Transcript
Speaker: Eine Verantwortung, in der ich nicht handeln kann, führt zu Frustration.
Speaker: Ich brauche immer auch den Handlungsspielraum in gewisser Weise, um mich dann auch als ermächtigt zu fühlen.
Speaker: Wenn jemand merkt, ich kommuniziere schlecht, bitte sag es mir.
Speaker: Bauwende, Deep Dive, der Podcast mit Sandra und Hinrich.
Speaker: Und wir gehen der Frage nach, wie können wir die Bauwände ins Rollen bringen?
Speaker: Wie bringen wir die so richtig ins Rollen?
Speaker: Und hallo Sandra.
Speaker: Hallo Hinsich.
Speaker: Bei der heutigen Episode haben wir zwei Gäste, Bernhard Kurz und Merle Sucuk vom IFUB, Institut für umwerfende, umfassbare, unbeschreibliche, unerwartbare, unkonventionelle und so weiter.
Speaker: Baukunst.
Speaker: IFOP hat Standorte in München, Berlin und am Bodensee, macht Architektur und Innenarchitektur für das Gemeinwohl, aber auch Energie- und Nachhaltigkeitsberatung, ökologisch, wohnengesund sowie auch sozial, fair und enkelgericht.
Speaker: Es gibt auf der Homepage zehn Leitlinien wie Sanieren vor Neubauen, Kreislauf gerecht, Material bewusst, für und mit Menschen und Werte wie Umsicht, Vielfalt, Spaß und Forschungsgeist.
Speaker: Kasa El in Stockdorf war Teil der Architektur in 2026 in Bayern.
Speaker: Und ein Zitat, das ich mir von Bernhard notiert habe, wir wollten einfach Architektur machen, die über mehr spricht als nur über Geld, aber gleichzeitig auch ein faires Auskommen erlaubt.
Speaker: Bernhard Kurz ist gemeinsam mit Johannes Krone, Institutsgründer, Geschäftsführer, Architekt und Gemeinwohlaktivist
Speaker: Merle Sutrock hat einen Master in Architektur, ist Expertin für Energieeffizienz und Freibadaktivistin, so steht es auf der Homepage.
Speaker: Merle hat auf ihrem LinkedIn-Account stehen das Interesse an gemeinnütziger Produktion von Architektur und Stadt sowie kollaborativen Planungs- und Realisierungsprozessen steht in deiner Arbeit an zentraler Stelle.
Speaker: Herzlich willkommen Bernhard und Merle.
Speaker: Herzlich willkommen.
Speaker: Wir finden die Einladung.
Speaker: Hallo.
Speaker: Hallo, schön, dass ihr da seid.
Speaker: Aber wollt ihr euch erst mal nochmal selbst vorstellen, wer seid ihr und wie seid ihr dahin gekommen, wo ihr heute steht?
Speaker: Ladies first.
Speaker: Gut, dann fange ich an.
Speaker: Also genau, ich bin Werner Sudbrock.
Speaker: Ich bin jetzt seit Februar 2024, also
Speaker: Knappe zweieinhalb Jahre im IFUB.
Speaker: Bin an dem Standort Berlin.
Speaker: Es wurde ja eben schon gesagt, dass wir an verschiedenen Standorten sitzen.
Speaker: Habe davor in anderen Architekturbüros gearbeitet und bin eben immer wieder stadtpolitisch in Berlin aktiv.
Speaker: Daher die Freiwadaktivistin mit der Initiative Pool Potentials.
Speaker: Wir setzen uns für eine saisonale Wechselnutzung der Berliner Sommerbäder ein.
Speaker: Darf ich kurz zu, bevor ich weiter aufs IFUB eingehe?
Speaker: Oder eigentlich ist das schon ganz gut so und ich gebe einfach an Bernhard weiter.
Speaker: Ja, wie bin ich da hingekommen?
Speaker: Ich würde ganz kurz einfach noch mal erzählen, wie wir uns gegründet haben.
Speaker: Vielleicht ist das das Interessanteste, weil du hast jetzt ja so sehr, sehr viel über mich sagen können.
Speaker: Wir, Johannes und ich, haben miteinander studiert und haben auch miteinander Diplomarbeit gemacht und sind letztendlich Freunde geworden im Rahmen des Diploms oder unseres Studiums und sind dann miteinander nach Berlin gezogen und haben dann da im normalen Architekturbüro gearbeitet, ganz klassisch.
Speaker: Da kam auch noch die Finanzkrise.
Speaker: Es ging eigentlich nur um Geld und um nichts anderes.
Speaker: Und wir waren ziemlich frustriert davon.
Speaker: Wir haben auch echt viel gearbeitet und relativ wenig Geld bekommen oder sehr wenig Geld bekommen.
Speaker: Und waren dann irgendwann so frustriert von diesem Ganzen, eigentlich geht es nur ums Geld, dass wir aus Spaß Merchandise-Artikel entworfen haben.
Speaker: Auf denen stand Institut für unwirtschaftliches Bauen.
Speaker: Die waren weiß auf weiß gedruckt und schwarz auf schwarz gedruckt, also total unwirtschaftlich.
Speaker: Und als wir dann ein paar Jahre später uns gegründet haben, haben wir uns einerseits geschworen, dass wir es entweder fair machen oder gar nicht.
Speaker: Und wir haben gesagt, wir probieren es jetzt mal und wenn es nicht funktioniert, dann hören wir wieder auf.
Speaker: Kurz inzügliche Frage, wie lange ist das her?
Speaker: 14 Jahre her, genau.
Speaker: Und als wir uns 2012, im 1.
Speaker: Mai 2012, Tag der Arbeit, gegründet haben, haben wir auch ungefähr 375 verschiedene Namen durchgespielt.
Speaker: Das ist ja wie Bandname, so ein bisschen suchen.
Speaker: Und uns war klar, wir wollten nicht Nachname, Nachnamearchitektur heißen, sondern Nachnamearchitektur.
Speaker: Wir wollten den Teamgedanken, den wir schon immer in der Architektur gesehen haben, herausstellen.
Speaker: Und dann haben wir uns irgendwann daran erinnert, dass wir ja mal EFUB hatten und dann haben wir nur das U. Wir haben uns nicht getraut, unwirtschaftlich auf die Webseite zu schreiben, weil wir dachten, naja, dann denken die Leute, die können nicht mit Geld umgehen.
Speaker: Und da geht es ja nicht drum, sondern es geht eigentlich darum, dass wir anders wirtschaften wollen.
Speaker: Und haben dann das U eben zu so einem wechselnden U gemacht.
Speaker: Auf unserer Website laufen die verschiedenen U's dann durch.
Speaker: Je nachdem, was man gerade für ein Projekt macht, ist das ein anderes U. Und das Bauen haben wir in Baukunst umgewandelt, weil wir diesen Architekturbezug mehr dazu haben wollen.
Speaker: Und ansonsten ist es aber das E-Fug geblieben.
Speaker: Genau, 2012 war das.
Speaker: Und ja, wir haben dann, ich glaube, das schon noch vielleicht, wenn ich die Gründungsgeschichte so ein bisschen zu Ende erzähle, es gab neben diesem sozialen Faktor, also dass wir niemanden ausbeuten wollten, also auch uns nicht, gab schon auch immer den ökologischen Faktor schon, also dass wir gesagt haben, wir wollen versuchen, möglichst ökologisch zu bauen.
Speaker: Dieser Ansatz ist über die Jahre immer stärker geworden, auch mit den Fridays-Bewegungen, mit den Architects for Future, mit der ganzen Klimathematik war uns immer mehr bewusst, dass das eigentlich der Weg zu gehen ist.
Speaker: Und aus dieser Kombination dieses ökologischen und sozialen haben wir irgendwann mal so einen Begriff gesucht.
Speaker: Ich glaube, das ist jetzt auch schon, das ist wahrscheinlich, ich weiß nicht, wie lang das her ist, der das soziale und ökologische zusammenbringt und kamen da aufs Gemeinwohl.
Speaker: So als
Speaker: Und haben dann Architektur für das Gemeinwohl über unsere Tür geschrieben.
Speaker: Und lustigerweise kam dann zwei Jahre später irgendwann mal jemand auf mich zu und hat gemeint, hey, ihr habt ja dieses Gemeinwohl, deinen Namen, kennt ihr eigentlich die Gemeinwohlökonomie?
Speaker: Und dann haben wir im Rahmen, haben wir eine Gemeinwohlbilanz gemacht nach der Theorie der Gemeinwohlökonomie und das hat uns dann nochmal richtig stark transformiert und zu dem gemacht, was wir dann heute letztendlich sind und worüber wir jetzt heute sprechen dürfen und warum wir wahrscheinlich auch eingeladen wurden.
Speaker: Unter Ansem.
Speaker: Herzlichen Dank erstmal für den Gründungsteil und auch Merle für deine einleitenden Worte.
Speaker: Darf ich bei Merle kurz noch eine Rückfrage stellen?
Speaker: Du hast gesagt, du bist jetzt seit 2024 bei IFUB.
Speaker: Wie kam das denn, dass du dich dazu entschlossen hast?
Speaker: Tatsächlich bin ich einfach über die Stellenausschreibung gestolpert, wo aber schon das Büro sich vorgestellt hat, würde ich sagen.
Speaker: Und diese Stichpunkte, die du vorhin auch genannt hast, eigentlich genannt wurden und mich das einfach total angesprochen hat.
Speaker: Und ich dann dachte, ich probiere es einfach mal.
Speaker: Mal schauen, was dabei rumkommt.
Speaker: Und ich eigentlich dann schon in dieses Profil reingekommen bin, würde ich sagen, was sich davor erst auch noch mehr formiert hat.
Speaker: Also für mich war tatsächlich die Ausrichtung, die Werte und die, ja genau, das eigentlich war schon ausschlaggebend dafür, die Arbeitsbedingungen, die beschrieben wurden, dafür, dass ich mich dann beworben habe beim Büro.
Speaker: Also genau, ich habe auch ein bisschen dann recherchiert, wer ist das E-Pub?
Speaker: Ich hatte es schon mal irgendwie, war mir schon über den Weg gelaufen, aber gar nicht so in all seinen Facetten und war dann total begeistert, als ich das alles durchgelesen habe und dachte, das entspricht genau dem, was ich eigentlich suche.
Speaker: Ja, spannend.
Speaker: Ja, also wir haben uns jetzt gedacht, dass wir, oder hast du noch weitere Rückfragen?
Speaker: Mach du.
Speaker: Wir haben uns jetzt gedacht, also es gibt ja, da steht eben, genau wie du sagst, auf eurer Homepage stehen extrem viele spannende Dinge.
Speaker: Aber wir wollen jetzt doch mal mit dem Kontext starten, der uns ja auch sozusagen zu euch geführt hat und antreibt, eben die Bauwende.
Speaker: Und deswegen mal so die Frage, also was versteht ihr unter Bauwende?
Speaker: Wie ist so eure Erfahrung?
Speaker: Also wie viel könnt ihr davon umsetzen?
Speaker: Also aus unserem Büroalltag kann ich erzählen, wir wollen sehr viel umsetzen und uns gelingt es nicht wirklich oft.
Speaker: Es ist zumindest ein sehr dickes Brett.
Speaker: Also würde mich wahnsinnig interessieren, wie ist das bei euch?
Speaker: Was ist denn euer Angebot so im Detail und klappt das mit dem Geldverdienen?
Speaker: Ich meine, es gibt euch jetzt schon einige Jahre, offenbar klappt es, gehe ich von aus, aber würde mich doch mal interessieren, das von euch zu hören.
Speaker: Also was ist die Bauwende und könnt ihr damit Geld verdienen und wie viel könnt ihr davon umsetzen?
Speaker: Was ist die Bauwende?
Speaker: Das ist so eine riesige Frage.
Speaker: Die haben wir uns in ähnlicher Form gestellt.
Speaker: Wir haben die Frage gestellt, was ist ökologisches Bauen für uns?
Speaker: was wir im Büro machen, wenn wir solche großen Fragen haben.
Speaker: Wir machen einen Workshop.
Speaker: In dem Fall haben wir, glaube ich, sogar zwei gebraucht oder drei.
Speaker: Und dann schreiben wir alle mal auf, was ist das so, was wir da so darunter vorstellen.
Speaker: Und dann kommen da 100, 150 Post-its auf so ein digitales Whiteboard und dann versucht man das einzudampfen und so.
Speaker: Und das haben wir mal gemacht.
Speaker: Und dann haben wir das, was wir dann das Handbuch des gemeinwohlorientierten Bauens genannt haben, gemeinsam entwickelt.
Speaker: Ja.
Speaker: Das sind zehn Punkte, die sind jetzt das erste, was man bei uns auf der Webseite sieht und die definieren für uns so ein bisschen alle Punkte, die wir gerne berücksichtigen wollen, wenn wir bauen.
Speaker: Wir können die ja nachher mal kurz durchgehen.
Speaker: Ich würde vielleicht kurz die zwei anderen Fragen noch beantworten.
Speaker: Die zweite Frage war, können wir davon leben?
Speaker: Gibt gute Jahre, gibt schlechte Jahre?
Speaker: Wir leben auch leider nicht außerhalb des Systems.
Speaker: Das heißt, wir merken natürlich auch gerade, dass es momentan schwierig ist.
Speaker: aber wir können uns faire Gehälter zahlen und davon auch jede Überstunde.
Speaker: Ich sage mal so, die sind jetzt nicht üppig und wenn ich mit anderen Leuten, die A-Berufe haben, wie ÄrztInnen oder AnwältInnen spreche und denen erzähle, was ich verdiene, dann schauen die immer ganz ungläubig, aber es ermöglicht uns allen ein halbwegs okayes Leben, würde ich mal sagen.
Speaker: Die dritte Frage war, wie viel können wir davon umsetzen?
Speaker: Die würde auch jetzt ich nochmal schnell beantworten, weil letztendlich beantwortet die auch oder stellt die gleich die nächste Frage.
Speaker: Wir haben gemerkt, dass wir eigentlich immer wieder scheitern und an viel zu vielen Punkten und das sind eigentlich immer die gleichen.
Speaker: Und das geht eigentlich letztendlich immer nur ums Geld.
Speaker: Und da sind wir dann wieder da, wo der Johannes und ich unsere Gründungsgeschichte erzählt haben.
Speaker: Wenn wir über das richtige Bauen nachdenken und die Dinge, die wir machen sollten und jedes Mal, wenn ich mich frage, warum machen wir das nicht, dann kommt es ja, ist es zu teuer.
Speaker: Oder
Speaker: Anders zu bauen ist halt billiger.
Speaker: Es ist billiger abzureißen und neu zu bauen.
Speaker: Es ist billiger Styropor zu verwenden.
Speaker: Es ist billiger Kunststofffenster einzubauen.
Speaker: Es ist billiger Menschen schlecht zu behandeln.
Speaker: Es ist einfach kurz gedachte Kapitalmaximierung, die das Bauen bestimmt.
Speaker: Und deswegen scheitern wir auch ganz viel.
Speaker: Wir haben zwar das Glück, dass wir sehr viele Kundinnen haben, die das anders machen wollen.
Speaker: Wir haben sehr wenige KundInnen, die zu uns kommen und sagen, uns ist das alles wurscht.
Speaker: Wir wollen einfach nur das Maximale an Geld rausholen.
Speaker: Und dennoch scheitern wir, weil die Menschen auch nur innerhalb unseres Systems mit einem gewissen Budget agieren können.
Speaker: Und wir versuchen zwar, die richtigen Stellschrauben zu drehen, aber letztendlich ist es so, dass wir trotzdem immer wieder scheitern.
Speaker: Und aus diesem Grund engagieren wir uns auch für die Gemeinwohlökonomie, weil wir der Meinung sind und das ist vielleicht der Abschluss oder der Rückschluss wieder zur Bauwende.
Speaker: Es wird keine Bauwende ohne eine Systemwende geben.
Speaker: Also das Thema ist ja auch ein Riesenthema.
Speaker: Bevor wir da bei der Gemeinwohlökonomie und über die werden wir natürlich noch intensiv reden, vielleicht auch noch einen weiteren Aspekt, den wir hier im Podcast in Zukunft auch noch verfolgen wollen, weil ich glaube, dass die Systemfrage
Speaker: Dies ist auch wert, sehr differenziert mal betrachtet zu werden und auch so ein paar andere Aspekte mit reinzubringen.
Speaker: Also es gibt wahrscheinlich ein Thema, könnte ich mir vorstellen, dass es euch jetzt eher triggert, mit dem ich mich ein bisschen beschäftigt habe.
Speaker: Ich teaser das nur mal kurz.
Speaker: Das ist dieses Thema Bitcoin.
Speaker: Und das ist es für mich unter dem Gesichtspunkt,
Speaker: dass ich ganz viel über Geld gelernt habe.
Speaker: Also ich glaube, wir Architekten sollten unbedingt ganz viel über das Thema Geld lernen, weil ich stimme dir zu oder ich stimme euch zu.
Speaker: Es ist immer die Ökonomie, die uns da rein funkt.
Speaker: Also wir machen genau die gleiche Erfahrung, um das zu verarbeiten.
Speaker: Um das zu beschreiben, was du beschrieben hast, unsere Projekte scheitern auch ganz oft schlicht und ergreifend daran, dass jemand sagt, es ist zu teuer.
Speaker: Natürlich ist es eine auch viel zu kurzfristige Betrachtung, aber es ist eben auch interessant zu sehen, dass wenn sich Marktbedingungen ändern, also wenn zum Beispiel Zinsen steigen, dass plötzlich der Erhalt interessanter wird.
Speaker: Ich will das eigentlich nur kurz anteasern, aber diese Mechanismen zu verstehen macht total Sinn.
Speaker: Deswegen finde ich das sehr, sehr spannend.
Speaker: Die Straße von Hormuz-Thematik hat plötzlich ökologische Baustoffe wieder finanziell interessanter gemacht.
Speaker: Wenn Sachen halt mit Erdöl produziert werden, wurden die plötzlich teurer.
Speaker: Und wenn Sachen ohne Erdöl produziert werden oder ohne fossile, ja, also da bin ich voll bei dir.
Speaker: Also diese Folge, die will ich unbedingt auch nochmal machen, wo es einfach nur darum geht, diese Mechanismen des Geldes auch nochmal zu verstehen und eben auch gar nicht mit Systemantworten zu reagieren, sondern einfach mal nur zu beschreiben, was haben wir eigentlich und woran liegt das, dass Dinge, die eigentlich gut sein sollten, du hast sie aufgelistet, bessere Baustoffe, besseres Klima, Wohngesundheit, Bestand erhalten, Menschen besser behandeln, dass die teurer sind, was irgendwie absurd eigentlich klingt zunächst mal.
Speaker: Aber das nur am Rande, hier ist Sandra.
Speaker: Vielleicht würde ich noch eine Sache ergänzen, bevor es weitergeht.
Speaker: Das Scheitern klingt immer so absolut.
Speaker: Ich habe eher das Gefühl, es sind oft Kompromisse, die man eingeht oder Entscheidungen, die man trifft.
Speaker: Dass man halt versucht, wenigstens einige Aspekte mit reinzubringen oder dass man in jedem Projekt halt prüft, welche sind realistisch und umsetzbar und welche nicht.
Speaker: Und das sind nie alle.
Speaker: Ich glaube, da kann ich auch nie sagen, wo ich in der Absolutheit, aber es gibt halt Projekte, da sind es mehr und es gibt Projekte, da sind es weniger.
Speaker: Und ich habe das Gefühl, dadurch, dass wir das recht plakativ eben sichtbar gemacht haben, was uns wichtig ist, macht es das sehr einfach, das zu kommunizieren oder vereinfacht es das, zu kommunizieren, was unsere Ziele sind und worüber wir sprechen.
Speaker: Das hat, glaube ich, sehr geholfen, das sozusagen so zu benennen und
Speaker: Deswegen wir auch immer wieder auffallen.
Speaker: Oder diese zehn Punkte, da werden wir immer wieder darauf angesprochen.
Speaker: Vielleicht könnt ihr die noch einmal durchdeklinieren, die zehn Punkte.
Speaker: Das ist ja eure Definition, die ihr aus dem Workshop bearbeitet habt.
Speaker: Das ist auch eine der interessanten Sachen aus der Gemeinwohlökonomie, die zwingt einen nicht, Dinge aufzuschreiben.
Speaker: Und in dem Moment, wo man Dinge aufschreibt, passiert ganz viel plötzlich.
Speaker: Willst du, machen wir abwechselnd, Merle?
Speaker: Ich habe sie hier auch, damit ich nichts vergesse.
Speaker: Ich kann sie auswendig.
Speaker: Ich kann sie auch, aber manchmal bringt sie durcheinander.
Speaker: Das stimmt, diese Reihenfolge.
Speaker: Die Reihenfolge ist tatsächlich nicht bewertend, sondern eher dem Projekt, also im Ablauf eines Projekts geordnet.
Speaker: Das heißt, wir fangen eigentlich ganz vorne an bei Punkt 1 und das ist nicht bauen.
Speaker: Und da geht es eigentlich darum, uns allen bewusst zu machen, diese drei Zahlen, die kennt jeder, nämlich die
Speaker: 55 oder 60 Prozent der CO2-Emissionen, 55 Prozent des Mülls und 95 Prozent der mineralischen Ressourcen sind der Baubranche zuzuschreiben.
Speaker: Und das müssen wir alle im Blick behalten, dass wir, wenn wir bauen, immer einen Schaden verursachen und eigentlich den nur dadurch rechtfertigen können, indem Dinge danach sehr, sehr viel besser sind.
Speaker: Also der Nutzen muss den Schaden deutlich übersteigen.
Speaker: Und deswegen ist das Punkt eins, auch wenn es vielleicht für ein Architekturbüro erstmal komisch ist.
Speaker: Unabhängig davon haben wir aber auch einen großen Gebäudebestand und mit dem müssen wir natürlich umgehen und der muss saniert werden und der muss natürlich auch klimafreundlich gemacht werden, bringen wir uns zu Punkt zwei.
Speaker: Sanieren statt Neubau.
Speaker: Hast du jetzt eigentlich schon erklärt, was das Ganze ist, aber es gibt einfach unfassbar viel, was schon gebaut ist.
Speaker: Und das wiederzuverwenden, zu schauen, was kann davon benutzt werden, wie kann es umgenutzt werden, darum geht es dann eben im zweiten Schritt.
Speaker: Auch die wenigste Energie, die verbraucht wird und die wenigsten CO2-Emissionen sind einfach dadurch, wenn man Materialien, Gebäude, Strukturen erhält.
Speaker: Muss man auch ganz klar sagen, das ist einfach der weit größere Faktor dessen, was Energieverbräuche betrifft oder CO2-Emissionen, als die, die in Betrieb stattfinden.
Speaker: Nummer drei ist dann Wandlungsfähig bauen.
Speaker: Da geht es eigentlich darum, nee, korrekt, doch, oder?
Speaker: Nee, weniger und kleiner bauen.
Speaker: Ihr seid ehrlich.
Speaker: Weniger kleiner bauen, okay, dann fange ich mit weniger kleiner bauen, aber das ist eigentlich klar.
Speaker: Es gibt die drei Säulen der Nachhaltigkeit, Effizienz, Konsistenz und Suffizienz und das ist die Suffizienz.
Speaker: Das heißt, einfach zu hinterfragen, brauchen wir all das, was wir haben und macht es uns zu glücklicheren Menschen.
Speaker: Wenn wir weniger kleiner bauen, brauchen wir einfach weniger Ressourcen und es ist der allerwichtigste Punkt, wenn es darum geht, Geld zu sparen, um dann später nicht zu
Speaker: Mistige Materialien zu verbauen.
Speaker: Wenn ich jetzt so eine Familie plane und die braucht halt für vier Personen 85 Quadratmeter, kann ich mit ganz anderen qualitativen Qualitäten und Materialitäten abplanen, als wenn ich eine 200 Quadratmeter für vier Personen plane.
Speaker: Jetzt zum Punkt vier aber dann, Merle, das darfst du jetzt sagen, flexibel und wandlungsfähig bauen.
Speaker: Genau, flexibel und wandlungsfähig waren.
Speaker: Also die Bedürfnisse und Bedarfe von eigentlich den meisten Leuten oder den Leuten ändern sich einfach immer wieder und dass man das einfach von Anfang an mitdenkt, nicht immer hinterher reagiert und schaut, was kann ich denn jetzt danach damit machen.
Speaker: sondern dass man einfach das so gestaltet, dass es einfach umgestaltbar ist oder dass es einfach trennbar ist.
Speaker: Das geht halt bei einem Einfamilienhaus los, wo wir sagen, eigentlich baue kein Einfamilienhaus.
Speaker: Das ist meistens nur ein kleiner Moment im Leben, wo das wirklich notwendig ist, diesen Platz zu haben, sondern dass man schon vorsieht, dass es einfach teilweise keine großen Hürden sind, dass man die möglichst klein hält in der Umgestaltung und ist bei
Speaker: großen Büroetagen oder bei der Struktur geht es dann weiter, dass man die so gestaltet, dass es umbaubar ist mit einfachen Mitteln und auch ein großes Investment ist, auch dann oft wieder ein Hebel irgendwie bei der ganzen Kostenfrage.
Speaker: Was dann auch wieder dazu führt, dass Gebäude abgerissen werden, die halt nicht abgerissen werden sollten.
Speaker: Aber auch wenn ich jetzt zum Beispiel nochmal auf das Einfamilienhausbeispiel, ich finde schon immer noch ganz gut zu sehen, ich bin eine Familie, meine Kinder sind groß, die ziehen aus, gehen vielleicht zum Studieren oder irgendwo anders hin, brauchen noch finanzielle Unterstützung.
Speaker: Ist doch cool, wenn ich da eine Einlegerwohnung abtrennen kann, die vermieten kann und da ein bisschen Geld generiere, um meine Kinder zu unterstützen.
Speaker: Also auch das ist ein Punkt, der bringt einfach viel dazu.
Speaker: Oder um einfache Veränderung des Hauses.
Speaker: Sag nochmal mehr.
Speaker: oder auch um Instandhaltung des Hauses überhaupt dreh zu finanzieren.
Speaker: Also es ist ja ganz normal, dass man auch immer wieder was in ein Gebäude reinstecken muss mit der Zeit.
Speaker: Und das sind halt auch Möglichkeiten, das machbar zu machen.
Speaker: Riesending.
Speaker: Also ich würde kurz ergänzen, auch das Thema, das mich jetzt zum Beispiel betrifft.
Speaker: Ich meine, Einfamilienhaus ist ja an sich schon fragwürdig.
Speaker: Ich habe selber eins oder wir haben selber eins gebaut.
Speaker: Und jetzt ist eben im Gespräch, ob meine Mutter damit einzieht.
Speaker: Also auch dieser Punkt, dass das möglich ist.
Speaker: Ja, das ist ein Riesenthema und eigentlich ist da auch das größte Potenzial drin, das wir haben.
Speaker: Wir haben, glaube ich, 14 Millionen Einfamilienhäuser oder so was in Deutschland oder 16 und 12 davon sind von einer oder zwei Personen bewohnt.
Speaker: Und da treffen zwei Probleme aufeinander.
Speaker: Das eine ist, wir haben angeblich Wohnraummangel, aber eigentlich ist der nur schlecht verteilt, wenn man sich das anhört, weil diese Einfamilienhäuser sind ja selten unter 150 Quadratmeter, sage ich mal.
Speaker: Andererseits haben wir aber auch ein Vereinsamungs- und Vereinzelungsproblem.
Speaker: Diese Menschen, die jetzt gerade die ganze Gummer-Generation, die jetzt demnächst, in den nächsten Jahren in Rente geht, vielleicht auch Pflege braucht, Unterstützung braucht.
Speaker: Wenn die alle in Einfamilienhäusern wohnen, ist diese Pflege und Unterstützung viel, viel schwerer sicherzustellen.
Speaker: Also ein möglichst lange selbstbestimmtes, würdiges Leben zu führen, ist in einem Einfamilienhaus viel, viel schwieriger, als wenn ich jetzt in einer Gemeinschaft wohne.
Speaker: Das heißt, wir könnten zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, indem wir Wohnungsmöglichkeiten für ältere Menschen anbieten, die in ihrem Umfeld, dass sie in ihrem Umfeld bleiben können oder ein neu geschaffenes Umfeld annehmen, dadurch nicht so bald ein Altersheim oder Ähnliches brauchen, nicht so bald Pflege brauchen, weil es einfach ein soziales Netz gibt.
Speaker: Und das gleichzeitig dazu führt, dass wir diese Pflegethemen, die wir in den nächsten Jahren ganz, ganz massiv auf uns zukommen haben, zu bringen.
Speaker: Und gleichzeitig, wenn man mal nur angenommen, 10 Prozent von diesen 12 Millionen bringen wir dazu, in eine andere Wohnform zu ziehen.
Speaker: dann hätten wir 1,2 Millionen freie Einfamilienhäuser.
Speaker: Also da brauchen wir nicht über 400.000 Wohnungen sprechen, die wir irgendwo freimachen, sondern da ist plötzlich wahnsinnig viel Platz für vier, fünf Personen, Familien, die den brauchen, der frei werden würde.
Speaker: Und das wäre ja ohne Zwang.
Speaker: Das wäre ja eigentlich dafür, dass man Menschen ein möglichst langes, selbstbestimmtes, würdiges Leben ermöglicht.
Speaker: Da sind große Potenziale drin.
Speaker: Und wenn wir alle die Einfamilienhäuser heute schon anders geplant hätten, wäre das noch viel einfacher.
Speaker: Riesensicht.
Speaker: mit den Menschen, mit denen man baut.
Speaker: Also dass es auch um würdige Arbeitsbedingungen geht auf der Baustelle, was immer wieder ein großes Thema ist, was man auch nur bedingt, muss man sagen, in der Hand hat, aber dass man sich da wenigstens Mühe gibt oder das versucht zu berücksichtigen.
Speaker: Genauso eben wie, dass man halt nah mit den Auftraggebenden Hand in Hand eigentlich plant und zusammenarbeitet.
Speaker: Ich habe da gerade im Hunde auch nicht gelesen über Work and Architecture, das sich genau damit auseinandersetzt.
Speaker: Total spannend.
Speaker: Ja, erzähl kurz.
Speaker: Ich verlinke es in den Show Notes.
Speaker: Aber ich habe dir das Wort abgeschnitten.
Speaker: Ist ja interessant.
Speaker: Also ich finde ja immer sehr viele Aspekte.
Speaker: Also in dieser Punkt 5, da spielen sehr, sehr viele Aspekte rein.
Speaker: Einerseits wollte ich noch sagen, dass ich, wenn ich mit Studierenden arbeite, dann sage ich immer, seid nicht arrogant.
Speaker: Ich weiß nicht, wie Architektinnen neigen dazu, mit einer wahnsinnigen Arroganz auf Baustellen zu gehen und durchs Leben zu gehen.
Speaker: Und wir neigen auch dazu, dass wir Baukultur als irgendwas Abgehobenes verstehen, was sehr, sehr entkoppelt ist von den Menschen.
Speaker: Ich weiß nicht, als ich in die Uni gegangen bin, da war alles Grau und Beton und Stahl und Glas.
Speaker: Und schon damals fanden das eigentlich nur ArchitektInnen gut.
Speaker: Und ich habe mich dann schon immer gefragt, für wen bauen wir denn eigentlich?
Speaker: Wir bauen doch nicht für uns.
Speaker: Oder dass wir einmal auf die Baustelle kommen, ein paar geile Bilder machen und dann gehen wir heim und die Leute, die da drin wohnen, denken sich, wow, das gehört da auch mit rein.
Speaker: Also dieser Aspekt, darüber nachzudenken, für wen baue ich denn da eigentlich und nie für mich selber,
Speaker: Don't be arrogant.
Speaker: Don't think you know anything better.
Speaker: Wir wissen es nicht besser, sondern wir bauen auch Gebäude für Leute, die ganz anderen Geschmack haben als wir.
Speaker: Und das ist vollkommen okay, weil die müssen sich da drin wohnen, wohlfühlen.
Speaker: Und das ist, glaube ich, was, was wir nicht beigebracht haben.
Speaker: Also ich habe es nicht beigebracht bekommen.
Speaker: Und genauso halt, auch wenn es jetzt um größere Beaufgaben gibt, die Leute sind die eigenen Experten für ihr Leben.
Speaker: Und das muss man irgendwie anerkennen, dass man da ja niemandem vorschreiben kann, wie sie leben möchten oder genauso wie sie Schulen oder öffentliche Gebäude nutzen wollen.
Speaker: Die Expertinnen, das sind die, die es täglich nutzen und dass man das versucht, möglichst früh mit einzubeziehen, auch schon in den Grundlagen.
Speaker: Also da, du hast ja auch einen partizipativen Hintergrund, so habe ich das verstanden, Merle.
Speaker: Also das heißt, ihr bietet diese Prozesse auch mit an?
Speaker: Ja, also man muss sagen, wir haben nicht, also wenn es um Baugruppen geht, das ist ein Bereich, den wir sozusagen haben, wo wir das machen.
Speaker: Ansonsten hatten wir jetzt, haben wir die meisten, also das meiste, was wir machen ist Wohnungsbau momentan.
Speaker: Das war eher, dass ich davor war, ich war bei den Baupiloten, wo das einfach einen sehr großen Fokus hat.
Speaker: gerade im Bildungsbau und im Schulbau und verschiedene Methoden entwickelt wurden und so Planspiele, die man benutzen kann.
Speaker: Es kommt bei uns jetzt nicht, wir gucken immer, wie kann man es einfließen lassen, aber es ist tatsächlich nicht der Haupt, genau, wir würden es gerne mehr machen, aber es ist nicht der Hauptfokus momentan, kann man schon auch sagen.
Speaker: Aber das ist ein wichtiger Punkt.
Speaker: Da müssen auch die richtigen Parteien zusammenkommen.
Speaker: Wir bauen zum Beispiel auch gerade eine Kita und da war auch ein Vorschlag, naja, sollten wir uns nicht eigentlich mit den Leuten, die da drin dann später mal arbeiten,
Speaker: abstimmen und Workshops mit denen machen.
Speaker: Und das ist aber eine private Betreiberfirma gewesen.
Speaker: Da hatten wir dann halt eine Ansprechperson, die halt sozusagen die Neubau-Projekte, die neuen Projekte von denen betreut hat.
Speaker: Und mit denen haben wir uns dann abgestimmt.
Speaker: Und der hat halt dann sozusagen gefiltert weitergegeben.
Speaker: Ich hätte gerne mit den Kindern gesprochen und ich hätte gerne mit den
Speaker: mit den Leuten gesprochen, die da auch drin arbeiten.
Speaker: Habe aber dann auch gemerkt, dass letztendlich auch so viel reguliert ist in der Hinsicht, dass man sich dann manchmal fragt, na ja, eigentlich, also ja, in dem Fall bei den Kitas und so, da muss man schon auch jemanden mit richtig Mumm haben, um da die ganzen Regulierungen etwas anders zu überlegen.
Speaker: Ich wollte noch eine Sache kurz einfließen lassen.
Speaker: Wir hatten ja in der zweiten Episode nonkonform da.
Speaker: Und die haben jetzt, wie hieß das bei denen nochmal, die haben jetzt, also ihr Konzept ist eben im Endeffekt auch weniger bauen oder nicht bauen.
Speaker: Und die sind in diesen vorgelagerten, ich habe da so viel falsch gesagt letztes Mal, ich habe da von denen so einen auf den Deckel bekommen, deswegen mit Zetas Wording gerade.
Speaker: Aber was, die haben mir eine Geschichte erzählt, die fand ich spannend.
Speaker: Die haben also auch einen Planspielprozess gehabt mit einer Bank,
Speaker: die einen Neubau haben wollte.
Speaker: Und das Ergebnis war, dass sie im Bestand geblieben sind und sich im Bestand verkleinert haben und viel mehr Raum und Nutzungen für weitere Menschen, Firmen usw.
Speaker: zur Verfügung gestellt haben.
Speaker: Da habe ich mir gedacht, das macht vielleicht das, was ihr auch jetzt gerade sagt, so greifbar.
Speaker: Das ist ja ein irrer Mehrwert.
Speaker: Also es ist günstiger, es stärkt die Städte und es schafft noch Platz und Raum für mehr Menschen im Bestand.
Speaker: Also fand ich irgendwie, kann ich total nachvollziehen, was ihr da...
Speaker: Das ist ja auch oft so, gerade im Bürobereich ist es relativ, ich sage mal sogar einfach.
Speaker: Also wir machen solche Sachen auch im Bürobereich.
Speaker: Oder haben wir eigentlich, ich denke jetzt gerade an ein Projekt,
Speaker: wo auch hieß, ja, wir brauchen mehr Platz, wir brauchen mehr Fläche und dann haben wir das mit KollegInnen uns mal angeschaut und dann kam eigentlich raus, nee, ein Bestand ist eigentlich vollkommen ausreichend Platz da.
Speaker: Und das ist ja nur ein Aspekt.
Speaker: Ich meine, die Merle hat ja noch so einen privaten Nebenspaß, wo sie vielleicht über die Potentials kurz erzählen magst, das ja auch ein Thema ist, was über Mehrfachnutzung spricht.
Speaker: Genau, also dass man einfach sich auch anschaut, was ist eigentlich da und wie kann es auch multikodiert werden oder wie kann es in saisonale Wechselnutzung, bedeutet halt, dass man sich zeitlich das anschaut.
Speaker: Das kann entweder jahreszeitenweise oder auch tagesweise sein.
Speaker: Das ist auch ein großes Thema insgesamt.
Speaker: Wie kann man das, was da ist, eigentlich auch
Speaker: in zeitlichen Begrenzungen an verschiedene Parteien übergeben, wie kann das funktionieren?
Speaker: Und das ist bei den Pool Potentials, die haben sich halt auf die Freibäder konzentriert und haben gesagt, es gibt in Berlin einfach fast 500.000 Quadratmeter innerstädtische Fläche, die im Durchschnitt 8,5 Monate im Jahr brach liegt und gar nicht genutzt wird, in einer Stadt, wo auch immer mehr Flächendruck eigentlich da ist.
Speaker: Und wir uns dafür einsetzen, dass in der Schließzeit, also es soll auf gar keinen Fall die Wartesaison oder das Schwimmen irgendwie beeinträchtigen, aber ist es nicht möglich, dass man diese Flächen so denkt und vor allen Dingen, wenn sie sowieso umgeplant werden oder Sanierungen anstehen, dass man sie dann so denkt, dass sie halt auch mit anderen Nutzungen, in dem Fall gemeinwohlorientierten Nutzungen, weil es eben öffentliche Flächen sind, die durch die Berliner Bäderbetriebe betrieben werden, aber
Speaker: und auch im Sinne der Daseinsfürsorge genutzt werden.
Speaker: Also zum Beispiel, was sind das für Nutzungen?
Speaker: Es können sportliche Nutzungen sein.
Speaker: Es sind ja Infrastrukturen mit einem Sanitärbereich,
Speaker: Mit abschließbaren Mitschließfächern ist es eine kontrollierte Fläche, das heißt es ist nochmal anders nutzbar als jetzt ein ganz öffentlicher Park.
Speaker: Man könnte Sachen stehen lassen, man könnte sich an Nachbarschaftstreffs überlegen, eine Feuerstelle, die im Herbst und Winter da ist.
Speaker: Es ist nicht nur der ganze Winter sozusagen, sondern es sind einfach auch der Herbst und der Frühling, wo es oft eigentlich schon gutes Wetter ist und man das nutzen könnte.
Speaker: Kulturelle Nutzung gibt es.
Speaker: Es gibt auch Beispiele in Deutschland oder auch in der Schweiz.
Speaker: In Zürich sind inzwischen fast alle Freibäber tatsächlich eine Parknutzung.
Speaker: Im Winter werden einfach der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Speaker: Spannend.
Speaker: Genau.
Speaker: Und da haben wir verschiedenste Workshops gemacht, einen Ideenaufruf.
Speaker: Genau.
Speaker: Und sind dabei.
Speaker: Sind aber auch feste Strukturen, wo es ein langer Weg ist.
Speaker: Auf jeden Fall.
Speaker: Das verlinken wir auch in den Shownotes.
Speaker: Ja, gerne.
Speaker: Jetzt sind wir bei Punkt 6 wahrscheinlich.
Speaker: Schönbaum.
Speaker: Schönbaum.
Speaker: Schönbaum.
Speaker: Ja, das war der am heißesten diskutierte Punkt tatsächlich bei uns im Büro.
Speaker: Was ist schön?
Speaker: Tja, das ist erstmal der erste Punkt.
Speaker: Warum wir ihn reingenommen haben, ist, dass wir schon gesagt haben,
Speaker: letztendlich machen wir, also viele unserer Punkte gehen ja darum, dass man Gebäude so lange wie nur irgendwie geht, nutzt.
Speaker: Und wir haben schon gemerkt, wenn man sich so, keine Ahnung, irgendwelche denkmalgeschützten Gebäude anschaut, die sehen auch, die sehen einfach, also die haben, da ist nichts bündig, sehr viel Farbe oft auf und
Speaker: Die sind, der kommt nicht mehr auf die Idee, die abzureißen.
Speaker: Form, Farbe, Liebe zum Detail, also eine gewisse Form von Schönheit, klar, auch ein gewisser Zeitgeist, aber das ist auch, der Zeitgeist, der hat meistens so eine Phase, wo er niemandem gefällt und wenn man die überwunden hat, dann wird es wieder cool.
Speaker: Das geht ja total schnell.
Speaker: Postmoderne war bei uns ganz furchtbar.
Speaker: Jetzt findet man es irgendwie jeder geil, wenn irgendwas rund ist und irgendwo eine dicke Stütze steht.
Speaker: Oder Hundefenster oder sowas.
Speaker: Schönheit ist natürlich etwas, was sich wandelt, hat aber auch grundsätzliche Dinge, die schon bleiben.
Speaker: Es ist einer der wichtigsten Faktoren, ob Gebäude erhalten bleiben oder nicht.
Speaker: Deswegen ist es reingekommen.
Speaker: Macht total Sinn.
Speaker: Noch was zu ergänzen, Merle, oder passt's?
Speaker: Langlebig eine Unbezüglichkeit.
Speaker: Und wir sind auch ArchitektInnen.
Speaker: Wir haben einfach Bock, auch schöne Sachen zu machen.
Speaker: Wir sind jetzt kein Büro, das sagt, wir machen jetzt nur Öko, sondern wir sind schon auch angetreten, um zu zeigen, dass ökologische Architektur cool sein kann, schön sein kann, Spaß machen kann.
Speaker: Ja.
Speaker: Ob wir das einlösen, das könnt ihr bei uns auf der Website nachschauen, ob ihr das so seht.
Speaker: Aber für uns macht es Spaß.
Speaker: Ja, das macht total Sinn.
Speaker: Ich finde trotzdem die Frage, eigentlich könnte man meinen, unser Kerngeschäft als Architekten.
Speaker: Und trotzdem ist das so oft im Alltag dem ökonomischen Druck geschuldet, geht es unter.
Speaker: Ich fand auch mal, irgendjemand hat mal so eine Formulierung gebracht, gebt euch Mühe.
Speaker: Also hat ja auch was damit zu tun, dass man sich Mühe gibt und diese Dinge im Bewusstsein hat.
Speaker: Also, dass man die Spielräume nutzt, die man hat.
Speaker: Ich gebe schon, ich muss da so ein paar Sachen einwerfen.
Speaker: Entschuldigung, Merle, willst du zuerst oder ich?
Speaker: Wir machen.
Speaker: Ich finde, dass die Architektur irgendwann einen ganz komischen Weg genommen hat.
Speaker: Und zwar im Hinblick auf, man hat angefangen, alles zu reduzieren, zu minimieren.
Speaker: Von der Farbe habe ich ja vorhin schon gesprochen, alles grau.
Speaker: und aber auch Details, alles minimaler, minimaler, minimaler.
Speaker: Und wir haben so ein bisschen verlernt, auch mit dieser Form umzugehen.
Speaker: Und wenn man sich anschaut, wo, also ich kann im Gebäude wahnsinnig viel Geld versenken, indem ich Dinge bündig mache.
Speaker: und möglichst slick und schlicht und reduziert.
Speaker: Und dann denke ich mir, warum?
Speaker: Also die alten ArchitektInnen, die haben das einfach genutzt.
Speaker: So ein Haus von 1900, da ist nichts bündig.
Speaker: Das macht auch technisch überhaupt keinen Sinn, dass man irgendwas bündig macht.
Speaker: Ein Fensterblech muss halt überstehen.
Speaker: Sonst sift die Fassade voll, als Beispiel.
Speaker: Warum muss denn eine Tür bündig sein?
Speaker: Und da versenke ich aber wahnsinnig viel Geld da rein.
Speaker: Oder der berühmte Dachüberstand oder eben nicht Dachüberstand.
Speaker: Ja, genau, der Dachüberstand.
Speaker: Und gleichzeitig habe ich aber eine sehr, sehr günstige Möglichkeit, um Leben, Liebe, Freude in Gebäude reinzubringen, das ist die Farbe.
Speaker: Oder auch einfach ehrliche Materialien, die auch altern können.
Speaker: Das bringt ja auch Leben rein und das haben wir irgendwie so...
Speaker: finde ich, nie gelernt oder verlernt, wie auch immer.
Speaker: Oder abgewertet.
Speaker: Oder abgewertet.
Speaker: Also verlernt oder eben auch abgewertet.
Speaker: Auch kultu.
Speaker: Ja, also ich meine, ich glaube auch unsere Generation wird vielleicht auch, es ist vielleicht auch ein normaler Prozess, man hat das jetzt ein bisschen extrem getrieben mit dem Minimalismus und jetzt geht es halt wieder in die andere Richtung.
Speaker: Da sind wir, glaube ich, schon ein Büro, das auch so sieht, dass es gut ist, dass es wieder in die andere Richtung geht.
Speaker: Aber auch, ich will halt lieber mein Geld, ich will lieber das Geld,
Speaker: ausgeben für die ökologische Drittschalldämmung, die kein Mensch sieht, als dafür, dass alle dürtsagenwürdig sind.
Speaker: Und da bin ich, da muss ich auch sagen, das ist schon auch nicht immer ganz leicht.
Speaker: Es ist schon immer, dass wir natürlich über Details diskutieren und sieht das jetzt gut aus und was sieht besser aus und lohnt das jetzt den Aufwand oder nicht.
Speaker: Aber ja, ich finde schon, dass wir diese Frage aufzuwerfen, die gehört auch zu diesem Punkt 6 dazu.
Speaker: Jetzt habe ich viel geredet und du wolltest gerade was sagen.
Speaker: Meiner war gar nicht so groß, der Punkt.
Speaker: Aber dass man das einfach in diesem Prozess, wenn man dann auch mit den ganzen anderen Themen beschäftigt ist, nicht vergisst, ist es für mich auch so eine eigene Erinnerung eigentlich daran.
Speaker: Ach, ich will schon auch was Schönes einfach produzieren und das ist Umwelt und das betrifft alle.
Speaker: Das spielt da für mich auch mit rein, dass wir immer noch Menschen sind, die gestalten und die die Umwelt von vielen Menschen gestalten.
Speaker: Das Haus sieht nicht nur die Person, die drin wohnt, sondern auch alle drumherum.
Speaker: Absolut.
Speaker: Das ist einfach ein bisschen die Prioritäten, glaube ich, ein bisschen anders setzen.
Speaker: Das ist so ein bisschen, was wir machen.
Speaker: Und ich merke auch immer wieder, eigentlich das Schönste an unserem Beruf ist eigentlich, Probleme zu lösen.
Speaker: Wir kriegen irgendwie so ein Ding, was nervt und dann machen wir eine Lösung und plötzlich ist es cooler, als es vorher gewesen wäre, ohne das Problem gewesen wäre.
Speaker: Ich finde, das ist eigentlich das, was am meisten Spaß macht an der Arbeit.
Speaker: Und wenn das gelingt, mit guten Auftraggebenden und guten Menschen, die gute Ideen haben und einem guten Teamwork vor allem, dann gelingt sowas und dann macht unsere Arbeit richtig, richtig Freude, finde ich.
Speaker: Und alle, die es jetzt nur im Podcast hören und dich dabei nicht gesehen haben, jetzt lohnt es sich gerade das Video anzumachen und nochmal 15 Sekunden zurück zu scrollen und das Strahlen in Bernhards Gesicht anzugucken, weil da sieht man den Spaß.
Speaker: Das ist schön.
Speaker: Ich habe gerade an ein Projekt gedacht, was gerade fertig geworden ist.
Speaker: Und da gab es einfach so ein paar wirklich nervige Themen und da haben wir zusammen mit unseren Auftaktgebenden, hat unser Team da super Lösungen gefunden.
Speaker: Und
Speaker: Das ist so viel cooler geworden dadurch.
Speaker: Erzähl mal konkret, also ein Beispiel, also was gab es da für Themen, die genervt haben und die ihr gelöst habt?
Speaker: Diverse, was fällt mir jetzt gerade ein?
Speaker: Bodenplatte zum Beispiel, ja.
Speaker: Das ist eine denkmalgeschützte Scheune gewesen und dann hat man halt geguckt, welche kostengünstige Lösung findet man jetzt für die Bodenplatte und
Speaker: Und dann haben die, jetzt haben wir letztendlich eine, ja, um den Stahlbeton kamen wir kostentänisch leider nicht rum.
Speaker: Also es wurde aber nur die Bodenplatte gegossen.
Speaker: Es gab keine Estrich und keine Fußbodenheizung, keine Dämmung.
Speaker: Und die Heizung wurde in die Bewährung eingelegt.
Speaker: Und die haben das dann oben abgeschliffen.
Speaker: Und es ist jetzt einfach so ein Terrazzo-artiger Fußboden geworden, der total schön ist.
Speaker: Und es ist eigentlich so eine Industriebodenplatte.
Speaker: Das war jetzt ein Beispiel oder...
Speaker: Da haben wir auch so einen Kniff, wenn man wenig Geld hat und auch flexibel und wandlungsfähig bauen will, dann kann man auch zwei Wohneinheiten bauen für Familien, die am Anfang erst mal nur eine nutzen.
Speaker: Also du hast Kinder und dann baust du aber zwei Wohneinheiten und das ist zukunftsfähig auch gedacht und du kriegst auch Förderung für zwei Wohneinheiten.
Speaker: nutzt die aber am Anfang einfach als Familie, weil du halt zu viert bist oder zu fünft.
Speaker: Und wenn dann die Kinder ausgezogen sind, hast du diese Wohneinheit zur Verfügung und gleichzeitig hast du ein bisschen mehr Förderung bekommen.
Speaker: Was auch so ein Kniff ist, den wir gerne nutzen, weil ja,
Speaker: Ja, oder was bei dem Projekt ja schon auch, ich war da nicht dabei, aber ich kenne es halt ganz gut, wir haben es jetzt auch gerade angeschaut zusammen, dass eigentlich viel mehr Gebäude ausgebaut werden sollten.
Speaker: Das ist ein Drei-Seiten-Hof, glaube ich, oder sogar ein Vier-Seiten-Hof, Drei-Seiten-Hof.
Speaker: Und eigentlich war der Plan, jeder kriegt quasi ein Gebäude teil und das stellte sich dann irgendwann ziemlich schnell raus, weil es genau in diese große Baukostensteigerung gefallen ist, dass das einfach nicht möglich ist.
Speaker: Und da sind jetzt aber halt im Grunde sowieso Reihenhäuser in einer Scheune entstanden, was
Speaker: Was super cool geworden ist, es gibt jetzt noch Joyen, die noch weiteres Potenzial haben, ob entweder noch mehr Leute damit einziehen oder die halt einfach Nebennutzung gerade sind, wo die Partys drin gefeiert werden, was sonst auch nicht so gewesen wäre.
Speaker: was, glaube ich, auch ein paar Runden gedauert hat, aber jetzt alle super happy damit sind.
Speaker: Die waren auch alle so, Gott, wofür bräuchte ich eigentlich mehr Platz?
Speaker: Die haben jetzt alle für so vierköpfige Familien, haben die jetzt so 85, 90 Quadratmeter.
Speaker: Das reicht vollkommen aus.
Speaker: Und wenn die Räume gut sind,
Speaker: Ja, das ist, was man jetzt hier im Podcast nicht so sagen kann, es gibt auch ganz viele Detaillösungen, die uns dann, die einfach Freude bereiten.
Speaker: Gerade wenn man im Bestand ist, im Bestand oder nochmal im Denkmalschutz, dann hat man ja immer so Problemstellungen.
Speaker: Und da irgendwie coole Lösungen zu finden, was machen wir denn jetzt mit diesem Fenster, was an der falschen Stelle sitzt?
Speaker: Oder hier gibt es noch einen alten Torbogen, den man entdeckt.
Speaker: Kann ich da nicht doch, kann ich den irgendwie nutzen?
Speaker: Oder solche Dinge.
Speaker: Mit dem Bestand zu arbeiten,
Speaker: Macht so viel mehr Freude, finde ich, als jetzt irgendwie was auf die grüne Wiese zu bauen, irgendwo mit einem Flachdach oben drauf.
Speaker: Finde ich sehr viel bereichernder mittlerweile, als neu zu bauen.
Speaker: Das machen wir schon auch, es geht noch nicht ganz ohne, aber persönlich meine Leidenschaft ist schon eher im Bestand.
Speaker: Das finde ich super spannend, auch was da so, also was da für ein Mindshift bei uns Architekten vielleicht auch stattfinden darf oder soll.
Speaker: Da können wir auch später nochmal drüber reden, weil es ja eine völlig andere Herangehensweise ist, wenn ich im Bestand mich bewege.
Speaker: Und diese Liebe dafür zu entdecken und dieses mit dem Bestand agieren.
Speaker: Und manchmal ist es ja, dann findet man es ja, geht mir zumindest so fast als hilfreich, dass es vorhandene Strukturen gibt, mit denen ich umgehen kann und ich nicht irgendwie aus dem Nichts irgendwas erfinden muss oder darf.
Speaker: Riesending.
Speaker: Das war jetzt, wir waren bei Punkt 8.
Speaker: Waren wir schon bei 8 oder bei 7?
Speaker: 7 kommt jetzt.
Speaker: 7 kommt jetzt.
Speaker: Oh, ich habe vorgespult.
Speaker: Die 7.
Speaker: Energieeffizient.
Speaker: Haben wir 7.
Speaker: Das ist natürlich das, was der Gesetzgeber sagt.
Speaker: Energieeffizient bauen muss auch irgendwo rein.
Speaker: Ja.
Speaker: Es gibt zwei Probleme, die ich mit Energieeffizient habe, auch wenn ich sage, es muss rein.
Speaker: Wir müssen ja schauen, dass unser Gebäude im Betrieb weniger emittieren.
Speaker: Wir haben einfach ein großes Bestandsproblem.
Speaker: Und das Erste, was ich habe, ist, dass durch diese Förderungen, die der Staat oder diesen Fokus, den der Staat darauf legt, alles andere vergessen wird.
Speaker: Und bei der Energieeffizienz der eigentlich viel größere oder der mindestens genauso große Faktor, der die Energieeffizienz in der Herstellung ist, also die graue oder schöne goldene Energie, die im Bestand steckt, die müsste eigentlich mit einberechnet werden.
Speaker: Oder wir denken die mit ein, wenn wir über energieeffizientes Bauen sprechen.
Speaker: Das zweite Thema, was ich mit Effizienz habe, ich habe ja vorhin über die drei Säulen gesprochen, Effizienz, Konsistenz und Suffizienz.
Speaker: Nutzt man die Effizienz alleine?
Speaker: Und da muss man sich das System nochmal anschauen, in dem wir sind.
Speaker: In unserem wachstumsbasierten oder Wachstum des Bruttoinlandsprodukts basierten Wirtschaftssystem passiert Wachstum nur durch Effizienzsteigerung.
Speaker: Das ist eines der wesentlichsten
Speaker: Dinge, um Kapitalwachstum zu erzeugen, ist Effizienzsteigerung.
Speaker: Wenn ich jetzt aber mir angucke, was dann passiert, ist der klassische Rebound-Effekt.
Speaker: Und der klassische Rebound-Effekt heißt einfach, ich steigere zwar die Effizienz, dadurch wird aber das Produkt günstiger, leichter verwertbar, in größeren Mengen genutzt.
Speaker: Und letztendlich habe ich das, was ich eingespart habe,
Speaker: wieder an anderer Stelle in vielfacher Menge rausgeblasen.
Speaker: Das klassische Beispiel war die Glühbirne, anfangs mit Eisendraht, dann mit Wolfram-Draht und heute als LED, aber dafür wird Licht verballert, wo es nur irgendwie geht.
Speaker: Oder Autos, die sind heute viel effizienter als früher, aber sind größer, dicker und es fahren viel mehr davon rum.
Speaker: Das ist der Rebound-Effekt.
Speaker: Und deswegen funktioniert Effizienz nur, wenn man Konsistenz und Suffizienz mitdenkt.
Speaker: Und im Bau ist es ganz klassisch, ja, wir haben heute, unsere Gebäude erfüllen heute viel höhere Energieeffizienzstandards als früher, aber wir bewohnen viel mehr Fläche.
Speaker: Von knapp 20, 22,5 Meter 1960 sind wir jetzt bei knapp unter 50 pro Person Wohnfläche.
Speaker: Und da brauche ich ein Mathe-Studium, um zu erkennen, dass das Problem nicht ist, dass wir zu wenig neue Wohnungen bauen würden, sondern einfach, dass der Wohnraum schlecht verteilt ist.
Speaker: Und das sind... Ja, Entschuldigung.
Speaker: Ja, man merkt halt immer, dass diese Punkte eigentlich immer auch ineinander greifen, dass man immer wieder quer Verbindung macht.
Speaker: Dann geht es wieder dahin, dann geht es wieder dahin.
Speaker: Das ist halt das, was man, es ist der Versuch, die ein bisschen sozusagen prägnant aufzuarbeiten, aber die gehören zusammen und die haben Synergien und funktionieren gemeinsam.
Speaker: Energiefinanz ist ein super wichtiger Punkt.
Speaker: Ich muss eine Frage dazu stellen, das ist mir jetzt total peinlich, aber ich vergesse es jedes Mal wieder.
Speaker: Was genau ist nochmal Konsistenz in diesem Dreieck, in diesen drei Säulen?
Speaker: Effizienz, Konsistenz, Effizienz ist klar, aber Konsistenz?
Speaker: Man benutzt weniger von einem Produkt.
Speaker: Bei der Konsistenz geht es letztendlich um eine Wiederverwendung, um ein im Kreislauf halten eines Produkts.
Speaker: Und bei der Suffizienz geht es um Hinterfragen des Bedürfnisses an sich.
Speaker: Und wenn ich jetzt fossile Energie... Also Konsistenz ist in der Groben Kreislaufwirtschaft.
Speaker: Also das gehört ja auch dazu, wenn ich jetzt fossile Energieträger durch nachhaltige Energieträger ersetze, ist das dann auch Konsistenz?
Speaker: Konsistenz geht es eher darum, dass ich... Das ist eine gute Frage.
Speaker: Da habe ich noch nie drüber nachgedacht.
Speaker: Bei der Konsistenz geht es vor allem darum, dass man Dinge nicht linear denkt.
Speaker: Also Kreislaufwirtschaft.
Speaker: Als Kreislauf, aber auch als
Speaker: Also der Kreislauf kann ja in verschiedenen Größen haben.
Speaker: Ein Holz hat ja in der Natur, oder ich sage mal, in der Natur gibt es ja natürliche Kreisläufe, die ja ganz gut funktionieren.
Speaker: Die kann man natürlich auch mitdenken, aber es gibt auch die kleineren Kreisläufe.
Speaker: Oder wenn man überhaupt über Reuse nachdenkt, da kommen wir auch jetzt gleich hin, weil das ist nämlich dann Punkt 8.
Speaker: Oder es ist 9.
Speaker: Es ist 9, aber mach ruhig, zieh ruhig vor.
Speaker: Also die 9 ist kreislaufgerecht bauen.
Speaker: Kreislaufgericht bauen hat zwei Aspekte, nämlich den, dass man alles, was man neu baut, versucht so zu bauen, dass man es wieder herauslösen kann.
Speaker: Aber es heißt auch, dass man so viel wie möglich wiederverwendet.
Speaker: Da sind wir natürlich wieder beim Bestandserhalt.
Speaker: Das hängt sehr eng mit Punkt 2 zusammen.
Speaker: Aber es ist trotzdem ein anderer Punkt, weil wir natürlich schon auch Dinge haben, die oder Gebäude haben, die man nicht retten kann.
Speaker: Dann kann man aber schauen, dass man so viel wie möglich davon rettet.
Speaker: Ist ein sehr interessanter Punkt, weil jeder bei Kreislaufwirtschaft an Recycling denkt.
Speaker: Und Recycling ist ja eigentlich der schlechteste, der...
Speaker: Wie der Verwertungsstrategien.
Speaker: Der Verwertungsstrategien, genau.
Speaker: Da kann man die neuen R-Strategien sehr spannend, wenn man sich mal damit auseinandersetzt.
Speaker: Die sind da auch augenöffnend, aber da sind wir leider mit unserer Bauwirtschaft noch weit davon entfernt, auch wenn es so erste Ansätze dazu gibt, zum kreislaufgerechten Bauen.
Speaker: Aber von den zwei Punkten, also sozusagen wiederverwenden und gleichzeitig beim Neubau darauf achten, dass es dann auch wiederverwendet werden kann.
Speaker: Genau, dann sind wir auch eigentlich gleich bei dem Punkt 8, den wir noch dazu schieben können, das ist das einfache Bauen.
Speaker: was auch Hand in Hand geht mit dem kreislaufgerechten Bauen.
Speaker: Also dass man auch einfach darauf achtet, dass es, ich meine, Bernhard hat vorhin ja auch schon über die verschiedenen Details und dass man es nicht kompliziert macht, spielt er einerseits mit rein sozusagen, dass man nicht komplizierte Details entwickelt, dass man die Konstruktion mitdenkt und dass man sie aber auch so denkt, dass sie halt wieder rückbaubar ist, dass es einfach eher verschraubt ist als verklebt.
Speaker: Da merkt man ja auch, dass sich da schon viel tut, finde ich so.
Speaker: Also dass immer mehr Produkte auch dafür entwickelt werden, dass das irgendwie einen größeren Stellenwert im Markt kriegt, aber dass man da einfach versucht, darauf zu achten.
Speaker: Ist auch einer der heiß diskutiertesten Punkte, habe ich das Gefühl, in der Architekt-Innenschaft.
Speaker: Dieses einfache Bauen.
Speaker: Ich weiß nicht, ob es euch da auch so geht.
Speaker: Es gibt ja diese Publikationen zu dem ganzen Thema.
Speaker: Gebäudetypen E. Forschungshäuser, Gebäudetypen E und so.
Speaker: Und es gibt aber einige KollegInnen, die sagen, naja, aber wenn man dann die Energieeffizienz aus den Augen verliert, dann ist es auch falsch.
Speaker: Ich bin jetzt nicht der Meinung, dass man deswegen, nur weil man einfacher versucht zu bauen, alle Energieeffizienzziele in den Wind schießen sollte.
Speaker: Aber es geht einfach darum, Dinge ein bisschen, ja.
Speaker: Also ich persönlich, bei mir, vom einfachen Bauen ist einerseits Schrauben weniger Layer, weniger...
Speaker: oder simplere Konstruktionen, aber gleichzeitig ist es, und das finde ich fast noch am wichtigsten, es ist einfacher in der Technik.
Speaker: Ich finde diese Übertechnisierung unserer Gebäude, finde ich sehr, sehr fragwürdig.
Speaker: Ich hatte vor einem halben Jahr so eine Begehung bei so einem Baugruppenprojekt von uns und wir haben halt so Mängelbegehungen vor Abnahme oder vor Ablauf der Gewährleistungsfrist,
Speaker: Und dann läuft man so durch und schreibt auf, was alles kaputt ist und dann alles, was kaputt war, war die Haustechnik.
Speaker: Also alles, was nicht funktioniert hat, war irgendwie so, hier das Thermostat geht nicht und hier ist das Display ausgefallen und hier funktioniert der Strom, keine Ahnung.
Speaker: Es waren einfach nur so Haustechnik-Themen.
Speaker: Und wenn ich wenig immer so Zeug drin habe,
Speaker: Umso robuster sind auch unsere Gebäude, glaube ich.
Speaker: Ist ja auch ein Riesenkostenthema.
Speaker: Also ich meine, der Anteil, der prozentuale Anteil an diesen Kostengruppen 300, also Kostengruppe 300 steigt und steigt.
Speaker: Und insofern auch einen Hebel, um Kosten zu reduzieren.
Speaker: Ich finde, diese Lüftung ist auch immer so.
Speaker: Das ist so wenig einer der größten Themen auch von falsch verstandener Architektur.
Speaker: Wir bauen ja überall mittlerweile Lüftungsanlagen ein.
Speaker: Und warum bauen wir die ein?
Speaker: Klar, wenn du jetzt Kolleginnen fragst, die Energieeffizient bauen, sagen, naja, Wärmerückgewinnung.
Speaker: Okay, der Hauptgrund ist aber der hygienische Luftwechsel.
Speaker: Was heißt der hygienische Luftwechsel?
Speaker: Ja, okay, klar, wir bauen Sauerstoff.
Speaker: Gut, die meisten Menschen, wenn es, oder wir könnten eigentlich einen Sauerstoffwaren da irgendwo hin machen und dann macht halt jeder das Fenster auf.
Speaker: Der Hauptgrund aber, warum wir diese Dinge einbauen, ist ja der hygienische Luftwechsel.
Speaker: Das heißt, wir wollen zwei Dinge verhindern.
Speaker: Das eine ist das Schimmel.
Speaker: Wenn ich ein Holzbaub baue, habe ich noch nie zu feuchte Luft gehabt, sondern da habe ich eigentlich immer eher das Gegenteilproblem.
Speaker: Also wenn ich ökologisch baue, habe ich eigentlich kein feuchtes Problem.
Speaker: Und der andere Punkt ist, wir wollen eigentlich giftige VOCs, flüchtige Kohlenwasserstoffe, aus unserem Gebäude raus transportieren.
Speaker: Und wo kommen die her?
Speaker: Na ja, aus den ganzen Kunststoffen, die wir einbauen.
Speaker: Oder die wir in der Kleidung tragen oder die wir in den Möbeln haben oder die wir halt im Kleber vom Fußboden verbauen oder die Kunststofffenster oder die Wandfarben, die man beim Baumarkt kauft.
Speaker: Das ist ja alles Plastikfolie.
Speaker: Und das müssen wir aus dem Haus kriegen, damit die Leute nicht krank werden.
Speaker: Wir bauen Plastikhüllen, giftige Plastikhüllen und bauen dann aufwendige Lüftungssysteme ein, dass die Leute uns da nicht unter den Fingern wegsterben.
Speaker: So etwas überzeichnet.
Speaker: Aber wie absurd eigentlich.
Speaker: Wenn wir ein ökologisches Haus bauen, brauche ich keine Lüftung aus meiner Sicht.
Speaker: Dafür braucht es aber auch den Haustechniker oder die Bauherrschaft und den Haustechniker, die da mitspielen, trotz sinkendem Honorar.
Speaker: Da wären wir wieder beim Thema Geld.
Speaker: Wenn es der Auftraggeber vorgibt, dann kann man das schon machen.
Speaker: Aber es ist natürlich klar, für die HLS-PlanerInnen ist es natürlich so, wenn ich jetzt viel weniger verbaue, kriege ich weniger Honorar.
Speaker: Da braucht es schon auch einen gewissen Idealismus bei denen.
Speaker: Es gibt diese HLS-PlanerInnen schon auch, die da Bock drauf haben und die da auch das so sehen.
Speaker: Aber nein, das ist auch die Industrie, die ihr Zeug verkaufen will.
Speaker: Das gehört auch damit dazu.
Speaker: Punkt 9, Punkt 10.
Speaker: Genau, das hat Bernhard die Überleitung schon in seinem letzten Beitrag gemacht, nämlich das materialbewusste Bauen.
Speaker: Dass es eben genau darum geht, die Materialien zu wählen, die von vornherein gleich unschädlich sind.
Speaker: Ja.
Speaker: Da kommt eigentlich alles so ein bisschen zusammen.
Speaker: Ich habe am Anfang erzählt, dass es so um diese, also unsere zehn Punkte sind ja jetzt nicht wertend, sondern wir haben jetzt gemerkt, am Anfang, das ist vor dem Projekt, dann während der Planungsphase und so und jetzt sind wir halt in der Detailplanung.
Speaker: Und jetzt müssen wir halt unsere Materialien so wählen, dass sie kreislaufgerecht sind, dass sie wohngesund sind, dass sie die Menschen nicht krank machen, sondern dass sie schön sind, dass sie ökologisch sind, dass sie aus nachwachsendem Rohstoff sind, dass sie, wenn es auch irgendwie geht, aus Rios-Materialien gebaut sind.
Speaker: All diese Themen kommen ja dann am Ende in der Detailplanung zusammen.
Speaker: Auf jedes einzelne Material, was wir verbauen, achten.
Speaker: Das ist der Punkt 10.
Speaker: Ja, der Hammer.
Speaker: Also jetzt muss ich echt mal sagen, sehr, sehr geil, wie ihr das zusammengefasst habt.
Speaker: Es gab ja eine erste Staffel auch von diesem Podcast Bauwende verstehen zusammen mit dem Daksha Fazik.
Speaker: Vielleicht habt ihr von dem auch schon mal gehört.
Speaker: der ja so ein Fundamentalist ist, sage ich jetzt mal.
Speaker: Aber dass diese Pain-Points der Bauwende, sage ich mal, so auf den Punkt bringen kann, und das habt ihr extrem gut zusammengefasst.
Speaker: Und mit einem Grund, warum wir diese Staffel 2 jetzt machen, das ist die Frage...
Speaker: Eigentlich wissen wir es, so kommt es mir vor.
Speaker: Und ihr habt das gerade in einer Präzision dargestellt, die ich so, glaube ich, auch noch nie so systematisch gesehen habe.
Speaker: Man merkt, dass ihr da intensiv das zu euch vor Augen geführt habt.
Speaker: Warum ist es so schwer?
Speaker: Beziehungsweise, ihr habt es ja auch schon geschildert, es ist oft schwer.
Speaker: Und was sind die Gründe dafür, dass es so schwer ist?
Speaker: Und was hat die Organisation, die Art, wie wir zusammenarbeiten, damit zu tun?
Speaker: Das ist ja der Grund für unseren Podcast.
Speaker: Alle Fragen auf einmal.
Speaker: Warum ist es so?
Speaker: Ich könnte mich daran aufarbeiten, an dieser Frage.
Speaker: Es ist doch alles einleuchtend.
Speaker: Alles, was ihr erzählt habt, macht irgendwie Spaß.
Speaker: Ich glaube, wir müssen uns das System anschauen.
Speaker: Da sind wir zurück.
Speaker: Wenn du Bauwende willst, brauchst du Systemwende.
Speaker: Und da müssen wir uns anschauen, was belohnt denn unser System, unser Wirtschaftssystem.
Speaker: Und unser Wirtschaftssystem belohnt
Speaker: Kurzfristige Gewinne, kurzfristige Kapitalsteigerungen.
Speaker: Es belohnt nicht Langfristigkeit, es vergesellschaftet Verluste und privatisiert Gewinne.
Speaker: Diese schnellen Gewinne sorgen ja immer für Verluste, die die Gesamtgesellschaft tragen muss.
Speaker: Materialtechnisch, keine Ahnung, Styropor oder Asbest.
Speaker: Styropor, das Asbest unserer Zeit.
Speaker: Also es geht um diesen reinen Fokus unserer Gesellschaft auf Kapitalmaximierung.
Speaker: Oder ich sag mal Maximierung einer Zahl, nämlich des Bruttoinlandsprodukts,
Speaker: die total absurd ist.
Speaker: Letztendlich geht es ja immer nur, wenn man unsere Politik anhört, hat man das Gefühl, es geht eigentlich nur um Wachstum.
Speaker: Und es geht aber jetzt nicht um Wachstum von Bildung und Liebe und guten Ideen.
Speaker: Es geht immer nur um Wachstum des Bruttoinlandsprodukts.
Speaker: Und das Bruttoinlandsprodukt ist ein
Speaker: Richtig bescheidener Faktor.
Speaker: Wenn man sich mal anschaut, wann ist denn das eingeführt worden?
Speaker: Es ist 1942 eingeführt worden.
Speaker: Wofür?
Speaker: Damit man checken kann, wie gut ist ein Land für die Rüstungsproduktion geeignet.
Speaker: Da hat man geschaut, wie viel verdient denn die Gewirtschaft in einem Jahr oder wie viel monetärer Gegenwert wird umgesetzt in einem Jahr.
Speaker: definierten Zeitraum, also Quartal oder Jahr.
Speaker: Das ist das Bruttoinlandsprodukt.
Speaker: Aber das Bruttoinlandsprodukt ist total uninteressant, wodurch dieses Geld verdient wurde.
Speaker: Also ich frage, wenn ich Vorträge halte, immer gerne ins Publikum, fahrt ihr den Fahrrad?
Speaker: Und dann sage ich immer, shame on you.
Speaker: Ihr seid wahnsinnig schlecht für das Bruttoinlandsprodukt, weil ihr kauft keinen Benzin, ihr nehmt keinen Kredit auf für ein Auto, ihr zahlt keine Versicherungen, ihr seid viel, viel weniger krank.
Speaker: Für euch braucht es viel weniger Ärztinnen, die euch pflegen.
Speaker: Ihr habt weniger Probleme im Alter.
Speaker: All diese Themen, die sind ein ganz schlechtes Budeinlandprodukt.
Speaker: Überhaupt gesund sein ist total schlecht für das Bruttoinlandsprodukt.
Speaker: Ein Unfall ist super gut.
Speaker: Ein Wald ist erst ein Bruttoinlandsprodukt, wenn ich ihn umschneide.
Speaker: Krieg ist gut für das Bruttoinlandsprodukt.
Speaker: Ein Ölunfall in der Nordsee ist klasse.
Speaker: Waldbrände, da muss man irgendwie aufforsten.
Speaker: Und dann fliegen ganz viele Löschflugzeuge rum.
Speaker: Also all das sind Dinge, die gut für das Bruttoinlandsprodukt sind.
Speaker: Aber die sind doch alle nicht gut für uns.
Speaker: Und wir ermitteln ja nicht mal
Speaker: die Dinge, die uns glücklich machen.
Speaker: Also wir ermitteln ja nicht, also wie im Bhutan, wo es das Bruttoglücksprodukt gibt, sondern wir ermitteln nicht, wie gut ist denn die Bildung?
Speaker: Wie ist der soziale Zusammenhalt?
Speaker: Wie ist die Gleichheit in unserem Land?
Speaker: Wie viele Leute sind denn abgehängt und müssen ja fast in die Kriminalität abrutschen?
Speaker: Wie viele Leute haben unfaire Mengen an Macht angehäuft, weil sie einfach viel mehr Kapital haben als andere?
Speaker: Wie
Speaker: Wie viel Mut haben wir in unserer Gesellschaft?
Speaker: Wie viel Liebe?
Speaker: Wie viel Zusammenhalt?
Speaker: All diese Dinge, die wirklich was ausmachen.
Speaker: Also John F. Kennedy hat das 1968, glaube ich, mal in einer Rede gesagt, das Bruttoinlandsprodukt enthält all die Dinge, außer den Dingen, die das Leben lebenswert machen.
Speaker: Und das ist der Fokus unseres heutigen Wirtschaftssystems und letztendlich unserer Politik und damit auch unserer Gesellschaft.
Speaker: Und Wohlstand ist heute im Sprachgebrauch rein durch monetäre Faktoren definiert und nicht durch die Dinge, die unser Leben wirklich glücklich machen.
Speaker: Also da brennt mir jetzt so viel auf der Zunge.
Speaker: Ich kann es jetzt nur so machen, dass ich es teaser, weil das sonst den Rahmen sprengt.
Speaker: Aber ich würde wahnsinnig gern mit dir...
Speaker: und einem Bitcoin-Experten mal eine Folge machen zum Thema Geldsystem.
Speaker: Und die Frage, welche Rolle spielt das genau bei diesen Effekten, die du gerade geschildert hast?
Speaker: Ich meine, ganz schöner Hintergrund ist vielleicht auch die Frage, du hast ja Bhutan erwähnt.
Speaker: Ich kenne da jetzt nicht den letzten Stand, aber Bhutan hat eine Bitcoin-Staatsreserve angelegt.
Speaker: Und Bhutan ist aber auch das Land, das sich mit diesem Bruttoglücksprodukt, glaube ich, oder wie nennt es sich, beschäftigt.
Speaker: Also ganz andere Faktoren erhebt und auch bewertet als Maßstab für ein gutes Leben oder eine gute Gesellschaft.
Speaker: Warum legen die eine Bitcoin-Reserve an?
Speaker: Also das finde ich, dem könnte man mal versuchen auf den Grund zu gehen.
Speaker: Aber das machen wir nicht jetzt, weil es wirklich den Rahmen sprengt.
Speaker: Weil es ja dann so ein bisschen in dieses Thema Kapitalismus geht und Kapitalismuskritik.
Speaker: Und in meinen Augen gibt es da, das war für mich ja eben so ein Game Changer, weil ich mich immer gefragt habe, also deine Diagnose würde ich sagen, teile ich eins zu eins.
Speaker: Also es ist ja geradezu absurd, dass eben ein Krieg das Bruttoinlandsprodukt hebt und eigentlich nur Schlechtes dann am Ende des Tages dabei rauskommt.
Speaker: Aber wie, warum ist das so?
Speaker: Und da spielt dieses Geldsystem eben mit rein.
Speaker: Ich muss es jetzt dabei belassen, weil es den Rahmen sprengt.
Speaker: Aber ich glaube, das ist für mich so ein Anliegen, die Architekten, wenn wir das wollen, diese Bauwende, es macht total Sinn, sich mit den Mechanismen des Geldsystems auseinanderzusetzen und dann nochmal die Systemfrage zu stellen.
Speaker: Ich habe da auch keine Antwort, ich weiß auch nicht genau, wo es hinläuft.
Speaker: Aber so ein Land wie Bhutan... Ich kenne mich mit Bitcoins nicht so aus, aber ich finde einen interessanten Aspekt, den man in der Hinsicht noch einfliegen könnte, ist die Immobilienbranche an sich.
Speaker: Weil die ja heute einer oder der mit Abstand größte Teil des Finanzmarktes ist.
Speaker: Und zwar mit weitem Abstand.
Speaker: Und das Absurde ist, dass es eine relativ junge Geschichte ist.
Speaker: Also die erste Immobilienmesse war glaube ich 1991.
Speaker: Dass Immobilien wirklich so ein Finanzgut geworden sind, es war eigentlich nie so.
Speaker: Sondern man hat gebaut für den Bedarf.
Speaker: Man hat Wohnungen gebraucht und hat man die gebaut.
Speaker: Dann haben Leute da drin gewohnt für faire Mieten.
Speaker: Und irgendwann ist es abgedriftet und es ist genutzt worden, um Kapital zu maximieren.
Speaker: Also jetzt muss ich dann doch mal, darf ich einen kurzen Exkurs machen über den sogenannten Cantignan-Effekt, weil der damit ganz viel zu tun hat?
Speaker: Gerne, gerne.
Speaker: Oder springe ich damit in den Rahmen?
Speaker: Wenn du es gut erklären kannst, dann gerne.
Speaker: Aber das ist herausfordernd, ob ich es gut erklären kann.
Speaker: Also es gibt diesen Effekt, die Leute verdrehen die Augen, wenn ich anfange davon zu reden, aber ich werde mich bemühen, nur mal einen Aspekt des Geldsystems, den sogenannten Cantignoneffekt, zu schildern.
Speaker: Der besagt nämlich folgendes.
Speaker: Also das sogenannte Fiat-Geldsystem, das ist meines Wissens ein ökonomischer Begriff, besagt, ich kann Geld aus dem es geschehe, also ich kann Geld aus dem nichts erschaffen, das ist das Geldsystem, das wir haben.
Speaker: Also ein Schuldgeldsystem.
Speaker: Also Geldmenge kann vermehrt werden mit relativ komplexen Mechanismen, die ich jetzt nicht im Einzelnen schildern werde.
Speaker: Fakt ist aber, dass die Geldmenge des Euro und des Dollars steigt.
Speaker: Und zwar steigt sie besonders stark seit 1971, als die Goldbindung aufgehoben wurde.
Speaker: mit relativ krassen Folgen.
Speaker: Weil nämlich jetzt durch diese Geldvermehrung entsteht zum Beispiel dieser Cantillon-Effekt.
Speaker: Das bedeutet, Menschen, die sehr nah an der Geldschöpfung sitzen,
Speaker: Zum Beispiel Menschen mit großen Immobilienbeständen, die können diese Immobilienbestände beleihen, kommen dadurch an günstiges Geld, also neues, frisches Geld, können sich damit dann neue Immobilien kaufen.
Speaker: Das Geld sickert in den Markt ein wie so eine Sektpyramide.
Speaker: Oben geht sich den Sekt ein und dann verteilt es sich und unten kommt die Inflation an.
Speaker: Das heißt, die Menschen können...
Speaker: die nicht nah an der Geldschöpfung sitzen, die leiden doppelt.
Speaker: Erstens sitzen sie nicht nah an der Geldschöpfung und haben keinen Zugang zu Krediten.
Speaker: Und zweitens müssen sie die Inflation ausbaden, die ja bedeutet, dass sie weniger Kaufkraft haben.
Speaker: Und dieser Candonion-Effekt führt eben zu der Spaltung der Gesellschaft, also zu dieser Ungleichverteilung
Speaker: Und das ist ein Effekt von sehr, sehr vielen, den man beobachten kann seit dieser Entkoppelung des Geldsystems.
Speaker: Das hat dann eben auch mit den Immobilien zu tun.
Speaker: Inflation bedeutet, ich muss mein Geld irgendwo investieren, damit ich mir meine Kaufkraft erhalte.
Speaker: Und Immobilien sind dafür eben eine Anlage, eine Asset-Klasse geworden.
Speaker: Wir alle investieren ja da.
Speaker: Also die ganzen Versorgungswerke und so weiter investieren ja auch da und versuchen, das Geld vor der Inflation zu wahren.
Speaker: Und jetzt höre ich auf, davon weiterzureden.
Speaker: Ich wollte nur sagen, ich gebe dir vollkommen recht, es geht um eine Systemfrage, aber wir müssen diese Systemfrage erst mal kapieren.
Speaker: Ich glaube, dass es da ganz viele...
Speaker: Denkfehler noch gibt.
Speaker: Ich habe die Fragen auch noch nicht alle beantwortet.
Speaker: Mehr will ich jetzt mal gar nicht mitgeben.
Speaker: Ich will diese Folge unbedingt noch mal machen, weil ich sonst denke, wir gucken oft in eine falsche Richtung.
Speaker: Mein Gefühl.
Speaker: Es ist unglaublich komplex.
Speaker: Es ist unglaublich komplex.
Speaker: Ich finde, ich kann da noch zwei Aspekte mit dazu packen.
Speaker: Der Aspekt eins ist der, dass wir seit 30 Jahren davon reden, dass wir zu wenig Wohnungen haben.
Speaker: Und seit 30 Jahren, genau das ähnliche Zeit, wo das angefangen hat,
Speaker: wir darüber reden, dass wir eigentlich nicht für den Bedarf bauen, sondern für irgendwas anderes.
Speaker: Und das seit 30 Jahren aber unser Problem nicht löst, sondern es eher schlimmer gemacht hat mit der ganzen Privatisierungswelle in den 90ern, als die Städte und Länder und Gemeinden alle ihre Wohnungen verkauft haben.
Speaker: Und das ja heute eigentlich für die Wohnungsnot verantwortlich ist.
Speaker: Das ist ein Aspekt.
Speaker: Wir können weiterhin über 400.000 Wohnungen im Jahr sinnieren und letztendlich wird das das Problem nicht lösen.
Speaker: Weil die 400.000 Wohnungen nicht für den Bedarf gebaut werden, sondern für den Kapitalmarkt.
Speaker: Das ist ein Punkt.
Speaker: Und der andere Punkt ist, Joseph Stiglitz, bekannter Ökonom, Professor für Wirtschaft, hat mal gesagt, Rent is the secret tax, the wealthy charge the poor.
Speaker: Und wenn dann das mal so im Kopf hängen geblieben ist, dann, wenn man da anfängt, mal ein bisschen mehr drüber nachzudenken, dann merkt man eigentlich, dass wir in einer großen Umverteilungsmaschinerie sitzen.
Speaker: der jetzt gar nicht mal nur in der Arbeit passiert, da passiert ja auch, dass die Wertschöpfung nicht bei den Menschen ankommt, die sie machen, sondern bei denen, die halt da irgendwo oben sitzen, sondern auch noch zusätzlich, also selbst wenn unser Unternehmen, so wie unser Unternehmen ist, das verdient jetzt nicht der Bernhard, sondern das verdienen wir alle zusammen, aber selbst da, ich bezahle meine Miete,
Speaker: in meiner Wohnung und mein, das Essen, wenn ich abends essen gehe, ist 50% davon sind Miete und der Supermarkt und egal, also egal was ich, wo ich mein Geld ausgebe, ist ein großer Teil davon wird über Immobilien umverteilt.
Speaker: Und wenn dir dieser Wurm mal im Kopf sitzt, dann kriegst du den so schnell nicht wieder raus.
Speaker: Aber er erklärt es ja viel.
Speaker: Wir werden das vertiefen.
Speaker: Das machen wir aber nicht jetzt, weil es wahrscheinlich den Rahmen echt sprengt.
Speaker: Sandra, dir brennt die ganze Zeit eine Frage.
Speaker: Die Frage ist ja, gibt es Alternativen oder wie kriegen wir denn dieses Riesenschiff irgendwie verändert?
Speaker: Und das ist ja auch vielleicht einer der zweiten Gründe, warum wir heute da sind.
Speaker: Und das ist das...
Speaker: ob es denn abseits von Kapitalismus und Kommunismus, egal ob wir ihn gut verstanden haben oder nicht, neue Wege geben könnte, die wir uns anschauen könnten.
Speaker: Ist da die Gemeinwohlökonomie eine Antwort?
Speaker: Zumindest die beste, die ich momentan kenne.
Speaker: Also es gibt ja verschiedene Antworten.
Speaker: Es gibt ja auch noch die Donut-Ökonomie von Kate Rayworth, die nicht unähnlich ist dem, was die Gemeinwohl-Ökonomie möchte.
Speaker: Die Postwachstums-Ökonomie, die vor allem hier von Nico Pech erforscht wird.
Speaker: die ich auch sehr, sehr spannend finde.
Speaker: Wenn man da mal drüber nachdenkt, wie kriegt man sein Unternehmen auf einen Postwachstumskurs, dann bin ich eigentlich wieder da, was ich gleich erzähle, weil eigentlich brauche ich ein paar Wohnungen, wo meine Mitarbeitenden wohnen.
Speaker: Und wenn es dann mal weniger zu tun ist, ja gut, dann bleiben die halt zu Hause und arbeiten weniger.
Speaker: Und es ist aber auch kein Problem, dass ich denen ein bisschen weniger zahlen muss, weil sie halt keine Miete zahlen oder wenig Miete zahlen.
Speaker: Also das ist die Postwachstumsökonomie.
Speaker: Die Gemeinwohlökonomie ist eigentlich ein Transformationstool.
Speaker: Sie möchte, sie versucht, das ethische Wirtschaften in den Vordergrund zu stellen und zu fördern.
Speaker: Das heißt, sie sagt einerseits, Kapital ist ein wichtiges System des ganzen Wirtschaftssystems, aber gleichzeitig steht ja in unserer Verfassung drin, dass es nicht der Zweck sein darf, sondern das Mittel zum Zweck.
Speaker: Also Geld soll nicht das Ziel unseres Wirtschaftens sein, sondern die Mehrung des Gemeinwohls, was nichts anderes heißt, wie ein gutes Leben für alle zu haben.
Speaker: Und das ist grundsätzlich die Idee der Gemeinwoholubrimi.
Speaker: Das heißt nicht, dass wir jetzt wieder ein kommunistisches System haben sollen, wo alles allen gehört und wo es keine privaten Unternehmen geben darf und alles vom Staat von oben herab organisiert werden soll, sondern ganz im Gegenteil.
Speaker: Es soll die Privatwirtschaft weiter geben, aber wir wollen die Faktoren verändern, die unsere Wirtschaften bestimmen.
Speaker: Ich wollte die Faktoren verändern, die unsere Wirtschaft bestimmen.
Speaker: Kannst du diesen Satz erklären?
Speaker: Letztendlich geht es ja darum.
Speaker: Heute ist es so, ich habe ein Unternehmen und ich lebe in diesem Wirtschaftssystem und alles, was der Staat von mir will, ist einmal im Jahr eine Finanzbilanz.
Speaker: Also da wird überprüft, wie viel ich wert bin als Unternehmen, wie viel Steuern ich bezahle, wie kreditwürdig ich bin, wie, ja, und alle anderen Themen, die genauso wichtig oder eigentlich vielleicht wichtiger sind, die interessieren den Staat nur so nebensächlich.
Speaker: Ja, es gibt schon, wenn ich jetzt meine Mitarbeitenden ganz scheiße behandle,
Speaker: dann wird es vielleicht irgendwann ein Problem.
Speaker: Aber wenn man sich ehrlich ist, eigentlich hat man in unserem heutigen System große Vorteile, wenn man auf alles andere salopp gesagt
Speaker: Ja, also wenn ich, ich meine, da braucht man nur schauen, irgendwelche, die Leute, die die ganze Zeit unsere Pakete durch die Gegend fahren, das sind Subunternehmer von Subunternehmer von Subunternehmern, da ist nichts mehr übrig vom Arbeitsschutz.
Speaker: Die profitieren davon, da verdienen ein Haufen Leute ein Haufen Geld.
Speaker: So, sagen wir mal als Beispiel.
Speaker: Das kann man jetzt tausendfach anders erzählen.
Speaker: Letztendlich ist die Frage, wie kriegen wir den Fokus weg?
Speaker: Und die Idee der Gemeinwohlökonomie ist eigentlich, dass jedes Unternehmen
Speaker: nicht nur eine Finanzbilanz machen muss, sondern auch eine Gemeinwohlbilanz.
Speaker: Das heißt, man schaut sich alle anderen Dinge an oder alle Dinge an, die das Unternehmen macht und überprüft und bewertet die und nutzt dann das, um zum Beispiel zu festzulegen, wie viel Steuern bezahlt die Unternehmen.
Speaker: Warum bezahlen die Unternehmen, die am meisten Schindluder betreiben, am wenigsten Steuern?
Speaker: Die Leute, die am meisten Geld haben, zahlen am wenigsten Steuern.
Speaker: da ist doch was faul.
Speaker: Deswegen sind die Leute frustriert und wechseln dann zu irgendwo oder wählen dann irgendwelche Parteien, die ja, eigentlich kein nichts anderes versprechen, aber die irgendwie, bei denen man den Frust abladen kann.
Speaker: So, das ist ja, da reden wir ja nicht, also die Architektur ist ja da ganz eng verknüpft mit allen.
Speaker: Könntest du noch eine Stunde weiter reden, gell?
Speaker: Ja, über die Gemeinwohlökonomie kann ich sehr viel reden.
Speaker: Darf ich von dem ganz Großen nochmal so ein paar, darf ich ein bisschen runterscrollen, in diese, wenn diese Gemeinwohlökonomie so eine gute Antwort ist und du sagst, du hast vorher gesagt, sie zwingt ein, also sie ist ein Transformationstool und sie zwingt, ein Dinge auch aufzuschreiben.
Speaker: Dann habt ihr unter anderem, ihr macht Workshops und ihr habt diesen Leitfaden entwickelt.
Speaker: Wie
Speaker: Also hängt diese Gemeinwohlökonomie mit eurem Verständnis von Bauwende zusammen und wenn ja, wie?
Speaker: Ja, auf vielerlei Ebenen.
Speaker: Grundsätzlich hat sie uns erstmal auch umstransformiert.
Speaker: Wir waren vorher zwar schon anders, aber sie hat auch umstransformiert.
Speaker: Das funktioniert immer erstmal durch, also allein schon diese Gemeinwohlbilanz zu machen, es ist wie zum ersten Mal nach in den Spiegel schauen oder überhaupt zum ersten Mal in den Spiegel schauen.
Speaker: Und vorher weiß man gar nicht, was man alles...
Speaker: wo man überhaupt Ansatzpunkte hat.
Speaker: Und das ist der größte Effekt.
Speaker: Und dieses mit dem Aufschreiben, okay, ich bringe den Satz zu Ende und dann sagst du, Melle, dieses Aufschreiben führt auch dazu, dass man Dinge, wo man sagt, wir bauen doch ökologisch.
Speaker: Aber dann fragt jemand, ja, was heißt denn das?
Speaker: Und dann sagst du, na ja, halt ökologisch halt.
Speaker: Und erst in dem Moment, wo du dann anfängst, das mal aufzuschreiben, wird es konkret.
Speaker: Und dann kann man darüber sprechen.
Speaker: Jetzt Merle, du.
Speaker: Also es funktioniert einfach auch schon dadurch, dass man sich verändert.
Speaker: Darf ich jetzt?
Speaker: Ja.
Speaker: Also was die Gemeinwohlökonomie-Bilanz eigentlich macht, ist, dass man halt schaut, wo sind denn meine eigenen Wirkungsfelder und wo kann ich mich verändern?
Speaker: Also was sind auch handfeste Wirkungsbereiche, die ich habe, indem man sich einfach anschaut, mit wem habe ich in meinem Arbeitsalltag zu tun, habe ich mit meinem Unternehmen zu tun?
Speaker: Also wer sind denn eigentlich die Berührungsgruppen, heißt das dann in dieser Gemeinwohlbilanz sozusagen.
Speaker: Das können einerseits die Lieferantinnen sein, das können genauso aber auch Kundinnen von einem sein und es geht aber genauso auch um die Mitarbeitenden im Unternehmen selbst.
Speaker: Und dann wird geschaut, wie verhalte ich mich, also nicht wie viel Geld mache ich, sondern ich schaue, wie verhalte ich mich diesen Berührungsgruppen gegenüber anhand von verschiedenen Wertesäulen, heißt es glaube ich das Fachwort, so heißt es da immer.
Speaker: Also
Speaker: Wie sieht es aus hinsichtlich zum Beispiel Solidarität und sozialer Gerechtigkeit?
Speaker: Also spielt das eine Rolle dabei, wie wir uns dazu verhandeln?
Speaker: Genauso ist ökologische Nachhaltigkeit ein Aspekt dieses Ganzen, den man sich anschaut.
Speaker: Aber diese Gemeinwohlbilanz hat eigentlich den...
Speaker: das Feld nochmal erweitert.
Speaker: Also diese ersten Ideen sozusagen, wir wollen irgendwie ökologisch bauen und wir wollen aber auch irgendwie fährt zu den Mitarbeitenden sein, sind halt zwei Aspekte in dieser Bilanz.
Speaker: Und dann schaut man, was bedeutet das für mich?
Speaker: Und das versucht man halt niederzuschreiben.
Speaker: Also kriegen alle ein faires Gehalt oder ist das transparent?
Speaker: Also Transparenz und Mitbestimmung ist ein weiterer Aspekt.
Speaker: Wie verhält sich da mein Unternehmen und in diesem Fall halt unser Architekturbüro?
Speaker: hinsichtlich dieser Aspekte.
Speaker: Und das sind halt sozusagen dann die einzelnen Punkte, wo man schaut.
Speaker: Und bei uns war das dann eben zum Beispiel, wenn es um Mitarbeitende geht oder wollen wir alle 40 Stunden arbeiten oder wollen wir eigentlich 32 Stunden arbeiten und vielleicht dadurch auch Zeit für
Speaker: entweder Familie oder aber genauso auch ehrenamtliches Engagement geben, dass man sich überhaupt auch einbringen kann, auch politisch einbringen kann oder demokratiefördernd einbringen kann.
Speaker: Das sind so kleinere Beispiele dazu sozusagen, was das dann wieder runtergebrochen, wenn man jetzt von der großen Systemfrage geht.
Speaker: Aber natürlich funktioniert es eigentlich nur, wenn alle das machen.
Speaker: Aber man muss halt anfangen.
Speaker: Und das ist, glaube ich, das, was wir versuchen, einfach einen
Speaker: anzufangen zu handeln, da wo es geht.
Speaker: Und das ist teilweise auch ein Ausprobieren und mal schauen, ob es klappt.
Speaker: Wir haben letztendlich auch damit geschaut, Entschuldigung, wir haben auch geschaut, wir haben versucht damit zu viele, also wir hatten irgendwann so das Gefühl, wir kommen in der Architektur nicht weiter,
Speaker: und wollten einfach mehr Ideen haben, was können wir denn noch verändern, was können wir denn noch Positives tun.
Speaker: Und wir merken schon, dass selbst, also ich habe mittlerweile das Gefühl, dass der größte Impact, den wir haben, nicht über unsere Architektur ist, sondern dass wir darüber erzählen, wie wir arbeiten.
Speaker: Also ich habe ja, dass wir da mehr Inspiration sind als über unsere Architektur, die ja schon auch gut ist.
Speaker: Aber die die die meisten Leute interessiert, ey was, ihr macht 32 Stunden Woche wirklich?
Speaker: Ey was, ihr seid 100 Prozent Transparenz bei euch im Büro?
Speaker: Wie geht denn das?
Speaker: Ey was, ne, ihr schüttet keine Gewinne aus?
Speaker: Warum denn nicht?
Speaker: Seid ihr bescheuert?
Speaker: So, ich bezahle jede Überstunde.
Speaker: Ja.
Speaker: Also du bist jetzt voll über dem Thema, was uns natürlich total interessiert.
Speaker: Wir sind eingestiegen.
Speaker: Also ich meine, das Thema ist auch sehr groß, diese ganze Gemeinwohlökonomie, also der Zusammenhang.
Speaker: Um nochmal deine Frage kurz zu rekapitulieren zwischen Bauwende und Gemeinwohlökonomie, der ist glaube ich jetzt klar geworden, oder?
Speaker: Also das ist ein Bestandteil dieser Kriterien, so habe ich es verstanden, das ökologische Bauen und was auch immer das dann genau bedeutet und wird untergliedert und man wird aufgefordert, in den Spiegel zu schauen, das wirklich greifbar zu machen, niederzuschreiben.
Speaker: Und jetzt ein Thema, was uns auch extrem interessiert, auch in unserem Nachfolgeprozess, ist die Organisation.
Speaker: Also wie arbeiten wir zusammen?
Speaker: Es war die Rede davon, das Thema Teilhabe, Mitbestimmung dazugehört.
Speaker: Ich komme ja auch nochmal von der anderen Seite.
Speaker: Ich glaube ja, dass solche Prozesse wie die Bauwende viel besser funktionieren, wenn ich solche selbstführenden Organisationsformen einführe.
Speaker: Und da ist auch bei uns ganz viel Angst im System.
Speaker: merken wir auch in unseren Gesprächen.
Speaker: Deswegen interessiert mich das wahnsinnig, wie ihr das macht.
Speaker: Also Thema Transparenz.
Speaker: Habt ihr transparente Gehälter?
Speaker: Ich glaube, es ist so, oder?
Speaker: Wie trefft ihr Entscheidungen?
Speaker: Wie vermeidet ihr das?
Speaker: Wie läuft, wie funktioniert das mit transparenten Gehältern?
Speaker: Also da haben wir große Angst davor, ja?
Speaker: Auch wenn ich das super spannend finde.
Speaker: Also wie
Speaker: Da kommen noch andere Dinge dazu.
Speaker: Wie funktioniert es denn ohne?
Speaker: Ich kapiere überhaupt nicht mehr, wie das anders geht.
Speaker: Ich finde es so absurd mittlerweile, dieser Gedanke, dass das nicht transparent ist, der passt überhaupt nicht mehr in meinen Kopf.
Speaker: Danke, Bernhard.
Speaker: Also, darf ich da kurz, wenn es eine Unterhaltung ist, ist die Frage, wovor habt ihr Angst?
Speaker: Naja, wir kommen ja aus einem System, wo sie eben nicht transparent sind.
Speaker: Also wir sind schon der Meinung, dass wir es fair machen.
Speaker: Aber wir haben Angst davor, dass dann Unmut entsteht.
Speaker: Wenn es unfair ist.
Speaker: Möglicherweise, weiß ich nicht.
Speaker: Also dass man eben sagt, okay, jetzt müssen wir über alles diskutieren.
Speaker: Jetzt wird alles auf den Tisch gelegt.
Speaker: Und jetzt Bernhard und Merle, wie macht ihr das mit dem Diskutieren und den Workshops?
Speaker: Ich würde, glaube ich, einen ganz großen Punkt, und dann darf nämlich die Merle das erklären mit den Workshops, weil sie die hauptsächlich, die unsere Gehaltsworkshops gemacht hat.
Speaker: Ein großer Punkt, der bei uns schon was ausgelöst hat, ist, dass wir irgendwann, also auch im Rahmen der Gemeinwohlbilanz oder haben wir irgendwann diskutiert, was machen wir denn mit den Gewinnen?
Speaker: Und dann war irgendwann die Frage, naja, aber verdienen tun wir die ja alle miteinander.
Speaker: Das ist ja jetzt nicht der Bernhard und der Johannes, sondern wir sind ja ein Team von jetzt neun Leuten, die alle hart daran arbeiten, dass wir zum Schluss am Ende vom Jahr eine schwarze Zahl haben und keine rote.
Speaker: Und warum gehört die denn dem Johannes und dem Bernhard?
Speaker: Haben die wirklich so viel mehr Risiko?
Speaker: Also ich weiß nicht, ob ich mehr Risiko habe.
Speaker: Ich bin der letzte im Unternehmen, der gekündigt wird.
Speaker: Warum habe ich mehr Risiko?
Speaker: Klar, ich habe jetzt ein bisschen Geld reingesteckt und so.
Speaker: Klar, ich übernehme vielleicht ein bisschen mehr Verantwortung, aber dafür verdiene ich auch ein Gehalt.
Speaker: Aber der Gewinn, der am Ende übrig bleibt, der gehört irgendwie all.
Speaker: Und das haben wir irgendwann festgelegt und in dem Moment ist bei uns beiden im Kopf so ein... hat es Knacks gemacht, weil dann war plötzlich Transparenz eigentlich... Warum nicht?
Speaker: Also es gibt keinen einzigen Grund, warum ich nicht transparent bin, außer dass ich irgendwie...
Speaker: nicht ganz, also für mich war es das einzige, dass es irgendwie komisch war, was mit dem Geld danach passiert, was da übrig bleibt.
Speaker: Und als wir gesagt haben, naja, aber das Geld, was da übrig bleibt, das gehört uns allen, ja, dann will ich ja eigentlich, eigentlich möchte ich, dass alle meine Mitarbeitenden
Speaker: wissen, wie das Unternehmen dasteht.
Speaker: Die sollen doch wissen, was sie pro Stunde verdienen.
Speaker: Die sollen doch wissen, wie gut ihr Projekt dasteht, an dem sie gerade arbeiten.
Speaker: Die sollen doch wissen, wie viel Zeit sie dafür aufbringen dürfen.
Speaker: Die sollen doch wissen, für was wir in unserem Unternehmen Geld ausgeben.
Speaker: Nur wenn die das wissen, können die doch im Sinne des Unternehmens agieren.
Speaker: Und dann haben wir gesagt, ja okay, dann machen wir Transparenz.
Speaker: Das ist eigentlich total logisch.
Speaker: Und wenn du Transparenz, naja, bei uns war es vielleicht auch ein bisschen einfacher, wir sind jetzt nicht so ein jahrzehntealtes Unternehmen, sondern wir waren halt vorher schon so halb transparent und Gehälter waren eigentlich schon immer transparent.
Speaker: Und als wir dann das dann gemacht haben, haben wir gesagt, naja, okay, jetzt wollen wir aber auch die Gehälter nochmal komplett miteinander überarbeiten.
Speaker: Weil vorher hatte ich mir da und der Johannes sich so ein bisschen was ausgedacht, die waren schon transparent.
Speaker: Aber jetzt übergebe ich da dich, Merle.
Speaker: Da bin ich gespannt.
Speaker: Also ich finde es auch total logisch, aber ich stelle es mir extrem herausfordernd vor.
Speaker: Also ich habe das Gefühl, man muss halt einmal Zeit rein investieren und zu diskutieren und das ist auch, ist nicht einfach, das sind harte Diskussionen auf jeden Fall, aber danach gibt es halt viel weniger Diskussionen, dann ist es halt auch einfach vorbei und man hat nicht jedes Jahr oder wenn jemand eine Gehaltsverhandlung einfordert und so weiter, dann halt wieder die Diskussion und
Speaker: Also erstmal war schon wichtig, in welchem Rahmen kann man sich denn überhaupt bewegen sozusagen?
Speaker: Das hat es natürlich auch eingeschränkt schon, weil wir gesagt haben, ja, eigentlich soll niemand jetzt, wir hatten ja schon Gehälter und es wäre, also eine wichtige Grundvoraussetzung war, dass niemand weniger verdient als vorher, nachdem man es einmal verhandelt hat, weil das irgendwie schwierig zu rechtfertigen ist und es waren Gründe, warum man irgendwie ins Unternehmen gegangen ist oder nicht.
Speaker: Und dann war einer der wichtigsten Aspekte eigentlich, je mehr man diskutiert hat, also es wurde erstmal aufgemacht.
Speaker: Kurze Zwischenfrage, also es gab einen Zeitpunkt, wo die Gehälter noch nicht transparent waren.
Speaker: Also zu meinem Zeitpunkt, die waren es, ich glaube, die erste Einstellung war nicht transparent, wenn ich es richtig verstanden habe.
Speaker: Aber danach war es eigentlich transparent und gab schon eine öffentliche Faktoren, die das beeinflusst haben.
Speaker: Dann gab es aber halt den Moment, wo gesagt wurde, ja gut, das sind halt die Faktoren, die Johannes und Bernhard sich ausgedacht haben und die sie gut befunden haben.
Speaker: Aber eigentlich sollen alle mitbestimmen, was denn eigentlich wichtig ist, um genau so einen Unmut zu verhindern eigentlich, dass jemand sagt, ja gut, aber mir wäre das eigentlich egal oder das ist für mich wichtig.
Speaker: Und da geht es, um mal konkret zu werden, sind das Sachen, wie wichtig sind Berufsjahre?
Speaker: Macht das einen Unterschied oder nicht?
Speaker: Beeinflusst das das Gehalt?
Speaker: Die andere Frage war, soll so etwas wie ein Bonus ausgeschüttet werden oder soll sozusagen eine Leistung bezahlt werden oder nicht?
Speaker: Sind familiäre Faktoren wichtig?
Speaker: Ist der Wohnort wichtig?
Speaker: Und die wurden erstmal alle eigentlich gesammelt, das was sein könnte und dann wurde nach und nach darüber diskutiert.
Speaker: und würde danach sozusagen, merkte man in der Diskussion schon, dass manche
Speaker: alle sofort dafür waren und sagten, das auf jeden Fall und andere gar nicht.
Speaker: Und es stellte sich nach und nach immer mehr raus, dass eigentlich alle dafür waren, dass es möglichst objektive Faktoren sein sollen, die halt das Gehalt beeinflussen und wenig subjektive, wo jemand was einschätzen muss oder selber beurteilen müssen, ist das angebracht oder nicht.
Speaker: Und sobald man eigentlich in einer Art von Leistungsbereich ist oder wo gesagt wird,
Speaker: Das Können einer Person wird sozusagen subjektiv bewertet, ist man in einem subjektiven Bereich.
Speaker: Und da haben sich alle sehr dagegen ausgesprochen.
Speaker: Auch aus einem Grund, dass das ja einfach nicht gleich ist immer und wir uns als ein Unternehmen sind, was sich auch gegenseitig mitträgt.
Speaker: Und jeder hat mal aus unterschiedlichsten Gründen Momente, wo er richtig reinhaut und alle anderen mitzieht.
Speaker: Und Momente, wo man einfach eher...
Speaker: vielleicht auch einmal mitgezogen werden muss ein bisschen oder Unterstützung braucht.
Speaker: Und die soll nicht sich monetär irgendwie widerspiegeln in unserem Unternehmen.
Speaker: Das war eines der ersten eigentlich Entscheidungen, die getroffen wurde.
Speaker: Und dann ging es sozusagen... Die spannendste eigentlich.
Speaker: Die fand ich wirklich spannend.
Speaker: Auch schön für mich.
Speaker: Ich muss nie wieder jemanden irgendwie bewerten.
Speaker: Das ist total cool.
Speaker: Und dann gab es eben die anderen Faktoren, wo sich darauf geeinigt wurde, also wie es jetzt funktioniert, ist, dass es ein Basisgehalt eigentlich gibt, was jeder bekommt und was damit auch das Einstiegsgehalt, also jemand, der direkt nach der Uni anfängt zu arbeiten, bestimmt.
Speaker: Das war da eigentlich so, woran sich das sehr bemessen hat, dass das okay ist, dass alle sagen, das finden wir gut, das sollte jemand schon...
Speaker: Einfach verdienen.
Speaker: Dann ist der nächste große Faktor die Berufserfahrung, wo wir jetzt aber auch nicht gesagt haben, jemand zum Beispiel, der in der Kammer ist, verdient mehr als jemand, der nicht in der Kammer ist.
Speaker: Da wurde sich auch gegen ausgesprochen, sondern eigentlich ist es dann die Berufserfahrung an sich.
Speaker: die am Anfang auch schneller steigt, das Gehalt.
Speaker: Ich glaube, bis fünf Jahre steigt es ziemlich rapide an, dann wird es langsamer und hört, glaube ich, bei 15 Jahren stagniert es jetzt, oder?
Speaker: Worauf haben wir uns geeinigt?
Speaker: Weil man gesagt hat, irgendwann kommt einfach nicht mehr so viel dadurch dazu.
Speaker: Was weiterhin, das erhöht sich jedes Jahr automatisch.
Speaker: Da muss man nicht drüber diskutieren.
Speaker: Zum 1.1. ändert sich das Gehalt.
Speaker: Wenn man ein Jahr länger gearbeitet hat, kriegt man einen
Speaker: ein Jahr mehr Berufserfahrung hat, kriegt man mehr Gehalt.
Speaker: Der nächste Faktor, der dann dazugekommen ist, was dann auch überlegt wurde, ist sozusagen die Betriebszugehörigkeit im Grunde.
Speaker: Das heißt bei uns IFUB-Jahre.
Speaker: die immer weiter steigt, die steigt aber längst nicht so doll wie die Berufserfahrung, beeinflusst das das Gehalt.
Speaker: Wo aber gesagt wurde, alle, die lange dabei sind, haben das E-Foot mit geprägt, haben es mitgestaltet, sind aber genauso auf der anderen Seite halt auch eingearbeitet, kennen die Abläufe und es wird halt auch belohnt, entlohnt.
Speaker: Der nächste Faktor, der dann noch dazu kam, der auch sehr heiß diskutiert wurde, ist der Wohnortsfaktor, beliebte Diskussion zwischen Bernhard und mir.
Speaker: Berlin, München, Bodensee, Köln.
Speaker: Wer hat den größten Aufschlag?
Speaker: Dreimal darfst du raten.
Speaker: München.
Speaker: Das ist auch der Grund, warum es ihn noch gibt.
Speaker: Wo dann aber gesagt wurde, wir wollen irgendwie offizielle Zahlen, an die sich das koppelt und haben dann Statistiken gefunden, die sozusagen dann einen Anhaltspunkt bieten, weil es einfach immer noch so ist, dass München teurer ist, wo wir aber aus Berlin immer sagen, wir holen rapide auf.
Speaker: Ja.
Speaker: Wo auch gesagt wird, dass es regelmäßig einfach kontrolliert wird, dass man das einfach eigentlich einmal im Jahr dann halt checkt.
Speaker: Ist das immer noch so oder hat sich das geändert?
Speaker: Dann ist, und der vierte Faktor und damit eigentlich der letzte schon oder kann sein, dass ich auch was vergessen habe, ist die Geschäftsführung, die einfach nochmal die mehr Verantwortung hat, die mehr Entscheidungsmacht auch weiterhin bei uns im Unternehmen hat.
Speaker: Also es ist einfach so, wir sind bisher weiterhin eine GmbH und haben zwei Geschäftsführerinnen und die verdienen auch mehr als die anderen.
Speaker: Genau.
Speaker: Aber da geht es jetzt auch nicht um tausende Euro, sondern da geht es, glaube ich, um 120 Euro im Monat oder so.
Speaker: Ne, ich schaue ein bisschen mehr.
Speaker: Netto.
Speaker: Oder?
Speaker: Ja.
Speaker: Aber was wir insgesamt gesehen haben, ist, dass schon die Spanne einfach nicht extrem ist dadurch.
Speaker: Also da gibt es, das ist auch ein Faktor, den man sich zum Beispiel in der Gemeinwohlbilanz anschaut, wie groß ist die Spanne, oder?
Speaker: War auch einer der Faktoren, meine ich.
Speaker: Wie groß ist die Spanne von den Geringstverdienenden zu den Höchsten?
Speaker: Wenn man die Werkstattierenden dadurch rausnimmt, sind wir bei 1 zu 1,7 oder 1,1, also das Maximale.
Speaker: Also unter 1,2.
Speaker: Was wir dann aber auch spannend fand, sind halt Faktoren, die rausgeflogen sind.
Speaker: Das waren sowas wie Zusatzqualifizierung, waren noch lange mit dabei, würde ich sagen, wo es dann aber auch wieder darum ging, wie wollen wir das beurteilen?
Speaker: Und es darf nicht zu komplex werden, war irgendwann auch ein, es ist schon sehr komplex, muss ich sagen, dass es nicht zu kompliziert wird, war ein anderes Bemühen des Ganzen dann auch, damit man
Speaker: es irgendwie auch wieder also händelbar hält das Ganze.
Speaker: Und bei den Zusatzqualifikationen war dann ein großer Punkt, dass es halt, ab wann gilt etwas als eine Zusatzqualifikation, muss dann wieder entschieden werden.
Speaker: Dann ist die Frage, gilt sie nur, wenn sie auch benutzt wird?
Speaker: Ich beispielsweise habe einen abgeschlossenen Bachelor in Mathematik.
Speaker: Zählt der jetzt mehr?
Speaker: Also was macht der eigentlich aus in meinem Architekten-Dasein oder nicht?
Speaker: Kriege ich deswegen mehr Geld, weil ich zwei abgeschlossene Bachelor habe und nicht nur einen?
Speaker: Oder hat jemand schon was ganz anderes gemacht?
Speaker: Wie zählt das mit rein?
Speaker: Waren weitere Fragen, wo dann am Ende gesagt wird, nee, eigentlich jeder bringt das mit ein, was er mitbringt oder jede bringt das mit ein.
Speaker: Und das wollen wir nicht im Gehalt widerspiegeln.
Speaker: Oder macht jemand jetzt immer mehr Zusatzqualifikation, um einfach mehr Geld zu kriegen?
Speaker: Welche Rolle spielen denn Kinder?
Speaker: Kinder war auch eine lange Diskussion.
Speaker: Am Ende haben wir uns dafür entschieden, dass es im Gehalt sich nicht direkt widerspiegelt.
Speaker: Wir haben gesagt, es gibt in Deutschland bereits sozusagen von staatlicher Seite einiges, was es an auch Geldleistungen sozusagen gibt.
Speaker: Und haben aber einen Ausgleich geschaffen.
Speaker: Wir haben immer an unserem Geburtstag frei.
Speaker: Wenn er auf einen Wochentag fällt, dann haben wir an unserem Geburtstag frei.
Speaker: Was vor allem eine gute Laune bei allen macht.
Speaker: Und Familien haben auch noch an den Geburtstagen ihrer Kinder frei.
Speaker: Das ist sozusagen indirekt ja auch eine Entlohnung.
Speaker: Die haben das einfach mehr als Urlaubstage, wenn die Geburtstage der Kinder auf einen Wochentag fallen.
Speaker: Und ganz wichtig, Elternzeit ist Arbeitserfahrung.
Speaker: Also wenn es um die Berufserfahrung geht und ich mache ein Jahr Elternzeit und arbeite nicht, dann komme ich nicht zurück und habe dann ein Jahr weniger offiziell gearbeitet als alle anderen, sondern ich kriege die gleiche Steigerung wie alle anderen.
Speaker: Das ist eigentlich ein sehr, sehr wichtiger Faktor, auch wenn es um gleiche Bezahlung von Männern und Frauen geht, weil nach wie vor leider die Quararbeit sehr viel mehr von Frauen gemacht wird.
Speaker: Das ist schon auch noch ein Thema, wenn es um Förderung von Familien geht, das wir sehr wichtig fanden.
Speaker: Neben zum Beispiel auch einer gleichen Bezahlung von Office Management und unseren Architekturberufen.
Speaker: Ja, Respekt.
Speaker: Und ein anderer Faktor, der da auch mit rein spielte, ist, ist es jetzt, wenn jetzt jemand sich beispielsweise um pflegebedürftige Angehörige handelt, müsste das dann nicht genauso auch bezahlt werden sozusagen?
Speaker: Oder müsste es dann nicht auch einen Familienausgleich geben?
Speaker: Warum sind es dann nur die Kinder, die zählen?
Speaker: Wo man dann in solche Diskussionen einfach, sind wir eingestiegen, man muss immer gucken, wie weit führt man die?
Speaker: Und was aber super spannend war, dass am Ende dieser Diskussion vielen es dann um den Cent auch überhaupt nicht mehr ankam oder es ist irgendwie nicht der Grund, warum wir im IFUB arbeiten dann oft.
Speaker: Also es ist, sondern dass man gesagt hat, okay, irgendwie ich mache es.
Speaker: Ja, es ist nicht ausschlaggebend für die meisten gewesen.
Speaker: Wie sind es jetzt auf 50 Cent mehr auf die Stunde gerechnet oder weniger, sondern es mehr um die Wertschätzung dessen ging.
Speaker: Und ja, vielleicht ganz gut.
Speaker: Und zwar auch irgendwie allen klar, dass es so eine absolute Fairness wird es beim Gehalt nie geben wird.
Speaker: Es gibt keine absolute Fairness.
Speaker: Man könnte ja noch ganz viele Sachen mit einbringen.
Speaker: Hat die Person jetzt geerbt oder hat die Person keine Ahnung, hat die nicht geerbt?
Speaker: Aus was kommt die für... Also die privaten Dinge auch noch mit.
Speaker: Oder kauft die jetzt Bio-Essen und die kauft kein Bio-Essen?
Speaker: Ist die Wohnung von der Person größer als die von der Person?
Speaker: Wie alt ist der Mietvertrag?
Speaker: Wie alt ist der Mietvertrag?
Speaker: Man könnte Millionen von Faktoren noch mit einbeziehen und es wird eine absolute Fairness nicht geben.
Speaker: Wir wollten ein System haben, das war eine der wichtigsten Erkenntnisse daraus.
Speaker: dass es ein System ist, was einfach komplett nach objektiven Kriterien funktioniert und nicht nach subjektiven.
Speaker: Das sind eigentlich die zwei größten Faktoren aus dem ganzen langen Bereise, die wir da gemacht haben.
Speaker: Weil irgendwann zum Schluss haben alle so, komm, ich will keinen Gehaltsworkshop mehr machen.
Speaker: Ich verzichte aufs Gehalt.
Speaker: Hauptsache, wir haben was festgelegt.
Speaker: Du hast ein paar Fragen.
Speaker: Leg los.
Speaker: Diesen Workshop, Merle, hast du geleitet?
Speaker: diese Gehaltsworkshops?
Speaker: Den ersten nicht.
Speaker: Da war ich noch gar nicht da, muss ich sagen.
Speaker: Den ersten nicht.
Speaker: Ich wurde dann vor Zwischenergebnisse gestellt und dann waren wir ein Wochen... Dann gab es, glaube ich, einen nochmal zwischendrin und dann gab es abschließend einen, wo gesagt wurde, jetzt müssen wir uns aber... Wir wollen irgendwie auch, dass es zu einem Ende kommt.
Speaker: Da waren wir dann zwei Tage lang in Thüringen in der Einsamkeit und haben bis zum bitteren Ende...
Speaker: bis der weiße Raucher aufsteigt.
Speaker: Warum ich die Frage stelle, also wart ihr da Bernhard und dein Partner Johannes, war der dabei?
Speaker: Wart ihr da dabei oder wart ihr also aktiv Teilnehmende?
Speaker: Ja.
Speaker: Warum ich die Frage stelle ist, du hast am Anfang gesagt oder ich habe es in einem Interview gelesen, dass ihr ja immer noch eine GmbH seid, aber eigentlich schon lange nicht mehr so arbeitet.
Speaker: Also dass ihr eigentlich ja gar nicht hierarchisch, keine hierarchischen Strukturen mehr habt.
Speaker: Willst du da nochmal?
Speaker: Also ganz kann man das nicht sagen, da wären wir unehrlich, wenn wir das sagen würden.
Speaker: Werne lacht euch.
Speaker: Naja, wir sind schon so gewachsen und Merle schimpft mich immer, weil ich manchmal zu schnell meine Meinung sei.
Speaker: Ich würde gerne noch einmal eine letzte Frage stellen zu diesem Gehalt, bevor wir in dieses neue Thema Selbstführung vielleicht oder was es so sein könnte kommen.
Speaker: Ich habe schon noch eine Frage.
Speaker: Wie, also offenbar stößt ja eure Gehaltsvereinbarung auf Akzeptanz?
Speaker: So habe ich euch verstanden.
Speaker: Was macht ihr denn, wenn das vielleicht mal nicht mehr so ist?
Speaker: Also wie ist da so eure... Weil ich denke, ihr habt das ja bestätigt, ihr habt da sehr intensiv darüber diskutiert.
Speaker: Ist ja ein heißes Eisen, glaube ich, kann man sagen.
Speaker: Oder ein Thema, das zumindest wahrscheinlich die Gemüter auch erregen könnte.
Speaker: Wie geht ihr mit solchen Konfliktsituationen um, wenn das denn entstehen würde?
Speaker: Also wir diskutieren, also kommen immer wieder Punkte auf, wo Lücken sind in dem ganzen Thema oder wo uns irgendwas auffällt, was jetzt noch nicht festgelegt ist oder so.
Speaker: Je nachdem, wie groß das Thema ist.
Speaker: machen wir es entweder in kleiner Runde im Teamcall, den wir alle zwei Wochen haben, dass wir es kurz besprechen, wenn es jetzt ein größeres Thema ist, wo wir das Gefühl haben, okay, da sollten wir mal in größerer Runde diskutieren, dann nehmen wir es mit in den nächsten Workshop oder machen einen extra Workshop dazu.
Speaker: Und wir nutzen als Entscheidungstool das systemische Konsensieren,
Speaker: wo es grundsätzlich darum geht, dass man erstmal schaut, was ist der Vorschlag, was gibt es für Vorschläge, die dann schaut, gibt es einen Konsens.
Speaker: Wenn es keinen Konsens gibt, dann diskutiert man erstmal, sammelt nochmal Vorschläge, schaut, ob alle Meinungen abgebildet sind und dann stimmt man eigentlich ab, wie groß die Widerstände sind.
Speaker: Und der Vorschlag mit den wenigsten Widerständen ist der, der angenommen wird.
Speaker: Ja, cool.
Speaker: Sehr, sehr kurz erklärt, das systemische Konsensieren.
Speaker: Es ist ein total cooles Tool, hört sich nicht so anders an als einfach abstimmen, dafür oder dagegen, aber der Unterschied ist, dass es keine VerliererInnen produziert und dass es
Speaker: Es verändert auch uns.
Speaker: Ich habe so das Gefühl, dass es schon unsere, wie wir über Dinge diskutieren, wie wir über Veränderungen sprechen, sehr, sehr stark verändert hat und auch wie wir Entscheidungen treffen, sehr stark verändert hat.
Speaker: Also wenn ihr da einen guten Link habt, dann würden wir den auch in die Shownotes packen.
Speaker: Ja, oder sonst einfach, ja, systemisches Konsensieren.
Speaker: Systemisches Konsensieren, einfach googeln.
Speaker: Kompliziertes Wort für eine relativ einfache Sache.
Speaker: Okay.
Speaker: Gut, Entschuldigung, jetzt habe ich da... Eine ganz kurze Anekdote dazu.
Speaker: Es stellt sich auch raus, dass einer der Mitarbeitenden eigentlich erst, nachdem es schon sehr viel benutzt wurde, gemerkt hat, dass es nicht systemisches Kondensieren heißt.
Speaker: Ach so, das sage ich, glaube ich, auch immer.
Speaker: Kondensieren.
Speaker: Von Konsens.
Speaker: Von Konsens.
Speaker: Aber jetzt zurück zu deiner Frage.
Speaker: Entschuldigung, dass ich da nochmal reingegrätscht bin.
Speaker: Das ist ja Teil der Antwort auch gewesen, von meiner Frage.
Speaker: Das passt eigentlich schon genau zu deiner Frage, wie treffen wir denn Entscheidungen?
Speaker: Genau.
Speaker: Also wie, ja genau, wie trefft ihr Entscheidungen?
Speaker: Die ehrliche Antwort ist ja, dass wir werden, also letztendlich ist es so,
Speaker: der Johannes und der Bernhard hatten irgendwann mal Bock, ein Architekturbüro zu gründen und haben dann halt irgendwann mal ein Architekturbüro gegründet.
Speaker: Und anfangs haben sie eine GbR gegründet und dann irgendwann wurde es zu groß und dann haben sie halt, weil sie haben sie ganz viel recherchiert und haben irgendwie nichts Besseres gefunden und haben dann eine GmbH draus gemacht und eine GmbH war auch Geschäftsführer.
Speaker: So, und auch wir haben, also wir haben sehr viele Veränderungen hinter uns.
Speaker: Und klar haben wir das Ding gegründet und wir sind Gründer und Geschäftsführer und viele Entscheidungen konnten nur wir treffen.
Speaker: Die Entscheidung, dass Geld nicht mehr ausgeschüttet wird, konnten nur wir treffen, weil wir haben ja erst mal ein paar Jahre allein gearbeitet und haben dann irgendwann mal Leute dazu geholt und so.
Speaker: Wir sind jetzt keine Genossenschaft, die zu 10 gestartet ist und alle waren schon immer so eigen oder gleichberechtigt.
Speaker: Und wir sind auch, was unsere Hierarchie betrifft, in einem Transformationsprozess und auch
Speaker: Wir Geschäftsführer müssen da ganz viel lernen.
Speaker: Ich habe vorhin so angedeutet, dass Merle mich immer schimpft, weil ich muss mir abgewöhnen, wenn wir Diskussionen führen, meine Meinung möglichst am Ende zu sagen oder irgendwo nicht, dass sie... Also erstmal andere anzuhören und nicht gleich rein zu platzen.
Speaker: Das sind so Sachen, ich neige auch dazu, sehr stark auf dem Appell und dem Entscheidungsort zu hören.
Speaker: wenn man sich mit Kommunikationstheorien beschäftigt, weiß man, was ich meine.
Speaker: Also ich höre eigentlich immer eine Aufforderung und jetzt schrift mal eine Entscheidung Bernhard.
Speaker: Und oft geht es aber auch erstmal nur um die Sachebene.
Speaker: Und wir gehen da Schritt für Schritt weiter.
Speaker: Es ist nach wie vor, also heute, wir versuchen Entscheidungen zu
Speaker: soweit es irgendwie geht, in Kreisen zu treffen.
Speaker: Das ist ein bisschen aus der Holokratie oder der Soziokratie abgeleitet.
Speaker: Also dass wir die Leute, die es wirklich betrifft, die erarbeiten die Vorschläge und die treffen dir auch die Entscheidungen.
Speaker: Es funktioniert, glaube ich, wir machen das jetzt auch ein bisschen schon, es funktioniert immer besser, braucht aber auch Zeit.
Speaker: Es ist auch, was man da als Aspekt auch mit reinwerfen muss, nach wie vor ist es so, es kommt jemand neu ins Unternehmen,
Speaker: Und egal, ob die Person ganz frisch im Beruf ist oder viel, viel neue Berufserfahrung hat, die brauchen alle extrem lange, um sich erstmal an diese andere Hierarchie zu gewöhnen.
Speaker: Also Merle war da, glaube ich, einer von denen, die es noch am schnellsten so verinnerlicht hatte.
Speaker: Aber natürlich, wenn ich eine Werkstudentin habe, die vielleicht noch aus einem anderen Land kommt, für die bin ich natürlich irgendwie der Chef.
Speaker: Auch wenn sie mittlerweile weiß, dass ich das Wort Chef überhaupt nicht mag, aber irgendwie, das ist natürlich schwierig.
Speaker: Bist du aber.
Speaker: Bin ich aber.
Speaker: Ich bin halt nach wie vor der Chef.
Speaker: Und es gibt auch tatsächlich eine Sache, die kann man nicht gemeinschaftlich entscheiden.
Speaker: Und das ist, wenn man kündigen muss.
Speaker: Und da wird es plötzlich still, weil es wirklich, wir haben natürlich diese Themen auch, wenn es wirtschaftlich schlecht geht, was macht man dann?
Speaker: Und das ist beschissen.
Speaker: Und wir kämpfen jeden Monat hart darum, dass wir jemanden nicht verlieren wollen, weil das ist ja eine Katastrophe, eine Person zu verlieren.
Speaker: Also das ist ja das Wissen, das geht.
Speaker: Die Freundschaft, die geht.
Speaker: Also ich habe nichts Gefühl, es sind irgendwelche Leute, die ich angestellt habe, sondern das ist halt, wir sind Freunde, wir sind eigentlich ein Team, die zusammenarbeiten, die durch dick und dünn gehen.
Speaker: Und wenn dann dünn zu dünn wird, dann...
Speaker: gibt es einen, der die A-Karte zieht und das entscheiden muss.
Speaker: Und tatsächlich gibt es, kenn ich, weiß ich keinen Weg, wie man eine gemeinschaftliche Entscheidung trifft, mehr gehen muss.
Speaker: Gibt es nicht.
Speaker: Aber alles andere, und da sind wir wieder beim Folie, lassen wir dieses traurige Thema weg, alles andere ist möglich.
Speaker: Und da gibt es verschiedene Ebenen der Entscheidungen und das
Speaker: Da lernen wir auch weiterhin, das loten wir aus.
Speaker: Und es gibt Sachen, die... Merle und ich hatten letzte Woche mitarbeitend im Gespräch und haben uns sehr, sehr lange über dieses Thema unterhalten.
Speaker: Das sind wir sicher noch nicht am Ende.
Speaker: Hängt auch davon ab, wie groß wir sind.
Speaker: Bleiben wir so viele Leute?
Speaker: Bleiben wir die gleichen Leute?
Speaker: Werden wir größer?
Speaker: Werden wir kleiner?
Speaker: Das sind alles Dinge, die beändern sich kontinuierlich.
Speaker: Ich merke, ich bin ganz froh, also ich merke, ich bin sehr froh, wenn ich nicht alles selber, dass ich nicht alles selber treffen muss als Entscheidung, sondern dass wir viele Sachen auf gemeinsamen Schultern abladen, sage ich mal.
Speaker: Warum?
Speaker: Weil sie gleich eine ganz andere Akzeptanz haben.
Speaker: Wenn alle es entschieden haben und alle Möglichkeiten ausdiskutiert wurden, dann gibt es auch weniger Gründe, dass man sagt, naja, das finde ich jetzt aber doof, das hat der Bernhard so entschieden.
Speaker: Da würde ich jetzt gerne noch eine Frage gleich anschließen.
Speaker: Ich muss Merle noch was dazu sagen, weil das ist ja eigentlich, ich habe jetzt viel darüber geredet, aber eigentlich ist die Merle die, die ich sagen muss, ob das wirklich so was ich noch vergessen kann.
Speaker: Ich werfe mal die Frage ein und vielleicht passt es ja dazu und dann kannst du gleich beide Fragen beantworten.
Speaker: Also, weil was mich interessieren würde, du hast ja vorhin so ein bisschen auch rausgearbeitet, Effizienz ist nicht immer...
Speaker: die Allheilung, aber dennoch ist in meinen Augen Effizienz auch was Schönes, wenn ich Prozesse vereinfachen kann.
Speaker: Gerade Prozesse, die vielleicht auch keinen Spaß machen.
Speaker: Und wir haben uns jetzt im Kontext mit dieser Nachfolge beschäftigen wir uns, haben wir ein Buch jetzt, Reinventing Organizations, da geht es um dieses Thema Selbstführung.
Speaker: Und da geht es eigentlich auch, das wäre eine Kernaussagung, dass diese Form der Selbstführung, von der es ja ganz viele Varianten gibt und offenbar lebt ihr eine,
Speaker: eigentlich auch effizienter ist, wenn sie gut gemacht ist, weil ich nicht mehr diesen Flaschenhals habe, zum einen, und zum anderen, weil die Entscheidung, zumindest in der Theorie, und das würde mich interessieren, wie erlebt ihr das, dort getroffen werden, wo sie anfallen.
Speaker: Merle.
Speaker: Genau.
Speaker: Ja, also, es sind, also ich sehe da auch zwei Seiten sozusagen, also,
Speaker: Einerseits würde ich dem total zustimmen, dass diese Selbstführung viel effizienter sein kann.
Speaker: Aber es braucht manchmal auch, was Bernhard sagt, dass man manchmal Dinge auch ausprobiert und es nicht immer auf Anhieb alles klappt.
Speaker: Oder gerade wenn man es auch gewöhnt ist, dass eigentlich Entscheidungen von woanders getroffen werden, es einfach immer wieder ein Ja nachjustieren gibt.
Speaker: Und auch wo soll denn, also passt das jetzt so, dass die, die die Entscheidung hier treffen dürfen, die nur treffen oder nicht.
Speaker: Und das auch das persönliche Empfinden auch nicht immer bei allen gleich ist, muss man sagen.
Speaker: Diese Selbstermächtigung sozusagen gleichzeitig natürlich auch eine Verantwortung mitbringt.
Speaker: Das ist noch ein anderer Aspekt, die man auch erst mal lernen muss, auch als Mitarbeitende mitzutragen.
Speaker: Also man geht ja mehr oder ich gehe mehr durch die Höhen und Tiefen des Büros mit durch, wenn ich das immer...
Speaker: alles eins zu eins mitbekomme oder vielleicht ein bisschen verzögert, weil man natürlich nicht jeden Tag so viel die Zahlen sich anguckt, wie das Bernhard wahrscheinlich macht.
Speaker: Aber für mich ist es so, dass ich das Gefühl habe, dass halt ich sonst sowieso Stimmung mitbekomme oder ob es gut läuft oder schlecht läuft, habe ich bisher immer, egal wo ich gearbeitet habe, mitbekommen.
Speaker: Ich aber das viel besser einordnen kann, wenn ich auch den Kontext dazu habe oder ich reagieren kann oder nicht reagieren kann, ist aber natürlich auch, ich erst mal lernen muss, damit umzugehen.
Speaker: Was bedeutet das jetzt für mich?
Speaker: Und das finde ich auch immer, oder ich weiß auch, dass das einige der Kolleginnen auch immer wieder herausfordernd finden.
Speaker: Ich aber weiterhin sehr davon überzeugt bin, dass das für mich der richtige Weg ist.
Speaker: Es kann auch sein, dass es Leute gibt, die sagen, ich will es einfach gar nicht wissen.
Speaker: Ich möchte meinen Gehalt haben.
Speaker: Ich möchte von dem Rest einfach gar nicht mitbekommen, was da passiert.
Speaker: Aber ich glaube, dafür bin ich eh viel zu neugierig, wie es so läuft, als dass es funktionieren würde.
Speaker: Also habe ich, Entschuldige, ich wollte nicht immer dir vorpreschen.
Speaker: Hast du, ich hätte also eine Frage, also verstehe ich das richtig?
Speaker: Also du meinst zum Beispiel, ich leite ein Projekt, ich weiß nicht, das wäre auch nochmal eine Frage nach den Rollen, die ihr so habt.
Speaker: Es gibt ja eine Projektleiterin, die gleichzeitig komplett in dem Budgetthema, also alle sind ja in dem Budgetthema drin und dass das auch eine Last sein kann.
Speaker: Habe ich dich da richtig verstanden?
Speaker: Auf jeden Fall kann das auch eine Last sein, weil ich irgendwie ja leichter und vielleicht, wenn ich einfach nur meine Aufgabe habe, aber grundsätzlich vielleicht den Rahmen auch kenne sozusagen.
Speaker: Aber wenn ich sozusagen die Not einer Situation kenne oder wie kritisch es gerade wirklich steht, dann ist das natürlich eine größere Last für mich, als wenn ich nur weiß, das ist ungefähr das Soll, was sich erfüllen soll.
Speaker: muss oder nicht, sozusagen.
Speaker: Also es ist auf jeden Fall auch eine Last, aber es ist halt auch eine Chance, auch das mitzugestalten und sich auch verantwortlich zu fühlen, weil ich
Speaker: Nur, genau, aber dafür brauche ich dann halt auch den Handlungsspielraum, auch Entscheidungen treffen zu können.
Speaker: Ich glaube, es ist immer ein Problem, wenn das in der Diskrepanz steht.
Speaker: Die Mitgestaltung sozusagen und also eine Verantwortung, in der ich nicht handeln kann, führt zu Frustration.
Speaker: Ich brauche immer auch den Handlungsspielraum in gewisser Weise, um dann mich auch als ermächtigt zu fühlen.
Speaker: Und das Wissen.
Speaker: Und da sind wir wieder bei Transparenz.
Speaker: Ohne die Transparenz, ohne das Wissen hast du nicht diesen Handlungsspielraum.
Speaker: Genau.
Speaker: Und da würde ich sagen, sind wir auch immer noch am Üben, wie man denn erstmal alle auf den gleichen Stand bringt, um auch eine Entscheidung mit treffen zu können.
Speaker: Das klappt auch mal besser, mal weniger gut oder man braucht nochmal eine Runde mehr, um sozusagen...
Speaker: Manchmal kommen wir in Diskussionen rein und dann kommen halt zwei Leute, die sich schon die ganze Zeit damit beschäftigt haben.
Speaker: Die haben ja eine ganz andere Grundlage, um vielleicht eine Entscheidung treffen zu können und haben deswegen vielleicht auch schon eine Meinung dazu.
Speaker: Wenn aber dann muss man erst mal sehen, wie kommen alle erst mal auf den gleichen Stand.
Speaker: Bei diesem Gehalt war das genau das Gleiche sozusagen.
Speaker: Man musste erst mal den Kontext, in dem sich das bewegt,
Speaker: Und in dem eine Gehaltsbildung und wie setzt sich das eigentlich zusammen?
Speaker: Dann muss man sich ja sonst einfach, wenn man keine Geschäftsführung ist, wenig mit auseinandersetzen.
Speaker: Und erst mal da auf das Niveau zu kommen, das entscheiden zu können, das dauert auch eine Weile sozusagen.
Speaker: Und dann fühlt es sich aber auch so an, als ob man halt mitgestaltet.
Speaker: Und dann habt ihr... Ja, Bernhard?
Speaker: Ich wollte nur einen Aspekt...
Speaker: den ich mittlerweile sehe, der allergrößte Unterschied bei uns ist, im Verhältnis zu anderen Büros, ist, dass wir ständig, also nicht ständig, aber dass wir sehr oft reflektieren.
Speaker: Was läuft gut, was läuft schlecht.
Speaker: Ich habe ja auch mal in einem Büro gearbeitet und so, dass man da nie drüber gesprochen hat, was ist gut, was ist schlecht.
Speaker: Das verstehe ich einfach nicht.
Speaker: Wenn ich auf meine Zahlen schaue, dann habe ich so, dass 85% meiner Ausgaben sind die Menschen.
Speaker: Die Leute, die müssen happy sein, die müssen perfekte Arbeitsbedingungen haben.
Speaker: Denen muss es gut gehen, weil nur dann sind die gut fürs Unternehmen unterwegs.
Speaker: Es gibt überhaupt keinen Grund, dass ich irgendetwas tue, dass es meinen Mitarbeitenden schlecht geht.
Speaker: Das heißt, ich muss eigentlich alles dafür tun und das mache ich dadurch, dass ich reflektiere.
Speaker: Und ich reflektiere, wie sind Prozesse?
Speaker: Wo passieren Fehler?
Speaker: Wo brauche ich zu viel Zeit?
Speaker: Wo schaffe ich...
Speaker: durch Hilfestellungen die Situationen oder schaffe ich Fehler, weniger Fehler zu machen.
Speaker: All diese Dinge sind eigentlich, dass man merkt, okay, wir haben jetzt irgendwo, irgendwas ist mistig gelaufen, okay, aber wir reden drüber und überlegen uns, wie machen wir das beim nächsten Mal besser.
Speaker: Und das ist ja wirklich eine der größten Faktoren, weil wir das regelmäßig machen.
Speaker: Ja, wir machen vor allem diese Workshops, die wir machen.
Speaker: Wir haben alle mittlerweile gelernt, sehr, sehr offen über... Also es wird auch von uns tatsächlich eingefordert, dass die Leute sagen, bitte sag auch das, was schlecht läuft.
Speaker: Wenn jetzt jemand kommt und Kritik äußert, dann wird die Person nicht niedergebügelt, sondern das wird eher als positiv gesehen, weil wir ja wollen, dass wir diese Fehler nicht wieder machen oder dass wir besser werden, dass wir effizienter werden,
Speaker: irgendwie happier sind in der Zusammenarbeit.
Speaker: Ich würde jetzt mal zwischendurch einmal einläuten, weil ich dieses Gespräch total genial finde und dennoch würde ich so langsam den Sinkflug einläuten wollen.
Speaker: Ich habe dafür noch zwei Fragen.
Speaker: Es sind absolut noch Fragen erlaubt.
Speaker: Ich wollte es nur einmal schon mal erwähnt haben, der Sinkflug beginnt ja bei der Hälfte.
Speaker: Also wir haben noch zwei Stunden Zeit.
Speaker: Nein, das nicht.
Speaker: Aber ich würde es so langsam einläuten.
Speaker: Aber jetzt deine Fragen.
Speaker: Wir sind auf jeden Fall bei knapp zwei Stunden.
Speaker: Und wir könnten, wenn es nicht so warm werden würde, und das wird zwar wahrscheinlich immer in unserem Raum, wahrscheinlich noch viele Stunden weiter reden.
Speaker: Was du gerade gesagt hast, führt mich eigentlich zu der Frage, die ich habe, die Kommunikation.
Speaker: Und ich habe auch in einem Interview gelesen, dass dieses Wertschätzen ein negatives Feedback geben, dass man das erst mal lernen muss.
Speaker: Sie wollen keine Kommunikation.
Speaker: Hast du irgendwann mal, oder habt ihr beide irgendwann mal gesagt, in einem Interview, in dem ihr beim DHB, glaube ich, interviewt wurdet?
Speaker: Und... Superschwär.
Speaker: Superschwär.
Speaker: Wollen wir beide clashen da immer wieder, ne?
Speaker: Wer das...
Speaker: Naja, das Absurde ist ja, dass es ganz einfache Kommunikationstechniken gibt und die wir alle, also die unser aller Leben sehr, sehr, sehr viel besser machen würden, wenn wir sie denn ordentlich beherrschen würden.
Speaker: Ja, meine sehr.
Speaker: Und eigentlich müssten wir die unseren, den Grundschulkindern beibringen.
Speaker: Total gerne.
Speaker: Und in der Schule gleich nochmal ein einzelnes Fach, wo es nur um Kommunikation geht und wo man übt, wie man kommuniziert und dann, dass es gar nicht erst passiert, was wir eigentlich machen.
Speaker: Dass man darüber lernt, dass wenn man in Stress ist, dann das Stammhirn sich ausschaltet und man nur noch mit dem Jump-and-Run-Reflex kommuniziert.
Speaker: Und der kann ja eigentlich nicht gut sein.
Speaker: Und dass es aber Techniken gibt.
Speaker: Wie formuliere ich Dinge?
Speaker: Und ich meine, Kommunikation ist ja das Schmiermittel unserer Gesellschaft, gleichzeitig der Kleber.
Speaker: Das ist alles.
Speaker: Kommunikation ist alles.
Speaker: Und Architektur ist ja nur Kommunikation.
Speaker: 100 Prozent.
Speaker: Bis zum letzten Plan.
Speaker: Das ist Kommunikation.
Speaker: Und das wird nicht gelehrt.
Speaker: Und wir lernen es nicht.
Speaker: Und wir können es alle nicht.
Speaker: Ich kann es auch nicht.
Speaker: Wir üben und lernen Techniken und versuchen, die uns gegenseitig beizubringen.
Speaker: Aber es passiert immer noch ganz, ganz, ganz viel, dass man halt doch schlecht kommuniziert.
Speaker: Und ich glaube, was das Einfachste ist, zu sagen, in dem Moment, wenn jemand merkt, ich kommuniziere schlecht, bitte sag es mir.
Speaker: damit ich kurz innehalten kann, runterkommen, okay, weg aus dem Stress, aus dem Fluchtreflex, überlegen, was sage ich als nächstes.
Speaker: Das ist schon mal das Allereinfachste eigentlich.
Speaker: Und dann gibt es natürlich super Techniken.
Speaker: Also beschäftigt euch mit paraphrasieren, aktivem Zuhören, gewaltfreier Kommunikation.
Speaker: Kann ich jetzt in der Kürze der Zeit, wenn wir schon im Sinkflug sind, auch jetzt nicht mehr alles erklären.
Speaker: Macht Kommunikationsworkshops,
Speaker: Ich würde ja auch noch einen Schritt weiter gehen, das hatten wir auch in unserem Intro zu dieser zweiten Staffel.
Speaker: Ich würde ja noch weiter gehen, ich würde sagen, in meinen Augen ist auch Trauma-Arbeit Voraussetzung für gute Kommunikation.
Speaker: Also das macht jetzt ein Riesenfeld auf, aber ich sage mal, sich mit den eigenen Schatten auseinandersetzen und zu verstehen, wie ich ticke und warum ich im Muster verfalle.
Speaker: Ich komme jetzt nochmal auf dieses Thema Sinkflug zurück, weil die erste Frage, die ich hätte, wäre, können wir euch nochmal einladen?
Speaker: Weil wir haben ja eigentlich jetzt gerade mal, weiß nicht wie viel Prozent der Themen, die es so gibt, angesprochen.
Speaker: Und ich fand es bisher super, super spannend.
Speaker: Möchtest du dich da auch nochmal anschließen?
Speaker: Ich will das ja nicht zu abrupt machen.
Speaker: Ich habe auch nur eine von meinen beiden Fragen gestellt.
Speaker: Ja genau, dann kommen wir zu deiner zweiten Frage.
Speaker: Die zweite Frage stelle ich dir.
Speaker: Bernhard, du hast vorher gesagt und Merle integriere ich in diese Frage.
Speaker: Das würde ich wahrscheinlich oder euch wahrscheinlich eingeladen haben wegen der Gewinnwohlökonomie oder auch wegen dem, wie ihr zusammenarbeitet und dass ihr dadurch dazu total viel auch gefragt werdet und immer wieder, und da sind wir jetzt nicht die Ersten, die euch dazu Löcher in den Bauch tragen,
Speaker: Und gleichzeitig habe ich dich dem Heinrich vorgeschlagen, weil ich dich bei einem Lebenbau-Chef, glaube ich, warst du, und hast total fasziniert von einem sehr kleinen Projekt gesprochen, bei dem auch...
Speaker: Materialien wiederverwendet wurden.
Speaker: Und das fand ich total faszinierend.
Speaker: Und jetzt habt ihr über die Leitfäden gesprochen und wie ihr zusammenarbeitet und über Workshops und Kommunikation.
Speaker: Aber wie sieht es im echten
Speaker: Projekt, also es ging auch über die Bodenplatte kurz vorher, aber wie sieht es im echten Projekt aus und wie versucht ihr da die Architektur umzusetzen?
Speaker: Also wie hängt das alles zusammen, was wir jetzt die letzten zwei Stunden besprochen haben, weil mich interessiert tatsächlich eure Architektur und nicht nur, wie ihr zusammenarbeitet.
Speaker: Kann ich so ein bisschen.
Speaker: Man macht dann tatsächlich Dinge, die man eigentlich nicht machen will.
Speaker: Also nicht machen will in der Hinsicht, dass man sehr viel seiner Freizeit auch für solche Dinge opfert.
Speaker: Opfert, ja.
Speaker: Oder nutzt.
Speaker: Wir haben ja eine 32-Stunden-Woche, haben wir schon erzählt, dafür, dass man Dinge tun kann, für die man eigentlich sonst keine Zeit hätte.
Speaker: Aber auch, dass man Ideen mitbringt ins Büro oder sich um die Familie kümmert.
Speaker: Und was jetzt zum Beispiel ich und zwei andere Kollegen im Büro machen, ist, dass wir in ein Abrufsgebäude gehen, von dem wir hören und versuchen, Material zu retten in Eigenleistung.
Speaker: dass wir dann bei netten Leuten, die es uns lagern lassen, unterbringen und dann versuchen, bei unseren Projekten einzubauen.
Speaker: Wohl wissen, dass es alles nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist, aber um diese Erfahrungen zu sammeln, um dieses Wissen anzuhäufen, um die positiven Beispiele zeigen zu können.
Speaker: Ich merke an vielen Dingen, die ich mittlerweile tue, ist, dass
Speaker: ich das Gefühl habe, den größten Einfluss habe ich dann, wenn ich positive Beispiele zeige.
Speaker: Wenn ich den Leuten zeige, dass es cool ist, 32-Stunden-Woche zu haben.
Speaker: Wenn ich den Leuten zeige, dass es cool ist, transparent im Büro zu sein.
Speaker: Wenn ich den Leuten zeige, dass es einfach schöner ist, so zusammenzuarbeiten, wenn man als Team zusammenarbeitet, wie wenn man so als Einzelkämpfer unterwegs ist.
Speaker: Und dazu gehören auch
Speaker: Ja, all diese Dinge, die ich in meiner Freizeit mache, die vielleicht Inspiration sind, vielleicht mir auch Spaß machen.
Speaker: Ich möchte das gar nicht so sagen.
Speaker: Aber das ist das, was mich in der Früh aufstehen lässt und mehr als das nächste Haus zu bauen, das ich immer noch gerne tue, aber...
Speaker: Ich habe das Gefühl, der Mehrwert unseres Büros ist nicht, dass wir irgendwelche Häuser bauen, sondern dass wir zeigen, dass man anders arbeiten kann und anders wirtschaften kann und anders planen kann und andere Architektur machen kann und dass das totalen Spaß machen kann oder macht, nicht kann.
Speaker: Vielleicht kann ich dazu noch ergänzen, dass, glaube ich, dazu gehört, Dinge einfach mal auszuprobieren und zu machen und nicht nur bedenken, Trägerin zu sein.
Speaker: Also genau das auf beiden Ebenen.
Speaker: Also, dass man sagt, wir machen es jetzt einfach mal sozusagen, auch wenn natürlich was schief gehen kann.
Speaker: Ich meine, da kann ich genauso auch zu deiner Frage, Hinrich, vorhin zu dem Gehalt wieder zukommen.
Speaker: Da kommen dann, was ist, wenn das passiert?
Speaker: Was ist, wenn das passiert?
Speaker: Was ist, wenn das passiert?
Speaker: Natürlich kann
Speaker: Immer können viele Dinge passieren, sozusagen, aber manche Dinge lösen wir dann auch, wenn sie kommen, sozusagen.
Speaker: Wir können nicht alles, auch wenn wir planend sind, können wir nicht alle Eventualitäten mit berücksichtigen.
Speaker: Und diese Bedenken kommen viel mehr bei dem, wenn man etwas Neues versucht, als bei dem, was schon immer gemacht wurde.
Speaker: Da fragt niemand, was ist denn wenn, was ist denn wenn, was ist denn wenn?
Speaker: Oder jedenfalls in einer anderen Art und Weise, würde ich sagen, als wenn man versucht, ein bisschen einen anderen Weg zu gehen.
Speaker: Und das ist irgendwie auch ein Mut, es einfach zu machen, würde ich noch dazu sehen, dass das auch die Architektur und das betrifft dann genauso die Wiederverwendung von Materialien.
Speaker: Ich meine, es ist im Kleinen, gerade wurde die Küche im Atelier in München saniert sozusagen oder neu gebaut, da wurden auch ausgebaute Materialien.
Speaker: verwendet.
Speaker: Und auch da war es nicht einfach, erstmal alle zu überzeugen, dass das gemacht wird und das aber dann doch zu machen und dann zu sehen, seht mal, wie geil es geworden ist, einfach irgendwie positive Beispiele schaffen.
Speaker: Das ist, glaube ich, kann ich mich anschließen.
Speaker: Trotz Bedenken.
Speaker: Trotz Bedenken.
Speaker: Und das ist doch ein tolles Schlusswort von euch beiden.
Speaker: Vielen herzlichen Dank, dass ihr hier wart.
Speaker: Und wir sprechen gerne nochmal mit euch.
Speaker: Herzlichen Dank für den Rundumschlag, für die tollen Einblicke, die ihr uns gegeben habt, die ihr den Hörnerinnen und Hörern gegeben habt.
Speaker: Und ja, danke dir.
Speaker: Ja, also ich kann mich da nur anschließen.
Speaker: Also wenn man euch sieht, dann sieht man eure Begeisterung und eure leuchtenden Augen.
Speaker: Ich glaube, man hört sie auch, dass sich das offenbar lohnt, andere Wege zu gehen.
Speaker: Und mir hat es total Spaß gemacht.
Speaker: Vielen Dank, dass ihr gekommen seid, dass wir euch hier im Podcast haben durften.
Speaker: Vielen Dank für die Einladung.
Speaker: Es hat uns einen sehr, sehr großen Freude gemacht.
Speaker: Sehr schön.
Speaker: Und natürlich, herzlichen Dank.
Speaker: Oder wieder, in einem anderen Umfang, in einer anderen Reihe.
Speaker: Also wir sind immer zu haben für solche Themen.
Speaker: Ich will noch über Systeme reden und über Bitcoin und ich will auch noch über KI reden.
Speaker: Also da gibt es noch ein paar Themen, die... Große Themen.
Speaker: Ja, große Themen.
Speaker: Aber jetzt machen wir Schluss.
Speaker: Ich bedanke mich auch nochmal und du hast gleich auch nochmal das Wort.
Speaker: Also herzlichen Dank bei dir und Jakob, herzlichen Dank bei dir.
Speaker: Danke, Jakob.
Speaker: Ich habe nochmal das Wort.
Speaker: Bernhard, du hast noch einen halben Satz gehabt.
Speaker: Willst du den noch zu Ende sagen?
Speaker: Ich habe es vergessen.
Speaker: Dann ist gut für heute.
Speaker: Herzlichen Dank, einen schönen Abend und bis ganz bald.


