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Angehörige von Menschen mit Depressionen – wie kann man unterstützen, ohne sich selbst zu verlieren?

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Speaker: Hinter vielen depressiven Menschen ist ja auch häufig noch jemand, der das Ganze mitträgt, auffängt, organisieren muss und versucht, stark zu sein.

Speaker: Wer kümmert sich eigentlich um diese Menschen, die so daneben stehen?

Speaker: Du bist Partner, nicht Therapeut.

Speaker: Du darfst erschöpft sein.

Speaker: Die Schuldgefühle, die helfen niemandem.

Speaker: Herzlich willkommen zum Podcast Alles nur Psyche mit Dr. Dennis und Pelle.

Speaker: Der Podcast zu Psychosomatik und Psychotherapie.

Speaker: Hallo und herzlich willkommen zurück zum Podcast Alles nur Psyche.

Speaker: Zuerst möchte ich natürlich meinen Buddy, den Pelle, begrüßen.

Speaker: Schön, dass wir uns wieder zusammengefunden haben.

Speaker: Wie geht's?

Speaker: Ja, ich habe es ja schon ein bisschen im Vorfeld gesagt.

Speaker: Sie haben ein bisschen Rücken gerade, weil man ja auch immer was schultert, so im Leben.

Speaker: Und vielleicht ist da gerade ein bisschen viel Gewicht drauf, könnte sein.

Speaker: Und bei dir?

Speaker: Ja, ist auch viel los.

Speaker: Die Schulzeit hat wieder gestartet nach den Ferien.

Speaker: Es gab einen Schulwechsel bei uns und das muss ich alles noch so ein bisschen einfinden.

Speaker: Also da muss man immer schön flexibel bleiben und gleichzeitig natürlich auch ein bisschen gucken, dass junge, aufgeregte Menschen

Speaker: trotzdem da auch einen guten Einstieg finden.

Speaker: Also ja, das ist glaube ich gerade so ein bisschen die Privat- oder die Hauptaufgabe, neben dem, was man sowieso immer im Alltag mit Job und dergleichen hat.

Speaker: Worüber wollen wir heute sprechen?

Speaker: Wir sprechen ja oft darüber, wie es Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Depressionen, wie man denen helfen kann.

Speaker: Und ich würde gerne mit dir heute die Perspektive einmal umdrehen.

Speaker: Ja, sehr gerne, denn hinter vielen depressiven Menschen ist ja auch irgendwie immer oder häufig noch jemand, der das Ganze mitträgt, auffängt, organisieren muss und versucht halt stark zu sein.

Speaker: Ich frage, wer kümmert sich eigentlich um diese Menschen, die so im Hintergrund oder daneben stehen?

Speaker: Und genau darüber möchten wir heute sprechen, über die Angehörigen von Menschen mit Depressionen.

Speaker: Ja, wichtiges Thema.

Speaker: Vielleicht so für die ZuhörerInnen, wir würden mal so ein bisschen in verschiedene Aspekte dieses Themas einsteigen, nämlich mal so ein bisschen zu schauen, was macht denn eigentlich zum Beispiel die Depression als häufigste psychische Erkrankung auch in Deutschland mit der Familie, mit dem Umfeld?

Speaker: Was gibt es da vielleicht aber auch so für typische Gedanken von Angehörigen?

Speaker: Und dann würden wir mal versuchen, zusammen welche Impulse es auch gerade für die Angehörigen gibt, auch neben der Fürsorge für einen nahestehenden, geliebten Menschen, ob das jetzt Partner, Freunde sind, Eltern, wie auch immer, trotzdem auch einen Fokus auf Selbstfürsorge legen zu können, dass wir da ein bisschen mal uns dran nähern und auch schauen, was es da vielleicht auch so für Ideen gibt, die wir da entwickeln können.

Speaker: Finde ich gut.

Speaker: Ich habe mal so ein bisschen nachgeguckt, wo eigentlich das Wort Depression herkommt, im Wortstamm, also etymologisch geschaut.

Speaker: Du bist ja als Arzt Lateiner, sage ich mal, also du hast ja zumindest das Latein gelernt und es ist natürlich ein...

Speaker: Begriff Depression, der aus dem Lateinischen kommt und das bedeutet, übersetzt eigentlich das Niederdrücken oder die Senkung und ist zusammengesetzt aus der Vorsilbe D für weg oder herab und von Prämere, das ist drücken oder pressen.

Speaker: Und das Spannende ist, dass das eigentlich aus dem Altfranzösischen, aus Depression, zu uns geschwappt ist und zunächst tatsächlich im 18.

Speaker: Jahrhundert auch nur als Vertiefung oder Senkung im physikalisch-geografischen Bereich benutzt wurde.

Speaker: Also wenn eine Senke oder ein Tal irgendwo geografisch auf einer Karte benannt werden musste, dann war da eine Depression.

Speaker: Und dann erst im 19.

Speaker: Jahrhundert wurde das zu einem Begriff für die Ökonomie, das heißt man kennt das ja als die große Depression, auch Niedergeschlagenheit oder depressive Stimmung im Kaufverhalten oder in der Wirtschaft und der Wandel zum medizinischen Begriff, der ist erst später gekommen.

Speaker: Ende des 19., Anfang des 20.

Speaker: Jahrhunderts und maßgeblich Durchsucher wie Emil Kreppelin oder Kreppelin, ich weiß nicht, wie man den ausspricht.

Speaker: Und vorher hat man in unseren Gefilden hier die Depression mit ihren Symptomen, wie wir sie jetzt in der Klinik kennen.

Speaker: als Melancholie bezeichnet, was die schwarze Galle ist.

Speaker: Melan für schwarz und die Koli für die Gallenflüssigkeit.

Speaker: Und es kommt aus der Säftelehre noch.

Speaker: Man hat einfach gedacht, dass es ein Überschuss an schwarzer Galle ist, der die Stimmung so

Speaker: Und das finde ich deshalb immer ganz spannend, weil das natürlich zeigt, dass das ein Wort ist, was aus einem bestimmten Bereich gekommen ist und was in einer Erkrankung ja einen Namen gegeben hat, die ja, was Sie eben gesagt haben, eine der größten Krankschreibungsursachen in Deutschland oder auch überhaupt Erkrankungen ist in Deutschland.

Speaker: Und dass es erstmal natürlich wie jedes Wort eine Erfindung ist.

Speaker: Aber sie beschreibt natürlich etwas sehr, sehr Reales, denn da passiert natürlich etwas im Körper.

Speaker: Also vielleicht kannst du mal beschreiben, was ist eine Depression, was passiert da im Körper, biochemisch und … Oh, das ist eine große Frage natürlich.

Speaker: Ja, kannst du ja auch klein beantworten.

Speaker: Aber vielleicht erst mal mit der schwarzen Galle, das finde ich schon mal ein Hinweis, da sind wir schon in der Psychosomatik, dass es sowohl …

Speaker: geistige, seelische und körperliche Aspekte beinhaltet.

Speaker: Und das ist ja bei der Depression auch genau das.

Speaker: Es gibt ja so eine Einteilung nach den Klassifikationssystemen in Hauptsymptome und Nebensymptome, die dann nach einer gewissen Häufigkeit und Anzahl dieser Haupt- und Nebensymptome plus somatische Symptome dann eben den Schweregrad einteilt.

Speaker: Und zum Beispiel Hauptsymptome ist eben genau das, was du eben gesagt hast, eine gedrückte Stimmung, Niedergeschlagenheit, Traurigkeit, Freud- und Lustlosigkeit, Konzentrationsstörungen, dann Antriebsstörungen, Schlafprobleme von Einschlafen bis Durchschlafen, psychovegetative Symptome wie Appetitminderung, verschiedene andere körperliche Reaktionen bis hin eben auch zu lebensmüden Gedanken, dass man eben

Speaker: in diese dunkle Stimmung hineintaucht, dass man vielleicht gar nicht mehr unbedingt weiterleben möchte, was da eben ein Symptom ist, was man aber auch gut behandeln kann.

Speaker: Also insofern ist es auch wichtig, wenn man sich da in fachliche Hände begibt, dass man das auch anspricht oder wenn man das als Angehöriger hört, dass man die Verantwortung dafür nicht Privatpersonen übernimmt, sondern jemanden sofort auch in das Hilfesystem, in der Psychiatrie, zu einem nächsten Arzt, des Vertrauens,

Speaker: zuführt, dass man da sofort darauf reagieren kann.

Speaker: Also das ist so diese symptomatische Ebene, die ist ganz wichtig, das einfach mal so ein bisschen zu erläutern.

Speaker: Aber was macht jetzt die Depression, wir haben ja auch schon ein paar Mal gesprochen an anderer Stelle, aber was macht die jetzt in der Partnerschaft?

Speaker: Warum verändert Depression die Dynamik zwischen zwei Menschen in einer Beziehung?

Speaker: Was würdest du sagen?

Speaker: Ja, die Symptomatik, die ich eben gerade schon gezeigt habe, die führt ja auch dazu, dass ein Mensch an Kontaktfreudigkeit, also man zieht sich auch häufig zurück, ist auch ein soziales Rückzugsphänomen, ist auch ein Symptom.

Speaker: Die Stimmung ist schlechter, man ist vielleicht gereizter, man hat weniger Antrieb an Dingen teilzunehmen, ist vielleicht schneller erschöpft und energielos.

Speaker: Man kann sich nicht mehr so gut konzentrieren.

Speaker: Das sind ja alles Dinge, ob das jetzt in der Partnerschaft, in der Freundschaft, im Job ist, die natürlich irgendwann auch auffallen.

Speaker: Und das sind ja genau die Einschränkungen in der Alltagsführung, worunter natürlich in erster Linie der Betroffene leidet.

Speaker: Und dann aber, weil wir alle soziale Wesen sind, dann auch das auf den Beziehungsebenen landet.

Speaker: Und da ist, glaube ich, wichtig zu gucken, ab welchem Zeitpunkt macht man das zum Beispiel transparent, dass man diese Erkrankung hat.

Speaker: Wenn man das zum Beispiel eher verbirgt und diese Symptome treten auf, kann das natürlich ganz häufig auch schnell zu Missverständnissen führen.

Speaker: Dass dann jemand sagt, ich habe dir das auch schon dreimal gesagt, du respektierst mich gar nicht, das war mir aber wichtig.

Speaker: Und die Person hat das aber aufgrund von Konzentrationsstörungen und daraus resultierenden Merkfähigkeitsstörungen gar nicht mehr so gut abspeichern können.

Speaker: Und dann ist es tatsächlich nicht mehr...

Speaker: im Gedächtnis gelandet oder man war so unruhig oder man war so getrieben oder man schläft total schlecht.

Speaker: Das sind ja auch alles Faktoren, die ja auch was mit der Aufnahmekapazität insgesamt machen.

Speaker: Und ich glaube, das merken ja häufig schon auch die Angehörigen, wenn man jemanden liebt, mag, lieb hat, in welchen Kategorien auch immer.

Speaker: man sich da aussucht, führt das natürlich schon auch dazu, dass vielleicht jemand dann auch als Angehöriger versucht zu helfen, vielleicht ein paar Sachen mehr zu übernehmen, mehr in so eine Verantwortung zu gehen, also zu sagen, okay, das klappt gerade nicht so gut, dann übernehme ich das mal.

Speaker: Und das ist ja je nachdem, wie

Speaker: Das ist auch schon ein bisschen der Einstieg in vielleicht auch eine Überforderung vom Angehörigen, wenn er überhaupt darüber schon aufgeklärt und Bescheid weiß, dass das gerade eine psychische Erkrankung ist, die sich da abbildet.

Speaker: Wenn wir von Überforderung da sprechen, die der Angehörige vielleicht dann noch gar nicht unbedingt selber so merkt, könnte man sagen, wenn man in einer Partnerschaft normalerweise, sagen wir mal so, wir hätten zwei Säulen, die stehen so nebeneinander, auf einmal knickt die eine Säule ein,

Speaker: könnte man ganz grob sagen, gibt es ein typisches Verhaltensmuster von Menschen, die mit depressiven Menschen zusammen sind, wo das besonders gut passt?

Speaker: Also gibt es so das passende Puzzlestück für den depressiven Menschen und wie könnte man das benennen?

Speaker: Ich hoffe, die Frage ist klar.

Speaker: Das hängt natürlich sehr von dem Angehörigen als Mensch, von seinen Prägungen, vielleicht auch seinen Antreibern, seinen eigenen Erfahrungen ab, in welche Rolle er da konkret geht.

Speaker: Wenn man zum Beispiel jemanden hat, der verinnerlicht hat, ich muss das anderen recht machen oder ich muss immer für andere stark sein oder ich muss immer mein Bestes geben und dann vielleicht auch wirklich so einen Helfer zu

Speaker: Thema sowieso hat oder vielleicht eben auch in der frühkindlichen Entwicklung, wir nennen das zum Beispiel Parentifizierung, vielleicht schon bei überforderten Eltern in eine elterngleiche vertretene Rolle gekommen ist und damit quasi schon per se überfordert groß geworden ist, weil er eigentlich Sachen übernommen hat, die man als Kind gar nicht

Speaker: übernehmen sollte, dann kann es natürlich sein, wenn man eher nach außen orientiert ist und sich an den Bedürfnissen des anderen orientiert.

Speaker: Und dann jemand aber durch eine Depression zum Beispiel ja viele Dinge noch weniger selber stemmen kann, dass man darüber dann auch in die Überforderung gerät.

Speaker: Also dass man da selber aus seiner energetischen Balance irgendwie rausfliegt und selber auch in Erschöpfung natürlich kommt und vielleicht auch in Überforderung, weil

Speaker: dass es natürlich eine Erkrankung ist, die in Fachhände gehört, in psychologische, psychiatrische, psychosomatische, vielleicht auch soziotherapeutische Kontexte gehört.

Speaker: Ja, gleichzeitig gehören diese Menschen natürlich nicht automatisch aus der Partnerschaft raus.

Speaker: Also sie gehören ja auch trotzdem in partnerschaftliche Hände.

Speaker: Und da ist dann halt der Spagat schwierig.

Speaker: Also wo helfe ich und wo kann ich gar nicht helfen?

Speaker: Wo gehört es einfach in einen Bereich, der neutral ist, der auch eben nicht in Beziehung steht zu dem Menschen?

Speaker: Weil das sind häufig so Gedanken von Angehörigen, dass sie mit Schuldgefühlen behaftet sind.

Speaker: Mache ich überhaupt genug?

Speaker: Mache ich vielleicht sogar noch zu wenig?

Speaker: Obwohl andere vielleicht sagen, der übernimmt ja oder die übernimmt ja alles.

Speaker: Das ist das, was sich die Angehörigen oft fragen.

Speaker: Und sich diese eigenen Quellen der Energie und der Ressourcen abschneiden zuerst, weil sie denken, sie sind vielleicht egoistisch, wenn sie auch an sich denken.

Speaker: Wenn sie sagen, lass uns doch da und da hingehen und

Speaker: Der depressive Mensch sagt eher so, geht nicht, dann gehe ich auch nicht.

Speaker: Dann wird das halt auch eher abgeschnitten und da zu sagen, nee, das ist okay und die Partnerschaft muss auch gar nicht unbedingt alle Bedürfnisse alleine erfüllen, die der andere hat.

Speaker: Dass man auch einfach sagt, ich darf dann auch trotz, dass ich jemanden habe zu Hause, den ich liebe, aber der eben depressiv ist, ich darf mich auch mit anderen Menschen treffen und

Speaker: mit denen Dinge machen, die vielleicht sogar vorher in der Partnerschaft wichtig waren.

Speaker: Das ist natürlich ein schwieriges Feld, da muss man halt eben darüber sprechen.

Speaker: Verständnis für den Depressiven haben ist auch so eine Frage.

Speaker: Ich glaube, Verstehen ist wichtig, dass man versteht, dass das eine Erkrankung ist, die mit bestimmten Verhaltensweisen, Äußerungen und Verletzungen einhergehen kann, die

Speaker: auch ausgeteilt werden.

Speaker: Verstehen ist wichtig, aber Verständnis muss man jetzt nicht immer aufbringen, weil es ist auch wichtig, Verständnis für sich selbst zu haben, in dem Fall auch zu sagen, ich darf auch mal genervt sein.

Speaker: Genau, also Verständnis finde ich schon, sollte man oft haben.

Speaker: Das würde ich jetzt anders beschreiben, als du jetzt gerade.

Speaker: Aber was du wahrscheinlich meinst, ist, dass man sich nicht selber aufgeben sollte.

Speaker: Dass man auch für sich selber mit Gefühl und Verständnis hat, dass man Bedürfnisse hat, die vielleicht nicht jetzt dementsprechend, was jetzt gerade vielleicht ein depressiver Mensch für ein Bedürfnis hat, nämlich ich möchte jetzt im Bett liegen bleiben und denke, ich möchte jetzt aber nicht,

Speaker: Nur um beide zu seinen ganzen Tag jetzt auch im Bett liegen bleiben.

Speaker: Das meine ich.

Speaker: Ich würde nicht aus dem Verständnis für den anderen, würde ich nicht die Konsequenz so ableiten, dass es automatisch immer nach dem anderen geht.

Speaker: Absolut.

Speaker: Sondern dass man Verständnis auch hat für die eigene Lage und die eigenen Bedürfnisse.

Speaker: Und dass die Liebe, die man hat, dann nicht in dieser Selbstaufgabe endet.

Speaker: Wo man dann am Ende sagt, ich habe mich irgendwie total verloren.

Speaker: Das ist ja häufig etwas, was ich in Angehörigengesprächen,

Speaker: dann wahrgenommen habe, wo, wenn wir Angehörigengespräche in der Klinik hatten und da sitzt jemand, der mit Depressionen zu tun hat,

Speaker: Und ist vielleicht sogar schon ganz gut in Therapie und ist auch schon gut eingestellt.

Speaker: Und dann kommt ein Angehöriger und man denkt, oh mein Gott, der ist ja noch viel depressiver.

Speaker: Wobei das dann häufig nur so eine Momentaufnahme ist.

Speaker: Aber weil derjenige eben schon so viel gegeben hat und verloren hat von sich selbst, in dieser Selbstaufgabe schon mal, so weit muss es gar nicht kommen.

Speaker: Genau, das beobachte ich auch.

Speaker: Und ich würde es vielleicht so auch einstufen,

Speaker: Wenn man jemanden dann zu einem Angehörigengespräch einlädt, das hat ja verschiedene mögliche Indikationen, einfach vielleicht auch mal zu erzählen, worum geht es, aufzuklären, aber eben auch eine Fremdanalyse zu erheben und sie aufzuwenden.

Speaker: psychosoziale Belastung der Angehörigen auch mal sich genauer anzuschauen.

Speaker: Meistens kommen Erwachsene, aber wir laden auch Kinder ein, je nachdem wie alt die sind.

Speaker: Und da gibt es aber auch natürlich Möglichkeiten, wenn es ganz kleine Kinder sind, dass man vielleicht eben auch sonst nochmal

Speaker: Kinder- und Jugendpsychologen, Psychiater mit hinzuzieht, dass es da auch nochmal fachgerechter ist, weil wir jetzt keine Kinder- und Jugendtherapeuten sind.

Speaker: Aber ich glaube, der Effekt, wenn jemand in so einem Rahmen sitzt und sagt, okay, was wäre denn ihr Bedürfnis für das Gespräch heute?

Speaker: Allein diese Frage führt manchmal schon dazu, dass man dann erst das Ausmaß so sieht, weil die natürlich in dieser Helferrolle steigt,

Speaker: Funktionsmodus eben draußen auch gar nicht so genau wissen kann ich das jetzt eigentlich auch mal zeigen dass ich genervt bin oder dass ich angestrengt bin

Speaker: Und wenn dann so ein Rahmen da ist, wo dann ein Therapeut mit dabei sitzt, dann habe ich häufig den Eindruck, dass das dann erstmal so, dann auch der Raum überhaupt da ist, also rein real da ist und dann auch zum Teil ja auch die Betroffenen sagen, boah, das wusste ich gar nicht, dass das so belastend für dich ist.

Speaker: Und ich glaube, das ist genau ein wichtiger Raum, den möglichst früh vielleicht auch schon aufzumachen oder auch wenn man in ambulanten Therapien ist,

Speaker: dass man dann vielleicht auch relativ zeitnah da auch diesen systemischen Blick, egal in welchem Verfahren man ausgebildet ist, aber dass man auch da sagt, okay, wie ist es denn eigentlich zu Hause, wie ist es in der Umwelt mit dem Partner, mit den Kindern, können wir auch gerne mal einladen und dann auch schauen, vielleicht auch Aufklärung machen, wenn die sagen, Mama ist manchmal, oder Papa ist manchmal so gereizt und dann denke ich immer, was mache ich die ganze Zeit falsch, dass man das auch einsortiert.

Speaker: Ich glaube, das ist total wichtig, da Aufklärung zu machen.

Speaker: Ja, vielleicht jetzt auch für dich da draußen, der du das oder die du das gerade hörst, vielleicht findest du dich ja so ein bisschen wieder in diesen Äußerungen, die wir da jetzt gerade machen und ich erlebe das manchmal wirklich so, als würden die Angehörigen dann oft so viele Fäden halten müssen,

Speaker: Im Umfeld, im sozialen Umfeld, beruflich, Haushalt, so viele Fäden halten, das ist dann so gespannt, diese Fäden, dass man auch auf Gitarre spielen könnte, wenn die Leute zu einem kommen.

Speaker: Und wenn man da mal sagt, Moment, lass mal diese Fäden los und dann ist natürlich die eigene Bedürftigkeit da.

Speaker: Und wir würden gerne an dieser Stelle einfach 20 Impulse mal für die Selbstfürsorge, zur Selbstfürsorge geben.

Speaker: Da wäre halt der erste Impuls, wer hat dir deiner Rolle bewusst?

Speaker: Immer und immer wieder, du bist Partnerin und nicht Therapeutin, sondern du darfst ganz klar die Rolle haben, die ihr zu Beginn eurer Beziehung hattet, und zwar der Partnerin oder die Partnerin zu sein.

Speaker: Nicht vergessen.

Speaker: Man muss keine therapeutische Arbeit machen, was nicht heißt, dass man sich nicht schlau macht.

Speaker: Man darf auch mal sagen, dass es anstrengt, dass man erschöpft ist, dass man viel stemmt.

Speaker: Und ich glaube, da ist immer wieder wichtig, viele depressive Patienten haben ja auch schon Selbstzweifel, Insuffizienzgefühle, Schuldgefühle.

Speaker: auch als Symptomatik, dass das auch trotzdem in Ordnung ist und man sich das nicht als nächstes Schuldgefühl anziehen muss.

Speaker: Und dass es einfach auch authentisch ist, wenn ein Angehöriger sagt, boah, das ist schon ganz schön anstrengend.

Speaker: Und man da vielleicht auch versucht, sich gegenseitig eine Wertschätzung auch auszudrücken.

Speaker: Ja, ich weiß das, ich bin gerade schwer depressiv und ich weiß das sehr zu schätzen, dass du das machst.

Speaker: Und dass man da auch gesehen wird,

Speaker: in dem, was man schon geleistet hat und was man leistet oder eben auch, wenn man dann sagt, ich muss aber trotzdem mehr auf mich aufpassen, jetzt wächst bei mir das Bewusstsein, dass ich da vielleicht schon selber mich gerade in so Gefahrenbereiche begebe, dass man genau darüber auch spricht.

Speaker: Also wenn ich das rekapituliere, ich würde das gerne wirklich in diese Tipps sagen.

Speaker: Erstens, du bist Partner, nicht Therapeut.

Speaker: Zweitens, du darfst erschöpft sein.

Speaker: Drittens, das hast du gerade gesagt, die Schuldgefühle, die helfen niemandem.

Speaker: Das ist letztendlich wichtig, über Schuldgefühle in den Austausch zu gehen.

Speaker: Übrigens, ich

Speaker: Fühl mich schuldig, wenn ich jetzt dahin gehe.

Speaker: Wir setzen so viel voraus, dass der andere das auch so sieht.

Speaker: Und der sagt dann vielleicht, nee, ich bin zwar depressiv und liege jetzt hier und kann nicht, aber du bist deshalb nicht schuld.

Speaker: Und ganz wichtig für mich viertens ist Grenzen schützen die Beziehung.

Speaker: Und hast du einen direkten Tipp?

Speaker: Wie kann ich spüren, wenn meine Grenze überschritten ist?

Speaker: Hast du so einen Cue, so einen Schlüssel, wie man seine eigene Grenze, seinen Grenzüberschritt bei sich merkt?

Speaker: Ich habe mich im Rahmen der Ausbildung natürlich auch viel damit beschäftigt.

Speaker: Bei mir zum Beispiel selber, ich merke das immer sehr schnell körperlich.

Speaker: Wenn ich merke, dass da irgendwie ein Druck entsteht, in welchen Bereichen auch immer.

Speaker: Da kann ja jeder mal so ein bisschen mal besonders drauf achten.

Speaker: Es kommt eine Anforderung, man merkt sofort, es wird schwer auf der Brust.

Speaker: Man kann weniger gut atmen, man wird unruhiger, der Bauch ist unruhig, das Herz ist unruhig.

Speaker: Man kriegt vielleicht Verspannungen und denkt so.

Speaker: boah, wenn ich das jetzt noch machen muss.

Speaker: Dann haben wir schon die Gedanken, die dann auch dazu sind.

Speaker: Manchmal sind auch erst die Gedanken da, manchmal ist die Körperwahrnehmung noch gar nicht so da, aber manche merken das auch eher körperlich und dass sie dann daraus vielleicht

Speaker: irgendwann auch lernen zu gucken, was bedeutet das eigentlich.

Speaker: Das sind so seelische, körperliche Grenzphänomene, die mir jetzt gerade so spontan auch einfallen.

Speaker: Finde ich super.

Speaker: Also das habe ich gar nicht daran gedacht, aber das im Körper...

Speaker: Zuerst zu verorten, wo das Gefühl entsteht, also das ist ja eine intuitive Sache und auch instinktive Sache, wo der Körper direkt merkt, hier passiert gerade was mit mir, da wird meine Integrität infrage gestellt.

Speaker: Das körperlich zu merken, ich finde, man kann das im Nachhinein gut bearbeiten und für die nächste Situation oft gerüstet sein.

Speaker: dass wenn man ein Nein spürt und das nicht ausgesprochen hat, dann wird die Grenze häufig übergangen und dann später ärgert man sich darüber sogar und sagt dann irgendwie so, ich wollte da eigentlich gar nicht hin, ja, hast aber nicht gesagt.

Speaker: Also die Neins, die du fühlst, auch verbalisieren, auch sagen, nein, ich möchte das nicht.

Speaker: Man kann ja immer noch einen Kompromiss machen, man kann sogar irgendwann nochmal Ja sagen, aber dass man zumindest sagt,

Speaker: Mein erster Impuls war Nein.

Speaker: Und immer, wenn du ein Nein spürst, lern das auch auszuhalten, das zu formulieren, das Nein.

Speaker: Zum Thema Grenzen würde ich vielleicht als fünftens sagen, eigene Hobbys behalten.

Speaker: Also alles, was einem selber gut tut.

Speaker: Sporttermine, regelmäßige Treffen, Musik,

Speaker: Was auch immer.

Speaker: Das ist total wichtig, dass das als Insel der Erholung, wenn es diese dann sind, dass man die auf jeden Fall beibehält.

Speaker: Extrem wichtig.

Speaker: Ist ja später auch für die Betroffenen selber auch wieder wichtig.

Speaker: Gut, wenn man das verloren hat, genau da wieder in Routine reinzukommen, die einem auch gut tun.

Speaker: In dem Zusammenhang würde ich sechstens auch sagen, eben soziale Kontakte, also auch für die Angehörigen, dass man sich da jetzt nicht verpflichtet fühlt, ich muss jetzt immer zu Hause sein und darf jetzt gar nicht mehr rausgehen, sondern dass man eben auch seine eigenen sozialen Kontakte weiter pflegt.

Speaker: da auch einen Austausch hat, finde ich auch super wichtig.

Speaker: Bewegung siebtens, Bewegung als Ventil, war gerade eigentlich auch schon ein bisschen bei den Hobbys mit drin, aber das würde ich auch nochmal explizit betonen.

Speaker: Dass man selber auch ein bisschen für den Stressabbau, für die Kräftigung, für den Kreislauf.

Speaker: Den Perspektivwechsel.

Speaker: Perspektivwechsel.

Speaker: Also einfach zu sagen, ich gehe jetzt 20 Minuten spazieren und kann die Situation neu einsortieren oder einfach Luft schnappen im wahrsten Sinne.

Speaker: Genau.

Speaker: Möchtest du gerade mitkommen oder ich gehe auf jeden Fall.

Speaker: So, dass man da auch so eine Grenzsetzung vielleicht auch so ein bisschen hat.

Speaker: Und wir hatten das ja auch in einer der Folgen davor.

Speaker: Also auch da Sportarten spezifisch sind so viele Sachen extrem wichtig fürs Immunsystem, auch für die Stimmung und dergleichen.

Speaker: Da vielleicht nochmal ein Verweis an die Folgen davor.

Speaker: Achtens, auf Schlaf achten.

Speaker: Den Schlaf ernst nehmen, Routinen beibehalten.

Speaker: Das ist ja immer das Wichtigste für alle Menschen, würde ich mittlerweile sagen.

Speaker: Aber dass man dann nicht irgendwie mit dem Medienkonsum, dass man da ein bisschen aufpasst, nicht zu spät die Endgeräte ausmachen.

Speaker: Wenn man die nutzt, dann eher für Sachen, die man selber zur Entspannung, zum Unterkommen gut nutzen kann.

Speaker: Also man sollte neuntens nicht jede Stimmung persönlich nehmen.

Speaker: Die Stimmung eines jeden Menschen schwanken, also das ist bei jedem Menschen so, egal ob mit Depressionen geplagt oder anderen Dingen oder ganz normal, wenn man sich ganz normal fühlt, auch dann sind Stimmungsschwankungen ganz normal und das hat einfach gar nichts automatisch mit der betreffenden Person zu tun, sondern einfach sagen, okay,

Speaker: Zeit für einen Spaziergang.

Speaker: Zehntens, Depression ist keine Charakterschwäche.

Speaker: Ich glaube, das ist für beide Seiten wichtig.

Speaker: Also der Betroffene, dass er das versteht als Ausdruck von etwas, wo es Gründe für gibt, an denen man arbeiten kann und gleichzeitig der Angehörige vielleicht nicht in so einer verurteilenden Rolle auch kommt und sagt, oh,

Speaker: Das ist aber jetzt total schwierig, sondern dass man sagt, okay, das ist eine Erkrankung.

Speaker: Gut, wenn du dich da, kann man auch motivieren, das zu behandeln.

Speaker: Aber dass man dann vielleicht auch da ein bisschen guckt, wie man selber damit umgeht auch.

Speaker: Ich würde elftens Hilfe annehmen sagen.

Speaker: Finde ich deshalb auch einen ganz wichtigen Punkt, weil du ja vorher gesagt hast, es ist häufig, es kann der Mensch, der mit einem Menschen zusammenlebt, der unter Depressionen leidet, vielleicht mit einem Glaubensmuster unterwegs sein, dass er immer stark sein muss, dass sie immer stark sein muss, das aushalten muss.

Speaker: Und das macht es natürlich besonders schwer, Hilfe anzunehmen, weil das ja die eigene Bedürftigkeit auch bedeuten würde.

Speaker: Aber das ist so, so wichtig, du da draußen.

Speaker: Hilfe annehmen hat nie was mit Schwäche zu tun.

Speaker: Das ist so, als würde man sagen, eine Pflanze ist nicht stark, nur weil sie auf Regen angewiesen ist, sondern erst wenn der Kopf hängt, erst wenn man die Schultern hängen sieht, kommt jemand und gießt dich und hilft dir und dabei bleibst du stark.

Speaker: Du verlierst nicht an Stärke, nur weil du Hilfe annimmst.

Speaker: Zwölftens würde ich sagen, selber authentisch bleiben, eigene Gefühle ausbrechen.

Speaker: Ganz wichtiger Punkt, auch da, ein bisschen raus aus dem Funktionsmodus, ich muss jetzt, darf das jetzt aber nicht machen, da geht es vielleicht schlechter.

Speaker: Eigene Gefühle sind wichtig, was zu sagen, ja, das fällt mir manchmal auch schwer, nicht als Vorwurf verstehen, aber wenn ich es nicht so sehe, das macht mich hilflos, bin selber gerade traurig oder, oder, oder, das ist, glaube ich, wirklich total wichtig.

Speaker: Das erlebe ich auch häufig in Angehörigengesprächen, wenn da der Raum erstmal neu aufgeht, dass

Speaker: oder aufgemacht wird, angeboten wird, dass das für beide Seiten extrem wichtig ist und auch wieder eine Nähe entstehen kann, wenn man das angeht.

Speaker: Das ist total wichtig, was du gerade sagst, dass Gefühle aussprechen, selbst wenn man das Gefühl hat, der andere leidet ja noch viel mehr als ich oder ist viel trauriger als ich, aber dass das im Prinzip trotzdem ein Nenner werden kann, wenn man sich auch mal an dem Tag traurig fühlt und der andere kann da vielleicht viel mehr in dem Moment drauf eingehen, als man denkt.

Speaker: 13. wäre nicht alles alleine tragen.

Speaker: Da finde ich den Hinweis, du hast ja eben von Parentifizierung gesprochen der Kinder, dass

Speaker: Kinder mit Aufgaben zu betreuen im Haushalt und solche Sachen und das nicht alles in diesem Helfer-Syndrom alles übernehmen, hat nichts mit Parentifizierung zu tun.

Speaker: Wenn ich Kindern sage, einer ist fürs Katzenklo zuständig, einer bringt den Müll raus und so weiter, das ist eine Aufgabenverteilung und man muss, wenn man einen Clan führt, sag ich mal, zu Hause, dann müssen nicht Eltern alles alleine machen und dann muss nicht, wenn einer ausfällt,

Speaker: Das andere Elternteil alles alleine machen, sondern einfach alle zusammen weiter.

Speaker: Man hat ja eine WG zusammen, jeder so wie er kann.

Speaker: Da kann man relativ gut im Internet übrigens rausschauen, was für welche Altersgruppe von Kindern auch geeignet ist.

Speaker: Genau, wenn es altersgerecht ist, bin ich voll dabei.

Speaker: Oder sich eben auch Unterstützung holen.

Speaker: Auch da gibt es ja im Gesundheitssystem, ich brauche vielleicht gerade wirklich mal jemanden, eine Haushaltshilfe oder ich gehe doch mal zu einer Familienberatung.

Speaker: Das sind ja alles Punkte, das vergisst man ganz häufig.

Speaker: Und da gibt es auch niederschwellige, sogar kostenfreie Angebote von verschiedenen Trägern, wo man relativ schnell auch Unterstützung und wirklich hochqualifizierte Leute trifft,

Speaker: die sehr viel Erfahrung damit haben und sehr viele schnelle, wirksame Empfehlungen geben können, die auch schnell greifen.

Speaker: So würde ich jetzt sagen.

Speaker: Nicht zu schweigen auch von Selbsthilfegruppen natürlich für Angehörige von Menschen mit Depressionen.

Speaker: 14 fände ich wichtig, selber immer wieder Pausen machen, kleine Auszeiten.

Speaker: Ob das jetzt Sport ist oder auch mal einen Tag alleine verbringen und sagen, ich muss jetzt mal aus allem so ein Stück weit raus.

Speaker: Wenn nicht sogar mehr als einen Tag.

Speaker: Oder so, ja.

Speaker: Der Humor, wie ist das mit Humor?

Speaker: Wenn es nicht Zynismus nur noch wird, wie ist das mit Humor?

Speaker: Wie erlebst du Paare, wo einer depressiv ist?

Speaker: Ja, das ist auch eine Frage, wie das bisher in der Beziehung gelebt wurde.

Speaker: Also ob es so ein Qualitätsmerkmal ist, was verloren gegangen ist, dann wäre es gut, das wieder zu reaktivieren.

Speaker: Ich persönlich finde es jetzt auch im therapeutischen, aber auch im privaten Humor total wichtig, aber nicht im Sinne von Sachen dadurch nicht ernst zu nehmen, sondern dass das auch hilfreich sein kann, sich von den schwerwiegenden Themen manchmal auch ein bisschen zu distanzieren und denen ein bisschen die Schwere auch zu nehmen, aber trotzdem das ernst zu nehmen.

Speaker: Und das wirkt dann in dem Sinne auch,

Speaker: Nicht bei allen, aber bei den meisten dann schon auch ein bisschen Stimmungsauferhältnis.

Speaker: Einfach auch gemeinsam lachen.

Speaker: Das muss ja nicht immer aus dem anderen kommen.

Speaker: Man kann ja auch wirklich mal sagen, also auch wenn ich jetzt nicht Netflix und Amazon Prime, sage ich mal, als große Maßnahme gegen Depressionen jetzt hier nennen möchte, aber gemeinsam Comedy-

Speaker: Serien zu schauen, selbst wenn es einem eher nach Tiefe liegt und so, was ja häufig so der Fall ist, dass man eher tiefere Sachen gucken möchte in so einer Phase, aber einfach was Oberflächliches, Lustiges zu gucken und das einfach zu beömmeln miteinander, löst auch Probleme, an dem Tag zumindest.

Speaker: Ja, also 16.

Speaker: Punkt würde ich sagen, möglichst frühzeitig Krisenpläne gemeinsam zu entwickeln.

Speaker: Was passiert, wenn das und das passiert?

Speaker: Wen kann man mit ins Boot holen, schon bevor eigentlich gar nichts mehr geht?

Speaker: Gibt es Angehörige, gibt es Eltern, Schwiegereltern, Freunde?

Speaker: Auch da ruhig, mutig sein, vielleicht Sachen auch, wenn das Vertrauensverhältnis da ist, offen anzusprechen und bis hin zu, ab wann geht es vielleicht auch zu Hause so nicht mehr weiter.

Speaker: Dass man dann vielleicht eben von ambulant dann doch auch in andere Kontexte wechselt, teilstationär, vollstationär.

Speaker: Und dann eben vielleicht in diesem Übergang auch ein bisschen gucken, welche Unterstützung brauchen denn dann die Angehörigen zu Hause.

Speaker: Ist es dann wirklich sinnvoll, dass regelmäßig mal jemand vorbeikommt?

Speaker: Dass man solche Dinge dann eben auch mit den Menschen, mit denen man darüber schon im Gespräch ist, ob das jetzt Hausärzte sind oder eben schon die Psychotherapeuten oder Fachärzte, dass man das schon da schon mit anspricht und versucht zu gucken, was da möglich ist.

Speaker: Das war eine Serie, ich weiß nicht, ob es bei This Is Us war, wo ein paar immer, wenn es schwierig wurde und Konflikte gab oder Krisen kamen, haben die immer ganz schnell Worst-Case-Szenarios gemacht.

Speaker: Die haben immer so eine Krise überlegt, okay, was könnte jetzt im schlimmsten Fall passieren und dann haben sie versucht, sich zu überbieten mit den schlimmstmöglichen Ausgängen,

Speaker: Und dadurch haben sie aber die Situation auch ein bisschen abgemildert und gesagt haben, aber so ist es ja gar nicht.

Speaker: Okay, wenn das Worst Case ist, wir würden sogar das schaffen, dann schaffen wir das, was jetzt gerade wirklich ist, auf jeden Fall.

Speaker: Ich will nicht sagen, man soll katastrophisieren, aber dass man mal kurz sagt, sind wir wirklich gerade, ist es wirklich so schlimm oder eigentlich zu managen?

Speaker: Genau, wir machen das schon auch, also es ist nicht im Sinne von katastrophisieren, sondern wir denken solche Sachen mal zu Ende.

Speaker: Zu Ende denken.

Speaker: Und dass man dann sagt, okay, wenn das passiert, was würden Sie machen?

Speaker: Weiß ich nicht.

Speaker: Ich würde dann das und das machen.

Speaker: Haben Sie das mitbekommen?

Speaker: Oh ja.

Speaker: Und wenn das und das passiert, Angehöriger, dann machen Sie bitte das.

Speaker: Mitbekommen?

Speaker: Sehr gut.

Speaker: Also dass man dann, gerade wenn, das kann ja immer mal passieren, dass es sich dann nochmal auf welchen Gründen auch immer schlagartig verschlechtert, dass dann nicht mehr noch mal neu überlegt werden muss, was mache ich denn jetzt?

Speaker: Also dass man dann schon weiß, das ist Plan A, B, C, D und so weiter.

Speaker: Einfach eine Planung, durch Visualisierung und Imagination, einfach schon mal das Gefühl, das habe ich schon mal durchgespielt.

Speaker: Ja, sehr gut.

Speaker: Man sollte siebzehntens seine Erwartungen anpassen, gerade wenn vielleicht die Depression nicht immer da war.

Speaker: sondern sich die Situation verändert hat, dann muss man tatsächlich auch mit sich nochmal hingehen und sagen, was kann ich denn überhaupt realistisch erwarten gerade?

Speaker: Und da wäre natürlich auch wieder wichtig zu gucken.

Speaker: Perspektiven sind dann auch wichtig.

Speaker: Im Moment ist es erstmal so, bis auf Weiteres.

Speaker: Aber durch eine Behandlung können Sachen ja wieder auch sich deutlich verbessern.

Speaker: Und dann werden dann und dann diese Dinge auch wieder realistischer zu erwarten.

Speaker: 18 würde ich sagen, natürlich für Angehörige eigene Warnzeichen erkennen.

Speaker: Das würde vielleicht nochmal zu dem passen, was wir am Anfang schon gesagt haben.

Speaker: Wenn man selber Erschöpfung, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, also alles, was so Richtung Stressfolge, Symptome bis hin zu anderen sich steigenden Symptomen bemerkt.

Speaker: dann sind das Warnzeichen, die man ernst nehmen sollte und dann sollte man eben auch sich selber explizit auch um Hilfe bemühen oder eben… Die können ja auch von außen kommen, dass jemand sagt, ich erlebe dich so gereizt oder so.

Speaker: Genau, ja.

Speaker: Genau, dass man das ernst nimmt.

Speaker: Und dann wäre 19 natürlich genau das, dass man dann eben auch eine professionelle Unterstützung selber aufsucht.

Speaker: 20?

Speaker: Selbsthilfegruppen und dergleichen, ne, ja.

Speaker: Genau, 20. ist, du bist auch wichtig.

Speaker: Kann man so stehen lassen.

Speaker: Kann man so stehen lassen, ich dachte auch gerade, das wäre eine wichtige Pause an der Stelle.

Speaker: Hast du Hoffnung für Menschen, die so, vielleicht auch Menschen mit langjährigen Depressionen, gibt es da für diese Beziehung Hoffnung?

Speaker: Ja, definitiv.

Speaker: Auch davon in Erwartungen her.

Speaker: Vielleicht gibt es kurzfristig Dinge, die noch schwer auszuhalten sind, aber mittel- bis langfristig, wenn man den Mut hat, sich in die Behandlung zu geben, wenn man das Vertrauen hat, sich dann zu öffnen.

Speaker: Ich glaube, wichtig finde ich auch das Thema Scham.

Speaker: Das hatten wir jetzt noch gar nicht so benannt, aber häufig gibt es eben auch so das Gefühl, das ist eigentlich gesellschaftlicher, vielleicht wird immer mehr akzeptierter.

Speaker: Es finden immer mehr so Entstigmatisierungskampagnen ja statt, immer mehr Comedians, Menschen der Öffentlichkeit, die sich da zeigen und sagen, ich habe das, ich hatte das, sucht euch Hilfe.

Speaker: Aber dieses Schamgefühl ist ganz häufig immer noch sehr hinderlich, sich Hilfe zu holen.

Speaker: Und da würde ich gerne sehr viel Mut machen.

Speaker: Scham ist unangenehm, definitiv.

Speaker: Und da vielleicht genau auch schon zu sagen, ich schäme mich dafür, wenn man das einmal ausgesprochen hat, ist es schon anders.

Speaker: Und dann, ich brauche Hilfe.

Speaker: Das ist ja der Hauptteil meines Berufs, Hoffnung zu geben, die zu begleiten.

Speaker: Und meine Erfahrung ist, dass sich viele Dinge, viele Erkrankungsbilder deutlich verbessern können.

Speaker: Also wenn ich jetzt so ein bisschen Revue passieren lasse, wir haben 20 Tipps gegeben, wir haben überlegt, wo kommt eigentlich die Depression her, was ist das überhaupt, damit man da, falls man da als Angehöriger noch gar nicht sich so richtig mit beschäftigt hat, was hat mein Partner da eigentlich passiert?

Speaker: hoffe ich, dass wir da so einen guten Überblick geben konnten, aber dass wir vor allen Dingen natürlich jetzt eben mit den Angehörigen gesprochen haben, die direkt angesprochen haben.

Speaker: Das heißt aber nicht, dass wenn du jetzt zuhörst und selber unter Depressionen leidest, dass du ein schlechtes Gefühl bekommen musst, wie viel Last liegt denn da auf meinem Partner.

Speaker: Und deshalb ist das Allerwichtigste für die Menschen mit Depressionen und die Angehörigen von Menschen mit Depressionen, redet miteinander.

Speaker: Geht in den Dialog und schaut mal, was erwartet ihr denn wirklich voneinander?

Speaker: Der Mensch mit Depressionen, was erwartest du von deinem Partner?

Speaker: Was brauchst du?

Speaker: Und der Mensch, der Angehöriger ist, rede auch mit deinem Partner.

Speaker: Was brauchst du?

Speaker: Dass ihr darüber in den Dialog kommt und dann ist da sehr viel Hoffnung da.

Speaker: Wenn ich Angehörigen nur einen einzigen...

Speaker: Satz mitgeben dürfte, dann wäre das, wir haben unsere Krisen alle zu verschiedenen Zeiten.

Speaker: Das ist ein Satz, den habe ich vom Herrn Nelting übernommen, der das Zeitnaus gegründet hat und ich glaube, dass es wichtig zu wissen ist,

Speaker: Wenn die Krise jetzt nicht über Jahrzehnte geht, was auch passieren kann, aber wir haben alle mal unsere Krisen und das ist normal, das gehört zum Leben dazu und bleib bei dir, schau, dass du dein Leben schön gestaltest, selbst wenn es in der Partnerschaft gerade schwierig ist und Beziehungen schwierig sind.

Speaker: Es kann am nächsten Tag, schon am nächsten Tag immer anders aussehen als jetzt in diesem Moment gerade.

Speaker: Du darfst auch auf dich achten.

Speaker: Genau.

Speaker: Ihr Lieben da draußen, vielen Dank, dass ihr wieder eingeschaltet habt zu einer neuen Folge hier von Alles nur Psyche.

Speaker: Und wir sehen uns im nächsten Monat schon wieder oder hören uns wieder.

Speaker: Dennis, danke, dass du dich mit deiner Fachexpertise hier wieder hast von mir auswringen lassen und alles über Depressionen rausgequetscht werden durfte.

Speaker: War schön, mit dir zu sprechen.

Speaker: Und ich freue mich schon aufs nächste Mal.

Speaker: Ich mich auch.

Speaker: Eine gute Zeit nach draußen und bis bald.

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