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Fort- und Weiterbildung in der Psychotherapie

TheraTalks – Wege zur Psychotherapie

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Speaker: Willkommen zu einer neuen Folge von Theratalks Wege zur Psychotherapie.

Speaker: Wir sind Markus.

Speaker: Und noch immer Nausica.

Speaker: Heute sprechen wir über Fort- und Weiterbildungen im Bereich der Psychotherapie.

Speaker: Also nicht nur darüber, welche Möglichkeiten es für ausgebildete PsychotherapeutInnen gibt, sondern auch, was schon im Rahmen der Ausbildung vielleicht relevant ist und früh bedacht werden sollte.

Speaker: Wir schauen uns an, was hinter diesem Begriff steckt, welche Wege und Formate es gibt, wie sie aufgebaut sind, wie lange sie dauern und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen.

Speaker: Gemeinsam mit unserer heutigen Expertin tauchen wir in die Welt der Spezialisierungen und Zusatzqualifikationen ein und sprechen darüber, wie sie den eigenen therapeutischen Weg bereichern und erweitern können.

Speaker: Wen haben wir denn heute, Markus?

Speaker: Bei uns heute ist Barbara Heidt.

Speaker: Barbara, schön, dass du da bist.

Speaker: Vielen Dank für die Einladung.

Speaker: Ich freue mich sehr, hier zu sein.

Speaker: Schön, dass du da bist und danke nochmal fürs Kommen.

Speaker: Gerne.

Speaker: Barbara, du bist Psychotherapeutin mit eigener Praxis in Innsbruck.

Speaker: Deine Methode, deine Fachrichtung ist das Psychodrama aus dem humanistischen Cluster.

Speaker: Und du setzt dich selber nicht nur persönlich als Therapeutin mit diversen Aus- und Weiterbildungen auseinander, sondern auch und vielleicht vor allem in deiner Funktion als Präsidentin des österreichischen Bundesverbandes für Psychotherapie, kurz ÖBVP.

Speaker: Habe ich das so richtig gesagt?

Speaker: Genau, absolut richtig gesagt, sowohl das Intro als auch jetzt den ÖBVP, den Österreichischen Bundesverband für Psychotherapie, wo ich mich auf einer übergeordneten Ebene mit dem großen Thema Fort- und Weiterbildung beschäftige.

Speaker: Du hast eher schon gesagt, Ausbildung.

Speaker: Ausbildung ist die Basis und dann kommen die Fort- und Weiterbildungen.

Speaker: Genau, also vielleicht nochmal zu einer kurzen Einleitung, was Fort- und Weiterbildungen sind.

Speaker: Bevor wir richtig einsteigen, vielleicht erstmal ein kurzer Überblick.

Speaker: Wenn wir von Fortbildung sprechen, dann geht es in der Regel darum, das eigene Wissen zu vertiefen.

Speaker: auf den neuesten Stand zu bringen oder sich in einem bestimmten Bereich zu spezialisieren.

Speaker: Meistens also, wenn man schon im Beruf steht oder zumindest in der Ausbildung schon weit fortgeschritten ist.

Speaker: Weiterbildung hingegen bedeutet oft, dass man sich zusätzlich qualifiziert oder sogar eine neue berufliche Richtung einschlägt.

Speaker: Das kann zum Beispiel der Weg zur Kinder- und Jugendpsychotherapie sein oder zur Supervisorin oder zur Lehrtherapeutin.

Speaker: Habe ich das so richtig gesagt?

Speaker: Ja, im Großen und Ganzen richtig und sehr korrekt.

Speaker: Ich denke, Fort- und Weiterbildung werden sehr oft in einem Atemzug genannt, vor allem im Alltag.

Speaker: Aber im psychotherapeutischen Kontext speziell gibt es natürlich durchaus Unterschiede.

Speaker: Also Fortbildungen verstehen sich eben als kontinuierliche Vertiefung und vor allem auch als Aktualisierung der eigenen fachlichen Kompetenz innerhalb der Methode oder des Clusters meistens, in der ich bereits Grund ausgebildet bin.

Speaker: Und da befassen wir uns dann mit neuen Forschungsergebnissen, Vertiefungsseminaren, methodenspezifischen Techniken, dann auch ganz viel, wo wir uns hauptsächlich dann so im eigenen Cluster ein Stück weit auch vertiefen.

Speaker: Die Weiterbildung geht sehr viel mehr weit darüber hinaus und eröffnet eben oft neue Anwendungsfelder oder auch dieses Erlernen von Techniken auch aus anderen Methoden.

Speaker: Stimmt.

Speaker: Wir haben ganz viele spezifische Weiterbildungen, wie du eh schon auch gesagt hast, eben in Säuglingskinder-Jugendlichen-Psychotherapie, Gerontopsychotherapie ist ein ganz wichtiger Thema, die Psychotraumatologie und die Weiterbildungen.

Speaker: sind meist curricular angelegt, also in einem gesamten Curriculum gegossen und die dauern auch immer länger.

Speaker: Und bei Weiterbildungen, die schließen auch mit einer Prüfung ab, mit einem Zeugnis ab.

Speaker: Und eine Weiterbildung, eine spezifische, darf ich dann auch auf meiner Visittkarte oder auf meinem Praxisschild abnehmen.

Speaker: Bei Fortbildungen ist das nicht der Fall.

Speaker: Also Fortbildungen sind einfach kürzer, sind einfach Einheiten.

Speaker: Und zu Fortbildungen sind wir Psychotherapeutinnen ja auch verpflichtet.

Speaker: Weiterbildungen müssen wir nicht machen.

Speaker: Also ist die Ausübung des Berufs einer regelmäßigen Fortbildung vorgeschrieben?

Speaker: Absolut.

Speaker: Es ist gesetzlich verankert, das ist schon im alten Psychotherapiegesetz gesetzlich verankert gewesen, dass Psychotherapeutinnen nicht nur die Supervisionsverpflichtung haben, sondern auch die Fortbildungspflicht.

Speaker: Im neuen Psychotherapiegesetz 2024 findet das ganze Thema Fort- und Weiterbildung jetzt einfach noch einmal einen ganz, ganz deutlichen und noch deutlicheren Erdbewegung.

Speaker: Niederschlag, das einfach auch in zwei umfangreichen Paragraphen nochmal ganz klar geregelt ist, das ist, wen es interessiert, Paragraph 20 und Paragraph 21.

Speaker: Mal so zur Orientierung, das wird unsere Hörerinnen und Hörer sicher auch interessieren.

Speaker: Also die Psychotherapieausbildung an sich wird ja noch einige Jahre an den Unis und an den Fachgesellschaften parallel angeboten.

Speaker: Da muss man sich schon ordentlich Mühe geben, um so den Überblick zu behalten.

Speaker: Also es ist ja auch gerade vieles im Werden.

Speaker: Wie ist es denn bei der Suche nach Fort- und Weiterbildungen?

Speaker: Ist das da einfacher?

Speaker: Auch nicht wirklich, oder?

Speaker: Wie orientiert man sich denn da?

Speaker: Wen gibt es da alles?

Speaker: Fachgesellschaften, Vereine, Institute?

Speaker: Genau.

Speaker: Also eben es gibt Fachgesellschaften, wie du schon gesagt hast.

Speaker: Also das sind die Organisationen, die die Psychotherapieausbildung bisher auch gemacht, angeboten und durchgeführt haben.

Speaker: Die Fachgesellschaften werden auch in der neuen Ausbildung eine wichtige Rolle spielen, nämlich vor allem im dritten sogenannten postkratualen Ausbildungsabschnitt.

Speaker: Und die Fachgesellschaften bieten die Basisausbildung an, also die Psychotherapieausbildung, aber in weiterer Folge dann eben auch Fortbildungen umgehen.

Speaker: und Weiterbildungen.

Speaker: Und dann sind natürlich die Berufsverbände, also der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie, aber auch die FÖB, die Vereinigung österreichischer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, bieten Fortbildungen und Weiterbildungen an.

Speaker: Und wir im ÖBVB haben unser eigenes Format, das heißt Forum Fortbildung, wo wir vor allem methodenübergreifend, vor allem auch fachlich, inhaltlich,

Speaker: themenspezifisch, störungsspezifisch, umfangreiche, qualitätsgesicherte Fort- und Weiterbildungsangebote machen.

Speaker: Und dann gibt es natürlich noch die privaten Anbieter, die themenspezifische Seminare und Lehrgänge anbieten, ganz oft mit so freier Themenwahl, aber da halt auch mit sehr unterschiedlicher Qualität.

Speaker: Also da kann ich einfach immer noch empfehlen, man muss einfach gut schauen, wer steckt denn hinter der Marke.

Speaker: Weil gerade noch das möchte ich auch noch sagen, das Thema Werbung ist auch ganz was Heikles, weil grundsätzlich wir Psychotherapeutinnen haben ganz, ganz, ganz strenge Werberichtlinien.

Speaker: Also wir müssen immer schauen, das darf nicht marktschreierisch sein und das ist immer so die Frage, was ist marktschreierisch und wenn etwas so ganz hochglanzmäßig aufbobbt, ist für mich das eher schon ein Warnsignal, bitte genau schauen, wer und was steckt da dahinter.

Speaker: Ich habe eine gute Frage dazu.

Speaker: Wer entscheidet, welche Weiterbildung anerkannt oder relevant ist oder Fortbildung?

Speaker: Im Prinzip gibt es da eben ganz klare Kriterien und Regelungen.

Speaker: In vielen Belangen, also grundsätzlich können das auch wir jetzt im ÖBVB, also wenn wir jetzt eine Fortbildung zertifizieren, dann sind wir berechtigt sozusagen das zu prüfen und dann auch dementsprechend die Zertifizierung auszustellen.

Speaker: Und wir müssen uns natürlich ganz klar an die gesetzlichen Vorgaben und Regelungen und Rahmenbedingungen halten.

Speaker: Ist es gesetzlich vorgeschrieben, für die Arbeit mit bestimmten Zielgruppen eine Weiterbildung gemacht zu haben, eine bestimmte zertifizierte?

Speaker: Nein, ist es nicht.

Speaker: Grundsätzlich ist es so, jede eingetragene Psychotherapeutin ist berechtigt, psychisch kranke Menschen zu

Speaker: aller Altersgruppen und mit allen Krankheitsbildern zu behandeln.

Speaker: Nach bestem Wissen und Gewissen.

Speaker: So ist der gesetzliche Passus.

Speaker: Und in diesem nach bestem Wissen und Gewissen ist eben dann die Verantwortung und das große Thema Sorgfaltspflicht der Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, dass ich sozusagen nur das anbieten kann, was ich auch kann und was ich erlernt habe und indem ich mich einfach

Speaker: dann regelmäßig auch fort- und weiterbilde.

Speaker: So ein bisschen weitergedacht.

Speaker: Gibt es Themen, die deiner Meinung nach im Fortbildungsbereich zu wenig Beachtung finden?

Speaker: Also auch im Hinblick auf gesellschaftliche Strömungen und Veränderungen.

Speaker: Ich denke, das hätte mir da einen Gendersensibilität oder kulturelle Diversität erwähnt.

Speaker: Also ich denke, das sind ganz wichtige Themen, kulturelle und sprachliche Diversität.

Speaker: Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft und wir sind extrem gut beraten, wenn wir Psychotherapeutinnen uns da auch bewegen, weiterentwickeln und uns firm machen.

Speaker: Gendersensible Fortbildungen, sprachsensible Fortbildungen, das ganze große Thema Arbeit mit Menschen mit Migrationshintergrund.

Speaker: Da werden wir jetzt im nächsten Frühling eine spezielle Fortbildung anbieten mit einer jungen Kollegin, die werde ich mit ihr gemeinsam dann machen, auf die ich schon sehr freue.

Speaker: Da haben wir einfach echt viel zu tun und es ist ganz, ganz wichtig, dass wir uns bewegen.

Speaker: Und ich denke, ein zweiter Punkt, wo wir auch wirklich Gas geben müssen, das sind die ganzen digitalen Medien, das Thema Online-Psychotherapie, digitale Gesundheitsanwendungen, die ganzen Digas, die ganzen Apps und die KI-Bestand.

Speaker: Das ist etwas, das muss in die Psychotherapie ein Stück weit integriert werden.

Speaker: Also es muss nicht jeder in seinen psychotherapeutischen Prozess das integrieren.

Speaker: Aber ich sage, wir als Berufsvertretung müssen die dementsprechenden Angebote machen, uns firm machen, dass unsere Kolleginnen und Kollegen

Speaker: dann dementsprechend qualitätsgesichert Fort- und Weiterbildungen bekommen.

Speaker: Parallel dazu müssen wir uns auch mit den DIGAS auseinandersetzen, weil die Sozialversicherungen mit diesen Fragen an uns herantreten, welche digitalen Gesundheits-Apps erscheinen ihnen vernünftig und welche nicht.

Speaker: Da kann man sich unsere letzte Folge anhören, die ging um KI und Psychotherapie.

Speaker: Da können wir wirklich stolz drauf verweisen.

Speaker: Da haben wir genau diese Themen über eine ganze Folge hinweg mit Stefan Kühn als Gast gesprochen.

Speaker: Sehr relevant, glaube ich.

Speaker: Und jetzt muss ich nochmal ein bisschen Werbung in eigener Sache machen.

Speaker: Bitte sehr.

Speaker: Nein, weil wir im ÖBVB, wir haben seit einem Dreivierteljahr eben eine eigene Arbeitsgruppe.

Speaker: Online-Psychotherapie, digitale Gesundheitsanwendungen und KI gegründet, weil uns dieses Thema unglaublich wichtig ist.

Speaker: Und da haben wir eben den Markus Böckle, der diese Arbeitsgruppe leitet, der eh auch viel mit dem Stefan Kühne zusammenarbeitet.

Speaker: Also ich bin da sehr froh, dass wir auch einen eigenen wirklich Top-Experten da drinnen haben, dass wir da dann qualitätsgesichert auch was Gutes anbieten.

Speaker: Super.

Speaker: Ja, vielleicht noch ein bisschen für die Zuhörerinnen einen guten Überblick zu bekommen, wo und wie findet man qualitativ hochwertige und seriöse Angebote?

Speaker: Oder wie kann man das überprüfen, wenn man danach sucht?

Speaker: Ja, also ich denke, da ist einfach auf unsere Website gehen, auf die Website vom ÖBVB.

Speaker: Da gibt es einen eigenen Button Fortbildung.

Speaker: Da erscheint dann das Programm von unserem Forum Fortbildung.

Speaker: Und da ist wirklich alles sehr, sehr umfangreich drinnen.

Speaker: Und ansonsten, wenn man jetzt sagt, okay, ich möchte in meiner Methode mir ein bisschen was spezifischer anschauen, dann denke ich eben, die einzelnen Fachgesellschaften,

Speaker: die sind da schon auch ziemlich gut aufgestellt, dass sie den Kolleginnen und Kollegen da wirklich gute Sachen anbieten können.

Speaker: Sehr schön.

Speaker: Und unsere Angebote sind natürlich übergreifender, weil das wirklich Methoden- und Clusterspezifische, das ist wirklich auch die Kernkompetenz der Ausbildungsvereine, der Fachgesellschaften.

Speaker: Ja, und manchmal möchte man ein bisschen rausschauen und schauen, was gibt es sonst noch außerhalb von meiner Methode.

Speaker: Genau.

Speaker: Und was würdest du sagen, oder welche Zusatzqualifikationen sind derzeit besonders gefragt?

Speaker: Zum Beispiel, ich weiß nicht, Sexualtherapie, Suchtherapie, vielleicht Traumatherapie.

Speaker: Ja, also eh schon genannt.

Speaker: Das, was man im Moment fast ein bisschen boomt, das ist schon die Traumatherapie, ist natürlich ein relevantes Thema,

Speaker: Und traumatherapeutische Fortbildungen macht extrem viel Sinn zu machen.

Speaker: Wenn man jetzt wirklich die ganze Weiterbildung durchläuft, das ist sehr umfangreich.

Speaker: Das wird man sich auch gut überlegen, aber es ist absolut hilfreich und sinnvoll.

Speaker: diese Spezialisierung dann auch noch zu machen.

Speaker: Das große Thema Sucht, Arbeit mit Menschen mit Suchterkrankungen, erscheint mir einfach auch ein ganz wichtiger Bereich.

Speaker: Suchttherapie im Allgemeinen, aber wenn man jetzt mit essgestörten Patientinnen und Patienten arbeitet und ich selber habe ja einen Schwerpunkt für Menschen mit Essstörungen,

Speaker: dann ist es unabdingbar, diesbezüglich nicht nur ein paar Fortbildungen zu machen, sondern wirklich ein gescheites Curriculum, weil es einfach auch so umfangreich und umfassend ist und man da einfach wirklich, ich sage immer so, man muss da echt ein gutes Hinterland haben, also selber einfach gut gegroundet sein, dass man diese Dynamiken dann einfach auch gut abfangen kann, dass man gut containen kann,

Speaker: dass man diesbezüglich auch dann wirklich als stabiles und konstantes Gegenüber da ist.

Speaker: Paartherapie, Familientherapie, also einfach so Spezialisierungen dann in Paartherapie erleben wir auch sehr häufig, dass da große Anfragen sind.

Speaker: Sexualtherapie natürlich schon auch und Schmerz und dann eben so störungsspezifische Fortbildungen.

Speaker: Also ich denke, was auch immer ein bisschen mehr kommt, ist schon so Borderline-Persönlichkeitsstörung, diesbezüglich einfach auch diese emotional instabilen Krankheitsbilder, wo es einfach auch wirklich gute Zusatzqualifikationen braucht.

Speaker: Und ich denke, das seien jetzt vielleicht eher mal so die wichtigsten.

Speaker: Fort- und Weiterbildungen, jetzt denkt man so, ja, man hat das Fachspezifikum abgeschlossen, ist dann eingetragen, dann kümmert man sich um Fort- und Weiterbildung.

Speaker: Jetzt sagst du natürlich für PsychotherapeutInnen in Ausbildung, da gibt es sicher Weiterbildungen, die nur für fertige PsychotherapeutInnen sind und wieder Fortbildungen, die man auch schon während der Ausbildung machen kann.

Speaker: Genau, da gibt es eben Unterschiede.

Speaker: Und da ist es einfach auch immer gut, wenn sich die Psychotherapeutinnen in Ausbildung einfach davor informieren.

Speaker: Ich denke, die Säuglingskinder-Jugendlichen-Psychotherapie-Weiterbildung, da ist es unterschiedlich.

Speaker: Es gibt Ausbildungsinstitutionen, also Fachgesellschaften, da können die Leute schon während der Ausbildung mit dieser Weiterbildung auch beginnen.

Speaker: Und es gibt welche, die sagen, nein, erst nach Eintragung in die Liste.

Speaker: also da einfach immer Rücksprache mit der eigenen Fachgesellschaft halten, Fortbildungen können sie während der Ausbildung natürlich schon machen.

Speaker: Das macht auch ganz viel Sinn.

Speaker: Wenn ich mir denke, es gibt da irgendein spannendes Angebot, was gibt es Neues im ICD-11 zum Beispiel, und das macht ja ganz viel Sinn, wenn Psychotherapeutinnen in Ausbildung so eine Fortbildung dann auch

Speaker: Weil da kriegen sie einen Tag lang von Top-Expertinnen alles über das ICD-11 erzählt, das sie dann sowohl in ihrer Ausbildung als auch dann in ihrer praktischen Ausbildung, wenn sie in Fachausbildung unter Lehrsupervision dann auch schon mit Patientinnen arbeiten, das kommt ja allen dann zugute.

Speaker: Nochmal zurück kurz zur Weiterbildung zum Beispiel, zur Trauma.

Speaker: Du meinst, das dauert ein paar Jahre, also nur damit man Verständnis hat über die Zeitspanne.

Speaker: Also Fortbildungen sind kurz, sind ein paar Seminare und dann hat man über wie viele Jahre kann man diese Ausbildung zum Beispiel machen?

Speaker: Es ist schon ein bisschen unterschiedlich.

Speaker: Ich sage immer, man sollte so zwischen zwei und zweieinhalb Jahren rechnen.

Speaker: Weil natürlich, das ist ja nicht, dass man da jetzt ständig dann in der Weiterbildung ist.

Speaker: Das sind Blogseminare am Wochenende, berufsbegleitend, selbstverständlich.

Speaker: Und dadurch zieht es sich natürlich auch ein bisschen in die Länge.

Speaker: Und eine Weiterbildung muss einfach gewisse Mindeststandards erfüllen, auch vom Umfang.

Speaker: Das sind mindestens 200 Einheiten.

Speaker: die da drinnen enthalten sind, sonst ist es keine Weiterbildung, dann können wir sie auch nicht zertifizieren, dann ist es eine sehr umfangreiche Fortbildung, das ja auch nicht schlecht ist.

Speaker: Ja, sehr schön.

Speaker: Das hilft auf jeden Fall mal ein bisschen zum Verständnis.

Speaker: Wir hatten schon vorhin das Thema gestreift, was mich schon immer interessiert und ich habe es noch nicht wirklich herausgefunden,

Speaker: Angenommen, du hast Psychodrama als Fachrichtung.

Speaker: Wenn du jetzt eine Weiterbildung machen möchtest und du merkst in deiner Praxis, in deiner Arbeit, merkst du, du stößt an Grenzen mit deiner Methode.

Speaker: Nur mal angenommen.

Speaker: Und du denkst dir, ach, etwas aus dem verhaltenstherapeutischen Ausbildungs-Setting, das wird mir weiterhelfen.

Speaker: Kannst du dann theoretisch einfach ein zweites Fachspezifikum dranhängen und wärst du dann in der Liste mit zwei Fachrichtungen eingetragen?

Speaker: Wie muss man sich das vorstellen?

Speaker: Ja, das ist rein theoretisch möglich.

Speaker: Aber dann muss sie halt ein zweites Fachspezifikum komplett durchlaufen.

Speaker: Und die Verhaltenstherapie wird sich ja wenig anerkennen aus dem humanistischen Cluster wahrscheinlich.

Speaker: Also Anerkennung ist da im Prinzip gar nicht wirklich was möglich, weil das Fachspezifikum ja wirklich in der jeweiligen Methode und im Cluster ist.

Speaker: Ich kann das machen, also ich muss kein Propedeutikum nochmal machen, aber ich durchlaufe schon nochmal ein ganzes Fachspezifikum.

Speaker: Es gibt auch Kollegen und Kolleginnen, die das haben.

Speaker: Die sind zum Beispiel Psychotraumatikerinnen und Psychoanalytikerinnen.

Speaker: oder Verhaltenstherapeutinnen und Psychoanalytikerinnen.

Speaker: Da gibt es nicht viel.

Speaker: Es ist natürlich ein unglaublicher Zeitaufwand und ein unglaublich finanzieller Aufwand, das muss man sich leisten können.

Speaker: Also das wirklich beides zu durchlaufen, wird es in Zukunft wahrscheinlich immer noch weniger und weniger sein.

Speaker: Aber es ist natürlich auch recht interessant zu überlegen, wie wird sich dann so die eigene Art zu arbeiten verändern, wenn man erfahrene Psychodramatikerin ist und dann noch die psychologisch dazu nimmt, ob man es dann mischt oder ob man dann noch stärker seinen eigenen Stil findet.

Speaker: Ja, also ich finde das eine extrem wichtige Frage, weil die Frage kommt auch oft, wie wichtig ist die Methode, wie wichtig ist der Cluster.

Speaker: Und ich sage, es ist schon wichtig, es ist vor allem ganz wichtig für uns Psychotherapeutinnen, weil die Methode, in der wir ausgebildet sind, das sind ja nicht nur Techniken und Tools,

Speaker: Das ist ja ein Gesamtkonstrukt und ein Gesamtkonzept.

Speaker: Das ist ja ein fließender Übergang von Theorie, Praxis und da ist ja auch ganz viel Weltbild und Haltung dahinter.

Speaker: Und eingebettet in das Ganze.

Speaker: Ich sage immer, für uns Psychotherapeutinnen ist unsere Methode sehr wichtig, in der wir ausgebildet sind.

Speaker: Das ist unsere Basis, das ist der Boden, auf dem das Ganze steht.

Speaker: das ist unser Hinterland.

Speaker: Für die Patientinnen ist es schon wichtig, dass sie wissen, was das ungefähr ist.

Speaker: Aber für die Patientinnen ist das Wichtigste die Beziehungsarbeit.

Speaker: Die Beziehung ist das, was wirkt.

Speaker: Die Methode ist für den Großteil der Patientinnen ganz oft sekundär.

Speaker: Aber für uns, die wir die Behandlerinnen sind, sage ich immer, das ist unser Handwerkszeug.

Speaker: Dass man dann im Laufe der Zeit

Speaker: uns ein Stück weit eben über den Tellerrand rausgehen und uns auch ein bisschen mehr mit den anderen Methoden befassen und uns das eine und andere aneignen, finde ich extrem wichtig.

Speaker: Aber eben das finde ich dann wichtig, wenn man einfach schon gut gesettelt ist und weiß, was man macht.

Speaker: Jungen Kolleginnen, die in der Ausbildung sind, empfehle ich nicht unbedingt, was ich wie viel dann in andere Methoden und Cluster reinzuschauen, weil es unter Umständen auch sehr verwirrend sein kann.

Speaker: Und wir müssen extrem aufpassen, also gar nicht die Jungen, sondern wir alle miteinander, müssen einfach aufpassen, dass wir nicht unreflektiert anfangen, Methoden mischen.

Speaker: Ich halte es einfach ganz wichtig, dass jede Integration ganz bewusst fachlich fundiert und im Einklang mit der eigenen Grundausbildung passiert.

Speaker: Wie wir gerade sagten, einen Fachspezifikum schließt man ab.

Speaker: Dann könnte man sagen, man ist offiziell fertig mit der Ausbildung.

Speaker: Aber tatsächlich jetzt auch so ein bisschen zur Haltung als Psychotherapeut, als Psychotherapeutin, so fertig ist man ja nie.

Speaker: Also wie wir das jetzt in der Ausbildung nutzen, wenn wir das so mitbekommen, es ist ja immer ein, man arbeitet ja mit sich, mit seiner Haltung, mit seiner Persönlichkeit.

Speaker: Das heißt auch die Tätigkeit des Therapierens ist ja auch immer etwas, was mit Weiterkommen oder Lernen über sich selber lernen, Reflexionen auch in der Supervision, das ist ja immer etwas, was immer weitergeht.

Speaker: Das bringt ja der Beruf schon mit sich.

Speaker: Absolut.

Speaker: Das bringt der Beruf schon mit sich.

Speaker: Ich glaube, wenn wir uns nicht immer weiterentwickeln möchten und neugierige Menschen wären, dann würden wir uns gar nicht für den Beruf interessieren.

Speaker: Weil in der Psychotherapie, vor allem auch für uns Psychotherapeutinnen, da gibt es kein Fertig.

Speaker: Wie du schon gesagt hast, wir sind immer im Prozess.

Speaker: Wir sind im Prozess mit uns selbst, wir sind im Prozess mit unseren Patientinnen, wir sind auch im Prozess mit unserem jeweiligen Fachgebiet.

Speaker: Und eben genau dieses einfach mitfertig sein sehe ich nicht als Belastung, sondern sehe das einfach als unglaubliches Geschenk, weil ich einen Beruf habe, in dem eben dieses Lernen und dieses Neugierigsein dürfen und einfach was Neues kennenlernen und wieder was Neues lernen einfach nie aufhört.

Speaker: Eben die Weiterentwicklung beginnt ja schon während der Ausbildung.

Speaker: Und geht eigentlich schon einmal zumindest bis zum Ende der beruflichen Laufbahn weiter.

Speaker: Und wenn ich mir so ältere Kolleginnen und Kollegen anschaue, ich war jetzt beim World Congress of Psychotherapy Mitte Juli in Wien.

Speaker: Und da waren viele renommierte Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten.

Speaker: Und es war einfach sehr schön, mit ihnen in Austausch zu sein und einfach auch zu sehen, wenn 80-Jährige...

Speaker: Kollegen und Kolleginnen einfach im Geist so fit sein und wo man einfach mit denen stundenlang reden könnte.

Speaker: Und deswegen ist das ganze Fort- und Weiterbildung für mich keine Pflichtübung, sondern es geht da ganz viel auch um eine innere Haltung und sich selber einfach lebendig, flexibel zu fühlen und zu bleiben.

Speaker: Sehr schön.

Speaker: Nausica und ich haben uns das auch vorgenommen, dass wir mit 80 genauso sind, wie du es gerade beschrieben hast.

Speaker: Darf ich da ganz eine coole Geschichte erzählen?

Speaker: Vielleicht passt sie gut rein.

Speaker: Ich habe letztes Jahr im Herbst das Glück gehabt, die Erika Freeman persönlich kennenzulernen, die amerikanisch-österreichische Psychoanalytikerin.

Speaker: Und sie hat sich dann noch ein paar Minuten Zeit genommen für mich und hat mir ihr Buch signiert.

Speaker: Und dann hat sie gesagt, Frau Heidt, Sie sind Psychotherapeutin.

Speaker: Und eines sage ich Ihnen, wenn zu Ihnen jemand sagt, das geht nicht, dann ist das Ihre Aufgabe für morgen.

Speaker: Und das hat mich so beeindruckt.

Speaker: Und seitdem ist das nochmal mehr.

Speaker: So ein bisschen ein Lebensmotto von mir.

Speaker: So Markus, es ist jetzt Zeit für die Rubrik Psychotherapie im Zeitgeist und Popkultur, wie immer.

Speaker: Sprechen wir heute wieder über einen Film?

Speaker: Danke für die Einleitung, liebe Nausica.

Speaker: Die Rubrik.

Speaker: Heute gibt es keinen Film dafür, aber ein Thema, das mich seit wir den Podcast gestartet haben, also in einem guten halben Jahr nicht mehr so ganz loslässt, und zwar Social Media mit all seinen Facetten.

Speaker: Barbara, wir haben ja im Vorfeld schon ein bisschen darüber gesprochen.

Speaker: Was mich da so ein bisschen umtreibt, ist besonders die Frage, welche Auswirkungen hat diese digitale Lebenswelt auf unsere psychische Gesundheit, gerade in der kindlichen und jugendlichen Entwicklung,

Speaker: Und natürlich weiter gedacht, welchen sinnvollen Beitrag kann und soll Psychotherapie hier leisten.

Speaker: Und ich lese gerade dieses Buch, das vom letzten Jahr ist, das Generation Angst von Jonathan Haidt.

Speaker: Haidt mit T am Ende.

Speaker: Im Gegensatz zu dir, Barbara.

Speaker: Das hat den Untertitel, wie wir unsere Kinder an die virtuelle Welt verlieren und ihre psychische Gesundheit aufs Spiel setzen.

Speaker: Ich finde, das Buch ist verständlich geschrieben, einfach lesbar, vielleicht ein bisschen amerikanisch.

Speaker: Ein bisschen reißerisch, aber im Kern beschreibt Heid unter anderem sehr eindrücklich, das muss ich jetzt ablesen, wie die Nutzung von Social Media auf dem Smartphone besonders in einer sensiblen Entwicklungsphase von Kindern und Jugendlichen, in einer Zeit, in der sich Selbstbild, soziale Kompetenz und emotionale Stabilität herausbilden, diese Entwicklungsprozesse stören.

Speaker: Das Ergebnis sind dann weniger echte zwischenmenschliche Erfahrungen,

Speaker: die für den Aufbau von Selbstwertgefühl und sozialer Kompetenz elementar sind.

Speaker: Ein deutlich höheres Risiko für Angststörungen und Depressionen.

Speaker: Und das vor allem bei Mädchen der sogenannten Generation Z. Du kennst das Buch auch, Barbara.

Speaker: Was berührt dich bei diesem Thema?

Speaker: Und was meinst du, haben TherapeutInnen und die Psychotherapie insgesamt vielleicht hier für eine Aufgabe, vielleicht sogar eine Pflicht,

Speaker: Ja, ich kenne das Buch, ich finde das grundsätzlich auch sehr gut.

Speaker: Es ist, wie du sagst, gut lesbar und ist empfehlenswert.

Speaker: Es ist sehr dick.

Speaker: Und wie du auch gesagt hast, es ist schon ein bisschen amerikanisch.

Speaker: Da ist natürlich sehr schnell, wird auch ein bisschen polarisiert.

Speaker: Aber die Kernpunkte und die Quintessenz, was der Jonathan Hoyt sagt und schreibt,

Speaker: Da stimme ich ihm auch total zu.

Speaker: Das sind einfach Realitäten und auch die kausalen Zusammenhänge, die er herstellt, die sind absolut nachvollziehbar.

Speaker: Und das ist ja das, was wir auch sehen.

Speaker: Das, was wir tagtäglich dann auch in den Praxen sehen, wir sehen es.

Speaker: Natürlich vor allem bei der jungen Generation.

Speaker: Aber das Thema Social-Media-Nutzung und was die Social-Media-Nutzung mit uns Menschen macht, das haben wir bei Erwachsenen genauso.

Speaker: Was das mit dem Selbstbild und was es vor allem mit dem Selbstwert, und Selbstbild und Selbstwert hängen ja so eng miteinander zusammen, macht, ganz abgesehen davon, dass einfach ein ganz hohes Abhängigkeitspotenzial da ist.

Speaker: Der Autor gibt ja auch sehr konkrete Empfehlungen ab, wie man das Elend verbessern könnte.

Speaker: Ich bin erst in der ersten Hälfte von Buchhaus, ich bin noch nicht durch.

Speaker: Aber was ist denn aus deiner Sicht etwas, wo die Psychotherapeuten, Therapeutinnen über die therapeutische Praxis hinaus aktiv werden könnten oder in die Verantwortung genommen werden könnten?

Speaker: Also ich denke, das, was wir Psychotherapeutinnen natürlich schon machen, ist im Sinne einer einfach fundierten Öffentlichkeitsarbeit.

Speaker: Also Smartphones, Social Media.

Speaker: Wir haben selber einen Social Media Kanal, mehr Psychotherapie jetzt, wo wir versuchen, einfach seriöse und gute Informationen zu transportieren.

Speaker: Und ich denke, das, was unsere Verantwortung schon ist, sowohl von uns als Verband als auch von den Kolleginnen, ist einfach nicht zu überdramatisieren, aber das Ganze schon auch ernst zu nehmen.

Speaker: Ein bewusster Umgang, ein sensibler Umgang,

Speaker: Und ich denke, das Ganze einfach auch zum Thema zu machen.

Speaker: Ich denke, das ist schon wichtig.

Speaker: Auch vielleicht im Erstgespräch oder im zweiten Gespräch, eigentlich im Erstgespräch, das abzufragen.

Speaker: Wie ist denn ihr, weil man fragt, also ich sage jetzt im Krankenhaus ist es immer so, wie haben Sie geschlafen, haben Sie gegessen, haben Sie getrunken?

Speaker: Und in einem Erstgespräch gehört das meiner Meinung nach standardisiert einfach auch rein, wie ist Ihre Handynutzungszeit, wie ist Ihre Bildschirmzeit und wie ist Ihr Social-Media-Nutzungsverhalten.

Speaker: Das gehört eigentlich zu einer guten Diagnostik eigentlich dazu.

Speaker: Noch mal zurückkommen auf meine Frage, was Psychotherapie oder Therapeuten oder Verbände öffentlichkeitswirksam tun könnten oder sollten.

Speaker: Ich erinnere mich, in der Covid-Pandemie, die noch gar nicht so lange her ist, da waren Therapeuten und Therapeutinnen eher so ganz am Rande der öffentlichen Debatte sichtbar.

Speaker: Wurden dann kurz gefragt zum Thema Schulschließungen und Lockdowns, aber tatsächlich, glaube ich, die großen politischen Entscheidungen, die da auch einen echten Effekt auf Schulen und Lockdowns gehabt haben, wurden fast ausschließlich auf Basis von Zahlen aus der Naturwissenschaften getroffen.

Speaker: Sollte es da nicht in die Aufgabe der Psychotherapie sein, bei Themen, wenn man sagt, jetzt Social-Media-Kennnisse, stärker die psychischen und entwicklungspsychologischen Aspekte in die gesellschaftliche Diskussion einzubringen, also wenn es vor allem auch die Frage nach Regulierungen aufkommt?

Speaker: Absolut.

Speaker: Das ist ganz, ganz wichtig.

Speaker: Da sind schon wir die Top-Expertinnen, wenn es um die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen geht.

Speaker: Da gehören Psychotherapeutinnen involviert, da gehören Psychologinnen involviert, da gehören auch die Ärztinnen involviert, nämlich die Psychiaterinnen und die Psychosomatikerinnen.

Speaker: Da braucht es nicht unbedingt einen Mathematiker, weil das ist schon einfach ganz klar,

Speaker: Es geht um die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, aber von Menschen generell.

Speaker: Und eine übermäßige Smartphone-Nutzung produziert Stress auf allen Ebenen und produziert einen Stress, der toxisch ist.

Speaker: Der produziert Stress auf einer körperlichen Ebene,

Speaker: Menschen, die viel, viel Social-Media-Nutzung haben, braucht man nochmal fragen, die schlafen auch schlecht, weil sie bis spät in die Nacht rein oft dann noch in ihren virtuellen Welten unterwegs sind.

Speaker: Wir haben da eine ganze Reihe von Empfehlungen und das ist nicht so, einfach das Ganze zu verbieten.

Speaker: Das ist zu kurz gegriffen.

Speaker: Wenn gleich, ich sage, Handyverbot an Schulen, finde ich jetzt einfach eine gute Intervention.

Speaker: Das ist gescheit, das finde ich sinnvoll.

Speaker: Social-Media-Nutzung erst ab einem gewissen Alter.

Speaker: Klare Altersgrenzen zu ziehen ist natürlich auch schwierig.

Speaker: Wir können maximal Empfehlungen aussprechen und eben einfach sagen, im Prinzip, wenn bis zu 16 nicht in den sozialen Medien war,

Speaker: dann ist es sicher nicht so, dass aus dem heraus dem Kind oder dem Jugendlichen dann ein Schaden entsteht.

Speaker: Also eher ist zum Schauen, was passiert, wenn sie zu früh da drinnen sind und was braucht es an Maßnahmen, dass das eben nicht passiert.

Speaker: Wir können immer nur sagen, was ein zu viel an Nutzung mit den Menschen macht.

Speaker: Und wie bei allen Dingen, die uns Menschen Spaß machen, die uns Freude machen, auch bei Genussmitteln, es geht nicht darum, sie zu verbieten.

Speaker: Die Dosis macht das Gift.

Speaker: Ja, also jetzt ja zum Abschluss vielleicht noch ein Stück in die Zukunft schauen.

Speaker: Wenn du an den kommenden Jahren in der Psychotherapie denkst, mit allen gesellschaftlichen Veränderungen, neuen Forschungsergebnissen und vielleicht auch neuen Anforderungen, was würdest du sagen, welche Haltung oder Fähigkeit wird für zukünftige TherapeutInnen besonders wichtig sein, ganz unabhängig von der gewählten Methode?

Speaker: Das Zentrale ist für mich immer diese Offenheit.

Speaker: Offenheit und Neugierde für Neues.

Speaker: Sich nicht verschließen und nicht von vornherein einmal in die Abwehr gehen, sondern von vornherein einmal einfach in dem sein, was wir Psychotherapeutinnen gut können, zuhören und Fragen stellen.

Speaker: Und da braucht es schon ein Stück weit Anpassungsleistung von uns,

Speaker: Vielleicht ein bisschen mehr raus aus dem stillen Kämmerlein, da die Pforten ein wenig zu öffnen.

Speaker: Unsere Gesellschaft verändert sich.

Speaker: Wir müssen eine gewisse Anpassungsfähigkeit vielleicht noch ein bisschen mehr entwickeln.

Speaker: Diese Anpassungsleistung, wo es ja ganz oft in der Arbeit mit unseren Patientinnen geht, dass die das oft nicht so gut können.

Speaker: Das haben wir schon selber auch gefordert, dass wir uns da einfach firm machen.

Speaker: Da gehören dazu die Digitalisierung.

Speaker: Wir müssen uns auch mit dem Thema Klima, viele von unseren Patientinnen bringen das Thema mit, Klimaangst.

Speaker: Das erlebe ich bei jungen Menschen ganz viel.

Speaker: Was will ich denn verstehen, wenn ich mich nicht selber mit dem Thema Klima auch beschäftige?

Speaker: Migrationsbewegung, gesellschaftliche Polarisierungen.

Speaker: Also ich denke, das ist auch etwas ganz Wichtiges.

Speaker: Und da müssen wir lernen, flexibel auf die neuen Herausforderungen zu reagieren.

Speaker: Das bedeutet nicht, dass ich Expertin sein muss, aber ich muss im Auftrag von meinen Patientinnen einfach offen sein, da auch ein Stück weit weiterzuentwickeln.

Speaker: Denn ein zweiter wichtiger Bereich ist schon diese kulturelle und soziale Sensibilität, weil die Patientinnen, die Klientinnen, die zu uns kommen, die bringen einfach immer vielfältigere Lebensrealitäten mit.

Speaker: Und da ist auch so diese Grundoffenheit und einfach das Verständnis und das Interesse auch für andere Lebenswelten,

Speaker: die werden einfach noch viel mehr.

Speaker: Und das ist eine Herausforderung.

Speaker: Wenn ich jetzt mit einer Patientin arbeite, der aus einem anderen Kulturkreis kommt und wo einfach die Rolle der Frau ganz eine andere ist, als wir sie jetzt in unserer westlich orientierten Welt haben, da dann auch

Speaker: offen zu sein und eben nicht das eigene überzustülpen, weil dann kommt sie ja nicht mehr, weil die spürt das ja.

Speaker: So ein dritter Punkt, wenn ich mir selber beim Reden zuhöre, dann denke ich mir, das sind schon ganz schöne Anforderungen und Herausforderungen, mit denen wir da befasst sind.

Speaker: Und da ist das große Thema Psychohygiene, Selbstfürsorge, gut auf sich selber, seine eigenen Kräfte, seine eigenen Grenzen anschauen,

Speaker: und eben die eigene Resilienz und Widerstandsfähigkeit einfach immer gut im Auge haben, sich vielleicht dann einfach auch Pausen zu gönnen, weil wir können nur dann gut für andere Menschen da sein, wenn wir einfach selber auch gut auf uns achten.

Speaker: Also für mich klingen das alles wie sehr spannende Themen.

Speaker: Ich freue mich auch schon auf meine Zukunft und dass ich diese Themen angehen kann sogar.

Speaker: Finde ich sehr, sehr cool.

Speaker: Ja, sehr schön.

Speaker: Danke, danke.

Speaker: Danke für die Blumen.

Speaker: Ja, es hat auch sehr geholfen, also jetzt mir ein bisschen einen besseren Überblick zu bekommen, wie es bei mir dann ausschaut in den nächsten Jahren.

Speaker: Und ja, wenn es für mich vielleicht hilfreich ist, ist es für alle Zuhörerinnen auch hilfreich.

Speaker: Finde ich toll.

Speaker: Dankeschön.

Speaker: Super, fein, fein.

Speaker: Sehr, sehr gerne.

Speaker: Und wenn ihr, liebe Zuhörerinnen, uns auch unterstützen wollt, abonniert uns, lasst uns eine Bewertung da und empfiehlt uns gerne weiter, auch auf Social Media natürlich.

Speaker: Ja.

Speaker: Ja, und schreibt uns gerne, was bewegt euch, was wünscht ihr euch von uns?

Speaker: Vielleicht ein paar Themen, was gehört noch gefragt oder gesagt?

Speaker: Die Mailadresse und Infos wie immer in den Shownotes und bleibt neugierig.

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