Transcript
Speaker: Hallo und willkommen zu der Privacy Podcast, deine Quelle für Sicherheit, Privatsphäre und Anonymität mit Timo und Nino.
Speaker: Timo, wir sprechen heute wieder einmal ein Thema an, was ich zumindest nicht vorhatte, so früh anzusprechen, aber ihr habt es euch gewünscht.
Speaker: Wir haben eine neue Umfrage gestartet in der Signal Community und das war mit weitem Abstand das, was ihr am meisten hören wolltet.
Speaker: Also legen wir doch gleich los, Timo.
Speaker: Was werden wir jetzt uns anschauen?
Speaker: Das ist eher ein schwierigeres Thema, weil wenn man dort eine Menge Anonymität oder Privatsphäre haben möchte, das ist so gut wie unmöglich oder mit sehr, sehr viel Aufwand verbunden.
Speaker: Es geht um das Thema SIM-Karten und das ganze Mobilfunknetz und wie man dort mehr Privatsphäre bekommen kann.
Speaker: Also am Anfang wollen wir euch einmal aufzeigen, wieso überhaupt ist es so schlecht, also was kann man denn alles herausfinden über eure SIM-Karte, über euren Mobilfunkanbieter, was können die alles mitlesen, zum Beispiel auch den Standort, die Webseiten, die ihr besucht und dann, wie man sich dagegen schützen kann.
Speaker: Und da kann man wirklich sehr ins Extreme gehen und da haben wir uns jetzt drei verschiedene Level überlegt.
Speaker: Level 1 wird ziemlich einfach sein, um keine Bequemlichkeit zu verlieren, aber trotzdem ein wenig der Privatsphäre zurückzubekommen.
Speaker: Level 2 ist ein bisschen für die Fortgeschrittenen, die dann noch mehr Privatsphäre haben möchten gegenüber dem Mobilfunkanbieter.
Speaker: Und Level 3 wird dann so gut wie unmöglich sein.
Speaker: Das ist für die Edward Snowdens unter uns mit sehr, sehr viel Aufwand verbunden.
Speaker: Und das ist dann eher der theoretische Teil, damit ihr auch seht, wie schwierig das wäre, hier wirklich eine komplette Privatsphäre zu bekommen.
Speaker: Genau, AdWords, diese Folge ist für dich.
Speaker: Nein, Quatsch, wir haben natürlich den Bedarf, alle glaube ich, alle, die hier zuhören, privater zu sein oder vor allem mehr Kontrolle über die eigenen Daten zu haben.
Speaker: Was teile ich mit wem?
Speaker: Und da ist die Technikindustrie ja sehr übergriffig geworden in letzter Zeit, dass zum Beispiel auf dem Smartphone die Hintergrunddienste von Google oder Apple laufen oder dass wir generell bei den meisten Dienstleistern so eine ewig lange Privatsphäre-Policy haben, die wir einfach wegklicken, wo aber uns gesagt wird, ja, wir sammeln eigentlich alles, was wir kriegen können.
Speaker: Wir können davon ausgehen, dass wenn etwas gesammelt werden kann, dass bei den allermeisten Anbietern das dann auch gesammelt und verwertet wird.
Speaker: Das Problem bei Mobilfunk ist jetzt, dort wird sehr viel gesammelt, ohne dass wir es kontrollieren können und ohne dass wir das auch wissen, wenn man sich nicht da tiefer mit auseinandersetzt.
Speaker: Mobilfunk ist eine sehr alte Technologie.
Speaker: Wir werden jetzt nicht sehr in die Vergangenheit gehen, weil die uralte Technologie, die noch kritischer ist, die wurde mittlerweile schon auf den meisten Handys deaktiviert.
Speaker: Aber dennoch, wenn wir eine SIM-Karte installieren, entweder eine physische, die wir in das Gerät reinschieben, oder eine elektronische, eine eSIM, das ist mittlerweile auch der Standard geworden, können wir teilnehmen an dem Mobilfunknetz.
Speaker: Das sind ganz viele Mobilfunkmasten, die überall rumstehen, hat man bestimmt auch schon mal gesehen, mit denen wir dann
Speaker: eine Verbindung aufbauen, um zum Beispiel mobil ins Internet zu gehen oder um Telefonate oder SMS versenden zu können.
Speaker: Jetzt haben wir gleich ein Problem, nämlich erstens, dieses Mobilfunknetzwerk ist alleine, wie es aufgebaut ist und wie es auch aufgebaut sein muss, ein Tracking-Netzwerk.
Speaker: Es muss dich ja irgendwie lokalisieren, um eine Verbindung zu dir aufzubauen und dann dafür zu sorgen, dass wir miteinander kommunizieren können.
Speaker: Diese Tracking-Geschichte hat zur Folge, dass man mit seiner SIM-Karte, sobald man mit dem Mobilfunkmast in Verbindung steht, auch relativ gut und genau lokalisiert werden kann.
Speaker: In städtischen Gebieten ist das noch einfacher, wenn da mehrere Mobilfunkmasten sind.
Speaker: Aber sobald man mit zwei, drei Mobilfunkmasten in Verbindung steht, kann man schon sehr genau wissen, wo befindet sich denn die Person.
Speaker: Das ist ein Punkt, den wir haben.
Speaker: Ein weiterer Punkt ist, dass wir alles, was wir über dieses Mobilfunknetzwerk mitteilen, wenn wir zum Beispiel Telefonate führen oder eine SMS schreiben, dass das nicht verschlüsselt ist, noch nicht mal im Transit verschlüsselt ist, wie wir es ja beim Internet kennen mittlerweile mit HTTPS, was wiederum heißt, das kann man sehr, sehr leicht abhören von außen.
Speaker: Und das ist natürlich hochgradig kritisch, weil wir können da uns nicht wirklich gegen wehren.
Speaker: Sobald wir eine SIM-Karte installiert haben und damit in Verbindung sind, können wir davon ausgehen, alles, was wir über das Telefon oder über die SMS mitteilen und wo wir uns befinden, das ist öffentliches Wissen jetzt.
Speaker: Damit müssen wir leben.
Speaker: Gibt es denn noch weitere Sachen, die problematisch sind, wenn wir eine SIM-Karte haben, Timo?
Speaker: Weiterer Punkt ist, dass die SIM-Karte sehr schnell auf euren Namen zugeordnet werden kann.
Speaker: In Deutschland ist es so, SIM-Karten muss man so oder so mit einem KYC-Prozess machen, also Know Your Customer.
Speaker: Wenn man die SIM-Karte kauft, muss man sich ausweisen und der Mobilfunkanbieter kennt dann eure Identität.
Speaker: Sogar wenn man das nicht macht, also wenn man es irgendwie schafft, das zu umgehen, da gehen wir auf Level 3 darauf ein, wenn man zum Beispiel eine anonyme SIM-Karte bekommt aus dem Ausland oder eine SIM-Karte über einen anderen Anbieter, der kein KYC verlangt,
Speaker: ist es trotzdem so, dass es sehr, sehr einfach ist, die SIM-Card eurer Identität zuzuordnen.
Speaker: Denn wie Nino meinte, man kann den Standort der SIM-Card ziemlich genau nachvollziehen.
Speaker: Anhand eurer Bewegungen, die ihr habt, dass ihr zur Arbeit geht, dann wieder nach Hause geht, dann zum Beispiel zum Sport, kann man die SIM-Card ziemlich schnell euch zuordnen.
Speaker: Oder ein weiteres Beispiel.
Speaker: Die ganzen modernen Autos haben jetzt auch alle eine SIM-Karte drin.
Speaker: Das heißt, wenn ihr eine Nokia-C SIM-Karte hättet und einfach 10 Meter mit dem Auto rumfährt und diese zwei SIM-Karten sich gleich bewegen und das Auto ist ja auf euch registriert, kann man dann diese anonyme SIM-Karte, wenn ihr das geschafft hättet,
Speaker: direkt euch zuordnen.
Speaker: Es gibt sehr, sehr viele verschiedene Möglichkeiten auf eurem Bewegungsprofil die SIM-Karte eurer Identität zuzuordnen oder auch zum Beispiel über die Kontakte, die ihr habt, die Personen, die ihr anruft.
Speaker: Leider ist es so, dass dort eine Anonymität oder Privatsphäre so gut wie unmöglich ist.
Speaker: Tja, ärgerlich.
Speaker: Darüber hinaus, jetzt kommt noch eine weitere Sache dazu, haben wir bei den jeweiligen SIM-Karten und auch bei unseren Smartphones oder den Endgeräten, die sich mit der SIM-Karte verbinden, ganz klare Kennnummern.
Speaker: Eine ist die eMai, die International Mobile Equipment Identity.
Speaker: Das ist von unserem Smartphone, also von dem Smartphone.
Speaker: jeweiligen Mobilfunkmodul dort drin oder auch von einem Router, wo ich eine SIM-Karte vielleicht reintun kann, die jeweilige Geräteidentifikation.
Speaker: Und die ist auch in aller Regel, zumindest was den legalen Spielraum angeht, unveränderbar.
Speaker: Jede SIM-Karte, ob jetzt ESIM oder eine physische SIM-Karte,
Speaker: haben eine sogenannte IMSI.
Speaker: Das ist die International Mobile Subscriber Identity.
Speaker: Und auch die ist ganz klar auf dieser Karte festgelegt.
Speaker: So heißen, jetzt haben wir zwei Identifikatoren, die, auch wenn wir nicht sofort unseren Namen damit verknüpfen, wenn sie zusammenkommen, was sie ja immer tun, wenn wir sie benutzen, ein neues Profil erstellen von uns.
Speaker: Sobald dann eine von beiden uns zugeordnet werden kann, ist dann auch die andere jeweils unserer Identität zugeordnet.
Speaker: Und damit haben wir ein Problem.
Speaker: Also wenn ich eine...
Speaker: anonyme SIM-Karte kaufe.
Speaker: Aber vorher habe ich bei Google mit meinem Google-Account das Pixel-Gerät bestellt.
Speaker: Dann kann man, sobald ich die SIM-Karte da reinstecke, sehen, okay, ich weiß zwar nicht, wem diese SIM-Karte gehört, aber ich weiß, wem dieses Gerät gehört und umgekehrt natürlich genauso.
Speaker: Es ist halt keine schöne Situation für uns und dementsprechend ist jetzt die Frage, was können wir denn tun?
Speaker: Eigentlich ja nur, wenn wir uns hier schützen wollen, keine SIM-Karte verwenden.
Speaker: Das lässt sich größtenteils umgehen, indem wir unsere Kommunikation zum Beispiel über ein Ende-zu-Ende verschlüsseltes Protokoll machen, wie über Signal.
Speaker: Über Signal kann man super Anrufe und Nachrichten austauschen und auch viel mehr, als man per SMS könnte.
Speaker: Entsprechend ist das auch die erste Empfehlung.
Speaker: Benutze eine SIM-Karte, wenn überhaupt so wenig wie möglich.
Speaker: Das ist aber trotzdem nicht für alle Menschen möglich.
Speaker: Also ich weiß, bei mir ist es nicht möglich, weil ich unterwegs mobiles Internet haben möchte.
Speaker: Aber wenn...
Speaker: wir die Möglichkeit hätten, dann wäre das der erste Tipp, verwendet so wenig wie möglich eure SIM-Karte.
Speaker: Wenn ihr es schafft, ohne auszukommen, dann kommt ohne aus und geht immer wann möglich in ein öffentliches WLAN oder in das Heimnetzwerk.
Speaker: Dort hatte Timo auch in einer der letzten Folgen mal erwähnt, dass man dafür dann, wenn man irgendwo mal eine SIM-Karte registriert hat und die dann aber deaktiviert mit dem Flugmodus, dass du trotzdem mit der WLAN-Verbindung Telefonate und SMS empfangen kannst.
Speaker: Ja, jetzt bin ich aber ein bisschen durcheinander gekommen.
Speaker: Timo, sag du uns doch mal, wenn du nicht noch Ergänzungen hast, wofür braucht man eine SIM-Karte oder eine eSIM?
Speaker: Und was wäre dann Level 1, was vielleicht jeder von uns schon umsetzen könnte?
Speaker: Also eine SIM-Karte braucht man eigentlich für zwei Aufgaben.
Speaker: Die erste Aufgabe ist das Mobilfunknetz, also dass man mobil Internet hat.
Speaker: Und die zweite Aufgabe ist dann SMS und Telefonate zu führen.
Speaker: Für SMS und Telefonate ist die beste Alternative, eine Ende-zu-Ende-verschlüsselte Lösung zu verwenden, wie eben Signal, weil darüber man alles hinbekommt.
Speaker: Und auch bei Zwei-Faktor-Authentifizierung ist SMS die allerschlechteste Option, die man hat, weil alles in Klartext, ganz einfach gesagt, zu eurem Handy kommt.
Speaker: Das heißt, jeder könnte an sich dort mitlesen.
Speaker: Das heißt, hier empfehlen wir eine Zwei-Faktor-Authentifizierungs-App, wie zum Beispiel Enter Authenticator oder AEGIS.
Speaker: SMS und Telefon sollte man versuchen, so wenig wie möglich zu verwenden.
Speaker: Und dann ist der zweite Punkt eben das Mobilfunknetz.
Speaker: Die meisten, die wollen unterwegs Internet haben und das ist auch der Punkt, den man sehr schwer auslassen kann, denn dann ist die Bequemlichkeit von dem digitalen Leben komplett weg.
Speaker: Wir sollten uns darauf jetzt fokussieren, wie kann man am besten das Mobilfunknetz benutzen, um so wenig unsere Privatsphäre zu verlieren wie möglich.
Speaker: Und hier ist meine Empfehlung, das ist auch wie ich selber mache, das erste Level, ist es, eine KYC-SIM-Karte zu verwenden, weil das ist in Deutschland der Standard.
Speaker: Und wenn man hier versucht, irgendwas No-KYC zu machen, erstens ist es so, dass man sehr viele Fehler machen kann, wie ich ja ganz am Anfang gesagt habe, dass über kurz oder lang dann diese No-KYC-SIM-Karte eh euch zugeordnet werden kann.
Speaker: Und andererseits ist es der deutlich einfacher Weg, die offiziell zu kaufen und man fällt dabei nicht auf.
Speaker: Weil wenn man jetzt eine No-KYC-SIM-Karte bekommt,
Speaker: könnte das einfach rote Flaggen auslösen.
Speaker: Und hier ist bewusster Umgang dann damit der wichtigste Punkt.
Speaker: Zum Beispiel, wenn man zu Hause ist, dass man dort immer im Flugmodus ist und eben nur über die WLAN-Verbindung ins Internet geht.
Speaker: Das, was Nino erwähnt hat, dass man auch telefonieren und SMS machen kann, das geht bei allen Geräten, nach meinem Wissen, auch bei iPhones, bei Androids, bei GrapheneOS, aber man muss das erstmal einstellen.
Speaker: Standardmäßig ist das deaktiviert.
Speaker: Wenn ihr aber auf eure SIM-Karten-Einstellungen geht, kann man da aktivieren.
Speaker: Entweder ist es etwas wie Voice over IP aktivieren bei dieser SIM-Karte oder telefonieren über WLAN.
Speaker: Irgendwie so sollte diese Einstellung heißen.
Speaker: Und das heißt, ihr könnt dann zu Hause sein im Flugmodus nur über WLAN zugreifen.
Speaker: Man kann euch nicht orten.
Speaker: Ihr habt das Internet und SMS und Telefon funktioniert.
Speaker: Wenn ihr unterwegs seid, dann würde ich auch empfehlen, immer den Flugmodus anzuhaben, außer ihr benutzt das Gerät aktiv oder gerade erwartet eben einen Anruf.
Speaker: Wenn man noch eine Stufe weiter gehen möchte, das würde ich auch noch bei Level 1 hinzufügen, könnte man sogenannte Faraday Taschen benutzen.
Speaker: Faraday, das ist so ein spezielles Material, das blockiert alle Verbindungen nach innen und nach außen von der Tasche.
Speaker: Also das sieht aus wie eine ganz normale Handytasche, da packt man das Handy rein, macht die Hülle einmal zu.
Speaker: Und wenn das zu ist, ist es so, dass keine Verbindungen nach innen oder nach außen gehen.
Speaker: Sowas wie Bluetooth ist komplett blockiert, WLAN ist blockiert, das ganze Netzwerk ist blockiert und das führt dazu, dass das Handy komplett privat ist.
Speaker: Man kann das dann gar nicht mehr ordnen.
Speaker: Das ist ein physischer Schutz, der ist natürlich deutlich sicherer als ein digitaler Schutz wie der Flugmodus.
Speaker: Denn auch wenn man zum Beispiel gar keine SIM-Karte im Handy hat, ist es immer noch so, man kann verschiedene Notrufe tätigen.
Speaker: Das heißt, die ganzen Grundfunktionen, viele davon lassen sich nicht mal abschalten.
Speaker: Und da hilft genau dieser physische Schutz einer Faraday-Tasche.
Speaker: Aber das bringt nur was, wenn ihr gerade das Handy nicht benutzt, weil wenn ihr das Handy rausholt, dann ist es natürlich raus aus der Tasche und die ganzen Verbindungen gehen weiter.
Speaker: Das heißt, hier ist der bewusste Umgang der wichtigste Punkt.
Speaker: Da würde ich was ergänzen wollen, weil für mich sind Paroday-Taschen nicht gut zu gebrauchen, weil ich ständig mit den Augen an dem Display hänge von dem Gerät aus unterschiedlichen Gründen.
Speaker: Ich benutze mein Smartphone in so vielen Situationen.
Speaker: Es ist aber tatsächlich der physisch und rein von der Einfachheit auch sinnvollste Schutz, den man haben kann.
Speaker: Das Handy ist da drin, die Tasche funktioniert, wenn sie gut ist und dann wird wirklich alles geblockt auf physischer Ebene.
Speaker: Dann kann selbst das Privatsphäre-unfreundlichste Handy dann nichts mehr senden und empfangen, bis es wieder Verbindung aufbauen kann und dann kann es das natürlich nachholen.
Speaker: Vielen Dank.
Speaker: Ich habe es so bei mir eingerichtet, dass ich Grafino S benutze, egal auf welchem Mobilfunkgerät, weil dort nochmal deutlich bessere Kontrolle und auch Abgrenzung herrscht.
Speaker: Zum Beispiel ist es so, das hatten wir jetzt auch in der Signal-Gruppe tatsächlich, es gab hier einen nationalen Emergency-Call, so eine Übung, dass an einem Donnerstag um 11 Uhr alle Handys losgebimmelt haben.
Speaker: Vielleicht hattet ihr das auch mitbekommen.
Speaker: Was viele nicht wissen, ist, dass das auch dann ist, wenn gar keine SIM-Karte drinsteckt.
Speaker: Das ist das, was Timo angeschnitten hatte.
Speaker: Weil egal, ob dort eine SIM-Karte nun aktiviert ist oder nicht, ihr werdet euch mit den Mobilfunkmasten um euch herum verbinden.
Speaker: Es sei denn, ihr aktiviert den Flugmodus.
Speaker: Der Flugmodus, der sorgt dafür bei den allermeisten Geräten heutzutage, dass die Mobilfunkantenne komplett deaktiviert wird.
Speaker: Dass dort kein Signal mehr raus oder reinkommt.
Speaker: Und dann würde auch dieser Emergency-Alarm nicht mehr stattfinden.
Speaker: Und jemand in der Signalgruppe hatte gemeint, ich habe gar keine SIM-Karte.
Speaker: Ich habe eigentlich gedacht, hier passiert nichts.
Speaker: Und dann kommt auf einmal dieser Alarm.
Speaker: Wie haben die mich gefunden?
Speaker: Ja, es lag daran, dass die Antenne trotzdem noch aktiv ist, dauerhaft.
Speaker: Und auch dann kann man ja geortet werden und über die Geräte-ID dann wieder zugewiesen werden.
Speaker: Auch da, der Flugmodus ist unglaublich wertvoll.
Speaker: Er blockiert aber nur das Mobilfunkgerät.
Speaker: Also für eure Privatsphäre werdet ihr auch noch auf eure GPS-Antenne achten müssen, auf eure Wi-Fi-Antenne, auf eure Bluetooth-Antenne, auf den NFC-Chip da drin und die Antenne.
Speaker: Ihr seht schon euer Smartphone, das hat unglaublich viele Möglichkeiten, nach außen zu kommunizieren.
Speaker: Da hatte einer aus unserer Community auch einen tollen Test gemacht mit Videos, mit einem Strahlenmessgerät und geschaut, wann die Geräte denn überhaupt was emittieren, Strahlung emittieren, also irgendwelche Daten hin und her senden.
Speaker: Bei den allermeisten Geräten, ob es jetzt iPhone ist oder ein Android-Gerät, im Standard-Zustand ist es so, Flugmodus rein, man merkt den Unterschied gar nicht, weil noch irgendwelche anderen Antennen an sind.
Speaker: Oder wir schalten das Gerät aus, es ist trotzdem noch was passiert.
Speaker: Das liegt daran, dass für die meisten Geräte im ausgeschalteten Zustand sogar noch Bluetooth aktiv ist, im Low-Power-Modus.
Speaker: Also Apple und auch Google haben dort Funktionen eingebaut, dass das trotzdem noch sendet.
Speaker: Und wenn man das dann in den Faraday-Bag steckt, dann erst wird das Ganze abgeschottet.
Speaker: Das Schöne bei Gofino S ist, Aus heißt hier Aus.
Speaker: Das heißt, Flugmodus, die Funkantenne ist aus.
Speaker: WLAN aus, Funkantenne ist aus.
Speaker: NFC aus, Funkantenne ist aus.
Speaker: Und Handy ausgeschaltet, das Gerät macht gar nichts mehr.
Speaker: Nichtsdestotrotz, wenn ihr nicht die Notwendigkeit habt, immer das Mobilfunkgerät zu verwenden, dann ist so eine Faraday-Tasche immer sinnvoll.
Speaker: Alleine schon, weil versehentlich auch mal was passieren kann.
Speaker: Selbst wenn mir nichts passiert, kann ja sein, dass ein Kleinkind das Handy in die Hand nimmt und versehentlich 112 wählt.
Speaker: Und wenn das passiert, dann wird, obwohl man das Gerät nicht entsperrt hat, der Flugmodus deaktiviert und die Verbindung aufgebaut, damit man einen Notruf absetzen kann.
Speaker: Also es gibt einfach viele Möglichkeiten, wie wir in dieses Mobilfunknetz reingeraten können und deshalb nochmal die Empfehlung für Level 1, einfach ganz bewusst mit diesem Flugmodus umgehen und gegebenenfalls eine Faraday-Tasche zu verwenden.
Speaker: Oder was meinst du, Timo?
Speaker: Zu den Faraday Taschen noch kurz eine Empfehlung.
Speaker: Ich empfehle da die entweder SLMT Taschen oder Mission Darkness Taschen.
Speaker: Das sind die besten.
Speaker: Es gibt auch sehr, sehr viele auf Amazon.
Speaker: Die sind dann deutlich günstiger.
Speaker: Aber aus meiner Erfahrung ist es so, dass die auch öfter dann Verbindungen durchlassen.
Speaker: Es gibt so Taschen, die sind meistens schwarz und die faltet man nur einmal zusammen.
Speaker: Sieht aus wie ein Portemonnaie, ein ganz einfaches.
Speaker: Die sind die schlechtesten.
Speaker: Aus meiner Erfahrung kommt da bei 70% der Taschen trotzdem noch etwas durch.
Speaker: Wenn ihr eine kauft, achtet darauf, dass man die wirklich zusammenrollt, also öfter zusammenfaltet, damit wirklich keine Verbindung durchgeht.
Speaker: Und ich würde euch immer empfehlen, diese Tasche dann auch zu testen, wenn ihr die mal habt.
Speaker: Und das kann man entweder dadurch machen, indem man das Handy reinsteckt und versucht, dann das Handy anzurufen.
Speaker: Und die beste Möglichkeit, diese Tasche zu testen, ist es, einfach das Handy mit einer Bluetooth-Box zu verbinden, dann Musik auf dem Handy abzuspielen, also auf der Bluetooth-Box, und während die Musik läuft, das Handy in die Tasche zu packen.
Speaker: Weil Bluetooth ist die Verbindung, die am einfachsten sich den Weg suchen kann.
Speaker: Wenn die Tasche nicht komplett dicht ist, dann ist Bluetooth die allererste Verbindung, die rausgeht.
Speaker: Und wenn man das Handy reinsteckt und dann die Musik aufhört bei der Bluetooth-Box, ist es so, dass man wirklich sicher sein kann, dass die Faraday-Tasche auch was hält.
Speaker: Wenn ihr das einmal austestet, dauert einen kurzen Zeitraum, bis wirklich die Musik auch ausgeht, weil die Musik wird schon im Vorhinein ein wenig an die Box übermittelt.
Speaker: Da kann es 10 bis 20 Sekunden dauern, bis die Musik dann wirklich aus ist, nachdem die Verbindung getrennt worden ist.
Speaker: Das war noch mal eine Ergänzung zu den Faraday Taschen und dann würde ich jetzt einmal zu dem nächsten Level weitergehen, dem Level 2.
Speaker: Wenn das Level 1 einem nicht ausreicht, was kann man denn da machen?
Speaker: Und ich bin der, der eher beim Level 1 ist, das heißt ich habe eine ganz normale SIM-Carte, ich benutze öfter eine Faraday Tasche und so gut wie immer den Flugmodus.
Speaker: Nino geht dann noch einen Schritt weiter mit zwei verschiedenen Handys.
Speaker: Bevor wir da reingehen, die SIM-Karte ist der Endgegner für alle Privatsphäre-Enthusiasten.
Speaker: Ihr werdet hier wenig Spaß haben, je höher ihr in diese Privatsphäre reingeht.
Speaker: Und es lohnt sich auch oft nicht, weil der Aufwand so hoch ist und der Zusatzgewinn so gering irgendwann wird.
Speaker: dass ihr erstmal all die anderen Schritte, die wir im Prinzip hier besprochen haben in dem Podcast bisher, ob es jetzt der Webbrowser ist, ob es eure Sicherheit von den Passwörtern ist, ob es euer Betriebssystem ist alleine schon, diese Schritte zuerst umsetzt.
Speaker: Nichtsdestotrotz, wir alle verwenden eine SIM-Karte und da ist Level 1 für die allermeisten wahrscheinlich das Beste, was passieren kann.
Speaker: Bewusster Flugmodus und die gute Faraday-Tasche hin und wieder verwenden, wenn man das möchte.
Speaker: Level 2, würde ich behaupten, ist dann schon aufwendiger und teurer, weil jetzt eine Gerätetrennung mit ins Spiel kommt.
Speaker: Normalerweise, die meisten Menschen machen das so, haben wir unsere SIM-Karte in dem Gerät, was wir auch in unserer Hosentasche immer mit uns herumtragen.
Speaker: Wenn wir aber sagen, ich möchte bestimmte Funktionen nutzen oder Apps benutzen, die nicht über Hardware-Identifikatoren und dieses Mobilfunknetz trackbar sind,
Speaker: dann muss ich auf ein Zweitgerät zurückgreifen.
Speaker: Ja, der Trend geht zum Zweithandy.
Speaker: Wichtig ist, dass wir uns überlegen, wofür brauchen wir das?
Speaker: Ich habe es so, dass ich eh alle meine Sachen, die ich mache im Leben, in zwei Bereiche trenne, nämlich beruflich und privat.
Speaker: Und dann ist es auch sehr sinnvoll für mich, zwei Geräte zu verwenden, weil das eine ist mehr Public, ist mehr öffentlich und hat dann auch eine SIM-Karte drin.
Speaker: Da kann man mir dann SMS schicken, da kann man mich erreichen, telefonisch, wenn man das möchte, weil immer noch im Business viel telefoniert wird,
Speaker: leider und dafür brauche ich das dann und dann ist das auch in Ordnung.
Speaker: Dann kann das Gerät aber auch ausgeschaltet werden oder zu Hause bleiben, wenn ich privat unterwegs bin.
Speaker: Das andere Gerät hat dafür keine SIM-Karte und wenn ich dann unterwegs doch mobiles Internet brauche, kann ich überlegen, mein nicht so privates Gerät mitzunehmen und dort einen Hotspot zu machen.
Speaker: Das hat dann auch den Vorteil, dass aus dem privaten Gerät die Gerätekennung, die E-Mail und auch keine eSIM irgendwo übertragen wird und sobald ich diese Verbindung stoppe,
Speaker: habe ich auch kein Problem mehr, dann ist das private Gerät weiterhin abgeschottet.
Speaker: Wer jetzt nicht unbedingt ein zweites Handy haben will, weil die sind als mobiler Router auch gar nicht geeignet.
Speaker: Die sind hin und wieder für einen Hotspot mal gut, aber die werden dabei sehr heiß.
Speaker: Und die ganze Technik in dem Smartphone, die ist auch gar nicht darauf ausgelegt, ein mobiler Router zu sein.
Speaker: Dafür gibt es bessere Ideen.
Speaker: Also falls ihr sagt, ich möchte dauerhaft mein Gerät ohne SIM verwenden, aber brauche unterwegs viel Daten, mobiles Datenvolumen, dann holt euch einen externen Router.
Speaker: Der ist dann auch
Speaker: Vielleicht günstiger als das zweite Smartphone.
Speaker: Und er erlaubt viele weitere Funktionen und hat auch einen großen Akku eingebaut und ein extra darauf spezialisiertes Modul, was im Dauerbetrieb lange halten soll und nicht zu heiß wird dabei.
Speaker: Da ist meine ganz klare Empfehlung der GLI.net Moody 7.
Speaker: Das schicke ich alles in die Shownotes.
Speaker: Da müsst ihr jetzt nicht mitschreiben oder überlegen, was hat er gesagt.
Speaker: Das Ding kostet im Moment 430 Euro, ist also nicht günstig, hat aber alle Funktionen, die es braucht.
Speaker: Ein Display ist quasi wie so eine Powerbank, sieht das aus.
Speaker: Da stecken wir unsere SIM-Karte rein oder auch eine eSIM.
Speaker: Die Funktionen gibt es jetzt mittlerweile auch.
Speaker: Übrigens, kleiner Hinweis, eSIM und SIM-Karte, das ist eigentlich egal, was ihr davon verwendet.
Speaker: Für die Privatsphäre wird da ähnlich viel übertragen.
Speaker: Das macht keinen Unterschied dahingehend.
Speaker: Ich persönlich bevorzuge die physische SIM-Karte.
Speaker: einfach weil ich sie dann auch schnell wechseln kann, wenn ich ein neues Gerät habe.
Speaker: Dieser Moody 7, das ist ein Gerät, was euch erlaubt, einen Router zu haben, den ihr an- und ausschalten könnt, wie ihr wollt, immer mitnehmen könnt, wie eine Powerbank.
Speaker: Und ihr könnt dort ein paar Sachen drauf machen, die besonders toll sind.
Speaker: Ihr könnt zum Beispiel dort sehr einfach den MulWatt VPN installieren und dann sagen alle Verbindungen, die ich in diesem Netzwerk habe, gehen über diesen MulWatt Server.
Speaker: Dadurch müsst ihr dann nicht mehr den 0W VPN auf jedem Endgerät installieren, sondern könnt das als eine Lizenz über eure Internetverbindung dauerhaft machen.
Speaker: Das ist ein toller Vorteil.
Speaker: Ein zweiter Vorteil ist, dass ich mein mobiles Internet habe, ohne dass die Batterie vom Smartphone damit stark beeinträchtigt wird, weil das Mobilfunknetz generell mehr an der Batterie zieht als die WiFi-Verbindung oder wenn ich WiFi eh selten brauche, dann kann ich das auch ausschalten.
Speaker: Wichtig ist, wenn ihr diesen Weg geht, ist es sehr viel unpraktischer.
Speaker: Ich habe das am Anfang gar nicht geglaubt, aber es ist wirklich nicht so einfach, wie man sich das vorstellt.
Speaker: Ihr habt jetzt ständig ein Zweitgerät, ihr müsst das irgendwo unterbringen, vielleicht ja in der Hosentasche, falls ihr nicht mit dem Rucksack mitbringt.
Speaker: Das ist recht klobig, das Gerät.
Speaker: Da muss man das versorgen mit Updates.
Speaker: Es muss an- und ausgeschaltet werden zu der richtigen Zeit, je nachdem, wie man das handhaben möchte.
Speaker: Man muss darauf achten, dass das Gerät auch geladen ist von der Batterie.
Speaker: Also ihr habt einen ganz anderen Aufwand damit für den Mehrwert, dass ihr jetzt eure SIM-Karte nie in euer Smartphone stecken müsst.
Speaker: Ihr könnt sogar auf diesem externen Router SMS empfangen.
Speaker: Das ist, glaube ich, auch ein Grund, warum viele Menschen noch eine SIM-Karte benutzen, weil sie manchmal irgendwo eine Telefonnummer angeben müssen und dann eine SMS bekommen.
Speaker: Und das ist nicht so einfach zu lösen ohne eine SIM-Karte.
Speaker: Und dann kann man das mit diesem Router auch machen, ohne dass die SIM-Karte im Smartphone stecken muss.
Speaker: Also diesen Vorteil hättet ihr.
Speaker: Aber überlegt euch das gut.
Speaker: Für mich ist es mit dem 2 Smartphone sowieso geeignet, weil ich die eh beide brauche.
Speaker: Unabhängig von der SIM-Karte würde ich immer mit 2 Smartphones meinen Alltag bestreiten.
Speaker: Und deshalb ist es für mich kein großer Mehraufwand.
Speaker: Timo, hast du da Ergänzungen zu?
Speaker: Oder wollen wir uns schon Level 3 angucken?
Speaker: Ja, vielleicht noch für euch zur Info.
Speaker: Ich bin ja eher in Privatsphäre-Kreisen unterwegs und ich kenne wirklich sehr, sehr wenige Personen, die das Level 2 machen.
Speaker: Also die meisten haben eine normale SIM-Karte, die auch auf ihren Namen registriert ist und nur wirklich ein sehr, sehr kleiner Teil der Leute, ich glaube, ich kenne drei oder vier maximal und ich bin in diesen Kreisen unterwegs, machen sich den Aufwand mit dem Level 2 mit einem externen Gerät wie mit einem externen Router oder noch mit einem Handy.
Speaker: Also Nino ist da schon sehr, sehr weit unterwegs.
Speaker: Vielleicht, was ich auch noch zu Level 2 hinzufügen würde, sind weitere Lösungen, wie zum Beispiel Voice-over-IP, also VOIP-Nummern.
Speaker: Wie der Name sagt, das läuft dann nicht über das Mobilfunknetz, sondern über das normale Internet.
Speaker: Und hier gibt es die Empfehlung von mir, voiceoverip.ms, also VOIP.ms, packen wir auch gerne in die Shownotes, da kann man sich amerikanische Nummern,
Speaker: anonym zulegen, denn in Amerika gibt es noch keine Gesetze, dass man sich verifizieren muss.
Speaker: Und dann hat man eben diese digitale Nummer, über die man dann auch SMS empfangen kann.
Speaker: Das heißt, wenn ihr irgendwo bei einer Webseite dann eure Nummer angeben müsst, könnt ihr einfach diese angeben und dann wird euch da ein Code zugeschickt.
Speaker: Die haben auch eine super Funktion, dass es dann per E-Mail dann in euer Postfach kommt.
Speaker: Das heißt, ihr müsst dann nicht mal auf die Webseite gehen und könnt diesen Code eingeben.
Speaker: Das würde ich aber nur bei Webseiten machen, die euch nicht so wichtig sind, also bei Banken und so weiter würde ich das nicht machen, sondern bei irgendeiner anderen Webseiten, wenn es nicht zu schlimm ist, wenn ihr die Nummer verliert.
Speaker: Es gibt auch Lösungen, die das nicht dauerhaft machen, wie eben voiceoverp.ms, sondern SMS for Sets.
Speaker: Da zahlt man einen kleinen Betrag, ich glaube, das sind 1 oder 1,5 Euro und dann kann man einmal eine SMS empfangen.
Speaker: Und es hilft euch dazu immer weniger und weniger eure Nummer, also vor allem SMS und Telefon zu benutzen.
Speaker: Die dritte Option ist dann vor allem als Alternative für den Mobilfunk.
Speaker: Anstelle eine SIM-Karte zu nehmen, die ihr hier in Deutschland gekauft habt mit KYC, könnt ihr einen eSIM-Anbieter nehmen ohne KYC.
Speaker: Die KYC-Regularie, die gilt nur für SMS und Telefon, aber nicht für das Mobilfunknetz.
Speaker: Das heißt, wenn ihr SMS und Telefon entweder auf eine Voice-Over-IP-Nummer gelegt habt
Speaker: oder über dritte Setups wie SMS-Vorsets, könnt ihr sowas wie Silent.Link benutzen, um auf das Mobilfunknetz zuzugreifen.
Speaker: Die kann man auch ziemlich anonym bezahlen mit Bitcoin oder mit Lightning oder mit Moneo.
Speaker: Da gibt es keinen Datenpunkt zu euch.
Speaker: Und so seid ihr halt deutlich privater unterwegs, auch weil das über das Roaming funktioniert.
Speaker: Dazu gleich aber nochmal mehr.
Speaker: Wichtig ist noch als letzter Punkt, auch wenn die SIM-Karte einerseits anonym bezahlt worden ist, wenn sie mit eurem Handy verbunden ist und wenn die damit rumlauft, haben wir genau diese Problematik von vorhin, dass ihr auch identifizierbar seid als der Halter dieser SIM-Karte.
Speaker: Aber es gibt trotzdem den Vorteil des Roamings und dazu hat sich Nino ein wenig mehr eingelesen.
Speaker: Ich will noch kurz sagen, diese ganzen Tools und Anbieter, die du nennst, wir haben das jetzt der Einfachheit halber in diese drei Level eingeteilt.
Speaker: Nichtsdestotrotz, ihr könnt euch ja immer die Rosinen rauspicken.
Speaker: Ihr könnt zum Beispiel sagen, ich nehme eine SIM-Karte und den Flugmodus, also Level 1, aber für einzelne Anbieter mache ich auch mal so eine Voice-Over-IP und schaue, wie gut ich damit klarkomme oder ob das funktioniert oder diese SMS-Anbieter.
Speaker: Nachteil bei diesen Dingen ist, dass viele da draußen, gerade die, die am Privatsphäre unfreundlichsten sind, also ich sage nur mal WhatsApp, da ist es super schwierig, eine solche Nummer zu benutzen.
Speaker: Ich hatte das versucht, ich habe nach dreimal aufgegeben, weil dreimal wurde mein WhatsApp-Account direkt gesperrt, so nach 24 oder 48 Stunden, wenn ich so eine Leih-SMS genommen habe.
Speaker: Dafür gibt es aber andere Anwendungen.
Speaker: Signal zum Beispiel beschweren sich darüber nicht, wenn ihr eine Voice-over-IP-SMS bekommt und dann dort nicht eurer Name direkt mit verbunden ist.
Speaker: Für die Leute, die direkt auf Level 2 oder sogar Level 3 umsteigen, wird das sogar eine Notwendigkeit sein wahrscheinlich dort, wenn sie nicht identifizierbar sein wollen.
Speaker: Und dann wird es aber schwierig, weil ihr merkt, an wie vielen Stellen ihr da vor eine Wand lauft und dann doch andere Wege finden müsst.
Speaker: Eine Sache, die wir sicher mal in der Zukunft, nicht jetzt in der nahen Zukunft, aber später mal besprechen sollten, ist so ein erweitertes Bedrohungsmodell.
Speaker: Weil da gibt es ganz, ganz viele Faktoren.
Speaker: Wir haben in Folge 2 ein Bedrohungsmodell besprochen.
Speaker: Das ist sehr vereinfacht.
Speaker: Da steckt noch viel mehr natürlich hinter.
Speaker: Zum Beispiel das Thema Linkability, also Verwaltungsmodell.
Speaker: wenn wir uns gegenüber bestimmten Parteien schützen wollen, müssen wir auch darauf achten, dass ein Anwendungsgebiet nicht mit einem anderen verknüpfbar ist, was dann wieder Rückschlüsse auf uns zurückführen lässt.
Speaker: Und das haben wir bei Mobilfunk eben auch.
Speaker: Wir haben das gerade gesehen.
Speaker: Das bringt nichts, eine anonyme SIM-Karte zu haben und dann in das Auto zu steigen, das Moderne, was auch eine SIM-Karte hat, aber wo man euch kennt.
Speaker: Achtet darauf, wenn ihr Level 2 oder 3 machen wollt, ob ihr an anderer Stelle euch das dann wieder kaputt machen würdet, wenn ihr eine weitere Verlinkbarkeit habt.
Speaker: Jetzt kommen wir aber zu Level 3, beziehungsweise erstmal einleiten, das ist so ein Zwischending, die NoKYC-SIM-Karte, die wir zum Beispiel bei Silent.Link bekommen oder auch bei NadaNada, kann man sich die auch bestellen, die haben den Vorteil, dass wir dort nicht unseren Perso hochladen müssen.
Speaker: Das ist ein großer Vorteil.
Speaker: Nichtsdestotrotz kann man uns identifizieren, wenn wir damit zu Hause sind, am Wochenende zu Hause sind und man uns ortet, weil wir den Flugmodus vergessen haben einzuschalten oder wir sind im Büro, dann kann man an der Standorte uns sehr schnell zuordnen, wer wir eigentlich sind.
Speaker: Also wirklich anonym macht uns das nicht oder diesen Vorteil, den hat man nur mit ganz, ganz viel Aufwand.
Speaker: Was es aber für einen Vorteil hat, ist, dass wir zumindest diese Daten jetzt nicht mehr in Deutschland direkt haben, sondern der Mobilfunkanbieter ist im Ausland.
Speaker: Wir sind dauerhaft im sogenannten Roaming-Modus.
Speaker: Wir nutzen das deutsche Netz, aber über einen ausländischen Anbieter.
Speaker: Und wenn diese Daten abgefragt werden sollen, müsste man zu diesem ausländischen Anbieter gehen und die Daten einholen.
Speaker: Das ist einfach eine Schranke, die dort ein bisschen schwieriger ist zu überwinden für deutsche Behörden, wenn man das denn...
Speaker: Und der nächste Vorteil ist, dass man das von zu Hause aus machen kann und diesen Aufwand nicht hat.
Speaker: Ich bezahle bei SilentLink in Monero oder in Lightning Bitcoin und habe dann sofort meine SIM-Karte zum Herunterladen und muss nicht noch einen Prozess machen.
Speaker: Ich habe das schneller geschafft und dadurch auch schneller meine Lösung parat.
Speaker: Wenn wir aber auf Level 3 gehen wollen, dann ist NoKYC natürlich Pflicht.
Speaker: Das ist eine zwingende Voraussetzung dafür.
Speaker: Aber es wird bei Weitem nicht ausreichen, weil wir sehr schnell über Zeit zuordnenbar sind.
Speaker: Das Gerät, was wir für die SIM-Karte verwenden, darf nicht irgendwie mit uns in Verbindung stehen, darf nicht auf uns registriert sein.
Speaker: Dann müssen wir den Faraday Bag oder den Flugmodus verwenden, dann, wenn wir in der Nähe von einem Ort sind, wo wir uns öfter aufhalten.
Speaker: Also wir dürfen das nicht zu Hause benutzen.
Speaker: Wir müssten das auch im Umfeld vielleicht von 10 Kilometern ausschalten.
Speaker: Oder mindestens den Flugmodus reinmachen.
Speaker: Das gleiche mit dem Büro, das gleiche auch mit Orten, wo wir regelmäßig sind.
Speaker: Vielleicht Restaurants oder Warnhöfe oder Flughäfen.
Speaker: Da müssen wir einfach sehr, sehr genau aufpassen, dass man uns nicht eindeutig einem Bewegungsprofil und einer Vorhersage zuordnen kann.
Speaker: Und jetzt kommt noch hinzu, selbst dann, wenn ich das mehrere Tage oder Wochen praktiziere, ich habe ja trotzdem immer meine beiden Gerätekennnummern von der SIM-Karte und von der Mobilfunkantenne abgeschrieben.
Speaker: Die sind immer verknüpft und immer wenn sie verbunden sind, sind sie ortenbar.
Speaker: Und dann habe ich trotzdem ein Bewegungsprofil, immer dann, wenn ich das nutze und muss das mit der Zeit ändern, dass man es nicht mehr auf diese Identität zurückführen kann, die man vielleicht noch nicht kennt, aber sie ist halt immer die gleiche.
Speaker: Und jetzt wird es richtig krass und da steige ich aus, 999 von 1000 Menschen steigen da aus.
Speaker: Man müsste jetzt hingehen und eine Hardware wechseln und eine SIM-Karte wechseln und zwar dauerhaft und zur gleichen Zeit.
Speaker: Es bringt ja nichts, wenn ich alle paar Tage meine SIM-Karte wechsle und das dann in das gleiche Gerät stecke und dann wird einfach nur gesagt, ja Mensch, das ist die gleiche Person, weil die hat jetzt mit der gleichen Gerätekennung diese neue SIM-Karte verwendet.
Speaker: Genauso umgekehrt, das Gerät zu wechseln mit der gleichen SIM-Karte ist ebenso witzlos.
Speaker: Das heißt, ich muss das zeitgleich machen.
Speaker: Vielleicht alle drei, vier Tage müsste ich hingehen, mir ein neues Gerät holen und eine neue SIM-Karte, die dann zeitgleich miteinander registrieren und die alte sofort auflösen und nicht mehr benutzen.
Speaker: Und dann kann ich für diese paar Tage wenige Daten ansammeln, die noch nicht ausreichen, um mich zu identifizieren.
Speaker: Viel Spaß damit.
Speaker: Ich würde es nicht machen.
Speaker: Es ist total aufwendig für den kleinen Zugewinn, dass ich jetzt Mobilfunk nutzen kann, gerade mobile Daten, ohne dass man mich eindeutig identifizieren kann.
Speaker: Ich glaube, das ist für die meisten Menschen da draußen gar nicht so wichtig, weil sie auf anderen Wegen schneller identifizierbar sind und dass dieser Weg nur dann nötig ist, wenn es absolut unausweichlich ist, dass ich auf keinen Fall identifiziert werden darf.
Speaker: Dann lebe ich den AdWords-Knowden-Lifestyle, dann brauche ich das auch.
Speaker: Und vielleicht gibt es ja jemanden da draußen, der jetzt sagt, oh ja, das ist genau die Lösung, die ich brauche für meine Anwendung und deshalb nutze ich die jetzt.
Speaker: Da wäre dann wahrscheinlich wieder sinnvoll, diesen Moody 7 externen Router zu benutzen, weil das ist zwar in Deutschland nicht legal, also macht das im Ausland, macht das irgendwo, wo es erlaubt ist, man kann dort aber seine Gerätenummer verändern mit dem richtigen Add-on.
Speaker: Spart man sich den neuen Gerätekauf.
Speaker: Aber wie gesagt, das ist nicht legal in den meisten Ländern auf der Welt und man kann damit auch schnell Mist bauen, weil die Gerätenummern, die haben ein gewisses Muster und wenn man sich damit nicht auseinandersetzt, dann kann man da auch schnell was eingeben, was dann überhaupt nicht nachvollziehbar ist, was nicht realistisch ist und dann fällt man natürlich auch wieder sofort auf.
Speaker: Macht es euch da nicht zu schwer.
Speaker: Level 1, maximal Level 2 ist das, was wir empfehlen.
Speaker: Es sei denn, Edward Snowden, sei gegrüßt.
Speaker: Du weißt, was zu tun ist und wahrscheinlich magst du eh keine SIM-Karten.
Speaker: Timo, hast du Ergänzungen an dem Punkt?
Speaker: Ja, bei Level 3 gibt es noch eine Sache, die man machen könnte, von der ich schon mal gehört habe.
Speaker: Indem man eine Nokia-Racy SIM-Karte kauft.
Speaker: und ein neues Gerät kauft, zum Beispiel ein ganz altes Tastenhandy, die sind auch ziemlich günstig für 20, 30 Euro, dann, wenn man das nur einmal verwendet, kann man nicht so viel falsch machen.
Speaker: Das heißt, was man machen kann, man kann sich die anonyme SIM-Karte kaufen, zum Beispiel im Ausland geht es.
Speaker: In Tschechien ist es vollkommen legal und es gibt noch ein paar andere Länder, die fallen mir gerade nicht ein, aber die stehen auch im Buch und wir können die auch gerne in den Shownotes verlinken.
Speaker: Also dort könnte man eben so eine anonyme SIM-Karte kaufen.
Speaker: dann ein Gerät kaufen per Bargeld, so ein Tastenhandy und kann das dann benutzen, um sich verschiedene Accounts einzurichten.
Speaker: Wie zum Beispiel WhatsApp, Telegram, Signal, die brauchen alle eine Nummer zur Einrichtung.
Speaker: Und wenn man das halt nur einmal verwendet, diese SIM-Karte, danach die SIM-Karte und das...
Speaker: Tasten Handy wegwirft, hat man eine ziemliche Privatsiere und wenn ihr das an einem anderen Ort macht als zu Hause, kann man das euch auch sehr schwer zuordnen.
Speaker: Aber dafür habt ihr dann die ganzen Accounts, die ihr benutzen könnt.
Speaker: Und das würde ich auch zu Level 3 hinzupacken, aber da habe ich schon öfter gehört, dass das Leute machen.
Speaker: Also das ist mit weniger Aufwand verbunden, weil das wirklich nur eine einmalige Sache ist.
Speaker: Aber ihr müsst aufpassen, wenn ihr eben so eine No-KL-AC-SIM-Karte kauft, ist es so, dass nach sechs Monaten die dann deaktiviert ist, wenn ihr damit nichts macht.
Speaker: Das müsst ihr euch im Klaren sein.
Speaker: Benutzt es nicht mit WhatsApp-Accounts, Telegram-Accounts oder Single-Accounts, die euch sehr wichtig sind, weil da könnt ihr den Zugriff darauf verlieren, wenn ihr die nicht öfter benutzt.
Speaker: Und wenn ihr sie öfter benutzt, ist einfach die Wahrscheinlichkeit deutlich höher, dass man das dann auch irgendwann euch zuordnen kann.
Speaker: Sehr guter Punkt gerade noch, denn die Anwendbarkeit, wenn man wirklich nur mal für drei Monate einen WhatsApp-Account braucht und sagt, ey, die vielleicht 50, 100 Euro kann ich dafür hergeben, das ist mir wichtig genug, um mir so einen Burner-Phone zu holen und eine SIM-Karte aus dem Ausland, dann funktioniert das einwandfrei.
Speaker: Wenn diese Nummern dann aber nicht mehr registriert sind auf eure SIM-Karte, werden sie auch schnell wiederverwendet für die nächsten Nutzer.
Speaker: Der Nächste, der diese Nummer verwendet und vielleicht damit auch einen Signal-Account machen möchte,
Speaker: der würde dann euer Signal sperren.
Speaker: Er kann nicht die Nachrichten von euch sehen, die alten.
Speaker: Er kann aber, wenn ihr das nicht richtig eingerichtet habt, dafür sorgen, dass er alle zukünftigen Nachrichten bekommt, also die eigentlich an euch gehen sollen.
Speaker: Da ist das nicht zu empfehlen, da würde ich dann eher hingehen.
Speaker: Und wenn mir das das wert ist, hole ich mir für 100 Euro im Jahr eine Silent Link Nummer, eine amerikanische, registriere die auf einem Gerät, das ich dann nicht mehr verwende oder registriere,
Speaker: das auch ein Burnerphone ist oder ein Zweitgerät ist, wo ich den Flugmodus immer anhabe oder etwas in der Form, dann kann ich diese Nummer auch ewig verwenden, ohne dass sie initial auf mich zugeordnet wird.
Speaker: Also ihr merkt, das ganze Thema ist nicht so angenehm.
Speaker: Ich wünschte, wir hätten hier bessere Nachrichten, dass die SIM-Karte super einfach anonym zu nutzen wäre, dass ihr überall Internet haben könnt, ohne eure Daten zu doxen.
Speaker: Das wird aber nicht funktionieren.
Speaker: Und hier geht es wie so oft, eine Abwägung zu machen.
Speaker: Also wenn ihr auf eine SIM-Karte nicht verzichten könnt, dann bleibt bei Level 1.
Speaker: Wenn ihr darauf verzichten könnt, umso besser.
Speaker: Aber das wird schwierig, weil es so viele Punkte gibt im Leben, wo wir dann mal kurz eine brauchen.
Speaker: Und da müsst ihr dann in dem Moment mit den Infos, die ihr jetzt habt,
Speaker: eine gute Antwort für euch finden.
Speaker: Wenn es um eure Privatsphäre geht, gibt es ganz andere Baustellen, die euch viel weiterbringen und viel schneller voranbringen.
Speaker: Deshalb nutzt dieses Wissen jetzt da, wo es für euch angebracht ist.
Speaker: Aber versucht nicht, wie sofort den AdWords-Node-Lifestyle zu leben.
Speaker: Ich glaube, das bringt erst was, wenn man auch wirklich in einer AdWords-Node-Situation ist.
Speaker: Ja, Timo, ich lasse dir mal die Abmoderation oder den Abschluss, falls du noch Ergänzungen hast.
Speaker: Ich freue mich auf die nächste Folge und bin gespannt, was dann die Leute von uns haben möchten, weil die Umfrage läuft noch live.
Speaker: Wenn ihr jetzt noch in die Signalgruppe kommt, könnt ihr da mitmachen und bestimmen, was wir als nächstes aufnehmen.
Speaker: Also leider für alle, die sich dieses Thema gewischt haben, wir haben keine zu großen geheimen Tipps, wie man da auf einmal magisch die ganze Privatsphäre zurückbekommt.
Speaker: Aber ich hoffe, wir konnten trotzdem einigermaßen euch neue Informationen angeben und auch vielleicht ein Bewusstsein schaffen, wo überhaupt überall Daten dann eben durch die SIM-Karte geleakt werden können.
Speaker: Nino hat es schon angesprochen, wenn ihr Lust auf Austausch, auf die Community und auf Fragen habt zu den Themen Privatsphäre, Bitcoin, auch Anonymität und Sicherheit, könnt ihr gerne in unsere Signalgruppen kommen.
Speaker: Die verlinken wir einmal in den Shownotes.
Speaker: Falls ihr die Zusammenfassungen von jedem Podcast haben wollt, einmal pro Woche, könnt ihr euch gerne bei unserem Newsletter anmelden.
Speaker: Ist natürlich auch in den Shownotes dann.
Speaker: Und dann zu guter Letzt eine kleine Bitte.
Speaker: Falls euch der Podcast gefällt, würde es uns sehr freuen, falls ihr eine Bewertung da leisten könnt und den auch mit weiteren Personen teilen könnt.
Speaker: Dann freue ich mich auch auf die nächste Folge.
Speaker: Bis dann.
Speaker: Ciao.






