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#34 "Pssst..." Von wegen! So ticken Bibliotheken heute

Alles BuchMarkt
Alles BuchMarkt

46 plays · Oct 30, 2026

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Speaker: Hallo und herzlich willkommen, wie schön, dass ihr euch Zeit genommen habt zu Alles Buchmarkt, der Podcast, in dem wir uns in jeder Folge ein Thema heraussuchen, das die Buchbubble interessiert und dann laden wir uns dazu Gäste ein und sprechen mit denen darüber.

Speaker: Man kann das vielleicht mal sagen, wir haben ja so eine lange Liste, die wir immer mit unserer Redakteurin Hanna bearbeiten, da stehen die Themen für die ganzen nächsten Monate drauf.

Speaker: Und dann gibt es immer mal wieder den Fall, dass irgendwas Aktuelles dazwischen kommt, das hatten wir damals bei den Etat-Kürzungen in Berlin zum Beispiel,

Speaker: Oder auch heute wäre das so ein Fall.

Speaker: Da kam nämlich der offene Brief der unabhängigen Buchhandlungen ins Internet, in dem die beklagt haben, dass große Filialisten die verbindlichen Erstverkaufsdaten nicht einhalten.

Speaker: Einer fängt mit T an und hört mit Alia auf und die anderen aus München.

Speaker: Und das sorgt für relativ viel Unmut.

Speaker: Und jetzt könnte man natürlich darüber eine Folge machen.

Speaker: Und dann gibt es im Gegenzug

Speaker: Themen, die sind immer aktuell.

Speaker: Und genau das ist das Problem.

Speaker: Wir haben schon, seitdem wir dieses Projekt überhaupt gestartet haben, haben wir gesagt, wir müssen mal was zu Bibliotheken machen.

Speaker: Und das Problem an so aktuell, immer aktuellen Themen ist, die sind ja nächstes Mal auch noch aktuell.

Speaker: Und dann schiebt man die und dann schiebt man die und dann sagt man, ja komm, das können wir aber auch nochmal ein anderes Mal machen.

Speaker: Und dann ist uns ein Instagram-Account in die Timeline gespült worden, nämlich von der Stadtbibliothek Dorsten.

Speaker: Die machen unglaublich tollen Content und erklären,

Speaker: wirklich, wirklich sehr unterhaltsam, sehr lustig und ganz großartig, wie Bibliotheken funktionieren.

Speaker: Und dann, ich meine, keiner weiß, wo Dorsten liegt.

Speaker: Das ist oberes Ruhrgebiet irgendwo.

Speaker: Hat 75.000 Einwohner, habe ich jetzt bei Wikipedia gelesen.

Speaker: Aber die einzelnen Posts haben zum Teil irgendwie 70.000 Views gehabt.

Speaker: Also jeder Dorstener hat einmal seine Bibliothek angeguckt, sollte man meinen.

Speaker: Da haben wir gesagt, dieser Typ, der das macht, der ist so großartig, jetzt machen wir das Bibliotheksthema, jetzt holen wir den dazu und dann soll der uns mal erklären, wie das Ganze funktioniert.

Speaker: Und wer das ist, den stellt Andi uns jetzt erst einmal vor.

Speaker: Vielen Dank, Alex.

Speaker: Nach unserem letzten Gast, der sich ja schon bald in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet, begrüßen wir heute jemanden, dessen berufliche Reise gerade erst Fahrt aufnimmt.

Speaker: Er wurde 2001 in Dorsten geboren und ist dort auch aufgewachsen.

Speaker: Und Alex hat es ja gerade schon verraten, ich muss es auch nachschauen.

Speaker: Dorsten liegt am nördlichen Rand des Ruhrgebiets.

Speaker: Hier hat unser Gast das Abitur gemacht und anschließend den Weg in die Welt der Bücher und Medien eingeschlagen.

Speaker: Die Ausbildung zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste absolvierte er direkt in der Stadtbibliothek Drosten und schloss sie 2024 erfolgreich ab.

Speaker: Seitdem bezeichnet er sich selber gerne auch mal als Certified Bibliotheksmaus.

Speaker: Nach der Ausbildung ging es aber erstmal in eine spannende Doppelrolle.

Speaker: Er arbeitete in Teilzeit sowohl in der Stadtbibliothek als auch in der Volkshochschule Dorsten.

Speaker: Seit 2006 ist er aber in Vollzeit in der Bibliothek tätig, wo er sich unter anderem um die Öffentlichkeitsarbeit und den Online-Auftritt kümmert.

Speaker: Außerdem gestaltet er Veranstaltungen für Kinder mit.

Speaker: So sorgt unser Gast dafür, dass die Bibliothek sichtbar bleibt, Menschen erreicht und schon bei den jüngsten Besucherinnen und Besuchern die Begeisterung für Geschichten geweckt wird.

Speaker: Kreativ war er eigentlich schon immer.

Speaker: Bereits während der Schulzeit wurden YouTube-Videos gedreht und bis heute gehören Rap und auch Metal-Musik fest zum Leben dazu.

Speaker: Und auch einen eigenen Podcast hatte er schon.

Speaker: Wenn er gerade mal nicht zwischen Medien, Menschen und Geschichten unterwegs ist oder er sich ein neues Tattoo stechen lässt, stehen die Chancen gut, ihn auf einem Konzert oder Festival anzutreffen.

Speaker: Diese Leidenschaft für Kreativität, Musik und neue Ideen passt natürlich perfekt zu einer modernen Bibliothek.

Speaker: Denn die ist längst nicht mehr nur ein stiller Ort zwischen Bücherregalen.

Speaker: Sie ist Treffpunkt, sie ist Ideenschmiede, Wissensschatz und manchmal auch der Anfang eines großen Abenteuers.

Speaker: Wir freuen uns, dass er heute Zeit für uns hat.

Speaker: Herzlich willkommen im Alles-Buchmarkt-Podcast, Sam Rudolf.

Speaker: Ja, schön, dass ich hier sein darf.

Speaker: Hallo.

Speaker: Hi.

Speaker: Da war der lustigste Versprecher überhaupt drin.

Speaker: Laut Andi hast du 2006 in der Bibliothek eingefallen.

Speaker: Mit fünf Jahren, verdammte Kinderarbeit.

Speaker: Ja, ich wollte schon früh hoch hinaus.

Speaker: Ich hatte Ansprüche.

Speaker: 2026 natürlich, ja.

Speaker: Aber für mich erste Frage, die ich mir gedacht habe, also diese Ausbildung, die du gemacht hast, Fachangestellte für Medien und Informationsdienste oder beziehungsweise wie kommt man darauf, in einer Bibliothek anzufangen?

Speaker: Oder war das eher so, ich will die Ausbildung machen und kann die nur in einer Bibliothek machen?

Speaker: Oder war eher so der Wunsch, ja, Bibliothek ist cool, was kann man denn da machen?

Speaker: Also da habt ihr euch wirklich den lustigsten Gast aller Zeiten für rausgesucht oder den passendsten, weil ich vermutlich den unkonventionellsten Weg in diese Branche hatte.

Speaker: Und damit beleidige ich jetzt bestimmt alle anderen Farmys, die das mit Leib und Seele machen.

Speaker: Aber das war ein absoluter Zufall.

Speaker: Also ich habe mein Abi gemacht und habe mir überlegt, okay, wohin soll es eigentlich gehen?

Speaker: Und die Ursprungsidee war, okay, ich mache einfach ein Pausenjahr und versuche mit meinen ganzen

Speaker: kreativen Sachen erst mal ein bisschen Geld zu verdienen.

Speaker: Und meine damalige Beziehungspartnerin hat dann aber ein bisschen darauf gepocht, zu sagen, hey, wäre es nicht vielleicht sinnvoll, erst mal was Vernünftiges zu machen?

Speaker: Und dann habe ich notgedrungen tatsächlich zwei Bewerbungen geschrieben.

Speaker: Und ich wollte unbedingt in Dorsten bleiben.

Speaker: Und dann habe ich mich erst mal im Schwimmbad hier in Dorsten beworben.

Speaker: Ja.

Speaker: Und dann kam meine Mutter zufällig einmal an und hat in der Zeitung gelesen, dass die Bibliothek auch ein Azubi sucht.

Speaker: Und ich war als Kind da super gerne und dann habe ich mich da auf gut Glück einfach beworben und ich wusste tatsächlich nicht mal so wirklich, was mich erwartet.

Speaker: Was dann vermutlich auch ein bisschen die Inspiration, da werden wir ja gleich noch zu kommen, für den Content war, weil das selber für mich alles neu war.

Speaker: Ich kannte die Bibliothek.

Speaker: als Kind und dann wurde ich in diese neue Welt geworfen und hab das dann selber erstmal so ein bisschen entdeckt.

Speaker: Dementsprechend war das alles ein großer, aber sehr, sehr toller Zufall.

Speaker: Ich meine, wir müssen gleich nochmal ein bisschen darüber reden, was so eine Bibliothek im Ganzen eigentlich macht.

Speaker: Ich weiß gar nicht mehr, ob das über euren Account war oder einen anderen, von einer anderen Bibliothek, weil da muss man ja sagen, es gibt viele, die sich echt Mühe geben.

Speaker: Da hatte ich zum Beispiel gelernt, dass Bibliotheken Bücher reparieren.

Speaker: Ich glaube, das waren so Tiptoe-Bücher, die irgendwie repariert werden, damit sie länger halten.

Speaker: Ein Problem, glaube ich, ist natürlich für Bibliotheken, dass sie überhaupt erstmal sichtbar sind.

Speaker: Dass man weiß, man kann da hingehen und deswegen hast du dort so eine große Rolle, glaube ich, gerade, dass ihr so wahnsinnig viel Aufmerksamkeit bekommt.

Speaker: Aber lass uns jetzt erstmal nochmal wirklich in so diesen klassischen

Speaker: Bibliotheksalltag rein.

Speaker: Wie groß ist euer Team?

Speaker: Das ist eine gute Frage.

Speaker: Ich weiß es gerade gar nicht aus, wenn so viele Änderungen stattfinden.

Speaker: Aber wir sind meistens so roundabout 10 bis 12 Leute, mehr oder weniger.

Speaker: Okay, relativ viele.

Speaker: Für wie viele Medien ungefähr?

Speaker: Also wie viele Bücher habt ihr tatsächlich in der Bibliothek stehen?

Speaker: Ich bin super vorbereitet.

Speaker: Ich glaube, um die 70, 80.000.

Speaker: Moment, ich könnte es live googeln.

Speaker: Also eure Homepage sagt 70.000, aber... Ja, das wird man sagen, genau.

Speaker: Ich hatte das noch so grob im Kopf.

Speaker: Genau, es fluktuiert natürlich immer ein bisschen.

Speaker: Also es kommen regelmäßig ganz viele neue Sachen rein.

Speaker: Manche fliegen raus, aber so plus minus um die 70.000.

Speaker: Ja.

Speaker: Weil ihr habt ja, wie gesagt, schon ein bisschen mehr zu tun, als Bücher ins Regal rein- und rausräumen.

Speaker: Da sind zehn Leute ja eigentlich eine überschaubare Zahl.

Speaker: Das stimmt.

Speaker: Es ist sehr knackig verteilt, sagen wir mal.

Speaker: Fangen wir mal anders an.

Speaker: Wie fängt dein Tag jetzt an?

Speaker: Wann musst du aufstehen?

Speaker: Es sind ja wahrscheinlich normale Öffnungszeiten.

Speaker: Es geht irgendwie bei 10 Uhr los bei euch.

Speaker: Genau, wir haben immer unter der Woche 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Speaker: Meine Tage sehen halt immer komplett unterschiedlich aus.

Speaker: Was gleich bleibt, ist, ich sollte eigentlich so roundabout gegen 8 Uhr im Betrieb sein.

Speaker: Durch die Gleitzeit ist das mal mehr, mal weniger erfüllt.

Speaker: Und das allererste, was am Morgen eigentlich immer passiert, ist dann so das Medieneinstellen.

Speaker: Ich bin zum Beispiel für die AV-Medien zuständig, also alle CDs, DVDs und so weiter und so fort.

Speaker: Und dann guck ich erst mal, okay, was ist am Vortag alles zurückgekommen?

Speaker: Guck einmal, ist damit alles in Ordnung und sortier das wieder ein.

Speaker: Habt ihr da so eine Klappe, in die man das reinwirft wahrscheinlich?

Speaker: Äh, ja, ja, also wir haben eine Außenrückgabe, da funktioniert das tatsächlich über ein Laufband, da können die Leute die Medien reinschieben, die werden dann in so einem Container gesammelt.

Speaker: Ähm, es gibt aber auch Regale bei uns innerhalb der Bibliothek, wo du Sachen wieder reinstellen kannst, wenn du sie zurückgibst.

Speaker: Okay.

Speaker: Genau.

Speaker: Und die werden dann bei uns an einer Stelle zentral gesammelt.

Speaker: Dann hole ich die da morgens ab und stelle die erst mal rein.

Speaker: Das ist so das unspektakulärste, sage ich mal, was da morgens passiert.

Speaker: Ist aber auch ganz schön, um reinzustarten.

Speaker: Dann hört man dabei noch irgendwie eine Drei-Frage-Zeichen-Folge oder so.

Speaker: Oder tatsächlich dann euren Podcast.

Speaker: Ich habe dann die Chance genutzt, um... Aber jetzt habe ich direkt eine Frage.

Speaker: Da hast du ja nicht viel zu tun, wenn man jetzt mal den DVD- und CD-Konsum...

Speaker: des freien Marktes betrachtet, ist es in der Bibliothek anders?

Speaker: Ist es schon so, dass viele Leute noch viel haptische Musik- und Filmmedien ausleihen?

Speaker: Ja, auf jeden Fall.

Speaker: Also es sind natürlich jetzt nicht die riesigsten Zahlen, die man sich so vorstellen kann, aber der Bedarf ist definitiv da.

Speaker: Also vor allem bei den Kindermedien ist es sehr, sehr, sehr viel.

Speaker: So diese ganzen Klassiker-Serien, die man so kennt mit Benjamin Blümchen, Bibi Blocksberg und so, das sind alles immer noch unfassbare Renner.

Speaker: Wir haben natürlich auch Tony-Figuren.

Speaker: Die sind natürlich auch unfassbar begehrt.

Speaker: Da hatten wir auch lange Zeit echt Probleme, die Nachfrage überhaupt bedienen zu können.

Speaker: Weil egal, wie viele wir vor Ort hatten, die wurden uns aus der Hand gerissen.

Speaker: Da mussten wir dann limitieren, dass man pro Person nur so und so viele gleichzeitig ausleihen kann.

Speaker: Genau, also es wird immer noch gut nachgefragt.

Speaker: Wie lang das noch so ist, muss man dann halt mal sehen.

Speaker: Ihr habt auch ganz verrückte Sachen wie die Bibliothek der Dinge.

Speaker: Und da habe ich, also ich habe nur auch in einem Video von dir gesehen, wo du gesagt hast, da kann man zum Beispiel auch eine Bohrmaschine ausleihen.

Speaker: Was ich an sich jetzt erstmal wahnsinnig schlau finde.

Speaker: Aber dann habe ich mich gefragt, warum habt ihr das?

Speaker: Weil ihr dem Menschen ein Angebot machen wollt?

Speaker: Oder weil ihr natürlich auch immer zugucken müsst, dass ihr irgendwie Leute ins Haus bekommt, um irgendwelche Zahlen zu erfüllen, sodass ihr dann nächstes Jahr auch wieder entsprechende Fördermittel der Stadt bekommt?

Speaker: Ja, also die Bibliothek der Dinge ist ein Konzept, was jetzt schon seit ein paar Jahren in ganz vielen Bibliotheken nach und nach Einzug findet.

Speaker: Also das ist nicht jetzt irgendwas, was exklusiv nur in Dorsten vorhanden ist.

Speaker: Und da stecken verschiedene Gedanken hinter.

Speaker: Das ist einmal die Nachhaltigkeit, dass man sagt, okay, Medien können einfach mal, also da geht es nicht um ein klassisches Medium, aber es gibt ja einfach viele Gegenstände, die braucht man einfach nicht so oft oder die will man einfach auch mal ausprobieren.

Speaker: Ähm, und da ist man dann ja gar nicht mehr so weit weg von dem klassischen Gedanken, irgendwelche CDs auszuleihen, dann ist der Schritt ja gar nicht mehr so weit zur Bohrmaschine zum Beispiel.

Speaker: Ähm,

Speaker: Und das wird auch sehr, sehr dankbar angenommen von ganz vielen Seiten.

Speaker: Und ist natürlich auch ein weiteres Konzept, um einfach moderner zu sein.

Speaker: Weil so sehr wir uns das manchmal wünschen, reichen klassische Medien in der heutigen Welt natürlich jetzt nicht aus, um Massen an Leute ins Haus zu holen.

Speaker: Da muss man sich natürlich kreative Gedanken machen, okay, wie können wir unser...

Speaker: unser Angebot erweitern, wie können wir die Leute wieder für Bibliotheken begeistern und das ist dann eben eine von vielen Maßnahmen, zu sagen, okay, wir beschränken uns nicht nur auf solchen Medien, sondern auch praktische Sachen.

Speaker: Wenn ich jetzt mal meine eigene Bibliotheksgeschichte anschaue, dann weiß ich, das war in der Schulzeit, wo ich mir was ausgeliehen habe, oder als Kind zum Lesen.

Speaker: Als Schüler dann, weiß ich noch, hatte ich mal einen Vortrag über Renaissance und wusste nicht, wie man Renaissance schreibt, das war schlecht am Karteikartenkasten.

Speaker: Und dann im Studium natürlich, da haben wir glaube ich alle Zeiten verbracht, das war auch nicht immer schön.

Speaker: Also da verbinde ich jetzt auch nicht unbedingt eine gute Erinnerung mit Bibliothek, muss ich sagen.

Speaker: Und dann habe ich, das wusste ich, habe ich mich jetzt wieder angemeldet, vor ein paar Monaten bei mir hier in der Stadtbibliothek, aber wegen der E-Books.

Speaker: Weil die durch die Onleihe einfach super viel E-Books und Musik und so haben und Filme und so.

Speaker: Das alles bei uns kostet tatsächlich nur 8 Euro oder so im Jahr.

Speaker: Also sollte sich jeder anmelden, ob er will oder nicht.

Speaker: Aber ansonsten muss ich gestehen, ich bin dann da einmal reingegangen, um mich anzumelden und dann liefen da so ein paar Menschen rum, wo man dachte, die haben auch schon, sagen wir, im letzten Lebensdrittel.

Speaker: Und viel mehr war dann da nicht.

Speaker: Jetzt erzähl du mal so ein bisschen, wie sieht denn das bei euch aus?

Speaker: Ich wusste gar nicht, dass du vormittags frei hattest.

Speaker: Das war die Überleitung, um zu fragen, wie sehen denn die Tage aus?

Speaker: Dann wäre vielleicht als Antwort gekommen, vormittags steppt bei uns da Bär, da kommen die ganzen Mitte-20-Jährigen, weiß ich doch nicht.

Speaker: Also erzähl mal.

Speaker: Kannst du die Frage noch einmal kurz konkretisieren?

Speaker: Also wir waren ja gerade, du hast DVDs und CDs kontrolliert und eingeräumt, was passiert denn danach?

Speaker: Bist du auf der Fläche zu finden und wer ist da da?

Speaker: Ja, also wie gesagt, die Tage sind super divers.

Speaker: Also bei uns im Team kümmert sich jeder auch mit um den normalen Kundenservice.

Speaker: Also ich sitze auch pro Woche zwei-, dreimal für ein paar Stunden am Service Point und bin für alle der Ansprechpartner.

Speaker: Ich kümmere mich dann aber ja auch noch um ganz viele andere Sachen.

Speaker: Also zum Beispiel die ganzen Veranstaltungen müssen konzipiert werden und so weiter und so fort, um kurz auf diesen Service-Gedanken zurückzukommen und das einmal auszusprechen.

Speaker: Es ist super divers bei uns.

Speaker: Also wir haben natürlich die Gruppe bei uns, an die man so als erstes denkt bei Bibliotheken.

Speaker: Wir haben viele SeniorInnen zum Beispiel, die gerne zu uns kommen, die einfach ihre Krimis ausleihen wollen und jetzt auch gar nicht so das Bedürfnis haben, dass wir da jetzt noch so ganz viel anderen modernen Schnickstack anbieten.

Speaker: Wobei auch von denen sich viele für so manche neue Sachen begeistern lassen.

Speaker: Das ist eigentlich echt ganz schön.

Speaker: Wir haben da sehr, sehr aufgeschlossene Leser bei uns.

Speaker: Ab und zu auch so eine Oma, die eine Bohrmaschine will.

Speaker: Oder ein Töni.

Speaker: Möglicherweise, ja.

Speaker: lustigerweise sind das auch ganz oft die Leute, die dann so ein bisschen das in die Welt hinaustragen.

Speaker: Also wir hatten auch schon häufiger dann etwas jüngere Leute, die Nachfragen gestellt haben, weil sie dann eben von den Großeltern oder so gehört haben, dass wir jetzt ja auch XYZ anbieten.

Speaker: Ja.

Speaker: Wie oft seid ihr auch so ein bisschen Therapeuten?

Speaker: Ich weiß, das erzählen mir ganz viele Buchhändlerinnen und Buchhändler oft, dass man sich da auch sehr viel Privates anhört, bevor es da zum Kauf kommt.

Speaker: Ich könnte mir vorstellen, das ist bei euch natürlich nicht anders.

Speaker: Da kommen Menschen, die eine gewisse...

Speaker: gerade an Freizeit haben und die vielleicht auch ein gewisses Mitteilungsbedürfnis haben.

Speaker: Schon, auf jeden Fall.

Speaker: Also es ist mal so, mal so, es gibt Wochen, da hat man sehr, sehr wenig mit den Leuten zu tun, auch weil wir eine Selbstverbuchung bei uns in der Bibliothek haben.

Speaker: Das ist ja eigentlich inzwischen fast überall der Standard.

Speaker: Das heißt, zu mir kommt man eigentlich erst mal nur, wenn man ein Problem hat oder wenn man eine Recherchefbank hat.

Speaker: Genau, zum Beispiel.

Speaker: Oder eben nicht selber recherchieren möchte, wo man danach suchen muss.

Speaker: Also ich bin dann eher der Ansprechpartner für irgendwelche Fragen oder wenn man irgendwie gerade nicht versteht, okay, wie mache ich das denn jetzt bei der Selbstverbuchung oder so.

Speaker: Das heißt, bei der klassischen Ausleihe, das passiert ja nicht mehr.

Speaker: Also die Leute kommen nicht zu mir, um die Medien auszuleihen.

Speaker: Das heißt, der Dialog, der fällt weg.

Speaker: Das merkt man auch ein bisschen.

Speaker: Also die ganzen KollegInnen, die schon deutlich länger in der Bibliothek sind als ich, die kennen alle mit Namen und Lebensgeschichte.

Speaker: Das ist bei mir ganz anders.

Speaker: Ich kann mir sowieso schlecht Namen merken.

Speaker: Das fällt mir auch sehr häufig in meinem beruflichen Alltag auf die Füße.

Speaker: Aber es ist alles ein bisschen distanzierter geworden, was aber nicht heißt, dass wir nicht für die Leute da sind.

Speaker: Also wenn dann jemand auf uns zugeht und eine Frage hat, dann quatscht man auch kurz mit denen.

Speaker: Ich habe mich auch schon ganz häufig mit irgendwelchen Leuten über den Wohnungsmarkt unterhalten.

Speaker: Das ist dann so ein Thema irgendwie, was sich so bei mir durchzieht.

Speaker: Genau, aber klar, manche Leute sind sehr redselig, aber das ist ja auch ein bisschen der Sinn.

Speaker: Also da wollen wir uns auch gar nicht vor versperren oder so.

Speaker: Das ist ja auch ein Aspekt, den Bibliotheken heutzutage erfüllen wollen.

Speaker: Wir wollen dritter Ort sein.

Speaker: So dritter Ort bedeutet ja, okay, wir sind gerade nicht auf der Arbeit, wir sind nicht zu Hause, sondern wir sind an einem anderen Ort, wo wir uns ganz zwangfrei einfach gerne aufhalten, mit anderen Menschen verbinden.

Speaker: Und da ist das Bibliotheksteam selber ja gar nicht von ausgeschlossen.

Speaker: Aber das heißt, bei euch wird nicht, wenn sich zwei Menschen unterhalten, geht ihr dann irgendwie mit dem Zeigefinger auf den Lippen dazwischen und haut beiden auf den Mund, dass sie leise sein sollen.

Speaker: Nein, nein, nein.

Speaker: Also es muss natürlich alles in einem gewissen Rahmen bleiben.

Speaker: Das ist so ein bisschen, da muss man immer gucken, die Balance zu halten, weil wir haben ja auch zum Beispiel dann Spielmöglichkeiten für die Kinder und so, dass es für die ein bisschen spannender ist.

Speaker: Also das darf ich die Bohrmaschine nicht testen.

Speaker: Eher ungern unseren eigenen Wänden, das fänden wir jetzt weniger gut.

Speaker: Das heißt, manchmal muss man natürlich zu Leuten gehen, die dann...

Speaker: sehr intensiv sich unterhalten oder so.

Speaker: Vor allem, wenn man gerade eine Veranstaltung hat.

Speaker: Wir haben keinen abgegrenzten Veranstaltungsraum.

Speaker: Wir halten uns da im ganz normalen Bibliotheksgebäude auf.

Speaker: Da muss man manchmal tatsächlich dann die Eltern ermahnen.

Speaker: So, die Kinder sitzen vor mir, ganz brav.

Speaker: Ich lese vor und die Eltern fangen hinter meinem Rücken an zu plaudern.

Speaker: Und da muss ich mich einmal ermahnt umdrehen und sagen, dass mit dem Leise sein und Aufmerksam sein, das hat sich nicht nur auf vor mich bezogen, sondern da dürfen gerne alle dran teilhaben.

Speaker: Sehr gut.

Speaker: Das heißt, die sind dann tagsüber, also die Veranstaltungen?

Speaker: Am Vormittag oder am Nach mittag mit Kindern?

Speaker: Die ganzen Veranstaltungen machen wir meistens nachmittags.

Speaker: Aber das heißt, du liest wirklich dann den Kindern vor, als Teil von Leseförderung wahrscheinlich?

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Toll.

Speaker: Also wir haben da verschiedene Veranstaltungsreihen zu.

Speaker: Das heißt, wir haben eine Reihe, da lese nicht ich vor, sondern da haben wir eine ganz nette Frau, die immer zu uns kommt und das mit Leib und Seele macht.

Speaker: Wir haben aber dann auch zum Beispiel das Bilderbuchkino, nennt sich das.

Speaker: Da lese ich dann zum Beispiel ganz häufig aus Kamishibais vor.

Speaker: Diese japanischen Erzähltheater, das ist super schön und interaktiv mit den Kindern.

Speaker: Dann gucken die immer erst mal auf dem Bild und können ein bisschen beschreiben, was sie sehen.

Speaker: Und dann rufen alle, wenn wir die nächste Seite rausziehen wollen, ganz laut Hauruck und so.

Speaker: Das ist sehr, sehr süß immer.

Speaker: Das heißt, du hast da schon deine Dauer-Fans?

Speaker: Ein bisschen, ja.

Speaker: Aber sind das dann so Kindergartengruppen, Schulgruppen oder sind das dann ganz normal irgendwie, ja, Eltern und ihre Kinder kommen nachmittags vorbei?

Speaker: Also hauptsächlich in meinem Veranstaltungsbereich sind das dann die ganz normalen Kinder, die in Begleitung der Eltern, Großeltern, wie auch immer vorbeikommen.

Speaker: Wir haben auch Angebote für Schulen und da ganz viele Kooperationen.

Speaker: Da kümmere ich mich dann aber nicht drum.

Speaker: Das machen dann meine Kolleginnen.

Speaker: Okay.

Speaker: Jetzt mal Hand aufs Herz.

Speaker: Was ist die dümmste Arbeit dort, wo ihr alle euch immer drückt und sagt, nee, mach du mal, ich hab das letzte Mal schon...

Speaker: Äh... Es gibt da so ein Problem.

Speaker: Wir verleihen ja auch Gesellschaftsspiele.

Speaker: Und ich hab ja schon erzählt, mein Tag beginnt ja damit, die CDs und DVDs auf Vollständigkeit zu kontrollieren.

Speaker: Aber du zählst die Monopoly-Hotels, oder wie?

Speaker: Genau.

Speaker: Und die Scheine, die Geldscheine.

Speaker: Das bedeutet, jedes Gesellschaftsspiel, was bei uns über die Ladentheke geht, muss, wenn es zurückkommt, auch einmal überprüft werden.

Speaker: Und das ist schon...

Speaker: Manchmal sehr... Ihr versteckt dann die Gesellschaftsspiele immer.

Speaker: Nee, nee, das wurde ausgeliehen schon.

Speaker: Ja.

Speaker: Eine große Spiele-Sammlung, alle Mikado-Stäbchen und Dominosteine.

Speaker: Okay, das verstehe ich, aber... Genau, das ist tatsächlich auch leider der Grund, warum manche Spiele nicht bibliothekstauglich sind.

Speaker: Einfach, weil wir haben auch zum Beispiel die Zwischenwelt relativ neu bei uns.

Speaker: Da finden ganz viele von diesen Pen & Paper und Rollenspielsachen ihren Platz.

Speaker: Und es gibt ja auch richtig, richtig coole...

Speaker: Brett-Gesellschaftsspiele in Riesenumfang für Erwachsene, in so Fantasy-Settings oder so.

Speaker: Und die haben dann aber teilweise so unfassbar viele Teile, dass wir gesagt haben, okay, das lohnt sich einfach nicht für uns, da würden wir nur dran verzweifeln.

Speaker: Und die Wahrscheinlichkeit, dass sie unverständlich zurückkommen, ist einfach viel zu groß.

Speaker: Witzig.

Speaker: Wir hatten ja versucht, mit dir auch diesen Termin zu vereinbaren, dass wir heute sprechen.

Speaker: Und dann haben wir gesehen, bei euch ist gerade geschlossen bis Mitte November.

Speaker: Weil bei euch wird was umgestellt.

Speaker: Ich glaube, die Software wird umgestellt.

Speaker: Genau, wir bekommen ein ganz, ganz neues Bibliothek-System nach einigen Jahren und hoffen dadurch, ein paar neue, coolere Sachen anbieten zu können.

Speaker: Also unser neues System wird dann zum Beispiel so coole Sachen haben können, wie man kann seine Medien mit dem eigenen Smartphone verbuchen.

Speaker: Man muss gar nicht mehr zu so einem Selbstverbuchungsterminal gehen.

Speaker: Man nimmt einfach sein Handy mit der App, scannt das Buch und fertig.

Speaker: Oder so eine praktische Funktion, das hab ich jetzt auch gesehen, megacool.

Speaker: Weil das hat mich immer wahnsinnig gemacht.

Speaker: Ich stand auch ganz oft im Buchladen und hab mich gefragt, haben wir das Buch denn?

Speaker: Und dann war das immer mega umständlich, das selber zu recherchieren.

Speaker: Und dann hatte ich schon keine Lust mehr.

Speaker: Und das ist eine Stelle, an die jetzt verbessert wurde.

Speaker: Man kann jetzt einfach die ISBN scannen mit dem Handy und es sagt einem direkt, ist es in der Bibliothek da oder nicht.

Speaker: Das sind zum Beispiel so coole Neufunktionen, auf die ich mich sehr freue.

Speaker: Und natürlich auch Bibliotheks intern wird vieles anders.

Speaker: Das sieht man dann nach außen hin aber natürlich nicht.

Speaker: Also der ganze Umgang, wie wir die Bibliothek und unseren Bestand dann verwalten können, ändert sich ein bisschen für uns und wird ein bisschen angenehmer.

Speaker: Okay, das klingt toll.

Speaker: Aber ich hatte ein prägendes Erlebnis vor einigen Jahren, als ich in Südtirol in eine wirklich ganz winzig kleine Dorfbibliothek gegangen bin.

Speaker: Und dann habe ich mich da mit der Bibliothekarin ein bisschen unterhalten und dann hat die mir quasi ganz viele tolle Hardcover-Bücher aufgezwungen.

Speaker: Die lagen dort in Stapeln zum Verschenken, weil es in Südtirol zum Beispiel so ist, dass, ich hoffe, ich erzähle das jetzt richtig, aber dass wenn dort...

Speaker: Bücher über einen längeren Zeitraum nicht ausgeliehen werden, dann müssen die aus dem Bestand genommen werden, weil dadurch bekommt die Bibliothek da wieder eine Art Creditsystem, in dem sie Platz schafft und erst dann darf sie wieder neue Bücher anschaffen.

Speaker: Die haben also überhaupt kein Budgetproblem, die dürfen theoretisch einkaufen, was sie wollen.

Speaker: Da gibt es, anders als in Deutschland, überhaupt keine Budgetprobleme.

Speaker: Hemmung, aber es muss auch wirklich benutzt werden.

Speaker: Ich glaube, wenn etwas drei Jahre nicht ausgeliehen wurde, wird es aus dem Bestand genommen.

Speaker: Und in diesem kleinen Dorf war natürlich das Problem, alle, die sich für dieses Buch interessieren, die hatten das im Zweifel schon mal ausgeliehen.

Speaker: Und dann liegt das nun im Stapel da und keiner will es mitnehmen.

Speaker: Und dann kam ich und hab gesagt, mach den Kofferraum voll.

Speaker: Das war super.

Speaker: Jetzt fahren wir alle nach Südtirol in die Bibliotheken.

Speaker: Also das ist wirklich, das war faszinierend dort.

Speaker: Ehe auch sehr sympathisch, weil ich glaube ganz anders als bei euch, weil da habe ich zum Beispiel gefragt, wie ist das mit Mahngebühr bei euch?

Speaker: Dann hat sie gelacht.

Speaker: Also die haben dort weder eine Jahresgebühr, noch gibt es sowas wie Mahngebühren, sondern sie sagte, naja, die meisten kenne ich ja, die spreche ich entweder beim Einkaufen an oder ich schicke denen meine WhatsApp.

Speaker: Aber eigentlich wollte ich mal zum Thema Einkauf gehen.

Speaker: Wie ist das denn bei euch?

Speaker: Ihr

Speaker: Ich weiß, man kann in Bibliotheken sich was wünschen, man kann Titel wünschen und dann werden die im besten Fall von euch angeschafft.

Speaker: Aber was habt ihr für ein Budget?

Speaker: Wer gibt das frei?

Speaker: Wer entscheidet, was eingekauft wird?

Speaker: Wonach geht ihr da?

Speaker: Erzähl mal.

Speaker: Darfst du auch wählen, muss man ja dazu sagen.

Speaker: Hat der Bibliothekar ein Mitspracherecht?

Speaker: Der Fahmi.

Speaker: Das ist ein ganz spannendes Thema.

Speaker: Also ich kann die genauen Budgetzahlen gar nicht sagen.

Speaker: Ich weiß auch gar nicht, ob man darüber reden dürfte.

Speaker: Also es ist long story short, ganz einfach.

Speaker: Wir als Stadtbibliothek sind ja Teil von unserer Kommune, also von der Stadt Dorsten.

Speaker: Und wir sind da ganz normal im Jahreshaushalt mit drin.

Speaker: Und wenn der städtische Haushalt geplant wird, dann wird auch eben beschlossen, okay, wie viele Gelder hat die Stadtbibliothek?

Speaker: Und das ist dann auch noch mal ein bisschen aufgestaffelt auf verschiedenste Bereiche.

Speaker: Also wir brauchen ja nicht nur den Medienetat, das ist natürlich einer unserer wichtigsten, aber wir müssen ja auch Veranstaltungen bezahlen und ganz, ganz viele andere Geschichten.

Speaker: Und das läuft dann im städtischen Haushalt eben so, dass es da ganz viele verschiedene Kategorien gibt mit eben entsprechenden Geldern.

Speaker: Und

Speaker: Dann ist es in der Bibliothek selber auch nochmal aufgeteilt.

Speaker: Das heißt, der Medienetat wird dann zugeordnet.

Speaker: Okay, wie viel geben wir für Kinderbücher aus?

Speaker: Wie viel geben wir für Romane aus?

Speaker: Und dieser Etat wird dann einer dem oder der Lektorin zugeordnet.

Speaker: Das ist natürlich, das muss man jetzt ganz klar dazu sagen, was ich jetzt alles erzähle, ist in jeder Bibliothek ein bisschen unterschiedlich.

Speaker: Also wenn ich jetzt darüber erzähle, wir sind halt keine Riesenbibliothek.

Speaker: Das wird zum Beispiel in der Zentralbibliothek in Düsseldorf oder in Essen ganz, ganz anders aussehen.

Speaker: Deswegen da ist immer Vorsicht geboten.

Speaker: Bei uns ist es jetzt aber so...

Speaker: Ich habe zum Beispiel das Manga-Lektorat und ich bekomme dann meine Summe für das Jahr zugeordnet und dann bin ich völlig frei in meiner Auswahlmöglichkeit.

Speaker: Also ich bin tatsächlich dann die einzige Person, die schaut, okay, wie möchte ich das Geld verteilen und tätige dann selbstständig auch meine Bestellung.

Speaker: Aber versucht man da manchmal nicht irgendwie so Leute zu den Mangas hinzutreiben, weil du weißt, nur wenn das ausgeliehen wird, dann darfst du dann nächstes Jahr, dann darfst du vielleicht sogar nochmal 5% mehr ausgeben?

Speaker: Er hat 5 Bibliotheksausweise und vielleicht jede Woche mit einem anderen Ausweis.

Speaker: Oder so, ja.

Speaker: Also ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich hätte noch nie extra das Manga-Regal in einem Video erwähnt, um die Ausleihzahlen zu erhöhen.

Speaker: Gott sei Dank muss ich mir da keine Sorgen machen, die Zahlen laufen da sehr, sehr gut.

Speaker: Das ist gar kein Problem.

Speaker: Es ist einfach so, dass wir da natürlich schauen, okay,

Speaker: Bei der Auswahl ist es auch da ein spannendes Thema, wenn ich jetzt zum Beispiel darüber rede, dass wir Medien auswählen.

Speaker: Auch das ist in einigen Bibliotheken ganz anders, weil wir sind eine Bibliothek, wir bestellen fast alles selbstständig und das dann auch zum Großteil beim lokalen Buchhandel.

Speaker: Also wir bestellen nicht beim Großhändler oder sonst wie, sondern wir bestellen auch ganz normal bei den berühmten Ketten, die man eben so kennt, aber auch eben, wenn es noch eine kleine lokale Buchhandlung gibt, auch da.

Speaker: Und das verteilen wir dann irgendwie gleichmäßig, dass alle davon so ein bisschen profitieren.

Speaker: Es gibt aber auch heutzutage die Möglichkeit, das mehr oder weniger automatisiert.

Speaker: zu tätigen.

Speaker: Also es gibt sowohl Modelle, wo der Buchhandel das für einen auswählt, also wo man einen Deal mit einem lokalen Buchhändler schließt und die einen mehr oder weniger automatisiert beliefern mit eben allem, was gerade so gefragt ist.

Speaker: Das ist dann sehr Bestseller getrieben oder wie läuft das dann?

Speaker: Genau, mehr oder weniger.

Speaker: Und

Speaker: Da hat man dann teilweise auch noch die Möglichkeit zu sagen, okay, nee, das und das möchte ich aber nicht und dann geht das nochmal zurück oder so.

Speaker: Es gibt aber auch die Möglichkeit, und das ist ein Name, um den kommt man in der Bibliothekswelt nicht drum herum, das ist die EKZ.

Speaker: Wenn ich nicht Bibliotheksmenschen davon erzähle, sag ich immer, es ist das Amazon der Bibliothekswelt, weil da bekommt man alles für Bibliotheken ab.

Speaker: Alles, von Möbeln bis hin zu Medien und Dienstleistungen, gibt es da wirklich einen Rundumschlag.

Speaker: Und da gibt es auch zum Beispiel dann so Abo-Modelle.

Speaker: Dann kann ich zum Beispiel bei der EKZ sagen, hey, ich möchte für so und so viel Geld im Monat oder pro Jahr aus der und der Medienkategorie was haben.

Speaker: Und dann erstellen die tatsächlich ein sehr detailliertes Profil von einem und beliefern einem dementsprechend.

Speaker: Wir machen das relativ wenig, weil wir ja eh für Bibliotheks-Welt, wir können ja nicht Unsummen an neuen Sachen bestellen.

Speaker: Wir haben nur begrenzte lokale Räumlichkeiten.

Speaker: Deswegen haben wir die Möglichkeit, noch viel selber auszuwählen.

Speaker: Und

Speaker: Da gibt's dann zum Beispiel auch wieder von der EKZ, das ist richtig cool, ich kannte das vorher auch nicht, wir bekommen so Besprechungszettel geliefert.

Speaker: Das heißt, wir bekommen wirklich so ein riesen Packen mit so Zetteln, die, was ist das für eine Größe, so ein Notizblockgröße haben.

Speaker: Ähm,

Speaker: Und da wird dann der Inhalt von dem Buch zusammengefasst, die Altersgruppe wird eingeordnet und es wird auch tatsächlich dann eingeordnet, für welche Bibliothekstypen das zum Beispiel geeignet wäre.

Speaker: Dann steht da zum Beispiel, okay, für mittelgroße Bibliotheken geeignet, für Bibliotheken geeignet, wo das und das Genre sehr gut läuft.

Speaker: Und das ist dann zum Beispiel so ein Ding, wo man sich sehr gut entlanghangeln kann und sich einmal durchwühlen kann und dann tatsächlich...

Speaker: Ein paar Stunden irgendwelche Zettel hin und her sortiert und dann hat man seine Bestellung zusammen.

Speaker: Aber jetzt nochmal, lest ihr das wirklich?

Speaker: Weil ich kenne das immer, wir Verlage, wir kriegen ja auch die EKZ-Besprechung.

Speaker: Und dann gibt es natürlich immer am liebsten, eigentlich liest man immer nur die letzten drei Zeilen, der Anfang ist irgendwie alles so Inhaltsbeschreibung, aber für uns ist immer das Interessante, die letzten drei Zeilen.

Speaker: wo dann das Buch bewertet wird.

Speaker: Und am liebsten irgendwie sowas wie großartig, gerne für alle Bestände empfohlen.

Speaker: Das ist immer ganz, ganz wunderbar.

Speaker: Der Hasssatz ist aber, gerne in der Region zur Fortsetzung.

Speaker: Und dann weiß man eigentlich, der Mensch, der das gelesen hat, der hat es überhaupt nicht gemocht.

Speaker: Das ist wirklich mit ganz viel, mit zwei Fingern irgendwie so angefasst.

Speaker: Na gut, wenn ihr es unbedingt wollt, dann lest es halt.

Speaker: Lest ihr diese ganzen Gesprächungen tatsächlich?

Speaker: Jein.

Speaker: Also ich mache das bei meinem Lektorat nur sehr sporadisch.

Speaker: Was aber einfach daran liegt, dass ich auch erst seit drei, vier Jahren bei dem Manga-Regal mitarbeite und dass davor eher sehr stiefmütterlich behandelt worden ist.

Speaker: Und dementsprechend ist es gar nicht schwer, sich zu überlegen, okay, welche Reihen schaffe ich an?

Speaker: Sondern das ist größtenteils, ich muss eigentlich nur schauen, okay, von welcher Reihe ist gerade ein neuer Band erschienen?

Speaker: Bei Manga-Reihen ist es ja...

Speaker: so dass da regelmäßig neue Bände erscheinen und eine Reihe dann teilweise über zehn Jahre läuft.

Speaker: Das heißt, da sortiere ich erstmal, okay, was muss ich gerade an Geldern ausgeben für Sachen, die wir schon haben?

Speaker: Und dann suche ich die nächsten zwei, drei Reihen aus, die relativ groß und bekannt sind, weil so absolute nischige Sachen lohnen sich bei uns da einfach nicht.

Speaker: Dementsprechend ist es bei mir sehr simpel.

Speaker: Ich weiß aber von meinen Kollegen, dass die tatsächlich diese EKZ-Zettel sehr, sehr gewissenhaft durchlesen und durchsortieren.

Speaker: Okay.

Speaker: Jetzt hast du gesagt, ich hätte noch eine Frage dazu.

Speaker: Und zwar, wie ist es denn mit Spenden?

Speaker: Also was ist denn, wenn jemand sagt, ja, ich hätte gerne, ich würde euch gerne unterstützen und zehn Neuerscheinungen würde ich euch im Monat spenden und die suche ich aber aus.

Speaker: Ist das okay?

Speaker: Oder sagt ihr, nee, nee, nee, also aussuchen tut schon die Bibliothek?

Speaker: Kannst du das gerne 100 Euro in die Kasse hier reinstecken.

Speaker: Aber wie ist es denn mit solchen Angelegenheiten?

Speaker: Also wir freuen uns natürlich grundsätzlich über Spenden aller Art.

Speaker: Also angekrabbelte, vergebte Taschenbücher?

Speaker: Ja, der Satz geht weiter.

Speaker: Also grundsätzlich freuen wir uns.

Speaker: Ich sage immer, mein Standardsatz ist immer, ich freue mich sehr, dass sie an uns gedacht haben.

Speaker: Man muss ja auch freundlich sein.

Speaker: Ist ja auch wirklich so.

Speaker: Ich freue mich dann tatsächlich, wenn da jemand vor mir steht.

Speaker: Man muss natürlich manchmal sagen, okay, das ist leider gar nichts für uns.

Speaker: Wir haben zum Beispiel intern die grobe Regel, wir nehmen nichts, was älter ist als fünf Jahre und es muss in einem optisch ganz guten Zustand sein.

Speaker: Da gibt es aber auch zum Beispiel Ausnahmen zu.

Speaker: Also mein berühmtestes Beispiel ist, wenn jemand mir ein Band von Greggs Tagebuch hinlegt, dann ist das wie Weihnachten.

Speaker: Weil diese Dinger werden so viel ausgeliehen und gehen dann halt auch irgendwann ziemlich schnell kaputt.

Speaker: Es ist ein Kinderbuch, das heißt, Kinder sind eh meistens nicht ganz so pfleglich im Umgang mit den Sachen.

Speaker: Und da weiß man schon, okay, die brauchen wir alle paar Monate bis Jahre eigentlich noch mal neu.

Speaker: Und dann freut man sich und dann ist auch egal, ob der Band jetzt schon ein paar Jahre alt ist oder nicht, das nehmen wir mit Kusshand.

Speaker: Ähm...

Speaker: Bei manchen Sachen muss man dann natürlich schauen.

Speaker: Guter Hinweis, in meinen Regalen hier, bei meinem Kind, stehen sehr viele Gregs Tagebücher noch rum.

Speaker: Willst du jetzt angeben oder hast du eine Spende angeboten?

Speaker: Ich glaube, er überlegt, wie er das Päckchen nach Dorsten bringt.

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Oder ich frage hier in der lokalen Bibliothek nach, wahrscheinlich wird es da ähnlich sein.

Speaker: Ähnlich sein.

Speaker: Ich gehe mal stark davon aus, also wirklich diese ganz bekannten Namen, vor allem eben in der Kinderbuchabteilung, die werden dann schon regelmäßig ausgetauscht.

Speaker: Und das ist dann ja auch das Positivbeispiel im Gegensatz zu dem, was wir gerade hatten, mit okay, manche Bücher werden halt ein paar Jahre nicht ausgeliehen, fliegen dann raus.

Speaker: Und es gibt Bücher, die werden so gut ausgeliehen, dass man sie immer und immer wieder neu kauft, obwohl sie schon ein bisschen was älter sind.

Speaker: Aber wie fliegen denn bei euch jetzt die Bücher raus?

Speaker: Also du hast ja schon gesagt, so viel Platz habt ihr jetzt auch nicht.

Speaker: Also ihr müsst ja auch aussortieren.

Speaker: Wie funktioniert das bei euch?

Speaker: Das ist auch jedem erstmal selber überlassen.

Speaker: Jeder guckt bei seinem eigenen Lektorat ein bisschen danach.

Speaker: Da gibt's verschiedene Faktoren für.

Speaker: Da gibt's erst mal die Ausleihzahl, die ist ja das Aussagekräftigste.

Speaker: Auch bei uns gilt natürlich, wenn jetzt ein Medium über ein paar Jahre wirklich ganz schlechte Zahlen macht, dann ergibt das einfach keinen Sinn, weil dann nimmt es Platz weg.

Speaker: Und das kommt ja auch dazu, mehr ist ja nicht immer mehr.

Speaker: Also manchmal ist es besser, einen guten, kleinen, übersichtlichen Bestand zu haben, als dass die Regale proppevoll sind.

Speaker: Und dann sieht es zwar nach viel aus, aber das meiste verstaubt und eventuell schreckt es sogar Leute ab, weil man keine Lust hat, ewig lange zu suchen und zu wühlen.

Speaker: Zum Beispiel zum Thema Renaissance.

Speaker: Dass alles, was wir im Bestand stehen haben, auch gut aussieht und man sich nicht davor fürchten muss, das jetzt mit nach Hause zu nehmen und irgendwie abends noch im Bett zu lesen.

Speaker: Genau, das sind so eigentlich die zwei Hauptfaktoren, nach denen man so geht.

Speaker: Und natürlich bei manchen Medien ist es dann auch die inhaltliche Aktualität.

Speaker: Also, wir haben da mal ein Video zu gemacht.

Speaker: Letzte Woche.

Speaker: Da hat der Azubi, Dad Flynn, bei den... Ich weiß gar nicht mehr, was die genaue Kategorie war.

Speaker: Da waren ganz viele PC-Bücher auf jeden Fall, wo er dann den Abgang gemacht hat.

Speaker: Und dann war da zum Beispiel ein Handbuch zu Skype.

Speaker: Es gibt Skype nicht mehr, wofür brauchen wir das Handbuch noch?

Speaker: Oder ein Buch über Webdesign aus 2009.

Speaker: Das sind dann Sachen, danach fragt, glaub ich, keiner mehr.

Speaker: Die können wir guten Gewissens in den Ruhestand schicken.

Speaker: Aber repariert ihr Bücher auch oder Medien auch?

Speaker: Ja.

Speaker: Das heißt, ihr seid auch noch handwerklich irgendwie unterwegs dann?

Speaker: Auf jeden Fall.

Speaker: Mir macht das tatsächlich sehr viel Spaß.

Speaker: Was heißt das?

Speaker: Also Schutzumschläge oder wie läuft das ab?

Speaker: Ich weiß, bei mir in Sigmaringen, die Bibliothek, mal vom Publikum abgesehen, war das wirklich, ich bin da durch und hab natürlich das Krimiregal insbesondere gescannt und hab zum Teil gedacht, ich bin grad in der Buchhandlung, weil da so viele wahnsinnig aktuelle Titel waren, die aber dann gerade so Taschenbücher alle nochmal so eine Folie drumherum hatten.

Speaker: Genau, also wir folieren tatsächlich auch eigentlich so gut wie alle Medien bei uns.

Speaker: Es gibt nur ganz wenige Ausnahmen, wo wir das nicht machen.

Speaker: Weil's einfach tatsächlich die Langlebigkeit erhöht.

Speaker: Und man kann die wieder abwischen und solche Geschichten, das ist sehr, sehr praktisch.

Speaker: Das heißt, die Folie, die ist schon dran, bevor das Buch überhaupt das erste Mal von irgendwem in die Hand genommen wurde.

Speaker: Das ist zum Beispiel so ein klassischer Schritt bei der Einarbeitung.

Speaker: Es ist dann so, wenn wir ein Buch reparieren wollen...

Speaker: Manche Sachen kann man natürlich einfach nicht reparieren.

Speaker: Das ist dann so, das muss man dann wegtun.

Speaker: Es gibt aber, das ganz berühmte Beispiel ist ja irgendwie, ein paar Seiten sind rausgerissen, weil der Leim einfach versagt hat.

Speaker: Oder dass zum Beispiel bei gebundenen Büchern dann irgendwie das einfach eingerissen ist oder solche Geschichten.

Speaker: Und da haben wir dann zum Beispiel Buchleim auch einfach vor Ort und leimen die Seiten halt eben wieder ein.

Speaker: Aber habt ihr das in der Ausbildung gelernt oder...

Speaker: Also wieso kann man sowas auf einmal?

Speaker: Ich habe da eine Kollegin, die macht das auch sehr, sehr gerne und die hat mir das dann direkt am Anfang beigebracht.

Speaker: Und das rotiert bei uns.

Speaker: Jede Woche ist jemand anderes dafür zuständig.

Speaker: Und dann guckt man am Ende der Woche, okay, was ist in der Kiste mit Sachen, die repariert werden müssen.

Speaker: Und dann macht man das fertig.

Speaker: Spannend.

Speaker: Ich würde ja gerne mal, also du hast verschiedene Aufgaben in der Bibliothek, aber uns oder mich interessiert ja vor allen Dingen deine Öffentlichkeitsarbeit.

Speaker: Also dieses Thema Öffentlichkeitsarbeit, war das sozusagen, hast du dir das selber geschnappt, das Thema, und hast gesagt, wir müssen da jetzt mal ein bisschen aktiver auf Instagram, TikTok, wo auch immer werden?

Speaker: Oder war das schon so bei dir angelegt, als du dann deine Vollzeitstelle übernommen hast, dass dann

Speaker: dein Chef, deine Chefin gesagt hat, Sam, du machst jetzt hier Öffentlichkeitsarbeit für uns, überleg dir mal ein Konzept.

Speaker: Wie lief denn das ab?

Speaker: Das war so ein schleichender Prozess.

Speaker: Also ich habe die Ausbildung angefangen und damals hat sich eine andere Kollegin noch um unsere Social Media Auftritte gekümmert.

Speaker: Und die hat dann auch relativ schnell gemerkt, dass ich das ganz gut finde und hat mich dann noch ein, zweimal damit eingebunden und mir hat das sehr viel Spaß gemacht.

Speaker: Ich habe ja auch eben einfach schon vor der Ausbildung ganz viel irgendwie im öffentlichen Bereich gemacht mit meinen YouTube-Videos und so und hatte dementsprechend ein bisschen Erfahrung.

Speaker: Und dann kam irgendwann der Punkt, wo diese Kollegin bei uns aufgehört hat zu arbeiten.

Speaker: Und dementsprechend war da dann ein Loch, was gefüllt werden musste.

Speaker: Ich war zu dem Zeitpunkt noch in der Ausbildung.

Speaker: Und dann habe ich das zunächst mit einer anderen Kollegin mehr oder weniger zusammen gemacht.

Speaker: Und wir haben beide so ein bisschen versucht, uns damit einzubringen, aber in der Ausbildung hat man dann auch einfach noch nicht so viel Zeit dafür.

Speaker: Ich hatte ja andere Sachen zu tun.

Speaker: Ich musste ja auch tatsächlich noch ein bisschen lernen, wie der Beruf funktioniert.

Speaker: Und auch diese Kollegin ist leider nicht mehr bei uns.

Speaker: Und dann war mehr oder weniger klar, okay, dann macht Sam das jetzt halt irgendwie alleine.

Speaker: Und das war dann so auch der Moment, wo unser Content-Wandel kam.

Speaker: Also auch wenn man sich so die ersten Sachen anguckt, bei denen ich mitgewirkt habe oder die ich dann auch selber gemacht habe, die waren von der Art her noch ganz, ganz anders als das, was heute auf dem Account stattfindet.

Speaker: Und dann kam der magische Moment, wo ich meine Chefin gefragt habe, hey, können wir nicht mal so drahtlose Mikrofone holen?

Speaker: Und das war der Moment, wo alles anfing und dann auch größer wurde langsam.

Speaker: Aber das ist doch auch unglaublich zeitaufwendig.

Speaker: Also du machst es ja quasi parallel oder neben deinem anderen Job oder deinem eigentlichen Job in der Bibliothek, oder?

Speaker: Also das ist ja, ich meine, so ein Video ist halt sehr aufwendig, bis man da mal eins fertig produziert und geschnitten hat.

Speaker: Also da können ja auch ein paar Stunden ins Land gehen.

Speaker: Kriegst du das alles unter einen Hut?

Speaker: Ich habe mich nur gefragt, wie du das machst.

Speaker: Das frage ich mich auch manchmal, weil es variiert natürlich so ein bisschen.

Speaker: Aber tatsächlich ist die Öffentlichkeitsarbeit, auch wenn es mein liebster Bereich ist, das, wo meistens am wenigsten Zeit von mir reinfließt.

Speaker: Also meine Hauptaufgaben, wir waren ja bei meinem Tag.

Speaker: Auch mal, wenn ich dann morgens anfange, ist erstmal Medien einstellen und dann passieren aber ganz, ganz viele andere Sachen eben.

Speaker: Also wie gesagt, ich sitze da im Service mehrfach die Woche und kümmere mich da um alle Angelegenheiten, die auf uns zukommen.

Speaker: Ich kümmere mich um die Onleihe, das wurde ja auch vorhin schon einmal erwähnt, da bin ich auch der Ansprechpartner.

Speaker: Ich plane die ganzen Veranstaltungen für die durch und solche Geschichten.

Speaker: Und dann so nebenher entstehen dann diese Videos tatsächlich.

Speaker: Hast du Social-Media-Tage oder Blogs jede Woche fest?

Speaker: Gar nicht, gar nicht.

Speaker: Also das ist auch das Gute oder das, was ich sehr, sehr schätze bei mir in der Bibliothek.

Speaker: Ich hab da völlig freie Hand.

Speaker: Also ich hab halt meine Aufgabenbereiche und ich soll mich um alles natürlich kümmern.

Speaker: Ähm...

Speaker: Und es ist auch zum Beispiel klar, dass die Social-Media-Arbeit jetzt nicht über der Veranstaltungsarbeit stehen kann.

Speaker: Also ich kann nicht sagen, hey, ich sitze hier grad an einem Video und dann sitzen da aber grad 20 Kinder und warten darauf, dass ich jetzt vorlese.

Speaker: Lest euch selber vor.

Speaker: Ähm...

Speaker: Aber wie ich das aufteile und wann ich wie was drehe, da hab ich komplett freie Hand.

Speaker: Und das ist da meistens relativ spontan.

Speaker: Und da ist, glaub ich, einfach das Gute oder das Gewinnbringende, dass ich das vorher schon so unfassbar viel gemacht hab und ich einfach extrem routiniert bin.

Speaker: Aber hattest du früher schon mal, das hab ich mir jetzt tatsächlich nicht angeguckt, mit so was, mal irgendwie mit so einem Erfolg wie jetzt mit einigen der Videos?

Speaker: Ich hatte erfolgreiche Sachen in der Vergangenheit, die ich gemacht habe, ja.

Speaker: Aber ich hatte immer das Problem, ich war nie derjenige, der dann konsequent dranbleibt.

Speaker: Also ich hatte zum Beispiel einen YouTube-Account, der lief dann irgendwann echt gut.

Speaker: Und da habe ich aufgehört.

Speaker: So, da habe ich dann auch irgendwie meine, was war das damals, keine Ahnung, so 200.000 Aufrufe im Monat gemacht.

Speaker: Und dann habe ich das aber auch am Nagel gehangen.

Speaker: Da sind wir ja schon beim Geldverdienen.

Speaker: Ja.

Speaker: Habe ich nie gemacht.

Speaker: Ich habe nie Geld mit den Sachen verdient.

Speaker: Ich war aber auch noch minderjährig zu dem Zeitpunkt, das wäre alles rechtlich voll schwierig gewesen.

Speaker: Und dann habe ich halt das ganze Know-how so ein bisschen auf die Bibliotheksvideos übertragen und so ein Video ist dann auch relativ schnell fertig eigentlich.

Speaker: Ich glaube, wir müssen mit dem einen Workshop bedienen.

Speaker: Weil Alex hat jetzt schon zwei Videos hochgeladen, aber wir kommen irgendwie nicht so richtig ran.

Speaker: Ich müsste mal Neues machen, was ich noch an.

Speaker: Aber die Zeit, die Zeit.

Speaker: Aber Sam, jetzt mal Hand aufs Herz.

Speaker: Ich habe es vorhin gesagt, du hast mit einzelnen Videos irgendwie 70.000 Menschen erreicht.

Speaker: Das ist ja für eine Stadtbibliothek alles andere als normal.

Speaker: Wie groß machst du dir selber Druck oder ist der Druck auch von irgendwie die Erwartungshaltung von deinen Kolleginnen?

Speaker: Mach mal wieder so eins, was so durch die Decke geht.

Speaker: Und ach nee, das hatte ich jetzt aber nur 2000.

Speaker: Naja, er lässt nach.

Speaker: Also von außen bekomme ich da gar keinen Druck.

Speaker: Das ist sehr, sehr angenehm.

Speaker: Also da habe ich noch nie irgendwie einen Kommentar zugehört oder so.

Speaker: Weil auch allen klar ist, dass es natürlich ein bisschen darauf ankommt, wie viel Zeit habe ich gerade.

Speaker: Und es ist auch einfach viel Glück.

Speaker: Also das muss man auch dazu sagen.

Speaker: Egal wie gut ein Video ist, am Ende entscheidet der Algorithmus, was damit passiert.

Speaker: Mhm.

Speaker: Man kann natürlich an vielen Stellschrauben arbeiten, damit die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass man Leute damit erreicht.

Speaker: Und ich würde jetzt einfach mal behaupten, wir sind da ganz gut drin geworden mit der Zeit, aber auch ich lade manchmal Sachen hoch und denke mir, also das ergibt gar keinen Sinn, dass das jetzt so wenig Zahlen gemacht hat.

Speaker: Aber da kann man mit leben.

Speaker: Ich selber mache mir schon Druck tatsächlich.

Speaker: Okay.

Speaker: Leittiere.

Speaker: Euch fehlen Tiere.

Speaker: Wir hatten jetzt im Verlag, hat mal einen Hund mitgemacht, direkt irgendwie dreimal so hoch wie Sonnen.

Speaker: Vielleicht braucht ihr so ein Dorstner Bibliotheksschwein oder so.

Speaker: Nee, Leittiere.

Speaker: Die Bormarschie.

Speaker: Kann man sich auch einen Hamster ausleihen.

Speaker: Ja.

Speaker: Ja, wie gesagt, Tiere sind leider bei uns nicht erlaubt.

Speaker: Das funktioniert leider nicht.

Speaker: Da müssen wir uns was anderes überlegen.

Speaker: Ihr könnt ja auch mal Handwerker-Videos probieren oder sowas.

Speaker: Da habt ihr die Sachen vor Ort.

Speaker: So benutzen sie unsere Bohrmaschine.

Speaker: Aber so das Klassische auf die Ideen kommen, das ist einfach so aus eurem Bibliotheksalltag oder beziehungsweise schaust du wahrscheinlich auch, was auf Social Media funktioniert und versuchst das sozusagen zu kombinieren.

Speaker: Wie funktioniert das, die Ideenfindung?

Speaker: Ich würd sagen, das ist ganz viel Bibliotheksalltag kombiniert mit meinem ADAS.

Speaker: Ich glaube, das ist auch ein Punkt, warum das mit den Videos so schnell geht.

Speaker: Weil ich einfach... Wenn ich eine Hyperfixation habe, bin ich da drin und dann donnere ich das durch.

Speaker: Und das ist, glaub ich, der große Win bei der Sache.

Speaker: Weil das Schwierigste ist meistens einfach eine Idee zu finden.

Speaker: Ich notier mir halt zwischendurch immer alles, was mir so einfällt.

Speaker: Und dann überleg ich kurz, hab eine grobe Idee in meinem Kopf, und dann machen wir das einfach.

Speaker: Das glauben vermutlich viele da draußen nicht, aber das Wenigste bei uns ist gescriptet.

Speaker: Das Meiste ist tatsächlich irgendwie authentisch.

Speaker: Ich hab drei Stichpunkte auf dem Zettel.

Speaker: Und dann improvisiert man das irgendwie so dahin und schneidet es so zusammen, dass es funktioniert.

Speaker: Aber ich glaube doch, dass man das schon merkt, dieses authentische, und das sind ja eben auch immer die Videos, die funktionieren.

Speaker: Je mehr das geskriptet ist, desto meistens funktioniert es dann nicht mehr so gut.

Speaker: Ich glaube, das ist das Schöne bei euch, dass es tatsächlich sehr natürlich wirkt.

Speaker: Aber sind deine Kollegen und Kolleginnen genervt, wenn du wieder mit einer Idee um dir kommst und die dann so denken, oh, jetzt kommt es.

Speaker: Und nicht nur mit einer Idee, auch mit der Kamera.

Speaker: Ja, ich habe keine Lust, schon wieder.

Speaker: Ich habe auch nicht die Haare.

Speaker: Also es ist natürlich so, nicht alle haben Lust dabei mitzuwirken, das respektiere ich auch total, also ich will da niemanden zu zwingen und vor allem darf man ja auch nicht vergessen, es ist mein Job, das zu machen, bei allen anderen ist es Zusatzaufwand, die müssen sich darum nicht kümmern, das heißt, da kommt es auch immer drauf an, wie viel haben die gerade überhaupt zu tun.

Speaker: Es gibt die beiden Azubis, die wir derzeit haben, Joshua und Flynn, die sind da immer super gerne mit dabei, die freuen sich immer.

Speaker: Grüße an der Stimme.

Speaker: Genau, die bringen auch sehr viel kreativen Input mit rein.

Speaker: Das ist sehr, sehr fantastisch, da mit Flynn zusammenzuarbeiten vor allem, weil Flynn inzwischen auch mega drin ist.

Speaker: Am Anfang hatte der auch wenig Lust da drauf und dann komme ich meistens mit einer Idee und wenn ich dann irgendwo hake oder so, dann steigt Flynn mit ein und ist so, ja, lass das doch mal so und so probieren und dann ergänzen wir uns da inzwischen sehr, sehr gut.

Speaker: Es gibt dann noch unseren stellvertretenden Chef, der Bernd, der auch gerne mit eingebunden wird, weil er einfach, ich finde, der beste Character auf unserem Account ist.

Speaker: Ich liebe alles, was mit Bernd zu tun hat auf diesem Account.

Speaker: Bernd ist aber auch ein sehr beschäftigter Mann, muss man dazu sagen.

Speaker: Das überrascht mich jetzt ein bisschen, dass der da so Spaß dran hat, um ehrlich zu sein.

Speaker: Also seine Antipathie, die in den Videos vorkommt, ist auch nicht nur gespielt.

Speaker: Er hat da nicht immer so viel Lust drauf und dann komm ich immer an mit dem Stativ und sag nur Bernd und dann verdreht er schon die Augen.

Speaker: Aber auch Bernd ist da super, super lieb und unterstützt mich da ganz viel, was ich sehr, sehr schön finde.

Speaker: Weil das ist der Punkt, auch wenn er da manchmal nicht so viel Lust drauf hat, versteht er halt, warum ich ihn frage und findet das cool, was ich mache und bringt sich dann halt trotzdem ein.

Speaker: Und das ist was sehr, sehr Schönes.

Speaker: Wie messt ihr denn Erfolg?

Speaker: Also sagen wir mal so, die Likes und Views ist ja auch schön, aber wenn keiner am Ende in die Bibliothek kommt, ist es ja auch irgendwie brotlose Kunst.

Speaker: Oder ist das Ziel dabei, also dass die Leute in die Bibliothek kommen oder geht es tatsächlich auch so ein bisschen, was wir auch hier machen, ein bisschen erklären, wie funktioniert eine Bibliothek?

Speaker: Was ist denn so der Anspruch dahinter?

Speaker: Was wollt ihr erreichen mit den Videos?

Speaker: Es ist, glaube ich, beides von dem, was du gesagt hast.

Speaker: Und ich glaube, das eine führt auch zum anderen.

Speaker: Und das ist, glaube ich, ein ganz spannender Punkt.

Speaker: Wir haben früher, mit früher meine ich so vor allem so bis vor zwei Jahren circa, genau das gemacht, was alle anderen auch gemacht haben.

Speaker: Das heißt, irgendwie viele Fotos gepostet mit einem Veranstaltungsplakat.

Speaker: Unsere Neuanschaffung in diesem Monat.

Speaker: Genau, solche Geschichten.

Speaker: Oder dann halt eben so einen dieser Trends bedient, die man so kennt.

Speaker: Auch da gibt es ja in der Buchwelt und der Bibliothekswelt Sachen, die dann losgetreten werden.

Speaker: Da macht das jeder einmal und das haben wir dann ganz viel gemacht.

Speaker: Dieses schlimme Gespräch, eine Kundin, die irgendwas fragt, man weiß aber genau, das ist auch nur eine Mitarbeiterin.

Speaker: Die spielen da gerade ganz schlecht einen Sketch und man möchte beide eigentlich nach Hause schicken.

Speaker: Mehr oder weniger ja.

Speaker: Wobei ich ja schon froh bin, wenn eine Bibliothek auf die Idee kommt, tatsächlich einen richtigen Sketch zu machen.

Speaker: Also inzwischen, ich finde, die Instagram-Bibliothekswelt wandelt sich in eine sehr, sehr gute Richtung.

Speaker: Als ich damit angefangen habe, sah das aber noch ganz anders aus.

Speaker: Also ich weiß noch, dass als wir diese Mikrofone angeschafft haben...

Speaker: es fast keine Bibliotheken gab.

Speaker: Jedenfalls hatte ich sehr wenige Bibliotheken auf meiner For You-Page, die so direkten Content gemacht haben.

Speaker: Es war viel distanzierter.

Speaker: Es waren wirklich, wenn, dann so Fotos von irgendwelchen Sachen oder eben diese klassischen Trends, wo dann meistens irgendein Lied drunter liegt und man irgendwas Albernes mitmacht, was ja auch gut und schön ist.

Speaker: Ich fand das aber wenig zielführend.

Speaker: Dann hatten wir auf einmal diese Mikrofone und ich hab mir überlegt, was will ich denn machen?

Speaker: Und das ist da eben die spannende Frage, okay, worauf wollen wir mit unserem Content hinaus?

Speaker: Und das war dann eben die Idee, okay,

Speaker: ich, und das ist ja das Lustige, ich bin nebenan zur Schule gegangen.

Speaker: Ich hatte 25 Meter Luftlinie zur Bibliothek.

Speaker: Neun Jahre lang.

Speaker: Ich war nicht einmal drin.

Speaker: Ich hatte keine Ahnung, was drin passiert ist.

Speaker: Und die Leute wollte ich abholen.

Speaker: Und dann war meine Idee, okay, ich muss eigentlich Content machen, um auch vor allem der jüngeren Zielgruppe das irgendwie näher zu bringen.

Speaker: Und irgendwie cool zu erklären, ey, was machen wir eigentlich?

Speaker: Und dass Bibliotheken ganz anders aussehen, als sie früher waren.

Speaker: Und das heißt,

Speaker: Wir versuchen jetzt natürlich Content zu machen, wo wir die Bibliothekswelt allgemein irgendwie ein bisschen humoristisch erklären wollen.

Speaker: Wir machen Content, wo wir dann aber natürlich auch unsere eigene Bibliothek ein bisschen mitbewerben wollen.

Speaker: Und dann führt das eine zum anderen, glaube ich.

Speaker: Man muss auch dazu sagen, am Ende des Tages...

Speaker: ist so eine Bibliothek ja nicht bis ins Unendliche skalierbar.

Speaker: Also niemand aus Köln wird jetzt sagen, hey, ich werde jetzt Leser in der Stadtbibliothek Dorsten.

Speaker: Das gibt ja gar keinen Sinn.

Speaker: Das ist aber auch das Schöne, weil die ganze Bibliothekswelt profitiert ja davon.

Speaker: Also auch wenn jetzt zum Beispiel Shoutout an die Stadtbibliothek Löhne.

Speaker: Ich finde, die machen sehr, sehr tollen Content.

Speaker: Die haben zwei junge Leute, die da in letzter Zeit angefangen haben, sehr, sehr schöne Videos zu posten.

Speaker: Und wenn jetzt jemand aus Dorsten deren Content sieht und sich denkt, ich könnte ja auch mal wieder in meine Bibliothek gehen, da profitieren ja alle von.

Speaker: Jetzt hören uns vielleicht ein paar Bibliotheksmitarbeiter zu, die jetzt auch alle sagen, ich will auch so Funkmikrofone.

Speaker: Jetzt mal ganz praktische Frage, wo bewegen wir uns finanziell?

Speaker: Du musst jetzt keine Marke und kein Modell nennen.

Speaker: Wir brauchen auch noch eine Kamera und ein Stativ.

Speaker: Was brauchen wir?

Speaker: Handy wahrscheinlich, Handy reicht.

Speaker: Und jetzt das Mikro.

Speaker: Wo sind wir da finanziell?

Speaker: Von bis, ich weiß jetzt nicht genau, wie die Qualität von etwas günstigeren ist.

Speaker: Unser Setup hat knapp unter 200 Euro gekostet, das weiß ich noch.

Speaker: Aber dann auch für zwei Funkmikrofone und einen Empfänger.

Speaker: Das heißt, zwei Leute können gleichzeitig reden.

Speaker: Und ich würde behaupten, das waren die besten, weiß ich nicht, 180 Euro für die Social-Media-Arbeit, die wir jemals investiert haben.

Speaker: Weil ansonsten wäre alles, was danach passiert ist, niemals geschehen.

Speaker: Mhm.

Speaker: Hat eigentlich das Tourismusbüro Dorsten bei euch schon mal angerufen?

Speaker: Ich könnte mir auch vorstellen, die haben so ein Etat und bemühen sich da ab und schicken da irgendwelche Drohnen über die Stadt, um das attraktiv zu machen und dann sehen die, ach Mensch, die da nebenan machen mit 180 Euro, machen die uns relativ bekannt.

Speaker: Bis jetzt hab ich keine Anfrage erhalten.

Speaker: Schön dumm, würd ich sagen.

Speaker: Es ist aber auch natürlich so, und das ist ja die Krux bei der Social-Media-Arbeit, das funktioniert eben nicht nur durchs Equipment, sondern du brauchst halt auch Leute, die da wirklich Bock drauf haben und auch so stattfinden wollen.

Speaker: Ich bin auch in Austausch mit anderen Bibliotheken, natürlich, klar, alleine durch meine Ausbildungszeit.

Speaker: Ich unterhalte mich ganz viel mit den Leuten noch und da ist auch eine Kollegin, die jetzt in einer anderen Bibliothek arbeitet und auch meinte, ja, bei uns, wir würden auch gerne anderen Content umsetzen, aber dann will da halt niemand so vor der Kamera stattfinden.

Speaker: Mhm, mhm.

Speaker: Oder, und das ist auch nochmal ein Problem, wofür ich jetzt endlich eine Plattform habe, um es mal öffentlich zu adressieren, die ganzen Städte müssen mal entspannter werden.

Speaker: Also das macht mich wirklich spannend.

Speaker: Die ganzen Städte und Kommunen müssen mal ein bisschen entspannter werden, was ihren öffentlichen Auftritt angeht.

Speaker: Also da haben wir, und da muss ich wirklich sagen, ein ganz, ganz großes Dankeschön, ein Riesenprivileg.

Speaker: Ich hatte von Anfang an inhaltlich freie Hand.

Speaker: Also du meinst wirklich ein bisschen thematisch lockerer?

Speaker: Genau, also bei uns, natürlich gibt es zwei, drei Sachen, die ich jetzt vielleicht nicht in einem Video machen sollte.

Speaker: Das ist dann aber auch Sachen, die uns allen bewusst sind.

Speaker: Und ansonsten hat mir nie jemand reingeredet und gesagt, hey, du musst jetzt aber das so und so machen und den Witz darfst du nicht bringen oder so.

Speaker: Und mir wurde von Anfang an vertraut.

Speaker: Ich habe mich auch ein, zwei Mal mit dem Bürgermeister darüber unterhalten.

Speaker: Er findet das auch ganz toll, was wir da machen.

Speaker: Und in anderen Städten ist das nicht so.

Speaker: Und ich verstehe das nicht.

Speaker: Also, weil dann ist es okay, aber die Stadtbibliothek muss im Corporate Design posten.

Speaker: Und das muss alles von der Pressestelle abgenommen werden.

Speaker: Und das ist ja... Also, ich verstehe, dass man im öffentlichen Dienst auf gewisse Sachen achten muss.

Speaker: So, weil wir natürlich nun mal auch einfach durch Steuergelder finanziert werden.

Speaker: Wir können uns nicht alles erlauben, natürlich.

Speaker: Ähm...

Speaker: Aber es ist mir schon so oft der Satz gesagt worden, Content, wie ihr es macht, dürften wir nicht machen.

Speaker: Aber an wen interessierst du jetzt dann diesen Appell?

Speaker: Das heißt, das ist ja nicht die Bibliotheken, sondern da gäbe es ja wahrscheinlich sogar wirklich Menschen, die darauf Bock hätten, sondern das sind dann die Landräte, die Bürgermeister, die Kommunen.

Speaker: Genau, also ich weiß jetzt, ich bin da jetzt nicht der Experte drin, wer diese Dinge entscheidet.

Speaker: Aber die Bibliothek ist da natürlich untergeordnet.

Speaker: Wir sind eben ein, wir sind Teil eines Amtes einer Kommune und müssen da dann halt irgendwie uns den Regeln nachrichten.

Speaker: Und wie gesagt, in Dorsten ist das sehr, sehr entspannt und alle sind da sehr wohlwollend.

Speaker: Und ich verstehe nicht, warum es woanders nicht so ist.

Speaker: Vor allem, weil man ja sieht, dass es funktioniert.

Speaker: Jetzt hatten wir Servicezeit-Bibliotheken, die wissen jetzt, was sie für Mikro kaufen.

Speaker: Aus purem Eigennutz machen wir nochmal Servicezeit-Verlage.

Speaker: Wenn du dir jetzt von Verlagen was wünschen dürftest, um eure Arbeit leichter zu machen, was wäre das?

Speaker: Das ist eine gute Frage, weil ich selber eben außerhalb des Manga-Lektorats nicht so viel eben mit den ganzen Verlagen zu tun habe.

Speaker: Deswegen fällt mir da tatsächlich gerade nicht viel.

Speaker: Ich weiß nicht, die kann ja besserer Leim in der Herstellung.

Speaker: Zum Beispiel, es gibt, boah, ich habe einen Hasskick auf Fadenbindung.

Speaker: Also das Problem ist, also ich verstehe, dass man, Fadenbindung ist ja vor allem bei eben den Kinderbilderbüchern.

Speaker: Das Problem ist aber auch, Fadenbindung können wir nicht neu zusammenleimen.

Speaker: Also wenn die aufgerissen ist, dann ist die hin.

Speaker: Die Reparierbarkeit ist da leider einfach nicht gegeben.

Speaker: Da muss es doch irgendwas Besseres geben.

Speaker: Und ganz berühmt, und da haben wir jetzt wieder so einen Full-Circle-Moment.

Speaker: Ihr habt vorhin das Video angesprochen, wo diese Tiptoe-Bücher aus dem 3D-Drucker repariert wurden.

Speaker: Genau, das ist diese ganz berühmte Ringbuchheftung.

Speaker: Die geht super einfach kaputt.

Speaker: Ähm, auch gerne fixen.

Speaker: Es gibt aber eben eine Bibliothek, hat sich da reingehangen und reingefuchst und hat jetzt so eine Vorlage öffentlich gestellt.

Speaker: Äh, und dann kann man einfach einen Teil im 3D-Drucker ausdrucken und das damit reparieren.

Speaker: Es wär aber schöner, wenn's einfach grundsätzlich nicht kaputtgehen würde.

Speaker: Mhm.

Speaker: Kann ich Tipptoy-Bücher also auch bei euch abgeben?

Speaker: Hätte ich auch noch ein paar.

Speaker: Tatsächlich, weil das Problem ist, viele davon gibt's auch einfach nicht mehr.

Speaker: Und das ist dann super schade, wenn irgendein Buch einfach komplett verschwindet, obwohl's nachgefragt ist.

Speaker: Genau, das ist auch so ein Ding, die Verfügbarkeit stört mich manchmal sehr.

Speaker: Ich find's sehr, sehr schade, dass sehr, sehr gute Bücher manchmal schon nach sehr kurzer Zeit gefühlt wieder verschwinden.

Speaker: Ich hab neulich erst versucht, ein paar Bücher aus meiner Jugend nachzukaufen, und das geht einfach nicht.

Speaker: Und das find ich dann immer sehr schade, weil Sachen ja auch für die Nachwelt erhalten bleiben sollen.

Speaker: Dürftet ihr eigentlich auch gebrauchte Bücher anschaffen?

Speaker: Grade jetzt so ein Kinderbuch aus deiner Jugend, wo du sagst, das möcht ich unbedingt im Bestand haben, es wird aber nicht mehr aktuell verlegt, dass du das dann irgendwie bei ZVAB oder Mumox kaufst?

Speaker: Würde auch gehen, theoretisch.

Speaker: Macht man halt sehr, sehr selten.

Speaker: Weil eben ja auch die Sache ist, vor allem bei so Kinderbüchern oder so, gibt's so viele neue Sachen.

Speaker: Da ist dann immer die Frage, lohnt sich das jetzt?

Speaker: Aber das machen wir zum Beispiel sehr gerne, wenn ein Buch so beschädigt ist, dass es aus dem Bestand fliegen muss und das irgendein Leser kaputt gemacht hat.

Speaker: Dann sagen wir halt, hey, das müsste einmal bitte gebraucht ersetzt werden.

Speaker: Wenn's das nicht mehr neu gibt, so, einmal bitte bestellen.

Speaker: Und dann haben wir das dann halt wieder im Bestand, bis auch das wieder kaputt ging.

Speaker: Ich möchte gerne noch an einen Punkt anstupsen, aber ich habe auch Verständnis, wenn du da gar nicht tiefer reingehen willst, weil du sagst, dann steht morgen wieder Bürgermeister da und du bist entlassen.

Speaker: Du hast das vorhin ganz charmant gesagt, als es auch um die ganze Anschaffung der Bücher ging.

Speaker: Ja, wir haben ja auch ein Platzproblem.

Speaker: Irgendwann ist ja der Platz ausgeschöpft.

Speaker: Im Zweifel habt ihr doch aber wahrscheinlich, also ihr wärt die einzige Kommune Deutschlands, bei der es anders ist, habt ihr doch wahrscheinlich auch ein Budgetproblem.

Speaker: Ihr könnt doch nicht einfach alles das kaufen, was ihr wollt, oder?

Speaker: Also irgendwann ist natürlich das Geld erschöpft, klar.

Speaker: Und man muss da sehr vorsichtig in die Zukunft gucken.

Speaker: Und das ist auch ein Thema, was man sehr, sehr schön hier einmal ansprechen kann.

Speaker: Das ist sehr, sehr schade, dass es nicht so ist.

Speaker: öffentliche Bibliotheken sind bis heute eine freiwillige Einrichtung.

Speaker: Und das ist ein Riesenproblem.

Speaker: Weil, und das passiert jetzt natürlich nicht einfach so, aber in der Theorie könnten halt von heute auf morgen gesagt werden, okay, wir müssen krasse Einsparungen machen.

Speaker: Das fällt jetzt einfach weg.

Speaker: Weil natürlich ist es so...

Speaker: wenn Geldprobleme da sind, ist ja ganz logisch, wird irgendwann natürlich sehr schnell da angesetzt, wo Sachen freiwillig sind.

Speaker: Ja.

Speaker: Oder auch ein bisschen variabel.

Speaker: Bei euch sind natürlich dann die Kosten nicht so gebunden.

Speaker: Da kann man einfach sagen, nächstes Jahr spart mal 30 Prozent ein.

Speaker: Das geht natürlich bei irgendwelchen Personalkosten nicht so ohne weiteres.

Speaker: Das ist einfach ein grundsätzliches Problem in der Bibliothekswelt und es ist sehr, sehr schade, weil viele Bibliotheken dementsprechend auf sehr wackeligen Beinen stehen.

Speaker: Und es schon, man hört immer wieder in der Bibliothekswelt, dass Etatkürzungen immer wieder kommen.

Speaker: Dass keine neuen Leute eingestellt werden können und solche Geschichten.

Speaker: Damit habe ich eigentlich auch ein bisschen bei dir jetzt gerechnet.

Speaker: Ich war mehr auf Jammern eingestellt.

Speaker: Ich bin noch ganz frisch meiner Eindrücke von der Frankfurter Messe, wo wieder wahnsinnig viele...

Speaker: wahnsinnig freundliche Frauen in der Regel vor einem stehen und um Leseexemplare bitten, weil sie sagen, wir sind irgendwie nur eine kleine Bibliothek und wir haben nicht so ein Budget zum Einkaufen und wir dann immer abwägen müssen, dass wir einerseits diese Bibliotheken unterstützen wollen und dass das natürlich irgendwie

Speaker: wir auch für ein sehr ehrenhaftes Ziel halten.

Speaker: Andererseits muss man aber eben auch sagen, dass wir Verlage eben auch vom Verkaufen der Bücher leben und nicht von Spenden an Bibliotheken.

Speaker: Und dann ist das wirklich immer so eine heikle Geschichte.

Speaker: Aber schön zu hören, dass es offenbar auch ein bisschen entspannter gehen kann, wenn man offenbar eine Politik im Landkreis hat, die das vielleicht ein bisschen wichtiger erachtet als woanders.

Speaker: Also der Transparenz halber muss man natürlich sagen, ich kenne die Zahlen nicht.

Speaker: Also ich weiß nicht, wie viel Etat wir für was haben.

Speaker: Aber wir gehen mal davon aus, wenn es bei euch an den Spannungen ist, wer hättest du es mitbekommen?

Speaker: Also Stand jetzt konnten wir alles, was wir irgendwie wichtig fanden, irgendwie umsetzen.

Speaker: Man kann ja auch viel hin und her tricksen eben durch Förderung.

Speaker: Tricksen hast du nicht gesagt, du meintest...

Speaker: Budgets schieben.

Speaker: Und das ist sehr, sehr schön und sehr wichtig, dass es das gibt.

Speaker: Es wäre aber eben noch schöner, wenn, weil Bibliotheken eben so eine meiner Meinung nach unfassbar wichtigere gesellschaftliche Rolle einnehmen und es immer mehr tun.

Speaker: Also die Tendenz geht ja zu, wir machen immer mehr, dass es eben auch gesetzlich verankert ist, dass Bibliotheken da ein bisschen entspannter aufatmen können.

Speaker: Ja, das nehmen wir alle mit.

Speaker: Bevor wir zum Abschluss kommen, letzte Frage, die wir an dich haben.

Speaker: Was würdest du sagen ist das größte Missverständnis, was du immer wieder erklären musst über die Arbeit in der Bibliothek, über dem, was so die Menschen landläufig von deinem Tag denken?

Speaker: Also die meisten Menschen denken tatsächlich, wir räumen da einfach nur ein paar Bücher hin und her und lesen ganz viel.

Speaker: Und die Sichtbarkeit von dem Ganzen drumherum, die ist einfach nicht da.

Speaker: Also auch allen Leuten in meinem Umfeld musste ich einmal erklären, was ich irgendwie mache.

Speaker: Auch, dass ich Social Media für eine Bibliothek mache, war da irgendwie ein großes Ding.

Speaker: Dann wurde gefragt, wofür braucht eine Stadtbibliothek denn Social Media?

Speaker: Und dann meinte ich, genau dafür.

Speaker: Also wirklich genau einfach nur dafür, dass die Menschen irgendwie verstehen, was sich alles gewandelt hat und wie die Bibliothekswelt heute aussieht.

Speaker: Das ist, glaube ich, so die größte Differenz in dem Bereich.

Speaker: Also die Vielfalt ist den Menschen einfach nicht bewusst und die kreativen Möglichkeiten.

Speaker: Ja.

Speaker: Es klingt wahnsinnig spannend.

Speaker: Ich hab jetzt ein bisschen Lust.

Speaker: Ich möchte nicht die Gesellschaftsspiele kontrollieren, aber der Rest klingt gut.

Speaker: Vielleicht haben wir ja auch zwei, drei Leute da auch noch animiert, da mal über das nachzudenken.

Speaker: Wie hast du's genannt?

Speaker: Fami nennt ihr euch kurz vorm.

Speaker: Genau, das ist dann der Ausbildungsberuf.

Speaker: Es gibt auch noch eben den klassischen Bibliothekar, das wäre dann das Studium.

Speaker: An der Stelle, ich will es nur kurz einwerfen, liebe Leute, reformiert bitte dieses System, weil das ist ziemlicher Quatsch.

Speaker: Weil es gibt einen riesigen Mangel an Bibliothekaren.

Speaker: Niemand möchte Bibliothekar sein heutzutage, weil der Studiengang nur ganz selten angeboten wird.

Speaker: Super langes, super zäh.

Speaker: Und ich will ja den Beruf des Bibliothekars gar nicht kleinreden, aber zum Beispiel bei uns, wir haben nur eine einzige Bibliothekarin und das ist unsere Bibliotheksleitung.

Speaker: Und wir alle anderen sind Famis.

Speaker: Und unsere Bibliothek funktioniert ja auch irgendwie.

Speaker: Ich finde, an diesem System muss irgendwas geändert werden, weil auch ich überlegt habe, mich höher qualifizieren zu lassen.

Speaker: Ich würde sehr gerne Bibliotheker sein.

Speaker: Ich kann es aber nicht werden, weil ich es nicht als Fernstudium vernünftig umsetzen kann.

Speaker: Ich habe jetzt auch wenig Lust, meinen Job aufzugeben und für dreieinhalb Jahre nach Köln zu ziehen.

Speaker: Das ist jetzt nicht so meine Idee von meinem Leben.

Speaker: Insgesamt schon, ja.

Speaker: Also es gibt sehr viel immer noch, also die Bibliothekswelt, das ist, glaube ich, ein ganz guter Schluss, ist sehr viel im Wandel.

Speaker: Es muss sehr viel aber auch immer noch modernisiert werden.

Speaker: Also es ist noch viel Potenzial nach oben bei so ein paar Sachen.

Speaker: Also wir fassen zusammen, bei euch ist ein familiäres Umfeld.

Speaker: Oh Gott.

Speaker: Ich fand den super.

Speaker: Danke, immerhin eine.

Speaker: So Sam, und jetzt ist es obligatorisch und du hast heute die Schwierigkeit, du musstest aus 70.000 Büchern eins auswählen, was du uns mitbringst als Buchempfehlung.

Speaker: Und damit wollen wir zum Ende kommen.

Speaker: Was hast du uns mitgebracht?

Speaker: Also, ich hab euch nicht nur ein Buch mitgebracht, sondern 28, und zwar eine Manga-Reihe.

Speaker: Das geht jetzt noch vier Stunden weiter.

Speaker: Nein, aber tatsächlich gibt es meine Buchreihe nicht mal bei uns.

Speaker: Das ist nämlich der Punkt, wo ich gerade über die Verfügbarkeit gesprochen habe.

Speaker: Es ist meine absolute Lieblingsreihe, und zwar heißt sie... Die gibt's nicht zu kaufen, oder was?

Speaker: Das ist doch jetzt doof.

Speaker: Die gibt es noch zu kaufen und ich habe, also auf dem Gebrauchtmarkt kriegt man die noch und ich habe die Hoffnung, vielleicht hier den Trend loszutreten, dass es endlich ein Reprint gibt und es das wieder zu erhalten gibt.

Speaker: Das wäre sehr schön.

Speaker: Jetzt machen wir auch einen Aufruf an den Verlag, weil manchmal haben die vielleicht sogar noch einmal die Reihe.

Speaker: Ich überlege gerade, wer es verlegt hat.

Speaker: Ich glaube, es war... Ich glaube, es ist Eggmund gewesen.

Speaker: Ich kann nachgucken.

Speaker: Alex, jetzt setz dich doch mal bitte dafür ein.

Speaker: Es ist...

Speaker: Es ist Egmont.

Speaker: Ja, okay.

Speaker: Hausaufgaben nehme ich mir mit, gut.

Speaker: Da haben wir Kontakte, glaube ich.

Speaker: Ja.

Speaker: Also es ist eine ganz fantastische Reihe, die super viele schöne Sachen miteinander vereint.

Speaker: Es ist romantisch, es ist herzerreißend, es ist actionreich, es ist lustig.

Speaker: Ganz grob umrissen geht es einfach nur um einen Jungen, der ein Mädchen ganz toll findet und andersrum auch.

Speaker: Aber bevor sie es sich gegenseitig sagen können, verliert sie ihre Seele, die in Form von ganz vielen Federn in verschiedenen Dimensionen verstreut ist.

Speaker: Und er muss sich aufmachen, all diese Federn wiederzufinden, kann das aber nur, wenn er einen ganz bestimmten Preis dafür zahlt.

Speaker: Und das ist, dass sie sich nie wieder an ihn erinnern kann.

Speaker: Das ist eine ganz, ganz tolle Geschichte, die sehr, sehr berührt, einem sehr, sehr nahe geht, aber auch für sehr viele, sehr wholesome Momente sorgt.

Speaker: Und jetzt kommt das Krasse, ich habe sie empfohlen, obwohl ich das Ende nicht mal kenne, weil ich über Jahre gebraucht habe, mir alle Bände mal zu einem vernünftigen Preis kaufen zu können.

Speaker: Und ich habe mich noch nicht getraut, das Finale zu lesen.

Speaker: Weil du Angst hast, enttäuscht zu werden?

Speaker: Nein, ich möchte erst mal wissen, wie es heißt.

Speaker: Reservoir Chronicle heißt es.

Speaker: Okay.

Speaker: Ich hab ein bisschen Angst vor dem Ende.

Speaker: Also ich weiß grob, was passiert, weil Klein Sam sich natürlich damals dachte, ich muss das jetzt googeln.

Speaker: Es ist tatsächlich der erste Manga, den ich so wirklich in der Hand hatte.

Speaker: Und ich hab ganz viele Tattoos davon.

Speaker: Ich liebe es, ich kann es allen nur empfehlen.

Speaker: Und wenn man nicht an den Manga kommt, es gibt eine Anime-Adaption, die man streamen kann.

Speaker: Die umfasst leider nicht die ganze Geschichte, sondern nur, ich glaub, die erste Hälfte oder so.

Speaker: Aber ist auch sehr, sehr schön, kann man sich sehr gut anschauen.

Speaker: So, aber jetzt hören uns auch Buchhandlungen zu und die denken, ja toll, der empfiehlt mir jetzt was, das kann ich noch nicht mal irgendwie meinen Kunden weiterverkaufen.

Speaker: Jetzt sag noch was, was jeder Buchhändler sich über das Basel-Dream in ganz Flix ziehen kann, wo du sagst, das soll jede Buchhandlung für einen Kunden.

Speaker: Alex, ich gehe eigentlich davon aus, dass du dich ab morgen dafür einsetzt, dass der Nachdruck angestoßen wird.

Speaker: Ich hab auch eine Empfehlung, die kennt vermutlich schon so gut wie jeder, weil es einfach ein sehr, sehr berühmter Autor hierzulande ist.

Speaker: Aber es hat mich auch sehr, sehr bewegt.

Speaker: Und zwar ist es Regen von Ferdinand von Schirach.

Speaker: Ich fand das sehr, sehr stark.

Speaker: Mhm.

Speaker: Damit können auch die Buchhörner was anfangen.

Speaker: Vielen Dank.

Speaker: Vielen Dank erst mal, Sam, dass du dir die Zeit genommen hast.

Speaker: Aber auch Tina hat was mitgebracht.

Speaker: Und ich hoffe, das ist lieferbar.

Speaker: Das ist lieferbar, das ist nämlich ganz neu.

Speaker: Und ich möchte damit einsteigen, dazu eine Geschichte zu erzählen, wie ich zu diesem Buch gekommen bin.

Speaker: Denn es ist ein Hoch auf die Handelsvertreter.

Speaker: Ich war durch Zufall auf der Messe beim Hansa-Stand, beziehungsweise habe am Vortag ungefähr anderthalb Minuten einen Menschen kennengelernt, der für Hansa Handelsvertreter ist.

Speaker: Und es war im Vorbeigehen, es war...

Speaker: Ich möchte fast sagen, ein Kennenlernen auf den ersten Blick.

Speaker: Jürgen Fiedler wurde mir vorgestellt und ich war aber im Run auf der Messe und habe nur gesagt, ja, ja, man sieht sich ja noch.

Speaker: Und am nächsten Tag war es tatsächlich so, ich war ein paar Minuten früher auf der Messe und bin bei Hansa schon mal schnuppern gegangen.

Speaker: Und dann saß er da und sagte, Mensch, du hier.

Speaker: Und wir haben uns vom Vortag so nett unterhalten.

Speaker: Und er hat, glaube ich, keine fünf Minuten gebraucht, um zu wissen, was ich gerne lese.

Speaker: Und hat mir drei Bücher in die Hand gedrückt, weil er sagt, das solltest du unbedingt gelesen haben.

Speaker: Und das erste Buch, was er mir empfohlen hat, ist von Manik Sarkan Ochsenkopf.

Speaker: Und es ist das ganze Gegenteil von dem, was du gerade gesagt hast.

Speaker: Da ist nichts cozy, da ist nichts romantisch.

Speaker: Es geht um einen Metzger.

Speaker: Und dieser Mensch heißt Rensing und er ist...

Speaker: mit Herz und Blut quasi Metzger und hat den Handwerksberuf von seinem Vater und seinem Urgroßvater übernommen und übernimmt irgendwann auch die Metzgerei und ist wortwörtlich ein Ochsenkopf auch hinter der Theke, denn er hat einen Plan und er hat eine Vision und lernt auch eine Frau kennen, die hat ein bisschen mehr Geschäftssinn als er und das große Drama beginnt, als ein Supermarkt im Dorf eröffnet.

Speaker: der natürlich Billigfleisch anbietet.

Speaker: Alles in allem wird es ein bisschen zu einem, wie soll ich sagen, großem Drama zwischen diesem Metzger und seiner Liebe zu seinem Beruf und diesem Supermarkt.

Speaker: Es ist nichts für Vegetarier und Veganer.

Speaker: Also dieser Beruf des Metzgers wird wirklich vollkommen ausgelebt.

Speaker: Es hat so ein bisschen was von Parfüm, dass der Protagonist quasi so sich vollkommen reinsteigert in dieses Miquet.

Speaker: Aber es war ein sehr guter, geschriebener Roman.

Speaker: Und auch das Ende ist ziemlich überraschend.

Speaker: Einfach meine Empfehlung und ein Hoch auf die Handelsvertreter.

Speaker: Die seien an dieser Stelle auch gegrüßt, die Handelsvertreter.

Speaker: Vielen Dank, Tina.

Speaker: Wir kommen zum Ende.

Speaker: Sam, letzte Frage an dich.

Speaker: Aus pur am Eigennutz.

Speaker: Wenn ich jetzt die Ausleihfrist verpennt habe...

Speaker: gibt's da Spielraum, gibt's da irgendeine Ausrede, mit der man euch bezürzen kann und dann sagt, ja, es gibt her und gut ist?

Speaker: Äh, jein.

Speaker: Also es sind sowieso ein paar Tage Karenz dazwischen.

Speaker: Also wenn man einen Tag zu spät ist, dann entsteht da sowieso noch keine Mahngebühr.

Speaker: Man muss sich jeden Fall individuell anschauen.

Speaker: Aber auch nur in der Stadtbibliothek Dorsten.

Speaker: Ich weiß nicht, in der Bibliothek Jena.

Speaker: Aber es gibt doch bestimmt sowas, wo ihr dann irgendwie sagt, ja, ne, ne, ne,

Speaker: Alex, du musst einfach deinen Hund mitbringen.

Speaker: Hund war krank.

Speaker: Hund war krank, leider erst heute.

Speaker: Ja, und bringst ihn mit und dann sind sie alle, oh ja, ist auch süß.

Speaker: Ja, aber den darf ich ja nicht mit reinbringen, ist ja wieder verboten.

Speaker: Also das Problem ist ja, es gibt ja das Internet, man kann Sachen online verlängern, jeder kann die Fristen jederzeit einsehen.

Speaker: Das macht es tatsächlich einfach ein bisschen schwierig, aber natürlich gibt es dann durchaus manchmal Momente, wo man sagen muss, okay,

Speaker: da konntest du jetzt grade wirklich nichts für, das kriegen wir schon irgendwie hin.

Speaker: Vor allem, wenn wir dann... Das weiß ich noch, ich hatte mal eine sehr aufgelöste Dame am Telefon, die schon älter war, die im Krankenhaus lag für eine längere Zeit.

Speaker: Und dann sich natürlich nicht darum kümmern konnte.

Speaker: Da hat man dann natürlich schon Verständnis und kann sagen, okay, das war jetzt hier kein mutwilliger Verstoß oder so, sondern es ging einfach nicht anders.

Speaker: Aber trotzdem immer bitte für die anderen Leute auch.

Speaker: Alex, für dich ist die Antwort Koma.

Speaker: Koma ist erlaubt als Ausredner.

Speaker: Ich halte die Fristen ein, ich habe verstanden.

Speaker: Okay.

Speaker: Sam, ganz, ganz herzlichen Dank, dass du dir...

Speaker: auch abends noch die Zeit genommen hast, muss man auch mal sagen.

Speaker: Wir haben jetzt nach deinem Feierabend aufgenommen.

Speaker: Danke, Antina und Andi.

Speaker: Und ich würde sagen, wir melden uns jetzt alle in der Bibliothek an, eures Ortes.

Speaker: Man kann auch, kleiner Tipp, man kann auch sich eine größere Stadt suchen, wenn man an E-Books interessiert ist.

Speaker: Ich sag's nur.

Speaker: Weil die ja auch einen größeren Bestand eventuell haben.

Speaker: Wobei die kleineren Städte in Verbünden, naja, ist eine extra Geschichte, sprechen wir irgendwann drüber.

Speaker: Vielen Dank erstmal und bis zum nächsten Mal.

Speaker: Macht's gut.

Speaker: Tschüss.

Speaker: Tschüss.

Speaker: Tschüss.

Speaker: Ciao.

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