Zencastr
00:00:00
00:00:01
Speed1x
Format
Share
Embed
Report

Heilige Kühe und Affenfürsorge

Freigestellt - der Podcast für Kitaleitungen
Jede Kita-Leitung kennt Stress - hat Stress. Oft genug so viel Stress, dass die Erholungsphasen nicht mehr als Kompensation reichen. Was tun? In dieser Folge tauchen wir mit Tom Küchler in die Psychodynamik von Stress, Angst und Ohnmacht ein. Er ist Organisationsberater und arbeitet systemtheoretisch. Er erläutert, was eigene Erwartungen mit Stress zu tun hat, wann es Zeit ist, heilige Kühe zu schlachten und was sich ändert, wenn man nicht mehr alleine da steht. Außerdem sprechen wir darüber, warum wir wieder Räume brauchen, in denen Probleme ausgesprochen werden dürfen, auch ohne sofort eine Lösung parat zu haben. Wir sind Sascha Müller-Jänsch, Journalist und Inhaber der Kita-Software clivver-kita, und Paul Hofmann-Driesch, Erzieher, Betriebswirt, Inklusionspädagoge und deutschlandweit als Coach, Berater und Fortbildner für Kitas, Leitungen und Träger unterwegs. Lass uns auch sehr gerne eine Bewertung da. Und für direktes Feedback und Deinen Beitrag zu den Blitzgedanken schreib gerne an: post@freigestellt-podcast.de

Transcript

Speaker: Freigestellt, der Podcast für Kita-Leitungen.

Speaker: Kompakt, alltagsnah und mit Themen, die manchmal mehr auslösen, als man so denkt.

Speaker: Hallo, ich bin Sascha Müller-Jentsch, Journalist und Inhaber der Kita-Software Clever Kita.

Speaker: Auch von mir hallo an euch alle da draußen an den Empfangsgeräten.

Speaker: Mein Name ist Paul Hofmann-Driech.

Speaker: Ich arbeite als Erzieher und Betriebswirt und bin Coach und Vorbildner für Kitas.

Speaker: Und in der heutigen Folge haben wir uns wirklich einen spannenden Gast eingeladen.

Speaker: Ich habe viel gelernt im Interview.

Speaker: Das Thema haben wir sehr provokant genannt.

Speaker: Heilige Kühe und Affenfürsorge.

Speaker: Ja und verzeiht mir diese wirklich alberne Überleitung, aber es ist echt tierisch was los heute bei uns.

Speaker: Aber ich freue mich auch tatsächlich auf unseren Gast.

Speaker: Von euch und Phrasenschwein.

Speaker: Ja, vielen Dank.

Speaker: auf unseren Gast, den ich schon selbst auch in meiner Arbeit kennen und schätzen gelernt habe.

Speaker: Zunächst haben wir aber noch unsere Blitzgedanken, das kennt ihr ja schon und wir wollen mal auf die Blitzgedanken unserer letzten Folge schauen.

Speaker: In dieser Folge ging es um Maßnahmenpläne und weil das Thema noch ein bisschen heikel war, haben wir gedacht, wir nehmen mal ein Blitzgedankenthema, was vielleicht ein bisschen weniger verfänglich ist für die Beteiligung in der Community und deswegen waren unsere Blitzgedanken

Speaker: Zu unserer heutigen Folge, unsere Frage nach euren Erfahrungen zu einem guten Start in einen Teamtag.

Speaker: Und hier sind eure Rückmeldungen.

Speaker: Ja, Marc leitet eine Kita und hat uns geschrieben, wir organisieren für einen Teamtag eigentlich immer ein gemeinsames Frühstück.

Speaker: Jede und jeder bringt etwas mit und meistens reicht es dann auch noch fürs Mittagessen.

Speaker: Ich darf euch hier die Rückmeldung von Miriam mitgeben.

Speaker: Miriam ist eine ehemalige Kita-Leiterin, arbeitet jetzt was anderes, hat aber noch ihre Erfahrungen aus dem damaligen Job.

Speaker: Und Miriam schreibt, mir war es immer wichtig, bei meinem Team eine gemeinsame Vision an den Team-Tagen zu wecken und dadurch alle zu motivieren.

Speaker: Dieses Credo der gemeinsamen Vision sollte sich nicht nur auf die Kollegen beziehen, sondern darüber hinaus auf alle betreffenden Personen.

Speaker: Deshalb habe ich oft zur Vorbereitung von Team-Tagen Interviews bei Eltern und Kindern gemacht und die Ergebnisse als Einstieg meinem Team vorgestellt.

Speaker: Außerdem liebe ich kreative Methoden und ich weiß, dass Essen verbindet.

Speaker: Deshalb haben wir oft Methoden zum Einstieg gewählt, wie Rollenspiele, Zukunftswerkstätten oder auch die Open Space Methode und dabei einfach gefrühstückt.

Speaker: Also das zeigt sich wieder, Essen verbindet.

Speaker: Ja, scheint immer wichtiger und guter Einstieg zu sein.

Speaker: Und ich möchte auch nochmal kurz von meinen eigenen Erfahrungen berichten.

Speaker: Als Kita-Leiter habe ich schon Studientage in einer Jugendherberge organisiert.

Speaker: Also...

Speaker: Quasi raus aus dem Haus.

Speaker: Das war eine echte Fortbildung und hat meinem Team sehr gut getan, mal den Ort zu wechseln zum gemeinsamen Arbeiten.

Speaker: Und als Referent habe ich jetzt auch schon häufiger die Erfahrung gemacht, dass es Teams gut tut, wenn die Leitung kleine positive Einstiege für ihr Team vorbereitet hat.

Speaker: Das muss gar nichts Großes sein.

Speaker: Grundsätzlich finde ich es immer ganz schön, wenn eine Einrichtungsleitung ihr Team zu einer Fortbildung persönlich begrüßt.

Speaker: Also wenn nicht der Referent oder die Referentin das erste Wort hat, sondern der Kopf vom Regime sagt, schön, dass ihr da seid, heute gucken wir mal hier oder dorthin.

Speaker: Daneben habe ich aber auch schon Leitungen erlebt, die für ihr Team eine Andacht vorbereitet hatten oder eine kleine Geschichte vorbereitet hatten oder ein Lied mitgebracht haben.

Speaker: Ich habe auch schon mit Teams gesungen.

Speaker: Also irgendein kleines Motto, was über den Tag gestellt war und das hat allen gut getan und den Tag reingeführt.

Speaker: Genau, die Andacht ist ja im Grunde genommen auch im besten Sinne ein guter Impuls, mit dem man starten kann.

Speaker: Und ich denke einfach, das ist spannend, weil es...

Speaker: dann die Leute abholt und gleichzeitig so ein bisschen eine Richtung vorgibt.

Speaker: Genau, eine Brücke.

Speaker: Beim nächsten Mal wollten wir jetzt gerne als Blitzgedanken von euch hören, ob ihr einen Förderverein habt und wie eure Erfahrungen damit sind.

Speaker: Da bin ich ehrlich gesagt besonders interessiert dran.

Speaker: Ich habe selber einen Förderverein damals gegründet, nicht für eine Kita, sondern für eine inklusive Grundschule.

Speaker: Und habe da acht Jahre lang als Vorstand gearbeitet, fand das super spannend und bin sehr gespannt, welche Rückmeldung wir da von euch bekommen.

Speaker: post-at freigestellt-podcast.de unsere E-Mail-Adresse und schreibt uns natürlich auch gerne, wenn ihr eigene Ideen habt für unsere Blitzgedanken und natürlich freuen wir uns über positive Bewertungen und ein Abo.

Speaker: Ja, so und jetzt rüber zu unserem Interview zum Thema der Heiligen Kühe und der Affenfürsorge.

Speaker: Unser Gast dazu heute ist Tom Küchler.

Speaker: Tom ist Organisationsberater und arbeitet systemtheoretisch.

Speaker: Das heißt, er schaut nicht auf einzelne Personen, sondern auf das Zusammenspiel im System.

Speaker: Und er kennt Kitas nicht nur theoretisch, sondern aus langjähriger Praxis.

Speaker: Tom bringt für seine Arbeit und Systeme keine einfachen Rezepte mit.

Speaker: Das finde ich sehr hilfreich damit.

Speaker: Er bringt keine Manuals mit, wie zum Beispiel fünf Schritte zur besseren Führung.

Speaker: Stattdessen schaut Tom darauf, wo Führung in komplexen Systemen überhaupt ansetzen kann, welche Dynamiken unter der Oberfläche wirken und wie man als Leitung damit umgeht, dass man eben nicht immer alles steuern kann.

Speaker: Gerade in Zeiten, in denen Ressourcen knapper werden und die Stimmung angespannter, finde ich diese Perspektive unglaublich hilfreich.

Speaker: Dann würde ich sagen, auf zum Gespräch.

Speaker: Ich hatte letztens eine Kundin wieder am Telefon.

Speaker: Der habe ich Support gegeben und die war total gestresst.

Speaker: Personal war ausgefallen.

Speaker: Es waren ohnehin schon nicht alle Stellen besetzt.

Speaker: Und sie war eigentlich völlig verzweifelt, weil sie sagte, Herr Müller-Hinsch, wie...

Speaker: ich schaffte es nicht mal mehr irgendwie noch die Buttons zu drücken, um die Kinder zu registrieren.

Speaker: Da war wirklich totaler Stress und die wusste eigentlich gar nicht mehr ein noch aus.

Speaker: Und ich konnte ihr zwar dann natürlich sagen, wie sie die Software bedienen soll, das ist ja einfach genug, aber

Speaker: Eigentlich hätte ich gerne mit ihr gesprochen darüber, Mensch, was kannst du eigentlich tun, wenn du so im Stress bist, dass an Führen eigentlich gar nicht mehr zu denken ist, sondern irgendwie nur noch die Alarmglocken bimmeln und überall sind Brände zu löschen.

Speaker: Wie wenn du mit solchen Kita-Leitungen sprichst.

Speaker: Was ist so dein erster Rat?

Speaker: Also ich glaube, das, was du da erlebt hast, ist auch etwas, was ich sehr viel kenne, sowohl im Kita-Kontext, aber auch in vielen anderen Kontexten.

Speaker: Und Ratschläge zu geben ist natürlich auch ein bisschen verrückt, weil Ratschläge ja auch irgendwie Schläge sind.

Speaker: Von daher halte ich mich immer gern eher an Momo.

Speaker: Vielleicht kennt ihr Momo, das ist diese kleine, in diesem wunderbaren Film,

Speaker: Und ihre Fähigkeit ist ja eher zuzuhören.

Speaker: Und das ist dann etwas, was ich eher versuche, so ein bisschen zuzuhören, zu verstehen und auch Verständnis zu wecken, dass das, was die Frau da gerade auch erlebt, so etwas ist, was da viele Menschen erleben, vor allen Dingen viele Führungskräfte, weil es sind ja...

Speaker: Harte Zeiten, ich vergleiche ganz gerne die aktuellen Zeiten, wie man surft nachts im Nebel auf dem wilden Ozean.

Speaker: So ist das ja ungefähr manchmal und da braucht es natürlich ein paar bestimmte Kompetenzen.

Speaker: Aber da kommen wir vielleicht auch heute noch so ein Stückchen dahin, was da vielleicht irgendwie gut wäre.

Speaker: Also zuhören ist das Erste, um zuhören.

Speaker: zu erfahren, was die ganzen Druckpunkte sind.

Speaker: Um zu erfahren, um zu verstehen, um auf das Signal zu setzen, du bist nicht allein.

Speaker: Menschen in Not, Menschen in Stress brauchen in der Regel auch Nähe, Bindung oder, oder, oder.

Speaker: Das könnten natürlich nützliche Dinge sein.

Speaker: Und vielleicht als jemand, der natürlich schon ziemlich lange im Geschäft bin, schaffe ich es manchmal auch nicht, wirklich gar keinen Tipp zu geben.

Speaker: Und dann spreche ich zumindest auch so ein paar Sachen zu.

Speaker: Ich glaube, das, was die Welt gerade irgendwie braucht, sind die Gegenspieler von Angst und Ohnmacht.

Speaker: Weil Angst und Ohnmacht sind gerade so die beiden großen Gefühle.

Speaker: Wenn man in die Psychodynamik sozusagen der Menschen mal so reinguckt, dann produziert diese Gesellschaft permanent den Rohstoff Angst.

Speaker: Und das entsteht einfach dadurch, dass diese Welt gerade wie sie ist und auch der Kita-Alltag geprägt ist von Ressourcenverknappungen auf der einen Seite und auf der anderen Seite aber auch dieses Gefühl, zumindest permanent Aufträge zu bekommen, seien es von der Gesellschaft, von den Eltern, von den Kindern oder wem auch immer, die so im Modus von Mission Impossible sind.

Speaker: Das heißt, irgendwie kann man es gar nicht so richtig machen.

Speaker: Und das sind natürlich so zwei Phänomene.

Speaker: Diese Ressourcen werden knapper und irgendwie weiß ich nicht, wie ich es tun soll.

Speaker: Und dann entsteht bei Menschen natürlich so etwas wie Angst und Ohnmacht.

Speaker: Und das lädt die dann ganz oft zu sehr ungünstigen Fällen.

Speaker: Verhaltensmodi ein.

Speaker: Deine Kollegin, mit der du da gesprochen hast, die war so ein bisschen im Panikmodus, möglicherweise auch im Aktionismusmodus oder vielleicht fällt sie auch in die Stache und weiß gleich gar nicht mehr, was zu tun ist.

Speaker: Das heißt, es gibt viele sinnlose, hätte ich jetzt fast gesagt, aber menschliche Anliegen,

Speaker: Verhaltensmöglichkeiten, wie Menschen das versuchen zu lösen.

Speaker: Und ich würde sie dann einladen, vielleicht auch nochmal so ein bisschen in eine andere Richtung zu gucken, was man da so machen könnte.

Speaker: Und vielleicht schauen wir da auch heute nochmal so ein bisschen hin, was da nützliche Konzepte sein könnten.

Speaker: Ja, dann lassen Sie das doch direkt mal tun, Tom.

Speaker: Also wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, so aus dem Grundsatz der Psychodynamik heraus, stehe ich als Kita-Leitung vor einer Situation, die löst bei mir das Gefühl der Angst aus.

Speaker: Also mein psychisches Gefühl ist das der Angst.

Speaker: Dieses Gefühl führt wiederum zu einer bestimmten Handlungsweise, die dann nicht immer hilfreich ist.

Speaker: Du sprachst von Panik oder von Starr oder von Ähnlichem.

Speaker: Also ich komme in Handlungen, die mir nicht weiterhelfen und die auch allen anderen nicht weiterhelfen.

Speaker: Was kann ich denn tun, um in ein anderes Gefühl zu kommen oder brauche ich vielleicht gar kein anderes Gefühl, brauche ich erstmal eine alternative Handlung?

Speaker: Also was kann ich machen, wenn ich merke, jetzt kommt die Angst und die führt bei mir zu einer Blockade?

Speaker: Mir ist erstmal nochmal hilfreich, eher nochmal zu gucken, bevor ich schon mal schaue, was kann ich denn tun, nochmal zu gucken, was passiert denn dann, wenn ich in der Angst bin.

Speaker: Und die Muster, die viele Menschen sozusagen so ein Stückchen tappen oder auch in vielen Kitas ich das eben auch erleben kann, sind zum Beispiel solche Phänomene wie Pseudo-Harmonie.

Speaker: Das heißt, die Systeme werden irgendwie ziemlich pseudo-harmonisch, man streitet sich nicht mehr, man versucht Konflikte irgendwie klein zu reden, niemand macht mir irgendwie die Deckel auf.

Speaker: Das heißt, man versucht irgendwie pseudo-harmonisch zu kitten.

Speaker: Oder die anderen Teams fallen in Spaltungstendenzen, ich gegen dich, oben gegen unten, Hüben gegen drüben.

Speaker: Also die typischen Spaltungen, das fällt uns dann immer am meisten als Problem auf.

Speaker: Oder die Systeme werden aktionistisch, also im Sinne von chaotisch, alles irgendwie ohne Sinn und Verstand.

Speaker: Und das sind erstmal so drei Funktionsweisen.

Speaker: Und da hilft es mir erstmal auch mit den Menschen ein bisschen hinzugucken, wie lösen sie denn aktuell ihren Stress und ist denn die Art und Weise, wie sie das denn gerade irgendwie für sie tun,

Speaker: Und vielleicht dann sozusagen durch eine fragende Haltung kommen dann noch Menschen dazu, so ein Stückchen in die Selbstreflexion zu gehen und vielleicht festzustellen, dass das gerade kein günstiger Modus ist.

Speaker: Und es gibt natürlich auch etwas, was in diesen stürmischen Zeiten passiert.

Speaker: Das Maß an Menschen wächst, die irgendwie so als, ich sag es mal so ein bisschen salopp, als Klugscheißer um die Ecke kommen und die für komplexe Probleme ziemlich einfache Antworten haben.

Speaker: Und da sind natürlich ziemlich viele Menschen auch sehr anfällig.

Speaker: Das sehen wir auch so ein bisschen in der Politik.

Speaker: Und auch das ist etwas, was wir zunehmend auch wahrscheinlich auch mehr in den Führungsalltagen bekommen, dass da irgendwelche Menschen um die Ecke kommen und haben für komplexe Probleme,

Speaker: einfache Lösung und da wäre immer mein Tipp, rennt weg, sondern denkt irgendwie selber und versucht sozusagen ein komplexes Problem auch eher komplex zu lösen und es geht nicht mit einer einfachen Lösung.

Speaker: Also, da würde ich gerne nochmal gerade einhaken, wenn ich mich jetzt wieder in die Situation von meiner Kundin versetze, die vielleicht nicht unbedingt verängstigt war, aber auf jeden Fall sehr gestresst.

Speaker: Und wenn ich dich jetzt richtig verstanden habe und das übersetze in eine Handlungsmöglichkeit, die sie hat, ist...

Speaker: erst mal den eigenen Stress wahrzunehmen und als Stress zu identifizieren.

Speaker: Ist das richtig?

Speaker: Genau, das ist erstmal ein guter erster Schritt zu gucken, was stresst mich denn überhaupt?

Speaker: Also was sind denn die Reize, sagt man in der Psychologie so ein bisschen oder die Impulse oder die Stressoren?

Speaker: Und was macht denn das mit mir?

Speaker: Also was geht denn da so kognitiv in mir vor?

Speaker: Was geht denn da emotional in mir vor?

Speaker: Wie reagiert denn vielleicht auch mein Körper irgendwie dazu?

Speaker: Und im Grunde genommen,

Speaker: Wäre es auch ganz gut, mit der Frau oder mit den Menschen dann mal zu sprechen darüber, wie denn Stress entsteht.

Speaker: Weil auch die Kollegin hat ja nicht einfach Stress, weil da irgendwelche Dinge so sind.

Speaker: Oder weil da irgendwie weniger Kinder gerade irgendwie geboren werden.

Speaker: Oder weil das Geld knapper wird.

Speaker: Oder weil die Kollegin oder der Kollege sich irgendwie komisch verhält oder die eigene Führungskraft irgendwie sie gerade nicht wertschätzt oder irgendwas.

Speaker: Also Stress entsteht ja nicht dadurch, dass Dinge so sind oder dass sich Menschen irgendwie verhalten, sondern Stress entsteht ja erst dadurch, weil ich...

Speaker: irgendwie seltsame Erwartungen an mich selber oder an andere habe.

Speaker: Das heißt, diese Erwartungen so ein bisschen auch zu hinterfragen, was denn die Frau auch erwartet von sich selber, also wie die sich selber unter Druck setzt, Stichwort Perfektionismus.

Speaker: Alle müssen mich lieben.

Speaker: Ich will alles kontrollieren können.

Speaker: Ich will alles planen können.

Speaker: Das sind ja solche Dinge, die wir Menschen, das ist total menschlich, in uns tragen, aber die produzieren natürlich Stress.

Speaker: Das heißt, den Stress machen wir.

Speaker: Der ist nicht irgendwie da.

Speaker: Und dann gibt es natürlich auch Erwartungen, die so Menschen an andere Menschen haben.

Speaker: Und auch das ist natürlich verrückt, wenn man sozusagen sein eigenes Wohlbefinden von Verhaltensweisen von anderen Personen abhängig macht und auch diesen Mechanismus mit Menschen mal zu reflektieren.

Speaker: Das heißt zu sagen, Stress entsteht nicht einfach, weil da so Reize da sind, sondern da musst du auch was dazu tun.

Speaker: Und was sind denn deine Fähigkeiten, die du dazu tust, damit du überhaupt Stress empfinden kannst?

Speaker: Tom, ich denke jetzt dran, wir haben ja schon zusammengearbeitet in der Organisationsentwicklung und du hast auch damals gesagt, Abläufe, Prozesse, Strukturen, Organisationen, die hast du mal als geronnene Erwartungen bezeichnet.

Speaker: Also man einigt sich auf einen bestimmten Arbeitsmodus, man erwartet gegenseitig bestimmte Abläufe.

Speaker: Und ich habe mir dein Buch Hirngeküsst nochmal angeguckt, bevor wir uns heute hier getroffen haben.

Speaker: Und auch da sprichst du ja im Prinzip von einer Art Erwartungen, indem du über Glaubenssätze geschrieben hast.

Speaker: Also so innere Erwartungen.

Speaker: Wenn ich etwas wahrnehme, was andere tun oder was die Umwelt um mich herum auslöst, dann löst das bei mir die Erwartung aus, jetzt kommt das und das.

Speaker: Und das führt bei mir oft mal zu so einer vorgegriffenen Handlung.

Speaker: Das ist so, wenn ich das nicht verstanden habe, der psychodynamische Ablauf.

Speaker: Ja.

Speaker: Das ist so eine Idee, wie sich soziale Systeme organisieren über Erwartungserwartungen oder über Erwartungsstrukturen.

Speaker: Genau, man erwartet bestimmte Abläufe, die kommen und man tut ja im Prinzip auch etwas dafür, dass diese Erwartungen eintreffen.

Speaker: Und das ist, glaube ich, so der Knackpunkt, etwas aktiv zu tun, dass die Erwartung, die ich habe, nicht eintritt.

Speaker: Der erste Punkt ist diese Selbstreflexion, von der du gesprochen hast.

Speaker: Kann ich selber noch darüber hinaus etwas tun?

Speaker: Gibt es Techniken, die ich nehmen kann, einnehmen kann, um das Bewusstsein gut für diese Erwartungen zu schärfen?

Speaker: Also ich glaube, erstmal ist es so ein bisschen diese Erwartung, das sind ja sowas wie innere Bilder.

Speaker: Manche Erwartungen haben sogar vielleicht schon fast zu den Standard von inneren Diktatoren oder sie werden noch zu sogenannten Autopiloten.

Speaker: Dass wenn ich immer denke, ich muss das alles richtig machen, dann hassele ich halt auch irgendwie durch die Welt wie so ein Verrückter.

Speaker: Und was dann natürlich hilft, ist Akzeptanz.

Speaker: Also Akzeptanz der eigenen Erwartungen, der eigenen Emotionen, die da auch gerade irgendwie da sind.

Speaker: Also das heißt Akzeptanz im Sinne von das nicht bekämpfen oder wegschieben zu wollen, weil unsere Gedanken sind weder, und auch unsere Emotionen sind weder Freunde noch Feinde, sind einfach Botschafter.

Speaker: Und das ist ja auch ein bisschen,

Speaker: Du hattest am Anfang gefragt, was kann ich denn machen?

Speaker: Also ich kann irgendwie diese Gefühle wahrnehmen, ich kann die Gedanken irgendwie auch wahrnehmen und kann schauen, mal angenommen, die würden gerade an meine Tür klingeln und ich lasse die rein und behandeln wie so einen guten Freund und ich setze die an den Küchentisch.

Speaker: Was würden denn die sagen, wenn ich frage, hey, was machst denn du hier?

Speaker: Und was ist denn deine Botschaft an mich?

Speaker: Und sozusagen diese inneren Impulse eben als Hinweisgeber zu nutzen für vielleicht Bedürfnisse, die im Raum stehen, vielleicht für Ziele oder für irgendwas.

Speaker: Das macht natürlich total Sinn.

Speaker: Und auf lange Sicht, glaube ich, brauchen wir noch so ein paar Zukunftskompetenzen, wenn wir sozusagen auch in den Führungsalltag kommen.

Speaker: Und wenn ich diese Führungskompetenzen so beschreibe, und auch vieles von dem, was ich beschreibe, ist gar nicht von mir, sondern kommt so ein Stückchen aus den Federn oder aus dem Kopf von Klaus Eidenschink, den ich sehr, sehr schätze.

Speaker: Und er sagt zum Beispiel, wir brauchen so ein bisschen mehr so eine Fähigkeit,

Speaker: Verliererkompetenz nennt er das.

Speaker: Oder wir könnten auch irgendwie sowas sagen, sowas wie heilige Kühe zu schlachten.

Speaker: In vielen Organisationen, auch in Kitas, gibt es hohe Standards an Arbeitsweisen, an Arbeitsprozesse.

Speaker: an Verwaltungsideen.

Speaker: Und wenn die Ressourcen aber immer knapper wären und die Mission Impossible Aufträge größer, dann kann ich diese Sachen ja nicht lösen mit mehr, mehr, mehr, sondern die Zeichen der Zeit, der Ozean sendet, es wird sozusagen weniger.

Speaker: Und wenn ich sozusagen weniger habe,

Speaker: dann muss ich sozusagen auch meine Standards irgendwie reduzieren.

Speaker: Da bin ich jetzt nicht bei den fachlichen Standards, um mich nicht falsch zu verstehen, sondern von organisationalen Standards.

Speaker: Und das ist was, was wir die vielen Jahre in den letzten Jahrzehnten überhaupt nicht kennen.

Speaker: Und ich glaube, das ist so eine Fähigkeit, so Frustrationstoleranz, also dieses Gefühl, dass eigene Erwartungen eben enttäuscht werden können.

Speaker: Dazu brauche ich ja sozusagen ein erwachsenes Ich, was frustriert sein kann.

Speaker: Und das können wir doch nicht so gut und das dürfen wir lernen.

Speaker: Ich komme gerade mal mit einem Gedanken um die Ecke, du merkst, der muss unbedingt raus, deswegen bin ich schon die ganze Zeit dabei, dich zu unterbrechen.

Speaker: Ich bin ein Freund davon, im Alltag Prioritäten zu setzen.

Speaker: Ich halte es für eine ganz wesentliche Führungskompetenz zu priorisieren.

Speaker: Wir haben alle im Arbeitsalltag eine Vielzahl an Aufgaben, die wir erledigen müssen und irgendjemand muss sagen, was jetzt dran ist, weil du kannst gar nicht alle gleichzeitig abarbeiten.

Speaker: Hat das was damit zu tun, was du eben als Zukunftskompetenzen bezeichnet hast oder jetzt eben auch mit dieser Selbstgnade oder mit dieser Fähigkeit zu sagen, ich bin ein bisschen gnädig mit mir und habe auch ein bisschen Mitleid mit mir, indem ich bestimmte Dinge einfach sein lasse?

Speaker: Nicht indem ich sie fahrlässig ignoriere oder ähnliches, sondern indem ich eine klare Prioritätenliste innerlich habe.

Speaker: Was ist denn jetzt für die Erfüllung meiner Rolle und meiner Aufgabe wirklich nötig und was kann liegen bleiben später oder von anderen gemacht werden?

Speaker: Ja, ich will mal erstmal fix bei den Emotionen festhalten, weil Mitleid will ich gar nicht haben mit mir, sondern wenn, dann mit Liebe oder mit Freude.

Speaker: Aber die Emotion, die es, glaube ich, braucht, wenn wir Angst und Ohnmacht begegnen wollen, ist Mut.

Speaker: Und Mut heißt eben nicht, angstfrei zu sein, sondern Mut heißt, trotz Schiss in der Hose irgendwie loszulegen und den Drachen zu besiegen, wie der große Held das auch macht.

Speaker: Er hat auch Angst und das braucht so ein Stückchen mehr.

Speaker: Und wir brauchen ein bisschen mehr Demut.

Speaker: Das heißt auch uns unserer eigenen Wirksamkeit erzielen.

Speaker: Auch unserer eigenen Kleinheit, sage ich jetzt mal so ein bisschen, weil es gibt echt Größeres als uns, so ein Stückchen bewusster zu werden.

Speaker: Und das, was du mit Prioritäten setzen meinst, das ist natürlich auch ein Weg.

Speaker: Der hat aber so ein bisschen so eine Idee dahinter.

Speaker: Ich setze die Prioritäten und mache dann eins nach dem anderen.

Speaker: Also ich mache erst mal das, was wirklich wichtig ist und vielleicht mache ich das andere auch.

Speaker: Und was ich so ein bisschen meine, ist so ein konsequentes, ich höre auf, bestimmte Dinge zu tun.

Speaker: Um ein Beispiel zu bringen, ich hatte jetzt eine Buchhaltungsabteilung, die hochgradig überfordert war.

Speaker: Und die Idee war, wir brauchen eine Person mehr.

Speaker: Und das ist aber völlig unrealistisch.

Speaker: Und diese Person hat es eben geschafft, indem sie eine eigene heilige Kuh geschlachtet hat, nämlich alle Belege über 25 Euro dreifach zu prüfen und zu gucken, kriege ich das noch irgendwo billiger und kann ich noch irgendwo ein Screenshot machen, weil die hatte für sich so den Anspruch, auch sozusagen noch drei Kostenangebote über 25 Euro reinzuholen.

Speaker: Und mit ihr habe ich dann diese heilige Kuh von Finanzstandards geschlachtet und sie war sehr dankbar, nach einer Woche Arbeit und sagte, Tom, ich habe auf einmal mehr Zeit.

Speaker: Und das ist was, wo ich sozusagen in der ressourcenverknappten Zeit sozusagen meine Arbeit erleichtern kann, indem ich meine eigenen Standards runtersetze.

Speaker: Jetzt übe ich mit ihr die 2500 Euro und irgendwann bin ich bei den 25.000 Euro.

Speaker: Das macht einfach keinen Sinn, diese nun Standard zu halten.

Speaker: Also mir geht es gar nicht so sehr darum, Dinge wegzulassen, wenn ich über Priorisieren spreche, sondern mir geht es mehr um das Gefühl, wieder wirksam zu werden.

Speaker: Also manchmal steht man ja vor einem Berg an Aufgaben, einem Berg an Herausforderungen, an echten oder an gefühlten Anforderungen, an mich, Erwartungen eben, wie du sagst.

Speaker: Und dann habe ich das Gefühl, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.

Speaker: Und dieses Schema, das man sich innerlich zulegen kann, ich priorisiere jetzt, kann dazu führen, wieder gefühlt Herr oder Herrin des Verfahrens zu sein und wieder ins Tun zu kommen, aus der Angst rauszukommen, aus der Blockade rauszukommen.

Speaker: Genau, in den Fokus zu setzen, die Aufmerksamkeit wohin zu lenken.

Speaker: Genau.

Speaker: Sind beides gute Wege.

Speaker: Also ich würde da auch gerne nochmal einschreiten und

Speaker: meine Kundin nehmen, die natürlich sofort sagen würde, ihr habt ja fein recht mit euren Emotionen und Stress und so, aber ich habe einfach die ganzen Anforderungen, das muss gemacht werden und das muss gemacht werden und das muss gemacht werden.

Speaker: Und ich fand

Speaker: fand das jetzt schon sehr spannend von dir, dass du sagst, heilige Kühe schlachten.

Speaker: Und auch wenn das jetzt kein Beispiel aus der Kita-Welt war, mit den 25 Euro Angeboten, finde ich das schon sehr passend.

Speaker: Wenn ich das abstrahiere, heißt das,

Speaker: Einfach, ich schaffe mir manchmal, oder warum auch immer, da sind Standards, die haben sich etabliert, aber jetzt ist eine Zeit, wo ich sie gerade...

Speaker: nicht mehr hinbekommen kann.

Speaker: Da kommt natürlich die Priorisierung rein.

Speaker: Priorisierung heißt auch immer, alles andere steht ja trotzdem noch da.

Speaker: Aber es müssen einfach Sachen wegfallen.

Speaker: Ich muss mir erlauben dürfen zu sagen, ja,

Speaker: Das und das und das fällt jetzt hinten runter.

Speaker: Punkt, basta.

Speaker: Und meinen Kindern geht es trotzdem noch gut.

Speaker: Und mein Team kriege ich auch noch irgendwie motiviert.

Speaker: Es geht auch darum, die Erwartungen runterzuschrauben.

Speaker: Und wie sagt der Klaus Eidenschick so schön,

Speaker: Stolz macht dann das, weil Stolz ist ja auch eine ganz wichtige Emotion, die wir brauchen, wenn wir es schaffen, mit geringeren Erwartungen an uns selbst und an andere zufrieden zu sein.

Speaker: Und ich glaube, das ist was, was wir jetzt irgendwie in den nächsten Jahren zunehmend lernen dürfen, wie wir es schaffen, sozusagen unsere Erwartungen runterzuschrauben und trotzdem so ein Gefühl zu haben von, es ist gut, wie es ist.

Speaker: Und dafür kriegt man gerade keinen Applaus, wenn man das erzählt.

Speaker: Das ist mir klar.

Speaker: Nein, nein, nein.

Speaker: Das ist ein wichtiger und toller Punkt, den möchte ich nochmal bestärken, weil wir werden demnächst eine Folge haben zu den zehn Basics im Kita-Alltag.

Speaker: Also worauf kommt es eigentlich wirklich an, wenn ich das Gefühl habe, die ganze Organisation bricht zusammen, nämlich auf das gute Zusammensein mit Kindern.

Speaker: Und da werden wir einen ganz tollen Gast dazu haben, der auch nochmal aus pädagogischer Sicht was dazu sagt.

Speaker: Deswegen bin ich mit diesem Thema Heilige Kühe schlachten

Speaker: ohne dafür zu sorgen, dass die Qualität in der Interaktion mit Kindern leidet, total zu haben und bin total dankbar darum.

Speaker: Tom, ich hätte noch eine Frage.

Speaker: Ich hätte noch eine weitere Fähigkeit, die würde ich gerne noch mit erwähnen.

Speaker: Das ist die Fähigkeit der Nestbeschmutzung.

Speaker: Wir haben in vielen Organisationen so ein bisschen die Idee der Lösungsorientierung und wir dürfen nur Probleme ansprechen, wenn wir gleichzeitig auch über Lösungen reden.

Speaker: Die meisten Menschen, aber auch in der Kita, die haben eher komplexe Probleme.

Speaker: Und dann spricht man manchmal Probleme vielleicht auch nicht an, weil man noch keine einfache Lösung hat.

Speaker: Und ich glaube, wir brauchen auch wieder Räume im Miteinander, wo wir...

Speaker: über Probleme sprechen können.

Speaker: Das heißt auch das eigene Netz zu beschmutzen, auch zu sagen, das läuft bei uns in der Kita gerade echt beschissen oder wir haben ja auch ein Problem, um dann gemeinsam, und das ist vielleicht auch nochmal so ein kleiner Impuls an deine Kolleginnen, gemeinsam kann man die Sachen nur lösen.

Speaker: Das heißt, sich ein Team zusammenzustellen aus Kolleginnen und Kollegen oder aus Führungskräften aus anderen Kitas und gemeinsam da irgendwie in Führungsteams zusammenzustellen,

Speaker: gemeinsam zu schauen, wie lösen wir denn diese Probleme, wenn es gerade ein Trägerverbund ist oder sowas, dann lässt sich sowas ja auch gestalten, wo man gemeinsam Räume schafft, das Nest zu beschmutzen und gemeinsam kluge, komplexe Lösungen zu bauen für komplexe Probleme.

Speaker: Das ist, glaube ich, auch so noch eine Challenge.

Speaker: Aber Paul, du wolltest noch was anderes sagen?

Speaker: Das ist eine Frage.

Speaker: Nein, das ist ein wunderbarer Punkt, der meine Frage eigentlich vorweg nimmt.

Speaker: Ich hätte dich jetzt gerne gefragt, was hilft denn noch konkret, um in diese Denkweise reinzukommen?

Speaker: Und du hast uns ja jetzt das Muster gegeben, es hilft natürlich Unterstützung von außen durch Fachleute, wie du es bist oder auch andere, die Organisationen entwickeln, aber es hilft auch das interne Miteinander, sich unterhaken, miteinander zusammenzuhalten.

Speaker: Erstmal das Nest definieren, dass ich nachher gemeinsam beschmutzen kann und gucken, was kann ich denn tun, wo merke ich, dass ich in meine Muster verfalle.

Speaker: Also nicht nur die Selbstreflexion, auch die Fremdreflexion, das Feedback von außen, am besten von Kollegen, die auf ähnlichen Herausforderungen sitzen wie ich oder vor ähnlichen Aufgaben stehen wie ich.

Speaker: Das habe ich richtig verstanden.

Speaker: Also diese kollegiale Beratung ist ein wichtiger Punkt.

Speaker: Absolut.

Speaker: Also solche Räume zu bauen, Kommunikationsräume, ich glaube, das ist auch was, was in der Stressforschung, dass wir feststellen, wenn wir jemand an unserer Seite haben, also ein Buddy, jemand aus der eigenen Hut, aus der eigenen Family oder wie auch immer.

Speaker: Das hat man so einen Test gemacht mit Affen, wenn man so einen Affe stresst und am Gehirnscanner den anschließt, dann sieht man, der hat Stress.

Speaker: Setzt man einen zweiten Affe dazu, der aus der gleichen Hut ist, sieht man auf einmal, obwohl man den stresst, sozusagen da überhaupt nichts.

Speaker: Das heißt, so Menschen um uns herum wirken wie so Beruhigungsmittel.

Speaker: Das heißt, wir brauchen alle unsere Affen an unserer Seite und dafür können wir halt auch ein bisschen sorgen.

Speaker: Ja.

Speaker: Das ist ein wunderschönes Schlusswort, finde ich.

Speaker: Wunderbar.

Speaker: Wir haben im Grunde genommen begonnen mit, man muss erst mal für sich selbst sorgen.

Speaker: Und wenn man dann übersetzt, man muss als Team auch gemeinsam für sich sorgen, finde ich, ist das ein wunderbarer letzter Gedanke, den man mitnehmen kann.

Speaker: Das war auch die richtige Reihenfolge.

Speaker: Tom, vielen Dank, dass du da warst heute.

Speaker: Ich habe viel gelernt über Psychodynamik, über Kühe, über Nester, über Affen.

Speaker: Ein toller Einblick.

Speaker: Wunderbar.

Speaker: Ja Sascha, jetzt hattest du ja heute den Impuls mitgebracht für unsere Folge mit deiner Erfahrung mit der Kita-Leitung.

Speaker: Sag mir doch mal und auch den Zuhörerinnen und Zuhörern, was hast du jetzt mitgenommen aus unserem Gespräch mit Tom?

Speaker: Also ich habe ein paar Sachen mitgenommen, aber tatsächlich das Allerwichtigste kam relativ am Anfang und ich finde es so erstaunlich, weil es fast paradox ist, nämlich Stress entsteht durch Erwartung.

Speaker: Das finde ich wirklich sehr bemerkenswert, weil die allermeisten Menschen sagen würden, Stress entsteht durch Situationen.

Speaker: Aber er hat das sehr überzeugend dargelegt, dass die Situation kann sein, wie sie will.

Speaker: Wenn ich an mich null Erwartungen habe, dann kann ich durch die Situation gehen und könnte die Kita verlassen.

Speaker: Es sind die eigenen Erwartungen,

Speaker: die den Stress auslösen.

Speaker: Das finde ich die absolut wichtigste Message.

Speaker: Weil in dem Augenblick, wo ich das weiß, und da komme ich schon zu dem zweiten Takeaway, als erstes muss ich meinen Stress wahrnehmen, um dann damit umgehen zu können.

Speaker: Und dann muss ich lieb zu mir sein, muss ich mich selber wertschätzen und

Speaker: um dann das zu machen, was er genannt hat, heilige Kühe zu schlachten.

Speaker: Dass ich eventuell eben Abstand nehme von Dingen, die einfach nicht machbar sind.

Speaker: Dadurch schraube ich meine eigenen Erwartungen runter, was, siehe Stichwort 1, Stress entsteht durch Erwartungen, den Stress reduziert.

Speaker: Das finde ich super.

Speaker: Und dann hat er noch zwei andere Sachen genannt, nämlich einmal diese Nestbeschmutzung.

Speaker: Das kann ich natürlich nicht in der Stresssituation selber tun, aber das ist wichtig eben mitzunehmen, wenn der akute Stress vorbei ist, dass ich in der Lage bin, Probleme zu identifizieren und zu benennen, auch im Team zu benennen, damit man offen darüber redet.

Speaker: Und als letztes habe ich noch so mitgenommen, das fand ich auch ganz beeindruckend und da bin ich ihm nicht böse oder sozusagen der Psychologie nicht böse, dass sie das mit Affen getestet hat, dass sich der Stress reduziert, wenn man nicht mehr allein ist, sondern wenn man seine Affengang neben sich hat.

Speaker: Also übersetzt heißt das für mich,

Speaker: Wenn ich in meinem vertrauten Team bin und nicht in einem Team bin, was sich gegenseitig bekakelt und behakelt, dann kann es mir auch besser gehen und dann kriegt man gemeinsam die Situation besser in den Griff und ich senke meinen Stress.

Speaker: Das war eine super Zusammenfassung, Sascha.

Speaker: Eine super Zusammenfassung einer echt tierischen Folge diesmal.

Speaker: Bei mir ploppt noch so ein Bild auf, ich hatte mal eine Gurkentruppe um mich rum.

Speaker: Das war keine Affengang, das war eine Gurkentruppe.

Speaker: Davon erzähle ich vielleicht ein andermal.

Speaker: Aber viele witzige und überraschende Erkenntnisse aus dieser Folge heute.

Speaker: Und toll, dass Tom unser Gast war.

Speaker: Und danke, dass du wieder mit dabei warst.

Speaker: Bis zum nächsten Mal.

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Speaker

Recommended