war, glaube ich, und es hätte, glaube ich, an der Stelle eine wirklich spannende inhaltliche Diskussion werden können, aber...
Speaker: Es kam eine Dimension herein, die nach meiner Wahrnehmung von ihm aufgerufen wurde zu zwei Frauen, die mit ihm auf der Bühne sitzen in so einem Thema, die Mütter, die Familienarbeit leisten oder so.
Speaker: Ich weiß gar nicht mehr genau, aus welchem Kontext das kam, aber es kam relativ überraschend so eine Rollenvorstellung.
Speaker: die offenbar was mit unserer Anwesenheit in dieser Rolle auf dem Panel zu tun hatte.
Speaker: Und ich habe danach viel Feedback bekommen von KollegInnen, die dabei waren und auch meine KollegInnen waren auf dem Panel, die im Anschluss auch zu mir gekommen sind.
Speaker: Und es war dann auch ein bisschen, also da gab es auch eine Humorkomponente, muss man sagen, jetzt innerhalb unserer eigenen Bubble so.
Speaker: Aber das war schon sehr sichtbar, dass da
Speaker: Irgendwas getriggert worden ist, ohne dass ich jetzt sagen würde, dass Monika oder ich in irgendeiner Weise da gestachelt hätten oder einen Konflikt aufgerufen hätten.
Speaker: Es kam sehr überraschend, aber sehr vehement.
Speaker: Und deswegen glaube ich, dass du damit schon ganz richtig liegst, dass es da möglicherweise diesen...
Speaker: dass es so mehrere Transformationselemente gibt, dass es einmal diesen Generationenkonflikt gibt, dass es aber vielleicht eben auch diesen Umgang der neuen Generation mit dem Thema Gender vielleicht irgendwie ein Triggerpunkt war und dann eben zusätzlich dieser inhaltliche Punkt mit dem kreislaufgerechten Bauen, wo eben der Fokus auf Material liegt und sich natürlich Baumschlager Eberle zu Recht als die Piloten in nachhaltiger Entwicklung auch verstehen und vielleicht an der Stelle dann angegriffen fühlen, was in keiner Weise
Speaker: vorhanden war oder so gedacht war.
Speaker: Ich respektiere das total, was die machen und ich schätze das total.
Speaker: Ich glaube, dass sie da auch einen Durchbruch hatten, was das ist.
Speaker: Aber natürlich müssen wir immer weiterentwickeln jetzt und müssen uns diese Fragen stellen.
Speaker: Was machen wir denn dann mit dem Material?
Speaker: Und wie kann man denn sozusagen diese Aspekte auch kombinieren?
Speaker: Und ja, ich fände ja fast spannender, was er selbst dazu sagt in der Rückschau.
Speaker: Was kenne ich noch?
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Vielleicht kriegt ihr noch.
Speaker: Würde mich total interessieren und würde mich auch gerne mit auseinandersetzen mit der Perspektive.
Speaker: Falls das an irgendeiner Stelle despektierlich wahrgenommen worden ist, würde mich das sehr interessieren.
Speaker: Mein Eindruck ist so, dass wir...
Speaker: innerhalb unserer Branche wirklich doll aufpassen müssen, dass wir dieses Bild von diesen konkurrierenden Egos überwinden.
Speaker: Weil das schadet uns am Ende.
Speaker: Das schadet uns als Gesprächspartner.
Speaker: Das schadet uns in der Schubkraft, die unsere Thesen haben.
Speaker: Wir müssen uns alle gemeinsam dahinter stellen.
Speaker: Unsere Themen müssen gesamtgesellschaftlich ankommen.
Speaker: Ich wünsche mir viel mehr Gespräche – und das kommt langsam mit dieser Hitzewelle wieder –, aber da wünsche ich mir viel mehr ArchitektInnen-Perspektiven oder StadtplanerInnen-Perspektiven, LandschaftsarchitektInnen,
Speaker: die da zu Wort kommen und unsere Fachexpertise stellvertretend für den Gesamtberufsstand formulieren.
Speaker: Weil ich glaube, was wir doch ganz stark merken in Deutschland ist, dass diese Wertschätzung für das Berufsbild auf dem Sinkflug ist, was eigentlich konträr ist zu dem Einfluss, den wir auf die wichtigen Krisen unserer Zeit haben, die Ressourcenkrise, die...
Speaker: Klimakrise und so weiter.
Speaker: Wir haben einen wahnsinnigen Einfluss in unserer Branche und wir müssen sozusagen vereint wirken, damit wir auch eine Schlagkraft haben gesellschaftlich.
Speaker: Und das wäre an der Stelle vielleicht mein Appell an Ihnen, stärker nach Gemeinsamkeiten zu suchen, vielleicht auch mit so Gestalten, die ihm dann erst mal ungewohnt erscheinen auf so einem Panel.
Speaker: Da muss ich jetzt einfach mal drauf reagieren, weil ich da noch was ergänzen möchte.
Speaker: Also auch aus der Reihe, wir müssen, ich weiß, dass ich damit viele Menschen auch ein bisschen nerve, aber ich nerve ja manchmal gern.
Speaker: Das ist ein Thema, was ich immer wieder vorbringe, weil nämlich, das kam in diesem Vortrag ja auch ganz zum Schluss, hat Professor Ebele zwei Themen angesprochen, den Energieverbrauch durch Kryptowährungen, also er hat Bitcoin genannt, und KI.
Speaker: Zu KI kann ich nicht so viel sagen, aber ich glaube, wir als Architektenschaft, wäre mein Appell, sind angehalten, schon uns auch mit den anderen Welten zu beschäftigen, die da wären, die Finanzwelt, weil da passiert so viel von dem, was uns betrifft.
Speaker: Wir müssen das verstehen.
Speaker: Und in meinen Augen hat Professor Ebele, den ich auch sehr schätze und auch sein Werk schätze ich sehr, Bitcoin nicht verstanden.
Speaker: Weil er gesagt hat, da sind so viele Energieverbräuche, das sei nicht gut für die Bauwende.
Speaker: Ich will da gar nicht so in der Tiefe drauf eingehen.
Speaker: Ich will nur dafür anregen, aus meiner Perspektive muss man erstens Bitcoin und Krypto unterscheiden und zweitens Bitcoin fördert die Bauwende.
Speaker: Das ist nur eine These, kann jeder mal selber nachprüfen, aber es zeigt mir eins, wenn jemand so eine Aussage trifft, dann hat er das nicht verstanden in meinen Augen, was nichts an seinem großartigen Werk schmälert.
Speaker: Das sage ich auch nochmal dazu.
Speaker: Aber
Speaker: Und da finde ich, macht die Architektenschaft in meinen Augen manchmal den Fehler zu sagen, da haben wir keinen Einfluss drauf, das interessiert uns nicht.
Speaker: Wir haben die ganzen Themen, wir lösen die Probleme dieser Gesellschaft, wundern uns, warum sich unser Ruf so ein bisschen im Sinkflug zu befinden scheint, setzt uns aber mit dem einen oder anderen Thema nicht auseinander.
Speaker: und haben es nicht verstanden.
Speaker: Und das ist dann für den Gegenüber manchmal schwer auszuhalten, wenn man denkt so, mein Gott, der hat es echt nicht verstanden, worum es uns geht.
Speaker: Also das würde ich mir mehr wünschen.
Speaker: Und da auch vorbehaltloser zu sein, also so ein bisschen offener zu sein, Dinge mal zuzulassen, die auch nicht in ein Schema passen.
Speaker: Also ich bin links-grün sozialisiert und beschäftige mich auch manchmal mit Gedanken,
Speaker: die eigentlich gar nicht in dieses Weltbild reinpassen und stelle fest, dass die sehr interessant sein können.
Speaker: Deswegen bin ich noch nicht so, ja.
Speaker: Also darauf will ich hinaus.
Speaker: Auch da gibt es ein Bios.
Speaker: Ist das nachvollziehbar, was ich da sage?
Speaker: Ist total nachvollziehbar.
Speaker: Habe ich vorhin auch so ein bisschen mit dieser Diskussion, die wir vielleicht manchmal auch so im Team haben.
Speaker: Warum müssen wir jetzt so, warum können wir das nicht erhalten?
Speaker: Und um jeden Preis sozusagen, wo ich auch immer sehr dafür werbe, dass wir
Speaker: in diese Perspektive von den Auftraggebenden müssen wir in der Lage sein, uns hineinzuversetzen.
Speaker: Also wir müssen und so dieses Investoren-
Speaker: Das ist alles überhaupt nicht auf meinem Teller, weil ich davon ausgehe, jeder, der baut, ist ein Investor.
Speaker: Da entstehen Risiken, da nimmt jemand Verantwortung, da geht jemand ins Risiko.
Speaker: Und an der Stelle müssen wir uns in diese Lage hineinversetzen, um zu sagen, wir müssen auch in einem Rahmen, in dem jemand anderen steckt, verstehen, was das für Zwänge sind.
Speaker: Und innerhalb dieser Zwänge gute Lösungen entwickeln, so gut sie eben sein können an der Stelle.
Speaker: Also, dass man sich eben zwischendurch immer fragt, was würde jetzt jemand aus der Perspektive dazu denken, was wir hier tun und das zu antizipieren.
Speaker: Das machst du natürlich automatisch mit Erfahrung, wenn du genug in Planungsmeetingen warst, wo dir immer jemand gesagt hat, aber wie ist es mit der Flächeneffizienz so?
Speaker: Irgendwann hat man das internalisiert, würde ich sagen.
Speaker: Aber das ist ganz wichtig, finde ich, dass die Kollegen und Kolleginnen das auch verstehen.
Speaker: Weil wo kein Investor, da keine Bauwende.
Speaker: Wir müssen schon irgendwie gucken, dass wir die Menschen begeistern, die Lust haben zu bauen.
Speaker: Und dass wir mit denen darüber sprechen, wie baut ihr denn?
Speaker: Ist das ein Umbau?
Speaker: Ist das ein Anbau?
Speaker: Ist das vielleicht ein Neubau, der aber andere prototypische...
Speaker: Elemente von Bauwende beinhalten kann.
Speaker: Dass wir uns da öffnen und auch diese Grundsatzdiskussion Neubau, Bauwende zum Beispiel, ist für mich auch so ein Thema, wo ich das Gefühl habe, in dem Moment, wo man sagt, Bauwende inkludiert den Neubau nicht, haben wir ein Riesenfeld, was wir nicht backern.
Speaker: Das kann nicht sein.
Speaker: Wir müssen auch da
Speaker: dabei sein und sagen, wenn du schon neu baust, wie ist es denn, wenn du biogene Baustoffe, wenn du nachwachsende Baustoffe und so verwendest, dass wir alle für alle Felder ein Verständnis haben, weil das das Einzige, was ja passiert ist, in dem Moment, wo jemand vor Themen keinen Respekt hat, sozusagen,
Speaker: Da entsteht Distanz.
Speaker: Das ist eine direkte Kette.
Speaker: Da entsteht kein Vertrauen.
Speaker: Deswegen müssen wir eigentlich diese Offenheit, von der du sprichst, die müssen wir eigentlich in diese Richtung zeigen, damit ein Vertrauen entsteht, dass wir auch da Problemlöser sein können.
Speaker: Das ist eigentlich ein schönes Schlusswort, finde ich.
Speaker: Dass diese unterschiedlichen Perspektiven und unterschiedlichen Blickweisen, die wir integrieren dürfen, dazu führen, dass wir unterschiedliche Lösungen anbieten können und dass es auch unterschiedliche Antworten braucht.
Speaker: Und wir
Speaker: also es mit vielen verschiedenen Antworten schaffen, die Bauwende voranzutreiben.
Speaker: Also ich brauche noch ein bisschen Sinkflug.
Speaker: Ich würde das jetzt nicht so ganz abrupt machen.
Speaker: Aber so ein bisschen Sinkflug, wir können ja einen zügigen Sinkflug machen.
Speaker: Aber ja, wie lange sind wir jetzt dabei?
Speaker: Eine Stunde 27.
Speaker: Eine Stunde 27, ja genau.
Speaker: Dann ist jetzt definitiv der Sinkflug mal angesagt.
Speaker: Es ist immer wieder faszinierend, auch jetzt in diesem Fall, wie die Zeit verfliegt.
Speaker: Superspannendes Gespräch.
Speaker: Aber du hast jetzt mal den Sinkflug eingeleitet.
Speaker: Fahr fort.
Speaker: Wiebke, ich gebe dir einfach nochmal so, alle Fragen, die ich stellen wollte, die ich auf meinem Zettel hatte, habe ich gestellt.
Speaker: Wir könnten noch viel weiter sprechen.
Speaker: Was würdest du, aber was würdest du, glaube ich, so den jungen Büros, die da jetzt eben noch mit den kleinen Projekten stehen, was würdest du denen gerade so mit auf den Weg geben?
Speaker: Das ist vielleicht noch was, was ich dich gerne fragen würde.
Speaker: Also ich habe im Moment das Gefühl, dass wir Themen, die vielleicht originär in diesen Kammern angesiedelt sind, wie Vergabe, Marktzugang, HUAI und so weiter, dass wir die ganz stark forcieren müssen.
Speaker: Weil wir erleben ja in den Kammern, dass wir immer mehr Angestellte haben in den Kammern, in der Berufspolitik.
Speaker: Und diese Bauwendethemen sind für mich im Moment sehr präsent, auch in der Berliner Kammer.
Speaker: Und diese Bauwendethemen brauchen aber Rahmenbedingungen.
Speaker: Und diese Rahmenbedingungen liegen in diesen...
Speaker: sagen wir mal, vielleicht für manche eher fernen Elementen, die was mit unserem Berufsstand zu tun haben.
Speaker: Und da müssen wir einfach sehen, dass wir ein Verständnis für die Relevanz von diesen Elementen stärker haben.
Speaker: Ich würde sagen, vielleicht transparent herstellen.
Speaker: Also wir versuchen das, macht ihr sicher auch in irgendeiner Weise, unsere Kollegen und Kolleginnen im Team stark mitzunehmen, auch über die wirtschaftlichen Prozesse, über eine Projektmanagement-Software, wo die Einblick haben, wie sich die Projekte entwickeln und so weiter.
Speaker: Also ein wirtschaftliches Verständnis von dem, was wir hier tun.
Speaker: damit man in der Lage ist, zu existieren und zu kommunizieren.
Speaker: Das ist aus meiner Sicht im Moment ganz wichtig, weil die Kollegen und Kolleginnen, die sich irgendwann mal selbstständig machen wollen und selber gründen wollen, die brauchen Verständnis davon.
Speaker: Und dafür müssen jetzige BüroinhaberInnen die mitnehmen.
Speaker: Also so each one teach one Aufruf ist das sozusagen, dass wir irgendwie gucken, dass da mehr Wissensweitergabe stattfindet, auch gerade für die ökonomischen Elemente.
Speaker: von Unternehmenarchitektur sozusagen.
Speaker: Und da habe ich so ein bisschen Sorge schon, wenn uns diese sehr breite Generation jetzt wegbricht, dass wir da auch in so eine Situation reinschlittern, wo es dann eben viel stärker in die Situation kommt, wo Menschen dann den Weg wählen, angestellt in den sehr großen Strukturen zu arbeiten und noch weniger den Mut aufbringen, diesen schweren Weg in die Gründung zu gehen.
Speaker: Und da, ja,
Speaker: Da hoffe ich einfach, dass ein guter Transfer stattfindet.
Speaker: Das wäre so noch ein Aufruf, weil das gehört am Ende auch zur Bauwende.
Speaker: Wir brauchen dieses Handwerkszeug und das vermittelt sich eben auch über Generationen in unserem Berufsstand.
Speaker: Und da müssen wir irgendwie gemeinsam uns sozusagen qualifizieren für diese Themen.
Speaker: Super Aufruf.
Speaker: Ich habe jetzt, bevor du dann wirklich das endgültige Schlusswort bekommst, Wiebke, habe ich noch eine Bitte oder eine Frage.
Speaker: Und zwar hatten wir gerade ein sehr spannendes Gespräch mit einer Bauträgerin.
Speaker: Der Melanie Hammer, die in München Wohnungsbau realisiert und die tolle Frau, die ganz spannend eben Nachhaltigkeit, Bauwende versucht in ihren Projekten umzusetzen und da volles Rohr gegen all die Hürden rennt, die es so gibt.
Speaker: und in dem auch nicht aufgibt.
Speaker: Und in dem Kontext haben wir da so ein Beratungsgespräch geführt, da war noch der, wie heißt der mit Vornamen, der Herr Schamer, Dirk Schamer war noch dann mit dabei und es ging eben um Stroh und so weiter und dann tauchte die Idee auf, ich glaube sie war von der Melanie Hammer,
Speaker: Man müsste mal diese ganzen Zulassungen in Einzelfall und wie sie alle heißen, irgendwo gibt es sowas schon bei der Kammer, also man bräuchte eigentlich eine Datenbank, wo die alle aufgelistet sind mit Kontakten und Projekten, dass man sich da austauschen kann und dass man nicht jedes Mal von vorne anfängt.
Speaker: Das wäre eine Frage, gibt es sowas schon?
Speaker: Und wenn es das noch nicht geben sollte, dann wäre es ein Appell, das doch mal ins Leben zu rufen.
Speaker: Wir arbeiten auch gerne mit...
Speaker: Ich nehme das gerne mit auf für unsere Projektgruppe bei der BAK und werde das thematisieren.
Speaker: Kann ich dir jetzt auf Anhieb so gar nicht beantworten.
Speaker: Ich denke, Zugriff wird man wahrscheinlich kriegen, aber an unterschiedlichen Orten.
Speaker: So vermute ich jetzt mal.
Speaker: Aber dass das sozusagen in dem Bauwendekontext gesammelt ist, glaube ich, ist nicht der Fall.
Speaker: Es ist natürlich auch so, dass die Zulassung im Einzelfall bezieht sich auf den Einzelfall.
Speaker: Trotzdem geht es ja oft um ähnliche Bauprodukte, wo die Daten dann vielleicht schon da sind.
Speaker: Oder dass man auch den Prozess, dass man jemanden fragen kann, wie habt ihr das gemacht und so weiter.
Speaker: Aber es ist natürlich der Einbaufall dann oft.
Speaker: Aber auch an diesem Thema gibt es vielleicht auch eine Möglichkeit, Zulassung im Einzelfall sozusagen auf einen Prozess zu beziehen.
Speaker: Das ist auch ein Thema, was wir in einem unserer Pilotprojekte gemeinsam mit der TU München thematisieren.
Speaker: Also...
Speaker: Da gibt es viel Bewegung an vielen Stellen und ich glaube, es ist noch viel zu tun, aber es ist, glaube ich, genug Energie da oder viele sehen inzwischen die Notwendigkeit, dass da was passieren kann.
Speaker: Und ich habe die Melanie Hammer auch mal gesehen in einer Diskussion und kann bestätigen, dass man auch spürt, dass da eben diese Motivation da ist.
Speaker: Und das ist ja auch irgendwie ein gutes Signal.
Speaker: Von Bauträgerseite, das ist ja das, was wir brauchen und suchen.
Speaker: Genau.
Speaker: Und das ist aber ja eben auch die Chance.
Speaker: Weil ich meine Architekten, also Menschen, Architekten und Architektinnen, die Architektur studiert haben, die landen ja eben auch in den Auftraggebenden Positionen.
Speaker: Und diese Transformation findet dann eben ja möglicherweise auch da statt.
Speaker: Sie ist übrigens Architektin.
Speaker: Ja.
Speaker: Ja, absolut.
Speaker: Ja gut, dann kommt, bevor du deinen leichter Schlussluss hast, da mache ich schon mal die Verabschiedung von meiner Seite.
Speaker: Also mir hat es total Spaß gemacht.
Speaker: Ich fand es extrem informativ.
Speaker: Dürfen wir da nochmal dran anknüpfen, möglicherweise, wenn es uns gelingt, den Professor Ebele zum Beispiel zu gewinnen,
Speaker: dass ihr beide da seid.
Speaker: Total gerne.
Speaker: Das würde ich mir jetzt als Challenge setzen, das hinzubekommen.
Speaker: Fände ich ziemlich gut.
Speaker: Vielen Dank und ich gebe mal weiter an Sandra.
Speaker: Ich schließe mich mit dem Dank an.
Speaker: Wiebke, in der Vorbereitung habe ich aufgeschrieben, dass ich dir auf allen Panels und Vorsträgen, wo ich dich gehört habe, immer unfassbar gerne zugehört habe, weil du es schaffst, mit so einer Begeisterung und so einer Vielfältigkeit und unterschiedlichen Perspektiven durchzuführen.
Speaker: mitzureißen und einfach alle, also mich auf jeden Fall und ich auch immer den Eindruck habe, im Publikum alle mitreißt und einfach diese Freude und diese Positivität und dieses Da geht was rüberbringst und ich bin sehr dankbar, dass du heute hier warst.
Speaker: Schön.
Speaker: Ich bin total dankbar für die Diskussion, gerade auch so an den Punkten, wo ich das Gefühl habe, dass es vielleicht nicht irgendwie der absolute Common Sense ist, dass man mal auch an Punkte rankommt, wo man vielleicht so voneinander Perspektiven lernt.
Speaker: Finde ich, das ist eben genau das, worum es bei der Transformation ja geht.
Speaker: Dass wir irgendwie an diese Elemente kommen.
Speaker: Und wenn das möglich ist, auch mit Professor Eberle, bin ich gerne dazu bereit.
Speaker: Ich sehe das nicht als ein Gegeneinander, sondern ich glaube, dass das was sein muss, wo man voneinander lernt und wir uns irgendwie alle ein Stück weit umschauen.
Speaker: Deswegen danke für diesen Input zu der nötigen Offenheit.
Speaker: Ich hoffe, ihr habt die in eurem Findungsprozess bei der Nachfolge.
Speaker: Finde ich ein spannendes Thema.
Speaker: Nachfolge gerade in der aktuellen Situation und wünsche euch da ganz viel Glück, dass ihr ein diverses Team zusammenstellt.
Speaker: Vielen Dank.


