Transcript
Speaker: Uns andere aber hört man dort, wo wir einst lebten, manchmal in den Bäumen, man hört uns im Gras und im Grillenzirpen, man hört uns, wenn man den Kopf gegen das Astloch der alten Ulme legt, und zuweilen kommt es Kindern so vor, als könnten sie unsere Gesichter im Wasser des Baches sehen.
Speaker: Wir machen uns hier Gedanken über Bücher, geben uns die größte Mühe und im Fernsehen klappt es. Sie wollen das auch nicht dazulernen. Sie wollen nichts dazulernen. Sie sind störrisch wie ein Esel manchmal. Sein Blick ist vom Vorübergehen der Stäbe so müde geworden, dass er nichts mehr hält. Einmal ein gutes Buch! Nein! Wunderbares Buch! Schreckliche, langweilige Geschichten!
Speaker: Das ist keine Literatur, das ist bestenfalls ein tyrannisches Fastfood. Hallo und herzlich willkommen zum Buchklub, liebe Freunde und Freundinnen des Lesens der Bücher. Mein Name ist Igor und mit mir am Mic ist Josi. Hallo. Igor hört sich heute bei mir ein bisschen an wie Mickey Maus. Wir haben das eben schon, da ist eben schon eine Aufnahme dran geschaltet, aber wir hoffen, dass er bei euch normal klingt.
Speaker: Auch jetzt hör ich mich immer noch an wie Mickey Mouse, ja? Mhm. Cool. Hab ich grad wieder. Ja, ich glaub, das ist immer, wenn die Verbindung schlecht ist.
Speaker: Ja, das ist ... Also, ja. Wir hoffen einfach, dass es bei euch normal klingt. Und wenn nicht ... Ich hätt das ja auch. Dann ... keine Ahnung, könnt ihr ausschalten. Also ... Wir besprechen heute ... Wir besprechen heute Till. Till von Daniel Kehlmann. Und das Zitat war auch grade aus dem Roman.
Speaker: Ja, das Zitat war aus dem hervorragenden Prolog zu dem Roman, der hat mir wirklich sehr, sehr, sehr gefallen. Aber vielleicht sprechen wir ja gleich über unsere
Speaker: Wahrnehmung des Buches ... genauer, nachdem wir kurz einmal über Daniel Kehlmann gesprochen haben. Und zwar ist Daniel Kehlmann ein deutsch -österreichischer Autor. Und gleichzeitig unter dem Decknamen Kevin Kühnert als SPD -Politiker bekannt. Oh, Igor, nein! Was? Ey, das ist keine Fake News, bitte.
Speaker: Okay, aber, Leute, er sieht halt aus wie Kevin Kühnert. Mit deiner Stimme hält sich das noch lächerlicher an. Nur in älter. Also, ja, jedenfalls, Daniel Kehlmann ist den meisten wahrscheinlich bekannt vor allem durch seine Vermessung der Welt. Das war so der Roman, mit dem er, glaub ich, sehr berühmt geworden ist. Haben wir auch im Buchclub besprochen.
Speaker: Genau. Vor einiger Zeit. Der war zwei Jahre lang Platz eins der Spiegel -Bestseller -Liste. Also der hat sich sehr gut verkauft. Aber Daniel Kehlmann hat nicht nur den geschrieben, sondern eigentlich ist Daniel Kehlmann ziemlich fleißiger Autor, der ziemlich viel schreibt. Und ähm ... unter anderem hat er 2023 ein neues Buch rausgebracht, Lichtspiel, bei dem wir mit dem Gedanken spielen, ob wir das nicht auch lesen sollten.
Speaker: Till aber war quasi sein zweiter großer, also eigentlich waren alle Romane nach Vermessung der Welt relativ erfolgreich, aber Till jedenfalls war sehr erfolgreich. Ich weiß nicht, ob er verfilmt wurde.
Speaker: kam aber 2017 raus, wurde auch in verschiedene Sprachen übersetzt, in relativ viele Sprachen, unter anderem auch ins Russische, das weiß ich, weil ich nachgeschaut habe, weil ich den... Weil du Russisch bist, das wissen inzwischen alle. Nein, weil ich den meiner Oma empfohlen hab. Ah ja.
Speaker: Und dann hab ich den ihr auf legalem Wege als Epub, hab ich ihr den gekauft. Und genau, den gab's auch russisch und auf Englisch natürlich auch. Ja, also Daniel Kehlmann, einer der wenigen deutschen ... Zeitgenössischen Autoren, der ... Zeitgenössischen Autoren, die aber gleichzeitig auch ... Der nicht irgendwas anderes eigentlich ist. Der nicht in der Profession Influencer ist.
Speaker: Ja, also die ... kann man so sagen oder man kann sagen, der lesbar ist. Also, ne? Haben wir nicht viele von. Und bei Daniel Kehlmann muss man auch ein Auge zudrücken, ne? Deutsch -Österreichisch, okay. In München geboren, ist ja auch schon fast Österreich. Aber egal, nehmen wir trotzdem. Ist ein deutscher Autor. Und, äh, Till, ähm ... Ja, das, was wir davon halten, werden wir gleich sehen.
Speaker: Erst einmal wird Josy uns und euch, liebe Abiturientinnen, die das Buch nicht gelesen haben, jetzt kurz erklären, worum es inhaltlich geht, bevor wir dann das ganze Ding besprechen.
Speaker: Es geht um Til Eulenspiegel, hier Til Uelenspiegel genannt. Was denn? Das hast du noch gar nicht erzählt. Ja, genau. Der Til, der im Dreißigjährigen Krieg gelebt hat. Also eigentlich ist das nicht so ganz klar. Jedenfalls.
Speaker: Der Roman spielt im Dreißigjährigen Krieg. Till Ullenspiegel wächst in einem Dorf in Niedersachsen auf, erinnern die von Braunschweig, wenn ich das recht erinnere, zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Sein Hobby ist Seiltanz, also er will sich beibringen, auf den Seil zu gehen, wie er darauf kommt, keine Ahnung. Außerdem macht das niemand. Er ist befreundet mit Nele, der Bäckerstochter.
Speaker: Und er ist das einzige überlebende Kind seiner Eltern, Agneta und Klaus. Die Müller sind, also Klaus ist Müller. Die Kindheit verläuft nach heutigen Maßstäben traumatisch. Nach damaligen Maßstäben relativ normal. Also zwischendurch wird er einfach mal im Wald für zwei Tage ausgesetzt und wird zu einem Waldgeist. Ist ein Isel auf und ... Einmal hat ihn der Knecht des Müllers quasi, wollte ihn töten.
Speaker: Genau, da ist er unter einem Mührrad runter durchgeschoben, dass er ihn eigentlich hätte umbringen müssen. Also solche Sachen. Alles ganz lustig. Und als Till dann ein Teenager ist, wird sein Vater, der...
Speaker: der Heilmagie wirkt und überhaupt so ein ziemlich, ja, exzentrischer Mensch ist sich mit den großen, also mit großen philosophischen Fragen beschäftigt. Aber eben auch mit Magie. Der wird von den Jesuiten, Tesimon und Kirchner, Kirchner ist der Assis-, nee, Kircher heißt er, der Assistent, der Hexerei bezichtigt, angeklagt und gefoltert und dann wahrscheinlich auch gehängt, das bekommt man nicht mehr aus erster Hand mit.
Speaker: Till flieht, weil Kircher ihn verdächtigt. Er wird gehängt, das ist völlig klar. Nee, mir ist es nicht völlig klar tatsächlich. Doch, das wird aber noch mal ... Ja, egal. Nein. Das ist eine Legende. Ähm ...
Speaker: So der, überhaupt weiß man nichts ganz genau. Das ist sowieso klar in diesem Buch, man weiß nichts ganz genau. Tilflied, weil nämlich, also es ist so, dass die Kirche ihn verdächtigt selber, dass er auch mit dem Teufel im Bunde ist und seine Mutter kann ihn sowieso nicht mehr gebrauchen, die würde ihn zum Tagelöhner machen, weil sie ihn halt nicht mehr ernähren kann, sie würde zu irgendeiner Verwandten abhauen.
Speaker: Er flieht mit Nele zusammen. Die beiden werden dann fahrende Schaukünstler. Sie reisen zuerst mit einem schlechten Sänger und dann mit einem bösartigen Clown, der ihnen viel beibringt und den sie dann wahrscheinlich vergiften oder auf andere Weise ermorden.
Speaker: und ihn bestehen dabei. Nachdem sie ihn zum Sterben zurückgelassen haben, treffen sie im Wald Marodeure. Nele rennt weg, so schnell sie kann. Wie es Cill ihr auch geraten hat, immer schon. Cill ist irgendwie wie versteinert und wird dann von denen schwer misshandelt, vermutlich kastriert. Vergewaltigt. Was? Kastriert? Das war meine Interpretation. Ich dachte, vergewaltigt. Okay, können wir nachher drüber reden. Irgendwas in der Arsch.
Speaker: Lass mich das erst mal zu Ende bringen. So, auf jeden Fall Schwermess handelt. Er überlebt und sie schlagen sich nach den Haak durch, wo sie Hofnarren des Exilkönigs Friedrich werden, der auch der Winterkönig genannt wird, weil er nur ein Winterlang König von Böhmen war.
Speaker: Und seine Königin ist Lys, also Elisabeth, die aus dem englischen Königshaus kommt. Die beiden haben jeweils ein sehr vertrauensvolles Verhältnis zu Till. Till begleitet Friedrich dann nach einiger Zeit, vielen Jahren wahrscheinlich, zum schwedischen König Gustav Adolf, der gerade in Mainz eingezogen ist, war siegreich da, der ist einer der Protestanten.
Speaker: Dieser schwedischen König da und er hofft, dass der ihm hilft, Böhm oder zumindest die Falz zurückzugewinnen, aus der er vertrieben wurde, wird abgewiesen, macht sich auf den Rückweg und ist aber dann mit der Pest infiziert, hat sich in diesem Lager offenbar angesteckt. Es ist Winter und Friedrich wird dann nacheinander verlassen von allen seinen getreuen Begleitern, die er so mit hat, außer von Till, der ist bis zum Ende bei ihm.
Speaker: Ja, dann vermacht er ihm quasi da im Sterben, im Schnee, vermacht er ihm seinen Esel. Til kehrt also als einziger zurück von dieser Reise, verabschiedet sich aber überhaupt nicht von Liz, sondern geht nur den Esel und Nele holen und haut dann ab.
Speaker: Der Esel mit dem ist es nämlich so, der hatte quasi mit dem Friedrich so eine Wette laufen, dass er dem eine Sprechen beibringen kann. Der Esel heißt Origines. Ob der sich selbst so genannt hat oder ob Tilly ihn so genannt hat, das weiß man nicht. Jedenfalls spricht der Esel dann mit ihm. Oder zumindest spricht Tim mit dem Esel.
Speaker: Der Esel, Nele und Till gründen einen Zirkus, den Zirkus Ullenspiegel, bei dem alle Mitarbeiter frei sind, zu gehen, wann immer sie wollen. Und sie bleiben eben da, weil der Zirkus einen guten Ruf hat und das eine gute Arbeit ist. Sie sind ziemlich erfolgreich damit. Vermutlich gehen viele Jahre ins Land und dann irgendwann bekommen sie Besuch von drei Gelehrten, nämlich Adam Olearius.
Speaker: Paul Fleming und Athanasios Kircher, das ist der, der damals bei den Inquisitoren dabei war. Und der ist inzwischen berühmt, also der ist der Gelehrte seiner Zeit, redet allerdings nur Müll.
Speaker: Sie suchen einen Drachen, das ist der größte. Also Drakontologe war ja auch schon, als Till noch klein war. Genau, aber diesmal ist es besonders interessant, wie er logisch dringend herleitet, dass es Drachen geben muss. Sehr interessant. So, er muss dafür den Musiker anheuern, weil jeder weiß.
Speaker: Drachen mögen Musik oder so. Ist wahrscheinlich wie mit Fluffy bei Harry Potter. Das treibt sie dann zu diesem Zirkus, wo sie dann eben Till treffen und Till ist, regelt es so, dass er alleine ist mit Kircher, stellt ihn zur Rede wegen seines Vaters. Kircher fühlt sich dann bedrängt und setzt ein Schutzzauber ein.
Speaker: den man auch schon kennengelernt hat. Das ist so ein ganz mächtiger Zauber in dieser Welt, den auch der Müller schon kannte. Dadurch wird ein künstlicher Nebel erzeugt und Til verliert kurzzeitig das Bewusstsein, Kircher flieht. Aber Kircher muss dabei ein Geheimnispreis geben. Genau, man muss ein Geheimnispreis geben. Für diesen Zauber finde ich interessant und das Geheimnis ist, dass er ständig lügt. Also, dass er nur Scheiße schreibt, ja. Ja.
Speaker: Also etwas, das noch nie jemandem offenbart hat. Dass noch nie jemandem aufgefallen ist. Kircher ist nun also weg. Seine Begleiter sind allerdings noch da und Oliarius verliebt sich in Nele, die mit ihm kommt, um ihn zu heiraten, nachdem sie sich von Til verabschiedet hat. Auch Til verlässt daraufhin den Zirkus, der sich dann auflöst. Jeder zieht seines Wegs. Til nimmt den Esel mit, Origenes.
Speaker: Die beiden ziehen dann in Richtung Brünn. Aber in der Nacht, als sie da im Wald nächtigen, verlässt ihn auch der Esel, weil, naja, die hatten Streit. Und der Esel fand das nicht so gut, dass der jetzt auf dem Baum geht, um zu schlafen, wo er sicher ist, und er muss unten bleiben. Na ja, in Brünn gerät Till dann.
Speaker: Irgendwie mit den Autoritäten aneinander und endet als Mineur. Mineure, das sind Soldaten in Minenschächten. Die Stadt wird nämlich belagert. Das ist der beschissenste Job quasi. Genau. Und Till meldet sich da freiwillig. Er hat ihn sich aus Versehen ausgesucht. Er wird auch prompt verschüttet, überlebt aber auf wundersame Weise. Wie genau erfährt man nicht. Aber in der Mine fasst er den Entschluss, nicht zu sterben. Und ins Bruchstatt zu gehen, sollte er es überleben.
Speaker: Nee, er ist nicht sicher, dass er es überlebt und er trifft auch die Entscheidung, dass er ins Kloster geht. Ja, er geht dann noch ins Kloster, wo er dann von einem Grafen, das ist glaube ich von Wolkenstein, aufgesucht wird, der beauftragt wurde vom Kaiser in Wien.
Speaker: ihn an den Hof zu holen. Da haben wir auch eine kleine Szene, wo der von Wolkenstein mit dem obersten Mönch da redet. Ganz interessant. Von dort wird, also vom Hof wird er dann aber weggeholt, weil er zu den Friedensverhandlungen nach Osnabrück geschickt wird, um da die Leute zu bespaßen. Da sind ganz viele Gesandte.
Speaker: Die verhandeln da schon seit Jahren. Das ist neutrales Gebiet. Da trifft er Liz wieder. Liz ist nämlich da, weil sie erwirken will, dass ihr Sohn seine Kurfürstenwürde wiederbekommt. Und sie bietet dann Till an, mit ihr nach England in ihre alte Heimat zurückzukehren, was sie sowieso vorhat, so oder so, ob jetzt erfolgreich ist oder nicht, wenn ich es richtig verstehe. Sie ist auch schon ziemlich alt. Sie bietet ihm ein friedliches, behagliches Lebensende, auch wenn er nicht mehr arbeiten kann.
Speaker: Till lehnt es dann ab, er nennt es ja auch kleine Lists immer noch, mit dem Hinweis, dass es nicht viel besser ist, dass es, genau, besser ist als vieles oder so meint man es hier, also besser als nichts, genau, was es ihm bietet. Er sagt, das schon, aber es ist nicht besser als gar nicht zu sterben oder noch besser ist es gar nicht zu sterben.
Speaker: Dann passiert nicht mehr viel. Ich würde eigentlich mit dem Satz enden sollen, ehrlich gesagt. Ich würde sagen, wenn es die wichtigsten Themen sind, es geht natürlich um Tod, Gewalt und Freiheit. Unter diesen Umständen geht es ums Verlassenwerden und darum, dass Leid vereinzelt.
Speaker: Okay, also darüber sprechen wir gleich. Das kam jetzt ein bisschen plötzlich, dass du da so viele Verdeutungen rausgehört hast. Die kommen immer am Ende. Okay. Danke, Joseph. Jetzt müssen unsere Zuhörer Gott sei Dank das nicht mehr lesen.
Speaker: Okay, ja. Das war nicht so leicht, das alles zusammenzustellen, weil das im Buch komplett, also gar nicht chronologisch erzählt wird und aus ganz vielen Perspektiven, aber nie aus Tilz.
Speaker: Stimmt. Das stimmt. Ja. Tilly ... Ja. Tilly ist dadurch eine merkwürdige Art und Weise von Protagonist, ne? Wobei, ganz am Anfang ist es doch ... Also, als er noch Kind ist, ist es da nicht aus ... Als er da diese Auseinandersetzung mit dem Knecht ... Stimmt, stimmt. Ja, das ist das. Aber ab danach ...
Speaker: Also, nachdem er quasi zum Gaukler geworden ist, also geflohen ist und mit Nele, danach sehen wir ihn nur noch aus verschiedenen Blickwinkeln von anderen Personen quasi. Wobei als er minder ist, da ist es, glaub ich, auch aus seiner Sicht. Stimmt, stimmt. Doch, es gibt ein paar Stellen, zum Beispiel, was ich da gesagt hab. Also, Til ist eigentlich nur einer von vielen Protagonisten.
Speaker: Ich würde sogar sagen ja er ist schon der wichtigste Protagonist aber es gibt wirklich einige die ähnlich wichtig sind deren Geschichten ein ähnlich.
Speaker: nahe gehen und dir einfach auch ähnlich lange sich durchs Buch ziehen. Ja, also ... Er ist auf jeden Fall nicht die Einzige. Also, man könnte ja denken, es würde sich nur um ihn drehen. Also, er ... Er verbindet quasi die ganzen Geschichten miteinander. Ähm ... Also, interessant ist, dass Till Uhlenspiegel
Speaker: Wir im ersten, in der ersten, sagen wir mal, literarischen Umsetzung, Auseinandersetzung quasi mit, ja, also Till Ulenspiegel ist möglicherweise eine historische Figur.
Speaker: Das erste Mal quasi in Literaturform taucht er während des Dreißigjährigen Krieges auf, also in einem Volksbuch, ein Kurzweilig lesend von Dill Uhlenspiegel geboren, aus dem Land zu Brunswick, wie er sein Leben vollbracht hat.
Speaker: Mhm. Aber interessanterweise gibt es ja diesen Eulenspiegelkult, oder so heißt das, in Mölln. Und der ist wohl schon älter. Genau. Also, Uhlenspiegel, Eulenspiegel scheint ... wenn es ... also, wenn man ... ne, historische Figur, dann 14. Jahrhundert datierbar anscheinend. Also, viel früher, ne?
Speaker: Genau. Das heißt, unser Uhlenspiegel wird von von Kehlmann in die Zeit platziert, als das Buch über Uhlenspiegel zum ersten Mal rauskam. Ach, das ich aber auch so irgendwie im Kopf hatte. Ich hatte das irgendwie so im Kopf. Ich hab das immer assoziiert. Eulenspiegel im Dreißigjährigen Krieg. Immer dieses Witzemachen und dieses unerträgliche Leid. Dieses Leid, was nicht aufhört.
Speaker: Mhm. Mhm. Ja, also, man kann fest davon ausgehen, dass mit Till, der anders geschrieben ist bei Kehlmann, ne? T, Y, L, L. Der es damit aber tatsächlich Till -Eulenspiegel gemeint ist. Ja, natürlich. Also, sehr viele ... ja, Gemeinsamkeiten und so weiter. Es geht um Till -Eulenspiegel, natürlich. Das ist einfach nur die ...
Speaker: Niederdeutsche oder was weiß ich, also die ... Nee, nee, nee, also der ... Niederdeutsche, also ... Dill würde ... hätte ... oder dyl Niederdeutsch, aber ... Klar, er hatte ein Mittelding aus Dill und ... und Till. Ja, daraus gemacht. Aber Eulenspiegel ... also Uhlenspiegel ist eine gängige ... Aber in dem Buch taucht nie Uhlenspiegel oder Eulenspiegel auf, oder? Eulenspiegel nicht, aber Uhlenspiegel natürlich die ganze Zeit.
Speaker: Wikipedia, Zill, Eulenspiegel, auch Dill, Uelenspiegel natürlich, Klaus, Uelenspiegel heißt sein Vater. Ja, ist er Klaus Uelenspiegel? Ach so, dann ja. Ja, nein, es ist auch sowieso klar, aber ... Ja. Also, ähm ... Ich hab ja den Prolog ...
Speaker: gelesen im Schwarzwald, ähm, als wir beschlossen haben, dass wir Gert -Rude Stein nicht zu Ende, ähm, lesen werden, weil es ... Das war das beste Ereignis zum Urlaub. ... zu schlimm war. Und ich hab den Prolog, also, dann hab ich, glaub ich, vorgeschlagen, dass wir einen Till lesen könnten, weil ich das schon irgendwann mal auf den Schirm hatte. Und ich hab den Prolog gelesen, und ich war direkt sehr, sehr begeistert, ähm, von dem Buch,
Speaker: Also, wie kehlt man diese ... Den Prolog hab ich komplett ausgelassen, tatsächlich. Wie bitte? Weil ich für die Story nicht relevant bin. In meiner Zusammenfassung. Ach so, in deiner Zusammenfassung. Ich dachte, du hast nicht gelesen. Oh mein Gott. Nee, das ist nur eine Szene, in der ... Handlungstechnisch passiert da nicht so viel, wo die einfach als fahrende Gaukler in einem Ort vorbeikommen und ... es schaffen. Also, zuerst ist alles lustig und ...
Speaker: Sie führen Dinge auf und das Volk ist komplett gebannt. Es steht in ihrem Bann und ist dann auch bereit, den zu folgen. Also es ist wie so eine charismatische Führungsfigur, ne, die Tilda ist. Und jedenfalls fordert ihr sie dann auf, jeder ihre Schuhe auszuziehen und in die Luft zu werfen, weit durch die Luft zu werfen. Ja, und dann sagt er, jetzt seid ihr bescheuert, jetzt holt euch doch eure Schuhe wieder. Und dann entsteht ein Hauen und Stechen, weil diese Schuhe offenbar schwer auseinander zu halten sind und weil sich
Speaker: weil die Leute sich gegenseitig verdächtigen, die eigenen Schuhe irgendwie jetzt an sich genommen zu haben und eigentlich kommen aber viel tiefere Konflikte dabei hervor. Also es ist nicht zufällig, wer sich da mit wem streitet, prügelt und am Ende massakriert. Es gibt Tote, es gibt Leute, die so verletzt sind, dass sie in ihrem Leben nie wieder das Bett verlassen und dass die Dorfbevölkerung spricht danach nie wieder darüber. Also so ein ganz düsterer
Speaker: Und am Ende wird das Dorf ja eh dem Erdboden gleichgemacht, im Rahmen des Dreißigjährigen Krieges. Und danach kommt dann dieses Zitat, was ich eingangs vorgelesen hab. Was mich ... Mein Gott, was für ein Einstieg in diese Welt. Ja, es war ein sehr schöner Einstieg. Aber was ich mich gefragt hab die ganze Zeit, dieses wir, dieses kollektive wir, dieser Erzähler wir, man weiß nicht, wer das ist. Großartig. Obwohl es ja eine Protagonistin gibt,
Speaker: Und das ist dieses Mädchen. Ich weiß gerade ihren Namen nicht mehr. Marza? Kann sein. Kann sein, ja. Ich glaube ja. Ein junges Mädchen, das von Till Eulenspiegel aufgefordert wird, mit ihr zu kommen, weil er offenbar in ihr sieht, dass sie anders ist als die anderen, dass sie eher zu den Gauklern gehört. Sie ist auch die Einzige, die die Schuhe nicht aussieht. Also wenn ihr sie einfach ein bisschen klüger als die anderen versteht, wie sowas, ja, diese...
Speaker: wie das funktioniert. Sie kommt aber nicht mit, mit ihm. Sie ist eigentlich die Protagonistin, aber es wird nicht... Wir haben einen Wir -Erzähler, der dieses Volkskollektiv ist. Das ist ganz cool. Aber ich bin froh, dass es nicht im ganzen Buch so war. Äh... Weil es ist doch irgendwie ein bisschen anstrengend. Also ich find's ein bisschen... Dadurch, dass man gar nicht weiß, wer mit Wir gemeint ist,
Speaker: Ja, aber das ist doch das Coole. Also die Volkssäle irgendwie, ne? Genau, und über den Prolog hinweg funktioniert das ja sehr, sehr gut. Ja schon, wobei ich finde, das ist wahnsinnig schön geschrieben und so, aber für mich wurde es erst danach richtig, also so fesselnd wurde es erst nach dem Prolog, als ich wirklich Personen hatte,
Speaker: Ja, du brauchst halt immer deine Person, mit denen du dich da verbinden kannst und so weiter. Ich brauch so einen Schwachsinn. Ich lese auch Bücher nicht wegen irgendwelchen Menschen da. Großartig. Der Prolog, groß -artig. Vor allem, nicht nur der Prolog, sondern das gesamte Buch, die Sprache von Kehlmann,
Speaker: Grandios. Er fängt das Mittelalter dadurch ein, er schreibt auf Hochdeutsch, auf unserem Deutsch. Aber er hat sehr, sehr penibel darauf geachtet, keine modernen Worte zu benutzen. Das hat er auch in einem ... Ich hab ein Interview mit ihm gelesen.
Speaker: Und ich hab beim Lesen die ganze Zeit gespürt, dass die Sprache irgendwie diese Zeit so perfekt einfängt. Und ich hab mich die ganze Zeit gefragt, warum klappt das so gut? Warum ist das so? Wie funktioniert das? Und in einem Interview, das ich mit Kilmann gelesen hab, hat er erklärt, dass er ... ganz, ganz ... also, viele Begriffe, die bei uns in der Alltagssprache ...
Speaker: mittlerweile ganz normal sind, die aber auf Konzepte zurückgreifen, die es einfach damals nicht gab, die hat er alle ausgelöscht. Also zum Beispiel jemand war, er hat als Beispiel gesagt, jemand war voller Energie. Gibt es nicht, weil es gibt das Konzept der Energie nicht. Ja, klar.
Speaker: Und diese ganzen Sachen, ne? Und dadurch, dass man diese ganzen Modernismen quasi alle rauslöscht ... Es ist noch Hochdeutsch, aber auch wieder nicht, ne? Genau. Ist es Hochdeutsch und für uns wunderbar lesbar, aber gleichzeitig ist es eindeutig, dass wir uns in irgendeiner ... also auf jeden Fall ganz und gar nicht in unserer Zeit befinden. Richtig ... clever. Also ... Ja. Und ich muss auch an der Stelle, also was mir ...
Speaker: Ich fand es auch richtig gut und je länger ich es gelesen habe, desto begeisterter war ich. Manchmal hat man ja Angst. Manchmal gefällt einem ja ein Buch richtig gut. So nach der Hälfte oder auch nach zwei Dritteln und dann enttäuscht einen das Ende. Aber dieser Roman war von vorne bis hinten
Speaker: Der ist vollendet, würde ich sagen. Der ist genau das, was er sein will, in Perfektion. Und das merkt man zum Beispiel auch daran, dass es keinen einzigen Rechttreibfehler gibt. Also, wenn ihr jetzt doch einen findet, dann ...
Speaker: Ja, habe ich Ihnen übersehen, aber ich glaube es nicht. Und in der Regel haben Bücher, die heutzutage veröffentlicht werden, die keine Klassiker sind, und sogar Klassiker haben häufig welche, die haben Rechtschreibfehler. Und nicht nur einen. Und auch kürzere Bücher als dieses, die haben Rechtschreibfehler, weil die Leute heute einfach keine Zeit mehr investieren, weil alles schnell gehen muss, weil
Speaker: Ich weiß nicht, was es ist, ob es mit dem, ja, mit der Vermarktung, einfach wie sie strukturiert ist zu tun hat, aber das ist wirklich eine Ausnahme. Und diese Gewissenhaftigkeit, die man in der Sprache halt ziemlich leicht daran erkennt, dass es keine Rechtschreibfehler gibt, die steckt einfach in jedem Satz und in
Speaker: Auch in der Geschichte als Ganzes, die so schön stimmig komponiert ist, jeder Charakter steuert was bei, wie sich die Handlungsstränge, ja dann
Speaker: wie sie doch wieder zusammengeführt werden, wie du nie das Gefühl hast, ich verliere den Haupt-, also ich verliere den Bezug zur eigentlichen Geschichte, wie man das zum Beispiel bei George R. R. Martin oft hat, finde ich, wo ja ganz viele Personen sind. Ja.
Speaker: Ähm, ansonsten ist es ja vom Erzähltyp genauso, es ist dritte Person, aber der Protagonist ändert sich. Aber du hast irgendwie, bei Martin hat man, hab ich, und ich glaub, das geht's ja vielen so, ständig das Gefühl so, ich werd jetzt komplett weggerissen von dem, was mich eigentlich mal interessiert hat, ich muss mich jedes Mal wieder neu in eine Person reindenken, reinfühlen, das ist wahnsinnig anstrengend und nervig. Hier ist das, hier ist das absolut nicht so.
Speaker: Also es ist wirklich, ich weiß wirklich nicht genau, wie er das macht, dass er jeden Protagonisten interessant macht, seine Geschichte interessant macht. Die sind so unterschiedlich. Und es ist, vielleicht weil du immer merkst, es ist einfach dieselbe Welt, in der sie leben, über die du
Speaker: Es ist diese wundersame Welt. Eigentlich ist es Fantasy. Wieso? Ich würde sagen, die Kriterien für Fantasy sind erfüllt. Es gibt Magie und es funktioniert auch. Und es gibt sogar Drachen.
Speaker: Es ist ganz lustig, also dieser Drache, dann suchen sie den Drachen und jedem Leser ist klar, das ist totaler Quatsch. Und dann kommt am Ende des Kapitels und in diesem Jahr legt er der letzte Drache in der schleswig -holsteinischen, was weiß ich, sich zur Ruhe, weil er der Meinung war, er hatte jetzt lange genug gelebt, so und so viele hundert Jahre. Also eine sehr schöne Beschreibung davon, wie der Drache sich zum Sterben zurückzieht. Also es ist natürlich ein Scherz, aber eigentlich ist es damit Fantasy, würde ich sagen.
Speaker: Ja, auch mit der Magie. Ja, wobei natürlich die Magie ... Es ist lange immer nicht klar, funktioniert das jetzt, dieser oder nicht. Aber wenn man überlegt, also ... Till hat ja Kircher ... erkannt. Und hatte wahrscheinlich nichts Nettes mit ihm vor.
Speaker: Und dieser Zauberspruch, der den Kircher quasi rettet, der hat ja funktioniert. Also, scheint magisch zu funktionieren. Wer sagt uns das? Wer ist an der Stelle? Das ist gar nicht so klar. Ich glaube, an der Stelle haben wir eigentlich einen allwissenden Erzähler, ne?
Speaker: Weil zuerst ist es Kirchersperspektiv ... Nee, es ist Oleona ... Oli ... Also, wir haben ja immer einen ... Also, wir haben nie quasi einen Ich -Erzähler, ne? Das ist ja schon immer ... Genau, genau. ... ein quasi auktorialer Erzähler. Mmh ... auktorial ... Das ist ein personaler Erzähler. Was? Also, es ist ein ... Personal ... Personaler Erzähler heißt das, glaub ich. Personal -Erzähler.
Speaker: Wie ist es ein personaler Erzähler? Personaler Erzähler heißt, das ist quasi ein ... also, es ist ein aus der Außenperspektive, aber nur mit dem Wissen ausgestattet, dass diese eine Person hat, Erzähler. Also quasi ... wie ... wie ein Ich -Erzähler, nur ... ähm ... aus der dritten Person. Okay, wenn das das Wort dafür ist, da bin ich mir nicht so sicher, ehrlich gesagt. Der muss ja nicht sicher sein, das weiß ich, weil ich bin Deutschlehrer. Ich weiß, aber du unterrichtest ja eher andere Sachen.
Speaker: Ich unterrichte alles, ich bin so ein bisschen wie Kircher. Universal gelehrt, Drakontologe. Mhm, genau so bist du. Aber ... personaler Erzähler, da kannst du dich auf mich verlassen. Na gut, ist ja auch egal, wie das genau heißt. Es heißt so! Ja, ist ja okay, ich sag ja nicht, dass es nicht so heißt. Na ja, doch! Eigentlich schon, eigentlich hast du das grade gesagt. Nee, hab ich nicht.
Speaker: Hier, ist falsch, was du gesagt hast. Der auktoriale Erzähler ist allwissend. Er ist eben nicht allwissend, den wir hier haben. Ich hab grade Personaler gesagt! Aber du hast zuerst gesagt, wir haben auktorialen Erzähler. In der Szene haben wir einen auktorialen Erzähler.
Speaker: Bist du dir da sicher, dass das so stand? Ja, natürlich, weil ... Ist das nicht in der Szene Kirche und danach ... Was ist ... In der Szene ist es eigentlich Olenari? Nein, nein. Nee, der ist nicht dabei, der kann das nicht erzählen. Nein, in der Szene ... Was erzählst du denn?
Speaker: Wie was erzähl ich? Ulliarius ist nicht dabei, während Till und Kirche zusammen in der Kutsche sitzen. Das ist das Problem. Deswegen ist es ein auktorieraler Leitzieler. Nein, es ist Kircher, weil wir erfahren nicht, was Till will. Ich glaub auch gar nicht, dass der dem so was Böses wollte. Aber er hat auf jeden Fall mega Angst vor dem. Ich glaub, dass er ihn umbringen wollte. Ist es möglich, ja, aber ... Ich glaub, er wollte ihm nichts Böses. Er will ihn umbringen. Ja, du hast recht.
Speaker: Was? Na, weil du meintest, er hatte nichts so Böses vor, und dann sagt er, ich ja ihn umbringen, und dann meinst du, ja, vielleicht. Ja, ich glaub aber eher ... Ich glaub, da wär noch was Interessanteres passiert. Jedenfalls ... haut Kircher dann ab. So, und ich würde sagen, dass in dem Moment der Erzähler wechselt. Aber es ist jetzt auch egal, das interessiert niemanden. Wichtig ist daran, wir haben unzuverlässige Erzähler die ganze Zeit.
Speaker: Und das wird besonders... Natürlich. Und deshalb ist auch die Frage interessant, wie ist es mit der Magie, ne? Ist es jetzt echte Magie oder nicht? Es kann ja auch sein, dass Kircher sich das irgendwie einbildet. Weil er so fest daran glaubt oder so. Denn diesen Nebel sieht und eigentlich hat Till bewusstlos gequatscht oder so. Aber ich würde schon eher sagen, dass die Magie real ist. Ich weiß nicht, da Kircher ständig lügt, ne? In seinen Büchern lügt er auch offenbar.
Speaker: Man weiß das nicht so ganz genau, wobei dieses mit dem Drachen, das ist tatsächlich irgendwie, naja, das ist halt die Perspektive des Drachen, ne? Ja. Der Punkt ist, der unzuverlässige Erzähler wird besonders interessant bei den Geschichten, also dann, wenn Liz und ihr Mann Friedrich, des Winterkönigs Paar, dieses sind beide quasi personale Erzähler und die beschreiben ihre Ehe und einander so unterschiedlich und die Ereignisse, die stattgefunden haben.
Speaker: Ganz deutlich wird es bei dieser einen Erinnerung an die Hochzeitsnacht. Jaja, das ist geil. Jetzt musst du erzählen.
Speaker: Also, nee, kannst du ruhig, aber grundsätzlich, also, als das erste Mal sehen wir das Ganze ja aus Lizs Perspektive. Und der König ist ganz, ganz lieb und sieht auch gut aus, aber ist ein Idiot, also lernen wir halt von Lizs. So ein liebenswürdiger Idiot. Liebenswürdiger Idiot, genau. Hübsch. Dementsprechend hat sich...
Speaker: hat sich auch das Bild vom König bei mir schon so etabliert, okay, ein Idiot. Und Liz so die clevere Frau im Hintergrund. Allerdings, als dann die Perspektive wechselt, merken wir, dass der König im Grunde genommen genau dasselbe über Liz denkt.
Speaker: Und sie halt auch für eine Idiote enthält. Und die beiden ... Ja, also nicht immer die Klügste. Genau, die beiden Reden. Und das Schöne ist, dass das durch Til Ullenspiegel so schön ... Also, durch Til Ullenspiegel irgendwie so schön kanalisiert wird. Diese Differenz, die kommt durch die Streichel, die erspielt so schön raus. Und wie sie dann ... Also, er schenkt ihnen ein Bild, wo nichts drauf ist. Und sagt ihnen ...
Speaker: Jedem einzeln, also das ist sein Geschenk, als er da einzieht. Das schenkt er ihr oder nicht? Ja, er schenkt ihr, glaube ich auch. Er sagt ihr, er sagt allen Leuten,
Speaker: dass entweder, also nur Leute, die, also da ist eine tolle Landschaft drauf zu sehen, aber Leute, die unehelich geboren oder dumm oder mit schlechten Absichten oder so, also ganz viele Sachen, so viele schlechte Dinge, dass auf jeden mindestens eine davon zutreffen würde. Ja, eins davon ist, der sieht nichts. Und jetzt ist das Problem, also wenn sie das den Leuten sagt,
Speaker: Die meisten Leute wissen ja, dass das nicht stimmt, aber sie wissen nicht, ob sie denkt, dass es stimmt. Also, wenn sie sagen würden, das stimmt nicht, die haben nicht verarscht, dann würden sie offenbaren, dass sie nichts sehen. Und wenn jetzt, ne, Liz, aber davon überzeugt ist, dass das stimmt,
Speaker: dann würden sie ja denken, dass die Menschen da irgendwie eins davon sind. Also dieses schöne Erdenkt über mich und dieses um die Ecke Denken, dieses soziale Jonglieren, sich an andere Personen hineinversetzen und wie das eben dann auch einen Keil zwischen Menschen treibt, weil man nie komplett ehrlich mit dem anderen ist, weil man eben sich immer fragt, wie kommt das an und was denkt er dann über mich.
Speaker: auch in einer Ehe, die eigentlich glücklich ist. Also Liz und Friedrich, die lieben einander. Die sind komplett committed. Das ist eine glückliche Ehe. Das ist sehr schön. Irgendwie lustig auch, aber auch irgendwie. Ja, es stimmt dann auch so ein bisschen nachdenklich.
Speaker: Ja, stimmt. Aber es ist wirklich sehr, sehr interessant überhaupt, wie durch Till gewisse zwischenmännliche Beziehungen und gewisse Dynamiken aufgedeckt werden.
Speaker: Man hat das Gefühl, die Wahrheit des Zwischenmenschlichen tritt an die ... Genau, Til holt das immer raus aus den Menschen. Obwohl er ja an sich quasi ungebildet ist, ne? Und ... ja, aber mit einer unfassbaren Bäuernschleue quasi gewappnet. Und einer Ehrlichkeit gesegnet. Ähm ... die diese Szene als Nele ...
Speaker: Na, ehrlich? Ist das so ehrlich? Ich glaub nicht, dass ehrlich gut beschreibt. Na ja, diese Szene mit Nele, wo Nele eben, ähm, quasi ihn verlässt. Ja. Und das aber halt so ein bisschen schmücken will, nach dem Motto, du kommst uns ja besuchen und so, weißt du? Das war aber eine ganz besondere Szene, ne? Also, da war er auch in einer ganz anderen Rolle als sonst.
Speaker: Findest du nicht, dass das Til ganz gut charakterisiert? Ich bin mir eigentlich gar nicht sicher, was Til charakterisiert. Das ist eine ... ziemlich spannende Frage. Wie bösartig er ist, wie, ähm ... Bösartig oder glaub ich gar nicht? Eigentlich loyal er auch ist. Bösartig? Na ja, du warst der Meinung, dass der Kircher umbringen will. Das wäre zwar ... Ist das bösartig?
Speaker: Also nach dem, was Kirche ihm quasi und seinem Vater angetan hat. Also ... Na ja, das wär jetzt schon nicht so ganz ... rechtscharf und gut, würd ich sagen. Nein, aber das ist, find ich, keine ... Das ist keine Bösartigkeit.
Speaker: Nein, aber das ist schon eine gewisse Fähigkeit zu Grausamkeit oder zu Gewalt auf jeden Fall. Was war das mit dem Esel, als er da dieser weiße Waldgeist geworden ist und dem Esel den Kopf abgeschnitten hat? Das war ein weird one. Und wie verträgt sich das mit seiner Freundschaft mit Origines später? Ist das ein Akt der Wiedergutmachung? Oder, also was hat er mit Eseln?
Speaker: Ja, das hab ich nicht ganz verstanden, das mit Origines und dem Sprechenden. Wie hast du das gelesen? Also, was soll denn das eigentlich alles mit dem Esel? Ich bin eigentlich fein mit der Lösung, dass der Esel tatsächlich redet. Ach, wie jetzt? Also, der redet einfach. Das ist einfach so. Ja, warum denn nicht? Es gibt auch magische Quadrate, die dich aus jeder Situation retten können, die du aber nur einmal im Leben benutzen darfst. Es gibt Drachen.
Speaker: Vielleicht war die Welt früher einfach noch magisch. Klar, man kann es auch anders lesen. Man kann es auch so lesen, dass Till halt mit sich selbst redet. Dass er mit sich selbst als Bauchredner die ganze Zeit, ne? Redet, weil das ist ja auch das, was... Das ist ja auch Kircherserklärung dafür. Ja. Also der redet ja auch mit dem Esel, findet aber den Bauchredner nicht. Ja. Also das ist nicht klar. Ja. Ja. Ja.
Speaker: Also, ich fand das mit dem Esel, das hat ... Also, ich hab ein paar Fragen sind geblieben an den Roman bei mir. Und ich glaube auch dadurch, dass das ... Also, durch die Art und Weise, wie der Roman, die Reihenfolge quasi, das A -chronologische, wie das erzählt ist, bietet es sich, glaub ich, auch gut an, um es noch mal zu lesen. Ich glaub, da würde man auch noch mal einige Dinge neu entdecken und neu verstehen.
Speaker: Ich würde gerne noch kurz was zu Los und Friedrich sagen. Ich glaube, das war die Geschichte, die mich am meisten, also es ist sehr viel wirklich Interessantes drin und sehr auch, also ich habe auch sehr viel recherchiert dazu. Ich habe ja von Geschichte, also gar keine Ahnung.
Speaker: Also am ehesten noch vom Englischen Königshaus, weil das so halbwegs übersichtlich ist. Ich habe viel dazu recherchiert, zur Liste ihrer Abstammung, zu Friedrich, wie das alles da stattgefunden hat. Also einmal kurz die Geschichte. Friedrich war Kurfürst in der Pfalz.
Speaker: Mittel ist verheiratet, Protestanten. Und in Böhmen, also der Thron in Prag, die Krone in Prag, ähm ... war irgendwie, sollte ... Also, die Leute, die Adligen wollten nicht, dass das ein Katholiken ... Das ist eine sehr komplizierte Geschichte. Nee, ich wollte es eigentlich gar nicht erwähnen, weil es einfach schwer ... Okay, es geht mir nur darum, dass er eine Krone angeboten bekommen hat von diesen Adligen.
Speaker: Und es aber klar war, er wird ihn nicht halten können. Also da wird... Das war nicht so klar, aber es war klar, dass es ein Risky News sein wird. Alleine wird er ihn nicht halten können. Er dachte natürlich, dass dann England ihm vielleicht beisteht, weil er ja mit einer, mit der englischen...
Speaker: was auch immer Prinzessin da verheiratet war. Aber es war ein sehr riskanter Move. Und jetzt ist die Frage, warum hat er sich dafür entschieden? Und wir bekommen keine eindeutige Antwort darauf, weil Friedrich und Liz unterschiedlich darüber denken. Aber interessanterweise geben sie beide sich selbst die Schuld? Ja. Also zuerst ist es Liz, also Liz sagt... Dass sie ihn quasi, ja...
Speaker: Dass sie die Einzige war, also sie hat ihm gesagt, wie oft wird einem eine Krone angeboten. Alle anderen haben gesagt, sei nicht dumm, mach's nicht. Und sie hat gesagt, sei nicht dumm, Pause, wie oft wird einem eine Krone angeboten. Dass sie ihn quasi dazu herausgefordert hat und dass er später dann noch sagt, ich hab auf die falschen Leute gehört. Sie attributiert das als, er meint mich, ich bin die falschen Leute, auf die er gehört hat. Und dann bekommen wir später seine Sicht. Und er erzählt die Geschichte komplett anders.
Speaker: Also dass sie ihm davon abgeraten hat. Und das ist doch interessant, weil das man die Welt verzehrt wahrnimmt, damit man selber gut dasteht. Das ist, ja, das weiß jeder.
Speaker: Aber dass man sich selbst für Dinge, die Schuld gibt, oder mehr Schuld gibt, als man an den eigenen Fehlentscheidungen, die das eigene Leben, also von den beiden, ja, das war eine fatale Entscheidung. Ich weiß nicht, bereust du es? Liz denkt zurück an die Krönungszeremonie, an diesen Glanz, an genau das, was sie immer wollte für halt nicht mal ein Jahr. Hatte sie das? Bereust du das? Würdest du das bereuen? Ja klar.
Speaker: Ich bin mir ganz sicher, Blizz ist ehrlich bereut. Das ist noch eine katastrophale Fehlentscheidung gewesen. Ja, denn nach ging's bergab, ist klar, aber einmal im Leben warst du König von Böhm, Königin von Böhm. Sie hatte dann Theater. Gut, das mit dem Theater hätte eine Weile gedauert.
Speaker: Also, sie hatte dann das, was sie... Ja, du meinst, sie hätte einfach zurück nach England gehen sollen? Aber sie war ja verheiratet. Nein, hätte sie nicht, aber... Also, es war ja nicht so als... Also, sie war unglücklich, muss man sagen. Also, sie war nicht richtig glücklich da in der... in der France, ne? Das war ihr zu provenziell.
Speaker: Ja, das stimmt, das stimmt. Aber ... Nein, ich hab, ich denke mal, dass sie sich ... bei dieser Schuldfrage ... sich jeweils selbst belasten, ist auch noch mal ein Beweis dafür, für ihre Liebesbeziehung. Also, dass sie ... Die Gelegenheit nicht wahrnehmen, den anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben, was quasi ... sehr ... natürlich wäre wahrscheinlich, ne?
Speaker: Ich würde eher sagen, es geht darum, dass man in seinem eigenen Lebensnarrativ die Kontrolle behalten muss. Wenn ich die Entscheidung selbst getroffen hab, kann ich besser damit leben, auch mit den Konsequenzen. Nee, das glaub ich nicht. Als wenn sie jemand anderes für mich getroffen hat. Das weiß ich aber nicht. Ich glaub nicht, dass das ... Darin motiviert ist, dass man den anderen nicht in einem schlechten Licht sehen will.
Speaker: Ich glaub nicht, dass Menschen so funktionieren. Na ja. Ja, ich weiß nicht. Wie gesagt, für mich war das halt so, dass sie ... ja, dass sie den anderen ... ja, den anderen nicht belasten ... wollen, den anderen nicht dafür die Schuld geben wollen und das auf sich selbst nehmen. Andererseits ist das natürlich auch ... da sie den anderen ja eh unterschätzen. Jeweils. Und für ein bisschen deppert halten.
Speaker: Ist natürlich auch so, dass ... Ja, es ist schon selbstwertdienlich auf gewisse Weise. Ja, klar. Manchmal ist Schuld ... auch selbstwertdienlich. Dann sieht man, was für einen Impact man selbst hatte. Ja, genau. Man nimmt sich wichtiger, als man es tatsächlich war. Und das ist, glaub ich, wirklich ein wichtiges Motiv so ... des Menschen. Ja.
Speaker: Ja, ja. Es ist ... Also, diese ganze List ... Friedrich heißt er, ne? Friedrich, ja.
Speaker: Ja, diese ganze Liz -Friedrich -Geschichte ist sowieso äußerst ... interessanter quasi ... Story arc, der da so mit reingewebt ist. Mhm. Auch sehr, sehr ... Also, ich fand, ich war ... Tragisch. Für ihr Schicksal hab ich mich wesentlich mehr interessiert, glaub ich, als für das von Til. Ja. Oder von Nele. Mir tun Taten die beiden sehr leid.
Speaker: Ja, obwohl die halt objektiv betrachtet viel besser da standen als fast alle anderen. Ja, aber so ist das mit dem Lesen. Ja, ich, ähm, ja? Ja, ich wollte jetzt mal hier so zum Schlusswort kommen. Hast du noch was? Ja, zur Kirche würde ich noch. Oder sag mal, das ist vielleicht mal wieder die Frage, was war denn deine Lieblingsfigur? Kirche.
Speaker: Ich fand den auch extrem cool, obwohl er mich richtig sauer gemacht hat. Also erstens mag ich Inquisitoren. Cool. Mhm. Also ich find einfach Inquisitoren cool. Ich find, weißt du, da steht jemand mal hinter seiner Meinung so. Mhm. Und zieh das auch durch.
Speaker: Ne, im Ernst, ich finde dieser… Und sucht sich einfach so seine Wahrheiten, ne? Ja. Nein, ich finde diesen Themenkomplex der ganzen Hexenverfolgung, aber überhaupt Inquisition, ich finde das halt sehr, sehr, sehr spannend, ich mag das.
Speaker: Natürlich weil das so unendlich unsympathische Menschen sind, aber ich weiß nicht, das Thema catcht mich einfach immer. Und Kircher fand ich als Inquisitor schon interessant, aber als er dann Wissenschaftler wurde,
Speaker: Er war immer mehr oder weniger, er war halt universal gelehrt, war immer auf dem Weg. Aber als er dann hauptberuflich Starakademiker wurde, das war natürlich einfach sehr lustig auch. War er dir auch beim ersten Treffen viel sympathischer, also noch sympathisch, und beim zweiten dann gar nicht mehr? Beim ersten war ich am Anfang nicht sicher.
Speaker: Aber er war mir auch beim ersten, also beim ersten, als klar war, dass er nicht innocent bystander ist, war er mir dann eigentlich auch nicht mehr sympathisch. Er war mir noch so halbsympathisch. Also am Anfang hatte ich doch, ich hatte das Gefühl, er glaubt wirklich an das, was er da macht. Und er hat irgendwelche inneren Kämpfe auszustehen. Er hatte immer diese seltsamen ...
Speaker: Stimmt, er hat ja so ein bisschen so ein Lüdi -Lüdi -Psychotisch, ne? Ja, es war, also was das genau war für mich, das hat sich eher ange - Also das las ich eher wie so eine
Speaker: Derealisation oder irgendwas Dissoziatives, dass er seine Geistesfunktion nicht so richtig unter Kontrolle hat. Ja, stimmt, das war ganz cool. Seine Aufmerksamkeit. Aber ... da hat man ja nicht erfahren, was da ... Also, man hat nur erfahren, dass es im Alter dann besser wurde. Und gleichzeitig ist er verblödet, muss man sagen. Er ist ... Also, dieser Ruhm, den er da genossen hat, scheint ihn verblödet zu haben. Er ist zu Selbstkritik nicht mehr fähig und am Anfang hatte er selbst Zweifel noch, ne?
Speaker: Stimmt, stimmt, stimmt. Also eigentlich ein ganz normaler Alterungsprozess, kann man sagen. Ja, ich hoffe nicht, ehrlich gesagt. Das ist wirklich schlimm, eigentlich, diese Geschichte. Am Ende, also dann erzählt er von Versuch, also Experiment, die neueste Methode der Wissenschaften, und erklärt dann und gleichzeitig ... Ja gut, aber man muss schon vorher wissen, was da rauskommen soll, und man darf auch nicht allem trauen, was man dann sieht. Man kann den Versuch ja durchaus machen. Ist das nicht so bei euch Wissenschaftlern?
Speaker: so ist das eben nicht bei uns Wissenschaftlern. Und hier da ist
Speaker: Da hab ich mir einen Zitat von ihm. Das ist so seine Logik. Also er redet wirklich nur, als man denkt, man trifft ihn wieder und denkt, wow, dieser Typ, der früher schon so klug war, 20 Jahre später, 30 Jahre später oder so,
Speaker: krass eilwissender Typ sein und was ist er? Er redet ja eloquent, aber nur
Speaker: Nur Schwachsinn. Also nichts davon stimmt. Von dem, was er da an Tatsachen darstellt. Das find ich richtig cool gemacht. Ja. Ähm ... Und dann ... den einen Begleiter, so eine Nebenfigur, den find ich auch ganz lustig, dass er den da mit reingebracht hat. Die sind Flemming? Ich weiß nicht, wie man das ausspricht. Das ist eine historische Figur. Ja, die sind alle echt. Nee. Doch. Wer denn nicht? Ja, Kircher.
Speaker: Doch, natürlich ist der echt. Der ist doch grad das Lustige. Doch, den gibt es, den hab ich ... Athanasios Kircher gibt es. Ja, den gibt es. Ach, Igor, ne? Ach was. Hintergrundrecherche ist mal wieder im Mangel. War er auch Drakontologe?
Speaker: Das steht so nicht bei Wikipedia. Aber ich glaub, die waren damals alle Drakontologen. Er war tatsächlich Ägyptologe. Jaja. Und er hat diese Hieroglyphen in Sif entschlüsselt offenbar, indem er sie einfach irgendwas ausgedacht hat. Genau. Und wenn das halt nicht gepasst hat, dann hat er gesagt, da haben die Ägypter sich verschrieben. Zitat von Olearius. Solange die Welt bestand, würde man Athanasios Kircher lesen.
Speaker: Das war das, was man damals hier bei ihnen gedacht hat. Und heute ist der so unbekannt, dass Igor noch nicht mal wusste, dass er existiert hat. Ja. Also ich wusste es auch nicht, aber ich habe es recherchiert. Das finde ich, das hat so was, ja, das ist eine krasse Art von Historicität, die er da einbaut.
Speaker: Er ist so richtig, also Kehlmann, das merkt man, ist so richtig in dieser Zeit drin. Wie auch immer er das macht, aber er versucht wirklich uns ein authentisches Bild dessen zu liefern, wie die Leute damals gedacht haben, in welcher sozialen und physischen Welt sie gelebt haben. Und ja,
Speaker: Das merkt man unter anderem eben auch an dem, was Igor vorhin beschrieben hat. An der Sprache natürlich. An der Art, wie sie zu Magie und Übersinnlichem stehen, dass es überhaupt keine Trennung gibt von Magie und Medizin quasi. Das ist ja normal. Jaja, genau. Aber auch eben daran, dass so Figuren, die für uns überhaupt keine Bedeutung mehr haben, wie sie über die Zukunft denken, das ist interessant.
Speaker: Na ja, gut, das ist halt die Zeit des Mittelalters. Permanent ist im Hintergrund die Vorstellung, dass das eh alles nicht mehr allzu lange ... Ja, ja, das sagt ja auch Athanasios noch 80 Jahre oder so. Da lohnt sich alles nicht mehr da jetzt. Ja, lohnt sich nicht mehr, Gedichte auf Deutsch zu übersetzen. Ja, gut, ich mein, im Endeffekt ist es sehr ähnlich wie heute eben der Klimareligion ... Na ja, heute ist es ein bisschen mehr als eine Religion, ne? Na ja.
Speaker: Doch, es ist schon mehr als eine Religion, aber darüber müssen wir jetzt nicht sprechen. Also die Ausprägung... Schönes Zitat von Fleming, das ich heute auch jetzt nicht ganz befolgt habe, die ganze Zeit, woran ich mich aber in Zukunft vorhabe, zu halten. Was denn? Der Ansatz auf Deutsch anfängt, soll sich zwingen, ihn auf Deutsch zu Ende zu führen. Und auf welchen Sprachen führen wir die zu Ende, für gewöhnlich? Englisch.
Speaker: Ja, gut, stimmt, passiert. Ähm ... Ja, richtig, richtig, richtig, richtig. Gut, Josie. Also, alles ... Kurz, Ego, ganz kurz müssen wir noch über Neil und Till reden. Nein. Doch. Nein. Doch. Es ... Okay, was?
Speaker: Ähm ... Ja, zumindest müssen wir darüber reden, wieso sie nie ein Paar geworden sind. Keine Ahnung. Das wird dir nur angedeutet. Weil Till hat ... ist ein bisschen ... auf einem anderen Stern. Ich glaub, Till hat keine Sexualität. Okay, das ist absoluter Quatsch. Till ist entweder kastriert oder vergewaltigt worden. Ist also entweder nicht in der ... also ... Vergewaltigung ist eine bessere Erklärung, das würd ich auch sagen.
Speaker: Und offenbar dadurch, ja ... nicht mehr an sexuellen Kontakten interessiert, so würde ich es interpretieren. Also, würde es ja beides erklären. Von diesen Marodeuren im Wald, aber Ego hat offenbar keine Lust mehr, darüber weiter zu sprechen, also ... Ja, Ego hat immer nur eine sehr begrenzte Aufmerksamkeitsspanne. Ja.
Speaker: Also, nein. Nein, hab ich nicht. Aber ich find, ich hab da nicht viel zu sagen. Und ich find, wir haben das Wichtigste gesagt. Lass uns lieber darüber sprechen, was wir ... in zwei Wochen besprechen. Ja, das wolltest du ankündigen. Ja, stimmt. Also, zunächst einmal glaub ich, dass wir uns beide einig sind, dass das auf jeden Fall nicht das letzte Daniel -Kehlmann -Buch gewesen sein wird, das wir gelesen und besprochen haben.
Speaker: Wobei ja auch schon, ne, die Vermessung der Welt fanden wir beide, glaub ich, gut, aber ... Nee, aber er hat zugelegt. Also das ist ... Nee, nach der Vermessung der Welt war ich nicht davon überzeugt, dass ich jetzt unbedingt noch ...
Speaker: So, ne? Kehlmann lesen muss. Aber nach diesem Buch bin ich es. Und ich glaub, du auch. Und daher bietet sich Lichtspiel an, das ja jetzt rausgekommen ist 2023. Also, das werden wir auch mal irgendwie so ein bisschen im Hinterkopf behalten. In zwei Wochen sprechen wir aber zunächst einmal über ein Jugendbuch über Heartland von Benedict Wells. Gewinner des Deutschen Jugendliteratur.
Speaker: Preises 2021, wie wir darauf kommen.
Speaker: Das ist Prüfungsthema 2024 in Niedersachsen. Dementsprechend muss ich das lesen. Aber nach erstem Anlesen macht das auch einen eigentlich guten ersten Eindruck. Also gut, Anlesen, ich hab jetzt schon ein bisschen weiter. Aber es ist auch gar nicht so uninteressant, einfach über ein Jugendbuch, Coming -of -Age -Romane zu sprechen. Du hast Coming -of -Age -Romane. Darf ich dich daran erinnern?
Speaker: Ja, aber nicht alle. Es gibt auch den Fänger im Brocken. Den magst du. Ja. Ich möchte einmal kurz den ersten Satz vorlesen. Weil alles danach nur abklatschbar. Ich möchte den ersten Satz vorlesen, weil ich mir nicht sicher bin, ob ich ihn toll oder fürchterlich finde. In diesem Sommer verliebte ich mich und meine Mutter starb. Boom. Warum ist jetzt der Ton aus?
Speaker: Ich wollt's genauso abrupt machen wie der Satz. Ja, über den Satz werden wir noch sprechen. Wenn wir über das Buch sprechen in zwei Wochen. Nur so in meiner ... in meiner Schulklasse haben wir über den Satz gesprochen. Und da war die Meinung ... Also, es war ähnlich wie bei dir. Also, manche fanden ihn ... ganz, ganz schrecklich. Mhm. Und manche fanden das einen sehr interessanten Aufhänger.
Speaker: Schauen wir mal. Sehen wir in zwei Wochen... Wichtig ist das Komma. Naja. Wichtig ist das Komma in dem Satz. Ohne Komma wäre es klar, dass es scheiße ist. Hä? Wo ist denn da ein Komma? Vor und. Und das muss man ja nicht setzen. Na gut, da reden wir dann vielleicht drüber. Liebe Leute, macht es gut. Habt schöne Lesezeiten. Und in zwei Wochen sprechen wir über Heartland. Schau. Bis dahin.






