
Anja Messner, 31 Jahre alt, stammt aus Südtirol und wuchs auf einem steilen Bergbauernhof auf. Nach einer erfolgreichen Bürokarriere in Bozen kehrte sie 2020 zu ihren Wurzeln in die Berge zurück. Sie ist heute staatlich geprüfte Bergwanderführerin und spezialisiert sich als Mental- und Trainingscoach für Bergläufer. Den Berglauf begann sie erst 2018 mit einem Firmenlauf und wagte sich bereits wenige Monate später an ihren ersten Bergmarathon – den Südtirol Ultra Sky Race.
Anja erzählt von ihrem Wandel vom gut bezahlten Bürojob zurück in die Berge. Während der Arbeit in Bozen blickte sie täglich auf den Schlern und spürte, dass die Bürotätigkeit nicht das Richtige für sie war. Diese Erkenntnis führte sie dazu, ihr Leben komplett umzukrempeln und 2020 zur Bergwanderführerin zu werden.
Als Coach arbeitet Anja mit erfahrenen “Gipfeljägern”, die bereits Bergerfahrung haben, aber Probleme mit Stagnation, Ausgebranntsein oder mentalen Blockaden haben. Ihr Ansatz liegt nicht in maximaler Leistung um jeden Preis, sondern in effizienterem Training mit mehr Regeneration und weniger Verbissenheit. Sie verfolgt die 1%-Methode – täglich ein Prozent besser werden durch Konstanz statt durch extreme Belastung.
Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der mentalen Betreuung von Läufern, die körperlich fit sind, aber im Wettkampf aufgeben oder blockieren. Durch Hypnose-Techniken dringt sie ins Unterbewusstsein vor, um alte Glaubenssätze und Kindheitserfahrungen aufzuspüren, die Läufer am Erfolg hindern. Diese Methode hilft dabei, das eigentliche “Warum” hinter den Zielen zu entdecken.
Ihre Erfahrungen auf dem Te Araroa Trail in Neuseeland prägten Anjas Verständnis von Luxus und Notwendigkeit. Drei Monate nur mit Reis, Nudeln und kalten Duschen zeigten ihr, wie wenig man wirklich braucht. Diese Erkenntnisse fließen in ihr Coaching ein, wo sie vermittelt, dass man sich auf die eigenen Ressourcen verlassen können muss – unabhängig von der besten Ausrüstung.
Anja arbeitet mit sechs verschiedenen Modulen und identifiziert zu Beginn die drei größten “Schmerzpunkte” ihrer Kunden. Oft stellt sich heraus, dass die ursprünglich genannten Ziele andere Motivationen verbergen – etwa den Wunsch, dem Vater etwas zu beweisen oder in der Firma besser dazustehen. Durch gezielte Arbeit an diesen tieferliegenden Themen können auch andere Lebensbereiche profitieren.