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Episode 14: Kindererziehung in der DDR

Gespräche mit Opa - Krieg, DDR und Wendezeit
In dieser Folge erzählt Opa Hans uns davon, wie das Thema Kindererziehung in der DDR aussah.  Bei Fragen an Opa Hans oder Feedback, gerne eine Mail an schulztim91@gmail.com schicken.

Transcript

Speaker: Herzlich Willkommen zum Podcast Gespräche mit Opa.

Speaker: Mein Name ist Tim, ich lebe seit sieben Jahren in Schweden und ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, das Leben meines Opas in einem Podcast festzuhalten.

Speaker: Opa Hans hat alle wichtigen Phasen der jüngsten deutschen Zeitgeschichte miterlebt und kann daher einiges davon erzählen, wie die Zeit während und nach dem Zweiten Weltkrieg aussah, wie das Leben der Menschen in der DDR vonstatten ging und wie er sich nach der Wende an ein neues, kapitalistisches Leben gewöhnen musste.

Speaker: Viele von uns, die nach der Wende geboren wurden, können sich oftmals kaum noch ausmalen, wie anders das Leben in den 1940ern bis 1980ern eigentlich aussah.

Speaker: Fernab von Netflix, iPhones und Supermärkten, in denen man alles kaufen kann, was die Welt hergibt.

Speaker: Jetzt wünsche ich euch viel Spaß bei der heutigen Episode mit Opa Hans.

Speaker: Hallo Opa, geht es dir gut?

Speaker: Ja, mir geht es sehr gut.

Speaker: Und dir auch?

Speaker: Ja, mir auch.

Speaker: Wir haben ja hier gerade noch ein bisschen technische Probleme gehabt, aber jetzt soll es mal wieder losgehen.

Speaker: Aber jetzt kriegen wir das hin.

Speaker: Sehr schön.

Speaker: Leider sehe ich dich nicht.

Speaker: Ja, aber... Aber das ist egal.

Speaker: Wir haben uns ja letzte Woche gerade erst gesehen, zum Glück.

Speaker: Ja.

Speaker: Ja, leider war ich ja dieses Jahr Weihnachten nicht zu Hause, aber wie gesagt, jetzt nochmal nach Neujahr ein paar Tage wenigstens.

Speaker: Richtig, inzwischen hast du Geburtstag gehabt und bist ein bisschen älter geworden.

Speaker: Das stimmt, ja.

Speaker: So jung bin ich nicht mehr mit 33.

Speaker: Nee, aber relativ jung gegen mich bist du gut.

Speaker: Ja, relativ, ja.

Speaker: Wir haben uns ja jetzt schon seit, ich glaube, August nicht mehr gehört.

Speaker: Ja.

Speaker: Aber ja, ist einiges los gewesen bei uns beiden, würde ich sagen.

Speaker: Richtig, richtig.

Speaker: Es wurde Zeit, dass wir mal wieder in Verbindung getreten sind und einen neuen Podcast aufnehmen.

Speaker: Ja, absolut.

Speaker: Ich freue mich auch schon sehr auf unsere Reise, die bald ansteht.

Speaker: Hatten wir, glaube ich, schon mal erwähnt vor einem halben Jahr, dass wir jetzt Ende Februar zusammen auf die Philippinen fliegen.

Speaker: In die Philippinen fliegen.

Speaker: Da freue ich mich auch schon.

Speaker: Mit Enkel und Urenkel.

Speaker: Ja.

Speaker: Genau.

Speaker: Ich bin gespannt, wie wir das alles meistern mit schönen langen Flügen über zehn Stunden und so weiter.

Speaker: Aber das haben wir ja schon mal damals nach Neuseeland geschafft.

Speaker: Und da ist Sommer.

Speaker: Genau, 30 Grad, 28 Grad, das wird schon schön.

Speaker: Ja, ja, ja.

Speaker: Naja, ja, für heute habe ich mir überlegt, eine Folge zu machen zum Thema Kindererziehung.

Speaker: Das ist ja auch für mich relevant, da ich jetzt ja auch ein Kind habe und auch vielleicht was von dir lernen kann.

Speaker: Und da wollte ich erst mal anfangen.

Speaker: zu hören, wie das bei euch damals war, ob das eine bewusste Entscheidung war, dass ihr euer erstes Kind erst nach deinem Studium bekommen habt, mit, ich glaube, 26 warst du ja schon oder, oder ja, ob das einfach vorher nicht geklappt hat oder wie lief das bei euch?

Speaker: Ja, also mein größter Wunsch im Leben war immer Kinder zu haben.

Speaker: Und geheiratet haben wir ja schon 62 und mit 66 hatten wir noch keinen Nachwuchs.

Speaker: Einerseits war das sehr gut und glücklich für uns, weil wir keine Wohnung hatten.

Speaker: Ich noch im Studium, Oma auch in der Ausbildung und bloß ein Zimmer hatte.

Speaker: Aber andererseits hätten wir auch schon gerne ein Kind gehabt.

Speaker: Aber irgendwo hatten wir auch Glück, wenn bei der Hochzeitsreise, wenn es da schon passiert wäre mit dem Nachwuchs, das wäre ein ganz großes Problem für mich geworden.

Speaker: Ich hätte wenig vom Kind gehabt und es wäre auch für Oma viel zu schwierig gewesen, in einem Zimmer ein Kind aufzuziehen.

Speaker: Und deshalb passte das ganz gut, dass unser Sohn erst 1967 geboren wurde, also fünf Jahre nach unserer Hochzeit.

Speaker: Weil Oma auch inzwischen sich den Unterleib erkältet hatte.

Speaker: Sie hatte eine Bauchfellentzündung, die Eileiter waren verklebt, sie musste operiert werden.

Speaker: Und als sie operiert war und

Speaker: Vierteljahr später war sie schwanger.

Speaker: Oh, was haben wir uns gefreut.

Speaker: Mhm, glaube ich, ja.

Speaker: Aber die Familie hat da überhaupt keinen Druck gemacht.

Speaker: Die haben das eingesehen, dass das immer noch nicht so gepasst hat.

Speaker: Und nachher, als ich fertig war mit dem Studium und dem Praktikum, da kam der Sohn und das hat genau gepasst und da hatten wir großes Glück.

Speaker: Ja, perfekt.

Speaker: Kannst du dich noch erinnern, wie du dich gefühlt hast bei der Schwangerschaftsnachricht und dann auch nachher bei der Geburt?

Speaker: Ja, also über die Schwangerschaft haben wir uns erstmal sehr gefreut, dass es geklappt hat nach der Operation und dann so glücklich, als ich gehört habe, ich habe einen Sohn, war ich selten mal im Leben, da habe ich mit Schwiegermutter geschlafen.

Speaker: mich umarmt und vor dem Telefon getanzt und mich total gefreut, weil mein größter Wunsch war, immer Nachwuchs zu haben.

Speaker: Und dann einen Sohn, einen Stammhalter, das wollte ich auch so gerne.

Speaker: Ich war ja da noch in der Ausbildung, in der Tierklinik in Rostock, aber...

Speaker: Oma konnte bei ihren Eltern, hatte sie ja ihr Zimmer, und da konnte sie das erste Vierteljahr mit dem kleinen Sohnemann bleiben.

Speaker: Da hat ihr Schwiegermutter auch sehr geholfen.

Speaker: Und nachher, ein Vierteljahr später, kriegte ich die Praxis, kriegte eine Wohnung und alles war perfekt.

Speaker: Ich hatte zwar sehr viel zu tun, weil ich gleich zwei Praxen übernehmen musste,

Speaker: Aber ich habe immer versucht, mich einzubringen, zu windeln, nachts aufzustehen.

Speaker: Und so wie ich Zeit hatte, habe ich mich auch mit dem kleinen Sohn befasst und er hat uns viel Freude gemacht.

Speaker: Ja, warst du bei der Geburt dabei?

Speaker: Nein, das war damals noch nicht Mode.

Speaker: Ich war in der Tierklinik angestellt als Tierarzt ein halbes Jahr und Oma war in Greifswald zur Entbindung.

Speaker: Also ich wäre gern dabei gewesen, aber ich war bei keinem Kind dabei.

Speaker: Das war damals noch nicht so Mode, nicht so spruchreif.

Speaker: Das heißt du, ich meine es gab ja auch jetzt vielleicht, ja gut Telefon gab es schon, aber konntest du überhaupt Informationen kriegen aus dem Krankenhaus, ob alles gut läuft und so weiter oder wie lief das?

Speaker: Nein, hatte ich überhaupt keine.

Speaker: Wir haben, Schwiegermutter hat den Telefon und wir haben dann ein paar Mal angerufen, da war es immer noch nicht so weit und dann nachmittags um halb vier, ja jetzt ist der Sohn geboren und das war eine Freude.

Speaker: Ja, es ist unvorstellbar heutzutage, dass man da nichts überweist.

Speaker: Ich wusste ja auch nicht, ob es ein Sohn wird oder eine Tochter, aber ich hatte mir einen Sohn gewünscht als Stammhalter zu Anfang und das hat wunderbar geklappt.

Speaker: Das konnte man früher noch nicht erkennen, vorher bei Ultraschall, sowas gab es noch nicht.

Speaker: Ne, ich glaube, die haben gar keinen Ultraschall gemacht.

Speaker: Jedenfalls, ich habe keine Ultraschallbilder irgendwie gesehen und sie haben uns auch nicht irgendwie mitteilen können, wird es ein Junge oder wird es ein Mädchen.

Speaker: Das war 1967, da waren sie in der DDR, glaube ich, noch gar nicht so weit.

Speaker: wahrscheinlich nicht wenn man wenn man die technologischen fortschritte betrachtet dann war das wahrscheinlich auch noch nicht so weit aber aber ist ja auch irgendwie cool wenn man dann gerade erst bei der geburt erfährt was es wird ja und wenn man so überrascht wird und alles gut gegangen ist und was war ich glücklich ja das glaube ich kannst du dich da noch gut an die an die anfangszeit erinnern mit dem mit deinem sohn

Speaker: Ja, also die ersten Vierteljahre war ich ja noch in der Tierklinik beschäftigt und dann nachher kriegte ich ja die Praxis, dann kriegten wir eine Wohnung und das war so schön, so ein kleines Wesen in den Arm zu haben und auch richtig sich mit zu befassen, Windeln und alles, da hatte ich überhaupt kein Problem, wenn ich daran denke, mein Vater ist

Speaker: der hat sich überhaupt nicht mit den Enkeln oder mit den Kindern befasst.

Speaker: Bei mir und bei meinen Geschwistern.

Speaker: Der war 1899 geboren, wie meine Mutter immer sagte.

Speaker: Der ist aus dem vorigen Jahrhundert.

Speaker: Und der hat sich mit, das war so diese alte Schule, das war Frauensache und da haben die Männer

Speaker: gar nichts zu machen oder gar nichts, keine Verantwortung, das war Frau und Sache.

Speaker: Ja, verstehe.

Speaker: Und bei euch in der Wohnung dann, das war ja glaube ich in Mordorf hieß der Ort, da hattet ihr die Großeltern auch nicht wirklich in der Nähe, oder?

Speaker: Nein, die waren ja in Trippsee und da waren wir uns alleine gestellt, aber

Speaker: Wir waren so glücklich und das haben wir alles gerne gemacht.

Speaker: Ich bin gerne nachts aufgestiegen und habe mich eingebracht, so gut ich konnte, soweit ich auch am Tag Zeit hatte.

Speaker: Aber das haben wir sehr gut hingekriegt.

Speaker: Ja.

Speaker: Ja, ich kenne das jetzt ja auch.

Speaker: Wir wohnen ja auch in Schweden und haben leider keine Großeltern in der Nähe.

Speaker: Also man schafft das schon, wenn man will.

Speaker: Man schafft das ja.

Speaker: Und der war auch pflegeleicht, der erste Sohn da.

Speaker: Auch die zwei späteren Kinder, wir hatten da große Probleme überhaupt nicht.

Speaker: Das war nachher auch mit den beiden Töchtern, die habe ich so geliebt und gerne immer versorgt und mich eingebracht.

Speaker: Dass man Liebe aufbaut, das war bei mir und meinem Vater wichtig.

Speaker: Mein Vater war die absolute Respektsperson und da war nicht dieses Verhältnis Vater-Sohn, aber dafür war unsere Mutter, unsere Freundin und mit unserer Mutter konnten wir alles bereden und die brauchte bloß zu sagen, Papa kommt und dann waren wir Kinder brav und haben uns nichts mehr getraut.

Speaker: wo du schon angesprochen hast jetzt mit den weiteren Kindern, das dritte Kind kam ja, ich sag mal, ich glaube 13 oder 14 Jahre später als das erste.

Speaker: Kannst du da vielleicht mal sagen, inwieweit du dich verändert hast als Vater in der Zeit oder hat sich das letztendlich gleich angefühlt oder wie würdest du das beschreiben?

Speaker: Naja, ich wollte auf jeden Fall immer mehr Kinder.

Speaker: Das zweite Kind war auch ein Junge, das war aber eine Fehlgeburt.

Speaker: Und Oma hatte ja diese Hormonschwäche, ihr fehlte das Schwangerschaftsschutzhormon.

Speaker: Das haben wir ja dann noch aus dem Westen bekommen, diese Tabletten.

Speaker: Haben wir Geld umgetauscht und mein Cousin war bei Siemens, der konnte die Tabletten rüberbringen in Berlin.

Speaker: Und dadurch wurde dann auch die Tochter geboren.

Speaker: Und ich wollte so gern eine Tochter haben, ein Mädchen und zu der hatte ich auch immer ein ganz besonderes Verhältnis.

Speaker: Und denn die Tochter, als sie denn neun Jahre war, wollte sie auch immer noch ein Schwesterchen haben.

Speaker: Und dadurch haben wir dann auch nochmal auf ein drittes Kind hinzugearbeitet.

Speaker: Und dann klappte das auch und dadurch haben wir eben einen Sohn und zwei Töchter.

Speaker: Und bis heute, das ist so eine Verbindung, so eine Liebe, da bin ich immer ganz glücklich und stolz drauf.

Speaker: Ja, das glaube ich, ja.

Speaker: Aber von den Erziehungsmethoden her hat sich jetzt vom ersten zum letzten Kind nicht so viel geändert, würdest du sagen?

Speaker: Es hat sich nichts geändert.

Speaker: Auch so, dass der Junge nur vorgezogen wurde oder besonders darauf geachtet wurde, dass er Karriere macht, das gab es nicht.

Speaker: Absolut, ja, absolut.

Speaker: Hast du mit deinen, oder ich nehme an, du hast mit den Kindern viel gespielt, aber du kannst ja mal so ein paar Beispiele nennen, was ihr so gerne zusammen gemacht und zusammen gespielt habt.

Speaker: Naja, zum Spielen hatte ich nicht so viel Zeit.

Speaker: Ich habe aber viel abends, wenn ich Zeit hatte, wir haben immer gesungen, Schlaflieder gesungen.

Speaker: Ich habe ihnen Geschichten vorgelesen, gespielt haben sie untereinander.

Speaker: Und auch, wir wohnten ja im Neubaugebiet und da waren jede Menge Kinder.

Speaker: Und wenn die rausgingen, die hatten immer Spielkameraden.

Speaker: Ob es mit Fußball war oder die Töchter, was haben die untereinander oder miteinander gespielt.

Speaker: Ich habe mich da nicht so sehr einbringen können, was Spiele anbetrifft.

Speaker: Die waren in der Richtung sehr selbstständig.

Speaker: Der Älteste, der hat viel mit so einem Ford gespielt, mit Indianern und so.

Speaker: Das war seins und hat auch schon sich immer Bücher angeguckt, so die dicke Dachs und da immer die neuen Hefte bekommen.

Speaker: Und die waren eigentlich alle sehr pflegeleicht, auch ohne Handy und ohne Auto.

Speaker: iPad, so wie das heute Mode ist.

Speaker: Die waren mehr auf sich gestellt und haben sich sehr schön mit sich selbst befasst oder untereinander gespielt.

Speaker: Ich hatte nicht die Zeit, groß mit ihnen zu spielen.

Speaker: Nee, klar.

Speaker: Selbst am Wochenende, du hast ja wirklich sehr viel gearbeitet damals.

Speaker: Das

Speaker: Ich hatte zwei Praxen und war voll eingespannt.

Speaker: Großtierpraxis mit Nachtdienst und allem.

Speaker: 2000 Kühe habe ich verseucht.

Speaker: Aber ich war nie unglücklich.

Speaker: Ich war so motiviert, dass ich nur eine eigene Praxis hatte und habe das immer gerne gemacht und habe auch das immer ganz gut hingekriegt, dass ich noch Zeit hatte für die Kinder.

Speaker: Gerade wir haben jedes Jahr Urlaub gemacht, sind immer weggefahren, zwar nicht so eine große Reise wie heute, aber...

Speaker: Wir haben viel im Urlaub zusammen geschwommen und ich habe meinen Töchtern Schwimmen beigebracht.

Speaker: Da haben wir viel gemeinsam gemacht.

Speaker: Auch da haben wir Ball gespielt im Urlaub und alles Mögliche.

Speaker: Da haben wir schöne Tage und Stunden miteinander verbracht.

Speaker: Ja, man muss ja fairerweise auch sagen, ich glaube, es war ja auch einfach so die Zeit, ich sage mal, in den 70ern, da waren ja wahrscheinlich wenige Väter, die irgendwie nachmittags um vier schon zu Hause saßen und dann super viel Zeit hatten, mit ihren Kindern zu spielen.

Speaker: Nein, das gab es gar nicht.

Speaker: Ich hatte immer vollen Job bis abends und habe ja auch Bereitschaftsdienst, Nachtdienst mitgemacht.

Speaker: Also, dass ich nachmittags um vier zu Hause war, das gab es gar nicht.

Speaker: Wir hatten ja flexible Arbeitszeiten und eine Selbstständige, obwohl ich Angestellter war, eine eigene Praxis, aber eben staatlich Angestellter.

Speaker: Das ging ja nach der Wende, war es denn ja anders.

Speaker: Ja, um vier zu Hause waren wahrscheinlich nur die Stasi-Mitarbeiter, die haben es vielleicht geschafft.

Speaker: Ja, dann ging das im Stall erst nochmal richtig los, die zweite Schicht.

Speaker: Ja, du hast ja gerade schon gesagt, mit iPad und so weiter, das würde mich aber interessieren, weil heutzutage muss ich ja leider gestehen, wenn man ins Restaurant geht oder wenn man sich mit Freunden trifft und man will mal ein bisschen Ruhe erzählen und Ruhe haben, dann macht man ja schon mal das

Speaker: das iPad an und lässt dir irgendeine Sendung gucken oder so.

Speaker: Lief das früher einfach von alleine?

Speaker: Man hat gesagt, jetzt ist Ruhe und dann waren die Kinder ruhig?

Speaker: Oder wie muss ich mir das vorstellen?

Speaker: Naja, mein Vater war absolute Respektsperson.

Speaker: Wenn der was sagte, jetzt ist Ruhe, dann war Ruhe.

Speaker: Also wir haben dann auch nicht rumgemosert und so, aber mit meinen Kindern, die haben aber auch noch einigermaßen gespurt,

Speaker: Da hatte ich auch nicht das Problem, dass die denn aufmöpfig wurden und so.

Speaker: Ich konnte das sowieso nicht leiden, wenn man was sagte.

Speaker: Und die hatten immer wieder Worte.

Speaker: Das war eigentlich ein ganz ordentliches Verhältnis.

Speaker: Die haben dann auch das gemacht, was man wollte und was man gesagt hat.

Speaker: Ich weiß nicht.

Speaker: Auch Schacht haben sie nicht gekriegt, aber einmal die Tochter, die war dann schon 16 und ich hatte irgendwas gesagt und sie hatte dann einfach pöch gesagt.

Speaker: Und da ist mir die Hand mal ausgerutscht und da habe ich ihr, nicht doll, aber so eine Ohrfeige gegeben.

Speaker: Das nimmt sie mir heute noch übel.

Speaker: Also das kannte sie ja auch nicht, dass sie geschlagen wurde, aber dieses Pö, das wäre für unseren Vater, wenn wir zu dem Pö gesagt hätten, oh der wäre ja ausgerastet, sowas gab es überhaupt nicht.

Speaker: Aber es ist heute eine andere Zeit und gerade auch jetzt mein Urenkel, man muss ihm Grenzen setzen und man muss ihn auch mal weinen lassen und Oma konnte das immer gut, wenn die Kinder so, wenn wir sagten, die hatten Bock, dann wurde der geschüttelt und dann ging der Bock raus und siehst du, jetzt ist er zum Fenster raus und dadurch

Speaker: War er denn oder war derjenige denn auch beruhigter?

Speaker: Der wurde richtig, das konnte Oma sehr gut, so dieses Beruhigen, das Ablenken, gar nicht so auf das Geschrei eingehen.

Speaker: Okay.

Speaker: Ja, da kann ich dir sagen, zu der Geschichte mit dem Pö und der Backpfeife, das habe ich tatsächlich auch mal mit meinem Vater sogar genauso erlebt.

Speaker: Also da warst du nicht der Einzige, dem da mal die Hand ausgerutscht ist.

Speaker: Von daher.

Speaker: Aber sonst schlagen, das halte ich für ganz schlecht.

Speaker: Also seine Wut oder seine Kraft an den Kindern auslassen, nee, das gibt es nicht.

Speaker: Das Wichtigste ist die Liebe, dass das gegenseitige Liebe ist.

Speaker: Und ich sage auch immer, wenn man von Kindern oder Enkeln oder Urenkeln geliebt wird, was Schöneres gibt es nicht.

Speaker: Da habe ich so viel von.

Speaker: Auch jetzt die kleineren Enkel, das spüre ich richtig, wie man geliebt wird.

Speaker: Und das ist das Beste.

Speaker: Und dann braucht man auch nicht groß schimpfen und groß sich aufplüstern.

Speaker: Nee, das läuft dann alles seinen Gang.

Speaker: Okay.

Speaker: Also ihr hattet, auch als die Kinder kleiner waren, ich sage jetzt mal drei, vier, gab es jetzt keine Phasen, wo die so richtig trotzig waren, wo man mal, naja, mal ein bisschen lauter werden musste oder...

Speaker: Naja, also gehauen wurde nicht, aber es wurden schon mal deutliche Worte gesprochen, dass sie dann auch wussten, jetzt müssen wir parieren, jetzt müssen wir nachgeben.

Speaker: Als du denn, du bist ja bei uns, deine Mutter hatte ja auch noch keine Wohnung und du warst dann ja bei uns ein Vierteljahr und das war so schön, dass man das nochmal erleben konnte damals.

Speaker: Du bist dann immer für mich wie ein viertes Kind gewesen.

Speaker: Du warst ja erst 50 damals, als ich geboren wurde.

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Das ist ja noch jung.

Speaker: Und war noch relativ jung.

Speaker: Und du warst so ein liebes Baby.

Speaker: Ich habe so viele schöne Erinnerungen, als du Kind warst und auch später, als du so fünf, sechs warst und du mit Opa angeln, das war dein schönstes, mit dem Boot rausfahren.

Speaker: Das hast du geliebt.

Speaker: Und im Anglerhafen, da waren Freunde von uns, die dich auch so geliebt haben.

Speaker: Du warst immer der Hahn da im Korbe.

Speaker: Wenn ich an Tante Ingi denke, hat die dich immer geknudelt und abgeknutscht.

Speaker: Ja.

Speaker: sind so richtig schöne Erinnerungen, als du so Kind warst.

Speaker: Und das hat sich bis heute so erhalten.

Speaker: Deshalb haben wir auch schon viel zusammen gemacht und du hast mein Leben schon so bereichert.

Speaker: Wir zusammen nach Irland, wir zusammen nach Neuseeland, die große Wanderung in Norwegen, jeden Tag woanders, das sind Erinnerungen, die werde ich nicht vergessen.

Speaker: Ja, das kann ich zurückgeben.

Speaker: Meine Kindheit wäre eine ganz andere gewesen, wenn man nicht so eine tollen Großeltern gehabt hätte.

Speaker: Das kann man schon so sagen.

Speaker: Ja, das haben wir so gegenseitig richtig genossen und auch heute noch.

Speaker: Leider gibt es ja kaum noch Fische.

Speaker: Mit Angeln ist nicht mehr...

Speaker: Und gerade als du deinen größten Hecht gefangen hast, den Tag, das weiß ich noch ganz genau, und wie wir uns da gefreut haben, als du den Hecht, im November, 18.

Speaker: November war das, da hast du deinen großen Hecht gefangen.

Speaker: Ja, wir müssen nochmal in Schweden einen guten See finden, muss ich nochmal was rausnehmen.

Speaker: Ja, ja, ja, ja, ja.

Speaker: Da, wo dann auch vielleicht Lachs oder sowas zu fangen ist.

Speaker: Es geht ja nicht um den Fisch, es geht ja um das Zusammensein und die Freude.

Speaker: Als wir jetzt in Schweden da den Angeltrip gemacht haben, was haben wir uns über die kleinen Hechte oder über den Barsch gefreut.

Speaker: Und da wurde natürlich wieder reingesetzt.

Speaker: Aber wir hatten trotzdem auf dem Boot mit diesem E-Motor, das war so ruhig und so schön, das hatten wir zwei sehr schöne Tage zusammen.

Speaker: Ja, auf jeden Fall.

Speaker: Würde ich gerne nochmal wiederholen.

Speaker: Vielleicht ein bisschen weiter im Norden, wo ein paar mehr Fische sind.

Speaker: Richtig, richtig, ja.

Speaker: Sag mal nochmal zurück zum Unterschied zwischen eurer Kindererziehung und vielleicht auch der von deinen Eltern.

Speaker: Ich meine, ich weiß ja, dass ihr früher sehr, sehr viel arbeiten musstet, auch auf dem Hof und so weiter.

Speaker: Das war dann wahrscheinlich schon bei euren Kindern ein bisschen weniger, oder?

Speaker: Oder wurden die auch, sage ich mal, so mit eingebunden?

Speaker: Naja, für mich, das hat mir das ganze Leben lang immer sehr geholfen.

Speaker: Jeder hatte seine Aufgaben und ich habe schon mit meiner kleinen Schwester zusammen, als ich acht, neun Jahre war, habe ich einen Eimer Kartoffeln geschält, habe Kartoffeln aufgesetzt, Feuer gemacht.

Speaker: abgewaschen und unsere Mutter hat uns richtig viel zugetraut.

Speaker: Und dieses Arbeiten, diese Verpflichtung und auch der Mutter helfen, das war für uns selbstverständlich.

Speaker: Und Arbeit, also die Beschäftigung, das ist immer noch mit das Beste.

Speaker: Und wie heißt es in der Bibel?

Speaker: Unser Leben wäre 70 und wenn es köstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen.

Speaker: Und diese Arbeit, das ist auch heute noch in meinem Beruf, ist es keine Arbeit, das ist Beschäftigung, das ist Hobby, das ist Freude.

Speaker: Ja.

Speaker: Es ist bei der Jugend leider nicht mehr so.

Speaker: Das ist doch eine andere Situation.

Speaker: Aber die müssen auch rechtzeitig an Arbeit herangeführt werden.

Speaker: Das Leben ist nicht bloß rumgammeln und Fernseh gucken oder iPad gucken.

Speaker: Man muss Verpflichtungen eingehen und muss sie auch einhalten.

Speaker: Das ist gut, dass ich so erzogen wurde und auch meine Kinder, die hatten auch immer ihre Aufgaben.

Speaker: Und wenn es abtrocknen war oder im Haushalt mit anpacken, das ist wichtig, dass man das von klein auf anlernt.

Speaker: Und dann ist es auch so gut, Geschwister zu haben.

Speaker: Also wenn ich alleine gewesen wäre, das wäre für mich total traurig gewesen.

Speaker: Ich hatte vier Geschwister und da war immer Leben in der Bude.

Speaker: Wir brauchten keine fremden Kinder zu Hause, auch in den Ferien und so.

Speaker: Wir haben uns immer gegenseitig gespielt und mit Nachbarskindern oder untereinander.

Speaker: Was haben wir schöne Stunden verbracht miteinander.

Speaker: Ja, absolut.

Speaker: Also allein, also so eine Ein-Kind-Ehe, das wäre für mich ganz traurig gewesen so.

Speaker: Und da bin ich auch froh, dass ich sieben Enkel habe und nur schon drei Uhr-Enkel, dass das so weitergeht.

Speaker: Das ist so schön, wenn man in seinem Nachkommen weiterlebt.

Speaker: Absolut, ja.

Speaker: Aber ich sage nochmal bezüglich der Arbeitsmoral muss man ja auch schon fairerweise sagen, auch jetzt die älteren Generationen sind ja nicht automatisch alle ganz fleißig oder so fleißig wie du.

Speaker: Ich meine, du wurdest da rein erzogen, aber ich sage mal, wenn man heute viele 60-Jährige sieht oder wie auch immer 70-Jährige, da sitzen ja auch viele den ganzen Tag vorm Fernseher heutzutage.

Speaker: Ja, das ist...

Speaker: Das ist nicht gut.

Speaker: Also das ist für das Leben, wenn man so verwöhnt wird als Kind, das ist schade.

Speaker: Dann hat man das im Leben viel schwerer.

Speaker: Das Leben ist ja doch immer ein gewisses Bewusstsein, dass man was tun muss.

Speaker: Und dass einem die gebratenen Tauben nicht in den Mund fliegen.

Speaker: Man muss schon immer...

Speaker: was für tun und muss aktiv sein.

Speaker: Und das bis ins hohe Alter, wenn es geht.

Speaker: Das Aufstehen morgens muss einen Grund haben.

Speaker: Und das sehe ich heute auch noch immer so.

Speaker: Deshalb hatte ich eine sehr gute Jugend, eine sehr gute Erziehung.

Speaker: Ja, ich glaube, da bin ich dir auch relativ ähnlich, dass ich auch immer versuchen will, mein eigenes Glück zu schmieden sozusagen.

Speaker: Ja, ja, ja.

Speaker: Das machst du gut.

Speaker: Jeder ist seines Glückes Schmied.

Speaker: Und wenn man über sein Leben klagt, muss man bei sich selber anfangen.

Speaker: Warum?

Speaker: Nicht die Ursachen aufdecken.

Speaker: Jeder hat, wenn er jung ist, alle Chancen.

Speaker: Einmal die Erbmasse und dann aber auch die Möglichkeit, sich zu bilden und einen Beruf zu finden, bei dem man auch Freude hat.

Speaker: Und da habe ich so richtig Glück gehabt im Leben.

Speaker: Mein Beruf ist mein Hobby bis heute.

Speaker: Aber erzähl doch mal ganz kurz, das fällt mir gerade noch ein, die Frage, wie war das denn jetzt bei deinen Kindern bei der Berufswahl?

Speaker: Hast du da schon ein bisschen in eine Richtung, sag ich mal, die versucht zu beeinflussen oder haben die das komplett selbst entschieden?

Speaker: Mein Sohn war auch immer sehr interessiert und ist dann auch mit mir mitgefahren, öfter schon, und hatte dann vor, auch Tierarzt zu werden.

Speaker: Aber dann ging es in der Landwirtschaft, gerade in der Großtierpraxis,

Speaker: sehr rückwärts, dass die dort in der Tierproduktion tätig waren, da wurde viel getrunken und war zu Anfang, als die Bauern noch so das sagen hatten, die ehemaligen Bauern, da ging es vorwärts, da hat es noch mehr Spaß gemacht.

Speaker: Aber dann habe ich zu meinem Sohn gesagt,

Speaker: Wer du, mein lieber Arzt, der kann der Kaiser sein, wie er will, dann hast du eben als Beruf mit Menschen zu tun und bist nicht abhängig von schlechter Wirtschaft bei den Tieren.

Speaker: Und so ist es dann auch geworden, Arzt geworden, obwohl das auch nicht so einfach war.

Speaker: Er musste erst ja noch entweder drei oder vier Jahre Armee absolvieren, um einen Studienplatz zu kriegen.

Speaker: Aber

Speaker: Das hat alles geklappt, obwohl er während dieser Ausbildung, da hat er ja drei Jahre fast nur an der Grenze wachen müssen am Strand, damit keiner die Republik verlässt.

Speaker: Das war so eine stupide Sache.

Speaker: Er hatte so einen Vorgesetzten, der ihm das Leben oft zu schwer gemacht hat.

Speaker: Da wollte er auch schon manchmal aufhören und sagen, ich mache das nicht.

Speaker: Da mussten wir ihn sehr unterstützen, moralisch, dass du da durchhältst.

Speaker: Sonst geht dir dein Studienplatz verloren und du musst was anderes werden.

Speaker: Er wollte so gerne Arzt werden und er ist heute noch mit Leib und Seele Arzt.

Speaker: Und die Mädchen, die zweite, die hatte nie vor, so die obere Laufbahn einzuschlagen.

Speaker: Und ich habe auch alle gelassen, wenn man einem was aufdiktiert, du musst das machen, dann macht man das lustlos.

Speaker: Und auch die zweite Tochter, die hat so einen schönen Beruf und ist so als Ergotherapeutin, so mit ihrem Beruf zufrieden und so ausgefüllt.

Speaker: Das ist genau das Richtige.

Speaker: Ja, absolut.

Speaker: Absolut.

Speaker: Nochmal ganz kurz, wie war das eigentlich, als die Kinder klein waren in der DDR?

Speaker: Hat man da sowas wie, also Elterngeld heutzutage, gab es sowas schon oder wie lief das?

Speaker: Ja, soviel ich weiß, es gab so ein bisschen Kindergeld, aber ich glaube 45 oder 50 damals die Ostmark.

Speaker: Also da gab es nicht viel.

Speaker: Und es war ja auch so, das Bürgergeld und so, das gab es ja alles nicht.

Speaker: Jeder, der Geld haben wollte, musste auch was dafür tun.

Speaker: Das war auch nicht schlecht.

Speaker: Aber jetzt mal angenommen, du wärst mit 30 gestorben oder so, hätte Oma dann mit den Kindern allein, hätte sie dann irgendwelches Geld vom Staat bekommen, wenigstens Witwenrente oder so?

Speaker: Aber wenig, wenig.

Speaker: Also sie hätte wohl Unterstützung bekommen, Sozialhilfe, aber das war alles sehr, sehr wenig.

Speaker: Wenn ich heute dagegen sehe, manchmal lohnt es sich gar nicht, die Arbeit die kriegen, wenn sie zu Hause sind und ein paar Kinder haben, haben sie mehr Geld als die, die arbeiten und das ist ungesund.

Speaker: Das war zu DDR-Zeiten war das anderes.

Speaker: Ja, glaube ich.

Speaker: Das stimmt wohl, ja.

Speaker: Oder wie ist denn deine Meinung so allgemein heutzutage?

Speaker: Ist das ja sehr gleichberechtigt, Männer und Frauen, auch ich sag mal hier in Deutschland oder in Schweden, beim...

Speaker: Beim Elterngeld, da sollen beide Partner nach Möglichkeiten beide gleich viel Auszeit nehmen vom Beruf und so weiter.

Speaker: Findest du das gut?

Speaker: Das finde ich sehr gut.

Speaker: Diese Gleichberechtigung, die hat sich durchgesetzt.

Speaker: Warum muss nur die Mutter das Erziehungsgeld oder das Elterngeld kriegen im ersten Jahr, wenn sie arbeiten geht und der Vater ist zu Hause?

Speaker: der das mit gleichem Elan macht und die Kindererziehung, das ist eine schöne Sache, das ist besser als damals.

Speaker: Mhm.

Speaker: Ja, finde ich auch.

Speaker: Das ist schön, dass man auch schon früh mit dem Kind eine richtige Beziehung aufbauen kann, wenn man da so die Gelegenheit zuberegt.

Speaker: Ja, guck, das war mit meinem Vater eine ganz andere Sache.

Speaker: Er war, dass die Kindererziehung und das umlag der Mutter oder sich um die Kinder kümmern.

Speaker: Aber leider hatte er dann auch nicht so viel Freude an uns.

Speaker: Er hat das gar nicht so miterlebt, wie wir uns entwickelt haben und hat dann nicht so daran teilnehmen können.

Speaker: Und das war zu meiner Zeit schon, was habe ich mich zu den Kindern gefreut.

Speaker: Und ich konnte immer an allem daran teilnehmen, an ihren schulischen Leistungen.

Speaker: Und auch wenn sie Sorgen hatten mit Freunden und oder so, wenn die Tochter dann mit 16, wenn der Freund sie verlassen hatte, immer beistehen, trösten.

Speaker: Und das war selbstverständlich.

Speaker: Ja, und auch mit deinem Vater, auch vielleicht mal die Frage an dich andersrum, wenn man von seinem Vater so wenig denkt,

Speaker: Liebe bekommt, kann man dann überhaupt sagen, dass du ihn geliebt hast, so nach dem Motto?

Speaker: Weißt du, was ich meine?

Speaker: Ja, geliebt in dem Sinne nicht so.

Speaker: Er war die Respektsperson.

Speaker: Geliebt wurde die Mutter und er stand ganz als Respektsperson darüber.

Speaker: Wir haben ihn verehrt.

Speaker: Aber so dieses Verhältnis, wie ich zu meinen Kindern oder Enkeln habe, das konnte er nicht aufbauen.

Speaker: Da war er auch als Pastorensohn anders erzogen.

Speaker: Damals waren die Frauen zuständig für die Kinder und die Kindererziehung.

Speaker: Ja, ich stelle ihn mir wie so einen strengen Schulrektor vor, so ein bisschen ungefähr.

Speaker: Ja, er war eben absolute Respektsperson.

Speaker: Wir hatten irgendwo auch Angst, dass wir, naja, nicht...

Speaker: Er hat zwar auch wenig geschlagen, aber trotzdem, er war so streng.

Speaker: Wir hatten immer dann doch gewisse Angst.

Speaker: Nicht so dieses Verhältnis, wie wir es heute kennen oder du mit deinem Sohn, was ist das für ein schönes Verhältnis in Liebe und in Zuwendung.

Speaker: Das ist heute viel, viel besser.

Speaker: Ja, absolut, absolut.

Speaker: Ja, dann vielleicht als letzte Frage nochmal, hast du noch irgendwelche anderen allgemeinen Erziehungstipps, wo du sagst, die hast du angewandt und deine Kinder sind alle gut geraten, das würdest du mir auch raten, so nach dem Motto.

Speaker: Naja, erstmal die Liebe, das ist ganz klar, die kriegt so einen aber vielleicht mehr Grenzen setzen.

Speaker: Wenn er was verboten kriegt und wenn er dann lauthals schreit, dann muss man ihn auch mal schreien lassen.

Speaker: Oder gerade in diesem Trotzalter von zwei bis drei oder vier, da haben die Kinder ja immer so einen Bock.

Speaker: Und da muss man versuchen, dass man nicht mit Gewalt dagegen angeht, dass man ihn ablenkt, dass man aber auch nicht, sobald er schreit, ihm denn das, was er möchte, ihm zugestehen.

Speaker: Das bringt nichts.

Speaker: Und ich denke, das kriegt die auch ganz gut hin.

Speaker: Und wenn wir jetzt zusammen in die Philippinen fliegen, werden wir ja sehen, wie er sich so benimmt,

Speaker: nicht oder als Einzelkind ist er ja noch ziemlich verwöhnt und die Liebe, die er von seiner Mutter kriegt, es darf keine Affenliebe sein.

Speaker: Es muss immer eine Liebe sein, aber auch die muss Grenzen haben und eine gewisse Konsequenz.

Speaker: Das muss man versuchen, manchmal ist das gar nicht so einfach, das hinzukriegen.

Speaker: Aber man tut dem Kind keinen Gefallen, wenn man ihm alles erlaubt.

Speaker: Und das kennt er ja auch schon.

Speaker: Nein, das Wort muss er rechtzeitig lernen.

Speaker: Oder in Schwedisch, wie sagt er in Schweden?

Speaker: Nee, nicht.

Speaker: Nee, nee.

Speaker: Nee, ja.

Speaker: Ja, und wie du schon sagst, vielleicht noch ein Geschwisterchen, dann lernt er auch uns ein bisschen zu teilen und so weiter.

Speaker: Na, ein Geschwisterchen muss er auch haben.

Speaker: Das ist so wichtig für das eigene Ich und für das Aufwachsen.

Speaker: Wenn man immer bloß ein Kind ist, das hätte ich mir schlimm vorgestellt.

Speaker: Ja, wir schlafen ja in den Philippinen in der gleichen Hütte.

Speaker: Also ich glaube, da wird es noch nichts mit dem Geschwisterchen.

Speaker: Nee.

Speaker: Na dann, vielen, vielen Dank fürs Gespräch.

Speaker: War sehr interessant.

Speaker: Wie immer, am Ende kannst du ja noch ein bisschen zurückgehen und am Ende, wenn du willst, kannst du noch mal wieder ein Lied singen.

Speaker: Ja, weil es nun schon Abend ist und wir von den Kindern gesprochen haben.

Speaker: Ich habe ja immer den Kindern Abendlieder vorgesungen, Schlaflieder und da hatte ich mir gedacht, ich singe die Blümelein, sie schlafen.

Speaker: Die Blümelein, sie schlafen schon längst im Mondenschein, Sie nicken mit den Köpfchen auf ihrem Stängelein, Das Heimchen in dem Ehrenruhn, es tut allein sich,

Speaker: Schlafe, schlafe, schlafe du, mein Kindelein.

Speaker: Die Vögelein, sie sangen so süß im Sonnenschein,

Speaker: Sie sind zur Ruh' gegangen, in ihre Nestlein klein.

Speaker: Es rüttelt sich der Blütenbaum, er säuselt wie im Traum.

Speaker: Schlafe, schlafe, schlafe du, mein Kinderlein.

Speaker: sandmännchen kommt geschlichen und guckt durchs fensternein ob irgend noch ein liebchen nicht mag zu bette sein und wo er noch ein kindlein fand

Speaker: streut er ins aug im sand schlafe schlafe schlafe du mein kindelein

Speaker: Ja, das habe ich gerne meinen Kindern vorgesungen.

Speaker: Das hat sie auch immer beruhigt.

Speaker: Das hast du mir, glaube ich, auch vorgesungen, ja.

Speaker: Das weiß ich noch.

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Oder der Mond ist aufgegangen oder stehen zwei Sterne am hohen Himmel oder die Schlaflieder.

Speaker: Gut, Obi, dann lass uns diesmal nicht so lange warten bis zum nächsten Gespräch.

Speaker: Nö.

Speaker: Dann schönen Abend dir.

Speaker: Ja, wünsche ich dir auch.

Speaker: Danke.

Speaker: Ja, mach's gut, Obi.

Speaker: Bis dann.

Speaker: Ja, du auch.

Speaker: Tschüss.

Speaker: Vielen Dank.

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