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Speaker: Willkommen zu einer neuen Folge von TheraTalks. Wege zu Psychotherapie. Wir sind Markus und Nausica. Heute sprechen wir über die Psychotherapie -Ausbildung in Österreich. Ein Thema, das nicht nur zukünftige Therapeutinnen interessiert, sondern auch alle, die sich für den Weg dorthin oder die Besonderheiten des Systems begeistern. Wer kann diese Ausbildung machen? Wo kann man sie absolvieren? Wie ist sie denn aufgebaut? Wir schauen uns die einzelnen Phasen an. Vom Probedeutikum bis zum Fachspezifikum.
Speaker: und sprechen über Voraussetzungen, Dauer, Kosten und vor allem darüber, warum Selbsterfahrung so ein zentraler Bestandteil dieser Ausbildung ist. Ja, und wir wollen auch einen Blick werfen auf diese sehr spezielle historische Entwicklung der Ausbildung in Österreich. Und natürlich werden wir zumindest kurz über das neue Psychotherapiegesetz sprechen. Was erwartet uns da in Zukunft? Welche Veränderungen bringt das mit sich?
Speaker: Bei uns heute ist Karin Zajek. Sie ist klinische Psychologin, Gesundheitspsychologin und Psychotherapeutin. Und sie ist im Vorstand einer der großen Ausbildungsvereine in Österreich, jetzt muss ich es gut aussprechen, dem Österreichischen Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik, kurz die ÖAGG.
Speaker: Karin, schön, dass du heute bei uns bist. Wir freuen uns sehr, dich willkommen zu heißen. Ja, herzlichen Dank für die Einladung. Habe mich sehr gefreut auf dieses Interview heute. Vielleicht zur Einführung, vielleicht kannst du eine persönliche Frage beantworten. Wie bist du überhaupt zur Psychotherapie gekommen? Ja, na, mein Weg zur Psychotherapie war, bin eigentlich im Grundberuf, habe ich gelernt Kindergärtnerin, also jetzt Elementarpädagogin.
Speaker: und habe immer schon ein großes Interesse für Gruppen gehabt und wollte dann einerseits wissen, warum tun Menschen so, wie sie tun. Das hat mich zuerst zur Psychologie geführt und erst im zweiten Schritt zur Psychotherapie und dann wollte ich wissen, wie man mit Gruppen arbeiten kann, das auch nutzen kann, die Dynamik nutzen kann und da bin ich dann bei der dynamischen Gruppenpsychotherapie gelandet.
Speaker: Also so war ein Stück der Weg und schon auch von, man erlebt sozusagen mit den Leuten sehr viel. In der Psychologie kriegt man ein Rüstzeug, um es auch einzuordnen, zu diagnostizieren. Aber was tut man dann damit tatsächlich?
Speaker: Und wie ist es dann im Miteinander auch gestaltbar und bearbeitbar? Und dafür war die Psychotherapie -Ausbildung für mich immer noch das Element, wo ich das am besten gelernt habe. Das hast du schön zusammengefasst. Danke.
Speaker: Die Psychotherapieausbildung gibt es ja schon recht lang, allerdings ist erst 1990 ein Psychotherapiegesetz erlassen worden in Österreich, das war damals das erste Gesetz. Damals wurde eine neue Regelung, eine neue klare Regelung gebracht dadurch. Was waren denn damals die Hintergründe und vor allem, was wurde damit erreicht?
Speaker: Also die Hintergründe, ich würde sagen, es war einfach das Bestreben. Die Psychotherapie war davor in dem Sinn kein geschütztes Tätigkeitsfeld und Berufsfeld. Man musste sozusagen gewisse Grundberufe haben. Also es war durchaus auch das Bestreben, dass es früher so war, ich musste sozusagen Mediziner, Medizinerin sein und konnte dann auch Psychotherapeutin werden.
Speaker: Und das einfach in einen klaren gesetzlichen Rahmen zu geben. Wie schaut ein Zugang zu der Ausbildung aus? Wie schaut genau der Tätigkeitsschutz, die Berufsberechtigung aus? Wer darf aller sozusagen Zugang haben? Was sind Voraussetzungen und was sind dann aber auch Pflichten, auch ethische Richtlinien? Das denke ich war zusammenfassend schon das große Ziel.
Speaker: dem einen guten Rahmen zu geben, der auch gesetzlich abgebildet ist und klar einfach ist. Das hat sicher das Berufsbild des Psychotherapeuten, der Psychotherapeutin allgemein geprägt und verändert auch. Also diese gesetzliche Regelungen im 1990
Speaker: war sozusagen ein wesentlicher Gamechanger. Also es war eine Klarheit der Rahmenbedingungen, auch der rechtlichen Rahmenbedingungen, der Anerkennung, man könnte sagen, während früher, also wenn man mit Kolleginnen spricht, die
Speaker: in den 70er Jahren, die Psychotherapieausbildung gemacht haben, würden die auch ganz klar sagen, der Unterschied ist, es war früher so was wie eine Zusatzqualifikation und heute ist es ganz klar ein Berufsbild. Man kann eine klare Ausbildung zu Psychotherapie machen, ohne dass es ein zweites Standbein ist, sondern dass es sozusagen das Hauptstandbein auch ist beruflich. Ja, danke, das beschreibt es ganz gut, finde ich.
Speaker: Wenn wir jetzt den Bogen spannen zur Zukunft, also zum neuen Psychotherapiegesetz, das wurde letztes Jahr verabschiedet, gilt glaube ich seit Januar. Die Ausbildung soll grundsätzlich akademisch werden. Die Universitäten sind auch gerade dabei, diesen neuen Studiengang zu konzipieren und aufzustellen.
Speaker: Das wird noch ein bisschen dauern, also man geht davon aus, wie ich es verstanden habe, dass ab Herbst 2026 man das Studium beginnen kann. Und die Ausbildung nach dem aktuellen System, also so wie den Aussieger und ich zum Beispiel jetzt in dem System drin sind, kann man noch bis 2038 abschließen. Es gibt also eine sehr lange Übergangsphase. Und die ist, glaube ich, auch lang genug, um jetzt zu beginnen. Und dann hat man 13 Jahre Zeit, es entspannt abzuschließen.
Speaker: Diese Veränderungen, die durch dieses neue Gesetz auf uns zukommen, die werden wir in den kommenden Podcastfolgen sicher immer wieder aufgreifen. Auch die neuen Entwicklungen, da werden wir dranbleiben und informieren. Darum heute nur ganz kurz, Karin, was sind aus deiner Sicht die wesentlichen, kurz gefasst, die wesentlichen Änderungen in der zukünftigen Therapieausbildung?
Speaker: Also das neue Psychotherapie -Gesetz 2024 sozusagen wird so genannt auch. Ein Großteil ist jetzt seit 1 .1 .2025 in Kraft. Die sogenannte Ausbildungsverordnung wird eben erst im Herbst 2026 in Kraft treten. Und ja, da wird jetzt sehr viel gerade entwickelt. Der deutlichste Unterschied ist,
Speaker: aus meiner Sicht, dass Psychotherapieausbildung damit eindeutig akademisch wird. Also während bisher eine gewisse Vielfalt da auch ist, also so wie der ÖAGG ist ein Verein und bietet Ausbildungen an in verschiedenen psychotherapeutischen Richtungen,
Speaker: Aber wir sind keine Universität, sozusagen. Aber das wäre das eine. Und daneben gibt es vor allem auf Privatuniversitären im Sektor ja schon auch länger die Möglichkeit, einen sogenannten Masterabschluss dann auch zu machen. Und das ist sicher die größte Veränderung. Das ist jetzt eine sehr klar, also ich kann es dann in Zukunft nur mehr über den akademischen Weg, diese Ausbildung machen.
Speaker: Und es ist schon gefallen Pro Bedeuticum Fachspezificum. Diese Logik verändert sich in, ich muss einen Bachelorabschluss haben oder Grundberufe.
Speaker: die das sozusagen ersetzen, aber einen Bachelorabschluss haben, einen Master dann machen und dann gibt es die dritte sogenannte Approbationsphase, wo dann die jetzigen Fachspezifiker eigentlich erst zum Tragen kommen, die dann jetzt in Zukunft auch Fachgesellschaften heißen. Das ist ein Umbau in diese Bologna -Struktur, also das ist ein Riesenunterschied.
Speaker: Das heißt, wenn ich aus einem bestimmten Beruf komme, dann kann ich direkt in den Master einsteigen. Ich habe also eine verkürzte Ausbildung kapitalitativ verstanden. Genau, also es ist in dem Gesetz einiges definiert und aufgelistet, gewissen Ausbildungen, mit denen man quasi die Berechtigung hat, direkt dann in den Master einsteigen zu können.
Speaker: Und würdest du kurz vielleicht erklären können, was die Unterschiede zu anderen Bildungswegen im Gesundheitsbereich sind? Ich würde es eher so benennen, mit dieser neuen Gesetzgebung und dann mit dieser Ausbildungsverordnung, sobald die dann auch in Kraft tritt, ist es eigentlich eine Annäherung an die Ausbildungsstruktur, so wie sie bei Medizinern oder PsychologInnen
Speaker: schon etabliert ist in Österreich. Und der Unterschied wäre zu anderen Gesundheitsberufen, wie jetzt zum Beispiel Ergotherapie, Logopathy, also diese sogenannten funktionellen Therapierichtungen, die sind alle zumeist jetzt noch über Fachhochschule organisiert und nicht in dieser Universität am Bologna Struktur. Das ist schon nochmal ein Unterschied.
Speaker: Genau, also wir haben gerade gehört, mit dem neuen Therapiegesetz verändert sich die Struktur der Psychotherapieausbildung nachhaltig in Österreich. Aber bevor wir uns ganz den zukünftigen Entwicklungen widmen, was wir in einer anderen Folge besprechen werden, geben wir einen Einblick auf das bestehende System, insbesondere auf das Provideutikum.
Speaker: den ersten zentralen Teil der Ausbildung. Es wäre schön, wenn du uns kurz erklären könntest, was genau das ist, dieses Probedeutikum. Und was lernen Studierende in dieser Phase? Was sind die zentralen Inhalte und Ziele dieser ersten Ausbildungsstufe?
Speaker: Also zusammenfassend kann man sagen, dass das Probedeutikum, man könnte es nennen sowas wie Basisausbildung oder wirklich auch die Grundlagen, die wesentlich sind, damit man später dann in die psychotherapeutisches, methodisches, vertieftes Wissen sozusagen gehen kann. Es gibt ja sehr viele Probedeutikumsanbieter und Anbieterinnen in Österreich,
Speaker: Die haben sicher ihre Spezialitäten in ihrem jeweiligen Angebot, aber es gibt natürlich auch eine rechtliche Vorgabe, was auf jeden Fall vorkommen muss. Und ich würde es wirklich so beschreiben, es sind sehr viele Grundlagen drinnen, rechtliche Grundlagen, ethische Grundlagen.
Speaker: auch in anderen Feldern, also zum Beispiel als der psychiatrische Bereich auch. Was heißt das eigentlich? Also sei es jetzt Erwachsenen - oder Kinder - und Jugendpsychiatrie. Welche Richtungen gibt es überhaupt? Also es gibt in Österreich ja sehr viele sogenannte Fachspezifiker, zukünftig Fachgesellschaften, die sich allerdings unter vier Cluster sozusagen einreihen.
Speaker: Wie sind da die Menschenbilder der unterschiedlichen Richtungen? Was sind Gemeinsamkeiten, Ähnlichkeiten? Was sind Differenzen? Also ich würde wirklich sagen, sehr viele Grundlagen aus auch fachverwandten Bereichen, die alle gut sind, wenn man darüber bescheidweisen schon mal gehört hat, weil man das einfach für diesen Beruf dann später auch braucht.
Speaker: Könntest du vielleicht noch kurz darauf eingehen, was sind so Voraussetzungen, um ein Pro Bedeutikum machen zu können? Grundsätzlich, also natürlich gibt es da auch Voraussetzungen, aber prinzipiell ist das sehr breit vom Zugang her.
Speaker: Man braucht eine Matura, man braucht ein gewisses Alter, wobei wir da jetzt auch in einer durchaus spannenden Zwischenphase sind, wo das noch die Ausbildung nach dem alten Gesetz durchgeführt wird, aber Teile des neuen Psychotherapiegesetzes einfach schon in Kraft sind.
Speaker: Vielleicht was noch interessant wäre für unsere Zuhörerinnen, wäre die Frage der Anrechnung der Praktika. Also man kann sich ja Teile von der Ausbildung anrechnen lassen, wie zum Beispiel die Praktika. Wer kann das genau machen?
Speaker: Die jeweiligen Anbieterinnen und Anbieter der Propetheutiker haben sozusagen dann noch einmal sicher ein bisschen ihre eigene Handhabe und Logistik und Haltung auch. Aber grundsätzlich gibt es schon Vorgaben, was muss sozusagen eine Praktikumsstelle erfüllen, damit es anrechenbar ist als Praktikum im Rahmen des Propetheutikums.
Speaker: Ich würde ich würde gerne wenn ich darf kurz an anknüpfen und zwar es gibt ja leute die in der ausbildung den wird auch von ihm vor ausbildung und vom studium oder was auch immer irgendwas anerkannt das heißt die müssen gewisse kurse dann gar nicht machen kannst du da kurz was dazu sagen.
Speaker: Also wiederum, es gibt ein paar Dinge, also grundsätzlich liegt es immer bei den Anbietern oder Anbieterinnen, was sie dann tatsächlich anrechnen und was nicht. Aber ich selbst habe ja eben Psychologie studiert, noch in der Zeit, wo das ein sogenanntes Diplomstudium war, also wo es Bachelor Master in dem Sinne nicht gab, sondern erster und zweiter Abschnitt und habe nachher dann postgraduell die Ausbildung zur klinischen Psychologin gemacht.
Speaker: Und da wurde mir vor allem aus der Zeit vom klinischen Psychologen, also aus der Ausbildung, einiges angerechnet, dass klar war, okay, das muss ich dann jetzt nicht noch einmal machen.
Speaker: Das heißt, es ist von Fall zu Fall auch zu sehen, da gibt es jetzt keine so allgemeingültigen Pauschale. Genau. Also ich kenne es so, dass das tatsächlich auch von Fall zu Fall angeschaut wird und gerade Personen, die jetzt keinen sogenannten Quellberuf haben,
Speaker: zum Beispiel aus der Technik oder aus der Wirtschaft kommen oder so, die haben wenig Chance, dass ihnen irgendwas angerechnet wird, weil es einfach sehr fachfremd ist. Und alle Berufe, die man ins psychosoziale Feld einreihen kann, da gibt es sicher mehr Möglichkeiten, da zumindest einzelne Teile anzuerkennen und anzurechnen.
Speaker: Du bist ja im Vorstand des ÖAGG. Wie du gesagt hast, ihr bietet ja sowohl das Propedeutikum als auch das Fachspezifikum an, also das sogar in mehreren Fachrichtungen. Wir haben da im Vorfeld auch schon mal drüber gesprochen. Wie erlebst du das derzeitige Interesse an der Ausbildung zur Psychotherapeutin? Mir scheint es irgendwie zugenommen zu haben in den letzten Jahren, was vielleicht auch an der Veröffentlichung des neuen Gesetzes liegt.
Speaker: Also vielleicht vorweg, der ÖAGG ist ein wirklich sehr großer Verein und es ist sicher ein großer Teil davon, dass wir, also wir bieten eben ein paar Bedeutung an, wir bieten insgesamt sechs
Speaker: verschiedene Methoden an, aber der Vollständigkeit halber möchte ich dazu sagen, dass es auch nicht psychotherapeutische Aus - und Weiterbildungen beim ÖRGG gibt. Das geht immer wieder ein bisschen unter, aber ist eigentlich ein ganz wichtiger Bereich auch. Aber zur Frage zurück, wir konnten beobachten, dass jetzt in den, ich würde sagen, letzten zwei Jahren
Speaker: doch ein deutlicher Zulauf jetzt noch einmal zum Probedeutikum war. Ich denke einerseits hat das etwas mit der neuen Gesetzgebung zu tun, andererseits war auch die Beobachtung, dass schon während Covid -Zeiten da ein deutlicher Zulauf war. Also es gibt auch die Hypothese,
Speaker: dass aufgrund der pandemischen kollektiven Erfahrung viele Menschen überhaupt mal erst auf die Idee gekommen sind, dass könnte oder auch das Anliegen entwickelt haben,
Speaker: zukünftig in einem psychosozialen Feld tätig zu sein. Und wenn man Kandidaten, Kandidatinnen im Probedeutikum fragt, kriegt man als Lehrende, kriegt man auch häufig als Antwort, ja, sie haben sich dafür entschieden, um sich da mal zu orientieren. Sie wissen noch gar nicht, ob sie dann wirklich die Psychotherapie, die Ausbildung ganz fertig machen werden. Aber dass es mal so in das Anliegen war, sich mit diesem Bereich auseinanderzusetzen und das auch mal auszuloten, ob das ein Weg wäre.
Speaker: Ja, mit der Orientierungsphase während der Pandemie, da finde ich mich selbst auch ganz gut wieder, kann ich mir vorstellen. Habt ihr Wartezeiten fürs Propedeutikum? Ja. Also uns freut dieser Zulauf natürlich aus verschiedenen Gründen. Gleichzeitig stellt die Organisation aber auch vor die Aufgabe, diesen Zulauf auch gut abwickeln und bewältigen zu können.
Speaker: Weißt du, wie viele Institute für das Probedeutikum es gibt in Österreich? Also da ist meine Antwort, es gibt sozusagen da vom Bundesministerium auch eine geführte Liste und wenn man auf die Website vom österreichischen Bundesverband für Psychotherapie geht, sprechen die von aktuell 21 anerkannten sozusagen Ausbildungseinrichtungen, wo man das Probedeutikum absolvieren kann.
Speaker: Eben, also gegen Ende des Probedeutikums, entscheidet man sich für eine Fachrichtung, eine Schule der Psychotherapie, in der man im Rahmen des Fachspezifikums den Hauptteil der Ausbildung absolviert. In Österreich gibt es ja 23 zugelassene Schulen, Fachrichtungen, die sich grob in vier Clustern trennen. Also wir haben die Tiefenpsychologie, die Verhaltenstherapie, die Systemik und die humanistische Richtung. So kann man es
Speaker: ein bisschen zusammenfassen. Karin, könntest du kurz darauf eingehen, wie sich das Fachspezifikum vom Pro Bedeutikum unterscheidet? Was sind so die Hauptelemente des Fachspezifikums und wie lange dauert das circa?
Speaker: Also ja, wie du schon gesagt hast, es gibt sozusagen diese vier Cluster, die jetzt im neuen Wording, würde man nicht mehr Tiefenpsychologie, sondern psychoanalytisch -psychodynamische Cluster, heißt das dann, sagen. Und je nachdem, für welche Methode, in welchem Cluster man sich entscheidet,
Speaker: kann das durchaus unterschiedlich sein, sozusagen von der Dauer schlicht und ergreifend. Es gibt sozusagen kürzere Ausbildungen und längere Ausbildungen, was sich sozusagen aus der Methode heraus auch begründet und erklärt. Aber grundsätzlich in diesem fachspezifischen Teil geht es dann wirklich sehr darum, methodenspezifische Kenntnisse, Anwendungskenntnisse, praktische Kenntnisse, aber auch theoretische Kenntnisse
Speaker: Also wirklich um eine Vertiefung in der jeweiligen Methode. Da geht es dann um Aspekte der Diagnostik, also der psychotherapeutischen Diagnostik aus dieser Methode heraus. Auch darum eben, wie gestalte ich das auch im Erstkontakt, im Verlauf, im Prozess? Wie schließt man Therapien auch ab?
Speaker: Es sind sehr viele Selbsterfahrungselemente darin enthalten, was einfach auch den Sinn hat, dass man eben sich selbst gut erfährt und über seine eigenen Dynamiken, Eigenheiten, Fregungen, Sozialisationen sich selbst wirklich gut kennenlernt, damit man dann, wenn man dann eben auch mit
Speaker: Menschen arbeitet in diesem Beruf, gut unterscheiden kann, was ist sozusagen jetzt meines, das hier anklingt, was gehört sozusagen zum anderen, was ist also aus der Richtung, wo ich komme, würden wir auch sagen, was ist sozusagen im Übertragungsgeschehen, wie auch zu ordnen.
Speaker: Ist es überhaupt ein Übertragungsgeschehen oder eben nicht? Ja, und es geht natürlich auch um die zusehend praktische Anwendung. Also es ist wirklich so eine Theorie, Methodik, Praxis, Vertiefung in einer speziellen Methode, die wiederum einem dieser vier Cluster sozusagen zugehörig ist.
Speaker: Und was würdest du sagen, wie findet man die passende Richtung für sich? Das finde ich eine gar nicht so einfach zu beantwortende Frage. Aber generell kann man sagen, es ist ja eben in der jetzigen Ausbildungsstruktur im Probedeutikum auch schon Selbsterfahrung inkludiert, also die man absolvieren muss auch. Da wäre sehr die Empfehlung, wirklich das auch zu nutzen, um sich Unterschiedliches anzuschauen.
Speaker: also unterschiedliche Methoden auch anzuschauen, wie wird das da gemacht, wie wird das da abgehandelt. Ich denke, das kann ein guter Hinweis sein, wo fühle ich mich selbst ganz wohl, in der Art und Weise, wie hier getan wird und wo eher weniger. Das kann eine Orientierung geben.
Speaker: Mir hat mal ein Ausbildner von mir gesagt, er hat zwei Therapierichtungen gemacht, die Ausbildungen. Eine, die für ihn selbst ganz toll war und eine, die für den clientele einfach so passend war. Daraus mischt er manchmal durchaus auch etwas methodisch, weil es für den clientele sinnvoll ist.
Speaker: Bei uns im Pro Bedeutigung hat es natürlich auch alle beschäftigt, diese Frage, also für welche Fachrichtung, welche passt zu mir. Was ich super fand, einer unserer Ausbilder hat uns gesagt, naja, geht es halt doch mal in die Institute, schaut euch diese Leute an und überlegt dann, will ich so sein wie die, will ich so werden wie die. Das finde ich super, das finde ich wirklich hilfreich.
Speaker: Da stellt man jetzt ein, wie ich sozusagen, ich hatte mich schon entschieden für die Methode grundsätzlich und war in diesem Auswahlaufnahmeverfahren selbst noch und in meiner Methode ist es so, dass es einmal im Jahr gibt es die sogenannten Gruppendynamiktage
Speaker: Und die beiden Lehrderarbeitinnen, mit denen ich damals diese Aufnahmegespräche hatte, haben mir beides auch sehr empfohlen, ich soll zu diesen Gruppendynamiktagen gehen, weil da sehe ich viele von denen in einer großen Gruppe.
Speaker: Und das war tatsächlich ein Effekt, so wie du das sagst. Ich war dann dort, das war eine zweieinhalbtägige Veranstaltung und habe mir am Schluss gedacht, ja, die taugen mir, die sind irgendwie gut draus, da mag ich gern dazugehören. Also das ist tatsächlich auch wirklich ein guter Tipp.
Speaker: Für das Fachspezifikum kann man sich ja nicht einfach so einschreiben. Da gibt es einerseits Entscheidungsseminare. Da wird dann beurteilt, ob man für reif genug wahrgenommen wird, um das Fachspezifikum zu starten. Das war bei mir so beim Forum personenzentriert.
Speaker: Vermutlich gibt es auch zumindest in einigen Fachrichtungen, kann ich mir vorstellen, auch mehr Bewerber innen als Ausbildungsplätze. Also wir hatten da vorhin auch das Thema, dass der Run recht groß ist. Darum wird er auch die Fachspezifiker wohl auch so sein. Gibt es da so eine Art Auswahlverfahren oder wie funktioniert das denn in anderen Fachspezifikern? Weil beim Personenzentrierten weiß ich, dass es so ist, dass für die Entscheidungseminare werden nur so viele Leute aufgenommen oder zugelassen, wie sie theoretisch auch nachher ausbilden könnten. Ist das in anderen anders?
Speaker: Also ich würde sagen ja, auch hier gibt es eine gemeinsame, ganz klare rechtliche Vorgabe, also die einzelnen Methoden müssen sozusagen ein Aufnahmeverfahren machen, wo es eben bei allen Methoden darum geht, die persönliche Eignung sozusagen festzustellen, neben formalen Kriterien, die halt auch da sein müssen, wie zum Beispiel im Moment der Abschluss eines Prometheutikums.
Speaker: Und da gibt es quasi unterschiedliche Möglichkeiten, dieses Auswahl -Aufnahme -Verfahren zu gestalten. Der zweite Aspekt, den du angesprochen hast, ist natürlich dann der der Kapazität. Also wie vielen Leuten kann ich zusagen, dass sie jetzt sozusagen quasi in den nächsten Schritt kommen, was ich dann auch erfüllen kann. Das ist je nach Richtung, je nach Anbieter, glaube ich, sehr unterschiedlich.
Speaker: im Moment, weil es einerseits methodisch gibt es unterschiedliche Strömungen und Wellen, wann welche Methoden, welchen Zulauf sozusagen bekommen.
Speaker: Und es ist auch ein regionales Thema. Wie würdest du sagen, erleben das die Studierenden, also diesen Prozess? Also fangen wir vielleicht so an, was ich mich erinnere, wie ich es erlebt habe damals. Bei mir ist das schon länger her. Das war im Herbst 2006, so lange ist das schon her.
Speaker: Ich habe es einerseits angenehm gefunden, dass es da sozusagen eine Art Struktur gibt, wo man einzelne Gespräche hat. Andererseits war es schon auch eine latente Prüfungssituation. Also das Kriterium, bin ich persönlich geeignet oder nicht, ist ja
Speaker: nicht so leicht fassbar, wie habe ich jetzt in einem Aufnahmetest ausreichend Punkte sozusagen erreicht. Und es war von dem her schon aufregend und auch ein bisschen spannend und ja, hat schon auch nervös gemacht, mich damals. Andererseits, muss ich gestehen, habe ich mir gedacht, bei meinem Hintergrund, was ich schon gemacht habe, ich habe schon als klinische Psychologin gearbeitet.
Speaker: Also ich werde schon, habe sozusagen schon die Berechnung, auf Menschen zugelassen zu werden, hätte es mich wahrscheinlich sehr irritiert, wenn ich abgelehnt worden wäre. Es ist sicher eine Herausforderung, gerade wenn man jemanden sagt nein, also nicht aufnimmt, der Begründung auch. Also man ist gefordert, das auch zu begründen, aber
Speaker: Das ist natürlich auch eine gewisse heikle Angelegenheit. Aber ich denke, aus meiner Sicht hoffe ich immer, dass wir transparent genug sind und dass uns soweit es halt geht.
Speaker: und dass es möglichst wenig als Prüfungssituation erlebt wird. Aber es ist schon eine Überprüfung auch. Ja, das mit der Transparenz, das haben wir von unseren Kolleginnen auch unterschiedlich erzählt bekommen, je nachdem, wo das so war. Also was ich noch ergänzen wollte, was mir auch
Speaker: voll getaugt hat bei meinem Entscheidungsseminar, ich nach vier Tagen Gruppen -Selbsterfahrung eigentlich und auch Feedback war mir noch viel klarer, dass das genau meine Richtung ist, dass mir das genau entspricht auch. Also das fand ich auch sehr motivierend und super.
Speaker: Also ich denke mal, du machst da von wichtigen Aspekten aufmerksam. Natürlich kann man sagen, da gibt es ein Gefälle, weil die einen sind die, die anbieten und entscheiden, ob man da rein kann oder nicht. Aber die, die sich dafür interessieren, haben eben auch den Aspekt noch der Entscheidung drinnen. Also ich kann das auch durchlaufen und draufkommen, okay,
Speaker: doch nicht so. Und könnte auch sagen, ja, habe das jetzt alles gemacht, aber entscheide mich doch nicht dafür, diese Methode zu machen. Oder aus meiner Perspektive denke ich mir dann, ich weiß gar nicht, wie einfach diese Art der Entscheidung dann eigentlich ist, wenn wenig Plätze sind, wenn ein gewisser Druck da ist, wenn der jetzt
Speaker: vielleicht aus der eigenen Lebenssituation herauskommt, dass man da weiterkommt und es fast luxuriös anmutet zu sagen, na ja, vielleicht mache ich auch noch ein zweites Auswahlverfahren, das sicher auch eine Wirkung hat.
Speaker: Im Fachspezifikum ist ein recht besonderer Teil der Ausbildung, ist der sogenannte Status. Da ist man dann noch in Ausbildung, therapiert aber bereits, und zwar mit echten Klientinnen, mit echten Themen. Das nennt sich dann Psychotherapeut in Ausbildung unter Supervision. Wie geht das denn, dass man noch nicht fertig ist, aber schon therapiert?
Speaker: Na, das geht so, indem es ja auch ein wichtiger Teil ist, ja, das, was man gelernt hat, selbst in eine Anwendung zu bringen und durchaus noch, man könnte jetzt sagen, in einem geschützten Rahmen oder in einem Rahmen, wo man sehr engmaschig eben supervitiert wird, noch hier seine Erfahrungen zu machen und das auch anzuwenden,
Speaker: Also es geht um diese Berechtigung zur eigenständigen Ausführung der Tätigkeit. Und ich halte das für einen ganz wesentlichen Ausbildungsabschnitt, weil das erlebe ich so und habe es auch noch selbst in Erinnerung, dass es dann schon aufregend ist zu Beginn eben, wie du sagst, so echte Patienten, Patientinnen, echtes Clientel. Also es ist jetzt nicht mehr ein Als Ob, sondern es ist jetzt echt.
Speaker: und was ja auch mit einer ganz anderen Verantwortung einhergeht. Aber ich denke mir, ja, so lernt man einfach auch noch sehr viel und wird eben engmaschig supervisiert. Insofern sind das oft einmal, sage ich, Psychotherapien, die sehr gesichert sind, dass nichts passiert, was sozusagen nicht passieren soll.
Speaker: Weil in Folge als fertige Psychotherapeutin, fertiger Psychotherapeut hat man natürlich auch die Pflicht, regelmäßig auch in Supervision zu gehen, passiert das aber weitaus nicht mehr so engmaschig und ist ein ganz, ganz wertvoller, wichtiger Ausbildungsabschnitt, um wirklich zu schauen, okay, das, was ich jetzt alles gelernt habe, du hast auch auf theoretischer Ebene, wie verhält sich das in echt? Wie kann ich das jetzt anwenden? Wie ist das bei
Speaker: Klient X oder Patientin Y. Ich hätte noch eine kurze Frage und zwar könntest du vielleicht für alle, die zuhören, erklären, was bedeutet denn supervidiert? Also supervidiert bedeutet, dass ich, wenn man in der Ausbildung ist und eben diese eigenständige Berechtigung dann schon hat in Ausbildung unter Supervision,
Speaker: In der Ausbildung muss ich sozusagen in Lehrsupervision gehen bei jemandem, der aus meiner Methode ist, weil es da immer noch darum geht, das zu stärken und das zu festigen. Was ist denn eigentlich die methodenspezifische Herangehensweise?
Speaker: Und Supervision grundsätzlich bedeutet, dass ich zu jemandem gehe, wo ich die arbeitsbezogenen Fragen sozusagen stellen kann. Jetzt im Fall der Psychotherapie von technischen Fragen, theoretischen Fragen, aber vor allem auch
Speaker: Wie ist es mit dem Gegenüber, mit dem ich arbeite? Wie ist da der Verlauf? Wieso kenne ich mich aus? Wo stehe ich an? Wie kann man das verstehen? Auch eine Hilfe in der Hypothesenbildung bekomme. Um was könnte es da gehen? Um welches Thema?
Speaker: Geschehen ist da eigentlich, was wäre vielleicht gut an weiterführenden Informationen mal zu erfragen, auch von der Person, mit der man da arbeitet, um es auch in einen Kontext setzen zu können, wieso, weshalb irgendwelche Umstände da sind oder Schwierigkeiten auftreten oder so. Also es ist eine sehr klar professionelle Begleitung
Speaker: wo es um all diese Fragen geht und auch hoch sinnvoll. Im Status ist man ja, also wenn man davon ausgeht, dass Propädeutikum dauert ca. zwei Jahre mindestens immer, weil es ist ja alles berufsbegleitend zur Zeit, das ist schon herausfordernd auch, das alles zu schaffen.
Speaker: Und dann im Fachspezifikum braucht man noch mal mindestens zwei Jahre um im Status zu sein und fängt dann an zu therapieren, wie du gerade erläutert hast, da kommt dann auch schon zum ersten Mal Geld rein. Da verdient man ja auch Geld, dort nimmt man andere Stundensätze als später. Aber das ist ja vielleicht auch ganz beruhigend zu wissen, dass man nach vier Jahren in der Ausbildung schon das dann etwas zurückkommt, weil die Ausbildung ist ja recht teuer.
Speaker: Was kostet denn so eine Ausbildung? Es ist schwer zu sagen, es ist auch abhängig von der Fachrichtung, aber gibt es da so Kennwerte? Also grob kann man sagen, dass je nach Methode und Ausführlichkeit des Stundenausmaßes, das man zu absolvieren hat in einer Ausbildung, die Kosten so zwischen 25 .000 und 50 .000 Euro liegen im Moment.
Speaker: Also das ist eine große Range, kommt auch dazu, vielleicht ist auch ein Unterschied, wo ich es bei einem Verein mache oder einem Ausbildungsinstitut oder schon auf einer Privatuniversität das absolviere, das ist kostentechnisch ein deutlicher Unterschied.
Speaker: Ich wollte noch kurz anknüpfen an die Berufsbegleitung der Ausbildung nach dem jetzigen System. An der Uni wird es dann wahrscheinlich anders sein. Jetzt ist ja berufsbegleitend. Das heißt, das in den Abenseminaren, Wochenenseminaren, das ist durchaus herausfordernd. Also die Praktika muss man zwischendurch einschieben. Was sind deine Erfahrungen oder die Erfahrungen in dem Verein, wo du bist, zu dieser Vereinbarkeit mit der Berufstätigkeit?
Speaker: Also ich würde mal zu allem, was du jetzt gerade aufgezählt hast, sagen, ja, stimmt. Also das ist auch durchaus eine Rückmeldung, dass es einerseits herausfordernd ist, es zur anderen beruflichen Tätigkeit, die man gerade ausübt,
Speaker: dazu zu machen. Gleichzeitig wird es aber auch immer wieder die Rückmeldung. Es ist schon auch fein und angenehm, dass es berufsbegleitend möglich ist, weil es sonst eigentlich nicht dann managable wäre. Die Praktika stellen sich ja für die Personen, die
Speaker: nicht schon irgendwie in einem psychosozialen Feld verankert sind und da tätig sind sicher eine größere Herausforderung da als für diejenigen, die eben, also bei mir selbst war das so, ich habe schon als klinische Psychologin gearbeitet und es war ganz klar, meine
Speaker: Mein Brotjob sozusagen ist anrechenbar als Praktikum und ich konnte mir überlegen, will ich jetzt auch noch woanders was machen, um eben auch mir was anderes anzuschauen, aber ich musste nicht. Und zu dem, was du mit den Unis gesagt hast, vielleicht soweit ich da im Moment einen Einblick habe, beschäftigt das die Universitäten schon auch
Speaker: Wie sehr schaffen Sie da, also müssen Sie sozusagen einen Rahmen schaffen, der einem ordentlichen Universitätsstudium entspricht und wo sind da Gestaltungsmöglichkeiten, dass man dann aber auch so ein Studium durchaus auch berufsbegleitend möglich machen kann. Ja und wenn man da fertig ist, was ist man dann, also welchen Titel hat man denn dann?
Speaker: Also in der momentanen Ausbildungsordnung ist man dann Psychotherapeutin und darf sich auch so nennen. Also das ist ja wirklich auch ein geschützter Begriff. Es darf sich nicht jeder so nennen und das irgendwo hinschreiben.
Speaker: Und gibt es in dem Sinn keinen automatischen Titel dazu? Was jetzt parallel auch eben schon möglich ist, ist eben das über einen Universitätslehrgang oder so auf einer Uni auch zu machen. Da haben die Personen dann im Normalfall einen Master, also so einen MSc -Abschluss dann als Titel. Auf der Uni wird es dann auch ein MSc sein.
Speaker: Man darf sich mit Fug und Recht an Psychotherapeut und Psycho - oder Psychotherapeutin nennen. Liebe Karin, danke, danke für diese gute Übersicht von Psychotherapiegesetz von 1990, vom neuen Psychotherapiegesetz in der Zukunft, vom Probedeutikum bis zum Fachspezifikum. Das war ein sehr guter Einblick.
Speaker: Und jetzt, Markus? Und jetzt die Rubrik. Die Rubrik. Die Rubrik Psychotherapie in Zeitgeist und Popkultur. Heute haben wir das Thema, wie werden denn Psychotherapeutinnen allgemein wahrgenommen? Es gibt ja so ein bisschen das Klischee, das Therapeutinnen an so durchschauen und aufgrund von ihren Fachkenntnissen die Gedanken, also in Gedanken steht es, analysieren, wer was tut und die wissen dann Bescheid.
Speaker: Das kann ja unangenehm sein, das ist ja für viele auch ein bisschen beunruhigend, da wird man oft komisch dann vielleicht betrachtet, vielleicht. Dabei wird auch oft nicht so genau unterschieden zwischen den drei Psy's, also die Psychotherapie, Psychologie, Psychiatrie. Was sind da deine Erfahrungen, Karin? Ja.
Speaker: Vielleicht fangen wir mal so an. Ich habe durchaus die Erfahrung, wenn ich die Frage gestellt bekomme, was ich bin sozusagen von der Ausbildung oder was ich mache und ich sage dann klinische Psychologin und Psychotherapeutin, dass genau dieses leichte Befremden zu merken ist so interessant, aber auch so ein bisschen
Speaker: in eine vorsichtige Haltung sozusagen zu gehen. Und es wird das bestätigen, dass es für Menschen, die vor allem noch wenig damit in Kontakt waren, wenig zu tun hatten, damit ein bisschen unheimlich schlicht und ergreifend ist. Und es schon gut ist, das dann auch zu erklären, was man da eigentlich genau tut und so.
Speaker: Das andere ist, dass ich mir denke, es ist auch irgendwo zwischen Wunsch und Angst gelagert. Also die Personen, wo ich den Eindruck habe, die sich auch richtig wünschen, dass ich mir jetzt Gedanken mache, sie genau analysiere und die, die ein bisschen Angst haben.
Speaker: Siehst du da eine Entwicklung, vor allem in der allgemeinen Wahrnehmung der Psychotherapie in der Gesellschaft? Ich denke, die Psychotherapie bekommt schon auch mehr Bedeutung, durchaus eben jetzt auch im Blick der Bevölkerung, weil gewisse andere Institutionen nicht mehr so verfügbar sind oder weil deren Bedeutung geringer geworden ist.
Speaker: Also Stichwort durchaus Glaubensgemeinschaften, also religiöse Glaubensgemeinschaften, wo viel sozusagen auch geschehen ist früher in einer Selbstverständlichkeit, wo man sagen könnte, ja, das deckt jetzt tatsächlich ein Stück mehr die Psychotherapie auch ab im Sinn von
Speaker: Dinge zu besprechen, also diese Schweigepflicht auch, das bietet auch einen sehr sicheren Rahmen, um gewisse Themen zu thematisieren, die in der Gesellschaft super tabuisiert sind. Also da denke ich, ist langsam auch eine Entwicklung hin, weil andere Möglichkeiten weniger werden. Zum Beispiel die Beichte fehlt.
Speaker: zum Beispiel ist eine ganz wichtige, durchaus auch aus innerpsychischer Sicht eine wichtige Funktion erfüllt zu einem Beichte.
Speaker: Vielleicht noch zur Schlussfrage. Gibt es etwas, dass du zukünftigen Auszubildenden besonders ans Herz legen möchtest? Da kann ich es jetzt nicht vermeiden, in die Zukunft zu blicken und zum neuen Psychotherapiegesetz und was es für Veränderungen mit sich bringt.
Speaker: Generell wäre es etwas, auch wenn klar ist, dass das eine aufwändige Ausbildung ist, die sie auch, wenn sie dann zukünftig universitär sein wird, wird sie weiterhin sozusagen aufwendig bleiben, sich trotzdem, trotz aller Herausforderungen und Regelungen und Notwendigkeiten,
Speaker: auch ein Stück Zeit zu lassen, so gut es geht. Also um das, was man da lernt, das was man da auch dann erfährt und versucht auch in diese Praxis Theorieverschränkung zu bringen, das braucht auch ein Stück Zeit.
Speaker: Und sich der Zeit zu lassen und durchaus, weil wir vorher auch von Praktika geredet haben, wenn man irgendwie die Möglichkeit hat, durchaus sich auch verschiedene Felder und verschiedene Gebiete anzuschauen, selbst wenn ich sozusagen meine Mindeststundenzahl vielleicht schon erreicht habe. Das wäre wirklich eine Empfehlung.
Speaker: Aber es wäre wirklich die Empfehlung und durchaus immer wieder Fragen zu stellen. Also auch gerade in den methodenspezifischen Ausbildungen Fragen zu stellen. Warum ist es so logisch in dieser Richtung? Das ist ein sehr schönes Schlusswort, finde ich. Liebe Karin, vielen, vielen Dank. Ja, danke schön. Danke, dass du die Einladung angenommen hast und unsere vielen Fragen beantworten konntest.
Speaker: Also danke für die Gelegenheit, danke für die Einladung. Bin schon gespannt, welche Rückmeldungen ihr bekommt. Ich finde es wirklich eine gute Idee, dass ihr das macht. Markus, ich finde echt auch, dass das eine richtig gute Idee ist, was wir da machen. Es macht echt viel Spaß, auch die Arbeit mit dir. Ja, das ist ganz meinerseits so.
Speaker: Und findest du nicht richtig spannend fand ich die Frage und Antwort dazu, wie man die passende Fachrichtung oder das Fachspezifikum eben für sich findet. Das ist ja eben keine einfache Frage, wie wir schon gehört haben, aber eine richtig spannende. Und dazu sollten wir vielleicht mal eine Folge machen, findest du nicht? Ja, unbedingt. Das war schon im Propädeutikum eines meiner Lieblingsthemen.
Speaker: So, und für heute hoffen wir euch, liebe Hörerinnen, die Struktur und die Inhalte der Psychotherapie -Ausbildung in Österreich näher gebracht zu haben. Und falls ihr Fragen habt oder eure Erfahrungen mit uns teilen wollt, schreibt uns. Wir freuen uns über eure Nachrichten und den Austausch mit euch. Und vergiss nicht, abonniert uns, das würde uns sehr freuen. Und bitte natürlich auch weiterempfehlen. Bis zum nächsten Mal. Bis bald. Und bleibt neugierig.






