Transcript
Speaker: Herzlich Willkommen zum Podcast Gespräche mit Opa.
Speaker: Mein Name ist Tim, ich lebe seit sieben Jahren in Schweden und ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, das Leben meines Opas in einem Podcast festzuhalten.
Speaker: Opa Hans hat alle wichtigen Phasen der jüngsten deutschen Zeitgeschichte miterlebt und kann daher einiges davon erzählen, wie die Zeit während und nach dem Zweiten Weltkrieg aussah, wie das Leben der Menschen in der DDR vonstatten ging und wie er sich nach der Wende an ein neues, kapitalistisches Leben gewöhnen musste.
Speaker: Viele von uns, die nach der Wende geboren wurden, können sich oftmals kaum noch ausmalen, wie anders das Leben in den 1940ern bis 1980ern eigentlich aussah.
Speaker: Fernab von Netflix, iPhones und Supermärkten, in denen man alles kaufen kann, was die Welt hergibt.
Speaker: Jetzt wünsche ich euch viel Spaß bei der heutigen Episode mit Opa Hans.
Speaker: Hallo Opa, leider nichts gehört.
Speaker: Geht's dir gut?
Speaker: Hallo, mir geht's sehr gut.
Speaker: Ich bin zufrieden, hab immer meine Arbeit, hab heute ordentlich was zu tun gehabt, dann noch Rasen gemäht und naja, was man so am Grundstück alles machen muss und möchte.
Speaker: Ja, du kommst mich ja morgen besuchen, dann musst du wahrscheinlich noch vorher klar Schiff machen.
Speaker: Ja.
Speaker: Ich freue mich schon auf zwei Tage schön an den Schiffen.
Speaker: Ich auch.
Speaker: Wir beide lassen uns das gut gehen.
Speaker: Ja, auf jeden Fall.
Speaker: Aber was sie mit den Fisch machen wollen, das weiß ich nicht.
Speaker: Ja, mal gucken.
Speaker: Wir dürfen nicht so viel angeln.
Speaker: Ja, in Schweden setzt man die ja wieder rein, aber vielleicht, wenn wir ein paar Barsche fangen, können wir die ja mitnehmen und essen.
Speaker: Ja, ja, ja.
Speaker: Schön.
Speaker: Ja, gucken wir mal.
Speaker: Also, letztes Mal haben wir über
Speaker: Die letzten zwei Folgen waren ja über deine Tierarztzeit und du hast mir gesagt, da sind dir doch ein paar andere Gedanken gekommen in den letzten Wochen über die Erlebnisse aus der Zeit.
Speaker: Und da würde ich sagen, lasse ich dich heute einfach mal ein bisschen freier erzählen von noch ein paar anderen Geschichten, die du damals so erlebt hast, mit verschiedensten Krankheiten und so weiter und so fort.
Speaker: Genau, fang einfach mal an, würde ich sagen.
Speaker: Ja, wir haben über das gesprochen, wie ich Tiere behandelt habe, also immer kurativ und Einzeltiere, aber der Tierarzt in der Praxis hat ja noch andere Aufgaben, zum Beispiel die ganze Frage der Seuchenbekämpfung und was damit zusammenhängt.
Speaker: Als ich hinkam 1967 hier in mein Revier, da gab es bei den Rindern noch sehr oft Tuberkulose, also die TB.
Speaker: Und die musste richtig aktiv bekämpft werden.
Speaker: Da hatten wir ein Tuberkulin und haben die Kühe Intrakutan mit so einer kleinen Spritze gespritzt.
Speaker: Und je nachdem, wie doll das denn war,
Speaker: angeschwollen ist.
Speaker: Danach haben wir beurteilt, hat die QTB oder nicht.
Speaker: Und da stellten wir eine Herde zusammen, alle positiven und die wurden dann nicht mehr bedeckt, nicht mehr besamt, die wurden dann ausgemerzt.
Speaker: Und so sind wir ganz gut mit der Tuberkulose fertig geworden.
Speaker: Ab und zu hat sich nochmal wieder eine gezeigt.
Speaker: Wir mussten jedes Jahr einmal testen.
Speaker: und sind dann mit der Tuberkulose gut fertig geworden.
Speaker: Als nächstes war dann die Maul- und Klauenseuche.
Speaker: Ich spielte damals in den Rinderherden und in den Schweinebeständen, Schafbeständen, also alle Klauentiere, spielte die Maul- und Klauenseuche eine sehr große Rolle.
Speaker: Und schon als ich in der Tierklinik gearbeitet habe, das halbe Jahr, da wurde ich zu einem Maul- und Klauenseuche-Einsatz gemacht,
Speaker: Da konnte man sich nicht frei wählen, da wurde man hingeschickt.
Speaker: Und da war ich im Kreis Dobberan, da drei Wochen eingesperrt und da war bei den Rindern,
Speaker: ganz stark mal um Clownseuche.
Speaker: Ich weiß, dass wir etliche beerdigen mussten, die durften denn nicht den Raum verlassen.
Speaker: Da war ja alles ein Sperrgebiet.
Speaker: Jeder, der reinkam, musste sich desinfizieren oder kam gar nicht rein.
Speaker: Das war richtig...
Speaker: Und wir Tierärzte mussten das dann aber noch, einer mussten das dann immer überwachen, ob die Seuchenschutzmaßnahmen, die Matten, alle funktionstüchtig waren und dass wenn ein Tier gestorben war, dass das alles desinfiziert wurde.
Speaker: Wir haben immer mit Nathornlauge gearbeitet, auch in ziemlicher Konzentration.
Speaker: Das war schon ganz schön aufwendig.
Speaker: Und wir haben dann nachher in weiteren Folge haben wir immer gegen Maul und Klauen solche geimpft.
Speaker: Aber der Impfstoff, der war noch nicht so der beste.
Speaker: auf dem Riems, das ist ja hier so eine Insel, da haben sie mit diesem Maul- und Klauen-Sache solche Virus gearbeitet und haben Impfstoff hergestellt und dabei sind öfter Viren ausgebüxt, mit Abwasser in die Ostsee gekommen und bei Ostwind landeten sie dann an der Ostküste von Rügen und auch bei uns und von da aus ging dann
Speaker: sehr oft die Mauer- und Klauen-Säche aus.
Speaker: Und ich wurde dann auch noch mehrfach eingesetzt, als ich hier in der Praxis war.
Speaker: Im Raum Rostock habe ich da mal eine ganze Zeit zugebracht.
Speaker: Da waren wir auch drei Tierärzte, mussten das alles überwachen und je nachdem, wo die ausgebrochen war, die Seuche, musste alles desinfiziert werden und alles sauber gemacht werden und das war immer ganz spannend.
Speaker: Und ich war damals mit Oma in Binz im Urlaub und da kriegte ich ein Telegramm.
Speaker: Ich habe mich da und da zu melden und dann musste ich prophylaktisch
Speaker: Ich glaube, 14 Tage lang von unserem Urlaub musste ich denn auf Rügen impfen, die ganzen Dörfer und sogar mit der Fähre nach Hittensee rüber, um da zu impfen.
Speaker: Ich war damals noch im praktischen Jahr als Student.
Speaker: Ich konnte nichts dagegen machen.
Speaker: Ich musste meinen Urlaub unterbrechen und habe dann da gewirkt und war ein billiger Impftierarzt.
Speaker: Wir haben dafür kein Geld gekriegt.
Speaker: Kurze Zwischenfrage.
Speaker: Irgendwann in den 2000er Jahren, in den Nullerjahren, da ist doch auch nochmal Maul und Klauen solche ausgebrochen, oder?
Speaker: Ja, kann sein zu Anfang, aber bei mir nicht mehr.
Speaker: Also in meinem Revier, da gab es dann keine Maul- und Klaunseuche mehr.
Speaker: Ich war dann mal eingesetzt, da war ich aber noch staatlicher Tierarzt, da war ich hier im Nachbardorf und da war die Maul- und Klaunseuche bei den Schafen, die hatten da ein paar hundert Schafe und
Speaker: Und da war ich auch eingesperrt, da war ich alleine und hatte da alles zu überwachen.
Speaker: Aber wir sind dann durch die Impferei, wir hatten dann nachher besseren Impfstoff, sind wir ganz gut fertig geworden mit der Maul- und Klauenseuche.
Speaker: Und die letzten Jahre, so die letzten beiden Jahrzehnte, waren keine Maul- und Klauenseuche mehr in unserem Revier.
Speaker: Aber war das denn ansteckend für den Menschen oder warum war das so gefährlich?
Speaker: Ja, es war vor allen Dingen für alle Klauentiere sehr gefährlich, für die Menschen weniger, aber die Kühe kriegten starke Blasen, da bildeten sich immer Blasen zwischen den Klauen und am Maul und auch am Gesäuge und die Rinder, die dann doll krank waren, die mussten dann notgeschlachtet oder geschlachtet werden oder welche sind ja auch gestorben, aber
Speaker: Viele haben das dann überstanden und waren dann aber ziemlich untauglich für die weitere Zucht oder weitere Produktion von Milch.
Speaker: Auch bei den Schafen war das nicht so rasant mit der Erkrankung, aber sind auch Paar gestorben damals.
Speaker: Sonst für den Menschen, es wurde ja nicht mehr mit der Hand gemolken und so.
Speaker: Also ich habe das nicht erlebt, dass ein Mensch Maul- und Klauenseuche hatte.
Speaker: Aber für die Tierproduktion war das ein ganz großes Manko.
Speaker: Eine ziemlich schlimme Sache, wenn die Rinder oder überhaupt die Klauentiere Maul- und Klauenseuche hatten.
Speaker: Ja, und du sagst, du warst eingesperrt.
Speaker: Was bedeutet das?
Speaker: Wie lange musstest du dann da wochenlang im Stall bleiben oder wie lief das?
Speaker: Nein, ich kriegte dann da eine Unterkunft bei Leuten in dem Dorf und hab dann da bei denen gewohnt.
Speaker: Aber man war wie eingesperrt.
Speaker: Man durfte nicht raus.
Speaker: Man war kein Kontakt zur Außenwelt.
Speaker: Und auch mit dem Telefon gab man auch keine Handys.
Speaker: Also da war Oma immer ziemlich alleine und als ihr klein wart, daran kannst du dich glaube ich noch erinnern, als ich denn längere Zeit weg war.
Speaker: Ach nee, du ja nicht.
Speaker: Ich hatte mir eben an meinen Sohn gedacht, du bist ja mein Enkel, deshalb kannst du das nicht wissen.
Speaker: Ja, das war die Maul- und Klau-Seuche.
Speaker: Dann gab es noch eine schlimme Krankheit, als ich zuerst in der Praxis war.
Speaker: Das war Abortusbank.
Speaker: Das war seuchenhaftes Verkalben, war eine bakterielle Erkrankung.
Speaker: Und das musste auch unbedingt ausgemerzt werden.
Speaker: Und da mussten wir immer die Blutproben nehmen.
Speaker: Und welche denn auf den Erreger positiv reagierte im Blut, die wurde dann ausgemerzt.
Speaker: Und damit haben wir auch mit diesen Blutprobenentnahmen ganz gut, sind wir mit dem Abortusbank, mit dem seuchenhaften Verkalben fertig geworden.
Speaker: Denn spielte noch eine Erkrankung eine Rolle, das war die infektiöse Bronchiorinitis, IBR nannte sich das.
Speaker: Das war auch eine ansteckende Viruserkrankung und machte in den Kuhbeständen große Schäden.
Speaker: Und da haben wir auch immer Blutproben nehmen müssen, da wurden dann das Blut auf mehrere Krankheiten untersucht und die erkrankt waren, die wurden dann auch ausgemerzt.
Speaker: Genauso war es mit der Leukose, das ist ja eine Blutkrankheit, ähnlich der Leukämie bei Menschen.
Speaker: Aber bei den Rindern ist es eine Viruskrankheit und die dann positiv reagiert haben bei der Blutprobe, die wurden ausgemerzt.
Speaker: Und heutzutage spielen diese, ich bin zwar nicht mehr jetzt in der Großtierpraxis tätig, ich hatte damals 2000 Kühe zu betreuen und war ja spezialisiert auf Rinder.
Speaker: Das war ein großes Arbeitsfeld, als Praktiker diese Blutproben entnahmen und diese Sanierungsmaßnahmen.
Speaker: Da wurden Sanierungspläne aufgestellt.
Speaker: Das waren die wichtigsten Krankheiten bei den Rindern.
Speaker: Damals spielte die Tollwut bei uns noch eine ganz große Rolle.
Speaker: Noch als ich Student war oder im Praktikum, da wurde ich einem Tierarzt zugeteilt und dann sind wir den ganzen Sonntag durch die Gegend und haben die Fuchsbau begast.
Speaker: Da wurden so Tabletten reingelegt, die
Speaker: die gegast haben, weil die Füchse waren das Reservoir für die Tollwut.
Speaker: Und das war nicht ohne, weil immer wieder kam es vor, dass Hunde und Katzen und sogar Kühe Tollwut hatten.
Speaker: Ich habe das erlebt, eine Rinderherde, da war ein Fuchs,
Speaker: in der Rindeherde gewesen hatte, als er krank war, eben, denn sind die ja nicht normal, hat Kühe gebissen auf der Weide und ich, so viel ich weiß, waren drei oder vier dann an Tollwut gestorben.
Speaker: Und auch die Tiere, die Hunde zum Beispiel, die waren sehr gefährdet.
Speaker: Wenn die mit dem Fuchs irgendwie in Berührung kamen, dann kriegten die ganz leicht die Tollwut.
Speaker: Und ich weiß das von einer Familie, die wohnten da hier direkt an der Küste am Botten.
Speaker: Und da hatte der Hund Tollwut und die haben mir aber erzählt, ja, der hat einen Knochen verschluckt und der hat er im Maul und bei Tollwut, die sind ja dann gelähmt, die können nicht mehr schlucken und ich habe da wirklich dann noch ins Maul geguckt.
Speaker: Und war mir aber schon ganz unsicher.
Speaker: Und am nächsten Tag lag dann der schon und hatte richtige Symptome, toll gut.
Speaker: Und da musste ich dann zum Impfen.
Speaker: Da kriegte man, ich glaube, bald 20 Spritzen immer um den Bauchnabel herum.
Speaker: Und wir wollten, das war im Sommer, wir wollten in Urlaub fahren und da musste ich die letzte Spritze noch im Urlaubsort, da waren wir in Werningrode, mir da ein Krankenhaus abholen, damit ich ordnungsgemäß geschützt wurde.
Speaker: Dann hatte ich noch so einen Fall mit Tollwut, ein großer Schäferhund.
Speaker: Und dem war aber anzusehen, das war hier auch im Nachbardorf, der hat die Tollwut.
Speaker: Und da war ich mir auch sicher, habe ihn nicht angefasst.
Speaker: Und jedenfalls nächsten Tag war er dann an Tollwut gestorben.
Speaker: Und da sollte aber der Kopf...
Speaker: eingeschickt werden, weil das so ein großer Hund war.
Speaker: Das war ein richtig stattlicher Schäferhund und ich mich ordentlich angeklöstert mit großen Handschuhen und Schürze und alles und nur den Kopf abschneiden.
Speaker: Und der war auch ein bisschen fett, der Hund.
Speaker: Na jedenfalls, ich rutschte da mal mit dem Messer etwas aus und stach mir durch den Handschuh.
Speaker: Na, da war ja was los.
Speaker: Also die Tollwutviren, die sind ja nicht ohne.
Speaker: Und jedenfalls, da gab es denn schon neueren Impfstoff.
Speaker: Das waren französische Spritzen.
Speaker: Da brauchte man bloß vier Spritzen.
Speaker: Aber da musste ich jeden Tag nach Rostock fahren und mir die Spritze dort abholen.
Speaker: Aber ich habe Glück gehabt, ich habe nicht die Tollwut bekommen.
Speaker: Und obwohl Oma sagt, seitdem du das hattest, bist du öfter so wütig.
Speaker: Aber das hat damit nichts zu tun.
Speaker: Das sind Nerven.
Speaker: Aber ich hatte eigentlich immer in meinem ganzen Leben, auch in der Praxis, habe ich ja schon gesagt, immer Glück und bin immer irgendwo mit einem blauen Auge davon gekommen.
Speaker: Aber die Tollwut ist schon tödlich, wenn man da gebissen wird und sich nicht dann gleich impft.
Speaker: Das Tollwut-Virus wandert richtig die Nervenbahnen hoch zum Gehirn, setzt sich im Gehirn fest und da ist überhaupt keine Möglichkeit der Therapie.
Speaker: Wenn du die Tollwut hast, dann hast du sie und dann stirbst du auch daran.
Speaker: Und auch bei den Tieren ist es genauso, wenn die infiziert sind, die Kühe, die damals vom Fuchs gebissen wurden, die mussten wir alle beerdigen.
Speaker: Die wurden mit einem großen Kran, wurden da Löcher gebuddelt auf der Weide und alles desinfiziert, so gut es ging.
Speaker: mit Natronlauge und das haben wir dann auch in den Griff bekommen.
Speaker: Zum Glück, jetzt ist die Tollwut in den letzten Jahren, ist sie ausgemerzt worden, auch in Deutschland.
Speaker: Also wir haben hier in unserem Revier, auch hier in Mecklenburg-Vorpommern, überhaupt keine Tollwut mehr gehabt.
Speaker: Das ist günstig, aber wir haben auch
Speaker: die Hunde fast lückenlos gegen Tollwut geimpft.
Speaker: Wie hat man das geschafft?
Speaker: Also ich meine, man kann ja nicht an die Füchse rankommen, zum Beispiel...
Speaker: Nein, die Füchse wurden verstärkt ausgemerzt, also bejagt.
Speaker: Die Jäger waren angehalten, die Füchse mehr zu bejagen und die Fuchsbauern wurden begast.
Speaker: Die Füchse.
Speaker: wurden in den Röhren überall so eine Tabletten, die Gasen reingelegt und das hat den Fuchs entweder, wenn er noch rechtzeitig rauskam, vertrieben oder ist im Bau gestorben.
Speaker: Nee, das haben wir durch konsequente Impfungen und Fuchsbegasung gut hingekriegt.
Speaker: Bei den Schweinen, ich war ja zuerst auch noch Schweinetierarzt und gerade die
Speaker: In den kleineren Betrieben, die noch so fünf oder zehn Schweine hatten, da brach sehr oft die Tollwut aus.
Speaker: Ach, nicht die Tollwut, Rotlauf.
Speaker: Ich war eben noch in Gedanken bei Tollwut.
Speaker: Rotlauf.
Speaker: Und da haben wir dann auch...
Speaker: die ganzen Bestände gegen Rotlauf geimpft oder wenn eins krank war, so in kleineren Beständen, da sprach sehr gut auf Antibiotika an und auf Rotlaufserum.
Speaker: Und dann damit haben wir das ganz gut in den Griff bekommen.
Speaker: Es sind so viele, jedenfalls in meiner Praxis an Rotlauf, es ist kaum mal eins gestorben.
Speaker: Was war das?
Speaker: Was ist da passiert bei Rotlauf?
Speaker: Bei Rotlauf, da bilden sich so viereckige rote Flecken am Körper.
Speaker: Deshalb heißt er Rotlauf.
Speaker: Und die haben hohes Fieber, 41 und mehr, und sind dann richtig doll krank.
Speaker: Aber durch die Antibiotika, die wir dann
Speaker: gleich gespritzt haben, weil das so deutlich zu sehen war.
Speaker: Diese viereckigen Flecken am ganzen Körper, die waren so typisch, da wusste jeder drüber Bescheid und wurde sofort der Tierarzt geholt und dann haben wir mit Antibiotika behandelt und auch noch Rotlaufserum hatten wir dann auch und dann war die Sache ausgestanden.
Speaker: Aber in den ersten Jahren habe ich viele Schweine auf Rotlauf behandeln müssen.
Speaker: Schweinepest in dem Sinne habe ich nicht so erlebt, denn war das mal alles Ruhe mit Schweinepest und jetzt sind aus dem Osten hier von Polen her über die Wildschweine ist die Schweinepest bei uns wieder heimisch.
Speaker: Und werden öfter Wildschweine gefunden, die an Schweinepest gestorben sind, die werden dann untersucht und die Schweinepest, wenn die in einen Schweinebestand einbricht, dann wird sofort der ganze Bestand gekeult.
Speaker: Also da kann man dann auch nichts weiter machen.
Speaker: Die müssen alle, um zu verhindern, dass sich das noch weiter ausbreitet, muss man den ganzen Bestand keulen.
Speaker: Das ist immer, gerade bei diesen großen Beständen, wenn da 2.000, 3.000 Tiere in einem Bestand sind, das ist dann sehr bitter, die ganzen Schweine zu töten.
Speaker: Ja, auch ist eine große Gefahr jetzt, das ist die afrikanische Schweinepest.
Speaker: Früher hatten wir diese europäische, das Virus hat sich abgewandelt und ist sehr ansteckend.
Speaker: Wenn das in einen Bestand reinkommt, dann
Speaker: kann man da auch nichts weiter machen.
Speaker: Wir haben auch keine Impfstoffe mehr, wie in den ersten Jahren.
Speaker: Und dann muss der ganze Bestand gekeult werden.
Speaker: Deshalb sind die Jäger immer angehalten, möglichst viele Wildschweine zu erlegen, damit die Population ausgedünnt wird und dass der Erreger, der Schweinepest, sich nicht so rasant vermehren kann.
Speaker: Was wir jetzt noch, wo wir jetzt noch mit zu tun haben, ist die Geflügelpest.
Speaker: Das sind auch Viren, die sich immer wieder abwandeln und wenn so über Wild, über Vögel der Erreger eingeschleppt wird.
Speaker: Ich weiß, dass hier auf Rügen war im letzten Jahr, da war in einem Putenbestand kurz vor Weihnachten.
Speaker: Da mussten Hunderte oder Tausende, ich weiß es nicht genau, gekeult werden, obwohl die schon schlachtreif waren.
Speaker: Da war Geflügelpest drin und da wird dann auch nicht behandelt, da wird dann rigoros gekeult.
Speaker: Ja, das sind so diese Seuchen, mit denen man so zu tun hatte in der Praxis und auch heute noch.
Speaker: Aber in der Großtierpraxis können wir zufrieden sein, haben wir ganz gut ausgemerzt.
Speaker: Wir haben keine Lykose mehr, wir haben keine Tuberkulose mehr, wir haben keine Maul- und Klaunseuche mehr.
Speaker: Was zeitweise auch noch eine Rolle spielte, war Rinderwahn.
Speaker: ähnlich der Alzheimer-Krankheit bei Menschen.
Speaker: Aber das ist bloß sporadisch, dass das mal auftritt, wenn sich der Erreger im Gehirn festsetzt.
Speaker: Rinder waren, war das BSE?
Speaker: BSE, genau.
Speaker: Heute am Tag, als ich daran dachte, kam ich gar nicht auf BSE hin.
Speaker: Ja, so das waren so die Krankheiten, mit denen ich zu tun hatte in der Praxis.
Speaker: Aber nach der Wende hatte sich das eigentlich alles ganz gut begeben und ich brauchte dann nicht mehr hier die Familie verlassen und brauchte in kein Sperrbezirk mehr.
Speaker: Das sieht jetzt alles in dieser Richtung ganz gut aus.
Speaker: Wir haben
Speaker: Gerade diese großen Rinderbestände, da haben wir diese Seuche nicht mehr.
Speaker: Wo wir immer noch seuchenhaft oft mit zu tun haben, ist infektiöse Mastitis, also Entzündung des Euters.
Speaker: Wenn unsauber gearbeitet wird in den Kuhherden, da spielt die infektiöse Mastitis oder überhaupt die Mastitis eine doch erhebliche Rolle.
Speaker: Aber es wird ja heute in diesen großen Beständen
Speaker: Da wird sehr ordentlich gearbeitet, viel mit Desinfektionsmitteln und da ist das nicht mehr so tragisch, wie es noch zu meiner Zeit war, als ich da 2000 Kühe zu versorgen hatte.
Speaker: Ja, aber bei den Kleintieren gab es gar nicht so eine Seuche, bei Hunden und Katzen oder außer Tollwut jetzt natürlich.
Speaker: Ja, weil ich habe ja, als ich die Großtiere verseucht habe, kaum Kleintiere gemacht.
Speaker: Und jetzt bei den Kleintieren, es ist infektiöse Schnupfen bei den Katzen spielt eine Rolle.
Speaker: Und beim Hund, da impfen wir gegen alles.
Speaker: Als ich hierher kam,
Speaker: Da spielte die Staupe noch eine Rolle, da haben wir aber nachher gute Impfstoffe bekommen.
Speaker: Da sind Impfstoffe, die gleich gegen fünf und sechs Krankheiten eingesetzt werden und dann schießen.
Speaker: spielt die Staubbe und Pavovirose ist auch eine Junghunderkrankung, aber wir impfen die Mütter dagegen, sodass die auch nicht mehr so eine Rolle spielen.
Speaker: Leptospirose wird von Ratten und Mäusen übertragen, aber es spielt auch nicht mehr die Rolle, aber wir impfen auch dagegen.
Speaker: Und den Para-Influenza, auch so eine Influenza, bei den Hunden dagegen impfen wir und auch bei Katzen, gegen Katzen schnupfen, Katzenseuche, da sind wir mit unseren Impfstoffen ganz gut beraten und können da prophylaktisch dagegen vorgehen.
Speaker: Sodass so richtige Seuchenzüge, wie sie es früher hatten,
Speaker: gerade auch mit Leptospirose und so weiter, als viele Mäuse und Ratten in den Ställen noch rumliefen, die hatten schnell mal Leptospirose.
Speaker: Naja, und Tollwut haben wir auch in diesem Impfstoff.
Speaker: Es wird heute noch bei den, so ein Sechfang Impfstoff bei Hunden wird noch gegen Tollwut geimpft, aber man braucht jetzt bloß noch alle drei Jahre impfen,
Speaker: weil die Immunität ist sehr gut und der Infektionsdruck ist auch nicht mehr da.
Speaker: Ja, ich glaube, wir haben beide noch ein bisschen zu packen für unsere Reise morgen.
Speaker: Von daher würde ich sagen, wenn du nichts mehr hast auf deiner Liste, dann können wir für heute Schluss machen.
Speaker: Jetzt singe ich noch ein Lied.
Speaker: Ich freue mich auf morgen, auf drei Tage, gemütliches Enkel-Opa-Verhältnis.
Speaker: Wir haben ja schon vieles unternommen.
Speaker: Wir waren in Neuseeland, wir waren in Irland, wir waren in Norwegen und haben uns das immer gut gehen lassen.
Speaker: Deshalb singe ich ein Lied, was ich immer gerne singe.
Speaker: Freude, schöner Götterfunken.
Speaker: Das kennst du doch auch, ne?
Speaker: Freude, schöne Götterfunkentochter aus Elysium.
Speaker: Wir betreten feuertrunken, himmlische dein Heiligtum.
Speaker: Deine Zauber binden wieder, was die Mode streng geteilt.
Speaker: Alle Menschen werden Brüder, wo dein sanfter Flügel weiht.
Speaker: Wem der große Wurf gelungen, eines Freundes Freund zu sein, wer ein holdes Weib errungen, mische seinen Jubel ein.
Speaker: Ja, wer auch nur eine Seele
Speaker: seinend auf dem erden rund und wers niegel konnte stehle weinend sich aus diesem bund freude heißt die starke feder in der ewigen natur
Speaker: Freude, Freude treibt die Rede in der großen Welten Uhr.
Speaker: Blumen lockt sie aus den Keimen, Sonnen aus dem Firmament.
Speaker: Eine Strophe haben wir noch.
Speaker: Schiller hat ja über zehn Strophen gedichtet, aber die braucht man nicht alle.
Speaker: Und Beethoven hat sie ja dann vertont.
Speaker: Und dieses Lied ist ja die europäische National- oder unsere Hymne in der EU.
Speaker: Die letzte Strophe, die wir in der EU haben,
Speaker: freude trinken alle wesen an den brüsten der natur alle guten alle bösen folgen ihrer rosenspur
Speaker: Küsse gab sie und so und Reben, einen Freund geprüft im Tod.
Speaker: Wollos ward dem Wurm gegeben und der Cherub steht vor Gott.
Speaker: Ein sehr schönes Lied mit sehr tiefsinnigen Strophen und das liebe ich besonders die zweite Strophe.
Speaker: Wem der große Wurf gelungen, eines Freundes Freunden zu sein, wer ein holdes Weib errungen, mische seinen Jubel ein.
Speaker: Und diesen Jubel, dem kann ich nur beipflichten, den kann ich mittragen, weil ich wirklich mit meiner lieben Frau Glück gehabt habe, ein holdes Weib errungen.
Speaker: Ja, deine Oma.
Speaker: Genau, ja.
Speaker: Ja, aber die nächsten Folgen werden dann wieder ein bisschen mehr über die Zeit in der DDR.
Speaker: Da habe ich noch einige Ideen, einige Themen, zu denen ich dich gerne befragen wollen würde.
Speaker: Jetzt genießen wir erstmal unseren Urlaub, würde ich sagen.
Speaker: Richtig, da freuen wir uns.
Speaker: Über die Tierarztpraxis haben wir nur genug geredet.
Speaker: Ja, ich denke, da haben die Zuhörer jetzt alles erfahren, würde ich auch sagen.
Speaker: Ja, schön.
Speaker: Okay, dann bis morgen.
Speaker: Bis morgen.
Speaker: Tschüss.
Speaker: Tschüss.




