Zencastr
00:00:00
00:00:01
Speed1x
Format
Share
Embed
Report

Die Wahl der Fachrichtung – wie finde ich meinen Weg?

TheraTalks – Wege zur Psychotherapie
Wie entscheidet man sich für ein Psychotherapieverfahren? Was passt wirklich zu mir – und woran erkenne ich das? Und kann man sich eigentlich falsch entscheiden? In dieser Folge von TheraTalks – Wege zur Psychotherapie sprechen wir über eine der zentralsten Fragen am Ende des Propädeutikums: Die Wahl des Fachspezifikums und damit auch ein Stück weit die eigene therapeutische Identität. Zu Gast ist Natalie Eller. Wir sprechen darüber, welche Rolle Zweifel, Intuition und Recherche spielen. Welche Fragen in der Praxis immer wieder auftauchen und warum die Wahl der Methode oft weniger eindeutig ist, als man denkt. Außerdem geht es um zentrale Faktoren, die die Entscheidung beeinflussen: die Struktur der Ausbildung, die eigene Lebenssituation, und den persönlichen Lernstil – zwischen Erfahrungsraum und Theorie Zur Person: Natalie Eller Entscheidung Psychotherapieverfahren | Natalie Eller [https://www.natalieeller.com/entscheidung-psychotherapieverfahren] Buch "Psychotherapieausbildung in Österreich - Überblick Methoden Entscheidungshilfen" Natalie Eller, Gerhard Stumm: Psychotherapieausbildung in Österreich: Überblick Methoden Entscheidungshilfen | Springer Nature [https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-662-67068-2] Three Approaches to Psychotherapy (1965) Three Approaches to Psychotherapy (1965) - YouTube [https://www.youtube.com/playlist?list=PLqYBwigZ1IbNGLcOqqvCZ5ZbHJAMZ6lWh]

Transcript

Speaker: Willkommen zu einer neuen Folge von Theratalks, Wege zur Psychotherapie.

Speaker: Wir sind Markus und?

Speaker: Und Nausica.

Speaker: Ja, falls ihr meine Stimme schon vermisst habt, gute Nachricht.

Speaker: Ich bin zurück.

Speaker: Nach meinen vier Monaten Mama sein bin ich jetzt wieder da und bin wieder ready für Theratalks.

Speaker: Jetzt auch wieder ins Mikro reinzusprechen, fühlt sich auch ein bisschen wie ein Heimkommen.

Speaker: Ich habe das Gefühl, dass ich auch mit neuen Perspektiven zurückkomme und mit viel Neugier.

Speaker: Ich bin auch sehr froh, wieder mit Markus zu arbeiten und mit Markus viele Gespräche zu führen und neue Ideen sammeln.

Speaker: Zu heute, heute sprechen wir über ein Thema, das ich persönlich sehr oft gefragt werde oder ich weiß nicht, wie es bei euch oder bei dir ist, Markus.

Speaker: Ja.

Speaker: Gryffindor, Hufflepuff, Slytherin und da kommt der große Hut und dann entscheidet man sich, für welche Schule man dazu gehört.

Speaker: Also an das musste ich immer denken.

Speaker: Bei uns ist heute Nathalie Eller.

Speaker: Nathalie, herzlich willkommen.

Speaker: Hallo, danke.

Speaker: Natalie, du bist Sozialarbeiterin beim P7, Bienerservice für Wohnungslose.

Speaker: Du bist Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision.

Speaker: Deine Fachrichtung ist die integrative Therapie.

Speaker: Und du hast ein Buch geschrieben.

Speaker: Und zwar ist es das in diesem Podcast viel zitierte Buch mit dem klangvollen Titel Psychotherapieausbildung in Österreich.

Speaker: Überblick, Methoden, Entscheidungshilfen.

Speaker: Ja, genau.

Speaker: Und vielleicht bevor wir richtig einpauchen, würde ich vielleicht noch so eine Warm-up-Frage machen.

Speaker: Dann frage ich gleich den Markus.

Speaker: Markus, sag mal, wie hast du dich eigentlich entschieden für die personenzentrierte Richtung?

Speaker: Ja, ich habe mich damals recht schnell entschieden.

Speaker: Ich glaube, das war schon im ersten Semester vom Propedeutikum.

Speaker: Es war eher eine Bauchentscheidung oder sagen wir mal eine erste, aber sehr starke Tendenz.

Speaker: Der Kopf ist dann ein Jahr später ungefähr gefolgt.

Speaker: Also bei mir gab es recht viele Aspekte eigentlich.

Speaker: Das Menschenbild, also wie schaue ich auf den Menschen.

Speaker: Dann Personen sind für mich immer ganz wichtig.

Speaker: Also die Lehrenden.

Speaker: Da haben wir gedacht, naja, will ich so sein wie die oder bin ich wie die?

Speaker: Und nicht zuletzt auch Rogers selber.

Speaker: Also da gibt es ja auch Videos, dann konnte man ja sehen, wie er war.

Speaker: Es gibt da ein besonderes Video, da kommen wir sicher später noch drauf zu sprechen und überhaupt die ganzen Argumente für und wieder, Kopfargumente, Zeitkosten, da wird uns sicher Nathalie ganz viel erzählen dazu.

Speaker: Aber wie war das bei dir, Nausicaa?

Speaker: Wir sind ja im Propedeutikum in denselben Seminaren gesessen, größtenteils, und haben auch fast dieselben Lehren dann kennengelernt.

Speaker: Ja, witzig.

Speaker: Und jetzt machen wir das gleiche Fachspezifikum.

Speaker: Spannend, dass wir auf diese zwei Fragen antworten, bevor wir die Nathalie interviewen und schauen wir mal, was sie dazu zu sagen hat.

Speaker: Bei mir war es, würde ich fast sagen, ähnlich.

Speaker: Ich habe mich auch eher mit dem Bauch entschieden.

Speaker: Und da gab es einen Vordrängenden für die humanistische Richtung.

Speaker: Und er war ein personenzentrierter Psychotherapeut-

Speaker: Und da habe ich meine Gruppentherapiestunden gemacht und ich fand ihn toll.

Speaker: Und das war auch wieder so diese Frage, wie möchte ich sein als Therapeutin?

Speaker: Wie sehe ich mich?

Speaker: Oder wie entwickle ich mich weiter?

Speaker: Und so habe ich mich ein bisschen gesehen.

Speaker: Und so habe ich mich dann in die Infoamte reingefuchst und bei vielen Infoamten war ich dabei und habe mir immer gedacht, okay, so vom Bauchgefühl her, wo habe ich das Gefühl, könnte ich noch sechs Jahre Ausbildung machen?

Speaker: Und

Speaker: So habe ich mich auch für die personenzentrierte Richtung entschieden.

Speaker: Aber schauen wir mal, wie es jetzt eigentlich fachlich so ist.

Speaker: Also auch das Augefühl.

Speaker: Auch eher das Augefühl, ja.

Speaker: Aber Nathalie, also bevor wir über deine Arbeit sprechen, erzähl doch mal, wer bist du und wie bist du selbst zur Psychotherapie gekommen?

Speaker: Wo hast du zum Beispiel dein Probedeutikum gemacht und wie hast du dich für deine Richtung entschieden?

Speaker: Also erzähl ein bisschen.

Speaker: Gerne, freue ich mich.

Speaker: Ja, ich wurde ja schon dankenswerterweise vorgestellt.

Speaker: Ich bin Sozialarbeiterin, habe mich spezialisiert auf klinische Sozialarbeit und bin aktuell jetzt schon seit über zwei Jahren in der Wohnungslosenhilfe tätig.

Speaker: Mein Weg als Psychotherapeutin oder dass ich diesen Weg gehe, das begleitet mich schon sehr lange.

Speaker: Ich wusste schon mit 14 damals, dass ich Psychotherapeutin werden möchte.

Speaker: Und habe diesen Wunsch schon sehr lange verfolgt.

Speaker: Bin auch Kindergarten- und Hortpädagogin im ersten Bildungsweg und habe sich so dann durchgezogen.

Speaker: Mit 14?

Speaker: Ja, genau, mit 14 tatsächlich.

Speaker: Das ist sehr früh.

Speaker: Ja, ich habe ein Buch aus der Bibliothek ausgeliehen und da ging es um die Blose.

Speaker: Und ich habe dieses Buch verschlungen und habe gedacht, passt, ich werde Psychotherapeut.

Speaker: Ja, nicht so üblich, glaube ich, aber es war immer recht klar und eindeutig.

Speaker: Und ja, mein Propedeutikum, vielleicht haben wir nachher noch ein bisschen Zeit darüber zu sprechen, wie ich mich dafür entschieden habe, aber habe ich auf jeden Fall bei der ARGE gemacht und bin aktuell im Fachspezifikum und seit November im Status, das heißt Psychotherapeutin in Ausbildung und der Supervision,

Speaker: Mit 14 ist schon sehr früh, finde ich.

Speaker: Gab es denn schon mit 16 dann Tendenzen für Fachrichtungen oder kam das dann alles erst viel später oder ist so ein Gespür dafür, wo es vielleicht hingeht?

Speaker: Also ne, mit die Fahrrichtung habe ich mit 16 noch nicht entschieden gehabt.

Speaker: Eine Richtung vielleicht?

Speaker: Nicht wirklich, aber ich meine, ich habe mich damals deswegen für die Ausbildung zur Kindergarten- und Hortpädagogin entschieden und da war ein Hauptfachpsychologie und das war sicher mein erster Berührungspunkt damals mit 18, wo ich schon über die verschiedenen Verfahren unterrichtet wurde und einen Einblick bekommen habe zu den verschiedenen Gründerpersönlichkeiten, Gründerinnenpersönlichkeiten und so.

Speaker: ja, die verschiedenen Arten von Psychotherapie.

Speaker: Wann war denn dann bei dir der Schlüsselmoment oder der Moment, oder das so jetzt, jetzt ist es soweit?

Speaker: Ja, ich glaube beim Propedeutikum hat sich schon irgendwie so abgezeichnet.

Speaker: Ich bin ein Mensch, der sehr gerne den Überblick über Dinge hat und habe mir da auch schon sehr beim Propedeutikum die Entscheidung recht genau betrachtet.

Speaker: Was gibt es für verschiedene Institute?

Speaker: Wie unterrichten die?

Speaker: Was für eine Gruppenform haben die?

Speaker: Welche Kosten?

Speaker: Und habe mir da schon Überblickstabellen gemacht, um mich zu entscheiden.

Speaker: Also weniger Bauch und mehr Kopf.

Speaker: Genau, das war auch viel rationale Dinge und sehr übersichtlich dargestellt und schlussendlich dann aber auch Bauch oder Gefühl nach den Infoabenden, wo fühlt man sich irgendwie gut aufgehoben und was halt die eigenen Entscheidungskriterien, die halt gut abgedeckt werden und

Speaker: Ja, ich habe das Propedeutikum gemacht, hatte auch Seminare zu den verschiedenen Clustern und das war aber ein Wochenende pro Cluster.

Speaker: Und danach weiß ich noch, es gab eine Situation im Propedeutikum, wo sich alle aufstellen sollten, zu welchem Cluster, wie möchte man weitergehen?

Speaker: Und jede Ecke war quasi ein Cluster und ich habe mich in die Mitte gestellt des Raumes.

Speaker: Und ich glaube, das ist vielleicht so eine bezeichnende Schlüssel-Situation, weil ich nicht das Gefühl hatte, dass ich ausreichend Wissen habe, um mich zu entscheiden.

Speaker: Und auch quasi, wenn wir jetzt hernehmen, die verschiedenen Clustern, gerade bei den psychodynamischen und auch bei den humanistischen, gibt es ja mehrere Verfahren.

Speaker: Und die können einfach nicht abgedeckt werden, in einem Wochenende zumindest nicht aus meiner Erfahrung.

Speaker: Und da hatte ich dann das Gefühl, ja, ich weiß ja nichts über die Daseinsanalyse.

Speaker: Ich weiß ja nichts über die integrative Therapie.

Speaker: Wie soll ich mich jetzt da entscheiden?

Speaker: Und dann hat quasi mein Weg begonnen mit der Auseinandersetzung mit den verschiedenen Verfahren.

Speaker: Und

Speaker: So hat es dann quasi auch dazu geführt, dass ich viele Notizen gemacht habe, viel Recherche gemacht habe, das zusammengeschrieben habe und schlussendlich ist dann auch ein Buch draus geworden.

Speaker: Das ist vielleicht nochmal eine andere Geschichte dann.

Speaker: Und in dem Prozess, aber von dem Einlesen, ging es dann auch um einen eigenen Entscheidungsprozess.

Speaker: Und da halt wirklich drauf zu kommen, okay, was resoniert am meisten mit mir vom Menschenbild, von der Theorie, von vor allem aber auch so auf die Theoriebasis bezogen, was für eine Grundsozialisation möchte ich irgendwie erhalten.

Speaker: Und mir war da vor allem wichtig, dass es eine Nähe hat zu der Sozialarbeit.

Speaker: Und wir sprechen in der klinischen Sozialarbeit von Hard-to-Reach-Klientinnen, das heißt Klinik.

Speaker: Klientinnen, die in Multiproblemlagen sind und oft nicht vom System erfasst werden können oder inkludiert werden können.

Speaker: Und da, was mir wichtig ist, eine Therapierichtung für mich zu wählen, die sehr darauf eingeht und vielleicht auch Möglichkeiten hat, mit dieser Zielgruppe zu arbeiten.

Speaker: Du hast das Buch erwähnt.

Speaker: Wie ist es denn tatsächlich zum Buch gekommen?

Speaker: Gerhard Stumm ist ja ein ziemliches Urgestein in der Psychotherapie-Szene in Österreich.

Speaker: Er ist inzwischen 70, glaube ich.

Speaker: Wie habt ihr euch kennengelernt?

Speaker: Wie kamst du der Idee zum Buch?

Speaker: Also wie viele andere hatte ich Gerhards Bücher in meinem Regal stehen, der blaue und rote dicke Band und habe dann eben, wie gesagt, aus Grund von meiner eigenen Entscheidungsfindung angefangen zu recherchieren.

Speaker: Ich habe eigentlich versucht, ein Buch zu finden, wo alle Verfahren dargestellt werden.

Speaker: Und so bin ich quasi auf Gerhards Buch gestoßen.

Speaker: Und das sind ja auch Artikel zu den einzelnen Therapieverfahren, aber die sind nicht so einheitlich dargestellt, sondern

Speaker: Da stellt halt ein Verfahren sich so dar, wie man sich darstellen möchte.

Speaker: Und mir hat die Einheitlichkeit gefehlt, dass ich bei manchen Verfahren dann trotzdem nicht wusste, was ist das Menschenbild, was ist die Störungslehre, was wird genau gemacht.

Speaker: Weil jeder...

Speaker: jeder Artikel oder jeder Teil einfach von einer anderen Autorin, Autor geschrieben wurde.

Speaker: Das war nicht wirklich systematisch, das hat nicht immer dasselbe System gehabt.

Speaker: Genau.

Speaker: Und schnell nachschauen auch.

Speaker: Ja, und für mich hat dann die Vergleichbarkeit ein bisschen gefehlt von den einzelnen Aspekten.

Speaker: Und im Zuge dessen habe ich dann selber versucht, mir einen Raster zu machen, um diese verschiedenen Aspekte zu sammeln.

Speaker: Und dann haben zwei Freunde von mir gesagt, die

Speaker: Die, mit denen ich gemeinsam studiert habe zu dieser Zeit, dachte ich, das wäre doch super, eine Broschüre draus zu machen.

Speaker: Du machst dir gerade so viel Arbeit, das zu sammeln, mach doch eine Broschüre draus.

Speaker: Und ich dachte nie, dass ich Autorin werde, war auch nie mein Ziel.

Speaker: Und dann war ich aber so, ja, ist doch toll, wenn das irgendwie anderen Leuten zur Verfügung gestellt werden könnte.

Speaker: Und dann dachte ich mir, ich hatte ja dieses dicke Buch vom Gerhard zu Hause.

Speaker: Ich schreibe dir jetzt einfach eine E-Mail und habe da eben gesagt, hallo, wer ich bin und dass ich die Idee hätte, eine Broschüre zu machen, die halt einheitlich verschiedene Aspekte darstellt.

Speaker: Weil ich war noch ein bisschen unsicher und bin davon ausgegangen, dass ich vielleicht keine Antwort bekomme.

Speaker: Und dann kam aber eine Antwort, dass er mich eingeladen hat für ein Zoom-Gespräch.

Speaker: Und so haben wir uns das erste Mal dann getroffen und über dieses Projekt gesprochen.

Speaker: Ja.

Speaker: Und ja, so ist dann die Zusammenarbeit irgendwie entstanden und aus dieser Broschüre würde dann ein Buch im Springer Verlag, was nicht der Anfangspunkt war, sondern dann eher das Endprodukt.

Speaker: Wir haben es schon sehr oft zitiert, ich habe immer wieder darauf hingewiesen auch.

Speaker: Ich habe gehört, ihr arbeitet an Neuauflage, vor allem bezogen darauf, dass im Oktober ja die Universitäten die Lehrgänge anbieten.

Speaker: Wann ist die zu erwarten?

Speaker: Wir sind auf jeden Fall dran, dann langsam uns wieder in der Arbeit zu machen, um das halt einfach der Gesetzänderung und den neuen Ausbildungsstrukturen irgendwie gerecht zu werden und wollen jetzt mal im Laufe dieses Jahres die Informationen sammeln und dann, ich nehme an, irgendwann nächstes Jahr sollte es dann erscheinen.

Speaker: Also spannend für alle, die zuhören.

Speaker: Es gibt ein neues Buch über die neuen Strukturen.

Speaker: Und nochmal zu dir, Nathalie.

Speaker: Wie bist du dazu gekommen, Menschen in genau diesem Entscheidungsprozess zu begleiten?

Speaker: Weil du begleitest ja auch Menschen dazu, sich zu entscheiden für eine Fachrichtung, also eine Entscheidung zu finden für eine Fachrichtung.

Speaker: Wie bist du dazu gekommen?

Speaker: War da ein Bedarf, den du beobachtet hast?

Speaker: Ist es einfach so entstanden oder kamen oft Fragen und da hast du dir gedacht, okay, das kannst du anbieten, weil du dich gut auskennst.

Speaker: Also kannst du da ein bisschen darüber erzählen?

Speaker: Ja, gerne.

Speaker: Ich weiß noch, dass ich damals, wo ich auch im Propedeutikum war, in der Selbsterfahrung war, bei einer integrativen Gestalttherapeutin.

Speaker: Und ich habe mich mit ihr unterhalten, welches Verfahren soll ich wählen oder was könnte gut zu mir passen.

Speaker: Und ich hatte das Gefühl, dass sie vor allem Expertin war für integrative Gestalttherapie.

Speaker: Das heißt, sie hat mir nahegelegt, du würdest doch super zur integrativen Gestalttherapie passen.

Speaker: Aber ich hatte jetzt nicht das Gefühl, dass da so viel Raum war, auch für andere Perspektiven und Blickwinkel.

Speaker: Und das habe ich dann öfter so erlebt, dass sich Menschen einfach sehr gut in ihrem Verfahren auskennen, was toll ist.

Speaker: Aber dass ich nicht wusste, wen ich dafür fragen kann, wer so vielleicht ein bisschen über den Tellerrand auch rausschauen kann und Expertise in mehreren.

Speaker: Und ich habe dann auch mal geguckt, ob es da irgendjemanden gibt, der berät und habe nichts gefunden.

Speaker: Das heißt, dass es einfach keine Person jetzt gibt in Österreich, die ein Beratungsangebot hat für Menschen in diesem Entscheidungsprozess.

Speaker: Und mit der Arbeit, mit dem Buch ist es dann irgendwie so organisch entstanden, dass ich mir dachte, vielleicht kann das andere Menschen auch unterstützen, das anzubieten.

Speaker: Und kannst du vielleicht ein bisschen darauf eingehen, wenn Menschen zu dir kommen mit Fragen und Beratungsbedarf, wie gehst du das jetzt an?

Speaker: Also prinzipiell würde ich sagen, es gibt immer so zwei Aspekte.

Speaker: Das sind so diese äußeren Entscheidungsfaktoren, wo wir jetzt auch schon von euch gehört haben, wie zum Beispiel finanzielle Ressourcen und so.

Speaker: Und die inneren Entscheidungsfaktoren.

Speaker: Das heißt, was passt vielleicht gut zu meiner Person?

Speaker: Wie möchte ich arbeiten?

Speaker: Und das sind so

Speaker: Weil diese zwei Faktoren, die ich mir meistens mit den Leuten anschaue und ein Teil davon ist Wissensvermittlung.

Speaker: Also so gibt es Fragen zu den verschiedenen Verfahren, wo ich natürlich aber auch ganz klar sage, ich bin keine Expertin in allen Verfahren, ich kann nicht alles beantworten, aber ich würde sagen, ich habe ein Grundwissen.

Speaker: in den verschiedenen Verfahren, was ich anbieten kann.

Speaker: Und quasi von diesem theoretischen Wissen geht es dann mehr in die eigene Exploration.

Speaker: Wie treffe ich Entscheidungen?

Speaker: Was hat mir in der Vergangenheit geholfen, Entscheidungen zu treffen?

Speaker: Was sind eben diese Faktoren, die für mich bedeutend sind, um diese Entscheidung treffen zu können?

Speaker: Wir haben ja jetzt schon einige Faktoren immer so grob gestreift.

Speaker: Mir fallen auch noch Sachen ein, wie selbst innerhalb einer Fachrichtung gibt es ja Institute, die bieten fixe Gruppen an.

Speaker: Bei anderen sind es flexible Gruppen.

Speaker: Das hat dann wieder vielleicht eher mit dem zu tun, wie möchte ich einen fixen Stundenplan haben über vier Jahre und immer dieselben Leute sehen oder will ich es ein bisschen flexibler haben.

Speaker: Hat vielleicht auch mit meiner Lebenssituation zu tun.

Speaker: Was sind denn noch Aspekte oder ist das ein wichtiger Aspekt?

Speaker: Ich würde nochmal bei meiner Struktur bleiben von den äußeren und inneren Entscheidungsfaktoren.

Speaker: Das heißt, wenn wir uns das jetzt anschauen, bei äußeren Entscheidungsfaktoren sind so Sachen wie Standort, wo soll das Institut sein, finanzielle Ressourcen, dann die Dauer der Ausbildung, da gibt es ja doch auch Unterschiede.

Speaker: Dann auch die Struktur, aktuell noch altes System, neues System, also das sind alles so.

Speaker: äußere Entscheidungsfaktoren, die ich relevant finde.

Speaker: Und gleichzeitig in meinen Beratungen habe ich die Tendenz, dass die Leute zu mir kommen, die vor allem auch Beratung und Raum möchten für die inneren Entscheidungsfaktoren.

Speaker: Weil natürlich so äußere Hard Facts sind vielleicht auch leichter, sich selber irgendwie zu googeln und sich Gedanken darüber zu machen.

Speaker: Und das andere ist ja vielleicht eher so, okay, was passt gut zu mir als Person, wo es vielleicht angenehm ist, auch eine Unterstützung zu haben oder Raum dafür zu haben, mit jemandem darüber zu sprechen.

Speaker: Also ich würde sagen, sicher relevanter Faktor, aber in meinen Beratungen eher sekundär.

Speaker: Also eher die inneren Entscheidungsfindungen oder vielleicht auch, was passt besser zu mir, solche Dinge.

Speaker: Genau.

Speaker: Was gibst du den Menschen mit, die zu dir kommen, wenn sie eine Entscheidung treffen müssen jetzt?

Speaker: Um eine richtige Entscheidung zu treffen, was gibst du denen mit?

Speaker: Ich glaube, ich biete mal ein Spektrum an, an Faktoren, die einen beeinflussen können.

Speaker: Und dann ist, glaube ich, immer relevant, was ist jetzt für mich relevant?

Speaker: Und da selber in diesen Reflexionsprozess zu kommen, was sind die Faktoren, die für mich am wichtigsten sind, um diese Entscheidung zu treffen.

Speaker: Weil wenn ich das weiß, wenn ich sage, mein absolutes wichtigster Entscheidungsfaktor ist der Standort und ich wohne in Vorarlberg, dann kommen vielleicht zwei Verfahren in Frage.

Speaker: Das heißt, dann habe ich das ziemlich schnell reduziert.

Speaker: Das heißt, wenn ich weiß, welcher Faktor mich irgendwie leitet oder wo ich einfach besonders hinschauen möchte, dann glaube ich, dass es schon unterstützend sein kann.

Speaker: Das heißt, das ist was, was ich eben anbiete, diese Faktoren gemeinsam zu reflektieren und verschiedenen Ebenen mit einzubeziehen.

Speaker: Das heißt, einerseits diese Kognitionen, also was habe ich für Gedanken darüber, was weiß ich darüber und diese ganzen Fakten und gleichzeitig auch wirklich hinzuspüren, ja.

Speaker: Also welche Emotionen sind da?

Speaker: Was sagt vielleicht mein Bauchgefühl?

Speaker: Oder was habe ich auch für Körperempfindungen, wenn ich an verschiedene Verfahren denke?

Speaker: Das heißt, ich versuche das schon noch sehr ganzheitlich zu gestalten und nicht nur auf einer mentalen Ebene zu bleiben.

Speaker: Da hatten wir wieder das Bauchgefühl.

Speaker: Ja.

Speaker: Kann man sich falsch entscheiden?

Speaker: Gute Frage.

Speaker: Aber weiß ich nicht.

Speaker: Ja, ich glaube schon.

Speaker: Also für mich ist es so diese Entscheidung tatsächlich wie so ein Grundgerüst.

Speaker: Ja, ich entscheide mich für eine, wie ich sozialisiert werden möchte.

Speaker: Welche Theoriekonzepte, in was möchte ich mich vertiefen?

Speaker: Welche Haltung habe ich irgendwie?

Speaker: Was ist meine Herangehensweise?

Speaker: Und ich glaube, das ist natürlich schon toll, wenn man sich in einem Grundgerüst befindet, wo man sich denkt, ja,

Speaker: Das Haus passt zu mir.

Speaker: Ich glaube, ich sehe es wirklich wie so ein Haus, was irgendwie gebaut wird und das ist so die Grundebene.

Speaker: Und dann kommen da noch weitere Stockwerke im Laufe seiner Berufslaufbahn dazu.

Speaker: Und ich glaube, das ist einfacher da aufzubauen, wenn man halt was wählt, wo man sich wohlfühlt.

Speaker: Auch ein relevantes Thema, die Art des Lernens und die Art des Lehrens.

Speaker: Also welche Art des Lernens erwartet mich und welche Art des Lernens liegt mir überhaupt?

Speaker: Will ich zum Beispiel eher viel Theorie und Techniken und verlässliche Methodiken lernen, die ich dann genauso wie ein

Speaker: wie ein Farbler oder ein Konzept so anwenden kann, also etwas, woran ich mich konkret festhalten kann, oder es für mich lernen und dann praktizieren eher so das freie Herantasten.

Speaker: Ich sage das deshalb, weil persönlich das Lernen, so kenne ich es eben, ist, denke ich, anders als Theorielernen in Systemik oder Verhaltenstherapie.

Speaker: Man muss es auch mögen, aber andere mögen dann vielleicht klare Vorgaben und Theoriekonstrukte.

Speaker: Was sagt denn da deine Erfahrung?

Speaker: Welche Rolle spielt das in der Wahl der Fachrichtung?

Speaker: Das ist ja auch eher ein innerer Aspekt, gell?

Speaker: Genau, hätte ich auch so gesehen.

Speaker: Ich glaube, das ist so ein bisschen, wie will ich lernen oder was liegt mir?

Speaker: Also ich glaube, eine zentrale Frage, die ich auch immer wieder stelle, ist, was fällt mir leicht in einem Gespräch und was fällt mir schwer in einem Gespräch?

Speaker: Wenn es mir super schwer fällt, mich zurückzuhalten und irgendwie einfach nur darauf einzulassen, was kommt, ist es ein Unterschied.

Speaker: Also wenn ich sage, ich gehe gerne mit einer Struktur ins Gespräch und ich leite auch gerne aktiv.

Speaker: Also ich finde schon, dass man bei so Sachen dann auch ein bisschen schauen kann, okay, was unterstützt vielleicht auch meine Persönlichkeitsstruktur und die Art und Weise, wie ich bin.

Speaker: Und gleichzeitig ist ja auch in einem Verfahren, also jetzt zum Beispiel auch in der personzentrierten Psychotherapie, eine wahnsinnige Bandbreite.

Speaker: In meiner integrativen Therapie ist ja trotzdem wieder die Vielfalt von Psychotherapeutinnen, die auch wieder alle persönlich das angepasst haben auf ihre Persönlichkeit.

Speaker: Das heißt, da gibt es ja dann auch wieder doch Unterschiede.

Speaker: Aber ich denke schon, dass man irgendwie sagen kann, okay, es gibt Tendenzen und dass man sich dessen bewusst ist, wie du gesagt hast, ja.

Speaker: Ja, es ist ja genau das.

Speaker: Also es gibt ja Studien, die etwas Spannendes zeigen.

Speaker: Sehr erfahrene TherapeutInnen verschiedener Fachrichtungen arbeiten oft ähnlicher als junge und erfahrene TherapeutInnen derselben Methode.

Speaker: Also die Strenge der Methodik verschwimmt ein bisschen.

Speaker: Und mit der Zeit entwickelt man eine eigene therapeutische Handschrift, die über die Methode hinausgeht.

Speaker: Das ist auch das, was du ein bisschen sagst.

Speaker: Aber was würdest du sagen, wie viel Recherche ist sinnvoll und gibt es auch einen Punkt, wo zu viel Information zum Beispiel lähmt, wo man sagt, okay, da reicht es, weil ich habe schon Bekannte, die recherchieren, recherchieren und schauen und schauen und es verwirrt immer mehr und mehr und also dass es eben auch eine gewisse Art auch ein bisschen lähmt, dieses ganze Wissen, was es gibt.

Speaker: Ja, das kann ich gut nachvollziehen.

Speaker: Also zu dem anderen, zum Ersten, was ich noch sagen wollte, ist halt auch spannend, schaut man auf die Gemeinsamkeiten oder schaut man auf die Unterschiede?

Speaker: Weil schlussendlich ist es ja ein und derselbe Beruf.

Speaker: Wir sind alle Psychotherapeutinnen und haben den gleichen Auftrag auf Psychotherapie gesetzt.

Speaker: Das heißt, auch auf die Frage, kann man sich falsch entscheiden?

Speaker: Ich würde sagen, wenn man sich für den Beruf entscheidet, ist das schon mal eine richtige Entscheidung, wenn das zu einem passt, unabhängig vom Verfahren.

Speaker: Ja.

Speaker: Und zudem zu viel Information.

Speaker: Ja, ich glaube schon, dass zu viel Information auch irgendwann lähmen kann.

Speaker: Und da ist halt auch wieder die Frage, was ist für mich jetzt ein wichtiger Faktor?

Speaker: Was sind die Informationen, die ich tatsächlich brauche?

Speaker: Und was ist dann das, was vielleicht einfach, wo ich mich auch aufhalte, eine Entscheidung zu treffen?

Speaker: Und da ist halt wahrscheinlich auch spannend oder was ich auch immer interessant finde, sich wirklich bewusst zu machen, wie treffe ich denn Entscheidungen?

Speaker: Also ich habe jetzt von mir persönlich gesprochen, dass ich ein Mensch bin, der sehr gerne den Überblick hat und sehr genau die Dinge betrachtet, bevor ich mich entscheide.

Speaker: Wenn ich das weiß und meine Tendenz kenne, dann kann ich mich aber auch fragen, wie viel Zeit habe ich tatsächlich zur Verfügung, um diese Entscheidung zu treffen und wie viel Zeit möchte ich dafür zur Verfügung stellen.

Speaker: Und ich glaube, da auch tendenziell die Leute, die dann zu mir kommen, sind Menschen, die sich schon sehr intensiv damit befassen.

Speaker: Und ich glaube, manchmal braucht es dann einfach länger Zeit.

Speaker: Und gerade wenn es eine große Entscheidung ist, was es ja doch ist, darf das ja auch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen.

Speaker: Und ich glaube trotzdem, dass es dann wieder die Frage ist, was ist jetzt das, was mir wirklich wichtig ist?

Speaker: Und in der Theorievermittlung fokussiere ich mich zum Beispiel vor allem darauf, wie wird gearbeitet oder was sind relevante Aspekte in der Arbeit mit Menschen.

Speaker: Weil ich halt auch das Gefühl habe, wenn wir jetzt in alle Theorien reingehen von allen Verfahren, dann braucht man Jahre und wird nicht fertig.

Speaker: Umso mehr man sich bewusst wird in einem Teil, was es da gibt, dann kann man immer noch eine Ebene tiefer gehen.

Speaker: Ja, wir haben ja in Österreich diese super Spezialsituation mit den so vielen Fachrichtungen.

Speaker: Das ist in anderen Ländern ein bisschen einfacher.

Speaker: Mir hat mal einer im Probe Deutikum eine Lehrende gesagt, lassen Sie sich ruhig Zeit mit der Entscheidung.

Speaker: Weil ich habe gesagt, ich habe mir erst mal verboten, mich sofort zu entscheiden.

Speaker: Sie hat gesagt, aber schließen Sie ruhig aus, wenn das für Sie gar nicht passt.

Speaker: Das fand ich sehr hilfreich.

Speaker: Und ich finde auch das mit dem Menschenbild, wobei...

Speaker: Es ist oft nicht so ganz klar, was so damit gemeint ist.

Speaker: Das ist eher auch so ein bisschen, findet man es sympathisch oder entspricht es einem so vom Gefühl her, so wie auf den Menschen geschaut wird.

Speaker: Wird er funktional gesehen oder eher entwicklungsorientiert?

Speaker: Und natürlich, Nathalie, empfiehlst du auch, dass man, wenn man zwei, drei Richtungen hat oder zwei, drei Institute, dass man einfach mal ein Selbsterfahrungswochenende dort macht, um zu schauen, wie das so ist.

Speaker: Ja, ich glaube, also zu dem, was du vorher noch gesagt hast, finde ich auf jeden Fall ein spannender Aspekt mit dem Ausschließen.

Speaker: Also ich mache auch gerne sowas mit so einem Ampelsystem.

Speaker: Also was ist bei mir auf Rot?

Speaker: Das kann definitiv ausgeschlossen werden.

Speaker: Was ist Orange?

Speaker: Ich brauche noch eine Information, dass ich es zuordnen kann.

Speaker: Und was ist so Grün?

Speaker: Interessiert mich.

Speaker: Und natürlich ist es dann einfacher und kann man auch anders methodisch dann arbeiten, wenn es halt nur noch drei, vier Verfahren sind.

Speaker: Weil mit 20, naja, dann

Speaker: ist einfach zu viel und es ist zu viel auch für einen selber das zu fassen.

Speaker: Ich glaube nur der Weg dorthin, um das ausschließen zu können, ist einfach für jede Person sehr individuell, was es dafür braucht.

Speaker: Genau, es kommen manche Leute, die sagen, ja ich bin zwischen den drei Verfahren hin und her gerissen und weiß nicht weiter und dann gibt es Leute, die kommen ganz am Anfang und sagen, ich weiß gar nicht, wie, wo, was von.

Speaker: Und wegen den Infoabenden, ja auf jeden Fall, also Infoabende lege ich auch immer ans Herz, wenn es dann weniger Verfahren sind.

Speaker: Und mit den Selbsterfahrungswochenenden finde ich es natürlich eine super Sache, das selber zu erleben.

Speaker: Gleichzeitig ist es natürlich auch eine Kostenfrage.

Speaker: Was kann ich mir leisten, auch mit den Aufnahmeverfahren?

Speaker: Wie viel Aufnahmeverfahren kann ich machen, wenn das auch Geld kostet?

Speaker: Ich kann mir denken, dass viele, die beschließen, TherapeutInnen werden zu wollen, haben schon selber Therapieerfahrung.

Speaker: Was ich so mitbekommen habe, ist so die ersten Therapien, die man irgendwann gemacht hat, da weiß man oft gar nicht, da war die Fachrichtung vollkommen egal.

Speaker: Wie relevant ist das bei dir, wenn du Leute berätst, in welche Fachrichtung sie gehen wollen, die eigenen Erfahrungen, die sie schon mitbringen?

Speaker: Also ich würde sagen, die eigenen Erfahrungen prägen uns auf jeden Fall.

Speaker: Also gerade Menschen, die in einem Verfahren vielleicht negative Erfahrungen gemacht haben, sagen dann, nee, wird für mich nicht in Frage kommen.

Speaker: Und dann ist das total, zu sagen, okay, passt, ist ein Ausschlusskriterium.

Speaker: Und gleichzeitig ist es natürlich trotzdem, was ich halt ein spannender Aspekt finde, dass eine Person ja auch nicht unbedingt...

Speaker: das ganze Verfahren verkörpert.

Speaker: Also auch von den Theorieinhalten, die man dann selber lernt.

Speaker: Das heißt, ich glaube, manchmal kann es sinnvoll sein, das nochmal irgendwie loszulösen, wenn man sonst eigentlich selber von der Haltung gut da reinpasst.

Speaker: Und auf der anderen Seite ist es aber total prägend, unsere Erfahrungen, das ist ja auch legitim zu sagen, ich war da bei dieser Selbsterfahrung, ich fand das gar nicht passend für mich.

Speaker: Und oft spiegeln sich ja auch gewisse Methoden wieder.

Speaker: Also ich kann bei mir erzählen, im Propedeutikum gab es eine Kipplerin, also Katathym imaginative Psychotherapie,

Speaker: Und die hat da eine Imagination angeleitet und ich konnte mich da gar nicht wiederfinden und nicht darauf einlassen.

Speaker: Und das war zum Beispiel ein Moment, wo ich mir gedacht habe, okay, das möchte ich nicht machen.

Speaker: Das passt für mich nicht.

Speaker: Und das war dann auch erledigt.

Speaker: Also da musste ich dann auch nichts mehr für mich nachlesen oder sonst was, weil ich es einfach aus dem Erleben heraus sagen konnte.

Speaker: Das holt mich nicht ab.

Speaker: Es gibt eine wunderbare Videoreihe, Three Approaches to Psychotherapy von 1965.

Speaker: Und zwar sieht man hier, das gibt es auf YouTube und überall, kann man auch gerne verlinken,

Speaker: Hier sieht man Carl Rogers, personenzentriert, Fritz Perls, Gestalttherapie und Albert Ellis, Verhaltenstherapie.

Speaker: Und zwar sind die in einem Therapiegespräch mit einer und derselben Person, mit Gloria.

Speaker: Das ist ein wirkliches Zeitdokument.

Speaker: Also es ist quasi so ein bisschen eine Show auch, also so der Vergleich der Schulen mit den Gründern oder mit den Vertretern.

Speaker: Und da sieht man diese Unterschiede, wenn man jetzt nur mal Rogers und Pulse vergleicht, wie unterschiedlich die so arbeiten und sind, auch überhaupt von ihrer Persönlichkeit her, fand ich sehr, erst mal als Video wahnsinnig toll und interessant, weil das ist 1965, eine ganz andere Zeit.

Speaker: Und mir hat das tatsächlich auch ein bisschen geholfen.

Speaker: Ich kenne nicht das genaue Video, finde ich spannend, würde ich mir gerne anschauen.

Speaker: Aber ich kann erinnern, in meinem Propedeutikum, und das fand ich auch sehr einprägsam, da gab es auch so, ich weiß nicht mehr, ob das von Arte oder von irgendeiner Doku wurde das gedreht.

Speaker: Und da gibt es so Kurzclips, so zehn Minuten über die einzelnen Psychotherapieverfahren.

Speaker: Und da sieht man auch Patientinnen, die sprechen über ihre Erfahrungen mit dieser Therapierichtung und Therapeutinnen, die was von der Praxis erzählen, wie sie arbeiten.

Speaker: Und das fand ich auch total hilfreich, diese Videoclips, um ein Bild zu bekommen von der Arbeit.

Speaker: Und auch in meinem Verfahren in der integrativen Therapie, das kommt ja auch immer mehr, gibt es unterschiedliche YouTube-Kanals von den einzelnen Instituten,

Speaker: die dann Videos drehen über die Ausbildung oder über einzelne Aspekte der Therapierichtung.

Speaker: Also bei der integrativen Therapie gibt es das.

Speaker: Und das ist auch hilfreich, um einen Einblick zu bekommen.

Speaker: Und im Buch haben wir das halt auch versucht, durch die Fallbeispiele so ein bisschen praxisnah zu gestalten, dass es eben nicht nur auf dieser theoretischen Ebene bleibt.

Speaker: Weil ich finde auch, wenn man es wirklich mal so erlebt hat oder irgendwie so vor sich hat, dass es dann ganz anders auch zu beurteilen ist, wie kommt es bei mir an und was resoniert in mir.

Speaker: Die Rubrik.

Speaker: Die Rubrik.

Speaker: Die Rubrik Psychotherapie in Zeitgeist und Popkultur.

Speaker: Ja.

Speaker: Nathalie, du hast eben gerade noch gesagt, es gibt, glaube ich, immer mehr Videos, erklärende Videos auch.

Speaker: Das ist nicht wie in den 60ern, wo dann das eine Gründungsvater oder die Gründungsmutter, waren meistens Väter, dann demonstriert haben, wie das jetzt geht.

Speaker: Sondern es gibt viel, viel mehr Informationen.

Speaker: Nathalie, hast du als Psychotherapeutin in Fachausbildung unter Lehrsupervision, wie es ab Oktober offiziell heißt, hast du einen Instagram-Account?

Speaker: Ja, spannendes Thema auf jeden Fall.

Speaker: Also wir sind mitten im Zeitgeist, würde ich sagen.

Speaker: Nein, ich habe keinen Instagram-Account, aber es ist ein spannendes Thema.

Speaker: Also gerade auch mit in den Status kommen und mit dem Beginn der psychotherapeutischen Tätigkeit war das auf jeden Fall auch in meiner Ausbildungsgruppe, ich habe eine feste Ausbildungsgruppe, ein großes Thema.

Speaker: Und es gibt bei mir Kolleginnen, die eben Instagrams Account spezifisch für ihre psychotherapeutische Tätigkeit vermitteln.

Speaker: gemacht haben, wo die halt über Psychotherapie Dinge posten, über ihre Praxis, über sich selber, um so halt auch einen Medienauftritt zu haben, um sichtbar zu sein und auch Patientinnen zu bekommen, gerade für den Beginn.

Speaker: Und das ist natürlich ein spannendes Thema.

Speaker: Wie bekomme ich Patientinnen?

Speaker: Was gibt es da für Möglichkeiten?

Speaker: Und sicher auch jetzt in unserem Zeitalter, was läuft da auch über digitale Medien?

Speaker: Ja.

Speaker: Ich finde es immer spannend zu differenzieren zwischen Werbung und Psychoedukation oder Information.

Speaker: Wissensvermittlung über Psychotherapie.

Speaker: Offiziell ist ja gemäß Gesetz Werbung verboten.

Speaker: Das steht zwar nicht so drin im Text, aber Werbung im Sinne von ich bin besser als die anderen oder ich kann dieses extra gut und hallo hier bin ich, ist ja nicht erlaubt grundsätzlich.

Speaker: Was nimmst du da wahr?

Speaker: In welcher Richtung geht das so?

Speaker: Ich kann mir vorstellen, dass es auf TikTok wieder ganz anders ist als auf TikTok.

Speaker: Instagram, wenn man offiziell Therapeutin ist.

Speaker: Ja, TikTok muss ich sagen, kann ich gar nichts dazu sagen, da fühle ich mich schon wieder zu alt für, bin ich raus.

Speaker: Aber jetzt bei Instagram gesprochen, glaube ich, dass das halt manchmal auch, also natürlich geht es jetzt nicht um, ist es immer wichtig zu wissen, wie stellt man sich dar, aber es gibt natürlich auch Psychotherapeutinnen beispielsweise, die sich auf feministische Psychotherapie vielleicht spezialisiert haben und die dann auf ihrem Instagram-Account erklären, was heißt feministische Psychotherapie,

Speaker: Was bedeutet das?

Speaker: Wie arbeiten Sie?

Speaker: Und dann gibt es natürlich, wenn ich dann als Patientin auf diesen Instagram-Account stoße und das mit mir resoniert, dann werde ich wahrscheinlich die Person kontaktieren.

Speaker: Das heißt, es ist ja vielleicht auch ein bisschen fließend, dieses, also ja, ich betreibe Psycho-Edukation und Wissensvermittlung und gleichzeitig verkörper ich ja auch mich als Person, die ein Angebot hat.

Speaker: Und das, ja, wenn das resoniert,

Speaker: Hat es dann zur Folge, dass die Person vermutlich dann andocken wird?

Speaker: Ja, gleichzeitig positioniere ich mich dann auch mit einem speziellen Thema vielleicht, was ja auch hilfreich sein kann, da man dann auch gefunden wird.

Speaker: Ja.

Speaker: Ich glaube nicht, wir sind ja noch nicht im Status.

Speaker: Entsprechend auch noch nicht auf Instagram mit unserem Account.

Speaker: Allerdings werden wir bald mit Theratalks auf Instagram sein.

Speaker: Wir werden dann rechtzeitig Bescheid geben.

Speaker: Das ist ja ein Podcast, da kann man auch ein bisschen Werbung machen dann.

Speaker: Vielleicht noch auch gesagt, wenn man sucht, in welche Fachrichtung man denn so tendiert.

Speaker: Ich habe da einen super Tipp, es gibt so einen Podcast, den kann man gerne hören.

Speaker: Wir haben inzwischen 15 oder 16 Folgen.

Speaker: Wir haben Deep Dive Folgen, wo wir eintauchen in die einzelnen Fachrichtungen.

Speaker: Da reden wir auch wirklich drüber.

Speaker: Also wie ist die Art des Lernens, wie ist die Struktur?

Speaker: Da geht es auch um diese ganzen inneren Aspekte, die du so genau beschrieben hast, Nathalie.

Speaker: Also wie geht es auch den Leuten?

Speaker: Also warum entscheiden sie sich dafür?

Speaker: Wir fragen auch die Allerenden, wie geht es den Leuten dann in der Ausbildung?

Speaker: Wie entwickeln die sich?

Speaker: Das ist auch spannend, glaube ich.

Speaker: Ich kann mir das gut vorstellen.

Speaker: Also gerne hier auch reinhören.

Speaker: Ja, deswegen machen wir auch diesen Podcast.

Speaker: An dieser Stelle wirklich großes Lob an euch auch.

Speaker: Also ich finde es total toll, dass ihr das macht, weil es gibt im deutschsprachigen Raum, also für Deutschland gibt es verschiedene Podcasts.

Speaker: Also in meiner Auseinandersetzung, wie gesagt, habe ich fleißig recherchiert, auch Podcasts.

Speaker: Und da gab es für die Verhaltenstherapie ganz, ganz viel in Deutschland und noch sehr viel.

Speaker: Und ich finde es total toll und auch wichtig, dass es einfach auch Informationen gibt, explizit für Österreich, weil es doch einfach ein Alleinstellungsmerkmal ist, wie hier die Ausbildung ist.

Speaker: stattfindet und wie das gehandhabt wird und total schön zu sehen, dass ihr euch dem auch widmet.

Speaker: Schön, dass wir gut ankommen.

Speaker: Ja, vielleicht jetzt zum persönlichen Ausblick und Abschluss.

Speaker: Nathalie, was würdest du jetzt sagen, welche Haltung oder Fähigkeit wird für zukünftige Psychotherapeutinnen besonders wichtig sein, ganz unabhängig von der gewählten Methode in der Zukunft?

Speaker: Ja, finde ich eine sehr, sehr wichtige Frage und natürlich auch sehr geprägt von meinem Weg, aber

Speaker: Für mich ist dieser Einbezug von gesellschaftlichen Phänomenen etwas, was immer wichtiger wird und auch mehr Bedeutung bekommen sollte in der Ausbildung zu Psychotherapeutinnen, unabhängig von den Verfahren.

Speaker: Egal, ob das jetzt politische Themen sind, also das ist generell wieder ein

Speaker: großes Thema ist, psychotherapie politisch oder nicht, bis zu welchem Grad, aber auf jeden Fall einfach, dass Gesellschaftsphänomene zumindest sichtbar sind und Psychotherapeutinnen irgendwie, dass sie das erkennen können.

Speaker: Und mit Gesellschaftsphänomene meine ich eben auch Dinge wie Armut, Klassismus.

Speaker: Diskriminierungsformen in verschiedener Hinsicht.

Speaker: Und dass ich es schon wichtig finde, da auch darauf hinzuweisen und Stellung zu beziehen.

Speaker: Und gerade in der Psychotherapie, wo sonst auch sehr viel auf das Individuum geschaut wird, das am Schirm zu haben, ist mir einfach auch von der Sozialarbeit kommend extrem wichtig.

Speaker: Und auch für diese Zielgruppe.

Speaker: Und gibt es etwas, das du Menschen mitgeben möchtest, die gerade auf dem Weg sind, sich zu entscheiden für die Fachrichtung?

Speaker: Ja, also ich glaube generell so dem eigenen Tempo nachgehen und so den eigenen Weg zu gehen in der Form, wie es für einen richtig ist.

Speaker: Wenn ich das Gefühl habe, ich war schon im Propedeutikum in der ersten Vorlesung, dass das mein Fachspezifikum wird, super, let it be.

Speaker: Und gleichzeitig aber auch, wenn ich das Gefühl habe, ich muss eine Beratung in Anspruch nehmen oder ich möchte das machen, ich möchte vier Selbsterfahrungsseminare buchen, ich möchte 20 Bücher lesen, das ist auch okay.

Speaker: Und dass es da einfach kein Richtig und kein Falsch gibt, sondern eher die Frage, was macht mir Freude?

Speaker: Wie kann es mir Freude machen, mich zu entscheiden?

Speaker: Und da vielleicht auch ein bisschen Spaß zu haben und den Druck rauszunehmen.

Speaker: Sehr schön, Nathalie.

Speaker: Vielen, vielen herzlichen Dank.

Speaker: Ja, danke für die Einladung.

Speaker: Ich fand es sehr schön mit euch.

Speaker: Schön, dass du da warst und habe mich auch gefreut, dich wiederzusehen hören.

Speaker: Ja, ebenso.

Speaker: Und außerhalb, mich hat es gefreut, dass du wieder dabei bist.

Speaker: Ja, eine andere Dynamik jetzt.

Speaker: Und ja, danke an alle, die zuhören und die auch Kommentare lassen auf Spotify.

Speaker: die E-Mails wie meine Shownotes und auch das besagte Video, der Kontakt zu Nathalie natürlich, der Link zum Buch, den haben wir schon ein paar Mal drin gehabt, wir tun ihn gerne nochmal rein.

Speaker: Schreibt uns gerne und auf bald.

Speaker: Und bleibt neugierig.

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Recommended