
Patrick Dobrovits ist Sportwissenschaftler und Personaltrainer aus Neunkirchen, der ein Trainingslab betreibt und sich auf Leistungsdiagnostik spezialisiert hat. Seine Expertise liegt darin, aus Messdaten konkrete Trainingsempfehlungen abzuleiten.
Patrick erklärt, dass eine Leistungsdiagnostik das Verhältnis zwischen Belastung und Beanspruchung misst. Dabei werden verschiedene Parameter wie Herzfrequenz, Laktatkonzentration, Sauerstoffaufnahme und Energiebereitstellung analysiert. Das Ziel ist nicht die Bewertung, sondern das Verstehen der aktuellen Leistungsfähigkeit und der Ansatzpunkte für Verbesserungen.
Die Testung kombiniert Spiroergometrie (Atemgasanalyse) mit Laktatmessung am Laufband. Über die Atemmaske werden Sauerstoff- und CO2-Aufnahme gemessen, was Rückschlüsse auf VO2 Max, ventilatorische Schwellen und Energiestoffwechsel ermöglicht. Ein Stufenprotokoll mit Laktatmessung ergänzt die Analyse des Muskelstoffwechsels.
Eine Leistungsdiagnostik ist grundsätzlich für jeden sinnvoll – vom Sportanfänger bis zum erfahrenen Athleten. Anfänger profitieren besonders, da sich schnelle Verbesserungen zeigen. Das Sportslab arbeitet auch mit einer Ordination für Sportmedizin zusammen, um gesundheitliche Aspekte abzuklären.
Patrick sieht im Trail Running noch viel Verbesserungspotenzial in der Trainingsstruktur. Viele Trailrunner trainieren ausschließlich im Gelände, was die systematische Entwicklung hemmt. Eine Kombination aus strukturiertem Training in der Ebene und gezielten Bergeinheiten wäre effizienter.
Für Trail Runner ist plyometrisches Training besonders wertvoll, da es das Bindegewebe auf die Belastungen beim Bergablaufen vorbereitet. Patrick empfiehlt für Anfänger eher Maschinentraining statt freie Gewichte, um schnell Kraft aufzubauen ohne sich mit komplexer Technik zu beschäftigen.
Wearables und Sportuhren können durchaus hilfreich sein, aber die Dateninterpretation ist oft problematisch. Die Algorithmen kennen keine Hintergründe und können zu falschen Schlüssen führen. Patrick betont die Wichtigkeit, Körpergefühl zu entwickeln und Daten im Kontext zu betrachten.
Im zweiten Teil werden die konkreten Testergebnisse von Peter und Geordi ausführlich besprochen. Dabei werden Körperzusammensetzung, VO2 Max-Werte, Schwellenbereiche, Kraftasymmetrien und individuelle Trainingsempfehlungen diskutiert.