Become a Creator today!Start creating today - Share your story with the world!
Start for free
00:00:00
00:00:01
Avatar
71 Plays19 days ago

Kommunikation wie auf rohen Eiern – wenn Feedback als Kränkung verstanden wird, und wie man dann als Leitung richtig reagiert

Wie gibst Du als Kita-Leitung klares Feedback, ohne dass es sofort „persönlich“ wird – und ohne dass das Team anschließend im Eierschalenmodus läuft?

In dieser Folge geht es um Situationen, die viele kennen: Ein Vorfall eskaliert, Rückmeldung trifft auf Abwehr, und aus einer fachlichen Frage wird plötzlich ein Beziehungskonflikt.

Gemeinsam mit Prof. Dr. Susanne Neumann schauen wir darauf, was Leitung in solchen Momenten wirklich braucht: Haltung und Zielklarheit vor dem Gespräch, Transparenz über die eigene Verantwortung – und eine Feedbackkultur, die Gefühle anerkennt, aber konsequent auf der Sachebene bleibt.

Außerdem sprechen wir darüber, warum „mehrere gegen eine/n“ im Setting schnell nach hinten losgeht, wann man externe Unterstützung (Coaching/Supervision) einholt und wann den Träger hinzuzieht. Außerdem erfährst Du, woran du erkennst, dass Entwicklung ohne Konsequenzen nicht mehr funktioniert.

Wir sind Sascha Müller-Jänsch, Inhaber der Kita-Software clivver-kita und Paul Hofmann-Driesch, Erzieher, Betriebswirt, Inklusionspädagoge und deutschlandweit als Coach, Berater und Fortbildner für Kitas, Leitungen und Träger unterwegs.

Lass uns auch sehr gerne eine Bewertung da. Und für direktes Feedback und Deinen Beitrag zu den Blitzgedanken schreib gerne an: post@freigestellt-podcast.de

Transcript

Einführung in den Podcast 'Freigestellt'

00:00:11
Speaker
Freigestellt, der Podcast für Kita-Leitungen.
00:00:15
Speaker
Kompakt, alltagsnah und mit Themen, die manchmal mehr auslösen, als man so denkt.
00:00:25
Speaker
Ich bin Sascha Müller-Jentsch, Journalist und Inhaber der Kita-Software Clever Kita.
00:00:30
Speaker
Und ich bin Paul Hofmann-Driech, ich bin Erzieher und Betriebswirt und ich arbeite als Coach und als Fortbildner für Kitas.
00:00:39
Speaker
Und jetzt herzlich willkommen zu unserem heutigen Thema.

Hauptthema: Kommunikation auf Eierschalen

00:00:42
Speaker
Kommunikation auf rohen Eiern haben wir das genannt, zwischen persönlichen Befindlichkeiten und Professionalität.
00:00:50
Speaker
Ja, wirklich ein sehr schönes Interview geführt.
00:00:53
Speaker
Und was ich da tatsächlich wirklich richtig spannend fand, war, dass man in solchen Situationen mit Sachargumenten überhaupt keine Schnitte macht.
00:01:01
Speaker
Genau, aber Sascha, bevor du das jetzt hier alles ausblauderst, ich gehe mal dazwischen.
00:01:05
Speaker
Wir haben ja am Anfang immer die Blitzgedanken und wir hatten auch das letzte Mal ein Thema eingesammelt und wir hatten unsere Hörerinnen und Hörer um ihre Ansichten zu einer kleinen Frage gebeten.
00:01:16
Speaker
Die Blitzgedanken zu unserer heutigen Folge war unsere Frage nach den Erfahrungen mit Hochbeeten und Naschgärten in Kitas.
00:01:24
Speaker
Und ein paar Rückmeldungen haben wir auch bekommen, aber wir würden uns natürlich noch über riesig viel mehr Zuschriften wünschen.
00:01:33
Speaker
Ich hoffe, das wächst mit unseren Hörerzahlen, aber fangen wir jetzt erstmal

Erfahrungen mit Gartenprojekten in Kitas

00:01:37
Speaker
an.
00:01:37
Speaker
Ja, die erste Rückmeldung, die ich euch hier mitteilen möchte, ist die von Thomas und Thomas leitet eine Waldkita im Odenwald.
00:01:44
Speaker
Ich kenne die Kita auch.
00:01:45
Speaker
Thomas schreibt uns, bei uns haben die Eltern vor einigen Jahren einen Naschgarten an unserer Schutzhütte angelegt, komplett in Eigenregie.
00:01:53
Speaker
An einem Samstag kamen sie mit Bollerwagen, Spaten und mitgebrachten Kuchen und da wachsen jetzt Johannisbeeren, Himbeeren und sogar ein kleiner Apfelbaum.
00:02:02
Speaker
Thomas schreibt weiter, das Schöne ist, die Eltern fühlen sich verantwortlich, kommen auch mal zum Gießen oder Nachpflanzen vorbei und die Kinder erzählen den neuen Familien stolz, welcher Papa welche Beere gepflanzt hat und das ist für uns gelebte Erziehungspartnerschaft.
00:02:18
Speaker
Ich kann mir das geradezu bildlich vorstellen.
00:02:22
Speaker
Das passt natürlich auch einfach zu der Umgebung.
00:02:25
Speaker
Ich glaube, bei Anja, der Kita-Leitung, die hier auch geschrieben hat, bei der ist das etwas anders.
00:02:34
Speaker
Vielleicht wohnt ihr auch in der Stadt.
00:02:36
Speaker
Wir haben vor zwei Jahren mit viel Intensiasmus zwei Hochbeete angelegt, schreibt sie.
00:02:42
Speaker
Und ehrlich gesagt, es ist frustrierend.
00:02:45
Speaker
Die Kinder reißen die Pflanzen aus, bevor sie reif sind.
00:02:48
Speaker
Und im letzten Sommer hat jemand die Erdbeeren komplett geplündert.
00:02:52
Speaker
Wir überlegen ernsthaft, ob wir das überhaupt weitermachen sollen.
00:02:56
Speaker
Ja, könnte meine Tochter Clara gewesen sein mit den Erdbeeren, aber sie war es sicherlich nicht.
00:03:01
Speaker
Ich habe noch eine Rückmeldung von Andrea.
00:03:04
Speaker
Andrea berichtet, wir haben vor fünf Jahren von unserem Förderverein drei Hochbeete geschenkt bekommen, eins für jede Gruppe.
00:03:11
Speaker
Heute ist die Situation ehrlich gesagt ein bisschen schräg.
00:03:14
Speaker
Die Marienkäfergruppe pflegt ihr Beet mit Begeisterung.
00:03:17
Speaker
Da wird gesät, gegossen und geerntet, was das Zeug hält.
00:03:21
Speaker
Die anderen beiden Beete liegen brach, weil die Kolleginnen damit einfach nichts anfangen können oder auch nicht wollen.
00:03:27
Speaker
Wir haben gelernt, Material allein macht noch kein Projekt.
00:03:30
Speaker
Es braucht jemanden im Team, der sich darum kümmert.

Frage an die Zuhörer: Essen zum Mitnehmen?

00:03:34
Speaker
Ja, vielen Dank für die Zuschriften.
00:03:37
Speaker
Ich finde gerade bei der letzten merkt man auch wieder so, das Thema Projekt ist da glaube ich ganz wichtig.
00:03:46
Speaker
Das sind nicht nur die Teammitglieder, die dafür brennen müssen, sondern eigentlich müssen auch die Kinder mit Enthusiasmus mit dabei sein.
00:03:56
Speaker
Also vielleicht ist es
00:03:57
Speaker
mehr eine Projektgeschichte als eine dauerhafte Institution.
00:04:02
Speaker
Ja, das ist ein guter Gedanke.
00:04:05
Speaker
Ja, ich habe mir fürs nächste Mal wieder eine spannende Frage überlegt, die wir als Blitzgedanken hier teilen wollen.
00:04:09
Speaker
Wir freuen uns auf eure Zuschriften.
00:04:11
Speaker
Ich sage gleich die Mailadresse nochmal durch.
00:04:14
Speaker
Und der Blitzgedanke kommt aus einer Begebenheit, die hatte ich vor 14 Tagen in einer Kita.
00:04:19
Speaker
Da war ich begleitend bei einem Elternabend dabei.
00:04:22
Speaker
Die Kita stellt um auf das offene Konzept und es wird Kindern jetzt freigestellt, ob sie mittags essen möchten oder nicht.
00:04:29
Speaker
Und bei dem Elternabend wurde das den Eltern mitgeteilt.
00:04:31
Speaker
Es entspann sich eine kleine lebhafte Diskussion darum, wie man denn jetzt damit umgeht, ob die Kinder, also wenn die Kinder nicht essen wollen und die Eltern das Essen aber bezahlen müssen.
00:04:43
Speaker
Und dann hat man verschiedene Diskussionen aufgemacht und eine Idee kam, wir könnten das Essen doch eintupern lassen.
00:04:49
Speaker
Also das, was die Kinder nicht essen wollen oder wenn sie überhaupt nicht essen wollen, kriegen die Eltern dann nach dem Abholen mit nach Hause gegeben und können es abends nochmal warm machen oder was auch immer damit

Vorstellung von Prof. Susanne Neumann

00:04:59
Speaker
veranstalten.
00:05:00
Speaker
Deswegen, aus dieser Idee heraus, unsere Frage für die nächsten Blitzgedanken, hat jemand von euch Erfahrungen damit, Mittagessen einzutupern und mitzugeben der Familie nach Hause?
00:05:11
Speaker
Da freue ich mich jetzt schon auf die Antworten und bitte unverblüht.
00:05:19
Speaker
Ja genau, ganz ehrlich sein.
00:05:21
Speaker
Sagt mir gerne eure Meinung dazu und schreibt eure Antworten an post.at freigestellt-podcast.de Ich wiederhole nochmal eure Antworten zum Thema Mittagessen eintupern an post.at freigestellt-podcast.de
00:05:39
Speaker
Okay, dann kommen wir jetzt mal zu unserem großen Thema heute.
00:05:43
Speaker
Kommunikation auf rohen Eiern zwischen persönlichen Befindlichkeiten und Professionalität.
00:05:52
Speaker
Wie vorhin schon mal angedeutet, wir haben uns einen Gast eingeladen, Professor Susanne Neumann.
00:05:58
Speaker
Paul, bitte stell Sie doch mal kurz vor.
00:06:00
Speaker
Ja, das mache ich unbedingt gern.
00:06:02
Speaker
Frau Neumann kenne ich schon lange aus der persönlichen Zusammenarbeit und wir haben Sie heute eingeladen, weil Sie seit mehr als 30 Jahren mit Menschen und Organisationen zusammenarbeitet, die sich weiterentwickeln wollen.
00:06:15
Speaker
Sie arbeitet immer mit viel Fokus auf Führung, auf Kommunikation und das, was zwischen den Zeilen so passiert.
00:06:22
Speaker
Susanne Neumann war bis 2025 Professorin für Sozialwissenschaften mit dem Lehrgebiet Beratung und soziale Beziehungen an verschiedenen Hochschulen und sie begleitet heute noch als Coachin und als Supervisorin Teams und Führungskräfte ausdrücklich auch im Bildungsbereich.
00:06:38
Speaker
Außerdem hat Frau Neumann auch ihren eigenen Podcast gemeinsam mit ihrer ehemaligen Kollegin Prof. Dr. Brigitte Stieler.
00:06:45
Speaker
Zwischen Herz und Verstand nennen sie das ein Talk, in dem sie analytisches Denken mit Institution verbindet und Frauen in Umbruchphasen dabei unterstützt, Klarheit zu gewinnen und stimmige Entscheidungen zu treffen.
00:06:57
Speaker
Ihr Motto dabei, das finde ich wirklich klasse, Tiefdenken, dabei aber leicht bleiben.
00:07:02
Speaker
Und was ich an ihrem Blick besonders hilfreich finde, in der Supervision geht es nicht um, wer hat Recht, Kommunikation zu klären, Rollen und Verantwortlichkeiten zu schärfen und Konflikte so zu bearbeiten, dass Zusammenarbeit wieder tragfähig

Fallstudie: Konfliktlösung in der Kita

00:07:17
Speaker
wird.
00:07:17
Speaker
Genau das, was Leitungen in manchen Situationen brauchen.
00:07:21
Speaker
Okay, dann würde ich sagen, auf zum Interview.
00:07:24
Speaker
Musik
00:07:30
Speaker
Ja Sascha, ich habe was dabei, das muss ich dir erzählen.
00:07:33
Speaker
Das ist mir neulich in meinem beruflichen Vorleben als Kita-Geschäftsführer passiert.
00:07:38
Speaker
Ich bin angerufen von einer Kita-Leitung, die hat gesagt, Paul, du musst mal kommen, wir müssen gemeinsam ein Personalgespräch führen.
00:07:45
Speaker
Wir haben hier einen Kollegen in der Kita, der hat sich anderen Kollegen gegenüber unangemessen verhalten.
00:07:52
Speaker
Die Kollegen haben sein Verhalten kritisiert.
00:07:54
Speaker
Es gab eine Eskalation mit einem Kind.
00:07:56
Speaker
Und dem Kollegen wurde gesagt, hör mal, du musst mal versuchen, anders mit den Kindern umzugehen.
00:08:01
Speaker
Du kannst nicht so deinen Stress rauslassen.
00:08:04
Speaker
Der Kollege hat daraufhin aber komplett zugemacht und hat gesagt, nein, das ist ja gar nicht so gewesen.
00:08:09
Speaker
Und überhaupt habe ich ja gar nicht das Kind kritisiert.
00:08:11
Speaker
Ich habe ja vor allem euch kritisiert, weil ihr ein Setting aufgebaut habt, was überhaupt nicht hilfreich war für das Kind.
00:08:17
Speaker
Und deswegen ist das überhaupt so eskaliert.
00:08:19
Speaker
Dann hat die Kita-Leitung versucht,
00:08:21
Speaker
mit dem kritisierten Kollegen und den anderen Gruppenmitgliedern irgendwie in ein Gespräch zu kommen, Rückmeldung zu geben.
00:08:27
Speaker
Und auch das ist vollkommen eskaliert.
00:08:29
Speaker
Und es baut sich so eine Situation auf, wo sich also der kritisierte Kollege angegriffen gefühlt hat durch das Feedback der anderen Kolleginnen und Kollegen aus der Gruppe.
00:08:40
Speaker
Dann sollte ich also da reinkommen und sollte versuchen, diese Situation irgendwie zu klären, indem ich dem kritisierten Kollegen nochmal Feedback gebe.
00:08:49
Speaker
Wir setzen uns also zusammen im Teamzimmer.
00:08:53
Speaker
Ich lasse mir die Situation schildern.
00:08:54
Speaker
Ich nehme mir Zeit, höre mir beide Situationen an.
00:08:58
Speaker
Also erstmal die Situation, wo der Kollege sich den Kolleginnen und Kollegen unangemessen gegenüber verhalten hat, was mit den Kindern war.
00:09:06
Speaker
Hören wir dann auch nochmal an, wie das erste Feedback-Gespräch der Kita-Leitung war und sage dann, jetzt lass uns doch mal in Ruhe darüber nachdenken, was du in der Situation hättest anders machen können.
00:09:17
Speaker
Und sofort war der Kollege wieder in Abwehrhaltung, hat gesagt, ihr greift mich hier an, ich habe doch gar nichts gemacht, ich wollte doch nur die Arbeit verbessern, ich bin hier der Einzige, der sich um Kinderschutz und Kindeswohl kümmert, ich will mir das gar nicht mehr antun.
00:09:31
Speaker
Und ich hatte keinen Zugang zu dieser Person, um irgendwie ein fachliches Feedback abgeben zu können, so wie wir uns das vorstellen, nämlich zu sagen, was wir tun.
00:09:39
Speaker
erlebt haben, was wir wahrgenommen haben, wie wir uns das anders wünschen und der Kollege war vollkommen in der Abwehrhaltung drin und ich dachte irgendwann, was mache ich hier eigentlich noch?
00:09:48
Speaker
Wie kann ich hier in einem konstruktiven Feedback bleiben?
00:09:52
Speaker
Das ist eine Situation, die kennen bestimmt viele.
00:09:54
Speaker
Ja, Frau Neumann.
00:09:56
Speaker
Was wäre jetzt Ihre erste Reaktion auf diese direkte Abwehrhaltung dieser Kollegin oder dieses Kollegen, der ja anonym bleiben soll?
00:10:11
Speaker
Oder ist es vielleicht sogar so, dass...
00:10:14
Speaker
Paul Driesch schon in der Ansprache, was können wir jetzt besser machen, falsch angefangen hat.
00:10:22
Speaker
Ich glaube, den Prozess müssen wir ganz weiter von vorn aufrollen.
00:10:26
Speaker
Und die Frage ist, wenn Sie jetzt sagen, was wäre meine Reaktion?
00:10:29
Speaker
Ich habe eine kurze Gegenfrage.
00:10:32
Speaker
Aus welcher Rolle heraus?
00:10:34
Speaker
Reden wir jetzt über den Herrn Driesch oder reden wir, was hätte die Leitung machen sollen?
00:10:39
Speaker
Welche Perspektive wollen wir uns jetzt angucken?
00:10:41
Speaker
Ich glaube, das ist nicht ganz unentscheidend.
00:10:45
Speaker
Genau.
00:10:45
Speaker
Also ich fände es sehr wichtig mal zu überlegen, wie kann eine Kita-Leitung eigentlich mit der Problematik umgehen, wenn Menschen, die nicht kritisiert werden sollen, sondern ein konstruktives Feedback haben wollen, dieses Feedback nicht annehmen können, weil sie so in dem Gefühl verhaftet sind, ich werde hier angegriffen, ich kann das nicht, ich will das nicht.
00:11:04
Speaker
Also wir reden jetzt über Feedback, was auf Fachkräfte trifft, die im Übrigen, ich erlebe das ganz, ganz oft als Thema, in Kitas, also wenn wir davon ausgehen, dass dieser Kollege, der sich so angegriffen gefühlt hat, persönlich angegriffen gefühlt hat, ich glaube, das müssen wir erkennen, der war bestimmt vorher, ich schätze mal, es war ein Tag, der war eh lent stressig und das Nervensystem war eh total belastet.
00:11:34
Speaker
Wollen ihm ein Feedback geben.
00:11:36
Speaker
Ist auch nochmal die Frage, wie war dieses Setting?
00:11:40
Speaker
Also einer, der Feedback bekommt von vier anderen, ist immer ungünstig von der Proportion.
00:11:45
Speaker
Einer gegen vier.
00:11:47
Speaker
Also das müssten wir auch noch differenzieren.
00:11:49
Speaker
Aber ich erlebe es ganz oft, dass Menschen, und das ist der Knackpunkt, sich in
00:11:55
Speaker
speziellen Kitas, das ist glaube ich ein Phänomen, ich habe es nicht wissenschaftlich erforscht, aber es ist ein Phänomen, tendenziell eher persönlich angegriffen fühlen.
00:12:05
Speaker
Das heißt, er hört nicht das Verhalten XY, lass uns da mal fachlich drauf gucken, sondern er hört, du bist ein schlechter Erzieher.
00:12:16
Speaker
So, und mit dem, was er hört, argumentiert er weiter.
00:12:19
Speaker
Das heißt, er ist in seiner Persönlichkeit, in dem, was ihn ausmacht, in all seinen Facetten, gekränkt, verletzt und er reagiert mit Rückzug, mit Abwehr und all den Mechanismen, die wir dann oder die sie dann oder die eine Leitung dann tatsächlich erlebt.

Ratschläge zur Emotionsregulation von Prof. Neumann

00:12:37
Speaker
Und das ist erstmal, glaube ich, wichtig zu registrieren oder zu reflektieren.
00:12:43
Speaker
Da habe ich auch...
00:12:44
Speaker
Direkt noch eine kurze Nachfrage.
00:12:48
Speaker
Ist es möglicherweise so, dass die Person sich nicht nur angegriffen fühlt, sondern auch grundsätzlich unverstanden ist?
00:13:00
Speaker
Das kann durchaus sein.
00:13:03
Speaker
Das kann schon sein.
00:13:05
Speaker
Aber ich glaube, was bei dieser Person auch passiert, und vielleicht kommen wir da im Laufe des Podcasts ja auch noch drauf, ist tatsächlich, also ich würde mal ein Fragezeichen stellen an Menschen,
00:13:18
Speaker
Die Professionalität dieser Person.
00:13:21
Speaker
Ich weiß, ich bewerte das jetzt, aber was ja oft passiert ist, und das ist wieder gerade in Kitas, glaube ich, der Fall, dass Emotionsregulation nicht auf eine Art und Weise stattfindet, wie wir uns das als Leitung wünschen würden oder als Geschäftsführung.
00:13:41
Speaker
Mhm.
00:13:42
Speaker
Also ich weiß gar nicht, ob es da um ein intellektuelles Verstehen geht tatsächlich oder ob da schon die Emotion eben angegriffen ist, aber aus einem Verständnis heraus, was unterschiedlich ist zu dem Verständnis der Leitung oder der Anforderung der Leitung an Professionalität.
00:14:02
Speaker
Bei mir kommt jetzt so die Frage auf, kann man Mitarbeitende darin unterstützen, darin coachen, diese Ebenen voneinander zu unterscheiden?
00:14:11
Speaker
Also ich habe jetzt gerade so direkt dieses Vier-Ohren-Modell von Schulz von Thun vor Augen gehabt, als Sie von dieser persönlichen emotionalen Betroffenheit gesprochen haben, dachte ich, naja, vielleicht muss die Person, die da die Rückmeldung bekommen soll, in der Lage sein, das andere Ohr einzuschalten, das Sachohr einzuschalten.
00:14:29
Speaker
Und wenn das eben so
00:14:31
Speaker
Einfach wäre in meiner Überlegung, dann ist ja die Frage, wie kann ich als Leitungskraft diese Person unterstützen, das eine Ohr zuzuklappen und das andere aufzumachen.
00:14:39
Speaker
Sehen Sie da Möglichkeiten?
00:14:40
Speaker
Kann man das üben?
00:14:42
Speaker
Das kann man auf jeden Fall üben und ich glaube, das muss man auch üben.
00:14:45
Speaker
Das ist kein Selbstläufer und das ist auch nicht mit einem Gespräch getan.
00:14:49
Speaker
Also dabei wären, unterstützen tatsächlich auch Teamcoachings, Teamsupervisionen, also extern.
00:14:56
Speaker
Aber und ich möchte auch gerne nochmal auf dieses Feedbackgespräch zurückkommen und ich glaube, es ist ganz wichtig,
00:15:03
Speaker
Die Gefühle der Fachkraft erstmal anzuerkennen, ich spüre, ich kriege mit, du bist verärgert, aber und lass uns jetzt mal auf das Verhalten gucken, weil es ist das, was wir uns aus einer fachlichen Perspektive jetzt mal anschauen wollen.
00:15:21
Speaker
Und ich glaube, so eine Art von Feedback-Kultur in einem Team zu kultivieren, ist eine permanente Aufgabe von Leitung.
00:15:31
Speaker
Und wenn das schwierig ist, aus welchen Gründen auch immer, wer weiß, welche Persönlichkeitsstrukturen Sie da sitzen haben, dann würde ich auch tatsächlich empfehlen, von außen neutralen
00:15:44
Speaker
Wie auch immer, Coach, Supervisor dazu zu nehmen oder und, ich bin gleich soweit, oder und, tatsächlich das auch mal als Thema zu machen bei einem Teamtag, Konzeptionstag, wie, ja, kommen noch viele andere Aspekte dazu, aber ich stoppe jetzt mal.
00:16:02
Speaker
Frau Neumann, Sie haben ja jetzt quasi so eine Art, wie soll ich sagen, langfristige, nachhaltige Lösung der Situation skizziert, also über Teamprozesse, Teamcoaching, auch ein Teamprozess, also alle müssen üben quasi Feedback, Kultur zu entwickeln.

Strategien zur Konfliktbewältigung in Kitas

00:16:20
Speaker
Und ich würde gerne nochmal auf die Akutsituation gucken.
00:16:24
Speaker
Ich gehe ja als Führungskraft in das Gespräch hinein, auch ein bisschen im Idealfall präpariert.
00:16:30
Speaker
Ich weiß ja nicht, oder ich weiß ja erstmal nur meinen Auftrag.
00:16:33
Speaker
Die Leitung sagt zu mir in der Situation als Geschäftsführer, Paul, du musst mal kommen und du sollst mir eine Rückmeldung geben, die von mir nicht angenommen wurde.
00:16:40
Speaker
Dann gehe ich schon ins Gespräch rein und sage, vielleicht muss der kritisierte Kollege das von mir nochmal hören und kann dann anders damit umgehen.
00:16:47
Speaker
Oder ich gehe in das Gespräch rein und sage, okay, ich muss mir die Ärmel hochkrempeln, mal gucken, was mache ich denn jetzt.
00:16:52
Speaker
Also ich brauche doch Szenarien in der Vorbereitung für ein deutsches Gespräch als Führungskraft.
00:16:57
Speaker
Was würden Sie sagen, was kann helfen, welche Rollen oder Drehbücher könnte man im Kopf haben, um Gespräche vorzubereiten?
00:17:07
Speaker
Naja, also ich finde, es ist ganz wichtig, wir sind jetzt erstmal bei Haltung, bevor ich in so ein Gespräch gehe, erstmal meine eigenen Emotionen runter regulieren.
00:17:20
Speaker
Dann nochmal die eigene Haltung zu überprüfen, die gepaart ist mit der eigenen Klarheit.
00:17:28
Speaker
Und dann zu überlegen, was ist denn das Ziel dieses Gesprächs.
00:17:33
Speaker
Also ich will ja den Mitarbeitenden sicherlich nicht bewerten, sondern im Idealfall möchte ich ihn entwickeln.
00:17:40
Speaker
Ich möchte aber auch aus meiner, und das finde ich einen ganz wesentlichen Punkt, und zur Not würde ich den auch nochmal transparent machen, aus meiner wirklich
00:17:50
Speaker
mega, mega außerordentlichen Verantwortung für den Laden Kita und das ist nicht Pille-Palle, habe ich, also ich habe die Pflicht zu besprechen, was
00:18:05
Speaker
Was geht hier als professionelles Verhalten und was geht nicht und was gilt nicht?
00:18:10
Speaker
Das heißt also, mir meiner Verantwortung, meiner großen Verantwortung, auch nochmal bewusst zu werden.
00:18:16
Speaker
Und ich glaube mit diesem Thema, wo will ich hin in diesem Gespräch?
00:18:20
Speaker
Ich möchte ihn entwickeln oder sie.
00:18:23
Speaker
Das finde ich eine ganz wichtige Idee vor so einem Gespräch.
00:18:26
Speaker
Und dann ist es so, ich bin ein Freund oder eine Freundin der Transparenz in Gesprächen.
00:18:32
Speaker
Das heißt, ich würde das auch durchaus so benennen.
00:18:34
Speaker
Ich würde sagen, ich habe hier die Verantwortung, also wenn hier irgendetwas eskaliert, geht es auf mich zurück, wenn sich Eltern beschweren, wenn Kinder und so weiter und so fort.
00:18:46
Speaker
Und ich möchte, dass wir hier alle professionell und gut zusammenarbeiten.
00:18:51
Speaker
Und aus diesem Grund sprechen wir jetzt und
00:18:56
Speaker
Dieses Verhalten habe ich beobachtet, wurde beobachtet, mir zugetragen und dann würde ich natürlich die Position abfragen.
00:19:04
Speaker
Und dann geht es weiter.
00:19:05
Speaker
Sie haben das Stichwort Transparenz genannt.
00:19:08
Speaker
Jetzt bringe ich da mal einen sehr persönlichen Aspekt ein, nämlich fast jedem Mitarbeiter, jeder Mitarbeiterin gegenüber habe ich eigene Gefühle.
00:19:22
Speaker
Wenn die positiv sind, ist alles gut, aber möglicherweise mag ich ja die Person auch gar nicht so.
00:19:29
Speaker
Und ich bin mir nicht sicher, ob ich mich davon, egal wie professionell ich sein kann, freimachen kann.
00:19:37
Speaker
Wie geht man damit am besten um?
00:19:40
Speaker
Also da habe ich eine relativ harte Antwort jetzt.
00:19:43
Speaker
Ich weiß gar nicht, ob Sie die hören mögen, aber das ist Ihre Aufgabe, das regulieren zu können.
00:19:49
Speaker
Und wenn Sie damit ein Thema haben, dann gehen Sie gern ins Coaching oder holen Sie sich Unterstützung.
00:19:54
Speaker
Das ist genau das, was ich vorhin mit einem Teil von Professionalität gemeint habe.
00:20:02
Speaker
Also für mich wäre ein Kriterium, natürlich dürfen Sie Gefühle haben als Leitung, als Geschäftsführer, als Fachkraft.
00:20:10
Speaker
Aber ich würde Professionalität so definieren, dass Sie sich nicht von Ihren Emotionen leiten lassen, sondern dass Sie Ihre Emotionen leiten.
00:20:21
Speaker
Und das ist für mich der wesentliche Unterschied.
00:20:24
Speaker
Und wenn Sie das merken, das wäre für mich sogar so ein,
00:20:29
Speaker
Rote Lampe für sich selbst.
00:20:32
Speaker
Warum auch immer, ich habe da einen Trigger, ich erfolge da eine Projektion, erinnert mich vielleicht an, weiß ich nicht, damit kann man ja psychologisch unheimlich gut arbeiten, aber das würde ich dann höchstens empfehlen.
00:20:48
Speaker
Und mir kommt jetzt auch nochmal so in den Gedanken, das ein bisschen so zusammenzufassen, Frau Neumann.
00:20:52
Speaker
Also erstmal, wenn ich nicht möchte, dass die andere Person mit dem Gefühleohr hört, das Gefühleohr auch nicht zu bedienen, das ist wichtig.
00:21:01
Speaker
Und das ist klar, dass ich mir in meiner Rolle bewusst bin, wie vermeide ich denn die Bedienung dieses Gefühleohrs, um mal im Beispiel zu bleiben.
00:21:09
Speaker
Und was ich auch nochmal hervorholen möchte, was mir immer wieder wichtig auch erscheint, ist diese
00:21:13
Speaker
Zielklarheit.
00:21:14
Speaker
Mit welchem Ziel gehe ich in das Gespräch?
00:21:16
Speaker
Mit welchem Ziel gehe ich in Situationen hinein?
00:21:19
Speaker
Weiß ich eigentlich, was ich erreichen möchte und kommuniziere ich auch, was ich erreichen möchte?
00:21:24
Speaker
Habe ich das so verstanden?
00:21:26
Speaker
Das ist eine sehr schöne Zusammenfassung.
00:21:28
Speaker
Und ich möchte nochmal was zu dem Emotionsohr sagen und zu dem Emotionsschnabel.
00:21:33
Speaker
Also
00:21:36
Speaker
Sie kriegen in Kitas als Leitung von Kita-Fachkräften ganz oft diese, ich nenne das immer, emotionalen Einladungen.
00:21:45
Speaker
Aber wie im Privatleben...
00:21:47
Speaker
dürfen Sie entscheiden, welcher Einladung Sie folgen.
00:21:50
Speaker
Also Sie müssen nicht jeder emotionalen Einladung auch folgen, stehen lassen.
00:21:55
Speaker
Auch das, glaube ich, ist aber ein Lernfeld für eine Kita-Leitung, weil wir so ein bisschen anders sozialisiert sind oder die Kita-Leitungen manchmal etwas anders sozialisiert sind.
00:22:05
Speaker
Und natürlich, das dürfen wir auch nicht vergessen, aber es wäre vielleicht ein nächster Podcast,
00:22:10
Speaker
Ich erlebe ein sehr, sehr hohes Harmoniebedürfnis bei Kita-Leitungen und das ist natürlich eine Geisel, die solche Gespräche wirklich manchmal schwierig macht.
00:22:21
Speaker
Das setzen wir aber bei der Kita-Leitung an und nicht bei der Fachkraft.
00:22:26
Speaker
Ich würde gerne noch mal auf einen Punkt Ihres Eingangsstatements zurückkommen.
00:22:32
Speaker
Da haben Sie nämlich sehr schön ausdifferenziert, worüber genau wollen wir eigentlich jetzt reden.
00:22:40
Speaker
Denn eigentlich sind wir schon in der Eskalationsstufe, weil nämlich der Trägergeschäftsführer mit dazu gerufen worden ist.
00:22:50
Speaker
Das ist ja, ich würde mal fast sagen,
00:22:55
Speaker
fast so eine letzte Eskalationsstufe vor der Abmahnung oder sowas.
00:23:03
Speaker
Aber wie kann ich das denn vermeiden, dass es überhaupt dazu kommt und wie komme ich, also wenn ich beachtet habe zum Beispiel auch, ich habe keine Situation mehrere gegen einen, sondern es ist die saubere Eins-zu-eins-Kommunikation.
00:23:22
Speaker
Ich habe das gut hergestellt, jetzt geht
00:23:25
Speaker
die Person trotzdem immer noch in den inneren Widerstand.
00:23:30
Speaker
Gibt es da irgendwelche rhetorischen Kniffe oder so, das aufzulösen?
00:23:38
Speaker
Als Leitung meinen Sie jetzt?
00:23:40
Speaker
Also tatsächlich schön, dass Sie das nochmal ansprechen, weil ich gerade auch gedacht habe, wie schnell hat denn die Leitung sich entschieden, die nächsthöhere Instanz, weil genau das hat eine Signalwirkung, also das würde ich mir das vielleicht auch nochmal als so kleiner Hinweis,
00:23:56
Speaker
Das würde ich mir sehr, sehr gut überlegen, weil da geht es nicht mehr nur um die Sache an und für sich, sondern es geht genau, wie Sie das ansprechen, Herr Mellar-Jentsch, geht es um diese Signalwirkung.
00:24:07
Speaker
Und dann muss man sich vielleicht auch an der einen oder anderen Stelle nicht wundern, wenn der Mensch dann sich noch mehr verschließt oder auf Abwehr geht.
00:24:14
Speaker
Und wenn die Leitung jetzt dieses Thema hat, wo ja auch schon das Team involviert wird, auch da würde ich denken, dass die Leitung dann
00:24:24
Speaker
mit dem Team und diesem Menschen, den es betrifft, wirklich auf einer Sachebene versucht, ein Gespräch zu führen.
00:24:33
Speaker
Also rhetorische Kniffe habe ich nicht.
00:24:34
Speaker
Also das hört sich für mich auch so ein bisschen nach Strategie an.
00:24:37
Speaker
Ich würde weiterhin authentisch bleiben, authentisch, sachlich und das mal aufdröseln.
00:24:43
Speaker
Wenn ich merken würde, ich käme nicht weiter als Leitung, würde ich
00:24:47
Speaker
Also Herr Dresch, nicht böse sein, aber ich glaube, bevor ich den Geschäftsführer holen würde, würde ich mir einen externen holen.
00:24:54
Speaker
Also einen Mediator oder einen Coach.
00:24:56
Speaker
Nur für einmal zwei Stunden fertig.
00:24:59
Speaker
Aber die Karte zu ziehen, das Signal macht mehr kaputt, als es gut machen

Wann sind disziplinarische Maßnahmen notwendig?

00:25:07
Speaker
kann.
00:25:07
Speaker
Und ich bin dankbar, dass Sie das angesprochen haben.
00:25:12
Speaker
Ich würde gerne nochmal weitergehen, Frau Neumann.
00:25:14
Speaker
Sie haben jetzt schon mehrmals das Wort Coaching oder Mediation erwähnt.
00:25:19
Speaker
Und das sind ja dann auch so die langfristigen Maßnahmen, die wir planen können, um Personal zu entwickeln.
00:25:24
Speaker
Können Sie mal mit ein paar Sätzen kurz die Maßnahmen voneinander trennen und dann vielleicht mal beschreiben, was ist denn aus Ihrer Sicht ein gutes Coaching?
00:25:32
Speaker
Also was ist der Unterschied zwischen einer Moderation, einer Mediation und einem Coaching und was ist ein gutes Coaching?
00:25:39
Speaker
Naja, also Mediation ist was sehr Spezifisches.
00:25:42
Speaker
Könnten Sie auch als, früher hätte man wahrscheinlich gesagt, Streitschlichtung.
00:25:46
Speaker
Also das ist sehr spezifisch, auch was das Thema betrifft.
00:25:49
Speaker
Und man sucht die gegensätzlichen Parteien.
00:25:53
Speaker
Das gibt es auch oft im Scheidungsprozess und so weiter und so fort.
00:25:57
Speaker
Also das habe ich zwar jetzt genannt, aber wäre mir, glaube ich, zu spezifisch.
00:26:01
Speaker
Und ein Coaching ist tatsächlich eine Beratung dahingehend zu gucken,
00:26:06
Speaker
Welche unterschiedlichen Aufträge gibt es denn von den unterschiedlichen Teammitgliedern?
00:26:11
Speaker
Worum geht es denn eigentlich?
00:26:13
Speaker
Und da im Prinzip auf einen Nenner, auf einen Kompromiss zu kommen und dabei aber alle abzuholen.
00:26:23
Speaker
Also es geht nicht darum, das ist mir ganz wichtig, ich glaube, und das ist auch die Falle oft im Alltag, die Bewertungen.
00:26:31
Speaker
Und
00:26:31
Speaker
Jemand macht dicht, wenn er sich bewertet fühlt in der Regel.
00:26:34
Speaker
Und ein Coach ist jemand, der nicht bewertet, der hört, der abholt, der auf die Insel, ich habe gern dieses Inselmodell von der Frau Birkenbihli hat es im Kontext der Kommunikation genutzt.
00:26:45
Speaker
Ich nutze das auch, um darzustellen, ja jeder ist so auf seiner Insel und der Coach hatte eigentlich die Aufgabe, sich die Inseln mal anzugucken und zu gucken, wie können wir denn da jetzt Brücken bauen und wer baut welche Brücke und wie muss die aussehen?
00:26:58
Speaker
So, also jetzt, ich soll ja nur kurz beschreiben.
00:27:01
Speaker
Und das wäre das Thema tatsächlich.
00:27:03
Speaker
Und er hat natürlich eine andere Perspektive, nämlich eine externe.
00:27:09
Speaker
Er ist nicht verstrickt in irgendwelche jahrhundertlangen Beziehungsstränge, die da schon laufen und wirken und Dynamiken.
00:27:17
Speaker
Und das ist Gold wert.
00:27:18
Speaker
Also nicht jetzt um Eigenwerbung zu machen, sondern weil ich es wirklich für eine sinnvolle Sache halte.
00:27:25
Speaker
Frau Neumann, ich würde dann gerne noch so eine kleine Abschlussfrage mit reinbringen.
00:27:29
Speaker
Gerne.
00:27:30
Speaker
Wann muss ich eigentlich als Leitung erkennen, jetzt ist das hier echt kein Coaching-Fall mehr?
00:27:35
Speaker
Jetzt müssen andere Personalentwicklungs- oder auch vielleicht Personal, wie soll ich sagen, Disziplinierungsschritte genommen werden.
00:27:43
Speaker
Wann würden Sie sagen, bringt ein Coaching nichts mehr weiter?
00:27:46
Speaker
Konsequenzen, Grenzen, genau, das sind die schönen Kita-Begriffe.
00:27:49
Speaker
Wann bringt ein Coaching uns nicht mehr weiter?
00:27:51
Speaker
Ja, wenn sich Verhalten nicht ändert, ganz einfach.
00:27:54
Speaker
Das ist ja messbar.
00:27:55
Speaker
Also warum coachen wir, um jemanden zu entwickeln, um Verhalten zu verändern?
00:28:00
Speaker
Und wenn sie beobachtbar, das ist ganz gut messbar und man kann ja auch tatsächlich vereinbaren, welches Verhalten soll sich wünschenswerterweise zeigen.
00:28:12
Speaker
Und wenn Sie das sehen,
00:28:15
Speaker
oder über einen Zeitrahmen, wir müssen das Einüben verhalten.
00:28:18
Speaker
Also das ist nichts so ganz kurzfristiges.
00:28:22
Speaker
Wenn Sie das sehen, erkennen, dann müssen Sie andere Maßnahmen ergreifen.
00:28:29
Speaker
Also mehr Antwort habe ich dazu nicht.
00:28:31
Speaker
Das ist ganz eindeutig.
00:28:32
Speaker
Ich finde das auch sehr eindeutig.
00:28:34
Speaker
Vielen Dank.
00:28:36
Speaker
Wir hoffen, dass es nicht so weit kommt.
00:28:38
Speaker
An dieser Stelle vielen herzlichen Dank.
00:28:42
Speaker
Das fand ich sehr aufschlussreich.
00:28:44
Speaker
Sehr sehr gerne.
00:28:46
Speaker
Und von mir, vielen Dank Frau Neumann.
00:28:47
Speaker
Sehr gerne, gerne wieder.
00:28:59
Speaker
Paul, kannst du nochmal zusammenfassen, was du an wichtigsten Punkten aus diesem Gespräch mit Frau Neumann mitgenommen hast?
00:29:10
Speaker
Okay, also ich will versuchen, dieses tolle Gespräch mit Frau Neumann nochmal zusammenzufassen.
00:29:13
Speaker
Ein paar Punkte, die mir wichtig sind.
00:29:15
Speaker
Das erste ist, manchmal kommen wir als Leitungskraft in bestimmte Akutsituationen, wenn die Emotionalität voll auf uns zugaloppiert sozusagen.
00:29:24
Speaker
Dann muss ich mir klar werden, wie kann ich eigentlich dieses emotionale,
00:29:28
Speaker
Thema auf ein Sachthema runterholen.
00:29:30
Speaker
Kann ich das überhaupt in der Situation oder muss ich erstmal mein Gegenüber in seine Emotionen drin lassen und muss die Sachklärung auf später verschieben?
00:29:38
Speaker
Also ich muss klassisch mit den vier Ohren von Schulz von Thun arbeiten können.
00:29:42
Speaker
Das ist mein Handwerkszeug.
00:29:44
Speaker
Da sollten wir auch nochmal sicherstellen, dass wir in den Shownotes dieses Vier-Ohren-Modell nochmal verlinken, falls jemand das nachlesen möchte.
00:29:53
Speaker
Das machen wir natürlich, kein Problem.
00:29:55
Speaker
Das Zweite ist, manchmal komme ich aber auch in geplante Situationen rein als Führungskraft.
00:30:00
Speaker
Ich war ja in meinem Beispiel angefordert, als Geschäftsführer dieses Gespräch nochmal aufzurollen.
00:30:07
Speaker
Und dann gehe ich natürlich mit verschiedenen Drehbüchern in dieses Gespräch rein.
00:30:10
Speaker
Ich überlege mir vorher, was will ich eigentlich erreichen?
00:30:14
Speaker
Wie kann das erreicht werden und welche Wege gehe ich, wenn ich zwischendurch merke, das Gespräch nimmt eine andere Abwägung, als ich es mir überlegt habe.
00:30:20
Speaker
Also ich spiele dieses Gespräch in Gedanken durch und bereite mich darauf vor, wie komme ich dahin, wo ich eigentlich hin möchte.
00:30:27
Speaker
Das Dritte, was ich nochmal sehr intensiv mitgenommen habe aus dem Gespräch mit Frau Neumann ist,
00:30:32
Speaker
Die Qualitätserkennung eines guten Coachings sozusagen, also ein Coaching zielt immer auf Verhaltensänderungen ab und wenn ich als Führungskraft den Eindruck gewinne, dass mein Gegenüber oder die Person, die sich entwickeln soll, nicht in der Lage ist, ihr Verhalten zu verändern und nicht ihr Verhalten, ihr konkretes Tun verändern kann, dann komme ich mit Coaching auch nicht weiter, dann brauche ich ein anderes Instrument.
00:30:54
Speaker
Auf das Thema Coaching möchte ich da auch nochmal eingehen.
00:30:59
Speaker
Nicht zuletzt, weil Frau Neumann ja auch empfohlen hat, dass das ein Schritt ist, bevor der Träger, der pädagogische Leiter des Trägers zum Beispiel, involviert wird.
00:31:12
Speaker
Und da frage ich einfach mal ganz provokant, weil du ja auch lange genug Trägerleitung warst,
00:31:21
Speaker
Gibt es immer Budgets für Coaching, sodass ich das einfach anfordern kann oder mangelt es da noch zu oft an Strukturen, auf die ich direkt zurückgreifen kann?
00:31:36
Speaker
Also in einer idealen Welt, in einer idealen Kita-Welt hat meines Erachtens der Träger zusammen mit der Einrichtungsleitung ein Budget festgelegt, das für fachliche und persönliche Weiterentwicklung der Teammitglieder geeignet ist.
00:31:49
Speaker
Also in diesem Budget ist es ein sehr guter Punkt.
00:31:51
Speaker
Kann die Kita-Leitung Fortbildung verplanen, Coaching verplanen, Beratung verplanen und Supervision verplanen.
00:31:58
Speaker
Das sind im Prinzip vier Instrumente, sehr starke Instrumente, die ich habe, um Fachlichkeit und Persönlichkeit meines Teams weiterzuentwickeln.
00:32:07
Speaker
Und eigentlich ist es ideal, wenn die Leitung selber entscheiden kann, ich setze mein Budget für dieses oder für jenes Thema ein.
00:32:14
Speaker
So muss es im Idealfall sein.
00:32:16
Speaker
Immer auch rückgekoppelt mit dem Träger, dass also die Kita-Leitung auch zunächst vielleicht eine Zielformulierung hat, eine Zieldefinition hat, nachher auch überprüft, ob sie ihr Ziel erreicht hat mit Fortbildung oder Coaching.
00:32:27
Speaker
Das wäre wirklich das

Abschluss und Ausblick auf zukünftige Themen

00:32:28
Speaker
Ideal.
00:32:28
Speaker
Aber du siehst aus meiner Wagenformulierung schon, das ist nicht überall leider so.
00:32:32
Speaker
Genau.
00:32:33
Speaker
Und die Anschlussfrage wäre ja auch, selbst wenn das Budget da ist,
00:32:38
Speaker
Habe ich einen Coach in meinem Telefonbuch, den ich sofort anrufen kann?
00:32:45
Speaker
Ist diese Struktur etabliert?
00:32:48
Speaker
Genau, das brauche ich natürlich auch.
00:32:49
Speaker
Da muss ich wissen, dass das als Kita-Leitung Instrument von mir ist.
00:32:52
Speaker
Und wenn man ihn vielleicht nicht im Telefonbuch hat, dann hat man ihn vielleicht bei Onkel Google oder man findet ihn in diesem Podcast hier.
00:32:59
Speaker
Man kann diese Leute suchen, die gibt es.
00:33:02
Speaker
Super.
00:33:03
Speaker
Herzlichen Dank.
00:33:05
Speaker
Ich freue mich schon auf die nächste Folge.
00:33:06
Speaker
Genau.
00:33:06
Speaker
Ich freue mich auch.
00:33:07
Speaker
Bleibt freigestellt.
00:33:08
Speaker
Alles Gute bis dahin.
00:33:09
Speaker
Ciao.
00:33:10
Speaker
Mach's gut.
00:33:10
Speaker
Tschüss.