Transcript
Speaker: Herzlich willkommen bei Work-Life-Challenge.
Speaker: Herzlich willkommen zurück.
Speaker: Wir haben den 27.
Speaker: Juni 2025 und wir springen direkt rein.
Speaker: Mir gegenüber sitzt Fabian Hörst.
Speaker: Mein Name ist Jascha Sombudski und Fabi, wen haben wir heute zu Gast?
Speaker: Ja, einen Altbekannten kann man an der Stelle sagen, nämlich der Lars Wolfram ist zurück.
Speaker: Ich freue mich sehr, dass er den Weg wieder zu uns gefunden hat.
Speaker: Wir haben ja gesagt, immer bei unseren Gästen und Gästinnen, wenn sich etwas tut, was Spannendes tut, was Neues auftut, dass wir da auch nicht davor zurückschrecken, auch Leute nochmal einzuladen und das machen wir.
Speaker: Lars Wolfram, eigentlich bekannt durch seine Gründung mit Talents Connect, da war er oder ist er auch immer noch seit zwölf Jahren dabei,
Speaker: in diversen Rollen, da gehen wir auch gleich nochmal nachher drauf ein.
Speaker: Und jetzt sitzt er vor allem hier als Oberbürgermeisterkandidat der Partei Volt für Köln, für die Stadt Köln.
Speaker: Und ja, freut mich sehr, dass du da bist, Lars.
Speaker: Und ja, welcome back an der Stelle.
Speaker: Ja, schön, wieder hier zu sein.
Speaker: Macht Spaß, ich kann mich noch gut an unser erstes Gespräch erinnern und genau, also Neuigkeiten gibt es, würde ich sagen, auf dem Weg, da ist viel passiert, sowohl bei Talents Connect, aber vor allen Dingen natürlich auch politisch und ich freue mich, das zweite Mal bei euch sein zu dürfen.
Speaker: Ja genau, das letzte Mal hatten wir aufgenommen im November 2022, also für alle, die gerne nochmal die Folge nachhören möchten, einfach ein bisschen weiter runter scrollen.
Speaker: Ja, da gibt es dann auch Lars kompletten Werdegang, den wir glaube ich jetzt nicht mehr nochmal komplett durchnudeln, da könnt ihr nochmal alles über Lars erfahren.
Speaker: Von der Pike auf, aber gewisse Sachen sind geblieben, nämlich auch unsere bekannte Stressfrage Lars.
Speaker: Wo holen wir dich denn ab?
Speaker: Auf einer Skala von 1 bis 10.
Speaker: 1 ist echt, ich bin im Urlaub, habe den Cocktail in der rechten Hand und vor mir dieses Meer.
Speaker: Und 10 ist so, puh, vielleicht kurz vor der Wahl.
Speaker: Wo holen wir dich ab?
Speaker: Jetzt hast du gerade noch einen nachgeschoben und damit meine Antwort noch ein bisschen korrigiert.
Speaker: Dann würde ich sagen, die ist jetzt wahrscheinlich beinahe,
Speaker: Acht, eigentlich wollte ich zehn sagen, aber als du gerade kurz vor der Wahl gesagt hast, wurde mir nochmal bewusst, dass es noch krasser wird.
Speaker: Aber ehrlicherweise ist das schon vom Stresslevel, ich würde sagen, und da habe ich gestern zu meinem Mitgründer gesagt, das ist die stressigste Phase, die ich jemals hatte.
Speaker: Aber Stress muss ja auch nicht immer nur schlecht sein.
Speaker: Stress kann ja auch positiver Stress sein.
Speaker: Und eine Besonderheit, die ich in meinem Leben bisher noch nie so hatte, ist, dass dieser Stress jetzt erstmal eine ganz natürliche Deadline hat.
Speaker: Nämlich am 14.09.18 Uhr werde ich vor irgendeinem Fernseher stehen und
Speaker: und mir die Wahlergebnisse angucken und gucken, wie das Ergebnis dieser stressigen Zeit ist.
Speaker: Und das zu wissen, setzt auch nochmal irgendwie Energie frei.
Speaker: Ja, sehr spannend.
Speaker: Jetzt hast du mir schon meine nächste Anschlussfrage fast weggenommen.
Speaker: Denn was ich fragen wollte ist, was ist denn stressiger?
Speaker: Eine Gründung von der FIBEN-Gründung oder eine Oberbürgermeisterkandidatur?
Speaker: Also eine Firmengründung ist, glaube ich, stressiger, weil man ja jeden Tag darum kämpft, dass das Unternehmen überlebt und dass man weiterkommt.
Speaker: Das ist stressiger auf dem Punkt.
Speaker: Bei der Oberbürgermeisterwahl sind es diese ganz unterschiedlichen Themen, die extrem stressig sind.
Speaker: Also ich treffe gerade im Durchschnitt...
Speaker: Drei bis vier Menschen am Tag aus Köln.
Speaker: Alle irgendwas mit Politik zu tun oder sind an Politik interessiert.
Speaker: Auf jeden Fall Wahlkampf von der IG Gastro.
Speaker: Heute Drogenszene am Neumarkt, Flüchtlingsrat.
Speaker: Und abends sitzt man in der Regel noch auf einem Panel und tritt im direkten Wettkampf gegen die anderen Oberbürgermeisterkandidaten und Kandidatinnen an.
Speaker: Und das ist ein unfassbares Feld an verschiedenen Themen, wo ich ja jetzt auch nicht der Super-Experte bin.
Speaker: Ich muss mich also jedes Mal extrem gut vorbereiten und habe viele Themensprünge.
Speaker: Das macht es stressig.
Speaker: Wie geht es denn deiner Stimme?
Speaker: Also du redest jetzt wahrscheinlich mehr als in so einer Gründung.
Speaker: Ja, viel mehr.
Speaker: Was mir auch hilft, ist kleiner Werbeblock, so ein Jingle, Ding, Ding, Ding.
Speaker: Gelo Revoice habe ich tatsächlich immer dabei.
Speaker: Bisher hat die Stimme gehalten.
Speaker: Am Dienstag habe ich kurz gedacht, oh, bitte nicht.
Speaker: Da war abends ein ganz wichtiges Panel, nämlich tatsächlich zu den Themen Flucht und Migration, so mit das emotionalste Panel in diesem Wahlkampf.
Speaker: Und mittags war die Stimme kurz weg, aber dann einfach aufgehört zu reden, Tee und Gelo Revoice und fürs Panel hat sie dann gehalten.
Speaker: Die machen übrigens auch in anderen Podcasts bezahlte Werbung.
Speaker: Also falls die nochmal, falls die zuhören.
Speaker: Das lassen wir uns das nächste Mal bezahlen.
Speaker: Auf jeden Fall.
Speaker: Jetzt finde ich es sehr spannend, was du schon gesagt hast.
Speaker: Du musst dich in viele Themen einarbeiten.
Speaker: Das klingt ja auch irgendwie, wie wenn man gründet.
Speaker: Weil als Gründer
Speaker: ist man ja auch nicht Experte in den ganzen Themen, die man vorantreiben muss.
Speaker: Hilft dir das die Zeit von damals, also die Skills, das jetzt auch wieder so gut zu meistern an der Stelle?
Speaker: Ja, also das hilft mir und das ist auch einer der Punkte gewesen, warum ich gesagt habe, ich mache das.
Speaker: Also wenn wir jetzt ein Jahr zurückspringen, gab es die Europawahl, da habe ich die Wahlergebnisse gesehen, da habe ich gesehen, dass das Versprechen, die rechten Ränder zu halbieren, nicht funktioniert.
Speaker: Dann habe ich auf LinkedIn geschrieben,
Speaker: Ich habe mein Vertrauen in Politik verloren.
Speaker: Ich glaube nicht, dass Politiker die Probleme unserer Zeit lösen können.
Speaker: Ich glaube, jetzt ist Gründergeist gefragt und ich glaube, nur meckern reicht nicht.
Speaker: Also schließe ich mich Team Volt an.
Speaker: Jetzt sind wir ein Jahr weiter und ich kandidiere als Spitzenkandidat für Oberbürgermeisterwahl.
Speaker: Und was hilft mir, was wir bei Talents Connect immer gut gemacht haben, ist, wir haben uns den aktuellen Status angeguckt, den Actual State und auch vor allen Dingen für den Markt, in dem wir sind, HR jetzt in dem Fall.
Speaker: Was läuft dann nicht gut?
Speaker: Dann haben wir darüber nachgedacht und mit vielen Menschen geredet, was ist denn die Wunschvorstellung der Future State?
Speaker: Daraus ergibt sich natürlich diese Lücke und wie können wir die Lücke schließen?
Speaker: Und genau den gleichen Ansatz mache ich jetzt in der Politik.
Speaker: Deswegen habe ich auch gesagt, ich werde so viele Menschen in Köln treffen, wie es nur geht in der Kürze der Zeit, um wirklich zu verstehen, was ist der aktuelle Status.
Speaker: Dann können wir gemeinsam an einem Zielbild arbeiten und dann den Weg ableiten.
Speaker: Also eigentlich ist das Gleiche.
Speaker: Du hast Talents Connect jetzt kurz erwähnt.
Speaker: Wie ist denn jetzt der Status?
Speaker: Wie ist
Speaker: Zu wie viel Prozent bist du noch bei Talent Connect aktiv?
Speaker: Wie viel Prozent deiner Zeit nimmt jetzt gerade die Kandidatur in Anspruch?
Speaker: Jetzt gerade mache ich ziemlich genau halb-halb und jetzt würde man denken, ach geht doch, sind dann 20 Stunden da und 20 Stunden da.
Speaker: Die Realität ist wahrscheinlich, halb-halb bedeutet 35 Stunden und 35 Stunden ist eher eine 70-Stunden-Woche.
Speaker: Das ist jetzt auch okay.
Speaker: Da sind wir wieder bei der Phase, dass sie eine Deadline hat.
Speaker: Und am 14.09. wird sich dann entscheiden, ja, da wird es eine Stichwahl geben.
Speaker: Also ehrlicherweise in Köln wird die beiden mit den besten Stimmen, höchster Anzahl Stimmen gehen in die Stichwahl.
Speaker: Also am 28.09. weiß ich dann, ob ich wieder Gründer bin oder Oberbürgermeister.
Speaker: Und das wird dann das eine oder das andere sein.
Speaker: Aber jetzt auch bevor ich, oder ich hatte ja den Luxus überhaupt in dieses Politikabenteuer reinzuspringen, weil ich meine Zeit bei Tenes Connect vorher auch schon reduziert hatte.
Speaker: Also ich habe schon vorher gesagt, ich mache noch zwei Tage Tenes Connect in der Rolle des Außenministers, Podcast, Speaker Slot, Kundentreffen.
Speaker: Genau, das ist ja im Vorfeld auch schon uns aufgefallen, dass, sage ich mal, sukzessive deine Verantwortung immer mehr abgenommen hat.
Speaker: Also warst du, ihr seid ja in der AG, also warst du dann erst noch im Vorstand, dann bist du aus dem Vorstand raus, dann hattest du noch die Prokura, haben wir gesehen, die gibt es aber jetzt seit Ende des letzten Jahres auch nicht mehr.
Speaker: Das heißt, schon sukzessive, kann man sagen, verabschiedest du dich dann noch von Talents Connect, oder?
Speaker: Ja, vor allen Dingen aus der Verantwortung für das Geschäft und für das operative Business.
Speaker: Da haben wir auch beim letzten Mal drüber gesprochen und ich finde, das ist großartig, als Gründer zu erkennen, ich kann hier die Verantwortung abgeben, weil wir es geschafft haben, Unternehmen zu bauen, was offensichtlich ohne mich funktioniert, vielleicht sogar besser als mit mir.
Speaker: gleichzeitig bleibt die eigene Gründung immer auch ein Baby so, deswegen bin ich da natürlich immer noch nah dran.
Speaker: Ich bin auch noch Shareholder, auch ein sehr relevanter Shareholder und deswegen ist es mir schon wichtig, dass dieses Unternehmen weiter wächst, was erfolgreich funktioniert.
Speaker: Wir sind eine Rule of 40 Company seit jetzt über zwölf Monaten, also wir wachsen um 40 Prozent und sind profitabel, beziehungsweise die Kombination aus Profitabilität und Wachstum liegt bei 40 Prozent.
Speaker: Wir haben Unternehmen gekauft,
Speaker: Mit 30 Menschen sind jetzt über 100 Menschen.
Speaker: Also das ist schon auch super spannend, aber ich muss da nicht jeden Tag mit im operativen Doing dabei sein, sondern habe so eine Advisory-Rolle von außen eingenommen, ein Stück weit.
Speaker: Auf den Unternehmenskauf können wir mal kurz eingehen.
Speaker: Ihr habt ja, wann habt ihr PitchU übernommen?
Speaker: Genau, jetzt Ende letzten Jahres, also im Dezember.
Speaker: Wie lief das ab und warum habt ihr es gemacht?
Speaker: Also wir haben schon extrem lange zusammengearbeitet als Partner im gleichen HR-Markt, sehr komplementär.
Speaker: Pichu macht viel Bewerbung über WhatsApp, gerade für Zielgruppen, die immer noch sehr, sehr gefragt sind und in der Zukunft noch gefragter sein werden.
Speaker: Viel Blue-Color, gewerblich-technisch, ja.
Speaker: haben gemeinsame Kunden, auf denen wir uns beweisen konnten, zum Beispiel ATU, haben pro Jahr über 10.000 Bewerbungen generiert für Kfz-MechatronikerInnen, super umkämpfte Zielgruppe, hatten auch andere spannende Kunden.
Speaker: Was aber vielleicht noch viel wichtiger ist, wir hatten von Anfang an das Gefühl, dass die Gründerteams extrem gut harmonieren, auf allen Ebenen.
Speaker: Was das Menschliche angeht, was das Emotionale angeht, was die Vision eines Unternehmens angeht, auch was die Skills angeht, auch die Ambition, dass die Pitch-You-Gründer
Speaker: sehr offen kommuniziert haben, nicht mehr in der ersten Reihe stehen zu wollen, was mit mir sehr gut resoniert hat.
Speaker: Und wir haben einen extrem guten Vorstand mit Robin und John.
Speaker: So hat sich das super einsortiert.
Speaker: Sie versuchten ja auch gar nicht so richtig zu integrieren.
Speaker: Sie sind ja eine Tochtergesellschaft.
Speaker: Das heißt, sie agieren ja immer noch selbstständig.
Speaker: Das stimmt, wobei die Geschäftsführung schon auch gebündelt ist.
Speaker: Das ist jetzt schon, damit wir da auch...
Speaker: aus einer Strategie agieren, bei Robin und John gebündelt.
Speaker: Die Brand gibt es auch noch.
Speaker: Ob das für alle Zeiten so sein wird, weiß man nicht.
Speaker: Grundsätzlich ist die Ambition von Talents Connect, das europäische Ökosystem für HR-Tech zu bauen.
Speaker: sehe ich, glaube ich, auch kein großes Geheimnis und die beiden Bildgeschichte soll und wird weitergehen.
Speaker: Da muss ich aber jetzt mal kurz einhaken, weil du hast ja gesagt, ihr habt ja die Rule of 40, ihr seid profitabel.
Speaker: Das sah ja die letzten Jahre aber gar nicht so aus, wenn man sich zumindest die Zahlen anschaut.
Speaker: Also ihr habt 2023, glaube ich, waren es noch fast zweieinhalb Millionen Euro Verlust gefahren.
Speaker: Dann habt ihr Ende 2022, Anfang 2023, habt ihr Anfang 2022 die Finanzierungsrunde gemacht.
Speaker: Wie hängt das irgendwie alles mit zusammen?
Speaker: Warum ging das so schnell jetzt?
Speaker: Wie habt ihr so schnell geschafft, den Schalter umzulegen?
Speaker: Weil das ist ja schon krass.
Speaker: Ja, also am Ende ist es so, das, was man sich wünscht, der Plan ist aufgegangen.
Speaker: Wie war der Plan?
Speaker: hatten aber einen Zeitraum von drei Jahren uns als Ziel gesetzt, um dann wieder profitabel zu sein und den Schritt haben wir dann gemacht und dann haben wir noch das Geld zur Akquisition von Pichu kommt nicht aus dem operativen Cashflow, das ist glaube ich auch klar, dafür war Pichu zu erfolgreich und zu groß, das wurde dann mit Venture Debt finanziert.
Speaker: Kannst du was zum Kaufpreis sagen?
Speaker: Nee.
Speaker: Gar nichts.
Speaker: Nee, aber ich kann sagen, dass es nicht nur Cash, sondern eine Mischung aus Cash und Equity ist und das ist, glaube ich, wichtig, weil es auch nochmal zeigt, dass es jetzt nicht war, die Pitch-You-Gründer gehen raus, sondern wir haben noch eine gemeinsame Vision, die weiterzubauen.
Speaker: Und du hast schon gesagt, ihr werdet die Buy-and-Bill-Strategie halt auch fortführen.
Speaker: Also vielleicht nochmal übersetzt für die Leine.
Speaker: Es ist schon der Plan, in Zukunft weitere Unternehmen dazu zu kaufen.
Speaker: Das ist der explizite Plan, ja.
Speaker: Und wir reden auch schon mit Unternehmen, die wir uns da vorstellen können.
Speaker: Und in welche Richtung denkt ihr da?
Speaker: Geht es mehr in Richtung Internationalisierung oder Produkterweiterung?
Speaker: Fragst du für dich selber, Jascha, oder?
Speaker: Nein, nein, nein, nein, nein.
Speaker: Okay, den konntest du jetzt nicht verknüpfen.
Speaker: Also wir reden mit mehreren Unternehmen.
Speaker: Ein Unternehmen wäre in Richtung Internationalisierung, also sehr ähnlich zu dem, was wir gerade schon tun, nur in einem anderen Markt.
Speaker: Ein anderes Unternehmen wäre Wertschöpfungskette in Deutschland, so ähnlich wie wir es mit Pitchu gemacht haben, in eine andere Richtung zu erweitern.
Speaker: Und jetzt hast du eben schon gesagt, ihr macht viel Blue Color, also Leute, die wirklich sich die Hände schmutzig machen.
Speaker: Wie ist dein Blick gerade auf Recruiting?
Speaker: Du hast das letzte Mal, als du bei uns im Podcast zu Gast warst, hast du gesagt, es wird auf Jahre noch ein arbeitnehmenden Markt bleiben.
Speaker: Was wir gerade erleben, zumindest in meinem Umfeld,
Speaker: Viele Entlassungen, auch viele Insolvenzen, auch viele Talente, die wieder in den Markt gespült werden und vor allen Dingen halt auch das Thema KI, wo halt viele Unternehmer sagen, okay, ich gucke vielleicht erstmal, wie ich die KI diesen Job erledigen lassen kann.
Speaker: Wie ist dein Eindruck?
Speaker: Genau, also was da, glaube ich, noch nicht so klar war, ist, wie sich die gesamte Welt verrückt entwickelt.
Speaker: Da sind jetzt, nachdem wir jahrzehntelang keine Krisen hatten, geht es ja von einer Krise in die nächste.
Speaker: Das hat Auswirkungen auf Recruiting.
Speaker: Aber, und deswegen war mir auch vorhin schon der Hinweis auf Blue Color super wichtig, da kann man sehr differenziert drauf gucken.
Speaker: Die Entlassungen und Layoffs, die wir sehen, sind schwerpunktmäßig im kaufmännischen White Color Bereich.
Speaker: Es sei denn, Unternehmen gehen insolvent.
Speaker: Dann betrifft es natürlich irgendwie alle, ne?
Speaker: Was nach wie vor extrem groß nachgefragt wird, ist kaufmännisch-technische Blue-Color-Profile.
Speaker: Da sehen wir ja ungebrochen eine Nachfrage am Recruiting-Markt.
Speaker: Das heißt, die Skills, die frei werden, sind nicht die, die benötigt werden.
Speaker: KI wird auch viele Jobs automatisieren und manuelle Arbeit reduzieren.
Speaker: Das ist gut.
Speaker: Warum?
Speaker: Warum?
Speaker: Weil wenn wir auf den großen Blick, und das war die Basis meiner Aussage damals und die gilt heute immer noch, wenn wir auf die großen Zahlen gucken, fehlen uns in Deutschland 3,7 Millionen Arbeitskräfte bis 2030.
Speaker: Es wäre ja schön, wenn KI davon einen Teil übernehmen kann, weil woher werden sie sonst kommen?
Speaker: Wir brauchen auch Migration, da können wir nachher in der Politik drüber reden.
Speaker: Aber das wird so sein, deswegen sind wir auch super selbstbewusst, genau in dem richtigen Markt unterwegs zu sein und Leute,
Speaker: die sich die Zahlen genau angucken, sagen auch ab einem Prozent Wachstum im Bruttoinlandsprodukt wird Recruiting auf allen Ebenen wieder anziehen.
Speaker: Und die Prognose für nächstes Jahr liegt jetzt, kommt darauf an, welchem Institut man glaubt, bei 1,5, 1,6 Prozent.
Speaker: Also irgendwas muss die Bundesregierung mit diesem vielen Geld, was jetzt zur Verfügung steht, ja auch richtig machen.
Speaker: Da habe ich erstmal ein bisschen Grundvertrauen.
Speaker: Schauen wir mal.
Speaker: Das können wir dann in der dritten Folge besprechen, wenn du dann erfolgreich Oberbürgermeister geworden bist.
Speaker: Das können wir ja direkt schon mal festmachen.
Speaker: Lars, wenn es mit dir klappt als Oberbürgermeister, kommst du wieder, oder?
Speaker: Auf jeden Fall, das können wir jetzt schon festhalten.
Speaker: Wir haben es jetzt auf Band, wie man früher gesagt hat.
Speaker: Das Wort zählt auch.
Speaker: Das ist wie bei Hanseaten.
Speaker: Kaufmännisches Wort zählt genauso wie eine Unterschrift.
Speaker: Okay.
Speaker: Ja gut, wir haben eben noch über Olaf Scholz und Lilium gesprochen, aber das ist ein anderes Thema.
Speaker: Gut, aber dann sind wir ja quasi eigentlich schon in dem politischen Kosmos angelangt bei den ganz großen Themen, weil du ja auch gesagt hast, dieses Arbeitskräfteproblem, das wird weiterhin fortbestehen.
Speaker: Also was ist deine...
Speaker: Dein Blick auf die nächsten zwei bis drei Jahre, wie sich generell der arbeitnehmenden Markt entwickeln wird, wie sehr wird WhiteColor abbauen?
Speaker: Wird es so sein, dass einige Leute umschulen müssen?
Speaker: Ich glaube schon.
Speaker: Also ich glaube schon, dass es Re- und Upskilling geben muss.
Speaker: Und warum?
Speaker: In unserem Pitch Deck, im Sales und auch im Investoren-Pitch Deck steht drin, die Generation Chief People Officer oder Chief Human Resources Officer, die gerade an Bord ist und damit auch das gesamte C-Level, wird die letzte Generation sein, die nur Menschen führt.
Speaker: Die nächste wird schon Menschen und Bots und Agents führen.
Speaker: Und es gibt natürlich Bereiche, in denen Agents viel schneller den Job übernehmen können von Menschen.
Speaker: Das ist Sales.
Speaker: Also alles, was die frühen Phasen im Sales sind, da sehen wir ja jetzt schon, was KI lösen kann.
Speaker: Und weil wir ja bei Talents Connect immer schon glauben, dass Recruiting und Sales eigentlich das Gleiche ist, ist es bei Recruiting auch so.
Speaker: Da brauche ich jetzt, muss ich nicht unbedingt über Menschenauswahl reden, aber die frühen Phasen des Recruiting-Prozesses, wiederkehrende Tätigkeiten, die werden einfach wegfallen.
Speaker: Und das sind die beiden Bereiche, denen wir am nächsten sind.
Speaker: Aber da gibt es wahrscheinlich noch 38 andere Bereiche, wo das so ist.
Speaker: Und ja, da braucht man weniger Tätigkeiten.
Speaker: Menschen.
Speaker: Da habe ich aber auch letztens mit einem CHRO eine interessante Diskussion drüber geführt, weil ich ihm genau die Frage gestellt habe.
Speaker: Damit gehe ich nämlich gerade rum und frage die CHROs.
Speaker: Was glaubst du, welche deiner Bereiche werden bis 28 nicht mehr vorhanden sein?
Speaker: Das bedeutet nicht, dass das Budget kleiner wird, sondern man wird wahrscheinlich eher weniger, aber mehr seniorige Profile haben, die die KI empowern, genau das zu tun, was gerade mehr Menschen machen.
Speaker: Das ist meine These.
Speaker: Aber
Speaker: Wenn wir jetzt sagen, wir haben 100 White-Color-Menschen, die werden ja nicht alle umschulen können, um dann Prompts zu schreiben.
Speaker: Sagen wir mal so, weil du brauchst ja dann auch weniger Leute, die quasi die KI anleiten.
Speaker: Was macht denn der Rest?
Speaker: Was machen die anderen 80?
Speaker: Ich glaube, Arbeit gibt es genug.
Speaker: Das Problem wird eher sein, haben die Leute Bock da drauf?
Speaker: Also wir haben ja jetzt schon Mangel in Bereichen, wo...
Speaker: Pflege und Co.
Speaker: Da werden die Bildung gut aufgehoben, aber das werden sie wahrscheinlich nicht wollen.
Speaker: Also was machen die Menschen?
Speaker: Das ist eine gute Frage und ich glaube, da ist auch jeder Einzelne so ein Stück weit für sich selber gefordert, die Antwort für sich selber zu geben.
Speaker: Also wenn ich in einem Job bin, wo ich das Gefühl habe, potenziell könnte KI meinen Job übernehmen, dann bin ich, glaube ich, gut beraten, ab morgen darüber nachzudenken, wie ich damit umgehe und ob ich mich nicht selber zumindest in die Lage versetze,
Speaker: mit KI arbeiten zu können und mein Profil so zu schärfen, dass ich nicht einer derjenigen bin, die dann im Zweifel erstmal als Layoff betroffen sind.
Speaker: Fabian, guckst du Fragen?
Speaker: Ja, ich schaue nur Fragen.
Speaker: Also ich bin immer so ein bisschen vorsichtig in dieser ganzen KI, rationalisiert die Leute direkt weg, man muss sich direkt, sage ich mal, Gedanken machen.
Speaker: Ich glaube auch eher, dass die Herausforderung noch erstmal darin besteht, dass viele Unternehmen das überhaupt erstmal so übernehmen.
Speaker: Es gibt, glaube ich, immer noch gerade im Mittelstand, ich glaube, das ist ja auch so ein bisschen, vielleicht auch für dich dann auch interessant als Oberbürgermeister im Raum Köln, gibt es auch viel gewerbliche, viele Sachen, viel Technik auch.
Speaker: Die müssen das ja auch alles erstmal digitalisieren und es gibt ja, glaube ich, wie du das siehst, Lars, die Herausforderungen der ersten Digitalisierung.
Speaker: Wenn man dann da direkt mit der KI kommt, glaube ich, sind doch viele auch sehr überfordert.
Speaker: Ja, hundertprozentig.
Speaker: Also das glaube ich auch.
Speaker: Also ich glaube, wenn wir weit den Ball in die Zukunft werfen, trifft das ein, was ich so als Thesen gesagt habe.
Speaker: Aber das wird schrittweise erfolgen.
Speaker: Und viele unserer Kunden sind ja tatsächlich so diese klassischen Mittelständler und ich finde es super, mit denen zu arbeiten.
Speaker: Aber du hast recht, da gibt es auch noch in der Digitalisierung ohne KI Nachholbedarf.
Speaker: Aber Digitalisierung brauchen wir in Deutschland und erst recht in Köln super dringend, um zukunftsfähig zu sein.
Speaker: Definitiv.
Speaker: Da ist die Brücke sehr, sehr gut geschlagen.
Speaker: Digitalisierung durch Politik, also was kannst du in Köln bewirken?
Speaker: Oder...
Speaker: Gegen Vorschlag, Fabi, sollen wir jetzt den Elevator-Pitch machen?
Speaker: Ja, komm, jetzt sehen wir das politische Terrain vor uns.
Speaker: Ja, ja, ja.
Speaker: Also pass auf, Lars, wir haben das Format des Elevator-Pitch.
Speaker: Normalerweise stellen dabei Leute ihr Unternehmen vor und das haben wir ja in der letzten Folge schon, also wir haben viel über Talents Connect erfahren in der letzten Folge.
Speaker: Deswegen machen wir es heute so, wir drei steigen jetzt virtuell in den Aufzug.
Speaker: Ich sage
Speaker: Ich hole den schon mal.
Speaker: Und dann, sobald wir gleich eingestiegen sind, erzählst du uns einfach, was du mit Köln vorhast.
Speaker: Und es geht.
Speaker: So, die Tür geht jetzt zu.
Speaker: Los.
Speaker: So, also was ja klar ist, ist, dass Köln sein Potenzial nicht ausspielt.
Speaker: Deswegen steht auf meinem Wahlplakat, in Köln kann mehr.
Speaker: Also muss Köln die Hauptstadt des Möglichmachens werden.
Speaker: Was meine ich damit?
Speaker: Köln muss eine Stadt sein, die Unternehmen anzieht, die Innovationen ermöglicht und die Menschen willkommen heißt.
Speaker: Was ist die Basis dafür?
Speaker: Dafür bauen wir eine Stadt, die digital funktioniert, die klimaneutral ist.
Speaker: Und ich glaube, dann ist schon viel gewonnen.
Speaker: Und das klingt jetzt nach einem großen Bild, aber Köln fehlt Stand heute die Vision und die werde ich mal als erstes zurückgeben.
Speaker: Wie viele Tagen fahren wir denn?
Speaker: Das war ein kurzer Elevator-Pitch, ne?
Speaker: Ne, wir sind gleich da.
Speaker: Wir sind gleich da und ich glaube, es ergeben sich auch viele, viele Anschlussfragen jetzt daraus.
Speaker: Also als allererstes, wie setzt man dann oder gibt es schon einen konkreten Plan, wie man solche Wahlversprechen dann in die Tat umsetzt?
Speaker: Weil das hatte ich bei der letzten Bundestagswahl ganz oft das Gefühl, ja,
Speaker: Es wird halt viel, viel versprochen, aber keiner sagt mir, okay, wir haben das zur Verfügung und das machen wir damit und das ist das Ergebnis, was sich ja krass vom Unternehmertum unterscheidet.
Speaker: Ja.
Speaker: Das hätte ich vorbereitet, habe ich aber nicht, aber von dem Termin, von dem ich gerade kam, habe ich unser Wahlprogramm mitgebracht, das ist wirklich nicht vorbereitet, aber hier drin ist die Anleitung, wie wir das tatsächlich machen wollen und wie wir diese Vision, die ich beschrieben habe, ganz konkret umsetzen.
Speaker: Und wenn wir jetzt hier drauf gucken, gibt es hier immer so schöne bunte Blöcke und da steht immer Best Practice drüber, die will ich euch jetzt nicht vorlesen, aber...
Speaker: Was ich an Volt mag und warum ich mich Volt angeschlossen habe, sind verschiedene Dinge.
Speaker: Das eine ist die europäische Perspektive.
Speaker: Ich bin sehr überzeugt, dass wenn wir nicht ein starkes Europa sind, dann werden wir in der Weltgeschichte keine große Rolle mehr spielen.
Speaker: Das zweite ist, wenn wir Ansätze brauchen, bleiben wir bei der Digitalisierung, eins meiner Lieblingsthemen offensichtlich als Digitalunternehmer.
Speaker: Dann lass uns doch in Länder oder Städte gucken, wo das extrem gut funktioniert.
Speaker: Und Tallinn hat jetzt jeder Estland oft gehört.
Speaker: Ich war im Sommer...
Speaker: bin ich mit dem Bus durch Skandinavien gereist, da war ich in Tallinn.
Speaker: Das hat mich so begeistert.
Speaker: Ich habe direkt wieder eine Reise gebucht und war vor drei Wochen in Tallinn.
Speaker: In Tallinn kannst du ja wirklich alles digital machen, außer heiraten.
Speaker: Tallinn oder Estland ist so durchdigitalisiert, dass wenn sie ihr Territorium an Russland oder auch an wen auch immer verlieren, dann funktioniert dieser Staat sofort weiter so.
Speaker: Davon sind wir in Deutschland meilenweit entfernt.
Speaker: Und es ist ja am Ende so, das ist ja eine Vorlage, wie das funktionieren kann.
Speaker: Lass uns das doch mal
Speaker: Europa in Köln steht auf dem Wahlprogramm.
Speaker: Aus Europa nach Köln holen und nachbauen.
Speaker: Und gerade aus Gründersicht, ich habe mit vielen erfolgreichen Kölner Gründern geredet und einer gründet nur noch in Estland.
Speaker: Ich meine, man kriegt die E-Residency in 24 Stunden.
Speaker: Kannst du online beantragen, dann bist du E-Resident auf Estland.
Speaker: Dann kannst du 24 Stunden später da dein Unternehmen eröffnen.
Speaker: Das dauert in Deutschland sechs Monate.
Speaker: Am Montag saß ich vor SchülerInnen im Georg-Büchner-Gymnasium in Köln.
Speaker: Die haben gesagt, ich habe jetzt erfolgreich meinen Führerschein.
Speaker: Ich muss jetzt sechs Wochen warten, bis ich einen Termin beim Amt habe, um den abzuholen.
Speaker: Also so, erstmal da Punkt.
Speaker: Welchen konkreten Einfluss erhoffst du dir als Oberbürgermeister darauf?
Speaker: Bist du nicht dann schon wieder zu weit weg?
Speaker: Also kann man das wirklich so konkret beeinflussen?
Speaker: Ich glaube eher, ja, also nicht eher.
Speaker: Ich glaube ja.
Speaker: Und das ist auch das, was man der aktuellen Oberbürgermeisterin, auch wenn sie viel richtig gemacht hat, vorwirft.
Speaker: Sie hat ja auch ein Interview gegeben und hat gesagt, Köln verwahrlost immer weiter und das mag stimmen, aber ich konnte ja gar nicht so viel machen.
Speaker: Also wir sprechen von Henriette Rehker.
Speaker: Henriette Rehker, genau, die ich wirklich sehr schätze.
Speaker: Aber was ich wirklich ein bisschen schwierig fand, ist dieses Interview zu sagen, ich konnte ja gar nicht so viel machen.
Speaker: Das ist ja ein fatales Signal.
Speaker: Warum sollte ich dann überhaupt zur Oberbürgermeisterin Wahl gehen?
Speaker: Ich glaube schon, dass man das kann und ich treffe gerade ganz viele Menschen in dieser Stadtgesellschaft in verschiedensten Bereichen, von wirklich Arbeitgeberverband, Gastro, Kulturszene.
Speaker: Ich will mir ein breites Bild machen und es gibt viele gemeinsame Nenner und ein gemeinsamer Nenner ist Köln hat keine Vision.
Speaker: Wir wissen gar nicht, wohin wir wollen.
Speaker: Wir wissen nicht, welche Industrien wir anziehen wollen.
Speaker: Wir wissen nicht, für welche Kulturszene stehen wir.
Speaker: Wir sind so irgendwie alles und nichts.
Speaker: Wir haben vielleicht Karneval.
Speaker: Also wir haben nicht vielleicht, wir haben Karneval und wenn wir den nicht hätten, dann hätten wir sonst auch ja nichts mehr.
Speaker: Und
Speaker: Die Oberbürgermeisterin oder der Oberbürgermeister muss der CEO sein, wie bei einer Gründung.
Speaker: Der muss die Vision vorgeben, der muss dafür sorgen, dass es wieder ein positives Narrativ gibt und der muss vor allen Dingen dafür sorgen, dass Entscheidungen getroffen werden, weil diese Stadt hat sich in so eine Entscheidungsunfähigkeit rein navigiert, weil Rat und Verwaltung nicht miteinander arbeiten, sondern gegeneinander.
Speaker: Ist es aber nicht ein allgemeines Problem der Politik, dass die Vision fehlt?
Speaker: Ich wüsste jetzt nicht, was jetzt, sage ich mal, auf Bundesebene die große Vision ist, weil Geld löst bekanntlich auch nicht immer alle Probleme.
Speaker: Das ist voll das Problem.
Speaker: Und ein Satz, den mir jemand mit auf den Weg gegeben hat, als ich mir überlegt habe, trete ich denn jetzt überhaupt an, war von einem chinesischen Philosophen, ne?
Speaker: Willst du die Welt verändern, verändere dein Land.
Speaker: Willst du dein Land verändern, verändere deine Stadt.
Speaker: Willst du deine Stadt verändern, verändere dein Haus.
Speaker: Und da ist natürlich ein Stück weit auch echt was dran.
Speaker: Und deswegen habe ich den sehr oft im Kopf.
Speaker: Und jetzt fangen wir mal mit Köln an.
Speaker: Aber ja, dieses ganze Land braucht eine Vision.
Speaker: Europa braucht am Ende eine Vision.
Speaker: Und die Politiker verlieren sich viel zu oft in ihrem Narrativ, was alles nicht geht.
Speaker: Das erlebe ich auch jetzt auf Panel-Diskussionen.
Speaker: Gleichzeitig haben die eine große Stärke, die sind oft inhaltlich sehr weit drin.
Speaker: Also auch wenn ich mit meinem Team und den Ratsmitgliedern, die schon seit fünf Jahren in Kölner Ratssitzen von Volt zusammensitze, dann sind die auch ganz oft auf dem Detailgrad und das ist super, weil der...
Speaker: den kann ich nicht liefern, die aber schon.
Speaker: Aber diese gemeinsame Stärke, dass ich den Blick aufs Groß habe und sage, erzähl mir nicht immer alles, was nicht geht und die gleichzeitig sagen, boah, endlich mal einer, der uns das große Bild zeigt, ich glaube, das ist eine sehr extrem gute Mischung.
Speaker: Du hast ja den Vergleich mit dem CEO eben gebracht.
Speaker: Ich glaube, genau diese fast Ohnmacht oder diese Angst vor der Ohnmacht ist ja was auch viele Menschen aus dem
Speaker: Unternehmertum davon abhält, in die Politik zu geben, weil es ist eben nicht so, dass du CEO bist und dann kannst du zur Mitarbeiterin XY gehen und ihr sagen, mach das bitte so, sondern es ist ja schon alles deutlich langsamer, um es einfach zu sagen.
Speaker: Hast du diese Angst auch oder hast du schon einen Eindruck davon bekommen, wie es aktuell läuft?
Speaker: Ja, und die war auch Teil der Entscheidung.
Speaker: Und als ich dann irgendwann mich damit intensiv beschäftigt habe, wie viel Zeit, am Ende geht es ja darum, wie viel Lebenszeit investiere ich jetzt in die Politik und habe ich das Gefühl, dann Hebel zu haben, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.
Speaker: Darum macht man das ja nicht wegen Geld, machen ja alle nur für Ehrenamt.
Speaker: Das ist eh krass.
Speaker: Also wie viele Ehrenamtler ich in der Politik in Köln treffe, die im Schnitt 20 Stunden oder mehr investieren seit fünf Jahren.
Speaker: Das machen die alle, weil sie die Welt zum besseren Ort machen wollen.
Speaker: Und das ist erstmal mein Grundverständnis, dass ich mit einer gewissen Demut denen gegenüber auftrete, weil ich es schon großartig finde, was sie da tun.
Speaker: Aber es gab öfter den Moment, wo ich dachte...
Speaker: ich mache das jetzt nicht so, das wird nicht funktionieren.
Speaker: Ich glaube, wir sind viel zu langsam, da gibt es keine Entscheidung.
Speaker: Aber dann gibt es Menschen um mich rum, wie meine Frau, die sagen, aber genau deswegen hast du doch gesagt, du willst es machen.
Speaker: Also du hast doch in deinem Post geschrieben, Politiker werden es nicht lösen, sie brauchen jemanden, der Entscheidungsgeschwindigkeit und Vision hat.
Speaker: Jetzt merkst du, so ist es, dann kannst du doch jetzt nicht aufgeben.
Speaker: Wie kam das denn dazu, dass du jetzt als, du hast ja selber gesagt, du bist letztes Jahr Volt beigetreten und dann ging es ja jetzt dann doch relativ schnell auf der Überholspur nahezu, dass du direkt, sage ich mal, Oberbürgermeisterkandidat wirst für Volt.
Speaker: Sagen wir es ja auch eine relativ steile Karriere in der kurzen politischen Laufbahn.
Speaker: Wie kam es dazu?
Speaker: Haben da nicht normalerweise vielleicht andere sogar Vortritt?
Speaker: Wie läuft das ab?
Speaker: Ja, in allen anderen Parteien, und das meine ich wortwörtlich so, in allen anderen Parteien außer Volt ist das so.
Speaker: Da haben andere Vortritt, die einfach länger da sind, aber das hat nicht unbedingt was mit Kompetenz zu tun.
Speaker: Ein großes Problem unserer Politik geht übrigens sogar so weit, dass, wenn man sich die Analyse von Köln anguckt, in allen städtischen Gesellschaften im Aufsichtsrat sitzen Politiker aus dem Stadtrat,
Speaker: Die haben aber gar keine Expertise, wie funktioniert denn ein öffentlicher Personennahverkehr, die wissen nicht, wie funktionieren die Kölner Häfen.
Speaker: Das ist auch ein offenes Geheimnis.
Speaker: Das wäre übrigens auch was, was ich direkt ändern muss.
Speaker: Also da muss ja jemand hin, der dafür geeignet ist.
Speaker: Politik darf ja nicht nur, weil ich schon lange da bin, das machen.
Speaker: Aber das haben alle anderen Parteien und Volt hat das eben nicht.
Speaker: Und ich bin sehr dankbar für dieses große Vertrauen.
Speaker: Und das unterscheidet Volt auch, weil Volt schon als junge Partei einfach Bock auf die beste Lösung hat und nicht auf Parteipolitik oder irgendwelche Dogmen.
Speaker: Und das sieht man auch in der Struktur der Volt-Mitglieder.
Speaker: Es geht los, dass das Durchschnittsalter ist 35, das Durchschnittsalter bei der CDU ist 65, also der Mitglieder.
Speaker: Und das sieht man auch, wenn man sich anguckt, wie diversifiziert die Mitglieder einer Partei sind und aus welchen Bereichen die kommen.
Speaker: Hast du schon eine Vorstellung davon, wie dein Alltag dann aussehen würde, wenn es so wäre, dass du gewinnst?
Speaker: Ich habe da ein gewisses Bild von, vielleicht ist es aber auch ganz gut, dass ich es noch gar nicht so genau weiß.
Speaker: Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen blauäugig, aber vielleicht ist es gut, das jetzt gerade noch nicht zu wissen, um eben nicht in die Muster zu verfallen.
Speaker: Ich glaube auch, dass es auch eine Aufgabe sein wird, den zu gestalten und vielleicht auch weniger kleinteilige Dinge zu tun, als es möglicherweise Amtsinhaberinnen machen.
Speaker: Aber es wird natürlich ganz viel damit zu tun zu haben, vor allen Dingen mit den verschiedenen Dezernaten, mit den verschiedenen Fachbereichen zu reden, die erstmal wieder zusammenzuführen, weil die arbeiten leider oft gegeneinander und nicht miteinander.
Speaker: Das geht auch schon los, dass da natürlich Menschen drin sitzen, die irgendein Parteibuch in der Tasche haben, was ja erstmal legitim ist.
Speaker: Das führt aber jetzt nicht unbedingt dazu, wenn zwei Dezernenten miteinander arbeiten, die am jeweils anderen Spektrum der demokratischen Mitte verankert sind, sie wahnsinnig viel Interesse daran haben, eine gemeinsame Lösung hinzubekommen, was tragisch ist, aber das ist Realität.
Speaker: Jetzt vielleicht auch mal, weil ich war da selber bei der Bits & Pretzels dabei, da hat er damals der Arnold Schwarzenegger die Eröffnungsrede gehalten und hat auch von seiner Zeit berichtet, als er Gouverneur war von Kalifornien.
Speaker: Und er hat gesagt, ihm kotzt es an bei den PolitikerInnen, dass die eigentlich nur so arbeiten oder so agieren, damit sie sicherstellen, wiedergewählt zu werden.
Speaker: Das ist deren erste und einzige Agenda.
Speaker: Und auch Elon Musk hatte jetzt auch, sage ich mal, ein politisches Intermezzo, nennen wir es mal so, und hat auch gesagt, im Grunde genommen lügen alle zu jeder Zeit in der Politik.
Speaker: Wie gehst du da, hast du dir da auch schon Gedanken drüber gemacht, willst du dieses Spiel mitspielen, weil man sonst nicht gewinnen kann, oder bist du da auch bereit, sage ich mal, für deine Überzeugung, die schätze ich anders ist, zu sterben?
Speaker: Ja, ich habe eine klare Haltung und so bin ich auch schon intern bei Volt angetreten.
Speaker: Da muss man natürlich auch sich erstmal qualifizieren und gewählt werden als Oberbürgermeisterkandidat.
Speaker: Und ich habe sehr früh entschieden, dass ich meine Rede nicht darauf ausrichten werde, dass die Wahrscheinlichkeit, gewählt zu werden, am höchsten ist, sondern ich werde genauso sein, wie ich bin.
Speaker: Und so kann ich auch nur sein und das spiegelt mir auch jetzt glücklicherweise Wahlkampf all.
Speaker: Ich bin authentisch und sage, was ich denke und ich sage, was ich für richtig halte.
Speaker: Und genauso gehe ich den Wahlkampf an.
Speaker: Und wenn das dazu führt, dass ich nicht gewählt werde, dann ist es für mich total fein, weil ich hätte ab dem 15.09. auch spannende Dinge, die ich sonst machen kann.
Speaker: Irgendwas Neues gründen, ehrenamtlich tätig werden.
Speaker: Ich habe super tief in das Thema Bildung reingeguckt und habe dann Bildungsfestival unterstützt.
Speaker: Ich hätte schon Ideen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.
Speaker: Das führt dazu, dass ich auf gar keinen Fall darauf optimieren werde, wiedergewählt zu werden.
Speaker: Das ist, glaube ich, für mich gerade eine große Stärke.
Speaker: Und gleichzeitig erlebe ich das bei den anderen Kandidaten, gegen die ich antrete, genau anders.
Speaker: Für die ist jetzt ihre Chance, ihr Lebensplan A ist es, eine politische Karriere zu machen und der nächste Schritt ist Oberbürgermeister von Köln.
Speaker: Und deswegen richten sie alles danach aus.
Speaker: Aber manche von deinen, sage ich mal, Gegenkandidatinnen, beispielsweise die Gegenkandidatinnen von den Grünen, die sind ja auch schon lange in der Politik unterwegs.
Speaker: Also die Kandidatinnen von den Grünen, die sitzen ja auch schon länger im Landtag in Nordrhein-Westfalen.
Speaker: Also sie haben ja viele auch schon politische Erfahrungen und auch Expertise.
Speaker: Meinst du, dass dir das vielleicht auch am Ende des Tages fehlt bei den WählerInnen in Köln?
Speaker: Dass die dann sagen, Mensch, der Lars, also schön und gut, aber am Ende weiß er ja doch nicht, wie der Hase läuft.
Speaker: Ja, das kann sein.
Speaker: Damit gehe ich aber auch proaktiv um.
Speaker: Also ich setze mich nicht hin und sage so, ja, das werde ich mir jetzt alles drauf schaffen.
Speaker: Jetzt haben wir vorhin über Henriette Reker gesprochen.
Speaker: Ich hatte auch das Glück, mit ihr zu sprechen.
Speaker: Unter sechs Augen.
Speaker: Und sie hat gesagt, also...
Speaker: Wenn sie mir eine Sache mit auf den Weg geben will, dann ist, bleiben Sie bitte so, wie Sie sind.
Speaker: Politik braucht mehr Leute, die von außen kommen.
Speaker: Versuchen Sie jetzt nicht, der bessere Politiker zu werden.
Speaker: Das wird Ihnen eh nicht gelingen.
Speaker: Das ist erstens sehr ehrlich und zweitens sehr richtig und drittens passt das genau zu dem Ansatz, den ich auch habe.
Speaker: Natürlich wird es Leute geben, die viel, viel mehr Ahnung davon haben, wie die Verwaltung funktioniert.
Speaker: Das sehe ich aber am Ende wirklich wieder wie so ein CEO.
Speaker: Ist ja bei Talent Connect auch so.
Speaker: Wir haben dann irgendwann das Glück und die Mittel gehabt, Menschen dazu zu holen, die viel mehr Ahnung davon haben, wie man ein Produkt baut, wie John beispielsweise.
Speaker: Und dann ist es doch total natürlich, dass der Vorstand wird.
Speaker: Ich muss ja nicht der Beste in allen Disziplinen sein.
Speaker: Es geht ja eben, da geht es wieder zurück.
Speaker: Ich muss dafür sorgen, dass wir unsere Vision im Blick behalten, Keeper of the Vision.
Speaker: Und ich muss dafür sorgen, dass die Organisation, in dem Fall die Stadt, in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen.
Speaker: Dafür muss ich, glaube ich, die Verwaltung nicht in- und auswendig kennen.
Speaker: Du hast jetzt gerade von den Mitteln gesprochen.
Speaker: Interessiert mich persönlich sehr.
Speaker: Weiß ich denn jetzt als Kandidat schon, welche Mittel mir zur Verfügung stehen, wenn ich diesen Posten bekomme?
Speaker: Weil du warst ja auf Bundesebene, weißt du, das ist der Bundeshaushalt, da und dafür wird Geld ausgegeben.
Speaker: Vielleicht legt man sich mal einen Plan zurecht, wie man was wo ausgibt.
Speaker: Hast du jetzt schon einen groben Plan davon, welche Mittel du zur Verfügung haben willst?
Speaker: Naja, du kannst dir halt den Kölner Haushalt angucken, als Gesamthaushalt.
Speaker: Das ist der beste Indikator, von dem man es ableiten kann.
Speaker: Viergrößte Stadt Deutschlands, größerer Haushalt als Saarland, irgendwo nördlich der 6 Milliarden.
Speaker: Trotzdem kommen wir zwischen, kommt darauf an, welche Studien man sich anguckt, zwischen 200 und 400 Millionen Euro minus pro Jahr.
Speaker: Auch dramatisch.
Speaker: Die Verschuldung der Stadt ist in den letzten Jahren, in den letzten sieben, acht Jahren von zwei auf sieben Milliarden gewachsen.
Speaker: Also offensichtlich ist es ein sehr defizitäres Unternehmen.
Speaker: Ein Sanierungsfall.
Speaker: Deswegen muss man den disrupten.
Speaker: Erstmal mit der Kettensäge durch, oder?
Speaker: Ja.
Speaker: Und jetzt haben wir über Elon geredet, Elon Musk.
Speaker: Und wirklich...
Speaker: bestimmt kein gutes Bild und ganz viele fragwürdige Sachen, aber der Grundgedanke, eine Verwaltung mit der Kettensäge komplett zu entschlacken, der ist ja richtig, der trifft auf Deutschland zu und in Köln auch und wahrscheinlich werden viele in Kölner Verwaltung Albträume haben bei dem Gedanken, dass irgendwie, wenn es gut läuft, schlecht läuft, ich gewählt werde, da würden wir natürlich drauf gucken, also
Speaker: Das Wichtigste ist doch die Mittel, die man hat, schlauer einzusetzen.
Speaker: Und jetzt ist die Verwaltung wahrscheinlich noch der kleinste Teil.
Speaker: Wir machen hier in Köln abstruse Sachen im Vorgespräch gerade eben oder im Warm-up.
Speaker: Ich habe darüber geredet, dass Köln gerade der Stadtrat entschieden hat mit einer sehr, sehr denkbar knappen Mehrheit und Volt war dagegen und die Grünen auch und die Linken auch.
Speaker: Wir bauen jetzt hier einen Tunnel, die sogenannte Ost-West-Achse.
Speaker: 2,2 Kilometer vom Heumarkt bis zum Aachener Weiher.
Speaker: Wer Köln kennt, weiß, das ist absurd wenig.
Speaker: Die Vision war mal durch die ganze Stadt eine U-Bahn-Achse zu bauen.
Speaker: Jetzt bauen wir diesen Tunnel, weil es ein Prestigeprojekt ist.
Speaker: Der dauert bis 2040, ist der Plan, wenn es gut läuft.
Speaker: Und der kostet über eine Milliarde Euro.
Speaker: Der wird in Köln niemals vor 2050 fertig sein und der wird wahrscheinlich eher 2 oder 3 Milliarden Euro kosten.
Speaker: Dann sind wir dann fertig und da fehlt wieder die Vision.
Speaker: Wer sagt denn, dass wir dann noch Straßenbahnen brauchen?
Speaker: Ja, das ist eine gute Frage.
Speaker: Naja, also haben wir aber auch vorher schon gesagt, Flugtaxen sind erstmal raus.
Speaker: Flugtaxen sind raus, aber ich meine, es ist auch noch ein bisschen Zeit bis dahin.
Speaker: Vielleicht sind es autonom fahrende Kleinbusse und wir wissen auf Open Data Basis von Köln, die wir zur Verfügung stellen wollen, steht auch im Wahlprogramm, wann, wo, wie viel Frequenz im Nahverkehr ist und dann kann man die auch viel flexibler durch die Stadt bewegen.
Speaker: Ich glaube, diesen Ansatz braucht es und abgesprungen sind wir aber von dem Etat,
Speaker: Ich glaube, es ist sehr einfach für die Politik immer zu sagen, boah, wir haben ja kein Geld.
Speaker: Es ist ja auch Geld da und der wird einfach auch für Sachen verschwendet.
Speaker: Das ist halt schierer Wahnsinn.
Speaker: Da werden einfach Entscheidungen getroffen, weil es Parteipolitik ist.
Speaker: Ja, das ist das, was mich halt wirklich gestört hat, ist, wir machen das und das und das und das, wir versprechen das alles, aber keiner erzählt mir, wie das bezahlt wird.
Speaker: Und am Ende des Tages wird es ja dann meistens auch nicht umgesetzt, sind wir auch mal ehrlich.
Speaker: Weißt du denn, kannst du da rangehen, wie an Unternehmen, du hast jetzt eine grobe Einschätzung, was steht zur Verfügung, ist es dann auch so, dass du dir wirklich eine Planung baust?
Speaker: so in dem Jahr geben wir da und dafür Geld aus, hier holen wir vielleicht was rein, hier sparen wir was.
Speaker: Hast du dafür schon Pläne?
Speaker: Ja, genau.
Speaker: Da gibt es ja die Haushaltsplanung, da machst du genau das.
Speaker: Und ein großes Problem ist auch, dass die Haushaltsplanung oft
Speaker: den Organisationen oder den ganzen Bereichen, die da dranhängen, gar keine Planungssicherheit gibt.
Speaker: Das ist dann meistens ein oder zwei Jahre.
Speaker: Und wenn du jetzt im gemeinnützigen Bereich unterwegs bist, Ehrenamt, super wichtige Basis für die ganze Stadt, die können oft nur zwei Jahre planen, weil ihre Fördermittel nur zwei Jahre freigegeben sind.
Speaker: Also ich glaube, ein wichtiger, was will ich damit sagen, ein wichtiger Bereich ist,
Speaker: Und das widerspricht mir ein bisschen als Gründer, weil ich weiß, länger als zwei Jahre planen ist auch irgendwie schwierig.
Speaker: Es passieren immer irgendwelche unverhersebaren Dinge, aber die Organisationen, die dranhängen, denen eine Planungssicherheit zu geben und die Mittel schlau umzusortieren, das würde ich auch mal als erstes machen.
Speaker: Und ob wir jetzt hier eine Oper für eine Milliarde sanieren müssen, die danach aussieht wie ein Parkhaus und nicht wie die Elbphilharmonie.
Speaker: Und jetzt sollen die nächsten Milliarde in Kultur...
Speaker: Sanierung von Gebäuden fließen, das halte ich für fragwürdig.
Speaker: Ich würde eher neu bauen und nicht einfach sanieren, weil es halt da gibt.
Speaker: Dann wird mir von dem politischen Gegner vorgeworfen, diese Woche noch auf dem Panel.
Speaker: Ich würde die gesellschaftlichen Gruppen gegeneinander ausspielen, die kulturinteressierten versus der Leute, die für die Flüchtlingshilfe Geld brauchen.
Speaker: Dann sage ich ja, das glaube ich nicht, dass ich die gegeneinander ausspiele.
Speaker: Das Einzige, was ich sage, ist, lasst uns die Mittel doch effizient einsetzen.
Speaker: Wird man auch mal die Frage stellen können, ob das wirklich unterschiedliche Personengruppen sind.
Speaker: Aber gut.
Speaker: Interessanter Case, da würde mich mal deine Meinung zu interessieren.
Speaker: Habe ich letztens mit einer Kollegin diskutiert.
Speaker: Du hast jetzt eben auch von den Linken gesprochen.
Speaker: Die waren einer Meinung da mit euch in der Abstimmung.
Speaker: Es gab ja in München, Fabi, da kommst du ja her oder sitzt du gerade, gab es ja diesen Fall, dass der FC Bayern Meister geworden ist und die Stadt München hat ja die Kosten übernommen, so um die 400.000 oder so waren das, glaube ich.
Speaker: Ich nage mich nicht darauf fest, wo die Linken ja gesagt haben, das geht überhaupt nicht.
Speaker: Angenommen der FC...
Speaker: Die Zweitligameisterschaft hat er ja knapp verpasst.
Speaker: Ich bin ja FC-Fan und Mitglied schon lange.
Speaker: Wir haben am letzten Spieltag den HSV überholt, weil der HSV nicht gewonnen hat.
Speaker: Gab es eine Zweitligameisterfeier und hat die Stadt Köln die übernommen?
Speaker: Ey, super.
Speaker: Also wenn ihr Kölner wärt, würde ich sagen, das ist ja eine Fangfrage, aber
Speaker: hoch emotionales Thema, auch im Wahlkampf.
Speaker: Nein, die Stadt Köln hat es nicht gemacht.
Speaker: Und die Stadt Köln hat gesagt, es gibt keinen Empfang für den Aufstieg des 1.
Speaker: FC Köln.
Speaker: Die FDP und die CDU sind Sturm gelaufen, was der Stadt Köln einfallen würde, genau mit dem Argument, in anderen Städten, Hamburg hat eine riesen Aufstiegsfeier gemacht, München hat die Meisterfeier gemacht.
Speaker: Es ist eine Schande für das Rathaus und die Oberbürgermeisterin, dass sie dem 1.
Speaker: FC Köln diesen Empfang nicht gewährt.
Speaker: Und ich bin, seitdem ich denken kann, FC-Mitglied und ich habe an dem Tag sehr viel Kölsch getrunken und ich habe auch sehr viel gefeiert.
Speaker: Ich halte die Entscheidung aber für richtig, dass wir, wenn wir kein Geld für Bildung, für Kinder, für Pflege haben, dann müssen wir nicht die Meisterfeier und den Empfang vom 1.
Speaker: FC Köln bezahlen.
Speaker: Das wurde in der Stadt schon ausgiebig gefeiert und das haben die Leute auch selber bezahlt und das war auch okay für alle.
Speaker: Okay, jetzt die wirtschaftliche Perspektive.
Speaker: In München würde ich zum Beispiel behaupten, dadurch, dass echt viele Menschen anreisen, um diese Meisterschaft zu feiern, ist das nicht förderlich für den Tourismus und ist das nicht vielleicht sogar ein gutes Invest, 400.000 Euro quasi in Stadtmarketing zu investieren?
Speaker: Ich würde dir zustimmen, wenn ich nicht glauben würde, dass die Leute auch trotzdem anreisen.
Speaker: Das ist vielleicht in München nicht so, weil die werden halt jedes Jahr Meister.
Speaker: Man muss auch sagen, in München wurde ich Doppelmeisterschaft gefeiert.
Speaker: Also die Frauen des FC Bayern wurden ja auch Deutscher Meister.
Speaker: Aber trotzdem.
Speaker: Meine These, in Köln sind ja alle, was Fußball angeht, ziemlich verrückt.
Speaker: Ich glaube, es ist niemand nicht angereist,
Speaker: Diese Doppelverneinung.
Speaker: Alle sind angereist, obwohl es keine Meisterfeier gab.
Speaker: Das heißt, die Stadt Köln hat zumindest den wirtschaftlichen Effekt mitgenommen.
Speaker: Es gibt aber eine viel größere Dimension, wo ich letztens auch mit jemandem drüber gesprochen habe.
Speaker: Das ist der Kölner Karneval.
Speaker: Und warum will ich das einmal anführen?
Speaker: Weil das ist ein ähnliches Phänomen.
Speaker: In Köln meckern immer alle drüber, dass am 11.11. und dann Walber fast macht, die Stadt Millionen ausgibt dafür, dass die besoffenen Jugendlichen irgendwo auf irgendwelchen Orten feiern, wo es okay ist.
Speaker: Dann haben wir das Riesenmüllproblem.
Speaker: Und es ist ein Riesen-Narrativ von Problemen.
Speaker: Die Lösung, und das hat ein Beratungshaus geschrieben, könnte sein, die Stadt Köln könnte der größte Veranstalter der größten Karnevalsparty sein, dann soll sie doch mal die Rhein-Ufer-Straße sperren, dann soll sie dann eine Karnevalsmeile hinmachen, dann treten ja die Karnevalsbands auf, da wird das Festkomitee Kölner Karneval integriert, da werden die Kölner Brauereien integriert.
Speaker: Und dann verdient die damit Millionen, anstatt jetzt rumzulamentieren, dass sie Millionen bezahlen muss, um irgendwo die Menschen hinzuschicken.
Speaker: Das ist das perfekte Beispiel, dass das Narrativ nur von Problemen ausgeht und die Potenziale einfach liegen lässt.
Speaker: Ja, aber auch Perspektive.
Speaker: Was würde denn die komplette Kölner Gastronomie sagen, wenn das auf einmal wegfallen würde?
Speaker: Das würde nicht wegfallen.
Speaker: Die Leute sind eh auf der Straße.
Speaker: Ich glaube, es ist eher so, es würde nochmal einen Boost on top geben.
Speaker: Und da bin ich bei dir, deswegen komme ich da gerade drauf.
Speaker: Ich glaube, wir könnten damit sogar noch mehr Menschen anziehen.
Speaker: Wenn du hier Karneval in Köln bist, ist ja alles voll.
Speaker: Du stehst ja zwei Stunden vor Eckkneipen an.
Speaker: Du kommst nicht auf die Hotspots Altermarkt und Zülpischer Straße, weil die am Morgens 10 Uhr voll sind.
Speaker: wir würden damit tatsächlich einen Überlauf bieten für die Leute und wir würden noch mehr von außen anziehen.
Speaker: Das ist zumindest das, was ich als wahrscheinlichstes Szenario sehe.
Speaker: Also wir konstatieren, Lars ist pro Karneval.
Speaker: Auch schon immer, pro FC und pro Karneval.
Speaker: Sehr gut.
Speaker: Da hast du, glaube ich, schon viel gewonnen mit in Köln.
Speaker: Aber jetzt, du hast doch quasi schon deinen Plan B so ein bisschen angerissen.
Speaker: Was passiert denn?
Speaker: wenn das eben nicht funktioniert.
Speaker: Wie geht es mit dir weiter?
Speaker: Dann ist mit Talents Connect trotzdem Schluss?
Speaker: Nee, Schluss ist ja nicht.
Speaker: Es ist ja jetzt gerade auch zwei Tage die Woche noch Talents Connect und das würde auch so weitergehen, weil ich auch ehrlicherweise den Aufbau des Unternehmens, was man gegründet hat, super spannend finde, weil ich auf Bayern Builds das Ökosystem Lust habe, aber das würde mich nicht trotzdem fünf Tage zurück zu Talents Connect führen, weil ich Lust habe, andere Projekte zu machen.
Speaker: Und davon wird ein Teil sein, junge Gründer zu unterstützen.
Speaker: Das mache ich einfach unfassbar gerne.
Speaker: Aber ein Teil wird auch sein, an Ehrenamtlichen oder Dingen mitzuarbeiten, die für unsere Gesellschaft und für die Demokratie wichtig sind.
Speaker: Also gerade eben habe ich kurz das Thema Bildung angesprochen.
Speaker: Bildung ist für mich die Basis von allem und da kann man so viel besser machen und da hätte ich einfach Bock, daran mitzuarbeiten.
Speaker: Gleichzeitig stehe ich gerade jeden Morgen auf mit der festen Überzeugung, dass ich Oberbürgermeister werde und auch nur so geht das.
Speaker: Und trotzdem weiß ich, dass die Welt für mich nicht zusammenbrechen wird am 14.09.18 Uhr, wenn ich es dann nicht bin oder nicht.
Speaker: Zwei Wochen später.
Speaker: Zwei Wochen später.
Speaker: Die Frage vielleicht auch da in der Hinsicht, du investierst da ja jetzt auch sehr viel Zeit und Muse auch in deine Bekanntheit, aber auch darin, sage ich mal, Volt entsprechend auch in Köln zu vertreten.
Speaker: Liegt es da nicht nahe, vielleicht darauf aufzubauen und da, sage ich mal, die Parteiarbeit weiterzumachen?
Speaker: Und ich meine, in knapp vier Jahren wird ja wiedergewählt in Deutschland auf Bundesebene oder vielleicht auch im Landtag in Nordrhein-Westfalen, da vielleicht dann auch politisch zu wirken oder sagst du, wenn ich politisch aktiv werde, dann nur für meine Stadt?
Speaker: Nee, die Reise wird weitergehen.
Speaker: Und selbst wenn ich nicht Oberbürgermeister werde, ist es sehr wahrscheinlich, dass ich in der Bezirksverwaltung Köln-Süd sitzen werde.
Speaker: Ich habe gesagt, ich gehe nicht in den Stadtrat.
Speaker: Das war auch eine aktive Entscheidung, weil ich habe gesagt, wenn ich nicht Oberbürgermeister werde, dann will ich nicht fünf Jahre am Stück 20 Stunden Ehrenamt einbringen im Stadtrat, weil mir da der Hebel dann zu klein ist.
Speaker: Das ist nicht mein Weg.
Speaker: Aber Bezirksvertretung Köln-Süd,
Speaker: Da sitze ich dann und dann kann ich sogar im noch kleineren Nukleus, sind wir wieder beim chinesischen Sprichwort, mitwirken und Politik aktiv gestalten.
Speaker: Und dann gibt es ja die nächsten Wahlen.
Speaker: Dann gibt es eine Landtagswahl, dann gibt es eine Bundestagswahl und dann gibt es aber vor allem eine Europawahl, die zeitgleich mit der Bundestagswahl stattfinden wird.
Speaker: Dann das Superwahljahr, weil alle fünf Jahre Europawahl ist und ein Jahr vor der Bundestagswahl war Europawahl der größte Erfolg von Volt bisher.
Speaker: Und warum bin ich bei Volt?
Speaker: Weil ich an Europa glaube und ich glaube, wenn man jetzt auf die gesamtweltpolitische Lage guckt, ist zumindest meine Überzeugung, dass wir Europa mehr denn je brauchen und ich glaube, dass Volt da eine extrem starke Rolle spielen wird und
Speaker: Das könnte ich mir schon sehr gut vorstellen, da dann auch wieder eine sehr aktive Rolle in erster Reihe einzunehmen, wenn die Partei das denn will.
Speaker: Aber mir widerspreebt es gerade schon darüber zu sprechen, weil ich gerade wirklich wie so ein, ich habe das letzte mit so einem Boxer verglichen, das ist aber eigentlich das falsche Bild.
Speaker: Ich bin komplett fokussiert auf die Wahl am 14.9. und denke ehrlicherweise noch nicht, was danach ist, aber ich weiß, dass es Optionen gibt.
Speaker: Da sind wir wieder beim Fußball-Sprech.
Speaker: Das klang gerade wie so ein hochtalentierter Fußballer, der mit Transfergerichten konfrontiert wird.
Speaker: Ja, wir haben jetzt ein Thomas Müller, der weiß jetzt bis Ende Juni ist er noch oder bis Ende der Klubwärme ist er noch unter Vertrag beim FC Bayern und gut, er weiß, dass es bei denen nicht weitergeht, aber es gibt auf jeden Fall Optionen.
Speaker: Oder Jürgen Klopp, sehr gute Dokumentation, meine Meister, als er Borussia Dortmund zur Meisterschaft geführt hat.
Speaker: Gibt es eine gute Phase, die habe ich auch schon oft als Analogie für Tanz Connect und das Team angewendet.
Speaker: Dann sagt er, naja, wir hatten eine Phase und wir wussten, wir hatten drei Spiele in Folge vor der Brust oder vier, weiß nicht mehr genau.
Speaker: Aber es waren alles gegen Top-Mannschaften.
Speaker: Dortmund hat gegen Bayern gespielt, gegen Leverkusen, gegen Wolfsburg.
Speaker: Aber andersrum, also es war glaube ich Leverkusen, Wolfsburg, Bayern.
Speaker: Und er hat gesagt, natürlich war es klar, es geht Bayern oder wir.
Speaker: Aber ich habe mir doch nicht drei Wochen vorher überlegt, wie kann ich die Bayern schlagen.
Speaker: Ich habe von Woche zu Woche zu Woche gedacht.
Speaker: Und dann haben wir Leverkusen geschlagen, dann haben wir Wolfsburg geschlagen, dann haben wir Bayern geschlagen.
Speaker: Aber ich habe immer nur über das nächste Spiel nachgedacht.
Speaker: Aber ich finde eben hat man so zwischen den Zeilen auch rausgehört, dass selbst mit dem Schritt zum Oberbürgermeister von Köln deine politische Karriere, dass du da schon irgendwie auch noch einen Ticken höher strebst.
Speaker: Habe ich zumindest so aufgefasst zwischen den Zeilen.
Speaker: Ja, ich glaube Ambitionen gibt es ja immer, aber Oberbürgermeister von Köln wäre schon crazy.
Speaker: Wenn man das mir auch vor einem Jahr gesagt hätte, wenn wir vor einem Jahr geredet hätten, hätte ich gesagt, völlig undenkbar.
Speaker: Dann gucken wir erst mal, was da passiert.
Speaker: Ja, wählen können wir ja nicht, Ascha.
Speaker: Da sind wir ja raus.
Speaker: Vielleicht können wir ja die Wahldrommel ja trotzdem rühren bei unseren Kölner Bekanntschaften, die wir haben.
Speaker: Ja, das wollte ich noch fragen.
Speaker: Wie ist denn das?
Speaker: Gehst du so klassisch Oldschool-Wahlkampf auch Klinken putzen bei Bürgerinnen und Bürgern?
Speaker: Ja, auf jeden Fall.
Speaker: Und das wird jetzt noch mehr werden.
Speaker: Da ist jetzt ehrlicherweise noch ein bisschen Ruhe vor dem Sturm.
Speaker: Die Wahl ist jetzt in drei Monaten.
Speaker: Jetzt kommen auch noch mal die Sommerferien, aber spätestens ab Anfang August, 1.
Speaker: August, werden die Wahlplakate aufgehangen.
Speaker: Da ist dann auch angesagt, Wahlkampf auf dem Marktplatz.
Speaker: Und trotzdem bespielen wir gerade alles, Social Media und Co.
Speaker: Aber ja, da gibt es auch Termine in Altenheimen und das ist auch völlig okay, weil man damit wirklich auch das umfassende Bild auf diese Stadt bekommt.
Speaker: Hilft dir denn da so generell, weil als Politiker muss man natürlich redegewandt sein, ich glaube, das können wir beide unterschreiben, das bist du, aber hilft dir denn auch da deine Erfahrung so als Business Developer aus Netzwerke, Vertrieb, kannst du da auf dein Fundus zurückgreifen?
Speaker: Ja, und das ist verrückt, wenn ich sehe, wie andere das angehen.
Speaker: Also eins der ersten Sachen, als klar war, dass ich es mache, war mir eine Liste zu schreiben mit Menschen, die ich treffe.
Speaker: Und die hat natürlich verschiedene Parameter, warum ich die Leute treffe.
Speaker: Reichweite, Zugang zu Geld oder Wissen, was ich abgreifen will.
Speaker: Idealerweise alles drei.
Speaker: Das klingt jetzt ein bisschen technokratisch, das ist ja auch kein Geheimnis, aber ich habe mir diese Liste gemacht und so arbeite ich nach den Prios ab, mit wem ich rede, um möglichst schnell Impact zu machen, weil die Zeit ist halt ultra knapp.
Speaker: Das sind jetzt noch knapp 80 Tage, das ist nicht viel Zeit.
Speaker: Würdest du sagen, das öffnet auch Türen, dich vorzustellen, zu sagen, hey, ich möchte jetzt mit dir gerne reden, dein Wissen haben, weil ich bin Oberbürgermeisterkandidat der Stadt Köln.
Speaker: Jeder, jede Tür.
Speaker: Das habe ich unterschätzt.
Speaker: Und man kennt das ja aus Business Development Sicht, Leute anzuschreiben, Top-Entscheide, um einen Termin zu kriegen.
Speaker: Das funktioniert, das funktioniert aber öfter auch nicht.
Speaker: Also die Quote ist nicht 50-50 meistens, wobei man als Co-Founder auch so einen gewissen Bonus hat.
Speaker: Aber der Opener, ich bin Oberbürgermeisterkandidat für Köln, ich möchte gerne eine halbe Stunde mit dir reden, ich möchte verstehen, wie du auf Köln guckst und was wir besser machen können.
Speaker: 100 Prozent und egal bei wem, also die höchsten Ämter dieser Stadt, die größten Industriechefs dieser Stadt, ich kriege bei jedem Termin.
Speaker: Das ist der krasseste Opener, den ich jemals hatte.
Speaker: Und das hat sich jetzt sogar schon selber beschleunigt, so machen wir es im Business ja auch.
Speaker: Wenn ich einen treffe, ist eine Frage immer, mit wem müsste ich aus deiner Sicht in dieser Stadt noch reden?
Speaker: Und ich kriege immer drei Namen mindestens und ich kriege dann auch direkt ein Intro.
Speaker: Also gibt es auf Städteebene auch schon starke Lobbyarbeit, sagen wir es so, weil die Leute, mit denen du sprichst, die werden ja was von dir wollen.
Speaker: Ja, natürlich.
Speaker: Also da guckt jeder so ein bisschen auf seinen eigenen Hintern und schaut sich dann an, welche Kandidatin passt am besten für das, was ich haben möchte.
Speaker: Ja, und ich finde das auch fair und ich gehe da auch offen mit den Leuten um und ich sage denen auch so mal, also jetzt habe ich mich mit Handelsvertretern getroffen.
Speaker: Die sagen, ey, ihr wollt doch immer die Autos raus aus der Innenstadt, dann wird hier alles zusammenbrechen.
Speaker: Dann sage ich, ja, Autos raus aus der Innenstadt finde ich auch.
Speaker: Ich habe auch gesagt, ich kann mir auch gut vorstellen, Neumarkt, den zentralen Platz in Köln ohne Autos, wie geil wäre.
Speaker: Und natürlich ist der Aufschrei groß.
Speaker: Und ich sage dann aber auch, ja, Leute...
Speaker: Es wird Entscheidungen geben, die werden wehtun.
Speaker: Aber wir werden Entscheidungen treffen müssen.
Speaker: Wenn wir über Klimawandel reden, dann müssen Autos raus aus der Innenstadt.
Speaker: Und es gibt andere Städte, die das geschafft haben.
Speaker: Guckt nach Paris, guckt nach Barcelona.
Speaker: Da ist der Handel trotzdem nicht zusammengebrochen.
Speaker: Was wir anders machen als andere Parteien ist, wir werden nicht sagen, Autos raus und wir werden keine Alternative haben.
Speaker: Wir werden Alternativen bieten.
Speaker: Dann müssen die Autos halt woanders parken, dann müssen wir am besseren Nahverkehr.
Speaker: Also dies, das.
Speaker: Aber ja, jeder hat...
Speaker: Irgendwas.
Speaker: Der Kulturrat, mit dem ich auch ein super Gespräch habe, obwohl wir die ganze Zeit sagen, ich glaube, wir können Kulturbudget weniger einsetzen, mit dem ich trotzdem gut gespräche, weil er auch sagt, naja, dann lass mal über Effizienzen reden.
Speaker: Das ist schon möglich.
Speaker: Wir sind ja unter uns.
Speaker: Hast du schon mal jetzt in deinem Wahlkampf ein Versprechen abgegeben, was du vielleicht nicht halten werden wirst?
Speaker: Also was ja immer wichtig ist, ist ja auch die Meinung der Partei und die Meinung des Lars.
Speaker: Und ich habe schnell gelernt, dass man auch eine eigene Meinung abgeben darf.
Speaker: Das ist auch gut so, sonst hätte ich es auch nicht gemacht.
Speaker: Dann muss man es aber als die eigene Meinung framen.
Speaker: Ein gutes Beispiel ist die Diskussion darum, ob eine Partei, die im rechten Spektrum ist mit drei Buchstaben, deren Namen ich jetzt nicht ausspreche, in Schulen Veranstaltungen machen darf.
Speaker: Meine persönliche Meinung dazu ist nein, aber aus Parteisicht, und das ist nicht nur bei Volt, so gibt es die Meinung, dass es total schwierig wäre, weil dann alle anderen Parteien eben auch nicht mehr entschulen dürften und das würde die Basisdemokratie gefährden.
Speaker: Trotzdem habe ich in einem Interview mit der Bezirksschülerinvertretung gesagt, dass ich als Oberbürgermeister mich dafür einsetzen würde, dass sie es nicht mehr dürfen.
Speaker: Stimmt, das ist ein guter Punkt.
Speaker: Wie viel... Husten.
Speaker: Ja, klar.
Speaker: Wenn man so viel spricht, da muss man... Ich bin ja froh, dass er überhaupt noch eine Stimme hat.
Speaker: Wir haben ja Freitag.
Speaker: Wir haben ja viel gesprochen wahrscheinlich.
Speaker: Der letzte Sprechtermin für heute.
Speaker: Morgen geht es dann weiter.
Speaker: Okay.
Speaker: Dann Sonntag ausruhen.
Speaker: Stimme schon.
Speaker: Aber was du gerade gesagt hast, gibt es sowas wie ein Framework, was vorgegeben ist von der Partei, wo dann gesagt wird, okay Lars, in diesem Rahmen solltest du dich bewegen, weil du vertrittst ja auch Parteiinteressen.
Speaker: Spricht man sowas vorher ab?
Speaker: Ja, also viel steht im Wahlprogramm, aber es gibt natürlich auch Grundsatzregeln und Grundsatzsatzungen, die bei Vault Europa existieren.
Speaker: sich durch alle Länder zieht, auch eine Einzigartigkeit, die nur Volt hat.
Speaker: Und man braucht da natürlich eine grundsätzlich hohe Überschneidung, um auch mit der Partei ins Rennen zu gehen.
Speaker: Gleichzeitig, glaube ich, wird man niemals 100 Prozent der Meinung einer Partei sein.
Speaker: Ich bin natürlich auch mehrere.
Speaker: Parteien und Wahlprogramme angeguckt.
Speaker: Es gibt immer Sachen, wo man denkt, sehe ich persönlich anders, aber die Überschneidung muss da sein und so ein gemeinsames Commitment muss es geben, aber gleichzeitig genug Flexibilität, auch mal anderer Meinung zu sein, dann aber zu sagen, das ist jetzt meine Meinung und nicht die Meinung der Partei.
Speaker: Da gibt es auch berühmte Beispiele, da muss man nur in den Südwesten schauen, in Baden-Württemberg.
Speaker: Da ist, glaube ich, der aktuelle Ministerpräsident auch nicht immer der Meinung der Partei, der angehört.
Speaker: Ich hatte auch eine gute Diskussion, wir haben vorhin über Olaf Scholz geredet und ich habe es letztens auch auf dem Podium gesagt, als es um Flucht und Migration ging.
Speaker: Olaf Scholz sagt im Wahlkampf, wir müssen im großen Stil abschieben und das steht dann auf dem Spiegeltitel.
Speaker: Ich habe dann gesagt, wir müssen im großen Stil in Menschen investieren und dann hatten wir eine angeregte Diskussion und das war jetzt auch bestimmt nicht die Meinung von allen Menschen in der SPD.
Speaker: Es gab schon einen sehr lauten Aufschrei, was denn da auf diesem Spiegeltitel steht.
Speaker: Und ich glaube, das ist vielleicht gar nicht schlecht.
Speaker: Es darf auch innerhalb einer Partei unterschiedliche Positionen und Diskussionen geben.
Speaker: Die muss es, glaube ich, sogar geben, damit es gute Politik wird.
Speaker: Ja, wo wir wieder eine Parallele zum Unternehmertum hätten.
Speaker: Und glaube ich, überall, wo Menschen zusammenkommen, ist das ja wichtig, unterschiedliche Positionen zu haben.
Speaker: Gut, wobei, die Henriette Reker, die hat es ja dann ein bisschen einfacher gehabt.
Speaker: Die hat ja quasi dann einfach... Ja, überparteilich ist für das Amt einer Oberbürgermeisterin oder Oberbürgermeister sicher gar nicht schlecht.
Speaker: Und sie hatte ja die Unterstützung am Anfang der CDU, der Grünen und der FDP, dann nur noch die CDU und die Grünen.
Speaker: Und es gibt auch schon Menschen in dieser Stadt, die jetzt vielleicht nicht Volt wählen, aber auch schon gesagt haben, es wäre schon ein sehr charmanter Gedanke, einen Unternehmer als Volt-Abgeordneten als Stadtspitze zu haben.
Speaker: Und das muss ja nicht die stärkste Fraktion sein.
Speaker: Aber da darüber zu stehen und mit diesem Ansatz den Volt verfolgt, wir machen die beste Politik,
Speaker: Das hat schon Charme.
Speaker: Das klingt jetzt so, als würde ich das selber sagen, aber das wurde mir gespiegelt und ich glaube, das war auch ernst gemeint.
Speaker: Kann auch von Vorteil sein, ja.
Speaker: Fabi?
Speaker: Ich bin eigentlich, ich wäre schon fast dazu übergegangen, über deine Möglichkeit, Drittkarriere zu sprechen, weil andere Politiker haben es ja auch schon vorgemacht, wenn man Politik nicht so gut kann, schaut man sich andere Themen an und hält die in die Kamera.
Speaker: Wir haben ja das letzte Mal ausgiebig, außer Jascha, du hast noch... Das war eine sehr komische Beschreibung für Würste.
Speaker: Für Würste, für McDonalds, für alles andere, für Krapfen.
Speaker: Naja, wollen wir nicht so viel über Markus Söder sprechen.
Speaker: Lars, das letzte Mal, als du da warst, hast du dich als Foodie geoutet.
Speaker: Du hast uns da auch ein bisschen Einblicke gegeben in deine Kulinarik.
Speaker: Wir haben es jetzt schon bemerkt, auch im Vorbriefing, Jascha und ich,
Speaker: deiner Aktivitäten, vielleicht auch erstmal aufgrund des Zeitmangels geschuldet, zumindest auf Instagram, in Sachen Rezepte und Bilder wurden weniger.
Speaker: Und das letzte Mal hast du uns einen Rezept-Tipp gegeben, haben wir dich gefragt, und da hast du gemeint, es gibt das vegetarische Bööf Bourguignon, das du sehr empfehlen kannst.
Speaker: Was ist denn aktuell das, was man am meisten, am häufigsten bei dir am Teller findet?
Speaker: Also
Speaker: Ich esse immer noch fleischlos.
Speaker: Fisch kommt aber auf den Teller.
Speaker: Ich koche leider viel zu wenig, weil es für mich wirklich Entspannung ist und das kommt gerade zu kurz.
Speaker: Lustigerweise habe ich genau dieses Gericht, vegetarisches Bœuf Bourguignon, dieses Jahr wieder zu Weihnachten gekocht.
Speaker: Also da habe ich es dann gemacht.
Speaker: Das passt, glaube ich, sehr gut.
Speaker: Nichts für den Sommer, ja.
Speaker: Was ist denn ein Sommergericht?
Speaker: Es ist ja an die 30 Grad gerade in Deutschland.
Speaker: Ich grille extrem gerne.
Speaker: Und was ich wirklich gerne mag, ist so ein Wolfsbarsch vom Grill.
Speaker: Einfach nur so ein bisschen Olivenöl, ein bisschen Zitrone.
Speaker: Das essen dann auch die Kids.
Speaker: Das ist nicht immer so.
Speaker: Das schmeckt schon extrem gut.
Speaker: Damit kann ich mich gut anfreunden.
Speaker: Das ist auch ein gutes Sommergericht.
Speaker: Da kann man auch guten Wein zu trinken.
Speaker: Wir haben auch schon deinen Instagram-Kanal angesprochen.
Speaker: Da gibt es jetzt keinen Food-Content mehr.
Speaker: Ne, da gibt es gerade politischen Content und der wurde auch so ein bisschen aufgeräumt und es gab auch die Frage, ob der Food-Content nicht weg muss, den habe ich aber trotzdem draufgelassen, weil es ja auch nicht verboten ist, aber jetzt zumindest mal die nächsten Monate wird es das wahrscheinlich weniger geben und dann gucken wir mal, was danach passiert.
Speaker: Ja, schauen wir mal.
Speaker: Wie sieht es denn gerade mit deinem, wir haben über dein Stresslevel am Anfang gesprochen,
Speaker: 8 war das, ne?
Speaker: Wie gleichst du denen gerade aus?
Speaker: Findest du gerade noch, du hast gesagt, du findest die Zeit zum Kochen nicht mehr, findest du noch irgendwie einen Ausgleich neben Unternehmertum, Politik aktuell?
Speaker: Ja, also Zeit mit Menschen, die man mag, Familie und Freunde, schneide ich immer raus und
Speaker: habe auch schon Sachen, wo ich rational dachte, boah, da müsste ich jetzt eigentlich Wahlkampf machen, gesagt, da kann ich jetzt heute nicht hingehen, weil jetzt bin ich einfach verabredet mit entweder Family oder Freunden.
Speaker: Ansonsten kommt der Ausgleich zu kurz, eigentlich müsste ich mehr Sport und Co.
Speaker: machen, ich weiß, dass es falsch ist, aber ich weiß gerade auch, es geht gerade einfach.
Speaker: nicht.
Speaker: Wie wäre es denn mal mit so einem Tipp?
Speaker: Einfach mal sagen, hey du einmal die Woche läufst du morgens früh um sieben im Rhein entlang offenes Q&A Walk and Talk.
Speaker: Da könntest du quasi zweifeligen mit einer Klappe schlagen.
Speaker: Das ist tatsächlich eine gute Idee, weil ich habe wirklich vor, in der heißen Wahlkampfphase offene Insta-Live-Formate und so zu machen.
Speaker: Die kann man ja vielleicht sogar so machen.
Speaker: Also das meine ich total ernst.
Speaker: Das könnte ich mir gut vorstellen.
Speaker: Im Laufen.
Speaker: Also ich könnte im Laufen... Ein bisschen im leichten Joggen.
Speaker: Ich meine, diese, zumindest in München, diese ganzen Runclubs, die sprießen ja aus dem Boden wie Pilze.
Speaker: Und wenn die Leute das eh machen, und es gibt ja diese Studien, dass man in Bewegung, dass da das Gehirn, die Hirnaktivität ja noch mehr angeregt wird.
Speaker: Könne vielleicht eine fruchtvolle Sache sein.
Speaker: Nehme ich mit.
Speaker: Also guter Tipp tatsächlich.
Speaker: Und das mache ich aber auch manchmal wirklich.
Speaker: Ich habe auch ein Bild gesehen, da war es zum Raufen.
Speaker: Ja, wo ich Meetings habe und weiß, ich muss nicht am Rechner sitzen, dann nehme ich die mir auf die Kopfhörer mit und mache die draußen unterwegs.
Speaker: Na gut, dann werden wir wahrscheinlich demnächst ein paar Q&As im Gehen oder im Laufen dann bei dir?
Speaker: Gehen oder joggen?
Speaker: Ja, ich glaube eher im Gehen, weil sonst ist das mit Reden und so, das finde ich beim Joggen anstrengend.
Speaker: Was ich aber auch schon gemacht habe, es muss ja Social-Media-Content produzieren.
Speaker: Das passiert dann ja auch so in den Randzeiten und das mache ich wirklich jetzt schon gerne im Gehen.
Speaker: Gerade so TikTok-Content einfach reinlabern, das funktioniert schon ganz gut.
Speaker: War das eine Umstellung für dich?
Speaker: Total, total.
Speaker: Auch voll weit weg der Komfortzone.
Speaker: Es war aber auch klar, dass es passieren muss.
Speaker: Kommst du dir noch blöd vor, wenn du mit der Kamera vor dem Gesicht rumläufst?
Speaker: Es wird weniger, aber es kommt mir schon noch blöd vor.
Speaker: Letztens habe ich auch einen Nachbarn getroffen und der hat gesagt, was machst denn du da?
Speaker: Und ich so, ja, ich checke gerade meine E-Mails, was für eine bescheuerte Antwort.
Speaker: Ich wollte ihm jetzt nicht sagen, ich nehme mir gerade ein TikTok-Video auf.
Speaker: Ich checke meine E-Mails auch immer mit Ringlicht an.
Speaker: Das war tatsächlich draußen beim Rumlaufen, aber es war trotzdem irgendwie bescheuert.
Speaker: Ich habe es dann aber auch aufgelöst mit dem Lacher und gesagt, also ehrlicherweise drehe ich gerade Social Media Content für den Wahlkampf und dann haben wir beide gelacht und dann war es auch gut.
Speaker: Na ja gut, man muss raus aus der Komfortzone.
Speaker: Fabi, abschließende Worte, abschließende Fragen.
Speaker: Nee, ich weiß auf jeden Fall, was ich am 14.09. machen werde.
Speaker: Werde schauen, was passiert in Köln.
Speaker: Ah, am Anfang, Lars, hast du noch gesagt, du wirst vor irgendeinem Fernseher stehen.
Speaker: Ja.
Speaker: Weißt du schon, vor welchem?
Speaker: WDR, ne?
Speaker: Welcher Fernseher, wo steht er?
Speaker: Gibt es so eine Party?
Speaker: Es wird eine Wahlparty geben, ich weiß aber auch noch nicht wo.
Speaker: Ich weiß auch noch nicht wie groß, aber ich werde das nicht alleine machen.
Speaker: Da werden Menschen um mich rum sein, die wichtig sind.
Speaker: Das werden Kollegen, Freunde, Menschen aus der Partei sein und dann werden wir das irgendwo zusammen gucken.
Speaker: Und ich hatte das Glück schon einmal bei einer Wahlparty zu sein, bei der Bundestagswahl in Berlin bei Volt.
Speaker: Das war jetzt wenig Partystimmung, weil das Ergebnis nicht da war.
Speaker: Aber diesen Moment, das gemeinsam zu machen und auch danach noch gemeinsam das einzusortieren, das war super hilfreich und jetzt wird das in Köln dann positiver enden und dann werden wir auch was zu feiern haben.
Speaker: Ja, wir drücken die Daumen auf jeden Fall am 14.
Speaker: Auf jeden Fall.
Speaker: Ich stelle jetzt gerade auf den Schlauch.
Speaker: Mir kam noch gerade eine gute Frage rein, aber die ist jetzt mir auf einmal wieder jetzt... Das passiert selten.
Speaker: Vielleicht sollten wir das nutzen.
Speaker: Aber die ist jetzt schon wieder weg.
Speaker: Es ist Freitagnachmittag.
Speaker: Das ist zum Mäusemelken.
Speaker: Vielleicht kommt es mir jetzt noch im Abspann.
Speaker: Wir machen jetzt einfach den Abspann an und geben dir noch ein paar Sekunden.
Speaker: Und wenn es nicht so ist, dann soll es nicht so sein.
Speaker: Nee, Fabi kriegt es nicht mehr hin.
Speaker: Wir liefern die Frage nach bei der dritten Folge.
Speaker: Bei der dritten Folge als Oberbürgermeister.
Speaker: So machen wir es.
Speaker: Vielen, vielen Dank, Lars.
Speaker: Bis zum nächsten Mal und viel Erfolg.
Speaker: Danke, Fabi.
Speaker: Bis bald.
Speaker: Danke.
Speaker: Ciao.






