Transcript
Speaker: Hallo, hallo.
Speaker: Heute gibt es wieder eine neue Folge von TerraTalks.
Speaker: Wie geht es um Psychotherapie?
Speaker: Wir sind Nausicaa und Markus.
Speaker: Heute sprechen wir über das Praktikum bzw.
Speaker: über die mehreren Praktika, die man im Rahmen der Psychotherapieausbildung zu absolvieren hat.
Speaker: Heute freuen wir uns ganz besonders über zwei spannende Gästinnen.
Speaker: Zum einen begrüßen wir Adele Abta.
Speaker: Sie ist Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision und ihr eigenes Praktikum liegt noch gar nicht so lange zurück.
Speaker: Sie bringt frische Einblicke und ehrliche Eindrücke aus dieser intensiven Ausbildungszeit mit und erzählt uns, wie sie das alles unter einen Hut gebracht hat.
Speaker: Außerdem freuen wir uns riesig über Lydia Linke.
Speaker: Sie leitet bei der Diakonie den Bereich für Praktikantinnen.
Speaker: Sie ist selbst auch in der Ausbildung zu werdenden Psychotherapeutin.
Speaker: Ihre Perspektive ist geprägt von Erfahrung, Begleitung und Struktur.
Speaker: Gemeinsam schauen wir uns an, wie zeitaufwendig es ist, wie bringt man Ausbildung, Job und alles, was dazu kommt, unter einem Hut.
Speaker: Das ist ja oft die große Frage.
Speaker: Wie geht sich das alles aus und wie viele Stunden sind das im Endeffekt?
Speaker: Hallo und willkommen bei TerraTalks.
Speaker: Dankeschön.
Speaker: Hallo, schön da zu sein.
Speaker: Ich freue mich besonders, vor allem, dieses ist die erste Folge, wo wir zu fett sind, in gemütlicher Runde, das hatten wir so noch nicht.
Speaker: Und Lydia ist meine ehemalige PraktikantInnenbetreuerin und jetzige Kollegin im Fachspezifikum bei uns.
Speaker: Schön, dass ihr da seid, Adele und Lydia.
Speaker: Danke für die Einladung.
Speaker: Ja, ich habe auch Praktikum bei der Diakonie gemacht.
Speaker: Also ich kenne Lydia auch sehr gut und Adele natürlich auch seine gute Freundin.
Speaker: Ja, die Nausica und ich haben einiges gemeinsam.
Speaker: Ja, also genau, bevor wir vielleicht tiefer ins Thema einsteigen, möchten wir euch beide vielleicht ein bisschen besser kennenlernen und dass die ZuhörerInnen auch einen Eindruck und ein Gefühl bekommen, wer ist denn heute überhaupt bei uns zu Gast und wen hören wir da und wer gibt uns die ganzen Informationen.
Speaker: Ich würde mal sagen, ihr stellt euch kurz vor, was ihr gerne teilen möchtet.
Speaker: Klar, gerne.
Speaker: Ich bin Lydia, ich arbeite bei der Diakonie im Flüchtlingsdienst in der Wohnberatung.
Speaker: In dieser Beratungseinrichtung, die speziell für geflüchtete Menschen mit Wohnproblematiken aller Art sich beschäftigt, bin ich eben die Zuständige für Praktikantinnen und Freiwillige.
Speaker: Ich bin seit 2016 in der Diakonie
Speaker: Wohnberatung beim Suchcafé war sich speziell mit Wohnungssuche beschäftigt und da haben wir laufend Praktikantinnen und Freiwillige und die versuche ich zu begleiten, anzuleiten, ihnen zu ermöglichen, Dinge zu lernen und zu erfahren.
Speaker: Ich selbst bin in Ausbildung auch zur personenzentrierten Psychotherapeutin und glaube auch deswegen, so zwei Perspektiven auf das Thema Praktikum zu haben, also selber auch in der Ausbildung irgendwie das machen zu müssen und als Lernende zu sein und gleichzeitig in der Arbeit als Anleitende oder als Begleitende, so sehe ich das irgendwie von Menschen, die Erfahrungen sammeln.
Speaker: Hat deine Arbeit, deine Entscheidung, Psychotherapeutin werden zu wollen, beeinflusst?
Speaker: Sicherlich, ja.
Speaker: Das ist so mein Einstieg in den sozialen Bereich gewesen.
Speaker: Ich bin vom Studium her Kultur- und Sozialanthropologin und die Frage, wie Menschen so sind und warum sie so sind, das beschäftigt mich schon sehr lang und bewegt mich irgendwie tief.
Speaker: Und bisher hatte ich irgendwie oder vor der Psychotherapieausbildung vielleicht so eine Sicht von draußen, von einer gesellschaftlichen Perspektive, kulturellen Perspektiven,
Speaker: Und die Psychotherapieausbildung nährt so ein individuelles Interesse, was irgendwie so eine große Tiefe in der Auseinandersetzung mit einem Individuum geht.
Speaker: Und das ergänzt irgendwie so mein Interesse am menschlichen Dasein.
Speaker: Ich finde das super, dass du auch beide Perspektiven mitbringst.
Speaker: Wenn du an das Wort Praktikum so denkst und hörst,
Speaker: Welches Bild kommt dir als erstes in den Kopf?
Speaker: Also da bin ich sofort auf der Arbeit und sehe so die verschiedenen Menschen, die zu uns in die Einrichtung kommen, eben in der Rolle von PraktikantInnen.
Speaker: Und die dort total wichtige Arbeit leisten, die unsere Arbeit unterstützen durch ihre Arbeitskraft und Dasein und sie irgendwie reinhauen.
Speaker: Ja, und jetzt Adele, erzähl einmal.
Speaker: Kannst du dich kurz vorstellen?
Speaker: Wer bist du?
Speaker: Ja, mein Name ist Adele und ich habe mich schon so oft vorstellen müssen oder dürfen und habe mich immer gefragt, womit fange ich an?
Speaker: Was möchte ich über mich eigentlich erzählen?
Speaker: Und man fängt immer mit dem Beruf an.
Speaker: was man studiert hat.
Speaker: Und ich habe mir überlegt, irgendwie würde ich mich halt auch ganz gerne eigentlich ein bisschen beschreiben.
Speaker: Und ja, erlebe mich schon als eine lebenslustige Person.
Speaker: Ich merke, ich lebe sehr gerne.
Speaker: Ich will vieles Neues ausprobieren, wie heute zum Beispiel beim Podcast.
Speaker: Und merke auch, dass ich manchmal eben so gerne aus dem Vollen schöpfen möchte, dass sich nicht immer alles ausgeht, vorne und hinten.
Speaker: Aber abgesehen davon bin ich seit drei Jahren in
Speaker: einer Behindertenorganisation im teilbetreuten Wohnen tätig und arbeite dort mit Personen mit psychischen Erkrankungen.
Speaker: Und seit einem halben Jahr freue ich mich sehr, dass ich in der psychotherapeutischen Praxis beginnen konnte.
Speaker: Kurz einleitend vielleicht, Praktiker sind ja im Grunde oder sollen sowas sein wie eine Brücke zwischen Theorie und Praxis.
Speaker: Es ist sowohl im Propädeutikum, dem ersten, also dem Orientierungsteil der Ausbildung, als auch im Fachspezifikum, dem Hauptteil, im ausgesuchten Fach quasi, sind Praktiker vorgeschrieben.
Speaker: Ich habe mal den Gesetzestext rausgekramt und habe nachgeschaut, dass es sowohl im alten als auch im neuen Psychotherapiegesetz gleich formuliert, wortgleich,
Speaker: Im Probedeutigum, ich zitiere, Praktikum im Umgang mit verhaltensgestörten oder leidenden Personen in einer im psychosozialen Feld bestehenden Einrichtung des Gesundheits- oder Sozialwesens unter fachlicher Anleitung und Aufsicht des Leiters dieser Einrichtung oder eines Stellvertreters in der Dauer von zumindest 480 Stunden samt begleitender Teilnahme an einer Praktikumssupervision in der Dauer von mindestens 20 Stunden.
Speaker: Also die klassischen 480 Stunden Praktikum und 20 Stunden Supervision.
Speaker: Lydia, bei euch, wie ich mich erinnere, sind Auszubildende in der Psychotherapie hauptsächlich aus dem Propädeutikum, gell?
Speaker: Ausschließlich aus dem Propädeutikum, genau.
Speaker: Wir sind keine Stelle für ein Fachspezifikums-Praktikum.
Speaker: Im Fachspezifikum übersetzt heißt das 550 Stunden, im Fachspezifikum davon mindestens 150 in einer psychiatrischen Klinik zum Beispiel.
Speaker: Adele, du bist ja im Status im Fachspezifikum und du hast das klinische Praktikum bereits gemacht, richtig?
Speaker: Genau, ja, habe ich schon gemacht.
Speaker: Wo hast du das gemacht?
Speaker: Das habe ich in einer psychiatrischen Abteilung gemacht, in der Klinik Landstraße, für insgesamt dann drei Monate im Endeffekt.
Speaker: Das waren ein bisschen mehr als 150 Stunden.
Speaker: Aber ein großer Teil des Praktikums habe ich auch im teilbetreuten Wohnen gemacht.
Speaker: Das konntest du dir anrechnen lassen als deine Arbeit?
Speaker: Genau.
Speaker: Ich hüpfe jetzt ein bisschen, sorry.
Speaker: Lydia, darf ich nochmal kurz zu dir?
Speaker: Wie würdest du sagen, versteht ihr oder wie verstehst du Praktikum im Rahmen der Psychotherapieausbildung bei euch?
Speaker: Bei uns.
Speaker: Dadurch, dass wir ProbedeutekumspraktikantInnen haben, ist es oft ein wie erster Kontakt oder so ein Einstieg auch in eine beratende Tätigkeit.
Speaker: Also da kommen auch oft QuereinsteigerInnen, Leute, die was anderes gemacht haben, jetzt die Psychotherapieausbildung machen.
Speaker: Und so wie erste Gehversuche in Beratung, Betreuung, Begleitung von Leuten mit verschiedensten Schwierigkeiten machen.
Speaker: Und so verstehen wir das auch.
Speaker: Wir verstehen es auch als eine ganz konkrete Unterstützung von unseren Klientinnen.
Speaker: Aber auch verstehen wir uns als einen Lernort irgendwie.
Speaker: Also als eine Möglichkeit, Leuten diese Erfahrung, diese Arbeitserfahrung zu ermöglichen.
Speaker: Ja.
Speaker: Das habe ich auch so wahrgenommen dort.
Speaker: Es gibt sicher auch andere praktikantische Stellen, wo man eher eingesetzt wird.
Speaker: Ich habe bei euch auch beide Möglichkeiten wahrgenommen, also zum einen zu agieren und zum anderen auch zu lernen und reflektieren.
Speaker: Das, glaube ich, ist auch kein Zufall gewesen.
Speaker: Nee, das ist auch ganz bewusst so gemacht, weil ich es wichtig finde, dass das Praktikum eine Praxiserfahrung ist.
Speaker: Also dass man wirklich was erfährt, dass man was machen kann.
Speaker: Und auf der anderen Seite, dass das aber auch keine billige Arbeitskraft ist.
Speaker: Welche Erwartungen habt ihr denn fachlich und menschlich an die Leute, die bei euch Praktikum machen sollen?
Speaker: Also dadurch, dass es irgendwie oft so Leute sind, die vielleicht noch nicht ganz so viele Erfahrungen gesammelt haben, gibt es fachlich nicht sehr viele Voraussetzungen bei uns.
Speaker: Also viele Leute haben eigene Erfahrungen mit Wohnungssuche.
Speaker: Das ist so der fachliche Teil, oder?
Speaker: Weil wir Leute bei der Wohnungssuche unterstützen.
Speaker: Es gibt auch eine sehr intensive Einschulungszeit, wo alle fachlichen Dinge versucht werden irgendwie zu vermitteln, sodass man das dann in Gesprächen gut auch weitergeben kann.
Speaker: Und wichtiger ist wahrscheinlich der menschliche Aspekt, weil da wir einen großen Wert drauf legen.
Speaker: Und mich hat neulich in einem Bewerbungsgespräch einer gefragt, was muss ich denn auf jeden Fall können oder was muss ich denn auf jeden Fall mitbringen?
Speaker: Und was man auf jeden Fall mitbringen muss, ist eine Solidarität mit den Menschen, die zu uns kommen und Hilfe brauchen.
Speaker: Das ist grundsätzlich das Erste.
Speaker: Und das Wichtigste, wir sind sehr marginalisierte und von Diskriminierung sehr häufig betroffene Personen und denen mit Solidarität und Offenheit zu begegnen, ist die Grundvoraussetzung für unsere Arbeit.
Speaker: dann brauchst du als menschliche Fähigkeit sicherlich auch so eine Geduld und die Fähigkeit, Dinge nicht zu bewerten.
Speaker: Also wenn jemand kommt, diese Person in ihren Entscheidungen und in ihrem Sein nicht zu bewerten und das nicht nur zu versuchen, sondern das wirklich auch zu tun.
Speaker: Also diese Bewertung wirklich hintanzustellen und zu lassen und einfach zu tun.
Speaker: in der Begegnung offen zu sein, denn nur dann ist es sinnvoll, eine gute oder kann für mich, in meinem Verständnis, so ein guter Beziehungsaufbau passieren, der Grundlage für alle beratenden Formate ist so.
Speaker: Auch ist wichtig bei uns die grundsätzliche Bereitschaft, auch selber Termine zu übernehmen, also tatsächlich praktische Erfahrungen zu machen.
Speaker: Ja, also das mit der Bewertung finde ich sehr schön, eben weil ich ja auch ein Praktikum bei dir gemacht habe und ich finde wirklich, also wenn man bewertet, merkt man das ja auch.
Speaker: Also der Gegenüber spürt das ja dann auch und eine gute Beziehung wird dann aufgebaut, wenn der andere merkt, ich werde hier jetzt nicht bewertet, sondern einfach so wahrgenommen, wie ich einfach bin und man kann gut miteinander arbeiten.
Speaker: Also ich finde auch gerade zu Beginn der Ausbildung stehen ja immer viele Fragen offen.
Speaker: Zum Beispiel, wie finde ich überhaupt einen Praktikumsplatz?
Speaker: Wo fängt man da überhaupt an?
Speaker: Jetzt wisst ihr, bei der Diakonie können Sie im Probedarungsamt ein Praktikum machen.
Speaker: Genau, aber mögliche Praktikumstellen sind ja zum Beispiel psychiatrische Abteilungen von Spitälern, aber auch Einrichtungen wie die Diakonie, Hemaillat, Caritas, Promete, Frauenhäuser.
Speaker: Und dann haben wir auch Wohngemeinschaften, Krisenzentren, Einrichtungen für Suchtkranke und so weiter.
Speaker: Da gibt es eine Riesenauswahl.
Speaker: Und deshalb wollen wir jetzt mal ganz konkret werden und von den Erfahrungen hören,
Speaker: Also liebe Adele, wie du schon erwähnt hast, du bist ja jetzt im Fachspezifikum.
Speaker: Wie war das bei dir während dem Praktikum?
Speaker: Wie hast du es gefunden?
Speaker: Wie bist du dazu gekommen?
Speaker: Wie hast du dich entschieden, welches du machen möchtest?
Speaker: Also grundsätzlich ist es ja so gewesen, im Probedeutikum gibt es eben auch schon ein längeres Praktikum, aber dass im Fachspezifikum
Speaker: Vor allem vielleicht das klinische Praktikum war gar nicht so leicht zu finden, beziehungsweise ich bin irgendwie auch auf diese Herausforderung gestoßen, dass es extrem lange Wartezeiten überall gibt.
Speaker: Und das ist auf jeden Fall etwas, das hätte ich gerne vorher gewusst, dass ich da viel Zeit einplanen muss, meinen Praktikumsplatz zu finden.
Speaker: Ich habe es ja am Endeffekt dann in einer psychiatrischen Abteilung in einem Krankenhaus gemacht.
Speaker: Das kann man machen, muss man aber nicht.
Speaker: Das kann auch in einer Einrichtung sein.
Speaker: Aber grundsätzlich bin ich einfach im Internet die ganzen Seiten des Gesundheitsverbundes durchgegangen, habe mir die Nummern rausgesucht, E-Mail-Adressen rausgesucht, habe E-Mail-Anfragen geschrieben, habe teilweise Antworten bekommen, teilweise aber auch nicht, habe immer wieder nachgeschrieben und ich habe schon die Erfahrung gemacht, dass man da durchaus sehr
Speaker: hartnäckig bleiben darf.
Speaker: Also du hast nur ein paar Monate vorher die Bewerbung geschickt?
Speaker: Ein paar Monate bis ein Jahr fast sogar, ja.
Speaker: Weil ich habe schon oft gehört, also ich habe mich ja jetzt auch beworben für das klinische Praktikum und da war eine Wartezeit von einem Jahr schon bei den meisten.
Speaker: Ja, und auch unter gewissen Voraussetzungen.
Speaker: Also ich habe mir dann in dem Fall Bildungskarenz genommen,
Speaker: weil manche Praktikumsstellen auch erfordern, dass man täglich kommt zum Beispiel.
Speaker: Andere wiederum sind da flexibler und sagen, du kannst auch einmal in der Woche kommen.
Speaker: Gibt es eine Anlaufstelle oder wo schaut man da genau hin?
Speaker: Gibt das Fachspezifikum, also das Institut, gibt es eine Liste, wo man schauen kann oder wie kommt man auf die Praktika stellen?
Speaker: Gute Frage.
Speaker: Es gibt vom Bundesministerium eine Liste, wo alle Einrichtungen aufscheinen, aber grundsätzlich habe ich auch immer wieder mal mit Lehrenden aus dem Probedeutikum und auch aus dem Fachspezifikum gesprochen und
Speaker: ob die jemanden kennen, mich mit anderen Kollegen, Kolleginnen ausgetauscht, wo die ihr Praktikum gemacht haben.
Speaker: Immer wieder mal kann jemand was empfehlen an einer Stelle.
Speaker: Ich finde, das war auch eine große Hilfe bei der Suche.
Speaker: Bei allen Schwierigkeiten, einen Platz zu finden.
Speaker: Für mich persönlich hat sich das schon sehr ausgezahlt, auch da zu warten, weil es sonst kaum die Möglichkeit gibt, in einen laufenden psychiatrischen Betrieb hineinzuschauen, dabei zu sein, mit Leuten zu sprechen vor Ort.
Speaker: Ich kann mir auch vorstellen, dass es einen Unterschied macht, ob man zweimal, dreimal die Woche für vier Stunden irgendwo hingeht und Praktikum macht oder ob man wirklich fulltime über Wochen hinweg total fokussiert in einer Klinik arbeitet.
Speaker: Ich glaube, das ist nochmal ein anderer Selbsterfahrungsaspekt und Einblick auch.
Speaker: Auch weil du jetzt den Selbsterfahrungsaspekt ansprichst.
Speaker: Man erlebt sich ja selber oder ich habe mich in einem ganz neuen Umfeld erlebt.
Speaker: Mir war das nicht vertraut, die Klinikarbeit, die Stationsarbeit,
Speaker: die Art der multiprofessionellen Zusammenarbeit an so einem Ort.
Speaker: Ich habe ja nicht Medizin studiert, habe nicht klinische Psychologie studiert, wo das ein Teil der Ausbildungen ist.
Speaker: Insofern war das für mich auch eine ganz neue Situation insgesamt, mich dort wiederzufinden.
Speaker: Ja, dann würde ich sagen, wir kommen jetzt zum Herzstück des Praktikums und zwar dem Alltag und den Aufgaben.
Speaker: Was macht man eigentlich so konkret in einem Praktikum, in dem Bereich?
Speaker: Wo packt man mit an?
Speaker: Wo schaut man erstmal zu?
Speaker: Wir wollen von euch hören, wie der Praktikumsalltag aussieht aus Sicht der Ausbildungseinrichtung und natürlich auch aus der Perspektive einer Praktikantin.
Speaker: Bei uns sind die Praktikantinnen eben im Suchcafé, heißt es, Wohnbadis und Suchcafé.
Speaker: Dort unterstützen wir eben Leute bei der Wohnungssuche.
Speaker: Im Suchcafé gibt es ein 1 zu 1 Beratungssetting, wo meistens PraktikantInnen oder freiwillige Personen Menschen bei der Wohnungssuche unterstützen.
Speaker: Sitzen also dann sich gegenüber und bewegen.
Speaker: schauen, was brauchst du vielleicht an Digitalisierung, wo muss man vielleicht einfach wo anrufen gemeinsam.
Speaker: Also dieses Erlernen der Wohnungssuche und das ist so das Herzstück eigentlich des Praktikums bei uns.
Speaker: Und wir verstehen uns aber auch als eine psychosoziale Wohnberatung, das heißt wir schauen, wer kommt denn da.
Speaker: in was für eine Verfassung sind die Leute und oftmals sind die Hürden oder die Schwierigkeiten, die die Menschen haben, auch psychischer Natur.
Speaker: Das heißt, wenn Menschen posttraumatische Belastungsstörungen haben, dann kommt es zu Lernschwierigkeiten.
Speaker: Dann kann es halt sein, dass man eine App fünf Termine hintereinander erklären muss oder bestimmte Vokabeln immer noch nicht funktionieren, weil die Leute einfach mit ihren psychischen Schwierigkeiten so befasst sind.
Speaker: Und weil eben Leute auch enormen Stress haben durch diese ganze Situation, kann man sich ja vorstellen, wenn man kein Zuhause hat, kein Ort, an dem man sich entspannen kann, in dem man sein kann, dann werden natürlich psychische Schwierigkeiten verdoppeln sich irgendwie und ja.
Speaker: So, dass wir auch sehr oft Entlastungsgespräche einfach machen oder dass man einfach den Menschen einen freundlichen Raum bietet, wo sie sein können, wo sie mal erzählen können, wie es ihnen so geht.
Speaker: Das machen Praktikantinnen bei uns auch.
Speaker: Was ich sehr genossen habe, ich habe bei euch im Praktikum, man führt einfach sehr, sehr viele Gespräche mit sehr, sehr vielen unterschiedlichen Personen.
Speaker: Das ist von...
Speaker: vom Lerneffekt und auch vom Selbsterfahrungsaspekt, weil man immer wieder das reflektieren kann, ist das enorm wertvoll.
Speaker: Ja, da sprichst du auch das an, was ich irgendwie immer wieder beobachte oder was mir auch wichtig ist in der Begleitung von PraktikantInnen, nämlich, dass sie da ein Beratungshandwerk lernen können bei uns.
Speaker: Der Anlass für das Gespräch ist nicht so herausfordernd.
Speaker: Das heißt, deswegen ist es auch gut für AnfängerInnen geeignet.
Speaker: will haben, hat man schnell verstanden.
Speaker: Also das, worum es geht, fachlich ist nicht so hochkomplex.
Speaker: Aber was man lernen kann bei uns, ist eben so eine Beratung halten, eine Beziehung aufbauen zu einem Gegenüber, sehr schnell und herausfinden, worum geht es denn der Person eigentlich?
Speaker: Was braucht denn die jetzt?
Speaker: Und auf welchem Level kann ich denn die Person ansprechen?
Speaker: Ganz banale Dinge, wie die Zeit einhalten.
Speaker: Du hast halt einfach nur eine Stunde Zeit und dann musst du irgendwie den Bogen im Gespräch
Speaker: Du musst den Rahmen halten, du musst die Verantwortung für den Prozess haben und sich jedes Mal wieder neu einlassen auf ein ganz neues Gegenüber, das mit ganz neuen Themen, Stimmungen, Verfassungen irgendwie so kommt.
Speaker: Das ist ein sehr toller Übungseffekt, denke ich, bei uns, um so die Basis zu legen für das, was dann später auch therapeutische Arbeit sein kann.
Speaker: So stelle ich es mir jedenfalls vor.
Speaker: So wie sie erlebt.
Speaker: Und vielleicht ein bisschen zum Bereich im Fachspezifikum, vielleicht zum klinischen Praktikum.
Speaker: Möchtest du da ein bisschen, Adele, was erzählen?
Speaker: Was war so im Alltag?
Speaker: Was waren die Aufgaben?
Speaker: Also grundsätzlich bei mir war das so, dass ich einer klinischen Psychologin und Psychotherapeutin quasi zugeordnet war.
Speaker: Sie war gewissermaßen verantwortlich für mich.
Speaker: Ich durfte dabei sein bei verschiedensten Teambesprechungen, Morgengesprächungen, bei Visiten.
Speaker: Das war schon sehr spannend auch zu beobachten, wie zum Beispiel das ärztliche Personal auf so einer Station funktioniert.
Speaker: Beziehung gestaltet mit den Patienten, Patientinnen und im Endeffekt war es sehr unterschiedlich, wie viel selbstständig ich arbeiten durfte.
Speaker: Also gerade am Anfang war ich eher in der beobachtenden Rolle und das war irgendwie aber auch dann recht passend, obwohl ich da schon im Status war und irgendwie so motiviert war, selbst zu tun.
Speaker: habe ich gemerkt, es ist einfach total sinnvoll, am Anfang gerade in so einem neuen Setting beobachtend dabei zu sein.
Speaker: Und besonders wichtig, ich glaube, da kommt ja dann eher auch noch dazu, fand ich dann eben die Nachbesprechungen, wie ich Patienten, Patientinnen erlebt habe, wie ich Gespräche erlebt habe, bei denen ich dabei war.
Speaker: Und dadurch habe ich eigentlich auch viel gelernt.
Speaker: in den Supervisionsstunden danach, den Kontakten mit den PatientInnen.
Speaker: Das passt irgendwie auch so gut zu dem, was du vorher, Lydia, gesagt hast.
Speaker: Die Aufgabe selbst ist relativ schnell durchschaubar, aber auch in so einem Setting dann
Speaker: einen Rahmen zu halten, eine Beziehung aufzubauen oder zu schauen, was braucht die Person in dem Moment, wie kann man den Kontakt wertfrei gestalten, wertschätzend gestalten, auch wenn es eigentlich eine, ich sage mal, vielleicht eine banale Sache ist, um die es geht, geht es in dem Kontakt doch um so viel mehr.
Speaker: Auch so im Sinne, dass man nicht zu technisch wird, wie man das manchmal das Gefühl hat in einer Arztpraxis oder im Krankenhaus.
Speaker: weil man eher so technisch gesehen wird und abgearbeitet wird.
Speaker: Und da geht es eben therapeutisch und seitdem doch viel mehr um die Zugewandtheit in der Beziehung.
Speaker: Genau, und das kann einfach auch der Weg vom Zimmer, wo man den Patienten oder die Patientin abholt, bis hin zu dem Computer, wo er oder sie dann arbeitet sein, wo ein kurzes Gespräch stattfindet, wo man die Person da abholt, wo sie gerade steht.
Speaker: Supervision ist ja auch ein vorgeschriebener Teil der,
Speaker: Wir haben viel gesprochen über, wie geht es einem selber, über Selbsterfahrung.
Speaker: Die bekommt ja auch einen richtig hohen Wert, wenn man es auch reflektieren kann, wenn man auch die Chance hat, einen Raum dafür bekommt, um das in Bezug zu setzen, zu sich selber, zu anderen, als Reflexionsraum.
Speaker: Das wäre sowas wie eine Supervision.
Speaker: Die Praktikumsbegleitung der Supervision ist ja vorgeschrieben, haben wir vorhin schon gehabt.
Speaker: Wie war das denn bei euch oder wie war das bei dir, Adele, mit der Supervision?
Speaker: An was erinnerst du dich da so?
Speaker: Also im Propedeutikum kann ich mich erinnern, da gab es das vor Ort.
Speaker: Also die Therapeutinnen, die vor Ort gearbeitet haben, haben mir Supervision angeboten.
Speaker: Das fand ich sehr hilfreich, weil die direkte Arbeit, die ich erlebt habe, konnte dann nachbesprochen werden.
Speaker: Und obwohl ich dann selbst noch nicht so viel gemacht habe, durfte ich meine Eindrücke teilen, meine Resonanzen teilen.
Speaker: Was hat was in mir ausgelöst?
Speaker: Waren Sie in der Gruppe oder einzeln?
Speaker: Das war damals einzeln, das war nicht so ein großes Team.
Speaker: Es war noch eine zweite Praktikante mit mir dort.
Speaker: Teilweise haben wir das dann gemeinsam gemacht, aber in einem sehr kleinen Rahmen.
Speaker: Das war bei der Möwe.
Speaker: Das war bei der Möwe, genau.
Speaker: Und im klinischen Praktikum war es auch vor Ort möglich.
Speaker: Also da haben auch die anleitenden Psychologinnen gesagt,
Speaker: oder Psychotherapeutin und Supervision angeboten.
Speaker: Gleichzeitig habe ich auch immer wieder mal außerhalb Stunden gemacht, sowohl in verschiedenen Fachrichtungen als auch
Speaker: in verschiedenen Settings, teilweise im Einzelsetting, aber teilweise auch im Gruppensetting.
Speaker: Und das finde ich auch sehr gut, dass man sich da ausprobieren kann, sowohl in den verschiedenen Fachrichtungen, vor allem im Probedeutikum, als auch in verschiedenen Settings.
Speaker: Es ist ja noch in der, also meiner Meinung nach ist in einem Gruppensupervisionssetting,
Speaker: hat man doch mal ganz andere Perspektiven, die da so eingebracht werden.
Speaker: Also wie erlebt das jemand anders?
Speaker: Das hat ja fast gruppentherapeutische Aspekte dann.
Speaker: Genau, weil du hörst sowohl von den anderen TeilnehmerInnen Resonanzen und aber auch Fälle, als auch von den TherapeutInnen, die das anleiten.
Speaker: Du kommst in eine ganz andere Art von Austausch.
Speaker: Bei euch, Lydia, bei der Diakonie, ihr bietet nicht direkt Supervision an, gell?
Speaker: Wir können die Supervision, die quasi vom Ministerium für die Ausbildung gefordert wird, für das Propädeutikum nicht anbieten.
Speaker: Das ist also nicht möglich.
Speaker: Deswegen ist es so, dass die Praktikantinnen, die bei uns das machen für das Propädeutikum, diese Supervisionsstunden extern machen, sie selber organisieren.
Speaker: Das muss man sich dann auch irgendwie überlegen und machen.
Speaker: Ich glaube, manchmal haben sie es auch zusammen gemacht.
Speaker: Also wenn wir zwei Praktikantinnen gleichzeitig haben, dass sie sich zusammen irgendwie was suchen.
Speaker: Und was ich halt mache, ist eine sehr intensive Alltagsbegleitung von den Praktikantinnen, dass ich mich halt regelmäßig mit ihnen hinsetze.
Speaker: Also sowieso am Anfang nach jedem Gespräch, dass ich schaue, wie war es, so eine kleine kurze Reflexion zu machen.
Speaker: Aber auch regelmäßig mich eine Stunde oder anderthalb hinzusetzen mit jeder Person und zu schauen, wie geht es dir, an welchem Teil des Prozesses bist du, was brauchst du, was beobachtest du.
Speaker: Also so.
Speaker: Also für mich waren beide sehr wertvoll.
Speaker: Also zum einen die offizielle Supervision, die man woanders gemacht hat in dem Fall, als auch bei euch in einer sehr offenen Atmosphäre, sehr offene kollegiale Atmosphäre.
Speaker: Da hat man ein bisschen geschaut und man wusste, das ist jetzt vielleicht ein schwieriges Gespräch, das man dann anbietet, ob man das kurz reflektieren möchte oder nicht.
Speaker: Und da war man immer sehr offen dafür.
Speaker: Das fand ich sehr angenehm.
Speaker: Ja, ich denke, vielleicht ist es manchmal auch, so wie die Adela gerade gesagt hat, ganz gut, sich auch manchmal extern Supervision zu holen.
Speaker: Einfach weil Supervision ja dadurch, dass es so wie, man zoomt sich so ein bisschen raus, ist so die Möglichkeit, Dinge anders zu betrachten, oder?
Speaker: Und bist du irgendwie raus.
Speaker: Und wenn du es extern machst, dann stehst du halt auch nicht in irgendwelchen merkwürdigen Abhängigkeits- und Hierarchie-Hudeleien, die halt so kommen, wenn du es machst mit der Person, die da am Ende auch einen Praktikumsschein unterschreibt, oder?
Speaker: Dann ist halt eine Form von Ehrlichkeit vielleicht anders möglich.
Speaker: Genau.
Speaker: Einfach mal in die Runde gefragt, welche Erkenntnisse nehmt ihr mit aus euren praktischen Erfahrungen, aus deinen eigenen Erfahrungen oder du vielleicht auch aus den Erfahrungen mit den PraktikantInnen?
Speaker: Also ich merke gerade, es ist gar nicht so einfach, das zusammenzufassen, welche Erfahrungen man da mitnimmt.
Speaker: Das ist eine große Frage, aber was ich auf jeden Fall mitnehme, ist, mich nicht zu scheuen, Fragen zu stellen, weil ich schon die Erfahrung gemacht habe, auch gerade in diesen Nachbesprechungen,
Speaker: von einzelnen Klientinnen, Patientinnen, Kontakten, dass man da echt viel rausholen kann, wenn man sich traut, auch einfach zu fragen, das eigene zur Verfügung zu stellen, da keine Scheu zu haben.
Speaker: Das nehme ich sehr mit und dass es ganz normal ist, auch
Speaker: unsicher zu sein in den ersten Klientinnenkontakten oder auch in einer Organisation, in der man noch nicht war, weil ich habe mich da schon auch immer wieder recht unsicher erlebt und im Nachhinein verstehe ich das aber auch gut, weil einfach so viel Neues war.
Speaker: Vielleicht ist es auch gerade gut und hilfreich zu der eigenen Unsicherheit oder vielleicht nennen wir es auch Unwissenheit am Anfang einfach zu stehen.
Speaker: Genau und auch Supervision einzufordern, weil ich habe schon gemerkt, dass wenn ich das gemacht habe, dann habe ich größere Chancen gehabt, Supervision zu bekommen und irgendwie den Wert selbst darin zu sehen, dass das wirklich viel bringen kann.
Speaker: Es kostet Zeit, ja, und es kostet vielleicht auch Überwindung, dass
Speaker: Aber es ist so wertvoll.
Speaker: Und Geld kostet es aber auch.
Speaker: Genau, es kostet Geld, wenn man es extern macht, aber wenn es zum Beispiel in der Praktikumseinrichtung angeboten wird, immer wieder danach fragen.
Speaker: Ja, aber vielleicht auch danach suchen, obwohl es Geld kostet, weil es eigentlich so wertvoll ist.
Speaker: Naja, Praktikum an sich kostet ja auch an sich unbezahlte Arbeit quasi oder unbezahltes Praktikum.
Speaker: Das ist ein Thema, das man so und so diskutieren könnte.
Speaker: Aber wir hatten es ja eingangs schon gesagt, das kann schon echt herausfordernd sein, drei Monate am Stück nicht zu arbeiten.
Speaker: Gut, dass du das jetzt auch sagst, weil da ist mir auch noch was eingefallen zu der unbezahlten Arbeit.
Speaker: Ja, das ist es und das stimmt und deswegen finde ich es umso wichtiger, dass man sich irgendwie was sucht, was einen wirklich interessiert, weil sonst hast du das Gefühl, du sitzt dort und du sitzt deine Zeit ab für etwas, was dich nicht interessiert.
Speaker: Deswegen, wenn es möglich ist, sich etwas zu suchen, wofür man irgendwie brennt oder wo man das Gefühl hat, ah, das ist ein Fachgebiet, da würde ich einfach gerne mehr erfahren, was
Speaker: sich da wirklich auch zu bemühen, in so einem Bereich eine Stelle zu bringen.
Speaker: Weil manchmal werden auch Erwartungen, gibt es Erwartungen an eine Praktikumsstelle und dann kriegt man einen realistischen Einblick an die Arbeit oder an die Praktikumsstelle.
Speaker: Vielleicht kann es ja auch helfen.
Speaker: Ich denke zum Beispiel, man denkt sich, super, wenn ich dann mal fertiger Therapeutin, Therapeut bin, dann arbeite ich mit Kinder, Jugendlichen oder ich arbeite mit Geflüchteten oder ich arbeite in der Geriatrie.
Speaker: Und dann macht man dann praktisch genau dort und merkt dann vielleicht nach einem Monat, hoppla, das ist ja doch nicht so ganz meins.
Speaker: Also das kann auch sehr hilfreich sein, in diese Richtung auch zu schauen.
Speaker: Die Rubrik Psychotherapie in Zeitgeist und Popkultur.
Speaker: Adele, wir hatten ja uns im Vorfeld ein bisschen abgestimmt über zeitgeistige Wahrnehmungen und ein bisschen ausgetauscht.
Speaker: In dem Zusammenhang hast du dich selber als Early Bird bezeichnet.
Speaker: Was hat das damit auf sich?
Speaker: Ja genau, ich habe mich als Early Bird bezeichnet, weil ich bei den Zeitgeistfragen wieder mal draufgekommen bin, dass ich die Ausbildung relativ jung begonnen habe, auch im Vergleich zu vielen AusbildungskollegInnen.
Speaker: Und zwar habe ich das Probedeutikum damals mit 23 Jahren gestartet.
Speaker: Daher die Idee, ein Early Bird zu sein.
Speaker: Ich habe mal ein bisschen wegen Early und Late Birds die Statistik angeschaut.
Speaker: Es gibt vom Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz von 2023 eine Statistik, die Propädeutikum und Fachspezifikum Auszubildende beleuchtet nach Alter, Geschlecht, Wohnort, Fachrichtung und so weiter.
Speaker: Sehr interessant.
Speaker: Wir werden es auch verlinken in den Shownotes.
Speaker: Auf jeden Fall war es da so, dass von den 5.300 Personen im Propädeutikum 12% unter 24 Jahre alt waren und ca.
Speaker: 55% über 31.
Speaker: Im Fachspezifikum verschiebt sich das dann naturgemäß bis nach hinten.
Speaker: Hier waren nur noch 6% jünger als 26 und fast 80% über 31 Jahre alt.
Speaker: Ich denke, das hat damit sicher auch zu tun, dass nach dem noch aktuellen Therapiegesetz das Fachspezifikum erst mit 24, glaube ich, begonnen werden kann und viele das Fachspezifikum erst nach dem Abschluss einer anderen Berufsausbildung starten.
Speaker: Adele, was ist deine Erfahrung damit?
Speaker: Also wie geht es einem als Rübert und Kolleginnen, vielleicht im Vergleich zu den etwas älteren Kolleginnen, was hat die Erfahrung auch mit dem, besonders nach dem Alter recht frühen Arbeitsstatus dann mit echten Patientinnen?
Speaker: Ja, also grundsätzlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass mein Alter einfach immer wieder ein Thema war und habe mich dann auch immer wieder mal gefragt, ist es noch Zeit zu warten oder ist es zu früh, die Ausbildung zu beginnen?
Speaker: Aber ich habe dann auch gemerkt, dass es mich einfach extrem interessiert und habe davor andere Dinge auch probiert.
Speaker: Aber im Endeffekt hat es mich dann einfach so sehr dorthin gezogen, dass ich das Gefühl habe, das ist auch sehr stimmig gewesen, das früh anzufangen oder halt eben früh unter Anführungszeichen.
Speaker: Und auch jetzt in der Arbeit mit KlientInnen in der Praxis habe ich das Gefühl, dass Personen bei mir landen oder andocken, für die das kein Thema ist oder die vielleicht sogar gezielt jemanden suchen, der oder die, oder in dem Fall die, in ihrem Alter ist.
Speaker: Und weil du auch die Erfahrung angesprochen hast, ich verstehe schon auch den Gedanken, dass Lebenserfahrung in dem Beruf ist,
Speaker: wertvoll ist und gleichzeitig merke ich auch, dass das Wichtige ist, die ganze Selbsterfahrung begleitend neben der Ausbildung und unabhängig vom Alter mache ich da ja quasi genau gleich viel Prozess durch wie ältere Kollegen, Kolleginnen, sammle genauso Praktikumserfahrungen, Klientinnenkontakte etc.
Speaker: Und im Endeffekt glaube ich, ist einfach wichtig, dass ich mich gut kenne, egal wie alt ich bin.
Speaker: Und ich glaube auch, dass Lebenserfahrung kann man nicht so pauschalisieren, also sagen, eine ältere Person hat per se immer mehr Lebenserfahrung als eine jüngere Person.
Speaker: Vielleicht hat das auch sowas mit so Respekt vor dem Alter zu tun oder so, also wenn ihr jetzt so überlegt, zu wem hat man potenziell mehr Vertrauen, irgendwie Leute, die irgendwie schon lange wie dabei sind und
Speaker: Da kann ich irgendwie so an das anknüpfen, was wir vorher zum Thema Praktikum gesagt haben.
Speaker: Lange dabei heißt ja auch irgendwie schon viel Arbeitserfahrung.
Speaker: Und deshalb wichtig ist, sich im Zuge der Ausbildung möglichst vielen vielfältigen Erfahrungen im Kontakt mit Menschen auszusetzen.
Speaker: Und das altersunabhängig eigentlich.
Speaker: Genau, und irgendwie fällt mir da auch wieder ein, dass man merkt, dass das ein Beruf ist, den man erlernen kann und der nicht nur auf persönlicher Erfahrung beruht, sondern dass das eine professionelle Ausbildung ist und ein professioneller Beruf, den man da erlernt.
Speaker: Und natürlich, man arbeitet mit sich als Person und das eigene Beziehungsangebot ist extrem wichtig, aber es ist eben auch zu erlernen.
Speaker: Wie du schön sagst, eine Ausbildung, indem man das lernt, eine sehr langwierige Ausbildung, eine sehr intensive, auch für einen persönlich, im Rahmen der Persönlichkeitsentwicklung, das hatten wir auch schon ein paar Mal im Podcast, sehr intensive Erfahrung.
Speaker: Eine Ausbildung, die auch durchdachte, konzipierte und die auch recht lang dauert.
Speaker: Genau, und allein in diesen Ausbildungsjahren tut sich ja so viel.
Speaker: Ja.
Speaker: Wie fühlt ihr euch jetzt, nachdem ihr euch nochmal intensiv mit dem Thema Praktikum auseinandergesetzt habt?
Speaker: Ich finde es spannend, irgendwie auch so den Perspektivenwechsel, also innerhalb von mir, so als Lernende und als Lehrende und aber auch so im Gespräch mit euch und euren Erfahrungen zu hören und irgendwie auch so für meine Arbeit, eigene Arbeit zu sehen, wie wichtig das auch ist, diesen Prozess irgendwie gut zu gestalten für Personen.
Speaker: Und das mir immer ein Anliegen ist und mich aber auch auf eine Art bestätigt, in dem, wie ich das anlege und auch das weiter so betreiben zu wollen.
Speaker: Mir geht es jetzt nach der Aufnahme eigentlich sehr gut, weil es mir richtig Spaß gemacht hat, auch nochmal in diese Praktikumszeit zurückzugehen und einzutauchen und merke auch, wie lang Teile der Praktika schon her sind und was sich seitdem getan hat und merke schon auch rückblickend, wie wertvoll diese ersten Erfahrungen waren und immer noch sind und
Speaker: wie gut ich mich auch daran erinnern kann, an einzelne Momente, die leichter waren, die schwieriger waren und aus jedem Moment kann man da doch irgendwie eine wertvolle Erfahrung ziehen, auch wenn es nicht immer leicht ist.
Speaker: Vielleicht
Speaker: Eben, was noch wichtig ist und warum wir dieses Podcast eben machen, für alle, die interessiert sind an die Ausbildung oder gerade die Ausbildung durchmachen.
Speaker: Gibt es noch etwas, das ihr gerne mitgeben oder loswerden möchtet, an alle da draußen, die gerade die Ausbildung machen und die sich mit dem Thema Praktikum auseinandersetzen?
Speaker: sich frühzeitig darum zu kümmern.
Speaker: Das ist wirklich ein wesentlicher Punkt, finde ich, bei der Praktikumsuche, dass man Zeit mit einberechnet, sich eine Stelle zu suchen und auch hinzugehen zu einem Gespräch, zu schauen, wie fühlt sich das an, wie fühlt sich der Ort an, kann ich mir vorstellen, dort zu lernen, Erfahrungen zu sammeln, mich auszutauschen und Fragen, Fragen, Fragen, Supervision einfordern, wo es nur geht.
Speaker: Und ich habe die Erfahrung gemacht, es ist schon sehr wertvoll, wenn man allein eine Person hat an einer Stelle, wo man sich wirklich gut austauschen kann.
Speaker: Ja, traut es euch, Dinge zu fragen, traut es euch, zu bewerben bei Stellen.
Speaker: Die schlimmste Antwort kann halt sein, nee, es geht gerade nicht.
Speaker: Und vielleicht ein kleiner Tipp für Bewerbungen, weil ich davon ja viele lese und so.
Speaker: Schaut, dass ihr den Personen, bei der ihr euch bewerbt, die arbeiten an einem bestimmten
Speaker: Feld oder Thema und meistens auch, weil sie dafür irgendwie brennen.
Speaker: Also schaut, dass ihr euch in den Bewerbungen wirklich damit auseinandersetzt.
Speaker: Was ist das für eine Stelle?
Speaker: Was machen die für eine Arbeit?
Speaker: Warum finde ich das wichtig?
Speaker: Und warum will ich da mitmachen?
Speaker: Oder was habe ich beizutragen?
Speaker: Sehr schön.
Speaker: Vielen, vielen Dank.
Speaker: Danke fürs Mitmachen.
Speaker: Danke euch für das Gespräch.
Speaker: Danke für die Einladung.
Speaker: Ja, danke für alle wertvollen Tipps.
Speaker: Ich nehme sehr viel mit, weil ich bin eher selber derzeit auf der Suche nach einem klinischen Praktikum schon, weil ich mich ja sehr frühzeitig eben bewerben möchte.
Speaker: Ja, sonst habe ich mich voll gefreut, euch da zu haben.
Speaker: Und für alle da draußen, die Fragen oder Gedanken zu diesem Thema haben, bitte schreibt uns gerne.
Speaker: Wir haben jetzt in letzter Zeit ein paar E-Mails bekommen, das freut uns immer sehr.
Speaker: Und wir freuen uns immer über einen Austausch, egal wie.
Speaker: Wir werden auch versuchen, die Fragen oder Anlegungen aus den E-Mails in den entsprechenden, passenden Folgen, in den kommenden Folgen einzubauen.
Speaker: Schaut bitte gerne auch in die Shownotes.
Speaker: Heute werden wir sehr viel verlinken, unter anderem die Anlaufstelle bei der Diakonie, die Statistik und andere Sachen, auch die Liste der offiziellen PraktikantInnenstellen.
Speaker: Und wenn euch diese Folge gefallen hat, dann abonniert gerne unseren Podcast, teilt ihn mit anderen Interessierten und lasst uns auch gerne eine Bewertung da.
Speaker: Das hilft uns, weitere spannende Gespräche zu führen und neue Gäste anzuladen.
Speaker: Bis bald!
Speaker: Und bleibt neugierig!
Speaker: Ganz allgemein noch hinzuzufügen, bei uns in der Wohnberatung beim Suchcafé ist es laufend möglich, als Praktikantin einzusteigen.
Speaker: Wir nehmen gerne per E-Mail Bewerbungen entgegen.
Speaker: Wir bieten dieses Praktikum berufsbegleitend an.
Speaker: Ja, also für alle, die interessiert sind, bewirbt euch bei der Diakonik.






