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Buchbesprechung (3/3) - "Meister und Margarita" von Michail Bulgakow

Der Buchklub
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223 plays · Apr 21, 2024

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Speaker: Die Liebe sprang zwischen uns, wie nachts auf der Straße aus dem Nichts ein Mörder heraussprengt, uns niederschmetternd.

Speaker: Ja, hallo und herzlich willkommen zum Buchclub, liebe Leute. Mein Name ist Igor und mit mir am Start ist Josi. Hallo, willkommen.

Speaker: Herzlich willkommen, Leute. Teil drei bei unserer Besprechung von Meister und Margarita. Und wie ihr auf dem Cover der Folge sehen könnt, hält Josie ein merkwürdiges Bild hoch. Ja, das ist für gleich, eigentlich. Ich versuch, Chris grad so hinzuhalten, dass man die Spiegelung nicht so doll sieht. Aber du verstehst das, die Zuschauer nur einen Screenshot sehen. Ja, dann muss ich ja dann aussuchen.

Speaker: Okay, also wir sind der Buchclub und wir besprechen Bücher und machen ab und zu Spezialfolgen zu irgendwelchen Themen, die Literatur betreffend. Also theoretisch zumindest. Und momentan

Speaker: Beenden wir unseren Zyklus der Besprechung von Bulgarkovs Meister und Margarita und würden uns freuen, wenn ihr uns folgt, auf unseren Social Media Sachen vorbeischaut. Wir haben Discord, wir haben Insta, das findet ihr alles in den Show Notes. Wir nehmen gerne Buchvorschläge entgegen und freuen uns einfach über jegliche Zuschrift. Ja, fangen wir mal an.

Speaker: So, nachdem wir in den letzten beiden Folgen ja ausführlich über politische Hintergründe gesprochen haben, über die Symbolik ein wenig gesprochen haben, möchte heute Josy über ein Thema reden, das wenig Beachtung bei den Bulgakov -Forschern bisher gefunden hat.

Speaker: Nämlich? Archibald Archibaldowitsch. Genau, und danach sprechen wir vielleicht noch einmal ganz kurz über den Meister und Margarita. Ein bisschen länger auch gerne. Ja, je nachdem wie lange wir also über Archibald Archibaldowitsch sprechen. Hast du dein Personenverzeichnis und deine Zusammenfassung noch vorliegen, Igor? Nee, aber ich habe... Nee, brauche ich aber gerade nicht. Oh, sattig. Ich glaube, ich habe ein bisschen schlimmer.

Speaker: Also, Archibaldowitsch, Leute, ist ein unbedeutender, einmal auftauchender Nebencharakter. Zwei Mal. Zwei Mal. Zwei Mal auch länger.

Speaker: Okay, im Haus Gribbo -Jedow, also in dem Literatenhaus. Und Josy hat da irgendwas drinne gesehen, irgendwas, was ich ehrlich gesagt nicht gesehen hab. Aber Josy wird uns bestimmt darüber aufklären. Archibald wird schwer, ihr wisst, wenn ihr mitgelesen habt, ist der Restaurantchef im Masolid. Ja.

Speaker: Und außerdem scheint da noch ein paar andere Dinge zu sein. Ich werde jetzt mal die erste Stelle vorlesen, also die, wo er eingeführt wird. Das ist kurz bevor unser Proet, nämlich, wie hieß der denn nochmal, der eingewiesen wird als Erster? Bis Domne. Genau, bevor der eingewiesen wird.

Speaker: Wir sind also im Haus, in diesem Schriftstellerhaus. Und siehe, um Mitternacht ward in der Hölle eine Erscheinung. Auf die Veranda trat ein Prachtkerl im Frag, schwarze Augen, der bat ein Dolch und überblickte mit Herr Schermine sein Reich.

Speaker: Es raunen, es raunen die Mystiker von einer Zeit, in der der Prachtkerl noch keinen Fragt trug, sondern einen breiten Ledergurt um die Talie hinter den zwei Musketen steckten und um das rahmschwarze Haar ein rotes Seidentuch, während im karibischen Meer von ihm befehligt eine Brick unter düsterer Totenflage mit dem Adamshaupt fuhr.

Speaker: Doch nein, es lügen die lockenden Mystiker. Es gibt in der Welt keine karibischen Meere, darin fahren auch keine gerissenen Filibuster, werden auch nicht von einer Corvette verfolgt, mit vier Kanonenrauch über den Wellen.

Speaker: Weder gab es noch gibt es dergleichen. Was es gibt, ist nur eine Dürre Linde und so weiter. Und dann werden wir in die Welt zurückgebracht in das Schriftstellerhaus. So lernen wir Archibald Archibaldowitsch kennen. Später taucht er noch zweimal mindestens auf. Igor hat einmal noch kurz danach. Er ist nämlich derjenige, der dafür letztendlich verantwortlich ist, dass bis Domny eingeliefert wird. Er sagt nämlich seinen

Speaker: Untergebenen. Was machst du denn? Was lässt du denen hier rein in Unterwäsche? Was macht man denn in so einem Fall? Man holt natürlich die Miliz. Er ist jetzt letztendlich derjenige, der das, ja, ohne ihn wäre wahrscheinlich nicht eingeliefert worden. Zumindest nicht an dem Abend. Und später taucht er noch mal auf. Da ist noch eine längere Szene mit ihm, wo er Koroviev und Behemoth bedient.

Speaker: die dann nämlich noch, kurz bevor sie dann Moskau verlassen, mal essen gehen wollten im Masolid, auch zuerst gar nicht reingelassen werden sollen, aber er ist derjenige, der sagt doch, lasst ihn mal rein und der sich dann um die kümmert, als wären sie die größten VIPs. Vermutlich um, ja es wird nicht so ganz klar, es wird auf jeden Fall angedeutet, dass er irgendwie weiß, wer die beiden sind, dass er jedenfalls klug genug ist, um sich um die zu kümmern, dass er auch raus sieht, dass die Miliz kommen wird und er flieht dann letztendlich mit.

Speaker: zwei sehr teuren Fischen aus der Tiefkühltruhe, richtig? Mhm. Das war das Stör. Ich weiß nicht mehr. Also er ist jedenfalls vor allen anderen weg. Der Kapitän. So. Und du willst mir halt sagen, das hat keine Bewandtnis mit ihm.

Speaker: Also er hat wahrscheinlich ein reales Vorbild. Dass es ein Pirat ist? Jakob Rosenthal. Er war der Direktor oder Leiter des Literatenrestaurants.

Speaker: Das ist tatsächlich gehabt, genau. Sein Spitzname war Bart, weil er ein sehr dunkelhaariger, quasi prächtiger Kerl war mit einem fetten Bart, denn seine

Speaker: Also er stammte bzw. seine Eltern aus Spanien und deswegen sah er so ein bisschen exotisch aus. Er war sehr, sehr charmant, einnehmend. Und deswegen, glaube ich, hat Bulgakov da einfach so ein bisschen

Speaker: weiß ich nicht, seine ... Also, einfach so ein bisschen ... expressionistisch quasi, nee, impressionistisch quasi, einfach rausgehauen, weil er halt eben, ne, aussah, also ... Pirat, Spanier, das passt ja schon mal. Und, ähm ... ja, deswegen ... Das ist einfach ... Für mich ist das einfach nur so gewesen, um ... einen besseren Eindruck ... darüber zu ...

Speaker: zu geben, was das für ein Typ ist. Ihr habt da nichts weiter drin gesehen. Und dass er mit einem Piraten, also als Pirat bezeichnet wird, das ist ganz normal für so einen Restaurantbesitzer. Also, wie gesagt, es geht ja, glaube ich, wirklich mehr um das Äußere. Weil

Speaker: Es sagt ja ... Also, es sagten die Mystiker, dass es eine Zeit gab und so weiter. Ja, eben. Was sind denn das für Mystiker? Weiß ich nicht, aber da geht's um die Vorfahren. Vorfahren? Wieso Vorfahren? Na ja, weil seine Vorfahren ja aus Spanien stammen. Aber ... Es gab eine Zeit, als quasi er, a .k .a. sein Urgroßvater oder wer auch immer ... Also, noch weiter zurück. Woher kommst du denn aus Spanien?

Speaker: Ja, weil der Rosenthal halt spanisch, also spanischen Ursprungs war. Steht ja gar nicht, steht ja nichts von Spanien. Ja, nein, aber ... Aber ... Aber das passt doch, dieser dunkle ... Okay, das ist ja schön, dass du dir das gedacht hast, als du das gelesen hast. Nein, das hab ich mir nicht gedacht. Als ich das gelesen hab, hab ich mir gar nichts gedacht. Ich fand es einfach komisch und ich dachte halt, es geht um ...

Speaker: seine Art, sein Äußeres oder was auch immer. Und dann hab ich ja, wie gesagt, hier in meinem ... in meinem Sekundärliteratur ... quasi ... Reader's Guide ... nachgeguckt. Da stand nix. Hätte ich nicht durchgelassen. Doch, da stand was. Das ist ja das, was ich dir grade gesagt hab. Ja, das hab ich auch nachgelesen. Aber das erklärt ihr überhaupt nicht in der Beschreibung. Das ist ja ein ...

Speaker: Also dieses Buch ist quasi ein Überblick über die Erkenntnisse der Bulgarkov -Forscher. Und die meisten, die sich mit Bulgarkov und Meister Margherita beschäftigen, Literaturwissenschaftler, sagen halt das, was ich gerade gesagt habe. Ja. Also ich sehe da auf jeden Fall diese Ratum. Desideratum ist Singular, oder?

Speaker: Ich weiß es nicht. Ja, gut. Willst du auch wissen, was ich denke? Ich unbedingt. Du bist irgendwie nicht so richtig on fire für diesen Charakter. Das ist auch eine gute Überleitung, weil ich bin mir inzwischen jetzt, wo du das auch gesagt hast, bin ich mir hundertprozentig sicher, dass ich recht habe. Also die Figur, die mit meiner Deutung, die Figur, die wir da sehen, ist Blackbeard. The fuck?

Speaker: Der legendäre Pirat, vermutlich auch Vorbild für Jack Sparrow in Flucht der Karibik. Und was sucht Blackbeard bei Meister Margarita? Also Blackbeard war ein Pirat. Offensichtlich wird da ein Pirat beschrieben. Blackbeard wurde mit dem Teufel assoziiert, weil er gerne mit brennenden Lunden im Bad

Speaker: seine Feinde überfallen hat. Die dachten dann, also sie werden vom Leibhaftigen persönlich ... Brennen Lunden im Bad. Ja, ich versteh auch nicht genau, wie er's gemacht hat, ohne sich den Bad zu verbrennen. Ist das gesichert? Aus welcher historischen Quelle haben wir diese Informationen? Es geht ja nicht darum, ob das gesichert ist, es geht darum, ob das auch Bulgarkorf gehört hat. Also, von Brennen Lunden im Bad lesen wir nichts.

Speaker: Nee, aber er hatte immer ganz viele, also er hatte diesen Gürtel mit diesen verschiedenen, was sind das für Waffen da, mit denen man damals geschossen hat? Macheten oder was?

Speaker: Macheten, was? Wovon redest du, Mann? Ich kenn mich nicht aus mit ... Pistolen. Pistolen, ja. Und ... Nee, Macheten sind diese Schlagdinger. Ja, Dschungel -Hack -Schwerter. Geh mal auf die Seite, auf seine Wikipedia -Seite. Das Bild von ihm sieht wirklich so aus. Also, genau so gut, dass Seidentuch fehlt. Aber sonst ... Auf was jetzt? Auf Blackbeard -Seite. Blackbeard, genau.

Speaker: Also eigentlich ist er Edward Teach, oder Fetch, oder ... Geboren, vermutlich 1680 in Bristol, war also Engländer. Also ein englischer Pirat, kein Spanischer, aber das hat dich bei deiner Deutung sicherlich nicht aufgehalten.

Speaker: Ich weiß nicht, wie darauf kommst, dass es ein spanischer Pirat sein muss. Hier steht nichts von Spanisch, nur weil diese eine Figur von, also diese echte Figur von Spanier in Abstand heißt es doch nicht, dass die literarische Figur jetzt Spanier sein muss. Dann aber des Weiteren seine Piratenflage, auch historisch nicht ganz, ich hab das wirklich zu ist, aber seine Piratenflage zeigt genau das, was ich vorhin in die Kamera gehalten hab, nämlich ein

Speaker: Skelett mit Teufelshörnern. Das mit einem Speer auf ein rotes Herz. Also ehrlich gesagt, das sieht ein bisschen aus, als hätte das Photoshop Philipp gemacht. Ich erkenne das, das haben doch manche Leute situiert, oder? Ich kenne das nicht.

Speaker: Aber ... Und in der anderen Hand hat das so ein Stundenglas. Aber die Teufelshörner sind eine klare Assoziation. Meister Margarita, steht doch konkret, dass da eine Flagge mit zwei ... Also, mit einem Totenkopf war. Das wollte ich dich fragen. Bei mir steht Totenflagge. Nicht Totenkopfflagge. Nee, da steht Totenkopfflagge. Bist du dir da ganz sicher? Ja, es steht da doch. Weiß ich nicht, bei mir steht das nicht.

Speaker: Es steht auf Russisch, aber da. Was soll das? Ja, dann können alle Hörer die Russisch können verifizieren. Gut.

Speaker: Also, ich, ähm ... Ich bin ... Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll. Was ist das mit dem Adams -Haupt? Was steht da? Hier steht, düstere Totenkopfflagge mit ... Ja, das ist das, ja. Ja, genau. Ja, das ist der Totenkopf mit dem ... Was ist denn Adams -Haupt? Das ist dieser Totenkopf, diese Totenkopfflagge. So heißt das. Adams -Haupt?

Speaker: Puh, hättest du dich nicht darüber vorher informieren können? Nee, ich hab's halt nicht verstanden. Nee, aber in Adam's Haupt hab ich auch gegoogelt, da kommt nur Adam Weishaupt. Ich weiß nicht. Ja, ich denke mal, auf Russisch heißt das Adam's Glover. Das ist eine Totenkopfflagge, bitte. Ja, das glaub ich nicht. Okay. Und sonst hast du jetzt zu diesem Archibald Archibaldowitsch nicht so viel zu sagen.

Speaker: Ich denke, dass... Was? Nichts. Also meine Deutung ist halt, dass Blackbeard irgendwie einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat, wie so viele, und deshalb jetzt irgendwie unsterblich ist oder halt so untotmäßig, so ähnlich wie die anderen Typen da auch, aber halt, also wie Kuroviev und so weiter.

Speaker: Also weiß ich nicht. Viel interessanter als du das vorgelesen hast. Sonst könnte sie ja nicht erkennen. Sonst würde das ja nicht alles verstehen, was da passiert. Als du das vorgelesen hast, hast du an dem Moment, wo es interessant wird, aufgehört zu lesen.

Speaker: Was es gibt, ist nur eine Dürre Linde, ein gusseisernes Gitter und dahinter ein Boulevard. Und im Schälchen schmilzt es ein Stück Eis und vom Nachbartisch starren zwei blutgerötete Stieraugen und es wird richtig unheimlich, richtig unheimlich. Ihr Götter, ihr Götter, ach gebt mir, ach gebt mir doch Gift.

Speaker: Mhm. Das heißt, es ... die Dimension bricht quasi irgendwie. Unser Erzähler landet durch ein Wurmloch bei Pilatus. Das stimmt, ja. Was ich wesentlich interessanter fand als deinen komischen Piraten. Das passiert, glaub ich, in dem Roman nicht nur hier.

Speaker: Aber das ist ja eindeutig, dass da auf einmal der Erzähler zu Pontius Pilatus wird. Das ist komisch. Also vielleicht, keine Ahnung. Also Pilatus liest ja den ... Warte mal, nee, Pilatus liest nicht den Roman. Quatsch, Joshua liest den Roman.

Speaker: Yeshore. Ja, also das ist mir nur so aufgefallen, das fand ich interessant. Das zeigt halt aber, dass da einfach das mit dem Piraten und so, da ist ein kleiner Mental Break da und beim Autor. Aber Pilatus beobachtet das ja die ganze Zeit, oder? Ja, ich glaub schon. Ja, stimmt, klar, er sieht das ja. Interessant natürlich, wenn man sagen könnte, ist der Erzähler Pilatus, der das die ganze Zeit sich anguckt?

Speaker: Hä? Ähm, denn das ist ja ziemlich eindeutig. Aber warum will er an dieser Stelle Gift? Kopfschmerzen. Aber warum gerade an dieser Stelle? Es wird richtig unheimlich, richtig unheimlich. Weil er sich jetzt genau umguckt. Und quasi die schöne Fantasie mit dem karibischen Meer und so weicht halt der Realität in diesem schrecklichen, teuflischen Restaurant, das ja quasi die Hölle symbolisiert.

Speaker: Und da kriegst du schon mal... Also das karibische Meer, wie das heißt, nicht karibisch. Ob das... Besser als das Restaurant Gribouilleuf, denke ich mal. Bei dem wird da gerade von einer Corvette verfolgt, den...

Speaker: Dings, Pilatus wird nicht von der Corvette verfolgt. Pilatus guckt sich das an. Und er guckt sich lieber in der verfolgte Corvette an als diese ... Diese schrecklichen Sachen im Restaurant. Pilatus ist ja schon ewig lange und guckt. Der ist ja seit 2000 Jahren oder so. Wartet er ja. Ähm, deshalb erinnert er sich auch daran, das ist keine Fantasie, das ist eine Erinnerung. Hm.

Speaker: Vielleicht ist er derjenige, der quasi der sagt, Archibald, Archibald, du hütschst dich doch bei diesem Blackbeard von damals sehr ähnlich.

Speaker: Also, mich hat das erinnert an ... wie gesagt, an so einen impressionistischen Griff. Erinnerst du dich bei Pernhalter durch die Galaxis ganz am Anfang, wo ... der Protagonist legt sich ja in den Schlamm. Voller Frust. Und dieser Fahrer von diesem Bulldozer wird irgendwie wütend. Und dann ist da doch so einmal so ein Moment, er ist halt sauer und ...

Speaker: Irgendwie würde ich ihn am liebsten überfahren, aber darf das nicht. Und dann kocht in ihm quasi so ein Moment, und dann gibt's so einen historischen Rückblick, weil irgendwie seine Vorfahren ... Also, weil da irgendwie mongolisches Genghis Khan in ihm drin war.

Speaker: Kocht er, weißt du, dann ist da auch so eine ganz kurze Episode so, ne, wie er sich quasi dran erinnert, wie er auf Pferden irgendwelche Arschgeigen mit Fallen gespickt hat und so, und jetzt liegt hier dieser Penner vor ihm und so weiter und so fort. Und dann beruhigt er sich wieder. So ähnlich fand ich das hier auch. Halt eben so ein assoziatives ...

Speaker: Ja, so ein assoziative Einlass. Keine Ahnung. Lass uns doch mal Archibaldowitsch vielleicht. Also dadurch, dass das offenbar Pilatus ist, der da drauf guckt, wird es noch mal klarer, wenn dich oder zumindest eröffnet, dass die Möglichkeit, das so zu interpretieren, dass er diesen Weitblick eben hat, weil er schon ewig lange da sitzt und wartet, was man zu dem Zeitpunkt ja nicht weiß, wenn man das liest. Deshalb war es mir auch da nicht klar. Aber jetzt

Speaker: Mhm. Find ich ... Mir ist schon aufgefallen, dass da so ein Pilatuswort ist, aber ... Ja, das schon, aber ... Ich dachte, der wär tot. Aber der ist ja nicht tot, tot. Mhm. Ja. Ja. Die Frage ist, ist überhaupt jemand tot? Ich denke mal, elf Punkte in der mündlichen Prüfung, etwas ausufernde und ...

Speaker: Schwach begründete Interpretation. Am Ende noch die Kurve gekriegt mit Pilatus. Beim nächsten Mal, Prüfling, sollten Sie ein bisschen näher am Text bleiben, ja? Ja? Also, Igor, ich ... also ...

Speaker: Ich glaub, wir wollen diese Diskussion nicht führen. Prüfling waren wir beide. Ich hab jetzt nur die Rolle gewechselt. Du warst eindeutig ein schlechterer Prüfling als ich. Du hast die ganze Gruppe so was von runtergezogen. Du warst schon in der Schule so, wenn du Englischprüfungen mit jemandem gemacht hast.

Speaker: hast du da irgendwie eine Zwei -Plus bekommen. Ja, hier, Dings, Anne -Sophie -Marie -Lucrezia war schuld. Sie hat irgendwie ... das S komisch ausgesprochen, das hat mich total durcheinandergebracht. Dann dachten die Lehrer, ich kann auch kein S aussprechen. Dabei hab ich einen britischen Akzent, den übe ich jeden Tag auf YouTube. Bloody hell! Das ist so ein Schweres, du kennst mich so überhaupt nicht. Also, wirklich ...

Speaker: Deine Vorstellung davon, wie ich als Schülerin war, ist ... Also ... Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll. Ja, richtig. So, also ... Du hast ganz knapp nur bestanden, dass dir nicht aufgefallen ist, dass mit diesen Menschen was Komisches ist. Nach diesem Liebesbekenntnis von Josy an mich ... kommen wir jetzt zum Meister mir und Margarita. Du bist der Meister?

Speaker: Ja, ich wollte jetzt irgendwie so eine Analogie machen. Ich glaube, nach dieser Folge hier hängt der Haussiegen schief oder was? Gut. Der Meister und Margarita. Das Eingangszitat, Josie. Da beschreibt gerade der Meister unserem Ivan, den er ja besucht, wie er Margarita begegnete.

Speaker: Bisdomni. Wir müssen konsequente selbe Nabel nutzen, weil sonst versteht keiner von wem man redet. Okay, Bisdomni. 13. Kapitel. Der Held taucht auf, heißt es. Bisschen spät für den Held, um aufzutauchen. Kleiner... Durchaus, ja. Fast bei der Hälfte des Buches taucht der Held also auf.

Speaker: Kapitel 13. Natürlich nicht zufällig. Wir wissen auch nicht, dass es der Held ist, wenn es nicht in der Überschrift stehen würde. Das stimmt. Also was sagst du zu diesem Zitat? Kannst du es nochmal zitieren?

Speaker: Das Zitat nochmal zitieren. Klar. Die Liebe sprang zwischen uns, wie nachts auf der Straße aus dem Nichts ein Mörder heraus springt und uns niederschmetternd, äh uns niederschmetternd. So niederschmetternd ist ein Blitz. So niederschmetternd ist ein finnisches Messer. Was haben die Russen immer mit Finnland?

Speaker: Finnische Messer sind gut, kennt man. Gute Qualität. Es war doch mal ein Buch gekauft, der gesagt hat in Duchi... Spärde, Spörde, Perkele. Dass die Finnen die eigentlichen Russen sind, dass die Finnen russischer sind als die Russen, ne? Genau, das hat mein Buch aufgesagt. Ja, das kann natürlich nur jemand sagen, der aus Petersburg kommt. Egal. Ähm... Ähm, ja. Also, das ist erst mal sehr schön, finde ich. Ist es das? Sehr eindrucks... Ich finde es ästhetisch schön, findest du nicht?

Speaker: Hm, ich weiß nicht. Ist es nicht, ähm ... Also, die Metaphorik ... Die ist ja ... Die gibt einem schon ein bisschen zu denken, oder nicht? Ach so. Äh ... Also, ein Mörder. In der Gasse. Mhm. In der dunklen Gasse. Ich find's eben trotzdem schön. Aber ... Die Gasse ist oft im Deutsch gar nicht im Deutschen mit drin. Da ist es mit ... Also, quasi Mörder.

Speaker: In der Gasse. Ich weiß jetzt nicht, wie es bei mir ist. Bei dir ist es, wie ich es gerade vorgelesen habe. Ich habe das ja von dir. Ja, das ist die Kombination von... Es ist natürlich gewalttätig irgendwie, denen wird da Gewalt angetan, die haben sich das nicht ausgesucht. Aber es ist halt auch die Liebe.

Speaker: Also eigentlich ist es die Idee von, also die Kombination von was gewalttätigem und was sanftem, so wie in Ultraviolence zum Beispiel.

Speaker: von Lana Del Rey, also die in dem ganzen Album. Komme ich jetzt drauf, weil sie das genauso formuliert hat mal, dass das so das Grundgefühl sein sollte. Und das ist natürlich immer was, was im Menschen so eine gewisse kognitive Dissonanz auslöst. Also das fühlt sich ein bisschen unangenehm vielleicht an. Ist das das, was du meinst? Ja, ja. Also Liebe sollte eigentlich was nur Positives sein.

Speaker: Ist dann vielleicht die Vorstellung? Aber das ist sie ja nicht. Das ist sie ja nie. Nee, aber der Beginn ... Also, ich mein ... Also, was macht ein Mörder in der Gasse mit dir? Also, er tötet dich. Er bringt dich eigentlich um. Aber es sei denn, du bist ... Ja, gut.

Speaker: So, das heißt, die Liebe tötet sie. Ja gut, die Liebe tötet sie ja auch am Ende. Ja, das tut sie. Also das ist im Grunde nur sehr, also das ist eigentlich die klassische Vorstellung von romantischer Liebe, ausgedrückt in, ja klar. Romeo und Julia mäßig. Ja genau. Die ja angeblich, ist ja ganz interessant, es wird ja mal gesagt, dass das irgendwie eine Erfindung des 19. Jahrhunderts ist, aber ja, Romeo und Julia.

Speaker: Sieht deutlich älter. Vielleicht finde ich es auch nur deshalb schön, weil ich halt aufgewachsen bin mit dieser Idee. Vielleicht ist es gar nichts Tolles. Ich weiß es nicht. Interessant ist auch dieses Zitat im Kontext ihrer ...

Speaker: Beziehung. Denn die Liebe von Margarita zum Meister spürt man ja. Andersrum spürt man es nicht so doll. Wobei schon, doch, doch. Ja, dann macht sie ja die ganze Zeit Sorgen um sie und so weiter.

Speaker: Ja, stimmt. Aber es ist schon so, dass er aus dieser Beziehung mehr erzieht als sie. Andererseits, sie hat doch gesagt, angeblich, also er erzählt, dass sie gesagt hat, sie war so unglücklich vorher, dass sie kurz davor war, sich umzubringen. Das ist nicht die Liebe, die sie ruiniert, sondern es ist tatsächlich die Liebe, die sie rettet im Grunde. Also es ist wirklich diese Vorstellung von Erlösung, die früher Jesus war.

Speaker: Ähm ... Jesus ist ja auch mit drin. In Form von ... Rosen. Denn, ähm ... Das mit den ... also, dieses Kennenlernen. Ehrlich gesagt, zwischen den Meister und Margarita, außer dem Kennenlernen und dem Ende, passiert gar nicht so richtig viel. Ähm ... Und beim Kennenlernen gibt es ja diese Symbolik mit den Blumen. Mhm.

Speaker: Nervöse gelbe Blumen auf Russisch trägt Margarita mit sich, die er hässlich findet. Irgendwie gelbe Blumen für den Tod?

Speaker: Ja, gelbe Blumen sind kein gutes Zeichen. Und in Moskau ist das so, dass gelbe Blumen zu dieser Jahreszeit wahrscheinlich Akazien sind. Ja? Mhm.

Speaker: Und Akazien symbolisieren, anscheinend in irgendwelchen alchemistischen und mythischen Kreisen, den Tod symbolisieren sie. Den Tod, ja. Den Tod. Sieht aber auch so ein bisschen fallisch aus, ne? Ich guck mir die gerade an.

Speaker: Ich weiß nicht, ob unsere elf Punkte, ob wir die jetzt gerade aufwerten. Ehrlich gesagt. Aber jedenfalls diese Akazien, die werden ja weggeworfen. Diese gelben Blumen. Und Rosen. Rote, glaub ich, ne? Rote Rosen sind dann das, was quasi die beiden vorziehen. Ähm ...

Speaker: Rosen ... Das ist nicht so originell in der ... Nee. Im Kontext der Liebe nicht, aber im Kontext des Religiösen vielleicht schon. Rosen kommen ja nicht nur da vor. Sondern zum Beispiel Pilatus. Ähm ... Er hasst sie, Pontius Pilatus, weil es nach Rosenöl riecht. Ja, stimmt.

Speaker: Nachdem. Nach der Hinrichtung. Auch davor schon glaube ich. Aber er mag das nicht ist sowieso sehr empfindlich was Gerüche angeht. Licht Migräne mein Gott vielleicht ist er Lehrer auch.

Speaker: Ein bisschen schon, ja. Und dich wieder vorhin einfach nicht hören. Ich bin auch empfindlich, was Licht und Gerüche angeht. Ja, also ... Jedenfalls ... die ... die ... die Rosen, die ... symbolisieren ... ja, also ... Weiß ist die Reinheit, ne? Ja. Rot ist quasi das Märtyratum, das Leid.

Speaker: Und Märtyrer ist ja Margarita wahrscheinlich. Quasi. Die ja alles Mögliche auf sich nimmt, um den Meister quasi zu retten. Aber das ist nicht ihr Glaube, für den sie das aufnimmt. Ich weiß nicht, ob man dann auch als Märtyrer gilt. Stimmt.

Speaker: Außer dann wird die dabei zur Hexe. Stimmt. Auch relativ gottlos eigentlich. Ähm, ja. Also, das ist so das, was ich irgendwie ... Was ich mir zu der Beziehung zwischen den beiden überlegt hab. Im Endeffekt, ähm ... Ja, Margarita ... Ich weiß nicht, wenn man so drüber nachdenkt ...

Speaker: Ähm ... Also, dass sich die Ehefrauen und Ex -Frauen von Bulgakov so drum gerissen haben, Margarita sein zu wollen ... Versteh ich nicht, weil Margarita ist ja wirklich ... Also, sowohl Margarita als auch der Meister fühlen sich für mich in dem Roman, im Gegensatz zu fast allen anderen Figuren, nicht an wie echte Menschen. Sondern wie so komische Ideen oder ... oder irgendwie ...

Speaker: Ja, Ideen, Prinzipien, was auch immer, irgendwas, nur nicht menschlich. Und Margarita noch weniger als der Meister menschlich. Sie ist ja wirklich ... Ich weiß nicht, also ...

Speaker: So farblos. Also, vielleicht kam mir das nur so vor. Aber ich ... Ich hab das Gefühl, dass Bulgakov ... Also, viele lesen das ja auch so als Liebesroman et cetera. Und sorry, also für mich ist das wirklich der alleruninteressanteste Aspekt an diesem Buch. Ja. Ich seh da ehrlich gesagt echt wenig Interessantes. Also ... Ja.

Speaker: Ja. Muss ich auch, also ich muss das sogar, glaube ich, noch schärfer formulieren. Ich fand die Beziehung zwischen den beiden echt enttäuschend. Schon beim ersten Lesen, beim zweiten noch mehr. Also weil da wird eine Liebesgeschichte angebaut. Also er erzählt, wie er sie kennengelernt hat, er erzählt, was das ihm alles bedeutet, dass er ihr alles bedeutet hat und so weiter. Das klingt halt wie ein Märchen. Und dann treffen sie sich wieder.

Speaker: Na stimmt, das ist auch gar nicht. Es geht um diesen blöden Roman die ganze Zeit. Es ging ja in der Beziehung auch nur um den Roman. Ja, also das ist doch das Hauptproblem dieser Beziehung, dass Margarita vollkommen in seinem Schaffen aufgegangen ist und nichts von sich selber reingesteckt hat. Also die hat ja in dieser Beziehung quasi nicht stattgefunden. Das war doch nur, er schreibt den Roman und sie betüdelt ihn und... Ja, aber eigentlich, also sie ist ja auch nicht an ihm in dem Sinne interessiert, sondern also allerhöchstens an ihm als Autor.

Speaker: Also im Endeffekt ist sie ja verliebt in diesen Roman. Das weiß man nicht. Ich finde, man versteht das nicht. Weil als sie sich kennengelernt haben, weiß sie ja nicht, dass er diesen Roman über Pontius Pilatus schreibt. Das ist ja erst später. Ja. Als sie das ja erst erfahren. Man erfährt überhaupt nicht, was sie füreinander bedeuten. Also beim Meister versteht man noch so ein bisschen, dass er halt einfach eine weibliche, er braucht eine Figur, er braucht jemanden, der sich um ihn kümmert. Ja. So einfach ist das. Ja. Klassischer Mann.

Speaker: Und was sie... Er braucht eine Mama. Margarita möchte zu meiner Mama sein. Genau. Und was sie halt von ihm will... Also ja, sie findet das ganz seltsame, dass sie das Format schreibt. Daddy! Genau, aber als Sugar Daddy eignet er sich jetzt auch nicht so. Naja, er hat 100 .000 Rubbels gewonnen. Aber die hat er natürlich schon... Ja, weil er nicht gearbeitet hat. Arbeiten ist nichts für den Meister, ey. Also...

Speaker: Also, ich kann's verstehen, nachdem sie ihn kennt und dieses Buch so toll findet, weil so sie bei ihm bleibt und dass sie darin aufgeht. Aber gesund erscheint mir das nicht. Und das erscheint mir nicht. Ähm ... Also, das ist keine ... positive ... Also, eigentlich verdienen sie ihr Happy End nicht, weil ... die sind nicht glücklich zusammen. Das glaub ich einfach nicht. Nee, Wolben, was macht er dann, wenn er ... Was machen Sie, wenn er den Roman fertig hat?

Speaker: Ja, genau. Jetzt hat er den Roman wieder, ne? Jetzt kann er nicht mehr jammern, dass er den Roman nicht mehr hat, den er eigentlich verbrannt hat. Ja. Und, also vielleicht kann er es auch mal versuchen, aber wir wissen ja jetzt, Manuskripte brennen nicht. Ja. Das heißt, das wird nicht funktionieren. Er ist jetzt, er hängt jetzt mit diesem Roman, also der Roman wird ihn verfolgen. Und Margarita hat ihn jetzt auch zu Ende gelesen, die kann ihn jetzt noch redigieren, hoch und runter. Ich denke... Auswendig lernen, das macht sie ja auch.

Speaker: Auch wenn ich lerne damit, falls er ihn doch noch mal irgendwie zerstört kriegt, sieht es noch weiß irgendwie. Aber ja, gut, warum schreibt ihr denn nicht selber einen Roman? Ja, deswegen das, was ich sagte, also warum sich die Frauen so drum gerissen haben, Margarita zu sein.

Speaker: Karita ist ein Titel des Romans natürlich, allerdings auch nicht an erster Stelle. Man würde ja denken, wenn er ein Liebesroman schreibt für seine Angebetete, dass er dann sie zumindest zuerst nennt. Ja, aber das ist es halt nicht. Warum hat er ihn dann so genannt? Und ich muss auch sagen, ich finde, auch wenn er ihn nicht so genannt hätte, auch wenn das nicht so geframed worden wäre,

Speaker: Die Geschichte ist trotzdem, die Liebesgeschichte ist unbefriedigend, platt, die gibt dem Roman nichts, der fehlt was. Und ich weiß nicht, was es ist, vielleicht ist es so wie häufig, wenn Autoren über sich selbst schreiben, dass sie Hemmungen haben.

Speaker: Vor allem, wenn sie über Leute schreiben, die ihnen sehr nahe stehen, dass sie Hemmungen haben, die so zu beschreiben, wie sie sind. Komplexität dieser Person da reinzulegen. Auch von sich selbst natürlich. Da waren die anderen Figuren ja wesentlich interessanter. Genau. Aber dann darf man es halt nicht machen. Entweder man schreibt über sein eigenes Leben, da muss man das in Kauf nehmen oder man macht das nicht.

Speaker: Kann man's ihm auch nicht machen. Man kann natürlich, wie immer, dann das Argument jetzt bringen, dass wir ja im Endeffekt einen nicht fertiggestellten Roman haben. Bulgakov hat ihn halt nicht beendet. Aber ... Wie lang hättet ihr den noch werden sollen? Ja, nee, und das ist ja konzeptuell schon diese Liebesbeschichte, die funktioniert ja auf einem Basislevel quasi nicht so wirklich für mich.

Speaker: Also schon die Geschichte des Meisters selbst ist mir zu mager erzählt. Also schon, dass der erst in Kapitel 13 auftaucht. Das zeigt halt einfach, dass das Buch, man darf das Buch halt nicht so wahrnehmen als Geschichte über den Meister und seine Liebe zu Margarita.

Speaker: Das Buch spielt halt mit den Erwartungen des Lesers so. Der Roman heißt Meister und Margarita, der Held taucht erst in Kapitel 13 auf. Ja, es ist halt eigentlich der Held. Richtig, also es ist eigentlich ... Genau. Und so sollte man das halt auch sehen. Also, man sollte nicht enttäuscht davon sein, dass der Meister und Margarita ... so wenig ... Der Meister ... ja, sorry. Ja, nee. Also, das ist halt nun mal nicht das, worum es im Buch geht.

Speaker: Der Meister erfüllt ja auch schon das Heldenkriterium nicht, dass er einfach nichts macht. Also ein Held muss irgendwas tun. Der Meister ist halt der gebrochene Literat. Er ist einfach quasi der unterdrückte Schriftsteller. Er ist halt kein echter Mensch.

Speaker: Aber soll das vielleicht so sein? Ist das vielleicht ... Natürlich soll das so sein. Dass Bulgakov auch gemerkt hat, dass sein Held kein Held ist. Natürlich weiß Bulgakov, das ... Ironisch gemeint, der Held taucht auf. Der Held ist echt lecker. Wahrscheinlich, ja klar. Also ... Scheiß nicht. Also jedenfalls ... Bulgakov, Josy, ist ein Autor von einem Kaliber, der nicht eine Liebesgeschichte schreiben will, und dann kommt das raus. Also ich bitte dich.

Speaker: Oh, das weiß ich aber nicht. Das weiß ich nicht. Das mit dem Helden, das der Held kann nicht... Dann lies mal die weiße, die weiße Garde oder... Ja. Ist da eine richtige Liebesgeschichte drin? Ja.

Speaker: Ja? Ist da eine drin oder nicht? Ja, finde ich schon. Ich weiß nicht, was für dich eine richtige Liebesgeschichte ist. Anscheinend nur, wenn die Frau durch die Gegend rennt, Leuten Kopf ... Kopfschüsse verteilt. Eigentlich macht Margarita genau das. Sie fliegt auf dem Besen durch die Gegend. Stimmt, guck mal, dann ist alles super. Aber das macht die Liebesgeschichte nicht besser.

Speaker: Ja, und sie als Figur ehrlich gesagt auch nicht. Also, als sie dann zur Hexe wird, ist ja quasi eine vollkommen andere Person, Figur dann auf einmal. Eigentlich kennt man sie da vorher gar nicht. Man kennt sie vorher nicht. Vielleicht hat sie sich gar nicht verwandelt, vielleicht war sie immer so. Ja, die Liebesgeschichte ist wirklich ... Ich hätte gerne erfahren. Eine Sache möchte ich dazu noch sagen, ja? Diese Liebesgeschichte. Ich kann nicht mehr ganz so lange sprechen.

Speaker: Wieso nicht? Also nicht, steh ich nicht. Aber also, wen wir ja überhaupt nicht kennenlernen ist Margeritas Mann. Und dementsprechend fällt das auch alles so ein bisschen unter den Teppich, dass das, was wir da erleben, diese Beziehung, die wir so feiern sollen, dass es eine Affäre ist. Aber das ist

Speaker: Der Fairness halber verhält sich Margarita sehr korrekt gegenüber ihrem Mann. Und, ähm ... Nein. Ja, nee, stimmt eigentlich nicht. Und, ähm ... Der Mann wird aber ... sehr nett beschrieben. Aber der Mann interessiert mich. Was?

Speaker: Der Mann wird nicht beschrieben. Nein, das ist aber ... Das hat ja das Vorbild aus dem echten Leben. Das war aber, glaub ich, bei seiner zweiten Frau, nicht sicher. Gut, aber das ... Der Offiziersmann. Aber das ist ja trotzdem eine Entscheidung, das so zu beschreiben. Ja, klar.

Speaker: Also der wird komplett ausgeblendet. Der Mann, der ganze ethisch fragwürdige Aspekt dieser Beziehung mit Damen. Ja, der existiert nicht. Das ist auch ziemlich unrealistisch meiner Meinung nach, weil manch Margarita ja eigentlich als verantwortungsbewusste Person irgendwie beschrieben wird, als lieb und

Speaker: Ja. Vielleicht haben wir die Liebesbeziehung einfach nicht verstanden. Klärt uns auf. Dafür haben wir euch ja über Archibald Archibaldowitsch aufgeklärt und über die Blumen. Ja, er hat Blumen in seiner Sekundärliteratur gelesen, offenbar.

Speaker: Nicht nur da. Und nicht nur das. Blumen sind aber auch wirklich leicht zu interpretieren. Das ist Anfänger -Symbolik. Also ... Leute, wenn ihr baldmütige Prüfungen habt, wisst ihr Bescheid. Nehmt Blumen, holt euch einfach irgendwas aus dem ... Zaubert irgendwas aus dem Hut. Geht alles. Und dann kriegt ihr auch eure zehn Punkte. Die Farbe ist wichtig, vor allem Blüten ja auch immer. Fallusse. Überall Fallusse oder ...

Speaker: Ich bin nicht Lateinlehrer.

Speaker: Falli ... und ... und Vagini. Und dann interpretiert ihr damit so ein bisschen rum. Weiß, Reinheit, Rot, wisst ihr schon. Äh, Gelb, Tod. So, jetzt wisst ihr Bescheid. Abi, Prüfung kann kommen. Gelb ist aber auch, ähm ... Prostitution, glaub ich. Genau. Ihr müsst mal gucken, Leute. Beim Interpretieren muss man auf den Kontext ein bisschen achten. Nicht viel.

Speaker: Einfach so ein paar Schlagworte nehmen. Wenn ihr seht, da ist ein Mann und eine Frau, dann guckt einfach so, die Blume sieht eher aus wie ein Penis oder wie eine Vagina. Und dann legt ihr los. Ist jemand gestorben in dem Buch? Gut, dann ist Gelb der Tod. Verkauft jemand seinen Körper? Hat die Frau weniger Geld als der Mann? Prostitution. Et cetera pp.

Speaker: Ganz, ganz einfach. Darüber wir übrigens gar nicht gesprochen haben, sind die schwarzen Sklaven. Ja, aber es reicht auch irgendwann. Einmal kurz ansprechen. Nein, danke. Denn man muss auch... Nein. Was? Nein, wir müssen... Das muss man heute gerade zumindest mal ansprechen.

Speaker: dass da auf dem Satansball Sklaven waren. Okay. Und zwar Schwarze. Satan hat Sklaven. Dann, Leute, beenden wir jetzt unsere unendlich lange Geschichte zu Meister und Margarita. Und sprechen das nächste Mal über ein anderes Buch. Ausnahmsweise. Über Josie. Worüber sprechen wir? Alle Menschen sind sterblich von Simon de Beauvoir. Wie weit bist du damit?

Speaker: Ich enthalte mich eines Kommentars und wünsche euch einen wunderschönen Sonntag, eine schöne Woche und ich möchte mit Korofiev schließen. Habens nie vor irgendetwas Angst. Schuss.

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