Transcript
Speaker: Nachgefragt.
Speaker: Geschlechterforschung im Blick
Speaker: Gerade Gesundheit. Ich habe mich Jahrzehnte damit beschäftigt, was das eigentlich sein soll.
Speaker: Und es gibt gar keine Antwort. Und die beste Antwort, die ich gefunden habe, ist von Alfons Labisch, nämlich Gesundheit ist ein soziales Instrukt.
Speaker: Geschlechtshandel und auch Gesundheitshandel nicht einfach als biologisch gegeben.
Speaker: sondern auch als historisch, kulturell, sozial durchtränkt und gemacht.
Speaker: und gucken, wie in bestimmten Praktiken...
Speaker: was auch hergestellt wird.
Speaker: herzlich willkommen zu unserer neuen folge von nachgefragt schön dass ihr wieder alle dabei seid
Speaker: Wir machen weiter und zwar heute mit dem Thema Gesundheit. Wir wollen wissen, welche Geschlechterbezüge sich hier finden lassen. Und dafür haben wir Eva Tollasch und Regina Brunett, beide von der Hochschule Fulda.
Speaker: Eingeladen. Schön, dass ihr hier seid.
Speaker: Ich würde jetzt die beiden Gäste kurz vorstellen. Eva Tollasch hat eine Professur im Lehrgebiet Qualitative Gesundheitsforschung und Intersektionalität im Fachbereich Gesundheitswissenschaften an der Hochschule Fulda.
Speaker: Wir haben irgendwann festgestellt, dass wir zusammen in Hamburg, übrigens auch mit Regina Brünett, so ziemlich wie studiert haben, allerdings Mütterchen gewinnt.
Speaker: Diese disziplinäre Verordnung eignet uns alle drei auch. Aber jetzt zurück zu dir, Eva. Eva hat 2015 an der LMU in München promoviert und vor ihrer Professur an den Universitäten Jena und Ostdorf gearbeitet.
Speaker: Sie forscht zu den Themen soziale Ungleichheit, Intersektionalität,
Speaker: Gesundheit, Elternschaft, insbesondere hier Mutterschaft.
Speaker: Wo ist Körpergewicht für Sorg und Care?
Speaker: Säuglingsernährung, Gender und Sexualität, also die Themen sind sehr breit.
Speaker: Lass die Beine uns bestehen.
Speaker: Zu Regina. Regina Brünett ist seit 2022 ebenfalls Professorin an der Hochschule Fulda, auch am Fachbereich Gesundheitswissenschaften mit der Denomination Gesundheitsförderung und gesundheitliche Chancengleichheit.
Speaker: Zuvor war sie Professorin einer Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft in Ludwigshafen. 2009 hat Regina Brenet promoviert und war wissenschaftliche Mitarbeiterin in zahlreichen Forschungsbretten mit Bezug zu Gesundheitsfragen. Ihre Forschungsschwerpunkte sind soziale und gesundheitliche Ungleichheit, Diskriminierung und Gesundheit, hier vor allem auch Rassismus, Diversität und Intersektionalität sowie Bedarfe von LST, BIQ.
Speaker: Personen in Pflege - und Gesundheitsversorgung.
Speaker: Ich freue mich jetzt auf unser Gespräch.
Speaker: Ich würde gleich die erste Frage an euch richten, die wir immer allen Gästen stellen. Es interessiert uns immer wieder, wie ihr eigentlich zur Geschlechterforschung gekommen seid. Was begeistert euch daran? Was ist so der Weg, den ihr gegangen seid?
Speaker: Regina, magst du anfangen?
Speaker: Ich habe wie ihr beide an der Universität Hamburg studiert, aber ich glaube 15 Jahre vorher.
Speaker: Ich habe nämlich 1989 angefangen dort zu studieren.
Speaker: Und zwar nach einer Ausbildung. Ich habe sozusagen einen Praxishintergrund. Ich habe in den 80ern eine Ausbildung zur sogenannten, so hieß das damals, Gesundheits - und Krankenpflegerin gemacht.
Speaker: Und habe dann erst angefangen zu studieren, mit also einem ganz anderen Hintergrund. Aber ich war schon immer, ich würde das sozusagen nennen, Bewegungsfeministin.
Speaker: Seit meiner Schulzeit habe ich mich mit Feminismus beschäftigt als politisches Moment und als politische Bewegung.
Speaker: Und vor dem Hintergrund meiner eigenen Erfahrungen zum Beispiel im Gesundheitsbereich und auch der Erfahrung, die ich sonst so gemacht habe, bin ich an der Uni Hamburg in die Geschlechterforschung.
Speaker: Und der weitere Weg, ich glaube, das wird im weiteren noch Gespräch werden, ist immer so, ich habe so ein starkes Anliegen immer gehabt, mit den Themen, die ich bearbeite, sozusagen was besser zu machen, was besser hinzubekommen, Gesellschaft besser zu machen, was zu verändern, zu bewegen. Das haben ja ganz viele und das war bei mir eben auch so.
Speaker: Und das heißt, die Themen, die ich später bearbeitet habe oder heute noch bearbeite,
Speaker: die entwickeln sich bei mir immer sehr stark in der Auseinandersetzung mit dem, was ich...
Speaker: sozusagen außerhalb als wichtig wahrnehme, was meine Schwerpunkte sind, wo ich das Gefühl habe, gerade im Gesundheitsbereich, das ist super wichtig, da was zu machen.
Speaker: Und da zieht sich Gender eigentlich...
Speaker: ohne dass ich jetzt sagen würde, ich mache ausschließlich Genderforschung. Ich habe einen breiten Strauß. Also ich habe ganz viel zu Armut gemacht.
Speaker: Ich habe viel zu Rassismus gemacht. Ich habe mich mit LGTBIQ auseinandergesetzt. Und trotzdem ist es so.
Speaker: dass sozusagen Gender eine Basis darstellt.
Speaker: Und dass es viele Themen gibt, die einfach ohne Gender nicht gedacht, nicht bearbeitet und nicht verändert werden können.
Speaker: Und das ist das, was ich immer noch super wichtig finde und was mich eigentlich da rein...
Speaker: Dieser Wunsch sozusagen gerne auch im Gesundheitsbereich in Zusammenarbeit mit den Frauen, die in der...
Speaker: in der
Speaker: quasi auf Verbandseite zum Beispiel tätig sind oder in Praxis tätig sind, mit denen zusammen was zu bewegen. Wir was sind bei dir, Eva?
Speaker: Ja, das ist total spannend, auch so wie du das formulierst und ich sehe da auf jeden Fall starke Parallelen. Du sagst Feminismus, ich würde einfach auch sagen, immer auch die Frage von Selbstbestimmung, also die Frage, inwiefern kann man teilhaben an der Gesellschaft und das sozusagen auch als biografische Moment. Also ich würde anders als bei dir, es ist bei mir nicht so gewesen, dass ich vorher sozusagen in der Praxis war und dann...
Speaker: Thema oder dann studiert habe, sondern
Speaker: Für mich würde ich sagen, wenn ich so rückblickend...
Speaker: schaue, war es eigentlich immer
Speaker: auch diese biografischen Aspekte, aber auch immer die Frage...
Speaker: Also ich glaube, es gab immer so eine Irritation mit dem gesellschaftlichen Ausgehen von meiner eigenen Position. Also meine Mutter ist alleinerziehend gewesen, was ja überhaupt kein...
Speaker: Problem ist aber in unserer Gesellschaft oft ein Problem, ist aufgrund von bestimmten Bedingungen. Oder in der Schule zu merken, es gibt Schönheitsnormen, entspreche ich denen oder entspreche ich denen nicht? Und was bedeutet das eigentlich für meine Position in der Klasse? Aber es können auch ganz andere sein. Es kann auch die Trennung der Eltern sein. Wie wird das verhandelt? Wie wird es gerichtlich verhandelt? Wer ist ein - und ausgeschlossen? Dahinter würde ich sagen, okay, da geht es um Klassismus, Bordialismus, Sexismus.
Speaker: andere Sachen mehr, aber damals waren es jetzt erstmal Erfahrungen. Und ich finde da auch so alte Arbeiten aus dem feministischen Kontext total spannend. Verena Stephan -Heutung zum Beispiel. Ich weiß noch, wie ich das Buch in der Schule gelesen habe und es diesen Moment gab, dieses
Speaker: Aha.
Speaker: Ich bin gar nicht die Erste, die irritiert ist.
Speaker: sondern es gibt...
Speaker: Es gibt schon eine Geschichte.
Speaker: Und es gibt nicht nur...
Speaker: eine Frauengeschichte, sondern auch eine Geschlechtergeschichte. Das kam dann erst viel später. Aber erstmal war ich dankbar darüber, dass andere diese Irritation schon lange, die ich auch als ungerecht wahrgenommen habe und die das schon aufgenommen haben. Und ich erinnere mich an irgendeine Stelle, das ist ja schon ewig her, dass ich das Buch gelesen habe, wo sie so die Straße entlang geht und kein BH anhat und so überlegt, so in meiner Erinnerung zumindest, wie die Selbstbeobachtung, die Fremdbeobachtung ist und wie das wahrgenommen wird in einer patriarchalen Gesellschaft. Und für mich war das wirklich so.
Speaker: Wahnsinn. Also es gab schon solche Gedanken und später eben auch mit fricker Hauch kollektiver Erinnerungsarbeit zu überlegen.
Speaker: Dass die eigene Erfahrung, dass man diesen Kontext setzen kann, auch mit der kritischen Psychologie, wo ich gar nicht zu Hause bin, aber sich das auch anzueignend ausgehen von Gegenständen und daraus was zu machen, war für mich irgendwie so, was daraus zu machen heißt auf.
Speaker: Macht - und Herrschaftsstrukturen sozusagen zu blicken und zu gucken, wie wir eigentlich positioniert werden.
Speaker: würde ich sagen, sozialisationsbedingt eine große Erfahrung. Oder die Frage zu erleben, dass gute Mutterschaft am Haushalt gemessen werden oder sowas. Also sowas schon wahrzunehmen, ohne das konkret zu machen. Das sind alles, hinterher würde ich es vielleicht sagen, mit Baumann gesprochen. Und das ist ja auch die Aufgabe der Soziologie, den gesunden Menschenverstand infrage zu stellen. Und genau diese Irritation sehe ich in diesem Moment.
Speaker: gesellschaftliche Regeln in Frage zu den Machtstrukturen und dem Bedeutenden. Und ich habe ja in Kiel gestartet und da gab es noch wenig. Ich war zu dem Zeitpunkt dort, aber hatte in Hamburg unterrichtet und dann habe ich immer weiter auch geguckt. Ich bin über die Kriminologie und die feministische Kriminologie.
Speaker: eingestiegen, beziehungsweise über den Labeling -Ansatz abweichendes Verhalten und dann irgendwie auch die Frage zu sehen, okay, das Rechtssystem ist auch nicht ganz neutral bezogen auf Geschlecht. Das war sozusagen mein Einstieg in die Geschlechterforschung und in Kiel über die Kriminologie und der Soziologie, wir damals vor allen Dingen Organisationssoziologie, genau, da hatte ich mich zu dem Zeitpunkt nicht so richtig zu Hause gefühlt.
Speaker: Spannend. Ich finde das immer wieder bemerkenswert und es geht mir ja eigentlich auch nicht anders, dass gerade bei Geschlechterforschung wahrscheinlich eines der Themen, die wir so als kritische Wissenschaften bezeichnen würden, neben anderen, Disability Studies, Postcolonial, dass immer auch diese biografischen Bezüge eine Rolle spielen.
Speaker: nicht rauszurechnen.
Speaker: Nicht unsere eigene Verkörperung, unser eigenes Wesen.
Speaker: aus diesen
Speaker: Perspektiven rausrechnen und genau das ist ja das Gewinnbringende, was ja auch die feministische Wissenschaftstheorie um Haraway und andere so
Speaker: zum Thema macht. Also ich finde das...
Speaker: Jetzt wird mir auch durch unsere Forschung, Eva, die wir jetzt gemeinsam machen zu Wissenschaft und Sorge, immer mehr bewusst.
Speaker: dass das eine Ressource ist, die wir eigentlich zur Verfügung haben.
Speaker: wenn wir
Speaker: selbst auch als
Speaker: Individuen als Menschen darin vorkommen und das auch reflektieren, in welcher Weise wir da selber positioniert sind, positioniert werden.
Speaker: Was das dann mit dem Blick auf...
Speaker: unseren Forschungsgegenstand, wenn wir es überhaupt als Gegenstand begreifen, macht.
Speaker: Aber das ist eigentlich nochmal ein wichtiger Punkt, weil gerade Geschlechterforschung ja immer wieder dem Vorwurf ausgesetzt ist, dass es sehr parteiisch oder politisch ist.
Speaker: ist und wo ich immer sage,
Speaker: jegliche Forschung ist
Speaker: hat einen Standpunkt. Alle Forschungen, egal ob wir Kindheitsforschung machen, ob wir Geschlechterforschung machen, ob wir Organisationsforschung machen, wir sind nie neutral. Wir sind immer Teil dessen und wir werden immer darüber auch gesellschaftliche.
Speaker: Verhältnisse mitgestalten.
Speaker: Jetzt wollen wir heute ja nicht nur über Geschlecht sprechen, sondern auch über Gesundheit.
Speaker: Die Verbindung von beiden, die Frage, wie sie miteinander zusammenhängen.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Ich habe irgendwie sofort so ein starkes Bild im Kopf. Also es sind die Frauen, die die Ärzte aufsuchen. Es sind die Frauen, die mit ihren vulnerablen Körpern, vielleicht auch als Schwangere oder auch...
Speaker: grundsätzlich
Speaker: Sind sie präsenter für mich so? Wohingegen man Männern ja häufig, ich bediene mich jetzt der klassischen Stereotypen eher nach, sagt er, die gehen eh nicht zum Arzt. Also die Männergesundheit ist etwas, was so eher für mich auch so im Hintergrund verschwindet. Also wenn ich an diese Schnittstelle Geschlecht und Gesundheit denke, denke ich an die Frauengesundheit, an die weibliche Gesundheit. Also woran könnte das eigentlich liegen?
Speaker: dass wir diese geschlechtlichen Zuschreibungen haben. Was scheint dahinter auf? Was sind so die Bezüge?
Speaker: Die...
Speaker: wir da sehen können.
Speaker: aus einer kritisch informierten, vielleicht auch soziologisch -gesellschaftlichen...
Speaker: Perspektive.
Speaker: Na ja.
Speaker: Das...
Speaker: Zum einen erinnert mich diese Konstruktion historisch gesehen sehr stark an die polaren Geschlechterkonstruktionen, wie sie im 19. Jahrhundert quasi entwickelt wurden.
Speaker: weil diese Zuschreibung von Verletzlichkeit oder von psychischer Anfälligkeit
Speaker: Die hat dort, denke ich, sehr stark ihre Wurzeln.
Speaker: in der Betrachtung sozusagen von Frauen als Schwächer oder eben auch in der Herausstellung ihrer
Speaker: Geschlechtsorgane
Speaker: Diese Zuschreibungen spielen dann natürlich sehr stark mit rein.
Speaker: Was ich wichtig finde aus soziologischer Perspektive ist da...
Speaker: das nicht quasi zu nehmen. Da sehe ich manchmal in diesen Debatten um Wechseljahre oder Endometriose oder Ähnliches oder Depressionen mit der Forderung zu verbinden, dass das ja quasi ein Modell ist.
Speaker: für Männliche, also dass man quasi Männlichkeitskonstruktionen
Speaker: mehr Schwäche zulassen sollte.
Speaker: oder mehr mit Schwäche verbinden sollte und deswegen eine Gleichbehandlung im Sinne einer hohen medizinischen Betreuung.
Speaker: Ich würde das stärker in diesen Medikalisierungskontext stellen, wie das eigentlich seit der
Speaker: sagen ich mal im Public -Health -Bereich zumindest oder auch in Anlehnung an Foucault oder Illich oder ähnliche.
Speaker: seit den 70ern vor allen Dingen kritisiert wurde. Dann würde ich aber denken, und da komme ich auf die Positioniertheit vielleicht zurück und auf die eigenen Erfahrungen.
Speaker: dass diese Idee, die Frau ist beim Gynäkologen quasi und verletzlicher, dass das auch sehr starke Mittelschichtsnarrative sind.
Speaker: also die ich da drin sehe sozusagen.
Speaker: Für die mich erinnert das an den Befund.
Speaker: aus der gesundheitswissenschaftlichen
Speaker: Genderforschung.
Speaker: die herausgefunden haben, dass das ein sehr komplexes Verhältnis ist zwischen Stereotypen -Zuschreibungen.
Speaker: Und quasi einer Selbstpositionierung im ärztlichen Kontext, weil Frauen viel stärker sozusagen ihr eigenes Befinden thematisieren, diese sogenannten psychosomatischen...
Speaker: Gesundheitsvorstellungen sind ja viel stärker bei Frauen, aber sie sind viel stärker bei Mittelschichtsfrauen, die ihren Körper nicht brauchen sozusagen für ihre Arbeit.
Speaker: Und das war sozusagen für mich auch ein Punkt, mit dem ich immer...
Speaker: gehakt habe an der
Speaker: an diesen Themen, die sozusagen in der klassischen Frauengesundheitsforschung verhandelt wurden, dass eben
Speaker: Aspekte wie soziale Herkunft, andere Ungleichheitsdimensionen, die sehr stark materiell sind und nicht nur diskursiv oder repräsentationsbezogen, dass die sozusagen keine Rolle spielen. Also wir wissen zum Beispiel, dass...
Speaker: Das.
Speaker: Ärzte, also Ärztinnen und Ärzte, Frauen völlig anders behandeln, die aus einer Mittelklasse kommen oder Migrantinnen anders behandeln und so weiter. Also ich sehe da drin einerseits in diesem, was du aufgemacht hast, sozusagen ein sehr starker, sozusagen diese Geschlechterkonstruktion, die bürgerlichen Geschlechterkonstruktionen.
Speaker: aus dem vorletzten Jahrhundert, aber auch sozusagen diese bestimmte Klassenperspektive, die eben das nicht sichtbar macht oder die das sozusagen als Frauenerfahrung gleichsetzt, was sie vielleicht gar nicht ist.
Speaker: Und das fällt mir dazu ein. Gerade der Gynäkologe sozusagen ist natürlich ein sehr klassisches altes Bild. Und diese Geschlechterverhältnisse, die da drin zum Tragen kommen.
Speaker: sind aber ja nicht unbedingt ans Geschlecht der Personen gebunden, die dort behandeln. Also diese Geschlechterkonstruktionen in dem praktischen ärztlichen Verhältnis werden ja auch durch Frauen weitergetragen oder durch andere Personen. Also das ist extrem komplex, leider.
Speaker: Und es ist sehr verfestigt.
Speaker: Ja, spannend. Ich glaube, was nochmal ganz wichtig ist oder worauf ich komme mit der Frage, ist auch nochmal die Frage, von wo aus gucke ich eigentlich da drauf? Also was macht denn eigentlich so eine geschlechtertheoretische...
Speaker: Perspektive auf das Phänomen.
Speaker: Und ja, was ist vielleicht auch der Unterschied zu Gendermedizin an dieser Stelle und sich sozusagen auch dort irritieren oder befremden zu lassen an dem, wie Geschlecht gemacht worden ist.
Speaker: Und das immer auch, und da würde ich mit dir mitgehen, Regina auch zu sagen, auch die materiellen Bedingungen immer auch mit.
Speaker: Ich denke auch an Arbeiten von Barbara Duden zum Beispiel, also auch die Idee zu sagen, sich an der Körper...
Speaker: Also was Körpergeschichte ist, sich aus der Historie sozusagen an der Gegenwart zu befremden und zu sagen, okay, was machen wir heute eigentlich? Und die Frage stärker auch darauf zu legen, wie kommt das, dass es heute so ist? Also warum sind die Frauen vor allen Dingen bezogen?
Speaker: Auf Reproduktionsfragen zum Beispiel oder auf ihren eigenen Körper. Warum sind die im Fokus? Warum sind solche alltäglichen medizinischen Praxen sozusagen, werden die überhaupt sichtbar und andere eben nicht? Warum ist das sozusagen an den weiblichen, an den feminisierten Körper geknüpft? Also da auch nochmal zu gucken, was das macht. Und ja, Geschlechtshandeln sozusagen und auch Gesundheitshandeln nicht einfach als...
Speaker: biologisch gegeben zu nehmen, sondern auch als historisch, kulturell, sozial durchdrängt und gemacht und gucken, wie in bestimmten Praktiken sowas auch hergestellt.
Speaker: Genau.
Speaker: Und wie man sich dann auch darüber selbst erlebt. Also wenn ich zum Beispiel Social -Media -Kanäle aufmache, bekomme ich jetzt auch immer was zu den Wechseljahren. Und ich wusste vorher nicht, dass ich ein Problem habe, aber jetzt habe ich eins. Genau, also auch die Frage, wie sozusagen sowas hergestellt wird und es nicht einfach da ist.
Speaker: Das heißt aber nicht, dass es nicht den Körper auch gibt, der sich verändert, der lebt, der da ist. Und darüber können wir ja gleich auch nochmal sprechen. Aber ich sage nur sozusagen, aus meiner Perspektive bin ich stark auf der Ebene schon, wie wird es sozialstorisch gemacht und erlebt. Aber da können wir auch voneinander lernen und auch geschlechtsdifferenzierende Perspektiven machen ja Sinn. Also es macht ja Sinn zu fragen, welche Körper werden als Norm gesetzt? Wie sind Methoden?
Speaker: Studien aufgemacht zum Beispiel und wer wird ein - und wer wird ausgeschlossen? Und auch solche Fragen sind total wichtig. Ja, ich denke daran, dass wir, wenn wir dieses Beispiel nehmen, das so setzen, das ist natürlich nicht biologisch gesetzt, aber mir fällt darin auf, welche Körper kommen denn nicht zum Gynäkologen, egal ob männlich oder weiblich?
Speaker: Und das ist genau der Punkt, der aus dem Bild nicht erfasst wird, finde ich.
Speaker: oder nicht drin ist. Die Körper von Transmenschen zum Beispiel, die Körper von non -binären Menschen, die gar nicht zur Frau...
Speaker: Also die...
Speaker: unabhängig von ihrer biologischen Geschlechtlichkeit.
Speaker: das einfach vermeiden.
Speaker: Die Körper von Geflüchteten zum Teil, je nachdem was, Schwangerschaft und Geburt ist ja immer mitbezahlt.
Speaker: Dieser Aspekt da drin oder auf welche Weise sitzen die beim Gynäkologen oder was passiert da eigentlich?
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Und das ist sozusagen das...
Speaker: steht für mich so ein bisschen als Sinnbild.
Speaker: oder der Notwendigkeit, noch stärker intersektional zu denken.
Speaker: Weil das sind für mich die Momente sozusagen, wenn wir von Verletzung sprechen, dann sind es die Momente, die völlig unsichtbar bleiben in diesem Bild von Frauen, die beim Gynäkologen sitzen. Natürlich auch das Geschlechterverhältnis, das ist klar. Aber die Körper, die das nicht können oder nicht.
Speaker: wollen oder abgewertet werden oder bewertet werden permanent oder so, ja.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Ja, gut, dass du das so ansprichst, auch so klar.
Speaker: Ich glaube, es ist beides. Es ist einmal die Frage, was wird sichtbar in den Interaktionen, was zeigt sich dort? Also, dass Frauen sozusagen angerufen werden, ständig zum Gynäkologen zu gehen zum Beispiel. Welche Perspektive, welche Beobachtung, welche Fremdkriterien müssen sie erfüllen? Ob man zu dick, ob man zu dünn ist, ob man sich gewogen hat, ob man, das geht ja zusammen, aber ob man die richtige Ernährung hat.
Speaker: ob man gestillt hat, also die Frage ist sozusagen, was passiert da eigentlich an bestimmten Praktiken innerhalb dessen, also die Frau, die da ist und dann ist die Frage, wer sind die Frauen und von wem sprechen wir da eigentlich, wenn wir das sozusagen ja auch als Möglichkeit, als Teilhabe sehen können, überhaupt eine gute Versorgung zu haben.
Speaker: eine gesundheitliche Versorgung. Ich habe noch gerade so gedacht, in Bezug auf
Speaker: Also es gibt ja das Gegenstück zum Gynäkologen, ist ja der Urologe.
Speaker: Für Frauen ist es so selbstverständlich.
Speaker: zum Frauenarzt zu gehen, zum Gynäkologen.
Speaker: Das ist ja Teil...
Speaker: Ihres
Speaker: reproduktionsapparates ja ganz maschinell gesprochen also sie gehen dahin sobald sie ihre periode haben
Speaker: müssen Sie vorstellig werden, dass...
Speaker: ist schon so sozialisiert.
Speaker: Und es ist auch gut, dass das alles abgecheckt wird. Es ist ja immer ein Hinblick auf diese Frage, okay, was passiert mit der Reproduktion? Ist da alles in Ordnung? Funktionieren die Organe? Dann kommt sie irgendwann als schwangere Frau, dann vielleicht als stillende Frau. Und beim Mann ist das ja immer das Gegenstück der Scham.
Speaker: Zum Urologen muss ich ja nur, wenn irgendwas nicht funktioniert. Und eigentlich möchte ich da am liebsten gar nicht hingehen, weil das...
Speaker: Bis dann.
Speaker: Allerschlimmsten Fall irgendwie Ausdruck von einer Dysfunktion.
Speaker: Wenn wir wieder an diese...
Speaker: Zuschreibungen von männlicher Stärke und Leistungsfähigkeit jetzt in Bezug auf Reproduktion denken und die Frau, wäre dir das so selbstverständlich?
Speaker: eigentlich in die Wiege gelegt ist, darum musst du dich auch kümmern.
Speaker: Und das ist aber auch gesellschaftlich irgendwie anerkannt. Also es gibt ja kein Stigma der Frau beim Gynäkologen, aber es gibt schon, finde ich, so ein latentes Stigma.
Speaker: Mannes, der zum Urologen gehen muss.
Speaker: Findet ihr das auch?
Speaker: Ich glaube, das ändert sich gerade ehrlich gesagt.
Speaker: Also den Eindruck habe ich.
Speaker: Oder zumindest ist es regional unterschiedlich wie so viele andere Sachen auch.
Speaker: Also auch diese Idee sozusagen, dass es die Reproduktion im Fokus steht oder so, das ist ja zum Beispiel, wenn man sich gegen Kinder entscheidet oder nicht.
Speaker: Heterosexuell.
Speaker: Äh...
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Heterosex hat, ist es ja nicht unbedingt erforderlich oder die Reproduktion steht ja nicht zumindest im Zentrum oder die Fragen, auch bin ich schwanger oder so, stellen sich ja gar nicht.
Speaker: Das heißt...
Speaker: So.
Speaker: Und ich glaube, dass das regional total unterschiedlich ist, wie damit umgegangen wird.
Speaker: oder ob das Stigma ist oder nicht.
Speaker: Also mein Eindruck ist, dass hier zum Beispiel in Berlin oder in Hamburg habe ich das nicht den Eindruck, dass Urologie...
Speaker: für Männer irgendwie ein Stigma ist.
Speaker: Und es gibt auch Urologinnen, wo ich persönlich, wenn ich mal ein Problem habe, auch lieber hingehe als zum männlichen Urologen.
Speaker: Aber...
Speaker: Das ist natürlich trotzdem nicht in gleicher Weise verbreitet oder akzeptiert oder implementiert oder irgendwie Männer werden auch nicht in vergleichbarer Weise sozialisiert, dass sie quasi sich da checken lassen sollen, wobei ich das eher positiv finde, weil ich finde, dass dieses Checken für Frauen sozusagen ein bisschen überdimensioniert ist zum Teil. Ich glaube, das schließt so ein bisschen an dem vorigen Punkt an. Die Frage ist ja auch, also...
Speaker: Also erstmal würde ich sagen, die Sichtbarkeit bei Frauen und der medizinische Zugriff auf den Frauenkörper sehe ich da sozusagen auch stärker als auf Männlichkeit. Genau, ich würde da auch nochmal zurückgehen und zu gucken.
Speaker: Also einmal die Frage, auch biopolitisch, der Körper der Frau, wie wird da eigentlich verhandelt?
Speaker: Wie sind dort sozusagen auch bestimmte...
Speaker: Oder wie sieht man bei dieser Versorgung auch bestimmte Geschlechter?
Speaker: oder auch Normen, die sozusagen eine Rolle spielen. Und wie wird...
Speaker: der
Speaker: hier verhandelt, als Frauenkörper, als Mutterschaftskörper, als zukünftiger Körper, der Kinder bekommen soll. Welcher soll das bekommen? Welcher soll das nicht bekommen? Da sind so viele Dimensionen. Auch immer die Frage, wer bekommt welche Leistung? Wer wird da überhaupt sichtbar? Bei wem wird, auch wenn wir uns das historisch an, ich muss da an Texte von Angela Davis denken und so, an die Frage auch von Klassismus.
Speaker: Rassismus und auch Sexismus.
Speaker: Und wie das so zusammenhängt, also auch die Frage, wie so ein Körper hergestellt haben. Also während in den 70er Jahren irgendwie die Frauen, die weißen Frauen dafür gekämpft haben, dass sie ein Recht auf Abtreibung haben, wurden schwarze Frauen zwangssterilisiert.
Speaker: da nochmal zu gucken, inwiefern auch solche...
Speaker: Blicke, Perspektiven und Techniken, die jetzt erstmal ein bisschen weiter von dieser Geschichte entfernt sind, aber gleichzeitig immer auch politisch in irgendeiner Form gerahmt sind. Also wenn wir uns so eine Versorgung angucken, dann ist sie nie losgelöst von gesellschaftlichen Verhandlungen zu denken. Die Biopolitik finde ich da einen super wichtigen Punkt.
Speaker: Oder es fällt mir gerade ein.
Speaker: dass zum Beispiel Frauen mit Lernschwierigkeiten
Speaker: Die dürfen zwar offiziell nicht mehr sterilisiert werden.
Speaker: Das ist ja verboten inzwischen.
Speaker: Aber sie werden es doch und zwar in der Regel über ihre Vormünder, die zum Beispiel Familienangehörige sind.
Speaker: Das heißt...
Speaker: Zum Beispiel...
Speaker: Amen.
Speaker: dass Zwangssterilisierung quasi über familiäre Aspekte läuft. Ich würde das so nennen. Oder dass es viel häufiger ist, dass sie gegen ihren Willen Füllungsmittel eingesetzt bekommt, Spiralen zum Beispiel.
Speaker: Und zwar ist das offiziell quasi im Teilhabegesetz vorgesehen, dass sie sich ihre Lebensform auswählen können, aber das wird überhaupt nicht umgesetzt oder nicht ausreichend umgesetzt und es wird auch im Gesundheitsbereich nicht ausreichend adressiert. Meine schlimmste Erfahrung war,
Speaker: Also ich heb am...
Speaker: mit Hebammen an einer Hochschule über die Rechte von Frauen mit Lernschwierigkeiten auf Mutterschaft diskutiert habe.
Speaker: Und ich denke, da ist noch sehr viel zu tun.
Speaker: um da ein Umdenken zu erzeugen.
Speaker: Weil das war wirklich nicht...
Speaker: Sehr erschreckend, welche Stereotype, Vorurteile und Ähnliches kommt.
Speaker: Ich meine, das kann man nochmal weiter, auch intersektional weiterdenken. Junge Mutterschaft zum Beispiel oder zu alte Mutterschaft, zu alt, auch dort, wie sind die Praktiken, was passiert da eigentlich? Da gibt es ja die Arbeiten von Spieß zum Beispiel zu den Babysimulatoren, die jetzt auch schon ein bisschen älter sind, um junge Mütter abzuschrecken, vor allen Dingen aus ökonomisch schwächeren Lebensverhältnissen oder Lebenslagen, wie auch darüber regiert wird, wer gute Frauen, gute Mütter sind.
Speaker: sagen.
Speaker: Einfach nochmal da die Praxis sozusagen sichtbar zu machen an unterschiedlichen, also dass wir unterschiedliche Dimensionen haben, gesundheitlicher Ungleichheit, die sich jetzt am Beispiel von dem
Speaker: Körper der Frau, wenn wir das so formulieren wollen, abzeichnen. Ganz unterschiedliche Dimensionen.
Speaker: Also Alter.
Speaker: Wobei ich sagen muss...
Speaker: Also ein Maßstab dafür, welche Themen oder was ich super wichtig finde, wäre für mich immer, wie stark sind die sozialen Verhältnisse gewaltförmig oder herrschaftsförmig.
Speaker: Deshalb finde ich dieses Thema der sexualisierten und häuslichen Gewalt so super, super wichtig. Oder auch zum Teil das Thema...
Speaker: was ich eben gesagt habe, der sexuellen und reproduktiven Gesundheit für Frauen mit Lernschwierigkeiten. Weil das was Grausames in der Praxis ist und weil das sozusagen unbedingt...
Speaker: mit wissenschaftlicher Hilfe, Unterstützung, Daten.
Speaker: Und so weiter. Ganz wichtig ist, das zu adressieren.
Speaker: finde ich.
Speaker: Ich nehme an, dass...
Speaker: Seht ihr genauso. Aber für mich gibt es noch einen Unterschied, ob ich mich...
Speaker: quasi zum Beispiel
Speaker: über Stereotype damit beschäftige oder
Speaker: mir Verhandlungen angucke, was eine ganz wichtige Dimension ist, oder ob ich sozusagen auf die gesellschaftliche...
Speaker: Also die gesellschaftliche Praxis gucken, nicht die Praxis, die mit den...
Speaker: zum Beispiel mit den Babysimulatoren funktioniert, sondern die Lebensverhältnisse.
Speaker: Sozusagen die sozialen, ökonomischen und anderen Verhältnisse. Und diese Vermittlung sozusagen, das ist nicht immer ganz einfach, finde ich, mit Gendertheorie, weil wir brauchen eine andere...
Speaker: Manchmal ist es sehr klar, wie bei sexualisierter und häuslicher Gewalt. Manchmal ist es weniger klar und wir brauchen andere Bezüge.
Speaker: finde ich, die uns helfen, das nochmal anders zu rahmen oder anders zu verstehen oder anders zu adressieren.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Ja, also da gehe ich mit mit dem Zugang und zu sagen, okay, wir nehmen unterschiedliche Ansätze, die hilfreich sind, ausgehend von dem Problem oder der Problemstellung, die wir uns ankommen. Gleichzeitig würde ich sagen, gar nicht in Abgrenzung zu dir, sondern grundsätzlich ist der Gedanke auf jeden Fall aufgekommen in der Diskussion, ist zu sagen.
Speaker: Es ist...
Speaker: Erstmal...
Speaker: Alle Arbeiten sind wichtig, egal ob wir auf der Diskursebene, also Repräsentationsebene sind, wie wird es in den Medien verhandelt, wie wird es in der Rechtsprechung verhandelt und gleichzeitig immer.
Speaker: Also das...
Speaker: all diese Momente letztendlich nur analytische Zugriffe sind, um zu versuchen zu verstehen, was da eigentlich passiert. Und eben auch, und das würde ich zumindest aus meiner Perspektive sagen, auch verändernd eingreifen zu können. Also auch anders denken zu können, sich befremden lassen zu können und Verschiebung im Hinblick auf Selbstbestimmung und auch im Hinblick auf Teilhabe unter Berücksichtigung von unterschiedlichen Eingebundenheiten irgendwie sichtbar zu machen. Und diesen Moment zu sagen,
Speaker: Gar nicht bezogen auf dich, aber...
Speaker: Also zu sagen...
Speaker: Also erstmal würde ich sagen, alle Ebenen, die wir haben und die uns zur Verfügung stehen, um Geschlechterverhältnisse fokussieren zu können, sind erstmal wichtig, weil auf allen Ebenen wird verhandelt und gemacht, was Geschlecht und Gesundheit ist. Und das andere ist zu sagen,
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: okay, welche Werkzeuge habe ich eigentlich analytisch und was sind eigentlich die Theorien, so habe ich es zumindest hier mal rausgehört, die die Geschlechterforschung bietet.
Speaker: Bei mir wäre es, ich würde den, sagen wir mal, ohne dass ich den materialistischen Ansatz glaube ich für mich stärker machen.
Speaker: Und sagen, okay, ich weiß, dass ich irgendwann sehr unzufrieden war mit einer Foucault'schen Diskursperspektive, obwohl ich das in meiner eigenen Promotion sozusagen verfolgt habe und eine hegemonietheoretische Diskursanalyse entwickelt habe. Aber ich war sehr unzufrieden.
Speaker: Und habe deshalb sehr stark gesucht nach einem strukturelleren Zugang.
Speaker: Nach einem sozialstrukturellen Zugang, nach einem Zugang, der grundsätzlicher ist. Und das ist sozusagen, glaube ich, in der Perspektive auf gerade Gesundheit. Gesundheit, ich habe mich Jahrzehnte damit beschäftigt, was es eigentlich sein soll. Und es gibt gar keine Antwort. Und die beste Antwort, die ich gefunden habe, ist von Alfons Labisch, nämlich Gesundheit ist ein soziales Konstrukt.
Speaker: Und gerade da...
Speaker: Finde ich diese materielle Perspektive wichtig. Ich habe vor Jahren eine Arbeit gelesen.
Speaker: die hat sehr genau gezeigt
Speaker: dass auf der einen Seite quasi gesundheitliche Ungleichheit immer stärker zum Thema gemacht wird. Und zwar hat er eine Diskursanalyse gemacht und hat gezeigt, wie sich das von der Politik...
Speaker: von der Wissenschaft in die Politik, in die Praxis verschiebt, aber gleichzeitig eine viel stärkere
Speaker: Und Individualisierung von Gesundheit sich damit zeigt. Also er hat das Verwaltung sozialer Ungleichheit genannt. Ich glaube, Kessler hieß der Autor.
Speaker: Und hat gezeigt, gesundheitliche Ungleichheit, dass man sozusagen mit dieser...
Speaker: Verschiebung.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: zwar den Begriff beibehält, aber ihn anders füllt und viel stärker aufs Individuum zentriert. Und das sehe ich zum Beispiel
Speaker: auch als riesen oder als eines der größten Probleme in dem Feld, in dem wir ja unterwegs sind, in dem Public -Health -Feld.
Speaker: das sehr stark zu individualisieren.
Speaker: Und die Verantwortung für Gesundheit auf Einzelpersonen zu verschieben, wobei die Chancen, wenn man bei dem Begriff bleiben möchte,
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: dafür, sage ich mal, überhaupt gesundheitsbezogene Entscheidungen zu treffen, so extrem ungleich verteilt sind.
Speaker: Und da ist Geschlecht eine Dimension oder Geschlechterungleichheit ganz bestimmt. Aber wichtiger sind für mich fast noch die Dimensionen nach sozialer Klasse oder...
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Rassifizierung nicht unbedingt, aber nach Aufenthaltsstatus und vielen anderen Aspekten.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Das sehe ich als Riesenproblem und das überschneidet sich meiner Meinung nach mit Geschlechterverhältnissen.
Speaker: Weil einerseits die Mittelschichtsfrauen das zwar sehr gut für sich adaptieren können, aber andere Personen das noch nicht mal im Ansatz können, selbst wenn sie es wollen oder das eben nur als Defizit.
Speaker: markiert werden kann.
Speaker: Ja, das ist total spannend, dass du das so sagst.
Speaker: Gesundheit, soziale Konstruktion. Und ich dachte sofort, ja, aber auch eine soziale Existenzweise mit Mayhofer. Oder es ist auch eine Form von gelebten Körper sozusagen mit Ahmed formuliert.
Speaker: Diese...
Speaker: Was mir da noch aufgefallen ist, um jetzt ein bisschen wegzugehen, ist, dass diese Differenz, die so in den 80er...
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: stark gemacht werden, zu sagen, dann haben wir alle gedacht.
Speaker: konstruktivistisch oder haben wir konstruktivistische Ansätze nach vorne gebracht, wo ich gedacht habe, wenn man Fricka Haug zum Beispiel liest, auch die älteren
Speaker: dann hat man diese Idee da auch schon stark.
Speaker: Also dieser Punkt, der immer...
Speaker: gestellt wird, den sehe ich gar nicht, dass du das gesagt hättest, sondern das fällt mir sozusagen mit der Diskussion von konstruktivistischen Sichtweisen an, was ich einfach spannend finde.
Speaker: so Brüche markiert werden, so Grenzen, die es nicht unbedingt in, ja.
Speaker: wo ich eher denke, das sind so Wellen. Stimmt, und es sind Ungleichseitigkeiten, total.
Speaker: Also es gibt ja eine durchaus etablierte...
Speaker: Genderbezogene Gesundheitsforschung im...
Speaker: Oder Frauengesundheitsforschung im Bereich von Public Health. Also etabliert in Anführungszeichen. Aber es gibt sie. Es ist ja in super vielen...
Speaker: Es gibt zum Beispiel gendersensible Indikatoren, die beim Robert -Koch -Institut quasi bestimmt werden. Es gibt in vielen Bereichen...
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: quasi im Bereich von Sucht oder von Drogenabhängigkeit, wenn man das mit reinnehmen will.
Speaker: Da gibt es extrem gute, auch praxisbezogene Konzepte, die sehr stark aus der Genderforschung sich entwickelt haben.
Speaker: Aber...
Speaker: Und es ist ein sehr heterogenes Bild mit vielen Kenntnissen, was auch toll ist.
Speaker: Also viele Kenntnisse auch aus der Praxis.
Speaker: Und Gesundheit kann natürlich enger und breiter gefasst werden, das ist völlig klar. Also breiter, denke ich, wird es im Bereich der sozialen Arbeit.
Speaker: verhandelt als im Bereich von Public Health.
Speaker: weil das sozusagen dadurch, dass es eine Multidisziplin ist, sich nochmal anders aufstellt.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Aber was...
Speaker: Weniger.
Speaker: häufig auch in der Genderforschung vorkommt, im Moment meiner Meinung nach, in der gesundheitsbezogenen Genderforschung, ist
Speaker: Ich habe eine Studie von Klasse immer noch im Kopf.
Speaker: Rosemarie Klesse, die hat in den Anfang der 1990er Jahre, hatte biografische Interviews mit
Speaker: Frauen, die Mitarbeiterfrauen, glaube ich, durchgeführt. Und die sind so...
Speaker: so interessant, weil sie wirklich klassisch -soziologisch auf Gesundheitshandeln schauen können und auf eine sehr tiefgründige und tiefgreifende Art, sage ich mal, die biografische Wertung von Handlungen im Kontext eines sehr komplexen Lebens herausarbeiten können. Und sowas...
Speaker: wünsche ich mir, das wäre toll, wenn wir...
Speaker: wieder stärker die Frauen - oder die genderbezogene Gesundheitsforschung so...
Speaker: soziologisch quasi fundieren könnten.
Speaker: Das würde ich toll finden.
Speaker: Weil ich glaube, dass...
Speaker: dadurch bestimmte Themen, die einfach im Bereich von Public Health sehr...
Speaker: Schmal.
Speaker: verhandelt werden im Moment, dass wir da mehr Tiefe reinbringen können. Ich hatte so das Gefühl, die
Speaker: Frage kristallisierte sich auch viel um diesen Punkt.
Speaker: In welchem Verhältnis steht jetzt die Geschlechterfrage zu anderen Ungleichheitsdimensionen?
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Ich glaube, das ist sehr deutlich geworden, dass gerade auch noch mal mit Blick auf Gesundheit.
Speaker: wie wir da immer auch intersektional denken müssen und herausgefordert sind, in verschiedenen Dimensionen zu denken. Und mir ist dann nochmal aufgefallen,
Speaker: Das ist ja eigentlich...
Speaker: immer auch viel um die Abwesenheit von Gesundheit geht, die wir aber gar nicht so benennen. Also die Krankheit als solche, als Zustand des Nichtgesundseins.
Speaker: Fällt eigentlich so ein bisschen hinten rüber.
Speaker: Ich glaube, es hat vielleicht auch damit zu tun, dass...
Speaker: Kranksein an sich, zumindest erlebe ich das.
Speaker: eher gesellschaftlich auch.
Speaker: eher das ist, was es zu vermeiden gilt, wo es vorzusorgen gilt, dass es nicht eintritt. Aber dann, wenn wir eben in dieses Gesundheitssystem aufgrund von Krankheit
Speaker: Dann ist das, was du ja auch sehr schön gesagt hast, Regina, sehr wirksam, die Individualisierung, die Eigenverantwortung mit diesem eigenen Körper, mit der Vulnerabilität dann umzugehen. Und gleichzeitig zeigen sich unheimlich viele...
Speaker: sozialstrukturelle Bezüge.
Speaker: Ungleichheitsbezüge. Wir haben ja auch ein Zweiklassensystem im Gesundheitssystem selbst. Also die privaten Versicherungen und die gesetzlichen Versicherungen. Das ist ja allein schon ein riesen Ungleichheitsfeld, das man aufmacht.
Speaker: haben wir eben einfach die unterschiedlichen Zugänge der Teilhabe an diesem System. Also das alles fand ich nochmal sehr eindrücklich. Ihr habt es jetzt sehr theoretisch auch gefasst oder euch damit auseinandergesetzt. Mich würde jetzt nochmal von der Forschungsperspektive...
Speaker: Interessieren gerade auch mit Blick auf eure Verortung an einer hessischen HAW.
Speaker: Was so die Besonderheiten vielleicht sind auch im Umgang mit den Fragestellungen. Also ihr habt auch vorhin kurz angesprochen, der Transfer auch zur Praxis. Das ist ja eine andere Herangehensweise als in der klassischen universitären Forschung. Schon immer auch mit Blick auf Anwendungsbezug. Was ist da so das, was ihr meint, was zeichnet diese Forschung aus und womit?
Speaker: Beschäftigt ihr euch vielleicht auch gerade so thematisch?
Speaker: in eurer Forschung.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Erstmal würde ich sagen, dass ich den Unterschied nicht immer gleich erlebe. Also ob ich jetzt an der Universität Jena oder an der Universität Hamburg dazu forsche oder an der Hochschule Fulda, da würde ich schon nicht unbedingt...
Speaker: grundlegend was anderes tun, sondern ich habe sozusagen Konzepte, Perspektiven, Haltungen, mit denen ich arbeite, aus der Geschlechterforschung maßgeblich und aus der Diversitätsforschung und immer auch angereichert durch andere Perspektiven.
Speaker: Ja, und würde das nicht gegeneinander ausspielen wollen.
Speaker: und Universitäten, sondern ich glaube, dass man beides in beiden Leben...
Speaker: Also ich würde...
Speaker: Gerne nochmal aufgreifen, dass du gesagt hast, wir beschäftigen uns mit Krankheiten. Nee.
Speaker: Wir beschäftigen uns gerade in Public Health auch mit Gesundheit. Also ich bin interessanterweise gar nicht die typische Public Healtherin. Daran sieht man, wie man sich positionär quasi zugeordnet wird. Weil ich bin ebenso Soziologin, ich habe in ganz anderen Bereichen gearbeitet. Aber das Thema Gesundheit ohne Krankheit und ohne Gesundheitsversorgung. Public Health hat so viele Bereiche und es geht ganz viel darum, Gesundheit zu fördern, eben auch unter der Perspektive von
Speaker: Von.
Speaker: Chancen für alle sozusagen ein gesundes Leben zu führen. Also es ist viel breiter.
Speaker: Und wir wissen auch sehr viel über Gesundheit inzwischen und damit beschäftigt sich ja auch Public Health. Also mit der Förderung von Gesundheit, mit dem Verständnis. Wir haben die Ottawa -Charta, wir haben die ganzen Papiere im Bereich von Public Health.
Speaker: oder die ganzen Traditionen, wie wir Gesundheit verstehen können. Und das ist in der Regel eben sehr stark auch
Speaker: sozial bezogen.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Ich sehe schon einen Unterschied von HAW zu Uni.
Speaker: Weil ich...
Speaker: die Verantwortung dafür trage, dass die Studierenden bei uns eine Art von Wissen erwerben, was sie auch
Speaker: brauchen können.
Speaker: in ihrer
Speaker: Ähm.
Speaker: praktischen Tätigkeit.
Speaker: Die Studierenden, die bei uns einen Abschluss machen im Bereich von Public Health, die gehen ja
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: häufig zum Beispiel zum Gesundheitsamt oder
Speaker: Die arbeiten, ich habe neulich mit einer Studierende gesprochen beim Land Baden -Württemberg und sind für...
Speaker: gendersensible Gesundheitsberichterstattung zuständig. Das heißt, ich sehe
Speaker: unabhängig von meinen eigenen Forschungsinteressen, meine Verantwortung auch immer darin, den Studierenden etwas mitzugeben, was sie für die praktische Tätigkeit, die sie später ausüben, benötigen. Das ist bei der Uni anders. Das gibt mir in der Forschung mehr Freiheit.
Speaker: finde ich.
Speaker: Und das schränkt sozusagen an der HAW zumindest teilweise die Forschung, grenzt es ein bisschen anders ein oder setzt einen anderen Schwerpunkt. Das ist meine persönliche Perspektive darauf.
Speaker: Die Themen, die ich zurzeit bearbeite,
Speaker: Das sind überwiegend
Speaker: Ähm.
Speaker: Eben Rassismus habe ich lange bearbeitet. Das ist übrigens auch intersektional unbedingt nur zu verstehen, irgendwie an ganz vielen Bereichen. Also Gender spielt eine sehr starke Rolle.
Speaker: und die Themen von
Speaker: Also Armut, LGTBIQ +, und so weiter, die kann ich dort unterbringen. Aber ich würde sie möglicherweise an der Uni anders bearbeiten.
Speaker: Sexuelle und reproduktive Gesundheit ist das Thema, wo ich im Moment mit Daphne Hahn ein Forschungsprojekt durchführe. Und das ist ein Thema, was ich ganz genau richtig finde an der HW.
Speaker: Weil das ist für die Praxis der Frauenhäuser, für alle sozusagen, die in dem Feld tätig sind und die sich gegen diese rechten Übergriffe im Moment zur Wehr setzen, einfach so ein zentrales und ganz, ganz wichtiges Thema.
Speaker: dass ich das an der HAW auch an der Uni super aufgehoben fühlen würde.
Speaker: aber auch an der HAW ein super wichtiges Thema finde und auch ein sehr wichtiges Thema.
Speaker: für den Bereich von Public Health immer mit der Perspektive, dass die Studierenden später
Speaker: berufstätig werden mit unserem Abschluss.
Speaker: Und dass sie dann etwas mitnehmen und informiert sind und Ansätze kennen und Steuerungsmöglichkeiten, Eingriffsmöglichkeiten.
Speaker: kennen und das auch einordnen können. Das finde ich super wichtig.
Speaker: Ja, das ist interessant, dass du das so nochmal sagst.
Speaker: Ähm.
Speaker: Ich gehe mit, dass das eine andere Studierendenschaft ist, die danach handlungspraktisch ausgewiesen ist und gleichzeitig denke ich ausgehend von der Geschlechterforschung und vielleicht ist das der Punkt immer schon auch.
Speaker: aus meiner Perspektive aus der Geschlechterforschung und die auch anknüpft, auch wenn wir uns ältere Arbeiten zu Gewaltforschung, zum Beispiel feministischer Gewaltforschung angucken, die auch den Anspruch hat.
Speaker: oder also...
Speaker: die Praxis zu verändern und das mitzudenken. Also für mich ist es sozusagen nicht ein Entweder -Oder, sondern ich glaube sowohl als auch, dass das ausgehend von der
Speaker: Perspektive auch ein Teil dessen ist. Aber es geht natürlich darüber hinaus, zu sagen, okay, wen haben wir eigentlich vor uns und wo arbeiten sie später? Das ist klar, gehe ich da mit an der Stelle, aber ich glaube, der andere Punkt, den ich stark machen würde, ist, dass egal, ob ich an einer Hochschule bin oder an einer Universität bin, dass es
Speaker: Dass es diesen Moment gibt von, wie denke ich auch Praxis und auch wie kann man verändernd eingreifen und sehe das schon als Teil davon. Das schließt aber das andere, da gehe ich mit nicht aus, finde ich nochmal wichtig zu betonen. Und ich würde sagen, bezogen auf meine Lehrveranstaltung, bezogen auf die Qualiforschung zum Beispiel, sehe ich kaum gar keine...
Speaker: Die bringen andere Themen mit und auch oft ganz spannende Themen, weil sie aus der Praxis kommen, weil sie Erfahrung haben. Ich finde es unglaublich spannend, auch mit den Hebammen zu arbeiten, die reflexiv auch nochmal mit einbringen, was die gerade erleben und darüber auch Forschungsprojekte zu machen, ausgehend von eigenen Irritationen. Forschungsprojekt ist völlig übertrieben, aber sozusagen erste Erkundungen darüber, auch den Raum zu öffnen für Erfahrungen, die gemacht worden sind. Und da muss ich wie an Fricka Haug denken.
Speaker: auch das Kollektive da nochmal einzunehmen und zu überlegen, welchen Deutungsmuster und auch welche Praxen und geteilte Erfahrungsräume sind dort eigentlich vorhanden. Also das finde ich ausgesprochen interessant. Und die Frage sozusagen, wozu ich aktuell...
Speaker: Auch Forscher, was sind Themen, die mich gerade bewegen? Ich bin...
Speaker: Gerade in der Diskussion.
Speaker: Mit Lisa Kreuzmann unter anderem. Zu dem Thema der S3 -Leitlinie zur Stilldauer, die im Februar 2026 erschienen ist, haben wir uns auseinandergesetzt. Und hier sieht man nochmal, dass nun bis zum vollendeten sechsten Monat ausschließlich oder überwiegend gestillt werden sollte. Das war früher anders, vier bis sechs Monate ausschließlich stillen. Und die Gesamtstilldauer wurde nun mit mindestens zwölf Monaten festgelegt. Und vorher war es, solange Mutter und Kind es wünschen. Also hier sieht man nochmal so eine körperliche Norm.
Speaker: verfügbarkeit die stärker geworden ist und die sich identifizieren lässt
Speaker: Darüber sind wir gerade im Austausch und diskutieren stark einfach auch darüber, was das für Empfehlungen sind. Und auch da wieder, das ist ein Punkt, den ich am Anfang schon wieder auch nochmal aufgemacht habe.
Speaker: immer wieder die Frage, die sich für mich stellt,
Speaker: Aus einer Geschlechterperspektive, wie wird die...
Speaker: Frau hier sozusagen hergestellt oder wie wird die stillende oder die versorgende Person hier als Frau hervorgebracht und ganz oft und stark auch über medizinisch -epidemiologische Kriterien, wo von den Bedürfnissen der Frau
Speaker: kaum noch oder der fürsorgenden Person, das kann ja auch über die Frau hinausgehen, überhaupt nicht die Rede ist. Also das öffnet sich hier schon in einem Satz, dass es nicht mehr nur die Gebärden oder die Gebärden, die Stillen sind, sondern auch andere Personen mit einbezieht, aber
Speaker: Genau, die Frage ist eigentlich...
Speaker: Zu welcher Zeit kommt so eine...
Speaker: So eine Leitlinie raus, was bedeutet so eine Empfehlung, die sich dann doch wieder materialisiert und doch zum normativen Anspruch wird, das sind so Themen und auch...
Speaker: Da nochmal die Frage, welche Studien werden als Grundlage genommen, dann dieser Begriff von Evidenz, wo kommt der eigentlich her, wie wird der verwendet? Da nochmal die Überlegung, wer macht das eigentlich? Also wer hat eigentlich diese stille Empfehlung hergestellt? Das ist eine ganze Reihe von Personen, aber es sind keine Geschlechterforscherinnen dabei, die vielleicht auch Dinge sozusagen auch als sozial sehen. Also das ist eine ganz, ganz spannende Diskussion gerade oder Auseinandersetzung, wo ich denke, daraus könnte ich noch mehr.
Speaker: ergeben und ansonsten bin ich gerade mit Clara Eid, die Hebamme ist, das ist einfach auch eine wunderbare Professorin für Hebammenwissenschaften ist, da gucken wir.
Speaker: oder analysieren wir Gruppendiskussionen zur Erfahrung von Hebammenstudierenden. Genau, in der Praxis, was auch unglaublich ist.
Speaker: Interessant ist. Und ich würde gerne das verknüpfen ab, vielleicht ist es ein Abschluss, vielleicht auch nicht, weil ich denke, dass genau aus diesem...
Speaker: dass dieses Breite und diese Verknüpfung, eine stärker soziologische Fundierung, das ist etwas, was...
Speaker: ich super wichtig fände und wo ich auch eine Brücke schlagen würde oder was ein gemeinsames Interesse vielleicht auch ist.
Speaker: Stärker in die Tiefe zu gehen, stärker Dinge zu hinterfragen und eine kritischere Perspektive sozusagen.
Speaker: zu leben.
Speaker: Zu leben heißt in der Praxis der Lehre zum Beispiel, aber auch in den Forschungsprojekten oder in dem, wie Gesundheit betrachtet wird aus einer Genderperspektive.
Speaker: Und da finde ich sozusagen sehr starke Anknüpfungspunkte mit der ILFA.
Speaker: zu sagen, okay, wir schauen da...
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Kritisch drauf.
Speaker: Wir weiten den Blick und wir machen unterschiedliche Dinge, aber mit einer sozusagen mit der Kernperspektive.
Speaker: ist einer Veränderung bedarf, sozusagen.
Speaker: Egal auf welcher Ebene.
Speaker: Und mit dem Wunsch oder dem Hintergrund, das viel stärker soziologisch zu fundieren, als das im Moment in...
Speaker: einem Teil zumindest der Gesundheitsforschung.
Speaker: der Fun ist.
Speaker: Ja, aber ich glaube tatsächlich, diese kritische Perspektive...
Speaker: Da wäre ich mit Foucault trotzdem dabei zu sagen, nicht dermaßen regiert zu werden und das auch als Kritik formuliert. Das auch mit in die Hochschule zu bringen und das zu transportieren.
Speaker: Ein schönes Vorhaben. Ich danke euch beiden sehr, dass ihr heute zu Gast bei uns im Podcast wart. Und liebe Zuhörende, es geht natürlich immer weiter. Schaut fleißig vorbei.
Speaker: Bis zum nächsten Mal.
Speaker: Tschüss!



