Zencastr
00:00:00
00:00:01
Speed1x
Format
Share
Embed
Report

Buchbesprechung - "Hard Land" von Benedict Wells

Der Buchklub
Der Buchklub

427 plays · Dec 17, 2023

Transcript

Speaker: So kommt und lasst uns eine Musestunde mit Geschichten erzählen zu bringen. Und unsere Geschichte sei die Erziehung unserer Helden. Wir machen uns hier Gedanken über Bücher, geben uns die größte Mühe und im Fernsehen klappt es wieder. Sie wollen das auch nicht dazulernen. Sie wollen nichts dazulernen. Sie sind störrisch wie ein Esel manchmal. Sein Blick ist vom Vorübergehen der Stäbe so müde geworden, dass er nichts mehr hält. Einmal ein gutes Buch. Ein wundervolles Buch. Schreckliche, langweilige Geschichte.

Speaker: Na, Igor? Hallo, ich bin Igor. Und dein Name ist? Josy, hallo. Hallo und herzlich willkommen zum Buchklub, liebe Leute, nach etwas längerer Abwesenheit. Hä. Äh, ja. Willst du was dazu sagen? Nein. Nein.

Speaker: Nein. Nach etwas längerer Abwesenheit unterschiedliche Gründe gab es dafür. Sind wir aber wieder back am Start. Und wie versprochen besprechen wir heute Benedict Wells.

Speaker: Hartland, Jugendbuch des Jahres 2021, glaube ich. Allerdings den Jugendjury -Preis gewonnen, nicht den echten. Die Jugendjury setzt sich zusammen, glaube ich, aus Jugendlichen. Luisa Neubauer und

Speaker: Und dieser Kevin Kühnert. Genau der. Über dieses Buch sprechen wir also heute. Wenn ihr das mögt. Und der eine, der eine, der jüngste, älteste CDU -Abgeordnete. Amthor. Wie heißt der? Genau. Ich glaub nicht, dass Amthor das hochgevoted hätte. Denkst du nicht?

Speaker: Jedenfalls, wenn euch das alles gefällt, aber eigentlich auch wenn nicht, drückt uns ein paar Sternchen nach oben und so weiter sofort. Kommt in unsere Discord -Gruppe, das haben wir auch schon ewig nicht mehr gesagt.

Speaker: Stimmt. Lass uns anfangen. Benedict Wells ist ein halb Schweizer, halb Coming -of -Ager, halb deutscher Autor aus München. Der ist in Internaten groß geworden. Irgendwie ist das im Süden so ein Ding. Schon wieder?

Speaker: Ja, hat auf jeden Fall internatisiert. Na, seine gesamte Schulzeit hat er im Internat verbracht. Also ab sechs, also ab dem Moment, wo er sechs war. Wird man da Schriftsteller an diesen Internaten? Christian Kraft? Keine Ahnung. Also jedenfalls ist er dann nach Berlin gezogen. 2003. Und wie es sich für einen ordentlichen zugezogenen Berliner gehört, hat er sich gegen ein Studium entschlossen.

Speaker: und sich dem Schreiben widmet. Das machen viele in Berlin. Sie schließen sich gegen ein Studium, widmen sich dem Schreiben. Und anscheinend hat das geklappt, denn fünf Jahre später hat er dann seinen Debütroman im Diogenes -Verlag im Ehrenwerten

Speaker: Und der wurde dann auch direkt verfilmt, hier mit diesem einen Decken da. Ach wirklich? Christian Ullmann und so weiter und so fort. Und er hat schon mittlerweile ein paar Bücher geschrieben, relativ hochfrequent. Und Heartland, wie gesagt, ist sein letztes, also aktuellstes Buch, glaube ich, 2021 erschienen. Und das ist das, was wir besprechen werden.

Speaker: Ja. Ja, ich habe mir diesmal keine Notizen gemacht, um die Geschichte, um die Handlung zusammenfassen, weil zu fassen, weil eigentlich passiert nicht viel, muss man sagen. Sam ist 15, wird 16, das Ganze spielt in Missouri, in den USA. Ja, ja, reden wir noch drüber. Also Sam geht in die, in welche Schule geht man da? High School, ne?

Speaker: In dem Alter. Ja, genau. Er hat keine Freunde. Sein einziger Freund Stevie ist weggezogen. Ist sowieso so ein bisschen, naja, sehr erotisch. Also hat so ein paar Angststörungen. Und naja, ist sehr in sich zurückgezogen. Irgendwie lebt er. Und es sind Sommerferien, Anfang der Sommerferien. Er verliebt sich in Kirsti.

Speaker: Die ist zwei Jahre älter als er und sie sieht sie in so einer Gruppe mit zwei Jungs im Kino stehen, in dem Kino, in dem er vorbeigeht, wo ein Plakat hängt, dass sie Aushilfen suchen. Das Kino soll aber dicht gemacht werden zum Ende des Jahres. Die Stadt im Übrigen, in der das spielt, heißt Grady und Grady ist so ein bisschen so auf dem absteigenden Ast, seit er eine große Fabrik zugemacht hat. Eine fiktive Stadt.

Speaker: Ja und

Speaker: Ja, dann ... Ja, jetzt endlich fängt er im Kino an, um Kirstinia zu kommen und um der Aussicht zu entgehen, den Sommer bei seinen gewalttätigen Cousins zu verbringen. Zu Hause ist das alles ziemlich unangenehm, weil seine Mutter totkrank ist. Also, sie hat Krebs und man weiß noch nicht, ob sie es überlebt oder nicht. Doch, das weiß man. Stimmt, man weiß es, weil der Roman so anfängt.

Speaker: In diesem Sommer verliebte ich mich zum ersten Mal und meine Mutter starb. Ja, so ähnlich. Aber ja. Mit dem Vater kommt er nicht besonders gut klar und dann hat er noch eine ältere Schwester. Die ist weggezogen und ist eine erfolgreiche Regisseurin. Ja.

Speaker: kommt fast nie zu Besuch, was er ihr auch übernimmt. Jean heißt sie. Na ja, jedenfalls fängt er dann in diesem Kino an. Da ist er mit Kirstie, Cameron und Hightower. Eigentlich heißt er Brent, aber er wird von allen Hightower genannt. Ja, das ist die Clique vom Kino. Die kennen sich schon ewig und letztendlich kommt er dann in diese Clique rein, verbringt einen tollen Sommer mit denen.

Speaker: Dann stirbt seine Mutter am Tag nach seinem Geburtstag, den er mit seinen Freunden verbracht hat und dafür seine Eltern versetzt hat. Und ja, mit Kirsti kommt er jetzt nicht so richtig zusammen. Die ist ja auch zwei Jahre älter als er. Dann gehen sie alle weg ins College. Und außerdem muss er in der Schule, weil das jedes Jahr in dem, jedes Mal in dem Jahrgang so dran ist, dass ein Buch namens, also ein Gedichtband namens Heartland lesen. Auch das fiktiv.

Speaker: Und am Ende des Jahres einen Aufsatz darüber schreiben, in dem es vor allem um die Frage geht, worum es geht in diesem Band. Und bis jetzt hat nur eine Person das Thema rausgefunden und dafür eine Eins bekommen. Am Ende erfahren wir, dass es Kirsty war und dass es in dem Buch um Sex geht.

Speaker: Ja, und also wie genau und viel mehr erfährt man darüber nicht. Aber was es mit diesem Sex jetzt auf sich hat, jedenfalls eben ums Erwachsenwerden. Es ist ein Coming -of -Age -Gedichtband. Hab ich irgendwas Wichtiges vergessen? Ganz am Ende haben sie Sex. Wahrscheinlich. Kirstie und Sam.

Speaker: Ja, das wird so sein. Gut, danke, Josi, für deine Zusammenfassung. Ich denke, du hast ... Das war Rekordzeit für dich. Mhm. An Kürze. Drei Minuten ... Aber es passiert halt wirklich eigentlich nichts. Und 30. Also, diese paar Sachen passieren, diese großen Sachen, Tod der Mutter. Ja.

Speaker: Die anderen gehen aufs College, aber das hat sich die ganze Zeit angekündigt, zwischendurch diese eine Mutprobe zu seinem Geburtstag. Das mit der Mutter weiß man ja auch, man weiß nur nicht, wann es passiert. Genau. Dass es passieren wird, ist ja klar. Das heißt, ja. Aber lass uns ... lass uns mal vielleicht damit beginnen, was vielleicht so der erste Eindruck war. Denn bei mir war, als ich kurz ... also kurz angelesen hab die Rückseite des Buches,

Speaker: und gelesen hab, dass das in Amerika spielt, in Missouri. Mhm. Und von einem deutschen Autor ist, der aus München stammt und in Berlin wohnt oder wohnte.

Speaker: Ähm ... hab ich mich direkt erst mal gefragt, warum. Also, warum macht man das? Und ... ja. Also, was sagst du dazu zu der Location, in der das Buch spielt? Ja. Also, muss das in Amerika spielen? Ich muss sagen, zuerst dachte ich, das ist ja fürchterlich. Warum macht man das? Das ist ja der Gipfel der Amerikanisierung. Wie kann man so wenig ... So wenig Heimat liebe.

Speaker: Na, ich würd einfach sagen ... Wenn man seinen Buch woanders ansieht, dann kann man doch zumindest was nehmen, was einen Ort nehmen, den man nicht ständig in jeder Fernsehserie vorgesetzt kriegt. Ja, und zumal ... Es ist ja nicht originell oder so. Ja, und wenn er jetzt irgendwie eine besondere Verbindung zu Misuri hätte oder so, aber das scheint ich ja überhaupt nicht zu verzeihen. Aber ...

Speaker: Im Laufe des Buches bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es trotzdem ziemlich nervig ist, vor allem, weil er wirklich schreibt, als wäre das Buch aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt worden. Also diese ganzen Anglizismen, die wir in der Sprache haben, die man nicht sofort entdeckt, die sind da alle mit drin. Welche meinst du? Na zum Beispiel, ich kann nicht glauben. Eigentlich sagt man auf Deutsch, ich glaube nicht.

Speaker: Das merkt man schon heute kaum noch. Ich kann nicht glauben, dass du das getan hast. Das ist die Synchronisation einer amerikanischen Serie. Das ist sehr weit hergeholt. Nee, ist es nicht.

Speaker: Es ist doch ein absolut deutscher Satz, ich kann nicht glauben. Ja, aber es ist nicht pneumatisch auf Deutsch. Weißt du, was ein Anglizismus ist? Ein Anglizismus ist, dass etwas fein ist. Das ist ein Anglizismus. Aber das sagt er ja nicht. Ja, richtig. Deswegen weiß ich gar nicht, was du ...

Speaker: Okay, das heißt, das Buch hatte Anglizismen, aber das ist jetzt eigentlich ehrlich gesagt nicht das, was mein Problem mit der Location war oder was ich befürchtet hab. Ja, aber ich fand dann, dass dieser Niedergang, der in Grady so beschrieben wird, also Grady ist ja

Speaker: Ja, es geht ja die ganze Zeit um die Frage, ob man Grady jetzt aufgeben soll, weil alle natürlich nur daraus wollen. Und das ist ja auch so ein kleines Subthema, dass dann Cameron tatsächlich da bleibt und dieses Diner übernimmt. Kann er sich auch leisten, sein Vater ist ja reich.

Speaker: Dieser Kontrast zu der Jugend, also zu der Zeitjugend und dann wird das auch noch so gleich gesetzt. Grady ist die Jugend. Das ist ja eine Quintessenz aus diesem Gedichtband offenbar, der in Grady spielt. Also Grady als, ja,

Speaker: Grady ist überall für jeden, der jugendlich ist. Der befindet sich jeden Grady. Kann das nicht auch mit Castro -Brauchsel funktionieren? Nee, weiß ich nicht. Wenn du in der Zeit, in der du jugendlich bist, das ist ja eigentlich Zeit des Aufbaus dieser großen Hoffnung und alles ist noch möglich. Die Zeit, da ist ja auch dieses Bild im Buch, wo du den Ball hoch wirfst. Und wenn du erwachsen bist, das ist die Zeit, wenn der Ball wieder runterkommt. Und dann geht es eben darum, in der Jugend den Ball hoch genug zu werfen.

Speaker: Das will ich dir mal ... Also, wenn wir erwachsen werden, dann nicht sofort ... Über dieses Bild kommen wir ja noch mal. Auf die Rübe fällt. Ja, aber es geht in der Jugend um die Zukunft, um ... Also, man hat diesen ... Man sollte ... Also, wenn's gut läuft, hat man irgendwie Optimismus. Man hat ... Es verbindet sich natürlich auch mit Ängsten, aber ... Man ist sehr der Zukunft zugewandt. Ich versteh aber nicht, inwiefern das mit Amerika zu tun hat.

Speaker: Ist eigentlich ein hoffnungsloses Kaff, das ist der Niedergang eben. Aber die haben wir doch auch. Und dieser Kontrast, nee, das haben wir so nicht. Das haben wir wirklich nicht so. Natürlich haben wir das. Das kommt vielleicht gerade, aber nein, die ganze Stahlindustrie in den USA. Schau doch mal in den Osten. Im Osten haben wir genau solche Städte, die, nachdem die... Eigentlich ist es da schon passiert, würde ich sagen. Wo?

Speaker: im Osten. Also dieser ganze industrielle Abbau, der ist jetzt ja nicht mehr aktuell. Wenn du das Buch in den 80ern ansiedelst, dann könntest du in Deutschland halt in den Pod ins Ruhrgebiet gehen. Ja, könntest du, könntest du.

Speaker: Und ich sehe nicht, was Amerika hier hinzufügt. Ich sehe aber, dass Amerika sehr, sehr viel wegnimmt, weil das alles sehr, sehr platt bleibt. Wie viel? Also, das ist alles so schablonenhaft und so. Aus Pappkarton gebaut. Dieses Grady, eine Stadt, die in den Unter geht, Fabrik geschlossen, weil Fabrik ist jetzt in Chinesien.

Speaker: Das ist halt, das hat man alles schon gehört, das ist halt Standard. Und Benedict Wells kann dem halt nichts hinzufügen oder so, weil er halt nicht überhaupt in Amerika war für längere Zeit, behaupte ich einfach. Vielleicht war er da mal im Urlaub, aber ... Er gibt sich schon Mühe mit den Skittles und so, es ist schon alles sehr amerikanisch. Natürlich, ja, weil er ... Ja, weil es halt ... Ja, aber ...

Speaker: Vielleicht sogar zu amerikanisch. Vielleicht ist es amerikanischer als ein echt amerikanisches Kurs. Ja, richtig. Genau, das ist ja das, was ich meine. Da ist halt nichts Authentisches in dem Sinne drin. Also das, was die Location quasi dem Buch beisteuert, das ist, finde ich, alles

Speaker: Ja, dadurch, dass er halt keine Ahnung davon hat, dass er die Eindrücke, die Gefühle nicht wirklich beschreiben kann, sondern einfach nur das schreibt, na ja, was halt so, was man so denkt, ne? Na, das weiß ich nicht. Ich find schon ... Ist das, find ich, sehr uninteressant. Und ... ja. Ich find schon ... Ich mein jetzt erst mal Location, ne? Ja. Ja, gut. Aber die Location ist letztendlich auch nicht so wichtig, ne?

Speaker: Deswegen stellt sich noch mal die Frage, warum Amerika? Aber ich weiß schon, warum Amerika. Es kann natürlich sein, weil es sich damit bei der Jugend ... einschmecheln wollte. Ja, ich ... Ich denke mal, ja, genau. Aber ich glaube, es gibt einen ganz konkreten Grund für ... Vielleicht kommen wir da gleich noch drauf zu sprechen. Gut, also so viel erst mal zu der ... zu der Lokation.

Speaker: Was sagst du denn dazu zu der Zeit? Gehen wir zur nächsten Dimension, zur vierten Dimension. Es spielt in den 80ern. Warum? Die 80er sind eigentlich cool.

Speaker: Es spielt in den 80ern. Du bist voreingenommen, natürlich. Ich wusste das mit den 80ern. Wobei ich halt mir dachte, vielleicht wird es halt ... Also, vielleicht wird der 80er -Kitsch, der da gestreut wird, dir vielleicht irgendwann zu viel, aber anscheinend ... Na, es ist ... Also ... Das Problem mit der Sache ist ... Ich mag erstens keine Bücher, die einen Soundtrack haben.

Speaker: Es gibt auf Spotify von Benedict Wells sogar eine Playlist. Ich weiß, das nehmen mir sehr viele Leute übel, aber ich mag es nicht, wenn Bücher einen Soundtrack haben. Hinten steht sogar der Soundtrack. Also, du musst nicht ... Also, ja. Und dann steht unten, dass du das bei Spotify und auf YouTube und so weiter dir anhören kannst. Auch wenn ich die Lieder, also den Soundtrack finde ich so ... Was da drin ist, finde ich schon cool, muss ich sagen.

Speaker: Aber ich möchte nicht von einem Autor vorgegeben bekommen, welche Lieder ich mit dem Buch assoziieren soll, gefälligst. Und ich finde es auch billig. Ich finde es richtig billig.

Speaker: Musik ist halt der unmittelbarste, würde ich sagen. Wir haben ja schon mal über Musik geredet, dass es vielleicht die höchste aller Kunstformen ist und irgendwie ist es der unmittelbarste Zugang zu Gefühlen, wenn auch es ist halt sehr assoziativ und jeder hat seine eigenen Erfahrungen gemacht, deshalb wird niemand jemals

Speaker: irgendwie dasselbe mit einem Lied verbinden wie jemand anders, aber klar, diese ganzen 80er, es ist so ein Gefühl von, ich weiß gar nicht, von, ja, also Journey ist drin natürlich, Don't Stop Believing,

Speaker: Nee, es ist die erste 80er -Playlist, die du findest, wenn du bei Goggle 80er eingibst. Aber ... I'm on fire von Bruce Springsteen, was eigentlich heutzutage ... gekänztet wurde, glaub ich. Was? Wie? Das hab ich nicht mitbekommen. Warum? Darf man nicht on fire sein? Na, hör's dir mal an.

Speaker: Okay. Ja, aber die Musik ist nicht das Einzige. Also... Nein, der Punkt ist... Ich wollte kurz sagen, wieso ich das grundsätzlich nicht mag. Ich mag es grundsätzlich nicht. Ich wollte fragen, warum ist es billig? Du hast ja billig gesagt. Ja, es ist... Wenn man es mit sprachlichen Mitteln nicht schafft, dieses Gefühl herauf zu beschwören, dann sagt man... Und dann gibt es das Lied. Ach so, das Gefühl, das man haben will. Aber mit Sprache kann man es eigentlich, wenn man es gut macht,

Speaker: Viel präziser. Ja, das ist ja das Coole an der Sprache, die Präzision. Genau. Weil eben die Musik, dadurch, dass jeder andere Assoziation hat und dadurch, dass es eben rein übers Gefühl läuft, dass da überhaupt keine klaren Gedanken hinterstehen. Na gut. Es ist eher so ein Schuss uns blau, aber halt sehr einfach. Und ich mag das nicht. Ich mag das grundsätzlich nicht, wenn... Also ich mag es, wenn über Musik geschrieben wird. Also wenn die Musik selber in Sprache übersetzt wird, so wie in Dr. Faustus zum Beispiel.

Speaker: Das hab ich nicht gelesen, kann ich nicht sagen. Ich mag es, wenn das mit Bildern gemacht wird, wie in Deutschstunde oder auch im Distelfink. Das mit den Bildern finde ich auch übrigens was ganz anderes, als wenn das mit Musik gemacht wird irgendwie. Weil ... Also, das ... Ich mein, ich find's ehrlich gesagt auch ... Also, ich muss da noch mal eine Lanze für die Musik in Büchern brechen.

Speaker: Ich find, das ist was ganz, ganz anderes, wenn Murakami irgendein absurdes, klassisches Lied ... Lied, sagt man das überhaupt? Klassisches Stück oder irgendein Jazz -Ding ... ähm, quasi in seiner ... in seinem Café, ähm ... laufen lässt, in irgendeinem seiner Romane. Das ist was anderes, als wenn man wirklich absolute ... ähm ... Ohrwürmer, die jeder kennt, die jeder mag, oder irgendwie zumindest, ne?

Speaker: Wenn man die einfach Name droppt, um bei den Leuten quasi diese Assoziation sofort zu wecken zu dem Lied und zu den Gefühlen, die man hat, wenn man das Lied hört. Journey, Don't Stop Believing, wenn man das liest.

Speaker: fängt bei jedem direkt das Piano an. Din -din -din -din -din -din -din -din. Ähm, im Kopf zu spielen. Und das ist, finde ich ... So ähnlich. ... ein ganz anderes, ähm ... irgendwie ... Ja, es funktioniert einfach ganz anders und hat einen ganz anderen Zweck als das, was Murakami macht. Aber warum reden wir jetzt über Murakami? Ich könnte da natürlich auch wieder was zu sagen, aber lass mich nicht schon wieder über Murakami reden. Weil ich finde, das ist eine große Rolle ...

Speaker: Ja, aber noch mal, ich finde, das, was hier dran billig ist, ist, dass es halt einfach solche Pophymnen sind, die man einfach kennt. Also, jeder kennt, die jedem was sagen. Und er macht das nicht nur mit Musik. Er macht das nicht nur mit Musik. Er macht das mit allem, was die Leute auf Anhieb mit 80ern assoziieren.

Speaker: Zurück in die Zukunft. Der Film. Er ist sogar so, es geht sogar so weit, dass im Grunde genommen dieser Sam, von dem er es am Anfang nicht schafft, irgendeine Art von Bild zu zeichnen, der einfach nur für mich ein generischer Coming -of -Age -Protagonist ist,

Speaker: Aber um ihn dann bei den Leuten ein bisschen im Kopf einzuschärfen, sagt er sogar, dass er aussieht wie Marty McFly. Und im Grunde genommen ist er Marty McFly. Ja, ich hab natürlich jetzt grad gar keine Ahnung, wer das ist, aber ... Nee, aber du weißt doch, was ich meine. Das ist der Protagonist von Zurück in die Zukunft. Ja, da ich das leider jetzt auch grad gar nicht gesehen hab ... Darum geht's ja überhaupt nicht. Ist das nicht ziemlich einfach? Ja, das ist einfach. Aber also, das ist überhaupt ...

Speaker: Ja, ich meine, das ist ja jetzt nicht... Sagen wir mal so, das ist auf keinen Fall das größte Problem mit diesem Buch. Ich finde, das ist ein Problem. Nee, ich finde, wenn er das benutzt, diese Mittel, um eine Atmosphäre zu schaffen, und es gelingt ihm, dann ist das ja in Ordnung.

Speaker: Es ist halt nicht die ausgeklügelte Methode, es ist nicht besonders originell, es ist nicht besonders einzigartig, was dabei rauskommt, würde ich sagen, weil es eher so eine Mischung ist aus allem, was man halt so mit 80ern assoziiert, aber

Speaker: Ja, für mich ist so ... Das mit den 80ern ist für mich ... Wenn er es mit den zum Beispiel 17ern gemacht hätte, die niemanden auch nur einen Scheißdreck interessieren, dann würde ich das ihm aber vielleicht nicht ganz so krumm nehmen, weil das mit den 80ern natürlich bei mir auch ...

Speaker: sofort halt die Alarmglocken läuten lässt im Bezug darauf, dass das halt mit Kalkül einfach, um das Buch zu verkaufen, um den jetzigen 80s -Hype mitzunehmen. Woher kommt der 80s -Hype? Daher? Kommt der daher? Vor allem daher, ja. Und wenn man überlegt, dass das Buch 2021 veröffentlicht wurde ... Ich fand die 80s schon vorher cool, nur um das ...

Speaker: Okay, dann bietet es sich an, zu denken, dass, also, dann riecht das ein bisschen nach, hm, ein Buch, dass sich, ne, ein gutes Jugendbuch, gut verkauft, so, 80er -Jahre, Stranger Things sind grad ein Ding, 80er -Jahre -Partys und so weiter. Also, ich hab das Gefühl, dass wir deswegen in den 80ern sind. Und dass deswegen vor allem auch diese ganzen Referenzen die ganze Zeit gedroppt werden, um zu unterstreichen, wie sehr wir in den 80ern sind.

Speaker: Ich glaub, die Leute in den 80ern wussten nicht mal so krass, wie sehr sie in den 80ern sind, wie die Leute es hier wissen. Ja, also das ist für mich schon irgendwie ein Schwachpunkt, ein großer, ja. Aber du hast gesagt, das ist nicht das größte ... Hörst du dieser Schnarchen? Nein. Du hast gesagt, das ist nicht das größte Problem. Ja. Ja, mag sein, aber das heißt ja, es gibt ein größtes Problem. Was ist denn dein größtes Problem?

Speaker: Ja, aber erst mal will ich sagen, ich find's das auch nicht nur schlecht. Ich auch nicht. Ich fand's, ja, weil das hört sich dann schon wieder so an, wenn wir immer nur über Probleme reden. Ja, sorry, also ich find's aber auch nicht gut. Also ich find wenig gut, ich find nicht alles schlecht, aber ich finde glaub ich nichts gut. Ich würd sagen so drei von fünf. Nee, zwei von fünf hab ich bei Goodreads gegeben.

Speaker: Aber ich find nichts ... Also, weißt du ... Ja, aber eins von fünf ist ja die Untergrenze, ne? Ich hab zwei. Ja, zwei. Ja, aber eins von fünf ist quasi der Nullpunkt, weil du kannst ja nicht null geben. D .h., drei ist genau ... Das kann man leider nicht, das würd ich gern. Ja, aber das Buch ist nicht durchschnittlich für mich, denn dazu gehört, dass es schlechte Teile hat und gute, die interessant sind, die mich begeistern und faszinieren, was auch immer. Und das gab's in dem Buch nicht.

Speaker: Doch was ich gut fand, waren die 49 Geheimnisse von Grady und Grady insgesamt. Ich glaube deshalb nehme ich es ihm auch nicht so übel, dass er das Ganze in den USA angesiedelt hat, weil ich finde Grady und wie das beschrieben wird, wie der nach und nach alles zumacht, dass es fängt an, damit das das Kino zumachen wird und er verbringt quasi den besten Sommer seines Lebens.

Speaker: in dem man in diesem Kino arbeitet und die ganze Zeit weiß er das Kino wird geschlossen zum Ende des Jahres. Also dieses, dieses Erwachsenwerden in einer Welt, die eigentlich so dem Untergang geweiht ist. Ich fand das schön, ich fand diesen Kontrast gut und das fand ich auch, das war was originelles. Das war so die eine Sache, die nicht

Speaker: Stereotyp, so das ist halt das Coming -of -age -Buch, was ich schon 30 -mal gelesen hab, war. Ach so. Ja, nein, das Setting war einfach langweilig und generisch an und für sich. Es war ja nicht kein typisches Coming -of -age -Setting in dem Sinne, das stimmt. Wie meinst du das?

Speaker: Nee, es war langweilig, uninteressant. Ich weiß, es gibt ... Stadt geht unter, mimi, Industrie, amerikanische, vor allem Automobilindustrie, aber auch jegliche andere. Das ist nichts Neues, nichts Interessantes. Und er fügt diesen ganzen Sachen nichts hinzu. Aber es ist kein Standard coming -of -age -Element. So, ja. Das ist korrekt. Das stimmt. Auch, dass die Mutter stirbt, ist kein coming -of -age -Element standardmäßig. Das ist typisch.

Speaker: die Familienprobleme gibt, zusätzlich zu diesem Liebesproblem, was die Person hat, und dem Problem, Freunde zu finden, ist Standard. Das ist eigentlich ziemlich typisch. Also, was ich schön fand, die 49 Geheimnisse, die sich da durchziehen, ne? Am Ortsschild von Grady steht halt, entdecken Sie die 49 Geheimnisse von Grady, niemand weiß genau, was es eigentlich soll. Die ziehen Sie sich nicht durch, Sie werden an manchen Stellen erwähnt.

Speaker: Es sind 49 Kapitel. Das hast du hoffentlich... Das ist unfassbar deep. ...gemerkt. Und ich würd jetzt nicht sagen, dass jedes von diesen Kapiteln wirklich ein Geheimnis ist, aber ich fand das schön. Ich fand das... Ich fand das schön. Es geht... Also, ne, Erwachsenen werden als Geheimnisse... ...herausfinden. Hm? Also, wer... Was? Wer findet ein Geheimnis heraus? Ich verstehe.

Speaker: Na, ihr sagt doch ständig, dass er Geheimnisse herausfindet. Dass er jetzt langsam kapiert hat, wie das ist mit den 49 Geheimnissen, jedes, keine Ahnung, wie dieses Haar von Kirstie aussieht, und Mitternacht ist eins der 49 Geheimnisse, und die Frau, die jeden Dienstag Blaubeermuffins backt, ist natürlich auch ein Geheimnis, und nur die, die es wissen, kriegen einen. Also, dieses Grady, das lebt, finde ich. Also, das hat er schön gemacht. Das sind ganz wenig Figuren.

Speaker: Aber das hat ja schön... Das finde ich gut und da fühlt man sich irgendwie wohl. Die Charaktere... Ja, die Charaktere sind jetzt auch nicht gerade schlecht, aber sie sind halt ziemlich standard, leider. Und das Schlimmste ist, dass der Protagonist halt so standard ist. Ich habe mich wirklich von Seite eins bis zur letzten Seite an The Perks of Being a Wallflower erinnert gefühlt. Und ich habe tatsächlich nicht viele von diesen

Speaker: jungen Coming -of -Age -Romanen gelesen, würde ich sagen. Und ich habe sie erst relativ spät gelesen. In meiner Jugend habe ich eher tatsächlich Bücher mit weiblichen Protagonisten gelesen, die jetzt auch nicht besser waren unbedingt. Oder, ähm, was habe ich gelesen? Ich glaube, ich habe gar nicht lange so diese Jugendliteratur wirklich gelesen. Ich habe ja noch nicht mal der Fänger im Roggen gelesen.

Speaker: Aber dieses eine Buch so Perks of Being a Wallflower habe ich gelesen und es ist einfach so in so vielen Punkten gleich. Also der Protagonist, dieser ängstliche Junge ohne wirklich Freunde, der Probleme in sozialen Situationen, schließt sich einer Gruppe an, also findet Anschluss bei einer Gruppe von Freunden, die schon existiert.

Speaker: und die auch ein bisschen älter sind als er, dann ist er natürlich das eine Mädchen, dass er verliebt ist, mit dem es aber irgendwie nichts wird und die immer andere Typen hat. Es ist genau so wie The Perks of Being a Wallflower. 100 %ig. Josie, kann ich dir mal ... Ja, ich gebe dir absolut recht, aber um dem was hinzuzufügen, hätte ich was Witziges. Ja.

Speaker: Und zwar habe ich in ChatGPT 3 .5 etwas gefragt. Und zwar skizziere mir eine literarische Figur, die ein männlicher Protagonist für ein Coming -of -Age -Roman sein soll. Das Zielpublikum sind Jugendliche von 14 bis 18.

Speaker: So, Checi Petit hat mir einen gegeben. Timo Wagner. Naja, 16 -jähriger Junge, zerzauste braune Haare, jetzt hat er so ein bisschen, trägt, ist schlank, mittlere Statue, abgenutzte Turnschuhe, Jeans, T -Shirt mit einem Aufdruck seiner Lieblingsband.

Speaker: Ein markantes Merkmal ist seine Brille, die er manchmal trägt, wenn er sich auf seine Bücher oder seine Musik konzentriert. Timo lebt – und jetzt wird's interessant – in einer kleinen Stadt, umgeben von Wäldern und Seen. Seine Eltern arbeiten hart, um die Familie zu unterstützen. Er hat eine jüngere Schwester namens Mir, die er über alles liebt. Timo war schon immer ein Träumer, der in Büchern und Musik Trost gefunden hat.

Speaker: lebhafte Fantasie, strebt danach, die Welt zu verstehen, während er gleichzeitig versucht, seinen eigenen Platz darin zu finden. Die Geschichte beginnt in den Sommerferien vor Timos letztem Jahr an der Highschool. Nee, jetzt das Vorletzte, ja. Warte. Er hat das Gefühl, dass sein bisheriges Leben ihm entglitten ist und dass er bereit ist, herauszufinden, wer er wirklich ist.

Speaker: In einem verstaubten Antiquariat entdeckt er ein altes Tagebuch, das ein unbekannter Autor verfasst hat. Dieses Tagebuch wird zu seinem Begleiter auf einer Reise der Selbstentdeckung. Während Timo die Seiten des Tagebuchs liest, beginnt er die Abenteuer des Autors nachzuerleben und sich den Herausforderungen zu stellen, die das Erwachsenwerden mit sich bringt. Er freundet sich mit unerwarteten Charakteren an.

Speaker: Darunter ein exzentrischer Nachbar und ein schüchterner Künstler an seiner Schule. Timo erfährt mehr über Liebe, Freundschaft, Verlust und die Bedeutung von Veränderung." Der Roman endet damit, dass Timo ein neues Verständnis für das Leben und die Zukunft in sein letztes Schuljahr startet. Na ja, weiß ich ja nicht. So, also Josy. Ja? Ich frage dich. Was da fehlt, Igor, ist das ganz wichtige Element. Warte, ich hab eine Frage.

Speaker: Was sollte Benedict Wells jetzt schon langsam anfangen zu studieren? Äh ... Er ist ja nach Berlin gezogen, hat da nicht studiert, aber ich denke ... Also, ich würde an seiner Stelle vorsichtig, aber langsam, denn ich denke, noch so ein Jahr, und dann ist Schicht mit solchen Autoren vom Kaliber eines Benedict Wells.

Speaker: Du meinst, das sollte Werbetexte werden? Nein. Was? Das sollte auf gar keinen Fall werden. Ich rede davon, dass meiner Meinung nach eine AI, wenn nicht schon jetzt, aber wenn nicht jetzt, dann aber sehr bald einen mindestens genauso guten Roman schreiben kann. Und da die auch die Werbetexte arbeitslos machen ... Genau, deswegen sagte ich lieber nicht Werbetexte. Vielleicht soll da was mit den Händen machen.

Speaker: Den Händen ist immer gut, das kann die AI noch nicht. Das kann die AI noch nicht, die hat keine Arme und ohne Arme keine Kekse. Nein, aber was da fehlt, was Benedict Wells verstanden hat und die AI noch nicht, ist, dass du immer eine Freundegruppe brauchst, die schon besteht, in die der Protagonist rein heiratet quasi. Ich weiß nicht, warum das so ist, aber das scheint so ein Ding zu sein bei diesem männlicher Protagonist -Coming -of -Age -Roman.

Speaker: Ich denke, das ist, weil die Gruppe besonders cool erscheint, wenn sie schon existiert. Aber es gibt es gibt keinen. Also das, was die AIDA geschrieben hat, mit seinem komischen Künstler freundet er sich an und mit seinem Nachbarn oder was es war. Das sind viel zu viele Handlungsstränge.

Speaker: Nee, keine Sorge, ich hab grade dem ... Das war ja der erste Prompt, ne? Ich hab ihr gesagt, dass das irgendwie so nicht geht und dass wir brauchen eine Freundegruppe, in die er als Außenseiter hineingerät. Außenseiter ist ganz wichtig. Jaja, aber keine Sorge. Wer in Timo die Seiten des Tagebuchs liest, also das, guck mal, umgeschrieben, gerät er in einer ungewöhnlichen Freundesgruppe an seiner Schule. Die Gruppe besteht aus verschiedenen Charakteren. Darunter Emma, die rebellische Künstlerin, Chris, der leidenschaftliche Umweltschützer, Alex, der Computer,

Speaker: Obwohl Timo anfangs sein Außenseiter ist, entdeckt er in dieser ungewöhnlichen Clique eine Gemeinschaft, die ihn akzeptiert und unterstützt. Gemeinsam erleben sie Abenteuer, überwinden Hindernisse und wachsen miteinander. Timo lernt nicht nur viel über sich selbst, sondern erfährt auch, dass wahre Freundschaft auch dort zu finden ist, wo man sie am wenigsten erwartet. Der Roman endet damit, dass Timo sich nicht nur auf sein letztes Schuljahr freut, sondern auch darauf, sein Leben mit einer neuen, bunt gemischten Gruppe von Freunden zu gestalten. Ja. Das ist schön, aber das reicht jetzt mit AI, ja?

Speaker: Ja. Ich will jetzt nicht noch hören, wie ... Also da fehlt jetzt natürlich noch die Liebesgeschichte, aber die möchte ich jetzt nicht noch erzählt bekommen. Okay, ich hab aber auch noch gesagt, dass Timo auf jeden Fall noch einen großen Verlust braucht in der Handlung, weil das ist mir ein bisschen hierzu nett, ne? Lass uns doch kurz gucken, was der Verlust ist. Oh, Igor, nein! Nein! Okay, warte, warte, bitte, bitte! Warte, ich will ... Warte, was passiert denn? Wo ist der Verlust?

Speaker: Ach so. Cool. Abgestürzt. Prit, nö. Die Handlung nimmt eine Wendung, als Timo einen tragischen Verlust erleidet, der seine Welt erschüttert. Mehr nicht? Wo ist denn der Verlust? Das ist für die Scheiße. Ja, na gut. Igor, jetzt nimm mal den Kopf wieder raus aus dem ... Aber was sagst du zu meiner ... meiner ... meiner These? Was ist deine These?

Speaker: Ja, dass Benedict Wells was mit den Händen machen sollte. Egal, das ist gemein. Ich find die Geschichte ... nicht schlecht. Ich find die mit dem Antiquariat und dem Tagebuch, das einen begleitet, interessanter. Weil das ermöglicht dann so ... inner ... Tagebuch hat ja Christie auch.

Speaker: Ja, weil das lesen wir nicht. Aber es wär cool, wenn der Roman diese Elemente hätte, wo man auf einmal auch einen ganz anderen Schreibstil hat, weil man dann tatsächlich diese Tagebuchseiten quasi so mit reingestrickt hätte. Also, ich find, das hat Potenzial. Ich find, ChatGPT, also übrigens 3 .5, weil ich hab mir vier, ich kann mir vier nicht leisten.

Speaker: Weil ich durch eine AI ersetzt wurde und jetzt von Bürgergeld lebe. Ähm ... Äh ... Deswegen ... Deswegen, das ist 3 .5. So, vier ... Vier hätte mir hier so eine Geschichte rausgefeuert, ne? Ähm ... Ja. Ja. Jetzt krieg dich mal wieder ein. Was denkst du denn, das Zitat, das ich am Anfang gebracht hab, wo das her ist? Aus dem Distelfink.

Speaker: Nein. Mh ... Ähm ... Wie kommst du darauf? Aus der geheimen Geschichte. Nein. Okay, dann Jellen Sarg. Das ist von Platon. Ui! Ich wusste es direkt, weil man das nicht verstanden hat. Es steht allerdings ganz vorne in der geheimen Geschichte tatsächlich dran.

Speaker: die du ja nie gelesen hast. Sogar bei mir ist jetzt aufgefallen, dass es auch eine Coming -of -Age -Geschichte ist eigentlich. Was? Der Protagonist ist nur zwei Jahre älter. Es ist keine klassische Coming -of -Age -Geschichte, aber es hat auch diese Gruppe, in die er als Außenseiter rein will. Eigentlich hat es jedes Element. Es fällt nicht so auf, weil es nicht so

Speaker: Naja, weil es um so seltsame Sachen geht wie Griechisch und Literatur und Mord, also weil es halt noch andere... Es ist für eine etwas ältere Zielgruppe geschrieben, aber es ist eigentlich von der Struktur her genau das. Ja, aber es hat noch andere Elemente, die das Buch auch lesenswert und interessant machen. Weißt du gar nicht, du hast ja nicht gelesen. Ich hab das ziemlich weit gelesen.

Speaker: Bis wo denn? Du hast auch gesagt, du hast es gelesen, fandest die Charaktere irgendwie ... Ja, irgendwann fand ich's lang. Wir reden jetzt nicht über das Buch. Ziemlich früh. Nee. Aber ist auch egal, ich hab keine Lust, dir zu beweisen, wie weit ich das Buch gelesen hab. Ich fand das Buch ziemlich cool, aber es ist ...

Speaker: Ja, es hat auch diese Struktur, es fällt nur nicht so auf. Und, ähm, ja ... Ja, das ist interessant übrigens, dass Benedict Wells zwar die ganze Zeit lustige Lieder und Zurück in die Zukunft nennt, aber die literarischen Vorbilder, von denen er abschreibt, mit keinem Satz erwähnt. Ja, ich weiß nicht. Wo ist der Fänger im Morgen?

Speaker: Ja, vor allem weil das Buch ja eigentlich, es ist ja so ein bisschen, spielt ja so ein bisschen auf der Metaebene. Es geht ja darum, was ist Coming of Age überhaupt? Darum geht es ja in diesem ganzen Literaturunterricht. Was soll das mit Coming of Age? Worum geht es da wirklich?

Speaker: Und die Antwort ist dann um Bumpsen? Ja, vielleicht. Ist das die Antwort? Ja, also wenn Wels das denkt, dann hat er das alles missverstanden. Und sollte Salinger noch mal rereaden. Worum geht's denn dann?

Speaker: bei Coming of Age. Was ja jetzt eigentlich gar nicht dein Jore ist, oder? Du hast das doch eigentlich, hast du doch immer gesagt. Was heißt hassen? Ich hab einfach sehr viel davon abbekommen, aufgrund meines Berufs. Ähm ... Und deswegen ... Im Übrigen muss ich auch dazu sagen, wenn das das erste Coming of Age -Buch liest, äh, ist, das erste Coming of Age -Buch ist, das man liest, ähm ...

Speaker: Das Zielpublikum sind einfach 15 bis oder 14 bis, sagen wir, 17 Jahre, denke ich. Genau. Deswegen, natürlich ist es für mich nicht doll so. Aber meine Kritik, dabei berücksichtige ich das schon, weil ich frage mich,

Speaker: Normalerweise liest man, glaub ich, nicht allzu viele Coming -of -Age -Romane. Weil ... Ja, irgendwann ist man dann alt. Immer ist man auf Age gekommen. Genau. So. Und dann stellt sich die Frage so, warum sollte man diesen Roman lesen und nicht Salinger's Fänger im Roggen zum Beispiel? Ja, weil ... Und ich sehe absolut keinen Grund. Warum sollte man nicht Tribute von Panem lesen? Nehmen wir Tribute von Panem.

Speaker: viel besserer Coming -of -Age -Human, gleichzeitig noch mit einer geilen hier Fortnite -Survival -of -the -Fiddlest -Arena und dem ganzen Zeugs. Ich finde es ist für einen Coming -of -Age -Human nicht gut.

Speaker: Ich würde sagen, das haben nicht wir zu entscheiden, weil wir schon ziemlich auf Age gekommen sind. Zumindest sind wir aus dieser Einrichtung raus. Aber es gibt halt Bücher, die haben irgendwie mehrere Schichten. Die kannst du mit 20 lesen, mit 40 und mit 60.

Speaker: Jedes Mal, ich mein, soweit bin ich noch nicht fortgeschritten, aber jedes Mal ist es ein bisschen anders. Ich denke nicht, weil jetzt ist es halt schon so, dass man es liest, was mich besonders gestört hat.

Speaker: ist, dass alles so klar ausformuliert ist, dass da wenig Spielraum bleibt, die Dinge so oder anders zu sehen, sondern der Protagonist... Ja, das Buch interpretiert sich selbst. Ja, genau. Vollständig. Der Protagonist, und das hört sich halt manchmal wirklich so banal an, ne? Also wie er...

Speaker: seine Gedankengänge zusammenfasst und dann denkst du, ja gut, wenn er das jetzt nicht geschrieben hätte, wäre es vielleicht interessant gewesen, aber so. Ich meine, es war auch vorher offensichtlich irgendwie, was ihm fehlt oder was so sein Problem ist, aber erstens ist es unrealistisch, dass er das in der Situation so formulieren kann.

Speaker: Es ist so ein didaktischer Roman. Ja, es ist ja genau. Und das stört mich. Das ist gar nicht gut. Das stört mich. Die jugendlichen Leser sollten... Ich bin der Meinung, dass das kein Buch ist, das einen von Literatur überzeugt. Ja, das ist aber nichts... Das ist ja eine empirische Frage. Das muss man halt gucken. Wie finden denn deine Schüler ihn?

Speaker: Na ja, wir hatten ja erst mal bisher nur den ersten Eindruck. Und, ähm ... Also, das Schlimmste, was Sie jemals gelesen haben, mit mir war als Hitler das rosa Kaninchenstahl. Mhm. Das haben Sie alle nicht sehr gemocht. Man muss aber fairerweise dazu sagen, dass wir das ja in der Corona -Zeit gelesen haben. Und ich denke, ich ... Vielleicht hätte ich ... Ich überschätze mich so viel, dass ich sage, vielleicht hätte ich Sie mehr dafür gewinnen können, wenn ich da gewesen wäre. Und nicht einfach nur ein Bildschirmdingchen.

Speaker: Sie finden's, glaub ich, nicht so gut wie Lobrecht. Also, nein, auf gar keinen Fall so gut wie Lobrecht. Aber sie finden's, glaub ich, besser als chic. Was ich sehr, sehr weird finde. Aber wir haben's noch nicht ganz durchgelesen. Ich werd noch mal am Ende gucken. Wie alt sind die? Sie absolute Target -Audience. Wie ... also? 15. Okay. Ich muss sagen, also, es ist nicht so ...

Speaker: Also wenn es anders geschrieben wäre, wenn es nicht so... Also wenn es ein bisschen... Wenn ein Buch anders geschrieben wäre, dann wäre es ein anderes Buch. Ja, aber es sind wirklich Feinheiten und es hat mich sehr gestört, weil es gibt schöne Sachen. Also es gibt Sachen, die mich auch in meinem Alter jetzt noch irgendwie... Also es hat mich dazu gebracht, an meine eigene Jugend zurückzudenken.

Speaker: Und dieses Gefühl, dieses Gefühl, was man hat in der Jugend, dieses ... Ja, jetzt geht's halt gleich los. Also ... Ja, aber da geht irgendwie ... Aber es geht dann hoffentlich gar nicht los, und es geht ganz anders los, als man dachte. Aber bei ihm geht's ja voll los. Aber dieses Gefühl ist ... So ein super Happy End, Cameron macht da ...

Speaker: was mit den Händen jetzt, und er ist da auch, und Camerons Vater, der ist ja so richtig stolz auf Cameron. Ja, und dann kommt Kirstie und ... Aber ich will dir hier, also ... Er redet ja mit Gene, mit seiner Schwester, die ist ja weggezogen aus Grady, und sie reden über Grady, und wenn's um Grady geht, geht's halt eigentlich ... Die hab ich gar nicht verstanden, die Schwester, was das ist. Ganz komische Figur. Und Gene sagt halt ...

Speaker: Es war nie wieder so toll, nicht mal, als es danach richtig toll war. Ich meine, es ist in den letzten Jahren fast alles wahr geworden, was ich mir damals erträumt habe. Aber es war trotzdem nie so schön, wieder von zu träumen. Ähm ... Ja, das stimmt, das ... Also, ne? Der Gedanke ist ja richtig. Das ist typisch. Der Weg ist das Ziel, aber besonders originell ist es auch nicht. Nee, Igor, das ist schon ein bisschen mehr. Die Jugend ist eine besondere Zeit,

Speaker: Man weiß es halt nicht zu schätzen, aber in der Jugend... Dadurch, dass man theoretisch noch alles mit seinem Leben machen kann, praktisch natürlich nicht, wenn man ja nicht alles machen kann, aber dadurch, dass man diese Offenheit hat in die Zukunft, diesen Möglichkeitenstrich da, das ist was Besonderes, das kommt danach so nicht wieder. Ja, aber hier wird alles ausbuchstabiert, diesbezüglich. Ja, das ist das Problem, ja. Das ist das Problem.

Speaker: Das ist halt voreinterpretiert. Und wie wenig traut denn Wells seinen Lesern zu? Auch junge Leser haben ... die Möglichkeit, durch das Lesen irgendwelche Gefühle zu entwickeln und sich dann darüber Gedanken zu machen, was ... und irgendwelche empathischen ...

Speaker: Perspektivübernahmen und so weiter. Warum muss man denn alles vorkauen, vorkauen? Der große Vorteil von Literatur gegenüber dem Film

Speaker: dieses involviert sein, das Literatur von dir will, dass du eigentlich ein bisschen mitarbeitest. Damit du Spaß an ihr hast, musst du halt ein bisschen mit, nicht nur ein bisschen, bei manchen Büchern mehr, bei manchen weniger, mitdenken. Es ist nicht vorgekaut. So, und hier ist es das. Und ich ... finde, das ist ... Als Film wär das besser gewesen.

Speaker: Weil als Film hätte ich auch Journey gehört. So, das ist cool. Dann hätte ich auch diese affige Szene in Unterhose gesehen, wo er Michael Jackson macht. Das ist cool. Und hätte nebenbei Beated gehört, was ziemlich cool ist. Aber als Buch hat das keine Daseinsberechtigung.

Speaker: Ja, und die Art und Weise, wie er zum Beispiel schildert, wie er selber Gitarre spielt, wie er sich dazu überwindet. Das ist ja eine von diesen drei Mutproben, die Christy, Christy ihm zum Geburtstag geschenkt hat. Das klingt so unbeholfen, wie er das schreibt. Also das klingt so irgendwie nicht authentisch. Ich weiß nicht so. So.

Speaker: Ja, ich verstehe schon, was du meinst. Ich weiß nicht, was es ist. Ich fand den Auftritt in der Kirche, glaube ich, diesbezüglich noch schlimmer. Ja, das ist eigentlich nichts, was man so von ihm beschrieben haben will. Also das ist so, und ich machte das und das und ich machte das und das. Eigentlich müsste man, also das fehlt so ein bisschen, was eigentlich für die Innenperspektive, weil er hat zwar

Speaker: Ja, seine Innenperspektive ist halt sehr komisch, weil er ist halt der Erklärbär. Ja, genau. Also er hat diese rationale Introspektionsfähigkeit, die es übrigens nicht gibt. Also keiner läuft so durch das Leben. So funktioniert das nicht. Ich mein, gut, das ist in der Vergangenheit geschrieben. Es kann sein, dass die Sachen später so klar geworden sind im Nachhinein.

Speaker: Das ist in der Vergangenheit geschrieben, weil man Geschichten im Präteritum schreibt. Das hat Benedikt Wells gelernt. Macht man das so? Das macht man so, das lernt man in der sechsten Zeit. Und das da dann immer, wenn er da, also das sind immer die Lieder auch zitiert sind mit Songtags. Das hat halt was sehr Pubertieres. Es ist natürlich genauso auch ein Soloalbum.

Speaker: Und das ist auch sehr pubertär, finde ich. Oder passt pubertär vielleicht eher. Aber ...

Speaker: Hängen geblieben, pubertär, würd ich sagen. Also, wir reden jetzt aber nicht über unseren armen Stucki. Ähm ... Ja, also ... Ja, wie gesagt, ich bin ... da jetzt, also ... Ich werde das nächste Buch von Benedict Wells nicht lesen. Ich find, das ist immer so ein guter ... Ich hab's ja auch nur gelesen, weil du's liest und weil ... Ja, und ich hab's nur gelesen, weil das niedersächsische Kultusministerium ... das gelesen hat.

Speaker: Ja, gut. Ich finde, das ist immer ein sehr guter Gradmesser, wie groß das Interesse ist, daran das nächste Buch eines Autos oder einer Autorin zu lesen. Aber lass uns mal noch kurz über eine Sache reden. Coming of Age. Warum sind das immer männliche Protagonisten? Gibt es ein weibliches Äquivalent? Tribute von Panem. Das Fantasy. Aber Coming -of -Age -Fantasy.

Speaker: Na gut, weiß ich nicht, aber dann gibt's das aber nicht in der Nicht -Fantasy -Sparte. Also ich kenne jetzt nicht so ultraviele, aber ... Also dir fällt gar keins ein, oder? Nein, aber bis auf Tribute von Panem fällt mir keins ein, nein. Nein.

Speaker: Aber wenn alle beim Fänger in Roggen abschreiben, ist ja auch blöd, weil dann hast du ja ... Holden ist ja ein Junge. Aber warum, also ist es das andere, sein Mann zu werden, als eine Frau zu werden? Ist das anstrengender, ist das ... Nein. Sind das andere Herausforderungen, oder ist das einfach, interessiert einfach niemanden,

Speaker: wie's als Frau ist, also als Mädchen ist erwachsen zu werden. Ich fänd's interessanter als das hier, weil ... ich das hier schon gelesen. Also, ich kenne das. Ich kenne Holden. Ich weiß, er raucht und so weiter. Und Saj und alles. Ähm ... Ich fände ein ... Hm? Wen kennst du? Holden. Holden, Fänger im Roggen. Ich fände ein ...

Speaker: Aus der Sicht eines Mädchens würde ich interessanter finden. Aber ich kenn keins. Ich hab das Gefühl, das Einzige, was es für Mädchen gibt, es gibt ja Bücher für jugendliche Mädchen auf jeden Fall, aber die enden immer, wenn sie den Typen klargemacht hat oder ... Ja gut, und er endet hier, er hat das Mädchen klargemacht. Aber es geht wirklich nur darum. Auch hier, bis zum Ende, die Aussage coming of age bedeutet Sex.

Speaker: Ja, aber um Sex geht's ja auch nicht bei den Mädchenbüchern, sondern es geht um ... Ja, ich dachte, du kennst kein einziges. Nee, weil ich das nicht so bezeichnen würde. Es ist nicht coming of age, weil sie nicht of age kommen, weil sie sich nicht wirklich ... Und du findest, er kommt of age? Er verändert sich doch auch nicht. Apropos Veränderung. Das ist eine gute Frage. Der Protagonist macht überhaupt keine Entwicklung. Überhaupt keine Entwicklung. Das ist eine sehr gute Frage.

Speaker: Der Tod der Mutter bewirkt nichts, gar nichts, dieses einschneidende Erlebnis. Also, natürlich in so diese Mutproben. Und da ist dieser Auftritt in der Kirche. Also, wenn er eine Entwicklung durchmacht, und ich würd sagen, die macht er schon durch, ob das jetzt coming -of -age ist, kann man drüber streiken. Wenn das alles ist, dass man ein Schisser ist und danach ein großer Idiot, der sich gerne blamiert, dann ist das alles? Ich denke nicht, dass das alles ist.

Speaker: Ich weiß nicht, ob er ein großer Idiot ist, der sich gerne blamiert. Also diese Sache in der Kirche, einmal kurz zur Szene, also zu einem Problem. Also die Mutter ist gestorben, der Vater will so eine klassische Beerdigung für sie machen, will dass dieser Reverend, wie heißt er, Connor oder so. Egal.

Speaker: der ein Freund von ihm ist, dass der die Zeremonie macht, der ist natürlich sehr katholisch oder was weiß ich sehr konservativ und die Mutter mochte ihn nicht, die Mutter wollte sowas nicht, die Mutter mochte Billy Eidel und hätte auf keinen Fall so eine Beerdigung gewollt.

Speaker: Ja, um das kurz zu fassen, Sam macht dann da so eine Rockshow und so weiter. Es ist Jeans Idee. Jeans spielt mit auf der Orgel und sie spielen, was spielen sie noch mal? Dancing with myself. Und in der Kirche, das ist halt ein großer Skandal dann. Und davor hat er noch eine kleine Prügelei mit dem Dorf -Asi. Übrigens der, ne? Naja. Ja.

Speaker: Ja, nichts. Ist halt unfassbar langweilig. Die er auch provoziert hat, also, ähm, früher hat er sich das nie getraut. Also es geht darum, es geht, es ist dieses Motiv, Grenzen austesten und natürlich die eigene Angst überwinden, das zieht sich durchs ganze Buch. Und gerade das mit der Beerdigung, es wird ja so aufgezogen, als würden sie das für seine Mutter machen, ne? Ja.

Speaker: Ich finde, ähm... Sie hört im Himmel zu. Ich glaube nicht. Also meine Meinung nach sind Beerdigungen für die Überlebenden, für die Lebenden und nicht für die Toten. Natürlich. Und ob das so viel Sinn ergibt, dass sie da diese, diese... Ja Igor, aber das ist doch die Idee dahinter. Deshalb machen sie das doch aus Loyalität der Mutter gegenüber, oder nicht?

Speaker: Ja, ich glaub ... Ja, ich überleg grad. Ja. Also, das ist das, was Sie sagen, ja. Meinst du jetzt, warum Welsers geschrieben hat, oder was die Schwest ... Ja, soll man das jetzt für eine heldenhafte Leistung halten? Ja, heldenhafte Leistung, bei der er seine Angst bezwungen hat, seiner Mutter zur Liebe, genau. Dass er seine Angst bezwungen hat, ja, aber seiner Mutter zur Liebe? Ich bin mir nicht sicher.

Speaker: Nein, der Selbstdarstellung zuliebe, aber das wird nicht problematisiert und auch nicht ansatzweise angedeutet. Also ich finde diesen Akt der Rebellion ja durchaus irgendwie... ...cool.

Speaker: in der Kirche Billy Idol zu spielen, finde ich schon sympathisch. Ja, aber ich weiß nicht, ob das so geil ist, dass er quasi seinen Vater, also, dass er die Familie in dieser Kleinstadt quasi zum Gespött ... und so macht. Das ist halt nicht so nett. Ist so, aber nicht geändert. Natürlich nicht, da schreibt er auch nichts drüber. Aber man könnte es problematisieren, dass es für den Vater nicht so geil ist, dass sein Sohn mit eingeschlagener Fresse zur Beerdigung kommt.

Speaker: und da auf der Gitarre rumklimperst. Insgesamt ist der Vater auch viel zu nett. Dafür, dass der Vater am Anfang so als so ein Eisklotz beschrieben wird, und dass die so ernsthafte Probleme haben, Sam und er, diese Probleme sind viel, viel zu ... Ja, aber hast du jemals einen Vater erlebt, den du so einfach verstehst und dann mit ihm sprechen kannst? Josi, es gibt keine Menschen, die du so einfach verstehst wie diese Figuren hier.

Speaker: Also, diese familiären Probleme, die lösen sich dann doch viel, viel zu unrealistisch leicht in Luft auf. Ja, die Mutter ist dann tot, aber ... Die lösen sich, ja. Der Vater sagt, ja, das war so, weil ich war ... Ich war früher da auch so mit meinem Vater. Und was da genau passiert ist, erfährt man gar nicht. Das hätte ich gerne jetzt mal wirklich ... Das hat er offen gelassen. Warum hat er das nicht ausbuchstabiert? Sam sagt dann, okay, deswegen bist du so ein Arsch. Okay, dann sind wir jetzt Buddies, und dann sind sie Buddies.

Speaker: Ja, also das ist seltsam, weil es war ja Sam's große Angst eben, dass er dann alleine mit seinem Vater leben muss, wenn seine Mutter tot ist. Und das gestaltet sich dann eben doch nicht so schlimm. Das Problem mit der Arbeitslosigkeit seines Vaters löst sich dann auch, weil er halt den Laden der Mutter übernimmt, obwohl er nicht liest. Also auch so ein Loyalitätsakt. So richtig gesund kommt mir das auch nicht vor, ehrlich gesagt, aber

Speaker: Ja, lernt doch dann lesen. Ist doch super. Nein, ich meine einfach, den Beruf deiner toten Frau zu übernehmen. Naja, weiß nicht, wie lange das gut geht. Na, aber, ähm, ja, ist er jetzt erwachsen geworden. In diesem, in dieser Zeit. Ich find es interessant, dass diese Sache mit dem, dass es in dem Gedichtband um Sex geht. Dass er das nicht mal selber merkt.

Speaker: sondern dass ihm das Kirstie sagen muss. Mhm. Hat er eigentlich irgendwas selber geschafft? Ja, er ist dann diese Klippe runtergesprungen, nachdem Kirstie ihn aufgestachelt hat. Also diesen Tod, den Sprung in den See, die Klippe runter, das hat er gemacht. Er hat dann auch diesen blöden Lippenstift geklaut, was irgendwie komplett sinnlos war, diese Aktion. Ich dachte, da kommt übrigens noch eine Pointe oder so. Aber kam gar nichts.

Speaker: Und das einzige, was, glaube ich, ihn in seinem Leben vielleicht ein bisschen weiterbringt, er hat es geschafft, jetzt vor anderen Gitarre zu spielen und zu singen. Aber alles nur, er muss immer von anderen dazu gestoßen werden, also entweder seine Freunde oder seine Schwester oder eben, ja, Kirsty erklärt ihm, wie das ist, worum es eigentlich geht, wenn wir erwachsen werden, was coming of age bedeutet. Und ich bin mir nicht sicher, ob ihre Deutung letztendlich so

Speaker: Naja, allgemeingültig ist... Ja... Vielleicht ist das doch der Grund, dass man ihn nicht so richtig... Also, ich war nie so richtig auf seiner Seite, würde ich sagen. Du? Hm... Hm... Naja, in den Konflikten, die er hatte, war ich schon auf seiner Seite. Also, ich mein... Also... Ich war jetzt auch nicht auf der Seite eines anderen, aber ich war relativ...

Speaker: Also, er lag mir jetzt nicht so sehr am Herzen oder so. Aber natürlich war ich auf seiner Seite und nicht auf der Seite von Chuck. Ben ist da. Nee, das ist klar. Der ist gemein. Und so weiter. Und natürlich fand ich seine Mutter nett. Weil die war nett. Und nicht so schön, dass sie stirbt. Also, ich war nicht so richtig involviert.

Speaker: Ich denke, ich hätte auf jeden Fall involvierter sein können, wenn ich bei ihm irgendeinen inneren Antrieb gespürt hätte, der darüber hinausgegangen wäre, dass er irgendwie Kirstie sehen will, mehr ja auch nicht, und nicht daran denken will, dass seine Mutter sterben könnte. Ja.

Speaker: Na ja. Also, insgesamt, ähm ... Null von zehn would not read again. Ja, nee, komm, das ist jetzt auch gemein. Ähm ... Keine Lust mehr, um den heißen Beier zu geben. Ich bin gespannt, was deine Schüler dazu sagen. Weil für die ist es ja gemacht. Ja, wenn die das jetzt hören, dann hab ich irgendwie ... ein Gefühl, dass ich weiß, was sie dann sagen. Ähm ... Also ... Liebe Leute ... Liebe Schüler ...

Speaker: Liebe Schüler, innen und außen auch. Egal, wo ihr euch befindet. Als Nächstes lesen wir was wesentlich Besseres. Da bin ich mir sicher, da würde ich meine Hand für ... Nee, würde ich nicht ins Feuer halten, das tut weh. Aber Daniel Kehlmann, Kevin Kühnert, sein Urgroßvater, hat Lichtspiel veröffentlicht. Lichtspiel.

Speaker: Ganz fresh, Outer Box, gerade zwei Monate alt. Es geht um DNS -Zeit, es geht um den Konflikt eines Künstlers.

Speaker: Hat was von Mephisto, wenn du das so sagst. Es klingt sehr interessant. Und ich denke, das wird eine gute Sache. Das werden wir jetzt lesen. Es ist ein bisschen länger. Es ist knapp 500 Seiten lang, 480. Es ist nicht ganz klar, ob wir das in zwei Wochen raushauen. In zwei Wochen auf keinen Fall. In zwei Wochen ist irgendwie Silvester oder so.

Speaker: Okay, dann wahrscheinlich in drei. Also, Lichtspiel von Daniel Kehlmann. Ja, oder auch in vier. Seien wir mal ein bisschen realistisch. Bei Daniel Kehlmann ... Daniel Kehlmann, das liest sich. Zack. Also, macht es gut. Gute Weihnachtszeit. Dritten frohen Advent. Guten Rutsch ins neue Jahr. Und einen guten Daniel Kehlmann wünsche ich euch allen. Frohe Weihnachten. Haut rein.

Speaker: Tschüss!

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Recommended