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Der Status – Start in den Beruf unter Supervision. Wie beginnt man wirklich zu arbeiten?

TheraTalks – Wege zur Psychotherapie
Es gibt diesen einen Moment in der Psychotherapieausbildung, auf den man jahrelang hinarbeitet: die ersten eigenen KlientInnen. Plötzlich wird aus Theorie Praxis, aus Übung therapeutische Arbeit – und aus Ausbildung ein Beruf. In dieser Folge sprechen wir über den Übergang in die eigenständige psychotherapeutische Tätigkeit. Zu Gast sind Irene Apfalter, erfahrene Lehrsupervisorin, und Philipp Pechhacker, Psychotherapeut in Ausbildung unter Supervision. Wir sprechen mit ihnen über: • den Status „Psychotherapeut in Fachausbildung unter Lehrsupervision“ und was er konkret bedeutet • die Voraussetzungen für den Start in die eigene Praxis • die ersten therapeutischen Sitzungen und den Umgang mit Verantwortung, Unsicherheit und Erwartungen • die Rolle der Praxissupervision als zentralen Lern- und Reflexionsraum • sowie die Entwicklung einer eigenen therapeutischen Identität zwischen Methode und Persönlichkeit Zum Abschluss diskutieren wir in der Rubrik „Psychotherapie in Zeitgeist und Popkultur“ ein hochaktuelles Thema: ChatGPT als Therapeut. Welche Chancen und Grenzen bringt Künstliche Intelligenz für psychische Gesundheit und Psychotherapie mit sich? Eine Folge für alle, die sich für die Ausbildung zur Psychotherapeutin bzw. zum Psychotherapeuten interessieren, kurz vor dem Status stehen oder bereits ihre ersten Schritte in die therapeutische Praxis wagen. Was bewegt euch? Schreibt uns: 📩 TheraTalks3@gmail.com Zur Person: Irene Apfalter Mag.a Irene Apfalter, Psychotherapeutin in Mödling [https://psychotherapie-apfalter.at/moedling/] Philipp Pechhacker: Psychotherapie Pechhacker-Martinek [https://www.psychotherapie-pechhacker.at/] ÖAGG: IT - Hauptseite - ÖAGG [https://integrativetherapie.oeagg.at/]

Transcript

Speaker: Willkommen zu einer neuen Folge von Ferra Talks Wege zur Psychotherapie.

Speaker: Wir sind Markus und Nausicaa.

Speaker: Ja, und heute sprechen wir über einen Meilenstein in der Psychotherapieausbildung, vor allem im Fachspezifikum, den sogenannten Status.

Speaker: In dieser Phase trägt man den Titel ab Oktober 2026 Psychotherapeutin in Fachausbildung unter Lehrsupervision.

Speaker: Mit diesem Schritt beginnt nicht nur ein neuer Abschnitt der Ausbildung,

Speaker: sondern auch der Einstieg in die tatsächliche therapeutische Praxis in den Beruf.

Speaker: Wie erlebt man diese Phase?

Speaker: Wie findet man hinein in die Rolle als Therapeutin?

Speaker: Wie entsteht ein eigener Stil, eine eigene therapeutische Identität?

Speaker: Und welche Rolle spielt dabei die Lehrsupervision, also dieser professionelle Reflexionsraum zwischen Lernen, Beziehung und Entwicklung?

Speaker: Zu Gast sind heute Irene und Philipp.

Speaker: Wir sind zu viert.

Speaker: Herzlich willkommen.

Speaker: Danke für die Einladung.

Speaker: Ja, ich sage auch danke für die Einladung.

Speaker: Ich bin gespannt auf unser Gespräch.

Speaker: Wunderbar.

Speaker: Schön, dass ihr da seid.

Speaker: Ja, wie du sagst, Nausica, wir sitzen heute zu viert da.

Speaker: Das hatten wir erst einmal.

Speaker: Auch noch in einer besonderen Beziehung zwischen euch beiden.

Speaker: Und zwar du, Philipp, bist Psychotherapeut in Ausbildung unter Supervision, wie es jetzt noch heißt.

Speaker: Ab Oktober dann Fachausbildung unter Lehrsupervision.

Speaker: So der genauer benannte und per Therapiegesetz geschützte Titel, genauer Zusagen.

Speaker: Und du, Irina, bist eine Lehrsupervisorin.

Speaker: Ihr seid beim ÖAGG im Fach Integrative Therapie.

Speaker: Ihr trefft euch regelmäßig, um Philips Arbeit mit den Klientinnen gemeinsam zu reflektieren im Rahmen der Lehrsupervision.

Speaker: Und heute sitzt ihr gemeinsam euch gegenüber und mit uns und wir wollen gemeinsam über genau diese Phase sprechen.

Speaker: Also einmal Philipp mittendrin und einmal Irene mit viel Erfahrung draufblickend.

Speaker: Wir sitzen uns auch gegenüber.

Speaker: Wir auch, ja.

Speaker: Wir sitzen am Tisch.

Speaker: Ja.

Speaker: Wir kommen auch noch dazu, genauer zu erklären, was diese Begriffe bedeuten.

Speaker: Philipp, du arbeitest bereits als Psychotherapeut in der Ausbildung unter Supervision.

Speaker: Wie ist das für dich?

Speaker: Es ist mega aufregend.

Speaker: Nach all den Jahren der Ausbildung, ich habe 2022 mit dem Propedeutikum begonnen und seit heuer dann eben offiziell im Status als Psychotherapeut in Ausbildung unter Supervision,

Speaker: Auf diesen Meilenstein fiebert man einfach so viele Jahre hin und dann ist es soweit.

Speaker: Dann ist es soweit.

Speaker: Ja, dann ist es soweit.

Speaker: Und das ist einfach ein mega aufregendes Erlebnis und es ist eine wahnsinnig berührende Tätigkeit.

Speaker: Wenn wir vom Status sprechen, was bedeutet das eigentlich konkret im Rahmen der Psychotherapieausbildung in Österreich?

Speaker: Also die Therapieausbildung hat mehrere Phasen, die Ausbildung zur Psychotherapeutin.

Speaker: Die erste Phase ist ja jetzt noch das Propedeutikum und ist dann das Fachspezifikum, in dem sich der Philipp gerade befindet und in dem ich unterrichte.

Speaker: Im Fachspezifikum gibt es dann wieder eine Meilensteine, und das ist der Status, die Anerkennung des Statuses.

Speaker: Und das bedeutet, dass der Philipp jetzt in seiner Praxis mit Patientinnen, mit Klientinnen arbeiten darf.

Speaker: Mhm.

Speaker: Unter meiner, als Supervisorin, wenn ich jetzt eine Supervisorin bin, unter meiner Aufsicht sozusagen.

Speaker: Und arbeiten darf und eigentlich auch soll.

Speaker: Ja.

Speaker: Das ist ein Teil der...

Speaker: Das muss er sogar, um die Ausbildung abschließen zu können, muss jeder 600 Stunden mit Patientinnen und Klientinnen gearbeitet haben.

Speaker: Und dann erst?

Speaker: Dann erst kann man die Abschlussprüfung machen und dann ist er wirklich im Bundesministerium auf der Liste als Psychotherapeut gelistet.

Speaker: 600 Stunden.

Speaker: Und es werden in Zukunft, wenn das akademisiert ist, werden es 1000 Stunden sein mit Patienten.

Speaker: Mhm.

Speaker: Und was braucht es konkret?

Speaker: Welche Voraussetzungen gibt es?

Speaker: Es ist ja auch gesetzlich geregelt, dass man einen gewissen Anteil an Lehrtherapie, an klinischer Praxis und so weiter, was braucht man da alles, um den Status einreichen zu können, damit er anerkannt wird?

Speaker: Also um den Status einreichen zu können, braucht es ein paar formale Kriterien.

Speaker: Also bestimmte Lehrveranstaltungen, Praktika, Wahlpflichtfächer und so weiter müssen erfüllt sein.

Speaker: Das definiert die Ausbildungseinrichtung.

Speaker: Und dann gibt es bei uns noch, ich weiß nicht, ob das bei allen Fachspezifika so ist, auch eine persönliche Überprüfung, ob die Person schon geeignet ist.

Speaker: mit Patientinnen zu arbeiten.

Speaker: Und das heißt bei uns das Screening.

Speaker: Das ist einfach eine Rückmeldung von den anderen Gruppenteilnehmerinnen und von den Lehrtherapeutinnen der Gruppe, eine Rückmeldung an die Person, ob die Einschätzung geteilt wird, dass er jetzt schon oder sie jetzt schon mit Personen arbeiten darf.

Speaker: Markus, weißt du, ist das ähnlich im Forum oder sind da andere Voraussetzungen?

Speaker: Es ist ähnlich.

Speaker: Also ich habe so verstanden, dass das Psychotherapiegesetz grundsätzlich definiert, was alles an Anzahl von Stunden von welcher Leistung gebracht werden muss, um in den Status zu kommen.

Speaker: Aber die Fachgruppen haben dann noch zusätzliche individuelle Regelungen.

Speaker: Und bei uns im Forum gibt es nicht das Screening in dem Sinne, aber es gibt sowas ähnliches, dass der Lehrkörper gemeinsam, vor allem der Lehrtherapeut, die Lehrtherapeutin, das gemeinsam mit der Kandidat, der Kandidatin bespricht.

Speaker: Und dass man gemeinsam darauf schaut, ist man bereit dafür.

Speaker: Genau, und das passiert bei uns eben in der Gruppenselbsterfahrung.

Speaker: Philipp hat vorhin so recht lebendig erzählt, wie aufregend das ist.

Speaker: Wie ist das aus deiner Sicht, Irene?

Speaker: Was öffnet sich da für die Ausbildungskandidatin, wenn es dann soweit ist?

Speaker: Also ich erlebe das als einen sehr wichtigen Moment in der Ausbildung für die Kandidatinnen.

Speaker: Es geht jetzt wirklich darum, das, was gelernt wurde, umzusetzen.

Speaker: uns selbstständig anzuwenden, selbstständig mit der Einschränkung, dass die Letztverantwortung die Supervisorin trägt, wenn man in Ausbildung unter Supervision ist.

Speaker: Deshalb gibt es ja auch die regelmäßigen Treffen, also der Philipp und ich zum Beispiel treffen uns einmal im Monat und haben dann zwei Einheiten Zeit, um das zu reflektieren.

Speaker: Und ich nehme da wahr, dass sehr viel Freude da ist, das anzugehen, aber auch sehr viel Unsicherheit oft da ist.

Speaker: Mache ich das richtig?

Speaker: Kann ich das überhaupt?

Speaker: Habe ich da schon gut genug mich entwickelt?

Speaker: Habe ich genug Techniken oder Haltungen gelernt, dass ich das gut rüberbringen kann mit den Patientinnen?

Speaker: Und ich glaube, die ersten Stunden sind einfach furchtbar aufregend für jeden Tag.

Speaker: Wenn ich mich auch erinnere an meine ersten Stunden, die ich gemacht habe als Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision, dann war das einfach irrsinnig aufregend, dann wirklich einmal allein in dem Raum zu sitzen mit einer Patientin, einem Klienten und loszulegen.

Speaker: Es ist ja auch, wir haben im Vorfeld kurz gesprochen, da arbeitet man irgendwie darauf hin, das ist ja dann ein Beruf, der beginnt, das ist ja ein großer Meinung.

Speaker: Man verdient doch zum ersten Mal Geld in der Ausbildung damit, das ist ja auch noch nicht so unwichtig.

Speaker: Und das ist aber auch so etwas wie eine Ermächtigung, oder?

Speaker: Das ist ja gesetzlich geregelt und deshalb beantragt man es auch und dann ist man ermächtigt und dann kann man das auch.

Speaker: Und man hat dann eben bei dir zum Beispiel in der Supervision, hat man die Möglichkeit, das zu reflektieren,

Speaker: Und vielleicht auch mal zu fragen, wie du jetzt weiter?

Speaker: So verstehe ich das.

Speaker: Genau.

Speaker: Also in der Supervision wird oft eine Fallsupervision gemacht.

Speaker: Das heißt, dass ein Patient, eine Patientin vorgestellt wird, vielleicht schon mit einer Fragestellung und wir sprechen darüber.

Speaker: Es kann aber auch Thema sein, die eigenen Unsicherheiten, die man hat in der Arbeit,

Speaker: wenn man durch Patientinnen oder Klienten getriggert wird mit eigenen Themen, wenn es Übertragungsphänomene gibt.

Speaker: Also all diese Dinge werden dann besprochen.

Speaker: Und manchmal geht es auch ein bisschen in eine persönlichere Richtung, weil eben auch wirklich was aktiviert wird in uns, wenn ähnliche Themen bei Patienten vorkommen, dass wir vielleicht an unsere eigene Erfahrung mit Tod und Verlust erinnert werden, wenn gerade sowas im

Speaker: Gespräch ist.

Speaker: Und dann kann schon was hochkommen, auch in den Kandidatinnen, das dann ein bisschen Bearbeitung braucht.

Speaker: Und dann geht es auch darum, genau hinzuschauen, was ist jetzt meins und was gehört woanders hin vielleicht.

Speaker: Ich kann mir auch denken, dass es hilfreich ist, wenn man irgendwie das Gefühl hat, man kommt nicht weiter und dass eine erfahrene Lehrersupervisorin dann vielleicht auch aus der Theorie noch ein paar Aspekte reinbringen kann, dass man vielleicht noch eine andere Hypothesenbildung findet oder so.

Speaker: Das ist auch ein Thema.

Speaker: Genau.

Speaker: Also es ist ja auch eine Theorie-Praxis-Verknüpfung auf jeden Fall in der Supervision, die erfolgt.

Speaker: Und ich bringe immer wieder Theoriekonzepte oder Ideen aus der integrativen Therapie in meinem Fall ein.

Speaker: Es ist aber auch einfach so, dass es sozusagen, die sind ja die ersten Schritte, die man tut auf dem Gebiet und die müssen begleitet sein und sind zum Glück begleitet.

Speaker: weil man durch die Supervision und das Selbsttun in der Therapie eigentlich erst lernt, wie es dann geht.

Speaker: Also diese Kombination finde ich ganz wichtig.

Speaker: Wenn man nur allein in der Praxis sitzen würde und das mit niemandem besprechen könnte, wäre das nicht sinnvoll.

Speaker: Und auch irgendwie traurig.

Speaker: Und auch überfordern.

Speaker: Gerade am Anfang, es ist einfach so viel, was es zu beachten gibt.

Speaker: Bevor ich dann auch meine erste Patientin oder meine ersten Patientinnen hatte, hatten wir auch eine Supervisionssession, wo wir uns quasi einfach damit auseinandergesetzt haben, was sind jetzt eigentlich diese Rahmenbedingungen in dem Ganzen.

Speaker: Es gibt zum Beispiel bei uns bestimmte Vorgaben, welche Dokumente wir ausführen müssen, wie zu dokumentieren ist.

Speaker: Und das hat mir auch gleich von Anfang an sehr viel Sicherheit gegeben, dass ich schon bevor jemand zu mir in die Praxis kam, ich eigentlich schon gewusst habe, okay, was wird von mir erwartet, auch seitens Fachsektion.

Speaker: Und das war schon ganz, ganz wichtig.

Speaker: Vielleicht kannst du aber dazu erzählen, wie war deine erste Therapiesitzung?

Speaker: Kannst du dich gut daran erinnern?

Speaker: Ich glaube, an die erinnert man sich lange oder zu mir ist es so gegangen.

Speaker: Ich kann mich auch noch gut an das erste Telefonat erinnern, wie mein Praxishandy geläutet hat.

Speaker: Es irgendwie nicht ein falscher Anruf oder ein Verwählt war, sondern tatsächlich, ja, ich möchte mir bitte ein Erstgespräch ausmachen.

Speaker: Und ich weiß noch, wie ich aufgelegt habe, also ich mache das tatsächlich eigentlich immer, dass ich zuerst, bevor die erste Sitzung stattfindet, mit der Person ein kurzes Gespräch entführe, um einfach für mich einmal abzuklären, okay, in welche Richtung kann das gehen und bin ich überhaupt die richtige Person für das Thema?

Speaker: Ja.

Speaker: Und ich weiß noch, dass ich aufgelegt habe und danach bei dir, René, angerufen habe und gesagt habe, okay, es hat jetzt wirklich jemand angerufen.

Speaker: Und die Sitzung ist nächste Woche, wir brauchen einen Supervisionstermin.

Speaker: Und das war schon ein ganz aufregender Moment.

Speaker: Und ich weiß auch, wie ich dann wirklich meine erste Sitzung hatte, sozusagen meine erste Therapieeinheit, dass ich schon viel früher in meiner Praxis war.

Speaker: Also ich bin eingemietet in eine Praxisgemeinschaft.

Speaker: Und mich dort einmal hingesetzt habe und mir dachte, okay, okay, ja, jetzt geht's los.

Speaker: Okay, jetzt kommt wer.

Speaker: Und dann hat es geläutet.

Speaker: Und ich bin rausgestürmt und habe irgendwie die Person in Empfang genommen.

Speaker: Und dann habe ich mir gedacht, okay, beim nächsten Mal einfach einmal ankommen lassen.

Speaker: Ich habe einen Warteraum.

Speaker: Ich muss nicht gleich rausstürmen.

Speaker: Aber natürlich dieses Euphorische und gleichzeitig auch dieses Aufregende, das hat man, glaube ich, am Anfang.

Speaker: Und ich habe mich dann aber gut...

Speaker: Ich glaube, man muss sich einfach dann gut auch selber regulieren, dass man merkt, okay, in der Stunde geht es jetzt aber um ganz was anderes.

Speaker: Und das ist gut gelungen, aber es war sehr aufregend.

Speaker: Und wie ging es dir danach?

Speaker: Danach kam tatsächlich relativ bald eine zweite Person.

Speaker: Also ich hatte zwei Personen am 7.

Speaker: Tag.

Speaker: Keine Zeit, keine Zeit.

Speaker: Schon zum Dokumentieren, aber nicht so viel Zeit.

Speaker: Als ich dann nach Hause gefahren bin, ich habe mir dann noch Zeit gelassen und habe dann quasi Musik aufgedreht im Auto und wirklich so ein bisschen Psychohygiene auch für mich betrieben.

Speaker: Es war so ein Hochgefühl.

Speaker: Hochgefühl, toll.

Speaker: Es war wirklich so dieses, boah, jetzt geht es los und jetzt darf ich endlich.

Speaker: Und nach all den Stunden an Ausbildung und so.

Speaker: Theorieeinheiten, Methodikseminaren, Selbsterfahrung ist es jetzt so weit.

Speaker: Aber ich war auch froh, dass ich danach wirklich zeitnah noch einmal in Supervision gehen konnte und das auch besprechen.

Speaker: Da kommen gleich die Schmetterlinge im Bauch bei mir.

Speaker: Ich kann da mitfühlen, das ist super, so viele Jahre Ausbildung.

Speaker: Irene, du hast schon ein bisschen erwähnt, wie die Kandidatinnen so sind in dieser Phase.

Speaker: Vielleicht kannst du noch ein bisschen was dazu ergänzen.

Speaker: Aber auch noch konkret die Schritte.

Speaker: Wie schauen die aus?

Speaker: Also eben, was braucht es ganz konkret, um loszulegen?

Speaker: Praktisch.

Speaker: Ein Raum, Setting, Anmeldung, erste Klientinnen.

Speaker: Und ab wann fängt man am besten an, sich da Gedanken zu machen, zu kümmern in der Ausbildung?

Speaker: Mhm.

Speaker: Also ich glaube, wesentlich ist einmal, einen Raum zu haben, in dem man sich wohlfühlt, in dem man gerne arbeiten möchte und in dem es auch möglich ist, so zu arbeiten, wie es einem entspricht.

Speaker: Dass wir doch von Therapieschule zu Therapieschule unterschiedliche Anforderungen haben müssen, der Raum.

Speaker: Manchmal genügt ein kleinerer Raum, manchmal muss es größer sein, wenn man Bewegung macht, zum Beispiel wie bei uns in der integrativen Therapie, ist es gut, ein bisschen einen größeren Raum zu haben.

Speaker: Das denke ich mir ist einmal wichtig, das rechtzeitig zu finden und gleichzeitig, also noch bevor man den Status hat, kann man die Homepage sich zusammenbauen.

Speaker: Ich glaube, das ist ein wichtiger Meilenstein, da macht man sich Gedanken darüber, was will ich reinschreiben, welche Informationen möchte ich den Klientinnen geben, was möchte ich über mich erzählen.

Speaker: Was möchte ich angeben, was so meine Art ist, Therapie zu machen?

Speaker: Also all diese Dinge zu gestalten und dann auch Fotos reinzugeben.

Speaker: Also das erlebe ich auch bei den Ausbildungskandidaten, dass das viel Freude macht und sehr aufregend ist.

Speaker: Dann ist auch wichtig, sich ein bisschen Gedanken zu machen, wie man das mit der Verrechnung macht.

Speaker: Also Rechnungen vorbereiten oder macht man das jetzt am Computer oder druckt man sich das aus und füllt es dann händisch aus oder wie auch immer.

Speaker: Also es braucht ein paar Dokumente, die man im Vorhinein braucht, bevor man den Status beginnen kann.

Speaker: Man kann sich auch überlegen, brauche ich eine Registrierkasse, das ist dann notwendig, wenn ich Barverkehr habe, also wenn die Leute Bar zahlen.

Speaker: Oder lasse ich es überweisen?

Speaker: Also da gibt es einiges zu gedenken.

Speaker: Das macht Sinn, das Vorherschauen sich zu überlegen.

Speaker: Und da kommen auch manchmal Menschen aus der Ausbildung zu mir, die das gern mit mir besprechen wollen, bevor der Startus losgeht.

Speaker: Also das finde ich gut, sich darüber rechtzeitig Gedanken zu machen.

Speaker: Telefon?

Speaker: Zum Beispiel, also wenn du das erwähnt hast, ob man privat oder wie machen das?

Speaker: Genau, ob man jetzt sein Privathandy nimmt oder ob man zwei Handys hat oder zwei Nummern hat, eine berufliche und eine private, dass man sich das überlegt gut, wie man das möchte.

Speaker: Du hast das so schön gesagt mit dem Raum, dass ich auch schaue, dass der irgendwie zu mir passt.

Speaker: Ich denke da auch sehr viel drüber nach.

Speaker: Wie soll der Raum so sein, dass man zu der Vorstellung Sessel, Sessel, Stehlampe, Teppich, Pflanze, fertig ist?

Speaker: Vielleicht will man auch mal am Boden sitzen oder keine Ahnung.

Speaker: Wie ist das bei dir?

Speaker: Ja, ich bin eingemietert in einer Praxisgemeinschaft und ich habe den großen Vorteil, dass der Raum von jemandem gestaltet wurde, die auch integrative Therapie anbietet.

Speaker: Das heißt, in Wahrheit weiß sie, was benötigt wird.

Speaker: Wir haben zwei Räume eigentlich.

Speaker: Das heißt, gerade für Bewegung, für irgendwelche größeren,

Speaker: kreativen Medien ist das ganz großartig.

Speaker: Ich verwende öfters mal zum Beispiel ein Seil und lasse ein Lebenspanorama darstellen mit Symbolen.

Speaker: Da braucht es einfach Platz dafür.

Speaker: Das ist in dem Raum echt super.

Speaker: Das ist aber auch nicht mein Raum.

Speaker: Das muss mir einfach auch bewusst sein, dass wenn ich mich wo einmiete, ich mit dem arbeiten muss, was dort vorhanden ist.

Speaker: Und dann vielleicht noch eigene Dinge einbringen kann, aber

Speaker: die haben dann halt dort keinen Platz, dass die dort zum Beispiel bleiben können, wenn das nicht gesondert geregelt ist.

Speaker: Das macht einen Unterschied natürlich.

Speaker: Wir haben euch heute beide gemeinsam hier, sitzt euch so gegenüber.

Speaker: Wie geht es euch denn miteinander?

Speaker: Ich bin so neugierig.

Speaker: Wie tut ihr miteinander?

Speaker: Wie schaut so eine Supervisionseinheit bei euch?

Speaker: Wie muss man sich das vorstellen?

Speaker: Abgesehen davon, dass ihr wahrscheinlich viel lacht, aber sonst wisst ihr euch.

Speaker: Ungefähr eh so.

Speaker: Wir sitzen uns auch gegenüber.

Speaker: Manchmal wechseln wir das Setting, wenn wir jetzt ein Rollenspiel oder so machen, was ich auch in der Supervision als sehr, sehr gut finde, weil ich mich dann manchmal auch in die Rolle...

Speaker: meiner Patientin versetzt oder versetzt werde durch dich.

Speaker: Aber im Großen und Ganzen sieht man auch so da lachen, wenn es was zum Lachen gibt, wenn es ernste Themen gibt natürlich.

Speaker: Und ich komme meistens mit ganz vielen Zetteln, Papier und Stift an.

Speaker: Und wir schauen uns die Dokumentation durch.

Speaker: Ich versuche möglichst viel mitzuschreiben an Input für die weiteren Sitzungen, die ich dann mit meinen Patientinnen habe.

Speaker: Wir reden über die Themen, die sich ergeben.

Speaker: Und du hast vorher ganz was Wichtiges angesprochen, Markus.

Speaker: Wir nennen es emotionale Differenzierungsarbeit.

Speaker: Also was gehört mir, was gehört wir anderen.

Speaker: Und auch das, finde ich, muss in einer Supervision ganz viel Raum haben und hat es auch in unserer Supervision und in meiner.

Speaker: einer Supervision, zu sagen, wo gehört das jetzt hin.

Speaker: Und das finde ich ist gerade am Anfang total wichtig.

Speaker: In der Lehrsupervision, da bespricht man ja Fälle.

Speaker: Und gleichzeitig ist man sehr nah dran an der eigenen Person und der Persönlichkeit.

Speaker: Mich interessiert die Beziehung.

Speaker: In einer Lehrtherapie ist die Beziehung noch mal anders wahrscheinlich,

Speaker: Irene, wie siehst du das?

Speaker: Was braucht denn eine Supervision, dass der Lernraum offen ist, dass alles einen Platz haben kann, dass Unsicherheit einen Platz haben kann, vielleicht auch in Unterscheidung zur Lehrtherapie?

Speaker: Also ich würde es jetzt gar nicht so in Unterscheidung zur Lehrtherapie sehen, weil auch als Lehrtherapeutin bin ich als Person da.

Speaker: Also ich denke mir, das Wesentliche ist, dass ich als Person spürbar bin und begreifbar bin, dass ich eben einen Raum schaffe, in dem es möglich ist, auch über Fehler oder Unsicherheiten zu reden.

Speaker: Mir ist wichtig, dass sich die Supervisantinnen nicht vorrangig kontrolliert fühlen und vorrangig beurteilt fühlen, sondern dass Raum ist für alles, was da ist.

Speaker: Alles, was da ist.

Speaker: Ich bin ja auch in der Lehrtherapie nicht so, dass ich beurteile.

Speaker: Also das ist ja etwas, was wir ja nicht tun als Therapeutinnen und auch nicht als Lehrtherapeutin.

Speaker: Was ich schon mache und machen muss, ist darauf aufmerksam machen, wenn etwas in eine falsche Richtung, in eine schlechte Richtung läuft.

Speaker: Dann sage ich schon was und sage, ich würde dich bitten, darauf noch mehr zu achten oder ich hätte da eine Idee, wie du das...

Speaker: verändern könntest die Situation, wenn mir erzählt wird zum Beispiel, dass etwas irgendwie in die Hosen gegangen ist.

Speaker: Dann ist ja wichtig, dass ich etwas dazu sage und einen Hinweis geben kann, wie es anders weitergehen könnte.

Speaker: Und ich habe natürlich auch eine beurteilte Funktion, weil ich bin die Aufsicht, aber mir ist es wichtig, dass das nicht das ist, was jetzt alles dominiert.

Speaker: Ja.

Speaker: Ich erlebe das auch als Ausbildungskandidat gar nicht so.

Speaker: Ich finde, es hat ein Qualitätssicherungsmerkmal und das finde ich ganz, ganz wichtig.

Speaker: Ich habe auch den Anspruch an mich selber, ein good enough Psychotherapeut zu werden.

Speaker: Und genau um das geht es.

Speaker: Also ich finde, es ist auch ganz, ganz wichtig, dass da auch Dinge besprochen werden können, die vielleicht, wie du gesagt hast, nicht so gelaufen sind oder in der nächsten Therapiesitzung anders laufen sollten.

Speaker: Also ich bin auch ganz froh, dass es diesen Mechanismus gibt und dass es auch diese Funktion quasi gibt, ja.

Speaker: Also unangenehme Sachen ansprechen.

Speaker: Dass man so ein Vertrauen hat, dass man unangenehme Situationen nochmal durchgeht.

Speaker: Genau.

Speaker: Ich sehe es einfach als großes Qualitätssicherungsmerkmal der Tätigkeit.

Speaker: Das ist das Wichtigste, oder?

Speaker: Wenn alles gut läuft, ist es schön, aber es muss ja angesprochen werden, wenn etwas passiert.

Speaker: Und wie gesagt, ich habe auch den Anspruch an mich selber, dass ich in der Ausbildung, dass die Personen, die zu mir kommen, auch wirklich qualitativ hochwertig betreut und behandelt werden.

Speaker: Und da ist es ganz, ganz wichtig, dass ich auch auf die eigenen blinden Flecken noch einmal hinschaue oder dass mir auch mein Gegenüber mal sagt, Philipp, das ist nicht optimal.

Speaker: Versuch so und so oder was hältst du davon?

Speaker: Und gerade diesen Raum braucht es und

Speaker: Und das erlebe ich auch im Miteinander, dass das sehr vorurteilsfrei ist, also dass ich sowohl mit meinen Themen kommen kann, gleichzeitig aber eben auch dieser Qualitätssicherungsaspekt Raum einnimmt.

Speaker: Und das ist mir auch ganz, ganz wichtig.

Speaker: Ja, super.

Speaker: Es sind nicht nur die in der Ausbildung unter Supervision, die Supervision, also die müssen es machen, aber es ist wirklich auch gut, wenn man als fertiger Psychotherapeut weiterhin in Supervision geht und

Speaker: Das sagt auch sehr viel.

Speaker: Das ist sogar vorgeschrieben im Grunde.

Speaker: Es ist nicht vorgeschrieben, dass es Supervision sein muss.

Speaker: Es gibt eine Fortbildungsrichtlinie, dass man Fortbildungen machen muss.

Speaker: Das kann und kann auch Supervision sein.

Speaker: Das gilt auch.

Speaker: Aber es ist sicher ein Qualitätsmerkmal, wenn ein Therapeut in Supervision geht.

Speaker: Und ich gehe auch nach wie vor in Supervision zu sehr erfahrenen Kolleginnen.

Speaker: Weil man immer auch ein bisschen die Sicht von außen braucht und ein bisschen eine Außenperspektive braucht.

Speaker: Es ist ja auch so, dass man das idealerweise dem Patienten auch mitteilt, dass man in Supervision ist, also auch als Patient.

Speaker: Als Aufklärung auch, gell?

Speaker: Und das kommt ja durchaus gut an bei den Patienten, dass man eben nicht so nur auf eigene Faust vor sich hin therapiert, sondern einfach das auch überprüfen lässt.

Speaker: Zur Entwicklung, zum eigenen Stil oder eigene therapeutische Identität.

Speaker: Das haben wir sehr oft schon besprochen in vorigen Episoden, dass Psychotherapeuten auch ihren eigenen Stil entwickeln oder nicht nur die Theorie ist.

Speaker: An dich, Irene, in deiner Tätigkeit als Lehrsupervisorin in der Beziehung mit den Auszubildenden.

Speaker: Wie viel ist da die Methode und wie viel bist du da du selbst?

Speaker: Du hast ja deinen eigenen Stil, gibst du den da weiter auch?

Speaker: Also den du dir mit den Jahren selbst entwickelt hast.

Speaker: Also ich glaube, das kann man gar nicht so auseinander dividieren, weil ich habe meinen Stil in dieser Methode entwickelt.

Speaker: Ich bin sozialisiert als integrative Therapeutin.

Speaker: Ich habe da ganz viel mitbekommen, welche Haltung wir haben, welche Zugänge zu Menschen wir haben.

Speaker: Und innerhalb dieses Rahmens habe ich meinen eigenen persönlichen Stil entwickelt, der natürlich auch mit meiner Persönlichkeit zu tun hat.

Speaker: Ich habe mir aber auch sehr viel abgeschaut von meiner Lehrtherapeutin.

Speaker: Einerseits, wie sie in der Lehrtherapie mit mir gearbeitet hat, merke ich, dass ich da sehr, sehr profitiert habe davon, für mich selber.

Speaker: Aber auch das Beobachten, wie Supervision stattgefunden hat, prägt mich jetzt auch in der Art, wie ich Supervision mache.

Speaker: Spannend.

Speaker: Und wie ist das dann bei dir, Philipp?

Speaker: Also wie nimmst du das wahr?

Speaker: Und würdest du bei dir sagen, dass du eher so noch methodisch arbeitest, also in der Methode?

Speaker: Ich glaube, auch das ist ganz schwer, irgendwie auseinanderzudröseln.

Speaker: Wie du gesagt hast, Irene, man ist sozialisiert in der Methode.

Speaker: Natürlich versucht man am Anfang die ganzen Theorien und alles, was man gelernt hat, irgendwie mit hineinzupacken.

Speaker: Und man merkt dann aber relativ schnell, je authentischer man selber ist.

Speaker: Und das ist man einfach durch die jahrelange Ausbildung.

Speaker: Dann funktioniert es auch leichter.

Speaker: Je weniger auf dem Kopf man in dem Ganzen drinnen ist,

Speaker: Und wir haben ja auch wahnsinnig viel Lehrtherapie, also wir haben ja mehr bei uns in der Fachsektion, als das Gesetz jetzt unbedingt vorsehen würde.

Speaker: Und ich bin nach wie vor in Lehrtherapie, weil ich es einfach für sinnvoll erachte, hier auch einfach trotz der Erfüllung des Katalogs einfach weiterhin in Gesprächen zu bleiben.

Speaker: Und ich finde, genau das ist es, was mir auch hilft, mich da irgendwie sicherer zu fühlen und

Speaker: Man schaut sich den Stil ab, man versucht ihn aber, oder ich versuche ihn dann für mich einfach so auf mich selber zu übertragen, wie es auch authentisch ist.

Speaker: Ich halte wenig von einem Personenkult.

Speaker: Also ich bin ganz stark der Meinung, dass es notwendig ist, dass das einfach, um authentisch arbeiten zu können, man das auch für sich selber übernimmt.

Speaker: Naja, sonst würdest du jemandem nachmachen.

Speaker: Genau.

Speaker: Ich habe es auch ein bisschen in der Ausbildung beobachtet, dass man am Anfang übernimmt man so manchmal fast auch Gesten und Wortwendungen von dem Lehrtherapeut.

Speaker: Ja, tatsächlich, aber vom Lehrtherapeuten oder von der Lehrtherapeutin.

Speaker: Dann aber mit der Zeit löst man sich davon und dann findet man die eigene Formulierung.

Speaker: Und dann ist dann genau das, was du wahrscheinlich meinst mit dem Authentischen, das ist dann der eigene Stil dann wahrscheinlich.

Speaker: Und ich finde es auch so günstig in der Ausbildung, lernt man ja verschiedenste Lehrtherapeuten kennen, die verschiedensten Stilen.

Speaker: Und das heißt, man kann sich sowohl was abschauen, im Positiven, dass ich sage, das möchte ich auch einbauen bei mir, oder auch sagen, so möchte ich es nicht machen.

Speaker: Da stößt etwas gegen meine Person, das ist nicht meine Art zu tun.

Speaker: Also in beiden Richtungen kann man sehr viel lernen von der Unterschiedlichkeit der Lehrtherapeuten.

Speaker: Ich finde es auch ganz gut, dass es bei uns Unvereinbarkeiten gibt.

Speaker: Also ich darf ja zum Beispiel nicht bei derselben Person in Lehrtherapie sein, wo ich auch in Lehrsuprovision bin.

Speaker: Und das halte ich für ganz sinnvoll, dass man auch ganz viele unterschiedliche Personen kennenlernt und ganz viele unterschiedliche Stile auch.

Speaker: Und dass sich die Rollen nicht vermischen.

Speaker: Genau.

Speaker: Und auch für mich, für meine Identität, wie du es genannt hast, ist es, finde ich, ganz, ganz wichtig, dass man sich auch damit mit unterschiedlichen Personen auch auseinandersetzt.

Speaker: Mhm.

Speaker: Ein Thema noch, das mich nicht so ganz loslässt, wenn ich mir vorstelle, ich bin selber auf der Klienten-Klientinenseite, ich bin in Not, mir geht es nicht gut, ich suche mir jemanden und da wird mir die Fachrichtung wahrscheinlich gar nichts sagen, das wird mich wahrscheinlich auch nicht interessieren, mir geht es sehr darum, dass ich zu dieser Person Vertrauen fasse.

Speaker: Oder sie sympathisch rüberkommen.

Speaker: Ja, also dass ich mit der gut kann im Grunde.

Speaker: Und was ist denn eure Erfahrung oder was weiß man darüber, wie geht es Klientinnen damit, dass sie wissen, dass mein Therapeut, meine Therapeutin noch in Ausbildung ist?

Speaker: Ist das ein Thema oder ist das in der Praxis gar nicht so relevant für die Klientinnen?

Speaker: Also in meiner Praxis ist es nicht relevant.

Speaker: Es gibt auch Studien dazu, dass beides wirksam ist.

Speaker: Also

Speaker: zu ausgebildeten Therapeutinnen, also fertigen Psychotherapeutinnen, eingetragenen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeutinnen in Ausbildung und Supervision zu geben.

Speaker: Dass die Wirkfaktoren vielleicht unterschiedlicher sind, aber dass beides wirksam ist.

Speaker: Also es gibt Studien, die belegen, dass sehr erfahrene Therapeutinnen im Durchschnitt nicht die besseren Erfolge haben, als jetzt die, die frisch anfangen.

Speaker: Weil man herausgefunden hat, dass bei den frisch beginnenden TherapeutInnen eigentlich auch das Engagement und die Begeisterung sehr, sehr hoch ist und die das sehr ausgleichen können damit, indem sie sich einlesen, indem sie sich intervisorisch austauschen.

Speaker: Viel mehr als es dann Erfahrene machen, kann man da einen Erfahrungsvorsprung auch gut ausgleichen.

Speaker: Und KlientInnen haben die einen Vorteil davon, dass es eventuell günstiger ist für sie, preislich?

Speaker: In der Realität ist es meistens so, dass bei Therapeutinnen in Ausbildung und der Supervision der Preis günstiger ist.

Speaker: Aber dieser Unterschied in der Preisgestaltung beim fertigen Therapeuten eigentlich von der Krankenkasse ausgeglichen wird.

Speaker: Man kriegt ja von der Krankenkasse, wenn man wirklich Psychotherapie als Krankenbehandlung macht, unterschiedlich viel, aber so zwischen 30 und 45 Euro zurück pro Stunde.

Speaker: Das bekommt man nur beim gelisteten Therapeuten.

Speaker: Das bekommt man nur beim gelisteten Therapeuten, der schon fertig ist und nicht in Ausbildung unter Supervision.

Speaker: Und die sind dementsprechend oft billiger, manchmal aber auch nicht.

Speaker: Aber auch wenn man es einreicht.

Speaker: Also man müsste es dann selbst einreichen.

Speaker: Also wirklich, wenn man es als Krankenbehandlung deklarieren möchte.

Speaker: Die Rubrik Psychotherapie im Zeitgeist und Popkultur.

Speaker: Hier schauen wir auf zeitgeistige Phänomene, die mit Psychotherapie im Speziellen oder auch mit psychischer Gesundheit im Allgemeinen zu tun haben können.

Speaker: Irene Philipp, wir haben im Vorfeld ein bisschen gesprochen.

Speaker: Was beobachtet ihr da zur Zeit?

Speaker: Was ist euch da so aufgefallen?

Speaker: Ja, ich glaube, das, was gerade in aller Munde ist, ist der Chat-GPT.

Speaker: Schon lange, ja.

Speaker: KI, also das ganze Thema.

Speaker: Kann die KI, die künstliche Intelligenz, eine Therapie, eine persönliche Therapie ersetzen oder nicht?

Speaker: Oder ergänzen.

Speaker: Oder ergänzen.

Speaker: Das ist eben die Gretchenfrage.

Speaker: Das ist die große Frage.

Speaker: Ist auch wahrscheinlich interessant, aus welcher Sicht man es sieht.

Speaker: Versuchen wir uns mal anzunähern.

Speaker: Aus welcher Sicht führst du denn ansteigen, Gideon?

Speaker: Also ich steige ein aus der Sicht einer Therapeutin, die aber sehr wohl natürlich auch die andere Seite kennt, weil wir ja auch in Lehrtherapie gegangen sind.

Speaker: Ich kann es mir nicht vorstellen, dass ich in absehbarer Zeit wirklich ersetzt bin durch KI.

Speaker: Ich glaube, dass das für manche Menschen eine wesentliche Ergänzung sein kann, ein zusätzliches Tool, wenn zwischen den Therapien zum Beispiel, um mit Chatschibidi über Probleme zu reden und da ein bisschen Anregungen zu bekommen, aber es ersetzt für mich nicht die Therapie.

Speaker: Also ich glaube, dass eine persönliche, zwischenmenschliche Beziehung immer noch etwas anderes ist, als wenn man

Speaker: mit einer künstlichen Intelligenz redet.

Speaker: Wir haben in der integrativen Therapie auch die Einstellung, dass wir sozusagen als Leibwesen da sind.

Speaker: Und Leib heißt, dass wir Körper, Seele, Geist sind.

Speaker: Und der Körper fällt ja dann schon mal weg bei der KI.

Speaker: Und wir sprechen von Zwischenleiblichkeit, das, was sich abspielt zwischen uns, auch als körperliche Wesen.

Speaker: Und das spielt auch eine Rolle in der Therapie.

Speaker: Und wir reagieren ja auch gestisch, mimisch und mit allem Möglichen aufeinander.

Speaker: Das fällt weg bei einer künstlichen Intelligenz.

Speaker: Und ich denke, dass eine persönliche Begegnung, die erleben manche auch mit der künstlichen Intelligenz, das weiß ich, dass manche Personen es auch so erleben.

Speaker: Ich könnte es mir für mich zum Beispiel gar nicht vorstellen, das wirklich als Beziehung zu erleben.

Speaker: Ich denke, dass eine persönliche Beziehung ist ja auch ein wesentlicher Wirkfaktor in der Therapie.

Speaker: Also das ist der Megafaktor, der wirkt, dass man eine persönliche Beziehung miteinander hat und wie man die gestaltet.

Speaker: Und da ist halt die KI davon abhängig, was ihr programmiert wird.

Speaker: Und ich bin nicht davon abhängig, sondern ich kann mich immer weiterentwickeln und meine eigenen Erfahrungen und meine eigenen Haltungen einbringen, die nicht so vorhersehbar sind vielleicht wie das, was die KI im Moment zumindest zur Verfügung stellt.

Speaker: Philipp, wie näherst du dich dem Thema an?

Speaker: Ja, ich habe irgendwie so immer in der Ausbildung diesen Spruch gelernt und der ist mir ganz stark auch in dem Zusammenhang in Erinnerung, Mensch wird man doch Mitmensch.

Speaker: Also ich glaube, es braucht einfach ein Gegenüber.

Speaker: Wo ich aber schon mitgehen kann, ist bei dem, was du jetzt gesagt hast oder was jetzt vorher diskutiert worden ist, dass zur Ergänzung spricht, glaube ich, gar nichts dagegen.

Speaker: Also es gibt ja auch...

Speaker: Meditations-Apps, Apps mit Bilderreisen und Co.

Speaker: Wir arbeiten in der integrativen Therapie zum Beispiel auch mit Imaginationen, mit geführten Imaginationen.

Speaker: Das heißt, in dem Zusammenhang kann das sicher eine gute Ergänzung sein und ich glaube auch, dass es viel Entlastung bringen kann, wenn ich weiß, okay, es gibt das im Internet, weil sonst würde ja wahrscheinlich JGPD nichts darüber finden, zu wissen, ich bin mit meinem Leiden nicht alleine, sondern es gibt viele Menschen, die das

Speaker: Ich glaube, das kann schon auch ein guter Ansatz sein, um vielleicht auch selber zu sagen, ich beschäftige mich näher damit.

Speaker: Gegen eine Ergänzung, ich glaube, das wird auch ein bisschen an der Zeit.

Speaker: Vielleicht ist auch Entlastung der Marktsituation, Entlastung der Versorgungslage ein Thema, weil die Versorgungslage ist ja nach wie vor schwierig.

Speaker: Ja, das glaube ich auch, dass das mal in die Bresche springen kann in manchen Bereichen.

Speaker: Zur Überbrückung vielleicht auch.

Speaker: Zur Überbrückung vielleicht auch.

Speaker: Aber ich finde diese Apps und Chat-GPT als Therapeutinnen dann sinnvoll, vor allem wenn sie eingebettet sind in eine Therapie.

Speaker: Also Irene, gibt es etwas, das du Menschen mitgeben möchtest, die gerade ihre ersten Schritte in die Praxis machen?

Speaker: Also der zukünftigen Generation von Therapeutinnen.

Speaker: Also ich finde, ich möchte mitgeben, dass das ein sehr schöner Beruf ist, der einfach sinnstiftend für mich ist und für viele andere auch, die diesen Beruf ausüben.

Speaker: Ich finde es gut, sich selbst zu hinterfragen, aber nicht sich selbst abzuwerten.

Speaker: Das erlebe ich manchmal dann, dass zu große Unsicherheiten da sind, wo Menschen, die gerade am Beginn der Tätigkeit sind, dann ganz in Zweifel kommen, ob sie überhaupt irgendwie geeignet sind für den Beruf oder ob sie vielleicht irgendwie nur Hochstapler sind oder so.

Speaker: Hinterfragen ist gut, aber bitte nicht sich selbst abwerten, sich zutrauen.

Speaker: Und was mir auch wichtig ist, ist nicht zu viele Patienten zu nehmen.

Speaker: Nicht nur am Anfang, sondern insgesamt finde ich, man kann dessen auch müde werden.

Speaker: Man kann mitgefühlsmüde werden und man kann gesprächs- und menschenmüde werden.

Speaker: Und ich denke da schon, dass man gut auf sich achten muss, dass Selbstfürsorge ein ganz wesentlicher Punkt ist, als Psychotherapeutin gut auf sich zu schauen.

Speaker: Das versuchen wir ja auch unseren Patientinnen zu vermitteln, dass das ein wesentlicher Punkt ist, um gesund zu sein.

Speaker: Es ist einfach auch ein belastender Beruf.

Speaker: Wir erfahren sehr vieles, was belastend ist und wir brauchen auch viel Zeit für uns selbst.

Speaker: Und ich finde es einfach gut, da auf eine gute Balance zu schauen.

Speaker: Arbeiten ist schön, aber es gibt auch was anderes noch im Leben.

Speaker: Schön.

Speaker: Wirklich sehr schön.

Speaker: Philipp, was möchtest du mitgeben?

Speaker: Menschen, die noch ganz am Beginn der Ausbildung sind.

Speaker: Einfach...

Speaker: Machen.

Speaker: Also im Sinne von, es braucht viel Durchhaltevermögen, es wird Situationen geben, wo man sich denkt, warum mache ich das?

Speaker: Und sich dann einfach auch dieses Warum wieder herzunehmen, warum habe ich die Ausbildung begonnen?

Speaker: Wenn man dann wirklich tätig ist und dann merkt, man bewirkt was und man kann mit dem Gegenüber arbeiten, dann ist das ein wahnsinnig berührender Beruf und

Speaker: Das entschädigt dann für all die vielen Stunden, die man die Literatur wälzt und die man zu Hause sitzt und wo man von einem Termin zum nächsten dann doch im Rahmen der Ausbildung hetzt teilweise, weil es einfach ein total schöner Beruf ist.

Speaker: Ich möchte aber auch mitgeben, weil ich auch immer gefragt worden bin oder gerade wie ich in der Ausbildung war, haben mich immer wieder Leute gefragt, die sich ein bisschen geliebäugelt haben mit der Ausbildung.

Speaker: Es ist einfach ein hohes Commitment und

Speaker: Ich finde, man muss schon ganz genau wissen, auf was man sich einlässt.

Speaker: So wie du jetzt gesagt hast, Irene, dass man einfach auch vieles erfährt, was sehr belastend ist und auch für einen selbst belastend sein kann.

Speaker: Und es natürlich in allen Bereichen, sei es jetzt finanziell, sei es zeitlich, natürlich auch ein großer Aufwand ist, dass man sich mit dem einfach gut auseinandersetzt, um einfach dann auch da wirklich durchtauchen zu können.

Speaker: Und wenn man aber das Commitment hat,

Speaker: ist es ein wahnsinnig schöner Beruf und eine wahnsinnig tolle Ausbildung.

Speaker: Also ich muss auch sagen, gerade durch Lehrtherapie und durch Selbsterfahrung und Methoden, Seminaren, man lernt einfach wahnsinnig viel über sich selber und das kann einem halt auch keiner mehr nehmen.

Speaker: Danke.

Speaker: Dankeschön, ja.

Speaker: Danke auch.

Speaker: Ihr sitzt euch immer noch gegenüber.

Speaker: Wie war das jetzt so für euch, so fast ganz in der Öffentlichkeit über Persönliches, vielleicht Vertrauliches zu reden?

Speaker: Also ihr habt einen super angenehmen Rahmen geschaffen.

Speaker: Nein, und es ist einfach da auch zwischen uns beiden für mich sehr viel Vertrauen da.

Speaker: Also es war jetzt ein sehr angenehmes Gespräch, fand ich, und hat mir sehr gut gefallen.

Speaker: Ja, ich bedanke mich auch.

Speaker: Es war ein gutes Gespräch für mich.

Speaker: Es war selbst sehr interessant, das mit euch zu besprechen und sich dann nochmal neue Gedanken darüber zu machen, über das, was man so tagtäglich tut.

Speaker: Und dass man ein bisschen was von sich auch zeigt, ist ja auch etwas, was durchaus auch in der Therapie stattfinden kann.

Speaker: Und das gehört zu unserem Beruf, finde ich, dazu.

Speaker: Das ist ein sehr persönlicher Beruf.

Speaker: Da sind wir als Person gefragt.

Speaker: Liebe Irene, lieber Philipp, vielen, vielen herzlichen Dank dazu und eine große Freude.

Speaker: Danke fürs Kommen und bereit sein, zu zweit zu kommen.

Speaker: Danke für die Einladung.

Speaker: Dankeschön.

Speaker: Na, Sika, ich bin gerade ganz beseelt.

Speaker: Ich finde, wir sollten öfters mehrere Gäste einladen, zu mehreren hier sitzen.

Speaker: Das ist ja so lebendig, wie das heute war.

Speaker: Ja, kurz und knapp.

Speaker: Die Infos und Links zu unseren heutigen Gästen verlinken wir in den Show Notes, wie immer.

Speaker: Liked uns gerne, schreibt uns und natürlich hört uns weiter.

Speaker: Gerne zu.

Speaker: Auf bald.

Speaker: Und wie immer, bleibt neugierig.

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